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Nationalbewußtsein und Bildungsproblem
Von Oberlehrer H. Schäserlöns
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men, nach denen sich in Zukunft das gesamte Wachstum pnserge Volkes vollziehen sell, die in ihrer Auswirkung die Geisteshaltung und=Struktur, kurz, die Qualität unserer Kultur wesentlich bestimmen und damit grundlegend dafür sein müssen, ob unser Volk in Zukunft eine Potenz, ein Volk von Gewicht und Bedeutung sein soll. Das aber bedingt wieder in wesentlicher Weise unsere Weltstellung und hierdurch in bedeutsamen Maße unsere nationale Wohlfahrt, die die Wohlfahrt jedes einzelnen einschließt. Eine nationale Angelegenheit ersten Ranges
Nur die Lösung wird eine glückliche, nur das R.Sch. G. als ein annehmbares bezeichnet werden können, das die höchsten Belange der Nation zu verwirklichen sucht. Welche sind das? Ich sehe sie in der Entfaltung der deutschen Seele, wie sie sich darstellt in der Wesenheit der deutschen Nation und in der Erringung einer Veltstellung, die ihrer Bedeutung entspricht; beides Ziele, die einander bedingen und aufgehen und ihr Korrektiv finden im Bewußtsein der nationalen Volkhett, politisch gesprochen, in der Reichsgesinnung. Ein gesundes und starkes Nationalgefühl zu entfalten, sollte els leuchtender Stern über allen deutschen Bildungsanstalten stehen und alle Arbeit darin durchglühen.
Wir in unserer Lage als zextretenes Volk können peder ein Interesse an der Entfaltung eines pazifistischen Geistes haben, der blind ist gegen unsere nationalen Eigenwerte, noch an der Bildung eines chauvinistischen Geistes, der die Eigenwerte anderer Nationen nicht kennt und nur satt wird in deren Untersochung und Abwürgung. Uns kann als Ziel der Entwicklung nur vorschweben das Bild des deutschen Menschen, wie gr sich in der Gemeinschaft der Bölker geschichtlich als besonderer, eigenwertiger Typus nach Wesen, Sprache, Kultur, Staatsform und Religion herausgebildet hat: der Siegfriedmensch voller Kraft und Reinheit, stark and tüchtig an Leib und Geist, von Gemüt und Willen und Verstand, durchglüht von sozialem Gefühle und der Frömmigkeit mittelalterlicher Mystiker und von einem besunden Nationalbewußtsein als dem alles zu einer
eihe“ eganschen Ginbeit vurbindenden Grund. ente: auf das unser Volk werde und sei ein Eichk. der mit starkem Stamme fest verwurzelt in deutscher Erde steht, mit breiter Krone unter den Schicksalwenden der Zeit rauschend, in sich ruhend, kark und frei, fromm und treu, nicht gewillt, im fremden Schatten zu verkümmern, noch andere unter seinem Schatten verkrüppeln zu lassen,... ein Baum neben endern Bäumen im großen Walde der Völker!— Das Rationalgefühl, dies Unsichtbare und doch in hohem Maße Wirksames, ist das eigentliche Herzblut, der eizentliche Lebensodem der Nation. Aus ihm allein er#rwächst das Gefühl der Schicksalsverbundenheit der Volksglieder, welche wieder das beste Fundament und die Garantie für den Bestand der Staatsform ist, die einem Wesen gemäß ist. Das Nationalgefühl allein glbt einem Volke das edle Gesicht der Würde und Ehre, die nicht dauernd dulden kann, daß fremde Rosseshufe heimischen Boden zertreten und nicht dauernd seinen Nacken willig unter die Peitsche fremder Steuervögte beugen kann. Es gibt einem Volke die Kraft, sich bis zur höchsten Höhe seiner Leistungsfähigkeit hinaufzusteigern; es gibt ihm den gesunden Hun
per, sich zu nähren durch die Speise wesensgleicher Bilngsgüter und wesensfremde Stoffe als Gift abzustoßen, und es gibt ihm die Würde, auf der weiten Ebene der Völkertoleranz den Bau der Gerechtigkeit und des Friedens mit errichten zu helfen.— Bar dieser Zaubermacht muß ein Volk bedeutungslos in
den Schatten anderer sinken; ihr Mangel erst zeigt ihre deutung. Warum denn zerbrach die Donaumonarchie von ehegestern unter den Hammerschlägen des Weltkrieges und der Nevolution, um in ein Konglomerat neuer Staatsgebilde mu zerfallen, und warum teben Frankreich und England heute fester denn je da? Darum... Und gottlob, auch in unserem Volke fehlt dieser Grundstock nicht. Er widerstand allen Schauern des Weltkrieges und der Revolution und ließ unser Volk trotz aller Machenschaften und Hohnlasten der Feinde in geeinigterer und gereinigterer Staatsform aus den Trümmern aufsteigen; und wir dürfen trotz aller gegenteiligen Erscheinungen in unserm Volksleben der sichern Hoffnung sein, daß es in der Esse des Weltkrieges zu Erz und Stahl geworden, im Unterbewußtsein der deutschen Seele weiterwirkt als tragende und treibende Kraft zu neuer Größe: Sehn
sucht aller Patrioten und heilige Aufgabe, die Lösung r Bildungsfrage im R.Sch G. einzig und allein unter diesen höchsten nationalen Maßstab zu stellen.
Somit ist das Bildungsproblem geknüpft an die Faktoren, die die Entwicklung zum Nationalgefühle bestimmen. Dies ist kein Phantom, das beliebig künstlich erzeugt und erhalten werden könnte: es ist eine Weenheit, die in Wachstum und Bestand an ganz bestimmte Realitäten gebunden ist: an Rasse und Sprache, an Kultur, Geschichte und Religion. Gewiß. nach Blut und Sprache sind wir nicht rein germanisch mehr, keltische, slawische, römische und jüdische Elemente sind uns im Laufe der Zeit beigemischt: trotzdem kann das Resultat dieser Entwicklung, der neue Typus des deutschen Volkes, noch als ein einheitliches bezeichnet werden. Ebenso ist unsere Kultur, obgleich gespeist durch Zuflüsse aus vielen Zeitepochen und Völkern, ein unausschöpfbarer Strom von Menschheitswerten in eigener Form; der schönste Grundklang darin, die Religion, die in frügermanischer Zeit gewiß in eigener Prägung da war, wurde durch den Eintritt des Christentums in der athanasischen Form des röschen Katholizismus in eine Form gezwängt, die germanischem Wesen wenig gemäß war und bis auf diesen Tag nicht allgemein mit ihm verschmelzen konnte. Erst die Reformation Luthers lenkte diese Entwicklung in etwa wieder in die germanische Linie ein.— Jener
Gersde Ste. kr. Sr)
römischen Reiche deutscher Ration den Umweg über Rom gemacht, um endlich unter der Führung des protestantischen Nordens über Staatenbund und Bundes staat hinweg im Volkost
#weg im Volksstaate germanischer Art auszumünden; die partikularistische Spoche hat damit ihr Ende erreicht, die Sonderbestrebungen der Länder sind
ir octerbender Nachhall. Sie beieben das bunteckige Parteibild der Gegenwart, das hier wie anrswo auch erwuchs aus bistorischen Eigenheiten, aus dem Suchen nach der der Nation gemäßesten Staatsform, aus der unausgeglichenen Kluft zwischen Kapttalismus und Prolethriat und aus religiös=konfessionellen Gründen: inobesondere scheint die Kluft zwischen den beiden großen Ghristlichen Konfessionen schier unüberbrückbar zu sein. Dabei ist das Parteigetriebe bei uns gewiß nicht wilder und ungesitteter als anderswo; demnach wird der Ideen ohne Nachteile für önlichkeit auf ihre p#
wählen, zu wagen und in die Wirklichkeit überzu ren, nicht allgemein als eine Selbstverständlichkeit anerkannt. Je mächtiger nun im Dasein eines Volkes
starke Gemeinsamkeiten verlagert sind, um so sicherer ist ie Bildung des Nationalbewußtseins begründet. Ohne sie ist sie in Frage gestellt. Wie in der Donaumonarchie von ehedem! Während das gesamte Leben in rankreich oder England mehr denn je von einem einitlichen nationalen Willen getragen wurde und wird; er wirkt eben die Einheitlichkeit in Blut, Sprache, eschichte, Kultur und Religion! Wir stehen zwischen ihnen, einheitlicher als sie, aber zerrissener als diese; die konfessionelle Spaltung ist, in nationaler Hinsicht, die blutende Wunde im deutschen Volke, die Schicksalswende. Grund und Gründe genug, die positiven Momente, die zur Einheit führen können, voll und ganz auszuschöpfen und die negativen zu eliminieren. Diese Möglichkeiten liegen einzig und allein in der prinzipiellen Betonung der Gemeinsamkeiten, die in der Struktur und in dem Kultürgute des deutschen Daseins gegeben sind. Allein ein tiefes, inniges Versenken in diese eigen deutschen Bildungsinhalte und solche Menschheitswerte, die deutschem Wesen gemäß sind, kann die Entfaltung der deutschen Seele bewirken.
Jede einseitige Einwirkung, etwa von politischen, wirthaftlichen, konfesstonellen oder Weltanschauungsverbänden müßte diese Entwicklung auch einseitig, verengernd, verkümmernd gestalten. Bildungsanstalten mit einander widerstrebenden Zielen, Bildungsinhalten usw. können ein Volk nicht zur Einheit bilden. Die Forderungen: ein Volk, ein Geist, ein Schulorganismus vom Kindergarten bis zur Hochschule, ein, wenn auch nach den Zwecken der Schulstufe quantitativ verschiedener, aber nach dem Geist qualitativ ein
heitlicher Bildungeinhalt und ein einheitlicher deuter Lehrerstand, diese Forderungen ergeben sich ohne weiteres aus dem Ziele zur nationalen Einheitsbildung, snd gesetzlich in der N.V. niedergelegt und gehen im praktischen Leben mehr oder weniger vollkommen ihrer Verwirklichung entgegen bis auf die endgültige Gestaltung der Volksschule, um die in der Gegenwart hart gerungen wird.— Im großen und ganzen hat sich unser Volk, was die polltischen und wirtschaftlichen Parteien betrifft, den gesunden Zug auf das Ganze bewahrt. Alle Versuche von rechts oder links, einseitig Einfluß auf die deutsche Bildung zu gewinnen, mußten Halt machen vor den Toren der deutschen Bildungsanstalten, in denen wahres Menschen tum und staats t#a be
Ulgemeine, auch wissenschaftliche Klarheit, Auffassungen über das der Religion als Angelegenheit der Uhnung und Offen
zu entfalten is. arteibekenntnissen bleibt
rgerlicher Sinn in deutscher Prägung Die Erziehung zu den politischen ssen bleibt Angelegenheit der Parteien. die sich außerhalb der Bildungsanstalten um den werdenden Menschen bemühen mögen, der, ausgerüstet mit dem Blick für das ganze, seine Entscheidung nach freier Wahl zu treffen hat. Daß die Lehrenden in wahrem staatsbürgerlichem Geiste zu dem großen Ziele hin und nicht im engen, verderblichen Parteigeiste, am werdenden Geschlechte wirken, ist garantiert durch den Eid auf die Verfassung, durch die staatliche Kontrolle und durch ein inniges Verbundensein mit deutschem Geiste und deutscher Kultur, die durch gründliches Studium aller Lehrer, auch durch Hochschulstudium der Volksschullehrer, vermittelt ist. So ist der Sinn der R. V., und auch der R.Sch.E. ist in gleichem Sinne verfaßt, bis... auf die Behandlung der religiös=konfessionellen Verhältnisse, die in unserer Lage doch letzten Endes den Wert oder die Wertlosigkeit der Lösung entscheidet. Treten wir der Sache also näher!
Im Hinblick auf den Gedanken einer einheitlichen nationalen Entwicklung können und dürfen die konfessionellen Belange nur geregelt werden im Sinne und Nahme der Reichsgesinnung und der N.V., die aus ihr gevoren ist. Daß die Risse zwischen den beiden großen christlichen Konfessionen neben der jüdlschen und zahlreichen Weltanschauungsverhänden Hemmnisse, ja fast kaum zu bemeisternde Hemmnisse im nationalen Verschmelzungsprozesse, ist eine nicht zu leugnende Tatsache. Im geistigen Deutschland bilden die ausgeprägten konfessionellen und Weltanschauungsverbände Stammesstaaten, die der nationalen Einigung noch viel stärker widerstreben als die politischen in der partikularistischen Epoche, und wieviel Schweiß und Blut mußte erst fließen, ehe das einheitliche Deutsche Reich geschaffen werden konnte! Der geistige Partikularismus bedeutet eine ungleich größere Gefahr, weil sie von innen, aus den Seelen, kommt. Ihn von Reichs und Rechts wegen durch die Bildungsarbeit prinzipiell zu pflegen, bedeutete nichts weniger als den Mörtel seines eigenen Hauses mit Scheidewasser mischen, das allmählich das ganze Bauwerk zerfrißt. Freilich bestreiten die Vertreter der Konfessionalisierung des Bildungswesens ganz entschieden die destruktive Wirkung dieser Bildungsart. Wie liegt die Sache denn in Wahrheit? Da muß zunächst auf den prinzipiellen Unterschied zwischen Religion und Konfession(Kirche) hingewiesen werden. Die Konfessionen sind Institutionen der Gesellschaft zur Befrieder metaphysischen(religiösen) und ethischen Bedürfnisse. Besteht über das Wesen der
digung der (sittlichen)
Sittlichleit all o gehen die##
einer reinen Angelegenheit der Uhnung und Off barung ebensowelt auseinander, wie in den Mitteln und Wegen zu ihrer Pflege. Drei Auffassungen haben sich im Lause der Zeit allmäslich herausgebildet. Die eine führt alles Sein und Geschehen auf das Walten eines persönlichen Weltbewußtseins zurück, das ist die Auffassung der Theisten, der Christen und Juden; die andre findet in allwaltenden unpersönlichen Weltkräften ihr Genüge. Faßt man den Begriff des Religiösen
ganz allgemein als das Gefühl des Unendlichen, wie ee r größte Theologe des 19. Jahrh. tat, als Schau= und Erleben inner= und überweltlicher Kräfte, so gibt es wohl keinen Menschen, der nicht in irgend einer Hinsicht als religiös zu bezeichnen wäre.— Wie dem nun auch sei, Religion und Sittlichkeit führen immer zur Einheit, zur Gemeinschaft, iu Brüderschaft und Liebe. Sie sind die stärksten Bande menschlichen Verbundenseins und die Keimzellen der Toleranz. Die Höhe der Sittlichkeit und die Tiefe der Religlosität bedingen Gesundheit und Bestand jedes Menschen und jedes Volkes; ohne sie müssen Mensch und Volk zerfallen. Sie ist die schönste Blüte am Baume der Menschheit, der schönste Grundakkord im Wesen der Menschen, die durch sie erst eigentlich zur Würde der Menschen erhoben werden. Darum ist es eine nation. Pflicht, den sittlich=religtösen Kräften den vornehmsten Rang unter allen Bildungsgütern beim Bau der Volkheit den vornehmsten Rang einzuräumen. Mit Recht bezeichnet die N.V. die Religion als ein ordentliches Lehrfach in den Bildungsanstalten, obgleich Staat und Kirche voneinander getrennt sind. und alle Bildungsarbeit soll von sittlichem Ernste durchweht sein; der deutschen Lehrerschaft muß en fernerhin vornehmste Pflicht bleiben, die stitlich=religtösen Kräfte in unserem Volke zu wecken und au pflegen, wenn sie ihre Sendung erfüllen will, die Wesenheit des deutschen Menschen in einer deutschen Nation mit zu bilden.— Liegen somit in den ewigen Kräften der Religion und Sittlichkeit die stärksten Antriebe zur Gemeinschaftsbildung, die über den Typus der Nation sogar zum Zusammenschluß der Völker unter der Fahne der Toleranz, der Gerechtigkeit und des Friedens führen muß, so sind die destruktiven Elemente nur zu suchen in der zeitbedingten Ausdrucksform des Religtösen und in der Struktur des Menschen. In den Ausdrucksformen hat sich das Religiöse sichtbar und faßbar in bestimmten typischen Formen dargestellt, die dem Wesen der Menschen und der Gemeinschaften entsprechen: nach Organisation, Kultur. Lehre und Kunst. kurz, in den Konfessionen oder Kirchen der Erde. Ist die Religion das Ewige. Konstante, das in immer neuen Formen weiterwirkt, so sind die Konfessionen ihre zeitbedingte, vergängliche und wechselbare Form Sie können nichts anderes sein als Wegweiser und Schlüssel zum Ewigen, nichts als Methode, das Religlöse zu wecken und zu stärken, nichte als Speise und Arznei für Gesundung und Wachtstum der Seelen. Egibt Konfessionen, denen nur noch Reliquienwert zugesprochen werden kann. solche, die in voller Kraft dastehen, solche, die altern und solche, die neu erstehen Ihr Daseinsrecht beruht auf der Tatsache der Existenz verschiedener Menschen= und Gemeinschaftstypen, die ihnen entsprechen. Es ist ein Vorrecht der Persönlichkeit, sich nach den Gesetzen seines Wesens frei und ohne Schaden für seine Existenz und Ehre für diese oder jene Konfession zu entscheiden. Das ist die rechte Toleranz in religtösen Dingen, die unserem Volke unbedingt erhalten werden muß.— Mit dem Augenblicke aber, da eine Kirche mit dem Anspruche auf absolute Gültigkeit ihrer Form. als die alleinige Inhaberin der Wahrheit und der Mittel und Wege zu ihnen auftritt, wird der Weg der Intoleranz, der Weg der Macht, der Hierarchie, beschritten, derselbe Weg. der in volitischer Hinsicht zum Chauvinismus und Imperialismus führt, ein Weg, der hier wie dort in Zerstörung und Unordnung. Untersochung und Abwürgung der andern, in einem Meere von Elend und Blut endigen muß. Die unreine Verquickung von Weltdingen mit der Religion, der der Zug zum Unendlichen wesenseigen ist, macht die imperialistischen Kämpfe der Konfession so unsäglich bitter und fanatisch, wie keine Kämpfe sonst in der Menschenwelt. Nebenbei bemerkt. gibt es eine politische Schläue, die das wahre Gesicht so harmlos hinter frommen Schleiern verbergen kann, wenn Machtinteressen das zweckmäßig erscheinen lassen, die von Reliaion spricht, wenn es sich um weltliche Kirchenmacht handelt und umgekehrt Ist es nicht ein furchtbares Schicksal für die Menschenwelt, daß die niedrigsten Instinkte vor den Toren zum Allerheiligsten lauern? Uebrigens schlummern diese Gefahren in allen Konfessionen und Weltanschauungen, wenngleich die eine mehr als die andere dazu geneigt sein mag, Mohammedanismus, Katholizismus. Die Geschichte zeigt dann auch, daß ihr bisher keine Kirche entronnen ist. Jnden und Heiden verfolgten die Christen, diese wieder sie und sich selbst; man denke an die Kriege der Hugenotten, Hussiten, Waldenser, an den 30jährigen Krieg. an die Scheiterhaufen der Inquisition, an die Hexenverfolgungen. den Kulturkampf und unsagbares Elend mehr. Selbst ein Calwin ließ einen Andersgläubigen hinrichten; beim Vatikan besteht heute noch eine Kommission, die das Recht für sich in Anspruch nimmt, Andersgläubige aus dieser Welt hinauszuweisen. Im Namen der Religion sind von den Konfessionen die größten Greueltaten und die grausamsten Kriege der Geschichte ausgeführt. Noch heute ist der hierarchische Machthunger nach Maßgabe der Verhältnisse wirksam, und die Möglichkeit ist durchaus nicht unmöglich, daß günstiger Schicksalswind die schlummernden Funken wieder zu lodernden Flammen entfachen kann. Mehr als der harmlose Bürger wähnt, ist hierarchischer Geist am Werke bei dem Versuche, durch ein N.Sch G. die deutsche Volksschule zu verkonfessionieren, nach Organisation, Bildungsinhalt. Geist, Kontrosse und Lehrerbildung. Muß nicht die notwendige Wirkung sein eine prinzivielle Belebung des geistigen Partikularismus, die Schaffung vieler Schularten mit Sonderinteressen durch Zerschlagung setzt
aufwand Verewigung wicklung ei
lon bei erheblichem Kosennotwendige Wirkung wird sein die dor deutschen Versplitterung und die Entnes Geschlechts von beschränkter, engstir
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K[Ooie ton. nen gefordert, Hause ist; erst at. Hier muß
niger Denkungsart, denn der hohe Zug ino Weite, zum Vaterlande abgeht, das nur in Konfessionen und Sonderinteressen, aber nicht deutsch und kontinental denken kann, das Ergebnis wird sein eine Atmosphäre, die den Keim künftiger Bruderkriege in sich trägt. Und solches will man in allem Ernde bei gesundem Verstande durch ein Reicheschulgesetz Wirklichkeit werden lassen? Eine Unmöglichkeit vom nationalen Gesichtspunkte aus, und ein Irr= und Wahnsinn dazu! Das muß verhindert werden unter allem Umständen!
ist ein bedeutsames und gefährliches Zeichen der daß im Mittelpunkt des N.Sch.S. und seiner die konfessionelle Frage steht nach den Sicherungen, die der Staat den Konfessionen zur Wahrung ihrer Belange geben soll. Es werden soviel konfessinelle Rechte und Kontrollmaßnahmen daß der Staat nicht mehr Herr im eigenen H kommt die Konfession und dann der Staat. einmal mit allem Ernste die Frage gestellt werden, welche Garantien denn die Konfessionen dem Staate geben wollen und können, um dem Unfrieden und künftigen Religionskriegen in jeder Gestalt zu steuern; es ist die Frage nach den Garantien der Toleranz in religtös=kirchlichen Dingen. Sie könnten als gegeden erachtet werden in der Willenserklärung der Kirchen, Diener der Religion und nur der Religion zu sein und zu bleiben. Da aber dieser Wille als vom Menschen abgegeben in der Stunde der Versuchung einmal schwach werden kann und einige Konfessionen niemale auf den Anspruch ihrer absoluten Alleingültigkeit verzichten werden, wie der Katholizismus, so ruht diese Garantie auf sehr, sehr schwachen Füßen. Daraus ergibt sich die Pflicht des Staates, rechtzeitig geeignete Präventirmaßregeln zu treffen, um seinen Bestand in der Stunde der Gefahr sichergestellt zu haben. Diese sehe ich außer dem Eide der Priester und Religions= lehrer auf die Verfassung in der Einheitlichkeit der deutschen Bildungsanstalten. speziell der Volksschule als Einheits= und Gemeinschaftsschule, in der Geschlossenheit des deutschen Bildungsgutes und in einem einheitlichen, hochstehenden deutschen Lehrerstande.— Nur dann, wenn ein einheitlicher, geschlossener Bildungsstrom auf das werdende Geschlecht einwirkt, der deutschem Wesen entspricht und deutsches Wesen erzeugt, geht die Entwicklung dem nationalen Ziele entgegen. Darin liegt beschlossen, daß er in peligiöser Hinsicht tief eingetaucht würde in die religiösen Gemeinsamketten, die Menschheitsgut in deutscher Form sind. Und nur insoweit kamen Jerusalem und Rom. Athen und Alexandrien in Frage. Dahin gehört auch. daß die religiösen Bildungswerte der germanischen Frühzeit als aufbauende Kräfte in reichem Maße in den deutschen Bildungsstrom aufgenommen würden, als es bisher geschah. Es gibt solche Gemeinsamkeiten religiöser Bildungswerte für die Erlebnisse inner= und überweltlicher Art, wenngleich sie noch nicht in
der ge
wünschten Form herausgestellt sind. Das wird einmal geschehen; und vielleicht wird damit der Zukunftsweg zur Entfaltung einer Religionsform geschaffen, die weiter und lichter und deutschem Wesen gemäßer ist als alle bestehenden Formen. Ich bin freilich Überzeugt, daß unser Volk sich heute zu dieser reinen idealen Form der Simultanschule noch nicht bekennen wird.— Vom Boden der bestehenden Verhältnisse aus gesehen. besteht aber die Möglichkeit, und so ist auch der Sinn der Reichsverfassung, daß mit der Gründung der einheitlichen deutschen Gemeinschaftsschule als der Realschule der Wag zur nationalen Einheit beschritten werden kann. In diesen Schulen ruhen Unterricht und Erziehung auf den Gesetzen der Wissenschaft wie in den höheren Schulen. Das Nebeneinander der verschiedenen Konsessionen erzieht zur Toleranz wie dort. Den Sonderinteressen der Konfessionen und Weltanschauungsverbänden wird ebensowenig Raum gegeben wie den politischen und wirtschaftlichen Parteien, weder in der Organisation noch in der Kontrolle. Die Wohlfahrt des Vaterlandes ist der oberste Leitstern in allem! Fast analog der Bildung der staatsbürgerlichen Gesinnung in den Bildungsanstalten und der Werbung für politische Parteibekenntnisse außerhalb derselben ist alle Unterrichts= und Erziehungsarbeit in der Gemeinschaftsschule von hohem sittlichem Ernste und religiöser Weihe durchweht; und der besondere Religionsund Konfessionsunterricht wird von Staatslehrern erteilt, die Mitglieder des entsprechenden Bekenntnisses sind und durch die freiwillige Uebernahme der Elternschaft und den Konfessionen die gewünschten und berechtigten Sicherungen geben.— Den Gefahren, daß die religiösen Bildungsgüter, die durchweg vergangenen Kulturepochen angehören, was ihren religiösen und sittlichen Bildungswert durchaus nicht verringern braucht, keine Dissonanz in das Denken bringen und den Zwiespalt zwischen Glauben und Wissen schaffen oder vergrößern, den Gefahren, daß die staatlichen Religionslehrer durch die Sonderart ihrer Konfession die Weite und Weitherzigkeit des Denkens verlieren zum Schaden des jungen Geschlechts, wird dadurch vorgebeugt, daß die Religionslehrer, wie alle deutschen Lehrer, durch gründliches Studium tief eingetaucht werden in den Strom der deutschen Kultur: Hochschulstudium für alle Lehrer, wie es auch sinngemäß von der RV. gefordert wird.
S. o.: Nur so, in einer einheitlichen deutschen Volks. schule, der Gemeinschaftsschule, mit einheitlichem deutschem Bildungsgute, durch einen einheitlichen deutschen Lehrerstand mit Hochschulbildung; unter der absoluten Führung des Staates, kann die Forderung der Stunde und Zukunft erfüllt werden: Die Bildung des deutschen Menschen in der Wesenheit der deutschen Nation.— Es gibt Stunden, die zu den versäumten der Geschichte gehören. Möge die Stunde. in der unser deutsches Volk den endgültigen Charakter seiner Volksschule bestimmt. eine glückliche sein!
A Sport und Spiel
Daubballverbaubsiptel Sg. Bg. Süteroleh I V.s. V. Detmold I. Nach Uüngerer Spielruhe treten auch hier die Handdelkspioler wieder auf den Plan. Gleich das erste Treffen führt die V.f.B.=Handballer mit einem der spielstärsson Gegner des Bezirks zusammen. Die Gütersloher verfügt neven einen dußerst bewoglichen Läuferreihe über einen sehr schnellen, mit vorzüglichen Werfern ausgestatteten Sturm. Die stabile Tordeckung glbt dieser Westfalenolf einen vecht starken Rückhalt. Der morgige Sonntag wird den Beweis führen, ob die lange Spielpause der Detmolder EIs vom Rutzen oder Schaden war. Ein hartnäckiger Kampf um die Punkte iR auf jeden Zeil zu erwarten, so daß wir den Bosuch diesen Spiels allen Freunden des Rosensposts empfehlen Hunen. Das Spiel kommt auf dem Kronenplatz zum Austrag. Anwurf 15½(3½) Uhr nachmittags. Die Leitung liegt in Händen des bewährten ters Herrn Schaket=Bielefeld.
Das große Reitturnier
in der
solenballet
Das Dortmunder Turnier hat sich einen festen Blatz im reiterlichen Leben Deutschlands gesichert und bildet den Abschluß des diesjährigen Turnierbetriebe. E# wird vom 16. bis 23. Oktober vonstatten gehen und wird mit seiner Dotierung mit 50000 GM. an Gelden, 20000 GM. an Reisespesen, und mit seinen
die don Pferden die ketten bieten, wie in deutschen, vor allem der westlichen Turnierreiter= und Reiterinnen, die Fahrer nicht zu vergessen, vereinen
Aus der Reihe der üblichen Konkurrenzen treten die beiden Dressuren der schweren Klasse hervor, de
megeschrie
preisen,
38 turniermäßigen Prüfungen, di# pielfältigsten Ausnutzungemöglichte dem vorigen Jahre die Elite der westlichen Turnierreiter
mit seinen 30 deutschen Trop Zu diesen
don Vorlmuns, der
begehrenswehrtesten
6M. eine der darstellt.
Prüfungen, die sie
nierwelt richten, kommen die Kämpfe—
Reitervereine, die ein Distanzritt von mindestens Kilometern nach Dortmund führt.
an die große Turder ländlichen 200
Hindenburg=Spiele in aller
Heute sei wieder eine Auswahl von Veranstaltungen mitgeteilt, die als Hindenburg=Spiele am 2. Oktober 1927 ebenso wie von den reichsdeutschen Turnund Sportvereinen von den Deutschen des Auslandes veranstaltet werden. Im Bezirk des Generalkonsulats Newyork sind es allein 110 Vereine, die an den Spielen teilnehmen und Bildnisse angefordert haben. Die Deutsche Schule in Rio de Janeito wird ein großes Fest veranstalten, an dem die gesamte deutsche Kolonie teilnehmen wird. Aus Buenos Aires haben sieben deutsche Turn= und Sortvereine mitgeteilt, daß sie sich an den Hindenburg=Spielen beteiligen wollten. Das Generalkonsulat Kobe(Japan) hat, von einem Bildnis abgesehen, um 6 Ehrenurtunden für Wettkämpfe gebeten. Desgleichen planen die deutschen Ko—: und Yokt
lonien Schule die
von Tokio
— Yokohama und die deutsche
ile in Omori bei Tokio Hindenburg=Feiern. Auch Deutsche Schule in Peking plant für ihre Zöglinge eine festliche Veranstaltung. Aus Harbin(Mandschurei) hat das Konsulat telegraphisch mitgeteilt, daß er 3 Ehrenpreise benötige. Der Konsul von Täbris
(Ferser) zont unte den derigen sperthindigen utschen ein Tennisturnier. In Madrid wollen drei Vereine unter Beteiligung der deutschen Kolonie die Spiele durchführen, in Mailand wird die Turnabteilung des Deutschen Hilfsvereins ein Schau= und Wettturnen veranstalten, zu dem ebenfalls alle Mailänder Deutschen besonders eingeladen werden. Aus Bulgarten haben die deutschen Schulen von Barna und Rustschuk, von Sofia, Philoppopel und Burgas um Erinnerungsbilder gebeten. Der einzige deutsche Sportverein Ungarns,„Wacker“ Budapest, veranstaltet ür seine Mitglieder, 211 an der Zahl, eine Reihe Vettkämpfe. Um nun noch näher zu unserer Heimat zu kommen, sei Klagenfurt genannt, in dessen Bezirk 10 durchaus deutschgesinnte kärntnerische Turnvereine Spiele abhalten werden. Sodann das abgetretene Nord=Schleswig, das durch Vermittlung des Konsulates in Apenrade für die Hindenburg=Spiele von 40 Vereinen und Jugendbünden Erinnerungsbilder angefordert hat. Unter den Vereinen und Jugendbünden, die dort oben Spiele feiern werden, befindet sich der Kaufmännische Turnverein Tondern, der Turnverein Hoyer, der Haderslebener Turnerbund in Hadersleben, der Männerturnverein Apenrade, der Deutsche Sportverein Gravenstein und die Turnerschaft Sonderburg 1884 in Sonderburg. In Danzig. dessen Ehrener Hindenburg ja ist, wird der Reichopräsident große Feier von Senats wegen geehrt werle sich auch umfangreiche Sportspiele anllen. Der Senat hat dafür 100 Erinnerungs= ordert. Die Turnvereine
am 2. Oktober vormittags in ge
n durch die Stadt Innsbruck nach dem Berg Isel ziehen, wo eine Huldigungsfeier für den Herrn Reichspräsidenten stattfinden wird. Im Anschluß daran wird eine Huldigungsadresse für den Herrn Reichspräsidenten im Stafettenlaus von Tur
Veranstaltung IsoE
Ortsgruppen der Turner durch Abordnungen vertreten stein werden sich die Ortogr. von Innsbruck bis Kufstein beteiligen, insgesamt 25 Vereine Außerdem veranstaltet der Bund der Reichsdeutschen in Tirol am 2. Oktober abends eine große Festversammlung, an der außer den Reichsdeutschen auch die Spitzen der Behörden. Turnvereine teilnehmen werden
von bür
durch eine den, an d schließen sollen. bilder und Urkunden Tirols werden am schlossenen Reihe
2.
1—
Aus vergangenen Tagen
Von C. Schierenbera., Detmold.
Zur Erinnerung an den 25 Geptember 1871.
Der lippischen Bauern wilde verwegene Jagd.
Die in den Revolutionsstürmen des Jahres 18.18 einberufene Frankfurter Nationalversammlung beschorte nach langen Beratungen dem Deutschen Volke u. a. auch als eine willkommene Errungenschaft die Grundrechte des Deutschen Volke“ Mochten sie auch a Einzelheiten gar zu sehr das Gepräge der sturmbewegten Zeit an sich tragen und vielfach der Gerechtigkeit, der Billigkeit und dem Herkommen zu nahe treten, sie entfernten oder lockerten jedoch die Schranken und Hemmnisse, die bisher der persönlichen Freiheit und Unabhängigkeit im Wege standen. Sie be
gründeten auch die Rechtsgleichheit aller Deutschen uh„Aufhebung ständischer Bevorzugungen, stellten
## freie Vereins= und Versammlungsrecht außer ge und entzogen die Presse jeder unbefugten Ueberwachung. Sie verliehen auch Religions= und Lehrfrei
hett, gewährleisteten Schutz und Eicherheit des Gigenus. sowie Aufhebung und Ablösung ständischer Vorrechte und viele andere willkommene Errungenschaften. Auch die Jugdberechtigung auf fremdem Grund und Boden wurde unentgeltlich aufgehoben. Aber verschiedene Regierungen, die sich wieder stark genug fühlten, verzögerten oder versagten die Annahme und Ein
Urung einzelner Bestimmungen oder Krichen einfach ihnen unbequemen Paragraphen der„Grundrechte“. Das geschah in Lippe in bezug auf die fremden Jagdberechtigungen durch den berüchtigten Kabinettminister Hannibal Fischer, der aber einen zähen, beachtsamen Gegner in dem klugen, weitsichtigen Syndikue Hausmann in Horn sand, welcher ihn in Schrift und Wort unablässig bekämpfte. Hausmann schreckte vor barten Kämpfen nie zurück, er wußte, daß man darauf sich immer bereiten muß, wenn man für Recht und Freiheit streiten will. Er hatte als Verteidiger im Kampfe um das lippische Jagdrecht der Grundbesitzer chon manches obsiegende Urteil erstritten. Hierdurch ermutigt, veranlaßte er schließlich im Jahre 1871 eine Unzahl größerer Landwirte aus der Umgegend von Laae zur Ausülbung der Jagd auf eigenem Grund und Boden. Rach Hausmanns Instruktionen knatierten eines Tages zwischen Lage und Ellernkrug die Gewehre
der Bauern als Jäger auf der Lippischen Bauernjagd. In Detmold, und besonders an Regierungs= und Hofkreisen nahm man die Nachricht von dieser unglaublichen Rebellion mit Erstaunen und Kopfschütteln auf Von den in ihrem vermeintlichen Recht bedrohten Kreisen wurde militärische Hilfe erbeten. Und der damalige Kabinettsminister ging wirklich darauf ein und ließ eine Kompagnie Soldaten nach dem Ellernkruge marschieren mit dem Besehl, nötigenfalls Gewalt gegen die Jagdfrevler anzuwenden. Die bewaffneten Jäger hatten sich inzwischen in den Essernkrug
zurückgezogen. Als der Wirt Sültemeier die geforerte Herausgabe der Gewehre verweigerte und der Hauptmann mit Haussuchung drohte, fragte Sültemeier ganz kaltblüt
meier aa im Besitz
des notwen
a. ob denn der Herr Hauptmann ndigen polizeilichen Haussuchungs
befehls sei. Das war eine dumme, unerwartete Frage, aber der Hauptmann war vernüftig genug, keine Gewalt anzuwenden, sondern eine Ord
„ genug, keine
— anzuwenden, Ordonnanz nach Lage
zu schicken, um von dem zuständigen dortigen Amtmann die Erlaubnis zur Vornahme der Haussuchung zu erbitten. Doch stehe, der Amtmann versagte die Ermächtigung. und als der Bote mit dieser Nachricht zurückkam, blieb nichts anderes übrig, als die in Szene gesetzte Belagerung des Ellernkruges aufzuheden und mit der Kompagnie nach Detmold zurückzumerschieren. Die Bauern, die jetzt herauskamen und sich vor dem Ellernkruge aufstellten, begleiteten den milttärischen Rückzug mit Einzelschüssen und Salvenfeuer aus ihren Jagdgewehren. Die mutigen, unerschrockenen Jäger haben sich dann als Sieger im Kampfe vor dem Ellernkruge photographieren lassen. Die Bilder werden heute noch bei den NNachkommen als denkwürdige Erinnerung an die streitbaren Päter aufbewahrt.
Ee konnte nicht ausbleiden, daß die verwegene Bauernsagd und die Belagerung dee Ellernkruges weit und breit großes Aufsehen erregte, daß die WitzMätter dae Vorkommnis aufgriffen und teilweise In Versen besangen: sogar der Kladderadatsch nahm sich der Sache an. Auf den Jahrmärkten wurde ein Ellernkruglied, das Lied von der lippischen Bauernsagd beim Ellernkruge, Melodie: Wer will unter die Solddaten?. mit der Drehorzel begleitet und von den belustigten Zuhörern mitgesungen.„aus voller Kehl und tiefer Brust“. Als ein Stück sippischer Zeitgeschichte im urwüchsigen, ungeschminkten Volkston mag es einmal wieder ans Licht gezogen werden. Im übrigen
wird. namentlich auch hinsichtlich der Form, um gütige Nachsicht gebeten:
1. Lieden Leute laßt euch sagen,
Was in Detmold ist passiert Generalmarsch ward geblasen,
Oeffentlich, ganz ungeniert! Ach, was lausen die Soldaten,
Als ob’s ging auf Heldentaten! Doch es ist auch nicht zum Lachen,
Wie's die lipp'schen Bauern machen,
„Geh'n mit Knüppeln auf die Jagd, Hab'n die Hasen fortgesagt“.
L. Darum wurde kommandiert:
Sechzig Mann marschieren aus! Und, daß man sie respektieret,
Teilt man auch Patronen aus Jeder Mann kriegt scharfe neun,
Damit soll er schießen drein.
Und damit noch nicht genug.
Ging's im Flug zum Ellernkrug.—
„Wer hat diesen Sums gemacht?“ Einer wohl den andern fragt.
Doch die Jäger waren lange,
Lange schon im Essernkrug:, Und sie waren gar nicht bange Vor dem, was das Schicksal trug.
Jeder kannte den Bescheid:
„Vorsicht— Mutter der Weiohelt!“— Doch als sie sahn nach Detmold rein, Sieh, da blinkts im Sonnenschein: „Täger.“ hieß'o.„die Flinten raus, Sonst durchsuchen wir dies Haus!“ Doch der Wirt im Essernkruge Bracht' die Flinten längst aus Sicht, Und sprach dann als ein ganz Kluger: Haussuchung erlaub ich nicht! Haben Sie.“ sprach Sültemeier,
„Denn bei diesem Abenteuer Auch'n Haussuchungsbesehl?“—
Ei. was war das für ein Wort!—
„Ordonnanz nach Lage fort!"— Ordonnanz blieb schrecklich lange
Mit dem Haussuchungsbefehl,
Denn nach Lage war's im Schwange Eine Stunde ohne Hehl Doch der Amtmann, sonst bescheiden Soate:„Das kann ich nicht leiden, Teile nicht die Vollmacht aus.
Zu durchsuchen jenes Haus.“ n d<space> n u n<space> h i e ß<space> e s:<space>„ A n g e t r e t e n!<space> Richtung Detmold. vorwärte marsch! Dies ist treulich die Geschichte
Von der lipp'schen Bauernsagd,
Von der lipp'schen Bauernsagd, Wahr ist's. was ich Euch berichte. Und kein Wort ist zugemacht.
In dem Fürstentume Lippe Stand schon vieles auf der Kippe, Gab's schon manches Grandmalheur, Vaterland. ws“n du noch mehr?
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