T— Erscheint wöchentlich 6 mal. Publikations=Organ des Stadtkreises Bocholt, des Landratsamtes und des Finanzamtes Borken und der Amter Rhede, Dingden und LiedernWerth. Bezugspreis: Durch Boten monatlich.80 Ml., von der Geichtstsstelle adgche wöchentlich.40 Einzelpreis 0,10 Mt. bolt Öffentlicher Anzeiger des Stadtkreises Bocholt und des angrenzenden Niederrheins, Ferneuf 2991. Postscheckkonte Dortmund Nr. 21 770. zugleich Abend=Zeitung für Vorken, Rhede und Umgegend. Verantwortlich für den allge meinen Teil: Hermann Büssing, Bocholt, für den Anzeigenteil: Richard Gagg, Bocholt. Anzeigenpreis: Der 37 mm breite, 1 mm hohe Raum kostet im Verbreitungsgebiet: Familien= und kleine Anzeigen 6 Pfg. für Geschäfts=, Vergnügungs= und Vereins=Anzeigen 7 Pfg., für behördliche und amtliche Anzeigen 10 Pfg., für auswärtige Anzeigen 12 Pfg. Bei Nichtbarzahlung erhöhen sich die Preise um 10 Proz. Schluß der Anzeigen=Annahme: Größere vorm. 10 Uhr, kleinere nachm. 2 Uhr. 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Im Laufe der Unterredung kam dann eine ganze Reihe Deutschland und Frankreich interessierender Fragen zur Sprache, wobei insbesondere die gegenwärtig schwebenden Verhandlungen über den Abschluß eines deutsch=französischen provisorischen Handelsvertrages einen breiten Raum einnahmen. portun sei, über den Willen der interessierten Parteien hinweg den Völkerbund mit deren Angelegenheiten zu betrauen. Es habe gewisse Vorteile, jede internationale Schwierigkeit, die auf normalem diplomatischen Wege geregelt werden könne, außerhalb des Völkerbundes zu behandeln, bevor sie eine wirkliche Gefahr für den Frieden darstelle. Journalisten gegenüber ergänzte Briand seine, in dem Brief an de Jouvenel zum Ausdruck gebrachte Auffassung noch dahin, daß der Völkerbund die ernstesten und heikelsten Fragen gelöst habe. Frankreichs Rolle im Völkerbund bestehe in der Verteidigung des Rechtes der kleinen Nationen. Zum Schluß erklärte Briand, daß der Völkerbund in seiner heutigen Gestalt ohne Zweifel nicht ohne Fehler sei. Er bilde aber den einzigen gegenwärtig bestehenden Schutz gegen die Kriegsgefahren. Brianös Vorschläge vom Ministerrat gebilligt. 10. Aug.(Radio.) Nach dem„Matin“ hat der gestrige Ministerrat einmütig die Vorschläge Briands über die Zahl der im besetzten Gebiet beizubehaltenden Besatzungstruppen gebilligt. Auch Marschall Petain und General Guilleaumat sollen mit der Regierung in allen Punkten übereinstimmen. Zu den Besprechungen im gestrigen Ministerrat über die Frage der alliierten Truppenstärke im Rheinlande will das„Petit Journal“ ergänzend mitteilen können, daß die vom französischen Generalstab gemachten Vorschläge es Briand gestatten würden, bei der nächsten Genfer Konferenz zu beweisen, daß Frankreich eine Politik der Entspannung und Verständigung verfolge. Die Pariser Presse zum Verzicht de Jouvenels. Paris, 10. Aug.(Radio.) Der Verzicht de Jouvenels, im September nach Genf zu gehen und der anschließende Briefwechsel zwischen ihm und Außenminister Briand findet in der heutigen Morgenpresse ein lebhaftes Echo. Die Rechtsblätter konstruieren aus der Polemik einen Gegensatz zwischen Genf u. Locarno. So erklärt im„Echo de Paris“ Pertinax, unter der Notlandung und Verhaftung eines deutschen Fliegers in Belgien. Essen, 9. Aug. Erst heute wird folgendes bekannt: Der deutsche Verkehrsflieger Noack, der mit Sonderauftrag am vergangenen Samstag über Essen=Mülheim nach Paris flog, wurde durch Motordefekt gezwungen, auf belgischem Gebiet bei Namur notzulanden. Auf Befehl des Staatsanwalts wurde er, ohne verhört zu sein, in das Gefängnis(nicht Polizeigewahrsam) von Namur eingeliefert. Wie ein gemeiner Vertrecher mußte er sich auskleiden, untersuchen lassen usw. Die dankenswerte Intervention des Brüsseler Vertreters der französischen Fluggesellschaft Farman wußte man durch Verschleppung zu verhindern. Das Telegramm an Noack wurde erst viele Stunden später bei der Entlassung Noacks ausgeliefert. Ein bezahltes dringendes Telegramm Noacks an seine Flugleitung ist bis heute nicht eingetroffen. Nach dreißigstündigem Aufenthalt wurde Noack, ohne ein Wort dr Entschuldigung und ohne daß ihm die Gründe für seine Verhaftung mitgeteilt wurden, entlassen. Man ließ ihm nicht einmal Zeit, sich im Gefängnis anzuziehen, sodaß er dies auf offener Straße tun mußte. Noacks Papiere waren ebenso wie die Papiere seines Flugzeuges in Ordnung, nur sein belgisches Visum fehlte. Am die Verminderung der Rheinlandtruppen Paris, 10. Aug.(Radio.) An maßgebender französischer Stelle hüllt man sich über die Beratungen des gestrigen Ministerrates, soweit sie die Herabsetzung der Rheinlandstruppen betrafen, in Schweigen, stellt dagegen in Aussicht, daß in nächster Zeit nähere Angaben erfolgen könnten. Man erklärt, daß die von der französischen Morgenpresse gebrachten Mitteilungen, die in ganz allgemeiner Form gehalten waren, das einzige sei, was zurzeit bekanntgegeben werden kann. Die Veröffentlichung des„Matin“, daß der Ministerrat über die Zahl der Truppen beraten habe, die noch im Rheinland verbleiben sollen, wird nicht dementiert. Dagegen wird hervorgehoben, daß es sich um eine allgemeine Formel, aber nicht um eine bestimmte Zahl gehandelt habe, auf die der Ministerrat sich geeinigt habe. Wie der Vertreter der T. U. von anderer nicht offizieller Seite hierzu erfährt, ist Briand im Ministerrat bei der Besprechung der Aufgaben der französischen Völkerbundsdelegation auch auf die Forderungen der Reichsregierung auf Herabsetzung der Rheinlandstruppen zu sprechen gekommen und soll von sich aus eine Zahl in Vorschlag gebracht haben, die mit der vom Kriegsminister Painleve gleichzeitig genannten nicht übereinstimmte. Es soll jedoch im Laufe der Aussprache im Ministerrat gelungen sein, eine vorläufig in Aussicht zu nehmende Minimalziffer festzulegen, die die Möglichkeit bieten würde, in Verhandlungen mit der deutschen Reichsregierung deren Standpunkt mehr oder weniger entgegenzukommen. Die von der Presse verbreitete und auch im„Daily Telegraph“. heute genannte Ziffer von 5000 Mann, um die die Zahl der Rheinlandstruppen herabgesetzt werden soll, wird dagegen als unzutreffend bezeichnet. and wisse recht gut, daß in Zukunft die Entscheidung über wichtige Fragen nicht in den Ratstagungen oder Vollversammlungen fallen werde, sondern in den Besprechungen der sechs Mächte. Briand habe sich mit Leib und Seele dem Locarno=System verschrieben; de Jouvenel empfehle die Rückkehr zum Rat und zur Vollversammlung, weil es Frankreich dort leichter wäre, Unterstützung zu finden, als in dem beschränkten Kreis der sechs Mächte. Der„Figaro“ schreibt, während de Jouvenel beschlossen habe, den Völkerbund aufzugeben, beeile sich Briand, zu ihm zurückzukehren. Der Völkerbund sei durch seine Schwäche zur Bescheidenheit verurteilt. Die Besprechung wirklich wichtiger Fragen werde ihm vorenthalten. Der nationalistische„Avenir“ behauptet, der Völkerbund sei im Geiste seines Gründers nur eine Maschine gewesen, um den französischen Sieg auszulöschen. Diese Aufgabe habe er gut erfüllt. Die deutsche Sprache zur Fremssprache entwürdigt! Der neueste Sprachenerlaß für Memel. Memel, 9. Aug. Obwohl durch das Memelstatut die Gleichberechtigung der deutschen und der litauischen Sprache festgelegt ist, hat das Direktorium jetzt durch besondere Schreiben an die einzelnen Lehrkräfte des Lehrerseminars und der Aufbauschule die zum größten Teil nach politischen Gesichtspunkten angestellt sind, angeordnet, daß in allen Fächern mit Ausnahme d. Mathematik und des Zeichnens der Unterricht nur in litauischer SpraUeberschrift„Genf und Locarno zerskeischen sich“, Bri#### zu erfolgen habe. Die deutsche Sprache wird also, obwohl die Mehrheit der Schüler gar nicht oder nur äußerst mangelhaft die litauische Sprache beherrscht, zu einer Fremdsprache entwürdigt. Der Zweck ist, außer dem der schnellen Litauisierung des Lehrernachwuchses, die Entfernung u. Fernhaltung deutscher Schüler. Die unglaublichen Zustände an diesen Anstalten werden, da die Zensur die Mitteilungen in der Presse unterdrückt, nur den unmittelbar beteiligten Kreisen bekannt; sie haben außerordentliche Erregung hervorgerufen. Brianös Antwort an de Jouvenel. Paris, 10. Aug.(Radio.) In Beantwortung des Demissionsgesuches de Jouvenels hat der Außenminister Briand an den Senator bekanntlich ein längeres =Schreiben gerichtet, das gestern vom Ministerrat gebilligt wurde. Tarin gibt Briand seinem Erstaunen über die von de Jouvenel angeführten Gründe Ausdruck, wobei er darauf hinweist, daß die Haltung de Jouvenels bisher nicht den geringsten Zweifel über seine völlige Uebereinstimmung mit der französischen Völkerbundspolitik zugelassen habe. Briand wirft dann die Frage auf, ob es nützlich, berechtigt oder opVerschiebung der Amerika=Reise Bokanowskis. Paris, 10. Aug.(Radio.) Wie die Morgenblätter mitteilen, hat Handelsminister Bokanowski angesichts der immer noch schwebenden deutsch=französischen Wirtschaftsverhandlungen nunmehr beschlossen, seine Abreise nach den Vereinigten Staaten um einige Tage hinauszuschieben. Das„Petit Journal“ nimmt die Entscheidung des französischen Handelsministers zum Ausgangspunkt neuer Angriffe gegen die deutsche Taktik und meint, die Verhandlungen seien auf dem toten Punkt angelangt. Die deutschen Unterhändler seien der Ueberzeugung gewesen, daß Frankreich infolge der auf den heutigen Tag festgesetzten Abreise Bokanowskis um jeden Preis den Vertrag abschließen werde. Als gestern nachmittag Bokanowski den Aufschub seiner Reise bekanntgegeben habe, hätten die Deutschen eine Ueberraschung bekundet, die deutlich den Fehlschlag ihrer Manöver verraten habe(?). Frankreich wolle verhandeln, werde aber nichts von seiner Würde opfern und nicht das Gleichgewicht seiner Wirtschaft über den Haufen werfen. Auch der „Matin“ erklärt, die unvorhergesehene Verlängerung der Beratungen erwecke den Gedanken, daß der gute Wille nicht in gleicher Stärke bei beiden Parteien vorhanden sei. Der gute Wille der französischen Unterhändler sei nicht anzuzweifeln. Die deutschen Delegierten seien sicherlich geneigt, zu einer Einigung zu gelangen, sie würden aber durch ständige neue Forderungen der Berliner Stellen gehemmt(!). Allerdings glaubt das Blatt zu erkennen, daß über die großen Prinzipien=Fragen eine Verständigung erzielt worden sei, und augenblicklich drehten sich die Verhandlungen nur um die Paraphierung gewisser Warenkategorien. Man sei der Meinung, daß das Abkommen gegen Ende der Woche zustandekommen werde und Handelsminister Bokanowski sich rechtzeitig nach Amerika einschiffen könne, um den versprochenen Besüch in den Vereinigeten Staaten abzustatten. Das Ende des süsslawisch=albanischen Streits. Die Gesandten wieder auf den Posten. Belgrad, 9. Aug. Heute ist der neuernannte albanische Geschäftsträger Tahir Styla vom südslawischen Minister des Aeßeren, Marinkowitsch, empfangen worden. Dadurch sind die diplomatischen Beziehungen, die seinerzeit infolge der Verhiftung des in Tirana tätigen füdslawischen Dragomans Djurasch= kowitsch durch die albanischen Behörden abgebrochen waren, wiederhergestellt. Der neue Geschäftsträger übergab dem Minister einen Brief des albanischen Ministers des Aeußern, Wrioni, worin dieser seine Freude über die glückliche Lösung des Zwischenfalles ausspricht. Zur gleichen Zeit übergibt heute der südslawische Gesandte in Terana, Miltschitsch, ein Beglaubigungsschreiben als Gesandter für Albanien. Demnächst wird auch der frühere albanische Gesandte Zena Beg wieder nach Belgrad abreisen.— Kein Aufschub der Hinrichtung von Sacco und Danzetti. Bedham, 9. Aug. Richter Thayer hat es abgelehnt, das Todesurteil gegen Sacco und Vanzetti zu widerrufen und die Hinrichtung aufzuschieben. Warnung an die nicht nationalisierten Ausländer. Hoquiam(Washington), 8. Aug. Das Kongreßmitglied Albert Johnson, der den Vorsitz im Einwanderungsausschuß des Repräsentantenhauses führt, gab eine Erklärung ab, in der er die Ausländer warnt, an den Einspruchskundgebungen für Sacco und Vanzetti teilzunehmen, da sie dadurch ihre Aussicht auf Naturalisierung verlieren und des Landes verwiesen werden könnten. Johnson fügte hinzu, die: Kundgebungen in anderen Ländern machten auf die Vereinigten Staaten keinen Eindruck. Sacco und Vanzetti seien Banditen, Mörder und Anarchisten, die niemals in den Vereinigten Staaten hätten zugelassen werden sollen und die auch unter dem gegenwärtig geltenden Einwanderungsgesetz nicht zugelassen werden könnten. Johnson sprach weiter die Hoffnung aus, daß der Kongreß demnächst ein Gesetz annehmen werde, das naturalisierten Bürgern, die Schwarzhemden trügen und ihrem Diktator die Treue schwörten, die Bürgerrechte wieder entziehe. Straßenunruhen in Newyork. Newyork, 10. Aug.(Radio.) Berittene Polizei gegen 2500 Anhänger Saccos und Vanzettis vorgehen, die im östlichen Bezirk Ausschreitungen verübten. Es kam mit der Menge, die die rote Fahne trug und revolutionäre Lieder sang, zu einem Zusammenstoß. 1— Grundsteinlegung für das Marine=Ehrenmal. Im Anschluß an die große Tagung der Marinevereine aus allen Teilen des Reiches in Hamburg fand am Montag die feierliche Grundsteinlegung zum Marine=Ehrenmal für die im Weltkriege gefallenen 40000 Angehörigen der deutschen Marine in Kiel statt. Admiral Scheer hielt eine Ansprache, in der er die Ruhmestaten unserer Marinetruppen hervorhob und tat hierauf die ersten Hammerschläge auf den Grundstein. Der Feier wohnten viele hohe Seeoffiziere und zahlreiche Abordnungen d. Marinevereine aus dem Reiche mit ihren Fahnen bei. Unser Bild zeigt Admiral Scheer(), Prinz Waldemar von Preußen(XX) und Gräfin Spee(XXX) vor dem Modell des Denkmals. Es wird am Eingang zur Kieler Föhrde bei Laboe errichtet. Letzte Entscheidung über Sacco und Danzetti. Newyork, 10. Aug.(Radio.) Das Exekutivkomitee wird sich heute morgen um 10.30 Uhr im Büro des Gouverneurs Fuller versammeln, um über die Frage einer Nevision im Sacco=Vanzetti=Prozeß zu beraten. Man glaubt trotzdem allgemein, daß die Hinrichtung heute nacht vollzogen werden soll. Kleine politische Meldungen. Coolidge billigt das neue Flottenbauprogramm. London, 10. Aug.(Radio.) Nach einer Reutermeldung aus Rapid City hat Präsident Coolidge das vom Marineministerium entworfene neue Flottenbauprogramm gebilligt. Im Anschluß hieran fand eine Aussprache zwischen Coolidge und dem Marinesekretär Wilbur statt, in der, wie verlautet, der vom Kongreß bereits gebilligte Bau von acht weiteren Kreuzern beschlossen wurde. Bisher sind nur zwei Schiffe aus Kiel gelegt worden. Unpolitische Nachrichten. Unfall eines Sportflugzeuges. Königsberg, 10. Aug.(Radio.) Westlich der Stadt zing gestern ein Flugzeug der Berliner Verkehrsfliegerschule zu Bruch. Der Flieger mußte mit erheblichen Kopfverletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden. Es handelt sich um den Jungflieger von Arnim, der sich mit noch zwei anderen Flugzeugen auf dem Streckenflug Berlin—Königsberg und zurück befand. Koenneckes Dauerflug. Travemünde, 10. Aug.(Radio.) Der Dauerflug Koenneckes ist bis jetzt glatt verlaufen. Während der Nacht hat der Flieger verschiedentlich Lichtsignale gegeben und mehrere Meldungen abgeworfen, daß an Bord alles wohl ist. Das Wetter ist für den Dauerflug sehr ungünstig. Die Nacht war besonders dunkel. Verschiedentlich regnete es, die Wolken lagen sehr tief. Wann der Dauerflug beendet wird, steht noch nicht fest. Es ist möglich, daß Koennecken länger in der Luft bleibt, als zuerst beabsichtigt. Travemünde, 10. Aug.(Radio.) Um 11,30 Uhr hat Koennecke in der 9. Runde abermals den Travemünder Flughafen überflogen. Da sich die Wetterlage gebessert hat, fliegt er nunmehr wieder die große Runde zwischen Travemünde—Parchim und Warnemünde. Nach einer um 11 Uhr abgeworfenen Meldung ist an Bord alles wohl. Der Dauerflug dient hauptsächlich der Feststellung des Betriebsstoffverbrauches und der Geschwindigkeit. Es soll aber auch die gesamte Einrichtung der funkentelegraphischen und telephonischen Apparate, insbesondere das Funktionieren während der Nacht, überprüft werden. Das Flugzeug steht deshalb seit gestern abend ständig im funkentelegraphischen Wechsel mit den Flughäfen Fuhlsbüttel und Warnemünde. Während der Nacht pendelte Koennecke wegen des schlechten Wetters zwischen Travemünde und Warnemünde. Ein Pressebegleitflugzeug für den Ozean. Berlin, 10. Aug.(Radio.) Es ist unter Umständen beabsichtigt, den beiden von Dessau aus nach Amerika startenden Flugzeugen„Europa“ und„Bremen“ bis zur englischen Küste als Begleitmaschine ein dreimotoriges Junkersflugzeug der Type G 31 beizugeben. Falls dieser Plan durchgeführt werden sollte, würden der Presse wegen der Lösung eines Sonderflugpreises 6 bis 7 Plätze zur Verfügung gestellt werden. Vorbestellungen der führenden deutschen Zeitungsverlage liegen bekeits vor. Drouhin startbereit. Paris, 10. Aug.(Radio.) Die„Miß Columbia“ ist zum Start über den Atlantik bereit und mit dem notwendigen Brennstoff versehen. Bis zur Mittagsstunde war aber noch keine Entscheidung darüber gefallen, wann Drouhin und Levine den Flug antreten werden. Courtney noch nicht gestartet. Loudon, 10. Aug.(Radio.) Kapitän Courtney, der gestern ankündigte, daß er heute vormittag zwischen 6 und 7 Uhr zu seinem Atlantik=Flug starten wolle, hat den Flughafen noch nicht verlassen. Ueber die Gründe der Verzögerung des Startes wird bisher Stillschweigen bewahrt, doch ist anzunehmen, daß sie mit den Witterungsverhältnissen zusammenhängen. Schwere Bluttat in Büdingen. Büdingen, 10. Aug.(Radio.) Der Techniker Weidling erschoß gestern in seiner Wohnung den Polizeibeamten Kaltenschnee, als dieser ihn verhaften wollte, und verübte darauf Selbstmord. Weidling wurde wegen wiederholter Betrügereien von der Staatsanwaltschaft gesucht. Einsturzkatastrophe in Schanghai.— 900—1000 Verletzte. London, 9. Aug. In Schanghal stürzte heute die Markthalle im Chinesenviertel zur Hauptgeschäftszeit plötzlich ein und begrub tausende von Chinesen unter den Trümmern. Bisher sind 60 Tote geborgen. Nach den ersten Schätzungen sind zwischen 900 und 1000 Personen verletzt worden. Aus Nah und Fern. Barto, 10. Aug. Bei dem Gewitter, das sich am Montag nachmittag über hiesiger Gegend entlud, wurde dem Landwirt Hungerkamp eine auf der Weide befindliche Kuh vom Blitz erschlagen. Kutö, 9. Aug. Erst heute wird folgender tragischer Vorgang bekannt: Ende voriger Woche fuhr um ein Uhr nachts ein Privatauto an der Kaserne der Kriminalpolizei am Weidenbach vor. Der Eigentümer des Wagens und sein Fahrer stiegen aus dem Führersitz, öffneten die Wagentür und entnahmen dem nern des Wagens einen Toten, den sie in das Gebäude der Kriminalpolizei trugen.„Wir haben den Mann vor einer halben Stunde überfahren“, sagten ste. Es war auf der Bonner Landstraße zwischen Godorf und Hermannshof. Unser Wagen fuhr in schnellstem Tempo nach Köln zus und der Fahrer konnte nicht erkennen, daß ein Radfahrer ohne Licht vor ihm her fuhr. Wir sahen noch, wie der Mann vor dem herancilenden Kraftwagen schnell in einen Seitenweg abbiegen wollte, aber es war zu spät. Der Wagen erfaßte den unsichtbaren Radler, der sofort tödlich verletzt wurde.“ Um die Wahrheit der Aussagen des Wageninhabers und seines Fahrers nachzuprüfen, wurde der Kraftwagen beschlagnahmt. Sorgsame Nachforschungen ergaben, daß die Angaben auf Wahrheit beruhten und daß der von dem Wagen Erfaßte den Unfall selbst verschuldete. Der Kraftwagen wurde daraufhin wieder freigegeben. Der von dem bedauerlichen Unfall Betrofsene war ein Beamter einer Wach= und Schließgesellschaft. Bassum, 8. Aug. Schweres Autounglück.— zwei Tote, drei Verletzte. Die Landstraße von hier nach Bramstedt war in den heutigen Morgenstunden der Schauplatz eines schweren Unglücksfalles, dem zwei Menschen zum Opfer gefallen sind. Etwa in der Mitte des Weges, in Höhe des Dörschens Bünke, hörte der Landwirt Warnecke gegen 6 Uhr ein Auto in schneller Fahrt herankommen, dann plötzlich einen lauten Knall und schießlich Hilferufe. Als er zu der Unfallstelle eilte, sah er einen entwurzelten Apfelbaum und ein umgestürztes Auto, unter dessen Trümmern zwei Menschen begraben lagen. Die anderen Insassen waren auf die Straße geschleudert worden. Von den unter dem Auto liegenden Personen war eine sofort tot, und zwar der in den 40er Jahren stehende Steuersekretär Hilmer aus Bremen. Der andere, ein Herr Ehlers, Vertreter einer Gummiwacenfabrik in Bremen, der den Wagen gesteuert hatte, starb wenige Augenblicke darauf. Von den aus dem Wagen geschleuderten Personen wurde ein Herr Schumacher aus Breinen am gefährlichsten verletzt. Er erlitt einen Beckenbruch und eine Nierenquetschung. Frau Oberpostinspektor Lüppe, einer anderen Insassin, die neben dem Führer gesessen hatte, wurde das Nasenbein gebrochen, während ihr Gatte, ohne verletzt zu werden, auf die Landstraße geschleudert wurde. Er hat einen schweren Nervenchock davongetragen. Man hatte eine Rheintour unternommen und war am Sonnabend mittag aus Frankfurt abgefahren. Beitps Craum. Aus dem Italienischen übersetzt von E. M. Um die Wahrheit zu sagen, die Frau des Obersten war weder der Gattin des Majors, noch der des Hauptmanns gewogen; wenn sie dennoch Freundschaft mit ihnen schloß, so tat sie das, um gemeinsam mit ihnen die blonde Betty, die kleine Frau des Leutnants, zu bekämpfen. Betty, hübsch und jung, war früher Angestellte in einem Schneideratelier gewesen und wahrscheinlich hatte diese Tätigkeit sie gelehrt, sich so nett und reizend zu kleiden und so graziös zu bewegen, daß es den Neid der Damen und die Bewunderung der Herren des Regiments erregte. Die Gattin des Obersten war in einem Kloster erzogen worden und liebte es sehr, sich in geistreicher Weise über soziale Fragen zu unterhalten. Sie war sehr stolz auf die Stellung ihres Mannes und übte auf alle Damen des Regimentes eine gewisse Autorität aus. Allein sie konnte ihre Macht nicht auch auf die kleine Betty ausdehnen, denn diese, kindlich und harmlos, bemerkte ihre Feindseligkeiten gar nicht. Die Frau Oberst, die sich gerne einen— selbstverständlich streng geheimen— Unterricht von Betty über die Kunst, den Männern zu gefallen, hätte geben lassen, mußte sich, da diese Kunst ja bekanntlich nicht zu erlernen ist, damit begnügen, den zwei anderen Damen ihr Herz auszuschütten. Diese zwei treuen Seelen, von ihren Gatten ganz in der Unterordnung unter einem höheren Rang erzogen, schätzten sich glücklich, ihrer Vorgesetzten dienen zu können. Sie bestärkten sie sogar noch in ihrer Abneigung gegen Betty, weil sie selbst wegen ihrer Häßlichkeit unter den Herren des Regiments wenig Beachtung fanden und daher instinktiv die kleine, lustige Frau, die sich allgemeiner Beliebtheit bei den Offizieren erfreute, haßten. Die Frau des Hauptmanns, die ihre Wohnung in der Nähe von Betty's bescheidenem Hause hatte, begann nun die junge Frau auszuspionieren. Abends erzählte sie dann ihre Neuigkeiten der Gattin des Majors und diese berichtete alles, nachdem sie es noch gehörig mit ihrer eigenen Phantasie ausgeschmückt hatte, der Frau Oberst, die dann ihrerseits für Weiterverbreitung im Regiment sorgte. Vorläufig aber hatten alle ihre Bemühungen, Getty zu demütigen und zu krünken, nicht den geErfolg, denn die junge Frau kümmerte sich absolut nicht um die Verachtung, mit der sie von den Damen behandelt wurde. Betty, blond, schlank, 20 Jahre, verliebt in ihren Gatten und allen seinen Kameraden kindlich zugeneigt, kümmerte sich nicht darum, weil sie nichts davon bemerkte und ihrem reinen, offenen Sinn alle Bosheit fremd war. Sie hatte, wenn sie im Klub war, nur einen Gedanken: tanzen. Sie tanzte ohne Unterbrechung nach den Tönen eines kreischenden Grammophons. Nachdem ihr Mann müde war. tanzte sie, um nur ja nicht aufhören zu müssen, nach der Reihe mit allen Herren des Klubs, zuerst mit dem Obersten, der sich mit seinem dicken Bauch nur mühsam fortbewegen konnte, dann mit dem Major, dessen altmodischer Schnurrbart sie fortgesetzt im Gesicht kitzelte; darauf mit dem Hauptmann, dessen große Plattfüße am liebsten auf ihren Füßen standen und zuletzt mit den übrigen Offizieren. Wenn endlich alle erschöpft und schwitzend auf ihre Stühle fielen, tanzte sie allein einen Charleston mit so unerhörter Grazie, daß alle männlichen Zuschauer darüber in Entzücken gerieten. In solchen Augenblicken hielten die drei Damen gewühnlich ihre Fächer vor die Augen, und wenn Betty dann endlich, noch ganz außer Atem, bei ihnen ankam, schwiegen sie hochmütig, bis die kleine Frau, aufmerksam gemacht durch die vor Neid erblaßten Gesichter, sie in aller Unschuld fragte, ob ihnen vielleicht der Rauch ihrer Zigarette unangenehm sei. Aber die drei Damen wußten, daß auch in der klaren und lebenslustigen Betty ein Schatten war. Sie wünschte sehnsüchtig, daß ihr Gatte Hauptmann würde und es bereitete ihr wahre Folterqualen, wenn der Oberst ihr, wie er so gern tat, zu verstehen gab, daß die Beförderung infolge der geringen militärischen Fähigkeiten von Max noch lange, sehr lange auf sich warten lassen könne. Betty litt darunter wie unter einem ihr zugefügten Unrecht. Sie liebte ihren Gatten aufrichtig und wußte sich von ihm wiedergeliebt. Nichts störte die Ruhe ihres lachenden Glücks, wenn nicht die Sehnsucht, der brennende Wunsch, die Mütze von Max mit einer leuchtenden Tresse verziert zu sehen, gewesen wäre. Sie fühlten sich zurückgesetzt; sie von den Damen, die in ihrer Gegenwart immer auf die Stellung ihrer, Gatten pochten, er von den Herren, die ihm die schöne und moderne Frau mißgönnten. (Schluß folgt.) Aus Bocholt und Umgegend. Bocholt, den 10. August 1927. (!) Verfassungsfeier. Aus Anlaß des Versassungstages findet am Donnerstag, 11. August, abends von 6 bis 7,30 Uhr, auf dem Marktplatz ein Promenadenkonzert statt. Das Konzert wird von der Bocholter Kriegerkapelle unter der Leitung ihres Dirigenten, Herrn W. Langheinrich sen., ausgeführt und umfaßt acht Programmnummern. Für den Dienst der staatlichen Behörden am Verfassungstage gelten, einem Beschlusse des preußischen Staatsministeriums entsprechend, die Vorschriften über den Sonntagsdienst. Demnach sind die Büros der Stadtverwaltung an diesem Tage für den allgemeinen Verkehr geschlossen. Der Außendienst des Postamts erfährt dagegen keine Veränderung. Schalterdienst und Bestellgänge sind wie an anderen Tagen. Keine Aehren zertreten! Was der Landwirt mit vieler Mühe und Schweiß geschaffen hat, hat auch alles Anrecht darauf, geschont zu werden. Der Bauer sät u. erntet nur einmal im Jahr; von dem Ausfall der Ernte ist ein Jahr lang sein Leben abhängig. Wenn dies aber auch nicht der Fall sein würde, so genießt doch sein Acker denselben Schutz wie ein industrielles. Unternehmen, so naio mancher auch denken mag:„Das ist etwas anderes!“ Nein, es ist nichts anderes. Eigentum bleibt Eigentum, und es ist ebenso Sachbeschädigung fremden Eigentums, wenn man Aehren niedertritt, um zu einer Kornblume zu gelangen, als wenen man in eine Schaufensterscheibe tritt oder ein Firmenschild beschmiert. Gleichfalls ist das Zertreten mehr oder weniger hohen schnittreisen Grases eine Flegelei, mag gleichwohl damit nichts anderes beabsichtigt sein, als das Zusammensuchen einzelner Blumen zu einem Strauß, den der Landmann nicht nur an Futtermenge verliert, sondern obendrein noch durch Vernichtung von so und so vielen„Sträußern“ bezahlen muß! Alle Eltern und Lehrer sollten dahin wirken. daß den Kindern der rechte Begriff von Mein und Dein beigebracht werde, auch wenn es sich um Besitz vor den Toren der Stadt handelt. Zweige und Aeste von den Bäumen zu reißen, Bänke zu beschnitzeln, leere Flaschen, Steine und andere Dinge in Feld, Wald und Gewässer zu werfen, verdient gleichfalls schärfste Rüge! (1) Gemereschaftsfost des Allgemeinen Gewertschaftedundes. Die freien Gewerkschaften, die im A. D. G. B. in Bochokt zufammengeschlossen sind, feiern aue Sonntag, dem 14. August, im Lokale„Zum großen Kurfürsten“ ihr diesjähriges Gewerkschaftsfest. Vorgesehen ist vormittags von 11 bis 1 Uhr ein Frühkonzert im Lokale Mülkers, Rebenstraße. Nachmittags 2¼ Uhr treten die Festteilnehmer vor dem Lokal„Zum großen Kurfürsten" zum Festzuge an, der sich durch die Hauptstraßen der Stadt bewegen wird. Nach dem Fest zuge findet im Festlokal ein großes Konzert statt, be stehend aus Musik= und Gesangvorträgen, Festansprach Mittwoch, den 10. August 1927. Grenzwarte(Zweites Blatt) Nr. 184 Unpolitische Nachrichten. Der Betrug bei der Klassenlotterie.— Wie der Schwindel vor sich ging. Berlin, 9. Aug. Der Schwindel des Oberinspektors Boehn dürfte in folgender Form ausgführt worden sein: Die Gesamtheit der Losnummern ist vorgedruckt; die einzelnen Nummern werden zusammengerollt und dann die gesamten Losröllchen in das Losrad eingeschüttet. Boehm war es somit als Oberleiter der Ziehungsabteilung nicht schwer, die von ihm und seinem Mitschuldigen gespielte Nummer vorher beiseite zu bringen. Etwas schwieriger war die Herausnahme eines Gewinnröllchens aus der Gesamtheit der Einschüttung für das Gewinnrad, weil das Gewinnpaket unter Verschluß und Siegel gehalten und erst kurz vor der Ziehung in das Gewinnrad geschüttet wird. Mit ein wenig Taschenspielerkunst war aber auch hier die Herausnahme eines größeren Gewinnröllchens durchaus möglich. Der Vossischen Zeitung wird noch gemeldet, es sei festgestellt worden, daß das Lotterielos 330 672 schon vor der ersten Ziehung von den betrügerischen Beamten beseitigt und durch ein anderes Los ersetzt worden sei. Die Beamten haben nach ihrem Geständwis beabsichtigt, in der zu heute angesetzten fünften Klasse auf das beseitigte Los einen großen Gewinn zu ziehen. Durch dieses erweiterte Geständnis muß die Gültigkeit nicht nur der vorigen, sondern auch der jetzigen Ziehung der Preußisch=süddeutschen Klassenlotterie angezweifelt werden, da von der ersten Klasse auch ein Los gefehlt und ein anderes doppelt vorhanden gewesen ist. Aus den weiteren Vernehmungen konnte festgestellt werden. daß die betrügerischen Lotteriebeamten die Lose durch ihre Frauen unter einem Decknamen spielen ließen. In dem vom Wolffschen Telegr.=Bureau angedeuteten Fall des Lotterieeinnehmers Juhre lagen einige Anzeigen vor, daß er Gelder, die ihm zur Anlage in Hypotheken anvertraut vorden waren, für seinen eigenen Zweck verbraucht habe. Trotzdem gelang es ihm, eine Einnehmerstelle der Staatslotterie in Nariendorf zu erhalten. Wegen Hypothekenbetrugs verfolgt, beantwortete er alle Vorladungen damit, daß er keiner folgen werde, solange man ihm nicht eine Wohnung, auf die er als Lotterieeinnehmer Anspruch habe, zuweise. Seine Hypothekengeschäfte hatte er von der elterlichen Wohnung in der Lindenstraße zu Berlin aus betrieben. Eine eigene Wohnung wurde ihm nicht zugewiesen. Am 1. Juni dieses Jahres verzog er mit unbekanntem Ziel, und seitdem wird er vergeblich gesucht. Anzeigen wegen Veruntreuungen als Lotterieeinnehmer liegen gegen den Flüchtigen nicht vor. Berlin, 9. Aug. Wie die„Poss. Ztg.“ erfährt, ist ein staatlicher Lotterieeinnehmer in Berlin=Mariendorf, der bereits wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Unterschlagung vorbestraft war, nach einer Reihe weiterer Verfehlungen, die er in seiner Eigenschaft als Lotterieeinnehmer begangen hat, geflüchtet. Der Lotterieeinnehmer soll eine Reihe von Losen zweimal verkauft haben. Aus Stuttgart wird gemeldet, daß bei den dorrigen Lotteriekollekteuren bereits von zahlreichen Spielern gegen die Gültigkeit der Ziehungen Einspruch erhoben worden ist. Die„Hauptprobe“!— Ziehung auf maschinellem Wege? Berlin, 9. Aug. Die Ermittlungen, ob die beiden ungetreuen Beamten schon bei früheren Klassen der preußisch=süddeutschen Klassenlotterie das Glück in die ihnen genehmen Bahnen gelenkt haben, haben bisher zu keinem greifbaren Ergebnis geführt. Man nimmt an, daß die Beamten das erstemal ihren Trick gewissermaßen als Hauptprobe durchgeführt haben, um bei der jetzigen 5. Klasse das große Los zu ziehen. Bei der Generallotteriedirektion wird übrigens auch wieder die Frage erwogen, ob der gesamte Ziehungsvorgang nicht etwa auf maschinellem Wege vorgenommen werden kann, so daß etwaige Durchstechereien selbsttätig durch die Kontrollvorrichtungen des Apparates ausgeschaltet werden. Die bisherigen Versuche haben nicht die erforderliche Sicherheit geboten. Wie wir hören, wird aber heute von Direktor Pons ein Erfinder empfangen, welcher der Generaldirektion ein neues Modell einer solchen Ziehungsmaschine unterbreiten wird. Die Prüfung dieser Erfindung wird ergeben, ob man später völlig auf die Mitwirkung menschlicher Hilfskräfte bei dem Ziehungsvorgang wird verzichten können.— Schwere Unwetterschäden in der Altmark. Salzwedel, 10. Aug.(Radio.) In der letzten Nacht richteten schwere Gewitter in der Altmark großen Schaden an. Mehrere Gebäude sind durch Blitzschlag eingeäschert worden. Größere Erntevorräte sind vernichtet worden. An vielen Stellen wurde in kurzer Zeit 40 Millimeter Regenhöhe gemessen. Sturmschäden in Langendreer.— Zahlreiche Verletzte. Dortmund, 9. Aug.(Radio.) Bei dem orkanartigen Unwetter, das am Montag nachmittag in der hiesigen Gegend einetzte, hat sich in Langendreer ein schwerer Unfall ereignet. Für ei. Fest der Freien Gewerkschaften war ein großes Festzelt und Die Bemannung des zweiten deutschen Ozeanflugzeuges. Loose voraussichtlich der Weltmeerüberquerung teilnehmen. Auf unser Mannschaft des zweiten Ozeaufluges, von links nach rechts: Der andere Pilot Hauptmann Köhl, Baron von Hönefeld und Loose. Mit dem Start ist in der Zeit bis Samstag zu rechnen. zahlreiche Vergnügungsstätten errichtet worden. Ein Windstoß riß eine 20 Meter hohe Rutschbahn ein, wobei eine Frau und mehrere Kinder verletzt wurden. Das große Zelt, unter das etwa 200 Festteilnehmer geflüchtet waren. wurde zum Teil eingedrückt. Es entstand eine Panik, wobei ebenfalls mehrere Personen schwerere bezw. leichtere Verletzungen davontrugen. Aus Nah und Fern. Burlo b. Bocholt, 9. Aug. Viehschmuggel. In einer der letzten Nächte gelang es hier einem Zollbeamten, neun schwere Kühe im Augenblick der Grenzüberschreitung zu beschlagnahmen. Die Treiber konnten sich auf holländisches Gebiet retten.— Auch im benachbarten Hemden wurden in derselben Nacht drei wertvolle Kühe von Grenzaufsehern beschlagnahnt. Auch hier gelang es den Schmugglern, im Schutze der nächtlichen Dunkelheit unerkannt zu entkommen. Münster, 9. Aug. Die Unsicherheit in den Straßen der Provinzialhauptstadt ist fast sprichwörtlich geworden. Es vergeht hier fast kaum ein Tag, an dem nicht ein oder mehrere Rowdys glauben, sich irgendwie „betätigen“ zu müssen. Sind diese Ausfälle auf das Konto übermütiger Jugend zu setzen, drückt man noch gern mal ein Auge zu. Aber meistens stellt sich nachher bei der Untersuchung heraus, daß nur niedrigste Verbrecherinstinkte die jugendlichen Elemente zu ihren Untaten angetrieben haben. Geld, Geld und nochmals Geld ist die Triebfeder dieser Leute. Aber dafür arbeiten wollen sie nicht. Man kann es ja auch so viel bequemer haben. Da stellt man sich an irgendeine dunkle Straßenecke— und Münster ist reich an solchen „romantischen“, Eckchen— und lauert irgendeinem bezechten„Nachtwandler“— und auch daran soll Münster nicht gerade arm sein— auf und schlägt ihm einen unters Kinn, und schon ist man, wenn man nicht allzu großes Pech hat, um einige oder auch um viele Mark reicher. Terartige Fälle aus der letzten Zeit können zu Tutzenden aufgezählt werden. So wurde beispielsweise noch in der vergangenen Nacht ein Chauffeur, der sich auf dem Heimwege befand, an der Ecke der Augusta= und der Südstraße von mehreren unbekannten Tätern überfallen und mit einem harten Gegenstand blutig geschlagen. Auf das Hilfegeschrei des Ueberfallenen suchten die Rohlinge schleunigst dasWeite. Der Chauffeur mußte sich erst in einem nahegelegenen Truckereigebäude durch die Hand eines Arztes verbinden lassen, ehe er seinen Weg fortsetzen konnte. In derselben Nacht erhielt vor dem Hotel„Reichshof“ eine Frau in dem Augenblick, als sie das Taschentuch ihrer Handtasche entnehmen wollte, von einem fremden Menschen einen Faustschlag ins Gesicht, daß ihr Hören und Sehen verging. Der Rohling hatte es wahrscheinlich auf die Handtasche der Frau abgesehen. Toch nahm er, als sich auf das Hilfegeschrei der Frau die Polizei zeigte, reißaus. Münster, 9. Aug. An der hiesigen Universität wurde jetzt die erste Vorprüfung für Studierende der Landwirtschaft, die sogenannte landwirtschaftliche Diplomprüfung abgehalten. Den Vorsitz führte der Direktor der Landwirtschaftskammer, Oekonomierat Dr. Gerland. Beide Kandidaten, die sich der Prüfung unterzogen, bestanden; einer von ihnen, der Kandidat Josef Jürgens aus Appelhülsen, sogar mit dem Prädikat„sehr gut". Ihm wurde dafür die von der westsälischen Landwirtschaftskammer gestiftete goldene Uhr zuerkannt. Münster, 9. Aug. Das Besitztum des Reichstagsabgeordneten Herold, Gut Loevelinkloe bei Münster, wurde in der vergangenen Nacht von einem dreisten Raubüberfall heimgesucht. Gegen 2,30 Uhr wußte sich ein scheinbar orkskundiger Mensch von der nördlichen Seite des Hauses her durch Eindrücken einer Fensterscheibe Zutritt in das hier gelegene Geschäftszimmer zu verschaffen. Pulte und Schreibtische wurden gewaltsam erbrochen. Zum Glück fielen dem Räuber dabei nur 50—60 Mark und ein Feldstecher in die Hand. Er schien jedoch mit mehr gerechnet zu haben. Denn nach der Durchstöberung des Geschäftsraumes begab er sich nach oben in das Zimmer des Verwalters, hielt diesem eine Blendlaterne antgegen, setzte ihm einen Armeerevolver auf die Brust und forderte in barschem Tone:„Sagen Sie uns sofort, wo das Geld aufbewahrt wird!. Schlagen Sie Alarm, stecken wir das ganze Haus in Brand. Meine sechs Genossen warten draußen. Doch der Verwalter ließ sich nicht einschüchtern, rief vielmehr durch das Haus:„Einbrecher, Einbrecher!“ Inzwischen war der greise Oekonomierat Herold erwacht. Von der an seinem Schlafzimmer gelegenen Veranda feuerte er zwei Schreckschüsse in die Nacht. Daraufhin ergriff der Räuber die Flucht. Von irgendwelchen Helfershelfern war nichts wahrzunehmen. Da wegen der Dunkelheit eine Verfolgung aussichtslos erschien, verzichtete man und verständigte dafür schleunigst das Ueberfallkommando der Schutzpolizei Münster. Dieses erschien dann auch bald mit einem bewährten Spürhunde an Ort und Stelle. „Hasso“ konnte ohne viel Schwierigkeiten die Spuren des Flüchtlings bis zum Kappenberger Damm aufnehmen. Hier hatte inzwischen ein starker Verkehr der Milchfuhrwerke nach Münster stattgefunden. So verlor der Hund leider die Witterung. Jedoch wurde in nächster Nähe der Stadt, am Kleibach, von den Beamten noch einmal eine Fußspur entdeckt, deren Ausmaße genau mit der des Verbrechers übereinstimmten. Hat man auch noch keine greifbaren Anhaltspunkte, so hofft man doch des verwegenen Räubers habhaft werden zu können, Hagen(Westf.), 9. Aug. Im Restaurant„Waldlust" im Stadtwald speiste ein Gast zu Mittag. Nach der Mahlzeit trat er an das Büfett und überschüttete die Frau des Besitzers von oben bis unten mit Pulver. Auf die Hilferufe eilte der Ehemann hinzu und hielt den seltsamen Gast solange mit einem Revolver 873 Zaus Aaspart. Original=Roman von Marie Harling. —(Nachdr. verb.) Hans zieht die Augenbrauen hoch. „Du meinst Olga Faburna? Die ist der Schlechtesten keine. Sie ist häufig meine Partnerin hier am Theater und zu ihr mußt du besonders nett sein.“ „Ich werde mir Mühe geben, Hans,“ versicherte Grete, „doch meinte ich Fräulein Faburna eigentlich nicht, sondern den alten Herrn mit der Glatze, der sich immer so geckenhaft kleidete und mir gegenüber so aufdringlich war.“ Jetzt muß Hans herzlich lachen.„Ach, den guten Onkel 5ug meinst du, der die komischen Rollen spielt? Ach, Gretelein, wie kannst du den ernst nehmen? Er ist ein ganz netter, harmloser Kerl, der allerdings den Damen gerne ein wenig die Kur schneidet.“ „Ich mag aber seine Galanterien nicht, Hans,“ erwidert Grete, durch die laute Lustigkeit des Gatten ein wenig verletzt.„Mag er seine Kolleginnen so behandeln, in mir sollte er doch die verheiratete Frau respektieren. „Ach Kind, ich fürchte, deine Natur wird sich hier in diesem Kreis nicht ganz leicht zurechtfinden; doch wir wollen uns heute den Kopf mit all den Möglichkeiten noch nicht warm machen; kommt Zeit, kommt Rat. Sieh einmal, hast du schon in diese tiefe Fensternische geguckt? Dort steht ein zierlicher Sessel vor einem Handarveitstischchen. Dort darf mein kleines Frauchen sitzen, wenn ich studiere, aber nur, wenn sie ganz brav ist. Wenn sie schmollt, dann muß sie nach oben ins Schmollwinkelchen; das müssen wir auch noch besehen.“ Arm in Arm steigen sie die mit einem sattroten, leuchtenden Plüschläufer belegte Treppe empor, doch will es weder den Scherzworten des jungen Gatten noch seinen Liebkosungen gelingen, den Schatten von der Stirn der jungen Frau zu vertreiben. „Deine Worte haben mir weh getan, Hans; ich fühle, es ist eine Kluft zwischen uns. Sieh, es ist alles so schön hier, so traumhaft schön, und doch deucht mir, die Sonne wird uns hier hinter den hohen Bäumen nicht finden. „So komm einmal in dein Schmollwinkelchen, Kleines! Sieh, das ist bis in das letzte Eckchen mit Sonne ausgefüllt.“ Nun muß Grete doch wieder lachen, als sie das wunderhübsche, ganz in Rosa gehaltene Wohnzimmer sieht.„Aber die Sessel sind viel zu klein und zierlich, Schatz, die werden zusammenkrachen, wenn du dich hineinsetzest.“ „Die sind ja auch nur für meine kleine Frau. Hier darf ich ja nicht hinein.“ Grete lacht, dann eilt sie hinaus, um nach einigen Minuten unter einer schweren Last keuchend wiederzukehren. „Aber Kind, was schleppst du denn da heran, ruft Hans ganz erschrocken. „Einen Sessel für meinen Herrn und Gebieter. So, der kommt in mein Schmollwinkelchen und darin bleibt er solange stehen, als mein Mann gut und treu ist. Solange der Sessel hie steht, hast du das Recht, je der Stunde in mein kleines Reich zu kommen. Es soll kein Winkelchen im Hause geben, das uns beiden nicht gemeinsam gehört.“ „Nun, so ergreife ich auch hier freilich Besitz von meinem Recht als Hausherr!“ lachte Hans vergnügt. „Du wirst mich aus deinem Schmollwinkelchen so leicht nicht wieder los, kleine Maus, oder du mußt mich mit Gewalt hinauswerfen. Längst schon hat Haus das Gespräch von vorhin vergessen, Grete aber muß immer wieder über die Worte des Gatten nachsinnen. Als Grete am anderen Morgen erwacht und sich noch schlaftrunken die Augen reibt, hört sie ein lautes, herzliches Auflachen an ihrer Seite und ihres Gatten vergnügte Stimme sagt:„Na, kleine Langschläferin, nun wache endlich auf! Du sagst, hier findet= uns die Sonne nicht, da sieh einmal, welch strahlenden Morgengruß sie dir sendet.“ Grete richtet sich empor. Hans hat die Fensterläden geöffnet und die schweren Vorhänge zurückgezogen. Nun flutet eine Fülle goldenen Sonnenlichtes in das Gemach. Grete blickt lächelnd zu ihrem Gatten auf. „Es ist gut, daß du mich geweckt hast, Hans, mir träumte so schrecklich. Ich hatte mich in einem großen Walde verirrt und konnte den Ausweg nicht finden. Ich rief und weinte, doch niemand hörte mich. Da endlich hörte ich deine Stimme, du lachtest und scherztest mit jemand, den ich nicht sehen konnte. Ich rief dich, aber du hörtest mich nicht, du gingst immer weiter fort. Ich wollte auch folgen, aber meine Füße waren wie Bleiklumpen, ich konnte nicht von der Stelle kommen. Nur noch aus weiter Ferne hörte ich dein Lachen und nun sah ich auch, daß es Charlotte war. mit der du fortgegangen warst.“ „Du kleines Dummerchen! Solch törichte Sachen zu träumen, als ob ich meine Grete im Stich lassen könnte! Aber nun steh hurtig auf, ich höre Gottfried mit dem Frühstücksgeschirr klappern, ein Zeichen, daß seine zu Ende geht. Auch wird es die höchste Zeit, wenn wir heute noch fahren wollen.“ Grete kleidet sich schnell an, doch während des Ankleidens meint sie zu Hans:„Last uns nicht so viel Dienstpersonal halten, Hans! Wenn du deinen alten Gottfried gerne behalten möchtest, so habe ich nichts dagegen; dann laß aber die Köchin fort. Ich möchte meine eigene Köchin sein. Mit Hilfe eines Hausmädchens werde ich sehr gut fertig. „Nein, Kleines, daraus wird nichts! Das wäre noch schöner! Wenn ich nach der Probe vielleicht einmal in Gesellschaft meiner Kollegen oder Kolleginnen nach Hause komme, dann käme meine Frau aus der Küche, rot wie ein Puter mit rußigen, fetten Händen. Des Mittags dann säßest du mir gegenüber müde und abgehetzt und anstatt mir fröhlich Gesellschaft zu leisten, müßtest du dir Mühe geben, ein paar Worte zu sagen. Nein, Grete, die Frau eines Künstlers ist keine Arbeitsfrau, sie soll ihren Mann erheitern, zerstreuen, durch hübsche Toiletten seinen Geschmack und Schönheitssinn beleben und weiter entwickeln, das sind die Pflichten einer Künstlersfrau. Die Arbeil mögen bezahlte Hände genau so gut leisten.“ in Schach, bis sich die Polizei seiner annehmen konnte. Ein Arzt aus Wehringhausen untersuchte das Pulver und stellte Gift fest. Bei der Untersuchung des unheimlichen Menschen fand man noch zwei andere Flaschen mit Pulver. Tortmund, 9. Aug. Ein Lastkraftwagen der Brauerei Dievenbeck aus Hamm hatte Schwefelsäureflaschen geladen. In der Nähe der Zeche Minister Stein an der Evingerstraße ging plötzlich eine Flasche in die Luft. Tabei wurden vier Personen verletzt. Sie mußten sich in ärztliche Behandlung begeben. Eine Augenzeugin des Unfalles fiel vor Schreck ohnmächtig zu Boden, erholte sich jedoch bald wieder. Tortmund, 9. Aug. In der Kolonie der Dortmund in der Karlsglückstraße wohnen die Eheleute Woike, die sich eines guten Leumundes erfreuen. Während der Mann auf seiner Arbeitsstelle weilte, begab sich der Hausierer L. in das Haus der Woikes, um der Frau seine Waren zum Kaufe anzubieten. Frau W. lehnte jedoch ab, von L. zu kaufen, worauf L. sich in aufdringlicher Weise an die Frau heranmachte und versuchte, sie unsittlich zu berühren. In ihrer Bedrängnis ergriff die Frau nun ein in der Küche stehendes Hackbeil und versetzte dem Hausierer mehrere Schläge mit der Schneide des Beils auf den Kopf, sodaß die Schädeldecke zertrümmert wurde und L. tot zu Boden sank. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt und der Mordkommission überwiesen. Frau W. wurde festgenommen und dem Polizeipräsidium zugeführt. Sie will die Tat in Notwehr begangen haben. Lütgendortmund, 9. Aug. Als der 34 Jahre alte Kapellmeister Pfeffer von hier den Kriegerverein zu dem Kriegerfest nach Oespel begleitete, stürzte er auf der Oespeler Straße plötzlich zu Boden. Man schaffte ihn sofort ins Krankenhaus. Hier konnte nur noch der Tod durch Hitzschlag festgestellt werden. Bottrop, 9. Aug. Ein junger Mann von hier kam im angetrunkenen Zustand nach Hause. In seinem Rausche stürzte er rücklings die Treppe hinunter, holte sich einen doppelten Schädelbruch und verstarb in einer halben Stunde. Mülheim=Ruhr, 9. Aug. Beim Verzehren eines mit Speck belegten Butterbrotes geriet einem achtjährigen Jungen ein Stückchen Speck in die Luftröhre. Ehe ärztliche Hilfe herbeigeschafft werden konnte, erlitt der Bedauernswerte den Erstickungstod. Herford, 9. Aug. Bei dem Neubau des Stadtkrankenhauses legte ein Arbeiter in einem alten Mauerwerk Gefäße und Stücke von Tierskeletten bloß. Die Bauleitung ließ hier sofort die Arbeiten unterbrechen und die Funde durch einen Sachverständigen aus Bünde untersuchen. Nach dessen Urteil handelt es sich um Gefäße aus dem 10., 12. und 13. Jahrhundert. Man vermutet, daß es sich um Reste eines alten Oberhofes handelt. Wattenscheid, 9. Aug. Eine noch junge Frau von der Hammer Straße wurde schon lange Zeit von einem Gallensteinleiden geplagt. Jetzt trank die Frau eine halbe Flasche Opiumtinktur leer. Ob in selbstmörderischer Absicht oder infolge einer bösen Verwechslung hat sich nicht herausgestellt; denn die Frau ist schon bald darauf im Krankenhaus an der Vergiftung gestorben. Cleve, 9. Aug. Im Rhein ertrank ein 15jähriger Junge vermutlich infolge Herzschlags. In erhitztem Zustand sprang der Junge ins Wasser. Zwei andere junge Leute konnten nur mit knapper Not vom Tode des Ertrinkens gerettet werden. Detmold, 9. Aug. Bei dem schwülen Wetter der letzten Tage war der sog. Postteich an der Waldheide das Ziel vieler Menschen. Die 16 Jahre alte Tochter eines Tischlermeisters von der Hohenloher Straße war ebenfalls mit einer Schwester und mehreren Freundinnen zum Baden hinausgegangen. In der Mitte des Teiches schlug das Mädchen plötzlich die Hände über dem Kopf zusammen. Als man ihm Hilfe bringen wollte, lächelte es schon wieder vergnügt die Gefährtinnen an. Doch wiederholte sich der Vorgang wenige Minuten später. Dieses Mal ging das Mädchen unter und kam nicht wieder zum Vorschein. Rettungsversuche blieben erfolglos. Die Leiche konnte erst am anderen Morgen geborgen werden. Turnen, Spiel und Sport. Stadtverband für Leibesübungen. Laut Beschluß der Vorstands= und Vertretersitzung am 29. 7. findet die Austragung der diesjährigen Stadtmeisterschaften am 21. August statt. Auch die Schwerathletik wird in diesem Jahre in fast allen Uebungsarten an die Oeffentlichkeit treten. Es ergeht daher an alle, die es angeht, die Bitte, recht zahlreich an den Meisterschaften teilzunehmen. Nachstehend die einzelnen Kämpfe: Stemmen in sieben Gewichtsklassen, Reißen einarmig, Stoßen einarmig. Stoßen zweiarmig, Ringen in 7 Gewichtsklassen, Dreikampf in zwei Klassen bis 135 Pfund und darüber: Steinstoßen, Hammerwerfen, Gewichtswerfen, Tauziehen in 2 Klassen bis 800 Pfund und darüber. Altersklasse über 35 Jahre in zwei Gewichtsklassen bis 135 Pfund und darüber, Jugend vom 14. bis 18. Lebensjahre nach Körpergewicht: Reißen einarmig, Reißen zweiarmig, Stoßen zweiarmig. Meldung nebst Startgeld sind bis 18. August, abends 8 Uhr beim Obmann für Schwerathletik Joh. Harbring, Ostmauer 60, einzureichen. Startgeld für Mitglieder des Stadtverbandes Einzelkampf 20, Mannschaftskampf 50, für Nichtmitglieder Einzelkampf 2 Mk. und Mannschaftskampf 5 Mark. Sport und Spielverein Einigkeit. Bei herrlichem Wetter fand am vergangenen Sontag in den Anlagen der Kronenburg das diesjährige Sommerfest des obigen Vereins statt. Erwähnt sei nur, daß die Veranstaltung in allen Teilen einen harmonischen Verlauf genommen hat und jeder Teilnehmer wohl auf seine Kosten gekommen ist. Morgens tagte eine gutbesuchte Monatsversammlung. Die einzelnen Punkte der Tagesordnung u. a. Stiftungsfest. Anschaffung einer neuen Berghantel, wurden nach längeren Debatten erledigt, sodaß der 1. Vorsitzende die angeregt verlaufene Versammlung um 1 Uhr schließen konnte. Es wäre noch hervorzuheben, daß der schon lange gehegte Wunsch, die Einführung einer Damenabteilung, endlich getätigt worden ist. Eine hierzu gewählte Kommision wird den ersten Grundriß ausarbeiten und es ist zu hoffen, daß Vorsichtsmaßnahmen bei Ausübung der Jags. Von Franz Isfort, Bocholt. Die Eröffnung der Jagd steht vor der Tür. Es dürfte sich empfehlen, auch an dieser Stelle unter Hinweis auf die vielen alljährig wiederkehrenden Jagdunglücke auf die Hauptregeln, die jeder Jäger kennen und beachten soll, aufmerksam zu machen. Wenn man, wie ich, mehr denn 50 Jahre lang dem Weidwerk obgelegen, hat man reiche Gelegenheit gehabt, zu beobachten, wie fahrlässig oftmals, teils aus Unkenntnis, teils aus Gleichgültigkeit hiergegen verstoßen wird. Zunächst die Hauptregeln: 1. Niemals— sei es auf der Suchjagd, sei es auf der Treibjagd darf ein Schuß abgegeben werden, ehe nicht das betreffende Stück Wild genau als solches angesprochen(d. h. erkann:) ist. Besonders wichtig ist dieses beim Absuchen von Dickungen und in der Zeit, wenn das Büchsenlicht schwindet. 2. Vor dem Passieren kleinerer Geländehindernisse, wie Wälle, Gräben sind die Gewehre zu sichern, bei größeren Hindernissen sind sie zu entladen. Auch bei gesichertem Gewehr ist die Mündung stets nach oben zu richten. Bei Hahngewehren ist dieses um so wichtiger, als nur zu leicht ein kaum beachteter Heckenzweig oder sonst ein Widerstand den Hahn weiterziehen und zum Zurückschnellen bringen kann, so daß der Schuß ausfährt. 3. Bei Treibjagden darf der angestellte Schütze erst laden, wenn er seinen Stand den beiden Nachbarn durch Vortreten. Hochheben der Flinte(vielleicht mit aufgestecktem Hut) usw. bezeichnet hat. 4. Vor Beendigung des Treibens darf unter keinen Umständen der Stand verlassen werden, sei es denn, daß der Jagdleiter andere präside Anordnungen getroffen hätte. 5. Wenn sich Schützen oder Treiber in gefahrbringende Nähe gekommen sind, darf in die Richtung dieser Personen weder geschossen noch das Gewehr gerichtet werden. 6. Das Schießen mit der Kugel in das Treiben hinein, setzt. auch wenn es von dem Anstellenden gestattet ist, immer besondere Vorsicht und Umsichtigkeit seitens des Schützen voraus. Der Stand ist in solchen Fällen so zu wählen, daß die Kugel in möglichst hohem Grade bald die Erde findet. In gerader Linie kann sie selbst in dichten Beständen oftmals einen weiten Weg nehmen. 7. Bei Kesseltreiben darf nicht mehr in den Kessel hineingeschofsen werden, wenn Schützen und Treiber sich auf Schußweite genähert haben. 8. Nach beendetem Treiben darf bei versammelten Beteiligten nicht mehr geschossen werden. 9. Schreite niemals heftig durch eine Heckenlücke, oder durch Schlagholz. Nur zu leicht kann die zähe Ranke einer Bromher= oder Hopfenstaude oder eine Hasenschlinge den Jäger zu Fall und das Gewehr zur Entladung bringen. So wenia Gefahren die Jagd in einem übersichtlichen, ausgedehnten Acker= Weiden= oder Wiesengelände mit sich bringt. so gefährlich ist sie im kupierten mit Hecken und Buschwerk durchsetzten Terrain. Der Jäger hat keine Sicht übr Vorgänge an der anderen Heckenseite und wenn er leichtsinnig genug ist. ein auf die Hecke aufliegendes Volk zu beschießen, wird über kurz oder lang das Unglück da sein. Selbst wenn er wartet, bis das Wild im hohen Fluge die Hecke überfällt. in welchem Augenblick ein Schuß gewiß sehr verlockend ist, werden ihm die in der Nähe von Menschen, wenn auch kraftlos niederrasselnden Schrote leicht unliebsame Auseinandersetzungen einbringen. Umso gefährlicher ist die Jagd auf Fasanen Birkwild usw. in einem mit Strauchwerk. Wachholder, Kusseln durchsetztes Heidegelände, vielleicht umso gefährlicher, als bei dieser Jagd im allgemeinen schwerere Schrote Verwendung finden. Vielen Jägern, namentlich den älteren Herren, werde ich mit diesen Ausführungen vielleicht nichts neues gesagt haben, immerhin mögen sie aber auch ihnen, wie unserem Nachwuchs und den vielen neuen Jägern Anregung zur Vorsicht geden. Aber au eines, und dieses gilt besonders den älteren Herren und allen. die älteres, länger im Gebrauch befindliches Schießzeug führen, möchte ich Sie noch aufmerksam machen und zwar auf zwei kleine Schräubchen, denen Sie vielleicht niemals Beachtung geschenkt haben. Es sind dieses die beiden Schräubchen, welche die Niemenschnalle einerseits am Kolben, andererseits am oberen Laufende des Gewehrs oder der Büchse festhalten. Diese kleinen Dinzerchen werden kaum jemals mit einem Tropfen Oel bedacht, weil es erstens nicht zu sehen ist, daß sie angerostet sind, dann dieser auch gar nicht geniert— sie ohnehin bei Benutzung des Gewehrs alsbald von selbst wieder blank gescheuert sind. Daß sie aber auf diese Weise stets dünner werden, endlich brechen müssen und die Schnalle mit dem Niemen dann frei geben, daran denkt man nicht; natürlich auch nicht an die Folgen. Was aber ein zur Erde fallendes, geladenes Gewehr für Unheil anzurichten vermag, können Sie selbst ausdenken. Zweimal habe ich diesen Vorfall erlebt. Also, Vorsicht, verehrte Jagdgenossen.— Vorsicht. Und trotz aller Vorsicht sind Unglücksfälle nicht aus der Welt zu schaffen. Das Schießzeug ist immer ein nefährlich Ding. Wenn Sie auch für diesen oder jenen Unfall vielleicht strafrechtlich nicht verantwortlich gemacht werden können, ziotlrechtlich ist jeder Mensch für jeden von ihm angerichteten Schaden hastpflichtig. Gerade dies letztere machen sich die meisten Jäger nicht recht klar, sie glauben, dadurch, daß der Strafrichter ihnen unter Zubilligung mildernder Umstände eine kleine Geldbuße auferlegt, sei die Sache aus der Welt geschafft. Das ist, wie gesagt, nicht der Fall.—— Welch ungeheure Gefahrenquelle liegt hier für jeden Jäger. Des blöden Zufalls Tücke kann ihn zum armen Manne michen und nicht selten haben sich Fälle ereignet, daß der unglückliche Schütze überhaupt nicht in der Lage war, den Schaden in nennenswertem Umfange oder überhaupt auszugleichen. Mit der Aushändigung des Jagdscheines konzessionaert der Staat dem Jäger die Benutzung von Schußwaffen. Allerdings soll die Person eine gewisse Garantie für ordnungsmäßige Handhabung bieten, aber wir wissen alle aus der Praxis, daß wohl kaum jemanden der Jagdschein verweigert ist— dieser Fall vielmehr erst eintritt, wenn der Besitzer sich als unzuverlässig erwiesen hat. Das ist die Geschichte von dem nicht gedeckten Brunnen. Der Gedanke liegt nahe, angesichts dieses Gespenstes der Schadenersatzpflicht jeden Jäger zu zwingen, sich gegen Schaden zu versichern. Zweckmäßig übernähme der Staat selbst die Versicherung und belastete den Jagdschein mit den festzusetzenden Prämiensätzen. Auf diese Weise hätte der Staat auch eine gewisse Rückendeckung für die von ihm erteilte Konzession. Solange aber ein solches Gesetz nicht besteht, ist es Pflicht jeden sorgsamen Jägers, sich gegen die mancherlei Gefahren der Jagd zu versichern. Ich will keine Propaganda machen für diese oder jene Versicherungsgesellschaft. Aufmerksam machen will ich nur darauf, daß es Anstalten gibt, die sich im speziellen mit der Versicherung gegen Jagdunfälle befassens Die deutsche Jagdkammer Berlin W. 57, Potsdamerstr. 74 versichert Herrenjäger zu.40 Mk., Jagd= und Forstschutzbeamte zu 5,30 Mk. jährlich. Der Versicherte genießt den Schutz in seiner Eigenschaft als Jäger, Waffenb=sitzer. Schütze, Veranstalter und Leiter von Jagden, Hundehalter. — Zu ähnlichen Sätzen versichert der Allg. Deutsche Jagdschutzverein und der Stuttgarter Verein. Die Versicherung soll dem Jäger kein Freibrief sein auf unbedachte, unüberlegte Handlung; nein— aber sie soll und wird durch das Gefühl der Sicherheit zum erhöhten Genuß der herrlichen Weidmannsfreuden nicht unwesentlich beitragen. in aller kürzester Zeit schon mit den Uebungen begonnen werden kann. Schriftliche Anmeldungen werden schon jetzt im Vereinslokal Kronenburg entgegengenommen. Näheres wird noch bekannt gegeben. Sport und Spielverein Rhede. Am vergangenen Sonntag war unsere 1. Elf nach Emmerich verpflichtet, um gegen die gleiche Elf des Spiel= und Sportvereins 09 ein Gesellschaftsspiel auszutragen. Punkt 3 Uhr stellten sich die beiden Mannschaften dem Schiedsrichter. Während die Gastgeber mit 4 Ersatzleuten antraten. mußte Rhede für Halblinks u. Linksaußen Ersatz einstellen. Es wurde von beiden Seiten ein sehr schönes und saires Spiel vorgeführt. Schon in den ersten Minuten kann Emmerich nach schöner Kombination des Innensturms in Führung gehen. Rhede kämpft jetzt mit aller Energie um den Ausgleich und sieht seine Bemühungen eine Viertelstunde später auch von Erfolg gekrönt. Eine leichte Ueberlegenheit der Schwarz=Weißen ist nicht zu verkennen und kurz vor Halbzeit gelingt es dem Mittelstürmer mit Bombenschuß für seine Farben den Führungstreffer anzubringen. In der zweiten Hälfte zunächst verteiltes Feldspiel. Etwa 10 Minuten nach Wiederbeginn erhält Emmerich einen Elfmeter zugesprochen, wlcher verwandelt wird.:2. Jetzt wird von beiden Seiten mit aller Macht um den Sieg gekämpft. Beide Tore geraten des öfteren in Gefahr, doch die Torwarts können immer noch im letzten Moment rettend eingreifen. 4 Minuten vor Schluß gibt unser Mittelstürmer nach schöner Vorlage des rechten Läufers den Ball scharf aufs Tor, der Hüter wehrt schwach ab und Halblinks kann im Nachschuß zum siegbringenden Treffer für seine Farben einsenden. Noch einige Minuten offenes Feldspiel und Rhede kann als verdienter Sieger das Spielfeld verlassen. Aus dem Reiche des Rundfunck. Rundfunk=Programm Langenberg(Welle 468,8), Münster (Welle 241,9), Dortmund(Welle 283) aus den GendeKöln, Düsseldorf, Münster, Dortmund, Elberfeld. Es. bedentet: La: Langenberg: Mü: Münster: Do: Dortmund, El: wird### Sende=Ort int ausgeschrieben: zuerst in der Klammer Das di. Eender genannt. Dennerztag, 11. August, 12: Uebertr. aus Berlin(La,— 33 gbg Dezisverfalsungsfeler im Reichstag. 13.10: 300 Ma. Dos;, Wie Fleie: Darbietungen. e 14.30: Röln(9 ich gesund? o 16.45: Dortmund ## Mü): Was koche ich in der nüchten Woche? č 17.30: Münst Hastichs.53): Ronzert. Brahms: Ungarische Tänze.— Rege Ernisch. Tanze.— Schubert: Baliettmusik aus Rosamunde. — Sinding: Serenade.— Grieg: Aus der Veer=Gynt=Suite. zing: Aus dem Klavierkrio=moll.— Svendsen: Roman— wiadigeroff: Liev.ojung.§ 18.30: Köln(La): M. SchillinBüder aus dem deutschen Wald.# 18.30: Dortmund(Do, Mü Ga Pas: Vortrags= und Redekunst. v 19.15: Düsseldorf(9 SöIn(Cc. PizI“; Prast neuen Deuls Laid. 6 19.4 Krm—, Teu, Do): Pxofz, Sperher: Bülder aus Vergangenhe und Cegenwart unserer anttersprache. o 20: Mänster(Mü, L Do): Dr. Krug: Volkskunde und künst erische Volk=er#iehung ebie:. o 29.60: Münster(Ma. La. Do): Heier 126 Dicrungen. gespr. on W. Bushho“, Doni#elti: Ouo. Die R gimen stofer.— Dosto####li: Die Ackunit der Grotzmutter, a dem Erieler.— Cer#anes: Aus Don Orirote.— Strau Der Jauberer.-5e, Krapdsl.— D otal: Slaoscher Xanz, u ü.— Wele ind: Laßt uns mit dem Feuer soielen. Einsentton. Viere lang.— Spitte.er: Jodeinde Schildwache. dr.— Gillet: Tanz der Marionette O 22.45: Dortmund(Do, La, Mi): Tanmusik. Königswusterhausen überträgt Westdeutschland. Nachdem die Frage der Uebertragung von Westdeutschland nach Berlin in der letzten Zeit geregelt ist, wird die„Deutsche Welle“ Königswusterhausen am Freitag, den 12. 8. das Abendprogramm des Westdeutschen Rundfunks verbreiten. Es hanvolt sich dabei um den lustigen„Jacoby=Abend.“ Georg Kaisers Lustspiel„Der mutige Seefahrer" im Westdeutschen Rundfunk. Am Freitag, den 19. Aug., bringt die Schauspielgemeinschaft des Westdeutschen Rundfunks unter der Spielleitung von Oberregisseur Rudolf Rieth Georg Kaisers entzückende Komödie „Der mutige Seefahrer" zur Wiedergabe. In den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Leithner, Skutsch sowie die Herren Barg(vom Stadttheater Bonn), Kandner, Maaß, Oettershagen und Nieth. Vor der Aufführung spricht Dr. Hanns Ulmann über „Georg Kaiser als Komödiendichter.“ Programmänderungen: Donnerstag, den 11. August: 20.00—20.30 Uhr Dortmund(für Do, La, Mü). Dr. Conrad Maria Krug„Volkskunde und künstlerische Volkserziehung im Industriegebiet". Vortrag Dr. Meyer tauscht zeitlich mit Vortrag M. Schilling, also: 18.30—19.00 Uhr Dr. h. c. Meyer: Der Arbeiter im neuen Deutschland(2) 19.15—19.35 Uhr M. Schilling: Bilder aus dem deutschen Wald. Freitag, den 12. August: 18.40—19.00 Uhr Köln(für La, Mü Do) Der Vortrag von Anna Bender, Köln:„Berufsprobleme der Frau auf dem Gebiete der Lehrtätigkeit“ fällt aus. Dafür sprich: Margarete Breuer über„Die Frau als kaufmännische Angestellte“, 19.40—20.00 Uhr Düsseldorf(für La, Mü, Do). W. Herschel,„Die neue Arbeitsgerichtsbarte!t“(1) Sonnabend, den 13. August. 16.30—17.00 Uhr Köln(für La). Bücherstunde. 16.30—17.00 Uhr Dortmund(für Do, Mü) Neue Künstlerschallplatten. 95 Größte Funkzeitschritt irahen Programmer und großem Unterhaltungs- und Bestlertei Nur 50 Pf. jede Woche. Bestellung im jeden Poltamt und in jeder Buchheudlung Orobenummern kostenles vom Verlag Berlin N? Frage und Antwort. Ein Ratgeber für jedermann. Tedingrngen für die Beontwortung von Anfragen. Der größte Tess der Fragen muß schriftlich beeutwertet werden, de ein.edruck aler Accwvorten räumlich unmöglich ist. Teepald muß jede Anfrage die genaue Adrelie des Frogestellers enthalten. Ausugme Fragen werden grundsäglich nicht beantwortet. Außerdem ist jeder Frage ein Aueweis, das Frugesteller Bezieher unseres Biattes ist, so wie ein Vortrankeis von 30 Pfg. beizufugen. Werden m hrere Frozen gestellt, so sind ebensoviel Vortoanterle. als Fragen go#ellt sind mitzmenden. Im Briestasten werder nur in kundSirtschaftliche Fragen behandelt; in Rechterraten oder in Angelegenheit#u. die sich nicht dem Nahmen unseres Blattes anpassen. zm Auskunft nicht erkeitt werden. Die Schriftleitung. Irage Nr. 1. Mein zwölsjähriger Wallach hat seit 2½ Wochen ein Blasenleiden und geringe Freßlust Der spärliche Arin ist dickflüssig. Kann das Leiden auf die Nieren übergreifen? Was ist zu tun? K. in W. Antwort: Ihr Wallach leidet an Blasenvatarrh, der auch auf die Nieren übergreifen kann. Geden Sie ihm Bärentraubenblätter auf das Jutter und eine Abkochung von Peterstlienwurze.. Ratsamer ist es naürlich, einen Tierarzt sinzuzuziehen, der durch Blasenspülungen das Zeiden schneller beseitigen wird. Bet. Irage Nr. 2. Mein Tierarzt stellke bei weiner Kuh das dösartige Katarrhalfieber fest. Nach seinen Aussagen ist die Krankheit auf Erkältung zurückzuführen und nicht ansteckend. Von anderer Seite erfahre ich das Gegendeil. Weiche Behauptung ist richtig? Geht gegebenensalts die Krankheit auch auf Milchkälber üb.r? J. S. in B. Antwort: Ihr Tierarzt hat recht, wenn er Ihnen sagt, daß das dösartige Katarrhalsieber eine Krankheit nicht ansteckender Natur ist. Die Bakterien, durch welche diese Krankheit verursacht wird, sind gewöhnlich in jedem gesunden Tier vorhanden und wirken nur unter gewissen, den Tierkörper schwächenden Einflüssen krankheitserregend. Dies ist der Lall dei Erkällung, Ueberanstrengung, plötzlichem Temperaturwechsel, feuchter Witterung, bei Fürerungssehlern, bei Aufnahme von unreinem Wasser oder verdorbenem Jutter und Torhandensein von dunklen, niedrigen und renig gelüfteten Staltungen sowie in sumpfigen Gegenden. Tiere unter einem Jahr werden im allgemeinen nur selten betroffen. Reinigen und desinfizieren Sie gründlich und wiederholt den Stalt(Kaltmilch), sorgen Sie stets für saubere, tnockene Streu und gute Durchlüftung des Staltes. Geden Sie den Tieren gutes, nicht verdordenes Futter. Bei Auftreten weiterer Krankheitsfälle trennen Sie dis zum Eintreffen des Tierarztes die eventuelt erkrankten Tiere von den gesunden. Dr. It. Irage Nr. 3. Die Ferhel meiner Erstlingssau gehen an einer ruhrartigen Krankheit zugrunde. Bei der Sektion findet sich Wasser im Herzbeutel vor. B. B. in B. Antwort: Wahrscheinlich liegt bei Ihren Ferkeln Schweinepest vor, über deren Vorkommen in neuerer Zeit haufiger geklagt wird. Kurpfuschen Sie in diesem Falle nicht, sondern ziehen Sie einen Tierarzt umgehend zu Rate, damit er das Erforderliche anordnet. Es wird die Einsendung eines Kadavers an das Bakteriologische Institut Ihrer Landwirtschaftskammer erforderlich sein, das Ihnen dann weiteren Bescheid zugehen läßt. Sollte Pest tatsächlich vorhanden sein, ist Starkdesinfektion des Stalles erforderlich, und die noch gesunden Ttere find zu impfen. Zur Vorbeuge in Zukunft mehr naturgemäße Schweinehaltung betreiben, die Tiere täglich mehrere Stunden lang ins Freie lassen, damit sie sich warm laufen, sich sonnen und suhlen und Erde aufnehmen können, weil das ganz unbedingt zur rationellen Aufzucht gehört; dann warmes Lager im Stall auf Holzpritsche und das Jutter in breiiger Jorm geben, keine Suppenfütterung; das Getränk erhalten die Tiere vor dem Fressen. Dr. Ws. Jrage Nr. 4. In der frischgemolkenen Milch meiner Ziege setzt sich seit etwa drei Wochen gelder Schleim ab. Das Tier hat beine Schmerzen deim Melken und ist sonst ). Da ich die Miich meinem einenchalbKinde gede, frage ich an, od sie ist. G. in C. Antwort: Derartige Milch ist nicht genießbar. Die Ursache besteht u. a. in plötzlichem Uebergang von der Trochen= zur Grünjütterung. Auch sind unsaubere, feuchte und dumpfe Milchkammern schuld daran, edense unreine Mischgefäße. Es sind deshalb Milchkammern und Stallungen gut zu lüften und mit Kalbmisch zu bestreichen. Die Milchgefäße sind mit kochendem Wasser auszuspülen und Hinterteil und Euter der Ziege gründlich zu reinigen. Die Mtich ist auf 75 Prozent Celstus zu erhitzen. Lassen Sie die Mtlch dahteriologisch von der zuständigen Landwirtschaftskammer untersuchen. Dr. Il. Frage Nr. 5. Mein bleiner Hund verkor seit Ostern seine Munterheit und Freßlust, so daß seine Kräfte immer mehr abnahmen. Der Tierarzt stelkte Magen= und Darmkatarrh fest. Temperatur und Puls sind normal. Nach der Verabreichung von Rizinusöl und Kamala trat mehrmaliges Erdrechen ein und Kotadgang. Seitdem ist unser Hund noch elender geworden. Er trinht auch nicht mehr Wasser, das er sonst sehr gern genommen hat. Die Zunge hat ihre frische, rote Färdung verloren, sieht blaugrau aus und hat an den Rändern dunkle Fleche bekommen. Aus dem Maule kommt seit einigen Tagen ein sehr übler Geruch. N. Sch. in A. Antwort: Zu dem Magen=Darmkatarrh Salbeiblätter=Abkochung, und zwar ein Eßlöffel voll auf ein halbes Lider Wasser, und geben Sie geschabtes Fleisch und gekühlte Milch. Vet. Frage Nr. 6. Meine Angorabatze ist schon fast drei Wochen lang läufig. Ich habe sie eingesperrt, da ich sie nicht dechen lassen will. Gibt es ein Mittel, um die Läufigkeit zu unterbinden? Irt. G. M. in I. Antwort: Gewöhnsich dauert die Brunst bei Katzen nur vier dis fünf Tage, doch bleiben eingesperrte Katzen oft vierzehn Tage und känger brünstig. Ein Radikalmittel zur Unterdrüchung der Brunst ist die Kastration. Eine Röntgen=Bestrahluung der Eierstöcke dürfte wohl zu teuer und zu unverkässig in der Wirkung sein.„„„„ Bet. Frage Nr. 7. Iu jungster Zeit sind mir vier Hühner eingegangen, an einem Tage zwei Stück, die den Legedarm herausgedrängt hatten. Woher kommt das und was täßt sich dagegen tun?„ C. R. in K. rt: Ihre Hühner litten an Mastdarm= oder wahrscheinlicher an Eileitervorfall. Antwor Der Grund dafür kann eine starke Verstopfung sein, das Legen abnorm großer, auch schalenloser Eier, Schläge, Stöße auf den Hinterleib, entzündliche Zustände. Das brante Tier allein setzen! Die vorgefallenen Teile mit lauwarmem Wasser, dem einige Tropfen Cellokresol zugesetzt werden, gut reinigen, dann zurückbringen, kleine Eisstückchen einführen. Das abs Lattrr, bis das Drängen aufhört. Imerin Sie Opium=Pillen, Opium=Tinktur fünf bis zehn Tropfen in einen Teelöffer Rotwein mehrmals am Tage. Kl. Irage Nr. 8. Wie und dis zu welchem Alber werden junge Hähne hapaunisiert? Weiches ist ein gecignetes Mastfutter? C. P. in E. Antwort: Das Kapaunisieren geschieht bei beichten Rassen, wenn die Hähnchen etwa 500 g schwer sind, bei schweren, wenn sie 750 g bis 875 g wiegen. Das dürfte etwa im Alter von acht dis neun Wochen der Fall sein. Nur geübte Leute sollen hapaunisieren! Lassen Sie die Kapaunen neun dis zehn Monate alt werden. Kraftfutter ist kaum nötig, eine etwas reichlichere Fütterung genügt. Kl. Frage Nr. 9. In nassen Sommern leiden die Roggenfelder stark unter der Verunkrautung durch wilde Wicken. Wie können dieselben am besten ausgerottet werden? F. B. in E. Antwort: In diesem Herbst ist der Acker nach dem Mähen sofort zu schälen, um möglichst viele Wickensamen noch in diesem Herbst zum Aufgehen zu bringen. Dann ist in den nächsten Jahren der Acker nur mit Hackfrüchten und Grünfuttergemenge zu bestellen, denn beim Anbau von Getreide würde immer ein Teil der Wickensamen vor der Ernte ausfallen und das Land von neuem kommt, daß der Wickensamen dest. arbei sehr hartschalig ist und ost erst nach sehrlangem Liegen im Boden zur Keimung kommt. Deshalb mußz die Fruchtfolge auf diesem Acker, wie oben angedeutet, durchgeführt werden. Denn das unreif abgemähte Grünfuttergemenge läßt auch den Wickensamen nicht zur Reise kommen, und durch den Hackfruchtbau sollen alle keimenden Wickensamen vernichtet werden. Es muß dann auch mit Anbau dieser Früchte möglichst vieles Pflügen. Eggen und Abschleppen verbunden werden, um immer wieder von neuem den Wickensamen in eine für die Keimung günstige Tiefe zu bringen, um ihn dann bald darauf zu vernichten. Erst nach Jahren wird die Verunkrautung durch die Wicken sichtlich abnehmen, und in der Folgezeit ist jede neue Wickenpflanze spätestens zu Beginn der Blüte zu vernichten. Wie bei aller Unkrautvertilgung, hilft auch hier nur Fleiß und Ausdauer zum Ziele, mit chemischen und ähnlichen Mitteln ist nichts zu erreichen. Dr. M. Ws. Jrage Nr. 10. Ich erwarte dieses Jahr von meiner dreijährigen größeren Himveeranpflanzung eine sehr gute Ernte und möchte diese gern für meinen Haushalt verwenden. Was kann man alles daraus bereiten und wie find die Rezepte dafür? Ich reflektiere ganz besonders auf ein gutes Himbeersaftrezept. H. S. in G. Antwort: Himbeeren kassen sich am ten zu Marmelade und Saft(Sirup) vereiten. Alle andern Verwertungsmöglichbeiten, wie Gelee, Wein, Himbeeressig und eventuelt Likör sind weniger beliebt, da sich andere Früchte besser hierzu eignen. Marmelade ist sehr leicht herzustellen. Die Himbeeren werden zerkleinert und mit 40% Zucker unter ständigem Umrühren so lange eingekocht, bis die Masse lappig vom Löffel fällt oder eine Probe auf einem Teller erhalbet nicht mehr auseinanderfließt. Zur Marmeiade ohne Kerne werden die Früchte zunächst mit wenig Wasser aufgenocht und dann noch heiß durch ein Sieb oder eine geeignete kleine Durchtreidemaschine passiert, so daß die Kerne von dem Fruchtmark ge, trennt werden. Die Masse wird dann wie vorher eingekocht. Um Himbeersaft berzustellen, gidt es verschiedene Wege Himbeersirup der Apotheken, die sog. 2 Arzneiduchware, ist am stärksten mit Sumer eingekocht. Auch werden die Himbeeren vorher vergoren. Doch läßt sich auch folgen ermaßen verfahren: Die Himbeeren werden wie vorher aufgekocht, der Saft wird abgepreßt und auf 3500 g mit 6500 g Zucher unter Abschäumen einmal tüchtig aufgeke Er hat dann die Stärke des Apotheken“. Rimmt man weniger Zucker(z. B. gleiz. ile), so beschlägt er z. B. bisweilen bi#n Lagern. Um dies zu vermeiden, muß er heiß in die gut gereinigten und angewärmten Ilaschen gefüllt und mit besten Korken verschlossen werden. Die noch heißen Flaschen läßt man dann umgekehrt erkalten, damit die Korden immer steril werden. Rezept auf halbem Wege: Auf 1 kg Saft rechnet man.50 kg Zucer und 30 g Weinsäure. Beides wird in den Saft ohne aufzukochen mit einem Holzlöffe unter Umrühren aufgelöst. Dieser Saft kommt ebenfalls in gut gereinigte und mit Feinsprit ausgeschwenkte Flaschen. Jedoch wird nicht mit Korten verschlossen, sondern mit ungebrauchter, geruchfreier Watte, welche zu Pfropsen gedreht wurde. Er muß recht kühl aufbewahrt werden. Endlich läßt sich der Rohsaft auch ohne Zucker aufheben, wenn man ihn in folgender Weise behandelt. Diese Methode ist besonders für größere Mengen geeignet, welche man erst später mit Zucker zu Himbeerstrup einkochen wilk. Die Himbeeren werden zerstampft und unter täglichem mehrmaligem Umarbeiten drei bis fünf Tage in zugedeckten Gefäßen vergoren. Wenn sich die Masse beruhigt hat und auf der Oberfläche Saft abscheidet, wird abgepreßt. Dieser vergorene Rohsaft verdirbt in dicht und spundvoll verschlossenen Gefäßen ui t. sondern klärt sich allmählich und bekommt ein seines Aroma. Er läßt sich in dieser Weise unverändert sange ausheben. Klar abgegossen, kann er zu bekiebiger Zett mit Zucker zu Himbeersirup aufgekocht werden. Dr. Ks. 36. Jahrgang Tandie wischäftiche Wenage zur Grenzwarte, Bocholt i. W. Schriftleitung: Orkonomteret Crundmans, Neudamm Scher Nochtrut ans dem Inhalt dieses Blattes wirt gerichtlich verfolzt(Besetz vom 19. Juni 1901) 1927 Die Schwarzdrossel(Amsel). Von Johannes Voigt, Teschvitz(Rügen). (Mit Abbildung.) Der Lieblingsaufenthalt der Schwarzdrossel ist der gemischte Wald mit vielem Unterholz und Gewässern. Im Winter hält sie sich mehr in Parkanlagen und Gärten auf. Sie erreicht die Größe einer Taube und ist in ihrem Aeußeren überhaupt eine stattliche Erscheinung. Die Farbe des Männchens ist rein tiefschwarz, hat aber nicht die schöne metallisch grün glänzende Färbung aufzuweisen wie z. B. der Star. Der schöne goldgelbe Schnabel hebt sich recht wirkungsvoll von der dunklen Farbe ab. Das Weibchen ist graubraun. Die Schwarzdrossel ist Zugund Standvogel. Im zeitigen Frühjahr sitzt sie mit Vorliebe auf hohen Bäumen und läßt ihren schönen, flötenden Gesang weithin erschallen, der recht feierlich klingt. Außer der Gesangszeit treibt sie sich meistens auf dem Boden umher und sucht nach allerhand Insekten, mit Vorliebe nimmt sie auch Regenwürmer Nach meinen Beobachtungen ist sie äußerst schreckhaft; nähert man sich ihr plötzlich, fliegt sie mit lautem Geschrei davon und läßt ihre Töne erschallen, die ähnlich wie tak tak erklingen. Sie nistet auf Bäumen allei Art. Zum Teil ist sie nützlich, teils aber auch schädlich, da sie die Nester der Kleinvögel plündert und zerstört Die Schwarz= drossel liebt auch Beeren, und wo sie sich in größerer Anzahl breit macht, ist der Obstgartenbesitzer sehr in Sorge, da sie besonders gern Kirschen nascht. Etwaiges Eingreifen bei einer Plage dieser Vogelart ist am Platze, jedoch keine völlige Vernichtung. Es ist eben im Haushalt der Natur so eingerichtet, daß alles seine zwei Seiten hat. Ratzenfütterung. Von Dr. W. Wieland. Da in Deutschland nur ausnahmsweise Katzen als Luxustiere oder zu Ausstellungszwecken gehalten werden, ist man in der Regel zufrieden, wenn durch die Fütterung die Katze am Leben erhalten und ihr Allgemeinbefinden nicht gröblich gestört wird, kurz— wenn die Katze gerade so ihr Leben fristet. Ganz anders handelt Katzenbesitzer und=züchter in England, dem klassischen Lande der Katzenzucht; er weiß sehr wohl, daß nur geeignete Zuchtwahl und gute Fütterung dazu beitragen, schöne, kräftige und temperamentvolle Katzen hervorzubringen. utschen Katzenbesitzer möchte ich mich daher etwas eingehender mit dem Speisezettel für unsere Miez befassen, die ebenso, wie z. B. der Hund, ein Recht auf gute und zweckmäßige Ernährung besitzt. Das Futter der erwachsenen Katze soll aus Fleisch, Fisch, Gemüse, Hafermehl, Rinderleber, Milch, gekochten Kaldaunen und gereinigtem Pausen bestehen. Dem Futter kann man auch etwas Rinderbrühe oder Maggi's Fleischextrakt zusetzen. Letzteres ist besonders angebracht, wenn sich die Katzen nach schwerer Krankheit erholen sollen. Kleine Vögel, wie die lästigen Sperlinge, frisch getötet, und Mäuse sollen Abwechslung in den Speisezettel bringen. Geflügelfleisch im gee Schwarzdrossel(Amsel). kochten Zustande ist überflüssig, ist aber ein ausgezeichnetes Futter, wenn es roh gegeben wird, sofern die Vögel gerade erst getötet und gesund sind. Rohes Fleisch, besonders auch rohes Rindfleisch, ist für erwachsene Katzen ein ganz hervorragendes Futter; anderseits kann es auch Nachteile haben, wenn es schon überreif ist. Eine andere Quelle des Leidens ist Pferdefleisch. Das in England empfohlene und verbreitete„Cats meat“ enthält vorwiegend Pferdefleisch. Pferdefleisch kann nur ausnahmsweise empfohlen werden, wenn es sich um gutes Fleisch für die menschliche Ernährung handelt. Gekochte Leber ist ein appetitanregendes Futter, besonders wenn es mit Tischabfällen vermengt ist. Hierzu sollte warme Rindfleischbrühe mit Gemüse zegeben werden. Derartiges Futter regt das sachstum der Katzen sehr an. Auch Reste von Geflügel und Wild können von großem Nutzen sein. Ein anderes wichtiges Futter ist der Fisch, der für Katzen, die in halber Gefangenschaft gehalten werden, durchaus notwendig ist Frischheit ist beim Fische aber noch wichtiger als beim Fleisch. In frischem, rohem Zustande wird der Fisch begierig aufgenommen. Es dürfte sich aber empfehlen, den Fisch abwechselnd roh und gekocht zu geben. Vom Fischhändler kann man auch Fischabfälle für wenig Geld bekommen. Katzen, die freien Auslauf haben, Mäuse fangen und sonst gut ernährt werden, werden kaum jemals krank werden; sie werden auch nicht zu so gefährlichen Vogelräubern wie solche, die an geeigneter Nahrung Mangel leiden. Aber für solche, die in Katzenzwingern oder für Ausstellungszwecke gehalten werden, muß doch der Geflügelhändler in Anspruch genommen werden, damit sie zweimal in der Woche frische Köpfe und rohe Geflügelstücke bekommen. Ebenso wichtig wie Fleisch ist vegetabilische Kost. Wenn Fleisch, Fisch oder Geflügel ohne Gemüse gefüttert wird, kann die Katze unmöglich gedeihen. Alle Gemüsearten, die im Hause Verwendung finden, können vorteilhaft verfüttert werden. Das Gemüse kann extra gekocht oder mit Tunken vermischt werden. Für die Gesundheit ist nichts zuträglicher als Gras. Wer keinen Rasenplatz hat, auf dem sich die Katze tummeln kann, sollte sich ein kleines Stück vom Garten abzäunen, mit Rasen bedecken oder mit Gras besäen. Wenn auch dies nicht möglich ist, sollte man einen möglichst langen Grasbüschel in entsprechender Höhe aufhängen, damit die Katze an diesem Grasbüschel knabbern und kratzen kann. Auch kann man als Ersatz Gras in Töpfen säen. Von allen Vegetabilien sind am nahrhaftesten und von besonderem Einfluß auf die Güte des Fells und auf die Entwicklung im allgemeinen— die Linsen. Sie sind im Verhältnis zu anderem Futter etwas teuer, aber man sollte wenigstens einen Versuch damit machen. Manche Katzen müssen allerdings frühzeitig an das Linsengericht gewöhnt werden, aber wenn sie es erst mal gefressen haben, sind sie sehr eifrig danach Es ist notwendig, die Linsen einige Stunden einzuweichen und sie dann langsam zu kochen. Linsen mit Fleischabfällen und Brühe werden eine schwächliche Körperkonstitution bestimmt aufbauen, wenn andere Mittel fehlschlagen. Die flüssigen Nahrungsmittel für die Katze sind Milch, Bouillon oder andere Arten Brühen und Wasser. Diese flüssigen Nahrungsmittel sollten früh als erste Mahlzeit gegeben werden, die Milch warm, aber nicht gekocht. In einigen Fällen ist die Zugabe von einem Löffel voll Kalkwasser auf ein Liter von Vorteil. Auch Brot sollte eingebrockt werden, obwohl einige Katzen, die freiwillig Milch nehmen, Brot in Milch nicht mögen. Jungen Kätzchen sollte kein rohes Fleisch als tägliches Futter gegeben werden, wenn es auch in gewissen Fällen als Stärkungsmittel verordnet werden kann. Gute Milch oder Milch=Präparate, gut gekochtes Hafermehl mit Milch und später ein bißchen gekochtes Gemüse mit Brühe usw. oder Fisch mit Reis gemischt würden für den jugendlichen Organismus besser und leichter verdaulich sein. Sobald die bleibenden Zähne durchzubrechen beginnen, kann mit Vorteil etwas schon gekochtes Fleisch gegeben werden. Am besten eignen sich für die Kätzchen gekochte Kaldaunen, die klein geschnitten und mit Brotkrumen und Reis vermischt werden. Gute Hundekuchen mit Stocksisch=Brühe aufgeweicht geben auch ein ausgezeichnetes Futter ab, das junge Kätzchen fast immer zu schätzen wissen. Sehr wichtig ist auch die regelmäßige Fütterung und die richtige Zubereitung des Futters. Wenn man eine Katze kauft, sollte man sich immer nach der bisherigen Fütterung erkundigen, da ein plötzlicher Wechsel in der Diät oft gefährlich ist, auch darf nie mehr Futter hingestellt werden, als begierig aufgenommen wird. Klares Wasser sollte im Trinknapf nie fehlen. Eine zweimalige Fütterung am Tage dürfte in den meisten Fällen genügen. Der Bienenhonig als Nahrungsund Heilmittel. Von Alwin Hartmann. Der Honig ist ein edles Naturprodukt von unvergleichlichen Eigenschaften, welchen die Biene aus den Kelchen der blühenden Pflanzen als süßen Nektar sammelt, dem Menschen gespendet als köstliches Nahrungs= und wirksames. Heilmittel. Der echte Bienenhonig ist ein überaus leichtverdauliches und höchst zuträgliches Nahrungsmittel, welches in allen seinen Atomen wirklichen Nährstoff enthält und nicht etwa durch Zucker ersetzt werden kann. Wie das Wasser unmittelbar in die Blutgefäße übergeht und keinen Rückstand im Darmkanal hinterläßt, so auch der Honig. Genießt man also einen Löffel voll Honig, so führt man dem Blute einen Lössel voll Nährstoss zu. Und wer genösse nicht gern Honig! Ein Butterbrot oder eine Semmel mit Honig bestrichen, ist ein Leckerbissen für jung und alt. Schon unsere Vorfahren, die alten Deutschen, liebten über alles den Met, ein Gebräu aus Gerstensaft und Honig. In der Neuzeit fabriziert man aus Honig unübertrefflichen Champagner und Honigwein, und wer einmal das köstliche Honigbier, das man sich leicht selbst herstellen kann, gekostet hat, wird die Begeisterung begreifen, die unsere Urahnen dem Met zollten. Vielfache Verwendung findet der Honig auch gegenwärtig zu mancherlei Gebäcken, wie Honigkuchen usw. Neben dem großen Nährwert besitzt der Honig eine bedeutende Heilkraft, die ihn geradezu zu einem Volksheilmittel ersten Ranges erhebt, was zum wesentlichen auf die nährenden Eigenschaften zurückzuführen ist. Viele Kranke gehen lediglich an Schwäche zugrunde, weil ihnen nicht schneli genug die verlorengegangenen Kräfte wieder ersetzt wurden. In solchen Fällen kann der Honig wegen seines hohen Nährwertes, zur rechten Zeit und in reichlichem Maße genossen, zu einem wahren Erretter und Notanker werden. Ferner ist der Honig ein bedeutender Wärme=Erreger. Ein bestimmter Wärmegrad ist allen Lebewesen zu ihrer Existenz und Gesundheit nötig, wo derselbe schwindet, tritt Krankheit, ja selbst der Tod ein. Indem nun der Honig Wärme erregt, wirkt er belebend und verjüngend ein, die Organe zu gesteigerter Tätigkeit anregend, und kann somit Genesenden die ehemalige Körperkraft und Lebensfrische möglichst schnell verleihen, dem Greise bei eintretender Altersschwäche die Tage seines Lebens um manchen verlängern. In gleicher Weise ist daher Honiggenuß auch bei schwächlichen, kränklichen und blutarmen Kindern zur schnelleren Entfaltung der Lebenskräfte von Nutzen. Von altersher hat ihm die Volksmedizin nachgerühmt, daß derselbe so viel Arzneien in sich vereinige, als Blumen und Kräuter ihren Saft hergegeben haben, und das nicht mit Unrecht.„Wie im menschlichen Organismus das Blut des Leibes Leben ist, so werden auch die Pflanzen von einer Flüssigkeit durchströmt, die ihnen Wachstum und Gedeihen gibt. Zur Blütezeit ist dieser Säftestrom am reichlichsten vorhanden und sammelt sich gleichsam als edler Extrakt im Kelche als Nektar von solcher Süßigkeit und Lieblichkeit, wie wir es in der Natur wohl kaum wieder finden. Die Biene ist nun der Gesandte der Natur, dazu bestimmt, die edlen Säfte des Pflanzenreiches mittels ihrer kunstvoll gebildeten Zunge aufzusaugen und in ihrem Honigmagen chemisch umzubilden und danach als fertiges Produkt zu Nutz und Segen des Menschen in ihrer Behausung aufzuspeichern. Die heilenden Eigenwirkungen des Honigs gründen sich hauptsächlich auf seine schleimlösenden Eigenschaften. Auf den gesamten Darmkanal übt der Honig zunächst dadurch einen wohltuenden Einfluß aus, daß er vorhandene Schleimmassen zur Lösung bringt und so Entzündungen(Katarrhe) gemildert und zur Heilung gebracht werden; ferner wird durch die erwärmenden Eigenschaften die gesamte Verdauungsfähigkeit gehoben. Durch Honig sind schon vielfach hartnäckige Magenleiden und Verdauungsbeschwerden geschwunden. Auch wirkt der Honig gegen Husten, in Katarrhen der Brustorgane, als Kehlkopf=, Bronchial= und Lungenkatarrh, in vielen Fällen geradezu überraschend. Von manchen Arzten wird der Honig sogar für fähig erklärt zur Verhütung ernster Lungenkrankheiten, er sei imstande, eine Lungenschwindsucht zu verhüten und im Ausbruche zu verhindern, ja selbst im ersten Stadium der Entwicklung aufzuhalten und zurückzuwerfen. Echten Bienenhonig erkennt man an der sogenannten Honigblume oder dem Bilde, d. h. dem Aussehen, dem Honigschein, ferner am Geschmack, sowie am Aroma oder Wohlgeruche. Das beste Erkennungszeichen der Echtheit des Honigs ist jedoch die Kristallisation desselben. Jede echte Honigsorte kandiert fein= oder grobkörnig. Es ist zu raten, den kandierten Honig aufzulösen, weil er dodurch nicht allein Aroma und Wohlgeschmack des frischen Honigs erhält, sondern auch leichter zu verdauen ist. Der Honig darf jedoch nicht bis zum Siedepunkt erhitzt werden, weil er sonst an Wohlgeschmack einbüßt und ihm auch die feinen ätherischen Ole und die heilsame Ameisensäure verlorengehen würden. Das Auflösen geschieht am einfachsten dadurch, daß man die Glasbüchse oder das Honiggefäß in einen Topf mit warmem Wasser stellt und so lange auf der heißen Ofenplatte stehen läßt, bis der Honig flüssig ist. Echter Bienenhonig wird auch nie in Gärung übergehen, er hält sich viele Jahre lang, wenn man ihn an einem kühlen, trockenen Orte aufbewahrt; Keller oder feuchte Gewölbe eignen sich also nicht hierzu. Möchte das deutsche Volk immer mehr den großen Wert des Vienenhonigs erkennen lernen und ihn nicht nur als Leckerbissen des Jahres einmal zur Osterzeit genießen, sondern als tägliche Gabe auf den Familientisch bringen. Der große gesundheitliche Nutzen würde sich sehr bald zeigen! Ser Bbelon-Aandbilf Statl. Durch die Presse ging kürzlich folgende Mitteilung:„In: Interlaken aß ein sichsjähriger Knabe Sauerampfer von einer mit Kunstdünger stark gedüngten Wiese. Das Kind erkrankte schwer und starb nach einigen Tagen unter Vergiftungserscheinungen.“ Mit dieser Tatsache wird eine Eigenschaft des Kunstdüngers beleuchtet, die früher, als er allmählich Eingang in die Landwirtschaft fand, häufig genug überschätzt wurde, die aber doch besteht und nicht gering beachtet werden soll. Bei der Kunstdüngeranwendung muß nämlich eine gewisse Vorsicht walten, sonst können solche Giftwirkungen, die den oben geschilderten bedauerlichen Unfall im Gefolge hatten, immerhin eintreten. Für die landwirtschaftliche Praxis ergibt sich vor allem die Forderung, mit Kunstdünger bestreute Flächen, in diesem Falle Weiden, nicht zu bald mit Vieh zu betreiben, denn auch hier können Verluste, bedingt durch Krankheiten der Tiere, die auch zum Tode führen können, sich einstellen. Einen Fall von Vergiftungserscheinungen erwähnte gelegentlich der Winterversammlung des landwirtschaftlichen Vereins in Bayern im Januar 1922 Herr v. Meyer=Starzhausen, demzufolge Kühe, die auf mit Kalkstickstoff gedüngten Weiden sich bewegten, verworfen haben. Ein anderer, weit schwererer Fall hat sich ein paar Jahre früher in Kärnten zugetragen. Eine Moorweide war mit Thomasmehl, Kainit und Chilesalpeter gedüngt und dann mit Weidevieh betrieben worden, von dem 20 Tiere an Vergiftungserscheinungen erkrankten und 14 eingingen. Daraufhin wurden Versuche mit Schafen angestellt, die dartun sollten, welche einmalige Gabe von künstlichen Düngern tödlich wirkte und des weiteren, ob kleinere, wiederholt verabreichte Mengen derselben für die Tiere gefährlich sind. Man ging dabei mit Zwang vor und gab den Kunstdünger als Brei oder, soweit er sich löste, in Lösung, nicht etwa in Futtermischung. Die Resultate dieser Versuche sind in der „Zeitschrift für Landw. Versuchswesen in DeutschÖsterreich", Jahrgang 1919, von G. Günther und O. v. Ozadek bekanntgegeben worden und waren wie folgt: Thomasmehl: tödliche Mengen (0,9 bis 3,9 kg in täglichen Gaben von 100 g) werden von den Tieren nicht freiwillig genommen. Mit Thomasmehl gedüngte Flächen dürfen also nicht sofort betrieben werden. Superphosphat: verlangt gleichfalls Vorsicht nach dem Ausstreuen. Man wies in dem Düngemittel Arsen nach. Kainit(15prozentig): bei 100 g täglicher Gabe erfolgte der Tod erst nach 37 Tagen. Die Wirkung tritt also hier sehr langsam ein, bei entsprechender Vorsicht sind keine Verluste zu befürchten. 40prozentiges Kalisalz: 100 g täglich wirkten tödlich nach 3½ bis 6 Tagen infolge eintretender Herzlähmung. Schwefelsaures Ammonial: wirkte bei 100 g täglicher Gabe nach 4 bis 5 Tagen. Chilesalpeter: der Tod trat bei 100 g bereits nach dem ersten Tage ein. Kalisalpeter: ¾ 1½ g je 1 kg Körpergewicht wirkten am gleichen Tage noch tödlich. Nach diesen Versuchen unterliegt es keinem Zweifel, daß unter allen Umständen beim Ausstreuen der für uns so wertvollen künstlichen Düngemittel Vorsicht am Platze ist, die sich noch dahin auszudehnen hat, daß frisch gedüngte Flächen, vor allem bei Nässe, nicht abgehütet werden dürfen. Man darf die Tiere erst nach etwa 14 Tagen auftreiben, bis zu welcher Zeit keine Gefahr mehr für eine Vergiftung besteht. Auch Kinder sind fernzuhalten, und es ist höchste Pflicht der C=, ihre Kinder in diesem Sinne zu belehren. Milchmangel bei Zie Von Dr. Fleischhau Milchmangel bei Ziegen kann d. lcherlei Ursachen hervorgerusen werden. In vielen Fällen sind innerliche Krankheiten schuld daran, besonders kommen hierbei Magen= und Darmkrankheiten in Betracht. Selbstt erständlich verursachen chronische katarrhalische Euter=Entzündungen ebenfalls Milchmangel, auch unentwickelte Euter und Fetteuler bedingen die Erscheinung. Weiterhin beeinträchtigen die Milcherzeugung ungünstig Heimweh nach dem gewohnten Stall, Angst vor dem Melten durch fremde Personen und Sehnsucht nach den Jungen. Daß auch schlechte Fütterung und Haltung der Ziegen die Milchproduktion verringern, ist bekannt. Um den Milchertrag zu erhöhen, müssen bereits die jungen Tiere während ihrer Entwicklung zweckmäßig ernähtt und gepflegt werden. Man gebe vor allem eiweißreiches Futter, wie Hafer, Biertreber, Kuchen und Klee. Außerdem sorge man für gut ventilierte, gesunde Stallungen und für viel Bewegung in frischer Luft. Bemerkt man bei Ziegen Rückgang der Milch, so melke man möglichst oft am Tage, auch wenn zunächst nur wenig Miich kommt. Hierdurch wird die Drüsentätigkeit angeregt, so daß die Euterviertel dann wieder zu arbeiten beginnen. Recht gut bewährt hat sich bei Milchmangel Kachsalz, Fenchel, Wacholderbee##en. Anis und Kümmel. Auch die sogenannten Milchpulver, von denen Ziegen einen Teelöffel erhalten, sind zu empfehlen. Helfen alle diese Hausmittel nichts, so muß auf eine innerliche Krankheit geschlosser werden. In solchen Fällen zögere man nicht, sondern befrage den Tierarzt. Neues aus Stall und hof. Einen guten Meiker erkennt man schon an dem Geräusch, das die ausströmende Milch verursacht und an der Höhe der Schaumbildung. Ein Zeichen schlechten Melkens ist es, wenn nur wenig Schaum auf der Milch steht. Nun verhalten sich aber auch die Kühe sehr verschieden beim Melken. Manche lassen sich nur schwer melken. Die Ursachen können sein: Erkältungen, besonders durch Zugluft, Naßliegen, kaltes Tränken und im Melken durch zu schwache Personen. Bei schwer melkenden Kühen sind auch oft die Striche mit einer gröberen Haut überzogen. Man kann sie mit Erfolg dadurch wieder geschmeidiger machen und das Melkgeschäft erleichtern, daß ein Stück einer weichgekochten Kartoffel kurz vor dem Melken zwischen den Händen sein zerrieben wird. Das Melken geht dann sofort leichter vonstatten. Hingegen ist ein Einfetten der Hände und Striche in keinem Falle zu empfehlen, weil das Fett bald ranzig wird und der Milch einen Beigeschmack verleiht.—t. Komfrey als Bauchweitungsfutter. Prof. Lehmann=Göttingen empfahl schon vor längerer Zeit auf Grund seiner reichen praktischen Erfahrungen, die Läuferschweine vor Beginn der Mast mit einem bauchweitenden Futter zu ernähren, damit sie bei der eigentlichen Mast befähigt werden, wirtschaftseigene, voluminösere, weniger gehaltvolle Futtermittel gut zu verwerten. Dadurch verbilligt sich die Schweinemast naturgemäß ganz erheblich. Komfrey eignet sich dazu ganz vortrefflich. Durch ihren Anbau wird auch an solchen Stellen, wie schattigen oder feuchten Winkeln, ein gut verwertbares Futter gewonnen, was wiederum ermöglicht, den Schweinebestand zu vergrößern und ihn billiger zu ernähren. Mit Beginn der eigentlichen Mast hat aber ein eiweißreiches Futter einzusetzen. In dieser Beziehung wird besonders in kleineren Betrieben noch zu große Futterverschwendung getrieben, indem dort die Tiere schon in der Mast noch zu eiweißarm und zu ballastreich gefüttert werden. Dr. Ws. Rohe Kartoffelschalen an Kaninchen. Die Kartoffelschalen dürfen an Kaninchen auch im rohen, ungekochten Zustande gefüttert werden. Aber anscheinend verhalten sich hier die Tiere recht verschieden. Ich habe Kaninchen gehabt, die, wenn sie einmal gekochte Schalen bekommen hatten, die mit einer kleinen Prise Kochsalz noch schmackhafter gemacht worden waren, an die rohen Schalen nicht mehr herangingen. Andere Tiere wiederum fressen auch die rohen Schalen mit einem geringen Kochsalzzusatz gern und ohne Nachteil. Die Kartoffelkeime dürfen ihres Solaningehaltes wegen nicht verfüttert werden. Der geringe Kochsalzzusatz hat nicht nur den Zweck, das Futter schmackhafter zu machen, sondern er soll auch dem hohen Kaligehalt der Kartoffelnahrung wirksam entgegentreten. Dr. Gr. Neues aus Feld und Garten, Treibhaus und Blumenzimmer. Die größten und schwersten Roggenkörner auszusäen, ist falsch, denn sie stammen aus Achren, die schlecht besetzt sind und große Lücken, Scharten, aufwiesen. Ist die Schartigkeit durch schlechte Witterung oder Getreider schädlinge, wie in erster Linie durch Blasenfüße, verursacht, dann allerdings vererbt sich diese Schartigkeit nicht. Ist die Schartigkeit aber lediglich durch die Aussaat solcher Körner entstanden, die aus Aehren von anererbter Schartigkeit herstammten, dann vererbt sich diese Form der Schartigkeit sicher und hat großen Ernteausfall im Gefolge. Mit den Körnern ist es wie mit den Ferkeln einer Sau. Wenn ich eine Sau mit drei Ferkeln habe und eine mit zehn, dann sind natürlich die zehn Ferkel kleiner als die drei Ferkel. Wenn ich aber die zehn Ferkel für sich zusammen wiege und die drei ebenfalls, dann wiegen die zehn Ferkek erheblich mehr als die drei. Und so ist es auch beim Roggen. Es finden sich hier immer die größten Körner in den schlecht besetzten, den schartigen Aehren. Die alten Wissenschaftler und Praktiker sagten: sät das größte und schwerste Korn, dann habt ihr die größte Ernte. Dieser Satz ist falsch, besonders dann, wenn ererbte Schartigkeit vorliegt. Darum, Landwirte, denkt beizekten an die Beschaffung von Saattorn ohne Schartigkeit. Dr. W. Grummethen nicht immer Jungviehfutter. Obgleich das Heu vom zweiten Schnitt, das Grummetheu, im allgemeinen einen etwas höheren Eiweißgehalt als das vom ersten Schnitt hat, wird es trotzdem vielfach deshalb nicht an Jungvieh verfüttert, weil es sich, wahrscheinlich wohl infolge seiner feuchteren Beschaffenheit im Heustock, stärker erhitzt. Solch stark fermentiertes Heu ruft dann leicht Durchfall hervor. Vorbeugen kann man dem starken Erhitzen dadurch, daß das Grummetfutter auf Dielen oder Schwartenbretter mit breiten Spalten gelagert wird. Es erfolgt dann von unten her eine langsame Durchlüftung des Heustockes, die eine zu starke Wärmeentwicklung nicht zuläßt. Dadurch wird auch der Selbstentzündung in wirksamer Weise vorgebeugt. W. Arbeitskalender für den Garten im August. Ziergarten. Blumenbeete und Gehölzgruppen werden nach wie vor sauber gehalten, bewässert und der Boden gelockert. Verblühte Blumenstände entferne man, da die Blühwilligkeit nachläßt, sobald die Pflanze Samen ansetzt. Wo Samen geerntet werden soll, muß man den ganzen Sommer hindurch jede reife Frucht abnehmen und luftig, warm und trocken zum Nachreifen hinlegen. Mit dem Veredeln der Rosen wird begonnen; das Augenmerk ist auf gut ausgebildete, nicht treibende Augen zu richten. Die Dahlien zeigen jetzt ihren Haupttrieb und werden an starken Pfählen aufgebunden. Obstgarten. Die warme, trockene Luft ist für das Reifen des Obstes gut, doch brauchen jetzt die Bäume mit reichem Behang viel Wasser. Das Fallobst muß weiter aufgesammelt, verwertet bzw. vernichtet werden. Alle Beredlungen müssen beendet werden. Beim Spritzen gegen Ungeziefer vermeide man giftige Mittel, da geringe Mengen an den Bäumen verbleiben können. Gemüsegarten. Jetzt ist die beste Zeit, Erdbeerbeete anzulegen. Das Land dazu muß tief bearbeitet und gut gedüngt werden und darf nicht vorher Erdbeeren getragen haben. Das freigewordene Land wird neu mit Kohlrabi, Wirsing und Salat für den Herbst bestellt, desgleichen mit Spinat und Grünkohl. Bei den Tomaten wird der Leittrieb eingestützt. R. W. Das Entfernen trockener Aeste an den Obstbäumen, besonders an Kirschen, geschieht am besten im Herbst, wenn die Blätter noch am Baume hängen, weil sich dann die abgestorbenen Aeste leicht von den andern unterscheiden lassen. Späterhin ist das sehr viel schwerer, und es, werden dann sehr viel Aeste übersehen, die hätten entfernt werden müssen. Beim Abschneiden soll stets bis an das gesunde Holz heran geschnitten werden, damit dieses einen Reiz, den Wundreiz, erhält, der zu neuem Wachstum anregt. M. W. Das Durchsieben feuchten Sandes oder feuchter Erde, wie sie unter anderen für Blumentöpfe gebraucht wird, durch engmaschige Siebe ist schwerer als das Durchsieben trockenen Materials, weil sich die Siebmaschen nur zu leicht verstopfen. Man kann sich aber auch diese Arbeit wesentlich dadurch erleichtern, daß man auf das durchzusiebende Material einen flachen. etwa 3 Pfund schweren Stein legt. Er gleitet bei der Bewegung des Siebes hin und her, beschleunigt durch seinen Druck das Hindurchtreten der Masse und hält die Siebmaschen dauernd offen. Ws. Neues aus haus, Rüche und Keller. Teppich=Reinigung. Wohl in jedem Haushalte wird in angemessenen Zwischenräumen gründliches Reinemachen vorgenommen. Dazu gehört auch das Reinigen der Teppiche, in denen sich im Laufe der Zeit, auch trotz dauernder Benutzung eines Staubsaugers, reichlich Staub und auch wohl verschiedene Flecke angesammelt haben. Da ist es ratsam, die Teppiche erst mal tüchtig klopfen zu lassen, und zwar zuerst von der linken, danach von der rechten Seite. Dann wird gut nachgebürstet, und nun erst geht man an die Beseitigung der Flecken oder, wo solche nicht vorhanden sind, an das Auffrischen der Farben. Da hat sich stets ein Abreiben mit Sauerkraut recht gut bewährt. Dieses wird ganz trocken ausgedrückt und der Teppich strichweise damit abgerieben. Die Farben werden dadurch wieder aufgefrischt. Den gleichen Erfolg hat man mit Essigwasser, ein viertel Liter Essig auf vier Liter lauwarmes Wasser. Die Tücher werden damit angefeuchtet und gut ausgedrückt, darauf der Teppich gleichfalls strichweise damit abgerieben. Das Wasser muß nach Bedarf erneuert werden. Auch Rindergalle ist ein bewährtes Reinigungsmittel. In einen Eimer mit lauem Wasser tut man eine halbe Rindergalle, vermischt es gut miteinander und verfährt ebenso wie mit Essigwasser. Da nach dieser Behandlung die Teppiche stets noch ein wenig feucht bleiben, lasse man sie möglichst einen Tag unbenutzt, oder man lasse sie auf der Teppichstange an der Luft, jedoch nicht in der Sonne, trocknen. Sollten sich nun doch noch Flecke zeigen, so beseitigt man diese am besten mit angewärmtem Benzin. Die Benzinflasche stellt man in ein Gefäß mit warmem Wasser und schüttelt sie zur schnelleren Erwärmung öfters um. Dann reibt man tüchtig mit einem benzingetränkten Lappen die fleckigen Stellen und reibt mit einem trockenen Tuche nach. Größte Vorsicht ist dabei geboten, da Benzin bekanntlich sehr feuergefährlich ist. E. S. Tauben in Zitronentunhe. Die Tauben werden gerupft, gereinigt und in vier Teile zerschnitten. In etwas Brühe mit einem Stück Butter, fein gehackter Peterstlie und gewiegter Zitronenschale dämpft man sie weich. Dann macht man eine helle Mehlschwitze, gießt sie mit Brühe auf, gibt die Tauben hinein, preßt den Saft von einer Zttrone hinzu, läßt alles einmal aufkochen und serviert die Tauben in einer tiefen Schüssel, von einem Kranz weich gedünstetem Reis umgeben. A. in L. Hechtgericht. Der sauber vorbereitete Hecht wird in Stücke zerlegt und mit Sahne oder Milch angesetzt. Dann fügt man Salz, feinen Pfeffer, Zwiebelwürfel, Butter und einige Petersilienwurzeln hinzu und läßt ihn leise garziehen. Die Soße wird mit in Milch verquirltem Weizenmehl sämig gemacht. Man reicht kleine, runde Salzkartoffeln zu dem Gericht. L. M. Steinpilze in Fleischbrüße. 6 Personen. 1 Stunde. Man schält 1 kg gute Steinpilze, schneidet ihnen die gelbe Unterseite ab, teilt sie in möglichst gleichmäßige Stücke, wirft sie in wallendes Salzwasser, läßt sie zehn Minuten tüchtig darin aufkochen und schüttet sie zum Abtropfen auf ein Sieb. Unterdessen löst man einen Maggi's Fleischbrühwürfel in einer Obertasse kochenden Wassers zu Fleischbrühe auf und stellt diese einstweilen zurück. Dann läßt man in einer Kasserolle 50 bis 80 g Butter zergehen, legt die Pilze hinein, gießt nach einigen Minuten die Fleischbrühe dazu, streut einen Löffel Mehl darüber, sowie etwas Salz und läßt alles zusammen nur einmal aufkochen. Beim Anrichten fügt man noch 1 Eßlöffel feingebackte Petersilie hinzu. M. A. Kabinelipudding mit Rumsoße. Der Boden sowie der Rand einer gefetteten Puddingform werden dicht mit Biskuit ausgelegt. Darüber streut man Sultaninen, dann kommt wieder Biskuit und so fort, bis die Form dreiviertel gefüllt ist; die oberste Schicht muß Biskuit sein. In dreiviertel Liter Milch verquirlt man 125 g Zucker, fünf Eier, etwas Vanille und eine Prise Salz. Nun gießt man die Eiermilch in die Puddingform und läßt es eine Stunde stehen, um ihn dann eine Stunde im Wasserbade zu kochen. Dazu reicht man folgende Soße: drei Eigelb und 125 g Zucker werden schaumig gerührt, dann kommen hinzu ein knappes halbes Liter Milch, etwas abgeriebene Zitronenschale, der Saft einer Zitrone, ein Teelöffel Weizenmehl und vier Eßlöffel Rum. Au dem Feuer tüchtig schlagen, bis es zu kochen anfängt. Heiß servieren... E. S. Brombeeren einzumachen. Schöne, reife Brombeeren werden gewaschen, dann gewogen und auf jedes Pfund das gleiche Gewicht Zucker gerechnet. Dieser wird geläutert und tüchtig abgeschäumt. Dann schüttet man die Beeren hinein, läßt nur einigemal aufkochen, nimmt fie mit einem Schaumlöffel heraus und legt sie in passende Gläser. Den Saft läßt man dick einkochen, läßt ihn abkühlen, gibt etwas kleingeschnittene Bauille hinzu und gießt ihn über die Früchte. E. Sch. und turnerischen Aufführungen. Während des Konzertes werden in den Gartenanlagen die verschiedensten Kinderbelustigungen stattfinden. Außerdem erhält jedes Kind in Begleitung Erwachsener ein Geschenk. : Ein Ball, abends 7 Uhr beginnend, beschließt das Gewerkschaftsfest. Das diesjährige Fest ist das erste nach der Inflation. Die schlechte Lage, in der sich Industrie und Arbeiterschaft befand, ließ es bisher wenig angebracht erscheinen, Feste zu feiern. Nachdem aber nun etwas bessere Verhältnisse und ein Erstarken der freien Gewerkschaftsbewegung zu verzeichnen ist, kann auch die Arbeiterschaft ihr Recht auf die Straße und auf ihre Feste erheben. Es ist daher zu erwarten, daß die arbeitende Bevölkerung zahlreich am Gewerkschaftsfest teilnimmt, umsomehr, da das Eintrittsgeld ganz geringfügig ist. Im übrigen sind alle Vorbereitungen getroffen, um das Fest genußreich und gemütlich zu machen. Alles Weitere ist in der Samstag=Nummer dieser Zeitung ersichtlich. Wetterbericht. Für das mittlere Norddeutschland: Trocken und vorwiegend heiter, wieder etwas wärmer, mäßige südliche „Winde.— Für das übrige Deutschland: In Ostpreußen Gewitter mit etwas Abkühlung, sonst überall trocken mit wieder ansteigenden Temperaturen. Die hiesige Briestauben=Reisevereinigung will sich am freien Wettflug ab Königsberg beteiligen; ca. 1100 Kilometer Luftlinie. Königsberg liegt im Osten an der Grenze des deutschen Reiches. Der Flug ab Königsberg ist somit der weiteste für unsere Tauben. Nun bitten wir alle Bocholter Liebhaber: zeigt den sanderen Sportsfreunden, daß wir in Bocholt auch noch Tauden für Königsberg####en, damit auch wir unsere Ehre wahren wie immer. Also Sportfreunde, unsere Parole muß lauten: Jeder von uns schickt Tauben bis zur äußersten Grenze unseres deutschen Vaterlandes. Näheres ist bei dem Geschäftsführer oder beim Sportsfreund W. Spandern zu erfahren. Schluß der Anmeldung am Sonntag, den 14. August. Gestohlen. Die Zollbehörde hatte zwei aus einem Schmuggel beschlagnahmte Kühe in den Viehstall einer hiesigen Wirtschaft lam Güterbahnhof eingestellt. Die beiden Kühe sind in der versgangenen Nacht aus dem Stalle entwendet worden. Bei der Ermittelung der Täter benutzte die Kriminalpolizei einen Schäferhund des Sch. H. V.(Besitzer Werkmeister Browen bei der Firma Hammersen). Die von dem Hund verfolgte Spur wird von der Untersuchungsbehörde noch geheim gehalten. Es ist über zu erwarten, daß die Polizeibehörde die Täter ermitteln wird. Wegen verbotenen Fischens wurden verschicdene Personen zur Anzeige gebracht. Fundamt. Auf dem hiesigen Fundamt wurden als gefunden abgegeben bezw. angemeldet zwei Handtaschen. Vi ehmarkt. Auf dem heutigen Viehmarkt waren 710 Ferkel aufgetrieben. Verkauft wurden 457 Stück. Für die Alterswoche wurden durchschnittlich.50 bis 2,00 RM. bezahlt. Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz. Im Monat Juli wurden von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in 173 Fällen erkrankten oder verletzten Personen die erste Hilfe zuteil.— Krankentransporte mit dem Städtischen Krankenauto wurden 68 ausgeführt. Rlede, 10. Aug. Bei dem heute nachmittag über Rhede niedergegangenen Gewitter schlug der Blitz in das Anwesen der Familie Josef Lage. Der Dachstuhl des Hauses stand im Augenblick in hellen Flammen. Die Feuerwehr von Rhede war schnell zur Stelle und konnte des Feuers Herr werden. Der g ößte Teil des Mobilars und des Viehs konnte in Sicherheit###racht werden. Landelsnachrichten. Berliner Wertpapierbörse. Berlin, 10. Aug.(Radio.) Bei Beginn der heutigen Börse konnte man eine wesentlich zuversichtliche Stimmung beobachten. Das Geschäft hatte sich fühlbar belebt, da mit Beendigung der Hauptreisezeit langsam wieder Ordres der Depositenkassenkundschaft einliefen und damit die Unternehmungslust der stärker besuchten Börse bekräftigt wurde. Eine Anregung ging hauptsächlich von der reichlichen Versorgung mit Reportgeld aus.— Zahlreiche mittlere Firmen, die zurzeit nur kleinere Engagements unterhalten, hielten ihr bisheriges Reportgeldkontingent aufrecht, gaben aber die ihnen zur Verfügung gestellten Summen sofort weiter. Auch sonst hatte der Geldmarkt eine zufriedenstellende Verfassung. Tagesgeld war mit 4½ bis 5 Prozent ausreichend zu haben. Monatsgeld wurde mit 7¾ bis 8½ Prozent genannt. Beachtung fanden außerdem die fast durchweg günstigen Nachrichten aus der Wirtschaft, insbesondere die fortschreitende Besserung der Arbeitsmarktlage und der Abschluß des großen Schienenlieferungs=Vertrages mit Rumänien. Zugleich lagen aus Washington Aeußerungen vor, daß die Freigabefrage im Kongreß nach seinem Wiederzusammentvitt beschleunigt behandelt werden solle. Am Devisenmarkt waren fremde Valuten gesucht. Der Dollar zog auf 4,2110 an. Diese kräftige Steigerung dürfte hauptsächlich auf das zurzeit kleine Angebot an Devisen zurückzuführen sein. Im Ufancenhandel trat die Reichsbank nicht als Abgeber auf, während andererseits Verkäufe für die Quartalszinszahlungen der Auslandsanleihen in größerem Umfange stattfanden. Das englische Pfund notierte gegen den Dollar mit 4,8610 weiter fest. Im allgemeinen besestigte sich das Kursnweau bei Beginn um 1 bis 2 Prozent. Im Vordergrund stand der Elektro=Aktien= markt, wo die Einführung der Chade=Aktien, die Aussicht auf Kapitalerhöhungen der A. E. G. und anderer Gsellschaften sowie Hoffnungen auf Dividendenerhöhungen stimulierten. Die Befestigungen hielten sich im Nahmen der Gesamttendenz. Eine sensationelle Hausse fand in Bemberg=Aktien statt, die bei verhältnismäßig kleinen Umsätzen in Erwartung der späteren Termineinführung um 23 Prozent auf 590 heraufgingen. Verein. Glanzstoff folgten mit einer 5prozentigen Befestigung. Festere Notierungen hatten ferner Textilwerte, Stöhr Kammgarn plus %, von Kaliaktien Aschersleben 4½ Prozent. Bankaktien und Schiffahrtswerte freundlich. Am Fondsmark: herrschte gleichfalls eine bessere Stimmung. Die Ablösungsanleihen konnten sich leicht erholen. Nach Festsetzung der ersten Kurse hielt die freundliche Grundstimmung an. Insbesondere machten die Befestigungen am Montanaktienmarkt Fortschritte, wo Harpener und Mannesmann gegenüber dem Anfangskurs um je 2¼ Prozent anzogen. Dessauer Gas 2¼ Prozent höher. Im wetteren Verlauf blieb die Tendenz der Börse wetter fest. Als aber die Provinzordres, die heute wieder etwas reichlicher vorlagen, erledigt waren, schritt die Spekulation zu Gewinnmitneahmen, wodurch fast auf alln Märkten das Kursmivau etwas abflaute. J. G. Farben, deren Kursbewegung enttäuschte, gaben um 2 Proz. nach Das Geschäft ging wieder stark zurück. Privatdiskont kurze und lange Sicht 5¾ Proz. Bis zum Schluß der Börse wurde die Haltung uneinheitlich, doch hielten sich die Kursschwankungen in ziemli“= u Granzen. VerDer alte Pannemann 101 Jahre alt. (!) Der alte Pannemann 101 Jahre alt. Am Donnerstag, 11. August d.., vollendet der frühere Landwirt und Holzschuhmacher Johann Heisterkamp, genannt der alte Pannemann, der in der Familie seines Sohnes im benachbarten Lowick lebt, sein 101. Lebensjahr. Er ist der älteste Mann hiesiger Gegend und erfreut sich noch einer für sein hohes Alter erstaunlichen körperlichen und geistigen Rüstigkeit. Er wurde am 11. August 1826 in Lowick geboren, besuchte die Bauerschaftsschule in Liedern, wo ein Landwirt als Lehrer amtierte, arbeitete in seinen jungen Jahren eine Zeitlang als Holzschuhmacher in Lünten bei Breden, wurde 1849 Soldat beim FüsilierBataillon 13 in Wesel(aber schon im folgenden Jahre als„untauglich“ entlassen) und war dann als Landwirt und Holzschuhmacher in Lowick tätig, wo er auch heute noch leichtere Arbeiten in Haus und Feld zu verrichten pflegt. Er ist nur einmal in jungen Jahren an Lungenentzündung erkrankt gewesen. Mit 32 Jahren gründete er einen eigenen Hausstand. Von seinen 11 Kindern starben neun im jugendlichen=Alter. Ein 60jähriger Sohn und eine 67jährige Tochter leben noch, Seine Frau starb vor 31 Jahren. Die Kriege von 1864, 1866 und 1870/71 brauchte er nicht mirzumachen, weil er damals das wehrpflichtige Alter bereits überschritten hatte. Wenn man die lange Lebenszeit des geschätzten Jubilars vom weltgeschichtlichen Standpunkte aus überschaut, dann ergeben sich ganz merkwürdige Ausblicke. Dazu seien hier einige wenige Beispiele erwähnt; zunächst die Tatsache, daß in dieser langen Zeit nicht weniger als sieben Päpste(darunter zwei Jubelpäpste) die kath. Kirche regiert haben.(Der alte Pannemann war schon ein Jahr alt, als der nachmalige Papst Pius IX. und letzte Papstkönig Bischof von Spoleta wurde.) Als der alte Pannemann geboren wurde, zählte Bocholt etwa 4000 Einwohner; damals gab es hier noch keine Chausseen und keine Fabrikschornsteine; auch fuhr damals in Deutschland noch keine Eisenbahn. Damals war Goethe 77 Jahre, der Turnvater Jahn 48 Jahre, der nachmalige Kaiser Wilhelm I. 29 Jahre, Napoleon III. 18 Jahre, Windthorst 13 Jahre, Bismarck 11 Jahre, R. v. Bennigsen 2 Jahre alt. William Pitt der Jüngere, der große Gegner Napoleons., war damals erst 20 Jahre, Schiller 21 Jahre, Blücher 7 Jahre und Napoleon I. erst 5 Jahre tot. Eine noch reichere Ausbeute aber dürfte ein Rückblick auf die in diesem Zeitraum gemachten Erfindungen auf den verschiedensten Gebieten ergeben, worauf hier jedoch nicht näher eingegangen werden kann. Dem Jubilar aber seien auch an dieser Stelle die herzlichsten Glückwünsche zu dem seltenen Geburtstagsfeste entboten. stimmend wirkte, daß die erwartete Ermäßigung des Prioatdiskonts nicht eintrat. Die Grundtendenz ist aber weiter freundlich, sodaß die Börse überwiegend gehalten schloß. An der Nachbörse wak das Geschäft gleich null. Einiges Interesse bestand für Montan= und Bankwerte. Gegen.30 Uhr hörte man u. a. folgende Kurse: Dresdener Bank 169½, Danatbank 237, Berliner Handelsanteile 253, A. E. 192, Siemens 294¾, Schulkert 237, Gesfükel 261 1/, El. Licht u. Kraft 207, El. Lieferungen 149½, Dessauer Gas 216, Charlottenburger Wasser 155¾, Kanti Kautschuk 128, Orenstein u. Oppel 143, Rütgerswerke 100, Ostwerke 439, Schultheiß 463, Verein. Glanzstoffe 735, Zellstoff Waldhof 341, Rhein. Braunkohlen 2651 Rheinstahl 119!( Harpener 207½, Mannesmann 189¾. Hapag 156, Nordd, Aloyd 156½, Hamburg Süd 230½, Ludwig Loewe 285, Altbesitzanleihe Reihe I 57¼, Reihe II 59⅞, Neubesitzanleihe 16¾. Berliner Produktenbericht. Berlin, 10. Aug.(Radio.) Größere Inlandsangebote haben im Verein mit dem nachgiebigeren Ausland auf die Tendenz im Berliner Produktenhandel merklich gedrückt. Der Handel hält sich sehr zurück. Weiter wurde im Lieferungshandel 1 Mk., Roggen bis 2½ Mk. niedriger. Im anschließenden Freiverkehr wurden allerdings die Gebote noch unter den amtlichen Notierungen. Futtergetreide stetig. Roggenmehl erster Qualität hat einiges Bedarfsgeschäft. Ersatzfutterstoffe und sonstige Artikel ruhig. Devisenkurse .8. 10 /8. Essektenkurse. ./8. 10./8. ./8. 10./8. Schiffeaktien Hapag Nordd. Lloyd Ponkaktien. Parmer Pank Perl. Hantelsg Commerzbank Tarmflädt. Teutsche Bank Tiskonlo=Gel. Tresdener Bank Reichsbank Industrienktien. Schultheiß Dortmund. Union Adler Portland Adlerwerke A. E. G. Angelo Queno J. P. Bemberg Berger Tiefbau Bergmann Elekt: Verzilius Berg Pochumer Guß. Puderus Eisen Charl. Wasser Chem. v. Heyden Chem. Ind. Gels. Daimler Mot. Dessauer Gas Deutsch Luxemb. Deutsch Erdöl Teutsch Wasch. Dresdener Gard Dürkoppwerke Dynamit Nobel Elek. Licht. u. Kr. Els. kad. Wolle Eschweiler Berg Ess. Steinkohle Fahlberg List J. G. Fabr.=Ind. Helten& Cuill. Friedrichshall Gelsenberg Gelsenguß Germ. Zement Gis. el. Unterneh. Germes& Co. Sladbach Wolle Coldschmitd Götlitz Waggon 183.50 153.25 149.75 248,00 177,50 232,75 61.75 159,00 116,00 179.:0 457,00 293.04 145.75 117.25 184.75 110,00 578,00 301,00 197,00 00.00 00,00 16.75 151,75 128. °,00 120.50 209, 000,00 156.50 93.00 135,00 86,00 132,50 200,10 34.50 221,25 168,00 134,75 318,00 134,00 153,00 162,50 00,00 210.00 254,50 203,00 218.60 137.25 19.75 155,50 156,00 150,75 253,00 178.25 296.50 163.76 160,00 168,50 173,00 461,00 294,00 148,00 117,70 185,00 111,60 590,00 503.75 198,0 00.00 (00,0 117,00 154,50 131.00 84,25 124.7 219.25 000,00 161,00 93.50 138,00 86,80 153,25 205,00 35. 218.25 171,00 138.% 318,50 136,00 153,00 11 5,00 00,00 210,00 218,00 102,10 218.10 140,0 20.25 Gotha Waggon Gruschwitz Textl Hammersen Hansa Lloyd Harpener Bera Hartmann Masch. Hösch Eisen Hoffmann Stärke Humbold Masch. Kabla Porz. Kali Aschersleben Karlsruh. Masch. Karstadt Klöcknerwerke Köln Neuessen Köln Nottweil Gebr. Körting Lahmeyer Laurabütte Linke Hoffmann Magirus Mannesm. Nöh. Mansfe'd Berg Mechan. Linden Mechan. Zittau Mir& Genest Mülheim Berg Ober Koks Orenstein Phönix Berg Pongs Spinnere! Neisholz Papier Rheinmetall Rheinstahl Rombacher Rütgerswerke Schuckert elektro Siemens Halske Thörl. Oel Leonhardt Tietz Ver. Dt. Nickel Ver. Glanzstoffe Wandererwerke Westd. Handel Wicking Portl. Zellstoff Waldhof R. Westfl. Elektr. Adler Kohle Benz Motoren Kabel Rheydt Ader Kali Krügershall Deutsche Petrol. 00.00 106,75 174.0) 49,25 203,00 25.75 179.00 83,50 42,/0 107,75 175.25 27.25 155.00 157.75 172,00 000,00 101.25 173.50 92.25 69.00 65.25 187.00 134,25 290,00 10,0 149.50 167,50 95.50 140.00 116.00 62,00 264,00 000.00 217,50 100.00 98,00 204.75 289.75 107,00 154,00 183.25 726.00 268.50 57,75 160,00 338,00 189.75 81.50 000.00 175,00 80.00 150.00 63.50 00.00 06,00 173,00 49. 200.00 28.% 181,10 86.15 41,5 105,00 178.00 27.% 155.00 162.25 170.00 00,00 102,10 74.00 93.00 69.50 68,50 190,00 135,50 292,50 111.00 161,00 166.50 97.50 142.75 117,50 59,00 285.80 00,00 219,00 00,00 100,00 207%% 292,80 106.25 155.00 184,10 736,00 270,50 17.75 160,50 840.50 190,00 32,00 00.00 150,00 09.00 150,00 84.00 Berliner Produktenbericht. Berlin, 10. Aug. Die amtlich notierten Preise betrugen ab Station n Reichsmark: Weizen märk. 000,00—000,00, Sept. 270,50—000,00, Oktober 270,00—000.00—000,00, Dez 000,00—000,00, Roggen närk. 214,0°—217,00, Sept. 225,50—2 6,00, Okt. 227,00—226,00, Lezemb. 27,50—228,25, Sommergerste 000—000, Wintergerste neue 100—206, Futtergerste 000—000. Hafer märk. 000,00—000,00, 100,00,—000,00, Sept. 000,00—000,00, Oktober 000,00—000,00, Rais 193,00—195,00, Weizenmehl 34,75 bis 36.50, Roggenmehl 10,75—32,00, Weizenkleie 13,25 bis 14,00, Roggenkleie 14.75— 5,00, Naps 275,00—285,00, Viktoriaerbsen 42 bis 56, kleine Speiseerbsen 28—32, Futtererbsen 22—23, Peluschken 21,50—23,50 lckerbohnen 22—23, Wcen 22,00 bis 24,00, Lupinen blaue 14,75 sis 15,75, Lupinen gelde 15,75—17,75, Seradella 00,00—00,00. Rapskuchen 14,80—15,00, Leinkuchen 21.20—21,60, Trockenschnitzel 2,50—13,00, Soyaschrot 19,50—20.40, Kartoffelflocken 00,00—00,00. Baumwollnotierungen Liverpool, 10. August.(Radio.) Eröffnung September 6,00—0,00. ober 10,29—,10,33 Dezember.00—0,00, Januar 10,45—10,48, Rärz 10.49—10,50, Mai 10,55—00,00 Juli 10,56,—00.00. Tendenz Bremen, 10. August.(Nadio.) September 00,00 00.00, Oktober 10.34 20,65, Dezember 20,87 20,89. Januer 2092 20.94. März .07 21,10, Mai 21,18 21,24, Juli 21,26 21,34.— Tendenz sletig. Literarisches. Die Heimat „Monatsschrift für Land, Volk und Kunst in Westfalen und am Niederrhein", beleuchtet in ihrer Augustnummer vornehmlich zwei Fragen, die der Anteilnahme weitester Kreise gewiß sein dürfen. Mit dem brennenden Problem„Industrie und Volkstum“ setzt sich Karl Wagenf=ld ebenso eindringlich wie offenherzig auseinander. Er deckt die durch die Industrie heraufbeschworenen Nöte auf, zeigt, wie die Umwälzung in der Landwirtschaft auch einen neuen Menschentypus formte und weist auf die moralische Verpflichtung der Industrie gegenüber dem Volkstum hin. Ein zweiter wichtiger Beitrag von Dr. H. Ossenberg umreißt die gegenwärtige Lage der westfälischen Kunst. Seine aus voller Beherrschung des Stoffes geschöpfte Darstellung gibt an Hand zahlreicher, trefflich wiedergegebener Abbildungen eine programmatische Uebersicht über die Entwicklung des westfälischen Kunstschaffens, wie sie in dieser begrifflichen Festlegung und Gruppierung bisher wohl kaum versucht worden ist. Gräfin M. Pia von Fürstenberg=Herdingen erzählt von„Bedeutenden Männern aus dem Geschlechte Fürstenberg" und berührt dadurch viele wichtige historische Einzelheiten aus der westfälischen Geschichte. Neben lyrischen Beiträgen und der Fortsetzung des eigenartigen und tiefgründigen Romans„Das Sündenwasser“ von H. Luhmann bringt das reichhaltige Heft noch die mit steigender Wertschätzung aufgenommene„Westfälische Bibliographie“ sowie einen ausführlichen Bericht über den diesjährigen Westfalentag. Bestellungen auf neue Bezieher nehmen alle Buchhandlungen, Postanstalten sowie der Heimatverlag, Dortmund, Königshof 23, entgegen. * ∆ Mont Uimkammherh soll man dem Leser eine Reklame. Das Inserat soll in ruhiger, vornehmer Weise überzeugen, nicht überreden. Bei allen Insertionsfragen stcht Ihnen unsere Werbeberatung mit Auskünften jeder Art gern kostenlos zur Verfügung. Bin unter FAIPSZUZ an das hlesige Fernsprechnetz angeschlossen. Heinrich Stockhorst, Vertretung und Fabrikniederlage der Münsterländischen Margarinewerke, J. Lun, Osterwick. Modnar Verkauf. Am Samstag, den 13. ds. Mts nachmittbgs 3 Uhr werde ich im freiw. Auftrage im Reidick'schen Saale hier, nachbenannte gebrauchte, sehr gut erhaltene Sachen, öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern: 1 comp. sast neue moderne Küche, Kleiderschrank. Komode, Waschtisch, Tische, Stühle, Beitlade mit Matraze, 1 sehr schöner Schreibtisch usw. Besichtigung von 2 Uhr ab. Bocholt, den 10. August 1927. Johann Kölle, Versteigerer. Zwungsversteigerung. Im Auftrage der Finanzkasse Borken werde ich am Samstag, 13. August, vormittags 11 Uhr, im Versteigerungslokale der Wwe. Reidick in Bocholt, Nordstraße, folgende Sachen öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigern: ein Chaiselengue mit Decke, ein Sommerpaletot, ein schwarzer Überzieher, ein Zylinderhut, eine Nähmaschine. Vorken, den 9. August 1927. Brill, Vollziehungsbeamter. Bekanntmachung. Der Fluchtlinienplan für die neuprojektierte Verbindungsstraße von der Bahnhofstraße über die Kirchwiese zur Bergstraße ist im Einverständnis mit der Gemeindevertretung und mit Zustimmung der Polizeibehörde festgestellt worden. Dieses wird gemäß§ 7 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 't dem Bemerken bekanntgegeben, daß der Plan vom 10. August bis einschließlich 7. September 1927 im Amtshause zu Rhede, Zimmer Nr. 1, während der Dienststunden zur Einsicht offen liegt. Einwendungen sind spätestens während der Offenlegung bei dem Gemeindevorstand Rhede anzubringen Rhede, den 8. August 1927. Der Amtmann: Der Gemeindevorsteher: J. V: Böing=Messing. Dr. Tinnefeld, Amtsbeigeordneter. Wegesperrung. Wegen des Einbaues einer Umflutbrücke im Zuge der Straße Biemenhorst=Büngern=Krechting wird die Teilstrecke dieses Weges von der Schule in Krechting bis zum Dorfe Krechting für den schweren Fuhrwerksverkehr bis auf getteres gewerrt..8677urg efalet Die Umleitung des schweren Fuhrweilsberlehls erfolgt über den alten Crommerter Weg, der an den Gütern Klötgen und Lökes vorbeiführt. Für den leichten Fuhrwerksverkehr und den Fußgängerverkehr ist neben der gesperrten Wegestrecke ein Notweg angebracht worden. Rhede, den 8. August 1927. Die Wegepolizeibehörde: Der Amtmann: I. V: Dr. Tinnefeld, Amtsbeigeordneter. Bekanntmachung. Die Ankörung derjenigen Ziegenböcke im Kreise Borken die zur Zucht gebraucht werden sollen, findet vom 7. Aug, bis 4. Sept. 1927 statt. Die Bockbesitzer werden aufgefordert, die anzukörenden Böcke zu den bei den Bockstationen zu erfragenden Terminen der Körkommission vorzuführen. Es wird gleichzeitig darauf hingewiesen, daß die vorjährig angekörten Böcke der Kommission wieder vorgeführt werden müssen, falls dieselben zum Decken weiter benutzt werden sollen. Der Kreisausschuß hat das Mindestdeckgeld auf 1 RM. und das Höchstdeckgeld auf 1,50 RM. festgesetzt. Borken, den 1. August 1927. Der Landrat. Leberecht hat hin und wieder Hornhautschwielen auf der Sohl“. Und was tnt es? Treu und sbieder Pflegt ei sich mit„Lebewohl“. * Gemeint ist natürlich das berühmte, von vielen Arzten empfohlene Hühneraugen-Lebewohl mit druckmi“ derndem Filzring für die Zehen und Lobewoltl-Hallenscheibon für die Fußsohle, Blechdose(8 Pflister) 71 Pf. Lebewohl-Fußbad gegen empfindlige Füß= und Fußschw iß. Schachtel(2 Bäder) 50 Pfg., erhältlich in Apo theken und Drogerien. Sich= zu haben bi Orono-le Bruns. Nordalr. 22, und St.-Drogerie A. 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