Langenberger Zeitung

BESTANDHALTENDE INSTITUTIONEN

Universitäts- und Landesbibliothek Bonn

BESCHREIBUNG VERFASST VON

Angelika Gwóźdź M.A. (2026), Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

Langenberger Zeitung (1865-1927)

Geschichte und Entwicklung

Volksblatt für den Kreis Mettmann (1865-1888)

Am 27. Juni 1865 erschien die Probenummer des „Volksblatt für den Kreis Mettmann“ als Organ der liberalen Partei, das sich später zur „Langenberger Zeitung“ entwickeln sollte. Die erste reguläre Ausgabe erschien am 5. Juli. Die Zeitung wurde vom Buchdrucker August Forsthoff, der zuvor für die „Hagener Zeitung“ (1845-1945) tätig war, zusammen mit dem Fabrikanten Fritz Hoddick gegründet, der ebenfalls für das Volksblatt schrieb. Der Druck erfolgte zunächst beim Verleger der „Hagener Zeitung“ Gustav Butz in Hagen, wurde jedoch bald nach Langenberg verlegt.

1874 wurde die Zeitung vergrößert und im Folgejahr dreimal wöchentlich herausgebracht (01.01.1875). Der Erfolg des „Volksblatts für den Kreis Mettmann“ erweckte in der Gemeinde Velbert den Wunsch nach einer eigenen Lokalzeitung. Bei einer Bürgerversammlung am 16. September 1878 wurde die Gründung einer Zeitung für die Bürgermeisterei Velbert und Heiligenhaus beschlossen. Zu den darauffolgenden Besprechungen war August Forsthoff eingeladen, der ab Oktober damit beauftragt wurde das „Velberter Bürgermeistereiblatt“ herauszubringen (19.9.1878). Dieses war lediglich eine Nebenausgabe des „Volksblatt für den Kreis Mettmann“ und wurde zum Ende des Jahres 1887 als „Velberter Zeitung“ eingestellt.

1879 wurde das Volksblatt erneut vergrößert.

Nach dem Tod August Forsthoffs im September 1885, übernahm sein Sohn Ludwig August Ferdinand Forsthoff (aufgeführt als Ferdinand Forsthoff) die Leitung des Volksblatts (17.09.1885) und führte den Verlag unter gleichbleibendem Namen fort. Schon seit einigen Jahren unterstützte dieser den Verlag als Zeitungsredakteur. Er entwickelte die Zeitung weiter und führte u.a. die Rubrik „Rheinland und Westfalen“ ein, um die Lesenden mit Nachrichten aus der Region zu versorgen.

Langenberger Zeitung (1888-1927)

Dem Trend zu Lokalzeitungen folgend, wurde die Zeitung zum 4. April 1888 in „Langenberger Zeitung. Volksblatt für den Kreis Mettmann“ umbenannt.

Im Jahr 1922 zwangen die hohen Papierpreise die deutschen Zeitungsunternehmen zum Anheben der Abonnementspreise oder gar zur Reduktion ihrer Zeitungen. Während viele Zeitungen den finanziellen Herausforderungen nicht standhielten und ihr Erscheinen einstellen mussten, konnte sich die „Langenberger Zeitung“ retten, indem sie ihr Erscheinen auf zweimal wöchentlich herabsetzte (31.08.1922).

Während der Rheinlandbesetzung (14. Januar 1923 bis 30. September 1924 in Langenberg) stand die „Langenberger Zeitung“ wie auch andere Zeitungen unter französischer Zensur. Weil Ferdinand Forsthoff eine Explosion auf der Rheinbrücke in Duisburg-Hochfeld den Belgiern zuschrieb, musste er eine mehrmonatige Haftstrafe ablegen (Linden-Dahlhauser Tageblatt, 28.7.1923). Die Herausgabe der Zeitung blieb zwischen dem 16. Juli 1923 und dem 2. April 1924 verboten, anschließend konnte sie wieder dreimal wöchentlich erscheinen. Für sein Aufbegehren gegen die französische Besatzung wurde Forsthoff 1935 von den Nationalsozialisten mit dem Schlageterschild geehrt.

Als 1926 mit der „Langenberger Morgen-Zeitung“ eine täglich erscheinende Konkurrenz aufkam, sah sich die „Langenberger Zeitung“ ebenfalls wieder täglich zu erscheinen (7.6.1926).

Im November 1927 wurde die „Langenberger Zeitung“ samt Verlag an den Verleger Rudolf Hundt in Hattingen verkauft. Ab dem 24. November 1927 erschien die „Langenberger Zeitung“ im Verlag C. Hundt sel. Wwe als Nebenausgabe der „Hattinger Zeitung“ und wurde in Hattingen gedruckt (Morgen-Zeitung, 25.11.1927). Ferdinand Forsthoff blieb bis 1929 für die „Langenberger Zeitung“ tätig, hauptverantwortlicher Redakteur wurde Carl Zänker.

Titeländerungen:

  • 1865 „Volksblatt für den Kreis Mettmann“
  • 1888 „Langenberger Zeitung. Volksblatt für den Kreis Mettmann“
  • Ab 2. April 1924 „Langenberger Zeitung“
  • 1927 „Langenberger Zeitung. Amtlicher Anzeiger. Tageszeitung und Hauptanzeigenblatt für Langenberg und Umgegend“

Personalia (Auswahl): Rektor Bender, Fritz Hoddick, Walther Stein

Inhalte und politische Ausrichtung

Nationalliberal. Ferdinand Forsthoff gehörte der Deutschen Volkspartei an, für die er in den Kreistag des Kreises Mettmann gewählt wurde (Haaner Volks-Zeitung, 22.1.1926). Ab 1933 unterm Verlag C. Hundt sel. Wwe nationalsozialistisch ausgerichtet.

Zu den Inhalten gehörten Leitartikel, gefolgt von einer Übersicht der Tagesbegebenheiten aus Preußen, Kurhessen, Bremen, Mittel- und Westeuropa, Ägypten, Nordamerika, Russland. Vermischtes mit Meldungen aus der Landwirtschaft, Verkehr, Kultur, Gesellschaft, Erzählungen, Zivilstand, Gedichte, Bekanntmachungen der Bürgermeistereien des Kreises Mettmann, Anzeigen, Fruchtpreise und Geldkurse. Später wurden Depeschen abgedruckt.

Während der Rheinlandbesetzung beteiligte sich die „Langenberger Zeitung“ an den rassistischen Artikeln über die von den Besatzungsmächten eingesetzten schwarzen Kolonialtruppen, die sie als „freie Meinungsäußerung“ vor der Zensur verteidigte (18.6.1920).

Periodizität, Auflage und Format

Periodizität

  • 1865 mi, sa 4-6 Seiten, davon 1 bis 1 ½ Seiten Inserate
  • 1875 dreimal wöchentlich, di , do sa, ab 4. April 1888 mo, mi, fr
  • 1890 viermal wöchentlich
  • Ab 2. Oktober 1899 täglich, außer Sonn- und Feiertage
  • Ab September 1922 zwei mal wöchentlich

Auflage

  • 1927: 2.400 Nach Verkauf an den Verlag C. Hundt sel. Wwe
  • 1929: 2.600
  • 1933: 3.000
  • 1935: 1.979

Beilagen

Nebenausgaben

„Velberter Bürgermeistereiblatt“ / „Velberter Zeitung“. Es besteht kein direkter Zusammenhang mit der von Georg Sinnhoffer in Velbert gegründeten Zeitung, die ab 1888 den Titel „Velberter Zeitung“ trug .

Nachfolger

ab 1927 „Langenberger Zeitung“ im Verlag C. Hundt sel. Wwe. Im Jahr 1936 Umbenennung in „Die Heimat am Mittag, Langenberger Zeitung“

Literatur und Quellen