ckgekehrt.
raube,
eben.
ilerricht.
23. d. M. werde 1t Wwe. Benke im n neuen Tanz= nen.
werden Freitag senommen.
Rosendahl,
Tanzlehrer.
No. 249.
Fernsprech=Nr. 46 für Witten.
itten, Jantag, den 24. Ottober.
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1891.
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Rundschau.
* Der Abg. Munckel, der bekanntlich Rechtsanwalt ist, erörtert in der„Nation“ mit Bezug auf das Verhalten der Vertheidiger im Prozeß Heinze die„Grenzen der Vertheidigung in Strafsachen.“ Die Auffassung des Herrn Munckel findet sich am schärfsten in folgenden Sätzen, welche er formulirt, ##g### nachdem er die unbestrittene Thatsache erwähnt hat,
sten u. vinigsten, daß jedem Angeklagten nach den geltenden gesetzlichen kumente Bestimmungen dos Recht zusteht, seine Auslassung
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je Garantie.
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stattet.
nstrumente werden na genommen. erung nach allen Deutschlands.
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abschlag.
reine, täglich frische
Gestimmungen das diecht zuslehi, feine Aurlaffung zur Sache zu verweigern:
Unter diesen Umständen muß es fast Wunder nehmen, wenn aus Anlaß eines neuerlich verhandelten Schwurgerichtsfalles die Frage überhaupt hat ausgeworfen werden können, ob der Vertheidiger befugt sei, dem Angeklagten zur Verweigerung seiner Aussage in der Hauptverhandlung zu rathen. Er ist dazu nicht blos befugt, sondern in dem Falle sogar verpflichtet, daß er nach seiner Ueberzeugung die Weigerung mehr zum Vortheil des Angeklagten erachtet, als die Vernehmung..
Wäre das richtig, dann wäre der Advokat bei
uns nicht blos Rechts=Anwalt, sondern auch Unrechts=Anwalt, und zwar nicht nur— was ja vorkommt— thatsächlich, sondern nach der Absicht des Gesetzes. Nach der These des Herrn Munckel, daß lediglich der„Vortheil des Angeklagten“ maß
à M. 9.50 gebend für den Vertheidiger sein soll, hätte dieser, ter.„„ 10.50 auch wenn ihm bekannt ist, daß sein Klient etwa ster.„„ 6.50 einen Raubmord begangen hat, Alles aufzubieten, Nachnahme. um die Freisprechung es Raubmörders zu bewirken ich. westf. Schinken und demselben dadurch die Begehung neuer Verund 90 Pfg. brechen zu ermöglichen. Wir sind überzeugt, daß
u in Attendorn. die ungeheure Mehrheit aller deutschen Anwälte die
Auffassung des Herrn Munckel zurückweist. Ent
stände die Ansicht, daß viele Anwälte so denken, wie Herr Munckel, so wäre die nächste nothwendige Folge hiervon, daß Richter und Geschworene immer gleichgültiger gegen die Reden der Vertheidiger würden; nicht wirksamer, sondern unwirksamer würde die Vertheidigung, wenn sie den von Herrn Munckel empfohlenen Weg einschlüge.
billige
Alnr 8 an
∆ 5 Nrr.K 25.—
Str. K 32.— Imeempfiehlt ter, Arumüuster k. 9. postcoll K 3.60 und und K 4.20.*
K— Deinem Wissen, sei zuerst und sei zuletzt beflissen.“ (Rückert.) iunge
—Sprechen
Lesen u. Verstehen schen und französi
rache(bei Fleiß und ohne Lehrer sicher en durch die in 38 rvollk. Orig.=Unterr.= d. Meth. Toussainteidt. Probebriefe à
eidtsche Verl-B., Berlin Hallesche Str. 17.
je der Prospekt durch ngabe nachweist, hadie nur diese Briefe indlichen Unterricht) das Examen als des Englischen und gut bestanden.
* Von Emin Pascha. Die Frage nach Emin Paschas Aufenthalt ist ersichtlich in den letzten Tagen in eine neue Phase getreten. Noch vor wenigen Wochen ging aus mehreren Berichten, theils von seiner Hand, theils von anderen Mitgliedern der Seen=Expedition, wie sein Unternehmen amtlich benannt wird, hervor, daß er sich am Muta Nsige (oder Albert=Edward=Nyanza) befände. Danach gingen die Ansichten nur noch darüber auseinander, ob der Muta Nsige die deutsche Interessenspäre überhaupt noch berühre oder nicht. Auf Grund von Stanleys Karten zu seiner Reise:„Im dunkelsten Afrika" nahm man an, daß der See ganz auf englischem Gebiete läge, daß also Emin unsere Sphäre vollständig verlassen habe. Von anderer Seite wurde entgegengehalten, daß die geographischen Angaben Stanleys nicht als feststehende betrachtet werden könnten, wie er ja auch schon früher zahlreiche Irrthümer dieser Richtung begangen habe. Insbesondere sprächen manche Gründe dafür, daß der Muta Nsige weiter nach Süden reiche und deutsches Gebiet berühre. Diesen Standpunkt vertrat u. A. Professor Kirchhoff in Halle und jetzt äußern sich„Portmanns Mittheilungen“ in ihrem Oktober= hefte dahin, daß der Albert=Edward=See eine bedeutend
größere Ausdehnung haben soll, als nach Stanleys Dar
tliche Wohnung stellung. Hält man diesen Standpunkt fest, so war
sleinere Familie, aufs Emin Pascha, oder er mußte es wenigstens anneh
men, mit der Erreichung des Muta Nsige noch auf deutschem Boden, außerdem befand er sich damit auch noch auf der Linie seiner Forschungen, die er sich in seinen Berichten gestellt hatte. Vom Ostufer des Muta Nsige hatte er seinem Plane nach südwärts durch das angrenzende Ruanda nach dem Tanganika zu ziehen. Von verschiedenen Seiten verlautet nun, daß Dr. Emin nicht diesen Weg weiter gegangen ist und sich weiter nördlich gewandt hat; nach einzelnen Mittheilungen war er auf dem Wege nach dem Albert Nyanza und hätte somit die deutsche Sphäre wissentlich verlassen. Manche Anzeichen sprechen dafür, daß diese Nachrichten begründet sind. Zunächst ist aus jenen brockenhaften Mittheilungen aus jenen Gegenden zu entnehmen, daß ihin keiner der Offiziere gefolgt ist, welche den Befehl über die ihm beigegebene Abtheilung der Schutztruppe hatten. Dr. Stuhlmann hatte ihn auf seinem Zuge im Februar von Bukeba aus westwärts begleitet, doch scheint er sich von dem Führer getrennt zu haben. Einem Gerüchte it die Bäckerei zu er= an der Küste zufolge sollte Dr. Stuhlmann gefallen sein, P. Schynse hielt dies nicht für glaubhaft, gab aber an, baß Lieutenant Stuhlmann mit seiner Truppe bei den Wagonda sei, also wahrscheinlich am Westufer des Viktoria=Sees. Lieutenant Langheld berichtete zuletzt, er wisse nichts von Emin und habe zu seiner Aufsuchung eine Expedition ausgesandt. Lieutenant Sigl, welcher auch zur Seen
Expedition gehörte, ist gar nicht in jene nordwestlichen Gegenden gekommen, er kann also auch nicht bei Emin sein. Emin Pascha hat sich also ganz von der ihm beigegebenen Schutztruppe losgesagt und hat auf eigene Faust anscheinend einen Zug in ein fremdes Gebiet unternommen. Was Dr. Emin damit für Absichten hat, läßt sich nicht errathen; denn daß er die Hoffnung hegen könnte, von seinem ehemaligen Besitze an Elfenbein noch etwas zu finden, ist kaum glaublich. Das Geheimniß der Vergrabung an einzelnen Stellen hatte viele Mitwisser, welche es wohl längst seinem Lager entnommen haben. Auch wird Emin kaum im Stande sein, mit den zu seiner Verfügung stehenden geringen Streitkräften gegen die dort eingedrungenen Mahdisten etwas auszurichten.
* Die Rede Vollmars gegen Bebel ist das große Ereigniß in der sozialdemokratischen Welt. Die„Köln. Ztg.“ bemerkt hierzu:„Die ätzende Schärfe der Vollmar'schen Dialektik muß allerdings in der Schwärmerseele Bebels ein brennendes Gefühl zurückgelassen haben. Wir sehen so die sozialdemokratische Parteileitung links und rechts von frondirenden Gruppen angegriffen. Sie mag mit der sogenannten Berliner Opposition für den Augenblik leicht fertig werden; aber diese Opposition, die man zur Thür hinauswirft, wird stärker zurückkehren, denn die Sozialdemokratie umfaßt zahlreiche Elemente, welche ihr in Gesinnung und Manieren wahlverwandt sind. Auch Heer v. Vollmar mag auf dem Parteitag ziemlich vereinsamt dastehen, aber die muthige Sicherheit seines selbstbewußten Auftretens, der siegesgewisse Ton seiner Rede bürgt dafür, daß er den Kampf nicht so leicht aufgeben wird. Trotz der märchenhaften Autorität, mit der die sozialdemokratische Parteileitung die Genossen beherrscht und zur Unterwerfung nöthigt, hat sie also immerhin keinen leichten Stand!“
In ähnlichem Sinne äußert sich die ultramontane„Köln. Volksztg.“:„Die Rede Vollmar's beweist zunächst, daß der Gegensatz zwischen ihm und der Firma Bebel=Singer=Liebknecht unausgeglichen ist und weit tiefer geht, als es bisher den Anschein hatte. Trotz allen Ausgleichsversuchen der letzten Monate— bekanntlich ist sowohl Bebel als Liebknecht in Bayern gewesen— hat Vollmar eine Programm=Rede gehalten, die ihre sachliche Spitze gegen die gesammte bisherige Taktik der Fraktion, die persönliche Spitze direkt gegen Bebel richtet. Die Gegensätze treten in der Rede selbst so deutlich hervor, daß eine umschreibende Erörterung kaum mehr erforderlich ist. Der Abg. Liebtnecht hat dem hervorragendsten Vertreter der süddeutschen Sozialdemokratie bereits geantwortet; Bebel, der so scharf Angegriffene, theilweise sogar Verhöhnte, wird sicher nicht schweigen. Was sich bisher in Erfurt abspielte, war Kleinkram; ob Bebel die Werner, Wildberger usw. etwas mehr oder weniger vernichtet, ist ziemlich gleichgültig; erst jetzt ist derjenige Gegner aufgestanden, den auch die Fraktionsleitung ernst zu nehmen haben wird. Was aus dem ZweikampfVollmar=Bebel herauskommt, darauf darf man gespannt sein; die Frage der Taktik ist für die Sozialdemokratie, wie bei jeder revolutionären und demagogisch geleiteten Partei, die entscheidende.“
miethen. n der Exped. d. Bl.
Familie sofort oder m. Wo, sagt d. Exped.
und
eile 10 Pfg.—
erbreitung in den
Exemplaren.
gesucht. Von wem, 88.
Vetag von.
d& Co. in Witten. n H. Risel& Co. in Hagen.
iter Verantwortlichkeit betold in Witten.
* Unter den Mitteln, durch welche die Concurrenzfähigket der deutschen Landwirthschaft uno insbesondere des heimischen Getreidebaues gegenüber dem Auslande Angesichts der in Aussicht stehenden Verminderung des Zollschutzes gestärkt werden könnte, nimmt in der öffentlichen Erörterung die Einrichtung gemeinsamer Speicher in Verbindung mit den Verkehrsanlagen, insbesondere der Eisenbahnen, eine hervorragende Stelle ein. Man erhofft von der Bearbeitung des Getreides in solchen mit den erforderlichen maschinellen Einrichtungen versehenen Lagerhäusern nicht nur eine Verbessernug der Qualität des heimischen Getreides als Handelswaare unter gleichzeitiger Verminderung der Kosten der Bearbeitung, sondern auch die Möglichkeit, auf eine Entwickelung der Preise hinzuwirken, durch welche die von den Konsumenten für die Brodfrucht anzulegenden Preise in höherem Maße als bisher den heimischen Getreidebauern zufließen. Inwieweit vornehmlich die letztere Erwartung realisirbar ist, mag dahingestellt sein. Auch wären die großen Schwierigkeiten nicht zu verkennen, die der Verwirklichung derartiger Pläne auf dem hierfür im Wesentlichen allein in Betracht kommenden Wege der Selbsthilfe sich entgegenstellen. Jedenfalls aber bildet die volle Klarheit über die technische und die damit zusammenhängende ökonomische Seite der Sache die nothwendige Voraussetzung für ein richtiges Urtheil über die Zweckmäßigkeit und Durchführbarkeit derartiger Plane. Anderwärts, und zwar, abgesehen von den Vereinigten Staaten Nordamerikas, namentlich auch in Rußland, bestehen
Speichereinrichtungen und Elevatoren in Verbindung mit Verkehrsanlagen in weiterem Umfange schon jetzt. Die Erfahrungen, welche insbesondere mit den außerhalb der großen Verkehrscentren bestehenden Einrichtungen dieser Art gemacht sind, werden auch für die Behandlung der Angelegenheit bei uns von entscheidender Bedeutung sein. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat daher Auftrag zu genauem Studium der Einrichtungen an Orc und Stelle ertheilt und sollen hiermit in erster Linie die den betreffenden kaiserlichen Missionen beigegebenen technischen Attachés betraut werden.
* Der interparlamentarische Friedenskongreß in
Rom, der wegen des Briefes seines voraussichtlichen Präsidenten Bonghi über Elsaß=Lothringen gerade in Deutschland viel von sich reden gemacht, wird nach Bonghi's Rücktritt von diesem Ehrenamte nun auch bestimmt eine Anzahl von deutschen Parlamentariern zu seinen Mitgliedern zählen, und das ist ganz gut, denn die Herren können dann sofort etwaige Angriffe auf Elsaß=Lothringen und Deutschland mit Entschiedenheit zurückweisen. Selbstverständlich ist von diesen Kongressen, wenigstens in absehbarer Zeit, in keinem Falle zu erwarten, daß sie den Wunsch nach einem ewigen Frieden wesentlich fördern werden; der Einfluß solcher Kongresse auf die allgemeine Lage wird vor der Hand noch unbedingt gleich Null bleiben. Man wird es Seitens der italienischen Regierung an einigen höflichen Worten für die fremden Gäste ganz gewiß nicht fehlen lassen, aber wenn dann Alles wieder vorbei ist, wird es in Europa noch ganz ebenso aussehen, wie vorhin.
* Die B P. N. schreiben: Einer Mittheilung zufolge, die uns aus London zugeht, mißt man in den dortigen politischen Kreisen den russischen Operationen im Pamirgebiete außer ihrem nächsten Zwecke auch noch den weiteren bei, die Aufmerksamkeit Englands von den europäischen Absichten Rußlands abzulenken, was besonders von den auf die Ausfahrt russischer Schiffe aus dem Schwarzen Meere bezüglichen Absichten gilt. Englischerseits legt man aber gerade mit Rücksicht auf letztere Tendenzen Rußlands größere Wachsamkeit an den Tag und damit hängen auch die Verstärkungen und Konzentrirungen der englischen Flottenabtheilungen im ägäischen Meere zusammen.
* Die allmählich eintreffenden Einzelheiten über
den Aufruhr in Ischang(China) am 2. Sept. lassen es außer Zweifel, daß die ganze Sache vorsätzlich und planmäßig angezettelt worden ist. Die Aufrührer waren wenige an Zahl, handelten aber mit solcher Schnelligkeit und so systematisch, daß sie in kurzer Zeit eine große Menge Gebäude in Brand gesteckt und fast jeden Europäer von Ischang gezwungen hatten, auf dem im Flusse liegenden Dampfer„Paohua“ Zuflucht zu suchen. Um einen Vorwand für ihren Angriff auf die Europäer zu finden, veranlaßten die Rädelsführer des Aufruhrs durch einen Mittelsmann die Franziskanernonnen, einen Säugling in ihr Kloster aufzunehmen. Am nächsten Tage wurde das Kind unter gewaltigem Geschrei zurückgefordert unter der Beschuldigung, die Schwestern hätten es gestohlen. Eine Menschenmenge hatte sich schnell gesammelt und sofort begann der Sturm auf das Kloster. Die Nonnen entkamen durch eine Nebenpforte nach dem Fluß. Der Pöbel lief ihnen nach und hätte ihnen sicherlich ein Leides angethan, wenn nicht Pater Braun, ein Mann von herkulischer Gestalt und früher Offizier in der deutschen Armee, sie mit seinem Leibe geschützt hätte. Dafür empfing der Pater die Schläge, welche den Schwestern gelten sollten. Schließlich brachte ein Boot des„Paohua“ die Fliehenden nach dem Schiffe. Der gesammte Aufruhr war in 20 Minuten vorüber. Aber unglaubliche Verheerungen waren in dieser kurzen Spanne Zeit angerichtet worden. Die Aufrührer hatten Petroleum bei sich. Als ihr Vorrath erschöpft war, zwangen sie die Dienstboten der Häuser der Europäer ihnen mehr zu geben, worauf sie alsbald die Gebäude in Brand steckten. Erst als Alles vorüber war, verhafteten die Behörden eine Anzahl Personen, die einige versengte Holzstücke aus den niedergebrannten Häusern forttrugen. Den eigentlichen Schuldigen geschah nichts.
Deutsches
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* Berlin, 22. Okt. Der Kaiser arbeitete heute in den Morgenstunden mit dem Kriegsminister und dem Chef des Militärkabinets. Den Rest des Tages widmete der Monaich dem Familienkreise, in welchem heute das Geburtsfest I. M. der Kaiserin begangen wurde. Aus Anlaß dieses freudigen Ereignisses fand Nachmittags 1¼ Uhr im Neuen Palais eine Familientafel statt. Von den verwandten und befreundeten Höfen waren viele Glückwunsche eingelaufen, in Preußen und im Reiche war die
Feier des Tages seitens der Bevölkerung eine ebenso herzliche als allgemeine.
— Der Geburtstag der Kaiserin Auguste Viktoria wurbe Donnerstag im Neuen Palais bei PLotsdam festlich begangen. Die Vorbereitungen zur Feier desselben waren unter der Leitung des Kaisers, welcher persönlich den Aufbau der Geschenke ordnete, getroffen worden. Die Geburtstagsfeier begann Vormittags 9 Uhr im engsten Familienkreise. Die Kavelle des 1. Garderegiments hatte den kaiserlichen Majestäten eine Morgenmusik gebracht. Am Vormittag um 11 Uhr hatten die Herren des kaiserlichen Hauptquartiers die Ehre, der Kaiserin ihre Glückwunsche persönlich abstatten zu dürfen. Um 1¼ Uhr fand bei dem Kaiserpaore eine größere Frühstücks=Familientafel und für das Gefolge eine größere Marschalltafel statt. Zuvor hatten die Mitglieder der Kaiserfamilie Ihrer Majestät ihre Glückwünsche dargebracht. Am Abend fand eine größere Festlichkeit statt. — Die zur Zeit in Berlin und in der Umgegend von Potsdam anwesenden Mitglieder des preußischen Königshauses hatten sich im Laufe des Tages nach dem Neuen Palais begeben, um der Kaiserin ihre Glückwünsche darzubringen. Ebenso waren auch verschiedene Teputationen eingetroffen.— Die Wachen und Posten zogen im Parade
anzuge mit Haarbusch auf. Die kaiserlichen Schlösser und die prinzlichen Palais, sowie zahlreiche Privatgebäude Berlins hatten zur Feier des Tages Flaggenschmuck angelegt. Von Fern und Nah, von befreundeten und verwandten Höfen waren zahlreiche Glückwunschschreiben und Gratulationstelegramme im Neuen Palais bei Potsdam eingelaufen.
— Es sind jetzt wieder Meldungen verbreitet worden, nach denen zwischen dem Kaiser und der griechischen Kronprinzessin, wegen deren Uebertcitt zur griechischen Kirche, Differenzen herrschen sollen, dazu schreibt die „Post":„Die Gerüchte von einer Spannung beruben vollends auf Erfindung. Es ist in zuständigen Kreisen ein offenes Geheimniß, daß Se. Majestät durch den Uebertritt der Frau Kronprinzessin ebenso überrasch: wurde, wie ungezählt Andere auch und daß der Kaiser Anfangs geneigt war, den Grund des Uebertrittes in Einflüssen der königlichen Familie oder Hofkreise zu suchen. Es hat sich jedoch alsbald die völlige Grundlosigkeit dieser Annahme herausgestellt: es muß noch einmal wiederholt werden, daß die Kronprinzessin aus eigenstem Antriebe den Wechsel der Konfession vollzogen, hat. Von einer Verstimmung des Kaisers gegen die Konigsfamilte von Griechenland kann somit nicht die Rede sein. Die Beziehungen sind nach wie vor die herzlichsten.“
— In der heutigen Sitzung des Bundesrathes wurde der Gesetzentwurf über die Vereinsthaler österreichischen Gepräges den Ausschüssen für Handel und Verkehr und für Rechnungswesen überwiesen. Der Antrag betreffend die Zuweisung Helgolands zu einem Seeamtsbezirk wurde durch Zuweisung an den Seeamtsbezirk Hamburg erledigt.
— Dem Vernehmen nach ist dem General der Infanterie v. d. Burg, kommandirender General des 2. ArmeeCorps der Abschied bewilligt worden und für denselben der Generallieutenant v. Blomberg, Kommandeur der 5. Division, zum kommendirenden General des 2. ArmeeCorps ernannt worden. Die 5. Division hat der Generallieutenant Vogel v. Falckenstein. Direktor des allgemeinen Kriegs=Departements im preußischen Kriegsministerium, erhalten.
— Am Dienstag haben unter dem Vorsitze des Staatssekretärs im Reichsamt des Innern, Staatsministers v. Boetticher Berathungen in der Frage des deutschitalienischen Handelsvertrages stattgefunden, welche morgen fortgesetzt werden sollen. Nach Mittheilungen aus München läßt der Gang der dortigen Verhandlungen mit Bestimmtheit darauf schließen, daß es binnen ganz kurzec Zeit zu einem befriedigenden Ausgleich der strittigen Meinungen kommen wird. Danach ist also der definitive Abschluß der Handelsvertragsverhandlungen mit Italien sowohl als auch die Einbringung der Handelsverträge an den Reichstag noch vor Weihnachten mit Sicherheit zu erwarten.
— Die Meldung einiger Blätter, Major v. Wißmann habe nunmehr die See=Expedition, zu der er sich dem Antisklaverei=Comité gegenüber verpflichtet hat, mit Rücksicht auf das Scheitern des Zelewskischen Zuges wider die Wahehe endgultig aufgegeben, findet in Kolonialkreisen keinen Glauben und entspricht auch nicht den bisher bekannt gewordenen Nachrichten. Major v. Wißmann hat lediglich nach dem Eintreffen der ersten Nachrichten über das Scheitern der Zelewskischen Expedition angezeigt, daß er unmittelbar nach diesem Scheitern den Vormarsch nicht für rathsam erachtet. Er hat desdals vorläufig seine Träger und Begleitmannschaften bis auf die zur Bewachung des für die Seer=Expeditior beschifften, auf der Kuste lagernden Materials erforderliche Zahl entlassen und den Auftrag des Gouverneurs Frhr. v. Soden übernommen, zunächst in Aegypten die Anwerbung einer größeren Zahl Sudanesen zur Ergänzung und Vermehrung der Schutztruppe auszuführen. Er ist inzwischen in Kairo eingetroffen, und da die Englander sich bereit erklärt haben, ihn in seiner Aufgabe kräftig zu unterstützen, so ist vorauszusehen, daß er sehr bald die erforderliche Zahl Sudanesen angeworben haben wird und mit ihr die Fahrt nach Ostafrika wird antreten können; dann steht aber auch nicht das Geringste im Wege, sofort die Ausrüstung der Seen=Expedition in Angriff zu nehmen.
— Kaum sind die großen Staaten aus das 7 Millimeter Kaliber der Gewehre heruntergegangen, welche noch vor kurzer Zeit von den Waffengelehrten als die äußerste Grenze des kleinen Kalibers bezeichnet wurden, da dewährten sich in Italien die Versuche mit einem Kaliber unter 6 Millimeter und aus Oesterreich komint soeben die Meldung von ebensolchen Resultaten. Oo die deutsche Militärverwaltung gleiche Versuche angestellt hat, ist bisher nicht bekannt geworden.
— Wie in Deutschland, so sind auch in Oesterreich= Ungarn Umfragen an die höderen Off gerichtet worden, sich über die Frage ter zweitährigen Dienstzeit für die Infanterte gutachtlich zu äutzern. Die Mehrzadl der befragten Herren bat sich gegen das Projekt ausgesprochen. Bei uns lagen die Dinge bekanntlich ebenso, es sollen nun aber doch praktische Versuche gemacht werden. Die Entscheidung ist in keinem Falle sobald zu erwarten.