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3. Thlr. Sgr. Pf.

ochenblatt für die Kreise Prilon, Büren, Stadt u. Amt Rüthen.

110.38.

Sonnabend, 20. August 1853.

Erscheint am Montag, Mitwoch u. Sonnabend und kostet in Brilon bei der Expedition 23 Sgr., durch die Post begz#gen, portofrei, 27½ Sgr. halbjährlich.

Inserate und Bekanntmachungen kosten erstere 6 Pf., letztere 1 Sgr. die dreispaltige Petitzeile oder deren Raum.— Briefe und Gelder wer­den franco erbeten.

Politische Ueuigkeiten.

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Berlin, 13. Aug. Das hiesige, der katholischen Gemeinde gehörige Krankenhaus gehört zu den besten Anstalten dieser Art. Weniger bekannt aber dürfte es in weiteren Kreisen sein, daß die­ses Krankenhaus auch Evangelischen und Juden geöffnet ist. Es ist sogar sehr häufig und im Augenblick wieder der Fall, daß mehr Evangelische als Katholiken die Pflege der Anstalt genießen.

In der Rheinprovinz sind im Augenblick 40 evangelische Ge­meinden in der Bildung begriffen.

Berlin, 13. Aug. Sicherem Vernehmen nach, schreibt das heutige„C. B.=, ist heute hier die Nachricht eingetroffen, daß die Angelegenheit der gemischten Ehen eine alle Theile befriedigende Lösung zu erwarten hat. Papst Pius IX. soll die Zerwürfnisse

erwogen haben, welche aus einer weiteren Entwickelung des neu angefachtey Streites hervorgehen müßten und sich bereit erklärt haben, die Aufrechthaltung des confessionellen Friedens im Sinn unserer Regierung zu fördern.

Berkin, 13. Aug. Einer Entscheidung des Ober=Tribunaks zufokge kön­nen Schul=Secietiten oder Schulgemeinden, sobald sie durch die Staatsbe­hörde für den öffentlichen Elementar=Unterricht eingerichtet und mit einem Schu'vorstande versehen sind, Anspruch auf die Rechte einer Corporation ma­chen. In anderen Fällen steht den Elementarschulen diese Eigenschaft nicht zu.

Berlin, 14. Aug. Außer den als Gäste Sr. Maj. des Königs zu den Herbst=Mauövern eintreffenden österreichischen Officieren werden auch engli­che, französische, schwedische und spanische Officiere, auch mehrere aus deut­schen Staaten, den Truppen=Uebnugen beiwohnen.

Berlin, 15. Aug. Um Fälschung der bald in Cours kom­menren neuen Kassenanweisungen noch mehr als bei dem bisheri­gen Papiergeld zu verhüten, erhält jeder neue Schein eine eigene Nummer, und soll ein solcher, sobald er in schmutzigem oder zer­rissenem Zustand irgend einer Behörde vorkommt, zurückgehalten und gegen einen neuen umgetauscht werden, was dann in dem Buch, in welchem das Folium für den umzutauschenden Schein ist, vermerkt werden soll.

Berlin, 15. Aug. Man weiß hier bereits, daß der Kürst der Walachei dem Abberufungs=Befehle der Psorte nicht Folge leisten wird.

— Der Napoleons=Tag ist heute hier in der St. Hedwigs=Kirche gefeiert worden.

Elbing, 14. Aug. Herr Eichmann selbst hat es unumwunden anerkannt, daß Philipps in der ganzen, nunmehr beendigten, Angelegenheit sich wie ein Ehrenmann benommen habe. Vorgestern haben die Stadt=Verordneten mit 42 gegen 12 Stimmen(17 gConservativen waren anwesent) die von Phil­lipps selbst beantragte Pensionirung vom 1. Sept. ab beschlossen. Gestern ist der Magistrat diesem Beschlusse beigetreten. Zugleich hat derselbe in den herzlichsten Worten seinen Schmerz über den, Manchen doch noch unerwar­tet gewesenen, Verlust des Mannes ausgesprochen.

Breslau, 13. Aug. Heute veröffentlicht der Ober=Präsident von Schle­sien, Frhr. v. Schleinitz, die officielle Bekanntmachung des Fest=Comite's für die Einweihungsfeier des Blücher=Denkmals bei Krieblowitz.

Erfurt, 11. Aug. Gestern Abend ist der Mörder des jungen Krackrügge an das hiesige Untersuchungsgericht abgeliefert worden. Die nächsten Assisen werden wahrscheinlich schon den Verbrecher abzuurtheilen haben. Die Aufregung unserer Bevölkerung gegen den Mörder ist gränzenlos.

Weimar, 14. Aug. Geireu den Bestimmungen unserer Verfassung, hat unser neuer Landesfürst bereits den Befehl zur Einberufung eines außeror­deutlichen Landtages gegeben, um in die Hände dessen Vorstandes ubei fürst­lichen Worten und Ehrenn die schriftliche Versicherung niederzulegen, die

Verfassung nach ihrem ganzen Inhalte zu beobachten, aufrecht zu erhalten und zu schützen.

Kassel, 13. Aug. Die erste Ständekammer hat, wie man aus sicherer Quelle vernimmt, in einer gestrigen vertraulichen Sitzung endlich ihre Zu­stimmung zu dem oft besprochenen Anlehen von 1,200,000 Thlrn. in dersel­ben Weise gegeben, wie solches von Seiten der zweiten Kammer geschehen ist. Am Schlusse einer heutigen vertraulichen Sitzung der ersten Ständekammer hat der Minister=Präsident Hasseupflug kraft allerhöchsten landesherrlichen Auf­trages die Vertagung derselben ausgesprochen.

Hamburg, 11. Aug. Am nächsten Montag, als am Geburtstag Napo­leons III. findet in der hiesigen katholischen Kirche ein feierlicher Gottesdienst nebst Tedeum wie im vorigen Jahre statt.

aus dem Holsteinischen, 12. Aug. Erst in den letzten Tagen ist vom Ministerium für das Herzogthum Schleswig verfügt worden, daß das deutsche Seminar in Tondern aufgehoben, und an dessen Statt ein dänisches errichtet werden soll.

Darmstadt, 10. Aug. Die katholisch=theologische Facultät der Landes­Universität ist der factischen Auflösung nahe.

Aus dem Großherzogthum Hessen, 11. Aug. So eben lassen die katholischen Pfarrer unseres Landes unter den katholischen Elementar=Lehrern ein Schreiben des hochwürdigsten Ordinariats cirkuliren, worin denselben er­öffnet wird, daß vom 3. bis 10. October im Seminarium zu Mainz für die katholischen Lehrer des Bisthums Mainz geistliche Exercitien abgehalten wer­den sollen.

12. Aug. Die„Badische Landes­

Zig.n berichtet:„Wie wir so eben aus zuverlässiger Quelle erfah­ren, ist an sämmtliche katholische Geistliche des Großherzogthums von Seiten des Ordinariats die Weisung ergangen,

den zur Feier des allerhöchsten Geburtsfestes unseres durchlauchtigsten Regenten allerorts stattfindenden Festessen nicht zu betheiligen; deßhalb, weil dieser hohe Geburtstag auf einen Frei­tag falle und an einem selchen Tage kein katholischer Geistlicher Bash gauichzen Buste. 8 64

Wien, 11. Aug. Durch die Besetzung der Douau=Fürstenthümer mit rus­sischen Truppen ist in Oesterreich die ohnedies schon sehr drückende Theuerung der Lebensmittel noch mehr erhöht worden. Namentlich ist das Fleisch theu­rer geworden, da Oesterreich sonst bedeutende Viehherden aus der Moldau und Walachei bezogen hat, während jetzt die Russen es sich bei den vollen Fleischtöpfen gut sein lassen.

Wien, 13. Aug. Wir erfahren aus Belgrad, daß die russische Partei in Serbien immer mehr an Boden und Einfluß gewinnt, und Das, was sie unter Garaschinin nothgedruugen versäumte, jetzt doppelt einzuholen sucht. Des Fürsten Stellung ist bei der jetzigen Lage der Dinge keineswegs eine be­hagliche, und es wird vielseitig von dessen Abdankung gesprochen, wiewohl man überzeugt ist, daß er sich nur höchst unfreiwillig der Regierung begeben würde. Bezeichnend für die Stellung ist, daß, wie erzählt wird, der Vor­

sitzende des Rathes dem Fürsten Alexander das Anerbieten stellte, unter An­derm auch eine Deputation an den Czaaren abzusenden, um sich seines Wohl­wollens(welches die jetzige Reeierung bekanntlich nicht besitzt) wieder zu ver­sichern. Der Fürst wies jedoch dieses Ansinnen zurück. Die Regierung hat verfügt, daß sämmtliche Geschütze(mit Ausnahme von 4), aller Kriegsbedarf