Erscheint wöchentlich 6 mal. Publikations=Organ des Stadttreises Bocholt, des Landratsamtes und des Finanzamtes Borken und der Amter Rhede, Dingden und LiedernWerih Öffentlicher Anzeiger des Stadtkreises Bocholt und des angrenzenden Niederrheins, Bezugspreis: Durch Boten monatlich.80 Mk., von der Geschäftsstelle abgeholt wöchentlich.40 Mnk., Einzelpreis 0,10 Mr. Heoueuf 2991. Postscheckkonte Dortmund Nr. 21 770. zugleich Abend=Zeitung für Borken, Rhede und Umgegend. Verantwortlich für den allg meinen Teil: Hermann Büssing, Bocholt, für den Anzeigenteil: Richard Gagg, Bocholt. Anzeigenpreis: Der 37 mm breite, 1 mm hohe Raum kostet im Verbreitungsgebiet: Familien= und kleine Anzeigen 6 Pfg für Geschäfts=, Vergnügungs= und Vereins=Anzeigen 7 Pfg., für behördliche und amtliche Anzeigen 10 Pfg., für auswärtige Anzeigen 12 Pfg. Bei Nichtbarzahlung erhöhen sich die Preise um 10 Proz. Schluß der Anzeigen=Annahme: Größere vorm. 10 Uhr, kleinere nachm. 2 Uhr. Haupt=Geschäftsstelle und Redaktion: Bocholt, Osterstraße 21, Fernruf 2891. Vertreter in Rhede: Bernh. Essing, Hohestr.; in Werth: Th. Parras: in Dingden: Wilh. Wiedenbrück; in Anholt: Rob. Etzbach; in Suderwick: Terstegge=Hövener; in Borken: Johs. Bläser. Rotationsdruck: Druckerei Grenzwarte(Mayland& Büssing), Bocholt.— Draht=Adresse: Grenzwarte Bocholt. 17. Jahrgang Mittwoch, den 27. Juli 192— Nr. 172 Aufmarsch zum Petroleumkrieg. Englisch=russisch= amerikanische Gegensätze. Der seit der Einführung ölgeseuerter Schiffsmotore in Permanenz erklärte internationale Petroleumkrieg hat gegenwärtig wieder einmal Formen angenommen, die erkennen lassen, von welch ungeheurer Wichtigkeit die Petroleumfrage in der internationalen Politik ist und mit welcher Erbitterung die jeweiligen Positionen in diesem Kriege verteidigt werden. Die Erdölschätze der Welt befinden sich in der Hauptsache in den Händen dreier verschiedener Gruppen, einmal der in erster Linie amerikanisch orientierten Standard Oil Company, zweitens der holländisch=englischen RoCyal=Dutch=Shell Company, in der die Angelsächsische Petroleum=Company die Oberhand hat, und endlich der Sowjetregierung, die allerdings weniger— wie die anderen beiden— einen Machtfaktor des internationalen Handels darstellt, als vielmehr schlechthin der Befitzer von Erdölschätzen ist, deren Fruchtbarmachung sie vor der Hand noch anderen überlassen muß. Ueber die Bedeutung der russischen Erdölschätze darf man sich dadurch jedoch nicht täuschen lassen. Schon einmal, vor rund zwei Jahrzehnten, hatte die russische Erdöl4produktion die amerikanische für kurze Zeit überflügelt, in ihr waren bei Beginn des Krieges von mehr als 300 Unternehmungen nahezu 900 Millionen Goldmark investiert, und in der Nachkriegszeit ist die russische Produktion in rascher Entwicklung wieder bis zur Friedenshöhe gelangt, angeblich sogar darüber hinaus. Es ist natürlich genug, daß die beiden rivalisterenden Petroleum=Großmächte Royal=Shell und Standard Oil um den Besitz und die Ausbeutung dieser Machtquellen der Zukunft erbittert ringen. In diesem Ringen hat nun der holländisch=englische Konzern eine böse Schlappe erlitten. Nachdem im Januar d. I. die ersten Verhandlungen zwischen Standard Oil und den Russen scheiterten, haben die Vertreter der Amerikaner nach Abbruch der englisch=russischen Handelsbeziehungen glücklicher operiert und mit Rußland Lieferungsverträge— zum mindesten vorläufig— abgeschlossen, die ihnen zunächst auf fünf Jahre einen großen Teil der Ausbeute der russischen Oelgebiete sichern. Der Präsident der Royal=Shell, Sir Henry Deterding, hat diesen Schachzug in begreiflicher Wut über das der Konkurrenz zugefallene Geschäft mit einer Aktion beantwortet, die zwar im ersten Augenblick ein wenig kurios anmutét, jedoch ihre ernsteren Hintergründe hat. Da die Russen den Petroleumbesitz ausländischer Gesellschaften in ihrem Oelgebiet nach der Revolution einfach enteignet haben, will Deterding auf gerichtlichem Wege alles durch englische Importeure nach England und englischen Besitzungen importierte leum als Diebes= und Hehlergut erklären lassen. Die englische Oeffentlichkeit hat weiter an die Wohlgesinntheit und Moral der amerikanischen Geschäftswelt appelliert, die die räuberischen Methoden der Sowjetregierung durch derartige Verträge nicht unterstützen dürfte. Diese Proteste wurden an die Muttergesellschaft der Standard Oil, die Standard Oil of New Jersey, gerichtet, die sie höchst loyal und zustimmend beantwortete, während die Standard Oil of Newyork unentwegt und immer entschiedener den russenfreundlichen Kurs steuerte. Diese Tatsache ist ein Beweis für die— vom Standpunkt der Trusts selbst gesehen— höchst„zweckmäßige“ amerikanische Trustgesetzgebung, die Trustbildungen im eigentlichen Sinne ja nicht gestattet und darum zu Verschleierungen zwingt, die sich in Fällen, wie dem gegenwärtigen, vorzüglich zugunsten der Trustmagnaten verwerten lassen. Während also die Standard Oil von New Jersey unendlich bedauert, auf die Handlungen der Standard Oil of Newyork keinen Einfluß ausüben zu können, wird sie in Zukunft sich nicht wehren, an deren Profiten teilzunehmen. Daß der Standpunkt der Newyorker durchdringen, daß also England vom russischen Petroleummarkt ausgeschlossen und außerdem noch verschiedene wichtige Absatzgebiete verlieren wird, ist kaum mehr fraglich, nachdem ein Vertrauensmann der Newyorker Standard Oil, der zugleich mit der ganzen industriellen Rockefeller=Gruppe in engster Fühlung steht, nach der Rückkehr von einer Reise nach Rußland eine vertrauliche Denkschrift ausgearbeitet hat, in der er die Anknüpfung intensivster Geschäftsbeziehungen mit Rußland entschieden befürwortet, wenngleich die Washingtoner Regierung gegen solche Pläne ist und die Washingtoner Zentral=Handelskammer ihr darin zustimmt. So oft Moral und Profit im Tollarland miteinander Difserenzen hatten, siegte stets der Dollar, und er wird also auch jetzt kaum eine Niederlage erleiden. Amerika öroht mit verstärkten Marinerüstungen. Amerika droht mit verstärkten Marinerüstungen. Genf, 27. Juli.(Radio). Die englischen Delegiertenführer auf der See=Abrüstungs=Konferenz, Lord Bridgeman und Lord Robert Cecil werden am Donnerstag oder tag in Genf zurückerwartet. In der Zwischenzeit haben keine weiteren Verhandlungen stattgesunden, sodaß die Konferenz gegenwärtig voll ruht. Der weitere Verlauf der Konferenz hängt jetzt ausschließlich von der Instruktion ab, die die Londoner Regierung ihren Delegationsführern erteilte. Die Aussichten für das Zustandekommen des Abkommens auf der Abrüstungskonferenz werde allgemein als wenig günstig beurteilt. Nach den letzten Instruktionen aus Washington hält die amerikanische Delegation ihren Standpunkt in der Kreuzer=Frage voll aufrecht. Sie lehnt nach wie vor die englischen Wünsche auf Herabsetzung der Tonnage und der Kaliber der Schiffsgeschütze der Kreuzer grundsätzlich ab. Eine Einigung erscheint unter diesen Umständen in den kommenden Konferenz=Verhandlungen wenig Aussicht zu haben, falls nicht das London Kabinett zu weitgehendem Entgegenkommen gegenüber Amerika bereit sein wird. Gewisses Aufsehen in Genf hat ein Artikel des amerikanischen Delegierten der Abrüstungskonferenz, Admiral Jones, in einem Washingtoner Marineblatt hervorgerufen, in dem für den Fall eines Scheiterns der Genfer AbrüstungsKonferenz das künftige amerikanische Flotten=Bau=Programm entwickelt wird und nach dem die amerikanische Delegation der Washingtoner Regierung den Bau von 18 Großkampfschiffen, von 60 modernen Kreuzern, 270 Zerstörern, 110 Unterseebooten und 5 Flugzeugmutterschiffen vorgeschlagen habe, während Amerika jetzt nur 10 große Kreuzer besitze. Ueber die Dauer der Konferenz gehen die Auffassungen gegenwärtig nicht weit auseinander. Man nimmt an, daß nach der Rückkehr der englischen Delegierten bereits in einigen Tagen eine öffentliche Sitzung der Konferenz stattfinden wird, in der sodann die Delegation nochmals ihren Standpunkt zu den einzelnen ProrgammFragen darlegen werde. „Gaulois“ über die deutsch=belgische Rescheehbecechech. Paris, 27. Juli.(Radio.) Der militaristische„Gaulois“ erklärt heute, daß in der deutsch=belgischen Auseinandersetzung wegen der Anschuldigung Broquevilles die deutsche Regierung insofern einen Erfolg zu buchen habe, als die alliierten Regierungen sich dem Vorgehen Belgiens nicht angeschlossen hätten. Stresemann habe daher recht mit seiner Behauptung, daß die Informationen Broquevilles mit den Feststellungen der Interalliierten Militärkontrollkommission in Widerspruch ständen und daß die Ausgaben Deutschlands für sein Militär durch den Versailler Vertrag nicht beschränkt werden. Das Blatt bestreitet letztere Tatsache nicht, bedauert aber, daß weder das französische noch das englische Parlament, als von deutschen Militärausgaben die Rede gewesen sei, auf die Verdoppelung des deutschen Militärbudgets innerhalb der letzten zwei Jahre verwiesen hätten. In diesem Fall hätte Stresemann in seiner Auseinandersetzung mit Belgien vielleicht eine weniger scharfe Sprache geführt und davon Abstand genommen, den Streit zu verlängern, wie es jetzt durch die gestrige Erklärung der Reichsregierung geschehe, nachdem die deutsche Presse den Streitfall bereits allgemein als beendet erklärt habe. Die innere Krise in Sowjet=Rußland. Warschau, 27. Juli.(Radio.) Aus Moskau kommen erneut Nachrichten, die auf eine tiefgehende innere Krise in Sowjet=Rußland schließen lassen. Die Sowjet=Regierung fühlt sich durch die ständig wachsende Opposition und durch die Aufstandsbewegungen in fast allen Provinzen aufs äußerste bedroht. Die Offiziere und Unteroffiziere der roten Armee erhalten hohe Zulagen, um sie der Regierung zu vernflichten. Die Kolmachsen der ab. F.., fod erneut erweitert worden. Zum Leiter im Kommissariat des Innern ist der frühere Chef der Tscheka, Latiz Latzis, ernannt worden. Sämtliche Auslandsvertretungen der Sowjet=Regierung sind angewiesen worden, über die Lage der Kommunisten in den betreffenden Ländern und über die Stellung der Staaten- zu der englischen Politik gegenüber Rußland genaue Berichte zu erstatten. Loré Birkenheas über die englischamerikanischen Beziehungen. London, 27. Juli.(Radio.) Zu Ehren einer großen Anzahl amerikanischer Redakteure, die aus Anlaß der Einladung der Carnegie=Gesellschaft nach Europa gekommen sind, fand gestern abend im Hotel Viktoria ein Empfang statt, auf dem Lord Birkenhead eine längere Rede über die englisch=amerikanischen Beziehungen hieer. Der Respekt vor den Gesetzen des eigenen Landes und den internationalen Gesetzen habe, so führte Birkenhead aus, ein gemeinsames Band fundamentaler Uebereinstimmung zwischen England und Amerika geschaffen. Damit sei aber keineswegs grundsaglich das Gespenst des Krieges gebannt. Der Krieg bleibe vielmehr nach wie vor das große Problem des menschlichen Geistes und der menschlichen Natur. Ebensowenig wie die Staatsmänner von 1914 den Krieg hätten vermeiden, können, würden die heutigen gegebenenfalls dazu in der Lage sein. Lord Birkenhead sehe den einzigen Weg einer Vermeidung des Krieges in den wechselseitigen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Ländern. Was die heutige Auffassung Englands anlange, so sei es der Sachwalter des britischen Weltreiches. Er sei der Ueberzeugung, daß Amerika an Stelle Englands diese Sachwalterschaft nicht anders ausführen würde. Unpolitische Nachrichten. Spritweber wieder verurteilt. Berlin, 27. Juli(Radio). Wie die B. Z. meldet, hat heute morgen das Schöffengericht Wedding in Berlin im Spritschieber=Prozeß Weber und Genossen das Urteil gefällt. Es wurden verurteilt: Hermann Weber zu 6 Monaten Gefängnis und 60000 Mark Geldstrafe. Heinrich Weber zu 6 Monaten Gefängnis und 20000 Mark Geldstrafe und Dr. Cantrup, der Geschäftsführer des WeberKonzern, zu 3 Monaten Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe. Die angeklagten Zollbeamten Bandekow, Endres und Wesch erhielten Gefängnisstrafen von 1 Jahr, bezw. 8 Monaten bezw. 9 Monaten Gefängnis. Die Geldstrafen der Angeklagten belaufen sich auf 59000 Mark, bezw. 31 300 Mark und 84000 Mark. Freigesprochen wurde allein der dritte der Brüder Weber, der jugendliche Adolf Weber. In den Alpen abgestürzt. Koburg, 27. Juli.(Radio.) Der erste Staatsanwalt des Landgerichts Koburg, Dr. Oskar Ugler, der mit seinem Bruder eine größere Bergtour in den Alpen unternommen hatte, ist gestern tödlich abgestürzt. Doppelmord und Selstmord. Dresden, 27. Juli.(Radio). In Nöhrsdorf bei Eilsdruff ermorderte am Dienstag der Hauspächter Engelmann, während seine Frau im Garten beschäftigt war, seine beiden 6= und vierjährigen Kinder, ein Knabe und ein Mädchen, und erhängte sich dann selbst. Was den Mann zu der tragischen Tat getrieben hat, ist nicht bekannt. 150 Personen bei einem Taisun ertrunken. Berlin, 26. Juli. Die Nachtausgabe gibt eine in London aus Hongkong eingegangene Meldung wieder. nach der eine große chinesische Passagierdschunke auf dem Wege von Kanton nach Hongkong in einen Taifun geriet und unterging. Es dürften mindestens 150 Personen ertrunken sein. Mit dem Ruderboot durch den Aermel=Kanal. Paris, 27. Juli.(Radio.) Ein junger Pariser durchquerte den Aermel=Kanal mit einem Ruderboot in 4,33 Stunden. Während der Fahrt kenterte das Boot zweimal. Zusammenstoß zweier franzöfischer Militärflugzeuge. Paris, 27. Juli.(Radio.) Bei Toul stießen während nächtlicher Uebungen zwei Militärflugzeuge zusammen und stürzten ab. Drei der Insassen verunglückten tödlich, einer konnte sich mittels eines Fallschirmes retten. ∆* Eine entmenschte Mutter. Paris, 27. Juli.(Radio.) In St. Didier bei Lyon machte die Gendarmerie eine grauenhafte Entdeckung. Eine alte Bäuerin hatte ihren 31jährigen Sohn, der als schawchsinnig galt, vier Jahre lang in einem Zimmer eingesperrt gehalten, das gegen jede Luft u. Sonne abgedichtet war. Als der Gequälte das Tageslicht wieder erblickte, brach er in Weinkrämpfe aus. Seine Magerkeit war entsetzlich. Er wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, während die unmenschliche Mutter verhaftet wurde. Ein Riesenozean=Flugzeug. Newyork, 27. Juli.(Radio.) Der amerikanische Vertreter der deutschen Dornier=Wal=Flugzeugfabrik erklärte, daß in Friedrichshafen ein Ozeanflugzeug gebaut werden wird, das 100 Passagiere befördern kann. Im nächsten Frühjahr sollen die ersten Probeflüge stattfinden. Fortdauer der Kämpfe in Niearagua. Newyork, 27. Juli.(Radio.) Nach einer Meldung aus Managua kam es zwischen nicaraguanischen Regierungstruppen und den Aufständischen unter Führung des Generals Sandino bei San Fernando zu schweren Kämpfen, in deren Verkauf 20 Aufständische getötet und 200 verwundet wurden. Die Regierungstruppen wurden von amerikanischen Macinesoldaten unterstützt. Die Amerikaner haben die Verfolgung der Revolutionäre auch mit Flugzeugen ausgenommen. Curnen, Spiel und Sport Bocholter Stadtverband für Leibes ibungen. Die diesjährigen Reichsjugendwettkämpfe und Stadtmeisterschafts=Weltlämpfe können am Verfassungstag(11. August) nicht stattfinden, weil der Versassungstag noch nicht als gesetzlicher Feiertag besteht. Die Kämpfe sollen am 21. oder 28. August stattfinden. Am Samstag findet eine kurze Besprechung des Vorstands und der Vereinsvertreter im Vereinslokal des KraftSport= und Turnvereins, Rest. Matschle, Bahnübergang Industriestraße, statt(abends 8 Uhr). Vereine, die im Faustball und Fußball um die Stadtmeisterschaft kämpfen wollen, müssen sich alsbald melden. Der Herr Reichspräsident hat für die diesjährigen Reichsjugendwettkämpfe Ehrenurkunden gestiftet, mit dem Wunsche, daß es den Kämpfern nicht so leicht gemacht würde, diese zu erringen. Gemeint ist damit, daß jeder junge Sportler möglichst vielseitig sein soll im Sport. Deutsche Jugendkraft. Stiftungsfest der Rasensportter in Loikum., Loikum stand am Sonntag im Zeichen des Stiftungsfestes der hiesigen Jugendkraf ableilung Rasensport Loikum. men ab. Vormittags spielte die zweite Mannschaft der Da.] Fest wickelte sich in dem üblichen feierlichen RahEinheimischen gegen Chamavia Bocholt 2.:3(:). Nach der mittags 1 Uhr abgehaltenen Fesandacht trat Loikums 1. Jugend gegen Blau=Weiß Wesel 2. Jugend an und verlor:3. Dann folgte als Neuigleit für Loikum das Werbe=Faustballspiel zwischen T. u. B. Bocholt und Teutonia Emmerich, das von den ersteren mit 53:43(23:23) gewonnen wurde. Das Spiel machte durch die vorbilbliche Ruhe und Sportlichkeit mit der es ausgetragen wurde, großen EEindruck. Loikums erste Mannschaft mußte sich der gleichen von Ringenber; mit :1(:0) beugen. Die Halderner Ballspieler erzielten gegen Sportfreunde Bocholt in det regulären Spielzeit ein:2(:), mußten sich jedoch in der Verlängerung mit:2 geschlagen bekennen. Die Gaumannschaft T. u. B. Bocholt gewann gegen Rheinwacht Hamborn= Bruckhausen(=Klasse) nach schönem ruhigem Spiel :1(:). Die 4 mal 100 Meter=Staffel gewann D. J. K. Weseke mit gutem Vorsprung. Abends fanden im Saal des Vereinslokales turne ische Darbietungen verschiedener Turnabteilungen des Bezirks statt, die großen Anklang fanden. Ein prächtiger Fackelzug bildete den Abschluß des Abends. (:) Turnverein Jahn. In dem gestrigen Bericht über die Austragung der Bezirksmeisterschaften ist ein Irrtum enthalten. In Wirklichkeit hat der hiesige Verein seinen fünf Gegnern eine Niederlage beigebracht und die Bezirksmeisterschaft errungen. Sport= und Spielverein Rhede. Am Donnerstag abend.30 Uhr findet im Vereinslokale Demming eine Versammlung wegen des am nächsten Sonntag stattfindenden Sommerfestes statt. Es wird dringend gewünscht, daß sich die Mitgileder pünktlich und zahlreich einfinden. Die Spieler beider Mannschaften wollen die Trikots und Blusen in sauberem Zustand mitbringen. F. C. Olympia e.., Jugendabteilung. Zum niederrheinischen Jugendtreffen in Süchteln war auch ein großer Teil der Jungmannen des F. C. Olympia gefahren, um auf den Süchtelner=Höhen bei Spiel und Sport den schweren Kampf des Lebens in etwa zu erleichtern. Wohl keiner der 25 Teilnehmer wird diese Fahrt bereut haben. Bei der Heimkehr in Bocholt waren sich auch alle darüber einig, noch nie solche schönen und zemütlichen Stunden verlebt zu haben. Wenn man bedenkt, daß ca. 6= bis 7000 Jugendliche sich an dem niederrheinischen lugendtreffen beteiligten, so kann man sich leicht denken, welch hönes Bild der gemeinsame Zug durch die Stadt ergab, da alle eilnohmer in ihren Vereinsfabren angetreten waren. Am amstag nachmittag findet um 4 Uhr ein Trainingsspiel der ungmannen des Vereins statt zwecks Aufstellung der Jugendkannschaften für die kömmenden Diplomspiele.— Die Vernsleitung möchte schon jetzt den Bocholter Sportlern empfehn, sich den kommenden Sonntag freizuhalten, da am genannen Tage auf dem Olympiaplatz ein interessantes Fußballreffen zum Austrag gelangt, Alles Nähere in der Samstagnummer dieser Zeitung. westseutscher spieler in Nordernep und Norderneyer Tennisturnier. F. Kümpers=Rheine siegt im Herren=Einzel. Norderney, 24. Juli. Durch den voraufgegangenen vergneten Samstag konnte um die„Meisterschaft der Norzerneyer Babesaison 1927“ heute nur das Einzelspiel der Senioren zu Ende geführt werden. Das Ergebnis dürfte besonders für Westfalen starkes Interesse haben, weil nämlich indem Schlußspiel der Tennis=Westfalenmeister F. Kümpers(T, C. Rheine) den nicht unbekannten Dr. Behrend(Tennis Borussio Berlinö mit:3,:6,:1 einwandfrei schlagen konnte. Auch im doppelten und gemischten Spiel hat der Westfalenmeister noch allergrößte Chancen. Bei der erdrückenden Mehrheit von Spielern aus Norddeutschland interessiert noch, daß auch die westdeutsche Meisterin Frl. Haarmann(T. C. Osnabrück) schon ziemlich klar in Front ist. Frl. Haarmann=Osnabrück erringt die Meisterschaft von Norderney für 1927.— F. Kümpers=Rheine gewinnt auch das Herren=Doppel. Norderney, 25. Juli. Außer dem schon gestern berichteten Erfolg der Herrenmeisterschaft durch den Westfalenmeister F. Kümpers=Rheine hat nun auch Frl. Haarmann(T. C. Osnabrück) sich neben dem Titel der Westfalenmeisterin auch den der„Meisterschaft von Norderney er Saison 1927“ erobert und zwar durch einwandfreie Siege über gute norddeutsche Kräfte, wie in der Schlußrunde über Frau Busch=Bremen mit:6,:4,:4. Auch im Herren=Doppelspiel blieb Kümpers=Rheine mit Klatte=Bremen über Becker=Meyer(beide Bremen) mit:5,:6,:0 siegreich. Gastwirts=Aneksoten. Ein Musterhotel. Mark Twain versicherte einmal, daß es ihm gelungen sei, ein wahrhaftes Musterhotel in Oklahama entdeckt zu haben, das einem Deutschen gehörte. Er fand dort an den Wänden die folgenden bemerkenswerten Sätze in der Hausordnung:„Es ist verboten, die Ziegelsteine aus den Matratzen mitzunehmen.“— „Dreimaliges Klopsen bedeutet, daß ein Mord im Hotel begangen worden ist.“—„Wenn es durch die Decke regnet, werden die Gäste gebeten, die unter den Betten liegenden Regenschirme zu benutzen.“—„Reisende, die mit Stiefeln zu Bett gehen, müssen ein Strafgeld bezahlen.“—„Bei zufälligem Mangel an Servietten werden die Gäste gebeten, sich an den Tischtüchern zu reinigen. Der Traubenwirt. Als der Traubenwirt einst seine Gaststube voller Studenten hatte und diese ihn dauernd„altes Faß“. titulierten, riß ihm endlich die Gebuld und er sagte: „Meine Herren, ein altes Faß ist von Reifen umgeben, ich aber bin hier von Unreifen umringt.“ Amer kanische Methoden. In Berlin eröffnete ein Gastwirt ein neues Lokal und hängt ans Fenster ein Schild mit der Aufschrift: „Hie: kann man alle Speisen der Welt zu essen bekommen!“ Eines Tages kommt ein Amerikaner und sagt zum Keliner:„Bringen Sie mir ein Beafsteak vom Elefanken." De: Kellner läuft gin; bestürzt zum Wirt und sagt:„Sehen Sie. das lmben Sie nun von Ihrer verrücken Reklame. Drin sitzt so ein.ödsinniger Amerikane: und wil ein Elefantenbeafsteak haben. Was mahen wir denn nun?“—„Sehr einsach“, meint der Wirt,„sagen Sie ihm. wegen einer Poction schneiden wir den Elefanken nicht an.“ Hundeleller. Ein bayrischer Gastwirt hat in seinem Garten eine Tafel am Baum hängen, die folgende Inschrift trägt: „Gäste, welhe Ihre Teller zum Füttern der Hunde benützen werden Eigentum des Betressenden und müssen an der Kasse bezahlt werden.“ Zum ewigen Leben. Kam einst ein Wanderer an einem schmucken Wirtshaus vorbei.„Zum ewigen Leben“ war es benannt, und an der weißgekälkten Hauswand, just über der großen Eingangstür, stand in schönen schwarzen Buchstaben zu lesen:„Wer nicht einkehrt muß stecben.“ Hallo! dachte unser Wandersmann da bei sich, wenn den so ist und man um den Tod hier so leicht herumkommen kann wäre ich doch ein Narr, wenn ich vorbeiginge. Er hielt also Einkehr, machte eine tüchtige Zeche uno glaubte, dem Sterben damit glücklich entronnen zu sein. Um jedoch ganz sicher zu gehen, erkundigte er sich beim Aufbruch auch noch bei dem dicken Wirt persönlich.„Sagl an“ sprach er,„nun ich bei euch zu Gaste gewesen, und die Mahnung über eurer Tür befolgt habe, werde ich also ewig leben?“ „Zu meinem größten Kummer: nein“, lautete der Bescheid.„Denn seht, Herr, es ich ja wahr,— wer nicht einkehrt, muß einmal ins Gras beißen. Aber wer es tut, natürlich ebenfalls. Und als ehrlicher Mann habe ich auch das an mein Haus schreiben lassen. Allerdings— an die Rückwand, damik meine lieben Gäste nicht erschrecken.“ Aus Bocholt und Umgegend Bocholt, den 27. Jul 1927. Neue 50=Pfg.=Stücke aus Nickel. Im Reichsgesetzblatt wird soeben auf Grund des Münzgesetzes vom 30. 8. 24 eine Bekanntmachung über die Ausprägung von Reinnickelmünzen im Nennbetrage von 50 Reichspfennigen veröfefntlicht. Die Münzen bestehen aus reinem Nickel, so heißt es in der Bekanntmachung, und dürfen eine Beimischung fremden Metalls im Betrage von mehr als 2 Prozent nicht enthalten. Bei der Ausprägung werden aus 1050 g Nickel 300 Stück zu je 50 Reichspfennig ausgeprägt. Die einzelne Münze hat somit ein Gewicht von.5 g. Der Durchmesser beträgt 20 mm. Die im gerippten Ringe geprägte Münze trägt auf der Adler= seite in der Mite den von einem Seilkranz umgebenen Reichsadler In dem oberen Teile des Zwischenraumes, der sich zwischen dem Seilkranz und dem aus einem flachen Stäbchen bestehenden erhabenen, an der Innenseite mit einem Seilkranz versehenen Rande befindet, ist in Antiqua die Inschrift„Deutsches Reich“ und die Jahreszahl angebracht, der untere Teil des Zwischenraumes ist durch zwei als Verzierung dienende gekreuzte Eichenzweige ausgefüllt. Die Schriftseite der Münze trägt innerhalb eines durch einen Seilkranz abgegrenzten Kreises, dessen Grund mit vertieft geprägten radikalen Wellenlinien versehen ist, die Wertbezeichnung„50“ und darunter am unteren Rande des Kreises das Münzzeichen. In dem unteren Teile des Zwischenraumes, der sich zwischen dem Seilkranz und dem aus einem flachen Stäbchen bestehenden erhabenen, an der Innenseite mit einem Seilkranz versehenen Rande befindet, ist in Antiqua die Wertbezeichnung„Reichspfennig“ angebracht. Der obere Teil des Zwischenraumes ist durch zwei als Verzierung dienende Eichenzweige ausgefüllt. Das Finanzamt kann ein Vermögensverzeichnis verlangen! Diese weite Kreise der Steuerpflichtigen interessierende Frage hat der Reichsfinanzhof in einem Urteile vom 22. April 1927 bejaht. Ein Steuerpflichtiger hatte dem Finanzamt die Berechtigung, eine Erläuterung darüber zu verlangen, sich sein Kapitalvermögen— der Pflichtige hatte es nur in einer Gesamtsumme angegeben— im einzelnen zusammensetze, bestritten und diese Verfügung des Finanzamts unter Berufung auf Paragraphen 172, 173, A. O. im Beschwerdeverfahren angefochten. Der Reichsfinanzhof hat die Rechtsbeschwerde als unbegründet zurückgewiesen, indem er u. a. ausführte, daß das Finanzamt, da es gegen die Richtigkeit der eingereichten Vermögensteuererklärung Bedenken erhob, zu seinem Verlangen sehr wohl berechtigt war, und zwar auch dann, wenn der Pflichtige, wie er in seiner Beschwerde ausführte, schon bei einer früheren Veranlagung einmal ein Vermögensverzeichnis eingereicht hatte; denn die Verhältnisse konnten sich seitdem wesentlich geändert haben. Nach Paragraph 205 Abs. 2 A. O. ist in den Fällen, in denen eine Auskunft von dem Pflichtigen verlangt werden muß, in erster Linie eine schriftliche Erklärung zu fordern; nur wenn dies nicht zweckmäßig erscheint oder keinen Erfolg hat, soll das Finanzamt den Steuerpflichtigen vorladen. Das Verlangen stellt sich als eine Aufforderung zu einer schriftlichen#irklärung im Sinne des Paragraphen 205 Abs. 2 dar und entspricht daher dem Gesetze. Wetterbericht. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland: Heiter und sehr warm, aber zunehmende Gewitterneigung.— Für das übrige Deutschland: Im Westen strichweise Gewitter, im Osten noch sehr warm. Der weiße Strich. Unablässig sind alle Behörden ständig bestrebt, die Sicherheit des Straßenverkehrs zu verbessern, um auf diese Weise die Zahl der Unglücksfälle zu verringern. Die Stadtverwaltung hat versuchsweise auf dem Markt und auf einem Teil der Neustraße einen 10 cm breiten weißen Strich anbringen lassen, der den Straßenbenutzern die Mitte der Straße anzeigt. Der Strich soll sozusagen ein Erinnerungszeichen für die Wegebenutzer sein, soll ihnen immer wieder sagen, daß alle Fuhrwerke, Kraftfahrzeuge und Fahrräder die Pflicht haben, stets die rechte Seite des Wegs einzuhalten. Ein aufregendes Nachbarfest erlebten die Anwohner der Wernerstraße. In später Abendstunde erschien dort der Einund Ausbrecher Mumbeck und amüsierte sich seelenvergnügt. Plötzlich witterte er jedoch Gefahr, stieg auf einen Tisch und brohte, jeden niederzuschießen, der ihn bei der Polizei melden würde. Als die Polizei nun dennoch erschien, kam es zu einer großen Schießerei, die jedoch ergebnislos verlief. Mumbeck hatte mal wieder Glück gehabt Dingden, 27. Juli. Ein Schneidermeister aus Bocholt, der hier zu Besuch war, stürzte beim Kirchenpflücken aus dem Baume und zog sich einen Knöchelbruch zu. Das Bocholter Sanitätsauto brachte den Verletzten zum St Agnishospital in Bocholt. t. Euderwick, 26. Juli(Rasch tritt der Tod den Menschen an). Von einem jähen Tod ereilt wurde am Samstag abend ein hiesiger Einwohner, ein Mann in den besten Jahren. Er hatte sich abends in die Friseurstube begeben und sich hier noch wie immer in angeregter Weise unterhalten. Als er wieder zu Hause ankam, sagte er. der Rückweg sei ihm schwer geworden, setzte sich auf einen Stuhl und war im selben Augenblick eine Leiche. Ein Herzschlag hatte seinem Leben ein Ende gemacht. Vorken, 27. Juli.(St. Johanni=Bürger=Schützenverein.) Das diesjährige Schützenfest steht vor der Tür und soll durch Zapfenstreich am kommenden Samstag abend eröffnet werden. Wie nunmehr feststeht, findet auch in diesem Jahre das Vogelschießen am Montag wieder in den Anlagen des Restaurants„Zum Schützenhaus“(Inh. Jos. Lövelt) in Gemenwirthe statt. Die gestern abend stattgefundene Versammlung stellte das Offizierkorps wie folgt zusammen: Oberst: Heinr. Nienhaus; Major: Jos. Grüter; 1. Komp. Hauptmann: E. Zunder, Oberltn.: Heinr, Niessing, Ltn.: Bernh. Koke, Fahnenossiziere: Aug. Schmitt, Berh. Kühn, Theodor Amsbeck; 2. Komp.=Hauptminn: van Weel; Oberltn.: B. Brandewinder; Lin. Aug. Brandewinder, Fahnenoffiziere: Jos. Hillers jun.; Karl Terstesse: Jos. Buß. 3. Komp.=Hauptmann: A Bresser, Oberlin.: A. Nachtigall, Lin. G. Lechtenberg; Fahnenoffiziere: Bernh. Kampmann; Franz Schmäing, Fritz Walters. Als Adjudanten fungieren beim Oberst, Major und am Throne: H. Boßmann Fritz Unnebrink; Gottfr. Spangenmacher; Hans Wessing, A. Wilming, Georg Lünenborg, Ludwig Welsing, Willy Kolks. ist wertlos! kaben, was der Andere nich meyr braucht-Beiden hilft „Nerke Attzeig! Nr. 172 Mittwoch, don 27. Juli 1927. Grenzwarte(Zweites Blatt) Das Heimatfest in Horstmar. Der Tag der 700jährigen Wiederkehr des Todestages Deutschlands größten Helden der Zeit— Bernhard's des Guten— des Helden von Horstmar, der am vergangenen Sonntag gefeiert wurde, ist in würdevoller Weise verlaufen. Mit Recht hätte die Witterung der Tage vorher das Interesse an den Vorarbeiten verflachen können,— Regen über Regen,— aber dennnoch regten sich fleißige Frauenhände unablässig hinter Toren und Türen und die grünen Schlangen wurden länger und länger. Horstmars Jugend unter Führung des Lehrers und eines Forstmannes hatte für Material reichlich gesorgt. Die Hoffnung war lebendig geblieben. So hat sich denn sozusagen über Nacht über alle Straßen der Stadt ein Dach von Girlanden gespannt, die sich über Kranzwindungen an den Häusern herunter bis zum Boden fortsetzten. Ein prächtiges Bild in einem ansteigenden Straßengelände! Jeder Fremde hatte Worte der Anerkennung. Die außerhalb der Stadt errichtete Festhalle vermochte um 11 Uhr die zur Eröffnungsfeier erschienenen Fremden schon nicht mehr zu fassen, sodaß sich neben dieser Feier ein lebhafter, ständig wachsender Fremdenverkehr in der Stadt entfaltete. Die Feier wurde um 11¼ Uhr vom Vorsitzenden des Ortsvereins Herrn Postmeister Isfort eröffnet, der nach dem üblichen Willkommensgruß und dem Ausdruck des Tankes allen Förderern der Sache gegenüber, Herrn Kaplan Börsting aus Roxel das Wort zu einem Vortrag über den Gefeierten erteilte. Herr Börsting, der gegenwärtig bemüht ist, ein Werk über das geschichtsreiche Städtchen Horstmar zu schreiben, entledigte sich dieser Aufgabe in ganz hervorragender Weise. Er entwarf ein treffliches Lebensbild des unvergleichlichen Mannes, feierte ihn als Held, als Staatsmann, als Wohltäter. Zwischen diesen Vorträgen brachte das Westfälische Harfentrio herrliche Weisen zum Vortrag, begleitet von finnigen Liedern des stimmbegabten Sangeshelden Anton Imkamp aus Münster. In der Mittagszeit unterhielt das treffliche Horstmarer Stadtorchester vor dem Rathause den pendelnden Menschenstrom, der nach den verausgabten Einlaßkarten schon auf 5000 Menschen angewachsen war. Punkt 3 Uhr traf Bernhard der Gute unter dem Geläute aller Kirchenglocken mit seinem Gefolge am Schöppingertor ein und wurde zunächst unter dem Stadttor von Bürgern der Stadt begrüßt und zur Kirche begleitet, wo Herr Dechant Rulle die BeBegrüßungs= und Dankesrede hielt. Nachdem Bernhard dann die ihm geweihte Kriegsfahne am Kreuze niedergelegt hatte, ging der Zug weiter zum Rathaus. Hier wurde die Ritterschaft von Bürgermeister und Ratsherren feierlichst begrüßt, ihnen der Ehrentrunk gereicht und der Dankeslorbeer an ihre Rüstung geheftet. Der Zug geht weiter zur Burgruine, der einstigen Wohnstätte Bernhards, zurück zur Stadt, zu den einzelnen Burgmannshöfen, wo sich die Edelfrauen unv Knappen demselben anschlossen, zum Festplatze. Von der Tribüne schauten Ritter und Edeldamen dem Ritterturnier, dem Knappenspiele zu und lauschten dem Minnesänger. Bernhard der Gute wurde in einer Weise von Freiherrn v. Reverfordt verkörpert, daß von diesem Anblick jeder Zuschauer förmlich hingerissen war. Zusammenfassend kann man sagen: Das Fest ist in ganz hervorragender Weise gelungen, würdig des großen Mannes, zur Ehre der Stadt Horstmar. Man kann den Bericht nicht schließen, ohne auch der trefflichen Bewirtung in allen Gaststätten der Stadt sowie besonders auch auf dem Festplatze selbst erwähnt zu haben. Aus Nah und Fern. Dortmund, 26. Juli. Sonntagvormittag erhielt die Kriminalpolizei vom benachbarten Camen die Mitteilung, daß in der Nähe des Ortes in einem Kleehaufen versteckt das Fleisch Zaus Kaspar!. Original=Roman von Marie Harling. 5—(Nachdr. verb.) Grete fühlt sich beleidigt durch die ihren Standesgenossen zugefügte Kränkung; etwas pickiert erwidert sie: „Bitte schon, Charlotte, es hält dich hier niemand zwischen den ungebildeten Bauern! Du vergissest übrigens wohl, daß mein Vater und ich auch zu den von dir mit so„freundlichen" Ausdrücken bedachten Menschen gehören. Vater wird sich für deine liebenswürdige Meinung sehr bedanken.“ Charlotte lacht unbändig, als könne sie gar nicht wieder aufhören. „Ach nein, Kleines, sind wir wirklich beleidigt? Ich glaubte, unter Freundinnen dürfe man schon ein offenes Tolt sagen. Du Dummerchen, Anwesende sind doch stets ausgenommen; ich werde doch dich und deinen Vater mit den anderen nicht in einen Topf tun. Doch sieh, dein Vater winkt uns, gewiß hat er eine Ueberraschung für den Nachmittag für uns“. „Ich werde zu Frau Lindfeld gehen. Wenn du nicht mitgehen willst, mußt du dir die Zeit vertreiben", erwidert Grete in abweisendem Tone. Charlotte hat ihre Worte nur halb gehört, sie ist schon vorausgeeilt und als Grete jetzt mißmutig und noch immer verärgert nachkommt, hört sie Charlotte jubelnd sagen: „Herrlich, Herr Kaspari, herrlich, Sie haben immer etwas Besonderes für uns!“ Dazu klatschte sie wie ein Kind in die Hände. Als sie Grete gewahrt, ruft sie dieser zu:„Denke dir nur, dein Vater will den neuen Nappen heute einfahren, den ich neulich so bewundert habe. Er beabsichtigt damit nach M. zu fahren und mich mitzunehmen. Ich könnte auf diese Art gleich mit Hans und Theo reden.“ Gerhard Kaspari wendet sich dann ein wenig verlegen zu seinem ihn erstannt anblickenden Kinde.„Ja, Grete, ich habe in M. zu tun. Da Fräulein Charlottes Bruder nun auch gerade dort ist und sie mit ihm reden möchte, so Der rumänische Chronfolger, Nach der rumänischen Verfassung ist der zweite Sohn König Ferdinands, Prinz Nikolaus(im Bilde), präsumtiver Thronfolger. Die Proklamierung des Prinzen zum Thronfolger wird in kürzester Frist erwartet. Bekanntlich wurde auch König Ferdinand, als Prinz von Hohenzollern, zum rumänischen Thronfolger proklamiert, da König Carol und Königin Elisabeth ohne direkten Erben waren. eines abgeschlachteten Rindes liege. Als die Diebesbande das Fleisch fortschaffen wollte wurde sie von der Kriminalpolizei gestellt, ergriff aber die Flucht. Die Beamten gaben zunächst Schreckschüsse ab und schossen dann scharf. Der Bergmann Fritz Jakob brach von einem Schuß in den Hinterkopf getroffen tot zusammen Die übrigen drei Spitzbuben, darunter der 15jährige Sohn des Getöteten, konnten festgenommen werden. Hörstel, 26. Juli. Wie bereits gemeldet, war der zwölfjährige Schüler Fritz Gausmann von hier vor einigen Tagen mit mehreren Kameraden barhäuptig und barfuß zum Waldbeerensuchen gegangen und von diesem Gange nicht zurückgekehrt. Jetzt wurde das Kind in der Nähe der Eisenbahnbrücke als Leiche aus dem Mittellandkanal gezogen. Am Hinterkopf des Toten zeigte si cheine großklaffende Wunde. Ob diese von einer Verletzung dur cheine Schiffsschraube oder gar von einem verbrecherischen Akte herrührt, muß die Untersuchung ergeben. Rätselhaft bleibt zumindestens, was den Knaben veranlaßt haben mag, sich von seinen Gefährten zu trennen, um, wie er angab, von einer entfernt gelegenen Wirtschaft seinen Vater aus Ibbenbüren abzuholen. Diese Angaben beruhten, wie sich später herausstellte, auf Unwahrheit. Werne, 26. Juli. Ein Förster aus Langern wollte einen wildumlaufenden Schäferhund erschießen. Er beachtete aber nicht einen auf einem benachbarten Rübenfelde beschäftigten Landwirt. Der Schuß ging fehl und traf den Landmann. Man schaffte den Verletzten sofort nach hier ins Krankenhaus. Walsum, 26. Juli. Zahlreiche Fahrradidesstähle und sonstige Einbrüche ereigneten sich hier in letzter Zeit, ohne daß es gelungen war, die Täter zu ermitteln. Dieser Tage konnte die hiesige Kriminalpolizei das Räubernest aushebens Es handelt sich in der Hauptsache um erwerbslose junge Burschen von auswärts, die in Büschen und Ziegeleien nächtigen. Aus ihrer großen Diebesbeute konnten bisher acht Fahrräder wieder herbeigeschafft werden Weitere Ermittlungen sind noch im Gange. Mark, 26. Juli. Das Kind eines in Polsum wohnenden Schuhmachermeisters wurde so unglücklich vom Huf eines Pferdes geschlagen, daß es an den Folgen der schweren Verletzungen gestorben ist. Herten, 26. Juli. Zwei schwere Bluttaten haben sich hier ereignet. Zwei auf der Zeche„Schlegel und Eisen“ in Disteln beschäftige Bergleute gerieten wegen einer geringfügigen Meinungsverschiedenheit in Streit, in dessen Verlauf der eine seinem Ggner mit einem Messer in den Leib stach. Blutüberströmt brach der Getroffene zusammen. Er wurde sofort ins Krankenhaus eingeliefert, wo er bald darauf verstarb. Dee Täter wurde verhaftet.— Ein Polizeiwachtmeister aus Recklinghausen wurde von mehreren Radaubrüdern ohne Grund überfallen und mit Bierflaschen mißhandelt. In der Notwehr feuerte der Beamte einen Schuß ab, der einen seiner Angreifer in die Lunge traf, sodaß der Tod kurz darauf eintrat. Der Beamte konnte ins Krankenhaus gebracht werden, wo er schwer verletzt darnieder liegt. Durch die Glassplitter hat er am Schädel, am Hals und im Gesicht erhebliche Verletzungen davongetragen. kann ich sie gut mitnehmen. Du willst ja zu Frau Lindfeld und willst wohl diesen Besuch einer einfachen Ausfahrt halber nicht aufgeben; zudem möchte ich den kleinen Wagen nehmen, und darin haben nur zwei Personen Platz. Grete erwiderte nichts auf diese offensichtliche Ausrede; sie bemerkt nur scheinbar ruhig:„Wird der armen Zemira der Weg nicht zu weit werden?“ „Freilich werden wir in M. übernachten müssen. Ich gehe dann zur Tante, ich war ohnehin lange nicht mehr dort. Gegen morgen mittag werden wir wieder hier sein.“ „So wünsche ich euch gute Reise und viel Vergnügen, bestelle an Tante einen schonen Gruß!“ „Hast du für mich denn keine Grüße, Kleines? Was soll ich Theo sagen?“ „Er wird wohl wenig Wert legen auf einen Gruß von mir!" erwiderte Grete spöttisch, indem sie in ihr Zimmer geht. Gleich darauf hört sie den Wagen fortfahren und sie weiß, daß diese Fahrt eine abgekartete Sache war. Es war ihrem scharfen Blick nicht entgangen, daß zwischen Charlotte und ihrem Vater ein Einverständnis herrschte. Sie steht am Fenster, den Kopf an die Scheiben gepreßt, die Hände ineinandergekrampft und sie kämpft einen bitteren, schmerzlichen Kampf, einen Kampf mit sich selbst, mit dem jedem Menschen innewohnenden Egoismus. Sie kann jetzt nicht zu Frau Lindfeld gehen, denn diese würde ihr sofort vom Gesicht ablesen, daß irgend etwas sie bedrückt. Reden aber kann sie noch nicht über das, was ihre Seele beengt, zu ungeklärt sind noch ihre Gefühle, sie muß erst selbst zur Ruhe kommen. Auf einen Stuhl am Fenster setzt sie sich nieder, sie schlingt die Arme um die Knie, so sitzt sie am liebsten, wenn sie über etwas angestrengt nachdenken will und sie will jetzt nachsinnen über ihren Lebensweg; denn in der Mühle kann sie nicht bleiben, das steht fest bei ihr. So ruhig und vernünftig Grete sonst auch ist, dieses eine hat sie doch mit fast allen jungen Leuten gemein, dieses impulsive, ungestüme Sichfortsehnen aus der Nähe derer, die uns nach unserer Meinung Unrecht getan oder ein Leid zugefügt Osterfeld, 26. Juli. Im angrenzenden Lirich wurde in der Familienstraße spät abends ein Steiger überfallen, arg zugerichtet und bewußtlos geschlagen. Dann nahm man dem Ueberfallenen die Uhr mit Kette, die Papiere und die Brieftasche mit 70 Mark Inhalt weg. Als der Tat dringend verdächtig wurde noch in derselben Nacht ein Ehepaar festgenommen. Bei der Gegenüberstellung erkannte der Ueberfallene die beiden bestimmt wieder. Kray, 26. Juli. Ein Händler aus Essen vertrieb hier auf dem Markte Präparate zum Reinigen von Herdplatten. Die Wirksamkeit des angeprisenen Mittels demonstrierte er an Platten, die vorher durch ein Benzinlicht erhitzt wurden. Durch unvorsichtiges Hantieren mit dem gefährlichen Brennstoff entstand auf einmal eine heftige Explosion, durch die vier Personen schwer verletzt wurden. Bielefeld, 26. Juli. Eine resolute Ehehälfte von der Renteistraße hatte schon mehrere Male einen energischen Vorstoß auf eine Wirtschaft gemacht, in der sich ihr bereits total betrunkener Ehemann aufhielt. Doch scheiterten alle Versuche an der Wankelmütigkeit des Gatten. Schließlich zog sich die Frau scheinbar resigniert in ihr einsames Heim zurück. Auch der Mann hatte sich inzwischen heimbemüht, blieb jedoch schon nach wenigen schüchternen Gehversuchen irgendwo ermattet in einer Haustür legen. Doch da erschien auch seine„Holde“ schon wieder, rätselhafterweise mit einem Riesenkoffer bewaffnet. Wollte sie ihren treulosen Ehemann für immer verlassen? Fast schien es so. Aber die Frau war viel zu resolut, um einen so schmählichen Rückzug zu veranstalten. Sie stetzte kurzentschlossen den Koffer nieder, öffnete ihn und packte die Bierleiche hinein. Dann gings im Sturmschritt den heimatlichen Penaten zu. Was sich hier weiter abgespielt hat, weiß niemand mehr zu melden. Berghosen, 26. Juli. Auf der Provinzialstraße zum Höchsten wurde ein 70jähriger Mann, der vollständig taub war, von einem Lastkraftwagen, trotzdem dieser dauernd Signale gegeben hatte, erfaßt, mehrere Meter mitgescheift und lebensgefährlich verletzt. München=Gladbach, 26. Juli. Im Loeb=Prozeß betonte heute der Angeklagte in seinem Schlußwort nochmals seine Unschuld. Der Verteidiger beantragte für den Fall einer über die Dauer der Untersuchungshaft hinausgehenden Strafe d. Aufhebung des Haftbefehls und die Aussetzung des Strafrestes. Das Urteil lautete auf zwei Jahre drei Monate Gefängnis, wegen Betrugs in sechs Fällen, Betrugsversuchs in drei Fällen und Diebstahls in einem Fall. Die Untersuchungshaft von 17 Monaten wird voll angerechnet. Der Haftbefehl wurde aufgehoben. Ueber die beantragte Aussetzung der Reststrafe von 10 Monaten wurde vorläufig noch keine Entscheidung gefällt. Das Gericht hat es für erwiesen angesehen, daß der Angeklagte zurzeit der Kreditsuche die mißliche Lage seines Unternehmens gekannt haben muß. Er habe auch die Möglichkeit eines etwaigen schlechten Ausganges der Geschäfte in Kauf nehmen wollen. Die Absicht einer Täuschung ergebe sich neben manchem anderem vor allem aus der Vorlage des Februar=Status und aus den wiederholten Hiweisen auf die Dollarreserven, die in Wirklichkeit nie bestanden haben. Als strafverschärfend wurde in Betracht gezogen, daß es sich um ganz gewaltige Summen handelte. Mildernd wurde dagegen die ganze wirtschaftliche Lage der damaligen Zeit berücksichtigt und ferner der Uustand, daß viele Wirtschaftler nicht an die Stabilisierung der Mark glaubten. Zugute gehalten wurde dem Angeklagten außerdem, daß er in den meisten Fällen nicht in die eigene Tasche arbeitete und recht fleißig gewesen ist. Auch der große Optimismus, der ihn alles in rosigstem Lichte sehen ließ, wurde als mildernd berücksichtigt. Gladbach, 26. Juli. Der Polizei meldete ein hiesiger Kraftwagenführer, er habe beim Durchfahren der Kaiser=Wilhelmstraße die Leiche eines jungen Mannes gesunden. Der Tote sei anscheinend beraubt worden, denn die Taschen seiner Kleidung seien umgekehrt gewesen. Die Polizei hat die Leiche beschlagnahmt und den Kraftwagenführer vorläufig festgehalten, da der ganze Vorfall noch nicht geklärt ist. Die Personatien des Toten sind noch nicht ermittelt. Balve(Hönnetal), 26. Juli. Hier zündete ein junger Mann aus Rache, nachdem er sich zuvor gehörig Mut angetrunken hatte, den mit Heu beladenen Wagen eines Landwirts an. Das Feuer griff auf die benachbarten Stallungen und auf die Scheune über. Da hier reiche Stroh= und Heuvorräte aufgespeichert waren, brannten die Gebäude trotz der eifrigen Arbeit der Feuerwehr bald vollständig nider. Das Vieh konnte zum Glück größtenteils gerettet werden. Der Brandstifter wurde sofort verhaftet. Lösung des Rösselsprung=Rebus. Man beginnt oben rechts mit dem Buchstaben K mit ablesen und erhält: „Kleine Ursachen, große Wirkungen“. Unwillkürlich wandern ihre Gedanken zu Fred und seine Worte, die er über Niedecks gesprochen, sind ihr wieder gegenwärtig. „Du hattest doch recht, Fred, du treuer Freund!“ murmelt sie, indeß Träne um Träne über ihre Wange rinnt, „und ich habe dir so bitter Unrecht getan. Hätte ich deiner besseren Menschenkenntnis nur vertraut! Ach, wäre Fred hier, ich glaube, mit ihm könnte ich über alles reden.“ Von Fred aber wanderten ihre Gedanken wieder zu seiner Mutter und dann steht sie plötzlich auf, ihr Entschluß ist gefaßt. Ja, sie will zu Frau Lindfeld gehen, sie will ihr alles sagen, auch von ihrem Zerwürfnis mit Fred will sie reden; sie will ihr sagen, wie bitter Unrecht sie ihm getan. Als Grete das Haus verläßt, geht drüben hinter der alten Burgruine die Sonne bereits zur Neige. In den zerbrochenen Fensterscheiben spiegelt sich ihre rote Glut, so daß es aussieht, als sei dort droben ein riesiges Feuermeer. Die Mühle drüben liegt schon im Schatten, aber der weiße Gischt des Mühlenbaches schimmert wie rosenfarbener Schnee. Lange steht Grete und betrachtet das wunderbare Bild und ihr Herz krampft sich zusammen. „Meine Heimat!“ flüstert sie,„meine schöne, liebe Heimat, dich kann ich nicht lassen, nein, nein, niemand soll dich mir rauben!" Mit gesenktem Kopf wandert sie die Dorfstraße hinab, gar nicht wie sonst mit strahlenden Augen um sich blickend, mit den Kindern scherzend, die am Wege spielen, oder mit den alten Leuten plaudernd, die auf der Bank am Hause sitzend die letzten Strahlen der Abendsonne zu erhaschen suchen. Sie ist so in Gedanken versunken, daß sie es gar nicht bemerkt, wie ein ganz alter Mann sein schwarzseidenes Käppchen von dem Silberhaar zieht und dann, sein Pfeifchen aus dem Munde nehmend, besorgt fragt:„Aber Fräuleinchen, was ist denn, haben Sie etwas verloren? Sie gucken ja immer so vor sich auf den Weg.“ Als er keine Antwort erhält, blickt er Grete verwundert nach. Köln, 26. Juli. Ein 21 Jahre alter Student, der Sohn eines hiesigen Sanitäswates, wollte mit seinen Sportkollegen vom Bootshaus am Oberländer Ufer ein Boot fahrfertig machen. Während sich die anderen jungen Leute noch im Bootshaus hefanden, stürzte der Student wahrscheinlich in einem Ohnmachtsanfall vom Floße in den Rhein und verschwand in den Wellen. Als die Freunde des jungen Mannes aus dem Bootshause traten, fanden sie den Studenten nicht mehr vor; nun erinnerte man sich, daß man vorher im Bootshaus ein Gor#usch gehört habe, daß dem ähnlich war, den ein schwerer Gegenstand beim Aufschlagen auf das Wasser verursacht. Trotzdem die Sportkollegen des Verschwundenen sofort ins Wasser sprangen, um ihn zu retten, blieben alle Versuche erfolglos. Bis jetzt konnte die Leiche noch nicht geborgen werden. Eine stürmische Gemeinderatssitzung in Rbede Anwesend: Amtmann Dörner, Gemeindevorsteher Böing=Messing und die Gemeindevertreter; außerdem Gemeindevertreter Essing. Pünktlich um 7,15 Uhr eröffnet Herr Amtmann Dörner die Sitzung, auf deren Tagesordnung fünf Punkte zur Beratung stehen. 1. Erlaß einer Biersteuerordnung. Herr Amtmann Dörner verliest einen Ministerialerlaß vom 28. Mai, der die Biersteuer behandelt und es den Gemeinden überläßt, ob sie eine solche einführen wollen, ondernfalls der Kreis diese einführen würde. In ähnlicher Form spricht sich ein Schreiben des Kreisausschusses aus. Weiter gibt Herr Amtmann Dörner bekannt, daß die Biersteuer bis zu 7 Prozent von der Biereinfuhr erhoben wird, die in dem hiesigen Gemeindebezirk auch verkonsumiert werde. Der Verbrauch an Bier werde auf 1500 hl. geschätzt, was bei einem Herstellungspreis von 40 Mark pro hl. und bei einem Satz von 7 Prozent 4200 Mark Steuer im Jahre ausmache. Der Antrag auf Einführung einer Biersteuerordnung wird mit 5 gegen 3 bei 2 Stimmenthaltungen angenommen. Ab 1. Oktober d. J. soll die Biersteuerordnung in Kraft treten. 2. Einrichtung der Berufsschule. Es entspinnt sich eine Debatte darüber, welche Schüler an dem Unterrcht teilnehmen sollen. Falls die jugendlichen Arbeiter, die in Bocholt beschäftigt sind, zu dem Schulbesuch in Rhede herangezogen werden sollen, würde dies eine Mehrbelastung des Etats der Gemeinde Rhede bedeuten. Außerdem ständen der Berufsschule in Bocholt andere und bessere Mittel und Einrichtungen zur Verfügung, als der Berufsschule Rhede, was wieder einen Vorteil in Bezug auf die Fortbildung der jugendlichen Arbeiter bedeute. Es wird dann die Frage aufgeworsen, ob sich auch die jugendlichen Arbeiterinnen an dem Besuch der Berufsschule zu beteiligen hätten. Amtmann Dörner tritt hier für einen Haushaltungsunterricht ein, da es doch schließlich mehr darauf ankomme, daß die jugendlichen Arbeiterinnen im Nähen, Kochen usw. ausgebildet würden, als daß man sie mit Rechnen und sonstigen kaufmännischen Dingen beschäftige; die jungen Mädchen hätten bei einer späteren Heirat schließlich doch keine Verwendung für ihre kaufmännischen Kenntnisse. .=V. Uebbing meint, daß den Arbeiterinnen auch das Recht zustände, sich in kaufmännischen Dingen ausbilden zu lassen. Man brauche dies nicht immer den Gutsituierten zu überlassen. Die Eröffnung der Berufsschule Rhede soll am 1. Oktober d. J. stattfinden. Wahrscheinlich wird das Schulgeld 20 Mark pro Person und Jahr betragen. Geprüft soll noch werden, welche Anzahl von Schülern die Berufsschule besuchen wird. Nach einer Schätzung dürften etwa 10 jugendliche Arbeiter in Frage kommen. Zum Schluß der Debatte betonte Amtmann Dörner, daß man erst die genaue Zahl der die Schule besuchenden Schüler feststellen und den Betrag ausrechnen müsse, der auf den einzelnen Schüler entfalle, um die Einrichtung auch rentabel zu gestalten. Vorerst müßten aber die Arbeitgeber und Arbeitnehmer über ihre Ansicht befragt werden. Hierauf wurde die Vorlage zurückgestellt. 3. Brückenbau über den Rheder Bach. Herr Amtmann Dörner gibt von seinen Verhandlungen mit dem Fabrikanten Büning Kenntnis, der sein Angebot auf Beteiligung beim Brückenbau in der Industriestraße über den Rheder Bach in Höhe von einem Viertel der Kosten zurückgezogen habe. Es werden dann nochmals eingehend die Verhältnisse der Industriestraße besprochen, die unbedingt von der Gemeinde Rhede übernommen werden müsse, da sich jetzt schon ein großer Teil des Verkehrs auf der Industriestraße abwickele. Die Straße befinde sich augenblicklich in einem sehr schlechten Zustand, wie das aber erst im Winter werden würde, könne man sich denken. .=V. Bösing wirft ein, daß sich dann ein Flugzeug lohnen würde. Es stände übrigens noch eine Brücke auf der Tagesordnung, für die sich mehr Interesse zeige. Die Gemeindevertretung beschließt einstimmig, daß Herr Amtmann Dörner nochmals die Verhandlungen mit dem Fabrikanten Büning aufnimmt, um zu versuchen, daß dieser sich doch noch zu einem Viertel an den Kosten des Brückenbaues beteilige. Es ist von sachverständiger Seite vorgeschlagen worden, die Brücke in Eisenbeton auszuführen, wofür sich die Kosten auf etwa—7000 Mark stellen würden. Die Brücke soll eine Länge von 6 Metern und eine Breite von 6,50 Metern erhalten. Herr Amtmann Törner bittet, daß die Gemeindevertretung ihm die Ausführung der Brücke überlassen möge; er werde sich noch mit dem Baumeister Vallee wegen einer Trägerbrücke in Verbindung setzen. Hierauf verliest Amtmann Dörner ein Schreiben des Herrn Pastor Kreutzer, der unter dem 24. Juli mitteilt, daß das General=Vikariat aus kirchenrechtlichen Gründen den Verkauf der Kirchwiese an die Gemeinde Rhede ablehne, sich aber mit 1000 Mark an dem Bau der Brücke über den Rheder Bach bei Hüls beteiligen wolle. Es kommt zu einem schweren Rededuell zwischen Herrn Amtmann Dörner und dem Gemeindevertreter Bösing, der sagt, daß das Datum vom 24. Juni tief blicken lasse. Warum der Herr Amtmann nicht schon bereits in der Kirchenvorstandssitzung vom 24. Juni dem Kirchenvorstand von dem Schreiben Kenntnis gegeben habe? Herr Amtmann Dörner erwidert, daß er das Schreiben am Montag, dem 25. Juni, erst erhalten habe. Am 23. Juni habe ihm Herr Pastor Kreutzer davon Mitteilung gemacht, daß das Generalvikariat den Ankauf der Kirchwiese durch die Gemeinde Rhede abgelehnt und einer Bewilligung von 1000 Mk. für den Bau der Brücke zugestimmt habe. Er habe den Herrn Pastor gebeten, ihm dies schriftlich zu bestätigen, was dieser auch getan habe, nur daß der Brief erst am 25. Juni in seine Hände gekommen sei. Er habe in der Kirchenvorstandssitzung vom 24. Juni nicht darüber gesprochen, weil er eben erst einen schriftlichen Beweis in Händen haben wollte..=V. Bösing sagt erregt, daß der Gemeinderat vom Herrn Pastor und vom Herrn Amtmann an der Nase herumgeführt worden sei. Der Herr Amtmann solle den Brief vom Generalvikariat beibringen. Er könne ihn aber nicht beibringen, weil der Brief nicht da sei. Es seien Hintermänner da, die die Entscheidung des Generalvikariats selbst gemacht hätten. Außerdem hätte ihm der Pastor gesagt, daß das Generalvikariat nicht den Ankauf der Kirchwiese durch die Gemeinde Rhede ablehnen werde. Schon von Anfang an seien der Herr Amtmann und der Herr Pastor gegen den Ankauf der Kirchwiese gewesen. Die Gemeindevertreter seien doch nur Wachspuppen. G. V. Hams stimmt den Aeußerungen des Gemeindevertreters Bösing in Bezug auf ein paar Hintermänner bei. G. V. Bösing fordert nochmals erregt das Schreiben des Generalvikariats zu sehen, worauf ihm der G. V. Brokamp erklärt, wenn er das Schreiben sehen wolle, dann möge er doch selbst zum Pastor gehen und es sich zeigen lassen oder sich nach Münster wenden, um dort diesbezügliche Erkundigungen einzuziehen. Weiter wirft der Gemeindevertreter Bösing dem Herrn Amtmann Weiberpolitik vor und bezeichnet ihn als Waschlappen, wogegen Herr Amtmann Dörner energisch Verwahrung einlegt. Es sei eine grobe Ungehörigkeit von dem G. V. Bösing, mit solchen Worten um sich zu werfen. Wenn er das Schreiben vom Generalvikariat sehen wolle— er, der Amtmann könne es ja nicht beibringen—, so möge er sich mit dem Herrn Pastor in Verbindung setzen. Es kommt dann der Bau der Brücke über den Rheder Bach bei Hüls zur Verhandlung, die von dem Gemeindevertreter Bösing mit dem Ankauf des Mittelmannschen Hauses verquickt wird. Er wirft dem Amtmann vor, daß er gesagt habe, er würde mit Mittelmann nicht mehr verhandeln, worauf ihm der Herr Amtmann erwidert, daß der Gemeindevertreter Bösing heute nicht wisse, was er sage. Darauf werden der Bau der Brücke bei Hüls und Punkt 4 der Tagesordnung in vertraulicher Sitzung behandelt. Aus Borken und Umgegens Vorken,(Verkehrsunfall). Ein Verkehrsunfall, der sehr leicht ernstliche Folgen hätte nach sich ziehen können, ereignete sich heute morgen gegen 8,30 Uhr Ecke Mühlenstraße und Am Papendiek. Aus der Vorstadt kam ein mit Ziegelsteinen beladenes Fuhrwerk mit einem gleichfalls beladenen Anhänger. Zu gleicher Zeit kam aus der Straße Am Papendiek ein leeres Fuhrwerk, welches ebenfalls einen Wagen als Anhänger mit sich führte. Da der Lenker auf der abschüssigen Brücke die Pferde infolge der schweren Last nicht sofort zum Stehen bringen konnte, erfaßte die Deichsel seines Wagens den schweren Anhängewagen des anderen Fuhrwerks, welcher glatt umgeworfen wurd.e Die Situation schien gefährlich zu werden, als ide Pferde des Ziegeleifuhrwerks scheu wurden. Glücklicherweise hatte der Fuhrmann die Pferde in der Gewalt und konnte weiteres Unheil vermeiden. Gerade diese Ecke bei der Mensing= schen Wirtschaft ist sowohl für Fuhrwerke, wie auch den Autound Radfahrerverkehr sehr gefährlich und es ist hier größte Vorsicht geboten. Was kostet ein Reise nach Holland? Seit dem 1. 7. 26 find die Fahrpreise der holländischen Eisenbahnen allgemein ermäßigt worden und zwar um 15 bis 20 Prozent in der 3. Klasse und um 20 Prozent in der 2. Klasse. In Borken gelangen jetzt wider direkte Fahrkarten nach Holland zur Ausgabe und es beträgt der Fahrpreis 3. Klasse von Borken nach Amsterdam.00 Mark, nach Rotterdam.10 Mark, nach Den Haag.40 Mark, nach Zütphen 3,10 Mark, nach Arnheim 4,00 Mark. Auch in Wanne, Buer, Dorsten und fonstigeren wichtigeren Stationen werden jetzt wieder direkte Fahrkarten über Borken—Winterswyk zum Inneren Hollands verausgabt. In der Zeit vom 1, 7. bis 16. 9. werden in Holland allgemein Vakantiekarten(Ferienkarten) ausgegeben, gültig zur Fahrt von irgendeiner holl. Station zu irgendeiner anderen holl. Station Preis 3. Klasse 5 Gulden, 2. Klasse 7 Gulden. Auf der Strecke Winterswyk—Aalten—Zevenaar—Arnheim werden seit dem Sommerfahrplan sogenannte Buurtverkehrskarten ausgegeben, gültig zur Hin= und Rückfahrt am Tage der Lösung, Preis einer solchen Karte beispielsweise von Winterswyk bis Zevenaar 3. Klasse 2 Gulden, bis Arnheim 260 Gulden. Für Reisegruppen von 10 Personen an werden besonders ermäßigte Gesellschaftskarten ausgegeben, gültig zur Hin= und Rückfahrt nur am Tage der Lösung. Preis von Winterswyk bis Amsterdam(150 Kilometer) 3. Klasse 5,29 Gulden, 2. Klasse .55 Gulden, von Winterowyk bis Zütphen 1,58 Gulden, bezw. 2,25 Gulden. Auf der Strecke Dortmund bezw. Duioburg—Ober= hausen—Wesel—Emmerich—Holland wird in nächster Zeit dreimal, nämlich am 31,., 21, 8. und 4, 9. ein Verwaltungssonderzug zu über 50 Prozent ermäßigten Preisen, nach Den Haaz (Scheveningen) gefahren, so z. B. der Preis Wesel—Den Hia# und zurück in 3. Klasse nur.70.A betragen wird. Da die Strecke Wanne—Porken—Winterowyk direkt aus dem Herzen des Industrieberirks nach Holland führt und Großstädte, wie Wanne=Eickel, Buer und Gladbeck unmittelbar an dieser Strecke liegen, wäre die baldige Führung eines Verwaltungs=Sonderzuges über die Winterswnker Strecke nach Holland ein mit Nachdruck zu erstrebendes Ziel. Der durchgehende Verkehr über Winterowyk nach Holland hat seit dem Sommerfahrplan eine Verbesserung erfahren, weil die holländische Eisenbahn statt des bioher in den Mittagsstunden gefahrenen Motorwagen(Triebwagen) einen vollständigen Dampfzug eingelegt, der nach und von Apeldoorn fährt und daselbst gute Anschlüsse nach Amsterdam erreicht. Auch sind jetz: wieder 2 durchgehende Zugpaare Amsterdam—Winterswyk und zurück vorhanden. Der Verkehr über Winterowyk hat jetzt folgenden Fahrplan: Wanne ab Borken an—— Borken ab Winterswyk M. E. Z. an Winterswyk(Amsterd. Zeit) an Winterswyk(Amsterd. Zeit) ab Apeldoorn an Apeldoorn ab Amsterdam C. S. an Amsterdam C. S. ab Apeldoorn an Apeldoorn ab Winterswyk(Amsterd. Zeit) an Winterswyk(Amsterd. Zeit) ab Winterswyk M. E. 3. ab Borken M. E. Z. an Borken ab Wanne an Von Wanne, Buer=Süd, Dorsten, deutschen Stationen werden jetzt wieder direkte Fahrkarten über Winterswyk nach Amsterdam, Rotterdam, Den Haag und verschiedenen sonstigen holländischen Stationen ausgegeben. Der Fahrpreis 3. Klasse beträgt von Borken nach Amsterdam.00 Mark, nach Notterdam 9,10 Mark= nach Den Haag 9,40 Mark. Darnach lassen sich die Fahrpreise von allen sonstigen Stationen leicht errrechnen; es kommt dann eben der Fahrpreis von der betr. Station bis Borken hinzu. Fliegervorschulen und Fliegernachwuchs. Der Deutsche Verkehrsflugbetrieb durchmißt heute täglich eine Strecke, die den Erdumfng um die Hälfte übertrifft. Rechnet man den Erdumfang mit rund 40000 Kilometer, so ergibt sich für die deusche Flugstrecke eine Tagesleistung von 60 000 Kilometer. Diese Zahl bedeutet nicht nur, daß der Flugverkehr heute in Deuschland sehr viel Benutzung erfährt, sondern daß auch durch den Flugverkehr selbst eine große Anzahl von Menschen Brot und Erwerb findet. Der Flieger existiert bei uns heute nicht als Kriegsfigur und als Sportsmensch, sondern als Berufsstand. Aber bekanntlich eignet sich zum Flieger durchaus nicht jeder. Die Folge davon ist, daß die Frage des Nachwuchses beim Berufsstand der Verkehrsflieger eine ziemlich brennende ist. Die Hemmungen, die der Deutsche Flugbetrieb durch politische und wirtschaftliche Fesseln erfahren hat, sind auch auf die Ausbildung eines Nachwuchses nicht ohne Störungen geblieben. Allmählich aber lassen sich die Dinge in der Ausbildung der Verkehrsflieger, wenn auch nicht gerade gut, so doch immerhin so an, daß man unter den gegebenen Umständen einigermaßen zufrieden sein kann Prompt aber meldet sich jetzt die Konkurrenz. Es ist dieses an sich verständlich, nur muß man den dringenden Wunsch hegen, daß die Konkurrenz mit Mitteln arbeitet, die auf der Ebene verbleiben, wo einzig sie hingehören, nämlich auf der Ebene des Wirtschaftlichen. Aber allzugern greift man noch in die Requifitenkammer polittscher Gründe. So hat sich kürzlich der Herausgeber der bekannten englischen Fachzeitschrift„The Aeroplane", Mr. Grey, über Aufgaben und Ziele der deutschen Verkehrsfliegerschule geäußert. Er schreibt: Die Verkehrsfliegerschule stellt eine Organisation zur Ausbildung von Luftverkehrsfliegern dar. Da die Ausbildung das Fliegen auf Kleinflugzeugen und in Formationen umfaßt, kann man zu dem Glauben neigen, daß die Organisation mit ihrer Verkehrsausbildung den sehr lobenswerten Gedanken verbindet, eine neue Generation von Fliegern zu schaffen, die gebraucht werden, wenn Rußland einmal gefährlich werden sollte. Die Deutsche Verkehrsfliegerschule soll 16 Vorschulen in Deutschland haben. Trotz der gewaltigen Ausdehnung des zivilen Luftverkehrs in Deutschland, kann man sich kaum vorstellen, daß alle 16 Vorschulen notwendig sind, um den Bedarf an Verkehrsfliegern zu decken. Man kann kaum annehmen, daß der englische Fachmann ernstlich aus den Flügen mit Kleinflugzeugen auf eine kriegsmäßige Ausbildung unseres Verkehrsfliegernachwuchses schließt. Ein Verkehrsflieger muß eben in allen Sätteln gerecht sein können, wenn man ihn ohne Besorgnisse das Leben von Passagieren anvertrauen soll. Die Vorschulen sind als ein Sieb zu betrachten, das aus dem vorhandenen Fliegermaterial diejenigen herausholt, die wirtlich geeignet find, Verkehrsflugzeuge zu führen. Geschäftliches. Eine originelle Ausstellungsidee— eine KirmesImitation— ist zurzeit in einem Schaufenster der Firma Riesenbazar Otto Scherbel in wirksamer Weise zur Ausführung gebracht worden. Man sieht dort Karussells, Schiffsschaukeln, Rutschbahn und andere Kirmesanlagen im Betrieb. Letzteres geschieht auf elektrischem Wege. Diese Kirmes=Imitation findet naturgemäß seitens der Schuljugend besondere Beachtung. Die Erwachsenen werden an die vergangenen und bevorstehenden Kirmesfreuden durch ein Tanzzelt mit tanzenden Figuren erinnert. Aus dem Reiche des Rundfunk. Kundfunk=Programm Laugenberg(Wbelle 468.), Mänster (Welle 241,9). Dortmund(Welle 283) aus den Genderäumen Köln, Düsseldorf, Münster, Dortmund. Elderseld. Es bedeutet: La: Langenberg: Mü: Münster: Do: Dortmund, El: Elberfeld. Der Sende=Ort is ausgeschrieben; zuerst in der Klammen wied der Sender genannt. Donnerstag 23. Juli. 13.10: Elberfeld(La, Mü, Do): Konzert. Die moderne Wiener und Berliner Operette. 18 Darbietungen. .14.30: Köln(Ba, Mü, Do): Wie bleibe ich gesund? 9 16: Stimund(Do, Mü): Lehrer Schwarz:„Thoma, Schwind und Svitzweg, drei deutsche Malerpoeten. o 16.45: Dortmund(Do, La, Mü): Was koche ich in der nächsten Woche?+ 17.30: Röln (La, Mü. Do): Liederstunde, ausgef. von Tony Riemer(Klavier) und H. Hoiwe(Bariton). Am Flügel: E. Grape. m 18.30: Elderfeld(La, Mü, Do): W. Weilshauser: Rubens und seine Vaterstadt. S 19.15: Köln(La, Mü, Lo): Dr. Ing. Netz=Aachen: Wärmelechnik. O 19.40: Köln(La. Mü, Do): Univ.=Prof. Sperver: Gutes Deutsch!o 20: Düsseldorf(La): Dibzesanpräses Clemens: Das Reichstreifen der deutschen Jugendkraft in Köln am.—8. August. o 20: Dortmund(Do. Mü): Telegr.=Inspektor 1. Kemna, Dortmund: Was jeder Rundfunkteilnehmer wissen muß. p 20.30: Elderfeld(La, Mü, Do): Das Erleben der Berge. Leit.: Dr. Pfennig(Barmen). Mitw.: H. Bornemann(Violine) G. Bick (Cello), M. Alter(Klavier), O. Blumenthal(Rezit.). Einl. Worte. — Huber: Bergnovelle, Trio.— Die Erstbesteigung des GroßGloaners.— Matterhorn.— Huber: Romanze, Cellosolo.— Nene Schickele: In der Gletscherspalte.— Der letzte Versuch, den Everest=Gipfel zu erreichen.— Der Adler.— Mar Dowel: Der Mondschein, Trio.— Die Natur in den Alven.— Die Berge in der neueren Dichtung.— Baußnern: Glücklicher Morgen. Erinnerung.— Anschl.: Köln(La. Mü. Do): Letzte Meldungen.— Elberfeld(La, Ma, Do): Konzert. Kavelle Edwin Schäffer. honn treffenden Sau durch das Vakteriologische Institnt Ihrer Landwirtschaftskammer. Am besten überwittelt der Tierarzt das Untersuchungsmaterial. Bis zur Klärung des Falles ist Sau sowohl wie Stallung gründlich zu desinfizieren, die Sau Laohass und deie Epfrosg st. asuane Ahrafte.as ist von den anderen Tieren zu trennen. Zur GeFragestellers enthalten. Anonyme Progen werden fundung kann eine naturgemäße Haltung mit Frage und Autwort. Ein Raigeber für jeder bedingungen für die Brantwertung von Aufragen. Der größte Tell der Fragen muß schriftlich gerden, do Abbruck aller Autworten niumlich unmöglich ist. Nur enfruge die genaue Edresse des Pragesellers enthalten Eppnpne bragen rahen grunbsatzz#n nicht beantwortet. Anberdem int jeder ein Ausweis, daß Fragesteller Bezieher unseres Blattes#. sowie ein Portoantell von 30 Pfg. beizufügen. Werden mehrere Fragen gestellt, so sind edensoviel Portoanteile, als Fragen gedlen sind, mitzusenden. Im Briefkasten werden nur rein landwirtschaftliche Fragen behandelt; in Rechtsfragen oder in Angelegenheiten, die sich nicht dem Nahmen m Auskauft nicht erteilt werden. Die Schriftleitung. Frage Nr. 1. Mein Pferd hat seit vier Wochen starken wässerigen Durchsall und sehr starke Darmgeräusche. Freßlust ist vermindert. Es nimmt nur Heu. Die Fütterung besteht aus gequetschtem Hafer, Häcksel und Heu. H. O. in R. Antwort: Lassen Sie das Häcksel vorläusig fort und rösten Sie den Haser in der Pfanne. Außerdem geben Sie auf jedes Futter drei Eßlöffel voll Heshimal. Bet. Jrage Nr. 2. Meine zehnjährige Stute stampft steto, wenn sie ebends in den Stall gekommen ist, mit den Hinterfüßen. Auch versucht sie oft, sich an den Zugsträngen zu reiben. Worauf kann das zurückzuführen sein und wie läßt es sich abhelfen? J. D. in L. Antwort: Höchstwahrscheinlich steht Ihr Hühnerstall mit dem Pferdestall in Verbindung, so daß die Hühnermilden in der Dunkelheit auf die Hinterfüße Ihrer Stute überwandern und durch Blutsaugen einen Juckreiz auslösen. Spritzen Sie alle Ritzen, die als Schlupfwinkel der Milden dienen können, mit heißem Wasser aus und schmieren Sie die Kronen Ihrer Stute mit Kreolinsalbe ein. Bet. Frage Nr. 3. Meine Kuy bekam Ausgang des Winters erbsengroße Knötchen auf der Haut des ganzen Körpers, vor allem hinter den Vorderbeinen. Die Knötchen gehen jetzt vereinzelt auf und heilen ab. Um welche Krankheit handelt es sich, vielleicht um Tuderkulose? H. in B. Antwort: Tuberkulose kommt wohl kaum in Frage. Es handelt sich um einen Hautausschlag. Sorgen Sie bei dem Tier stets für offenen Leid, stellen Sie es nicht zu warm und waschen Sie die betreffenden Stellen mit Essigwasser ab. Liegt keine Abmagerung oder gestörtes Allgemeinbefinden vor, ist keine Gefahr vorhanden. Verschlimmert sich der Zustand oder bessert er sich nicht, müssen Sie den Tierarzt zu Rate ziehen. Dr. F. Frage Nr. 4. Meine drei Kühe haben zu taguich mehrstündlichem Auslauf ius Freie viel beitragen. Bei der dauernden Stallhaft müssen ja schließlich die Tiere kränkeln. Dr. 133. Frage Nr. 6. Mein vor einiger Zeit gekauftes Saugschwein fing zu kränkeln an, hatte heiße Ohren und hing den Schwanz. Was ist zu tun? E. H. in G. Antwort: Wahrscheinlich hat das Tier Fieber, das bei verschiedenen Krankheiten, wie Rotlauf, Schweineseuche und vielen anderen, auftreten kann. Die Ursachen solchen Fiebers sind meistens Kleinlebewesen, die auch in den Organen gefunder Schweine auftreten können ohne zu schaden, die Tiere aber erst dann krank machen, wenn sie durch salsche Haltung widerstandsunfähig geworden sind. Deshalb bringen sie das Tier täglich bei jedem Wetter mehrere Stunden an die Luft in den Hof, damit es sich hier gesund laufen, sich fleißig bewegen, Erde fressen, sich sonnen und wühlen kann, das gehört nun einmal ganz unbedingt zu einer einträglichen Schweinehaltung; denn durch das dauernde Eingesperrtsein im Stall muß das Tier ja schließlich krank werden und verkümmern. Ferner trocknes Lager, womöglich auf einer Holzpritsche, kein Betonfußboden, Futter stets in Breiform geben, das Getränk erhält das Tier vor dem Fressen. Vor allem aber sehr viel Aufenthalt im Freien, das heilt besser als viele Medikamente. Lassen Sie sich vom Verlage von J. Neumann in Neudamm Nm., Provinz Brandenburg, das kleine Büchlein„Lemke, Schweinezucht", Preis 1 RM, kommen und halten Sie nach den Lehren dieses praktischen Buches Ihr Tier. Dr. Irage Nr. 7. Mein fünf Monate alter staupekranker Jagdhund ist in der Hinterhand gelähmt und ganz abgemagert. Die Augen sind eitrig, auch der Appetit ist nicht gut. Mitunter jammert er etwas, schläft aber dann wieder sehr gut. Wie kann die Lähmung beseitigt werden? O. M. in Antwort: Zur Beseitigung der Lähmung müssen Sie vom Tierarzt Eserin= oder Strychnin=Einspritzungen machen lassen. Zur Kräftigung geben Sie Notwein mit Ei, die Augen behandeln Sie mit dreiprozentiger Borsäure= Lösung. Bet. Irage Nr. 8. Mein kleiner Pinscherfrüh gekalbt. Die Kälder sind nur drei Tage alt Bastard zeigt seit einiger Zeit eine Lähmung geworden, nur eins haben wir durchgebracht. Was der Hinterhand. Wenn er gelegen hat, fällt ist die Ursache der Frühgeburt? M. in W. ihm das Laufen schwer, auch scheint er Schmerzen Antwort: Es scheint sich um seuchenhaftes zu haben. Das Tier schläft auffällig viel, ist Verkalben zu handeln. Gründlichste Stall= sonst aber munter. Was ist die Ursache der desinfektion, Verbrennen der Nachgeburt und der Lähmung und was ist dagegen zu tun? P. in G. toten Kälber ist das Wichtigste. Schicken Sie Antwort: Allem Anschein nach liegt gegebenenfalls ein totgeborenes Kalb an das bei Ihrem Hunde Muskelrheumatismus vor. he##teriglogische Institzet der nächsten Landwirt= Peihen Sie ihm dar Grenz mit Qamyserspiritus Suttektbtogesige Susitut der nachren Landwirtschaftskammer zur Untersuchung ein. Sie werden dann von dort alles Weitere erfahren. Dr. F. Frage Nr. 5. Meine drei Jahre alte San hat um die Hälfte der Zeit verferkelt. Wir haben Roggen= und Buchweizenschrot und Wickenkaff verfüttert. Was ist die Ursache? R. S. in H. Antwort: Das Verferkeln ist entweder anteckend oder nicht. Das nicht ansteckende Versertein entsteht durch Sturz, Stoß, Schlag, Roggenschrot, das Mutterkorn enthält, als Foige von Rotlauf, Maul= und Klauenseuche und Schweinepest. Das seuchenhafte Verferkeln aber entsteht durch Bakterien, die mit dem Futter in den Darm und dann von hier aus in die Gebärmutter gelangt sind. In den meisten Fällen verwersen die Sauen dann in der 12. bis 15. Woche, zuweilen aber auch schon in der 6. bis 8. Woche, während normalerweise die Sauen 16 Wochen zu tragen pflegen. Noch wochenlang nach dem Verferkeln scheiden solche Tiere Milliarden von Krankheitserregern mit dem Gebärmutterausfluß aus und können dadurch gesunde Tiere gefährden. Jeder Fall von Verserkeln ist so lange als ansteckend zu betrachten, als nicht das Gegenteil erwiesen ist. Dieser Beweis kann nur erbracht werden durch die bakteriologische Untersuchung der verworfenen Frucht, der Nachgebart und des Blutes der beReiben Sie ihm das Krrux mit Kumpferspirikas ein und behandeln Sie ihn mit (Föhn). Sollten die Lähmungserscheinungen trotzdem nicht verschwinden, müßten Sie sich an einen Tierarzt wenden, der ihm anregende Einspritzungen machen bann. Bet. Irage Nr. 9. Meine Hühner legen wenig Eier. Teilweise sitzen sie trausig da und suchen kein Jutter. Ich habe ein Huhn geschlachtet und eine sehr große Leber von ganz heller Farde festgestellt. Die Lunge war aber gesund. Die Hühner haben freien Auslauf. Morgens erhalten die Hühner warme Kartoffeln mit Weizenschalen und Fischmehl vermengt, abends Hafer und des öfteren auch Gerste. Welche Krankheit tiegt vor? B. in G. Antwort: Wir defürchten, daß Ihre Hühner Tuberkulose haben. Achten Sie auf die Leder, die in diesem Falle mit kleinen gelbgrünen Knötchen durchsetzt ist. Die große Leber kann auch andere Ursachen haben. Enthält das Fischmehl vielleicht zu viel Salz, mehr als drei Prozent? Auf alle Fälle desinfizieren Sie den Stall mit Kalkmilch, der Sie Cellokresol zusetzen. Den Tieren geden Sie etwas Weizen statt Gerste. Lassen Sie das Fischmehl untersuchen. Wenn die Tiere tuderkulosekrank sind, so schlachten Sie diese, sonst segen Sie dem Weichsutter etwas Yohimvetol zerstoßen zu. Eine graue Tadlette genügt. Kl. Jrage Nr. 10. Ich habe einen Kanarien= vogel, ein Jahr alt, Männchen, der munter und sangeslustig ist und auch gut frißt. Er besitzt aber die häßliche Leidenschaft, sich täglich von seinem üchen die kleinen Federn auszureißen. Ern Einreiben mit Aloetinktur hat nicht geholfen, sondern dazu geführt, daß er seine Arbeit noch eifriger detreibt. Was kann man hiergegen tun? P. K. in St. Antwort: Der Grund zu der bedauerlichen Angewohnheit Ihres Kanarienrogels ist wohl innerlich zu suchen, kann z. B. auf Kalkmangel zurückzuführen fein. Eine Aenderung der gesamten Lebensweise, z. B. Ulnsetzen in einen größeren Käfig, viel Abwechslung im Jutter, Berwendung eines kräftigenden Jullerzusatzes, z. B. Bitamin=Eibisguit, ist seh: empfehlen, dazu viel Sonne und reichlich Bad:gelegenheit. Aeußere Mittel, wie Einreiben usw., sind gewöhnlich zwecklos. Prof. J. Irage Nr. 11. Ich habe schon zwanzig Jahre einen Rebstock an meinem Hause, doch gehen alle Jahre die Trauben verloren, die Beeren werden steinhart und schwarz, die Blätter werden rostbraun. Wird der Rebstock vom Meltau befallen? Was ist dagegen zu tun? J. P. in K. Antwort: Ihr Rebstock wird wirklich vom Meltau geplagt, davon gibt es aber zwei Arten, einen echten(Oidium) und einen falschen(Peronospora). Ihre Angaben sind zwar etwas ungenau, um sicher unterscheiden zu können, welche Art von Meltau hier vorliegt. Jedenfalls dreht es sich um den echten, da Sie nicht den Laubabfall besonders betonen. Aus den hängenden Beeren sehen jedenfalls die Kerne aus den Beerenhäuten heraus. Auch steht wohl der Rebstock auf der heißen, sonnigen Südseite und ist von einem Vordach überdeckt; stünde der Rebstock auf der Südwestseite, so würde der falsche Meltau wegen des Regens auftreten, der echte aber nicht. Auf der heißen Südseite müssen Sie also den echten Meltau bekämpfen; sicher hat im Herbst das einjährige Rebholz auch schwarzbraune Flecken, die vom Oidium herrühren. Dagegen hilft nur zwei= bis dreimaliges Einstäuben mit gemahlenem Schwefel. Da Sie keinen Schwefelapparat besitzen werden, nehmen Sie eine feinlöcherige Brause von einer kleineren Gießkanne, bestäuben die Blätter und besonders die Träubchen bei heißem Wetter mittags, und zwar zur Blütezeit, dann in drei bis virr Wochen wieder und schließlich nochmals Anfang August, aber immer recht fein, mehlartig. Würde es sich um den falschen Meltau handeln, so müßten Sie alsbald schon mit einhalb= bis einprozentiger Kupfervitriol= kalkbrühe vorbeugend bei trübem Himmel spritzen. Gr. Irage Nr. 12. Im Rhabarberwein entwickelt sich gesundheitsschädliche Oxalsäure. Wodurch kann diese getötet werden? L. A. in L. Antwort: Die Oxalsäure entwickelt sich nicht erst im Rhabarberwein, sondern ist schon im Rhabarber vorhanden, und zwar als freie Säure oder als saures Kalisalz, in den Blättern und kugligen Knospen mehr als in den Blattrippen. Daher ist es höchst selten, daß nach dem Genuß von Rhabarberstengeln eine Gesundheitsschädigung beobachtet wurde. Beim Wein ist uns nur ein Fall dieser Art bekannt geworden, und zwar nach dem Genusse einer ganzen Flasche voll. Daher raten wir, stets beim Ansetzen von Rhabarberwein die Oxalsäure durch einen Zusatz von Kalk vorher als unlöslichen oxalsauren Kalk zu entfernen. Rhabarberstengel werden gewaschen, zerschnitten und zerstampft und mit der gleichen Gewichtsmenge Wasser verrührt. Zur Ausfällung der freien Oxalsäure nimmt man je Kilo Rhabarberstengel 3 g feinste präzipitierte Schlämmkreide, welche sich mit Wasser leicht zu Milch anrühren läßt, und setzt die Gesamtmenge dem Rhabarberbrei unter tüchtigem Durcharbeiten hinzu. Man läßt die Stengel einige Tage lang under öfterem Umrühren stehen und preßt dann ab, um mit der pressenden frischen Reinhefe sachgemäß vergären zu lassen. Dr. Ks. zur Grenzwarte, Bocholt i. W. 36. Jahrgang Schriftlettung: Oekonomterat Grundmann, Neudamm Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieses Blattes wird gerichtlich verfolgt(Gesetz vom 19. Juni 1901) 1927 Don der Kultur des Kümmels. Von J. Barfuß, Erfurt.(Mit Abbildung.) Der Kümmel, Carum carvi, gehört zu den Bewürzkräutern und ist in Europa und Asien oerbreitet. In beiden Erdteilen wächst er wild, bildet jedoch bei Gartenkultur größere Körner und gibt reichere Erträge. Für kleine Landwirte kann der Anbau empfohlen werden, wenn sicherer Absatz vorhanden und ein lohnender Preis vereinbart worden ist. Für den eigenen Gebrauch im Haushalt genügt jedoch ein kleines Beet oder einige Pflanzen. Die Samen reifen je nach dem Wetter etwas früher oder später. Die Ausführung der Saat geschieht am besten bald nach der Getreide=Ernte. Für den eigenen Gebrauch geschieht sie breitwürfig, während für den größeren Anbau die Reihensaat vorzuziehen ist. Man nimmt zur Kümmelkultur einen im Vorjahre gut gedüngten Boden. Die Getreidestoppeln müssen dann noch im Erntemonat tief untergepflügt werden, worauf nach einem Cggenstrich die Saat vorzunehmen ist. Ist das Land mit der Saategge genügend vorbereitet, zieht man mit dem Rillenzieher in 25 Zentimeter Eutfernung flache Rillen, worin die Samen sehr dünn ausgelegt werden. Die Rillen schiebt man mit dem Harkenbalken leicht zu. Die Saat läßt sich aber auch mit einer passend eingestellten Sä= oder Drillmaschine aussäen. Es ist für das Gedeihen des Kümmels sehr vorteilhaft, wenn nach dem Aufgang die zu dicht stehenden Stellen in der Reihe auf zwölf Zentimeter Abstand verzogen werden. Das kann noch in demselben Herbst vor Winter oder im März des nächsten Jahres geschehen. Die Kümmelaussaat bleibt den Winter unbedeckt liegen, da sie winterhart ist und nicht erfriert. Im Frühjahr, schon bald im März, behackt man mit der Handhacke oder mit der Hackmaschine die Reihen, um Luft in den Boden zu schaffen und ihn zu lockern. Enthält der Boden wenig Kali, kann man auch Kalisalze aufstreuen. Im Laufe des Frühjahrs wird das Hacken wiederholt, damit die heranwachsenden Stengeltriebe, an dessen Spitze sich nach der Blüte die Kümmelkörner entwickeln, sich kräftig entwickeln können. Hat man für den Kümmel kein besonderes Stück Land, so kann er auch unter Obstbaumpflanzungen angebaut werden, denn er reift auch unter Baumschatten, wenn auch etwas später als sonst. Merkt man nun im Frühherbst, daß das Laub gelb wird und die Kümmelkörner sich bräunen, dann beginnt die Ernte. Das Abschneiden des reifen Kümmels kann mit der Seuse geschehen, um dann das Ausdreschen mit einem Dreschflegel vorzunehmen, wozu man am besten die trockenen Kümmelbüsche auf eine ausgebreitete Plane legt. Das Kümmelstroh ist dann nach dem Dreschen abzuharken und die Körner sind mittels seinen Siebes oder kleiner Reinigungsmaschinen vom Schmutz zu befreien. Bei einem Anbau im geringen Umfange lassen sich die Dolden auch mit einem Messer oder mit einer Schere abschneiden, wodurch viel Reinigungsarbeit gesport ist. Das Kümmelstroh ist dann auszuziehen und dem Komposthaufen einzuverleiben. Baut man Kümmel für den Verkauf an Kolonial= oder Produktenwarenhändler, so soll er sofort im Herbst verkauft und abgeliefert werden. Zur Saat behält mau das benötigte Quantum zurück. übrigens sind auch Likörfabrikanten und Konditoreien Abnehmer für gute Kümmelkörner. Erstere fabrizieren daraus den Kümmellikör und letztere gebrauchen ihn für allerhand Gebäcke. Für die Haus= und Landbäckerei wird zu Kümmelbrötchen, Kümmelplätzchen, sauberer gewürzreicher Kümmel verwendet. Ob man Kümmel im Hausbalt an Speisen verwenden will, richtet sich nuch dem Geschmack; KümmelZeibkümmel. körner schmecken an Quark, Kopfsalat usw. sehr gut.— Pflegt man eine Kümmelanlage gut und sorgt im ersten Jahre für eine kräftige Eutnung der Pflanzen, so bleibt sie mindestens vier Jahre ertragsfähig. Zu diesem Zwecke muß man jedes Frühjahr mit Kalisalzen und auch in den letzten zwei Jahren mit schwefelsaurem Ammoniak düngen. Verunkrautete Kümmelanlagen sinken in den letzten Jahren im Ertrag, deshalb sind sie von Unkraut rein zu halten. Im fünften Jahre wird man im Frühherbst zur Neuansaat schreiten. Die alten Kümmelstämme werden tief ausgegraben und wandern auf den Komposthaufen, das gibt dann unter Zusatz von Laub und Fichtennadeln guten Kompost Das Stück Land, auf dem Kümmel gebaut worden ist, muß tief umgegraben und frisch gedüngt werden, ehe es anderweitig verwendet werden kann. Vermehrung der Stachelbeersträucher. Von R. Reichhardt. Unsere Gärtner haben sich in den letzten Jahrzehnten daran gewöhnt, nur die besten und ertragreichsten Stachelbgeren anzupflanzen, denn allem diese finden auf dem Markte lohnenden Absatz Während die Gartenfreunde sich daran ein Beispiel nehmen sollten, sieht man häufig in Privatgärten alte Stämme von 15 bis 20 Jahren mit unscheinbaren grünen Früchten, deren Wurzeln höchstens das Land aussaugen und den guten Sorten Luft und Nahrung wegnehmen. Man entferne daher die rückständig gewordenen Stachelbeersträucher schonungslos aus seinem Garten und vermehre die guten Sorten durch Stecklinge, Ableger oder Veredelung. Die Vermehrung durch Stecklinge ist die gebräuchlichste und für den Laien bequemste. Man säume daher nicht lange, sobald die letzten Früchte geerntet sind, mache man sich ans Werk. Die Stecklinge müssen so weit gedeihen, daß eine, wenn auch nur schwache Bewurzelung derselben vor Eintritt des Winters erfolgen kann. Niemals wähle man als Stecklingsmaterial altes Holz, so wenig, wie man bei den Erdbeeren etwa Teilstücke des alten Stammes verwenden kann. Einjährige und kräftige Triebe bilden die besten Stecklinge. Als Standort suche man für dieselben ein sonniges Plätzchen aus, dessen Erdboden man vorher tüchtig gelockert hat. Um die, allen Stecklingen gefährliche Wurzelfäule, zu verhüten, kut man gut, der oberen Erdschicht etwas Sand beizumengen. Das Schneiden der Stecklinge hat mit einem scharfen Messer in einer Länge von etwa 20 cm zu geschehen. Die unter der dritten und vierten Knospe stehenden Blätter werden am besten entfernt. Die Schnitte am Steckling werden schräg, dicht unter der untersten Knospe gemacht. Das Einlegen des Stecklings erfolgt im Abstand von 25 cm. Die Stecklinge werden schräg geneigt und ohne Andrücken so eingesetzt, daß ihre Spitzen etwa 2 cm lang unbedeckt bleiben. Ihre Bewurzelung erfolgt nicht immer gleichmäßig. Es liegt das an der Witterung, der Bodenbeschaffenheit, der Härte des Holzes und auch an der Sorte. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die grünen und gelben Stachelbeersorten im Steckling früher Wurzeln treiben als die roten. Auf sichersten Ersatz kann man rechnen, wenn man Stachelbeeren durch Ableger vermehrt. Was Erdbeeren und Brombeeren von selbst besorgen, d. h. daß ihre Ranken, sobald sie den Erdboden berühren, kleine Wurzeln austreiben, welche im Erdboden haften und eine neue Pflanze bilden, das geschieht bein„Ableger“ der Stachelbeerentriebe. Diese werden, sobald der Strauch getragen hat, auf die Erde gelegt und festgehakt. Dann bedeckt man den Teil 4 bis 5 cm hoch mit etwas sandiger Erde. Daß nur das jüngste Holz zu bedecken ist, braucht wohl kaum erwähnt zu werden. Die Zweige der Ableger werden an kleinen Stäben aufrecht angebunden. Das Abnehmen des bewurzelten Ablegers vom Hauptstamm erfolgt im Frühjahr. Man wird gut tun, die neuen Pflanzen nicht sofort an Ort und Stelle zu setzen, sondern erst in gut gedüngtem Boden und sonniger Lage ein Jahr lang zu pflegen. Kücken, die an der Krankheit leiden, verklebten After, schleppenden Gang und große Schwäche zeigen, dazu immer jippen, dann sind das sichere Todeskandidaten, die man töten soll, um Ansteckungen zu vermeiden. Trocknen des Kaninchen=Grünfutters als Ersatz des frischen Grünfutters im Winter. Von H. Stämmler, Arnswalde. (Mit Abbildung.) Im Winter merkt der Kaninchenzüchter das Fehlen des frischen Grünfutters oft recht häufig. Um für den kommenden Winter mit genügend Futter versorgt zu sein, fange jeder Kaninchenzüchter beizeiten an, folgende Grünfutterarten und Gewürze den Sommer über zu sammeln und zu trocknen: Gras, Salat, Blätter von Mohrrüben, Löwenzahn, Wegerich, Brennessel, Schafgarbe, Sonnenblume, Bärenklau, Milchdistel, alle Kleearten, Petersilie, Serradelle, Lupinen, Sellerie, Weiden, Eichen, Birken und Linden; ferner Salbei, Pfefferminze, Kümmel, Majoran, Thymian, dann Zweige von Linden, Eichen, Weiden, Birken, Brennessel und Sonnenblumenstiele; Eicheln, Sonnenblumenkörner und Apfel= und Birnenschalen und unreifes Obst. Zum Trocknen dieser Sachen benutzt man am besten kleine Horden, wie sie untenstehende Abbildung zeigt und die sich jeder Züchter an Hand dieser leicht bauen kann. Die Größe der Horden richtet man nach dem vorhandenen Platz ein, wo sie aufgestellt werden sollen. Der beste Platz ist die Bratröhre des Küchenherdes oder der Herd selbst, ferner auch ein freier, von der Sonne den Ei. aur kennen vin unsteuenden Kückendurch= ganzen Tag beschienener Platz. Je schneller das fall, dem fraglos die meisten Kücken zum Opfer Troanen vor sich geht, um so mehr wird das fallen. Die Krankheit heißt auch„Weiße Ruhr", betreffende Gras oder Kraut seine wertvollen weil die Ausscheidungen zuletzt ganz wässerig und fast klar sind; die Krankheit tritt in der Regel bei frühen Bruten nicht auf. Am häufigsten finden wir sie bei Kücken, die im Juni erbrütet werden, während ganz späte Bruten, d. h. solche nach Juni, meistens verschont bleiben. Der Kückendurchfall beruht auf Ansteckung. Es ist also ein Krankheitserreger vorhanden. der erfahrungsgemäß im Mai—Juni die günstigsten Lebensbedingungen vorfindet. Das ist auch bei anderen, auch menschlichen Krankheiten Nährwerte erhalten. Ein anderer Vorteil dieser so, und man kann behaupten, daß jede Jahreszeit Horden ist auch der, daß die Hausfrau sie zum Schwieriger ist das Vereveln der Stachelbeeren, wobei das Kopulieren den Vorzug erhält. Ich würde diese Veredlungsart nur für Stachelbeerbäumchen wählen, obwohl die Gärtner auch Büsche veredeln. Stachelbeerbäumchen aber, entstanden durch Veredlung auf Ribes aureum, sind im allgemeinen nicht mein Fall. Sträucher verjüngen sich viel schneller als Bäumchen, auch läßt bei diesen, wenn sie älter werden, die Fruchtbarkeit früher nach als bei ersteren. Viel Verdruß bereitet auch bei Bäumchen der Wind durch Abknicken der Kronen. Ich habe diesen übelstand wiederholt, trotz starker Befestigung an Pfählen, wahrgenommen. Die Veredlung geschieht auf schlanke, am besten zweijährige Ruten von Ribes aureum im August. Man tut gut, die Augen anfänglich mit einer Glaszylinderhülle zu bedecken. Bekannt ist, daß man neue Stachelbeeren auch durch Samen gewinnen kann. Diese Methode hat aber den Nachteil, daß man nicht sicher ist, ob man dieselbe gute Sorte wieder erzielt und daß die Anzucht von der Aussaat bis zur Beerenernte längere Zeit in Anspruch nimmt, als bei den eben geschilderten Vermehrungsarten. Aus diesem Grunde sollte man bei dem unsicheren Erfolge diese Vermehrungsmethode nicht anwenden. Die gefährlichste Rückenkrankheit. Von Kleffner. Wir alle kennen den ansteckenden Kückendurchtreten, und daß zweitens der Kaninchenbraten noch bei Lebzeiten jederzeit„gewürzt" wird, was ihn schmackhafter macht, als wenn dies erst in der Pfanne geschieht. Man hüte sich aber vor allem, die bekannten Giftpflanzen, wie Herbstzeitlose, Schierling, Nachtschatten, Klatschrose, Fingerhut, Tollkirsche und Hahnenfuß, zu verfüttern, die besonders im getrockneten Zustand gefährlich sind. Holunderbeerwein. Von Dr. Kochs. Mit dem Holunderbeerwein hat es eine eigene Bewandtnis. Den Beeren sehlt die genügende Säure. Dies mag der Grund sein, daß es immer wieder Personen gibt, denen der Wein nicht bekommt und die über Brechreiz nach dem Genusse zu berichten wissen. Möglicherweise enthalten die rohen Beeren auch einen Bestandteil, auf den empfindliche Personen reagieren. Denn Verwandte unseres Holunders, z. B. der Berglattich, sind notorisch giftig, und vor dem Genuß des roten Holunders wird direkt gewarnt, da er ein giftiges Oel in seinen Samenkörnchen enthält. Anderseits werden Holunderbeeren in manchen Gegenden viel zu Suppen und Fruchtsaucen zusammen mit Johannisbeersaft verwendet, allerdings nur im gekochten Zustande. Es erscheint uns daher wichtiger, bei der Herstellung von Holunderbeerwein die Beeren nicht roh abzupressen. Sie werden erst in voller Reife geerntet, sorgfältig von den Stielen befreit und mit geringem Wasserzusatz, damit sie nicht anbrennen, unter Umrühren auf etwa 80° C erhitzt. Sie werden hierdurch weich und lassen sich leichter abpressen. Auf ein Liter Saft kommen 5 g Zitronensäure oder Weinsäure, um die fehlende Säure zu ersetzen. Auch kann man statt dessen ein Drittel Johannisbeersaft oder den Saft von Speierlingsfrüchten nehmen. Der Zusatz an Wasser und Zucker richtet sich danach, ob man einen herben oder milden Wein bekommen will. Holunderbeerwein herb: ein Liter Saft, ein halbes Liter Wasser und auf ein Liter dieser Mischung 300 bis 250 g ungeblauter Zucker. Holunderbeerwein mild: ein Liter Saft, dreiviertel Liter Wasser und je Liter der Mischung 300 g Zucker. Vergoren wird mit frischer Bordeaux=Hefe. Nach Beendigung der Gärung wird zum ersten Male von der Hefe abgezogen, dann nach Bedarf noch ein= bis zweimal bis zur Klärung. Falls gut durchgegoren wurde, tritt eine Nachgärung im Sommer nicht mehr ein, und dann kann auf Flaschen gezogen werden. Genußfertig ist Holunderbeerwein jedoch erst nach längerer Lagerung. ihre typischen ansteckenden Krankheiten hat. Kücken, die von weißem Durchfall befallen verden, sind durchweg verloren, zumal die Krankheit nicht gleich erkannt und behandelt wird. Da nun auch die Ansteckungsgefahr beim weißen Durchfall sehr groß ist, gehen fast alle Kücken darnn zugrunde, sofern die Krankheit auftritt. Das beste Mittel heißt also: vorbeugen! Da mussen wir, wie in allen Fällen, zunächst peinichste Reinlichkeit empfehlen. Besonders soll sich diese auf die Futter= und Trinkgesäße erstrecken. Man reinige sie täglich in kochendem Wasser und Soda. Auch die Aufenthaltsräume der Kücken sind ab und zu zu desinfizeren. Besonders wichtig ist es auch, daß die Kücken nicht da aufgezogen werden, wo im selben Jahre, vielleicht erst vor wenigen Wochen, schon Kücken gehalten wurden, mithin der Boden als verseucht anzusehen ist, verseucht nämlich durch die Exkremente der Tiere. Gerade auf solchen Böden, also im engen Raume, tritt der weiße Durchfall am häufigsten auf. Wenn eben möglich, grabe man den Boden um und besäe ihn mit Grassamen und Roggen. Eine weitere Vorbeuge besteht in der Fütterung. Trockenfütterung ist jedenfalls am vorteilhaftesten. Auf zwölf Kücken gebe man im übrigen eine hälbe graue Tablette Yohimvetol, die sein zerkleinert beigemengt wird. Als Grünfutter reiche man feinzerschnittenen Löwenzahn, Salat erst für größere Kücken, da er Durchfall begünstigt. Vor allen Dingen sorge man immer für Trinkwasser, das durchaus einwandfrei ist. Hat man Trocknen von Obst, Gemüse und Pilzen mitbenutzen kann. Das Trockengerüst baut man folgendermaßen: Nehmen wir an, die Bratröhre sei 50 cm breit, 60 cm tief und 40 cm hoch, so muß die für diesen Raum bestimmte Horde im Durchschnitt etwas kleiner sein, und zwar 48 cm breit, 57 cm tief und 9 cm hoch. Wir brauchen dann, wenn wir oben einige Zentimeter Spielraum lassen, vier Horden. Die Abbildung zeigt eine fertige Horde, welche so gebaut ist, daß wir mehrere übereinander stellen könnten. A sind die Seitenrahmen aus Holz, 1 zeigt, wie sie oben ausgeschnitten werden, um bei übereinänder gestellten Horden der Luft freien Zutritt zu gewähren; 2 sind die Füße, die oben von den Seitenrahmen ungefähr 4 cm zurückstehen müssen, damit die Füße der zweiten innerhalb der Ecken der Seitenrahmen eingreifen und so den darüber gestellten Horden festen Halt geben. B ist gut verzinktes Drahtgeflecht. Die gut getrockneten Blätter, sie müssen durchschnittlich braun sein, werden mit der Hand oder im Stoßmörser zu Pulver verrieben und gut durcheinander gemengt. Die getrockneten Zweige werden kleingebrochen und unter die Blätter gemischt. Das Ganze wird in einer Kiste verwahrt und öfter durchlüftet. Im Winter wird es dann mit dem Weichfutter zusammen gefüttert. Die Zweige kännen auch ungebrochen gefüttert werden. Der Vorteil dieses„Zusatzfutters“ ist erstens der, daß fast gar keine Verdauungsstörungen bei den Kaninchen im Herbst und Frühjahr aufNeues aus Stall und Hof. Deutsche Rapskuchen sind den ausländischen bei weitem vorzuziehen, denn sie verursachen weniger Magen= und Darmentzündungen, Nierenreizungen und Verwersen, weil sie weniger giftig wirken. Auch werden Rapskuchen recht häufig durch Hederich= und Ackersenfsamen verfälscht. Solche Rapskuchen entwickeln dann beim Anfeuchten ein stechend riechendes ätherisches Senföl. Sie dürsen deshalb nur in trockenem Zustande und in geringen Mengen verfüttert werden. An giftigen Beimengungen kommen im Rapskuchen auch gelegentlich Rizinussamen vor, die in kleinen Mengen schon tödlich wirken. Gute Rapskuchen sollen gelbgrünlich aussehen und frischen, angenehmen Geruch besitzen. Aeltere Rapskuchen haden graue Farbe, und zu stark erhitzte, fettärmere, sind ganz dunkel gefärbt. Von guten Rapskuchen darf man an Milchvieh bis zu 1 kg täglich geben. Größere Mengen geben der Milch einen unangenehmen Geschmack und machen die Butter weich. Sz. Ueber Gruppenfütterung und Züchtung beim Rindvieh. Das Milchvieh sollte nach Leistungsgruppen eingeteilt und gefüttert werden, am besten von 3 bis 5, 5 bis 10, 10 bis 15 und 15 bis 20 Liter Milch und so weiter. Die erste Gruppe erhält nur das einfache Grundfutter der Wirtschaft, die nächste Gruppe eine Zulage durch besseres Heu, Seradellaheu, Kleehen, die übrigen Gruppen Kraftfutter, das möguchst in eigener Wirtschaft gewonnen worden ist, wie Hülsenfruchtschrot. Weiterhin dürfen nur die leistungsfähigen Tiere zur Nachzucht verwendet werden. Besonders muß bei der Auswahl des Bullen neben Beachtung von Gesundheit und guter Form der größte Wert auf die Ahnenleistung gelegt werden. Der Bulle darf nur aus einer milchergiebigen Familie stammen, denn der Bulle ist es, der in erster Linie die Milchergiebigkeit vererbt. Ferner muß zur Gesunderhaltung des Bestandes nicht nur das Jungvieh hart, viel in freier Luft aufgezogen werden, es sollte auch das Tuberkulose=Til= gungsverfahren planmäßig durchgeführt werden. Einem Kontrollverein sollte sich der Landwirt anbedingt anschließen und der Tätigkeit des Kontrollbeamten Interesse entgegenbringen; er könnte sonst verbummeln, wenn er sich selbst überlassen bleibt. Or. Ws. Schweine müssen ihr Futter in Form eines kalten, steifen Breies erhalten. Obgleich diese Forderung im Fragekasten oft genug behandelt worden ist, muß sie hier nochmals besprochen werden, denn die vielen Fragen darüber beweisen, daß hier noch manche Unklarheit herrscht Kleine Schweinehalter, die leider immer noch an der veralteten Suppenfütterung hängen, schaden sich dadurch am meisten, denn einmal gehen dadurch viele Nährstoffe ungenutzt durch die Tierkörper, was eine arge Futterverschwendung bedeutet, und zum anderen wird der Magen des Schweines rasch gefüllt, aber voll Wasser. Das Tier bleibt trotzdem hungrig und äußert das durch sein unruhiges Verhalten zwischen den Mahlzeiten. Das Schwein erhält zein Futter in Form eines steifen, kalten Breies. Nur säugende Schweine darf man etwas nasser füttern, weil durch die Milch dem Körper viel Flüssigkeit entzogen wird, die ersetzt werden muß. Das Wasser erhalten die Tiere vor dem Fressen, wenn möglich in einem besonderen Troge. Kalt muß der Futterbrei sein, damit das. was nicht sogleich verzehrt wird, lange unverändert bleibt. M. W. Ziegenmilch schadet den Säuglingen aicht, wenn außer ihr noch irgendeine passende Beikost, wie etwa Fruchtsaft oder Apfelsinensaft oder etwas Gemüse gegeben wird. Es war bekanntlich vor einigen Jahren vor der Darreichung von Ziegenmilch in Säuglinge gewarnt worden, weil nach deren länger dauerndem Genuß das Auftreten einer höchst gefährlichen Blutarmut beobachtet wurde. Man nahm an, daß die löslichen Fettsäuren, wie Kapron=, Kapril= und Kaprinsäure, von denen die Ziegenmilch achtmal soviel wie die Frauenmilch enthält, die eigenartige Wirkung hervorrufen können. Jetzt hat der Direktor des Instituts für Milcherzeugung der Preußischen Versuchs= und Forschungsanstalt für Milchwirtschaft Professor Or. Bünger in Kiel die Erscheinungen geklärt. Er berichtet darüber in dem von ihm verfaßten zweiten Band des höchst beachtenswerten.„Neudammer LandwirtLehrbuch"(Verlag von I. Neumann=Neudamm Nm., Preis 7 RM). Nach seinen Ermittlungen besitzt die Ziegenmilch das Vitamin C nur in sehr geringer Menge, und es machen sich dann die beobachteten Erscheinungen, die denen des Skorbuts gleichen, bemerkbar. Sie können durch ganz geringe Zusätze von grünem Gemüse, Kartoffeln, Fruchtsäften geheilt werden. Es braucht somit die Ziegenmilch nicht herabgewürdigt zu werden. Sie ist auch für Säuglinge vollkommenes Nahrungsmittel, sobald die genannten Zusätze erfolgt sind. Da es sich hierbei um die Erforschung einer für die Ziegenzucht und Volksernährung wichtigen Angelegenheit handelt, werden die Versuche fortgesetzt. Dr. Ws. Rände bei Kaninchen ist gerade keine seltene Erscheinung. Vielfach sind unreine Ställe die Ursache; in vielen Fällen liegt aber auch eine Uebertragung, also Ansteckung, vor. Ist Räude im Kaninchenbestande ausgebrochen, dann reinige man die Ställe gut und tünche alle Wände usw. gründlich mit Kalkmilch, der man Cellokresol zusetzt. Die Kaninchen selbst behandle man wie folgt: Ist Borke vorhanden, dann weiche man diese mit einer Seifenlösung, der man etwas Soda zusetzt, auf und behandle die räudigen Stellen nach dem Trocknen mit PeruLenicetsalbe. Bei einer stark nässenden Räude verwende man nebenbei auch ein Lenicet=Streupulver. Die Ohrenräude, die vielfach häufiger ist als die Hauträude, behandelt man dadurch, daß man eine Prise Schweselblüte in die Ohren streut. Es ist aber empfehlenswerk, dann mit einer Lenicetsalbe nachzuhelfen. Da Räude sehr anstechend ist, müssen die kranken Tiere isoliert werden. Kl. Neues aus Feld und Garten, Treibhaus und Blumenzimmer. Winterhafer. Vom Winterhafer ist in der landwirtschaftlichen Presse jetzt wieder die Rede. Oebonomierat Hüggelmeyer auf Hüggelhof bei Osnabrück führte ihn vor einigen Jahrzehnten aus Ungarn ein und baut ihn seitdem bei sich an. Ueber seine Winterfestigkeit wurde seinerzeit geklagt. Man hat ihn versuchsweise zwei Winter hintereinander angebaut, und beide Jahre winterte er gründlich aus, nicht ein Halm blieb stehen. Inzwischen soll jedoch seine Akklimatisation erheblich gefördert sein, so daß jetzt schon eher zu einem Anbauversuch mit ihm anzuraten ist. Er verlangt festes, somit rechtzeitig vor der Einsaat gepflügtes Land, Einsaat in der zweiten Augusthälfte, in einer Stärke von etwa 20 kg auf das Viertelhektar bei 21 cm Reihenweite, dabei muß die Saat ziemlich tief eingebracht, und deshalb nüssen die Drillschare stark belastet werden. Düngung reichlich mit Stickstoff, zur Hälfte im Herbst, den Rest im Frühjahr, die übrige Düngung wie zu Sommerhafer. Wenn der Winterhafer auch nicht unter Hederich leidet, so ist doch ein anderes Unkraut, die Hundskamille, ihm besonders nachteilig. Im übrigen bietet Winterhafer alle die Vorteile, die Wintergetreide gegenüber dem Sommergetreide besitzt, wie große Widerstandsfähigkeit gegen trockene Sommer und bessere Ausnützung der Bodenfeuchtigkeit. Bei wem der Sommerhafer in jedem Jahre unter der Maidürre leidet, dem kann zu einem versuchsweisen Anbau des Winterhafers nur geraten werden. Es wäre zu hoffen, daß, wie seinerzeit die Wintergerste und der Squarehead=Weizen, so auch der Winterhafer sich immer mehr unseren klimatischen Verhältnissen anpassen möge. Dabei ist der Winterhafer besonders nahrstoffreich, auch liefert er eine reiche Strohernte. Ws. Beim Anbau von Comfrey kein Futtermangel. Wer Comfrey an richtiger Stelle, auf frischen Boden angebaut hat, dem gewährt diese Pflanze den ganzen Sommer und Herbst hindurch Grünfutter in Menge. Andere Futtermittel können dadurch gespart werden. Rationelle Schweinehaltung, besonders Mast, wird bei Verabfolgung von Comfrey als Beifutter bedeutend verbilligt. Jungschweine sollte man in erster Linie mit diesem Futter versorgen, das die Verdauungsorgane weitet und sie dadurch zur Aufnahme und guten Verarbeitung auch voluminöseren Jutters vorbereitet. Mastschweine nehmen bekanntlich bei Grünfutterbeigaben wie Comfrey rascher als sonst zu. Comfrey wird dabei entweder lang oder grob gehäckselt und mit Schrot vermengt oder auch allein gegeben. Sz. Nur ein freistehender Obstbaum, der von allen Seiten dem Licht ausgesetzt ist, liefert hohe Erträge ausgereiften Obstes. Um mehr Licht und Luft in meinem Garten zu schaffen, habe ich vor zwei Jahren dreizehn hohe, fast vierzig Jahre alte Pflaumenbäume entfernt. Und das hat sich bei der Apfel= und Birnenernte als nur vorteilhaft erwiesen. Denn wo Bäume zu dicht im Garten st.hen, muß unbedingt Platz geschaffen werden. Dann empfiehlt es sich, die stehengebliebenen Bäume zu numerieren oder sonstwie zu bezeichnen, um deren Ertrag zu ermitteln und auf diese Weise die einträglichsten Sorten festzustellen. Auch empfiehlt es sich, kleinfrüchtige Bäume und solche, die stark unter Fusicladium leiden, allenfalls noch mit geeigneten schorffesten Sorten umzupfropfen, die guten Absatz finden und sich auch sonst für Boden und Klima eignen. W. Neues aus Haus, Rüche und Keller. Jadenziehendes Brot. Eigentlich mehr im Sommer, aber auch in den kühleren Jahreszeiten, vornehmlich, wenn plötzliche Temperaturumschläge kühleren Tagen sehr milde folgen lassen, tritt eine Krankheit des Brotes auf, die darin besteht, daß das Brot einen sehr scharfen, odlen Geruch annimmt, sich in der Krume bräunlich verfärbt, wobei diese in eine schmierige, in zähen Fäden zusammenhängende Masse übergeht. Das Brot ist ungenießbar. Man nennt die Krankheit das Fadenziehen des Brotes, und sie entsteht durch Pilze, welche schon dem Getreide und damit jedem Mehl anhaften, bald mehr, bald weniger. Müller und Bäcker streiten sich bei Auftreten dieser Krankheit darüber, wer der schuldige Teil an dieser Brotkrankheit sei. Dabei hat die Wissenschaft lange festgestellt, daß die Pilze eben überall vorhanden sind und in alle pflanzlichen Erzeugnisse gelangen, die mit dem Ackerboden in Berührung kommen, daß also an der Ursache der Brotkrankheit niemand die Schuld trägt. Der Bäcker kann nur insofern helfend eingreifen, als die Herstellung schwachsaurer Teige die Entwicklung der Fadenzieherpilze unmöglich macht. In Deutschland, wo erfreulicherweise das mit Sauerteig geführte Roggenbrot die übliche Brotnahrung darstellt, kennt man die Krankheit daher auch weniger. Nur da, wo die Bevölkerung sich nicht mit mildsaurem Roggenbrot begnügt, sondern Hefebrot haben will, wird die Krankheit öster angetroffen, und natürlich noch öfter, wo größere Weizenmehlmengen zur Herstellung eines Mischbrotes mitverwendet werden. Wird das Hefegebäck als Roggen= oder Weizenkleingebäck vertrieben, so wird es durch schnellen Verbrauch der Gefahr des Fadenziehendwerdens entzogen.lso die Bevölkerung kann sich selbst vor dieser Brotkrankheit schützen, indem sie als Großbrot das reine Roggenbrot genießt und daneben das Weizenbrot nur als Kleingebän (Semmel, Schrippen) verwendet. Pr. H. L. K. Junge Kohlrabi(einfach). 12 bis 15 Köpfcher werden geschält und in seine Scheiben geschnitten, Das zarte Kraut streift man von den Stengeln und schneidet es in dünne Streischen. Scheiber und Grünes kocht man, jedes für sich, in siedenden Salzwasser ab. Inzwischen bereitet man aus eigroß Butter oder gutem Fett mit zwei Kochlöffeln Mehl eine helle Mehlschwitze, verrührt diese mit kochendem Wasser oder leichter Brühe zu dünner Soße, würzt sie mit Salz, Pfeffer und einer Spur Muskatnuß und tocht die Kohlrabi samt dem Grünen darin völlig weich. Nach Belieben kann man zum Schluß auch einige fertiggemachte Salzkartoffeln wenige Minuten mit dem Gemüse durchkochen, dem man beim Anrichten durch einen kleinen Zusatz von Maggi's Würze den richtigen Wohlgeschmack gibt. Man kann auch das Grüne wie Spinat sein verwiegen, für sich durchdünsten und dann auf die fertigen Kohlrabi obenauf legen. M. A. Gebackene Kalbsmilch. Nachdem die Kalbsmilch kurze Zeit gewässert wurde, übergießt man sie mehrmals mit kochendem Wasser und zuletzt mit kaltem. Dann wird sie in Salzwasser weichgekocht, in dicke Scheiben geschnitten, mit Salz und Pfeffer bestreut und, nachdem man sie mit Ei und geriebener Semmel paniert hat, in Butter auf beiden Seiten zu schöner Farbe gebacken und zu feinem Gemüse gereicht. E. S. Pilze jauer einzulegen. Reizker oder Steinpilze müssen zum Einlegen noch klein und zart sein. Sie werden sauber geputzt und öfter gewaschen und dann in einem Tiegel, leicht gesalzen, nur im eigenen Saft geschmort, bis sie gar sind. Danach wäscht man sie mit heißem Wasser ab, weil sie viel Schleim haben, den sie vor dem Einlegen verlieren müssen. Man kocht Weinessig mit Estragon, Pfefferkörnern, Nelken und etwas Salz auf und gießt ihn erkaltet über die in einem Steintopf mit Zwiebelscheiben vermischten Pilze. Die Zwiebelscheiben müssen mit kochendem Wasser bebrüht werden, sehe man sie zwischen die Pilze tut. Frau A. in L. Erdbeer=Marmelade mit Johannisbeeren. An Haltbarkeit und Wohlgeschmack gewinnt Walderdbeer= Marmelade durch Hinzufügung von Johannisbeeren. Man nimmt dazu auf 1 kg Erdbeeren 250 g durch ein Haarsieb gestrichene weiße Johannisbeeren. Beide Fruchtsorten kocht man zusammen 15 Minuten und schäumt sie sorgfältig ab. Danach schüttet man vorsichtig 1 kg Zucker zu der Fruchtmasse bei stetem Rühren und läßt die Marmelade noch 15 Minuten kochen. Noch heiß füllt man sie in kleine Gläser, die man nach einigen Tagen mit Vergamentpavier verbindet. A. in L. Handelsnachrichten. Deossentunse 26. 7. 27.7 Imsterdam Brüsse! Italien London New=Vork Paris Schweiz Wien(abg.) Geld 108.36 58 40 22.865 20.399 4,202½ 16.44 80.90 59.16 26./7. Brief 168 70 .52 22.905 90.439 .210½ 16.48 91.06 59.28 ele. Geld 168.95 58,405 22.86 20,398 .202 16,435 80,91 59,15 Brief 168,69 58.525 22.90 20.488 4,210 16.475 9107 59,29 Schiffsaktien. Sorc Nordd. Lloyd Bentaktien. Barmer Pank Verl. Handelsg. Commerzbank Darmstädt. Wank Deutsche Pank Diskonto=Ges. Dresdener Bonk Reichsbonk Indubrieaktien. Schultheiß Dortmund. Union Adler Portland Adlerwerke u. G. 6 Angelo Queno J. P. Bemberg Berger Tiefbau Bergmann Elektr Verzilius Perg Bochumer Guß. Buderus Eisen Charl. Wasser Chem. v. Hevden Chem. Ind. Gels. Doimler Mot. Dessauer Gas Deutsch Luxemb Deutsch Erdöl Deutsch Mosch Dresdener Gard Dürkoppwerke Dynamit Nobe! Slek. Licht. u. Kr. Els bed. Wolle Eschweiler Berg Ess. Steinkohle Fahlberg List J. G. Fabr.=Ind. Felten& Guill. Friedrichshall Gelsenberg Sellenguß Germ. Zement Sis. el. Unterneh. Germes& Co. Siadbach Wolle Goldschmitd Götlitz Woogon 145.% 144.50 153,90 246,50 179.00 235,50 64.75 162,00 170,0 17.75 Berlin, 456.00 305,00 146,00 118.75 184.7 106,75 565,00 300,00 192,00 0 (00.0 119. 154,50 129,00 88.75 126.75 218,0 600,00 156,00 95.50 140.0 88.10 152,71 139,00 34, 0 212,0 171.35 140,00 318,50 141,00 113.0 167,% (0,00 215.50 142.75 201/2 212.00 134.75 21,00 Berliner 27. Juli. 148.00 145.75 158.87 944.25 179.25 234.00 164,50 160.75 170,00 170.87 Gotha Waggon Gruschwitz Textil Hammersen Hansa Llond Harpener Bera Hartmann Masch. Hölch Eisen Hoffmann Stärke Humbold Masch. Kabla Porz. Kali Aschersleben Karlsruh. Masch. Karstadt Klöcknerwerke Köln Neuessen Köln Rottweil Gebr. Körting Lahmener Laurabütte Linke Hoffmann Magirus Mannesm. Nöh. Mansfeld Berg Mechan. Linden Mechan Zittau Mir& Genest Mülheim Berg Ober Koks Orenstein Phönix Berg Vonas Spinnere! Reisholz Papier Rheinmetall Rheinstahl Rombacher Rütgerswerke Schuckert elektro Siemens Halske Thörl. Oel Leonbardt Tietz Ver. Dt. Nickel Ver. Glanzstoffe Wandererwerke Westd. Handel Wicking Portl. Zellstoff Waldhof# R. Westfl. Elektr. Adler Kohle Benz Motoren Kabel Rheydt Ader Kali Krügershall Deutsche Petrol. Wertpapierbörse. (Radio.) Mit 458.00 305.00 148.50 118.75 187,37 108.75 600.0 196.0 192,00 00,00 100.0 118, 0 11.50 128.50 60,00 126.1: 212.50 010.00 105,67 96,00 000,00 88,00 132.00 196,0 00.00 214,00 171,60 187,18 316.50 415,00 152,00 164, 00,00 0.00 242.00 001.0 214,00 134.75 00.00 26./7. 00.00 106.00 183.50 52.00 206,00 80.00 182.0 86,00 44.25 107.00 174.50 29.75 148.00 167.50 180.00 000.00 107,00 176.25 93.50 69,00 74,75 192.75 132,25 207,00 117,50 150,½ 164,60 99.00 136.50 125,½ 64,00 277,00 000.00 221, 1 100,00 99.50 202. 83.75 106,00 169,00 180.75 760,00 273,00 60.50 188,00 328,25 184.10 81,00 600,00 173.00 80,00 150.00 81.50 27.7. 00,00 000,%5 184,50 52.½ 208.75 30,00 175.00 86.25 44,25 67,00 180.00 65.00 160.50 167,00 176.50 000.00 107.00 175.50 96.00 68.75 00.00 189.50 132,00 292.00 000,00 151,0 165,50 98,00 135.75 125,00 63,00 278,00 00,00 219.75 00,C0 99.50 201,00 232,50 040,00 164,00 182.75 747.10 273.75 00,00 158,00 35,2 000.00 81,00 00.00 172.00 00.00 150,0 82,00 der Aufnahme des Medio=Handels, die im amtlichen Terminverkehr schon heute erfolgte, kam es im Effektengeschäft zu einer kleinen Belebung. Ausgehend von großen Anschafsungen in chemischen und Kunstseidenwerten und verschiedenen Spezialaktien war die Gesamttendenz fest, das Geschäft allerdings nach wie vor auf die von der Spekulation bevorzugten Spezialwerte beschränkt. Im Mittelpunkt des Interesses standen Farbenindustrie und im Zusammenhang damit Rheinstahl, da Gerüchte über bedeutsame internationale Abmachungen in der Kohleverflüssigungsfrage das spekulative Interesse erneut besonders auf die Farbenaktien lenkte. Als Anregung dienten ferner die erfreulichen Nachrichten über weitere Arbeitsmarktentlastungen und die befriedigende Gestaltung für kurzfristige Gelder. Den Reichsbankausweis kommentiert man ebenfalls in befriedigender Weise. Für Tagesgeld wurde ein Kurs von—6 Prozent, für Monatsgeld von—9 Prozent genannt. Die Prolongation war im allgemeinen beendet. Im Devisenverkehr schwächte sich der Dollar nach der gestrigen Befestigung leicht ab und notierte in Berlin 4,255. Das englische Pfund konnte sich wiederum mäßig befestigen. Der Franken wurde auf der Basis des Vortagskurses eher etwas günstiger genannt. Im einzelnen wurden von Kunstseidenwerten Bemberg in Erwartung eines Bezugsrechtes und auf die vorteilhaften Absatznachrichten über 15 Proz. auf 609 Prozent gesteigert. Vereinigte Glanzstoff gewannen ebenfalls 11,50 Prozent. Zellstoff Waldhof hatten einen großen Markt und setzten bei großen Käufen bereits 14 Prozent höher ein. Als weitere savorisierte Papiere wurden Dessauer Gas, Schultheiß und Ostwerke in großen Posten bei 5= bis 7prozentigen Gewinnen gehandelt. Montanaktien waren ruhig, aber gut behauptet. Elektrowerte hatten durchweg festere Kurse. Gesfürel gewannen 3,50, Siemens 3, Schuckert 4 Prozent. Tietz büßten von ihrer letzten Steigerung 4 Prozent ein. Von Maschinenfabriken büßten Körting 5,50 und Löwe infolge Gewinnmitnahmen 3,50 Prozent ein. Von Waggonfabriken hatten Busch einen Verlust von 5,25 Prozent aufzuweisen. Bankaktien wenig verändert, nur Braubank und Bank elektr. Werte 3,50 bis 4,50 Prozent niedriger. Schiffahrtsaktien freundlich und bis 2,50 Prozent höher. Heimische Staatsrenten lustlos, Auslandsrenten geteilt. Nach Festsetzung der ersten Kurse hielt das Interesse für die genannten Spezialwerte an, die unter leichten Schwankungen ihren erhöhten Stand behaupten konnten. Der Eingang der Publikumsaufträge war außerordentlich gering. Im weiteren Verlauf der Börse wurde die freundliche Stimmung wieder durch Besorgnisse eingedämmt, die über den Geldmarkt auftauchten. Tagesgeldofferten wurden im Verlauf der Mittagsstunden wesentlich geringer angeboten. Gleichzeitig kam ein starkes Wechselangebot heraus, sodaß die Absicht bestand, den Privatdiskontsatz zu erhöhen. Der Satz kam aber schließlich mit 5,75 Prozent zustande, doch rechnet man für morgen mit einer Heraufsetzung. Die Tagesspekulation wurde auf die Versteifung am Geldmarkt zu Gewinnmitnahmen und Positionslösungen veranlaßt, denen sich auch das Publikum anschloß. Die großen Anfangsgewinne von einzelnen Werten gingen verloren. Farbenindustrie 317,5 nach 320, Verein. Glanzstoffe 751 nach 764,5. in den Kassakursen kamen allgemein sehr viel Werte heraus, vermutlich zu Geldbeschaffungen für den Ultimo, für den heute der letzte Termin war. Privatdiskont kurze und lange Sicht 5,75 Prozent. Die Börse schloß etwas fester, An der Nachbörse hörte man gegen 2,30 Uhr Verein. Glanzstoff 750 nach 745, Bemberg 595 nach 598, Schultheiß 465, Ostwerke 440, Rheinstahl 270,75, Farben 317,5, Dessauer Gas 213, Siemens 183,5, Danatbank 234, Hapag 145, Nordd. Lloyd 144. Baumwollnotierungen Livespool, 27. Juli.(Radio.) Eröffnung Juli 9,83—0,00, Oktober.95—.97, Dezember.00—00), Januar 10,10—10,11, Rärz 10,17—0,00, Mai 10,23—.0,00. Tendenz billig. Die Veiztell Tase des Rabvcrkaufs Donnerstag, Freitag. 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