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Gevelsberg

eitung

Amtsblatt der Stadt Gevelsberg.

Gegr. 1878 als Ennepetal=Zeitung.

sse Gevelsberger Zeitung ezugspreis: Ius Haus

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schr###ntionsdruck und Verlag von Phil. Baltin, Gevel

ben Wchriftleitung u. Geschäftsstelle: Gevelsberg, Mittelstr.

i Eernsprecher Nr. 58. Telegramm=Adresse: Zeitung Gev Postschließoch r

heint werktäglich nachmittags. racht monatl. 6.- Mk., durch die Bost (einschl. 1.50 Mk. Zeitungsgehühr). e# maltin, Gevelsberg.

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General=s Anzeiger

Angelgengebühren: Für 1 mm Höhe(36 mm breit) 35 Pfe., “(75 mm breit) 1.50 Mk. einschließlich Anzeigen

im Reklameteil(7. steuer.

Nr. 180

Dienstag, den 2 August 1921.

orest) 1.50 Mk. einschlietzlich Anzeigen­

Beilagengebühr 20 Mark das Tausend. Bei gerichtlscher

Jestreibung kommt jeder Rabatt in Fortfall. Zeit= und Platzvor­schriften werden möglichst berücksichtigt, jedoch ohne Gewähr. Er­füllungsort Geyelsberg. Aus unverlangten Einsendungen erwächs der Schriillitung oder Geschäftsstelle keinerlei Verpflichtung.

4 Jahrgang

Neusses vom Tage.

In Holland konnten wir uns einen weiteren oldkredit eröffnen.

Palnische Strolche treten in Oberschlesien immer ewaltsamer und räuberischer gegen die deutsche Be­ölterung auf.

Eine von Cholera und Hunger andauernd ver­ingerie millionenstarte russische Völkerwanderung pälzt sich auf Moskau.

Auf der Tagung des Verbandsrats am 8. d. M. vill England angeblich die Aufhebung der Gewalt­natznahmen am Rhein beantragen.

Gegen den Mangel an Futtermitteln soll staat­ich durch bessere Verteilung, durch Maislieferung ind Frachtverbilligung geholfen werden.

Auf dem internationalen Gewerkschaftstag in Lille ist es zu einer Abspaltung der Kommu sten tlommen.

Von der[Udslavischen Regierung wird ette völlige Ausrotlung des Kommunismus in Serbien beabsich­g1.

Die Griechen haben ihre Offensive in Anatolien abgebrochen.

Die Kulisse der heiligen Alliance.

Deutschland wird wohl die Zeche zahlen.

London, 1. Aug. Das Abkommen, das zwischen England und Frankreich üder Oberschlesien erzielt worden ist, bedeutet nicht eine Unterstützung der stanzösischen Forderung auf den sofortigen Trans­port von Truppen durch Deutschland. Es handelt sich vielmehr um eine Art von Demonstraften, die den Zweck haben soll, die Einigkeit innerhalb der Enteuse zu illustrieren.

Dieser Demonstration wird die Form gegeden wer­zen, die den Anschein einer gemeinsamen Aktion begünstigt. Die sogenannte gemeinsame Aktion, die rahrscheinsich heute morgen vorgenommen wird, vird darin bestehen, daß der englische Botschafter in erlin sich dem wiederholten Vorgehen seiner fran­ösischen Kollegen anschließen und die deutsche Re­sierung zur Abgabe einer Garantie auffordern vird, dahingehend, daß die beutsche Regierung sich dem Transport vo.l Truppen durch Deutschland icht widersetzen wird,

falls

ine Entsendung von Truppen vom Obersten Rat nschlossen werden sollte Dr. Rosen wird dann ver­nutlich nochmals die Erklärung abgeben, die er in er vorigen Woche schon einmal abgegeben hat, daß deutschland sich dem Beschluß des Odersten Rates uuf Grund des Vertrages von Versailles jügen vird.

England gegen die Sanktionen.

Die Konferenz des Obersten Rates ist, wie be­eits kurz gemeldet wurde, vorläufig auf den S. lugust verschoben worden Lloyd George wird der konserenz an diezem Tage beiwohnen können, wäh­end er am 4. August verhindert war. England oird mit dem Vorschlag hervortreten, die Londoner Sanktionen aufzuheben, deren Aufrechterhaltung is eine große Gefahr s5: dee günstig drurteilte Ka­inelt Wirth angesehen wird. Die englische Re­erung steht im übrigen ganz abgeseden von diesen pportunitätsrücksichten, auf dem Standpunkt, daß iese Aufrechterhatt ung durchaus unberechtigt ist, da deutschland seildem alle Verpflichtungen erfült und iitere Erfüllungen zugssagt hat.

aus Kostellitz und Burochau werden polnische Ban­

denvorstöße gemeldet.

Italien winkt ab

Der römische parlamentarische Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten hat in vertraulicher Sitzung den Außenminister und den italienischen Kommissar in Oberschlesien de Marinis über Ober­schlesien angehört. General de Marinis beantwortele die an ihn gerichteten Fragen an Hand von Karten und wirtschaftlichen Statistiken. Toretta setzte die Motive seiner Politik auseinander und versicherte: Italien habe sich rein reale Ziele gesetzt. Er habe die an Italien gerichtete französische Aufsorderung: neue Truppen nach Oberschlesien zu schicken, für Italien abgelehnt und sich auch der französischen For­derung nicht angeschlossen, um so mehr, als die französtschen Truppen in Oberschlesten bereits in größerer Zahl seien als die englischen und ita­ienischen Truppen zusammen genommen.

Völkerwanderung des Hungers.

Rutzlands Todeskampf.

Aus Moskau wird berichtet, daß sich etwa sechs Millionen Auswanderer aus dem Wolgagebiet auf dem Wege nach Mos­kau befinden. Am 20. Juli erreichte die Menge Tambow. Hunderttausende von hungrigen Men­schen durchbrachen die militärische Kette und began­nen Geschäfte und Magazine zu plündern. Die Pferde der dortigen Feuerwehr und Kavallerie wurden gesangen, geschlachtet und an Ort und Stelle vertilgt. Zuverlässigen Nachrichten zufolge wütet unter der Volkomenge, welche auf Moskau marschiert, die

Cholera.

Die Sterblichkeit ist ungeheuer und erreicht selbst unter dem Sanitätspersonal 95 Prozent. Die Seuche griff bereito auf die Roten Truppen über, die der hungernden Volksmenge entgegenge­sandt sind, um sie aufzuhalten. Viele Rotgardisten gingen zu den Hungernden über.

An den Wegen slegen Leichenhaufen von Hunderten von Kadavein. Beim Verlassen der Dörfer brannten viele Bauern ihre Gebäude nieder. Infolge der Verpflegungsnot herrscht unter der Roten Armee eine erregte Stimmung. Die Kommunisten von Petersburg und Moskau nächtigen in den Ka­sernen. Die Fabriken werden unter der Form von Kartellen an die früheren Besitzer zurückgegeben. Die Petersburger Straßenbahn erhielt die frühere Besitzerin, eine belgische Gesellschaft, zurück.

Polnische Gemeinverbrecher„schützen“ Oberschlesien.

Entgegen dem Säulenanschlag in Oppeln von Seiten der Verbandskommission, in dem verkündet wird, daß die Ruhe im oberschlesischen Abstim­mungsgebiet jetzt im allgemeinen wiederhergestellt ei, stellt das„B. T.“ an Hand von Nachrichten jest, daß besonders in den Landorten des Industrie­gebietes der polnische Schrecken weiter unumschränkt herrscht. Aus den Landorten des Kreises Beuthen werden Mißhandlungen, zahlreiche Verschleppungen und Raubüberfälle auf Deutschgesinnte gemeldet. Die Bemeindewachen, die den polnischen Banden ent­zegentreten sollen, erweisen sich als völlig unzuver­lässig, da sie selbst zum größten Teil aus ehema­ligen Schwerverbrechern bestehen.

In Rosenberg im Kreise Beuthen versuchten in der Nacht zum 30. Juli stärkere polnische Banden nach heftigem Maschinengewehrfeuer einzudringen. Der Abstimmungspolizei gelang es, die Banditen kach längerem Feuergefecht zu verrreiben. Auch

Die Rot der Wolgadeutschen.

Sie wollen nach Deutschland frausportiert werden.

Ein im Berliner dolschewistischen Blatt„Nowy Mir“ veröffentlichten Bericht über die Lage in den Hungergebieten zeigt deutlich, daß die Katastrophe ihren unaufhaltsamen Gang nimmt. Was uns Deutsche aber besonders schmerzlich berührt, ist die aus dem Bericht hervorgehende Tatsache, daß grade die Deutschen Wolga=Kolonien zu den am schwersten betroffenen Gebieten zählen. Das unter den Wolga­deutschen herrschende Elend ist herzzerreißend. In fast drei Vierteln des von ihnen bewohnten Gebietes hat die Ernte nicht mehr als 5 Pud— 16,38 Kilogramm Korn pro Desjatine(= 1,09 Hektat) ergeben. Von 100 Deutschen sind 90 durch Hunger und Entbehrun­

gen am Ende ihrer Kräfte. Die Sterdlichkeit ist dem Bericht zufolge ungeheuer. Weiter heißt es:„Die Wolgadeutschen verlassen ihre angestammten Sitze und begeden sich auf die Suche nach Brot. In Mos­kau ist ein ganzer Zug dieser Deutschen eingetroffen, die ihren Abtransport nach Deutschland verlangen.“

Soll dieser Ruf ungehört verhallen? Das durch den Versailler Raubvertrag an jeder freien Bewe­gungsmöglichkeit gehemmte Deutschland ist heute nicht imstande, dem russischen Volke in seiner Not tatkräf­tige Hilfe zu leisten. Heilige Pflicht aber ist es, den schon auf halbem Wege nach Deutschland befindlichen Landsleuten die schleunige Weiterreise zu ermöglichen. und wir erwarten von der Reichsregierung, daß sie unverzüglich Maßnahmen ergreift, um die aus dem Hungergebiet nach Moskau entkommenen Deutschen nach Deutschland zu schaffen.

„Tierisch im gröbsten Sinne.“

Englisches Urteil über unsere fardigen Der nach dem Rheinland entsandte Kriegskorre­sponden des„Mauchaster Cwardien“ schildert sutt

seine Eindrücke über die Zustände im besetzten Ge­biet. Sein Urteil über die fordigen Truppen unter­schreibt alles das, worüber seit Monaten in dieser Richtung von der deutschen Presse Klage geführt wird. Es heißt da:

Man braucht nur einmal zufällig nach Mainz oder nach Wiesbaden zu gehen, und

man versteht die Stimmung im Beite.

ja sympathisiert mit ihr. Welche Gründe auch immer, wirtschaftliche oder sonstige, die Heranziehung afrika­nischer Truppen bestimmt haben mögen— diese Gründe hälten nicht ausschlaggebend sein dürfen gegeniüber den unausbleiblichen Folgen, die der Ge­brauch schwarzer Truppen haben muß. Es ist wahr, daß es sich nicht um Negertruppen handelt (das stimmt nur zum Teil), sondern um Nordafri­kaner, die ein gewisses Minimum von Kultur haben. Soweit ich es habe feststellen können, werden sie auch nicht zwangsweise einquartiert, aber es macht wenig Unterschied, ob ihre Farbe ebenholzschwarz oder Milch und Kaffee ist und od sie in so nahe Berührung mit der Bevölkerung gebracht werden, daß sie in ihre Häuser kommen. Selbst wenn sie harmlos wären — und ungeachtet unvermeidlicher Uebertreibung und vieler Propaganda gibt es überreichliche und

unbestreitbare Beweise für schlechtes Betragen, das tierisch im gröbsten Sinne ist,— ihr bloßer An­blick in den Straßen und den Eisenbahnstationen bil­det eine Beleidigung und Erniedrigung selbst für den fremden Besucher.

Des deutschen Volkes größtes Unglück.

Das sind die inneren Gegensätze, die einem zeh­renden Feuer gleich in ihm leben, ist der unselige Haderdeist, der es innen= und außenpolitisch nicht nur einmal im Laufe seiner Geschichte um die Früchte seiner Tüchtigkeit gebracht hat. In den To­gen von Weimar schien es, als sollte endlich die Lehre aus dieser bitteren geschichtlichen Wahrheit gezogen werden: in der Verfassung vom 11. August 1919 wurden die Grundlagen für den einheitlichen sozta­len und politischen Aufbau des neuen Reiches geschaf­fen. Die Einheitlichkeit im Reiche wurde auch für olche Dinge verfassungsgemäß festgelegt, die bis da­hin nur Sache der Länder gewesen waren(u. a. d. Eisenbahnen).

Dem in solcher Weise einheitlich aufgedauten Reich hätte man nun auch die Voraussetzung für eine einheitliche Geisteprichtung im Volke geben sol­len. Bewußt und planmäßig kann diese Einheitlich­keit— die wichtigste für unsre Zukunst— nur durch die Arbeit und durch den Aufbau der deutschen Schule erreicht werden. Leider hat man in der deutschen Nationalversammlung diese Einsicht dem Parteiinteresse geopfert, denn die Schulartikel der Reichsverfassung— ein Niederschlag des Kuhhan­dels zwischen Sozialdemokratie und Zentrum— ste­hen in wesentlichen Stücken in offenem Widerspruch hierzu. Die Einheit der deutschen Schule und vamit die Einheitlichkeit des deutschen Volkes, das durch diese Schule geht, wird durch die Bestimmungen der Reichsverfassung in Art. 146,2 geradezu verhindert. Es ist Arbeil gegen die Volkseinheit, die hier getrie­den wird. Der Entwurf des Reichsschulgesetzes zur Ausführung von Art. 146,2 zeigt das in jeder Zeile.

In Bekermtnis= und Weltanschauungsschulen, in Gemeinschafts= und weltlichen Schulen soll die deutsche Jugend in Zukunft unterrichtet werden. So wird der Kampf um die Form der Schule in jede Stadt, in jedes deutsche Dorf und in jede Familie hinein getragen. Und die Jugend, die ein Bedü inis nach Sonderung doch wahrlich nicht kennt, wird von allem Ansang an getrennt, und— die po tischen Nutznießer der Volkszerklüftung wollen es so,— ge­geneinander eingestellt. Was die Verfassung i. dem unglücklichen Art. 146,2, durch den die Schul der Volksmassen den wirklichen oder vermeintlichen Be­dürfnissen der Politik von damals geopfert wurde, nur ahnen ließ, nach dem Entwurf zum Reichsschul­gesetz soll es in schlimnester Form Wirklichkeit wer­den.

Aeußerlich ist die Reichseinheit durch das Ver­fassungswerk von Weimar begründet. Der Reichs­schulgesetzentwurf aber sorgt dafütr, daß im Innern der Geist der Zwietracht schon in die zarte Jugend der Volksmasse— für die höhere Schule gilt der Entwurf bezeichnenderweise nicht— gepflanzt wird Zur inneren Geschlossenheit im Voike, zur Grundlage der äußeren Freiheit des Reiches gibt es uin einen Weg: Der führi durch die einheitliche deutsche Schuie. Der Reichsschulgesetz=Entwurf verdaut diesen Weg. Er darf daher, so klingt es in diesen Tagen aus Tau­senden von Kundgebungen im deutschen Reich, er darf nun und nimmer Gesetz im neuen Deutschland

Das knappe Viehfutter.

Im Reichsministerium für Ernährung und Land­wirtschaft fanden Samstag unter Vorsitz des Staat­sekretärs Dr. Huber Beratungen über Maßnahmen zur Bekämpfung der infolge der Dürre entstandenen Futtermittelnot statt. Der Vorsitzende betonte einlei­tend, daß nach den aus den verschiedenen Reichsstel­en vorliegenden Nachrichten von einer

Gefährdung der Ernie im allgemeinen nicht gesprochen

werden könne, daß aber in einzelnen Gedieten der Reiches die Rauhfutter= und Futterpflanzenernte unter der Dürre außerordentlich gelitten habe. Sowohl von den Vertretern der Landesregierungen als aum von den Vertretern der landwirtschaftlichen Organisationen wurde besonders Gewicht darauf gelegt, daß jene Notstandsgebiete, die ganz besonders unter der Dürre zu leiden haben, bei der

Belieferung mit Tauschmals zeitlich vorzugsweise berücksichtigt würden. Die gerin­gen Bestände an Kraftfuttermitteln, die sich noch im Besitz des Reichs befinden, namentlich Kleie und Ger­stenfutler, sollen nach Maßgabe des Rinderstandes, jedoch unter Berücksichtigung der besonderen Notlage einzelner Reichsteile, den Ländern zur Verfügung ge­stellt werden. Die Vertreter der Landwirtschaft gaben einstimmig dem Wunsche Ausdruck, daß die im Jun zugelassene teilweise Ausfuhr von Oelkuchen aus aus­ländischen Saaten im Hinblick auf die in den letzten Wochen eingetretene Futternot baldigst gesperrt werde. Zum mindesten müsse diese Regelung einer sofortigen Nachprüfung unterzogen werden. Um wie bisher den Viehhaltern zu ermöglichen, sich die Fut¬­ter= und Streuvorräte der öffentlichen und privaten Waldungen wie in den Kriegsjahren zunuße zu machen, soll die Bekanntmachung über

Streu=, Heide= und Weldenntzung vom 13. April 1916 aufrechterhalten bleiben, wonach die Besitzer von Forsten und anderen nicht landwirt­schaftlich genutzten Grundstücken auf Anordnung der höheren Verwaltungsbehörde auf Anordnung der höheren Verwaltungsbehörde verpflichtet sind, die Werbung von Futter= und Streumaterial jeder Art und das Weiden von Vieh zu gestatten.

Als besonders wirksames Mittel zu einer baldigen besseren Futterversorgung der Viehhaltungen der ge­fährdeten Gebiete wurde von den Vertretern der Lan­desregierungen in voller Uebereinstimmung mit Landwirtschaft und dem Futtermittelhandel die Einführung von Notstandslarifen für Futter= und Streumittel bezeichnet. Von der Re­gierung wurde die unverzügliche Entscheidung über die einzelnen Aniräge und Wünsche zugesagt.

Aus dem Reiche.

Reichskredit für die Waren-Versorgungstelle deutscher Gewerkschaften.

Das Reichsarbeitsministerium hatte der Waren­Versorgungstelle deutscher Gewerkschaften aus Mit­teln der produktiven Erwerbslosenfürsorge einen Reichskredit von 25 Millionen Mark gewährt um hierdurch auf der einen Seite die Arbeitslosigkeit in der Industrie zu bekämpfen, und andererse ts die Versorgung von Mitgliedern der Gewerkschaften mit Bekleidungsgegenständen zu möglichst niedrigen Preisen zu fördern. Die Reichsregierung plant jetzt die Erhöhung des bisher gewährten Kredites um eine sehr erhebliche Summe, wie es heißt, auf etwa 50 Millionen Mark, um es der Warenversorgung­telle deutscher Gewerkschaften zu ermöglichen, etwa 1000 Filialen im Reich einzurichten.

Niederländisches Gold.

Die Reichsbank teilt mit daß sie sich durch Ver­mitttung des Hauses Mendelssohn u. Co. in Am­sterdam einen zerneren Kredit von 50 Millionen Goldmark beschaffte. Die Gesamtsumme der durch Mendelssohn u. Co. beschafften Kredite erhöht sich damit auf 250 Millionen Goldmark.

Ein Pascha am Rhein.

In Mainz traf dieser Tage, von dem Vertreter des französischen Generals Degoutte feierlich empfan­gen, an Bord eines Schiffes der alltierten Rhein­flottille der Pascha von Tanger ein. Dieser fardige Franzose konnte das stolze und schmeichelhafte Ge­fühl haben, als Bundesgenosse des siegreichen Frank­reichs auf dem Boden Deutschlands zu weilen und dort seine in französischen Unisormen steckenden ma­rokkanischen Landsleute in festlicher Parade on sich vorbeistolzieren zu lassen.„Marokko als Herr im europäischen Deutschland" durfte sich der eise Pascha schmeicheln. Die deutsche Bevölkerung fragt sich aber,