4

(N. 126.)

JOURNAL

des

Nieder- und Mittel-Rheins

Aachen, Samstag den 21. October 1815.

Tagesgeschichte.

Berlin, 14. October.

Am 11. dieses trafen Se. Königl. Hoheit der Prinz Wilhelm, Bruder S. Maj. des Königs, und Tags dar­auf, am 12., I. I. K. K. H. H. der Kroaprinz, Prinz Wilhelm, Sohn Sr. Majestät, und Prinz Friedrich von Preufsen, hier von Paris ein.

Gestern wurde das Geburtsfest der Prinzessin Wil­helm von Preussen, K. Hoheit, begangen I. I. K. K. H. H. die Prinzen des Königlichen Haufes, die Staats­minister und die anwefende hohe Generalität statteten Ihren Glückwunsch aa Ihre Königl. Hoheit dazu ab.

Nürnberg, vom 14. Oclober.

Gestern nach 1 Uhr Mittags traf unter Kanonen­donner und Glockengeläute S. M. der Kaiser von Rufs­land hier ein. Militair und Landwehr paradirten bei dem feierlichen Empfange. Der erhabene Monarch ge­ruhte bei dem Kaufmann, Hrn. Bestelmeier das Ab­steigquartier zu nehmen. Der Kaifer beglückte unsere Stadt nur kurze Zeit mit feiner Gegenwart, indem S. M. noch denselben Nachmittag um 4 Uhr die weitere Reise fortfetzte, die, wie es heifst, durch Böhmen nach Berlin geht.

Stuttgart, vom 16. Oktober

Se. königl. Majeflät sind am 11. d. nach Ulm ge­reiset, wo Allerhöchstdieselben mit des Kaifers von Ruſsland Majestät, welche auf Ihrer Rückreise nach Petersburg daselbst am 12. d. angelangt waren, eine Unterredung von mehreren Stunden hatten; vorge­

stern Nachmittags sind I. M. bei höchstem Wohlseyn wieder bier eingetroffen.

Frankfurt, vom 16. October.

Da die heilige Feier der ewig denkwürdigen gros­sen Völker- und Rettungsschlacht bei Leipzig alle Ge­werksthätigkeit für den Tag ausschliefst, an dem sich das deutsche Herz nur den Dankgefühlen gegen die Vorsehung und jenen der errungenen Befreiung von dem Joche des Thränenräubers überläfst, so bleiben auch die Arbeiten eingestellt, welche sich auf die Herausgabe der Oberpostamts-Zeitung beziehen. Am nächsten Donnerstage den 19. diefes wird daher keine Zeitung ausgegeben.

— Der östreichische Beobachter sagt über den wichtigen diplomatischen Akt, der am 14. Sept. zu Schönbrunn unterzeichnet worden seyn soll:“ Hier in Wien ist uns nicht das Mindeste von einem folchen groſsen Akte bekannt geworden.„(Zu bemerken ist indess, dass diese Nachricht fast zu gleicher Zeit in Pariser und Hamburger Blättern erschien.)

Hannover, vom 9. Oktober.

Zu dem Landtage, der am nächsten Montag hier wieder eröffnet wird, sind bereits fehr viele der Lan­desdeputirten angekommen.

Coblenz, vom 15. Oktober.

Heute hatten wir das Glück, Se. Majestät unfern allverehrten König auf eine kurze Zeit in unsern Mauern zu besitzen. Höchüdiefelben trafen am Mor­gen gegen 9 Uhr hier ein, und fetzten nach einem