* 17. Jahrgang Mittwoch, den 26. Januar 1927 Nr. 20 Lageblatt für das westliche Münsterland Arseigenpseig: Der N um breue, 1 Mi. Lop: Pru., unag, und Vereinghneigen (Sichent müchentüch d wal. Thgsch? Seien. Publikationsorgan des Stadtkreises Bocholt, Landratsamtes und des Finanzamtes Borken und der Amter Rhede, Dingden und Liedern=Werth. breite 1 mre hohe Raum kostet im Verbreitungsgebiet: Pfo für Geschäfts=, Vergnügungs= und Vereins=Anzeigen 7 Pig, für behördliche und amtliche Anzeigen 10 Pfa, für auswärtge Anzeigen 12 Pig. Vei Annahue:= Größere vormitags 10 Uhr, leinete nachmitags 2 Uhr. Leschststelle und Redakion: Pgeigitz, 2 55=hrak f. Sigden: Verteter in 2rh=d ez,u ashoft! soher Ezbach, in Suderwick: Tersteage=Höpener, in Borken: Joh. Bläser.— Rotationsdruck: Druckerei Grenzwarte(Magland&Büsing), Bocholt. Bezugspreis: Durch Boten monatl. 1,80 Mk., von der Geschäftsstelle abgeholt wöchentlich.40 Mk., Einzelpreis.10 M. Fernruf 391. Draht=Adresse: Srenzwarte Tocholt. Postscheckkonto Dortmund No. 21770. Die 500 MiulionenAntteihr des Keiches abgeschreff Berlin, 25. Jan.(Nadio.) Das Reichsfinanzministerium gibt bekannt: Soeben ist die deutsche Reichsanleihe im Betrage vor 500 Millionen verzinslich zu 5 Prozent zu einem Aussabe: kurs von 92 Prozent übernommen worden. 300 Miuionen von einem Bankenkonsortium übernommen worden, 200 Millionen sind freihändig mit=monatiger Sperrfrist auf dem Geldmark untergebracht worden. Die Zeichnixegtrik, gt, die r leihe läuft vom 3. bis 11. Februar. Die Frint für die Einzaylung läuft vom 21. bis 23. Februar. Als Begründung für die Jetzige Ausgabe der Anleihe wird angeführt, daß das inanzministerium es für richtig gehalten hat, den gesamten Anleihebedarf des Reiches auf einmal zu veirken und dies in dem gegenwärtig besonders günstigen Momente zu tun, da es zurzeit möglich ist, die Anleihe mit einem Zinssatz von 5 zent günstig unterzubringen, während noch im Jahre 19 dieser Satz 7 Prozent betragen haben würde. Der Gesicht punkt des Zinsfußes ist weiter insofern-von besonderer Bedeutung gewesen, als man hofft, durch die neue Anleihe einen Normalzinsfuß für gutfundierte Papiere geschaffen zu haben, der es insbesondere auch ermöglicht, den Realkredit, der für den Hausbau von besonderer Wichtigkeit ist, auf ein erträgliches Pertin, 2. Jau.(Padia.) Die von une gegebene Mtelung über die Reicheanleihe, wied burch felgende, uptuh, Bazsen und die Erlkrung der Lonbardsähisleit bei Von den. Kredtnsglichleiten, die den Reiche zur Bestei. dauk werden sosort in aung außerordentlicher Ausgaben durch die Elatogesetze stü 1925 und 1926 in Höhe von rund 940 Millionen eingeräumt worden sind, hat das Reich einer öffentlichen Anleihe noch im Wege von Schatzanweisungen Gebrauch gemacht, weil seine Kassenlage es gestattete, eine bessere Entwicklung des Kapitalmarktes und dementsprechend eine Herabsetzung des Zinsfußes abzuwarten. Die inzwischen erfolgte Senkung des Reichsbankdiskontes auf 5 Prozent und die befriedigende Verfassung des Geldmarktes, haben nunmehr den Reichsminister der Finanzen bestimmt, den besonders günstig erscheinenden Zeitpunkt nicht vorübergehen zu lassen, einen Betrag von 500 Millionen RM. 5prozentige Deutsche Reichsanleihe zu begeben. Von diesen werden 300 Millionen RM. von einem unter Führung der Reichsbank stehenden Konsortium von deutschen Banken und Bankfirmen übernommen; die restlichen 200 Millionen RM. sind zum weitaus größten Teil bereits fest mit vorläufiger Sperrverpflichtung bracht. Die Anleihe ist bis 1934 unkündbar; von da ab erfolgt die Tilgung innerhalb 25 Jahren durch Auslosung zum Nennwert. Eine verstärkte Tilgung oder Gesamtkündigung ist bis 1937 ausgeschlossen. Die Zeichnung findet zum Prozent in den Tagen vom 3. bis 12. Februar 1927 Einzahlung ist in Höhe des Zeichnungsbetrages zuzüglich Stückzinsen ab 1. Februar 1927 in der Zeit vom 21. bis 23. Fehruar 1927 zu leisten. Die Einführung der Anleihe an den deutschen worsen und die Erklärung der Lombardfähigkeit bei der ReichsDr. Marx' Verhandlungen mit den Beurschnartona Versand'frogen. 1, der Wugmäntige=Etat ber Heute voraussichtliche Verhandlungen über die Personalfragen. Berlin, 25. Jan.(Radio.) Die gestern gemeinsam mit dem Reichsaußenminister Dr. Stresemann und dem Reichsarbeitsminister Dr. Brauns geführten Verhandlungen des geschäftsführenden Reichskanzlers Dr. Marx mit den Führern der deutschnationalen Reichstagsfraktion nahmen heute vormittag ihren Fortgang. Die deutschnationale Reichetoszirat. tion hat ihre Fraktionssitzung wieder auf 5 Uhr nachmittags anberaumt, um sich mit den Ergebnissen der heutigen Besprechungen zu beschäftigen. Eine Fraktionssitzung der Deutschnationalen, die bereits um 2 Uhr nachmittags stattfindet, wird sich nur mit Fragen der Tagesordnung der heutigen Sitzung befassen. Auch die Sozialdemokraten und die Deutsche Volkspartei halten nach der beutigen Vlenzichten gezsen gegt sanez, ab. Der Optimismus in parlamentarishzen#eeisen ge#r soweit, daß man glaubt, schon heute mit Besprechungen über Personalfragen beginnen zu können. Die Deutschnationalen scheinen in erster Linie die Besetzung des Reichsinnenministeriums, des Reichsjustizministeriums und des Reichsministeriums der be setzten Gebiete für sich in Anspruch zu nehmen. Wegen der Besetzung des Finanzministeriums soll, wie es heißt, mit dem auf dem linken Zentrumsflügel stehenden badischen Staatspräsidenten Köhler bereits Fühlung genommen worden sein. Wie verlautet, wollen die Deutschnationalen in das neue Kabinett die Herrn Wallraf. Schenk von Stauffenberg und Dr. Treviranus entsenden. Auch Herr von Lindeiner=Wildau wird ebenso wie der Abgeordnete Graef=Thüringen für einen Ministerposten genannt. Aus dem alten Kabinett werden aller Wahrscheinlichkeit nach Stresemann, Curtius, Brauns, Geßler, Krone und Stingl übernommen werden, während das Verbleiben Dr. Haslindes davon abhängen dürfte, ob die Deutschnationalen nicht auch das Reichsernährungsministerium zugesprochen erhalten. Viel beachtet wurde in parlamentarischen Kreisen die Bemerkung der heutigen Morgenausgabe der„Germania“, die die volksprteilichen Mitteilungen über geheime Abmachungen zwischen Zentrum und Deutschnationalen in kulturpolitischer Beziehung ebenfalls dementierte und gleichzeitig der Befürchtung Ausdruck gibt, daß auf die Deutsche Volkspartei in kulturpolitischen Dingen wenig Verlaß sein dürfte, da noch viel von dem alten Kulturkampfgeist in ihr vorhanden zu sein scheint. Die demokratische Morgenpresse greift ähnliche Erwägungen auf und schreibt, daß die Volkspartei jetzt nach den Demokraten als Sekundanten für die Auseinandersetzung über diese Frage schreie. Die Demokraten seien sich aber für diese Rolle zu gut. Daraus wird in parlamentarischen Kreisen geschlossen, daß die Demokraten sich an der neuen Regierung nicht beteiligen wollen. Berlin, 25. Jan.(Radio.) In den heutigen Verhandlungen des Reichskanzlers Dr. Marx mit den Deutschnationalen, die im Augenblick noch nicht abgeschlossen sind und an denen Reichsaußenminister Dr. Stresemann heute nicht teilnimmt. weil seine Anwesenheit im Haushaltausschuß notwendig war, wo der Auswertige=Elat beraten wird, ist man zu einer Bereinigung verschiedener gestern noch nicht erledigter kommen, so u. a. über die Frage des Austritts der Jeutschnationalen aus der Regierung nach Locarno. In vieser Frage dürfte eine Erklärung vereinbart werden. Ein weiteres Pr blem der heutigen Verhandlung bildet die Frage des Arbeiterschutzgesetzes, das vor allem der Arbeitsminister Dr. Brauns beschleunigen möchte. Berlin, 25. Jan.(Radio.) Die Besprechungen des Reichskanzlers Dr. Marx und des Ministers Dr. Brauns den 5 Unterhändlern der deutschnationalen Fraktion wurden gegen 1 Uhr unterbrochen. Der Reichskanzler unterrichtete sofort im Anschluß daran d en Reichsaußenminister Dr. Stresemann über den Verlauf der Verhandlungen. Wie wir hören, sind heute vormittag die meisten Fragen des von Dr. Marx in Gemeinschaft mit Dr. Brauns und Dr. Stresemann aufgestellten Programms gründlich erörtert worden. Das Egebnis wiro in parlamentarischen Kreisen nicht ungünstig beurteilt. Zur Erörterung der noch offenen Fragen nämlich der Außenpolitik, der Sozial= und Wirtschaftspolitik sind die Deutschnationalen Unterhändler für nachmittags.30 nochmals zum Reichskanzler Dr. Marx eingeladen. Im Anschluß an diese erneute Besprechung, die voraussichtlich etwa 1 Stunde dauern wird und die letzte noch entscheidende Verhandlung mit den Deutschnationalen sein dürfte, beabsichtigt Dr. Marx die Demokraten über das Ergebnis seiner Verhandlungen mit den Deutschnationalen zu unterrichten. Von der Stellungnahme der Demokraten wird es abhängen, ob sie an einer gleichfalls noch für heute abend in menen gemeinsamen Besprechung der künftigen Regierungsparteien teilnehmen werden. Ueber Personenfragen ist, wie von zuständiger Stelle versichert wird, mit den Deutschnationalen noch nicht verhandelt worden, weil bisher noch nicht zu übersehen ist, welche Parteien sich an der Regierungskaolition beteiligen und wieviel Ministerposten auf die einzelnen Fraktionen entfallen werden. Jedenfalls rechnet man in parlamentarischen Kreisen aber mit, daß die Verhandlungen über die Bildung einer Regierungsmehrheit noch heute zu Ende geführt werden können, wenn auch die Aufstellung der endgültigen Ministerliste heute noch nicht erfolgen kann. London uns die deutsche Regierungskrise. London, 25. Jan.(Radio.) Im Zusammenhang mit den Verhandlung über die Bildung einer bürgerlichen Mehrheitsregierung in Deutschland wird in hiesigen amtlichen Kreisen darauf hingewiesen, daß für die Beurteilung einer seicheg Fegierung nicht die politische Zusammensetzung sondern Verhauer gegenüber den bestehenden Verträgen und Abmachungen maßgebend sei. Auch in dem Marx=Kabinett, das das Dawes=Abkommen unterzeichnet hätte, seien Deutschnationale vertreten gewesen, ebenso im Kabinett Luther, das den Locanopakt unterVon den Blättern widmen heute die„Times“ der Regierungskrise in Deutschland einen Kommentar, in dem sie ausführlich auf das Manifest des Zentrums eingeht. Die ihn enthaltenen außenpolitischen Richtlinien und das Verhaltnis gegenüber der Reichswehr entsprächen, so meint das Blatt kaum den Doktrinen der Deutschnationalen. Wenn man von ihnen eine klare und bindende Zustimmung zu diesen Nichtlinien verlange, dann müßten sie entweder ihre ganze Vergangenheit verleugnen oder bei Seite stehen. Der Auswärtige Etat vor dem Haushaltsausschuß. Berlin, 25. Jan.(Radto) Im Haushaltenrsschuß des Reichstages begmn heute vig Ssetenno er Petsahe des Auswärtigen Amtes. Als Verrear gplartig, htelng Abg. Tr. Hötzsch(Du.) fest, daß der deutschen Konsulate in Europa wieder erreicht aber noch nicht in den anderen Erdteilen. Eire Versonalerhöhung um 10 Konfule und 25 fonstige ten sei unerläßlich. Abg. Dietrich=Baven(Dem.) begrüßte den Rückgang in den Einnahmen des Amtes, der im wesentlichen auf ausgefallene Paßgebühren entfalle. Die Paßgebühren und Paßformalitäten würden nur den wirtschaftlichen Verkehr zwischen den stören. Reichsaußenminister Dr. Strefemann wies auf die hohen Repräsentationsverpflichtungen in Berlin hin, sodaß früher die Legationsräte, die übergammen werden wollten, ein Jahreseinkommen von 25 0vo Mk. nachweisen mußten. Diesem Zustande habe ein Ende bereitet werden müssen. Dr. Stresemann sich über dus Abbruchsprojekt in der Wilhelmstraße sek beunruhigt, da ein Abbruch des Hauses Wilhemmnstr. 74 dem Auswärtigen Amt 150 Arbeitszimmer rauben würde. Zeugengegenüberstellung im Barmatprozeß. Berlin, 25. Jan.(Radio) Im Barmat=Prozeß wurden heute zunächst Staatsbankpräsident Schröder u. Geheimrat Rugge als Zeugen einander gegenübergestellt, um einige Widersprüche in ihren Aussagen aufzuklären. Präsident Schröder erklärt, daß es die Staatsbank für kaufmännisch richtiger hielt, die Kredite weiter zu stunden, als Barmat am 15. zahlen konnte. Der Zeuge Geheimrat Rugge betonte wiederholt, er habe gar keinen Auftrag bekommen, Barmat zu Rückzahlungen im Juni zu veronlast.. Er habe aber mit Barmat das Abkommen getroffen, Kredite zu stunden und allmählich zurückzuzahlen. Präsident Schröder sei damit zufrieden gewesen. Die deutsche Regierung uns die neuerlichen Deutschen=Ausweisungen aus Oberschlesien. Berlin, 25. Jan.(Radio) Zu den kürzlich erfolgten neuerlichen Ausweisungen von vier Deutschen aus Oberschlesien wird von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß dieses Verfahren der polnischen Behörden in Berlin allerstärkstes gerufen hat, insbesondere, da die polnischen Behörden auf Vorstellungen des deutschen Generalkonsuls in Kattowitz als Begründung für die anzuführen vermochten, daß die Deutschen lästig seien. Man siehr deutscherseits in diesem Verhalten der volnischen Behörden einen Versuch die zurzeit schwebenden Niederlassungsverhandlunger ernsthaft zu stören. Die deutsche Regierung wird daher weitere Schritte in dieser Angelegenheit in Warschau unternehmen. Der Strafantrag im Genfer Bethlenprozeß. Genf, 25. Jan.(Radio) Nach einer kurzen geheimen Beratung wurde heute der Beschluß der Geschworenen bekannt gegeben. Die Geschvorenen haber einstimmig den Angeklagten, für schuldis Daraufhin beantragte der Oberstaatsänwält soigende Strafe: Drei Monate Gefängnis, 1000 Franken Geldstrafe, lebenslängliche Landesausweisung aus der Schweiz, Tragung der Kosten mit Anrechnung auf die Untersuchungshaft. Kleine politische Nachrichten Englands Truppenmacht für Chna. London, 25. Jan.(Radio.) Nach einem Kommunique des Kriegsministeriums werden sich die Schanghafer Verteidigungsstreitkräfte unter dem Kommando des Geveralmajors John Duncan aus der 13. und 14. Infanterie=Brigade und der 20. indischen Infanterie=Brigade, die zwei englische und zwei Punjab=Bataillone umfaßt, zusammensetzen. Pierzu kommen ferner Artillerie. eine Panzerwagen=Komvagnie sowie technische * und Hilfoformationen. Generalmajor Duncan wird morgen nach Schanghai abreisen. Verstärkungen für das japanische Chinageschwader. London, 25. Jan.(Radio.) Nach Meldungen aus Tokio #nd gestern 4 Zerstörer zur Verstärkung des japanischen Chinageschwaders nach Schanghai abgegangen. Preußischer Landtag. Berlin, 25. Jan.(Radio) Der preußische Landtag setzte heute die Beratung des Wohlfahrtsetats beim Abschnitt„Allgemeine Volkswohlfahrt“ fort.“ Abg. Benscheid(Kom.) trägt Klagen über die Zustände in den Fürsorgeanstalten vor. Abg. Frau Dönhoff(Dem.) fordert Stärkung des weiblichen Einflusses in der Volkswohlfahrt und (empfiehlt den demokratischen Antrag auf reichsgesetzliche Festlegung eines bestimmten Versorgungsanspruches für die Kleinrentner zur Annahme. Abg. Haese(Soz.) verlangt Beseitigung der Pflichtarbeit und bei Notstandsarbeiten besondere Berücksichtigung der Straßenbauten im Westen Deutschlands. Die Erwerbslosigkeit müsse durch Verkürzung der Arbeitszeit und Stärkung der Kaufkraft bei Erhöhung der Löhne und Gehälter erfolgen. Abg. Kloft(Zentr.) bedauert, daß im diesmaligen Wohlfahrtsetat keine Mittel für die Erwerbslosenfürsorge eingesetzt seien. Da die Erwerbslosenzahl nur langsam sinke, müßten im Rahmen der produktiden Fürsorge größere Aufgaben in Angriff genommen werden. Dies habe auch der Provinziallandtag des Rheinlandes gefordert. Die Umsiedlung der 40= bis 50 000 durch Rationalisierung im rheinisch=westfälischen (Industriegebiet dauernd erwerbslos gewordenen Arbeiter müsse durch entsprechende Mittel im Jahre 1927 weiter gefördert werden. Deutscher Reichstag Berbin, 25. Jan.(Radio) Präsident Loebe eröffnet die Sitzung um 3 Uhr. Die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die Grundschulen wird von der Tagesordnung abgesetzt, da die Vorlage zu spät eingegangen ist. Es folgt die zweite Beratung eines Gesetzentwurfes, der von der Wirtschaftlichen Vereinigung eingebracht ist, zur Aenderung des Gesetzes über den Verkehr mit Vieh und Fleisch. Die Vorlage bestimmt u.., daß der Handel mit Fleisch und Fleischwaren im Umherziehen verboten ist. Ebenso der Verkauf von erkennbar trächtigen Tieren zum Schlachten. Abg. Drewitz(W..) tritt für die Aenderung ein. Das bestehende Gesetz sei eine Zwangsjacke für das Fleischergewerbe. Es bedürfe der Abänderung im Interesse einer Erleichterung des Verkehrs. Der Antrag wird abgelehnt. Eine Novelle zur Gewerbeordnung führt die Konzessionspflicht für das Wach= und Schließgewerbe ein. Paris bestätigt den günstigen Verkauf der Ostfestungs=Verhandlungen. Paris, 25. Jan.(Radio) Der offiziöse„Petit Parisien" stellt heute ebensalls fest, daß die deutsch=alltierten Verhandlungen eine günstige Wendung erfahren haben. Die bisherigen Schwierigkeiten bei den Besprechungen über die Ostbefestigungen scheinen überwunden zu sein. Man erwartet, daß eine freundschaftliche Regelung der Restpunkte der deutschen Abrüstung noch vor dem 31. Januar erzielt wird. Von der Cätigkeit des öffentlichen Arbeitsnachweises in Bochott im Jahre 1926. Das Jahr 1926 stand in seinem ganzen Verlauf unter dem Druck einer auch heute noch anhaltenden Wirtschafts= und Arbeitsmarktkrise. Nach Beendigung des Ruhrkampfes und nach glücklich durchgeführter Stabilisierung der Mark trat eine leider nur kurz bemessene Perivde wirtschaftlicher Besserung ein, die gleichzeitig zu einer wesentlichen Entlastung des Arbeitsmarktes führte, so sehr, daß die Erwerbslosenzikfer im ganzen Deutschen Reiche sich etwa bis zum November 1925 in einem erträglichen Ausmaße bewegte. Diese gürsige Lage des Arbeitsmarktes trat auch im Arbeitsnachweisbezirk Bocholt in die Erscheinung. Das Jahr 1925 brachte namentlich in den Sommermonaten eine Abnahme der Erwerbslosenziffer bis auf nur 50. Etwa November 1925 beginnt aber eine rapide Zunahme der Erwerbslosigkeit allgemein sowohl wie örtlich; die Erwerbslosenziffer erlangt im Reich im Februar 1926 ihren Höchststand mit 2058 411 Hauptunterstützungsempfängern, während im hiesigen Bezirk der Höhepunkt Ende Juni— Anfang Juli 1926 mit 1508 Hauptunterstützungsempfängern erreicht ist. Neben dem Anschwellen der Erwerbslosenziffer wird die Wirtschafts= und Arbeitsmarktlage in Bocholt im Jahre 1926 dadurch gekennzeichnet, daß die Betriebe zu starken Beschränkungen der Arbeitszeit greifen mußten. Die Periode der Kurzarbeit nimmt einen ähnlichen Verlauf, wie die Bewegung der Erwerbslosenziffer, sie beginnt Ende November 1925, erreicht ihren Höhepunkt Mai—Juni 1926 mit ca. 6500 unterstützten Kurzarbeitern, ist dagegen bereits Anfang Okt. 1996 restlos beendet, während die Erwerbslosenziffer auch am Ende des Jahres 1926 noch zwischen etwa 700 und 850 Hauptunterstützungsempfängern schwankt. Die Gesamtbewegung auf dem hiesigen Arbeitsmarkte ergibt sich aus der nachfolgenden Zusammenstellung. Die Miesterschaftskümzese in Dortmund. Die Dortmunder Westfalenhalle hatte am Sonntag einen Massenanbrang zu verzeichnen, wie er bisher als einzigartig angesprochen werden kann. Der Ausgang der Kämpse um die Vormeisterschaft im Schwergewicht ließ mindestens im Kampfe Breitensträter—Rösemann die Masse der Zuschauer unbefriedigt, da man sich mit dem Urteil der Ringrichter, das auf Unentschieden lautete, schwerlich einverstanden erklären konnte. Zwar hatte Breitensträters Gegner Rösemann in den ersten Runden Gelegenheit, seinen Widerpart ernstlich ins Gedrünge zu bringen, doch war in den nächsten Runden Breitensträter auf Grund seiner großen boxerischen Erfahrung zweifellos der Bessere, was auch in dem Endergebnis hätte zum Ausdruck kommen müssen. Der Ausgang des Kampfes Wagner—Samson=Körner war trotz großer Routine des letztgenannten ein berechtigter Erfolg für Wagner, der sich damit eigentlich, da er in ausgezeichneter Form war, für den deutschen Meistertitel bestens qualifiziert hat. Wir zeig enin unserer Illustration oben Samson=Körner, Rudi Wagner vor dem Boxkampf und unten Breitensträter und Nösemann, die von Diener(rechts) und dessen Manager Sabri Mahir(links) eingerahmt sind. Die Zahlen stellen den Stand am Letzten eines jeden Monats dar. Erwerbslose: Von der Gesamtzahl der Erwerbslosen im Monat Dezember 1926 entfallen folgende Zifsern auf die Haupt=Verufsgruppen: die allerbeste Suppen-Würze. Verie. Wir. Nörsdörier. Bocholt, Tel. 394 S Aus dieser Zusammenstellung ergibt sich u.., daß die Erwerbslosenfürsorge durch die hohe Zahl der ungelernten Arbeiter stark belastet wird. Es gehört daher mit zu den Aufgaben des Arbeitsnachweises, alle Maßnahmen zu ergreifen und zu fördern, die geeignet sind, das Heer der ungelernten Arbeiter durch Anlernung und Fachausbildung zu vermindern. Bedeutsame und erfolgversprechende Schritte nach dieser Richtung sind auch in Bocholt z. T. bereits unternommen, z. T. stehen sie noch bevor. I(Fortsetzung folgt.) Aus Nah und Fern. Hamborn, 24. Jan. Auf der Zeche„Neumühl“ in Hamborn stürzte ein 18jähriger Arbeiter aus Hamborn infolge Ausgleitens in den vor dem Ofen stehenden, mit glühender Asche gefüllten Führungswagen. Der Bedauernswerte wurde am Kopfe, an den Armen und Beinen schwer verbrannt. Hamborn, 24. Jan. Ein schwerer Junge wurde hier in der Person des Christoph Peters festgenommen, eines mit Zuchthaus vorbestraften Menschen, der auch mehrere schwere Einbrüche in Emmerich ausgeführt und außerdem, wie jetzt ermittelt werden konnte, den im Oktober an zwei hiesigen Kartoffelhändlern ausgeübten großen Betrug begangen hat. Er hatte unter falschem Namen und mit gefälschten Frachtbriefen an die beiden Händler zwei Waggons Kartoffeln verkauft, die auf dem Hamborner Güterbahnhof standen, aber bereits anderweitig verle ift waren. Mit dem Kaufpreis in Höhe von 2000 Mark verschwand der Betrüger. Oser#.3, 24. Jan. Eine Diebesbande, die im Laufe des letzten Jahres die fahrenden Eisenbahnzüge auf der Bahnstrecke Osterfeld=Nord—Dorsten planmäßig beraubt hatte, konnte nunmehr von der Kriminalpolizei dingfest gemacht werden. Als Täter kommen zwei mit mehreren Jahren Zuchthaus vorbestrafte Personen, und zwar ein Bergmann und ein Schlosser aus Osterfeld in Frage, die schwer bewaffnet waren und bei Zusammenstößen mit Beamten wiederholt von der Schußwaffe Gebrauch gemacht hatten. Außerdem ist die Kriminalpolizei einer weitverzweigten Hehlerbande auf die Spur gekommen, von der bereits einige verhaftet werden konnten. Bei dieser Gelegenheit wurde ein großer Teil des Diebesgutes, wie Anzüge, Schuhe und eine Menge Stoffe, beschlagnahmt. Bochum, 24. Jan. Für die kaufmännischen und technischen Angestellten im Ruhrbergbau wurde heute in der Gehaltsfrage ein Schiedsspruch gefällt, der vom 1. Januar 1927 an eine Gehaltserhöhung von 6 vom Hundert auf die bisherigen Tarifgehälter vorsieht. Die Angestelltenorganisationen haben diesen Schiedsspruch angenommen. Die Erklärungsfrist läuft bis zum 26. Januar. Essen, 24. Jan. Am Sonntag mittag wurde der Wirt Fritz Sch., Rellinghauserstraße, vor seinem Hause von einem Personenkraftwagen überfahren, wobei er einen Schädel= und Armbruch erlitt. Der Wagenführer brachte den Verletzten ins Krankenhaus, wy er an den Verletzungen starb. Wen die Schuld trifft, wird die sofort eingeleitete polizeiliche Untersuchung ergeben. Andernach, 24. Jan. Im hiesigen Pfarrhaus stieß ein Kaplan auf eine verschlossene Blechkiste, die ungeahnte Schätze barg. Neben 50 Pergamenturkunden aus alten Zeiten wurde ein Confirmationsbrief Carls VII. gefunden, in dem Friedrich III. der Stadt Andernach zugestandene Privilegien, die schon von Maximilian l. sowie Carl V. und VI. zugestanden waren, erneuerte. Von besonderem Interesse sind auch die Urkunden mit Stiftungen an die Abtei Namedy aus dem Jahre 1226 und die lange vermißte Bleitafel vom Grabe Kaiser Valentinians. Für eine würdige und sichere Aufbewahrung der wertvollen Funde ist Sorge getragen. Aus Bocholt und Amgegend Bocholt, den 26. Januar 1927. m. Kriegsgräberfürsorge. Das Jahr 1926 brachte dem Volksbund Teutsche Kriegsgräberfürsorge eine Fülle wichtiger Arbeiten. Die Verbreitung des Volksbundgedankens nahm einen ungeahrten Aufschwung. Während der Volksbund im Anfang des Jahres 39 Verbände und 871 Ortsgruppen zählte, wuchs die Zahl der Verbände auf 42 und die der Ortsgruppen auf 1100. Der Volksbund setzte im vergangenen Jahr etwa 400 deutsche Kriegerfriedhöse in fast allen Weltteilen instand und verausgabte hierfür annähernd 220 000 RM.— In Frankreich konnte er endlich mit der durchgreifenden, umfangreichen Arbeit an der Instandsetzung der deutschen Kriegerfriedhöse beginnen. Als erste wurden diejenigen von Belleau(Dep. Aisne) und La Maison Blanche(Dep. Pas de Calais) in An. Cgriff genommen. In Belgien konnte er Vorbereitungen für sein Mitwirken an den Instanosetzungsarbeiten der belgischen Behörden treffen. In den anderen Ländern arbeitet er schon seit Jahren ungehemmt an de: Erfüllung de: von ihm übernommenen Pflichten. Im letzten Jahr wurden neben dem Bau des Chrenmals auf dem deutschen Kriegerfriedhof in Moslau zahlreiche kleinere und g öd#ce deutsche Kriegerfriedhöse, darunter u. a. derjenige von Kronenberg in Leltland, vollkommen hergerichtet. In Frankeeich und Belgien steht der Volksbund mit 90 Prozent aller Friedhofsorte in steier Verbindung. In den östlichen Ländern ist das Netz der Verbindungen noch nicht ga# Deutscher Reichstag. Berlin, 24. Jan. Präsident Loebe eröffnet die Sitzung um 4 Uhr. Die zweite Lesung des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten wird fortgesetzt, und zwar bei den Paragraphen 2 bis 6, die u. a. bestimmen, daß der an einer Geschlechtskrankheit Leidende sich von einem approbierten Arzt unsuchen und erforderlichenfalls so lange behandeln lassen muß, wie eine Ansteckungsgesahr besteht. 1604 Abg. Frau Dr. Lüders(Dem.) tritt für die unenigel#liche Behandlung des mittellos gewordenen Mittelstandes ein. Abg. v. Ramin(Völk.) protestiert gegen das in der Vorlage enthaltene Aerztemonopol. Nach§ 7 ist die Behandlung von Geschlechtskrankheiten und ansteckenden Krankheiten nur den approbierten deutschen Aerzten gestattet. Verboten ist bei solchen Krankheiten die Fernbehandlung und die Erteilung von Ratschlägen für die Selbstbehandlung. Abg. Frau Dr. Stegmann(Soz.) beantragt die Beseigtiung dieses Aerztemonopols. Abg. Dr. Beyersdörfer(Bayr..) errennt die Verdienste mancher Laien, z. B. durch den Hinweis auf die Heilkraft von Luft und Wasser an. Abg. Dr. Hilferding(Soz.) tritt für einen Teil der sozialdemokratischen Fraktion für das ärztliche Behandlungsmonopol ein Angenommen wird ein Antrag Bickes(DV.), der anonyme und nicht genügend begründete Anzeigen über Geschlechtskrankheiten anderer nicht berücksichtigen will. Beim§ 7, dem sogenannten Kurpfuscher=Paragraphen, wird auf Antrag Bickes(DV.) die Regierungsvorlage wiederhergestellt, so daß das ärztliche Behandlungsmonopol nicht nur auf die ansteckenden, sondern auf alle Geschlechtskrankheiten ausgedehnt wird. Abg. Limpertz(Soz.) bezeichnet diesen Beschluß als die Aufhebung der Kurierfreiheit im Interesse des ärztlichen Berufsstandes. Zu dem Paragraphen, der das Anpreisen von Heilmitteln oder Verfahren zur Heilung oder Linderung von Geschlechtskrankheiten verbietet, beantragt der Redner, daß aufklärende Vorträge, Schriften, Abbildungen oder Darstellungen über Geschlechtskrankheiten und ihre Verhütung nicht unter das Verbot fallen sollen. Dieser Antrag wird angenommen. Angenommen werden die Bestimmungen, die beim Stillen der Kinder ein ärztliches Zeugnis vorschreiben, daß die Amme nicht geschlechtskrank ist, und daß auch die Mutter des Kindes nicht geschlechtskank ist. Ebenso zur Annahme gelangt das Verbot der Kasernierung der Prostitution. Im Strafgesetzbuch soll eine Aenderung dahin erfolgen, daß als Kuppelei insbesondere die Unterhaltung eines Bordels gilt. Der Gesetzentwurf wird in zweiter Lesung genehmigt. Das Gesetz soll am ersten Oktober d. Is. in Kraft treten. Der Berlin, 24. Jan. Der preußische Landtag setzte die allgemeine Aussprache zum Wohlfahrtsetat beim Abschnitt„Allgemeine Volkswohlfahrt“ fort. Abg. Steinhoff(DN.) erklärt, daß man von der wirtschaftlichen Gesundung des Volkes noch weit entfernt sei. Der Ernst der Lage ergebe sich daraus, daß z. B. die Stadt Berlin 45 Prozent ihres ganzen Etats nur für Wohljahrtszwecke verwende. Der in letzter Zeit üblich gewordene zehnprozentige Abzug von Wohlfahrtsbewilligungen müsse verschwinden. Redner fordert reichsgesetzliche Regelung der Kleinrentnerfürsorge. Wohlfahrtsminister Hirtsiefer weist darauf hin, daß die Wohlfahrtsmaßnahmen der Behörden trotz der durch den Kriegsausgang beschränkten Mittel Erfolge gehabt haben. Der Minister verspticht sich der privaten, durch die Inflationen verarmten Fürsorgeeinrichtungen, anzunehmen. Die Notlage der Kleinrentner erfordere eine Regelung im Einvernehmen mit der Reichsregierung. Für die Erhaltung schwächlicher Kinder, besonders aus den Grenzgebieten, könne nicht genug getan werden. Dagegen müßten die Ausgaben für die Fürsorgeerziehung verringert werden, obwohl die Zahl der Fürsorgezöglinge noch anwachse. Deshalb hätten drei weitere Stellen für Polizeifürgerinnen in den Etai von 1927 eingesetzt werden müssen. Der Minister weist darauf hin, daß der Staat an der körperlichen, geistigen und sittlichen Beeinflussung der Jugend rastols weiterarbeite. Besondere Aufmerksamkeit schenke er der weiblichen Jugendpflege. Im Vordergrund stehe natürlich noch die Erwerbslosenfürsorge. Für die Umschulung oder Fortbildung der Erwerbslosen seien Kurse eingerichtet worden, die bereits von 20 000 Personen besucht worden seien. Die Erwerbslosen seien in steigendem Maße zu Notstandsarbeiten herangezogen worden, die auf Sport= und Spielplätze, die Herrichtung von Siedlungsgelände, und auf Straßenbauten entfallen seien. Die Umsiedlung aus übervölkerten Gebieten in aufnahmefähige Provinzen müsse sehr beachtet werden. Dazu sei aber die Ausdehnung der ländlichen Siedlungsbauten Haupterfordernis. In der weiteren Aussprache fordert Abg. Gehrmann (Komm.), die Erwerbslosenunterstützung müsse um 40 Prozent erhöht werden. Abg. Dr. v. Bremer(Völk.) verlangt scharfe Sicherung der Ostgrenzen, namentlich gegen die mit Rauschgiften handelnden Ostjuden. Abg. Frau Christmann(Soz.) bedauert, daß trotz den Beschlüssen des Landtags der Minister noch nicht einmal erklärt habe, ob sozialpädagogische Kurse eingerichtet worden seien. Das Haus vertagt die Weiterberatung auf Dienstag 12 Uhr. Unpolitische Nachrichten Nevolver=Anschlag im Finanzamt. Berlin, 23. Jan. Im Finanzamt Neukölln, dem ehemaligen alten Rathaus in der Berliner Str. 62=03, spielte sich gestern vormittag gegen ½12 Uhr eine furchtbare Tragödle ab.— Der Betriebsleiter der Apparatesabrik Hermann Hackbusch u. Co., Rosenstraße 14, der Kaufmann Paul Hackbusch aus der Holtzendorfstraße 19 in Charlottenburg, wollte, wie er in einem hinterlassenen Briefe angibt, einen Beamten des Finanzamts, den Steuersekretär Hesse, erschießen. Der Schuß ging fehl und traf den 12jährigen Sohn des Attentäters in die Schläfe. Der Knabe sank besinnungslos zusammen. Der unglückliche Vater wurde von der Kriminalpolizei sofort verhaftet. Der Finanzbeamte Hesse hat einen Nervenzusammenbruch erlitten. Auf Veranlassung des Finanzamtes Charlottenburg=Ost hatte das Finanzamt Neukölln eine steuerliche Buchprüfung der Firma Hermann Hackbusch u. Co. in Neulölln, die hauptsächlich Radioapparate herstellt, vorgenommen. Die Fabrik wird von dem Bruder des Inhabers, den Kaufmann Paul Hackbusch, geleitet. Die Buchprüfung wurde vor einigen Wochen abgeschlossen, und es stellte sich heraus, daß die Bücher sich in voller Unordnung befanden. Die Einkommensteuer wurde auf Grund dieser Feststellung höher veranlagt. Paul Hackbusch, der mit diesem Ergebnis nicht einverstanden war, erschien gestern vormittag in höchster Aufregung in Begleitung seines 12jährigen Sohnes auf dem Finanzamt Neukölln in dem Zimmer des Obersteuersekretärs Hesse, der mit der amtlichen Buchprüfung beauftragt war, um einen Brief abzugeben. In diesem Brief heißt es: „Im Finanzamt Charlottenburg=Ost, nachdem festgestellt worden war, daß ich für 1925 bereits zuviel Kirchensteuer bezahlt hatte infolge zu hoch veranlagter Einkommensteuer, verlangt man von mir noch Zahlung weiterer wissentlich falsch angesetzter Kirchensteuer, anheimstellend, danach eine Eingabe um Rückerstattung zu machen, und jetzt kommt das eigentlich Unglaubhafte, der Beamte erklärt mir das mit den Worten:„Vielleicht bekommen Sie es zurück.“ Ich weiß nicht, ab wirklich solche unglaublichen Bestimmungen besteyen. Ich ertrage es nicht mehr und bin entschlossen, meinem Leben ein freiwilliges Ende zu bereiten. Ich bedauere mein Leben nicht; ich hätte es bedauert, wenn ich es für die Ideen der Delcasse, Iswolski und Wilhelm II. hätte hergeben müssen. Ich will nun mein Leben nicht ganz umsonst verlöschen lassen, sondern verFreundes Schuld und Sühne. Original=Roman von Ludwig Berger. 25 Am Nachmittag schlichen sie alsdann beide in einem eigens für solche nternehmungen ausgesuchten Schuhzeug auf verschiedenen Wegen zu jener Stelle, um sich dort auf die Lauer zu legen.—— Punkt vier Uhr verließ Wilhelm die Oberförsterei, wo er, wie jeden Samstag zu dieser Stunde, das zur Auszahlung an die Waldarbeiter bestimmte Wochengeld in Empfang genommen hatte.— An die Heimat, an die Geliebte und deren nahe bevorstehende Hochzeit dachte er trüben Sinnes, als er mit seiner Ledertasche hurtig des Weges dahinschritt.— Die ersten rosigen Leberblümchen hatte der milde Sonnenschein aus dem grünen Moose hervorgezaubert.— Wie das glitzerte und funkelte in den Zweigen mit ihren schwellenden Knospen! — Ach, heute war ja Frühlingsanfang.— Daß doch das arme Herz sich himmelan erheben könnte wie alle die jubelnden Lerchen über der Heide!— Aber des Jägers Seele war voll Betrübnis, und finster blickte sein Auge in die Auferstehungswunder rings um ihn her. Er hörte nicht der Drossel schmetternden Sang; es war, als ahnte er, daß der Tod ihn abermals umlauerte.—— Schon triumphierte teuflische Mordgier und freute sich ihres Opfers, das ihr sicher schien. Diesmal müßte Zadowskis Kugel dem Verhaßten mitten ins Herz gehen.— Man würde die Leiche dann in die Schlucht hinabwerfen, und niemals fände sie jemand drunten in der Tiefe.— An einen Mord sollte niemand denken. Vielmehr würde es heißen, Hartung habe sich mit der nicht unerheblichen Summe Geldes, die in seiner Ledertasche steckte, aus dem Staube gemacht.— Daß dieser Verdacht Nahrung fände und zur dafür wollten die zwei schon Sorge tragen. Und Rogalla ließ: es gewiß auch nicht an sich fehlen.— Aber es kam anders. Gerade in dem Augenblick, als Hartung in den schmalen Pfad einbog, der ihn in das Sa, feld seiner Feinde führen mußte, erblickte er zur Rechte im Gestrüpp seinen alten Freund Busch, der dort angelegentlich das Treiben von ein paar Buchfinken beobachtete. — Sofort war der Stelzfuß an seiner Seite, begrüßte ihn in gewohnter Herzlichkeit und ging lebhaft plaudernd neben ihm her. Dieser gebrechliche Alte aber wurde ihm zum Schutzengel, ohne daß er oder jener es ahnte.—— Zähneknirschend ließ Zadowski die bereits erhobene Büchse sinken, denn etwa auch den Invaliden niederzuschießen, widerstrebte ihm. Ein Doppelmord war in seinem Programm nicht vorgesehen; er schien ihm doch ein zu großes Wagnis. Zudem flüsterte Michalek ihm zu:„Es geht nicht!— Der Alte steht mit geheimnisvollen Mächten im Bunde, wofür ich Beweise genug habe.— Wir müssen warten.— Eine Minute schwankte der andere.— Es regte sich in seinem Hirn so etwas wie eine Vorstellung von höheren Gewalten.— Und dann, als er zu ruhiger Besinnung gekommen, war es zum Handeln zu spät, denn die zwei verschwanden bereits im dichten Unterholz.—— „Michalek, wir verdienten Prügel,“ rief Zadowski jetzt in grimmer Wut aus.„Ihr seid ein abergläubisches, altes Weib.— Ein leichtes ware es gewesen, mit beiden fertig zu werden.— Zum Donner, daß man sich so leicht aus der Fassung bringen lassen kann!“——„So war es das einzig Richtige“, meinte der Wirt, erleichtert aufatmend.„Den Stelzfuß hätten wir nicht tot gekriegt, der wäre uns entwischt, und dann— na, überlegen Sie selber, wie es gekommen wäre.— Wir müssen bis zum nächsten Zahltag warten.“—— Höchst mißmutig schlichen sie auf geheimen Wegen ins Dorf zurück.——— V. Kapitel. Wieder war es Samstag.— Da, um die Mittagsstunde, betrat die Gastwirtschaft von Teerofen ein Mann mit bärtigem Gesicht, den alles mit weit aufgerissenen-Augen und offenem Munde wie ein Wundertier anstarrte. Hatte doch seine ganze Erscheinung etwas höchst Fremdartiges an sich. Der gelbliche Tropenanzug, die hohen Gamaschen, der breitkrempige Hut, kurz, alles an ihm ließ einen weitgereisten Abenteurer vermuten, wie die Teerofener Hinterwäldler suchen, etwas zu rütteln an der Gewissenlosigkeit der Beamten, die schon mancher Steuerzahler in unmenschlicher Weise erfahren hat und mit großer Erbitterung hat hinnehmen müssen. Ich glaube nicht, daß mein Brief irgend etwas zum Bessern ändern würde und will daher mit dem Finanzbeamten Hesse ein Duell durchführen.— Ich habe kein Rachebedürfnis gegen Hesse, ich will nur der Sache dienen, und wenn ich Hesse bei meinem ersten Erscheinen im Finanzamt nicht antreffe, so werde ich zum zweiten Male nicht kommen. Er möge aber in diesem Fall nicht dem Aberglauben seiner Unschuld versallen.“ Der Brief schließt mit den Worten:„Möge mein Unternehmen eine Anregung dazu geben, daß der wichtige Posten eines Buchprüfers im Finanzamt mit Leuten höchster Qualität, nicht nur in Bezug auf den vollendeten praktischen Buchprüfer, sondern auf den Menschen als solchen besetzt werde, damit die Steuerzahler, welche schon durch die gesetzlichen Steuern übermäßig belastet sind, nicht auch noch durch Unerfahrenheit, Lässigkeit, Gewissenlosigkeit oder gehässige Willkür des Beamten ins bittere Elend getrieben werden.“ Der Finanzbeamte Hesse, der den Brief nicht geöffnet hatte, bat Hackbusch, ihn auf ordnungsmäßigem Wege weiterbefördern zu lassen. Nach dieser Antwort schleuderte Hackbusch den Brief fort, zog einen Revolver, schoß, und sein 12jähriger Sohn sank, von einem Schläfenschuß getroffen, zu Boden. Dem Beamten gelang es nach wütendem Handgemenge, dem Vater die Waffe, die er gegen sich selbst zu richten versuchte, aus der Hand zu schlagen. Zwei Schutzpolizisten, die im Finanzamt seit dem 1. Januar stationiert sind, nahmen den Täter fest. Die Beamten Hesse und Schimmelpfennig, die der furchtbaren Tragödie beigewohnt ten, erlitten Nervenzusammenbrüche und konnten noch keinen zusammenhängenden Bericht geben. Der schwerverletzte Knabe wurde in das Krankenhaus gebracht. Sein Befinden wird als hoffnungslos bezeichnet. Bei seiner Vernehmung gab Hackbusch an, er habe zuerst den Finanzbeamten, dann sein Kind und sich selbst erschießen wollen.— Er behauptet auch, einen zweiten Schuß auf den Beamten abgegeben zu haben. Es wurde jedoch festgestellt, daß von den sechs Patronen, die sich in seinem Revolver befanden, nur eine fehlte. Einer der Beamten hat auch gehört, wie Hackbusch unmittelbar nach dem Schuß, der das Kind traf, gerufen hat:„Versager!“. Den wahren Sachverhalt kann erst das weitere Verhör einwandfrei aufklären. Aus Borken uns Amgegend Vorken, 24. Jan. Geflügelschau in Borken.(Fortsetzung.) 3. Futterprüfungsstelle. Von Seiten der Landwirtschaftskammer wird angestrebt, eine Futterprüfungsstelle einzuführen. Es soll für die Folge nur solches Hühnerfutter in den Handel kommen, welches allen Anforderungen entspricht. Die Futtermittelbeschaffung und richtige Fütterung der Tiere ist heute eine der wichtigsten Angelegenheiten in der Geflügelzucht. Bei gutem Futter sind im Jahre 1926 schon bei vielen Züchtern von guten Zuchttieren 180—200 Eier jährlich erzielt worden. 4. Leistungsprüfungen. Es wird beabsichtigt, festzustellen, welche Rassen sich am besten bewähren. Es sollen in diesem Jahre auch schon in Weftfalen Versuche angestellt werden, entsprechende Bekanntmachungen folgen. 5. Abhaltung von Werbetagen in der Geflügelzucht. In verschiedenen Kreisen der Provinz haben solche Werbetage stattgefunden. Die Kosten stellen sich auf 400—500 Mark. Die Kammer gibt einen Zuschuß von 100 Mark. Der Landwirtschaftliche Kreisverein und die Geflügelzucht können die hohen Kosten nicht tragen; es müssen daher aus andern Fonds noch Mittel flüssig gemacht werden. 6. Der nächste Verbandstag der Geflügelzuchtvereine von Westfalen findet bei Gelegenheit der Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft am 26. Mai in Dortmund statt. 7. Hebung der Geflügelzucht im Kreise Borken in den letzten Jahren. Die Gesamtzahl des Federviehs betrug nach der amtlichen Viehzählung am 1. 12. 24 25 689; am.12. 25 92.698; am 1. 12. 26 103829, hat also in drei Jahren über 18000 Stück zugenommen. Der Vortrag des Herrn Direktor Schmit von den Ova=Werken in Krechting hatte etwa folgenden Wor ihn eben noch niemals gesehen haben mochten.„Wer kann das sein?— Wo will er hin?" Darüber zerbrach auch Michalek. der in nervöser Aufregung in seinem Schenkraum umherlief, sich vergebens den Kopf, denn auf alle neugierigen Fragen erhielt er nicht die mindeste Antwort. Der seltsame Gast verzehrte mit gutem Appetit ein einfaches Mittagessen, rastete noch ein Weilchen, lud dann seinen schweren Rucksack wieder auf die Schultern und wanderte den Wäldern zu.—„In der Nähe der Oberförsterei begegnete er dem Holzmeister, der ihn ebenfalls erstaunten Blickes angaffte.—„Lieber Mann, redete er diesen an.„Ihr kennt gewiß den Hilfsjäger Hartung. Könnt Ihr mir vielleicht sagen, wo der zu treffen wäre?“ „Weiß es nicht genau,“ lautete die Antwort.„Aber bald wird er sich hier einfinden. um Geld zur Auszahlung vom Oberförster zu holen. Wenn Ihr Euch hier ein Stündchen aufhaltet, so seht ihr ihn gewiß.“ „Ich danke Euch!“ Damit schritt der Fremdling bedächtig ein Stückchen weiter, um sich dann auf einem der Granitblöcke am Wege niederzulassen und zu warten.——— Es währte denn auch nicht lange, da tauchte Wilhelms Reckengestalt in der Ferne auf.— Der Mann mit dem Schlapphut erhob sich und ging ihm mit etwas wankenden Schritten entgegen— offenbar wegen innerer Erregung nicht fähig, die äußere Haltung vollkommen zu wahren. — Ein tiefer Seufzer hob seine Brust; er griff an seine Stirn, als schmerze ihn das Haupt, und nun stand er dem Jäger auf einmal gegenüber. Der schaute ihn an, als erblicke er ein Gespenst, taumelte ein paar Schritte zurück, war vor Schrecken und Entsetzen sprachlos.— Er, der sonst doch wahrlich nicht zu den Furchtsamen und noch weniger zu den Abergläubischen zählte, meinte wirklich, ein Wesen, das nicht von dieser Erde ist, vor sich zu sehen— den Geist seines toten Freundes Otto.—„Otto Normann!“ stieß er dann hervor, sich zusammenraffend.„Unsinn, es gibt keinen Teufelsspuk und keine wandelnden Leichen!— Freund, du lebst! Otto! (Fortsetzung folgt.) kauf: Ich weiß, daß es schwierig ist, vor einer Versammlung von Sport= und Liebhaberzüchtern als Berufsgeflügelzüchter einen durchschlagenden Vortrag zu halten, da die Wege beider oft weit auseinandergehen, doch sollten die Grundregeln für beide zusammenfallen. Jeder, ob Berufs= oder Sportzüchter, erstrebt ein durchgezüchtetes Huhn im Stall zu haben, jeder muß einen wirklich guten Stall für dieses durchgezüchtete Hohn wiederum haben und schließlich muß diese durchgezüchtete Henne auch neuzeitlich gefüttert werden. Es hätte wenig schon von der Fütterung selbst zu reden und die beiden erstgenannten Punkte außer Acht zu lassen, denn die Vorbedingung einer guten Durchzucht und Aufstallung Hand in Hand mit dem wirklichen Erfolg der neuzeitWas heißt Durchzucht? Unter„durchgezüchlete Hühner" versteht man Tiere, welche die Potenz vererbt in sich tragen, viele Eier zu legen und dabei kräftig und gesund zu sein. Hühner, welche durch hohe Produktion KörperVericte Ledenszähigkeit verlieren, gehören nicht in den sce. Diese harten und hochproduktiven Stämme zu Sstn nt nicht jedermanns Sache; diese Arbeit sollte in den Schleeei sdenkender Züchter sein, welche wiederum im Ring alle richt inen Staat zu kontrollieren wären. Die Zucht solte M zu vielen Händen liegen, da sonst bei der heutigen Aenussigreit das Bestehende im Chaos bleiben würde und von konstanten Blutlinien keine Rede mehr sein kann. Das Beispiel Nord=Amerikas, sowie Ho“ands dürfte auch für andere Länder vorbildlich werden.. heutigen großen Erfolge der Welt=Geflügelindustrie haben sich nur auf wenigen Rassen aufgebaut und so muß auch die Sportgeflügelzucht Opfer d. h. sich mehr auf wenige Rassen konzentrieren, wenn dieselben Fortschritte machen will, wie die Nutz= resp. die ErDas Handwerk des Leistungszüchters ist das Fallnest. Ohne letzteres ist kein genauer Rekord möglich. Weiter haben wir am Fallnest auch die äußeren Mekmale des guten Legers kennen gelernt, so daß der Durchschnittszüchter auch ohne Fallnest schon gute Arbeit leisten kann. Bei dem Abschätzen des wir am Fallnest auch die äußeren Merkmale des guten Legers zu betrachten, erstens die physische Entwicklung, zweitens Temperament, drittens Charakter(erkenntlich am Kopf) und viertens Körpermaße. Diese vier Punkte gehören immer zusammen, um eine Vollschätzung vorzunehmen, z. B. würden Körvermaße allein niemals maßgebend sein. Die Zeit ist zu kurz, um auf dieses Thema näher einzugehen und ich komme zu Punkt zwei, zur Aufstallung unseres Geflügels. Von allen Stallkonstruktionen hat sich der Pultdachstall am besten bewährt; die Anlage sollte immer an einem geschützten Ort mit der Front nach Süden möglichst auf Sandboden angebracht sein. Bei Lehmboden sollte wenigstens um den Stall herum Asche und darüber Sand angefahren werden, um dadurch wenigstens in der Nähe des Stalles Trockenheit und sanitäre Verhältnisse zu schaffen. Unter dem Zemenboden des Stalles soll mindestene 30 Zentimeter Asche oder grober Kies vorhanden sein, um dadurch das Aufsteigen des Grundwassers gegen den Zementboden zu verhindern und eine trockene Einstreu und gesündere Tiere. Feuchtigkeit im Stall ist unbedingt zu verhindern. Der Stall selbst wird am besten aus Holz gebaut, hinten 1,50 Meter und vorn 2,50 Meter hoch. Das Kotbrett befindet sich an der Nordwand, darüber Sitzstangen. Auf einer Bodenfläche.von 6 X 6 Meter gleich 36 Quadratmeter können 120 Hühner leichterer Rasse und 75—90 Hühner schwerer Rasse gehalten werden. en Der Stall ist an der Nordwand und beiderseitig in der Breite des Kotbrettes doppelwandig. Die Hohlräume werden nicht mit Füllmaterial angefüllt, sondern bleiben hohl. Auch das Dach ist doppelt so weit wie die Seitenwände und befinden sich an der Rückseite des Stalles unter dem Dach die Ventilationsklappen. Die Ventilation arbeitet durch den Hohlraum des doppelten Daches in den Stall hinein und nimmt die schlechte Stalkluft mit durch die Fenster an der Front des Stalles. Eine gute Ventilation ohne Zugluft zu erzeugen, spielt eine bedeutende Rolle im modernen Geflügelstall. Die meisten Züchter wissen nicht, daß ein Huhn eine hohe Anzahl Herzschläge in der Minute hat, daß ein Huhn keine Schweißdrüßen besitzt und auch die orinären Organe beim Geflügel vermindert entwickelt sind. Hieraus ist ersichtlich, daß kein Tier mehr Stallluftraum erfordert, als unser Hausgeflügel und daß eine gute Ventilation im Stall ebenfalls maßgebend für den wirklichen Erfolg in der neuzeitlichen Fütterung. Kein wunder, daß gerade unsere Landwirte, welche in dieser immer schwer gesündigt haben, so wenig Erfolge in der Wintereierproduktion zu verzeichnen hatten. Von großer Bedeutung ist auch, daß die Tiere im Wechsel=Auslauf gehalten werden, wo eine größere Anzahl das Terrain belaufen soll. Der ruhende Wechsel=Auslauf sollte sofort gepflügt oder umgespatet werden und zum Grünfutterbau verwertet werden, um dadurch einmal den Boden wieder frisch zu machen, dann aber auch das wertvolle Grünfutter, mit den wertvollen Vitaminen Des Freundes Schuld und Sühne. Original=Roman von Ludwig Berger. 8 .„„Ja, Wilhelm, ich lebe,“ erwiderte der Mann mit dem #hmerzlich zuckenden, verwitterten Gesicht fast tonlos. „Der Erbärmliche, den du längst nicht mehr am Leben wähntest, steht leibhaftig vor dir, der Mensch, der dich und die Deinen in so große Sorge brachte.—— Wilhelm. kannst du mir verzeihen?— Ach, höre mir nur ein paar Minuten geduldig zu. Dann wirst du alles begreifen.— Gott wollte nicht den Tod eines armen Sünders, sondern, daß er lebe und sich bekehre.— Er gab mir Gelegenheit, meine schwere Schuld wenigstens ein klein wenig zu fühnen.— Alles, alles sollst du erfahren.— Noch zeigte ich mich meinen Eltern nicht. Zu dir trieb es mich vor allem. Du sollst des verlorenen, totgeglaubten Sohnes Fürsprecher werden. — Komm, setze dich zu mir hier auf den Buchenstamm.— Mit doppelten Zinsen darf ich dir heute endlich das Geld zurückzahlen, denn ich bin kein armer Mann mehr.“— Allein, der Jäger war unfähig, den Worten des so urplötzlich wieder erschienenen Freundes mit klaren Sinnen zu . Die Sedanten seines augergten Huneg hatten #cart verwirrt, daß es geraumer Jeit bedurfte, bis sie eintgermaßen zu sammeln vermochten. Aber dann prang er auf, dachte an keinen Groll, an keine Vorwürfe, schloß Otto in seine Arme und jubelte in überströmendem befühl der Freude:„Du lebst!— Gretchens Bruder ist nicht tot!“— Er herzte den Wiedergefundenen und vergaß alles andere um sich her, vergaß sogar seinen Auftrag, Geld von der Oberförsterei zu holen.— Und dann setzten sie sich abermals auf den Baumstamm; Otto holte tief Atem und sprach mit tränendurchzitterter Stimme: * „Du hast damals im Juli vor einem Jahre meinen Brief erhakten, Wilhelm. Wie es um mich stand, ersahst du daraus. Ich reiste also von Berlin angeblich zu meiner Erholung in das Riesengebirge und war fest entschlossen, reichlich und billig zu erzeugen. Ich komme jetzt zu dem Hauptpunkt meines Vortrages, der Fütterung des Geflügels, und ich möchte erst über die Futtermethoden sprechen. Feuchtfütterung gegen Trockenfütterung. Vor 20 Jahren schon, als ich auf größeren amerikanischen Geflügelfarmen tätig war, gingen wir schon zur Trockenfütterung über, weil bei der großen Anzahl der Tiere die Arbeit den Betrieb zu teuer machte und das Resultat war bedeutende Ersparung an Arbeit, gesündere Tiere und später auch bei zunehmender praktischen Erfahrung in der Anwendung und Zusammensetzung des Trockenfutters auch bessere Lege=Resultate. Letzteres wurde m. E. hauptsächlich durch die Regelmäßigkeit des Fütterns erzielt, denn eine regelmäßige ruhige Fütterung läuft parallel mit einer regelmäßigen Eierablage. Hiergegen das Feuchtfutter, welches zu gewissen Zeiten am Tage gegeben, immer hastige Futteraufnahme verursachte, so daß die Tiere oft aus Freßneid mehr Futter zu sich nahmen als notwendig, dazu die große Arbeit, stinkende Tröge mit nachfolgenden Krankheiten, mehr Futterverbrauch und oft Futterverschwendung. Wieviel idealer ist die Trockenfütterung, wo ein Teil des Futters in feingeschrotener Form den Tieren ständig zur Verfügung steht, so daß sie sich helfen können nach eigenem Gutdünken, kein hastiges Fressen, sondern ruhige, gesunde Futteraufnahme. Dazu das Scharrfutter(Körnerfutter) morgens und abends in die Streu geworf, um den Tieren die nöige Bewegung zu machen. Als Scharrfutter kommen in erster Linie Weizen und Mais in Betracht, in kleinerem Maßstabe Hafer, Kaffierkorn, Gerste und Buchweizen. Ein Huhn mittleren Gewichts braucht 65 Gramm Futter, um sein Leben zu fristen und man nennt dieses Futter Erhaltungsfutter. Was darüber gegeben wird, ist Produktionsfutter, vorausgesetzt, daß dieses Futter Stoffe enthält, die eine Produktion ermöglichen. Nehmen wir ein Ei bildlich(Skizze), so finden wir über die Hälfte Wasser: der zweitgrößere Teil ist Eiweiß, der nächstgrößere Teil Kalk und die weiteren bedeutend kleineren Bestandteile sind Fett. Sodium Potassium, Schwefel usw. Hieraus ersehen Sie, daß ein Huhn Eiweiß braucht nebst frischem Wasser und Kalk, um ständig und regelmäßig Eier produzieren zu können; dieses Eiweiß geben wir nicht durch pflanzliches, sondern tierisches Eiweiß, um schnell zum Ziele zu kommen. Im Getreide, welches sehr arm an Eiweiß ist und noch dazu nur zu 60 Prozent verdaulich im Körper der Henne ist, finden wir nicht das Material, sondern im Trockenfleisch, Fischmehl, Milch usw. Das Legetrockenfutter muß also so zusammengestellt sein, daß die Henne alles findet, um gleichmäßig Dotter und Eiweiß schnell zusammenzustellen. Die Praxis hat uns weiter gezeigt, daß eine Henne an reiner Getreidefütterung ¾ Pfund Getreide und mehr gebraucht, um ein Ei zu erzeugen, wohingegen ein gut balanciertes Futter, welches 20 Prozent, meist tierisches Eiweiß enthält, mit ein halben Pfund Futter ein Ei erzeugt werden kann. In Jsen wenigen Worten liegt alles. Die Analyse in einem guten Trockensutter sollte also immer ungefähr folgendermaßen sein: 20 Prozen verdauliches Eiweiß, 3 Prozent Fett, 50 Prozent Kohlenhydrathe, 12 Prozent Mineralien, 10 Prozent Wasser und 5 Prozent Faser. Hat ein Futter mehr Faser, so ist dieses immer ein Nachteil. Es kommt natürlich nicht auf die reine Zusammenstellung in der Analyse an, sondern es spielt auch ein weiterer Faktor eine große Rolle, richtige Zusammenstellung der Vitamine im Futter, und damit berühre ich ein Thema. welches gerade in letzter Zeit so viel von sich hat reden machen und auch ganz bestimmt eine große Rolle spielt in der modernen Fütterung des Geflügels. Ich könnte Ihnen noch vieles in dieser Beziehung mitteilen, vor allen Dingen auch, wie eine moderne Futtermühle eingerichtet sein muß, um bei der Fabrikation moderner Futtermittel, die Vitamine zu erhalten. Die Zeit ist aber zu kurz hier und dürfte ein weiterer Vortrag später dazu Gelegenheit geben. Ich möchte nur jedem Züchter zurufen, daß er die wertvollen Vitamine, ohne die wir keine erfolgreiche Geflügelzucht betreiben können, durch reichliches Füttern von Grünfutter beschaffen kann und auch die wertvollen Mineralsalze, die in konzentrierter Form meist ungünstig sich beim Geflügel zeigen. Das Körnerfutter, welches morgens und abends in die Streu geworfen, soll mit dem Legetrockenfutter zusammengerechnet in der Analyse ein Verhältnis zeigen von:4, d. h. das ganze Tagesfutter der Henne soll zwischen Eiweiß auf der einen Seite und Kohlenhydrate und Fett auf der anderen Seite das oben angegebene Verhältnis:4 sein. Im Winter bei kaltem Wetter soll das Verhältnis der Futteraufnahme zwischen Legetrockenfutter und Scharrfutter:1 sein, im Frühjahr bei höchster Eierproduktion ist der Verbrauch an Schrotfutter größer. Ich möchte nochmals erwähnen, daß bei der Fütterung das Wasser eine große Rolle spielt und soll jeder Stall so eingerichtet sein, bezgl. Besatz und Größe, daß ein Einfrieren des Wassers im Stall ausgeschlossen ist. Weiter sollte in jedem Stall ein Gefäß vorhanden sein, in welchem Kalk, Gritt(kleine Quarzsteinchen) und Holzkohle zur ständigen Aufnahme der Tiere zur Verfügung steht. Holzkohle spielt ebenfalls eine größere Rolle in der modernen Fütterung als allgemein bekannt, sie dient zur Erhaltung des Futters selbst als auch antiseptisch im Körper der Tiere. Weiter möchte ich einige Worte über die Lichtbehandlung im modernen Geflügelstall sagen und ich kann jedem Geflügelzüchter, der seinen Stall mit jungen Hühnern zur Wintereierproduktion gefüllt hat, empfehlen, mit Licht im Winter zu arbeiten. Eins ist nur wichtig, wer einmal den Stall morgens und abends belichtet, muß dieses regelmäßig tun, da sonst die Tiere oft mitten im Winter in die Mauser gehen. Die Resultate der Lichtbehandlung sind auch in Deutschland günstig zu nennen und dürfte auch über dieses Thema später in einem besonderen Vortrag weitere Klarheit geschaffen werden. Zuletzt möchte ich es nicht unterlassen, noch einige Worte über Fütterung und AAufzucht der Küken zu sagen. Wir haben in den letzten Jahren in Verbindung der OVA=Mühle in Krechting b. Rhede i. W. in unserer Versuchsstation, Versuche gemacht mit einer ganz neuen Methode in der Aufzucht der Küken. Nachdem dieselben Versuche in Amerika, England und Holland schon ein Jahr vorher scharf beobachtet wurden. Der Versuch bestand darin, den Küken ein Trockenfutter ohne Scharrfutter zu geben, bis zum 4. Lebensmonat und statt Wasser in den ersten zwei Monaten Milch zu geben. Die Erfolge waren überall bei unseren Erwerbsgeflügelzüchtern als auch Landwirten überraschend, so daß wir die Ansicht unserer ausländischen Freunde absolut teilen mußten. Die Sterblichkeit war eine weit geringere, als bisher bekannt, auch war das Jungtier früher ausgewachsen und mit dem 5. Monat legereif. Aus Nah und Fern. Dorsten, 24. Jan. Ein schweres Automobilunglück ereignete sich am Samstag morgen am hiesigen Südwall. Das Kraftfahrzeug der Zeno=Zeitungs=Gesellschaft in Münster kam auf der Faht nach Bocholt übe den Südwall gefahren. Als es in die Nähe des evangelischen Pfare hauses kam, befanden sich dort eine Anzahl Kinder, darunter der 10jährige Zwillingssohn des Shauffeurs Möller, und vergnügten sich mit Schneeballwerfen. Möller wollte nun mit einem dicken Schneeball einen älteren Herrn werfen, der ihm aber mit der Hand drohte. Der Junge lief nun fort und direkt vor den Kraftwagen. Der runter der 10jährige Zwillingssohn des Chauffeurs Mölwollte im letzten Moment, das Unglück verhüten, riß den Wagen zur Seite und dadurch wurde der Junge, der nun direkt vor den Kraftwagen sprang, von einem Kotflügel erfaßt und stürzte so unglücklich, daß er vor das Vorderrad geriet und überfahren wurde. Der Führer des Kraftfahrzeuges hob den Jungen auf und schaffte ihn zum Krankenhaus. Hier ist der Junge jedoch 10 Minuten später gestorben. Nach den übereinstimmenden Aussagen von Zeugen und Chauffeur trägt der Führer des Kraftwagens keine Schuld. Es ist bedauerlich, daß die Kinder gerade die verkehrsreichsten Straßen zum Tummelplatz benutzen, denn nur hierdurch ist das schwere Unglück herbeigeführt worden. Fkankstart a.., 24. Jan. Gestern wurde hier der Juwelenhänd'er Grebenau, der auch als Gerichtssachverständiger in Frankfurt am Main beeidigt war, in seinem Geschäftslokal in der Kaiserstraße ermordet aufgefunden. Bargeld und Juwelen im Werte von etih 50000 Mark fehlen. Von den Tätern fehlt bis etzt jede Spur.— Grebenau, der seine Privatwohnung im Sandweg 3 hat, hatte die Gewohnheit, auch Sonntags sich in sein Geschäftslokal an der Kaiserstraße 1 zu begeben, um dort die Post durchzusehen. Die Tat muß gegen 10 Uhr passiert sein, da der Ermordete noch gegen acht Uhr in einem Kaffee gesehen worder ist und um 12 Uhr von einem Geschäftsfreund ermor det aufgefunden wurde. Die Leiche zeigt, wie der Ge richtsarzt feststellte, am Hinterkopf eine Schußwund. und an der Stirn fünf tiefe Wunden, die von Schläger mit einem stumpfen Instrument herrühren. Der Tat ort zeigt zahlreiche Blutspuren und blutige Fingeral drücke. Man nimmt an, daß zwischen dem Täter unt seinem Opfer ein heftiger Kampf stattgefunden hat. Die Leiche selbst wurde von der Mordkommission beschlag nahmt und dem Leichenschauhaus zugeführt. meinem armen, von des Wahnsinns finsterer Macht bedrohten Leben ein Ende zu machen, in der Weise, wie ich es dir schrieb.— Nach langer Wanderung gelangte ich an eine schroff abfallende, tiefe Felsenspalte. Ein paar Minuten packte mich etwas wie Todesgrauen und Neue. Dann aber, als ich menschliche Stimmen irgendwo zu vernehmen glaubte und befürchtete, man könnte mich hindern, zögerte ich nicht länger, tat den Sprung in die Tiefe. Ich entsinne mich nur noch, daß ich mit furchtbarer Wucht auf etwas Hartes aufschlug und blitzartig das Gefühl hatte: jetzt ist alles in dir zerschmettert.— Aber ich lag nicht am Grunde der Schlucht, wie herzugeeilte Touristen, die mich zuvor durch ihre Rufe hatten warnen wollen, vermuteten, sondern in halber Tiefe auf einem Felsvorsprung, der mich aufgefangen hatte. Gebrochen war Gott sei Dank nichts an meinem Körper, aber Hände und Füße verstaucht, auch rieselte Blut aus einer Kopfwunde und verschiedenen unbedeutenden anderen Verletzungen. Erst am nächsten Morgen, als mich der erste Sonnenstrahl grüßte, erwachte ich zu klarem Bewußtsein, erkannte, was mit mir geschehen war, daß ich durch einen Zufall— wie man schlechthin sagt — vom sicheren Tode gerettet worden war. Da erschien mir der Gedanke an einen erneuten Selbstmordversuch auf einmal so widerlich und erbärmlich, daß ich unschlüssig war, was ich tun sollte.— Die immer unerträglicher werdenden Schmerzen aber zwangen mich, mit der ganzen Kraft meiner Lungen um Hilfe zu rufen. Doch Stunde um Stunde verrann, ohne daß mich jemand hörte. Da, als ich einer abermaligen Ohnmacht ganz nahe war, schallte von der Höhe eine menschliche Stimme an mein Ohr.— Ich schaute auf und sah etwa zwanzig Meter über mir einen Mann mit seinem Seil stehen.—— Jetzt bist du gerettet!“ jubelte ich auf, und in jenem Au üblick hatte das Leben plötzlich seinen vollen Reiz wieder für mich gewonnen.— Der Retter in der Not ließ das Seil herab, ich biß mit den Zähnen hinein, schlang es um meine Arme, da die verstauchten Hände es nicht zu halten vermochten, klammerte mich fest daran, so gut es eben ging, und wurde langsam emporgezogen.— Der edle Retter war ein stattlicher, älterer Herr mit einem würdigen Gesicht, das auf den ersten Blick Vertrauen einflößen mußte.— Schon in der nächsten Stund. waren wir Freunde. Richard Albrich hieß dieser hoch herzige Mensch. Er erzählte mir, daß er in Südafrika begütert sei und sich auf einer Reise im geliebten deutschen Vaterlande befinde.— Das Riesengebirge sei seine Heimat, nach der es ihn immer wieder ziehe.— Mit jedem Bergpfad sei er vertraut, und gerade heute früh habe er ein unwiderstehliches Verlangen verspürt, gerade diesen Pfad, der an der Schlucht vorüberführte, einzuschlagen. Das müsse eine Fügung Gottes sein. Und dann forderte er mich auf, ihm zu vertrauen, ihm auch meine Geschichte zu erzählen.— Ich hätte es nicht über mich gewonnen, einen solchen Mann zu belügen. Darum bekannte ich ihm alles der Wahrheit gemäß.— Gerührt hatte er mir zugehört. Darnach sprach er:„In der heutigen Zeitung wird zweifellos bereits die Nachricht von Ihrem Tode stehen, mein lieber Normann, denn im Hotel berichtete man gestern abend von einem verwegenen Touristen, der versucht habe, die Felsenspalte zu überspringen trotz lauter Warnungsrufe von Leuten, die ihn beobachteten. Er sei abgestürzt und liege bestimmt mit zerschmetterten Gliedern am Grunde des Spalts.— Auch Ihren Namen, den Sie ins Fremdenbuch eingetragen hatten, kannte man.— Was wollen Sie jetzt tun?— Ich fürchte, wenn ich Sie aus meinen Augen lasse, kommen die bösen Geister bald wieder über Sie, und in einem Anfall von geistiger Umnachtung wiederholen Sie den Selbstmordversuch. Wie wäre es, wenn ich Sie mit mir nähme nach Kapland?— Dort kämen Sie in ganz neue Verhältnisse und würden gewiß wieder ein nützliches Glied der menschlichen Gesellschaft. Ich wäre in der Lage Ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich emporzuarbeiten, daß Sie einmal als ein geläuterter Mensch nach Deutschland zu den Ihrigen zurückkehren könnten.— Hätten Sie Lust, auf meinen Vorschlag einzugehen?“— Nun, du wirst es mir nachfühlen. lieber Wilhelm, was ich bei dieser Frage empfand. (Forts. folgt.) * 2 und Antwort. Ein Ratgeder für jedermann. Bedingungen für die Beantwortung von Aufragen. Der größte Tell der Fragen muß schriftlich beantwortet Gerden, da ein Abdruck aller Antworten räumlich unmöglich ist. Dethalb muß jede Anfrare die genaue Adresse des Fragestellers enthalten. Anenyme Fragen werden grundsätzlich nicht beantwortet. Außerdem in jeder Frage ein Ausweis, daß Fragesteller Bezieher unseres Blattes ist, sodie ein Portsanteil von 30 Pfg. beizufügen. Werden mehrere * Fragen gestellt, so sind ebensoviel Portoanteile, als Fragen gestellt sind mitzusenden. Im Briefkasten werden nur rein landwirtschaftliche Fragen behandelt; in Rechtsfragen oder in Angelegenheiten, die sich nicht dem Nahmen unseres Blattes anpassen, nn Auskanft nicht erteilt werden. Die Schriftleitung. Frage Nr. I. Meine neunjährige Fohlenkute lahmt vorn links. Die Sehnen fühlen sich weich an. Bei Druck auf die Sehnen hat die Stute Schmerzen. Ich reibe die Sehnen mit Pre#rleiritus und Pottasche ein. Wenn ich die Siair’ jaizr, tagmt nie oceder. Was gies Eii Metrmittel gidt es?. Frau M. in L. Antwort: Wenden Sie bei der Sehnenentzündung Ihrer Stute zunächst heiße Antiphlogistine=Umschläge an. Sollte diese Behandlung nicht anschlagen, würden wir Ihnen raten, einen Tierarzt zu Rate zu ziehen, der eventuell die Sehnen drennen wird. Fünf bis acht Tage Ruhe sind unbedingt notwendig. Bet. Frage Nr. 2. Mein sieben Wochen altes Bullen=Absatzkald bläht sich seit zwei Wochen nach jedem Futter auf. Trotz Futterwechsels hat sich der Zustand nicht gebessert, es bläht immer noch und ist sehr abgemagert. Was ist zu tun? Ist noch Besserung zu erwarten? B. W. Antwort: Das Kalb leidet an chronischem Magenkatarrh. Füttern Sie öster aber in kleinen Portionen, geben Sie Kleietränke und Heu. Setzen Sie dem Getränk etwas verdünnte Salzsäure zu und geben Sie aufs Futter etwas künstliches Karlsbader Salz. Als Ursache des Leidens käme u. a. eventuell auch Tuberkulose in Frage. Verdächtig erscheint die Abmagerung. Immerhin ist noch obiges zu versuchen. Zum Schlachten bleibt Zeit. Dr. F. Frage Nr. 3. Woher beziehe ich gutes Fischmehl, und wieviel darf ich davon meinen 15 Wochen alten Schweinen täglich ohne Schaden verabfolgen? A. O. in K. Antwort: Gute Bezugsquellen für Fischmehl sind: Firma Paul Haefeker& Co. in Hamburg, Alsterdamm 26, und Sophus Kramer & Co., Hamburg, Speersort 6. Diese Quellen waren uns vor einiger Zeit seitens der Versuchswirtschaft für Schweinezucht und=haltung in Ruhlsdorf genannt worden. Auch liefern die Landwirtschaftskammern, Raiffeisenvereine und die Futterstelle der„Deutschen LandwirtschaftsGesellschaft“ in Berlin SW 11, Dessauer Str. 14, gute Ware. Fischmehl darf vor allem nicht zu hohen Salzgehalt— meistens nicht über 3 bis 4 v. H.— haben. Je nach dem Eiweißgehalt des übrigen Futters verabfolgt man je Kopf und Tag 100 bis 200 g. Mischen Sie 37½ kg Getreideschrot, 5 kg Fischmehl, 2½ ka Fleischmehl, 2½ kg Blutmehl, 1½ kg Trockenhese und 1 kg Schlämmkreide, und verabfolgen Sie hiervon an je Tier und Tag ½ bis 1 kg Als Grundsutter können Futterrüben oder Kartoffeln dienen. Dr. Ws. Frage Nr. 4. Womit ist nach Rotlauf der Stall zu reinigen und zu desinfizieren? I. H. in U. Antwort: Das Reichsviehseuchengesetz schreibt nach dem Auftreten jeder Seuche gründliche Reinigung und Desinfektion der Stallungen, Gerätschaften und Tiere vor. Es konnte nun auf Grund eingehender bakteriologischer Untersuchungen festgestellt werden, daß mit einer zweiprozentigen Lösung von Cellokresol— von Sacharinfabrik .=G. Magdeburg Süd=Ost— nach 15 bis 30 Minuten dauernder Einwirkung gründliche Reinigung und völlige Keimfreiheit erzielt wurde. Es werden deshalb nach restloser Entfernung des Stalldüngers Stallboden, Buchten, Tröge mit lauwarmer zweiprozentiger Cellokresollösung gescheuert, und die Tiere werden damit abgewischen. Die Wände werden gleichfalls gesäubert, dann gekalkt, wobei dem Eimer Kalkmilch 200 g Cellobresol zugesetzt werden. Dr. Ws. Frage Nr. 5. Mein 1½ hund hat viele kahle Stellen, ist aber sonst ganz munter. Wie kann ich die Haarlosigkeit beseitigen? E. N. in S. Antwort: Baden Sie den Hund einige Male in Sulfargilwasser, dann werden die Haare sich schon nach und nach einstellen. Warmhalten nach dem Trockenreiben ist bei dem gebadeten Hund natürlich unbedingt erforderlich. Vet. Frage Nr. 6. Wie tief senden eigentlich der Roggen, die Gerste und der Hafer ihre Wurzeln in den Boden?. L. M. Antwort: Roggen, Gerste und Hafer lenden ihre Wurzeln recht verschieden tief in den Joden. Die Hauptwurzeln von Gerste und Roggen durchdringen den Mutterboden bis zu einer Tiefe von etwa 25 cm. Einzelne Wurzeln gehen aber auch noch tiefer. Haser wurzelt mit seinen Hauptwurzeln doppelt so tief, d. h. 50 cm. Außerdem werden von diesen drei landwirtschafti Mst=ünhen„Kutücflanzen einzelne Wurzein, die ausschließlich nur der Wasserversorgung dienen, bis zu einer Länge von 2 m in den Boden gesandt.„ H. G. Frage Nr. 7. Welche Bohnen kämen hierzulande für Gründüngung in Frage? Bitte Adressenangabe diesbezüglicher Saatguthandlung. Eignet sich die Bohne für Unterbau in Wintergetreide? Oder bleiben Klee und Serradella die besten Stickstoffsammler im Unterbau? Wieweit sind die Versuche mit deutschem Besenginster? F. K. in N. Antwort: Sie haben in erster Linie vergessen, nähere Angaben über Ihre Bodenverhältnisse zu machen. Die Frage über Bohnenanbau läßt vermuten, daß Sie schweren, tonigen Boden haben, wiederum deutet Ihre Frage wegen Anbaus von Besenginster auf ganz leichten Boden hin. Da ist es schwer, Rat zu erteilen. Um ganz sicher zu gehen, können wir Ihnen nur raten, sich an Ihre Landwirtschaftskammer zu wenden, die durch zahlreiche Versuche, insbesondere durch Zusammenschluß mehrerer Wirtschaften zu Versuchsringen Ihre wirtschaftlichen und Bodenverhältnisse weit besser kennt als ein Außenstehender Zur Gründüngung eignen sich die meisten Bohnensorten, für Ihre Verhältnisse käme wohl die„Kleine Thüringer“ und die„Ostpreußische Bohne" in Betracht, da sie sich mehr ihrem kontinentalen Klima angepaßt haben. Zum Unterbau in Getreide ist Bohne nicht geeignet. Geeigneter sind dazu Klee und Serradella. Dort wo Schafe gehalten werden, kann der Ginster als Winter=Ergänzungsfutter in Betracht kommen. Besonders Heidschnucken, die an Heidekraut gewöhnt sind, finden sich noch am besten mit dem Ginster ab. Man darf aber die Schafe nicht zu lange weiden hassen, da sie sonst leicht taumelig werden. Bald aber gewöhnen sie sich an dieses Futter. Seinerzeit hat Professor Julius Kühn verschiedene Versuche mit dem Anbau des Ginsters und dessen Verwertung durch das genügsame Karakulschaf gemacht. Aber auch er hat sich in der Genügsamkeit der Karakulschafe wie der Ginsterpflanze getäuscht. In futterarmen Zeiten darf man den Ginster in Häckselform auch den Land= und Merinoschafen in kleinen Mengen beifüttern. Eine weitere gute Verwertung bildet der Besenginster als Besenreisig. Er gibt gute Kehrbesen, die den Birkenbesen nicht nachstehen. Auch gibt untergepflügter Besenginster gute Gründüngung. Aber diese Pflugarbeit erfordert vier= bis sechsspännige Pferdekraft oder Dampfpflügen. Sämtliche Bezugsadressen teilt Ihnen Ihre Landwirtschaftskammer unentgeltlich mit. Dr. Ws. Frage Nr. 8. Ich kalkte wiederholt die Stellen, an denen Porree stand, denn der ganze hiesige Boden ist mit der Porreemade verseucht, und trotz heftigem Kalken gingen auch dieses Jahr wieder sämtliche sehr kräftigen Porreepflanzen ein. Gibt es da ein anderes Mittel? P. B. in.=R. Antwort: Die motte, die der verur wird durch das rechtzeitige befallenen Pflanzenteile ausgeführt. Dieser Schnitt hat so tief zu erfolgen, daß die Made auch wirklich mit abgeschnitten wird, auch wenn der Schnitt bis unter die Erdoberfläche geführt werden muß. Der Abfall ist zu verbrennen. Außerdem ist eine frühe slanzung mit kräftigen Pflanzen anzuraten. Sollte sich der Besall noch ein zweites Mal einheien: b i dur Aschnelten ptont zu Pecher. 1½ Jahr aller Schäferm. er trißt fer wenz, Frage Nr. 9. Wie entferne ich am besten das Moos von meinen Obstbäumen, ohne dieselben zu schädigen? H. Z. in B. Antwort: Da sich unter dem Moos und den Flechten an den Obstbäumen viele Parasiten verbergen, halten wir es für das beste, wenn Sie das Moos durch Chlorwasser entfernen. Man nimmt auf 250 g Chlorkalk eineinhalb Liter Wasser und begießt das am Stammende hastende Moos mit dieser Lösung. A. B. Frage Nr. 10. Die Blätter, Triebe und Trauben des Weinstockes am Wohnhause leiden unter dem echten Meltau oder Oichium. Jedenfalls sind am einjährigen Holze nach dem Laubabfall braunschwarze Flecken jetzt zu finden, als Folge derselben Pilzkrankheit. Sicherlich sprangen die Traubenbeeren auf und ließen ihre Kerne deutlich herausblicken. Was ist zu tun? F. S. in G. Antwort: Das fleckige, meistens unreise Holz ist beim Rebschnitt zu entfernen und zu verbrennen. Danach kann der ganze Rebstock mit zwei= bis fünsprozentiger Solbarlösung bespritzt werden. Ende Mai, Ende Juni und Ende Jul sind die jungen Blätter, Triebe und Gescheine ode Träubchen mit Schwefelblüten bei heißem Wetter sein zu bestäuben; am einfachsten ist es, das feingemahlene Schwefelpulver in den Spritzkopf einer seinbrausigen Gießkanne zu bringen, so man keinen eigenen Handschwefler besitzen sollte. J. G. Frage Nr. 11. Wieviel Meter soll ein Bienenstock von der Straße entfernt sein? Fr. in N. Antwort: Es gibt für die Aufstellung von Bienenvölkern keine genauen Vorschriften. Er kommen da die§§ 903 bis 907 und 1004 des Bürgerlichen Gesetzbuches in Betracht. Es darf danach jeder Besitzer auf seinem Grund und Boden Bienen aufstellen, wenn er dafür sorgt, daß eine Belästigung der Nachbarn oder der Passanten eines nahen Weges vermieden wird. Es sind große Bienenstände unmittelbar an belebten Straßen errichtet ohne daß eine Belästigung erfolgte Zu dem Zweck wird der Stand nach der Straße mit einem mindestens 2 m hohen Baum geschützt, so daß die Bienen beim Abflug gleich hochgehen müssen Es genügt ein engmaschiger Drahtzaun, der noch im Laufe des Jahres mit Bohnen oder auch dauernden Schlingpflanzen begrünt und gedichtet wird. Für den Nachbar macht ein Gläschen Honig mit freundlichen Worten gestiftet, einen zu niedrigen Zaun bald hoch genug. Bei nachgewiesener dauernder Belästigung kann die Polizei Entfernung der Bienen verlangen.. Sch. Frage Nr. 12. Habe jetzt sehr reich erfrorenes Obst. Kann ich damit noch etwas anfangen?. L. M. in S. Antwort: Wenn Sie zwischen Ihrem Obstvorrat erfrorene Früchte finden, so wersen Sie dieselben am besten, ehe sie noch auftauen, in ein großes Gesäß mit recht kaltem Wasser. Hierin lassen Sie dieselben so lange liegen, bis der Frost vollständig herausgezogen ist, was man daran erkennt, daß sich eine Eiskruste um die Apfel setzt und wenn nach deren Entfernung sich wieder keine neue Kruste bildet. Das erfroren gewesene und so behandelte Obst hält sich nun noch längere Zeitz wogegen es in dem Falle, daß es von selber austaut, oft sofort verfanlt. A13. Frage Nr. 13. Ich habe Schweineschmalz vom vergangenen Jahre, kann dasselbe aber nicht gebrauchen, da es schlecht geworden ist. Was soll ich tun? Wie kann ich Schmer ausbraten und aufbewahren, daß es sich ein Jahr hält? C. W. in N. Antwort: Wir raten Ihnen, das Schweineschmalz nochmals zu braten, und zwar unter Beiabe von einigen Mohrrüben, Thymian und iebeln. Ist danach der schlechte Geschmack nicht beseitigt, so müssen Sie es wohl oder übel zum Seisekochen verwenden. Wenn man Schmer ausbrät, so fügt man, wenn man es ansetzt, je nach der Menge, eine oder mehrere Kellen Wasser hinzu, ebenso etwas Salz. Dann gibt man Thymian und später einige in der Mitte durchgeschnittene Apfel hinzu, die man herausnimmt, sobald sie weich sind. Das Fett muß gleichmäßig, nicht zu stark, braten, damit das Schmalz zart bleidt. Wenn die Grieben anfangen bräunlich zu werden, gibt man Zwiebeln und läßt diese auch goldbraun werden. Das wird durch ein Sieb in angewärmte Steinse gegossen. Nach dem Erkalten mit Pergament und an kühlem Ort ausbewahren E. S. A * * E 36. Jahrzang Bantienischaftnche=Wenage zur Grenzwarte, Bocholt i. W. Schriftleitung: Oekonomierat Grundmann, Neudamm Seher Rechhruck ans dem Irhalt beies Plates wict grichlüch verteigt(Geseh von m1. Jul 1850 1927 Mancherlei von der Murte. Von R. Reichhardt.(Mit 2 Abbildungen.) Auf dem Fensterbrett im Hause des alten Schafmeisters prangte ein uralter Myrtenstock. Vor mehr als vierzig Jahren am Hochzeitstage (atte ihn die damals jugendliche Braut, die schon Reisleir ange der grüne Rasen deckt, als zartes####em Sodann gebe man dem Topf einen Platz am Fenster, der jedoch vom Sonnenschein nicht „— Femenschein nicht frischem Wasser ab. Werden einige Blätter gelb, getroffen wird. Mit dem Gießen, zu welchem so sind dies die ersten Anzeichen dafür, daß Abbildung 1. Blühendes Nyrtenbäumchen. us dem Kranze in den Topf gesetzt. Noch immer breitet er seine duftenden Blätter aus und noch immer blüht er als lieber Hausgenosse zur Freude don Kindern und Kindeskindern, wenn die sommerliche Sonne durch die Scheiben des niedrigen Häusleins fällt. Ich hätte die Familie In ihren Besitz fast beneiden mögen, aber ich begnügte mich mit der Erzählung von der Behandlung des treuen Myrtenbaumes, die mir der freundliche Alte auf meine Bitte gab. Zu Nutz und Frommen unserer geneigten Leser will ich sie in die Form allgemeinerer Anweisungen kleiden. Zur Anzucht eines Myrtenbäumchens wähle man nicht die Zweige, welche eben einen Teil ingesetzt haben, sondern solche, bei denen die End= und Seitenknospen noch ruhen, am besten im Frühjahr vor dem Austrieb. Die Länge dieser Zweige betrage 10 bis 12 cm; die unteren Blätter entferne man und führe den Schnitt unter einem Blattknoten schräg. Man setze das Myrtenreis recht tief in einen kleinen Topf, dessen Boden rüt emner Lage Topfscherben belegt wurde, die abfluß des Wassers befördern. Die Erde bestehe aus einer Mischung Heide= und Lauberde. Bis von Lehm, Wasser in der Temperatur der Zimmerräume verwendet wird, muß man sparsam verfahren, zuerst nur einen Tag um den andern. Wenn einige neue Blätter erschienen sind, wird das Glas entfernt und nach Bedarf, wenn die Erdoberfläche des Topfes sich krümelig anfühlt, reichlicher gegossen. Doch lasse man auchjetzt das Bäumchen ohne direkten Sonnenschein; die Myrte kann das helle Sonnenlicht nie vertragen und wächst auch in der Natur unter dem Schutze größerer Gewächse im Halbschatten. Solange die Myrtenpflanze jung ist, will sie öfters — und zwar im Frühjahr— umgepflanzt sein. Bei Beginn ihrer Vegetation gibt man ihr öftere Dunggüsse mit Hornsponwasser. Immer sorge man für guten Wasserabzug durch Scherben= oder Holzkohlenbelag des Topfbodens. Niemals lasse man das abgezogene Wasser im Topfuntersatz stehen. Wurzelfäule hat meist in dieser falschen Behandlung ihre Ursache. Alte Myrtenbäume setzt man am besten überhaupt nicht um. Man entfernt vielmehr im Frühjahr vor dem Austrieb die obere Erdschicht des Kübels, ersetzt sie durch frische Erde und gibt einige Dunggüsse. Die Mhrte will hell stehen, aber nicht in der Sonne. Im Winter darf die Myrte nicht zu warm stehen; noch weniger kann sie das Wechseln des Standortes vertragen. Das Aussetzen jüngerer Bäumchen mit dem Topfe ins Freie im Sommer kann sehr wohl geschehen; auf einem kühlen, luftigen, freien, der Sonne nicht ausgesetzten Standort fühlen sie sich am wohlsten. Sehr dankbar ist die Myrte für häufiges Besprengen und Bespritzen ihrer Blätter, ebenso ihrer Krone mit Regenwasser im Sommer. Überhaupt schadet trockene Luft wie allen Topfpflanzen so auch der Myrte. In solchem Falle wird sie leicht von Schildläusen heimgesucht. Zu ihrer Bekämpfung verwendet man TabaksEine Handvoll Zigarrenstummel werden Liter wasse andern Tage stehen und spritzt sie dann mit die Pflanze durch allzugroße kässe leidet, während trockenes Aussehen und mangelhafter Austrieb auf übermäßige Dürre schließen läßt. Myrtenkronenbäumchen, welche sehr beliebt sind, kann man durch Entfernen der unteren Seitentriebe bei jungen Pflanzen leicht heranziehen. Empfehlenswerte Sorten sind; nana compacta, die vollblühende Zwergmyrte, latifolia, die großblätterige und angustikolia, die beliebte Brautmyrte. Die Myrte ist seit alten Zeiten bei allen Völkern beliebt gewesen. Bei den Griechen und Römern galt sie als die heilige Pflanze der Göttin Aphrodite und war das Symbol der Jugend und Schönheit. Eine Myrtenkrone schmückte den Triumphator. Die Sitte, die jungfräuliche Braut bei der Trauung mit einem Myrtenkranze zu schmücken, die jetzt in Deutschland ganz allgemein ist, besteht erst seit dem 16. Jahrhundert; sie findet sich aber bereits im klassischer Altertum. Und wie die Myrte den Menschen schmückt bei des„Lebens schönster Feier“, so begleitet sie ihn auch auf seinem„letzten Gange“. Die Blätter der großblätterigen Myrte verwendet man in vielen Gegenden mit Vorliebe zu Kränzen Abbildung 2. Ein bläbender Mortenzweig. und Girlanden für Verstorbene, und die Pfianze führt deshalb den Namen Totenmyrte. Nach einer sinnigen Legende stammt die Myrte aus dem Paradiese. Dem Gebote Gottes zuwider Waster Shashrgr—. wen hatte Adam von dem Baum der Erkenntnis des 2 Liter mwugg“######t. Nach dem Guten und Bösen gegessen und mußte den Anwachsen wird Erkalten der Brühe werven oie anzen kopfüber Parten Eden verlassen. Als ein letztes Zeichen läßt die Pflanzen bis zum## die goldene Zeit des Paradieses pflückte ein Zweiglein von der am Wege pkangenden Myrte, damit ihr überirdischer Duft in seinem ferneren müh- und arbeitsvollen Leben ihn erinnere und mahne an das, was er einst besessen und leichtsinnig verscherzt hatte. Als— so erzählt eine griechische Sage— die Göttin Aphrodite, aus dem Schaum des Meeres geboren, ans Land stieg, fand sie weit und breit keinen Baum, der seine Zweige über die Neugeborene halten konnte. Nur die Myrte schien sich zu ihrem Empfange bereitet zu haben, und froh, ein Versteck zu finden, eilte Aphrodite in den Schatten der Myrte, bis weitere Hilfe nahte. Die Tuberkulose der Ratzen. Von Dr. W. Wieland. Wenn ein Hund oder eine Katze bei gutem Futter ersichtlich abmagert, dann denkt der Besitzer gewöhnlich, daß Würmer die Ursache dieser Abmagerung seien. Häufig trifft das auch zu, mitunter aber auch nicht. Deswegen sollte man auch nicht seine Lieblinge aufs Geratewohl einer immerhin anstrengenden Wurmkur unterwerfen, sondern vorher erst den Tierarzt befragen. Es kommt nämlich häufiger vor, als der Laie ahnt, daß die Volksgeißel Tuberkulose auch das Katzengeschlecht ergreift und die damit verbundene Abmagerung ist oft das erste und einzige Merkmal, das dem Besitzer der Katze auffällt. Wie häufig doch Katzen in den Großstädten an Tuberkulose eingehen, das zeigt eine Statistik von Jost, der im Jahre 1913/1914 in der Kadaver=Vernichtungsanstalt Berlin 933 Katzen obduzierte und darunter 110 Stück tuberkulöse Fälle vorfand(10,26%). Darunter sanden sich 24 Kater und 86 Katzen. Wenn Jost aber hieraus den Schluß zieht, daß die Tuberknlose beim weiblichen Geschlecht einen gänstiger.n Nährboden findet als beim männlichen,so; das ein Trugschluß. Der Unterschied berut: zelmehr darauf, daß allgemein mehr Kat Kater gehalten werden. Beim Hunde is: nämlich gerade umgekehrt, da allgemein meyr Rüden als Hündinnen gehalten werden. Ven den 75 tuberkulösen Hunden, die Jost obduzierte, gehörten 52 dem männlichen, 23 dem weiblichen Geschlecht an. Die hauptsöchlichste Ansteckungsquelle für die Katze ist der tuberkulöse Mensch. Man soll daher nicht nur nicht die Katze im Sack kaufen, sondern auch den Vorbesitzer auf seinen Gesundheitszustand etwas näher ansehen. Selbst wenn man schon infizierte Katzen geschenkt bekommen kann, sollte man auf solches Danaer=Geschenk lieber verzichten. In größeren Städten ist daher natürlich die Tuberkulose unter den Katzen besonders häufig. Nach Fröhners Berechnung kommt in Berlin auf 100 Katzen eine tuberkulöse. In Kopenhagen hat Jensen 25 Fälle gesammelt. Die Erscheinungen bestehen bei der Katze in hochgradiger Abmagerung, Blutarmut, Schwäche, Atemnot, heftigem Husten sowie Dämpfung der Lunge. Eine Behandlung der kranken Katzen ist ziemlich aussichtslos und steht in keinem Verhältnis zu den Kosten für eine neue Katze. Man tut also gut daran, bei feststehender Diagnose die erkrankte Katze möglichst bald töten zu lassen. Cigentümlich ist es, daß in einem Lande wie England, wo die Katzenzucht doch in höchster Blüte steht, Katzentuberkulose kaum vorzukommen scheint. Die Ansteckung erfolgt bei den Katzen hauptsächlich durch den Verdauungskanal, worauf die häufige Erkrankung der Gekrösdrüsen schließen läßt; nicht selten erkranken nur die Verdauungsorgane. Nocard gelang es, durch Verfüttern von tuberkulöser Milch bei einer Katze eine tuberkulöse Gelenkentzündung hervorzurufen, Rieck beobachtete, daß 5 Katzen, die auf einem Viehbofe mit roher Milch gefüttert wurden, on Tuberkulose erkrankten. Mithin wäre rohe Kuhmilch, die von Kühen mit offener Tuberkulose Larmmt, els zweite Ansteckungsquelle anzusehen. is die Tuberkulose auch durch den Begattungs#n bei Katzen übertragen werden kann, hält Jensen für zweifellos erwiesen. Nach den Feststellungen von Jost erreichten die 110 tuberkulösen Katzen folgendes Alter: 4 starben unter einem Jahre, 18 im Alter von 1 bis 2 Jahren, 22 im Alter von 2 bis 4 Jahren, 38 im Alter von 4 bis 6 Jahren, 28 in späterem Alter. Rasse und Haarfarbe zeigten keine besondere Disposition, es handelte sich meist um gewöhnliche Hauskatzen, ausnahmsweise um Angora=Lutzen. Jost sand folgende Organe an Tuberkulose erkrankt: Bronchialdrüsen, Lunge, Gekrisdrüsen, Bauchfell, Milz, Leber, Nieren, Brustfell und Gebärmutter. Die sogenannte Miliar=Tuberkulose, die beim Hunde nicht vorkommt, findet sich bei der Katze und erinnert an die Veränderungen der sogenannten galoppierenden Schwindsucht beim Menschen. Ueber die Anwendung der Elektrizität in der Landwirtschaft. Von Dr. M. W. Welche überragende Bedeutung und Verwendung die Elektrizität in den Städten und in der Industrie gefunden hat, ist bekannt. Sie gewinnt aber von Jahr zu Jahr auch auf dem Lande mehr und mehr an Umfang. Die Elektrizität erhält ihre große Bedeutung einmal durch ihre leichte Umwandlungsfähigkeit in eine andere Naturkraft, sei es Licht, mechanische Kraft oder Wärme, und dann durch die Möglichkeit, elektrische Energie mit verhältnismäßig geringen Mitteln auf erhebliche Entfernungen fortleiten zu können. Dabei erfolgt die Umwandlung ohne großen Energieverlust, so daß der Wirkungsgrad eines Elektromotors ganz erheblich höher ist als der der besten Dampfmaschine, die überdies vollständig auf Kohle angewiesen ist. Wir sind heute jedoch gezwungen, mit dem Energieträger Kohle sparsamer umzugehen. Wir müssen, um den steigenden Bedarf unserer Wirtschaft an Energie zu decken, andere Energiequellen erschließen, wie das jetzt vielfach durch Anlage von Wasserwerken geschieht. Welche Vorteile die elektrische Beleuchtung im Vergleich mit anderen Lichtquellen bietet, ist bekannt. Ständige Betriebsbereitschaft, Saul erkeit, Bequemlichkeit, Feuersicherheit, Geruchlosigkeit und angenehmes Licht zeichnen sie aus. Die Zeit ist wohl nicht mehr fern, wo die Petroleumlampe nur noch als Zeugin einer vergangenen Zeit den Kindern gezeigt werden wird. Es wird schließlich mit der Elektrizität so gehen wie mit der Einführung der Kartoffel. Als sie vor 1½ Jahrhundert eingeführt wurde, da konnten sich nur wenige deren Genuß leisten; heute ist sie unser Hauptnahrungsmittel. Nächst der Lichtgewinnung besteht die wichtigste Anwendung der Elektrizität auf dem Lande in der Erzeugung von Kraft. Es gibt tatsächlich keine einzige Maschine und kein einziges Gerät mehr, das sich nicht vorteilhaft durch sie bewegen oder betreiben ließe. Dreschmaschinen, Häckselmaschinen, Schrotmühlen, Getreidesortier= und Reinigungsmaschinen, Rübenschneider, Pumpen, Melkmaschinen, Zentrifugen, Holzschneidemaschinen, sie alle und so manche andere lassen sich durch einen, jederzeit betriebsbereiten Motor in Tätigkeit setzen. Dabei arbeitet dieser ganz erheblich wirtschaftlicher als eine Dampfmaschine oder ein Verbrennungs= motor und zeichnet sich dabei durch gleichmäßigen Gang aus, was die Leistung nur noch steigert. Besonders für kleinere Leistungen, wie sie der ländliche Haushalt verlangt, ist der Elektromotor wie geschaffen. Hier erfreuen sich der elektrische Kochtopf, das elektrisch geheizte Bügeleisen schon seit langem allgemeiner Beliebtheit, und das elektrische Kartoffelschälen geht schnell und spielend leicht vor sich. Wenn in einem größeren ländlichen Haushalt in jeder Woche einmal für alle Kostgänger Brot zu backen ist, dann bedeutet das Teichkneten eine ganz erhebliche körperliche Anstrengung, der auf die Dauer nur kräftige Konstitutionen gewachsen sind. Durch einen elektrischen Teichkneter wird diese Kraftleistung gegen ein geringes Entgelt der Elektrizität übertragen, und der Mensch befindet sich dabei wohl. Und wenn dann weiterhin in größeren Zeitabschnitten große Wäsche gehalten wird, ist deren Durchführung wahrhaftig keine Kleinigkeit. Aber auch dieser Arbeit kann sich die Hausfrau durch die Anlage einer elektrisch betriebenen Waschvorrichtung entheben und somit ihr schweres, arbeitsreiches Dasein von einer großen, regelmäßig wiederkehrenden Last befreien. Des Landwirts Frau behilft sich vielfach noch mit unzulänglichen Geräten, so auch mit schlechten oder altmodischen Herden. Dabei überschätzt sie meistens ihre körperliche Leistungsfähigkeit. Da wird vom frühen Morgen bis in die Nacht tagaus, tage in die gleiche, schwere, mühsame Arbeit in der Wirtschaftsküche und im Kleintierstall verrichtet. Kein Wunder ist es dann, wenn vor der Zeit die Kräfte verbraucht werden und Schwäche und Krankheit sich einstellen. Dabei ist es, wie wir soeben gesehen haben, auch auf dem Lande so leicht, sich die stets arbeitswillige Elektrizität in verstärktem Grade dienstbar zu machen und sich so manche Erleichterung zu verschaffen, und überdies ist deren Benutzung auf die Dauer doch billiger als das übermenschliche Anspannen der körperlichen Kräfte, weil Krankheit und dauerndes Siechtum die unausbleiblichen Folgen sind und weil Gesundheit das höchste und kostbarste Gut ist, das wir hier besitzen. Liegt aber die Bauersfrau krank danieder, dann leidet darunter der ganze Betrieb. Die gewohnte Ordnung geht verloren, es geht alles mehr oder weniger drunter und drüber. Dem beugt ein kluger Landwirt vor und sorgt dafür, daß der elektrische Kraftbetrieb in seinem Betriebe und seinem Haushalt die weitgehendste Verwendung findet. Dom Bruteierversand. Von Kl. Man hat für den Bruteierversand die verschiedensten Versandbehälter konstruiert, die alle mehr oder weniger ihren Zweck erfüllen. Kisten haben sich nicht bewährt; sie sind zu schwer und ihnen fehlt jede Elastizität; wenn sie nicht ganz vorsichtig hingestellt werden, und das ist bei der Beförderung nirgends der Fall, erleiden die Eier zu heftige Erschütterungen; viel Bruch ist die Folge. Besser sind Behälter aus Pappe oder Span, die gewissermaßen aus zwei ineinandergesetzten Kartons bestehen, so daß zwischen Böden und Wänden ein Zwischenraum von etwa drei Zentimetern besteht, der mit elastischer Wellpappe ausgefüllt ist. Im Innern der Kartons werden die Eier in kleinen Fächern, die je nach der Größe der Eiersorten auch von verschiedener Größe sind, gut eingebettet. Der Hohlraum, der in den Fächern bleibt, muß gut ausgefüllt werden, und zwar benutzt man hierzu ein möglichst weiches, aber auch elastisches Füllmaterial, wozu weiche Holzwolle sich am besten eignet. Die Eier dürfen sich weder bewegen noch gegenseitig drücken können. Ein die äußeren Wände oder den Boden eines solchen Behälters treffender Stoß wird durch die elastische Zwischenlage so gemildert, daß er den im inneren Karton verpackten Eiern kaum Schaden mehr tun kann. Die beste Verpackung bleibt aber ein geräumiger Weidenkorb, in dem die Eier in Holzwolle und Papier gehüllt fest und sorgsam verpackt werden. Damit es möglich ist, den Korb gut anzufassen und gleichzeitig verhütet wird, ein anderes Paket darauf zu stellen, muß der Karton einen Henkel aus Span, wie er an jedem Handkorb üblich ist, erhalten. Bei einem solchen Behälter ist die unversehrte Ankunft der Eier am Bestimmungsort gesichert, wenn der Karton unterwegs vorsichtig behandelt wird. Doch daran haperts. Zwar ermahnt die Post von Zeit zu Zeit ihre Beamten zur vorsichtigen Behandlung aller Pakete, deren Inhalt als leicht zerbrechlich gekennzeichnet ist, und weist dabei besonders auf die Pakete mit Eiern hin; die Erfahrung lehrt aber, daß trotz aller Vorsicht= und Eierschilder immer noch Pakete mit Eiern während der Beförderung beschädigt werden. Sobald die Pakete mit in den Massenbetrieb hineingeraten, geht es ihnen nicht besser als den andern Paketen auch. In wenigen Minuten müssen oft Hunderte von Paketen an einer Tür des Bahnpostwagens verladen werden; da ist es selbst beim besten Willen nicht möglich, den Paketen mit Vorsichtschildern eine bessere Behandlung zuteil werden zu lassen als den übrigen. Doch läßt sich dies auf andere Weise ermöglichen. Nach einer Entscheidung des Reichspostamts sind Pakete, die den Vermerk„Zerbrechlich, Bruteier“ tragen, als Sperrgut zu behandeln, d. h. sie werden gleich den Paketen mit lebenden Tieren, lebenden Pflanzen usw, getrennt von den übrigen behandelte #en#n Rärsäs# Re werden auf den Bahnhöfen mit den Wertsendungen zusammen in die Bahnpostwagen durch eine besondere Tür verladen und dabei tatsächlich von Hand zu Hand gegeben; in den Packkammern sind ihnen besondere Plätze angewiesen, so daß sie der Gefahr, von anderen Paketen gedrückt zu werden, entzogen sind. Die Gebühr für diese Behandlung beträgt bei Paketen bis zu 5 kg(und um solche handelt es sich ja bei Bruteiersendungen durchweg) in der ersten Zone(75 hm) 10 Pfg. und bei weiteren Entfernungen 25 Pfg. Kein Züchter sollte versäumen, diese geringe Gebühr zu zahlen, um defür die Gewißheit der gesicherten Beförderung einzutauschen. Die Post weist auf Crund der Postordnung Ersatzansprüche wegen Beschädigung leicht zerbrechlicher Gegenstände zurück, wenn der Schaden durch die Natur des Inhalts oder infolge mangelhafter Verpackung der Sendung entstanden ist. Ob die Verpackung ausreichend ist, darüber werden Versender und Post wohl öfter geteilter Meinung sein; sobald jedoch die Sendung als Sperrgut behandelt worden ist, steht fest, daß, wenn bei der Verpackung keine groben Fehler gemacht worden sind, der Schaden auf fahrlässige Behandlung während der Besörderung zurückzuführen ist, so daß sich die Post ihrer Ersatzpflicht nicht entziehen kann. Wenn jemand beim Auspacken der Sendung beschädigte Eier findet, muß er Verpackung und Inhalt möglichst unverändert lassen und sie unverzögert dem Bestellpostamte vorlegen. Er kann die Sendung dann noch verweigern oder sie unter Vorbehalt der Regelung der Schadenersatzfrage annehmen. Der Schaden wird immer dem Absender ersetzt, wenn dieser nicht seine Ansprüche schriftlich an den Empfänger abtritt. Ersetzt wird der wirkliche Schaden bis zur Höhe von drei Mark für jedes Pfund der ganzen Sendung. Es können also für Beschädigung eines Zehnpfundpaketes dreißig Mark gezahlt werden, wenn auch nur ein Teil des Inhalts verletzt worden, der andere dagegen unversehrt geblieben ist. Neues aus Stall und hof. Richtige Stalltemperatur erhöhl die Leistung. Im großen Durchschnitt sollte sie in Celsius (5 Grad Celsius gleich 4 Grad Reaumur) betragen, und zwar bei Arbeitspferden 14, Stuten und Fohlen 17, Milchvieh 16, Schafen 11, Lämmer 16, Sauen 16, Mastschweinen 12 Grad Celsius. Ohne Beobachtung des Thermometers, das möglichst mitten im Stall an einem Draht von der Decke, nicht aber an der feuchten, kalten Wand hängen soll, ist die Einhaltung der erforderlichen Temperatur nicht möglich. Ein zu kalter Stall kostet Futter, nur Masttiere beanspruchen niedrigere Temperaturen. Weit nachteiliger als ein zu kalter ist ein zu warmer Stall, besonders dann, wenn er noch dunstig und feucht ist. Eine wahre Pestluft herrscht oft in solchem Stall. Die armen Tiere müssen die ganze Nacht hindurch diesen luftförmigen Kot einatmen zum großen Nachteil ihrer Gesundheit und Arbeitsleistungsfähigkeit. Verringerung der Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten, wie Tuberkulose, und Sinken des Milchertrages sind die unausbleiblichen Folgen solcher Mißhandlung. In Ruhlsdorf treiben sich die Schweine auch im strengsten Winter draußen umher, und sie bleiben gesund und leistungsfähig. In Schleswig=Holstein haben die Weideschafe im Winter Gelegenheit, den Stall aufzusuchen. Sie bleiben lieber draußen auf der Weide, weil es ihnen dort besser gefällt. In Nordamerika, mit seinem rauhen Klima, kann sich auch im Winter vas Mastvieh draußen tummeln. Und diese Mast rentiert sich besser als die ausschließliche Stallmast. Wann wird bei uns endlich einmal der Unfug mit dem dauernden Einsperren des Viehs in den Stall der Vergangenheit angehören? Solange noch Landwirte existieren, die nichts anderes gelernt haben als zu tun, was ihre Urgroßeltern taten, sicherlich nicht.. M. W. Ob kastrierte männliche Läuferschweine oder nicht kastrierte weibliche sich besser mästen, diese Frage ist durch einen elf Wochen dauernden Versuch an der Preußischen Versuchs= und Forschungsanstalt für Tierzucht in Tschechnitz in Schlesien beantwortet worden. Je vier männliche kastrierte und vier nicht kastrierte weibliche, sieben Monate alte Tiere, im Durchschnittsgewicht von 68 keg wurden gleichmäßig gefüttert, wobel das Futter aus 500 g Gerstenschrot, 300 g Fischwehl, 20 g Schlhmmkreide und Kartoftebs## zar Sättigung bestand. Das Ergebnis der elfwöchigen Mastdauer war, daß kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen festgestellt werden konnte. Die Annahme vieler Mäster, wonach sich kastrierte männliche Läuferschweine besser als unkastrierte weibliche mästen sollen, dürfte hierdurch widerlegt worden sein. Denn selbst wenn sich bei den weiblichen Tieren zur Zeit der Brunst ln Futterverzehr und die Gewichtszunahme vermindern, so gleicht sich das doch bald wieder aus. Sz. Die Haarung der Kaninchen erleichtert man dadurch, daß man eine halbe graue Tablette Yohimvetol fein zerkleinert dem Weichfutter zusetzt. Die Tiere haaren dann schnell und bekommen ein glänzendes Fell. Vor allem aber achte man auf peinliche Sauberkeit, desinfiziere die Ställe mit Kalkmilch und Cellokresol und streue Torsstreu. Kl. M. Das Staubbad ist zu allen Zeiten eine notwendige Einrichtung des Hühnerhofes; es darf niemals fehlen. Aus einer Mischung von Kalkstauo, feiner Asche und feinem Sand ist es in einer flachen, aber geräumigen Kiste an einer gegen Regen geschützten Stelle des Hühnerhofes unterzubringen. Am besten ist eine Stelle, die auch von der Sonne getroffen wird. An warmen Tagen bebrause man den Inhalt der Kiste mit einer fünfprozentigen Cellokresollösung und arbeite alles gründlich durcheinander. Cr. Neues aus Feld und Garten, Treibhaus und Blumenzimmer. Die Kalkung muß auf Sandboden sehr vorsichtig durchgeführt werden, zumal viele Sandpflanzen, wie die Kartoffel, einen schwachen Säuregrad des Bodens bevorzugen, der durch übermäßige Kalkung vernichtet wird. Auch sind andere Pflanzen, wie Lupinen, sehr kalkempfindlich. Gänzlich ausgeschlossen ist hier jede Düngung mit Atzkalk. Stückenkalk, eher ist schon kohlensaurer Kalk, Kalkpulver angebracht, noch besser wirkt der Mergel, der oft genug in unmittelbarer Nähe gegraben werden kann. Geheimrat I. Kühn hat schon vor längeren Jahrzehnten auf die vorteilhafte Wirkung einer sehr schwachen Mergelung auf Sandböden der Lausitz hingewiesen. Mergel wird wie Kunstdünger mit der Hand ausgestreut, drei bis fünf Zentner auf ein Viertel Hektar. Solche schwachen Mergelungen nützen alle Wurzelfrüchte vorteilhaft aus, und auch der Roggen zieht noch seinen Nutzen davon. Wer aber auf besserem, mehr lehmigem Sandboden Weizen versuchsweise anzubauen beabsichtigt, wird erst recht eine schwache Kalkzufuhr geben müssen, eben weil Weizen höhere Ansprüche an den Kalkgehalt des Bodens wie Roggen stellt. Versuche mit einer schwachen Mergelung in der oben angedeuteten Weise durchzuführen, bietet der Winter die beste Gelegenheit. Ohne große Unkosten und Schwierigkeiten ist sie oft leicht durchführbar. Und dabei kann sie so lohnend sein wie nur irgendeine andere angewandte Düngung.—e. Obstbäume dünge man jetzt mit Stallmist und Kunstdünger. In Betracht kommen: Kainit, Kalidüngesalz, Rhenaniaphosphat und Thomasmehl. Wenn kein Stallmist gegeben wird, so gebe man im Frühjahr noch Natronsalpeter oder schwefelsaures Ammoniak W Kressesalot. Im Winter kann man zu jeder beliebigen Zeit Kresse ziehen, wenn man dem Bedarf entsprechend in Näpfe oder Kästen Samen dicht ausstreut und diesen in der Wohnstube oder in der Küche den Fenstern nahestellt und heranwachsen läßt. Der Samen keimt in zwei bis drei Tagen. Man schneidet das Kraut, sobald es 6 bis 8 cm hoch geworden ist. Die Pflanze erfordert vom Keimen bis zur Verbrauchsfähigkeit einen Zeitraum von mindestens vierzehn Tagen, wonach der Bedarf geregelt werden kann. Für das Quadratmeter sind 50 g Samen erforderlich.—dt. Neues aus haus, Rüche und Ueller. Pflanzen, die im Keller überwinlern, darf es nicht ganz an Luft fehlen. Bei andauernder Dunkelheit oder sehr schwacher Beleuchtung„vergeilen“ sonst die Triebe, d. h. sie werden lang und farblos, da sie nicht genügend Blattgrün wegen Lichtmangels bilden können. Kühle, frostfreie und möglichst helle Überwinterungsräume sind die besten, Rch. Eheflandsbrezein. Von fünf hartgekochten Eiern streicht man den Dotter durch ein Sied, gibt dazu 200 g Butter, ebensoviel seines Mehl, die gleiche Menge Zucker, zwanzig Stück fein geriebene süße Mandeln und ein knappes Gläschen Weißwein oder einen Eßlössel Rum. Es wirk ein glatter Teig davon geknetet, den mun eiz Zentimeter stark ausrollt, in seine Streifen schneide! und dieselben auf ein gefettetes Blech legt. Sie werden mit Ei bestrichen, mit Zucker bestreu und zu schöner goldgelber Farbe gebacken. E. S. Wohlschmeckendes Weißkohl= Einlopf=Gericht. Für 2 bis 3 Personen. Zutaten: ½ ka Weißkohl, gereinigt und sein geschnitten, 450 bis 500 g geschälte, in dünne Scheiben geschnittene Kartoffeln, 1 Würfel Maggi's Suppe(Reis=Julienne, Gersten oder Grieß), 50 g Butter, Margarine, Schmalz oder Rinderfett, eine gehackte Mittelzwiebel, etwas Salz, eine Prise gemahlenen weißen Pfeffer und Muskatnuß. Zubereitung: Schwitze die Zwiebel in heißem Fett farblos an, gib den Kohl hinzu und dünste eine Weile, gelegentlich umrüh.end, bei geschlossenem Geschirr. Hierauf 1 3/ Liter Wasser oder Knochenbrühe zufüllen, salzen, pfeffern und ungefähr eine Stunde langsam sieden lassen. Jetzt die Kartoffeln beifügen, ebenso die zerdrückte, mit 1/8 Liter Wasser glattgerührte Maggi's Suppe; das Ganze nun unter zeitweiligem Durchrühren garschmoren, nachher noch 15 bis 20 Minuten auf heißer Herdplatte ziehen lassen. Wer das Gericht geschmacklich verbessern will, verwende beim Anschwitzen einen bis zwei Eßlöffel würfelig geschnittenen, geräucherten Speck. M. A. Bienenzucht. Die Gefährlichkeit der Sonnenstrahlen im Winter. Bienenstände sind meist in lauschigen, windstillen, von der Sonne beschienenen Winkeln angebracht; hier kann die Wirkung der Sonnenstrahlen sehr gefährlich werden. Eine ungezählte Menge fleißiger Arbeiter läßt sich verleiten, ins Freie zu fliegen, gerät in kühlere Luftströmungen und geht elend zugrunde. Die oft ungemein große Volksschwächung mancher Bienenvölker ist der Hauptsache nach auf diesen Umstand zurückzuführen. Deshalb schützen wir die Bienen unbedingt durch Blenden, Vorhäuschen, halb herabgelassene Läden usw. Wer dieses übersieht, kann nur schwache Völker in Volltracht bringen. A. H. Neue Bücher. Tierzuchklehre. Von Professor Dr. Bünger=Kiel. Dieses neue Werk über Tierzuchtlehre bildet den zweiten Band des„Neudammer LandwirtLehrbuches", das seit einigen Monaten im Erscheinen begriffen ist und voraussichtlich bald in allen vier Bänden(Acker= und Pflanzenbaulehre, Tierzuchtlehre, Betriebslehre und Technologie) vorliegen wird Jetzt zur Winterszeit, wo die Feldarbeit ruht und die Abende lang sind, ist Zeit genug vorhanden, sich auch mehr der wissenschaftlichen Seite unseres schönen Beruses zuzuwenden Dazu läßt man sich schleunigst oom Verlage von I. Neumann in Neudamm Nm. (Provinz Brandenburg) die beiden ersten Bände des„Landwirt=Lehrbuchs" zu je 7 RM kommen, setzt sich mit ihnen an einen stillen Platz und vertieft sich in ihren Inhalt oder liest den Angehörigen daraus vor. Unser vorliegender Band„Tierzuchtlehre" umsaßt die gesamte sundwirtschaftliche Tierzucht und=haltung, und zwar die allgemeine Tierzucht, die Ernährung und die besondere Tierzucht. Im ersten Teite werden, die grundlegenden Fragen behandelt, wie: Fortpflanzung, Vererbung. Züchtungsverfahren, Beurteilung der Tiere, staatliche und genossenschaftliche Maßnahmen zur Förderung der Tierzucht. Der zweite Teil über Ernährung ist recht eingehend besprochen. Nährstoffe, Verdauung, Bewertung der Futtermittel sind so einzelne Kapitelüber= schriften. Sämtliche Futtermittel, die selbsterzeugten wie die des Handels, sind eingehend erörtert. Im dritten Teil:„Besonder: Tierzucht", werden Pferde= und Rinderzucht, Milchwirtschaft, Schweine=, Schaf= und Ziegenzucht sowie Hühnerhaltung eingehend besprochen. Hundert Abbildungen im Text und 36 Tofeln mit 70 Abbildungen ergänzen und vervollständigen die 365 Seiten umfassenden Ausführungen. Dr. 285. geschlossen, es gelang aber dem Volksbund in ausdauernder Arbeit, im vergangenen Jahr mit 238 Friedhofsorten neue Verbindungen herzustellen. Auf etwa 200 Friedhöfen in den verschiedenen Ländern wurden Einzelarbeiten, wie Errichtung neuer, Ausbesserung schadhafter Umwehrungen, neuer Tore, ferner Erneuerung und Ausbesserung von Kreuzen, Instandsetzung schadhafter Denkmäler, Aufhügelung und Säuberung eingesunkener Gräber und Bepflanzung von Gräbern, vorgenommen. Im Namen von Angehörigen und in seinem eigenen Namen legte der Volksbund zu den Totengedenktagen und am Volkstrauertag insgeder. Ueber 1000 Lichtbilder beschaffte er auf Wunsch samt 3374 Kränze an Einzel= und Sammelgräbern nievon Angehörigen. Auch erteilte er an diese auf Fragen nach dem Verbleib und Zustand einzelner Gräber annähernd 40000 Auskünfte. Darüber hinaus stand der Volksbund ungezählten Angehörigen in allen zugehörigen Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Um das gesamte deutsche Volk zur Mitarbeit heranzuziehen und die Volksbundarbeit auf breitere Schultern zu legen, hat der Volksbund schon vor mehreren Jahren die„Patenschaften“ geschaffen. Er wendet sich an Vereine, Gemeinden, Einzelpersonen und auch an seine Verbände und Ortsgruppen mit der Bitte, einen bestimmten Friedhof in ihre besondere Obhut zu nehmen. Im Jahre 1926 konnten 34 Kriegerfriedhöfe in Patenschaft gegeben werden, ein schönes Zeichen für die Opferfreudigkeit des deutschen Volkes. Wer aber nicht Über große Geldmittel verfügt, und doch die Arbeit des Volksbundes unterstützen will und noch nicht Mitglied ist, der trete dem Volksbunde Deutsche Kriegsgräberfürsorge bei gegen einen Jahresmindestbeitrag von 2 RM., mit der monatlich erscheinenden Zeitschrift 44 RM. Anmeldungen nimmt die hiesige Ortsgruppe entgegen. Eine Liste zum Einzeichnen liegt im„Bürgertriggt kuc. * Anholt, 25. Jan. In der Generalversammlung des Sportklubs Westfalia wurde an Stelle des bisherigen Vorsitzenden, Herrn Karl Velsingen, der eine Wiederwahl ablehnte, Herr Hubert Delsing zum Vorsitzenden gewählt. * Bardengholt, 25. Jan. Von einem schweren Schicksalsschlag wurde die Familie Landwirt Wilhelm Warning hierselbst betroffen. Der 22 jährige Sohn Johann wurde gestern nachmittag in der Scheune, neben dem dort zum Treiben einer Kornmühle aufgestellten Elektromotor liegend, tot aufgefunden. Der junge Mann hatte an dem Motor gearbeitet, er muß dabei die Kabelleitung berührt haben. Ein eiligst herbeigerufener Arzt aus Rhede konnie nur noch den Tod des Verunglückten feststellen. Das tragische Ende des hoffnungsvollen jungen Mannes ruft allgemeine Teilnahme hervor. „Letzte Radio=Meldungen. Die Pariser Verhandlungen über die Ostfestungen. Oberst Micheles mit neuen Instruktionen nach Paris gefahren. Berlin, 25. Jan.(Radio.) In den Pariser Verhandlungen über die Ostfestungen war dadurch eine Pause eingetreten, daß der Reichskommissar, General von Pawelsz, im Anschluß an einen Bericht über den bisherigen Verlauf der Verhandlungen neue Instruktionen von der Reichsregierung erbeten hatte. Wie verlautet, ist Oberst Micheles, der Chef der Heeresfriedenskommission, mit neuen Weisungen für General von Pawelsz nach Paris gefahren, wo er gleichzeitig als Sachverständiger bei den weiteren Verhandlungen über die Festungsfrage gehört werden soll. In diplomatischen Kreisen ist man der Ansicht, daß diese Wendung in den Verhandlungen nicht zum mindesten durch die Kändigen Beeinflussungsversuche wichtiger polnischer Instanzen veranlaßt word enist, deren Wünsche dem französischen Chauvinisten nur einen zu willkommenen Vorwand bieten, um die bereits auf aussichtsreichste geförderten Verhandlungen in letzter Stunde noch zu erschweren. Handelsnachrichten Berliner Wertpapierbörse. Berlin, 25. Jan.(Radio) Im Gegensatz zu dem lebhaften Geschäft der letzten Tage eröffnete die heutige Mittagsbörse lustlos. Die Neigung zu Gewinnrealisationen hat sich auch in Publikumskreisen etwas verstärkt. Die Großkäufer der vergangenen Wochen hielten zwar an ihren Beständen fest, doch schritt ein Teil der Mitläufer zu Abgaben, denen sich die Platzspekulation anschloß. Die Tendenz war, da eine nennenswerte Unternehmungslust während der ersten Stunde nicht aufkam, uneinheitlich und eher schwächer. Kursrückgänge von 1½—3 Prozent, in mehreren Fällen von—5½ Prozent und bei Verein. Glanzstoff=Aktien. um 10½ Prozent, standen nur wenige Steigerungen gegenüber, die kaum über 2½ Prozent hinausgingen. Allerdings machten Brauerei=Aktien und Versicherungswerte, die vorwiegend zu Einheitskursen notiert wurden, eine Ausnahme. Die Bank für Brauindustrie stellte sich unter Hinweis auf die Höherbewertung der Brauereiaktien gleichfalls 7 Prozent fester. Trotz der Entlastungsabgaben, zu denen teilweise auch die Ultimosorge Veranlassung gab, war ein widerstandsfähiger Grundton in der Gesamttendenz erkennbar. Die zeichnen, zunächst noch nicht den Mut zu einem Vorstoß. Baissespekulation fand unter Berücksichtigung der Geldsätze, die den kurzfristigen Börsengeldmarkt kennDie Auffassung der Bankwelt über die Börsen= und Wirtschaftslage bleibt optimistisch, zumal die offiziellen Sätze für Tagesgeld auf 2½—4½ Prozent lauteten und für Monatsgeld auf 4½—6 Prozent. Die dem Geldmarkt zur Verfügung stehenden Summen waren teilweise schwer, teilweise überhaupt nicht unterzubringen. Am Markt der festverzinslichen Werte hielt der Materialmangel in Goldpfandbriefen an. Am Devisenmarkt ging der Dollar unwesentlich zurück. Man nannte in Berlin einen Kurs von 4,2180—4,2190, während gestern der höchste Kurs 4,2190 betrug. Das Pfund lag mit 4,8525—4,8530 gegen Newyork schwächer. Die Lira gab auf 113½ nach, während sich die spanische Valuta auf 29,70 befestigte. Die übrigen europäischen Devisen zeigten kaum Veränderungen. Im einzelnen verloren von Montanaktien Buderus 5, Mannesmann 4¼, Rheinstahl 3¼ Prozent. In diesen Werten waren die vorangegangenen Steigerungen bekanntlich am schärfsten. Köln=Neuessener, Hoesch, Ilse=Bergbau, Essener Steinkohlen, Mansfelder, Rhein. Braunkohlen und Riebeck zogen leicht an, auf Gerüchte über einen Zusammenschluß der Interessengemeinschaft Köln=Neuessener=Hoesch mit Harpener. Braunkohlenaktien waren ferner infolge der beabsichtigten Gründung einer auf Braunkohlenbasis arbeitenden Gasfernversorgungs=Gesellschaft, die angeblich schon in diesen Tagen akut sei, fester. Das Geschäft am Montanaktienmarkt war aber sonst still. Von Kaliaktien Westeregeln gesucht auf die unerwartet günstigen Absatzziffern. Chemische Werte fest. Verein. Glanzstoffe schwankend. Am Elektromarkt bröckelten Hamburger Elektr.=Werte um 3½ und Bergmann um 2½ Prozent ab, während die übrigen Werte leicht steigen konnten. Schwachstromwerte gefragt. Auch Metall= und einige Maschinenaktien freundlich. Im weiteren Verlauf der Börse wurde die Tendenz einheitlich schwach. In Reaktion auf die vorangegangenen teilweise sprunghaften Kursbefestigungen, gaben die Terminaktien in der zweiten Stunde zum größten Teil prozentweise nach. Die Verkäufe fanden nicht so sehr aus den Kreisen der berufsmäßigen Spekulation, die sich schon glatt gestellt hatte, als vielmehr der Bankenkundschaft, die vielleicht auf Grund der am 2. Februar zur Auflegung gelangenden Reichsanleihe Befürchtungen über eine Geldknappheit hegte statt. An der Börse teilte man diese Befürchtungen über eine Geldverknappung aus verschiedenen Gründen nicht. Die Spitzenverluste am Terminmarkt betrugen später 8 bis 10 Prozent(Stollbeger Zink) und bei Verein. Glanzstoffe ca. 20 Prozent. In Durchschnitt gaben die Kuse aber nicht mehr als—4 Prozent her. Privatdiskont kurze und lange Sicht unverändert. Nach freundlicherem Schluß traten an der Nachbörse Erholungen ein. Die Abgaben fanden nachböslich ihr Ende, dafür zeigte die Spekulation auf der etwas ermäßigten Basis Kaufinteresse. Man hörte gegen.30 Uhr u. a. Hapag 173,75, Nordd. Lloyd 161, Rheinstahl 221, Phönix 146, Gelsenberg 194,25, Köln Neuessen 202,5, Verein. Stahlwerke 160,5, J. G. Farbenindustrie 337, nach 336, Dt. Erdöl 190, Kriegsanleihe.920. Stärkere Beachtung fanden von Auslandsrenten Anatolier; 1. Anatolier verbesserten ihren Kursstand auf 34 ein Achtel und 2. Anatolier auf 33 ein Achtel. Devisenkurse. 24/1. 25./1. Amsterdam Brüssel Italien London sew=York Paris Schweiz Wien(abg.) Schiffsaktien. Hapag Nordd. Lloyd Bankaktien. Barmer Bank Verl. Handelsg. Commerzbank Darmstädt. Bank Deutsche Bank Diskonto=Ges. Dresdener Bank Reichsbank Industrieaktien. Schultheiß Dortmund. Union Adler Portland Adlerwerke A. E. G. Angelo Quano I. P. Bemberg Berger Tiefbau Bergmann Elektr. Verzilius Berg Bochumer Guß. Buderus Eisen Charl. Wasser Chem. v. Heyden Chem. Ind. Gelf. Daimler Mot. Dessauer Gas Deutsch Luxemb. Deutsch Erdöl Deutsch Masch Dresdener Gard. Dürkoppwerke Dynamit Nobel Elek. Licht. u. Kr. Els. bad. Wolle Eschweiler Berg Ess. Steinkohle Fahlberg List J. G. Farb.=Ind. Felten& Guill. Friedtichshall Gelsenberg Selsenguß Germ. Zement Gis. el. Unterneh. Germes& Co. Sladbach Wolle Soldschmitd Sötlitz Waggon Effektenkurse. 24./1. 25./1. 24./1. 25./1. Gotha Waggon Gruschwitz Textil Hammersen Hansa Lloyd Haipener Berg Hartmann Masch. Hösch Eisen Hoffmann Stärke Humbold Masch. Kahla Porz. Kali Aschersleben Karlsruh. Masch. Karstadt Klöcknerwerke Köln Neuessen Köln Rottweil Gebr. Körting Lahmeyer Laurahütte Linke Hoffmannn Magirus Mannesm. Röh. Mansfeld Berg Mechan. Linden Mechan Zittau Mix& Genest Mülheim Berg Ober Koks Orenstein Phönix Berg Pongs Spinnerei Reisholz Papier Rheinmetall Rheinstahl Rombacher Rütgerswerke Schuckert elektro Siemens Halske Thötl. Oel Leonhardt Tietz Ver. Dt. Nicke! Ver. Glanzstoffe Wandererwerke Westd. Handel Wicking Portl. Zellstoff Waldhof R. Westfl. Elektr. Adler Kohle Benz Motoren Kabel Rheydt Ad er Kali Krügershall Deutsche Petrol. 25.50 99.00 142,00 68.00 214.½ 50,½ 192,00 116.25 61,00 132,00 180,75 52,00 172,50 182,00 208.25 1000.00 116,00 168,75 .00 98.00 78,50 241,00 155,% 272.00 130.00 151,50 172,00 154,00 146.“ 148.25 50,00 315,00 000,00 227. 13.50 146, 180.25 218,00 125,00 137,75 178.75 492,00 253.00 78,00 173,00 73.50 207,75 86.50 10,00 198,00 77.00 163,00 43.60 28,00 92. 142,00 68.00 209,50 50,00 202,25 116,00 60,00 134,00 178.75 51,00 171,09 181, 206.650 000.00 115,00 169,25 91,00 9610 81,00 234,00 11.25 275.75 131,50 149,50 173.50 148,50 143.25 147,60 51,00 305,00 010,00 218,50 13.% 147,00 179,00 218. 124,10 136,00 176,00 480,00 251,00 78,00 179,00 263,25 207,75 91,00 00,00 198,00 77,00 165,00 93.60 Baumwollnotierungen. Bremen Schluß 14.85, Lwerpool Eröffnung Januar 7,07 bis 7,08, März 7,14—7,15, Mai 7,24—7,26, Juli 7,34 bis 7,35, Oktober 7,42—0,00. Tendenz leicht abgeschwächt Gewohnheit P..-Kan-Beabens zu kauen, sollte besonders auch bei Kindern unterstütst werden, well esviel beiträgt zur Reinhaltung der Zähne und der Mundhöhle und zur Betestigung des ZahnSeischen. Angrchm? hender Aienie ein sicheres Zeichen eines geWrnude-anber on-Denbens peesndern nach den Mahlzeiten und nach dem Rauchen und Teicken. Päckchen—4 Stück-10 Pf. Ueberall erhältlich! R. 12 KrOEET K ENIRKLE AC FRANEFURTeE! Reichsbund d. Kinderreichen Deutschlands z. Sch. d. F. Ortsgruppe Bocholt. Wegen anderweitiger Saalbesetzung kann die Generat=Versammung nicht am Sonntag, den 30. Januar 1927 statttfinden, sondern am Samstag, den 29. Januar 1927, abends 8 Uhr im Arbeiterverein St. Paulus. Tages=Ordnung: 1. Jahresbericht. 2. Kassenbericht. 844 3. Entlastung des Vorstandes. 4. Wahl von Vorstandsmitgliedern. 5. Verschiedenes. Es ladet ein Der Vorstand Sämtl. Reparaturen sauber, schnell u. billig. 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In der Konkursverfahren über das Vermögen des Kaufmanns Franz Rühling zu Bocholt wird Termin zur Anhörung der Gläubigerversammlung über Einstellung des Verfahrens wegen Mangel einer den Kosten entsprechenden Konkursmasse auf den 1. März 1927, vo mittags 11 Uhr vor dem unterzeichneten Gericht Zimmer Nr. 6 bestimmt Bocholt, den 19. Januar 1927. Preuß. Amtsgericht. Hemdentuch Ware 70 gu hrell„ 38 8. starktäd. Cretonne-Wäre, 10 Cm bien, u 8 ri. Hemdentuch„ pre 488. feinfädige Ware 80 cm breis,* Hemdentuch eigene Ausrüstung 69 p, unserer Blelefelder Zentrale m 78, Maccotuch Ia. Qualität für feinste Wäsche. m Rohnessel ca. 80 cm breit, westfällsche Ware, 50, 44, 39, 34, 28, Weis Croise t, Ggli. vollgebleichte, gut geraunt. Juulicht, Rohflanell leicht gerauhte Cöperw.,.08, 94, 78, 58, rosten Bettdamaste 05 130 und 16) breit,.4 Streifen- und Blumenmuster, in Weiß Linon für Bettbezüge, gute Qualltät, 160 em breit 150 cm breit .80.50 Bettuch-Nessel gute westt. 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