I. Schrggne Dienstag, den 1. Februar 1927 Nr. 25 Tageblatt für das westliche Münsterland Erscheint wöchentlich 6 mal. Täglich 8 Seiten. Publikationsorgan des Stadtkreises Bocholt, des Landratsamtes und des Einanzamtes Vorken und der Amter Rhede, Dingden und Liedem=Werth. Verantwortlich für den allgem. Tell Hermann Büssing, Socholt, für den Angeigenteil Richand Sagg, Bochokt. Anzeigenpreis: Der 87 mm breite, 1 mm hohe Raum kostet im Verbreitungsgebiet: Fomilien= und kleine Anzeigen 6 Pfg., für Geschäfts=, Vergnügunge= und Vereins=Anzeigen 7 Pig., für behördliche und amtliche nicht Barzahlung Schluß der Anzeigen: Annahpe:“ Geschäftsstelle und Redaktion: Bocholt, Osterstraße 21. Vertreter in Rhede: Vernhard Essing. Hohestraße, in Werth: Th Parras, in Dingden: Wilh. Wiedenbrück, in Anholt: Robert Etzbach, in Suderwick: Tersteage=Hövener, in Vorten: Joh. Bläser.— Rotationsdruck: Druckerei Srenzwarte(Mayland& Büssing), Bocholt. Durch Boten monatl. 1,80 Mk., von der Geschäftostelle abgeholt wöchentlich.49 Mt., Einzelpreis.10 M. Ferneuf 391. Draht=Adresse: Erenzwarte Bocholt. Postscheckkonte Dortmund No. 21 770. Vor Bengung der iehten Tchuietigtenen. Die neue Regierung ist noch nicht vollständig. Der Reichspräsident hat Sonnabend die im neuen Kabinett verbleibenden alten Minister in ihren Aemtern bestätigt und die vom Reichskanzler Marx vorgeschlagenen neuen Minister ernannt— bis auf den Abg. Eraef=Thüringen, gegen den vom Zentrum und der (Deutschen Volkspartei Bedenken geltend gemacht worden waren. Die Nichternnung Graefs zum Justizminister hat zu verschie(denen Kombinaionen Anlaß gegeben. Die„Frankfurter Zeitung“, die„Vossische Zeitung“, die„Rheinisch Westfälische Zeitung" behaupten, der Reichspräsident habe die Ernennung des Abg. Graef zum Justizminister verweigert, weil Graef seinerzeit nach seiner Wahl zum Vizepräsidenten des Reichstages sich geweigert habe, Ebert den üblichen Besuch zu machen. Die „Frankfurter Zeitung“ rühmt in diesem Zusammenhang den Takt des gegenwärtigen Reichspräsidenten. Von anderer Seite wurde dieser Darstellung widersprochen. Heute wird von den (Deutschnationalen folgendes verbreitet:„Von zuständiger Seite ist bereits am Sonnabend die Darstellung als ob der Reichspräsident den Vizeprästdenten des Reichstages Graef aus persönlichen Gründen abgelehnt habe, als unrichtig bezeichnet worden. Das Dementi trifft in gleicher Weise auch die Behauptung der„Possischen Zeitung“ Nr. 50 vom 30. Januar, als ob ein Zusammenstoß zwischen dem Reichspräsidenten und dem Grafen Westarp stattgefunden und als habe der Reichspräsident abgetehnt, die deutischnationalen Führer noch einm#l## empfan. gen. Beides ist absolut unvichtig. Neben dem Justizministerium ist auch das Ministevium des Innern noch unbesetz, da die Deutschnationalen noch keine Persönlichkeit hierfür namhaft gemacht haben. Sie hatten zuerst die Absicht, dieses Ministerium in die Hand des Abg. Hergt zu legen.-Nach der Nichternennung des Abg. Graef zum Justizminister scheinen die Deutschnationalen aber zu beabsichtigen, Hergt an seine Stelle treten zu lassen und den Abg. LindeinerWildau das Innenministerium anzuvertrauen. Man darf annehmen, daß die letzten Schwierigkoiten im Laufe des heutigen Tages beseitigt werden. Berlin, 31. Jan.(Radio.) Im Lause des gestrigen Sonntags haben über die Beilegung der Differenzen in der Personenfrage keine weiteren Besprechungen stattgefunden. Eine Klärung in dieser Fräge wird vorsau sichtlich die heutige Sitzung der Deutschnationalen bringen. Der Vorstand der Deutschnationalen Volkspartei tagt seit heute vormittag 11 Uhr. Er wird die Vorbereitungen für die heute nachmittag 5 Uhr einberusene Fraktionssitzung treffen, auf der maßgebende Beschlüsse gefaßt werden dürften. Die Entscheidung über die Besetzung der beiden noch freien den Deuschnationalen aber bereits fest übergebenen Ministersessel liegt lediglich bei der Deutschnationalen Fraktion. Die anderen Fraktionen halten aus diesem Grunde beute keine Beratungen ab. Ob die Deutschnationalen für das Innere von Lindeiner=Wildau und für die Justiz Hergt vorschlagen werden, ist schwer zu sagen. Da der Reichspräsident den Wunsch geäußert hat, eine weitere Verschleppung der Kvise über heute hinaus zu vermeiden, nimmt man in parlamentarischen Kreisen mit Bestimmtheit an, daß heute noch die letzten Schwierigkeiten für die endgültige Kabinettsbildung überwunden werden. Die Deutsche Volkspartei beabsichtigt mit einer Kundgebung an die Oeffentlichkeit zu treten, die aber erst nach der Regierungsbildung herausgegeben werden soll. Sie will insbesondere in dieser Kundgebung den Brief, den der Reichspräsiden an den Fraktionsvorsitzenden Dr. Scholz gerichtet hat, veröffentlichen. Lonbon zur deutschen Reaterungsbülbung. London, 31. Jan.(Radio.) Die Entwicklung der deutschen Regierungskrise wird hier mit regem Interesse verfolgt. Die Nichtbestätigung zweier deutschnationaler Minister durch den Reichspräsidenten wird insofern begrüßt, als sie der Behauptung entgegensteht, daß Hindenbueg in letzter Zeit zu sehr den Wünschen der Chauvinisten in Deutschland entgegen gekommen sei. Der Masrider„A. B..“ über die neue Seschensbered Madeid, 31. Jon.(Radio.) Bei Besprechung der neuen deutschen Rogierung stellt der„A. V..“ fest, daß sie außenpolitisch den bisherigen Kurs boibehalten werde, da Stresemanns Polstik die einzig mögliche und vernünfige soi. Frankreich werde sich mi einer nationalen deutschen Regierung ebenso abinden, wie mit der Rückehr des Kronprinzen und der Wahl Zendechunge. Das neue Kabinett im Spiegel der franzostschen Presse. Paris, 30. Jan. Die in der Bildung der Reichsregierung eingstrotene Wendung hat hier nicht wenig überrascht. Die Rechte erblichk in der Ablehnung des Ministers Graef durch Hindenburg einen Veweis für das zie##ewußte Vorgeben des Prüsidenten. Die Linke hingegen spricht von einem Konslikt zwischen Hindenburg und den Deutschnationalen. Im allgemeinen ist man sich darüber einig, daß es sich nur um die letzen Schwierigkeiten der Kabinettsbildung handele und daß das Zustrndekommen einet Rechtsendisung nicht zu bezweiseln kei. Das„Echo de Paris“ schreibt, daß Hindenburg, der sich aktiv an der Lösung der Negierungskrise beteiligt habe, sein Volk kenne und es zu behandeln verstehe. Der offiziöse„Petit Parifien" erklärt, daß es nur der energischen Haltung Hindenburgs zu verdanken sei, daß die Ministerliste gestern abend veröffentlicht worden sei. Der reaktionäre„Avenir“ und die nationalistische„Liberte“ überschreiben ihre Artikel zu der deutschen Regierungsbildung:„Ein Präsident, der regiert.“ Es heißt dann weiter, Deutschland sieht die feste Hand und will das Bewußtsein haben, geführt zu werden, wie die„Liberte" sich ausdrückt„Präsident Hindenburg erfüllt auf Grund der deutschen Verfassung diesen Wunsch des deutschen Volkes mit großer Geschicklichkeit., Nachdem er Dr. Marx zuerst zur Regierungsbildung vergnlaßt hat, ermahnt er die Deutschnationalen zur DisPolin. Vor der Entscheibung der Votschasterkonserenz über die Restpunkte. Paris, 31. Jan.(Radio.) Das dem französischen Generalstab nahestehende„Echo de Paris“ will wissen, daß die deutschen Unterhändler in ihren Verhandlungen mit dem Versaiger Militärkomitee sich schließlich einverstanden erklärt hätten, etwa 20 betonierte Unterstände bei Königsberg zu zerstören. Sie hätten sich jedoch geweigert, das System der Befestigung selbst zu ändern. Gerade durch die Zerstörung einiger etwa 10 bis 15 Kilometer südlich von Königsberg liegenden Unterständen aber, soll die Bedeutung der Befestigung selbst vermindert werden. Die nach Ansicht des Blattes angeblich zur Sicherung der Verbindung der deutschen Armee mit der russischen dienen soll(!). Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den deutschen Unterhändlern und dem Versailler Militärkomitee hätten sich somit auf diesen Punkt konzentriert. Auf jeden Fall werde heute um Mitternacht, und das ist der größte Schmerz des Blattes, die Interalliierte Militärkontrollkommission aufgehört haben, zu bestehen. Der„Matin" erwartet, daß die Botschafterkonferenz in ihrer heutigen Sitzung endgültig mit dem deutschen Abrüstungsproblem aufräumen und ungeachtet des Ausganges der heutigen Besprechungen ihre Auffassung bekannt werde. Parts, 31. Jan.(Radio) Die Botschafterkonferenz ist heute vormittag zusammengetreten. Nach Schluß der Sitzung wurde erklärt, daß sich die Konferenz mit laufenden Angelegenheiten beschäftigte, nicht aber mit dem deutschen Abrüstungsproblem. Das Militärkomitee tritt erst am Nachmittag zusammen. Kurz nach Beendigung dieser Sitzung ist eine Besprechung der Botschafterkonferenz anberaumt. Die Mittagspresse spricht die Hoffnung aus, daß zur Erledigung der restlichen Meinungsverschiedenheiten die Reichsregierung noch wetteres Entgegenkommen zeigen werde, um einen Abschluß der Verhandlungen zu dem festgesetzten Termin, dem 31. Januar, zu ermöglichen. Die Ostbefestigungen vor dem Kabtnettsrat Berlin, 31. Jan.(Radio) Wie die T. U. ergänzend erfährt, galt die heutige erste Kabinettssitzung der neuen Regierung in erster Linie der Konstituierung. Des weiteren beschäftigte sich das Kabinett mit der Entwaffnungsfrage, und zwar lediglich mit der Frage der Ostbefestigungen, während die der Kriegsgeräteausfuhr bereits erledigt ist. Das Kabinett wird zu den von der Gegenseite noch vorliegenden Vorschlägen Stellung nehmen. Von der heutigen Sitzung wird es abhängen, ob das Kabinett nunmehr die Frage der Ostbefestigungen als bereinigt ansieht, oder ob diese Frage dem Haager Schiedsgericht unterbreitet werden soll. Unabhängig davon hört jedoch heute nacht um 12 Uhr die Berliner Interalltierte Militärkontrollkommission auf, zu bestehen. Um die Rückgabe der britischen Konzession in China. London, 31. Jan.(Radio.) Wie dem„Daily Telegraph“ aus Peking berichet wird, erwartet man die Veröffentlichung der neuen britischen Vorschläge über die Rückgabe der britischen Konzessionen in China in Kürze. Man nimmt an, daß die Vorschläge, die sich auf alle chinesischen Städte mit rein brivischen Konzessionen beziehen sollen, die Uebergabe der administrativen und juristischen Rechte in den Konzessiohen einschließen werde, daß aber eine chinestsch=ausländische Verwaltung gebildet werden wird, die auch die Polizei kontrollieren soll. Das Maß der Beteiligung an der Verwaltung soll nach der Nähe der bezahlten Steuern unberücksichtigt der Nationalität bestimmt werden. Nach dieser Lesart wird Schanghai als nationale Niederlassung nicht von England kontrolliert. Tschangtsolin soll von den brivischen Vorschlägen sehr enttäuscht sein. Er soll gedroht haben, seine Armeen nach der Mandschurei zurückzuziehen. 3. M. 8. K. Gibt es für das Scheiden der Interakliierten Militärkontrollkommission ein passenderes Motto alls das kleine Verslein...„aber dein Scheiden macht, daß mir das Herze lacht"? Denn wer würde es nicht begrüßen, daß nun der Schlußstrich unter eins der unerfreulichsten und schwierigsten Kapitel der Geschichte der Nachkriegszeit gezogen wird. Nahezu sieben Jahre hut die I. M. K. K. in Deutschland gewirkt und dafür sorgt, daß die ungeheuerlichen Bestimmungen des Du#les 5 des Verfailler Friedensvertrages erfüllt wurden. In ihrer Blütezeit hat diese Kommission über 2800 Köpfe, darunter allein 300—400 Offiziere, gegählt, während zuletzt allerdings nur noch 35 Offiziere und etton 100 Mann zur Kommission rechneten. Sie hat in den sieben Jahren ihrer Tätigkeit nicht wertiger alz 33381 Kontrollbesuche durchgeführt, wobei zu berücksichtigen ist, daß durch den Ruhrkampf eine Unterbrechung in der Tätigkeit der Kontrollkommission eintrat, so ergibt sich auf die eigentlichen Kontrollmonnte umgerechnet, daß die Kommission pro Tag 28 Befuche durchführte; wurden von ihr doch einzelne briken, die früher Wassen hergestellt hatten und umgestellt werden mußten, nicht weniger als 400 mal kontrolliert. Es spricht für die Duldsamkeit sund Diszipliniertheit des deutschen Volkes, daß trotz dieser außerordentlich zahlreichen Besuche nur wenig größere Zwischenfälle, wie Ingolstadt, Passau und Stettin, zu verzeichnen waren. Daß eine solche Kommission nicht ganz billig arbeitet, liegt auf der Hand, und tatfächlich hat die Kommission dem Reich bis zum Inkrafttreten des Dawesplanes, d. h. 1. September 1924, rund 38,7 Millionen Goldmark gekostet, während mit dem Inkrafttreten des Dawesplanes diese Ausgaben aus den Jahresleistungen bestritten werden mußten, wobei in den Verteilungsplan als Kosten für die Kommission acht Millionen eingesetzt wurden. Mit welchen Truckmitteln die Alltierten zunächst arbeiteten, um die Erfüllung der im Friedensvertrag vorgesehenen Entwaffnungsbedingungen durchzuführen, ergibt sich aus dem Protokoll der Konferenz zu Spa vom 9. Juli 1920, in dem u. a. damit gedroht wird, daß, wenn Deutschland die Bestimmungen nicht, getreulich durchführe, die Alltierten zur Besetzung eines neuen Teiles deutschen Gebietes—„sei en das Ruhrgebietes oder eines anderen Gebietes"— schreiten und dies nicht eher räumen würden, als bis alle Bedingungen erfüllt seien. Die Bilanz, die die I. M. K. K. im Herbst 1923 ziehen konnte, zeigte, woie sehr Deutschland sich um die Erfüllung der Entwaffnungsbedingungen bemüht hatte; waren doch bis zu diesem Termin abgeliefert 54887 Geschütze und Nohre, 28003 Lafetten, 28 469 Minenwerfer und Rohre, rund 39 Millionen geladene Artilleriegeschosse, 332.000 ungeladene Geschosse, 37600 Tonnen Pulver, 59 Millionen scharfe Zünder, 22 Tonnen leere Kartuschen u. Patronenhülsen, sechs Millionen Handfeuerwaffen, 472 Millionen Schußhandtcafsenmunition, 16½ Millionen Hand= und Gewehrgranaten, 105 500 Maschinengewehre, 14014 Flugzeuge, 27757 Jlugzeugmotore. Trotz dieser ungeheuerlichen Leistungen, die in der Weltgeschichte einzig dastehen, war die Gegenseite keineswegs befriedigt. Es folgte im Sommer 1924 der Notenwechsek, in dem die Alliierten die Durchführung einer Genecalinspektion forderten, eine Forderung, die nach mancherlei Einwendungen von Deutschland zugestanden wurde. Diese Generalinspektion nahm am 8. September 1924 ihren Anfang und währte bis zum 25. Januar 1925. Aus ihrem Ergebnis leiteten die Alktierten das Recht her, die Räumung der Kölner Zone hinauszuschieben. Nachdem die Gegenseite zunächst in einer Note vom 5. Januar 1925 in Kürze verschiedene angebliche Verstöße Deutschlands gegen die Entwaffnungsbestimmungen zur Kenntnis der Reichsregierung gebracht hatte, folgte am 4. Juni 1925 die bekannte umfangreiche sogenannte Restpunktnote, in der alle jene angeblichen Verstöße gegen die Entwaffnungsbestimmungen aufgeführt wurden, wobei u. a. — es sei das nur angeführt, um die kleinliche Art der Schikane zu zeigen— festgestellt wurde, daß mehr Platzpatronen vorhanden seien, als die I. M. K. K. zugebilligt habe, daß auch die Bestände an Huseisen und Mater al. für Hurbeschlag die ###nve Abersteigen, daß einzelne Truppenteile unerlanbte Tragtierausrüstungen besäßen usw. Die langwierigen und teilweise außerordentlich schwierigen Verhandlungen, der umfangreiche Notenwechsel, der diesen Kampf um die Räumung der Kölner Zone begleitete, ist noch frisch in Erinnerung. Immer wieder hat dann die Interalliierte Militärkontroll= kommission irgendwelche„Entdeckungen“ gemacht, immer wieder wurden neue Forderungen gestellt, und trotz: Locarno und Thoiry arbeitete die Kommission, die der Volksmund längst Schnüffelkommission getauft hatte, in Deutschland weiter. Erst bei den Verhandlungen in Genf im Dezember vorigen Jahres gelang es, nachdem eine Einigung über die Auslegung des sogenannten Investigationsparagraphen des Friedensvertrages erzielt war, die so oft in Aussicht gestellte, aber nie erfolgte Zurückziehung der Interalltierten Militärkontrollkommission zum 31. Januar durchzusetzen. Die auch jetzt noch unerledigten Restpunkte, nämlich die Fragen der Ausfuhr von Kriegsmaterial und der deutschen Ostfestungen, ten, wenn bis zur Abberufung der I. M. K. K. keine Einigung erzielt werden würde, vor den Völkerbundsrat gebracht werden. Wenn nicht alles täuscht, dürfte aber auch in diesen beiden Fragen noch in der letzten Minute ein Kompromiß zustande kommen, nachdem Ddie Frage der Ausfuhr von Kriegsmaterial bereits als nedigt gelten kann. Damit erreicht das trübe Kapitel Entwaffnung seinen Abschluß, wobei daran erinnert werden muß, daß, nach dem einleitenden Satz des fünften Teiles des Friedensvertrages die deutsche Entwaffnung den Anfang einer allgemeinen Beschränkung der Rüstungen aller Nationen ermöglichen soll, ein Satz, den man auf der Gegenseite nie oder äußerst unwillig zitiert, und ihn in die Praxis umzusetzen, sich auf das energischste weigert. Das Reichsfinanzministerium zu dem Arteil des Haager Auslegungsschiebsschiessgerichtes. Berlin, 31. Jan. Das Reichsfinanzministerium teilt zu dem Urteil des Haager Auslegungs=Schiedsgerichtes im Neun=Milliardenstreit mit: Das Auslegungsschiedsgericht im Haag hat bei der Fällung seines letzten Schiedespruches geglaubt, mit jeder Prüfung über den Wortlaut des Sachverständigengutachtens hinaus seine Zuständigkeit zu überschreiten. Demgemäß hat er auch in der Einleitung seiner Entscheidung ausdrücklich ausgesprochen, daß etwaige unerwünschte Folgen seines Spruches hätten unberücksichtigt bleiben müssen. Infolgedessen sind auch die starken wirtschaftlichen Gründe, die Deutschland neben den Rechtsgründen aus dem Sachverständigenplan, dem Versailler Vertrag und dem allgemeinen Völkerrecht sowohl in seinen Scheiftsätzen wie auch in dem Plädoyer seines Vertreters zur Geltung zu bringen gesucht hat, von dem Gericht nicht beachtet worden. Damit muß sich die unterliegende Partei, so schmerzlich es sein mag, abfinden. In jedem Falle stellt der ergangene Spruch eine schwere Enttäuschung für die große Zahl der von ihm Betroffenen dar. Sache der Negierung wird es sein, sorgsam zu prüfen, in wieweit eine Milderung dieses für unsere Geschädigten so schweren Spruches durch Beschreiten des Rechtsweges erreicht werden kann, den das Urteil noch offen läßt, nämlich dadurch, daß die Liquidationserlöse deutschen Vermögens, die nach dem 1. September 1924 Deutschland gutgeschrieben worden sind oder werden, von den Annuitäten abgezogen werden. Der abgezogene Betrag würde alsdann für Entschädigungen zur Verfügung der deutschen Regierung stehen. Die Rechtslage für die Geschädigten stellt sich zurzeit, wie ergänzend mitgeteilt werden kann, wie folgt dar: Deutschland hat im Versailler Vertrag lediglich gegenüber den Alliierten und Assoztierten zu Entschädigungen verpflichtet. Die deutschen Geschädigten hatten also aus dem Versailler Vertrag keinen Verpflichtungsanspruch. Ihre Forderungen wurden nach geltemdem Recht durch die Kriegsschädenverordnung und die darin erlassene Nachentschädigung und Wiederaufbaudarlehns=Richtlinien berücksichtigt. Ob das Reich darüber hinaus von sich aus weitere Entschädigungen leisten kann, ist eine Frage finanzieller und grundsätzlicher politischer Bedeutung, mit der sich erst das neue Kabinett besassen muß. Die auf Grund der bestehenden Bestimmungen des Reiches bereits geleisteten Ligidation und Gewaltschäden betragen unter Unrechnung der Vorleistungen zurzeit mehr als eine Milliarde Mark. Kleine politische Der Barmat=Prozeß. Berlin, 31. Jan.(Radio.) In der heutigen Verhandlung des Barmatprozesses stellt der Vorsitzende unter Beihilfe des Sachverständigen Zeugen Dr. Selckmann fest, daß die„Chromo“ seinerzeit mit 750000 Mark ins Handelsregister eingetragen worden ist. Am 1. Januar 1924 belief sich das eigene Kapital noch auf 503 200 Goldmark. Am 19. Januar 1923 hat Julius Barmat die„Chromo“ für etwa 200 000 holländische Gulden gekauft. Krupp=Anleihe ausverkauft. Berlin, 31. Jan.(Radio.) V. 3. Wie wir erfahren, mußte die heute vormittag eröffnete Zeichnung auf die deutsche 45=Millionen=Tranche der 6prozentigen Krupp=Anleihe infolge starker Ueberzeichnung sofort wieder geschlossen werden. Allein an Stücken mit 6monatlicher Sperre, die bevorzugt gehandelt werden sollen, wurde ein vielfaches der zur Verfügung stehenden Samme angefordert. Die jugoslawische Regierungsbildung. Belgrad, 31. Jan.(Nadio.) Der König hat gestern kurz vor Mitternacht=Uzunowitsch mit der Bildung der neuen Regierung betraut. Obwohl Uzunowitsch gestern lange mit dem Führer der Demokratischen Partei unterhandelte, glaubt man nicht, daß eine Koalition mit den Demokraten zustandekommt. Die Verhandlungen dürften im Laufe des heutigen Tages noch nicht abgeschlossen werden. Morgen Parlamentseröffnung in England. Londen, 31. Jan.(Radio.) Morgen wird der König das arlament eröffnen. An dem Festakt wird mit Ausnahme des Luftfahrtministers, der in Indien weilt, das ganze Kabinett teilnehmen. Rücktritt des persischen Kabinetts. London, 31. Jan.(Radio.) Meldungen aus Teheran zufolge ist das persische Kabinett zurückgetreten. Als Grund des Rücktrittes sind die fehlgeschlagenen Bemühungen einen Handelsvertrag mit Sowjetrußland abzuschließen anzusehen. Neue Truppentransporte nach China. London, 31. Jan.(Radio.) Zweit weitere britische Truppentransportschiffe mit dem größten Teil der 13. InfanterieBrigade an Bord haben Sonntag nahr Lonoon inn der westimmung nach China verlassen. Drei weitere amerikanische Kreuzer nach China? London, 31. Jan.(Jadio.) Nach Meldungen auch Washington sind gestern drei amerikanische Kreuzer nach Honolulu beordert worden. Man nimmt an, daß sie in den chinesischen Gewässern verwendet werden sollen. Rußlands Furcht vor einem englischen Augriff. London, 31. Jan.(Radio.) Wie aus Riga berichtet wird, erklärte der russische Kriegskommissar auf der allrussischen Konferenz für Luftfahrt und chemische Organisation, es sei dringend nötig, durchgreifende militärische Maßnahmen zu treffen, da viele Tatsachen darauf hinwiesen, daß die britischen Imperialisten durch Vermittlung der baltischen Staaten einen Angriff gegen Rußland organisierten. Die Beratung der Anleihebill im amerikanischen Senat erheblich verzögert. New York, 31. Jan.(Radio.) Da der Senat bis zu seinem Auseinandergehen am 4. März noch sehr viele Vorlagen zu erledigen hat, rechnet man in Senatskreisen mit der Möglichkeit, daß die Anleihebill in dieser Saison nicht mehr zur Annahme gelangt. Unpolitische Ein Ehepaar von einer Einbrecherbande erdrosselt. Berlin, 31. Jan.(Radio.) B. 3. In Sommerfeld Bezirk Frankfurt a.., wurde in der heutigen Nacht das Ehepaar Tschenker in seiner am Geschäftslokal liegenden Wohnung ermordet und beraubt. Als Täter kommen mehrere junge Leute in Frage, die mit Paketen bepackt mit einem Morgenzuge vom Bahnhof Sommerfeld abgefahren sind. Irrtümlich erschossen. Salzburg, 29. Jan.(Telunion.) Im Forsthaus Weißenbach wurde ein Forstzögling, der in späer Abendstunde vor dem Fenster der Enkelin des Försters fensterlte, von dem Förster erschossen, da dieser in dem jungen Mann einen Einbrecher vermutete. Schwerer Zusammenstoß an der österreichisch=ungarischen Grenze. Wien, 31. Jan.(Radio.) Gestern ist es in Schattendorf an der burgenländischen=ungarischen Grenze zu einer Schießerei zwischen Frontkämpfern und sozialdemokratischen Schutzbündlern gekommen. Zwei Tote, darunter ein 8jähriges Kind und 15 Schwerverletzte sind zu beklagen. Todesurteil gegen den Nockendorfer Massenmörder. Prag, 29. Jan.(Telunion.) Der Rockendorfer Mörder Sandtner ist heute zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Ein schreckliches Eifersuchtsdrama. 31. Jan.(Radio.) In Vordeaux erschoß ein Landwirt, der im besten Rufe stand, die Frau seines Freundes, die ihn abgewiesen hatte, deren Mann und dessen Mutter. Er tötete sich sodann selbst. Ein norwedischer Dampfer in Seenot. London, 31. Jan.(Radio.) Der norwegische 4700 To.Dampfer„Storviken“, der sich auf dem Wege von Kopenhagen nach Boston befindet, ist in einen heftigen Sturm geraten, der sieben Tage andauerte. Der Kampf mit dem hohen Seegang war derart groß, daß das Steuer unbrauchbar wurde. Das Schiff befindet sich 300 Meilen westlich Queenstown in schwer beschädigtem Zustande. Schiffszusammenstoß an der amerikanischen Ostküste. New York, 31. Jan.(Radio.) Im dichten Nebel, der geenwärtig an der ganzen Ostküste Nordamerikas herrscht, rammte der 6000=To.=Frachtdampfer„Annaconda“ am Sonnabend abend unweit der Nantucket=Insel den White=Star=Dampfer„Celtic“, der sich auf der Fahrt von New York nach Boston befand. Die „Celtic“ wurde über der Wasserlinie erheblich beschädigt. Ein großes Unglück wurde nur durch die Geistegegenwart des Kapitäns der„Annaconda“ verhindert, der im Augenblick der Gefahr beidrehte. Der Zusammenstoß löste eine große Panik unter den 25 Passagieren der„Celtic“ aus, von denen jedoch niemand verletzt wurde. Beide Schiffe konnten ihre Fahrt mit herabgesetzter Geschwindigkeit fortsetzen. Die„Celtic“ mußte nach ihrer Ankunft in Boston sofort ins Dock gehen. 35 Personen bei einem Eisenbahnunglück verletzt. New York, 31. Jan.(Radio.) In der Nähe von New York stießen zwei Züge zusammen. 35 Personen wurden verletzt. Die meisten von ihnen waren Studenten, die einen Ausflug nach New York gemacht hatten. Ein Massenmörder in Amerika. New York, 31. Jan.(Radio.) In Wisconsin ermordete ein gewisser Coffey, dessen erste Frau mit drei Kindern in einem anderen Orte lebt, seine zweite Frau. Die Untersuchungsbehörde nimmt an, daß der Mörder nacheinander noch mehrere andere Frauen geheiratet hat, die er dann umgebracht hat. Bocholt uns Umgegens Bocholt, den 1. Februar 1927. :: Verteilung von Edelreisern. Wie in den Vorjahren, soll auch in diesem Frühjahr die Verteilung von Edelreisern bewährter Obstsorten unentgeltlich an die Landwirte und Obstbaubesitzer des Kreises vorgenommen werden. Nur durch die Ernte größerer Obstmengen bewährter und vom Abnehmer bevorzugter Sorten ist eine Ertragssteigerung in den Obstanlagen möglich. In allen Obstanlagen und Gärten finden sich neben Bäumen mit kleinen, unansehnlichen, stets fleckigen und verkrüppelten Früchten, auch krebsempfindliche, die aber in den unteren Kronenteilen noch gesund sind; weiter auch zahlreiche Bäume, deren Früchte infolge verschiedener Reijezeit in zu vielen Sorten schwer verkäuflich sind und den Anbau nicht lohnen. Um diese minderwertigen Sorten in sonst gesunden Räumen auszumerzen und die Obsterträge einheimischen Obstes zu steigern, ist die Umveredelung mit reichtragenden, gefunden Obstsorten das einzige Mittel. Es stehen als Edelreiser die folgenden Sorten zur Verfügung in Aepfel für sandige Böden: Weißer Klarapfel(früh). Landsberger Renette, Rote Sternrenette, Jakod Lebel und Schöner von Boskoop, für Lehmböden außerdem die Graue Herbsrenette und Roter Vellefleur; in Birnen: Sparbirne und Glapps Liebling(früh), Köstliche von Charnau und Neue Poiteuau. In Steinobst ist nur nur Hauszwetsche und Königin Viktoria verfügbar. Kirschen fehlen ganz. Für Zwergobst stehen sehr gute reichtragende, frühe und späte Aepel= und Birnensorten zur Verfügung. Die Bestellung der Edelreiser muß bis spätestens 14. Februar 1927 bei den Orsbehörden eingehen: hierbei ist anzugeben, wieviel Veredlungsreiser zu je 3 Knospen gewünscht werden. Soweit nicht in besonderen Kursen, die im April in den verschiedenen Teilen des Kreises unentgeltlich vom Kreisbauinspektor abgehalten werden, die Veredlungsarbeiten naraeführt werden, stehen in jeden Bezirk geübte Kreisobstdaumwärter## die Ausführung der Veredlungsarbeiten; aber auch für jede ane dere Arbeit zur Verfügung. X Die öffentlichen Geldinstitute der Provinz Wostfalen im Monat Dezember 1926. 1. Spareinlagen der westsälischen Sparkassen. Im Monat Dezember 1926 stiegen die Spareinlagen bei den westfälischen Sparkassen um 11 Millionen auf 334 Millionen RM. Die Zinsengutschriften für 1926 sind in dieser Summe nicht einbegriffen. Die Giro=, Scheck= und Kontokorrent=Einlagen erfuhren eine Abnahme von.6 Millionen Mark. Der Gesamt=Einlagenbestand ausschließlich Jahreszinsen beläuft sich auf 422 Millionen RM. An Sparbüchern wurden im Dezember ca. 21000 ausgegeben. 2. Die Landesbank in Münster i. Westfalen hat sich im verganenen Jahre gut entwickelt. Es konnten über 45 Millionen Mark langfristige Bilgungsdarlehen an westfälische Kommunen und Kommunalverbände gewährt werden einschließlich der Auslandsanleihe von 17 Millionen Mark. Das finanzielle Jahresergebnis ist günstig gewesen. Die Bilanz wird in den nächsten Tagen fertiggestellt sein. 3. Das Westf. Pfandbriefamt für Hausgrundstücke. Die 7prozentige Pfandbriefanleihe im Betrage von 10 Millionen Mark ist untergebracht. Der Erlös ist fast durchweg für Neubauhypotheken verwandt worden. Bisher konnte allen Hypothekengesuchen entsprochen werden. Die Ausgabe einer 6prozentigen Pfandbriefanleihe ist in Aussicht genommen worden, doch fehlt es zurzeit an Darlehnsanträgen. 4. Die Westf. Provinzial=Lebensverscherungsanstalt wies im Monat Dezember 1926 einen Zugang an Versicherungen von über zwei Millionen RM. auf. Der Gesamtbestand an Lebensversicherungen hat 1926 60 Millionen Mark überschritten. Der Provinzialausschuß hat den Ankauf eines stattlichen Dienstgebäudes für die Lebensversicherung genehmigt. Wetterbericht. Für das mittlere Norddeutschland: Weiterhin unbeständig, mit fortdauernder Neigung zu Niederschlägen. Temperaturen bleiben über Null.— Für das übrige Deutschland: Ueberall unbeständiges Wetter mit strichweise auftretenden Niederschlägen. Im Süden und Südosten noch leichter Frost. (1) Unglücksfall. Der Elektrotechniker Bohland aus Werth kam kurz vor Mittag in einer hiesigen Fabrik der Transmission zu nahe, wurde von dieser erfaßt und mitgeschleudert. Bohland erlitt hierbei neben verschiedenen Hautabschürfungen eine schwere Schädelverletzung und wurde in bewußtlosem Zustande vom Sanitätsauto zum Krantenhause gebrach:. l. Angeschossen. In einer der letzten Nächte wurde ein Schmuggler in der Nähe des Gutes Efing von einem Zollbeamten angeschossen. Der Verletzte, der einen Pauchschuß erhielt, wurde zum Krankenhause gebracht. Das am Sonntag in der Stadt verbreitete Gerücht, daß der Angeschossene seiner Verletzung erlegen sei, bewahrheile: sich zum Glück nicht. Seine Verletzung soll, wie verlautet, nicht lebensgefährlich sein. :: Waitotte=Abend. Am Sonntag abend veranstaltete das Ortskartell der freien Gewerkschaften im Saale „Zum großen Kurfürsten“ einen Lustigen Aberkd, für den die von ihrem früheren Auftreten in Bocholt her noch in guter Erinnerung stehenlde Vortragskünstlerin Margarete Walkotte, Berlin, als Hauptmitwirkende gewonnen war. Der Vorsitzende des Ortskartells der freien Gewerischaften, Herr Stadtverordneter Kruger, entbot der Zuhöterschaft und insbesondere der Künstlerin ein herzliches Wi liommen. Nachdem dann der Quartettverein„Frohsinn“ die beiden Chorlieder „Ach du klarblauer Himmel“ und„Der lustige Peter“. in eindrucksvoller Weise vorgetragen hatte, sang Margarete Walkotte eine Anzahl Volkslieder zur Laute, Ldarunter auch mehrere Talektlieber, die sämtlich dänkbaren Beisall auslösten. Die Künstlerin besitzt eine angenehme, gut geschulte Stimme und eine sympathische Vortragsweise. Zudem versteht sie ihr Begleitinstrument geschickt zu meistern, sodaß ihre Vorträge hohen Kunstgenuß boten. Nach einer kurzen von Walkotte, Lilieneron, Kyber, Baumbach, Busch, Pause trug die Künstlerin eine Reihe von Rezitationen Reuter und Schaefse: vor und erwies sich auch auf die. sem Gebiete als hervorragende Vortragskünstlerin. Die heitere Stimmung de: Zuhörerschaft und der lebhafte Beifall bewiesen, daß die Künstlerin auch bei der Auswahl ihrer Vorträge eine glückliche Hand gehabt hatte. Eine dankbare Aufnahme fand auch das vom Quärtettverein„Frohsinn“, ro getragene Chorlied„Einkehr". Dänach sang Margarete Wallotte nochmls mehrere Lieder zur Laute, darunter ein schwedisches Volkslied, ein Volkslied aus Schlesien, zwei Lieder von Wolzogen u. zum Schluß als Zugabe mehrere Lieder aus der Fremdenlegion. Das Publikum spendete wiederum dank. baren Beifall. Der Quartettverein„Frohsinn“ schloß dann den Reigen der Liederspenden mit dem eindrucksvoll vorgetragenen Volkslied„Gute Nacht“. Im Namen des Ortskartells und de: Zuhörerschaft dankte Herr Krüger in einem Schlußwort der Vortragskünstlerin sü: den gebotenen Kurstgenuß, der mit Recht ein ausverkauftes Haus verdient hätte. :: Loppes=Duartelt. Unter der sachkundigen Leitung seines Dirigenten, Herrn Lehrers Wolf, und unter der bewährten Mitwirkung der Hauskapelle konzertierte das Toppelquartett am Sonntag abend im Lokale des Herrn Anschlag vor einer zahlreichen Zuhörerschaft. Eindrucksvolle Chorlieder, wohlgelungene Solis und packende Musikstücke riefen eine fröhliche Stimmung hervor, die bis zum Schluß des Konzertes anhielt, Durch lebhaften Beifall wurde der Tank für das Gebotene wiederholt zum Ausdruck gebracht. Isselburg, 30. Jan. Brieftaubenausstelkung. Gestern fand im Lokale August Exo die angesetzte Ausstellung des Brieftaubenvereins„Heimkehr“. statt. Das Ergebnis ist folgendes: Kl. 1(über 500 Klm. gereiste Tauben) 1. Preis Sievers; Kl. 1a(über 500 Klm. gereiste Weibchen) 1. Preis Bauhaus; Kl. 2 (alte Vögel) 1 Preis Sievers, 2. derselbe, 3. derselbe, 4. derselbe; Kl. 2a(alte Weibchen) 1. Preis Verbeck, 2. Preis Köster, 3. Preis Sievers, 4. Preis Bauhaus; Klasse 3(junge Vögel) 1. Preis Sievers, 2. Preis Gottschalk, 3. Preis Kaninenberg, 4. Preis Bauhaus, 5. Preis Sievers, 6. Preis Potten: Klasse 3a(junge Weibchen) 1. Preis Sievers, 2. Preis Baus#ens. Preis Kaninenberg, 4. Preis Lensing, 5. Pr Den Brieflaubennerein„Heimkes.“ kann 853 Arteil im Haager Neun=Milliarden=Streit. Die deutsche Auffassung abgelehnt. Haag, 29. Jan. Die internationale Schiedskommission für die Auslegung des Dawesabkommens hat in dem Auffassungsstreit zwischen der deutschen Regierung und der Reparationskommission gegen Deutschland entschieden. Damit fallen der deutschen Regierung die Lasten der Ligurdationsschäden für das im feindlichen Auskand beschlagnahmte und sequestrierte deutsche Eigentum zu, die nach Auffassung der deutschen Regierung zu den aus dem Reparationsfond zu bestreitenden Ausgaben gehören sollten. Es handelte sich bekanntlich um eine Summe von rund neun Milliarden Mark. Das Haager Schiedsgerichtsurteil gegen Deutschland. Amsterdam, 29. Jan.(Telunion.) Die Haager Schiedskommission zur Auslegung des Dawesabkommens betonte heute in ihrem Urteil, daß sie sich lediglich mit der Frage zu befassen hatte, ob die Entschädigungen an die deutschen Reichsangehörigen in den Jahreszahlungen des Dawesabkommens einbegriffen sind, daß sie sich aber mit der davon völlig verschiedenen Frage, ob die Gutschriften zu dem Wert dieser Liquidationen von den Jahreszahlungen abzuziehen sind, nicht zu beschäftigen hatte. Das Schiedsgericht ging ferner bei seinem Urteil von dem Standpunkt aus, daß es als interpretative Kommission den Sachverständigenplan so ansehen mußte, wie er vorliegt, ohne dabei zu erwägen, ob mit Recht behauptet werden kann, daß der Schiedsspruch unerwünschte Folgen haben kann. Die Landtagswahlen in Chüringen. Weimar, 31. Jan. Der Landeswahlleiter des Landes Thüringen gibt folgendes vorläufige amtliche Endergebnis der thüringischen Landtagswahlen bekannt: Zahl der abgegebenen Stimmen 815 038, davon entfielen auf die Liste 1 Einheitsliste 270 625— 19 Mandate Liste 2 Sozialdemokraten 262827— 18„ Liste 3 Kommunisten 118470— 8„ Liste 4 Komm. Arbeitsgemeinschaft 3874——„ Liste 5 Nationalsozialisten 29918— 2„ Liste 6 Deutschvölkische 9 137— 1„ Liste 7 Demokraten 26 531— 2„ Liste 8 Wirtschaftspartei 75 500— 5„ Liste 9 Sparer 23156— 1„ zusammen 56 Mandate Nach diesem amtlichen Ergebnis hat also doch die notwendige Stimmenziffer nicht errechnet werden können, die die Zahl der Abgeordneten im neuen Landtag auf 53 beschränkt hätte. Der neue Landtag wird 56 Abgeordnete zählen. Die drei weiteren Sitze fallen der Einheitsliste, den Sozialdemokraten und den Kommunisten zu. Die Reststimmenverrechnung zwischen den Völkischen und Nationalsozialisten hat ergeben, daß die Nationalsozialisten nur 2, die Völkischen dagegen einen Sitz erlangen. Das prozentuale Verhältnis zwischen den bürgerlichen Parteien und den Sozialdemokraten und Kommunisten ist demnach 53,5 zu 46,5. Im alten Landtag hatten die bürgerlichen Parteien einschließlich der vereinigten Völkisch enund Nationalsozialisten 42 von 72 Mandaten, also 58,3 Prozent inne, gegenüber 41.7 Prozent der Sozialdemokraten und Kommunisten. Im neuen Landtag verfügen die Einheitsliste, die Wirtschaftspartei, die Sparer, die Demokraten und die Nationalsozialisten mit 29 von 53 Mandaten über 54,7 Prozent der Sitze gegenüber 24 Sitzen oder 45,3 Prozent der Sozialdemokraten und Kommunisten. Die Wahlbeteiligung betrug rund 78 Prozent. Weimar, 31. Jan.(Radio.) Das kurz nach Mitternacht als vorläufiges amtliches ausgegebene Resultat der gestrigen thüringischen Landtagswahlen hat bei der Nachprüfung durch den Landeswahlleiter einige Veränderungen erfahren. Die Aenderungen werden eine Verschiebung der von uns gemeldeten Mandatsverteilung nicht zur Folge haben. An gültigen Stimmen sind abgegeben worden 801 476, die sich wie folgt verteilen: Einheitsliste 270 526 Wirtschaftspartei 75 500 Nationalsozialisten 27918 Deutsch Völkische 9147 Sparer und Aufwerter 22 156 Demokraten 25 126 Sozialdemokraten 253 753 Kommunisten 113 470 Kommunistische Arbeitsgemeinschaft 3880 Weimar, 31. Jan.(Radio.) Das Ergebnis der gestrigen Wahlen gibt bereits Veranlassung zu den verschiedenartigsten Kombinationen über die Gestaltung der zukünftigen Landesregierung. Voraussichtlich wird der neue Landtag Mitte Februar zu seiner ersten Sitzung zusammentreten: Man hört verschiedenDes Freundes Schuld und Sühne. lich die Befürchtung, daß der neue Thüringische Landtag ähnliche Schwierigkeiten haben werde, eine tragfähige Mehrheit für die Regierung zu finden, wie der sächsische Landtag. Am geläufigsten ist zur Stunde die Kombination, die im Zusammengehen von Deutscher Volkspartei, Wirtschaftspartei und Sozialdemokraten eine Mehrheitsregierung gibt, wogegen allerdings eingewendet wird, daß die Volkspartei angesichts ihrer bisherigen Blockpolitik kaum für ein solches Heraustreten aus der Einheitsliste zu haben sein würde. Eine zweite Version besagt, daß die bisherige Regierung eine Fortsetzung erfahren könnte, wobei sie natürlich wiederum mit der Unterstützung entweder der drei Sparer und Demokraten oder drei Völkischen und Nationalsozialisten rechnen müßte. Als kaum wahrscheinlich wird betrachtet, daß Sparer und Demokraten etwa durch Zusammengehen mit Sozialdemokraten und Kommunisten eine ausgesprochene Linksregierung ermöglichen könnten. Es fehlt bereits heute nicht an Stimmen, die von der Notwendigkeit einer Auflösung des eben gewählten Landtages sprechen. Aus Nah und Fern. 29. Jan. Auf der Zeche Gewerkschaft Sophie Jacoba in Hückelhöven stürzten zwei Arbeiter, wahrscheinlich betäubt durch von Sprengschüssen rührende giftige Gase, einen 65 Meter tiefen Schacht hinab und blieben unten tot liegen. Beide hinterlast sen Frau und Kinder. Tüsseldorf, 29. Jan. In der verflossenen Nacht entstanden auf der Graf Adolfstraße zwischen mehreren Personen Streitigkeiten, die sich in einem Hause auf der Adersstraße fortsetzten. Es kam hierbei zu Tätlichkeiten, wobei die Ehefrau Friedrich Noltemeyer aus Gelsenkirchen durch zwei Pistolenschüsse getötet wurde. Der Täter gibt an, in Notwehr gehandelt zu haben, da die Erschossene und ihr Begleiter gewaltsam in sein Zimmer gedrungen seien. Der Täter sowie zwei ihn begleitende Personen wurden festgenommen. Recklinghausen, 29. Jan. In der Nuhe des Gutes Hoewe fuhr ein Lastkraftwagen mit einer Hochzeitsgesellschaft aus Datteln infolge des schlüpfrigen Bodens mit voller Wucht gegen einen Baum. Von den Insassen wurden zwei Herren und ein 10jähriges Mädchen schwer verletzt. Die übrigen, unter ihnen auch das Brautpaar, kamen mit dem Schrecken davon. Däs Auto wurde vollständig zertrümmert. Das tote Fort Douaumont. Von Hermann Ziese=Beringer. Inmitten heidestiller Einsamkeit ruhen zerschmetterte Kolosse mit jenen Namen, die wie ein Schrei durch die Seelen zweier Völker gellten: Douaumont u. Baux! Durch den Bauxgrund und die Kasemattenschlucht steigt man hinauf zum Fort Douaumont. Lange sucht das Auge vergeblich nach dem ragenden Klotz aus Beton und Mauerwerk. Wo ist Fort Douaumont...? Die Erinnerung zeigt einen hochgeschwungenen, lehmbraunen Berg. der einen langgestreckten Koloß trägt wie eine Krone. Tag und Nacht wuchsen ungeheuere Bäume von Rauch und Feuer aus seinem Gipfel, das nahm kein Ende. Und jetzt? Tort mögen wohl die letzten Reste der Umwallung sein. Man steigt hinan und gewahrt plötzlich eine zerrissene Felswand, in deren Spalten und Fugen kleine Sträucher und dürres Gras wurzeln. Zerbrochen, wie der Hang eines Steinbruches schimmert graues Geklüfte: Das ist Fort Touaumont. Still ist es ringsum. Geduckt, vergessen wie eine Ruine aus verklungener Zeit, ruhen die Reste in diesem einsamen Land. Dieses Fort, das um das Jahr 1880 erbaut und später durch Eisenbeton ungeheuer verstärkt wurde, war nie von großer artilleristischer Kampfkraft im neuzeitlichen Sinne, es war ein bombensicherer Unterstand und eine weit ins Land schauende Beobachtungsstelle. Und doch wurde dieser ragende Berg mit seinem Betonklotz zum Sinnbild jener ungeheuren Tragik, die um den Namen Verdun schwebt. Als die Forts von Lüttich und Antwerpen unter den Geschossen der 42= Zentimeter=Mörser fast widerstandslos zerbrachen, glaubte die französische Führung, daß auch die Forts Original=Roman von Ludwig Berger. 91 Aber was bedeutete das?— Da stürzte die Haushälterin mit kreidebleichem Gesicht zur Türe herein und stieß mit kreischender Stimme aus: „Herr Oberförster, ein Mord!— Zadowoki— erschossen! Sie bringen ihn soeben ins Haus.“—Rogalla fuhr zusammen, als sei ein Blitzstrahl unmittelbar neben ihm in die Erde gefahren. Das Weinglas entfiel seiner Hand und drach am Fußboden klirrend in Scheren.— So ein Schreckschuß wirkte bei seinem leidenden Fettherzen geradezu lebensgefahrlich auf ihn.— eer saß denn auch mit fahlem Gesicht und starren Augen wie gelähmt auf seinem Stuhl, vermochte sich nicht zu erheben und kein Wort über die Lippen zu bringen. So sah Wilhelm ihn, als er hereintrat, um zu melden, was geschehen war.—— Allmählich erst kam wieder Leben in den alten Heren. Nur halb schien er des Jägers Worte verstanden zu haben, doch bildete sein Hirn sich alsbald eine besondere Vorstellung von dem Zusammenhang. Darum stieß er heiser hervor: :„Nur keine langen Reden, Hartung!— Sie— Sie— haben Zadowski erschossen, weil— weil— das ist mir vollkommen klar.— Sie Unglücksmensch, was muß ich durch Sie nur erleben!“— „Herr Oberförster, wollen Sie mich doch nur ruhig zu Ende steechen lassen, erwiderte Wilhelm in entschiedenem Ton.„Nicht ich habe den Schuß getan, sondern Zadowskis alter Vertrauter u. Bundesgenosse, der Gastwirt Michalek. Der Mann leugnet seine Schuld gar nicht. Er ist draußen, und gleich werden Sie ihn verhören können. Doch noch ist der Verwundete nicht tot, wenn ihm vielleicht auch nur noch Minuten beschieden sind.— Ich habe den Kutscher sofort zum Arzt geschickt.— Kommen Sie, bitte, heraus.— Sehen Sie selber.— Vielleicht hat Herr Zadowski Ihnen vor seinem Tode noch einiges zu sagen.— Kalter Schweiß brach Rogalla aus allen Poren. Stöhnend erhob er sich und stapfte, sich an der Wand stützend, in den nur spärlich beleuchteten Flur, wo sein Freund auf ein paar wollenen Decken lag, ohnmächtig, ganz wie ein Entseelter. Otto Normann war damit beschäftigt, ihm aus schnell herbeigeschafftem Leinenzeug einen Vervand anzulegen, wie er es drüben im Lazarett die Aerzte hatte tun sehen.— Und Michalek kauerte mit wirren Haaren und an allen Gliedern bebend in einer dunklen Ecke. Immer dieselben Worte murmelten seine bläulichen Lippen: „Ein unglücklicher Zufall, weiter nichts, weiter nichts! — ich bin unschuldig!“.—„rden Mael, en s Der Arzt kam, untersuchte die Wunken, machsle ein sehr bedenkliches Gesicht und gab zu verstehen, daß seine Kunst in diesem Falle versage.— Die Eingeweide seien zerrissen, die Leber verletzt.— Bald darauf erwachte Zadowski wieder aus seiner Ohnmacht zu neuen Höllenqualen, zu neuer Todesangst.— Jetzt waren seine Sinne ganz klar, daß er die Menschen um sich herum erkannte.— Er verlangte in der Todesangst nach einem Geistlichen, dem er seine Sünden beichten wollte, um Linderung der körperlichen wie seelischen Pein zu finden.— Als jedoch Rogalla und der Wirt diesen seinen Wunsch vernahmen, schien es mit ihrer Fassung gänzlich zu Ende.— Eine Beichte?— Ach, dann wären sie ja auch verloren.— Allein, schon war der Knecht nach dem Dorf unterwegs, um des Sterbenden Wunsch zu erfüllen.— Der Pfarrer von Teerofen trat eine Stunde später in das dumpfe, düstere Zimmer, in dem Zadowski jetzt gebettet lag. Auch Hartung sollte auf dessen ausdrückliche Bitte zugegen sein.— Offen bekannte der Gequälte, daß er bereits zweimal die Absicht gehabt hätte, den Jäger, in dem er einen ärgsten Widersacher erblickte, zu ermorden. Heute habe er ihm zum drittenmal an der„Hohlen Gracht“ aufgelauert. Aber der Mann, dem er das Leben rauben wollte, stehe unter göttlichem Schutz, das wisse er jetzt genau.—— zu abgerissenen Sätzen beschrieb er, daß vor acht Tagen der Invalide Busch durch sein Dazwischentreten den Mordplan vereitelt habe.— Rogalla und Michalek, wie andere Kumpane, wollte der Neumütige scheinbar schonen. Doch unbevon Verdun fast wertlos seien und gab ihnen nur eine geringe Besatzung. Aber man hatte dabei einen Faltor übersehen: Die ungeheure Zähigkeit, mit der sich auf beiden Seiten die Kampftruppen an ein Graben. stück, an ein zerschossenes Dorf oder an ein zertrummertes Fort klammerten. Bis Verdun kannte mar kaum die Tatsache, daß Menschen auch dann nicht weichen, wenn ihnen durch Artilleriefeuer der Boden buchstäblich unter dem Körper umgewühlt wird. Die Ueberlebenden blieben in den rauchenden Trichtern, aber sie gaben keinen Fußbreit Boden preis. Heute schon, kaum 10 Jahre später, beginnt ein geheimnisvoller Schleier von Legenden den Douaumont zu umweben. Die beiden Soldaten, die jetzt als „Besatzung“ auf dem Fort sind, führen den Besucher in das Innere und erzählen gar absonderliche Dinge. Der Soldat zündet die Azetylenlampen an, und es geht hinab in die schweigenden Gänge. Zuerst öffnet sich ein hoher, hallenartiger Raum, der halb mit Steintrümmern und Betonbrocken angefüllt ist. Die Südwand des Forts wurde hier angeblich von einem 42=Zentimeter=Geschoß durchschlagen. Im Hintergrund ist ein großes Loch in die Wand gebrochen, das zu einem hohen Quergang führt. Das Innere des Ganges ist feucht und zur Seite stehen glatte, aus großen Quadern gefügte Wände. Die Lampe wirft grellen Schein, aber die dunklen Wände verschlingen das Licht. Kein Riß, keine Lücke zeigt, daß die zerschmetternde Wucht der Granaten bis in diese Tiefe hätte reichen können. „Hier ist das Museum“, sagt der Soldat. Eine Kasematte, groß und dumpfig. Das Licht der Lampen hebt nur die nächsten Gegenstände aus dem Dunkel. Granaten aller Kaliber stehen auf groben Holzgestellen, verrostet und stumm.„Zwei elektrische Scheinwerfer, mit denen die Teutschen die Kasematten leuchteten...“ sagt der Führer und deutet auf zwei Reflektoren, die wie Autolampen an langen Eisenständern aussehen. Zeiß=Jena steht in matter Schrift auf den Scheiben. Es sind keine Scheinwerfer, es sind Blinklampen, mit denen die Deutschen durch die Qualmwolken des Trommelfeuers und des Gasbeschusses nach dem Wavrille=Wald blinkten. „Ein zweiundvierziger Blindgänger...“ hallt die Stimme des Soldaten durch den Raum. Ein Riesengeschoß mit verbogener Spitze und tiefen Schrammen im Stahlmantel. Es brach den meterdicken Beton und blieb stecken. Da— was ist das— ein Paddelboot?„Mit diesem Boot fuhren die Deutschen in den wassergefüllten Gängen im dritten und tiefsten Stockwerk des Forts umher“, sagt der Soldat. Drei Stockwerke hat also das Fort. Aber wenn. auch die untersten Gänge des Douaumont bis zur halben Höhe voll Wasser standen, warum fuhren die Deutschen darin spazieren, während oben der zersplitternde Eisenorkan in Nacht und Qualm um den Betonklotz fegte? Was hatte diese Paddelei für einen Sinn? Eine irre Vorstellung, die nicht in den Kopf will. Wie oft blinkten die beiden jetzt verrosteten Scheinwerfer nach dem Wavrille=Wald:„Schickt Wasser herauf!!“ Denn die Verwundeten dursteten. Ruderten wirklich in geheimnisvollen Gängen Soldaten herum? Wer hieß dieses Boot hier heraufschaffen? Wer trug es? Niemand weiß, wann und wo diese Männer verstummten. Sauerstoffapparate, Blindgänger, Minen, ein Flammenwerfer, eine Sirene für Gasalarm; der Soldat dreht daran: Mißtönend krächzt es meckernd los; wie ein Höllengelächter klingt es in das dumpfe Dunkel. So lachte der Tod, der sich in diese Kasematten verkroch, einst, als der Krieg mit ihm über das Land schritt. Eine andere Kasematte. Turch einen wüst zerfetzten Spalt im Beton schimmert Tageslicht.„Hier war die deutsche Lichtzentrale. Trümmer von Motoren und Tynamos. eine zerborstene Schalttafel. Diese Anlage muß von den Franzosen stammen, denn deutsche Pioniere stellten im Mat 1916 in der Westdurchwußt kam manches über seine Lippen, das sein Verhältnis zu diesen deutlich beleuchtete.—— Als Zadowski seine Beichte beendete hatte, bat er den Jäger, ihm zu vergeben, da er die schwere Schuld von ganzem Herzen bereue.— Wilhelm reichte seinem Feinde die Hand zur Versöhnung und sagte in tiefster Bewegung: „Möge Gott Ihnen verzeihen, wie ich es tue“— darauf spendete der Geistliche dem Sterbenden den letzten Trost, und er wurde ruhiger.— Mit dem Morgengrauen schloß er die Augen zum tiefen Schlaf der Toten.—— Rogalla hatte sich vor ein paar Stunden schon unbemerkt in sein Arbeitszimmer begeben.— Geld, Dokumente und Wertsachen, die dort verwahrt lagen, gedachte er an sich zu nehmen, um sofort fluchtbereit zu sein, wenn die Umstände es geboten.— Nun, da Zadowski seinen letzten Seufzer getan, pochte Wilhelm an die Tür des Geschäftszimmers. Er wollte dem Vorgesetzten Mitteilung von dem Inhalt der Beichte und von dem Ableben des Gutsbesitzers machen.— Doch es erfolgte kein„Herein“ trotz wiederholten Klopfens. Die Tür war von innen verriegelt. Auch Hartung und die Haushälterin kamen herzu.— Da müßte etwas Schlimmes mit dem Herrn geschehen sein.—„Wenn er nur keinen Herzschlag erlitten hat!“ jammerte die alte Wirtschafterin händeringend.„O je, der Herr Oberförster kam mir gar so verstört vor. Er konnte sich ja kaum aufrecht halten.“ „Und verlassen hat er das Zimmer bestimmt nicht.“ meinte Häring ebenfalls voll banger Ahnung. Aber in diesem Augenblick vernahm des Jagers scharfes Ohr von drinnen Laute, die ihm Gewißheit gaben, daß Nogalla doch noch lebte.— Ein ganz schwaches Stöhnen, ein röchelnder Ton war das.— Ohne sich weiter zu besinnen, brach man das Schloß mit Gewalt auf und drang in das Zimmer ein.— Weich ein Anblick!— Mit dem Rücken an seinen Dokumentenschrank gelehnt, saß der Oberförster, den Kopf tief auf die Brust gesenkt, die Arme schlaff herunterhängend, mit verzerrtem Gesicht regungslos auf dem Boden. Ein Schlaganfall als Folge der furchtbaren ErPregung hatte ihn oeinahe völlig gelähmt.— Zu seinen Füßen lag die vollgestopfte Aktentasche, die er mitzunehmen gedachte,——(Forts. folgt.) fahrt einen Motor auf, der für elektrisches Licht sorgte, bis ihn eine schwere Granate verschüttete. Der Soldat zeigt auf eine kleine Handpumpe:„Sie funktioniert noch. Die Deutschen brachten sie an, aber man weiß nicht, woher das Wasser kommt.“ Er pumpt. Klar sprudelt es aus der Röhre.„Schickt Wasser herauf!!“ blinkte es einst durch die Geschützrohre nach dem Wavrille=Wald. Und hier ist eine Pumpe. Da ein tiefer, viereckiger Schacht, der ungefähr drei Meter im Geviert mißt. An der einen Seite befinden sich Führungsleisten wie für einen Förderkorb. „Das ist ein Fahrstuhl, den die Deutschen bauten“, sagt der Soldat. Aber diese Angabe ist kaum glaubhaft. Warum sollten die Deutschen einen solchen großen, doppelten Fahrstuhl gebaut haben? Und wohin führt dieser Fahrstuhl? Der Soldat zuckt die Schultern: „Tief nach unten... man weiß nicht wohin. Niemand kann in diesen Schacht hinabsteigen. Es wäre za auch zwecklos. Aber von hier aus führt ein unterirdischer Gang nach dem Cailette=Wald“, sagt der Soldat.„Ich bin schon einmal 50 Meter hineingegangen.“ Nach dem Cailette=Wald? Das sind ungefähr 600 bis 700 Meter. Wußten wir von diesem Gang? Nirgends findet man in Berichten und Aufzeichnungen eine Angabe darüber. Wieviel Verluste hätten erspart werden können, wenn man schußsicher nach den Stellungen im blutgetränkten Cailette hätte gelangen können! Auf Fort Vaux ist ebenfalls neben dem Grab eines französischen Soldaten der eingeschossene Eingang eines solchen Ganges zu sehen, der in seiner Länge noch erhalten sein soll und angeblich nach dem Chenois und dem La Lauffee führt. Kannten wir auch diesen Gang nicht? Ich war während des Monats Juni 1916 auf Fort Vaux, habe aber nie davon gehört. Mit brennenden Augen lauerten wir hinter den Sandsackbarrikaden der eingeschossenen Kasematten des Fort Baux nach dem Chenois herüber, wartend, bis die nächste Salve vorüberklirrte, um dann hinauszustürzen in das zerwühlte Land. Unter unseren Füßen aber war ein Gang, der uns Weg und Schutz hätte sein können. Viel Blut floß längs der zerstörten Straße von Fort Voux nach der Tavannes=Schlucht. Weiter geht es in die Tiefe des Touaumont. Sonderbar, die Gänge sind hier alle erhalten.„Der Raum des Kommandanten.“ Ein kleines Zimmer mit langen Schreibpulten und Holzkästen an der Wand. Mit Bleistift ist ein Name an die Wand gekritzelt: Willi Schäser... steht da. Noch tiefer geht es in das Innere. „Hier ein Panzerturm...“ Der Soldat zeigt in die Höhe. Ein runder Schacht, in dem eine schmale Eisenleiter nach oben führt. Wir steigen hinan. Ein rundes Eingangsloch. Da steht das Geschütz. Blank ist noch der Verschluß. Schneider=Creusot 1907— steht in großen Buchstaben rund um den Verschluß. Wir gehen die nassen Gänge zurück. Der Soldat hat Filzpantoffeln an und springt über die Pfützen. Plötzlich bleiben wir stehen... lauschen. Ein leises, dumpfes Rollen und Sausen kommt von irgendwo aus der Tiefe des Douaumont. Der Soldat lächelt etwas gezerrt.„Was ist das?“ Es zieht feucht und kalt durch den Gang. *„ I c h w e i ß e s n i c h t...“ s a g t d e r S o l d a t. Jetzt kracht es ganz leise, fast klingt es wie ein Ruf. Einstmals wurden nach der Riesenexplosion im Mai viele Hundert Tote in einem tiefen Gang des Touaumont vermauert, da man sie wegen des Feuers draußen nicht beerdigen konnte. „Das hört man oft, manchmal poltert es auch ganz laut. Vielleicht fallen in den untersten Stockwerken Steine von der Decke, und das Sausen macht der Luftzug", meint der Soldat. Vielleicht lebt der Douaumont aber doch noch. Tragikomösie Charlie Es ist eine nicht immer geschmackvolle Neigung der Bühnenund Filmstars, alle irgendwie nur denkbaren Möglichkeiten zur Reklame für die eigene Person und den eigenen Ruhm heranzuziehen. Man scheut dabei, wie gesagt, nicht vor Geschmacklosigkeiten zurück. Als die ersten Meldungen über die Ehescheidung des noch gar nicht so lange verheirateten Charlie Chaplins aus Amerika herüberkamen, konnte man im ersten Augenblick durchaus der Meinung sein, daß auch hier wieder die Reklametrommel gerührt werden sollte. Offenbar ist dem aber nicht so. Leider möchte man sagen, wenn man bedenkt, daß der Mensch, der Millionen durch seine genialen Possen und Grotesken viele fröhliche Stunden gebracht hat, jetzt sich in einer Situation befindet, die lebensecht tragikomisch ist. All sein Vermögen im Schätzwerte von ca. 3,5 Millionen Dollars befindet sich heute unter der Zwangsverwaltung von öffentlichen Treuhändeen, die das strenge kalifornische Gericht auf Wunsch seiner Frau gestellt hat. Ueberhaupt scheint diese junge Dame, die sich Chaplin beinahe von der Schulbank her geheiratet hat, eine ziemliche Fähigkeit in der Erfindung von Möglichkeiten, wie sie in diesem Ehescheidungsprozeß ihrem Gatten die größten Widerwärtigkeiten bereiten kann, zu entwickeln. Vor das prachtvolle Heim in Beverley Hills bei Hollywood sind Polizisten aufgestellt, um, wie es von Seiten der teuren Gattin begründet wird, den Versuch einer Hinterziehung von Vermögensgegenständen zu verhindern. Auch der Arbeitsraum Chaplins befindet sich unter Sperre, darunter natürlich seine Requisiten: der zu seinen Meistertricks verwendete Nohrstock, die berühmten zerlumpten Schlotterhosen mit den ausgefranzten Enden, der Bowlerhut und die Wasserstiefel. Ferner hat das kalifornische Gericht sämtliche Filmvertriebsgenossenschaften angewiesen, an Chaplin keinerlei Zahlungen mehr zu leisten. Auch ist, da der Künstler bekanntlich Engländer ist, seine zwangsweise Ausweisung ins Auge gefaßt. Man schätzt in Amerika den Wert des Chaplin'schen Gesamtvermögens auf—4 Millionen Dollar, und die Advokaten von Frau Chaplin wenden alle Mittel daran, gegen ihn die volle Strenge der Gesetze in Anwendung bringen zu können. Bei der eigenartigen Strenge. gerade der kalifornischen Gesetze, würde das heißen, daß die Frau unter Umständen das Recht hätte auf sämtliche Vermögensbestände des Mannes, die nach der Eheschließung erworben wurden. Amerikanische Blätter zitieren die Aeußerungen eines der Advokaten, von dem halben Dutzend, die sich Frau Chaplin angestellt hat, um ihr„sicheres“ Recht zu erlangen:„Frau Chaplin hat wenigstens auf zwei Millionen Dollar Anspruch und wir setzen alles daran, um hierüber schnellstens ein richterliches Urteil zu erlangen.“ Bisher haben sich zwar die Rechtsanwälte noch nicht in den eigentlichen Arbeitsbetrieb Chaplins hineingemengt. Doch sollen sie mit der Absicht umgehen, beim Gericht zu beantragen, daß das Gehalt einer weiblichen Darstellerin, der Chaplin angeblich ein Wochengehalt von 250 Dollar bewilligt hat, gerichtlich sistiert werde. Man fragt sich natürlich, was das Pochen auf solche Kleinigkeiten, wenn sonst eine große Vermögensmasse vorhanden ist und der Lbensunterhalt für die Frau nach der Scheidung gesichert erscheint, mit der eigentlichen Frage der Scheidung und des Grundes, der zu ihr geführt hat, zu tun habe. Hier tobt sich anscheinend weibliche Hemmungslosigkeit und amerikanische Bigotterie im trauten Verein aus. In Seattle und anderen kalifornischen Städten haben die Frauen, die, wie es in Amerika nicht anders sein kann, immer auf der Seite der weiblichen Scheidungshälfte stehen, eine Agitation begonnen, um die weitere Vorführung von Chaplinbildern untersagen zu lassen. Die amerikanische Presse hat sich natürlich der Sache angenommen und ist ziemlich einmütig voller Entrüstung gegen die amerikanische Zivilgesetzgebung, die es erlaubt, daß auch die internsten und unmittelbar privaten Angelegenheiten der Ehehälften eine Beute der Sensationsmacherei werden. Chaplin liegt zurzeit krank in einem New Yorker Hotel, seine Frau aber bestürmt das Gericht in Los Angeles mit einer Reihe von Petitionen, veranstaltet mit Hilfe ihrer weiblichen Anhänger Straßenszenen und es werden sogar Broschüren für den Preis von 25 Cents verkauft, die eine genaue Schilderung des Ehescheidungsprozesses enhalten. Auf Chaplin wird ein Trommelfeuer von kleineren gerichtlichen Verfügungen losgelassen. Eine ganze Reihe von„Vollstreckungsbefehlen" gegen das greifbare Vermögen ihres„flüchigen“ Mannes hat die Frau Chaplin erwirkt. Der eine ihrer Anwälte hat sogar einen Gerichtsbefehl beantragt, der den Künstler zwingen soll, das Bett zu verlassen und den von ihm begonnenen Großfilm„Der Zirkus", dessen Aufnahmen durch den ehelichen Zwist unterbrochen worden sind, zu Ende zu führen. Eine andere Order spricht der Frau für zwei Monate je 800 Dollar zu. Fernerhin ist durch Gerichtsbefehl eine Vorschußzahlung an die Anwälte der Frau von weiteren 800 Dollar erwirkt. Auf dieselbe Weise werden den öffentlichen Treuhändern 430 Dollar zugesprochen. Das Gericht hat der Fau Chaplin auf ihren Antrag auch die Obhut ihrer beiden Kinder zugesprochen, gleichzeitig das Verbot erlassen, daß Chaplin die Kinder besuche. 120 Dollar erhalten die Detektive, die über das Vermögen zu wachen haben. Chaplin hat sich, wie die neuesten Meldungen darüber besagen, gegen diese jedes vernünftige Maß überschreitenden Methoden seiner Frau gewehrt, und eine einstweilige Verfügung erwirkt, wonach ihr jede Verfügung über das Vermögen entzogen wird. Nach diesem Bechluß darf ihr auch die zugesprochene Alimentation in Höhe von 5000 Dollar monatlich nicht ausgezahlt werden. Fernerhin haben die Anwälte Chaplins ein Verbot des Verkaufs der berüchtigten Broschüre durchgesetzt. Ueber Ehen und ihre Gestaltung kann natürlich ein Dritter niemals ein vollkommen richtiges Urteil abgegben. Aber hier in dem Falle Chaplin liegt es doch so, daß der Mann nicht nur sein Vermögen verliert,— das wäre vielleicht eine Sühne, falls er wirklich eine Schuld auf sich geladen hat— sondern, daß durch das eigenartige Vorgehen seiner Frau auch sein Künstlertum zertrümmert werden kann. Und das wäre nicht nur ein Jammer für ihn selbst, sondern ein Verlust für die ganze Welt, die Chaplin so manche Stunde auffrischender Heiterkeit verdankt. Curnen. Spiel und Sport B. F. E. 1900 e. V. 1. Mannschaft: V. s. V. Lohberg 1. Mannschaft:2(:). Vor einer stattlichen Zuschauermenge begann am Sonntag pünktlich 2 Uhr obiges Treffen. In der ersten Halbzeit wurde ein Spiel vorgeführt, wie es Bocholt lange nicht gesehen hat. Vorzüglich wurde auf beiden Seiten kombiniert; schnelle Angriffe, die technische und taktische Feinheiten zeigten, wurden eingeleitet. 1900 wußte, daß es um den zweiten Platz ging und zeigte ein tadelloses Spiel. Schon nach 10 Minuten erzielt der Halblinke das erste Tor. Er zog den Ball geschickt über den Kopf. Schon bald danach errang der gegnerische Linksaußen den Ausgleich, da er nicht gedeckt wurde. Das zweite Tor für 1900 erzielte der Rechtsaußen, und die dritte Ecke wurde zum dritten Tor eingeköpft. Tenbensel im Tor zeigte sich als äußerst sicherer Hüter. Er wurde mal verletzt, trat jedoch bald wieder ein. Nach dem Wechsel spielte Lohberg mit dem Wind und hatte mehr vom Spiele; drängte zuletzt sogar dauernd, da der Wind stärker wurde. Toch gelingt es der Platzmannschaft, zuerst das vierte Tor zu treten. Einen Elfmeter kann Lohberg nicht verwandeln. Erst nach 20 Minuten erringt der Gegner sein zweites Tor. Das Eckenverhältnis war:3 für Bocholt. Herr Seidscheck aus Wesel war dem Spiel ein gerechter Leiter, der sogar jede Kleinigkeit sah. Die siegreiche Platzmannschaft spielte in folgender Aufstellung: Tenbensel; Ueffing, Meier; Ostmann, Voigt, vom Schemm; Vehoff 2, Siebel, Beßling, Lensing, Aholt.— Vormittags spielte die erste Jugend gegen Rees:1. Das Spiel hätte die Vereinsjugend gewinnen müssen; aber es wurde kein Zuspiel und kein kräftiger Torschuß gezeigt. Es wird noch darauf aufmerksam gemacht, daß. am Dienstag abend pünktlich 7½ Uhr eine wichtige Spielerversammlung der ersten Mannschaft nebst Ersatzleuten stattfindet, zu der jeder Spieler unbedingt erscheinen muß. F. C. Olympia. Das Spiel der zweiten Jugendmannschaft gegen die gleiche Mannschaft von 09 fiel leider aus, da die Emmericher es vorzogen, zu Hause zu bleiben. Die erste Jugend konnte ihren Siegeszug fortsetzen. Die erste Jugend von Millingen unterlag ihr mit:0. Turnverein Bocholt e. V. Vor einigen Tagen hielt der Turnverein im Vereinslokal„Hotel Bürgerkrug“ seine diesjährige Hauptversammlung ab, die vom 1. Vorsitzenden, Herrn Rademacher, eröffnet und geleitet wurde. Derselbe erstattete auch den ausführlichen Jahresbericht, aus dem die weitere kräftige Entwicklung des Vereins hervorging, dem folgendes zu entnehmen ist: Die inneren Angelegenheiten des Vereins wurden durch eine Hauptversammlung und sechs Turnratssitzungen beraten und geordnet. Die Mitgliederzahl stieg im vergangenen Jahr von 238 auf 299, die sich aus 50 Knaben, 48 Turnern von 15—21, 46 Turnerinnen von 15—21, 141 Turnern über 22 und 14 Turneritlnen iber 22 Jahre zusammensetzt. Von diesen sir5 14 Ehrenmitglieder und 10 im Besitze des Turn= und Sportabzeichens. Geturnt wurde an 49 Turnzeiten mit insgesamt 4043 Teilnehmenden. Außerdem trieben 3160 Turnerinnen und Turner Volksturnen, 3317 spielten, 338 schwammen und 89 wanderten. Die im Gau stattgefundenen Veranstaltungen wurden gut besucht, so der Frühjahrswaldlauf in Bocholt, wobei die 1. Jugend des Vereins als Sieger das Ziel erreichte; ebenfalls das Gauturnfest in Dinslaken=Hiesfeld; nicht weniger als 21 Wettkämpfer, davon vier erste und sechs zweite Sieger, konnten den schlichten Eichenkranz heimbringen. Einen schönen Erfolg erzielte der Verein für die Jugend in der Ueberlassung des städtischen Jugendheimes. Hier finden an jedem zweiten u. vierten Samstag im Monat zwanglose Zusammenkünfte, zunächst nur für die männliche Jugend, sog. Teeabende, statt, solche für die weibliche Jugend werden wir demnächst anzuschließen versuchen. Unvergeßlich wird allen Teilnehmern die Götzwanderung nach dem schönen Cleve bleiben, nicht weniger als 59 Mitglieder nahmen daran teil. Das 59. Stiftungsfest verlief recht zufriedenstellend und zeigte ein gutes Können sämtlicher Teilnehmenden. In aller Erinnerung wird noch das Weihnachtsfest sein, wo die Jugendabteilung ihr Bestes zeigte, was zu den besten Hoffnungen berechtigt. Der Ausbau des im Jahre 1925 gepachteten Geländes zum Spielplatz machte weitere Fortschritte. Die Errichtung eines Spielfeldes und eine stabile Umzäunung sind der Erfolg dieser Bemühungen. Bis zur Feier der 60. Stiftungsfeier in diesem Jahr hofft der Verein die noch notwendigen Anpflanzungen, Anlegung einer Laufbahn sowie die Errichtung eines Umkleideraumes fertig zu stellen. Für die geistige Ausund Weiterbildung seiner Mitglieder sorgt neben regelmäßigen Vorträgen in Versammlungen, Vorturnerlehrgängen usw. eine über 200 Bände umfassende Bücherei, welche sämtlichen Mitgliedern unentgeltlich zur Verfügung steht. Die Wahl des Turnrates hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: Gerhard Rademacher, 2. Vorsitzender: Franz Uhrens, 1. Turnwart: Karl Jansen, 2. Turnwart: Heinz Eckstein, Kassierer: Kittelberger, 1. Schriftwart: Theo Nüttgen, 2. Schriftwart: Konrad Krämer, 1. Gerätewart: Josef Schulz, 2. Gerätewart: Gustav Jansen, Schwimmwart: Konrad Lemken, Spielwart: Adolf Grunewald, Sportwart: Heinrich Becker. Außerdem gehören zum Turnrat als Vertreterinnen der Turnerinnenabteilung Frl. Hermine Romberg und Frl. Hilde Austgen. Außerdem wurde beschlossen, den früheren 1. Turnwart Olders zum Dank für seine dem Verein geleisteten Dienste zum Ehrenturnwart zu ernennen. Die Kasse wurde von den Rechnungsprüfern vom Schemm und Olders in bester Ordnung befunden und dem Kassierer Entlastung erteilt. Für das kommende Jahr wurden die Herren vom Schemm und Kirchhoff als Kassenprüfer gewählt. Nach gemeinsamem Gesang eines Turnerliedes richtete der 1. Vorsitzende noch einige ermun. ternde Worte an die Anwesenden und schließt die anregend verlaufene Versammlung mit einem kräftigen „Gut Heil“. Bocholter Waffersport=Verein 1920 e. V. Der Bocholter Wassersportverein fährt am kommenden Sonntag, dem 6. Februar, vormittags gegen 8 Uhr, zur Schwimmhalle nach Oberhausen. Mitglieder, Jugend und Herren, werden gebeten, sich rechtzeitig schriftlich zu melden und die Meldung in den Briefkasten bei Langenhoff abzuwersen zwecks frühzeitiger Fahrscheinbesorgung, da dann die Fahrt bedeutend billiger ist. Zu dieser Schwimmfahrt mögen sich recht viele melden und recht pünktlich einfinden. Olympiade Amsterdam. Die Eröffnung der Amsterdamer Olympiade ist auf den 27. Juli 1928 festgesetzt. Die Einteilung der Termine auf die einzelnen Sportarten der Hauptolhmptade steht noch nicht fest. Die nächste Olympiade ist bekanntlich in NordAmerika, und zwar in Los=Angeles in Kalifornien. Um die Olympiade von 1936 bewerben sich Deutschland, Italien und Ungarn. Nach dem Ausfall der Olympiade von 1916 sollte wohl Deutschland ein Vorrecht genießen, doch ist mit dem Wettbewerb von Rom ernstlich zu rechnen. Die Entscheidung fällt auf der Frühjahrssitzung in Monaco. Die kleinste Stadt mit Hallenbad in Teutschland ist Roßwein in Sachsen. Eine komplette Anlage mit Hallenbad, Reinigungsbädern, medizinischen Bädern und Wäscherei. Sie ist besonders dadurch interessant, als ein solches Unternehmen in einer Stadt mit 9000 Einwohnern, modern um= und ausgebaut, ohne jeden Zuschuß sich selbst erhält infolge geschickter fachmännischer Verwaltung. Viele größere Städte können sich daran ein Beispiel nehmen! Briefkasten der Redaktion W. in Borken. Der Wahlkreis 17, Westfalen=Nord, wird im preußischen Landtag durch folgende Abgeordnete vertreten: Sozialdemokraten: 1. Severing, Carl, Berlin; 2. Michel, Willi, Minden; 3. Meyer, Aug., Rheine; 4. Toht, Bielefeld. Deutschnationale Volkspartei: 1. Koch=Oeynhausen, 2. Dr. Kaufhold, Joseph, Berlin=Friedenau; 3 Wehmeyer, Karl. Zentrum: 1. Herold, Carl; 2. Stieler, Georg, Gelsenkirchen; 3. Frau Elisabeth Giese, Bottrop; 4. Köttembürger, Bernhard, Paderborn; 5. von Papen, Frz.; 6. Effert, Johann; 7. Roeingh, Theodor; 8. Kayser, Wilhelm, Bielefeld; 9. Metzinger, August, Altenessen. Deutsche Volkspartei: 1. Meyer=Herford; 2. Kramer=Recklinghausen. Kommunistische Partei Teutschlands: 1. Schubert, Hermann. Cortmund. *nrttent,•** Wondge zu Grtigun.!.. Montag den 31. Januar 1927. NnePerronzthe.?...S Arminia Bielefeld abermals Meister.— Im Rheinbezirk die Lage ungeklärt.— Am Niederrhein der Alimeister Gruppenmeister.— Fusiball im Reich.— Wintersport. Ruhrbezirk. Gruppe 1. Im Ruhrbezirk ist immer noch keine Entscheidung in der Meisterschaftofrage gefallen. Am gestrigen Tage waren beide Tabellenführer Schwarz=Weiß Essen und.V. Altenessen siegreich. Es hat den Anschein, als wenn diese beiden Rivalen wie im Vorjahre einen Entscheidungskampf kiefern müßten. Für den Abstieg ist das Treffen Essener Sportverein 99: Preußen Essen:3 sehr wichtig. Preußen bleibt glücklicher Sieger. Durch diese Niederlage rücht die Abstiegsgefahr für den Sportverein in greisbare Nähe. : Essener Sportverein 93: Sportklub Preußen:3. “ Ueberragende Leistungen werden auf beiden Seiten nicht gezeigt. Den starken Hintermannschaften standen hilflose Sturmreihen gegenüber. Die Tore wurden mit viel Glück erzielt. Die zunächst gegen Wind spielenden Preußen vermögen das Spiel offen zu halten und können nach etwa einer halben Stunde aus einem Gedrönge heraus in Führung gehen. Allerdings war der Ball von dem Preußenstürmer mit der Hand eingeschlagen worden. Trotzdem galt der Ball. Bis zur Pause blieb es beim Stande von.0 für Preußen. Nach dem Wechsel gelang es dem Sportverein trotz Gegenwind, das Spiel offen zu halten. Indessen ließen die Stürmer die besten Torgelegenheiten aus. Nach Fehler des Preußen=Torwartes kommt der Sportverein in der 27. Minute zum Ausgleich aus einem Gedränge. Eine Minute später vollzieht sich vor Sportvereins Tor der gleiche Vorfall. Die Preußen können aus einem Gedränge heraus zum zweiten Nale in Führung gehen. Ale dann später der Torwart des Sportvereine durch einen groben Fehler den Preußen zum dritten Tore verhilft, ist das Spiel entschieden. Eine Minute vor Schlußz vermag der Sportverein im Anschluß an eine Ecke ein wetteres Tor aufzuholen. Sportklub Schwaiz=Weiß Essen: Sportfreunde 07 Essen:1. Nur knapp und mit viel Glück gelang es den ersatzgeschwächten Schwarz=Weißen die Partie zu ihren Gunsten zu gestalten. Zunächst spielt Schwarz=Weiß mit Wind und vermag das Spiel überlegen zu gestalten Es können aber nur einige Ecken angebracht werden. Die Sportfreunde können nach etwa 20 Min. auf Grund eines Fehlers des gegnerischen Torhüters in Führung gehen. 8 Minuten darauf stellt der Linksaußen der Schwarz= Weißen den Ausgleich her und in der 39. Minute holt der gleiche Spieler den zweiten Erfolg für seine Farben. Weitere Erfolge werden durch die sichere Arbeit dee Hüters der Sportfreunde vereitelt. Nach Wiederbeginn sieht man eine torlose Halbzeit. Die Sportfreunde geben das Spiel nicht verloren und versuchen immer und immer wieder, den Ausgleich zu erreichen. Außer mehreren Ecken gelingt ihnen aber nichts mehr. I. Preußen 97 Bochum:.8. Altenessen:3. Gleich nach Ansto“ sind die Bochumer in Front, die nach etwa 20 Minuten ein Tor erzielen, das vom Schiedsrichter wegen angeblichen Abseits nicht gegeben wird. Außerdem übersieht der Schiedsrichter im Strafraum der Altenessener einige 11 Meter. Kurz vor der Halbzeit sendet der Mittelstürmer der Gäste, nach Flanke von links, zum ersten Tore ein. Kurz nach der Pause stellt Essen durch eine verwandelte Flanke das Resultat auf:0. Preutzen Bochum vermag bis zum Schluß durch den Mittelstürmer des Ehrentor zu erzielen. Essen ist knapper und glücklicher Sieger. K Vermanka Bochum: M..B. Linden:3. Durch diese weitere Niederlage kommen die Bochumer stark in Abstiegsgefahr. Der Sieg der Lindener war in jeder Weise verdient. Bereits in der ersten Halbzeit erzielte das Innentrio drei unhaltbare Tore. Nach der Pause können die Germanen durch ihren Halblinken nur ein Tor aufholen. Linden verläßt als perdienter Sieger den Platz, : geuppe a Schalke 04 erringt einen hohen Sieg von:1 über Dortmund 95 und bleibt weiterhin in Führung. Auf der unteren Stufe der Tabelle überrascht der hohe Sieg des Tabellenletzten(:1) Buer 07 über Gelsenkirchen 07. Mit diesem Siege dürfte Buer 07 sich vor der Abstiegsgefahr gerettet haben. Anion Gelsenkirchen: Vorussia Dortmund:0(.). Union hatte seine Mannschaft wiederum umgestellt. Der linke Verteidiger fungierte ausgezeichnet als Mittelstürmer und verstand es, sich gut einzufü zen. Er war eo, der die ersten drei Tore für seine Mannschaft trat. Das Ergebnie von:0 stand bereits in den ersten 20 Minuten fest. Kurz nach der Pause reihte der Rechtsaußen dem dritten dos vierte Tor an. Gute Gelegenheiten ivurden besonders in der zweiten Halbzeit durch zu eigenKütziges Arbeiten des Innentrioe verscherzt Hernach artete das Spiel besondere bei den Päster aue deren jieder Läufer des Platzes verwiesen werden mußte. Das Ergebnis entsprach dem Spielverlauf. Schalbe 04: Dortmund 95:1(:). Schalke verstand es, das Spiel dauernd überlegen zu gestalten und ging bereits nach 6 Minuten durch Halblinks in Front. In der 31. Minute prallte ein Boil des Halblinken von der Latte zurück und wurde vom Mittelstürmer durch Kopfball zum zweiten Tore verwandelt. 10 Minuten vor dem Wechsel erzielte Schalke nach guter Innenkombination der rechten Seite den dritten Treffer. Nach cer Pause war es ein Leichtes, das Spiel mit Wind weiterhin überlegen zu gestalten und erzielten in der 55. bezw. 76. Minute Halblinks und Rechtsaußen das 4. und 5. Tor. Die Gäste kamen erst 4 Minuten vor Schluß auf Grund eines verwandelten 11 Meters zum Ehrentreffer. B. V. Buer 97: Gelsenkirchen 07:1. Ueberraschenderweise muß Gelsenkirchen von dem Tabellenletzten eine hohe Niederlage einstecken. Das Ergebnis entspricht in jeder Weise dem Spielverlauf. Die Niederlage der Gelsenkirchener haben sie in der Hauptfache ihrem unfähigen Torwart zu verdanken, der selbst die leichtesten Bälle passieren ließ. Bei Buer gefiel der gesamte Sturm und die ausgezeichnete Hintermannschaft, während beim Gegner die gesamte Mannschaft mit Ausnahme des Mittelläufers enttäuschte. Erle 08:..B. Alemannia Dortmund:1. Es war ein knapper und glücklicher Sieg der Erler, da die Gäste auf ungewohntem Platze in Erle sich nicht finden konnten. Den Erlern glückte es, 10 Minuten nach Spielbeginn durch Linksaußen in Führung zu gehen. Dann glich Dortmund durch Halbrechts aus. Nach der Halbzeit zeigten beide Mannschaften verzweifelte Anstrengungen, den Sieg zu erringen, den die glücklicheren Erler durch ihren eine Flanke von rechts verwandelnden Halblinken für sich entschieden. Bis zum Schlusse bleibt es bei diesem Ergebnis. Die Gäste hätten zum mindesten ein Unentschieden verdient gehabt. Niederrheinbezirk. * Geuppe A. Meiderich oS: Duisburger Spielv.:5(:). Der Altmeister umsegelte heuer die letzte Klippe, um bamit knapp aber zweifellos nicht unverdient den Meisterhafen anzulaufen. Manche Irrfahrten und unvorhergesehene Einbußen gegen schwächere Partner hätten die„stabilen“ Rothemden um Haaresbreite straucheln sehen,.. und die startbereiten Oberhausener hätten sich in den Führersitz geschwungen. So ging noch einmal alles gut—— und zweisellos werden die Spielvereinler der Titelerringung alle Ehre machen und gegen den=Führer in Ehren bestehen. Die Spielvereinler warfen den in entscheidenden Treffen gewohnten Elan in die Wagschale. Dieser verhalf der Mannschaft auch zum verdienten Gewinn, den besonders die unbedingt ausgeprägtere Schußkraft der Stürmerreihe herausschlug Gerade dieser Mannschaftsteil versagte bei den Meiderichern, die ihrer famosen Halbreihe und dem stabilen Verteidigerpaar diese immerhin noch gelinde Schlappe verdanken mögen Beim Spielverein lieferte Gruber das Spiel der Spiele, seine neuerliche Berufung in die WSB-Elf ist in der Tat angebracht. Auch Heine verdiente sich eigentlich repräsentative Sporen; er hielt die gefürchtete linke Flanke Conrad—Janzen in ruhiger, zielbewußter Manier. Der Trefferstand spiegelt im großen ganzen den Hergang getreulich wieder. Wie gesagt, gab die enorme Schießkraft der Altmeistermannen den Ausschlag Sackenheim und Malsch, auch der neu eingereihte Höschen verstanden ihr Handwerk.. und es mußte einfach klappen. 5000 Zusehende spendeten den zeitweilig hervorragenden Darbietungen der Rotweißen lebhaften, verdienten Beifall. Sackenheim 2 erzwang schon kurz nach Beginn den ersten Treffer, den Höschen bis zur Pause nachahmte Ein Strafball verhalf den O6ern zur Aufbesserung, an der die Sp..=Ersatzverteidigung nicht ganz ohne Schuld war. Als dann Sachenheim den dritten Trefefr anbrachte. sanken die letzten Hoffnungen der Meidericher. die dem besseren Bartner auch die Würde neidlos gönnten. Holstein fabrizierte noch einen vorzüglichen Flankenball direkt ine Netz und auch der debutierende Abendroth wollte nicht zurückstehen Sein fünfter Erfolgschuß sicherte den Gewinn vollendo. Den Meiderichern war noch die Verwandelung eines Elfmeterballee vorbehalten.. SC. Osterfeld: Spielvgg. Oberhausen:6(:). Die Kleebtätter glänzten durch technisch reiferes Spiel, das auch alle taktischen Vorzüge in hellstem Lichte erstrahlen ließ. Trotzdem der beste Mann der Elf. Henning kurz vor dem Treffen wegen Grippeerkrankung absagen mußte, verstand eo die umgeformte Els in guter Manier sich in das unvermeidliche zu finden und trotz alledem den Partner auf die Knie zu zwingen Die Vereinigten lagen schon dei der Pause verart in Front daß an ein Aufholen der eifrigen Neulinge nicht mehr zu denken war, zudem diele ein ziemlich geistlaseo, ansüm::haftee Spiel vorführten Geuppe L. Union Hambern: SC. Sterhrade:3. Wie allgemein erwartet, fertigten die spielkulturell besser durchgebildeten Jonier ihren Sterkrader Partner in zahlenmäßig knapper Form, allerdings in reichlich glücklicher Manier. ab, de dem Sterkrader Angriff genug Chancen geboten waren. Die Platzelf. die im Angriff das entschlossenere Spiel zum Besten gab, rückt durch diesen Sieg ungefährdet auf den vierten Tabellenplatz, den sich die ausgezeichnet harmonierende, immer verläßliche Einheit autz verdiente. Driaturg 85: Hanberger Gn. u. 59(12). 17 Gerade in den Kämpfen gegen OS wuchsen die über das normale Können hinaus. Allemal waren die Hochfelder verblüfft, und überließen gar oft dem eifrigen, behenden Partner das bessere Ende. So auch heuer, wvo die Hochselden beide Spielobjehte zur endgültigen Titelerringung benötigten. Die gleich forsch loslegenden Linksrheinischen verstanden is in ihrer typischen Ueberrumplungsart Grabowokt in burzen Abständen zweimal zu überwinden... und Stounen war in den weiten Rund der Grunewaldbahn. Wohl wetzten die verblüsse ten Platzbesitzer Grünen mittels Eiser noch vor der Pausa einen Erfolg aus, um mit frischem Mut nachher den noch nicht verlorenen Bewerb aufzufassen. Doch diese Linksrheinischen warfen ihr Letztes in die Wagschale. Nie wurden die Schwingen matt, nie flauten die Energien ab, selbst ein glatt ersichtlich feldüberlegenes, indessen unproduktives Spiel, verhalf den leuten nicht zur sehnlichst erhofften aufbesserung. Für die Homberger„Tank“, die in Forst einen schnell entschlossenen Sturmführer besitzen, war es bei der zu weit aufgerückten Hinterreihe der Hochfelder ein leichtes, noch dreimal ine Schwarze zu treffen. Jedesmal gab Forst den Ton an, um seine Nebenleute in rassiger Stürmerart mitzureißen. Erst als es längst für die Einheimischen:6 verloren stand, raffte man sich noch einmal auf, um wenigstens noch ein drittes Tor, daß aber die niederlage kaum erträglicher gestaltet, zu erzwingen. Die Duisburger, sonst so erfahren, waren heuer allesamt falsche Taktider. Sie büßten die Fahrlässigkeit in der Tat bitter genug. Alle Nühe hat die Einheit, demnächst das entscheidende Tresfen mit din Meidrichern zu bestehen. Preußen Kreseld: B/B. Bottrop 539(:). Die Krefelder Adlerträger, die mit sicherer Geste ihren Partner abfertigten sind genau wie in der anderen Abtetlung die Oberhausener insofern Pechvögel, als sie bei einigermoten Glück glatte Tabellenanführer sein konnten. Schade, daß diese Erf auch sich zu spät besann und nun den gewitzigten Altstädtern aus Duisburg den Vortritt lassen müssen. Famos war die Krejeider Halbreihe, in welcher Wackermann ein großes Spiel lieferte. Im Angriff imponierte Körver, der den gefürchteten Botschen sogar noch übertraf... Westfalenbezirk. Im Vordergrunde des Interesse stand der Ausscheidungekampf Arminie Bieleseld: Borussia Rheine:9(.0) den Arminia verdient und den Erwartungen entsprechend gewinnen konnte. Die Arminen waren dem Gegrer techntsch und taktisch überlegen. Während die Vorussen=Mannschaft das weite greifende Flügelsystem bevorzugte, übertrieben die Arminen das engmaschige Innenkombination=Suitem und verscherzten sich dadurch manche sichere Torgelegenheit. Daher hatte se vor der Pause mit einem Treffer sein Bewenden, der im Anschluß an eine Ecke vom rechten Läufer der Arminen aus dem Hinterhalte heraus geschossen wurde. Weitere Erfolge in der ersten Halbzeit verhütete der vortreffliche Torwart der Gäste. Der erste Viertelstunde nach der Pause gehörte den Vorussen. Mit machtvollem Tempo setzte die ganze Mannschaft sich ein, um den Ausgleich zu erringen, fanden aber in der sicheren gegnerischen Hintermannschaft ein unüberwindliches Bollwerk. Als die Bielefelder durch einen Handelfmeter zum 2. Erfolge gelangten, verloren die Besucher den letzten moralischen Halt und bleiben von nun an mehr in ihrer Hälfte geschnürt. Verzweifelte Durchbrüche der Flügelleute verebbten meist schon kurz jenseito der Mittellinie und waren von vornherein zur Fruchlosigtent verdammt. Arminia kam durch einen Strafstoß und einen Flachschuß zu zwei weiteren Erfolgen. Oftkreis: Hammer Spielvereinigung: BfL. Oonabrück:1. Die Hammer überwanden ihren Gegner, der durch diese Reverlage der letzten Hoffnungen auf den 2. Platz verlustig geht. Zweimal zingen die Hammer durch ihren Mittelstürmer Gerdeo in Führung und vermochten nach der Pause durch ihren Rechtoaußen den dritten Ersolg zu buchen. Oenabrück mußte mit einem Treffer des linken Verbindungsstürmers zufrieden sein. Ein vien: tes Tor, das mit dem Schlußpfiff zugunsten der Hammer siel. wurde vom Schiederichter nicht anerkannt. urs. He : Union Herford 825. Peeutzen Münkter: Svortverein 39 Greven:2. .—Wreußen geht sortc aue Werk. Die Grevener machen ihrem Gegner nicht allzuviel Arveit, do ihre verweis#ichte Stürmerreihe heine heftigen Angriffe machte. Greven verwandelte einen Handelfmeter. Viktoria Rechlinghausen: Osnabrück 06 412. Qunit verscherzt der Neuling aus der Hasenstadt sich die letzte Chance auf die zweite Sprosse der Westtabelle. Mit einem 11 mgung Osnabruck in Führung. Damit schienen die Kräfte der Osnabrucker verausgabt. Sie mußten dem Platzverein das Jeld voll und ganz überlassen. Freundschaftsspiele. V. 4. Jugendpsiege 08 Paderborn: Alemannia Dortmund:2. Das Spiel war durch beide Halbzeiten verteilt. Bezirksklasse. Freundschaftsspiele. Becussia.=Gladbach: Spier und Sport Elberseld:: Rheydter Spielvereinigung: Düsseldorf=Eller:3. Von der Düsseldorfer Mannschaft hatte man sich mehr versprochen. Auch in sportlicher Hinsicht enttäuschte sie, mußten doch zwei Spiefer des Platzes verwiesen werden. In der Kreisligaklasse sind keine Ergebnisse von Bedeutung zu berichten. Sportklub Viktoria Rheydt behauptet weiterhin durch seinen Sieg von:2 über Sportverein Dohr den ersten Platz der Tabelle. Bergisch-Märkischer=Bezirk. Der gestrige Sonntag brachte auch in Gruppe B die Entscheidung. Der VfL Benrath hat sich nicht— selbst auf eigenem Platze— gegen Germania Elberfeld, einer Mannschaft der Mittelgruppe, Osthreis: Vorusia Lippstadt: Spiel und Sport Gesehe 0e7. durchzusebzen Pgtporrsgt,„Tratz, Hperlegeneg, Srrelfezen###, Scheirge —..B. Detmold: Teutonia Lippstadt:0.— Wesisuen, Grack— Mosisalia Brack= Hälfte konnt sich der Venrucher Sturm nicht burchsegen. Ein Durchwede: Spielverein Oeynhausen:1.—..B. Bünde: Spielog. bruchstor entschied das wichtige Treffen, das dem früheren Be66.07 Bielefeld:2— Sportklub Bückeburg: Spielogg. Güters= zirksmeister die Gruppenmeisterschaft in B brachte. In der Gruppe 105 40.„ Nordhreis: Sparta Nurdhorn: Spielogg. 09 Rheine:0.— Spielogg. Münster:.C. 69 Schütter:1.— Union Burgsteinfurt: Spielv. Ahaus:0.— Ballspielklub Greven: Ballspielv. Burgsteinfurt:3.— Union Gronau: Ballspielv. 1910 Rheine :.— Fußballverein 09 Gronau: Sportv. 16 Osnabrück:0. Südkreis: Turn= und Sport Lohauserholz: Ballspielv. 09 Hamm:.— Ballspielv. Beckum: Unna 08:4.— Ballspielo. Heeren: Spiel und Sport Ahlen:0. Handball. Entscheldungsspiel um die Westfalen=Meisterschaft: F7.*..8. Bieseseld: Polizeisporto. Osnabrück:1 nach zweimaliger Verlängerung. Arminia Bielefeld: Spiel und Sport Gütersloh 1. Mannschaften:1, 2. Mannschaften:1. Sportklub 08 Münster: Insanterieregiment 18:2. Vallspielo. 09 Hamm: Hammer Spielvereinigung:0. Sporiklub 08 Münster(2..): Burgsteinfurt(1..):2. Rheinbezirk. Die Neisterschaftsfrage für den Rheinbezirk hat gestern eine andete Wendung genommen. Nachdem am letzten Sonntage für die. Meisterschaft nur der Kölner Klub für Rasenspiele in Frage kommen konnte, ist die Meisterschaft jetzt noch für sämtliche drei Vereine: Klub für Rasenspiese, Sülz und Odenkirchen im Bereich des Möglichen. Die Sülzer schlugen den Klub für Rasenspiele, während der Sportverein Odenkirchen mit:0 über den Vertreter des Mittelrheinkreises, Fußballverein Neuendorf, Sieger blieb. Die Lage ist so, daß am kommenden Sonntag alle drei Vereine auf gleiche Punktzahl geraten können. Infolgedessen ist das noch ausstehende Spiel Odenkirchen: Sülz, das am kommenden Sonntage im Stadion des Rheydter Spielvereins zum Austrage gelangen wird, von größter bezw. entscheidender BeA siegte BE 05 erwartungsgemäß und verdient auf eigenem Platze über Ratingen mit:1, während Solingen=Gräfrath und SC Sonnborn sich in die Punkte teilten. Die größte Sensation dieser Gruppe ist jedoch der erste Sieg des BfB Remscheid, der Solingen 95 zwar knapp, aber verdient mit:2 geschlagen heimschicken konnte. Gruppe A. BE 05 Düsseldorf: Spogg. Ratingen 04:1(121). Das einzige Spiel in Düsseldorf brachte am Nachmittag im Ostpark BC 05 mit der Spogg. Ratingen zusammen, also zwei Mannschaften, die in der zweiten Serie auf sehr gute Ergebnisse zurückblicken können. Für die Düsseldorfer ging es darum, ob sie die zweite Stelle in der Tabelle zu behaupten vermögen Dank ihrer ausgezeichneten Hintermannschaft und des entschlußschnellen Sturmes ist das Bemühen um die günstige Position von Erfolg gekrönt worden. In der ersten Halbzeit sah es keineswegs nach einem Siege des Platzvereins aus. Ratingen machte einen überraschend guten Eindruck. Die Mannschaft ist schnell und von vorbildlichem Eifer beseelt. Leider spielt sie zeitweilig recht hart, ein Uebelstand, in den auch der Platzverein in der zweiten Hälfte verfiel. Schuld daran trägt die völlig unzureichende Leitung des Kampfes durch den Unparteiischen, der unzählige Verstöße ungeahndet durchgehen ließ. Kurz vor der Pause kommt Ratingen, nachdem beide Mannschaften einige sichere Torgelegenheiten ausgelassen hatten, zum ersten Treffer durch den Rechtsaußen, doch wird noch in derselben Minute durch den Halbrechten des Platzvereins der Ausglei cherzielt. In der zweiten Hälfte ist der Platzverein besser auf dem Posten. Der Mittelstürmer stellt durch zwei weitere Tore den Sieg sicher. Solingen=Gräfrath: SC Elberseld=Sonnborn:2(:). BfV Remscheid: Solingen 95:2(:). Gruppe B. ..L. Benrath: Germania Elberfeld:2(:). Der..L. Benrath, der sich heute vor etwa 3000 Zuschauern im letzten Meisterschaftsspiel gegen Germania Elberfeld noch ein deutung. Der gestrige Sieg des Westkreisvertreters Odenkirchen Entscheidungsspiel um die Gruppenmeisterschaft hätte erkämpfen über Neuendorf hat im Lager der Odenkirchener große Freude können, versagte wiederum im Sturm vollkommen, obwohl die ausgelöst. Der Bann, von dem die Odenkirchener seit vergange besseren„Durchschnittsleistungen der oesamten Hintermanns nem Sonntage befallen waren, ist gewichen. Spielvereinigung 97 Köln: Kölner Klub s. Rasenspiele 310. „Die Begegnung der beiden Meister um die Meisterschaft litt unter besonders ungünstigen Umständen, wehte doch während besseren Durchschnuttsleistungen der gesamten Hinlermannschaft die Elf besonders in der zweiten Hälfte ständig überlegen sein ließ. Da die zweifellos gute Kombination aber ohne den abschließenden Torschuß blieb, war die Niederlage nahezu unvermeidlich. Wäre auch nur ein Bruchteil der Torgelegenheiten ausgenutzt worden, hätte sich Germania Elberfeld mit einer vorführen konnten. Immerhin aber boten sie wirkliche Meisterleistungen und spielten vor allen Dingen mit einer vorbildlichen Fairnes. Nach verteiltem Spiel endete der Kampf:0. Deutchlands Olympia=Vorbereitungen Die Tagung des Teutschen Reichsausschussos. Am Somstag abend tagte der Deutsche Reichsausschuß füe Leibesübungen in Berlin, dei sich in der Hauptsache mit der deutschen Olympiavorbereitungen befaßte. Der Präsident Exzellenz Lewald konnte die Mitteilung machen, daß in den Reichsetat für 1927 150,000 Mark und für 1928 300000 Mark zur Vorbereitung und Durchführung der deutschen Expeditior eingesetzt worden seien. Tezu kommen noch für beide Jahre 140000 Mark aus der Ullstein=Spende. Da diese Mittel be weitem nicht ausreichen, beschloß der Deutsche Reichsausschuß eine öffentlich: Sammlung einzurichten, wobei er auf die Unter stützung durch die Presse durch besondere Aufrufe rechnet. So dann berichteten die dem 2.A. angeschlossenen Verbände über die ihrerseits getroffenen Vorbereitungen, aus denen zu erseher ist, daß alle Kräfte für die Vorarbeiten eingesetzt werden. Besonders ersteulich ist die Erklärung des Vertreters der Deutschen Turnerschaft, wonach der Vurstand der.T. beschlossen hat, die in Mühlhausen(Thüringen) vom Turnausschuß gefaßte Entschlie. ßung der Teilnahne an den Olympischen Spielen gut zu heißen. Sodann wurde noch die Einheitskleidung für die Olympischen Spiele besprochen. In der der Tagung voraufgegangenen Vorstandssitzung wur den die vorliegenden Aufnahmegesuche besprochen. Grundsätzlich beschloß der Vorstand, nier noch solche Verbände aufzunehmen, die zum Zwecke der Pfiege von Leibesübungen gegründet wurden. Alle Sportabteilungen anderer Verbände sollen sich den bereits dem..A. angeschlossenen Verbänden anschließen. Die für den Monat Mai geplante Spielplatz=Tagung wird wegen der Studienreise nach Amerika auf den Monat Juni verschoben. Die Hauptversammlung des Deutschen Reichsausschusses kommt am 22. Juli in Karlsruhe zur Durchführung. Im Rahmen dieser Veranstaltung wird eine besondere Ortsgruppentagung einberufen. Adolf Jäger, der am 6. Februar zum 50. Male Norddeutschland repräsentativ vertritt, wurde die Adler=Plakette des Deutschen Reichsausschusses verliehen, ebenso dem Führer der Amerikariege der Deutschen Turnerschaft, Mühlner(Breslau) Die nächste Vorstandssitzung des Deutschen Reichsausschusses, die mit dem Vertretertag verbunden ist, findet am 26. März statt. Deutsche Turnerschaft. Aachen siegt im Kunstturn=Städtekampf. Im Städtischen Saalbau zu.=Gladbach kam gestern der Kunst turn=Städtekampf um den Wanderpreis der Stadt Krefeld zwischen den Stadtvertretungen der Städte Aachen. Krefeld,.=Gladbach und Rheydt zur Durchführung. Die Veranstaltung hatte einen derart guten Besuch zu verzeichnen, daß der große Saal die Erschienenen kaum zu fassen vermochte. Die einzelnen Kämpfe verliefen überaus spannend. Die genauen Ergebnisse waren bis zum späten Abend noch nicht errechnet. Im Gesamtergebnis ging wiederum Aachen, dessen Mannschaft Verteidiger des Wander preises war, als Sieger hervor. Die Aachener Turner brachten er auf 882 Punkte. Nur knapp vermochte.=Gladbach mit 796 Punkten vor Krefld(795 Punkte) den zweiten Platz zu behaupten. Die Auswahlmannschaft Rheydts spielte nur eine untergeordnete Rolle, sie erzielte 691 Punkte. des ganzen Spieles ein heftiger Wind, der ein einwandfreies Niederlage oder doch zum mindesten mit einem Unentschieden Spiel nicht duldete. Sülz hate das Glück, für die erste Halbzeit begnügen müssen. Elberfeld geht in der ersten Hälfte durch den den Wind zum Bundesgenossen wählen zu dürfen, und das ent= Rechtsaußen, der eine Flanke von links geschickt verwandelt, in schied den Ausgang des Spieles. Die Rotweißen hatten bis zur Führung. 10 Minuten nach der Pause kann der Halblinke BenPruse einen Vorsprung von:0, den sie nach dem Wechsel mit ebensoriel Glück verteidigten, wie sie ihn erzielt hatten. Sie Geßen den Gegner für den größten Teil der 2. Halbzeit nicht gus ihrem Raume herauskomnen. Zum Schlusse kam Sülz nochmals auf, als der Gegner sich bereits geschlagen bekannte, und zergichte das 3. Tor. Beim Sieger gefielen der Torwart, die beiden Verteidiger und der kleine Rechtsaußen Ullrich, der wiederum die markanteste Persönlichkeit im Spielfelde aufwies. Beim Gegner sagten der Rechtsaußen und der Halbrechte zu. Odenkirchen: Neuendorf:0. .. Die Odenkirchener bewiesen durch den Erfolg dieses Spieles, das das Ergebnis des am letzten Sonntag in Köln stattgefundeinen Spieles nicht dem effektiven Können der Mannschaft gerecht wurde. Gestern ließ Odenkirchen seinen Gegner überhaupt „nicht zu Worte kommen. Neuendorf spielte mit dem Gegner, wie es ihnen gefiel und schossen aus jeder Lage. Hierin ist das hohe Towverhältnis zu suchen, bei dessen Konstruierung, und das muß erwähnt werden, ihnen die Neudorfer Hintermannschaft mehr als notwendig entgegenkam. Der Sieg gewinnt eine noch höhere Bedeutung, wenn man berücksichtigt, daß Odenkirchen Mit Ersatz antreten mußte. Die besten Leute bei Odenkirchen Kanden im Sturm und im Läufer Hillemacher. Bei Neuendorf rue der Mittelläufer hervor, der jedoch auch den Sturm des nicht zu halten vermochte. #m Gesellschaftsspiel. Tura Vonn: Kölner Ballspielklub:2. Der KGC. trat mit Ersatz an, vermochte aber trotzdem dem Gegner auf dessen Platz ein ebenbürtiges Spiel zu liefern. Mit etwas Glück hätte er sogar siegreich sein können. Die Tura zeigt sich nicht besser als sonst. Sie hat immer noch nicht ihre alte Schüßfreudigkeit wieder erreicht. Beim KBC. gefiel die gesamte Läuferreihe, bei der Tura agten besongers der linke Läufer und die Hintermannschaft zu. ## Rülheimer Sportverein: Jugend Düren:5. Betöe Mannschaften traten mit Ersatz bezw. mit jungen Spiekern en, die sich indessen teilweise gut bewährten. Wenn auch besonhers hochwertige Leistungen nicht vollbracht wurden, so wurden die Zuschauer in etwa durch die hohe Torzahl entschädigt. Düren lag bei Halbzeit mit:1 in Front, mußte dann aber dem Begner den Ausgleich gestatten. Den Siegestreffer erzielte Düren erst burz vor Schluß. Verein für Rasensport rechtsrheinisch: Vingst 05:2. Auch hier erschienen beide Mannschaften mit Ersatz, sodaß kein besonders hochwertiges Spiel zustande kam, das auch noch aurch den starken Wind beeinträchtigt wurde. Der westdeutsche Meister stellte die weitaus bessere Mannschaft und gewann verdient, iwenn auch zugegeben werden muß, daß den Gästen das eine oder andere Tor mehr zu gönnen gewesen wäre. Im Kreise.=Gladbach fand nur ein Meisterschaftsspiel, und zwar dus letzte, statt. Spielklub.=Gladbach: Verein f. Bewegungsspiele Nachen:3. Die Gäste vermochten auf Grund ihrer besseren Leistungen den Sieg unter Duch und Fach zu bringen. Gladbach enttäuschte kohr. Der Gagner auch, aber nach der angenehmen Seite. raths den Ausgleich erzielen. Benrath liegt fortgesetzt in Front, bekommt sogar einen Elfmeter zugesprochen, der aber ausgelassen wird. 10 Minuten vor Schluß gelingt den Germanen ein Durchbruch, der ihnen den Sieg verschafft, der durch die entschlosseneren Leistungen verdient, keineswegs dem Spielverlauf entspricht. Die Leitung des Kampfes lag in den besten Händon. Freundschaftsspiele. .V. 04 Düsseldorf:.C. 99 Düsseldorf:3(:). Spielogg. Barmen: Fortuna Düsseldorf:0(:). Südweftfalenbezirk Der führende Hagener.C. 05 mußte in Weidenau unerwarteterweise Federn lassen, was nach den jüngsten Ergebnissen immerhin überraschend kommt. Die Spitzenführung der Hagener ist indessen durch die unverdiente:=Schlappe nicht gefährdet, da die Siegener Sportfteunde trotz des heutigen:=Sieges den Klub aus der Volmestadt nicht mehr erreichen. Hagen 72 schlug Jahn Werdohl:2 aufs Haupt und endlich blieb auch der Hagener Spielverein 1911 über den Abstiegskandidat aus Plettenberg:0 glatter Sieger. Südostdeutschland. Beziek Bayern: Schwaben Augsburg: 1. FC Beyreuth:4.— FC Fürth: Wacker München:2.— VfR Fürth: München 1860 :4.— Bayern München: 1. FC. Nürnberg:5. Bezirk Württemberg=Baden: Sportfreunde Stuttgart: Stuttgarter Kickers:4.— FE Freiburg: SC Stuttgart:2. Rheinbezirk: FC Pirmasens: Ludwigshafen:3:1.— VfR Mannheim: Spog. Sandhofen:1. — Mannheim=Waldhof: VfL Neckarau:1. Bezirk RheinhessenSaar: FV Saarbrücken: SV Wiesbaden:1.— Hassia Bingen: Borussia Neunkirchen:2.— Wormatia Worms: Eintracht Trier ausgefallen, für Worms gewonnen. Mittelsachsen: Pokal=Vorschlußrunde: Chemnitzer.C.: National:1.— Preußen: Teutonia:4.— Ostsachsen: Radebeul: Brandenburg:8.— Guts Muts: Spielogg.:1.—.f. B. : Sporto. 06:3.— Sportklub: Sportges. 93:1.— Ring: Dresdensia:1.— Nordwestsachsen:..B. Leipzig: Spielogg. :1.— Wacker: Fortuna:4.— Arminia:..B.:2.— Viktoria: Olympia=Germania:0.— Sportfreunde: Eintracht:1. Am die brandenburgische Hertha=BSS.: Tennis=Borussia:0. Das erste Spiel um die brandenburgische Fußballmeisterschaft zwischen den beiden Gruppensiegern Hertha=BSC und TennisBorussia fand heute im neuen Poststadion vor der ungewöhnlich großen Zuschauermenge von 85000 Besuchern statt. Leider war der Boden durch das Tauwetter und den Regen der letzten Tage aufgeweicht. sodat, die beiden Mannschaften nicht das erwartete Spiel Wintersport. Eishockey=Europameisterschaften in Wien. Der letzte Tag.— Belgien schlägt Deutschland:0(:). Nachdem der Europameister im Eishockey in Oesterreich bereits am Freitag feststand, kam dem am Samstag ausgetragener Spiel zwischen Belgien und Deutschland nur noch die Bedeutung für den zweiten Platz zu. Das Interesse seitens der Zuschauer, war infolgedessen auch nicht mehr ganz so groß. Die Belgier holten sich einen einwandfreien Sieg und eroberten sich damit den zweiten Platz in der Tabelle. Bei Deutschland wirkte an Stelle von Schmidt=München Marquardt=Riessersee mit. Die deutsche Mannschaft enttäuschte. Die Kombination ließ zu wünschen übrig und selbst Leis im Tor war diesmal schlecht. Hinzu kam ein außerordentliches Schußpech und die Qualität des belgischen Torwarts, der mehrsach deutsche Angriffe in letzter Not zunichte machte. So kam Orbanowski kurz vor Schluß etwa 1 m vor dem Tor nicht zum Schuß, da der Torwart ihm die Scheibe vom Fuß wegnahm. Das erste vor fiel in der 14. Minute durch E. Meyer und 4 Minuten später ließ Reyschoot aus einem Gedränge den zweiten Treffer folgen. Ein Schrägschuß von Reyschoot ergab in der 18. Minute der zweiten Halbzeit das dritte Tor und damit den einwandfreien und verdienten Sieg der Belgier. Die Tabelle ändert sich nach diesem Ergebnis wie folgt: Oesterreich Belgien Deutschland Tschechei Polen Ungarn Spiele Spiele Seiple Spiele Spiele Spiele 12•2 13:3 10:7 •5 •8 :22 Tore Tore:0 Tore•3 Tore Tore Tore •4 :5 :6 :8 Punkte. Punkte Punkte Punk:e Punkte Punkte. Sächsische Skimeisterschaft. In Geising=Altenberg(Erzgebirge) wurde die sächsische Stimetsterschaft in Angriff genommen. Die Beteiligung war sehr stark; über 200 Bewerber hatten sich eingefunden. Der Langlauf führte über 16 km bei einer Steigung von 300 m. Der in Dresden lebende Norweger Smithen war bei weitem der beste Mann. Das Ergebnis: Klasse 1: 1. Smithen=Dresden:24,48 Std.: 2. Böttcher=Oberwiesenthal:26,11 Std.; 8 Scheerbaum. Aschberg:28.30 Stö.— 2. Klasse: 1. Herberger=Oberwiesenthal :26,15 Std.; 2. Barke=Dresden:28,15. Pferdesport. Sonntag, den 30. Januar 1927. Cannes. 1 Rennen: 1. C. Pepere, 2. Cut Clatz, 3. Dellyg. Tot.: 19: Platz: 11, 21. Ferner liefen: Cocotte, Frivol. 2. Rennen: 1. Le Comdodge, 2. Villefranche, 3. Louviere Tot.: 29; Platz: 15, 17. Ferner liefen: La aFldetta. Sans Mere Xvor, Revoltee, Desaix, Mauritania, Rutland Arms. 3. Rennen: 1. Jacqueminot, 2. Le Bey, 8. Le Fils la Lunc. Tot.: 368; Platz: 115, 41, 77. Ferner liefen: Eon, Hydravion Polo, Goya, La Tenaille, Banditi, Le Menteur, Poisson Volant. Manoir, Christy Minstrel,'Joly. Telegram, Finor, Abd el Kader. 4. Rennen: 1. Rouen, 2. Flag, 3. Memint. Tot.: 78; Platz: 22; 16; 13. Ferner liefen: Taty, Talenne, Roche a Bayard, Phillippine. 5. Rennen: 1. Corsakre, 2. Clud Daunou, 3. Le Caprice. Tot.: 281; Platz: 51, 25, 16, Ferner liefen: Sereska, Arbousier, Searabee, Cherry, Calimafre, The Falcon, Menedere, Roseau. FAD gelungenen, Werk beglückwünschen. Es wäre zu würkschen, daß durch die Ausstellung heute noch abseits steheude Kreise, die sich zu dem edlen Sport hingezogen fühlen, entschließen möchten, dem Verein beizutreten. Dem Verein ein kräftiges Wachsen, Blühen und Gedethen! Isselburg, 30. Jan.. Für die Bürgermeisterstelle in Isselburg liegen schon zirka 150 Bewerbungen vor. Es laufen tagtäglich. Anmeldungen ein. Die Ausschreibung läuft am 13. Februar ab: Issekburg, 30. Jan. Theater=Abend. Gestern fand im Saale August Nienhaus die Wiederholung des Theaterstückes„Die Bettelprinzessin" statt. Die Aufführung fand bei den zahlreich erschienenen Zuschauern lebhaften Beifall. ; P a r k o, 3 1. J a n. A n d e r d e u t s c h= h o l l ä n d i s c h e n Grenze, und zwar auf Pardingholter Gebiet, beschlagnahmten Zollbeamte vor einigen Tagen ca. 120 Pfurko Tabak und ca. 60 Pfund Kaffee, sowie einige Pfund Kakao. Den Schmugglern gelang es unter Preisgabe der Schmuggelware, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Letzte Radio=Meldungen. erste Bürgerm ster von Reichenbach vom Amte pendiert. Breslau, 31. Jan.(Radio) Dem„Reichenbacher Tageblatt" zufolge ist der erste Bürgermeister von Reichenbach, Dr. Arndt, durch Anordnung des Breslauer Regierungspräsidenten mit sofortiger Wirkung von seinem Amte suspendiert und gegen ihn ein Disziplinarverfahren mit dem Ziele der Amtsentlassung eingeleitet worden. Das Amtszimmer im Rathause wurde versiegelt. Die Gründe, die zur Suspension vom Amt geführt haben, sind noch nicht bekannet. „* Lüffeldorser Niesenschiebungsprozeß aus der Ruhr** L a m p f z e i t. Lüfseldorf, 31. Jan.(Radio) Vor dem erweiterten Schöffengericht begann heute ein Riesenschiebungsprozeß, der die unglaublichen Verhältnisse beleuchtet, die während des passiven Widerstandes auf manchen Regiebahnhöfen herrschten. Es handelt sich um die Verschiebung von Hunderten von Waggons mit Gütern im Werte von Millionen von Goldmark. Angeklagt sind 39 Regieangestellte, darunter der frühere deutsche Eisenbahner Paul Wilhelm Koch, der von dem Bahnhofskommandanten in Berendorf Hauptmann Giraud, zum Chef der deutschen Hilfskräfte ernannt worden war. Giraud, Hauptmann Souex und Leutnant Payhol, Mitglieder der Regteunterkommission, vereinbarten mit Koch, daß dieser bei öffentlichen Versteigerungen unanbringlicher Sendung als einziger Bieter auftreten sollte. Auch ein Neffe des früheren kommandierenden Generals der Rheinlandarmee in Düsseldorf, Simons, soll an den Diebstählen beteiligt sein. Koch, der zerlumpt nach Düsseldorf gekommen war, hatte bereits nach wenigen Wochen ein eigenes Auto und eine elegante Wohnung. Im Jahre 1924 wurde die Sache der französischen Kriminalpolizei übergeben. Als sich nach kurzer Zeit herausstellte, daß zwischen den Kriminalbeamten und Koch das schönste Einvernehmen herrschte, wurde eine Sonderkommission unter französischer Leitung ernannt, der es auch gelang, die Verschiebung von zunächst 268 Waggons aufzuklären. 50 Perfonen, Deutsche und Franzosen, wurder verhaftet, aber bald wieder freigelassen, und den deutschen Beamten wurde verboten, weitere Nachforschungen anzustellen. Gegen etwa 10 deutsche Angeklagte und französische Heeresangehörige wurde vor dem Mainzer Kriegsgericht verhandelt, wobei die Deutschen teilweise zu mehrjährigen Freiheitsstrafen, die Franzosen nur zu Disziplinarstrafen verurteilt wurden. 1925 übergab dann die interalliierte Oberkommission den deutschen Behörden die Strafverfolgung der deutschen Angrlagten. Handelsnachrichten Berliner Wertpapierbörse. 31. Jan.(Radio.) Die Ultimobörse nahm einen einheitlichen Beginn. Auf den Hauptspekulationsmärkten kam einige Prämienware heraus, die ein leichtes Abbröckeln der Kurse veranlaßte, während das große Gehiet der Nebenmärkte eine freundliche Haltung zeigte. Die Spekulation stellte sich zunächst abwartend ein, wozu vor allem eine starke Anspannung der Geldsätze Veranlassung gab, Tagesgeld war am offenen Markt in größeren Summen gefragt, und wurde seitens der Geldgeber nur mit—7 Prozent abgegeben. Dieser Satz wurde auch für Gelder berechnet, die fest für einige Tage über dem Ultimo benötigt wurden. Die Gewährung von Reportgeldern erfolgte dagegen unverändert zu dem vereinbarten Satz von .75 bis 7,25 Prozent. Monatsgeld stellte sich auf 5,5 bis 6,5 Prozent. Eine herbe Enttäuschung stellten nicht nur für die Börse das Urteil des Haager Schiedsgerichtes dar, durch das die ungerechte Entschädigung der Auslandsdeutschen und er Kolonialgesellschaften jetzt engültig besiegelt wird. Bekanntlich hatte man allgemein ein objektives und Rechtsarundsätzen der Völker entsprechendes Urteil erwartet und diese Erwartung in einer Höherbewertung der Kurse von solchen Gesellschaften oder Unleihen Ausdruck gegeben, deren Entschädigung für die Kriegsverluste bisher praktisch gleich Null war. In diesen Entschädigungswerten kam heute ein scharfes Angebot heraus, so daß u. a. die Schutzgebietsanleihe von 17 ein Achtel auf 13.5(später 14.5) und die Schantungeisenbahn von 13 auf 7,5 zurückgingen. Für Schantung, Neuguinea und Doag(Deutsch Ostafvika.=.) wurden sämtliche amtliche Notierungen auf Veranlassung der Börsenkommissars heue ausgesetzt. Am Deivsenmarkt lagen die panische Währung mit 28,98 gegen London und die norwegische Krone mit 18.76 gegen London außerordentlich fest. Die übrigen Hauptvaluten aber wenig verändert. Der Dollar notierte hier etwa 4,2197. Im einzelnen stellen sich von Monanaktien Ilse Bergbau .5, Harpener 2 und andere Werte bis 1,5 Proz. niedriger, dagegen Leopoldsgrube 4 und Köln Neuessen 2,5 Proz. höher. Kaliwerte befestigt. Chemische Werte uneinheitlich, Th. Goldschmidt plus 6 ein Achtel Prozent, Verein. Glanzstoff=Aktien zogen um um 19 Prozent und Bemberg um 13 Prozent an. Elektrowerte anfangs wenig verändert, nur Siemens— 2 Prozent, Licht und Kraft plus 2 Prozent, Waggonfabriken fest. Busch Waggon infolge Materialmangels plus 7,5, Metallbankaktien büßten 4,5 Prozent ein. Bankaktien gefragt auf den günstigen Eindruck des Abschlusses der Reichskredit=Gesellschaft. In Bankwerten war das Geschäft während der ersten Stunde am lebhaftesten. Schiffahrtswerte abgeschwächt. Heimische Staatsrenten teilweise freundlicher in Erwartung eines günstigen Zeichnungsergebnisses auf die neue Reichsanleihe. Auslandsrenon still; Türken erhöh. Im weiteren Verlauf der Börse kamen einige Spezialhaussebewegungen in Gang, die schließlich der Gesamttendenz ein festes Gepräge gaben. Im Mittelpunkte der Kurssteigerungen standen Kunstseidenwerte. Bemberg konnten nach ihrem Anfangsgewinn eine abermalige Avance von 23 Prozent verbuchen. Verein. Glanzstoffe zogen noch um 6 Prozent an. Eine gleich starke Beachtung fanden Bankaktien, von denen Diskontanteile plus 5 und Deutsche Bank lebhaft gehandelt wurden. Gerüchtweise verlautete mit Bestimmtheit, daß bei der Deutschen Bank die Verteilung einer 12prozentigen Dividende zu erwarten stehe und der bisherige Reichsfinanzminister Reinhold in die Direktion des Institutes eintreten werde. Dt. Atl. Telegr. verloren als Entschädgungspapier ca. 13 Prozent. Privatdiskont kurze und lange Sicht 41 Prozent. Nachdem die Böres in einer bemerkenswert festen Haltung geschlossen hatte, nahm auch die Nachbörse einen angeregten Verlauf bei weiter steigenden Kursen. Das Hauptinteresse war den Bankaktien und Mortanwerten, von letzteren hauptsächlich Kohlenaktien, zugewandt. Ferner zogen Verein. Glanzstoff=Aktien und Bemberg, eTssauer Gas und Laurahütte stärker an. Heimische Staatsrenten vernachlässigt. Man nannte an der Nächbörse, an der vorwiegend bereits per Medio Februar gehandelt wurde, u. a. I. G. Farbenindustrie 326., Laurahütte 110,50, Bank elektr. Werte 226,75, Bnak für Brauindustrie 254,50, Reichsbank 190, Tiskonto 197 Medio, Deutsche Bank 209,25., Tanatbank 294,50., Dessauer Gas 217,50, Hapag 175.50, Norddeutscher Lloyd 161, Hansa Dampf 230, Hamburg Süd 231,50, Harpener 219,50—220., Rheinstahl 221,75 Medio, Köln=Neuessener 220., Rhein. Braunkohlen 298., Hoesch 210,50., Gelsenberg 197,75., Siemens 213,75., Kriegsanleihe 0,880. Berliner Produktenbericht. Berlin, 31. Jan.(Radio) Die Ermäßigung der argentinischen Forderungen blieb am Berliner Produktenmarkt nicht ganz ohne Einfluß, sodaß sich im Lieferungsgeschäft allergrößte Zurückhaltung seitens der Käufer zeigte. Die Anfangsnotierungen waren für Weizen eine Mark niedriger; auch Roggen mit Ausnahme von Mai—Juli nicht voll behauptet. Das Inland war mit Angeboten kaum am Markt und auch in den Forderungen zu hoch. Gerste nach wie vor nur in guter Brausorte umgesetzt, sonst vernachlässigt. Für Hafer hält guter Konsumbedarf an. Auch geht das Geschäft in Saatware besser. Die Tendenz bleibt im allgemeinen fest. Der Mehlhandel liegt verhältnismäßig still. Auch in der Marktlage für sonstige Artikel hat sich wenig geändert. Devisenkurse. 29./1. 31.1. Amsterdam Brüsse! Stalien London sew=York Paris Schweiz Wien(abg.) Schiffsaktien. Hopag Nordd. Lloyd Bankaktion. Barmer Bank Verl. Handelsg. Commerzbank Tarmstädt. Bank Deutsche Bank Diskonto=Ges. Dresdener Bank Reichsbank Industrieaktien. Schultheiß Dortmund. Union Adler Portland Adlerwerke A. E. G. Angelo Quano I. P. Bemberg Verger Tiefbau Bergmann Elektr. Verzilius Berg Bochumer Guß. Buderus Eisen Charl. Wasser Chem. v. Heyden Chem. Ind. Gels. Daimler Mot. Dessauer Gas Deutsch Luxemb. Deutsch Erdöl Deutsch Masch Dresdener Gard. Dürkoppwerke Dynamit Nobel Elek. Licht. u. Kr. Els. bad. Wolle Eschweiler Berg Ess. Steinkohle Fahlberg List J. G. Fard.=Ind. Felten& Guill. Leisenberg berg Gelsenguß Germ. Gis. el. Unterneh. Germes& Co. Gladbach Wolle Soldschmitd Götlitz Wagaon Esstektenkanse. 29./1. 31./1. Gotha Waagon 29./1. 31./1. 171.75 159.50 184,00 281,50 216.00 290.00 199.75 189.75 188.75 186,00 367.50 300.00 163,00 124,50 176,00 135,00 324,00 320,50 190,00 00.00 195,50 143,00 138.00 133, 0 116,00 106,00 210,50 196.25 212,00 127,50 140,0 84,50 160.25 200 59, 19 ,00 219.50 148.% 528.00 172.25 137,0 196,50 18.25 211,50 232,00 169, 173, 0 159.75 27.° 173.50 159,75 183,00 28 ,00 217,·0 990.50 210,00 189,00 198,00 189.50 357. 304,50 165.60 122.25 174. 136,75 370,00 323.00 190,00 00.00 194, 144,50 136,00 135,00 122,00 107.00 211,75 194,10 213.50 25.00 142,76 84,00 159,75 199.75 58.50 900.00 209.% 149.50 323,2 172.00 198,00 90 17,00 207.50 23.. 170, 173,75 165,50 00.00 Gruschwitz Textil sammersen dansa Lloyd sarpener Berg artmann Masch. ösch Eisen soffmann Stärke humbold Masch. Kahla Porz. Kali Aschersleben Karlsruh. Masch. Karstadt Klöcknerwerke Köln Neuessen Köln Rottweil Gebr. Körting Lahmeyer Laurahütte Linke Hoffmannn Magirus Mannesm. Nöh. Mansfeld Berg Mechan. Linden Mechan Zittau Mix& Genest Mülheim Berg Ober Koks Orenstein Phönix Berg Pongs Spinnerei Neisholz Papier Rheinmetall Rheinstahl Rombacher Rütgerswerke Schuckert elektro Siemens Halske Thörl. Oel Leonhardt Tietz Ver. Dt. Nickel Ver. Glanzstoffe Wandererwerke Westd. Handel Wicking Port## Zellstoff Waldho R Westfl Elektr. Adler Kohle Benz Motoren Kabel Rheydt Ad er Kali Krügershall Deutsche Pelto 28.50 97.09 145,00 65,50 13.7 51,75 209, 115.75 66.75 135,00 180,00 48,50 172,00 189 215.25 000,00 117,00 166,00 105,00 97.00 90,50 247.60 151,60 295,00 130,25 148. 167,50 149,75 145,75 148. 00.00 3 5,00 .00 224,50 13. 146,50 179,00 214,00 123, 0 137,00 176,00 518,00 260,00 78,00 178.25 87 30 2·5,00 .,50 00,00 194,00 80,00 167,09 .0 28.75 97.00 148,00 65,½ 211,00 52,00 269,00 117.75 66.75 137,00 182,00 49,00 171.25 189.% 216,% 000.00 115,00 164.75 08. 96.75 92,00 241,50 152,00 310,00 130.25 150.00 171,00 149.00 147.75 146.25 51,00 909.50 000.00 220.00 18.00 146,00 176,00 218,00 129,00 135,00 183,00 .1,00 988,5 80,00 179.00 67,50 •.•5 92,00 110,00 195,00 80,00 167,00 ..00 Berliner Produktenbörsa.—— * Berlin, 31. Januar. Die amtlich notierten Proise betruzen ab Station in Reichsmark: Weizen märk. 263—272, März 293.—294,50, Mai 286.50—287, Juli 287,50—288, Roggen märkischer 253 00—256.00. März 270,00—270.50 bis 000,00, Mai 268,25—269,00—000,00, Juli 254,00 's 254,50—000,00, Sommergerste 217—245, Wintergerste 199,00—207,00, Fustergerste 000—000, Hafer märkischer 191,00—203,00, Mais 190—192. Weizenmehl 35,.25 bis 38,00, Roggenmehl 35,25—37,75, Weizenkleie 15,25—00.00, Roggenkleie 15,50—.00,00, Viktoriaerbsen 52—66, Fleine Spei eerbsen 32—34, Futtererbsen 22—25, Peluschken 22 bs 23,00, Ackerbohnen 20,50—21,5 W den 23—24.50. Lupinen bl. 15 50—16.50, Lupinen gelb 18,00—19,00, Seradella neue 28,00—30,00, Rapskuchen 16,50—00,06, Leinkuchen 21,00—21,10, Trockenschn tzel 11,80—12,10, Soyaschrot 20,10—20,50, Kartosselflocken 30,20—30,60. Baumwollnotierungen. Bremen Schluß 14,72. Lverpool Eröffnung März-7,11 's 7,12, Mal 7,15—7,17, Juli 7,27—7,28, Oktober 7,33, Dezember 7,48. Tendenz stetig. Dortmunder Viehmarkt. Doetmund, 31. Jan. Zum heutigen Viehmarkt maren aufgetrieben: 533 Stück Großvieh, 444 Kälber, 55 Schafe. 3156 Schweine. Es kosteten: Ochsen: a) 59—60 Mk., b) 57—58, c) 53—56 Mk., d) 51—53 Mk., e) 46—50 Mk., f) 40—45, g) 00—00 Mk. Bullen: a) 59—60 Mk., d) 55—59 Mt., c) 51—54 Mk., d) 45—50 Mk. Kühe: a) 52—55 Mk., d) 50—52 Mk., c) 40—49 Mt., 9) 28—30 Mk. Färsen: a) 59—60 Mk., b) 53—58 Mk., c) 45—52 Mk. Kälber: a) 00—00., b) 90—94, c) 28—89 ., d) 50—77 M. Schafe: a) 50—53 Mk., b) 47—49 Mt,)·43—46 Mk., d) 30—32 Mk., e) 00—00 Mk., Schweine: a) 69—00., b) 68—69., c) 67—68 Mk., 9) 65—66 Mk., e) 63—64 Mt. s) 60—62 Mt. a) 60—67 Mk. Marktverlauf: Sroßvioh schlecht, Kälber mittel, Schweine lanzsam. Essener Schlachtviehmarkt. Essen, 31. Januar.(Drahibericht.) Auftriebe 207 Stück Großv'eh, 18 Ochsen, 45 Bullen, 172 Kühe, 5 Färsen, 7 Fresser, 718 Kölber, 42 Schafe, 3749 Schweine. Es kosteten: Ochsen a) 61—64, 5) 54—56, c) 90—00, 9) 00—00, Bullen a) 58—62, b) 54—57, c) 50—53, 2) 00—00, Kühe a) 56—60, b) 50—54, c) 40—48, 9) 30 's 36, Färsen a) 00—00, 5) 00—00, 6) 00—00, Fresser a) 00—90. Kälber a) 90—105, b) 70—86, 6) 53 bis 66, d) 45—55, Schase a) 50—54, b) 00—00, c) 42—45, 9) 00—00. Schweine a) 67—68, 5) 66—67, c) 65—66, d) 63—64, e) 60—62, f) 57—62, g) 00—.00 Marktverlauf langsam. 1 1 „„ „Ach, entschuldigen Sie, sind Sie der Mann, der einen Tisch bewegen kann, ohne ihn zu berühren?“ „Ach, würden Sie wohl so freundlich sein, meine Mangel an einen andern Platz bringen zu helfen. Riu tpeanet wick, Zpöt:: wenn Sie bei uns Ihr Konto habei Noze Umsalz-2. Mithont Gewerbebank Bocholt. — 1— Große Posten Festons Moter 8, 14, 18, 24 Plg. usw. Große Posten Klöppelspitzen Moter 6, 10, 14, 18 Plg. usw, T Spitzen-Decken, enorm bilig Sttck 925,.48,.03,.95,.20 uow, ist die Parole des Tages. Große Mengen weißer Waren: das Einfache neben dem Feinsten, stehen zu außerordentlich niedrigen Preisen zum Verkauf bereit. 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