der deutschsprachigen Presse.V.

1

zewisse Stbrung, und unser Feldtelegraph mußte die abgebrochenen ergänzen. Dies geschah auch so schnell wie möglich.

Lokales und Provinzielles.

4 Arnsberg, 1. Mak. Mit dem heutigen Tage tritt der Sommerfahrplan in Kraft. Die wiederholt erwähnten neuen Zäge werden auch für die Post Aenderungen zur Folge haben, welche Interessenten aus dem im Vorflur des Postamtes aus. hängenden Postbericht ersehen können. Verschiebungen in der Briefkastenleerung werden an den betreffenden Briefkasten an­gebracht.

Arnsberg, 30. April. Rechtliche Wirkungen eines Post anweisungsvermerks. Welch' unangenehme Folgen die Nichtbeachtung der auf Coupons der Postanweisungen enthaltenen schriftlichen Mittheilungen nach sich ziehen kann, beweist folgender Fall, der kürzlich der gerschtlichen Entscheidung unterstand. Ein Schuldner hatte seinem Gläubiger eine Postanweisung übersandt, auf deren Coupon der Vermerk stand:Uebermache Ihnen hier­mit den Betrag meiner Restschuld von 364 Mark und ist hiermit Ihre Rechnung meinerseits vollständig beglichen. Der Empfänger hatte übersehen, den Coupon abzutrennen und forderte nun von dem Schuldner nach Erhebung des angewiesenen Betrages noch weitere 132 Mark. Dieser verweigerte jedoch die Zahlung auf Grund der Annahme der mit dem betr. Vermerk versehenen An­weisung, ein Vorgehen, das zur Klagestellung führte mit dem Er­folge, daß der Empfänger zur Anerkennung der Schuldbegleichung verurtheilt wurde. Der Betreffende hat gegen dieses Urtheil Be­rufung eingelegt.

Werl, 29. April.(Soolbad.) Das Soolbad Werl wird, um vielseitigen Wünschen nachzukommen, statt, wie in früheren Jahren am 15. Mai, bereits am 1. Mai die diesjährige Saison eröffnen. Es werden Bäder von Morgens 9 Uhr bis 12 Uhr verabreicht werden. Von 15 Mai ab werden dann wieder den ganzen Tag hindurch Bäder gegeben werden.

t. Niedereimer, 29. April. An Stelle des verstorbenen Fürsters Herrn Aug. Meyer wurde Herr Gutsbesitzer Fr. Bien­stein zum Hauptmann des hiesigen Kriegervereins, als dessen Stellvertreter Herr Förster Schnettler gewählt.

t. Hüsten, 29. April. Nach Anstellung eines vierten Geist­

lichen tritt vom nächsten Sonntage ab in unserer Pfarrkirche eine anderweitige Gottesdienst=Ordnung in Kraft. Darnach beginnt an den Sonn= und Feiertagen die erste hl. Messe um 6 Uhr, die Frühmesse mit Predigt um ½8 Uhr; um 9 Uhr ist die hl. Messe vorzüglich für die Schulkinder und ¼ nach 10 Uhr das Hochamt mit Predigt.

t. Herdringen, 29. April. Gestern Nachmittag fand hier im Locale des Herrn Gastwirths Schmitz eine Zusammenkunft der Mitglieder des Bienenzucht=Vereins Hüsten=Neheim und Umgegend statt. Allgemein war die Klage, daß in letzter Zeit so mancher Bienenstamm eingegangen sei. Die eingetretene milde Frühlings­lust und der nun eintretende reiche Blüthensegen wird hoffentlich Trost bringen. Im Juni findet die nächste Zusammenkunft statt.

&am Warstein, 29. April. Die hiesigen Bilsteinhöhlen, einzig in ihrer Art durch 250 Wassergasflammen beleuchtet, werden am Donnerstag den 16. Mai d. J. wieder eröffnet. Für Naturfreunde dürfte es kaum einen lohnenderen und interessanteren Ausflug geben, als nach der inmitten tausendjährigen und wild­reichen Hochwaldes gelegenen Tropfsteinhöhle. Funde der verschie­densten vorweltlichen Thiere, Artefacten usw. von höchstem wissen­schaftlichen Werthe sind in einem besonderen Museum an der Vohle ausgestellt. Gestern Abend fand im Gesellenhause eine Versammlung zwecks Vorbesprechung des Empfanges des Lechpürdigsten Herin Weihbischofes Dr. Augustinus Goael am 12. Mai er. statt. Die Vorstände sämmtlicher Vereine waren vertreten und betheiligen sich dieselben mit Fahne an der Abholung des hochwürdigsten Herrn von Belecke. Der genannte Herr war früher Pastor von Warstein. Größere Arbeiten werden in diesem Jahre von der hiesigen Stadtverwaltung vergeben. Der Erweiterungsbau des hiesigen Rathhauses, veran­schlagt zu ca. 40000 Mk.; Erweiterung der Wasserleitung, veran­schlagt zu ca. 35000 Mk:, eine ca. 1500 m lange Trottoiranlage aus Mosaikpflaster werden ausgeführt. Zudem wird eine neue Straßen= und Hausnummerirung vorgenommen. Unser Städtchen erhält allmählich an Stelle des ländlichen ein mehr städtisches

Ich Warstein, 30. Aprli. Auf der Auerhahnenbalz in der hies. Jagd wurden vor einigen Tagen 2 Auerhähne, gegen 4 im Vorjahre, erlegt. Die Abnahme ist der Anfangs April herrschenden rauhen Witterung zuzuschreiben. Zu den Seltensheiten dürfte es gehören, daß ein Ziegenlämmchen mit nur 3 Füßen zur Welt Hier ist dieser Vorfall passirt. Das linke Hinterbein fehlt,

jevoch schäbet dieses dem Thierchen nicht, und hüpft dasselbe mit

seinen 3 Beinen munter umher.

Soest, 29. April. Der heutige Viehmarkt war mit 40 Pferden, 1 Esel, 70 Kühen und Rindern sowie etwa 700 Schweinen betrieben. Die Pferde waren mittlere Arbeitspferde und Schlacht­waare, der Handel flau. Der Rindviehmarkt war mit Weidevieh gut betrieben, die Preise waren gegen den vor 8 Tagen erst ab­gehaltenen Markt etwas gewichen, der Umsatz nur mäßig. Weide­kühe kosteten 200 bis 250 Mk. Der Schweinehandel ging bei gewichenen Preisen, 3 Mk. bei Ferkeln für die Lebenswoche, lang­sam. Zum Schaf= und Hammelmarkt waren 2215 Thiere aufgetrieben in 23 Heerden, unter denen sich 3 als seucheverdächtig erwiesen. Namentlich rheinische Händler fehlten, der Handel war

4551 Woi. füre Paar beaghi. ür dltere Hämmel

Menden, 30. April. Augenblicklich ist man damit beschäftigt, Hochaltar in der im vorigen Jahre herrlich decorirten

gleich beim ersten Auftreten der Krankheit acht prächtige Thiere geschlachtet werden, so ist nun auch noch durch den Departements=Thierarzt von Arnsberg die Tödtung der übrigen Thiere, etwa 10 Stück, angeordnet worden. Herr Hötten batte durchweg gute Thiere, theilweise sogar Pracht­exemplare. Wenn auch der Staat den größten Theil des Schadens trägt, so ist der Schaden für den Besitzer doch noch ein großer. Als Ersatz uind Zugochsen beschafft worden, dieselben wurden aus Waldeck bezogen.

Dortmund, 28. April. Im benachbarter Lünen erkrankten mehrere Kinder einer Familie an Vergiftungserscheinungen. Wie jetzt ermittelt ist, haben die Kinder Schirling gegessen. Ein Kind ist bereits gestorben, während man hofft, die übrigen am Leben erhalten zu können.

Dortmund, 29. April. Am 27. d. Mts. starb in Lugano, wo er Erholung von langem Leiden suchte, der Landgerichtsdirector Wiethaus zu Dortmund. Derselbe war eine in den weitesten Kreisen der Provinz bekannte und beliebte Persönlichkeit. Er hat sich insbesondere um den Sauerländischen Gebirgs=Verein sehr verdient gemacht. Sein Tod erregt hier allgemein lebhaftes Bedauern.

Dortmund, 29. April. Als Samstag Abend um 11¾ Uhr der Schnellzug 5 Köln=Berlin in der Nähe der Dorstfelderbrücke angelangt war, fand sich quer über die Schienen eine Schwelle

gelegt. Das Hinderniß mußte erst weggeräumt werden, wodurch der Zug ca. 15 Minuten Verspätung erlitt. Die Maschine

den

Pfarrkirche zu polychromiren. Diese Arbeit, welche von dem Kirchenmaler Herrn Kersten ausgeführt wird, muß bis zum Schutzengelfeste d. J. vollendet sein, da an diesem Tage unser hochw. Pfarrer und Landdechant Röper sein goldenes Priester­jubiläum feiert. 6

Schwerte, 29. April. Von einem Unglücksfall wurde gestern ein junger Mann von hier betroffen. Derselbe hatte gestern Nachmittag mit nech zwei Freunden eine Radtour nach auswärts unternommen. In dem

sorse Holzen kam derselbe so unglücklich zu Fall, daß er mit dem Gesicht auf einen Chausseestein aufschlug. Der Unglückliche hat sehr schwere

an eiuen. Das game, Gescht in gerschmnden, Iammtüiche ihne ftus ausgebrochen und auch der Gaumen und das rechte Auge verletzt. Gestern sind hier mehrere falsche Zweimarkstücke, die das Bildmiß Kaiser Wilhelm II, die Jahreszahl 1893 und das Münz­zeichen A hatten, festgehalten. Durch die dunklere Farbe des Metalls waren dieselden nur von den echten Stücken zu unterscheiden.

Unna(Kreis Hamm), 28 April. Bei der Vergebung der Verlegung von 11000 laufenden Metern Röhren zur Anlage der Wasserleitung von hier nachKönigsborn betrug die Höchstforde­rung 53 110 Mk., die Niedrigstforderung 17 106 Mk., die Differenz somtt 36 000 Mi.

Hamm, 29. April. Welchen Einfluß die kürzlich vom Stadtver­ordnetenkollegium beschlossene nochmalige Uebernahme des Schul­defizits beider Societäten für ein Jahr auf den Steuersatz der hiesigen Bärger eusüt; mögen nachstehende Ziffern beweisen: Ohne Uebernadme dis Somlbesigits auf den Kommumal=Erat, wie es die Stadtverordneten

eichessen hatten, betrugen Menrastener 77 POt., zu

#6l., wozs dv Schulstener noch 112 pl: und 56

pCr. kamen, in Samma 189 plt. Einkowmen= und 171 pEr. Kealsteuer­wsclag. Bei den Katholiken detrugen die Ziffern für die Schulsteuern pOt. und 108 pEt.(bei gleichem Kommunalsteuersatz), was in Summa 228 pEt. Einkommensteuer= und 233 pCt. Realsteuerzuschlag ergeden grus. Für dieses Jahr werden für jede Konfession insgesammt 150 pCt. Ealzmmenstener= und 170 pCt. Realsteurizuschlag erhoben, ein Resaltat. 6-#g,#.# pichung, dr. Vorenseg iu

ursprünglich in ihrer Jannar=Versammlung beschlo für die Brotestanten die Zuschläge zur Einkommer den Realstenern 115 pCt., wozn in Schulsteuer###

ich die Mitderanziehung, der Forensen zur S Dus dir Forensen beziffert sich der Betrag, mer beitragen, auf 120000 M. Bis zum und den Verdandlungen betr. der Kommunalisierung

Scheistrur goielt #, mit dem sie der

der Rommamalmerung der Schulen eine

kes Duun

in den Verdandlungen betr.

Aebe. u. Uurt. u. Geteushe ben minr iem Brchchchahe

Ouen arge Verwüsungen angerschick. Moßten

Zug ca, 15 Minuten Verspätung erlitt. Die Maschine war

durch den Anprau etwas beschädigt worden. Ohne Zweifel hatte man es auf eine Entgleisung des Schnellzuges abgesehen und ist anzunehmen, daß mit den Bahnverhältnissen an der Dorstfelder­brücke bekannte Personen dabei im Spiele sind.

Courl, 28. April. Gestern Nachmittag wurde in unmittel barer Nähe des hiesigen Friedhofs, in der Waldung des Freiherrn von Böselager, der Arbeiter Jacob Rodt an einer kleinen Fichte in sitzender Stellung erhängt aufgefunden. Derselbe hatte sich, bevor er einige Tageblau gemacht, am 22. d. Mts. aus seinem Quartier von Husen entfernt und war seit der Zeit nicht wieder gesehen worden. Er war seit mehreren Jahren dem Schnapsteufel verfallen. Derselbe wurde in einem Schuppen hierfelbst untergebracht.

Halver, 28. April. Bei dem gestrigen Abendgewitter schlug der Blitz in den sehr hohen Thurm der hiesigen evangelischen Kirche und zündete. Der Feuerwehr gelang es, das Feuer bald zu löschen. Es ist dies innerhalb zweier Jahre das dritte Mal, daß die Kirche in Gefahr steht, abzubrennen. Im Juni 1899 war sie durch Unvorsichtigkeit in Brand gerathen, und im August vorigen Jahres schlug der Blitz in den Thurm.

Schwelm, 28. April. Einen Hundertmarkschein fanden auf dem hiesigen Güterbahnhof zwei dortselbst mit Kohlenabfuhr beschäftigte Tage­löhner sowie ein Fuhrmann. Sofort wurde die Arbeit eingestellt, das Geld getheilt und alsdann in Saus und Braus gelebt. Inzwischen wurde aber unsere Polizei auf das üppige Leben des für gewöhnlich mit irdischen Gütern wenig gesegneten Kleeblattes aufmerksam und stellte Nachforschungen an, wobei sich dann herausstellte, daß die drei lustigen Brüder bei einem Wirthe in der Schulstraße einen Bläuling hatten wechseln lassen. Es wurde demzufolge bei dem Kleeblatt eine eingehende haussuchung vorgenommen und hierbei drei Portemonnaies mit einem Inhalt von 77.10 M. beschlagnahmt. Einer wurde, da er augenblicklich ohne Arbeit ist, in Haft genommen. Der Verlierer des Geldes ist ein Komptoirbote eines hiesigen Werkes. Dem Kleeblatt wird der Prozeß wegen Fundunterschlagung gemacht werden.

Wanne, 29. April. Unser Pfarrer Hermann Hertkens ist gestern Mittag in Folge einer Blinddarmentzündung nach kurzer Krankheit gestorben. Geboren am 21. October 1860 zu Dortmund, zum Priester geweiht am 15. August 1887 war der nunmehr Ver­storbene lange Jahre Hauszeistlicher an der Schloßcapelle in dringen, bis er vor etwa 2 Jahren zum Pfarrer in Wanne er­nannt wurde. Dort hat er in kurzer Zeit unter schwierigen Ver­hältnissen die Liebe der Gemeindemitglieder in hohem Maße sich zu erwerben gewußt. Er war ein Priester nach dem Herzen Gottes, gewissenhaft und eifrig in seinem Berufe, aneisernd durch sein Wort und sein Beispiel. Noch am Donnerstag führte er die Markus=Procession um die Kirche herum. Am Samstag reichte ihm Herr Pastor Schneider=Eickel die hl. Sterbesakramente. Ein Bruder des Verstorbenen ist der Herr Oberpfarrer Johann Hert­kens in der Erzdiöcese Köln, ein anderer Bruder ist an der kath. Volksschule in Dortmund Hauptlehrer.

Camen, 28. April. Auf dem Klosterwege scheute ein Gespann des Gutsbesitzers Schulze=Velmede, das in einen leeren Frachtwagen ging. Die rasenden Thiere nahmen ihre Richtung nach der Bahnhofsstraße zu. In der Nähe des Pastoratgartens collidirte der Wagen mit einem dort haltenden Kalkwagen, ein Vorderrad desselben zertrümmernd. Auf der Bahnhofsstraße stürzten die Pferde. Durch die Geistesgegen wart eines hiesigen Herrn wurden zwei Kinder dem sicheren Tode entrissen. Wie wir hören, soll den Fuhrmann keine Schuld treffen.

Köln, 29. April. Heute kam wieder ein sogenannter Kölner Sternberg=Proceß vor der Strafkammer zur Aburtheilung. Der Maler Joh. Karl Sanden war wegen zweier Fälle angeklagt. Der erste Fall wurde nicht erwiesen, wegen des zweiten Falles, der sich mit der 12jährigen(!) Katharina Hölterhoff in einem Gartenlocale abgespielt hatte, erkannte das Gericht unter An­nahme mildernder Umstände auf 6 Monate Gefängniß. Der Präsident bemerkte, daß die als Zeugen geladenen Kinder derart sittlich verkommen seien, daß sie eine öffentliche Gefahr bildeten. Die verkommenen Mädchen seien förmlich auf den Männerfang ausgegangen. Sie hatten eine vollständige Börse.

Bonn, 28. April. Gestern Abend erschoß sich in einem Ab­theil erster Klasse des Zuges, der um 8 Uhr 40 Min. Abends von Köln abfährt, kurz vor der Station Bonn, der Privatlehrer Zimmermann aus Köln. Die Leiche wurde in Bonn aus dem Zuge gebracht und nach dem Leichenhaus auf dem Kirchhof ge­schafft. Der Selbstmörder hatte auf einem Zettel, der sich in den Kleidern fand, angegeben, daß er wegen großen Geldverlustes und dann, weil ein Mörder ihn verfolge, den Tod suche.

Aachen, 29. April. Die Explosion auf Nordstern bei Herzogenrath hat sich als noch weit schwerer herausgestellt, als man ansänglich angenommen hatte. Außer den zwei sofort Ge­tödteten sind im Krankenhause zu Bargenberg in den letzten Tagen noch 5 Leute ihren Verletzungen erlegen, so daß unter den 13 von dem Unglück betroffenen schon jetzt 7 Todte zu zählen sind. Für zwei weitere schwer Verletzte wird ebenfalls das Schlimmste befürchtet und nur 3 dürften wahrscheinlich mit dem Leben davon kommen. Es ist nun definitiv festgestellt, daß die Explosion durch leichtfertiges Oeffnen einer Grubenlampe er­folgt ist.

Kassel, 30. April. Der Gymnasialdirektor Adolf Reimann wurde mit einem Revolverschuß im Kopf todt in seinem Wohnzimmer aufgefunden. Od Selbstmord oder Unglücksfall vorliegt, ist noch nicht aufgeklärt. Der Erschossene war hochgradig nervös.

keit gegen einen Straßenbahnwagen. Lais kam unter den Straßen­bahnwagen zu liegen und wurde zermalmt. Sein Begleiter erlitt schwere Verletzungen. Den Straßenbahnführer soll, wie Augen­zeugen versichern, keine Schuld treffen.

* Berlin, 29. April. Angesichts der Thatsache, daß ein ge­naues Studium des Brandes in Griesheim für die Feuerwehren namentlich in den Städten mit großen Fabriken von weitester Be­deutung ist, begeben sich zwei Brandinspectoren, einer aus Berlin und einer aus Schöneberg, dienstlich nach der Unglücksstätte in

Berlit, 29. April. Der Hoteldieb Kurt Wächter, der Mitte vieses Monats einem Schiffscapitän in Stettin sein ganzes Vermögen von 35000 Mark stahl und am nächsten Tage in Berlin bei einem Zechgelage in einem Hotel Eichendorffstraße von der hiesigen Criminalpolizei festgenommen wurde, hat nach

wiederholten Verhören im Untersuchungsgericht und auf dem Po­lizespräsidium ein umfassendes Geständniß abgelegt. Der mittel­

Vermischtes.

* Berlin, 30. April. Der Kronprinz ist nicht der erste, der zum Studium der Jurisprudenz zugelassen wird, obgleich er weder das Gymnasium besucht noch ene Nachprüfung im Griechi­schen abgelegt hat. Der jetzige Landgerichtsrath Ehmcke hatte als Realschulabiturient den Krieg von 1870 mitgemacht und dabei ein Bein verloren. Er studirte nach dem Kriege zuerst Natur. wissenschaften und erhielt später im Jahre 1872 vom Unterrichts­minister die Erlaubniß, sich ohne jedes Nachexamen als Jurist immatrieuliren zu dürfen. Ein besonderer Erlaß des Justiz= ministers bestimmte später, daß Ehmcke ausnahmsweise zur Reserendars=Prüfung zuzulaffen sei, auch ohne den gesetzlichen Bedingungen für die Zulassung zu diesem Examen genügt zu haben. 8222 ­

* Berlin, 49. aprik. Bestern Vormittag unternahm der Kaufmann Lais, der in einer Nccumulatorenfabrik als Procurist chätig ist, eine Automobilfahrt. Als er eben aus dem Thore war, bemerkte er, daß ein Knabe sich an das Gefährt angehängt hatte Um diesen zu vertreiben, drehte er sich um, verlor aber dabei die Herrschaft über seinen Magen. Dieser lief mit voller Geschwindig.

große schmächtige Mann, der stets Lackschuhe und Klapphut trug und in den besten Hotels wohnte, stahl in der Regel, wie auch in Stettin, ganze Koffer, um sich erst später von dem Inhalt zu überzeugen. Dabei erlebte er denn sehr oft Enttäuschungen, in­dem er nichts fand, als einige Wäschestücke, für ihn werthlose Papiere und dergl. m. Sein größter Schlag war der Stettiner. Auch in Hannover und anderen Städtenarbeitete er. Manche Diebstähle mögen wohl gar nicht zur Anzeige gekommen sein. In Berlin führte Wächter nach seinem Geständniß 10 aus, zum Theil in Hotels, zum Theil in großen Restaurationen. Auch Ge­legenheitsdiebstähle anderer Art verschmähte er nicht.

* Berlin, 29. April. Der frühere Buchhändler und Schrift­steller Adolf Brand, der im vorigen Jahre wegen Beleidigung des Centrumsführers Dr. Lieber, auf den er vor dem Reichs­tagsgebäude einen thätlichen Angriff machte, zu 1 Jahr Gefängniß verurtheilt war, ist auf besonderen Wunsch Dr. Liebers begna­digt, nachdem er 9 Monate seiner Strafe abgesessen hatte.

* Berlin, 29. April. Eine furchtbare Katastrophe wird derNational­Zeitung aus Paschkent berichtet. In dem Zirkus Cirrili waren gegen 3000 Zuschauer, als sich plötzlich unter dem Dach Feuer zeigte. Es ent­stand eine schreckliche Panik unter dem Publikum. Alles drängte nach den Ausgängen. Viele Zuschauer stürzten von den oberen Rängen auf das Paterrepublikum herab, sodaß ein riesiger Knäuel entstand, über welchen die Menge in wilder Hast hinweg eilte. 32 Personen wurden erdrückt und gegen 150 erlitten mehr oder minderschwere Körperverletz­ungen. Erst nach einigen Stunden gelang es der Feuerwehr und dem requirirten Militär, das Feuer zu löschen.

* Der Sabberbecher von Letzlingen. Der Humor des Kaisers und seiner waidmännischen Genossen, so erzählt dieKüche, pflegt in der Hirschburg, dem alten Jagdschloß von Letzlingen, bei dem gemüthlichen abendlichen Beisammensein der Jagdgesellschaft durch einen alten Trinkbecher wesentlich bereichert zu werden. Dieser von König Friedrich Wilhelm III. stammende Becher besteht aus dem Stangenende eines starken Hirschgeweihes, dessen ausge­höhlte Krone einen silbernen Becher hält, der mehr als eine halbe Flasche Champagner fassen kann. Die auf einer silbernen Platte an dem Geweihbecher angebrachte Inschrift besagt Folgendes: Von Sr. Majestät dem König an Ihre Majestät die Königin. Mit der Bitte, gnädigst gestatten zu wollen, daß dieser proble­matische Becher bei den großen Jagdpartieen in Ihrer Majestät Namen den Jagdjüngsten vorgesetzt werde, um auf Ihrer Maje­stät Gesundheit zu trinken, ohne sich zu besabbern. Fritz. Letzteres ist nämlich der Humor davon. Der Rand des Bechers liegt zwischen der Gabel des Geweihes und kann nur erreicht werden, indem man das Gesicht zwischen die Gabel zwängt. Wer nun mit Pausbacken begabt oder von Natur etwas ungeschickt ist, wird sich beim Trinken begießen. Bei der Jagdtafel wird nun dieser Becher den jüngsten Jagdgästen überreicht und sie müssen ihn vor dem Kaiser stehend unter Aufmerken der ganzen Jagdgesellschaft auf das Wohl der Landesmutter leeren, ohne sich zu besabbern. Gelingt ihnen das, so sind sie gebührender Aner­kennung sicher, andernfalls gibt derproblematische Becher zu vielem Scherz und Gelächter Anlaß. Als der Junker Otto von Bismarck in den vierziger Jahren zum ersten Male Gast seines Königs in Letzlingen war, wurde ihm derSabberbecher, der nach seiner Erzählung etwa ¾ Weinflasche faßt, mit eiskaltem Champagner gefüllt, dargereicht. Er leerte ihn vorschriftsmäßig und sagte befriedigt:Noch einen!, worüber Friedrich Wilhelm IV. sehr erschrak. Letzten Herbst, am 30. December 1900, der letzten Jagd in Letzlingen, sind Kronprinz Wilhelm und Prinz Albrecht dieser Pflicht nach allen Regeln der Kunst, zur Freude der ganzen hohen Jagdgesellschaft, prompt nachgekommen.

* Spremberg, 29. April. Die Gustav Notschke'schen Fabrik­gebäude, in dem sich eine Spinnerei und Weberei befindet, sind völlig abgebrannt. Die in den unteren Sälen beschäftigten Spinner konnten sich nur mit knapper Noth retten. Der Spinnermeister und ein Spinner erlitten schwere Brandwunden. Der Material= schaden ist enorm.

Breslau, 29. April. Wie derSchles. Ztg. gemeldet wird, haben in den letzten Tagen in verschiedenen russisch=polnischen Grenzorten Verhaftungen stattgefunden, deren Zahl bereits 140 erreicht haben soll. Anlaß zu denselben habe die Beschlagnahme socialdemokratischer Flugblätter gegeben, welche am 1. Mai ver­theilt werden sollten. In den betr. Ortschaften ist zur Aufrecht­erhaltung der Ordnung Militär eingetroffen.

* Osnabrück, 29. April. In der letzten Sitzung der Com­missionsvorstände, an welcher auch der Vorsitzende des Central= Comites der Generalversammlung der Katholiken Deutschlands,

zu Vischering, und Prälat Dr. Hülskamp=Münster Theil nahmen, wurde lautOsn. Volksztg. als Zeitpunkt des dies­jährigen hier stattfindenden Katholikentages der 25. August fest­gesetzt.

* Hamburg, 29. April. Der DampferAngola ist bei den Philippinen auf ein Riff gestoßen. Fünfzehn Personen sind er­trunken.

* Ein Beteran der deutschen Turnkunst, der schon seit Jahren in Heidelberg als Privatmann lebende Dr. phil. Karl Waßmannsdorff, beging am 24. April unter freudiger Antheil­nahme der gesammten deutschen Turnerschaft seinen 80. Geburts­tag. Waßmannsdorff, ein geborener Berliner, ist einer der We­nigen, die noch in unmittelbaren persönlichen Beziehungen zum Turnvater Jahn gestanden, einer der Wenigen, die beinahe die ganze Entwickelung der Turnsache mit eigenen Augen gesehen und mit eigener Kraft gefördert haben. Namentlich auf schriftstellerischem Gebiete hat er unablässig und überaus fruchtbar für die gute Sache gewirkt; gerade ihm verdankt die deutsche Turnerei den größten Theil ihres Wortschatzes. Die Heidelberger Turnerschaft veran­staltete dem Jubilar zu Ehren Abends einen großen Fackelzug, dem sich später ein Banket anschloß. Von auswärts aber trafen

unzählige Glückwunschtelegramme und sonstige Beweise der Liebe rehrung, die dem 80jähr. von der deutschen Turnerwelt entgegengebracht wird, ein.

* Ludwigshasen, 29. April. Trotzdem vor einigen Wochen ein Viehtreiber, Namens Damian, als berüchtigter Aufschlitzer ver­haftet worden war, erfolgten noch weitere Unthaten. Gestern gelang es zwei als Mädchen verkleideten Criminalbeamten, den wirklichen Thäter auf frischer That festzunehmen. Er wurde überrascht, als er an dem alten Rangierbahnhofe in dem Straßen­graben mit gezücktem Messer auf der Lauer lag. Einem der Schutzleute gelang es, ihm sofort das Messer zu entwinden, wo­rauf er dann dingfest gemacht wurde. Damian konnte nur des Nothzuchtverbrechens überführt werden.

* Lemberg, 29. April. Der armenisch=katholische Erzbischof Isakowiet ist gestorben.

Lemberg, 29. April. Ein Trupp Arbeitsloser plünderte heute Vormittag die Brotverkaufsstände auf dem Marktplatz und zog sodann nach dem Ringplatz, wo er unter den Rufengebet uns Arbeit und Brot die Marktbuden angriff. Trotzdem der Bürger­meister und der Statthalter den bei ihnen erschienenen Abord­nungen Arbeit in Aussicht stellten, zog ein Trupp Arbeitsloser durch die Straßen und warf zahlreiche Fenster von Kaufläden und

anderen Häusern ein. quirirt. Um 2 Uhr

* Wien, 29. Bucharest: Einer de Braila, Carnevali, h renzen sind auf fünf in Bucharest herrscht

* Rom, 26. Ap zeitigen Kassenrev bank ein Fehlbetrag Kassirer Pesce, der institutes ist, und no hat es vorgezogen, da die um ihren Spar sehr groß.

* Cannes, 29. Batterien Artillerie, Kantonnementsquarti Nacht Feuer aus. A verletzt.

* Christiania, Trauungen eine neue Bräuten und solchen erregen muß. Die gerechte Mißvergnüg Worte vorkamen, di Gegen diesen unwü agitirt worden, bis: können sich in Norw der neuen Ordnung, lassen.

* Petersburg, Nacht auf den 17. A. 1000 Häuser unter Schaden an. Es sol sein. Viel Vieh ertr arbeiten sehr erschwer Wasser zu fallen.

* Sosia, 29. April. gegen die jüdischen selben drangen in das deren fünf schwer verlet Tag andauerten, mach Ordnung.

* Frau Botha, die in den letzten zwischen ihrem Gem­Lord Kitchener genan im Oranje=Freistaate Emmett geboren. I lutionärs Robert um im Kriege gegen die1 einer sehr kritischen L Insel Irland gegend revolutionäre Bewegi welcher in die Hände Kriegsgerichte als Ver Seine Witwe wander! afrika aus und ließ eine hervorragend sch und zeichnet sich unte Toilette aus, die viel Frauen der Generale mus steht sie niemand gebung Krüger's über sich bestätigen sollte, Bedingungen rathen Burenrepubliken nicht

* Sydney, 29. Ap und sein Sekretär wurde:

7. Ziehung 4. Klo

lehung vom Nur die Gewinne u Nummer

314 51 435 649 51 141 294(3000) 314 902 3014 62 315 42 214 343 636 93 702 804 6276 403 5 577 606 34 91 728 38 44 C 110 34 315 78(1000 0072 239 803 47 759 875 12016 47 I 460 547 681 99 737 669 80 909 14062 390 522 646 730 858 17019 45 235 366 82 272 81 826 942 20102 269 338 45 45 89 319 457 547 98 541 753 832 99 944 553 609 27 756 808 9 26 90 802 949 2510 (3000] 203 37 41 604 64 99 769 845 918 6 440 52(500) 68 532 351 429 571 623 31 30061 329 49 416 420 38 532 670 95 99 56 351 59 408 597 76 35 94 643 15001 83 7! 517 66 693 981 3508 75 800 18 36020 170 62 706 31 37125 88 708 38004 46 66 18 39159 84 262 718 76 40032 71 182 23 91 974 41190 275 80 497 623 768 817 1500) 68 477 516 39 780 90 366 376 5 018 4504 135(1000

47222 521 45 671 94 800 49083 88 40 50244 458 644 92. 402 73 110001 717 66 612 79 849 902 530 10001 625 885 943 89 115 207 513 923 93 550 625 39 765 85 814 59016 190 234 60108 36 281 348 470 638 79 707 42 879 288 358 69 413 611 4 382 515 93 745 959 66182 306 429 688 9 738 55 876 68120 27

ger s

72049 116 55 319 56 933 68 74139 425 74 71 773 76127 60 93 2 58 368 584 90 656 947. 15001 604 91 774 869 80056 102 20 24 255 86 91 308 598 74 83026 84 93 167 304 73 340 44 411 511 602. 388 430 580 92 674 7: 214(500] 48 87180 319 473 631 952 890 90006 93 138 295 614 893 92045 74 34 1500) 33 117(3000) 30 44 86 304 496 681 77 322 414 578 633 40 5 609 77 94 752 9701 852 923 63 67 70 9 66 831 79

198. 122 218

P g6 239 40

316 474 5

m 75=02 803 073 82 309159 200 74 3

106003 65 164 259 7 609 22 108006 227 955 109112 54 98

706 76 803 62 945

1 10020 31 451

300 10 424 586 90 971 P

1401.00