Walder Tageblatt
BESTANDHALTENDE INSTITUTIONEN
BESCHREIBUNG VERFASST VON
Angelika Gwóźdź, M.A. (2026), Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Walder Zeitung (1893)
Geschichte und Entwicklung
Am 22. Juni 1893 erschien die erste Probenummer des „Walder Tageblatt. Allgemeiner Anzeiger für Wald, Weyer, Ohligs, Gräfrath, Haan und Umgegend“ im Verlag Fr. Knoche & Hartkopf in Wald, der im November 1892 vom Buchhändler Friedrich Knoche und dem Kaufmann Friedrich Hartkopf gegründet worden war. Knoche übernahm die Redaktion.
Obwohl die Juni-Ausgaben lediglich Probenummer waren, erschien die Zeitung direkt von Beginn an täglich, außer an Sonn- und Feiertagen.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war erst eine Woche seit der Reichstagswahl vergangen, bei der die Kartellparteien Nationalliberale Partei, Deutsch-Konservative Partei und Freikonservative Partei/Deutsche Reichspartei als knappe Sieger hervorgingen. Das „Walder Tageblatt“ zog aus der aufregenden Wahlperiode die Erkenntnis, dass es nun eine unparteiische Presse brauche, die den Lesenden dabei helfe, sich eine eigene, freie Meinung zu bilden.
Die offizielle erste reguläre Ausgabe vom „Walder Tageblatt“ erschien am 1. Juli. Bereits zum November musste die Erscheinungsweise von täglich auf viermal wöchentlich reduziert werden, wodurch der Preis für von 60 Pfennig auf 45 Pfennig fiel. Der niedrigere Preis bewirkte jedoch keinen Anstieg der Leser*innenschaft, sodass am 30. Dezember die letzte Ausgabe vom „Walder Tageblatt“ veröffentlicht wurde.
1910 gab Emil Vossen das gleichnamige „Walder Tageblatt“ (1910-1914) heraus, das jedoch keinerlei Verbindung zum Blatt von Knoche & Hartkopf hatte.
Inhalte und politische Ausrichtung
Das „Walder Volksblatt“ hatte den Anspruch unparteilich zu sein und stand für eine freie Meinung ein.
Inhalt: Rubriken „Politische Übersicht“, „Koloniales“, „Arbeiterbewegung“, „Heer und Flotte“, außerdem Reichstags- und Landtagsberichte. Weitere Ereignisse in den Rubriken „Aus der Reichshauptstadt“, „aus dem Reiche“ und „vom Ausland“. Berichte aus Gerichtsprozessen, Leitartikel, Tageschronik. Im Unterhaltungsteil Fortsetzungsromane, Gedichte, Witze und Rätsel.
Format, Periodizität und Auflage
Erscheinungsweise: täglich, außer sonn- und feiertags. Ab November 1893 viermal wöchentlich, montags, mittwochs, freitags und samstags mit vier Seiten. Später 8-12 Seiten mit dreispaltigem Text.
Verbreitung: Wald, Weyer, Ohligs, Gräfrath, Haan und Umgegend.
Auflage unbekannt.
Literatur und Quellen
- An das geehrte Publikum. In: Walder Tageblatt. Wald 1893, Probe-Nr vom 22. Juni
- Macat, Andreas: Die Bergische Presse. Bibliographie und Standortnachweis der Zeitungen und zeitungsähnlichen Periodika seit 1769. München: K. G. Saur 1991.