machen.“— Die Vorträge sind demnach aufs Wärmst­

Die commisarische Verwaltung der Kögiglichen Steuerkasse hier ist für die am 1. d. Mts. begonnene der Beurlaubung des Kgl. Rentmeisters Rech­

nungsrath Köster dem Regierungs=Supernumerar

Der Vergisch Märkische Bahnhof dahier soll, die„Rh. W. 8.“ hört, überdacht werden und zwar mit der von dem früheren Personenbahnhof zu

Düsseldorf herrührenden Perron Bedachung. Diese

Verbesserung auf unserem bisher gänzlich dem Winu und Wetter preisgegebenen Bahnsteig würde gewiß mit Freuden begrüßt werden.

h Stadttheater. Mit der am Freitag Abend gegebenen ersten Vorstellung hat sich die Künstlerschaar des Herrn Direktors v. Weber recht vortheilhaft ein­geführt. Gegeben wurde Novitäten von Moser und Misch:„Fräulein Frau“ und von Kadelburg:„In Civil.“ Der Zuhöcerraun war gut besetzt. Und das dürfte wohl sestst hen, daß keiner der Anwesenden das Theaterlokal unbefriedigt verlassen hat. Der erstge­nannte Schwank, aus dem licht und schattenreichen Leben der modernen Großstadt geschöpft, führt uns mit Scherz und Ernst aus allerlei Wirrnissen zu reinen lichten Höhen. Die Besetzung der einzelnen Rollen war eine ganz vortreffliche. Von den uns aus früheren Jahren her bekannten Damen und Herren waren wieder in erster Linie die Herren Schneidr und Fichtler, Frl. Selden, Frl. Gersy u. A. wohl auf ihrem Platze, und die übrigen neuenga zirten Kräfte: Frl. Greandjean, Frau Schwemer Ziegler und Herr v. Bastineller vervollständigen das Ensemble auf das Beste. Die nächste Vorstellung findet am Mitt­

woch den 12. d. Mis. statt.

9 Kleine Chrouik. Ein mysteriöses Quartett war es, das zu mitternächtlicher Stunde unlängst auf der Hermannshöhe sein Weien trieb. In die Töne des Gesanges mischien sich mehr schauerlich als angenehm die Klänge, welche ein Hornbläser sei­nem Instrumente entlockte. Keiner der Anwohnenden wußte, wem diese eigenartige Ovation gelten sollte; ebenso wenig hatte man eine Ahnung davon, wer die Sänger seien. Obschon es es nicht regnete, hielt doch jeder der Künstler einen Regenschirm dicht über seinem Haupte, offenbar um nicht erkannt zu werden. Ungestört und heimlich, wie das Quartett auf der Bildfläche er­schienen war, entschwand dasselbe nach geschehener musikalischer Leistung wieder; wohin, ist heute noch sein Geheimniß.— Auf der Adolfstraße brach am Samstag die Achse eines Flaschendier­wagens. Derselbe stürzte in Folge dessen um und von den Fla­schen blieb nicht eine einzige ganz.— Der zur Speirung der Bismarckstraße auf der Rheinischen Straße angebracht gewesene Pallisaden=Zaun ist am Samstag im Auftrage der Stadtpolizei­verwaltung beseitigt worden. Gleichzeitig sind auch die Tafeln mit der Inschrist„Gesperrt“ von dem oberen Theil der Bis­marckstraße verschwunden.

Aus den Vereinen.

Der liberale Bürger=Verein des 4. und 7. Stadtbezirks hatte am Samstag Abend im Reeseschen Lokale eine gut besuchte Monatsversamm­lung. Aus den gefaßten Beschlüssen ist mitzutheilen, daß für das aus dem Vereinsbezirk verziehende, um den Verein sehr verdiente Mitglied Herrn Flasche Herr Heinr. Höppner als Kassirer gewählt wurde. In Weiteren berieth der Verein über die in diesem Jahre zu veranstaltende Weihnachtsfeier. Beschlossen wurde, für die Kinder der Mitglieder eine entsprechende Weitnachtsbescheerung zu arrangiren. Die Vorbe­reitungen sind dem Vorstande übertragen. In Be­treff des in Aussicht genommenen Familienfestes mehrerer liberaler Vereine wurde bekannt gegeben, daß das Fest schwerlich in diesem Winter stattfinden könne, da der Saal im evangelischen Vereinshause bis Weihnachten schon für jeden Sonntag vergeben sei. Zudem hätten je auch die meisten— wenn nicht alle— Vereine ihre besonderen Festlichkeiten resp. Ausflüge in diesem Sommer abgehalten. Die nächste— im Lokale des Herrn Schmalhorst(Wiemel= hauserstr.) stattfindende— Versammlung wird eine außerordentliche General=Versammlung sein, und sollen in derselben sehr wichtige Anträge zur Berathung ge­stellt werden. Gemeinsame Gesänge und Vorträge bildeten den Beschluß des Abends.

Das 8. Stiftungsfest unseres evangeli­schen Arbeiter=Vereins, das gestern unter zahlreicher Betheiligung der Mitglieder und Freunde des Vereins im evangelischen Vereinshause gefeiert wurde, hat einen schönen und erhebenden Verlauf ge­nommen. Die weiten Räume des Vereinshauses woren bis auf den letzten Platz besetzt. Die begeisterten

von nah und fern wohlgeordnet zusammengestell sinden wenn wir, wie es wohl bei vielen geschieht, es gespannt erwarten und mit Hast danach gre fen, dann denken wir bei dem Vergnügen, welches uns die Lektüre bereitet, nur selten an di Mühsil der Herst=llung, und noch weniger empfinden wir das Gefühl des Dankes für die Männer, die in anstrengender, die Nerven erregn der Aebeit all dn Stoff zufammentrogen und in fiegen­der Eile sichten und ordnen. Wie viel Klugheit, wie viel Ausdauer und Emsigkeit gehört nicht dazu, um hier und dort Neues zu erfahren, wie anstellig, gesellig wie vorsichtig und besonnen muß der nicht sein, der einen verschloss nen Menschen dazu bringen will, den Mund zu öffnen und ihm Interessontes mitzutheilen; wie viel Geist und Laune braucht man nur, um den einfachen Stoff zu würzin und ihn dem Geschmack des Lesers angenehm zu machen; und da gilt es, so viele Klippen zu vermeid n! Die Hüter des Gesetzes lugen mit scharfem Auge, ob nicht irgend eine Notiz das Maß des Erlaubten üb rschreitet, oder sie gehen den Spuren nach, auf welchem Wege diese Nachricht in die Spalten des Blattes gedrungen ist, und vollens, wenn irgend einer aus der Masse durch eine Meldung verlitzt ist, oder sich verletzt glaubt, wenn in der Hast der Geschäfte eine Nedewendung zu scharf geworden ist, wie viele wetzen da die Zähne, um an dem Rufe des Mannes zu nagen. Die Presse ist, wie man sagt, die sechste Großmacht, aber ihre Vertreter, so sehr sie auch das öffentliche Urtheil bestimmen, haben mit dem öffent­lichen Vorurtheil schwer zu kämpfen und entgehen zu­dem auch bei dem redlichsten Willen, Recht und Gesetz in Ehren zu helten, nicht der Gefahr, das Maß zu überschreiten und harte, bitter empfundene Strafen an ihrem Gute oder gar an ihrer Freiheit zu erdulden.“

Oumoristisches.]„Anhaltend.“ Verehrtes Fräu­lein, Sie müssen es doch schon selbst errathen haben, daß ich Sie glühend liebe.— Beweisen Sie mir erst, daß Ihre Reigung an­haltend ist.— Aus der Geschichtsstunde. Lehrer: Warum erhoben sich die Deutschen gegen Varus?— Schüler: Er ließ sie hinrichten mit dem Beil, und das waren sie nicht gewohnt.— Armer Mann. Warum macht denn der Sepp immer so a traurig's G'sicht?— Ja, mit dem is' traurig! Der weitz net, wie viel Kinder er hat. Elf sind's, und bis fünf kann er blos zählen

Worte der Herren Festredner— nawentlich der Herren Pfarrer Wächter aus Borbeck und Augener aus Königssteele und des Hrn. Verbands=Agenten Fischer aus Gelsenkirchen— machten einen tiefen Eindruck und riefen stürmischen Beifall hervor; ebenso die herrlichen Ge­sänge der gemischten Chöre des evangelischen Arbeiter­Vereins und des evangelischen Jünglings= und Männer. Vereins. Mehrere gestellte lebende Bilder botem dem Auge eine willkommene Abwechselung.

Xc Gerthe, 8. Okt. Bei der Neuwahl des Vor­standes des hiesigen Gesangvereins„Einig­keit“ wurde der frühere Präses Herr W. Knehls­hammer einstimmig wiedergewählt. Die Zahl der activen Mitglieder beträgt z. Z. 28.

Uemmingen, 6. Oct. Der Blitz, der vor einiger Zeit in die Kirche unseres ehemaligen altehrwürdigen Gotteshauses eingeschlagen hat, ist dabei noch gnädig verfahren, da er nur den Thurm beschädigte. Zwei gleich­follsdem gänzlichen Verfall preisgegebene Kirchen er­blicken wr noch in Linden und Weitmar. Am letzteren Orte hat vor einiger Zeit ein Düsseldorfer Maler dieses Metiv sammt der epheunmrankten Schloßseite des Hauses Weitmar aufgenommen, vielleicht wird die Kunst auch das Uem einger Idyll, sammt dem angrenzenden Pastorat auf die Leinwand zaubern.

Laer, 7. Okt. Auf noch unaufgeklärte Weise ist ein hiesiger Schuhmacher zu Tode gekommen. Der­selbe hatte am Dienstag einer Hochzeit beigewohnt und war seitdem nicht mehr gesehen worden. Heute fand man seine Leiche in einem Wassergraben. Ein Verbrechen ist nicht ausgeschlossen.(Ess. Bztg.)

2 Herne, 9. Okt. Zu der gestern stattgehabten Gemeinderathswahl der 3. Abtheilung waren als Candidaten aufgestellt: Von den Ultramontanen Schuhmachermeister Fritz Bromen, von den National­liberalen Fuhrunternehmer L. Bößer sowie Schreiner­meister Georg Beuhoff und von den Sozialdemokraten Bergmann Wilde. Es erhielten Stimmen die Herren Bößer 409, Bromen 377, Wilde 166 und Veuhoff 28. 6 Stimmen zersplitterten sich. Da eine absolute Majorität nicht voohanden ist, so hat eine Stichwahl zwischen den Herren Bößer und Bromen stattzufinden. Der Termin zu dieser Wahl ist noch nicht festgesetzt. X Bövinghausen, 8. Okt. Auf der durch unsere Gemeinde von Zeche„Lothringen" nach Merklinde führenden Transportbahn hätte leicht ein größeres Unglück passiren können, indem eine auf dieser Strecke befindliche Weiche von unberufener Hand ver­kehrt gestellt worden war. Zufällig bemerkte es der Maschinist früh genug, welcher auch bei näherer Untersuchung fand, daß ein Stein zwischen die Weichen­zungen geklemmt war. Ob man es hier mit einer böswilligen Handlung zu thun hat, hat sich noch nicht feststellen lassen.

* Wanne, 8. Okt. Die wegen der Choleragefahr Ende August l. J. auf dem hiesigen Bahnhof ein­gerichtete Untersuchungsstation ist mit dem heutigen Tage aufgehoben worden.

Gelsenkirchen, 7. Okt. Aus Dar=es=Salaam ist seinen Angehörigen erst jetzt die Kunde vom Tode eines im dortigen Krankenhause am 8. Mai d. I. verstorbenen deutschen Reisenden, des Regierungs­Bauführers Hermann Nienhausen aus Rott­hausen bei Gelsenkirchen, zugegangen. Nienhausen, der im Alter von 45 Jahren stand und schon seit langer Zeit den Staatsdienst verlassen, hatte im No­vember v. J. mit einem befreundeten Trappistenpater eine Reise nach Südafrika angetreten. Auf der Rück­reise, die er allein ausführte, kam er fieberkrank nach Dar=es=Salaam, wo er dann starb. Es ist auffallend, daß die amtliche Nachricht von dem Tode erst nach fast fünf Monaten eingelaufen ist.

Hattingen, 6. Okt. Die Masern grassiren gegenwärtig in unserer Stadt und Umgegend und sind viele Kinder an denselben erkrankt. Zum Glück treten sie aber in leichter Weise auf.

Gladbeck, 7. Okt. Die Zeche„Graf Moltke“, welche über ein Jahr wegen Ersaufens darniederlag, ist nunmehr wieder im flotten Betriebe. Die Beleg= schaft ist vervollständigt und zählt wieder über 1000 Mann, mit einer täglichen Förderung von 20 000 Centnern.

Wesel, 6. Okt Die Eheleute Rentner Jakob Ridder feiern am nächsten Dienstag ihre diaman­tene Hochzeit. Sie degehen diesen seltenen Ge­denktag, nachdem der Jubilar von langwieriger Krank­heit glücklich genesen ist, mit körperlicher und geistiger Frische.

M.=Gladbach, 5. Okt. An einem Eisenbahnüber­gang kroch heute Morgen ein Lehrling unter der ge­schlossenen Schranke her, um den Uebergang zu über­schreiten; er wurde von einer im gleichen Augenblick herankommenden Maschine ersaßt und an beiden Beinen schwer verletzt. Der Lehrling ist 15 Jahre alt und stammt aus Westfalen.

Bonn, 6. Okt. Von einem verunglückten Königs­vogelschießen wird die folgende Geschichte erzählt, die sich nach der„K. Vztg.“ in einem benachbarten Orte zugetragen haben soll. Eifrig hatten sich die von Nah und Fern eingeladenen Schützen bemüht, den Königs­vogel von seinem erhabenen Standpunkt herunterzu­schießen; Kopf, Flügel und Schwanz waren längst ge­fallen, nur der aus zähem Wurzelholz angefertigte Rumpf bot festen Widerstand. Allmälig jedoch war auch dieser so weit zersplittert, daß er sich zum Fallen neigte. Doch des Königs Würde bedingt auch schwere Bürde; so mochte mancher Schütze denken, wenn er seine Kugel meterweit vorbei sausen ließ. Nicht so der Held unserer Geschichte— angelegt! Feuer! Hurrah! da fliegt der Vogel zur Erde! Gratulirend drängt sich die Schaar der Umstehenden herbei, verlegen nimmt der König die ersten Huldigungen an, um schließlich mit schwerem Herzen dem Präsidenten zu erklären: „Här, nemmt et mer net vür üvvel, ävver ich han kene Penning Geld mieh.“„Wat,“ antwortete dieser, „Künning wähde, un ke Geld han, dat geht net; da konnste och gescheder laus geschosse han.“ Was nun? Der Präsident berieth mit dem Vorstand, und das Ergebniß der Berathung war, daß der zersplitterte Rumpf schleunigst zusammengeleimt, wieder in die Höhe befördert und erst am nächsten Tage herabge­Hossen wurde.

Bruder Ernst, oft als Reiter bei dem Offiziersrennen in Wien und in der Provinz im Sattel zu sehen. Er ist von kleiner, zierlicher Figur, eine sehr sympathische Erscheinung und, da nur ein spärliches kleines Bärt­chen die Oberlippe deckt, sieht der Graf noch jünger aus, als er thatsächlich ist; er feiert noch in diesem Monat seinen 30. Geburtstag. Graf Wilhelm Star­hemberg ritt den neunjährigen schwarzbraunen Wallach „Athos“, der vom„Mars“ gezogen ist und sehr hoch im Blute steht. Der stämmige kleine Wallach hatte an Graf Starhemberg ein sehr leichtes Gewicht zu tragen, denn Reiter und Sattel dürfte nicht viel mehr als 60 Kilogramm ausmachen, eine Last, die mittleres Renngewicht kaum übersteigt. Oberlieutenant Graf Starhemberg hat jedenfalls mit„Athos“ eine Leistung im Distanzritt vollbracht, wie sie vordem nie bekannt, nicht einmal für möglich gehalten wurde und wie sie in absehbarer Zeit vermuthlich kaum wieder vollbracht werden wird.

(Bertha Rother,) bekannt aus dem Prozeß des Berliner Malers Gräfe, wurde in Prag wegen unsittlichen Lebenswandels und Hochstapelei festge­nommen; sie wird aus allen österreichischen Kron­ländern ausgewiesen und nach Berlin„abgeschoben“ werden.

(Das neueste Kaiserbildniß,) an wel­chem Frau Vilma Parlaghy arbeitet, hat eine inter­essante Vorgeschichte. Die Künstlerin war davon ver­ständigt worden, daß der Kaiser den Wunsch habe, von ihr gemalt zu werden; zugleich wurde angefragt, welchen Preis sie für das Bild verlange. Frau Parlaghy erwiderte, daß sie diese Arbeit am liebsten als Ehrensache behandele und ganz auf ein Honorer verzichten möchte, aber da der Kaiser ein solches An­erbieten wohl nicht annehmen würde, so erbitte sie einen Preis von 500 Mk. Bald darauf wurde die Künstlerin durch ein Cabinetsschreiben überrascht, worin es hieß, daß der Kaiser sich eine Freude daraus mache, an den gewünschten Betrag noch eine— Null anangängen.

Behörde eine drohende Gefahr für Berlin nicht mehr vorliegt. Die Ueberwachung des Personenverkehrs auf dem Lehrter Bahnhofe wird jedoch noch aufrecht er­halten.

Berlin, 8. Okt. Amtlicher Choleraberich vom 7. Oktober. Hamburg 12 Erkrankungen, 2 Todes­fälle, Reg.=Bez. Frankfurt a. d. O.: Altküstrinchen 4 Erkrankungen, 2 Todesfälle. Reg.=Bez. Stade: ein Ort des Kreises Neuhaus 1 Erkrankung, 1 Tooes­fall. Reg.=Bez. Lüneburg: Harburg und ein Ort des Landkreises Harburg 1 Erkrankung, 2 Todesfälle. Stadt Magdeburg 1 Todesfall.

Stralsund, 8. Okt. Der Strals. Z. zufolge ist ein Schmied heute früh an asiatischer Cholera gestorben.

Pest, 8. Okt. Von Mitternacht bis Mittag sind hier 14 Cholera=Erkrankungen und 3 Todes­fälle vorgekommen.

Paris, 8. Okt. Gestern sind in Paris 9 Cholera= erkrankungen und 1 Todesfall, innerhalb der Bannmeile 11 Erkrankungen und 6 Todesfälle vor­gekommen.

Beriner Börke.

Coursbericht vom 8. October.

In- und ausländische Tondo.

Westf. Pfandbriefe 4% Hannov. Rentenbriefe 4% Renten=

bricse 4%

Oesterreichische Goldrente Ungarische„

Italienische Reute Eisenbahn-Stamm-Actien. Dortmund=Gronau 99,50 b Ostpreußische Südbahn

Lübeck=Büchen 143,60 b Buschtherader

Mainz=Ludwigshafen 114,40 0 Dux=Bodenb. Marienburg=Mlawka 60,— b6 Südösterr. Bahn(Lomb.)

Bank- und Creditbank-Actien.

Deutsche Reichsanl. 4% 107,—9

„ 3½% 100,30 bG

„ 5% 86,75 b0

Preuß. consol. Anl. 4% 107.— B

„„ 3½% 100,60 b

„„ 5% 86,7: 56

St.=Schuldsch. 3 1% 100.—

(Vonder Persönlichkeit des voraus. sichtlichen Siegers im Distanzritt) ent­wirft das„Fremdenblatt“ folgendes Bild: Graf Wilhelm Starhemberg ist ein Sohn des Fürsten Cmaillo Starhemberg und er war ebenso, wie sein

Köln, 5. Okt. Ueber eine interessante Verhand­lung vor der Strafkammer berichtet die„Köln. Volksztg.“ Des Betrugs angeklagt war der in Köln wohnende Fabrikant des bekannten Barterzeugnngs­mittels von Prosessor Migargee, Martin Bosse. Als Sachverständiger waren erschienen: Polizei­Physikus Sanitätsrath Dr. Banselow, Geheimer Medi­zinalrath Dr. Schwartz, Dr. Wolfs, Chemiker Dr. Kyll, von Seiten der Vertheidigung war ein Mediziner aus München geladen. In seinen bekannten Reclame­Inseraten bezeichnet der Angeklagte sein Barterzeugungs­mittel als sicher wirkend; doch heißt es am Schluß, daß, wenn bei richtiger Anwendung ein Erfolg nicht eintrete, die Rückerstatrung des für das Mittel ge­zahlten Betrages erfolge. Der Preis einer kleinen Flasche stellt sich auf 3 Mark, die Herstellungskosten etwa auf 50 Pfg. Die Sachverständigen bekundeten übereinstimmend, daß es ein Mittel zur Haar- Erzeugung überhaupt nicht gebe: anregend und fördernd könne das betreffende Mittel durch Anreiz der Haut wirken. Die verlesenen Zeugen= Aussagen von meist jungen Leuten aus verschiedenen Städten Deutschlands, die in kurzer Zeit einen schmucken Bart sich wachsen lassen wollten und deshalb Professor Migargee's Barter­zeugungsmittel bestellten, boten manche erheiternde Momente. Ein Milchbart war für das Wundermittel sogar so begeistert, daß er seinem Vater den Betrag für den Ankauf desselben stahl. Die meisten Zeugen haben natürlich das Mittel ohne jeglichen Erfolg an­gewandt, indessen fehlte es auch nicht an gegentheiligen Bekundungen; ein Zeuge präsentirte sich sogar per­sönlich vor Gericht mit einem prächtigen Vollbart, den er für ein Product des Barterzeugungsmittels hält. Die Anklage nimmt an, daß der sogenannte Professor Migargee in das Reich der Myihe gehöre, wogegen der Angeklagte erklärt, daß er bis vor sechs Jahren von dem nunmehr verstorbenen Professor Migargee in Amerika einen Pflanzen=Extract, der bei Herstellung des Barterzeugungsmittels verwendet worden sei, be­zogen habe. Der Staatsanwalt beantragte 4 Monate Gefängniß und gegen eine mitangeklagte Verkäuferin 300 Mark Geldbuße. Der Vertheidiger sprach für Freisprechung, da eine falsche Vorspiegelung nicht vor­liege. Der Angeklagte habe bei Nichterfolg des Mittels die Rückzahlung des Betrages versprochen und in vielen Fällen auch thatsächlich geleiftet. Hierdurch habe er selbst zugegeben, daß sein Mittel nicht in allen Fällen und bei jedem Individuum Erfolg habe. Der Ver­theidiger verlas dann eine ganze Anzahl anderer Inserate, in denen ebenfalls die Namen großer Männer u. s. w. zu Reclamezwecken benutzt wurden; etwas anderes bedeute auch nicht die Anführung des Namens „Migargee". Das Gericht fand den angeklagten Fabrikanten des Betruges schuldig und erkannte unter Berücksichtigung zweier Vorstrafen wegen ähnlicher Gesetz=Verletzungen auf 3000 Mark Geldstrafe. In den Urtheilsgründen heißt es: Eine falsche Vor­spiegelung müsse darin gefunden werden, daß der An­geklagte in seinen Publikationen von einem Professor Migargee's Barterzeugungsmittel spreche, während er in Wirklichkeit selbst zugeben müsse, daß er in den letzten sechs Jahren überhaupt nichts mehr von dem­selben bezogen habe. Wenn ähnliche Publikationen auch östers vorkämen und straflos ausgingen, so könne dies den Angeklagten doch nicht straflos machen. Das Gesetz habe die Pflicht, auch den Dummen zu schützen. Die Verkäuferin wurde freigesprochen.

Ein neuer Düngerschwindel ist von Prof. Dr. J. König aufgedeckt. Es handelt sich um ein sog. Gipsphosphat, welches von einer Firma im Bez. Arnsberg unter bombastischer Reclame zum Preise von 4,50 Mk. für 100 Pfund in den Handel gebracht wird. König constatirt auf Grund der von ihm ge­machten Analyse, daß der„Mischmasch“ der Haupt­masse nach aus einer völlig werthlosen stark eisenoxyd­haltigen Schlammerde besteht und einen Geldwerth von höchsten 1,50 Mark) besitzt. Da ist es allerdings etwas sehr kühn, wenn der Fabrikant behauptet, sein Düngemittel„übertreffe weit alle anderen bezüglich der Preiswürdigkeit und Güte“. Also Vorsicht.

über die Cholera.

Auf den Fernbahnhöfen Berlins ist die aus Anlaß der Choleragefahr eingerichtete ärztliche Ueberwachung aufgehoben worden, da nach Ansicht der

Barmer Bankverein Berg.=Märk. Bank Berliner Handelsg. Deutsche Bank Disconto=Comm. Dortmunder Bankverein Dresdener Bank Essener Credit=Anstalt Nationalbank s. D.

Annener Gußstahl Aplerbecker Bergbauverein Arenberger Bergbau Baroper Walzwerk Bergische Brauerei Bochumer Gußstahl Bochumer Bergw. Lit. Bonifacius Consolidation Dannenbaum Dortm. Bergban Bz.=A.

" Union St.=Pr.

" Löwenbräu

" Unionbrauerei " Brauerei Gelsenkirchener Bergwerk Gußstahlwerk Witten Hagener Gußstahlfabrik Harpener Bergbau=Ges. Aibernte

11.30

190.— 10

184,20 b

141.255 121.20 G

114,20 b

Pomm. Vorz.=A.

Oesterr. Credit=A. Preuß. Bod.=Credit=A.

„ Ctr.=Bod.=Cr.

„ Hyp.=Actienbank Reichsbank

Rhein=Westf. A. Schaaffh, Bauk Westfälische Bank

101,90 B

103.— 97.90 B 95,10 96.—

70.50

189,75 5

41.705

112.— □

177.905 155,.40 b0

121,75 C

150,50 50 53,80 b

106,20 50

Industrie-Papiere.

121,50 b0

117,10 G 420.— G

60.50 B

196. 355 36.20 C

102,10 50

144,90 b 81.— 50

15,75 G

61.75 5

147,50 b 225,10 G 318.20 B

133,90 b 123.0 B 113.— 134,50

115.50 b

Hörder Bergwerk * c9.

" St.=Pr.

zuge, Bergbau=Ges. aurahütte Lonise Tiefbau Märk.=Westf. Bergwerk Mirk. Maschinenoau ev. Menden=Schwerte

Nr. 8.4.

Magdeburger Bergwerk Phönix, Bg.=A.

Pluto, Bergwertsges.

„ St.=Pr.

Pongs'sche Weverei Rhein=Westf. Ind.=Ges. Ry. Stahlwerk###. Bestsiclische Pgesti. Westf. Union Wurm=Revier

Ducaten

Sovereigus

20 Frcs.=Stücke

Dollars

Impertals

Geldsorten und Banknoten.

pr. St.—

" 9086 C

" 16,19 B

4,18 G 16,83 G

Engl. Banknoten 1 Lstr. Franz.„ 100 Fr.

Oesterr.„ 100 fl.

Russ. 100 R.

Zollkup.„

Zinsfuß der Reichsbank.

Wechsel 3%. Lombard 4% Priv.=Disc. 2%

10.—*

17,50 50 41.— 50 84.25 S

110,75 C 105,50 50 207.50 0

85.80 52.— 50 74.— 50 290.—* 96.4 be

113.50 56

5 91.— B

132.75 E 99.— B

130.— 50 91,70 50

20,.35 G 80,75 C 160.90 50 204,66 b 824.40 B

Veueste, u. grigten.

Weimar, 9. Okt. Heute Vormittag fand in der festlich geschmückten Stadtkirche#n Dankgottesdienst statt. Das großherzogliche Paar, welches in einem offenen Wagen zur Kirche fuhr, wurde von der zahlreichen Menschenmenge stürmisch begrüßt. Dem Gottesdienste wohnten außerdem noch der Kaiser, die Königin Regentin der Niederlande, der Großherzog und die Großherzogin von Baden, der Großfürst Wladimir nebst Gemahlin, Erzherzog Rainer und der Herzog von York bei.

Wilhelmshaven, 8. Okt. Als Nachfolger des Viceadmirals Deinhard wird in Marinekreisen Contre­admiral Valois bezeichnet.

Hamburg, 8. Okt. Die Behörde ist einem großen Wohlthätigkeitsschwindel auf der Spur. Ein an­gebliches Comitee hat mehrere tausend Mark angeblich für Nothleidende gesammelt und für sich selbst verbraucht. Die Comiteemitglieder sind dem Staatsanwalt überwiesen.(B. T.)

Lübeck, 8. Okt. Der Afrika=Reisende Oskar Borchert ist von Karlsbad hier eingetroffen. Sein Befinden läßt zu wünschen übrig.

Dresden, 8. Okt. Dem Vernehmen nach hat der König den Großherzog von Sachsen­Weimar zum Chef des sächsischen Carabinier= Regiments ernannt.

Stuttgart, 8. Okt. Die Königin Charlotte ist heute zum Besuch der Königin=Wittwe nach Friedrichshafen gereist, in deren Befinden im Laufe des Tages keine Veränderung eingetreten ist.

Pest, 8. Okt. Der Kaiser und Graf Kal­noky begeben sich heute nach Wien. Während des Besuches des deutschen Kaisers verbleibt Kalnoky dort.

Paris, 8. Okt. Der Präsident der Republik, Carnot, ist in Begleitung des Justizministers Ricard heute Vormittag nach Lille abgereist, um an den Feierlichkeiten anläßlich des 100. Jahrestages der Aufhebung der Belagerung von Lille#heilzu­nehmen.

New-York, 8. Okt. Der„New=York=Herald“ veröffentlicht ein Telegramm aus La Guayra, in welchem es heißt, daß General Crespo mit seiner Armee in Caracas eingezogen sei, woselbst die Bevölkerung geplündert und andere Gewalthätigkeiten verübt wurden. Wie dasselbe Telegramm meldet, ist der spanische Gesandte in Caracas beleidigt worden. Die fremden Kriegsschiffe haben Mannschaften ge­landet, um das Leben und Eigenthum ihrer Linds­leute zu schützen.

c# Pest, 10. Okt.[Telegr. Dep.] Die Cho­lera macht weitere Fortschritte; auch Szegedin ist von der Seuche ergriffen.

Familien-Nachrichten.

Geboren. Ein Sohn: Herrn Dr. Julius Schlickum. Herrn Töchterschullehrer Merg.— Eine Tochter: Herrn Fritz Heitmann, Köln.

Verlobt. Fräul. Helene Schoeller mit Herrn Aug. Theod. Schmöle, Düren und Iserlohn.

Vermählt. Herr Adam Junker mit Fräul. Emma Engels, M.=Gladbach.— Herr Max Carstanjen mit Frl. Laura Königer, Elberfeld und Düsseldorf.— Herr Albert Günther mit Fräul. Marie Greeff, Barmen.

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