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Godesberger Volkszeitung

Bestandshaltende Institution

Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn

Godesberger Volkszeitung

Geschichte und Entwicklung

Möglicherweise erschien die Godesberger Volkszeitung bereits 1906, nachgewiesen sind die Bestände aber erst ab Jg. 8, Nr. 147, 1913. Die „Godesberger Volkszeitung“ erschien ab 1913 als sechstägige Ausgabe mit verschiedenen Beilagen („Für unsere Frauen“, „Heimat“ und „Nach Feierabend“) sowie mit einem umfangreichen Sportteil in der Rheinischen Verlagsanstalt in Bad Godesberg.

Politische Ausrichtung

Verlag und Druckerei der „Godesberger Volkszeitung“ wurden von den bekannten Zentrumspolitikern Peter Blumental und Peter Hensen begründet. Später kam noch der ebenfalls in der Zentrumspartei aktive Bruder von Peter Hensen, Heinrich Hensen, dazu. Alle drei bekleideten mehrere politische Ämter. Peter Hensen z. B. war ein langjähriges Mitglied des Gemeinderates Godesberg, der Bürgermeistereiversammlung und des Kreistags, er war zeitweise ein stellvertretender Landrat in Bonn und von 1928 bis 1933 Abgeordneter des Preußischen Landtags. Von 1947 bis 1950 gehörte er als CDU-Abgeordneter dem Landtag von Nordrhein-Westfalen an. Auch die anderen zwei Teilhaber waren nach dem zweiten Weltkrieg neben der verlegerischen Tätigkeit zusätzlich in der Kirche und in der Gesellschaft in vielen Ämtern aktiv. Peter Hensen, Peter Blumental und Heinrich Hensen wurden während des Dritten Reichs zeitweise von der Gestapo verhaftet. Die Godesberger Volkszeitung verstand sich als Organ für die Zentrumspartei in Bad Godesberg, gleichzeitig aber auch als „Hauptanzeigenblatt“ für die Gemeinde und zeigte sich 1923 als „meistgelesene Tageszeitung für Godesberg und Umgegend“ an. Die Zeitung bekam zunehmend Schwierigkeiten mit den Nationalsozialisten und wurde Ende 1933 eingestellt.

Nachfolger

Die Zeitung erschien ab 1934 unter dem Titel „Deutsche Reichs-Zeitung, Bonner Stadtanzeiger, Godesberger Volkszeitung, Sieg-Rhein-Zeitung“, ab 01.10.1934 unter dem Titel „Mittelrheinische Landeszeitung, Ausgabe Godesberger Volkszeitung“. Erscheinen eingestellt 1941. Ab Anfang 1934 erschien als Nachfolger unter völlig anderen Voraussetzungen im Verlag Carl Köllen in Bonn, zuerst bis Oktober die „Deutsche Reichs-Zeitung, Bonner Stadtanzeiger, Godesberger Volkszeitung, Sieg-Rhein-Zeitung“ und danach die „Mittelrheinische Landeszeitung, Ausgabe Godesberger Volkszeitung“. Diese Zeitung erschien bis 1.6.1941.

Beschreibung verfasst von

Lea Walter (2018), Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn

 
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