Aller à la page
 

Odenkirchener Volksblatt

Bestandshaltende Institution

Stadtbibliothek Mönchengladbach

Geschichte und Entwicklung, Periodizität

Die Zeitung erschien zunächst – wahrscheinlich ab dem Jahr 1901 - mehr als zwei Jahrzehnte lang unter dem Titel „Odenkirchener Volksblatt“ für den ehemals zur Stadt Rheydt, ab 1975 zu Mönchengladbach gehörenden Stadtteil Odenkirchen. Für Redaktion, Druck und Verlag war das ortsansässige Unternehmen Laurenz Altgott verantwortlich, das als Buchdruckerei und Zeitungsverlag an der Mühlenstraße [heute Zur Burgmühle] 20 in Odenkirchen beheimatet war.
Zwei- bis dreimal wöchentlich, dienstags, donnerstags und samstags, erschienen vierseitige Ausgaben. Während „Die Zeit“ als wöchentliche Gratisbeilage ausgeliefert wurde, mussten für die „Christliche Familie“ im Abonnement vierteljährlich 50 Pfennige entrichtet werden. Beide Beilagen sind nicht im Bestand vorhanden. Die von 1910 bis 1916 jeden Samstag erscheinende, vierseitige Beilage „Odenkirchener Annoncenblatt“ konnte auch von Nichtabonnenten des Volksblattes zum Preis von monatlich 10 Pfennigen bezogen werden. Sie enthielt Werbung für Geschäfte in Odenkirchen mit der Aufforderung „Kauft am Platze!“

Titeländerung, politische Ausrichtung

In der Ausgabe Nr. 44 vom 12.4.1924 erschien ein Artikel mit der Ankündigung der Umbenennung der Zeitung in „Rheinisches Volksblatt“, der einen kurzen Rückblick bietet auf die vergangenen 23 Jahre, in denen die Zeitung „für die christliche Weltanschauung“ eingetreten sei. Sie bezeichnet sich hier als „Prediger der wahren Volksgemeinschaft auf christlich-nationaler Grundlage“. Mit der Ankündigung der täglichen Erscheinungsweise unter dem neuen Titel ab Nr. 45 vom 15.4.1924 sieht sich das Blatt als Teil der katholischen Presse, das ausdrücklich „unsere Partei, das Zentrum“ unterstützen und für geistige und religiöse Freiheit eintreten will.

Weitere Entwicklung, Verbreitung

Am 15.04.1924 erscheint die Zeitung unter dem neuen Titel „Rheinisches Volksblatt“ und dem Untertitel "Odenkirchener Volksblatt / Gilbacher Volksblatt".

Im Laufe des Jahres 1924 trat der 1892 geborene Sohn Richard in das Unternehmen ein, es firmierte nun unter dem Namen „L. & R. Altgott“. Die Ausgabe vom 17.8.1927 führte erstmalig Richard Altgott als Inhaber des Unternehmens unter Beibehaltung des Firmennamens im Impressum auf.

Die Zeitung hatte wechselnde Verbreitungsgebiete: zunächst Landkreis Gladbach, Grevenbroich, Neuss, Erkelenz, Bergheim; ab 22.5.1931 Gladbach, Rheydt, Odenkirchen und Landkreis Grevenbroich; ab 2.8.1933 Stadtkreis Rheydt und Umgebung sowie Landkreis Grevenbroich; ab 6.1.1934 mit dem Zusatz „zugleich Stadt- und Landbote Rheindahlen und Wegberger Zeitung“ und schließlich ab 31.3.1934 Gladbach, Rheydt, Odenkirchen und Landkreis Grevenbroich.

In der letzten Ausgabe von 1933 wurde angekündigt, dass die Zeitung nur noch einmal wöchentlich samstags erscheinen würde, und zwar als Wochenblatt, das sich jenseits der Politik der „Pflege des Heimatgedankens“ widmen wolle. Als ehemalige zentrumsnahe Zeitung reduzierte man sich auf die Aufgabe, „alles Wissenswerte aus der Geschichte der engeren Heimat“ zu vermitteln und der anzeigenden Geschäftswelt als Annoncenblatt zu dienen. Dies geschah auf ca. acht bis zwölf Seiten pro Ausgabe, darin enthaltend eine kleine Rubrik mit Odenkirchener Nachrichten. Die letzten vorliegenden Ausgaben ab 2.9.1939 lieferten nur kurze Berichte über den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

Beschreibung verfasst von

Marion Engbarth (2018), Stadtarchiv Mönchengladbach und Stadtbibliothek Mönchengladbach