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Bergische Wacht

Bestandshaltende Institution

Gemeindearchiv Engelskirchen

Geschichte und Entwicklung

Die Zeitung „Bergische Wacht“ mit dem Untertitel Lindlarer Zeitung, Overather Volksblatt und Mucher Tageblatt wurde von Josef Schiefeling am 19. März 1907 herausgebracht, nachdem die Druckerei im Jahre 1900 gegründet worden war. Edmund Schiefeling wurde nach dem Tod seines Vaters 1917 Redakteur und gleichzeitig Herausgeber dieser Zeitung. Die Bergische Wacht fand ihre Leser in den Kreisen Gummersbach, Wipperfürth und Waldbröl als der katholischen Kirche nahestehende Zeitung.

Die Jubiläumsausgabe aus Anlaß des 25-jährigen Bestehens am 19. März 1932 enthält eine Reihe interessanter Abhandlungen u. a. über die wichtigsten Industrien im Oberbergischen, die Landwirtschaft im damaligen Kreis Wipperfürth und die Geschichte der höheren Schule in Engelskirchen. Ganz besonders interessiert die Abhandlung „Engelskirchen im Weltkrieg 1914/18“ und die sich anschließende Revolutionszeit.

Politische Ausrichtung

Bereits Ende der 1920er Jahre positionierte sich die Bergische Wacht immer entschiedener gegen die Politik der Nationalsozialisten, insbesondere gegen deren Anführer Robert Ley und späteren hochrangigen Nazi. Wegen dieser entschiedenen Fronstellung gegen die NSDAP wurde Chefredakteur Edmund Schiefeling nach 1933 mehrfach verfolgt und inhaftiert. Aufgrund seines geradlinigen Kurses und seiner unbeirrbaren Haltung geriet er mit den Mächtigen seiner Zeit immer mehr in Konflikt.

Das gut redigierte Blatt wurde in der stürmischen Nazizeit ein Opfer seiner politischen Einstellung. Am 31.Mai 1941, im 35. Jahr ihres Bestehens, musste die „Bergische Wacht“ ihr Erscheinen einstellen, nachdem man ihr jede Möglichkeit zur Weiterarbeit, begründet durch fadenscheinige Ausreden, genommen hatte.

Beschreibungstext

Astrid Fiandaca, Gemeindearchiv Engelskirchen (2018)