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Sauerländischer Anzeiger

Bestandhaltende Institution

Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

Geschichte und Entwicklung, Verbreitung

1842 übernahm der Briloner Buchdrucker Meyer gt. Moritz Friedländer (1822-1911) den Verlag des seit 1837 erscheinenden „Wochenblattes für den Kreis Brilon“. Ab Januar 1851 erschien die Zeitung dann in vergrößertem Format unter dem neuen Titel „Sauerländische Anzeiger“ als Wochen- und Amtsblatt für die Kreise Brilon, Büren und Stadt- und Amt Rüthen. Moritz Friedländer entstammte einer weithin angesehenen jüdischen Familie; er wird der fortschrittlich-liberalen Richtung innerhalb des westfälischen Judentums zugerechnet.

Politische Ausrichtung, Periodizität, Auflagenhöhe

Der „Sauerländische Anzeiger“ erschien zunächst zwei-, ab 1852 dreimal in der Woche und galt als „regierungsfreundlich“, auch wenn Verleger Friedländer während der Kulturkampfzeit den Bezug der regierungsamtlichen Provinzial-Korrespondenz verweigerte. Der aufkommenden Zentrumspresse hatte Friedländer mit seiner Zeitung allerdings auf die Dauer wenig entgegenzusetzen. Die Auflage wurde 1899 mit etwa 300 Exemplaren beziffert, hauptsächliche Bezieher waren Behörden und Beamte. Die schwindende Anziehungskraft ist auch im Zeitungstitel ablesbar: ab 1897 fungierte der „Sauerländische Anzeiger“ nur noch als Amtsblatt für den Kreis Brilon. Mit Jahresende 1904 stellte der Siegbert Friedländer (1863-1905), ein Sohn des Zeitungsgründers, das Erscheinen des „Sauerländischen Anzeigers“ wegen mangelnder Rentabilität ein.

Beschreibung verfasst von

Wilhelm Grabe (2018), Stadt- und Kreisarchiv Paderborn