17. Jahrgang Sonntag, den 16 Januar 1927 Nr. 12 Tageblan far dus weffische munsterland Erscheint wöchentlich 6 mal. Täglich 8 Seiten. Publikationsorgan des Stadtkreises Bocholt, des Landratsamtes und des Finanzamtes Borken und der Amter Rhede, Dingden und Liedern=Werth. Verantwortlich für den allgem. Teil Hermann Büssing, Bocholt, für den Anzeigentei Richard Gagg, Bocholt. Anzeigenpreis: Der 87 mm breite, 1 mm hohe Raum kostet im Verbreitungsgebiet: Familien= und kleine Anzeigen 6 Pfg., für Geschäfts=, Vergnügungs= und Vereins=Anzeigen 7 Pfg., für behördliche und amtliche Anzeigen 10 Pfg., für auswärtige Anzeigen 12 Pfg. nicht Barzahlung eihöhen sich die Preise um 10 Prozent. Schluß der Anzeigen= Annahme: Größere vormittags 10 Uhr, kleinere nachmittags 2 Uhr. Geschäftsstelle und Redaktion: Bocholt, Osterstraße 21. Vertreter in Rhede: Bernhard Essina, Hohestraße, in Werth: Th Parras, in Dingden: Wilh. Wiedenbrück, in Anholt: Robert Etzbach, in Suderwick: Terstegge=Hövener, in Borken: Joh. Bläser.— Rotationsdruck: Druckerei Grenzwarte(Mayland& Büssing), Bocholt. Bezugspreis: Durch Boten monatl. 1,80 Mk., von der Geschäftsstelle abgeholt wöchentlich.40 Mk., Einzelpreis.10 M. Fernruf 391. Draht=Adresse Grenzwarte Bocholt. Postscheckkonto Dortmund No. 21 770. Vor Beauftragung eines mänstes mit der Negierungsvildung. Die Kandidatur Dr. Curtius' ist erledigt. Das Zentrum hat eine Regierungsbildung mit den Deutschnationalen abgelehnt. Das Schreiben der Zentrumsfraktion, das die Absage an die Deutschnationalen enthält, hat folgenden Wortlaut: „Sehr verehrter Herr Minister! Ich bestätige dankend den Empfang Ihres Schreibens vom 14. Januar ds. Irs. Derselbe ist Gegenstand eingehender Würdigung gewesen. Aus diesem Schreiben haben wir ersehen, daß Sie, Herr Minister, lediglich die Aufgabe übernommen haben, sachliche Verhandlungen zum Zwecke der Herbeiführung einer Koalition zu führen. Unter den gegenwärtigen politischen Verhältnissen unterliegt die von ihnen beabsichtigte Regierungsbildung für uns nach wie vor den schweren Bedenken, die Ihnen von unseren Beauftragten und auch namens unseres Herrn Parteivorsitzenden Dr. Marx dem Herrn Reichsaußenminister Dr. Stresemann dargelegt worden sind. Wir halten den Versuch der Bildung einer Regierung der Mitte nach Lage der Dinge für den gegebenen Weg zur Beilegung der Krise. Wir können uns daher von einer Fortführung Ihrer Verhandlungen auf der Grundlage Ihres Schreibens vom 14. Januar keinen Erkola versprechen. Ein Eingehen auf die in diesem vchreiben mitgeteilten Rrichtnnten dürfte sich dangch erübrigen.“ Unterzeichnet ist der Brief von Herrn von Guerard als stellvertretender Vorsitzender der Zentrumsfraktion des Reichstages. Die„Frankfurter Zeitung“ schreibt zur Lage nach dem Scheitern der Mission Curtius: „Da die Mitte keine Mehrheit hat, müßte natürlich auch gleichzeitig festgestellt werden, ob die Mehrheit auf der linken oder auf der rechten Seite des Hauses gesucht werden solle. Darüber, nach welcher Seite optiert werden soll, wird in dem Brief des Zentrums nichts gesagt und man darf daraus wohl schließen, daß man sich eine Entscheidung vorbehalten will. Bleiben die Deutschnationalen dabei, daß sie ihre Hilfe nur einer Mehrheitsregierung leihen, an der sie selbst verantwortlich beteiligt sind, dann bleibt nur noch ein Versuch nach links übrig. Es wird also in den nächsten Tagen im wesentlichen auf die Haltung der Flügelparteien, aber auch ebenso auf die Haltung der Deutschen Volkspartei ankommen.“ Die„Hamburger Neuesten Nachrichten“ schreiben: „Eine Partei(Zentrum), die ganz gegen ihre Wesensart und trotz aller ungeheuerlichen Brüskierungen durch die Sozialdemokratie, deren Machenschaften selbst der Zentrumskanzler Marx zum Opfer gefallen ist, verübt Harakiri. Die innerpolitischen Meinungsunterschiede zwischen Zentrum und Deutschnationalen könnten überbrückt werden, wenn das Zentrum sich von der Sozialdemokratie loslöste. Das Zentrum habe durch seine Absage verwirkt, künftig eine bürgerliche Partei genannt zu werden. Damit löse sich das Zentrum auch von der Deutschen Volkspartei.“ Das„Hamburger Fremdenblatt“ meint, das Ringen um die Seele des Zentrums werde zunächst weitergehen. Eine Regierung der Mitte bleibe also eine der möglichen Lösungen. Wie aus Berlin berichtet wird, nimmt man in porlamentarischen Kreisen an, daß der Reichspräsident nunmehr einen Zentrumsmann, Stegerwald oder Marx, mit der Neubildung der Regierung beauftragen werde. Heute vormittag hat der Reichspräsident die Parteiführer empfangen, um mit ihnen die Lage zu besprechen. Darüber liegen folgende Meldungen vor: Berlin, 15. Jan.(Radio) Amtlich wird mitgeteilt: Der Reichspräsident empfing heute vormittag den Führer der Zentrumsfraktion, den Abgeordneten von Guerard, den Vorsitzenden der Deutschnationalen Fraktion, den Grafen Westarp, sowie den Reichsarbeitsminister Dr. Brauns zu Besprechungen über die politische Lage. Heute nachmittag 5,30 Uhr wird der Reichspräsident den Reichskanzler Dr. Marx empfangen. Parteiführerbesprechungen bei Hindenburg. Berlin, 15. Jan.(Radio) Nachdem der Versuch des Reichswirtschaftsministers Dr. Curtius, eine bürgerliche Mehrheitsregierung zustandezubringen, gescheitert ist, hat der Reichspräsident zunächst eine persönliche Fühlungnahme mit den Parteiführern eingeleitet. Er empfing um ½11 Uhr den Führer der Deutschnationalen Graf Westarp und nach diesem den stellvertretenden Vorsitzenden der Zentrumsfraktion, von Guerard. Beide Besprechungen waren nur von kurzer Dauer. In parlamentarischen Kreisen hält man die Mission Dr. Curtius' für endgültig erledigt und rechnet damit, daß der Reichspräsident eine andere Persönlichkeit, wahrscheinlich einen Zentrumsmann, mit weiteren Verhandlungen über die Regierungsbildung betrauen wird. der Woche Der Kampf um die Regierungsbildung.— Briands Rücktritt.— Friedensstörer Polen.— Ungarn und Italten.— Die außereuropäischen Unruheherde. Mit der am Montag erfolgten Wiederaufnahme der Beratungen des Hauptausschusses des Reichstages haben, wie vorgesehen war, die Besprechungen beim Reichspräsidenten über die Regierungsbildung ihren Anfang genommen. Bereits der erste Tag brachte die Betrauung Dr. Curtius, die nicht unerwartet kam, da Dr. Curtius als aussichtsreichster Kanzler= kandidat schon feit längerer Zeit genannt warde. DieBemühungen Dr. Curtius' gingen in der Richtung, ein Kabinett der bürgerlichen Parteien zu bilden. Diejenigen, die diesen Versuchen skeptisch gegenüberstanden, haben recht behalten. Die bürgerlichen Parteien sind zur Zeit nicht unter einen Hut zu bringen; zu scharfe Gegensätze haben sich in der Nachkriegszeit zwischen Zentrum und Deutschnationalen herausgebildet. Nach der gestern abend erfolgten Absage des Zentrums an die Deutschnationalen erscheint die Lage sehr kompliziert. Die Deutschnationalen sind, wie versichert wird, entschlossen, ein Kabinett der Mitte nicht mehr zu tolerieren, während anderseits die Deutsche Volkspartei anscheinend nicht geneigt ist, Vertreter in ein Kabinett zu entsenden, das sich auf die Sozialdemokratie stützen müßte. Man muß unter diesen Umständen mit einem weiterhin sehr schleppenden Verhandlungstempo rechnen. Es mag dabei für das Reich tröstlich sein, daß in Sachsen die Regierungskrise noch längere Zeit gedauert hat, denn dort gelang es, nachdem die November=Wahlen eine Niederlage der bisherigen Regierungskoalition gebracht hatten, erst jetzt, nachdem die Rechtssozialisten sich für eine Mittelregierung ausgesprochen und die Deutschnationalen sich dazu verstanden hatten, diese Regierung zu unterstützen, nach dem fünften Anlauf die Wahl des Ministerpräsidenten durchzuführen. Mit 49 gegen 45 Stimmen wurde der bisherige Ministerpräsident Heldt wiedergewählt. In der Außenpolitik steht naturgemäß das Duell Poincare=Briand im Vordergrunde. Die Senatswahlen haben in Frankreich zwar der Linken einen Mandatszuwachs gebracht, wobei besonders die Sozialisten, die nunmehr im Sinat eine eigene Fraktion bilden, die Gewinner des Tages waren; doch handelt es sich nur um einen für die Parteien gewiß nicht unerfreulichen Erfolg, nicht aber um einen die Lage umgestaltenden Sieg. Auch der erneuerte Senat wird dem Kabinett Poincare keine Schwierigkeiten machen, und selbst die Tatsache, daß die Wahl des Kammerpräsidenten damit endete, daß zum ersten Male ein Sozialist, nämlich der Abgeordnete Bouisson, den Präsidentensitz im Parlament besteigen konnte, darf nicht überschätzt werden. Wenn auch das Linkskartell, das bei den Senatswahlen im Gegensatz zur Rechten nicht geschlossen vorging, ziemlich einmütig für Bouisson stimmte, so bedeutet das doch keineswegs ein Wiederaufleben des Kartells, das sich auch schon früher dadurch auszeichnete; daß es bei den entscheidenden Abstimmungen auseinanderfiel. Die ganze innenpolitische Lage ließ es Briand jedenfalls geraten erscheinen, einige Pflöcke zurückzustecken. Er verzichtete zunächst auf die von ihm angestrebte außenpolitische Debatte und gab sich gleichzeitig damit zufrieden, daß diese Debatte in den Senat verlegt wird. In sranzösischen Kreisen rechnet man damit, daß der Senat sich mit der Anberaumung der außenpolitischen Aussprache Zeit lassen wird. Der ginze Vorfall beweist, daß Briand für ein energisches Vorwärtstreiben der außenpolitischen Probleme auch bei den ihm nahestehenden Parteien nicht die erforderliche Unterstützung fand, wie sich denn überhaupt die Anzeichen dafür mehren, daß die Politik einer deutsch=französischen Annäherung in Paris auf immer größere Schwierigkeiten stößt.„„„ Sehr eifrig ist dabei Polen um eine Vermehrung dieser Schwierigkeiten bemüht, da man in Polen sich nicht der Einsicht verschließen kann, daß durch eine deutsch=französische Annäherung das Interesse Frankreichs an dem polnischen Bundesgenossen, den man in erster Linie für die Einkreisungspolitik benötigte, immer mehr nachlassen wird. Aus diesem Grunde#i# Polen auch bemüht gewesen, bei den inzwischen wieder aufgenommenen Pariser Besprechungen über die deutschen Ostfestungen Deutschland als bedrohlichen Nachbarn hinzustellen, der sein Festungssystem and. baue, um das wehrlose Polen, das bekanntlich 40 Prozent seiner Einnahmen für Heereszwecke verwendet, zu überfallen. Dem Zwecke, gegen Deutschland Stimmung zu machen, dienten auch die beiden aufeinander folgenden Reden des polnischen Außenministers Zaleski, in denen dieser sich nicht davor scheute, Deutschland eine Verletzung seiner Pflichten, die ihm aus der Mitgliedschaft zum Völkerbund erwachsen, vorzuwerfen. Auf die Ungehörigkeit und Unsinnigkeit dieser polnischen Behauptungen ist in einer amtlichen deutschen Auslassung hingewiesen worden. Auf jeden Fall dürften derartige Reden des polnischen ßenministers nicht gerade geeignet sein, das Verhältnte zwischen Deutschland und Polen zu bessern. Nicht nur diese deutsch=polnische Debatte lenkt die Aufmerksamreit wieder stärter auf die Ostprobkeme, sondern auch die angekündigte Reise des ungarischen Ministerpräsidenten Bethlen nach Rom schiebt das Problem der Ostpolitik stärker in den Vordergrund. In Südslawien sieht man in dieser Reise des ungarischen Ministerpräsidenten einen neuen vonl Italien veranlaßten Schachzug und spricht mit starker Erbitterung von einer Einkreisungspolitik, deren Opfer Belgrad ist. Sollte es tatsächlich gelingen, auch Ungarn auf die Seite Italiens zu ziehen, so hätte allerdings die Politik Mussolinis einen neuen Erfolg zu buchen, der auf die weitere Gestaltung der Dinge im Südosten Europas nicht ohne Einfluß bleiben könnte. In beinahe noch schärferem Maße als diesen Dingen widmet die Presse in diesen Tagen ihren Raum den außereuropäischen Unruheherden: China und Mittelamerika. Das ist umso begreiflicher, wenn man sich vor Augen hält, daß amerikanische Blätter verkünden, daß der Krieg nie näher gewesen sei, als heute, wenn ferner Meldungen über amerikanische Kriegsrüstungen verbreitet werden und wenn China den Beratungsgegenstand des ersten englischen Kabinettsrats im neuen Jahr abgab. Die nationale Bewegung in China macht dem englischen Kabinett immer größere Sorgen, zumal man mehr und mehr einzusehen beginnt, daß man diese Bewegung nicht mit Pulver und Blei unterdrücken kann. Stimmungsumschwung der Pariser Presse. Paris, 15. Januar.(Radio.) Die heutige Morgenpresse bezeichnet allgemein den gestrigen Tag, an dem General von Pawels und Legationsrat Forster dem Militärtomitee die deutschen Vorschläge über die Ostbefestigungen überreicht haben, als einen Fortschritt in den Entwaffnungsverhandlungen. Man tapp. noch völlig im Dunkeln und erkennt die Tragweite der deutschen Vorschläge noch nicht, doch gibt man angesichts des vom Quai 'Orsay und Versailler Militärkomitee gehegten Optimismus der Anschauung Ausdruck, daß sich in großen Umrissen die Möglichkeit einer Verständigung zeige. Das„Echo de Paris“ spricht zwar von einer Aenderung der Haltung der deutschen Unterhändler, will aber gleichzeitig wissen, daß die Deutschen sich die Möglichkeit zur Errichtung denfensiver Anlagen vorbehielten. Gegenüber den von dem Quai'Orsay nahestehenden Kreisen gestern abend ausgegebenen Parolen, die Vorschläge Pawels stellten eine annehmbare Diskussionsbasis dar, erklärt das Blatt, daß auf jeden Fall alles vorgesehen sei, um die Verhandlungen nicht gewaltsam zum Scheitern zu bringen. Das Versailler Komitee habe den Rat erhalten, den Vorschlägen keine Zurückweisung oder ausdrückliche Bestehle entgegenzusetzen, sondern sie nötigenfalle zu verbessern oder zu ergänzen. Dem deutschen Projekt werde zweifellos ein Gegenprojekt entgegengestellt. Briand hoffe, nach und nach die Sachverständigen des Versailler Militärkomitees und die deutschen Delegierten einander näher zu bringen. Der„Petit sien“ führt die Vorlegung der deutschen Vorschläge darauf zurück. daß man in London zu verstehen gegeben habe, man möchte nunmehr die von Stresemann in Genf gemachten Versprechungen in die Taz umgesetzt sehen. Das„Petit Journal“ glaubt, daß über wichtige Punkte eine günstige Lösung erzielt werdt und die Ver handlungen noch vor dem 31. Januar zu einem Ergebnis führen würden. Das„Journal“ endlich meint, daß das deutsche Memorandum höchstens als eine Diskussionsbasis betrachtet werden könne. Der„Matin“ will wissen, daß die deutschen Vorschläge einen eingehenden technischen Bericht über die deutschen Ostbefestigungen darstellten. Damit die Befestigungsanlagen nicht im Widerspruch zu dem Geist des Versailler Vertragtes ständen, beznügten die Deutschen sich damit, die Defensivanlagen, die im Jahre 1919 für notwendig erachtet wurden, den modernen Bedürfnissen anzupassen. Deutschland räume ein, daß einige dieser Anlagen zerstört werden könnten und sei bereit, die Verpflichtung einzugehen, in der Zukunft keine neuen Anlagen zu schaffen. Kein Aufgeben der Hankauer Konzession durch Englans. London, 15. Jan.(Radio) Der Bericht über die Hankauer Verhandlungen zwischen dem britischen Geschäftsträger'Melley und dem Kantoneser Außen. ninister ist gestern abend hier eingegangen. Die Besprechungen werden heute in Hankau fortgesetzt. Londoner unterrichteten Kreisen wird darauf hingewiesen, daß England nicht daran denke, seine chinesischen Konzessionen aufzugeben. Das englische Kabinett wird sich am kommenden Montag erneut mit der Lage in China befassen. In Hankau fanden gestern große Kundgebungen zur Bewillkommnung der Führer der Kantontruppen statt, wobei General Tschankaischek der Hauptredner KOAT Unpolitische Nachrichten. Gemeinsam in den Tod. Berlin, 14. Jan. Ein erschütterndes Drama hat sich gestern am Müggelsee abgespielt. Dort sind drei junge Mädchen gemeinsam in den Tod gegangen, die beiden Töchter eines Berliner Polizeiassistenten und die Tochter eines Berliner Arbeiters, alle drei gemeinsam beruflich tätig. Die drei Mädchen verband herzliche Freundschaft. Vorgestern noch nahmen sie von ihren Arbeitskollegen in übermütiger Laune mit den Worten Abschied:„Adjes, wir gehen jetzt hin und nehmen uns zusammen das Leben!“, was natürlich als aufgefaßt wurde. Seitdem vermißte man sie. Bei den beiden Familien gingen gestern Briefe ein, worin die drei Mädchen ihre Absicht, sich das Leben zu nehmen, mitteilten, ohne die Beweggründe anzugeben. Gestern nachmittag sand man am Ufer des Müggelsees bei Friedrichshagen drei Handtaschen, drei und zwei Damenschirme sowie einen Zettel, der auf eines der drei Mädchen hinwies. 200 Meter entfernt entdeckte man die erste Leiche im Wasser. Man steht vor einem Rätsel. Vielleicht wird es sich nie aufkären lassen, was die drei Mädchen bestimmt hat, vereint ihrem jungen Leben ein Ende zu machen. : Ungehener in Menschengestalt. Berlin, 14. Jan. In Bialystok wurde eine Frau verhaftet, die 60 Kinder ermordet und verbrannt hat. hutte die Kinder in Pflege genommen und sich für jedes Kind einen bestimmten Betrag zahlen lassen. Wenn die Mütter nach ihren Kindern fragten, erzählte ste, daß diese auf dem Lande seien. Großsener in einer Schokoladensabrik. Magdeburg, 15. Jan.(Radio) Heute morgen gegen drei Uhr brach in dem Dachstuhl der Schokoladenfabrik Hauswaldt in Magdeburg=Neustadt Großfeuer aus. Nach etwa zweistündiger Arbeit gelang es den Neuerwehren, des Brandes Herr zu werden. Der Schaden ist beträchtlich. Man vermutet Brandstiftung. Die Aufräumungsarbeiten werden bis in die MittagsKunden hinein andauern. 9: Zwei Arbeiter tädlich verunglückt. Ansda, 15. Jan.(Radio) Auf dem Schacht Klugenmünde bei Neetershausen sind durch Stolleneinsturz zwei Arbeiter getötet worden. Ein weiterer Arbei### wurde schwer verletzt. Aus Vorken uns Umgegens. u, 14. Jan. Turn= und Spielverein. (D..) Die gestern abend im Restaurant Evers stattgekundene Generalversammlung war gut besucht. Nach Wrlge des Kassenberichtes beträgt der Kassenbestand 161 Mark. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Der neugewählte Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Lehrer Kampmann, 2. Vorsitzender Josef Brinkman; 1. Schriftführer Karl Terstegge, 2. Frk. Klaber; 1. Kassierer Zimmermann, 2. Frl. Stegermann; 1. Turnwart Willi Klaber, 1. Vorturner Jünger, Damenriege Frl. Kremer. Von der Feier eines Fastnachtsfestes soll in diesem Jahre abgesehen werden. Aus Bocholt und Umgegens. Bocholt, den 16. Januar 1927. (:) Zweiter Coue=Vortrag. Gestern abend hielt im vollbesetzten Saale der Kronenburg der Psychologe Ramon H. Wings aus Düsseldorf seinen zweiten Vortrag über die Methode Coue. Wie schon in seinen Ausführungen vor einigen Wochen betonte er auch heute wieder, daß nicht er die Kranken heile, sondern daß die Kranken sich selbst heilen müßten; er gebe nur den Impuls dazu. Dauerheilungen ließen sich nur bei fortgesetzten intensiven Uebungen erzielen. Ein gedankenloses Sprechen der bekannten Coueschen Formel: „Es geht mir von Tag zu Tag in jeder Hinsicht besser und besser“ sei völlig zwecklos; der Kranke müsse sich vielmehr den Sinn dieser Worte einverleiben u. seine Gedanken vollständig auf den Heilungsprozeß einstellen. Die Einbildung spiele doch bei den Krankheiten eine große Rolle. Wenn ein Asthmaleidender des Morgens beim Aufstehen Nebel erblicke, stelle sich Atemnot ein. Redner meint, daß ein kranker Mensch stets auch eine kranke Seele haben müsse. Der Körper lönne nur gesunden, wenn auch die Seele gesunde. Das aber könne nur geschehen, wenn der Mensch sich von Alltäglichkeiten freimache und nicht beständigem Stimmungswechsel unterliege. Wer von einer Krankheit höre, solle sich nicht gleich einbilden, er würde von ihr befallen. Der an Erkältung Erkrankte dürfe sich nicht von der Furcht unterkriegen lassen, er würde die jetzt grassierende Grippe bekommen. Redner führte dann einige Beispiele an, wo durch Autofuggestion schlimme Wirkungen hervorgerufen wurden. So sei ein Eisenbahnbeamter, der in einem Gefriefleischwaggon eingeschlossen worden sei, an der Vorstellung zugrunde gegangen, daß er mit erfrieren müsse. Es habe sich bei der Untersuchung aber herausgestellt, daß die Kühlanlage überhaupt nicht funktioniert habe, sodaß also der Eisenbahnbeamte von der Vorstellung, er müsse erfrieren, getötet worden sei. Weiter führte er an, daß in Amerika ein zum Tode verurteilter Verbrecher, dem man suggeriert habe, daß ihm die Pulsadern durchschnitten worden seien, infolge der Vorstellung, er müsse verbluten, tatsächlich gestorben sei. Dem Vortrag schlossen sich eine Anzahl Experimente an. Zuerst wurde das bekannte Pendelexperiment vorgeführt, das den gewünschten Verlauf nahm. Auch das zweite Experiment— Fallen in der Richtung, die man sich suggeriert hat— gelang zur Befriedigung des Publikums. Es wurde dann ein 12jähriger stotternder Knabe vorgeführt, der nach kurzer „Behandlung“ einwandfrei sprechen konnte. Ob diese Heilung von Dauer ist, muß sich zeigen. Ueber weitere Experimente war man geteilter Meinung. Zum Schluß betonte Herr Wings, daß er kein Wundermensch sei. Nicht er sei derjenige, dem Anerkennung ausgesprochen werden müßte, sondern die Patienten verdienten Anerkennung dafür, daß sie seinen Anordnungen gefolgt seien und sich dadurch in die Lage versetzt hätten, sich selbst zu heilen. Es ist anzunehmen, daß sich Herr Wings durch seine Vorträge eine Anzahl Anhänger in Bocholt erworben hat. — Monatsversammlung der Freiwilligen Canitätskolonne vom Roten Kreuz. Am 8. ds. Mts. fand im Restaurant Bürgerkrug eine Versammlung der Mitglieder der Freiwilligen Sanitätskolonne statt, die sehr gut besucht war. Es wurde zunächst die Gestellung von Sanitätswachen für die am 16. Januar und 6. Februar stattfindenden sportlichen Veranstaltungen geregelt. Sodann wurde in längerer Aussprache die Handhabung des Dienstes bei Krankenbeförderungen mit dem neuen Krankenauto besprochen. Eine Uebung, in der die Mitglieder mit der Bedienung des Autos vertraut gemacht wurden, hat bereits vor einiger Zeit stattgefunden. In der Aussprache wurde vom Vorsitzenden zum Ausdruck gebracht, daß die Festsetzung der Gebühren für die Benutzung des Autos nicht Sache der Sanitätskolonne, sondern eine von der Stadtverwaltung zu regelnde Angelegenheit sei. Von einem Mitgliede wurde erwähnt, daß in der Bevölkerung teilweise die Ansicht vertreten sei, daß die zu zahlenden Gebühren die den Wagen bedienenden Sanitätsmänner erhielten. Diese Ansicht ist irrig. Die Kolonnenmitglieder üben ihre Tätigkeit freiwillig und unentgeltlich aus. Sie erhalten lediglich bare Auslagen, z. B. Lohnausfall, ersetzt. Zu dem demnächst stattfindenden Ausbildungskursus für Hilfsdesinfektoren meldete sich ein Mitglied. Die Hilfsdesinfektoren müssen sich vor der Ausbildung verpflichten, zwei Jahre lang für einen etwa notwendig werdenden Sanitätsdienst bei Seu. chen usw., auch nach auswärts, sich freiwillig zur Verfügung zu stellen. (:) Reichsbund der Kinderreichen zum Schutze der Familie a.., Ortsgruppe Bocholt. Am vergangenen Sonntag hatte der Verein seine Mitglieder zu einer Weihnachtsfeier im St. Paulus=Haus eingeladen, die einen sehr zahlreichen Besuch aufwies. Schon lange vor Beginn der Feier war der Saal gefüllt und Festfreude sah man auf den Gesichtern der Kinder. Ein riesiger, glänzend geschmückter und mit mehr denn hundert Lichtern besteckter Tannenbaum stand frei im Saal. Nach einem gut gespielten Einführungsmarsch der Kapelle des Arbeitervereins nahm der Vorsitzende Herr Eduard Ketteler das Wort, um Eltern und Kinder zu begrüßen und über das Weihnachtsfest als Fest der Liebe und Freude auch im Sinne unseres Bundes zu sprechen. Nach gemeinsamem Absingen einiger Weihnachtslieder und Spielen der Musik, wobei die Kinder im Kreise um den Baum zogen, wurden die Kinder aufgestellt, um ihre Tüten in Empfang zu nehmen. Dank den freundlichen Spendern konnte auch dieses Jahr wieder eine Verlosung stattfinden und konnten wertvolle praktische Gewinne an jede Familie verteilt werden. Mit dem Gefühl, einen schönen Nachmittag verlebt zu haben, trennte man sich gegen 7 Uhr aberüß. * Fünf Kühe beschlagnahmt. Am Freitag abend gegen 11,15 Uhr bemeikten die Zollbeamten Flitzenberg und Gladitz auf der Vardingholt Borkener Chaussee einen verdächtigen Viehtransport. Auf den Anruf der Beamten ergriffen die Begleiter(Schmuggler) die Flucht und entkamen anscheinend unverletzt, da die ihnen von den Beamten nachgesandten Schüsse in der Dunkelhet ihr Ziel verfehlten. Anderseits hatten die Beamten den in solchen Fällen unbedingt vorzuziehenden Erfolg zu verzeichnen, daß sie den ganzen Viehtransport— 5 wertvolle Kühe— beschlagnahmen konnten. 1 Eine alte Wirtschaft. Am 1. April 1820 eröffnete die Wirtschaft Wilhelm Teuwsen, Neustraße, ihre zwar nicht großen, aber auf alle Fälle recht einladenden und gastlichen Hallen. Diese Wirtschaft, die sich seit ihrer Gründung ununterbrochen im Familienbesitz befindet, kann demnach am 1. April d. J. auf ein 107jähriges Bestehen zurückblicken und dürfte somit wohl die älteste Wirtschaft Bocholts sein. Dies lange Bestehen läßt jedenfalls auf die besten Beziehungen zw'schen der Kundschaft und den jeweiligen Inhabern der Wirtschrft.schließen. Wetterbericht. Mittel= und Norddeutschland:• heiter, teils wolkig, vorwiegend trocken, Temperatute verändert. Nachtfrostgefahr, südliche Winde. Uebriges:. land: Keine wesentliche Aenderung des hereschenden We. er. Dingden, 14. Jan. Am Donnerstag kam a. Coesfeld die Trauerkunde vom Ableben des Herrn Pfarrdechanten Kösters, eines Sohnes unserer Gemeinde. Der Verstorbene war am 22. Januar 1865 in Dingden geboren, stand somit im 62. Lebensjahre. Ein Herzleiden hat ihn dahingerafft. Nach Empfang der Priesterweihe fand er sein erstes Arbeitsfeld in Duisburg. Neben seiner priesterlichen Wirksamkeit ließ er sich hier als Präses eines Gesellenvereins die Förderung der Ideen Kolpings angelegen sein. Nach elfjähriger segensreicher Wirksamkeit berief ihn sein Bischof an die Lambertikirche in Münster. Sechs Jahre war der nunmehr Dahingeschiedene in der Provinzialhauptstadt tätig und auch hier galt sein besonderer Eifer wieder dem Gesellenverein, dessen Präses er war. Auf seine Initiative ist der Bau eines großen Vereinshauses zurückzuführen. Nach kurzer Tätigkeit als Rektor an der St. Pauluskirche in Recklinghausen erfolgte seine Ernennung zum Pfarrdechanten an der Lambertikirche in Coesfeld. Bald darauf wurde ihm das Amt des Dechanten dieser Gemeinde übertragen. Nach 20jähriger eifriger und erfolgreicher Wirksamkeit hat ihn jetzt der Tod dahingerafft. R. i. p. Handelsnachrichten. Devisenkurse. 14/1. 15./1. Amsterdam Brüssel Italien London Kew=Dork Paris Schweiz Wien(abg.) Schiffsaktien. Hapag Nordd. Lloyd Bankaktien. Barmer Bank Verl. Handelsg. Commerzbank Tarmstädt. Bank Deutsche Bank Diskonto=Ges. Dresdener Bank Reichsbank Industrieaktien. Schultheiß Dortmund. Union Adler Portland Adlerwerke A. E. G Angelo Quano . P. Bemberg Berger Tiefbau Bergmann Elektr. Verzilius Berg Bochumer Guß. Buderus Eisen Charl. Wasser Chem. v. Heyden Chem. Ind. Gelf. Daimler Mot. Dessauer Gas Deutsch Luxemb. Deutsch Erdöl Deutsch Masch. Dresdener Gard. Dürkoppwerke Dynamit Nobel Eiek. Licht. u. Kr. Els. bed. Wolle Eschweiler Berg Ess. Steinkohle Fahlberg List J. G. Fard.=Ind. Felten& Cuill. Friedrichshall Gelsenberg Gelsenguß Germ. Zement Sis. el. Unterneh. Germes& Co. Sladbach Wolle Soldschmitd Sötlitz Waggon Efsektenkurse. 14./1. 15./1. Geld 168%4 58,52 18 30 901.421 .209 16.735 81 09 59,32 Brief 16866 58.66 18.34 20 472 4,219 16,776 91.29 59.46 14./1. 15./1. 175,75 162,7 186,00 271,00 •0,50 269,00 191.25 184,00 184,00 177,50 310,50 162,00 155.75 125,50 172 ¼ 12925 295,00 289,60 169,0 00.00 187,50 119,00 134,00 140,00 115,00 90.0 186,25 187,00 178.00 22.7 145,00 83,00 160,50 183,50 65.50 175.25 192.25 148.25 °.•0 173.75 142,00 188,00 16,50 210,00 216,00 165,00 000.00 148,15 30.00 176.50 162.50 185,25 74,00 218.00 269,50 191,00 183,75 189,00 179,00 339.00 262,00 155.75 127.75 170 127,50 310,00 294,00 167,00 00,00 186,50 119.00 133.75 139,00 118.00 93.00 185,00 187,00 177,00 123,00 143,00 82,00 161.50 182,00 64,75 175.25 190,50 110,00 328,00 170,50 141.25 187,50 17,50 205,50 216,00 165,00 170,50 150.00 98.50 Gotha Waggon Gruschwitz Textil Hammersen Hansa Lloyd Haipener Bera Hartmann Masch. Hösch Eisen Hoffmann Stärke Humbold Masch. Kahla Porz. Kali Aschersleben Karlsruh. Masch. Karstadt Klöcknerwerke Köln Neuessen Köln Rottweil Gebr. Körting Lahmeyer Laurahütte Linke Hofsmannn Magirus Mannesm. Nöh. Mansfeld Berg Mechan. Linden Mechan'ttau Mix& Genest Mülheim Berg Ober Koks Orenstein Phönix Berg Vongs Spinnere! Reisholz Papier Rheinmetall Rheinstahl Rombacher Rütgerswerke Schuckert elektro Siemens Halske Thörl. Oel Leonhardt Tietz Ver. Dt. Nickel Ver. Glanzstoffe Wandererwerke Westd. Handel Wickina Portl. Zellstoff Waldhof R Westfl Elektr. Adler Kohle Benz Motoren Kabel Rheydt Ad er Kali Krügershall Deutsche Petrol. 28,00 101,50 140,25 74,00 190.% 55,00 176,00 103, 56, .6,25 171,26 2,25 18.00 169.25 181,90 000,00 113,000 162.50 87,00 93.25 70.25 213.25 147,00 278,00 131.50 142.75 166.50 144,½ 139% 136,50 50,00 333,00 000,00 206,00 13.50 138, 169.75 207,25 124.25 126,10 179,00 438,00 226.00 71.75 170,00 58,50 200,00 79,00 10,00 179,00 67.00 148,00 81.00 27.00 100,00 135,00 .0 190,00 53,7 177,70 103,⅞ 16,00 .6,50 173,00 51,00 182,00 174,10 181,00 000.00 110,00 161.75 86,00 94. 69.00 213.25 14%0 278,00 130.25 145,00 165,00 144.00 139.½ 135,50 00.00 825,60 0 0,00 208.50 13.25 139,00 169,50 207. 124,00 135,75 179,75 461,00 224,00 73,00 173,00 257.00 211,50 75,00 00,00 180,00 67,00 149,00 40.80 Berliner Wertpapierbörse. Berlin, 15. Jan.(Radio.) Die Sonnabendbörse eröffnete bei sehr ruhigem Geschäft zu wenig veränderten Kursen. Die Tendenz neigte zunächst eher nach unten. Das Interesse der Spekulation war einseitig auf verschiedene besondere Märkte gerichtet. So wurden während der ersten Börsenstunden nach Ueberwindung der Geschäftslosigkeit Montanaktien und Schiffahrtswerte, heimische Staatsanleihen unter Führung der Kriegsanleihe, Zinkwerte unter Hinweis auf den günstigen Geschäftsgang dieser Industrie, Schultheiß= und Ostwerke, Berger Tiefbau und einzelne Maschinenfabriken in größeren Beträgen umgesetzt. Textilwerte erfreuten sich einiger Beachtung. Demgegenentraten die sonstigen Märkte bei lustlosem Verkehr in den Hintergrund. Ausländische Renten waren fast ohne Geschäft. Bemerkenswert ist dagegen die Aufmerksamkeit, die sich neuerdings für österreichische Werte einstellt. Infolge der starken Nachfrage nach den neu zur Berliner Börse eingeführten Aktien der österreichischen Eisenbahnverkehrsanstalt entwickelten sich heute rege Abschlüsse in österreichischen Kreditaktien, die 1 Prozent gewannen und österreichischen Staatsbahnaktien. Der Geldmarkt war wieder außerordentlich flüssig. Die Medioliquidation verursacht keinerlei Besorgnisse, da Reportgeld bereitwilligst in der angeforderten Höhe angeboten wurden. Am Devisenmarkt gab der Dollarkurs bis 4,2120 erneut leicht nach. Auch gegenüber dem Pfund ermäßigte sich der Stand der Dollars und zwar auf 4,8540. Von den übrigen Hauptvaluten zeichnete sich die spanische Währung durch einen festen Kurs aus. London Madvid 30,10, während weitere Veränderungen bei ruhigem Geschäft nicht eintrafen.“— Reichsgerichtspräsident und Oberreichsanwast als Universitätsprosessoren. Die Universität Leipzig hat jetzt eine bedeutsame Erweiterung ihres Lehrkörpers erfahren. Das sächsische Der Arbeitsmarkt in Westfalen und Lippe. Das Landesarbeitsamt Westfalen und Lippe— Münster— Warendorfer Straße 25, berichtet: In Westfalen und Lippe ist seit dem 15. 12. 1926 bis zum 1. 1. 1927 die Zahl der Erwerbslofenunterstützungsmpfänger (ohne Notstandsarbeiter und Krisenunterstützte) von 107 214 auf 121 957, d. h. um 13,8 Prozent gestiegen. Auf 1000 Einwohner entfielen am 15. 12. 1926 in Westfalen und Lippe 21,4 Etwerbslosenunterstützungsempfänger und am 1. 1. 1927 24,4. Während am 1. 1. 1927 im Regierungsbezirk Minden auf 1000 der Bevölkerung nur 21,9 Hauptunterstützungsempfänger gezählt werden, beträgt diese Zahl für den Bezirk des öffentlichen Arbeitsnachweises Herford=Stadt 53,5 und für den Bezirk des öffentlichen Arbeitsnachweises Bielefeld=Stadt und Land 45,6. Diese beiden Bezirke weisen zugleich in ganz Westfalen und Lippe die höchste Erwerbslosigkeit auf. Die niedrige Durchschnittsziffer für den Regierungsbezirk Minden ist auf die wesentlich geringere Erwerbslosigkeit in den ländlichen Bezirken zurückzuführen. Noch günstiger ist die Lage im Regierungsbezirk Münster mit 15,2 Hauptunterstützungsempfängern auf 1000 der Bevölkerung; dagegen ist die Erwerbslosigkeit im Regierungsbezirk Arnsberg mit 29 auf 1000 und im Freistaat Lippe mit 29,9 auf 1000 bedeutend höher. Die Entwicklung der Arbeitsmarktlage in Westfalen und Lippe in der ersten Hälfte des Monats Januar zeigt ein weiteres Ansteigen der Erwerbslosenzisser. Die Zunahme ist zu einem Teil durch die Einstellung bezw. Fertigstellung von Außenarbeiten bedingt. Die Weiterentwicklung wird unter anderem davon abhängig sein, wie die Lage im Baugewerbe, diee z. Zt. beruflich und örtlich uneinheitlich ist, sich gestalten wird. Sofern die Diskontermäßigung der Reichsbank auf 5 Prozent zu einer Herabsetzung der noch recht hohen Debetzinsen führen wird, dürftl: in der Finanzierung des Wohnungsbaues eine Erleichterung und damit auf dem Baumarkte eine Belebung eintreten. Der Arbeitsmarkt ist daran insofern bleteiligt, als gerade im Baugewerbe eine Zunahme des Beschäftigungsgrades sich in einer fast gleich großen Einstellung von Arbeitskräften auswirkt. Für andere Gewerbegruppen, deren Produktionsfähigkeit z. Zt. nicht voll ausgenutzt wird, ist das nicht im gleichen Maße der Fall, da hier eine vermehrte Beschäftigung zunächst nur eine bessere Ausnutzung der Produktionsfähigkeit bei gleicher Belegschaft bedeutet. Mit Rücksicht auf die hohen Summen, die immer noch für die Erwerbslosenfürsorge einschließlich der Krisenfürsorge ausgewendet wierden müssen— in Westfalen und Lippe wurden allein für die Erwerbslosenfürsorge im Monat November rd. 7,2 Millionen Reichsmark verausgabt— ist es dringend notwendig, alle die Maßnahmen zu ergreifen, die eine Abnahme der hohen Erwerbslosenziffer in großem Umfange ermöglichen. In den Monaten Januar bis Oktober 1926 betrug allein der Aufwand für die Erwerbslosenfürsorge im Deutschen Reich rund 1025 Millionen Reichsmark. Mit Einschluß der noch ausstehenden Monate November und Dezember 1926 wird der Jahresaufwand weit über 1 Milliarde Reichsmark hinausgehen. Die Ausgaben für die Krisenfürsorge sind in dieser Summe nicht mit einbegriffen. Mittelstandsversammlung in Groß=Reken. (Fortsetzung.) Dem deutschen Volle sind durch das Schicksal unerhörte Lasten auferlegt. Niemand vermag heute zu sagen, ob wir sie tragen können und ob und wie die Durchführung des Dawesplanes ermöglicht werden soll. Während aber nun die großen außenwirtschaftlichen und außenpolitischen Fragen zu einer Lösung heranreifen, müssen wir im Innern von Grund auf an einem Wiederaufbau unserer Wirtschaft arbeiten. Vieles ist bereits geschehen. Unsere Währung ist befestigt, die Zwangswirtschaft bis auf die Wohnungswirtschaft beseitigt. Mit Aufwendung aller Energie haben wir es seit der Katastrophe von 1923 verstanden, unsern Güterumlauf wieder zu heben. In der Wirtschaftskrise fehlte uns vor allem die widerstandsfähige Des Freundes Schuld und Sühne. Original=Roman von Ludwig Berger. Ministerium für Volksbildung hat den Präsidenten des Reichsgerichts Dr. Walther Simons(im Bilde links) zum ordentlichen Professor für Völkerrecht und den Oberreichsanwalt a. D. Dr. Ludwig Ebermayer(im Bilde rechts) zum ordentlichen Honorarprofessor für Strafrecht an der juristischen Fakultät der Universität Leipzig ernannt. Dr. Simons hat als Leiter der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes, als Reichsminister des Aeußern, sowie als Vorsitzender der Spitzbergenkonferenz in Kristiania und Mitglied der deutschen Friedenskommission in Versailles seine praktische Erfahrung auf dem Gebiete des Völkerrechts erworben. Dr. Ludwig Ebermayer ist in gleicher Weise als hervorragender Kenner des Strafrechts in Theorie und Praxis zu betrachten. Er erhielt schon vor einigen Jahren eine Berufung an die Universität Leipzig, doch mußte er damals ablehnen, da seine Tätigkeit als Oberreichsanwalt ein Lehramt unmöglich machte. stem Ansehen standen. Durch den Krieg wurden aber die Auslandsbeziehungen unserer Industrie mit rauher Hand zerrissen. Nur schwer gelingt es ihr, nach und nach wieder sich die einzelnen Absatzgebiete zu erkämpfen und so ist sie in verstärktem Maße gezwungen, ihre Erzeugnisse auf dem Binnenmarkte unterzubrin. gen. Diese Entwicklung wird nun noch von der Verbraucherseite her zu Ungunsten des Handwerks unterstützt. Denn der Durchschnittsverbraucher greift heute mehr denn je zur Massenware. Er vernachlässigt die haltbarere und daher auf die Dauer billigere Handwerksware; er ist heute leider zu arm, um in diesem Sinne wirklich billig kaufen zu können. Immer noch gilt das alte Sprichwort: das Teuerste ist letzten Endes immer noch das Billigste. Vor kurzem las ich irgendwo die Mitteilung eines großen Konfektionshauses, daß etwa ein Drittel seiner Käufer erklärte, zum ersten Male einen Konfektionsanzug zu kaufen. Wenn nun auch diese Angabe wahrscheinlich stark übertrieben ist, so geht aus ihr doch die Gefahr hervor, die dem Handwerk heute droht. Wir finden aber diese verstärkte Konturrenz nicht nur in der Bekleidungswirtschaft, sondern ebenso auf anderen Gebieten. Die Schlossereien klagen über die Verdrängung durch die Kleineisenindustrien, die Küfer über die zunehmende Konkurrenz der Faßfabriken usw. Ueberhaupt liegt in der Entwicklung zum Großbetrieb eine nicht zu unterschätzende Gefahr für den kleinen Handwerksmeister. Diese Entwicklung hat zwar schon in der Vorkriegszeit eingesetzt, wurde aber nicht so drückend empfunden, da dem Handwerk durch die steigende Kaufkraft der Bevölkerung immer neue Absatzgebiete zuwuchsen. Heute führt sie in vielen Fällen dazu, daß der selbständige Handwerksmeister seine Selbständigkeit verliert, um in den industriellen Produktionsprozeß oder in den handwerkerlichen Großbetrieb eingegliedert zu werden. So wachsen zum Beispiel im Baugewerbe die handwerklichen Unternehmen zum Großbetrieb heran. Der Bauunternehmer bezieht das vom Holzhändler nach Maß geschnittene Holz und stellt seinen Zimmermann nur als Arbeiter an. 14— Mit dem Morgengrauen war Wilhelm in der Stadt. Schnell wechselte er seine Kleider, wusch sich, trank eine Tasse Kaffee und eilte ins Kontor, um ja nicht eine Minute zu spät zu kommen. Pünktlichkeit lag ihm im Blut.— Er war darin ein Muster für alle übrigen Angestellten.—— was würden die nächsten Tage bringen?— Freitag könnte Nachricht von Hauptmann Kampfer da sein.— Und richtig, sie traf so schnell wie nur möglich ein.—— In militärischer Kürze teilte der wohlwollende Herr seinem ehemaligen Oberjäger mit, daß der Graf gerne bereit sei, ihm die Hilfsjägerstelle zu übertragen— zum 1. Januar.— Das Anfangsgehalt betrug in Anbetracht der Schwierigkeiten und Gefahren des Dienstes mehr als Wilhelms gegenwärtiges Salair. Das war herrlich!— Noch heute kündigte er seine Stellung und schrieb jubelnden Herzens an die Eltern. Das große Unglück, das die Familie Normann durch den so plötzlichen Tod Ottos betroffen hatte, verband sie umso inniger mit den alten Hartungs. Fast täglich war der ehemalige Weidmann jetzt auf dem Moorhof und tat sein möglichstes, den alten Freund auf andere Gedanken zu bringen, ihn vor Schwermut zu bewahren. Von dem Opfer, das Wilhelm und er selber dem Verstorbenen gebracht, wurde nie ein Wort erwähnt. Und wenn Normann auch darum gewußt hätte, er würde ganz außerstande gewesen sein, dem wackeren Freunde die dreitausend Mark zurückzugeben. Saß ihm doch selber das Messer an der Kehle. Die Tannenhoferin behandelte ihn, trotz der bei ihrem Besuch damals zur Schau getragenen Liebenswürdigkeit, als sei er nichts anderes als ihr Untergebener. Im Dorfe hatte sie es sogar schon offen ausgesprochen, daß sie ihre Hyrothek kündigen werde und die Absicht habe, den Moorhof mit ihrem Besitztum zu vereinigen.— Oh, das waren gar trübe Aussichten!— Frau Normann teilte indes die Sorgen ihres bekümmerten Gatten durchaus nicht. Sie hoffte zuversichtKaufkraft eines wirtschaftlich starken Mittelstandes, weil dieser durch die Inflation am empfindlichsten getroffen. zum Teil geradezu vernichtet war. Es fehlte außerdem die frühere Beweglichkeit im Preisgefüge, da keine größeren flüssigen Reserven vorhanden waren und hohe öffentliche Abgaben und Zinslasten der wünschenswerten raschen Ermäßigung entgegenstanden. Tiefe Lücken hat diese Krise in den Bestand der Unternehmungen gerissen. Die Anzahl der Konkurse und Geschäftsaufsichten, in denen das stille Verschwinden vieler kleiner Betriebe nicht mit enthalten ist, gibt ein Bild davon. Unsere Wirtschaft befindet sich zur Zeit nach Ueberwindung ihres größten Tiefstandes zwar wieder auf dem Wege einer langsamen Besserung, jedoch noch immer in einer starken Depression. Damit bleibt aber auch die Kaufkraft weiter Schichten der Bevölkerung gedrückt. Gerade das Handwerk wird hierdurch in allen den Zweigen berührt, die die Bedürfnisse des Alltags an Wohnung, Kleidung und Nahrung befriedigen. Wie das Handwerk schon in der Inflationszeit durch seine Konsumnähe besonders getroffen wurde, so hat es auch jetzt unter der allgemeinen Schwächung der Kaufkraft der breiten Massen erheblich zu leiden. Die Lage ist doppelt schwer für das Handwerk, weil um diese verminderte Kaufkraft mit ihm die Industrie in verstärkter Konkurrenz ringt. Auch hier hat sich die Lage für das Handwerk gegenüber der Vorkriegszeit in erheblicher Weise verändert. In der blühenden Wirtschaft vor dem Kriege konnten wir mit einem ständig steigenden Wohlstand des deutschen Volkes rechnen. Das hatte zur Folge, daß weite Kreise der Bevölkerung sich mehr und mehr von der Massenware der Industrie abwandten und ihren Bedarf durch die zwar im Augenblick teureren ablt bedeutend hochwertigeren Handwerkserzeugnisse deckten. Die Industrie ihrerseits fand aber den Absaz auf dem Weltmarkte, wo die deutschen Erzeugnisse in allen Ländern in höchlich auf eine glückliche Lösung, indem sie davon überzeugt war, daß Karl ihr Schwiegersohn werden würde.—— Heute sprach sie darüber einmal ganz unverhohlen mit Gretchen.—„Sag mal, Kind,“ redete sie auf die von diesem Thema recht wenig erbaute Tochter ein,„was hast du eigentlich an deinem Vetter auszusetzen, daß du immer so spröde gegen ihn bist?— Er meint es doch so gut mit dir und mit uns.— Wie hat er uns in unserm Leid getröstet!— Glaubst du immer noch nicht daran, daß er ein aufrichtiger, grundgütiger Mensch ist?“ weigt das ich „Muttchen, erwiderte Gretchen scheu,„ou weigl, buß ich ihm nicht traue.— Es kann ja sein, ich tue ihm Unrecht. Aber ich wäre froh, wenn er uns nicht so nahe wohnte.“— „Das sind Torheiten, wie sie mir bei einem sonst doch recht klugen Mädchen ganz unverständlich sind,“ erwiderte die Moorhoferin gereizt.„Er ist ein guter Mensch, eine stattliche Erscheinung und— sehr reich.— Denkst du denn gar nicht an deine Eltern?— Wenn die Frau Hochfeld uns ihre Hypothek kündigt, was dann?— Wir müssen von Haus und Hof, sind bettelarm.— Hast du einmal darüber nachgedacht?— Das alles würde vermieden, wenn du Karl nicht verschmähteft.“—„.„. zu gut wust Grete tat einen tiefen Seufzer.— uch, nur zu gut wüßle sie, wie die Verhältnisse lagen.—— Wenn Wichelm, trotz seiner Verfehlung, nicht immer noch in ihrem Herzen lebte, so würde sie den Eltern das große Opfer aus kindlicher Liebe gebracht haben. Doch sie liebte den Freund ihrer Jugend und könnte niemals einen anderen lieben.—— Die Unterredung wurde durch des Afrikaners Erscheinen unterbrochen.— Er befand sich augenblicklich heute in ganz besonders gehobener Stimmung, denn der Zufall hatte ihm eine Waffe in die Hand gegeben, mit der er seinen Nebenbuhler ganzlich aus dem Felde schlagen zu können hoffte. — Trotz seiner kaum zu bandigenden Freude setzte er aber die seit dem Todesfall übliche ernste, bekümmerte Miene auf und ließ sich nicht anmerken, wie es in seinem Innern ausschaute. Und dann, nachdem man von diesem und jenem gesprochen, lenkte er die Unterhaltung plötzlich auf Hartungs und ihren Sohn Wilhelm.——„Ja, nun hat er eine Stellung, die es ihm ermöglichen wird, etwas besser als Auf der anderen Seite ist aber auch als eine leidige Folge der allgemeinen Arbeitslosigkeit die zunehmende Klage über die Schwarzarbeit zu erwähnen. Immer wieder kann man in den Zeitungen lesen, daß ein wegen Arbeitslosigkeit und der allgemein schlechten Geschäftslage entlassener Geselle seine Dienste anbietet, teilweise zu Preisen, mit denen der selbständige Handwerksmeister bei den hohen Unkosten, den Steuern und sozialen Lasten, die auf seinem Betriebe ruhen, naturgemäß nicht konkurrieren kann. Daß dieses Unwesen einen Krebsschaden für das deutsche Handwerk bedeutet, dürfte nohl allseitig nicht bestritten werden. Die Handwerkskammer hat es von jeher für ihre Aufgabe angesehen, diesen Verhältnissen entgegenzuwirken und wo immer nur Klagen bekannt wurden, ist für genaueste Untersuchung und möglichste Abstellung gesorgt worden. Allerdings ist der Kampf gegen die Schwarzarbeit aus mannigfachen Gründen, die ich hier nicht alle aufzählen kann, teilweise sehr schwierig, insbesondere da es bei dem bestehenden Grundsatze der Gewerbefreiheit einer gesetzlichen Handhabe ihrer allgemeinen Bekämpfung mangelt. (Fortsetzung folgt.) Aus Kah und Fern. Isselburg, 15. Jan. Am Sonntag findet eine wichtige Mitgliederversammlung des Deutschen Metallarbeiterverbandes statt, zu der alle Mitglieder erscheinen müssen. Kollege Spingel aus Bielefeld, der vor einiger Zeit sein 25jähriges Bezirksjubiläum seiern konnte und den hiesigen Bezirk am unteren Niederrhein seit Jahren vertritt, will wegen seines vorgeschrittenen Alters sein Amt aufgeben. In seiner Anwesenheit wird nun am Sonntag eine Abschiedsfeier veranstaltet werden. Koll. Wallrecht aus Köln wird diesen Bezirk mit übernehmen. bisher für seine Eltern zu sorgen,“ sagte er.„Er wird in der Waldeinsamkeit vielleicht wieder ein solider, tüchtiger Mensch werden.— Daß er ein solcher in der Stadt leider nicht gewesen ist, mußte ich heute rein zufällig erfahren. Bis über die Ohren hatte er sich nämlich in Schulden gestürzt.— Dem Amtsvorsteher Dietrich in Talheide schuldet er einen größeren Betrag.— Der Vater hat seine ganzen Ersparnisse hergeben mussen, um diese Summe aufzubringen.— Dietrich selber sprach zu niemandem über die dunkle Angelegenheit, doch seine Haushälterin kam dahinter, und nun unterhält das ganze Dorf sich darüber. —„Unerhört!“ vermochte Frau Normann nur auszarufen, während Gretchen stotterte:„Man darf nicht jeden Klatsch glauben.— Ich kann mir das einfach nicht vorstellen.— Wilhelm ist immer ein äußerst solider Mensch gewesen.“ „An der Tatsache läßt sich indes nichts ändern,“ redete Karl gelassen weiter.„Fragt nur Dietrich selber. Er spricht jetzt, wo es ihm nicht mehr möglich ist, das Geheimnis zu hüten, ganz offen darüber, sucht aber natürlich alles möglichst harmlos hinzustellen. Man nimmt an, die Tannenhoferin trage die Hauptschuld an der Sache.— Wilhelm wollte sich offenbar mit ihr verloben und brauchte Geld, um nicht als ganz armer Teufel aufzutreten.— Daß er vor Ablauf seines Urlaubs abreiste, tat er jedenfalls auch auf Wunsch dieser Person.— Sie war doch ebenfalls verreist, und ist sicher mit ihm irgendwo zusammengekommen.— Doch darüber weiß man nichts bestimmtes.—— Ob es aber zu einer Verlobung kommen wird, das steht auf einem anderen Blatt geschrieben.— Ich glaube noch nicht daran. — Euch gegenüber hat Wilhelm jedenfalls sehr wenig ehrlich gehandelt.—— Nun wird er in der Einsamkeit für seine Verfehlungen büßen.“—— „Und er wird zu sich selber zurückfinden,“ rief Gretchen mit flammenden Augen aus.—„Es ist ein unverzeihliches Unrecht, gering von ihm zu denken.— Bruder Otto kannte ihn, wie ihn vielleicht niemand sonst kannte. Er sagte mir noch beim Abschied— es waren seine letzten Worte—: gibt keinen hochherzigeren, edleren Menschen als — Sprechen wir also nicht weiter darüber!“—(Forts. folgt.) Rselburg, 15. Jan. Treibjagd. Anfang der Woche wurde im Jagdrevier der Stadt Isselburg eine große Treibjagd abgehalten. Es wurden 19 Hasen zur Strecke gebracht. 15 Jäger hatten an der teilgenommen. Weidmannsheil! Sterkrade, 14. Jan. In der Brückenbaumontage der Gutehoffnungshütte hat ein Angestellter des Lohnbüros durch Falschung von Lohnunterlagen 4000 Mark unterschlagen. Hamborn, 14. Januar. Vor dem Volksentscheid hatte ein Konditormeister ein kommunistisches Plakat vor seiner Hausfassade entfernt. Von mehreren Kommunisten wurde er darauf schwer mißhandelt; ebenfalls angegriffen wurde ein Polizeibeamter. Die herangezogenen Polizeibeamten verfolgten die Tüter, die aber unter Abgabe mehrerer Schüsse entkamen. Vor dem Schöffengericht stand ein 28 jähriger Mann, der an den Ausschreitungen beteiligt gewesen sein sollte. Seine Schuld konnte aber nicht nachgewiesen werden und das Gericht mußte ihn deshalb freisprechen. Duisburg, 14. Januar. Das Schöffengericht Mülheim hatte einen Bäckergesellen, der im Juli vergangenen Jahres, um nicht während der heißen Mittagszeit backen zu müssen, aus eigenem Antrieb um 4 Uhr morgens begonnen hatte, zu 5 Mark Geldstrafe verurteilt. Bemerkenowerterweiseles: der Staatsanwalt zugunsten des Verurteilten Berufung ein und begründete diese damit, daß das Nachtbackverbot einen frei=sozialen Charakter trage und sich nicht gegen Arbeitnehmer richte. Die Duisburger Stoofkammer schloß sich diesen Ausführungen an und sprach den Däckergesellen frei. Dorkmund, 14. Jon. An dem Neubau der Union=Brauertei brach ein Gerüst zusammen. Zwei darauf beschäftigie Arbeiter stürzten aus einer Höhe von 15 Meter in die Tiefe. Dabei wurde einer der Abgestürzten getötet, der andere erlitt schwere Verletzungen. Dortmund, 14. Jan. Die Kriminalpolizei verhaftete den Kaufmann Heinrich Lübbemann von hier, der seit längerer Zeit Betrügereien in großem Umfange rierübt hat. Er ließ sich von auswärtigen Firmen Waren aller Art auf Kredit schicken, die er weiter verkaufte, ohne seine Lieferanten zu bezahlen. Soweit bisher festgestellt werden konnte, sind etwa 20 Firmen um namhafte Beträge geschädigt worden. Lübbemann wird seit 1919 von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen Sittlichkeitsverbrechen und seit 1924 von der Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen Betruges fleckbrieflich verfolgt. Recklinghausen, 14. Januar. Anläßlich der feierlichen Einweihung des Bneukerhauses, des Verwaltungsgebäudes des Bezirksverbandes Industriegebiet des Westfälischen Bauernvereins und der feierlichen Uebergabe des Gebäudes durch die hiesigte Stadtverwaltung findet vom 26—28. Januar hier eine große Bauerntagung statt, in derem Mittelpunkt eine große Kundgebung des Westfälischen Bauernvereins steht, bei der Reichsfreiherr von Kerckerinck zur Borg und Reichstagsabgeordneter horlacher, Direktor der Münchener Bauernkammer über aktuelle .=Gladbach, 14. Jan. De Gewerkschaften der Textilarbeiter von.=Gladbach, Rheydt und Umgegend hatten im vorigen Monat das Lohn= und das Arbeitszeitabkommen gekündigt. Die Lohnforderungen sind durch einen für verbindlich erklärten Schiedsspruch geregelt worden. Ueber din Regelung der Arbeitszeit waren den Parteien vom Schlichter neue Verhandlungen vorgeschrieben worden. Diese haben gestern begonnen. Sie führten aber noch nicht zu einem Ergeebnis. Die Verhandlungen werden deshalb in den nächsten Tagen fortgesetzt. Wenn keine Einigung erzielt werden kann, muß unter Umständen der Schlichtungsausschuß erneut eingreifen. hagen, 14. Jan. Die Beamtenbewegung in Westfalen macht Fortschritte, vor allem nach der sozial=pädagogischen Seite hin. Die Bildungsbestrebungen werden allmählich zu einer Klammer, die auch andere Bevölkerungsschichten verknüpft. Jedenfalls sind die von der Beamtenschaft Westsalens veranstalteten großen Vortragsabende von allen Bevölkerungsschichten besucht. Somit beweist sich in diesen wichtigen Beziehungen, daß entgegen aller Kritik anderer Völkerschichten des Beamtentums nicht ein trennendes, sondern ein ergänzendes und zusammenschließendes Volkselement ist. Ein schöner Beweis hierfür war ein Vortragsabend, der auf Veranlassung des Verbandes Hagener Beamtenvereine E. V. der westfälischen Verwaltungsakademie in Münster, der Stadtverwaltung der Stadt Hagen und der Leitung der Kaufmannschaft dier Handelskammer zu Hagen im Kuppelsaale der Hagener Stadthalle veranstaltet wurde. Herr Reichstagrabgeordneter, ordentlicher Universitätsprofessor Prälat D. Dr. Schreider, sprach über deutsche Kulturpolitik. Der Abend war ein voller Erfolg. Den nächsten Vortrag in der Vortragsreihe der westfälischen Verwaltungsakademie übernimmt Geheimrat Hamus, Direktor des Instituts für Weltwissenschaft und Seeverkehr in Kiel. Turnen. Spiel und Sport Wesisalia Anholt. Am vergangenen Sonntag mußte sich die Westfalen=Mannschaft zum ersten Male in den diesjährigen Meisterschaftsspielen geschlagen bekennen. Gegner war der Isselburger Spielverein. Anholt mußte leider mit drei Ersatzleuten antreten, was sich in der Läuferreihe sowie im Sturm deutlich bemerkbar machte. Die sonst so durchschlagskräftige rechte Seite versagte vollständig, sodaß hier immer wieder Durchbrüche gelangen. Schon in der ersten Spielhälfte bringt ein Elfmeter den Isselburgern das Führungstor. Bis zur Pause gelingt es Isselburg noch einmal einzusenden. Noch aber sehen die Isselburger keine Möglichkeit, den Westfalen eine:=Pakkung aufzubürden. Einige Isselburger Spieler beginnen nun ein wüstes und unsaires Spiel, wodurch der Rechtsinnen Westfalens so verletzt wird, daß er vom Platze getragen werden mußte. Verweise über Verweise erteilt der Schiedsrichter den Isselburgern, aber es wäre in der Ordnung gewesen, eine Platzverweisung auszusprechen. Kurz vor Schluß kann Isselburg das Ergebnis auf:0 stellen. Daß das Spiel bei einer kompletten Mannschaft der Westsalen für Isselburg nicht so gut abgelaufen wäre, ist wohl mit Bestimmtheit anzunehmen. Am kommenden Sonntag spielt Westfalias erste Elf auf eigenem Platze gegen die gleiche Mannschaft des Spielvereins Spellen. Anfang des Spieles 3 Uhr. Die Spellener werden eine klassige Mannschaft stellen, weshalb ein Besuch des Wettspieles sich lohnen wird. Zu der am Samstag, dem 15. Januar 1927, abends 8 Uhr, stattfindenden Generalversammlung wird dringend das Erscheinen eines jeden Mitgliedes erbeten. 18. Berlinzr Sechstagerennen. Berlin, 15. Januar.(Radio.) Bei der=Uhr=Wertung am Sonnabend früh teilten sich Gooßens und Van Kempen in die ersten Plätze sämtlicher Spurts. Der Stand des Rennens ist nun folgender: Manthey fährt zur Zeit noch als Ersatzmann. Am Sonnabendmorgen 6 Uhr waren nach 56 Stunden insgesamt 1 559,580 Killometer zurückgelegt. Allerlei Rutzliches. Im September—Oktober holt man die Azalea herein und setzt sie in einen kalten Raum. Gut gießen, aber nie zuviel. Die Schüsse, neben den Knospen muß man vorsichtig wegnehmen, damit sich die Blüten gut entwicheln können. Die blühende Pflanze darf nicht zu warm stehen, da sonst Blüten und Blätter welken und abfallen. Die Zimmertemperatur, wo die Azalea steht, darf nicht höher als 12—13 Cel. betragen. „Vorwärts.“ Das alte Jahr liegt hinter uns und das neubegonnene steht wie ein dunkler Nebelschatten vor uns. Wird es uns dasjenige bringen, wonach jeder einzelne, alle Völker ausblicken, wonach sich alle sehnen, den Frieden? Als wir im Anfange des vergangenen Jahres standen, bewegten uns gleiche oder ähnliche Gedanken und mit Hofsnung im Herzen nahmen wir den Lebenskampf mit dem Ruse„Vorwärts“ auf. Manches Gute und Schöne hat es uns gebracht, aber auch Bitteres. So wird es immer bleiben. Wir haben ja auch beides nötig. Würde es uns nur„gut“ gehen, wie leicht würden wir übermütig werden und das Gute nicht so wertschätzen, wie wir es müßten. Da kommt dann ab und zu eine Enttäuschung, etwas Unangenehmes, das uns aus unserer Gleichgültigkeit aufrüttelt, damit wir den Wert des Guten und Schonen nicht ganz vergessen, sondern es achten und dafür dankbar sind. Und nun am Anfange dieses neuen Jahres heißt es wieder „Vorwärts“. Wir sollen nicht trauernd und sehnsüchtig zurückblicken, nach dem, was hinter uns liegt. Nein, den Blick vorwärts gerichtet und mit kühnem Dute an die Arbeit, an die Berufapflichten herangegangen und mit Treue und Liebe die gewohnte Tätigkeit begonnen. Aus dem aber, was uns das alte Jahr gegeben oder genommen hat, sollen wir lernen, wie wir es im neuen Jahre anders und besser machen, was wir tun und was wir unterlassen sollen; denn wir können ja ein gut Teil selbst zu unserem Wohlergehen beitragen. Sorgen wir nur dafür, daß wir alles im rechten Geiste tun, im Geiste der Liebe. Versuchen wir, unsere Mitmenschen zu verstehen und nicht gleich zu verurteilen. Wenn wir uns dies im neuen Jahre zum Grundsatz machen und auch danach handeln, dann, lieber Leser, glaube mir, wird unser Zustand um vieles gebessert sein. Wollen wir damit jetzt einen Anfang machen! Es wird nicht immer so einfach sein und oft werden wir straucheln; das darf uns aber keinesfalls von unserm Vorsatze abbringen.„Vorwärts“ ins neue Jahr und den neuen Kampf mit uns selbst und mit den Verhältnissen aufgenommen! Wir können es schaffen; denn wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Und wir haben ja den Willen und den Weg wissen wir auch. Nun nicht nach rechts und links geschaut, sondern mit festem Blicke, wie ein Steuermann am Steuerrade.„Vorwärts" im neuen Jahre. G. Jüllkruß. Mutterund ihre Kinder. Schreiben mit Wäschebläue. Eine Mutter, sagt: „Wenn die kleinen Kinder mit„Tinte“ schreiben wollen, gebe ich ihnen anstelle davon immer ein Gläschen oder Fläschchen mit flüssiger Wäschebläue. Dies hat den Vorteil, daß es nicht fleckt, leicht mit etwas Wasser auszuwaschen ist und außerdem ein netter Ersatz ist für„Große=Menschen=Tinte.“ Na, es wird ja noch wohl etwas dauern, bis der Frühling einzieht, obschon in Bocholt schon in einem Garten die Birnbäume blühen. Langsam verebben nun alle die Feiertagsgefühle wie sie der Jahresansang nun einmal so mit sich bringt. Vielfach beginnt man nun schon, für den Einzug des Prinzen Karneval zu rüsten. Die augenblickliche Baisse auf dem Heringsmarkt wird nicht lange mehr anhalten, die guten Vorsätze, die man in den ersten Tagen des Jahres gesaßt hat, fangen an, bröckelig zu werden und der alte Schlendrian zieht wieder in unsere Herzen ein. Die Junggesellen haben die Sentimentalität der Weihnachtszeit bereits wieder vergessen, wovon übrigens nachstehende Annonce, die vorige Tage in einer hier verbreiteten Zeitung stand, Kenntnis gibt:„Junggeselle, 32 Jahre, kath., mit späterem Vermögen vom 20000 Mk., wünscht Heirat mit vermögender Dame. Auf Jugend und Schönheit wird nicht gesehen.“ Immerhin ist der Entschluß des Junggesellen, in den Ehestand zu treten, zu loben, wenn ihn auch nicht gerade ideale Beweggründe leiten. In Deutschland haben es die Junggesellen ja recht gut, so daß man sich nicht zu wundern braucht, daß ihrer so sehr viele sind. In Italsen dagogen wird es für die Unbeweibten allmühlich ungemütlich. Mussolini geht ihnen mit Steuern arg auf den Lesb und die ttaltenischen Zektungen wissen zu berichten, daß sich schon viele Tausende von ihnen in den Hafen der Ehe geflüchtet haben. Der Diktator vergleicht den Staat mit einem lebenden Baum, der jeden Zweig, den er hervorbringt, jedes Blatt für die Erhaltung seiner Art nötig hat. Und die dürren Zweige am Baum vergleicht Mussolini mit den Junggesellen, die wie diese als Schädlinge der Weiterentwickelung nötigenfalls mit dem Messer entfernt werden müßten.— Wie ist das nun mit den Vocholter dürren Zweigen? Denn in Vocholt gibt es nicht nur blühende K Birnbaumzweige, sondern, wenn man Mussolinis Vergleich anwenden will, eine ganze Menge dürre Zweige, die den Weg zum Standesamt nicht finden können. Nun ist so ein Standesamt ja auch leine furchtbar nüchterne Einrichtung. Seid Ihr schon mal dagewesen?— Nein,— na, da hadt Ihr aber Glück gehabt.— Also, was das Standecamt betrifft, da ist das dem Allerheiligsten vorgelagerte Vorzimmer schon ganz danach angetan, den Gang in das„Trauzimmer" im letzten Moment noch aufzuschieben. Denn beim Warten in dem Vorzimmer sieht und hört man viel mehr von den Lebensschicksalen, die in diesem Hause verbucht und einregistriert werden, als da drinnen, wo einfach die nüchternen Tatsachen in dicke Bücher eingetragen und den Meldenden„Quittungen“ darüber ausgestellt werden. Und dann wie gesagt, die furchtbar nüchterne Umgebung. Wenn sich Stadtväter vielleicht dazu bequemen wollten, die Taktik der Reichobahn nachzuahmen und den Junggesellen den Aufenthalt auf dem Standesamt gleichzeitig zu einem hochwertig künstlerischen und bequeinen Genuß zu gestalten, ja, dann würden die Junggesellen Vocholts wohl eher den Weg dahin finden. Denn die Reichsbahn geht jetzt tatkräftig daran, den Reisenden den vorübergehenden Aufenthalt in ihren Wagen so behaglich zu machen, daß die Menschen von jetzt an wirklich zum Vergnügen reisen können. Für die Innenausstattung der=Zugwagen hat man sogar namhafte, moderne Künstler herangezogen. Die neuen Schlafwagen sind 2½ Meter länger als die alten, die Wände darin mit Mahagoni verkleidet, die Waschtische in eine Nische eingebaut und die Entlüftungsanlagen liegen nur noch zum Seiteneingang. Und di: alten Schlafwagenabteile werden mit madernem Stoff bespannt mit beweglichen Garderobehaken und breiten Messingstangen versehen. In allen=Zugwagen verschwinden die Fenstergurte und störenden Gardinen. Anstatt dessen gibt es Rollvorhänge und sogenannte patent: Scherenfenst::. Die Aborte werden nur noch ganz in weiß gehalten und mit abregschbaren Stoffen versehen. Seisennender und Handlücher stehen in einem gasbekleideten Schran'. Und neben den=Zugmagen 3. Klasse. auf den Strecken keine Speisemaem mitführen werden Wirtschaft#talle eingerichtet, worin einfache warme Sxeilen zu haben sind. Tatsache, das ist so. Und ich meine, die Eisenbahn, die weiß doch ganz emnau, warum se sich alle die Koster micht. Si: wels, wie antiehend die geschmackvolle Betaglichkeit eines Aufentsalteraumes wirkt.— Das sollten sich die Vecholter auch mal überlegen. Gott la, es brauchen ja nicht gleich weißbekleidete Aborte eingerichtet zu werden, aber wie wäre das mit so'ner kleinen Wirtschaft in den Standesamts=Räumen. Meint Ihr nicht, daß mancher Bocholter entschieden leichter den verhängnisvollen Schritt ins Trauzimmer wagen würde, wenn er Gelegenheit hätte, sich im letzten Moment noch Mut anzutrinken und außerdem als Vorgeschmack der künftigen appetitlichen Häuslichkeit im vorletzten Moment noch einen warmen Happen vorgesetzt kriegte. Wenn ich Dr. Schmitz hieße und Oberbürgermeister von Bocholt wäre, dann würde ich auf alle Fälle versuchen, auf solche Weise die zukünftige Großstadt Bocholt zu fördern. Na, reden wir lieber von etwas anderem. Vielleicht von dem famosen Witz, den sich ein bekannter Bocholter vorige Woche leistete und der als Ursache ebenfalls eine Heiratsannonce hatte. Die Sache war nämlich so: Der Mann antwortete auf die Annonce, daß er eine Hausgenossin hätte, die wohl bereit wäre zu heiraten. Sie hätte dunkelbraune Augen, braunes, gewelltes Haar, eine schöne Figur und außerdem ein eigenes, hypothekenfreies Haus. Postwendend kam dann die Antwort mit der Bitte um ein Zusammmentreffen— sprich deutsch„Rendevouz“.— Na, und als das Zusammentreffen bezw. das Rendevouz dann stattfand, da stellte sich heraus, daß die Dame mit dem gewellten braunen Haar eine Hündin war, eine bekannte Vorstehhündin, mit Vornamen Flora. Mehr darf ich nicht sagen, sonst weiß halb Bocholt, wer damit gemeint ist. Und ich habe nachher wieder die Scherereien. Allerdings sind im Reichstag zwei wichtige Aenderungen in der Strafprozeßordnung beschlossen worden und die eine der Aenderungen betrifft das Zeugnisverweigerungsrecht der Presse, indem nämlich auch bei den Zeitungen nunmehr das„Berufsgeheimnis“, ganz und gar anerkannt werden soll. Aber was nützt das alles, wenn einen die Leute doch zu finden wissen. Uebrigens— weil wir gerade von Behörden sprachen, wie findet Ihr das von unserer Pollzeibehörde, wenn sie für eine freinde Firma, von einer fremden Firma gedruckte und nur von fremden Firmen handeinde Plakate bereitwillig' in Wirtschaften und Geschäften verteilt? Die Bechalter Geschüftsleute, die doch begreiflicherweise auch gerne in Bocholt verkaufen möchten, sind nämlich ganz gewaltig eingeschnappt darüber. Und wie man jetzt während der Inventur=Ausverkäuf: allerseits feststellen konnt:. sind wir wirk'ich hier am Platze ebenso leistungsfähig wit die Großstadt=Geschäfte— blos, daß die eine größere Klappe Uhren. 2. 2 * 2 # — 2 S 55 25 ** * B 51ns à 570 8 2 3 8* B S — 70 S 32 Fae 3 S 8S PCSGE! #: WSaE S SüSSSS: 8 S a SST4 9 5 22 28.53 7##n * Wie Thiers eine alte Hotelschuld bezahlte. Im September des Jahres 1821 trat ein ungewöhnlich magerer junger Mann, auf dessen großer Nase eine Brille saß, mit einem kleinen Kosser in das Hotel„Zur Krone“ in Arpajon. Er war ersichtlich todmüde und machte in seinem bestaubten Anzug nicht den allerbesten Eindruck.„Mein Herr," so wan die er sich an den Besitzer des Hotels, „ich komme von Marseille und bin im Begriff. nach Paris weiterzuwandern. Ich habe rasenden Hunger, bin todmüde und benötige deshalb eine gute Mahlzeit und ein Beit. Leider besitze ich keinen Pfennig. Ich bin aber 24 Jahre alt, nicht auf den Kopf gesallen und glaube, recht gute Idren zu haben, so doß, wenn mir in Paris nicht alles schief geht, ich mich verbürgen kann, Ihnen meine Schuld später zu bezahlen. Wollen Sie mir Kredit geben?“ Der Hotelier sah den Gast prüfend an und antwortete nach kurzem Bedenken:„Meinctwegen, ich wil Ihnen Kredit geben und Ihnen ein Frühstück servieren lassen und Nachtquartier gewähren. Wenn Sie in Paris Ihr Glück gemacht haben, so werden Sie sich hoffentlich meiner erinnern und mich bezahlen.“ Darüber waren zehn Jahre ins Land gegangen. Im Jahre 1831 hielt eine elegante Equipage vor der Tür des Hotels„Zur Krone“. Ein befrackter Diener sprang vom Bock und half seinem Herrn beim Aussteigen, der geradeswegs in den Speisesaal schritt, den Besitzer rusen ließ und eine Tausendfranknote mit den Worten auf den Tisch legte: „Mein Herr, ich bin der französische Minister des Innern. Ich bin selbst hierhergekommen, um Ihnen die Schuld, die ich im September 1821 bei Ihnen gemacht habe, mit Zins und Zinseszins zurückzuerstatten.“ Der junge Mann, der dort 1821 ohne einen Pfennig eingekehrt war und der zehn Jahre später Minister wurde, war niemand anders als Adolphe Thiers, der berühmte französische Staatsmann, der vierzig Jahre später als Haupt der vollziehenden Gewalt die Friedenspräliminarien in Versailles unterzeichnete. * Der Maikäser mit 21 PS. Daß der Maitäser ein gefährlicher Schädling ist, ist bekannt, und es ist keineswegs ein einzig dastehendes Beispiel, daß Maikäser, wie es vor Jahren in dem bayerischen Wallfahrtsort Altötting geschah, im Lause eines einzigen Tages eine riesige, dicht belaubte Eiche vollständig kahl hatten fressen können. Dieses Stadium seiner Eßlust ist aber nur eine kurze Periode im Maikäferleben, denn in den Kronen der Bäume hält er sich als ausgebildeter Käser in der Regel nur vier Wochen auf; seine größte Schädlichkeit liegt vielmehr in der ungeheuren Gefräßigkeit, die er während der vier Jahre dauernden Zeit seiner körperlichen Ausbildung, und zwar besonders als Engerling, entwickelt. Glücklicherweise hat aber gerade der Engerling in der Natur ein paar recht böse Feinde, darunter vor allem den Maulwurf, der im Tage bis zu 40 Engerlinge verspeist, wus für den ganzen Sommer die stattliche Zahl von 7200 Engerlingen ausmacht. Vor ein paar Jahren machte man einmal den Versuch, die Engerlinge durch Kulturen gewisser Pilze(Botrytis terrella), die in den Körper der Engerlinge eindringen und sie vernichten, zu bekämpsen, was auch gelang, doch war das Verfahren, bei dem das ganze Erdreich mit dem Pilz durchsetzt werden mußte, viel zu kostspielig, als daß man es in größerem Maßstab hätte betreiben können. Was Muskelkraft angeht, steht der Maikäfer unter den Insekten als richtiger Kraftmeier da. Der Insektensorscher Plateau hat mit Hilfe eines kleinen, mit Grammgewichten beschwerten Wagens, den ein Maikäser ziehen mußte, diese Kraft gemessen und ist dabei zu dem verblüssenden Ergebnis gekommen, daß ein Maikäfer im Verhältnis zu seiner Größe die gleiche Kraft besitzt wie eine Lokomotive. Ein Vergleich zwischen dem Körpergewicht des Käsers und dem Gewicht des Wagens, den er zu ziehen vermochte, stellte fest, daß er das Vierzehnfache seines Eigengewichts ziehen konnte und damit einundzwanzigmal mehr leistete als ein kräftiges Zugtier. Zu Beginn der vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts begann man einmal, den Maikäfer auch als Nutztier zu verwenden. Hierzu machte der Forscher Glaser allen Ernstes den Vorschlag, man solle aus Maikäfern— ein Leuchtgas herstellen, wobei man, so behauptete er, die Rückstände der Käser noch sehr gut für die Zuckerraffinerie gebrauchen könne. Ein solcher Versuch wurde im Jahre 1840, als ein besonders gutes Maikäferjahr war, tatsächlich ausgefuhrt. Eine Meuge von 42000 Maikäfern, die ungefähr 80 Pfund wogen, wurde in einer Gasretorte zum Verglühen gebracht und soll, wie der zeitgenössische Bericht darüber meldet,„100 Kubikfuß eines schönen, mit intensivem Lichte breunenden Leuchtgases“ geliefert haben. Ferner empfahl Glaser, aus dem schwärzlichen Saft des Schlundes(!) der Maikäfer eine Malfarbe zu bereiten. Als Hühnerfutter haben Maikäser übrigens wirklich einen gewissen Nährwert, da sie, getrocknet, 38 Prozent Eiweiß und 10 Prozeut Fett enthalten. Sie dürsen jedoch nur in kleiner Menge verfüttert werden, weil sie sonst dem Fleisch der Hühner einen widerlichen Geschmack verleihen. * Nach der Hochzeit. Junges Mädchen:„Nein, Vater, der Doktor gefällt mir nicht, er hat so kleine Augen!“— Vater:„Nach der Hochzeit wird er bei deinen Ansprüchen schon große machen!“ * Unterschätzt.„Unsere Gastgeberin sieht aus, als ob sie nicht bis drei zählen könnte!"—„Die? Die zählt einem jeden Bissen in den Mund.“ * Fortschritt.„Wie weit ist das Fräulein mit seinem Gesangsunterricht?“ —„0, jetzt sangen sie schon in den Nebenstraßen an, auszuziehen.“ * Die Hausfrau.„El, Frau Meier, was häteln Sie denn da Schönes?“— „O, das gibt Schutzdeckchen über meinen Sofaschoner.“ * Hoffnungsvolle Backfische.„Weißt du, Mieze, ich habe es gern, wenn Papa so hinter uns geht! Findest du das nicht auch nett?“—„Gewiß; wer das dann so sieht, muß denken, wir werden von einem älteren Herrn verfolgt!“ Kreuzworträtsel. ## Ieistom!! Fahrmarkt Lann * Die Abbitte des Weiberseindes. Zu Turin lebte einst ein Jurist uamens Nevezian, ein rechter Weiberfeind. Um den Männern den Ehestand recht verhaßt zu machen, schrieb er so viel Schlimmes über die Frauen, daß er darüber zu großer, wenn auch nicht erfreulicher Berühmtheit gelangte. Eine seiner Behauptungen war, daß Gott nicht alle bösen Engel in die Hölle gestürzt, sondern einige in die Körper der Weiber geschickt habe, um die Männer zu plagen. Die halbe Welt war darüber allmählich mit ihm unzufrieden und die Damen von Turin in feuriger Nache warsen ihn mit Steinen, indem sie ihn bis zur Tür des Gefängnisses trieben, in das er dann gesetzt wurde. Es zu verlassen, wurde ihm nur erlaubt, als er eine gerichtliche Ehrenerklärung mit gebogenen Knien abgegeben hatte, seine schwarze Seele zu bessern. Zum Zeichen össentlicher Buße wurden ihm lateinische Verse an die Stirn geheftet, die man vielleicht folgendermaßen verdeutschen kann: Der ist wahrhaftig ein Bauer, welcher häßlich findet das Weib, Denn er weiß nicht, weshalb alle nehmen ein Weib! a) Von oben nach unten: 1. Flächenmaß, 2. Volksstamm in Asien, 3. Biblische Person, 4. Brauner Farbstoff, 6. Biblische Person, 9. Verkaufsraum, 11. Männl. Vorname, 13. Tonart, 14. Verneinende Antwort, 15. Bodensenkung, 16. Teil des Auges. 21. Italienischer Dichter, 22. Nahrungsmittel, 24. Ländliche Arbeit, 27. Schmuckstein. b) Von links nach rechts: 1. Schiffsgerät, 2a. Deutscher Fluß. 5. Ausdehnungsbegriff, 7. Stadt in Südamerika, 8. Weibt. Vorname, 10. Haustier 12. Hasenstadt in Arabien, 15. Tierisches Produkt, 17. Persönliches Fürwort, 18. Französisches Kastell im Mittelmeer, 19. Zustimmende Antwort, 20. Planet, 23. Figur der griechischen Sage,: 25. Volksstamm, 26. Rauschgift, 28. Aus; druck vom Schachspiel, 27. Berühmte englische Schule, 30. Weibl. Vorname, 31. Himmelskörper. (Auflösung in nächster Nummer.) Im„Rest C behielt: Gang der Auflssung der Rätsel aus voriger Nummer. Domino=Ausgabe: lagen:=4,=0,=0,=1. =1,=0,-0,=2,=1. Der Partie war: 1. A=5. B 2. A=2, B=4, C=3; 3. A-5 B) —;4 Ab2, B2=3, C=1: 5. A=(=72).: Silbenstreichrätsel:„Lügen: haben kurze Beine“. ee lang der C-6; 5. 8—. — • 8 55 S 3S5 S 23 — Die wandernde Seele— Roman von Feliz Neumann. (5. Fortsetzung.) Langsam gingen sie weiter. Beate lachte auf. „So weit denken Sie schon? Das hat noch gute Wege!" Er blickte sie ernst an. „Morgen verreisen Sie, gnädiges Fräulein?“ Erstaunt wandte sie sich ihrem Begleiter zu. „Allerdings! Woher wissen Sie denn das? Eine kurze Fahrt von vielleicht einer Woche!“ „Aber sie wird über Ihr Schicksal entscheiden!“ Sie stieß den zierlichen Sonnenschirm erschreckt in den Sand. „Wie kommen Sie darauf? Wie können Sie so etwas sagen!“ Er nahm den Hut ab, denn die Sonne brannte heiß herab. Dann fuhr er sich nervös mit der Hand durch das volle blonde Haar. „Fräulein Hasselt hat mir soeben von Ihrer Geburtstagsfeier erzählt. Sie werden von Schönlanken verlobt zurückkommen, und——“ schwer brachte Frithjof die Worte heraus,„ich— ich— wünsche Ihnen Glück dazu!“ „Frithjof! Verzeihung— Herr Fredenborg— was sprechen Sie——“ Beate war in großer Erregung, sie vergaß für einen Augenblick die strengen Formen, unter denen sie ausgewachsen war. Ihre feine kleine Hand ergriff des jungen Mannes Arm. „Was wissen Sie von alledem! Redet man in der Stadt so——!“ „Ja—!“ Sie gingen einen schmalen Fußweg zwischen Hecken, an denen die Maulbeeren leuchteten. „Sagen Sie mir alles, ich will alles wissen——“ Er schüttelte den Kopf. „Mehr weiß ich nicht, aber— Herr von Rönnebeck soll die glänzendste Partie weit im Lande sein. Ich wünsche Ihnen Glück, gnädiges Fräulein!" Wie ein Blitzschlag trafen Beate diese Worte. Wohl ahnte sie, daß der Vater für den Baron eingenommen war, aber sie war noch zu jung und lebensunerfahren, um den Dingen weitblickend auf den Grund zu gehen. Mit bebender Stimme stieß sie hervor:„Ich danke Ihnen, daß Sie mich ausklärten. Es war gut so. Nun bin ich vorbereitet; glauben Sie mir, frei wie ich jetzt bin, kehre ich zurück. Frei bin ich und—— frei will ich bleiben, bis mich das Herz eigene Wege führt!“ Eine märchenhafte Stille lag rings über der Weite. Über den Stoppelseldern schwang sich trällernd eine Lerche zum Himmel. Ein Flug Rebhühner sauste burrend aus dem Grabenrand auf. Er stand vor ihr, ergriff ihre Hand und lächelte. „Ist das wahr, was Sie sagen?“ Sie nickte, während ihr die Träuen aufstiegen. „Wir müssen heimtehren!“ (Nachdruck verboten.) Sie wandten sich wieder der Stadt zu, deren Konturen im rösigen Nebeldunst verschwammen. Leichten Schrittes, als ob Flügel ihn beschwingten,: schritt er neben ihr. 5 „Eia Susani!“ Er sang sein Lied mit seiner herrlichen Stimme in den Herbstabend hinaus.„Eia Susani!" Sie trennten sich, ehe der Trubel der Menschen sie um: fing. Stumm nahmen sie Abschied, aber fest lagen die: Hände ineinander.——— Am folgenden Morgen stand Extrapost vor der Tür. Der Geheimrat und Beate fuhren nach Schönlanken.: Der Baron hatte sich erboten, eigenes Fuhrwerk zu stellen, aber Herr von Hopfgarten lehnte höflich ab. Sein Stolz sagte ihm, daß er dieses Geschenk nicht annehmen dürfe, so er diesem Besuch nicht eine übertriebene Intimität geben wollte. Es war Nachmittag geworden, als sie vor dem schloßartigen Herrenhaus vorfuhren. Alles war festlich für den Empfang geschmückt.: Herrn v. Rönnebecks Mutter erschien selbst auf der: Freitreppe und begrüßte nebst ihrem Sohne die Gäste. Man speiste um zwei Uhr fürstlich zu Mittag und Beate hätte sich unter dem Eindruck des vielen Neuen, das: auf sie einstürmte, glücklich gefühlt, wenn ihr nicht die: Worte Frithjofs vom Tage vorher durch den Kopf gegangen wären. In der Tat: was hier geboten wurde, stellte selbst das in den Schatten, was Fräulein von Hopfgarten daheim zu sehen gewohnt war. Am Nachmittag machte man eine Ausfahrt im Viererzuge, den der Baron selbst lenkte. Man besichtigte die Weiden mit dem herrlichen Vieh, besuchte die Koppeln mit den edlen Pferden bester Zucht. Man pflückte vom Spalier der Treibhäuser die köstlichsten Trauben und abends musizierte man im Saal, der: geschmückt war mit den erlesensten Bildern. Herr von Rönnebeck zeigte sich trotz aller Höflichkeit zurückhaltend. Der vornehme Geist, der ihn beherrschte, ließ keine vorzeitige Vertraulichkeit aufkommen. Dafür; aber verhätschelte die alte Baronin das liebliche junge Mädchen in mütterlicher Weise. Gerade der Ernst, der über Beate ausgebretter tag,: tat es der würdigen Dame an, und Herr von Hopfgarten; mußte lächeln, wenn die Herrin des Hauses dem kleinen 1 Fräulein die besten Leckerbissen zuschob und ihr sogar die frischen Wangen strich. „Einen so lieben Gast haben wir selten gehabt,“ sprach: sie strahlend und nickte dann dem Sohne zu, der auf seinen Teller niederblickte. Drei Tage verflossen so bei blendendem Herbsthimmel, einer schöner als der andere, und die Herbst* * * R. ge nicht, während ihr die Tränen austiegen. schien und die doch kommen mutztz, well— das HE fe.„— wollte. serereeresseessesssmsm blumen im Park blühten, als ob sie sich besonvers festlich geschmückt hätten. Aber dann— dann kam der verhängnisvolle Augenblick, dann kam die ereignisreiche Stunde, die noch so fern schien und die doch kommen mußte, weil— das Schicksal es so wollte. 3 „ Man saß beim Nachmitragstaffee auf der breit ausladenden Veranda. Beate neben Herrn von Rönnebeck, der keinen Blick von seiner reizenden Nachbarin wandte. Diener brachte Likör für die Herren. Man steckte sich eine Zigarre an, die Baronin scherzte mit Beate. Die Ruhe beheglichen Genießens lag über diesem Nachmittag ausgebreitet. Man sprach neben anderen Dingen auch von den Gewächshäusern, und die alte Dame, die eine große Liebhaberin seltener Blumen war, erbot sich, Herrn von Hopfgarten Seltenheiten besonderer Art zu zeigen. Man ging durch den sonnenwarmen Garten, während der Gutsherr mit Beate, die gerade ein Album mit Scherenschnitten besichtigte, allein zurückblieb. Dieser Herbsttag war von einer herrlichen Klarheit. Altweibersommer zog vorüber. Von ferne her gurrWelches Herz konnte sich dem Banne solcher harmo. nischen Stimmung entziehen? Lothar von Rönnebeck rückte näher. Man sprach von Beatens achtzehntem Geburtstag und den Eindrücken des Festabends. Und allmählich lenkte das Gespräch über und nahm wärmere Tönung an. Beate spürte mit unheimlicher Deutlichkeit, wie etwas Ungewolltes, Unsichtbares immer näher kam, und sie fühlte nicht die Kraft, besaß mit ihren jungen Jahren, denen die Erfahrung fehlte, auch wohl nicht das Geschick, um das Unvermeidliche zu beschwören. Pausen traten ein, beängstigend und schwer. Da— endlich gelang es Lothar, seiner Werbung die richtige Form zu verleihen. Er sprach innig, aber ohne I überschwang von dem tiefen Eindruck, den Beate auf ihn I gemacht habe. Wie nun die Tage, die sie hier auf Schön: lanken verlebten, sein Empfinden noch vertieft habe, und er schloß mit den Worten:„Sagen Sie mir, ob Sie auch mir ein wenig Interesse entgegenbringen, lassen Sie mi s wissen, ob ich hoffen darf, Sie einst ganz für mich zu er: Beatens Herz pochte in rasenden Schlägen. Wie Schleier legte es sich vor ihre Augen. In ihren Ohren klangen die Worte Frithjofs:„Sie ; werden verlobt zurückkommen— ich wünsche Ihnen s Glück dazu!“ war also alles vorbereitet. 1 Gewiß— sie zweifelte nicht daran, daß dieser Mann, s der sein Schicksal mit dem ihrigen zu verbinden gedachte, s der ihr reiche Gaben vor die Füße legte, sie liebte! Auch I der Vater meinte es auf seine Weise gut und die alte 1 Dame kam ihr wie eine Mutter entgegen. Und dennoch *— dennoch graute ihr vor dieser Entscheidung, die sie nun i treffen sollte; sie wußte klaren Blickes, daß Herr von Rönnebeck für sie nicht die große Liebe war, die sie in s ihren Jungmädchenträumen ersehnte und erwartete. : Nein— nein, sie wollte Zeit gewinnen, sie wollte * frei bleiben, frei bis zu dem Tage, da sich ihr ungewisses Sehnen nach dem ganz Großen, Köstlichen erfüllte! Ihre Verwirrung stieg mit jedem Augenblick. Sie hörte, wie ihr Nachbar freundliche, erklärende Worte sagte und ritterlich ihre blasse Hand ergriff. Es war zu Ende mit ihrer Fassung, sie war dieser Lage nicht gewachsen. Schluchzend sprang sie auf: „Ich weiß nicht, nein— bitte, lassen Sie mich—— ich din doch noch lo bung—.— Erschreckt trat der Baron zurau. Da eilte sie, das Spitzentüchlein vor die Augen gedrückt, die Treppe hinab. Fort! Nur fort— sie mußle sich sammeln, mußte nachdenken! Sie floh vor diesem Manne, nicht, weil er ihr unsympathisch war, aber weil sie mit dieser Werbung nichts anzugangen wuht,„ n Eng m et. * Sie wandte sich hastig dem Parte zu. uuch dem Vater wolte sie nicht begegnen. Hr. W. Sie spürte, daß niemand ihr foigie. Der Baron rlieo taktvoll zurück. Sie eilte durch die breiten Wege, wo der alte Gärtner das gelbe Laub zusammensegte und sie freundlich, aber erstaunt begrüßte. Was bedeutete das!.#7. Lu## icm hemze. Was veranlaßte das junge Madchen, an iym voruverLoschtend ede Aschüttelnd sah er Peate nach. — in, nur Die lief weiter und weiter. Nur allein sein keine Menschen sehen.„. t. 2. 62 K. enhiger densen Sie wußte, in einer Stunde wurde sie ruhiger benken,: dann war es Zeit, die richtige Antwort bereitzuhalten, nur jetzt— jetzt war sie nicht imstande, klar zu denken. An den Park grenzte ein Wiesenweg. Einige späte: Schmetterlinge flogen vorüber. Pfauenaugen und Kohlweißlinge. Sie achtete nicht darauf, sie dachte an Frithjof Fredenborg und seine Prophezeiung. Vor ihr zog sich ein breites Gatter hin..e: Erinm Sie öffnete es, während ihr immer noch die Tranen: herabrollten und Schluchzen ihre Glieder schüttelte. Fort, allein sein! W„um Jenseits des Gatters fuhrte ein schmaler Weg einen: kleinen Hügel hinan, über die Weide. Jenseits dieser: kleinen Anhöhe wollte sie rasten und nachdenken, dort fand sie niemand, dort war sie allein mit ihren Gedanken. Der Baron war zunächst fassungslos zurückgeblieben: und schaute betroffen dem jungen Mädchen nach. Er hatte: das Gefühl, dieser Zwiespalt in Beates Brust mußte sich erst lösen, ehe es Zeit war, mit ruhigem Zuspruch einzugreifen.: Langsam stieg er die Treppe hinav. Da sprangen ihm bellend die beiden großen Rüden entgegen, da sie hofften, es werde nun einen Spaziergang geben. Er wehrte die Hunde ab. Herr von Hofgarten kehrte mit der Baronin zurua.: „Wo ist Beate?“ Die alte Dame fragte erstaunt, auch fiel ihr das verstörte Antlitz des Sohnes auf. Mit leiser Stimme setzte der Gefragte kurz auseinander, was sich zugetragen hatte. Der Geheimrat biß die Lippen aufeinander. „Kommen Sie, lieber Freund, wir wollen meiner Tochter nachgehen. Mädchenlaunen—“ Rönnebeck nickte.„Wenn Sie meinen—, ich wollte: nicht aufdringlich erscheinen.“„ Und sie gingen durch den Part, wahreno die alte Dame, erschreckt von dieser Wendung, zurückblieb. Sie schritten eilends an dem alten Gärtner vorvei,: der die Arbeit ruhen ließ und die Mütze zog. „Herr Baron, je, mi geit det jo nix an, äwer det junge gnäd'je Fröln, de is jo woll längs den Wiesensteig gangen.: Je— und denn is se je woll nach de Koppel rut—, det: kann doch nich angehn, Herr Baron—, dor is jo de Bulle—....Juliy#.#..esgerten# „Was? Wohin ist Fräurein von Hopfgarten gesangen..... Wuae den Masle Kzm, Der Alte wies nach vem Wege, den Beale genommen hatte. Ein jähes Erbleichen ging über des Gutsherrn Züge.: „Um Gottes willen, da steht ja der holsteinische ZuchtUnd ehe er noch ein weiteres Wort gesprochen hatte, stürzte er davon, begleitet von den beiden Hunden, die sich: über diesen Zeitvertreib zu freuen schienen. Herr von Hopfgarten begriff nach einigen Supen ver Aufklärung seitens des Gärtners, um was es sich handle, 1 und eilte dem Gastgeber nach, so rasch ihn seine Füße, rrugen...., 42 THn eum Willm Aber Herr von Rönnevea hatte schon einen weiten Vorsprung.... dem Eüenl zinmmegrmn.. Beate war indessen den Huger hinaufgegangen und: stand nun in ihrem bunten Sommerkleide plötzlich einem Wesen gegenüber, das ihr Entsetzen einflößte. Der Bulle, der Schrecken der ganzen Umgebung, warf den Riesenkopf in den Nacken und musterte die fremde Erscheinung, die, kaum fünfzig Schritt von ihm entfernt, so plötzlich auftaucht.. guj, Ci. Mansen C. Bagem Sein Schweif peitschte zornig die Flanken, die Nustern schnoben. Lapueuben„: Rasenstücke flogen unter den scharrenden Hufen.: Einen Augenblick stand Beate wie erstarrt, dann erkannte sie die drohende Gefahr, stieß einen gellenden Schrei aus und wandte sich zur Blucht. i, ginag gug Sie raffte das lange Kleid und sturmte hinds. uls i Kind der Stadt kannte sie nicht die Tücken eines Wiesenweaes mit seinen Unebenheiten. Brautaberglaube. : Von Dr. S. Elbe. „(Nachdruck verboten.) Kann man es eigentlich denen verdenken, die einen * dauernden Anschluß und eine ewige Verbindung ein: zugehen im Begriffe sind, wenn solche Menschen abergläubisch sind? Sie waren es zu jeder Zeit und sind es bei allen Völkein. Der wichtigste Schritt, den der Mensch— ; außer dem ersten Schritt ins Diesseits und dem letzten * Schritt ins Jenseits— tut, ist der Schritt zum Traualtar. .— Es liegt im Seelenleben der Frau, daß diese im allbemeinen viel abergläubischer ist als der Mann. Es liegt * aber auch im Wesen der Ehe, die für die Frau eine viel : tiefere Bedeutung und eine um vieles stärkere Wirkung hat, daß die Braut regelmäßig abergläubischer ist als der Bräutigam. Nur dort, wo eben Glaube und Aberglaube = zu einer untrennbaren Einheit verschmolzen sind, da : glauben beide Brautleute an die gleichen guten oder bösen Vorzeichen. Mit fortschreitender Zivilisation und allge1 meiner Bildung tritt aber der Aberglaube des Mannes s immer mehr zurück und bei den modernen Völkern findet : man eigentlich beim Bräutigam fast gar keine abergläubischen Vorstellungen, Hoffnungen oder Befürchtungen. Der Brautaberglaube steht noch in voller Blüte. Daß : man am Dreizehnten eines Monats nicht heiraten soll, ist z ohne weiteres klar. Der Dreizehnte ist nun einmal ein Unglückstag, und das lassen sich Bräute weniger ausreden als nur irgendein anderer. Was tut's, daß andere Völ; ker ungeniert am Dreizehnten heiraten, weil sie eine * andere Zeitrechnung haben, was tut's, daß für Millionen Menschen der Freitag geradezu als Glückstag angesehen wird? Das ist eben das Ulkige an jedem Aberglauben, * daß er zwei Seiten hat, die auf räumlich ganz naheliegen: den Erdstrichen wechseln: was z. B. in der Südmark als Unglückszeichen angesehen wird, gilt in der Ostmark als Garantie für Glück.„„ 6 und wabe uat im a. 4. : Alles, was in der Natur lebr und webi, har am Hochzeitstage Einfluß auf das künftige Eheleben: Tierreich, Pflanzenreich, Mineralreich und natürlich Sonne, Mond und Sterne. In China würde ja keine Ehe geschlossen ; werden, wenn nicht vorher die Gestirne der Brautleute be: fragt würden, und der Hochzeitstag selbst wird unter den logerannten glücklichen Tagen ausgewählt, die gleichfalls von den Sterndeutern erforscht werden. * Der astrologische Aberglauve hat, wenigstens in bezug auf die Ehe, bei uns abgewirtschaftet. Aber dafür werden andere Zeichen und Geschehnisse beachtet: welchen menschen man am Hochzeitsmorgen zuerst sieht, welche * Blume man zuerst bekommt, welches Tier der Braut zus erst über den Weg läuft. Wollte man die aufzählen, es würde ein dickes Buch daraus, da jedes Tier, jede Pflanze je nach der Gegend Glück oder Unglück bringt. Ein Mensch * mit roten Haaren, wenn er zuerst das Haus der Braut betritt, bringt Glück, anderwärts wieder Unglück. Es kommt auch darauf an, wie selten irgend etwas ist. In Landern, in denen z. B. sehr viele rothaarige Menschen : leben, kann der Besuch eines solchen wohl recht häufig vorkommen..,,.5 Ge, Aharay eiemich „. Ein Gegenstand aver ist es, der uberau ziemlich greichmäßig abergläubische Stimmung hervorruft: das * ist das Brautkleid. Die Braut selbst soll nichts daran * nähen, sondern am liebsten gute Freundinnen. Ob gerade die immer die besten Wünsche mit einnähen, ist nicht ganz sicher. Zuweilen sollen gerade die guten Freundinnen * am neidischsten sein. Perlen dürfen nicht ans Brautkleid * kommen, sonst gibt es Tränen. Man erzählt sich aber, daß es sehr ungläubige Bräute gibt, die gar nicht in Verzweiflung geraten, wenn sie einen kostbaren Perlenschmuck * als Brautgeschenk bekommen. Wer weiß, ob es wahr ist. * In England gehören zum Brautkostüm grüne Strümpfe sowie etwas Altes und etwas Neues, etwas Gedorgtes und Geschenktes, das bringt Glück. Auch etwas * Blaues soll am Brautkleide sein, das hält die Treue des * Mannes fest. Anderwärts heiratet man natürlich nur in weißen Strümpfen und ohne etwas Blaues am Kleide. Die Brautschuhe müssen in Berlin aus gesparten, ; noch besser aus erbettelten Pfennigen gekauft werden, s dann gibt's viel Geld in der Ehe. Sicherer ist jedoch das Vitst. nos trirartestuen. Prttout:. Wenn sich die Braut beim endgültigen Verlassen des elterlichen Hauses noch einmal umsieht, dann kehrt sie: bald wieder dahin zurück. Also nicht vom Fenster oder: vom Balkon aus der Braut zuwinken, wenn's auf die Hochzeitsreise oder ins neue Heim geht. Der Weg zum Standesamt hat viele Vorbedeutun: gen: zegnet es, so kann das Glück bedeuten, aber auch ein: heiterer Himmel und Sonnenschein sind gute Zeichen. Nur in den Kranz darf es der Braut nicht regnen, das 1 bedeutet Unglück, zumindest verdirdt es die schöne Frisur.: Nicht für die Braut, aber für die Brautjungfern und; andere an der Hochzeit beteiligte junge Mädchen ist ein Stück des Brautschleiers von großem Werte. Jedes Mädchen, das so ein Stückchen bekommt, heiratet noch im: selben Jahre ganz bestimmt, bis natürlich auf die, die ledig bleiben. Und so ein sicheres Mittel, um bald evenfaus einen: Mann zu bekommen, ist es, wenn die Mädchen, die das: Brautkleid nähen, von sich ein paar Haare mit hineinnähen. Die Wirksamkeit dieses absolut sicheren Mittels ist außer Zweifel, genau wie die des Brautschleiers. 2 Und doch gibt es einen geheimnisvollen Zauber, einen Aberglauben, der keiner ist, weil er wirklich niemals fehlschlägt. Wenn der Bräutigam sich vornimmt, alle Tage seiner Ehe in der Frau das zu sehen, was er am Hoch; zeitstage in ihr sieht, die Erfüllung seiner Sehnsucht, wenn: die Braut alle Tage ihres Lebens in dem Gatten das erträumte und errungene Ideal erblickt, wenn dieser Glaube beide nie verläßt und ihr Benehmen zueinander beein=: flußt, dann kann die Ehe— auch unter nicht immer glänzenden Verhältnissen— nur eine glückliche sein. Mögen neidische und hämische Gevattern und Bekannte diesen: festen Glauben an des anderen Schönheit, Klugheit, Tüch=: tigkeit und Bravheit als einen Aberglauben belächeln, dort,: wo er als unerschütterlicher Glaube lebt, wird sein Zauber ewig fortwirken. Sonderbare Auktionen. Von I. M. Merich.: (Schluß.)— Man sieht: wirklich kostbare Werte ebenso wie eingebildete werden feilgeboten. Nichts braucht sich der zu: versagen, der über genügend Mittel verfügt, Launen und: Wünsche zu befriedigen. Wonach das Herz sich sehnt, die Macht des Goldes vermag es heranzuziehen. Das Herz aber gibt keine Ruhe und ist ewig voller Wünsche, bis es endlich stillesteht, um vielleicht selbst Gegenstand einer Auktion zu werden. Denn auch das ist schon der Fall gewesen. Ein Wiener Juwelier hatte gelegentlich einer Auktion verfallener Pfänder eine silberne Urne erstanden. Beim Öffnen fand man darin ein verwestes menschliches Herz. Die Ermittelungen, die angestellt wurden, ergaben, daß es sich um das Herz eines Hofrates handelte, der am 14. März 1835 gestorben war. Dieses Datum fand sich auch auf der Urne eingraviert. Die Urne, von deren Inhalt man keine Kenntnis hatte, war durch Erbschaft in den Besitz eines Mannes gelangt, der sie aus Not verpfändete und nicht mehr einlösen konnte. So kam sie mit den anderen verfallenen Pfändern zur Auktion. Durch die Zeitung erfuhr die Familie von der Tatsache und erkannte die Urne wieder. Aus Pyramiden werden die Mumien ägyptischer Herrscher und Prinzessinnen aus Tageslicht gebracht und gelangen im Wege der Versteigerung in den Besitz von Museen und Sammlungen. Gegenstände, die im Besitz mächtiger Herrscher, auch solcher im Reiche der Kunst und der Wissenschaft, gewesen, werden dem Meistbietenden zugeschlagen. Länder und Städte, Berge und Flüsse, wildes Getier und wilde Menschen, sie alle werden verkauft und gekauft. Tänze, Küsse, Herzen werden angeboten, lebende und tote, auch solche, die schon im Leben tot sind. Herbei, ihr Käufer, wer bietet mehr? Zum ersten, zum zweiten, zum dritten!.... .. Im einzelnen fanden am Montanaktienmarkt RheinstahlAktien das besondere Interesse der Spekulation, das durch die Erörterungen über die Pläne der I. G. Farbenindustrie angeregt wurde. Der Kurs hielt sich auf 207—208, Stollberger Zink stiegen um en. 12 Prozent und Schles. Zink um 3 Prozent. Iise minus 3 Prozent. Kaliaktien gut behauptet, chemische Werte uneinheitlich im ganzen aber nur geringfügig schwankend. J. Gi. Farben etwa 328 Am Elektromarkt traten Realisationslendenzen auf. R. W. E. minns 3½ Prozent, Stemens minus 1½, Transradio minus 14, Felten minus 2½, Gefürel minus 2¼ Prozent. Bankaktien blieben auffällig vernachlässigt und bröckelten vorwiegend ab. An den Nevenmäkten zogen Schultheiß um 4, Berger um 5¼, Stöhr Kammzarn um 3½, Wolff Maschinen um 3¾, Augsburg=Rürnberg um 3½ Prozent an, dagegen büßten infolge Gewinnmitnahmen Calmon Asbest 8½4, Basalt 2, Feldmühle 4, Miag 3 Prozent ein. Kriegsanleihe und die Mehrzahl der einzelstaatlichen Papieranleiben sehr fest. Nach den ersten Kursnotierungen wurde die Gesamtstimmung auf Grund der eingangs erwähnten Sonderbewegungen freundlich. Hapag, die mit:172½ einsetzten, wurden mit 176 bezahlt. In weiteren Verlauf der Börso wurde das Geschäft bei anztehenden Kursen lebhafter, da einige kräftige Spezialhaussen einsetzten und die günstige Beurteilung der Wirtschaftslage durch den Präsidenten der Kölner Handelskammer besondere Beachtung #and. Stollberger Zinkaktien stellten sich insgesamt 30 Prozent höher, angeblich sollen bei diesem Papier Interessenkäufe vorliogen. Das letzte Geschäftsjahr nahm einen befriedigenden Verlauf, so daß eine Erhöhung der Dividende erfolgen dürfte. Glanzstoff wurden erneut scharf heraufgesetzt und notierten in der zweiten Stunde 460 nach 440. Bemberg 307 nach 300. Kaliaktien wurden in beträchtlichem Umfange gekauft, da durch die verschiedenen Mischdüngerpläne eine weitere günstige Beeinflussung des Kaliverbrauches erhofft wird. Linke Hoffmann plus 2½ Prozent. Privatdiskont kurze Sicht 4 1/8, lange Sicht 4 1/8 Prozent. An der Nachbörse konnten sich die höchsten Tageskurse teilweise nicht behaupten, doch war der Grundton der Tendenz bemerkenswert widerstandsfähig. Vereinigte Glanzstoss=Aktien erzielten mit 470 einen neuen Rekordkurs und damit einen Tagesgewinn von 80 Prozent. Klöcknerwerke, Rheinstahl, Kaliwerte und Linke Hoffmann gingen in fester Haliung um. Bank für Brauindustrie 224 nach 219. Im einzelnen, hörte man an der Nachbörse u. a. Reichsbank 180¼, Commerzbank 220 Danatbank 271 7/8. Diskonto 184½. Deutsche Bank 192, Dresdener 184 1/4, Hapag 176, Nordd. Liond 162, Hansa Dampf 213 212 ¾, Rheinstahl 210¼. Harpener 190½1, Gelsenkirchen 189½, Verein. Stahlwerke 156 ¼, Phönix 137, Klöcknerwerke 177 1/48. Gesfürel 216 1, A. E. G. 171, Siemens 206 ¾, Linke Hofsmann 96, Westeregeln 185¼/, Salzdetfurth 21935, Aschersleben 174, I. G. Farben 329¼, Kriegsanleihe.922¼. Berliner Produktenhörse. * Berlin, 15. Jasttar. Die omtlich notierten Preise betrugen ab Station in Neichsmark: Weizen märkischer 264 bis 268. Mär: 285 50, Mai 278,75—278 50.—278,75, Juli 279,50—000,00. Rougen märkischer 241.00 bis 246.00. Märt 259,50—260,(0. Mai 258,50—259,00, Juli 248,50—245,00, Sommergerste 217—245, Wintergerste 194,00—207.00, Fu tergersie 600—000, Hafer märkischer 179.00—189,00, Mais 185—187. Weizenmehl 34,75 bis 37.50, Roggenmehl 84,00—38.50, Weizenkleie 14 00—00,00 Roggenkleie 14.00—00,00, Viktoriaerbsen 51—65, kleine Spel eerbsen 30—32, Futtererbsen 21—24, Peluschken 21 bs 22,50. Ackerbohnen 20,00—21,00. Wcen 22—24, Lopinen bl. 14 50—15.00, Luo nen gelb 15.90—15,60, Serabella neue 28,00—30,00, Ripskuchen 16.40—16,50, Leinkuchen 20,80—21,20, Trockenschnitzel 10,20—10.50, Soyaschrot 19,10—19,80. Kartosselflocken 28,80—29,20. Letzte Radio=Meldungen. Die deutsche Reichsbahn im Jahre 1926. Berl 5. Jan.(Radio) Die Reichsbahn verösfentlicht in.####em Amtlichen Nachrichtenblatt eine vorläufige Uebersicht über das Jahr 1926. Der Jahresabschluß für das Geschäftsjahr 1926 liegt noch nicht vor; es kann aber schon jetzt gesagt werden, daß angesichts der Entwicklung in den letzten Monaten mit einer hinreichend befriedigenden Bilanz gerechnet werden kann. Für die Reparationszahlungen galt das Geschäftsjahr 1925 noch als ein totes Jahr. Das Geschäftsjahr 1826 ist schon stärker belastet gewesen, und zwar hatte es zu tragen: zwei Drittel der Belastung von 595 Millionen für das zweite Reparationsjahr und ein Drittel der Belastung von 550 Millionen für das dritte Reparationsjahr. Die Gesamtzahl des ständigen Personals wurde im Laufe des Jahres 1926 von 692104 auf 655968 Köpfe gesenkt. Der DezemberAusweis der Reichsbahn zeigt eine Einnahme von 316 455000, während die Ausgaben 391 706000 RM. betrugen. Rückrehr Dr. Solfs nach Tokto. Bertin, 15. Jan.(Radio) Der deutsche Botschafter in Tokio, Dr. Solf, der im Herbst vor. Jahres wegen der Handelsvertragsverhandlungen mit Japan nach Deutschland zurückgekehrt war, begibt sich in den nächsten Tagen wieder nach Tokio zurück, um im Februar als Vertreter des Reichspräsidenten den Beisetzungsfeierlichkeiten für den verstorbenen Kaiser beizuwohnen. Abflauen der Grippe in Berlin. Berkin, 13. Jan(Radio) Das Hptgesundheitsamt der Stadt Berlin teilt mitt I den städtischen Krankenhäusern von Berlin waren heute früh 1035 Grippekrarke. Die Zunahme gegen gestern beträgt 57. Mar kann daher von einem Abflauen der Epidemie sprichen. Bei der Ortskrankenkasse waren bis gestern abend 933 Meldungen von Grippterkrankungen bekannt. Zollerleichterungen auch für Deutschland. 15. Jan.(Radio) Nachdem es England gelungen ist, in Verhandlungen mit Spanien in einer Leiße von Zollposittonen Erleichterungen zu bekommen, gelangt auch Deutschland auf Grund der Meistbegünstigung im Handelsvertrag mit Spanlen in den Genuß dieser Erleichterungen. Es handelt sich insgesamt um 72 Positionen. Nauen im Dienst des Völkerbundes. Geuf, 15. Jan.(Radio) Der Generalsekretär des Völkerbundes hat von der deutschen Regierung die Mitteilung erhalten, daß sie den transozeanischen Dienst der Nauener Funkstation für die kostenlose Uebertragung der Grippeberichte des Völkerbundes zur Versügung stellt. Die Uebertragung der Berichte durch Nauen wird täglich in englischer Sprache um 12.20 Uhr mittags und um 11 Uhr abends vom 15. Januar ab erfolgen. Churchikl in Rom. Mailand, 15. Jan.(Radio) Wie aus Rom gemeldet wird, ist Churchill heute dort eingetroffen. Kein Nachgeben Gncasas.— Amerika für Rücktritt Diaz' und Sacasas Newyork, 15. Jan.(Radio.) Präsident Sacasa hat die Erklärung abgegeben, daß er trotz der Blockade und der militärischen Besetzung Nicaraguas bis zum letzten Augenblick auf seinem versassungsmäßigen Posten aushalten werde. Damit dürfte der Vermittlungsvorschlag Costaricas erledigt sein, obgleich Washingtoner Meldungen zufolge die amerikanische Regierung an sich bereit sei, auf ihn einzugehen, aber als Voraussetzung den Verzicht beider Präsidenten, Sacasas und Diaz, verlange. Darauf sollten dann Neuwahlen stattfinden und Washington würde den neuen Präsidenten anerkennen. Die amerikanische Regierung hofft offenbar, diese Neuwahlen durch Truppengewalt in ihrem Sinne zu entscheiden. Präsident Sacasa will sich in einem Aufruf an alle lateinamerikanischen Staaten wenden und sie um militärische Unterstützung gegen die nordamerikanischen Eindringlinge ersuchen. In beiden amerikanischen Parlamenten ist es wieder zu außerordentlich erregten Debatten über die MittelAmerika=Politik der Regierung gekommen. Die Opposition fuhr mit schärfstem Geschütz gegen die Regierung auf. Große Protestkundgebungen namentlich aus kirchlichen Kreisen verlangen Abkehr von der Gewaltpolitik und friedliche Beilegung des mexikanischen Konfliktes. Unter den in Mexiko wohnenden nordamerikanischen Kaufleuten herrscht große Beunruhigung wegen der Möglichkeit eines latein=amerikanischen Boykotts gegen amerikanische Ware. Der soeben cingetroffene Gesandte der DiazRegierung wurde, als er die Washingtoner Gesandtschaftsräume Nicaraguas beziehen wollte, von dem Gesandten der SacasaRegierung daran gehindert und richtete darauf eine neue Gesandtschaft im gleichen Hause ein. Die neue Gefährdung der Eigentumsvorlage. Newyork, 15. Jan.(Radio.) Am Montag werden die Verhandlungen des Senatsausschusses über die Eigentumsvorlage ihren Abschluß finden. Es erfolgt dann die Beratung der Abänderungsanträge. Auf die Abänderungsanträge amerikanischer Reklamanten, die ihre Ansprüche erst nach Ablauf der Verjährungsfrist stellten, erklärte der Ausschußvorsitzende, daß jede neue Forderung den ganzen Gesetzentwurf bei der Senatsberatung gefährden könne. Schweres Automobilunglück bei Peine. Hannover, 14. Jan. Auf der Landstraße zwischen Kleinund Groß=Ilsede kam ein Geschäftsautomobil aus Wolsenbüttel ins Schleudern und geriet in den Straßengraben. Der Wagen schlug um und wurde zertrümmert. Von den drei Insassen wurde einer sofort getötet, während die beiden anderen verletzt wurden. Aus Nah und Fern. Münster, 14. Jan. Bei der heute stattgefundenen Bürgermeisterwahl wurde der bisherige Beigeordnete Schlanstein mit 29 von 45 abgegebenen Stimmen gewählt. Der vom Wahlvorbereitugneausschuß mit zur Wahl gestellte Senator Meyerhofer, Wesermünde erhielt 16 Stimmen. Gelsenkirchen, 14. Jan. Auf dem hiesigen Flugplatz explodierte heute vormittag in einer von der Schutzpolizei belegten Baracke eine Kiste mit Leuchtpationen. Obwohl die Kiste nur 20 Leuchtpatronen enthielt, war die Erschütterung gewaitig. Zwei Schutzpolizeibeamte, die sich an der Explosionsstelle befanden, wurden schwer verletzt. Ein dritter Beamter, der sich in einem Nebenraum befand, flog infolge des Luftdruckes durch das Fenster und erlitt innere Verletzungen. Die sofort eingeleitete Untersuchung ergab, daß die Explosion höchstwahrscheinlich auf Selbstentzündung zurückzuführen ist. Briefkasten der Resaktion V. St., Bocholt. In Deutschland haben seit der Staatsunwälzung vom November 1918 nicht weniger als 14 verschiedene Reichsregierungen das Staatsschiff gelenkt. In der Zeit des Uebergangs bis zum Februar 1919 regierten die sogenannten Volksbeauftragten. Es gab dann folgende Reichskanzler: vom 13. 2. 1919 bis 21. 6. 1919 Scheidemann; vom 21. 6. 1919 bis 27. 3. 1920 Bauer(Soz.); vom 27. 3. 1920 bis 21. 6. 1920 Müller Franken(Soz.); vom 21. 6. 1920 bis 10. 5. 1921 Fehrenbach(Zenir); vom 10. 5. 1921 bis 26. 10. 1921 Dr Wirth(Zentr.); vom 26. 10. 21 bis 22. 11. 22 abermals Dr. Wirth; vom 22. 17. 22 bis 13. 8. 23 Cuno(parteilos); vom 13. S. 23 bis.10. 23 Dr Stresemann; vom 30. 11. 78 bis 3 5. 24 Dr. Marx; vom 8. 6, 24 bis 15. 1. 25 wiederum Dr. Marx; vom 15. 1, 25 bis 20. 1. 26 Dr. Luiher(parteilos); vom 20. 1. 26 bis 13. 6. 26 ohermals Dr. Luther: vom 18 5. 26 bis heute Dr. Marx. Alz Kuriosum daif man ver zeichnen, daß als eintige Partei dos Zentium sämtlichen Regierungen von 19 9 an ununterbrochen angehört hat. Die große Koarition hat nur kurze Zeit und zwar unter Dr. Stresemann funktioniert In der ersten Zeit nach der Nvolution regierte die Weimarer Koalit on(Sozialdemokraten. Demokraten und Zentium). Die Soz'aidemokratie ist seit En de 1928 in keiner Regierung mehr ve treten gewesen. Nur ganz kurze Zet waren die Deutschnationalen beteiligt und zwar unter der ersten Regierung Dr. Luthe:. Außer Dr. Cuno und Dr Luther waren sämtliche=ichskanzier seit dem Umburz Persöniichkeiten, die parteimäßig festgelegt sind Sottesbienst=Orönung 2. Sonnlag nach Erscheinung des Heren. St. Geocg. 6, 7, 8 und 9 Uhr hl. Messen. 10 Uhr Hochamt. 2 Uhr Andacht von der Kindheit Jezu. 4 Uhr Todesangst-Beuderschaft mit Predigt. Die Kommunion= Mävchen der Schule an der Herzogstraße haben am Sonntag gem. hl. Kommunion. Samstag 12 Uhr Vorbereitung. Die Kommunionkinder aus den Bauerschaften haben in der=Uhr=Messe gem. hl. Kommunion; die Jungfrauen=Kongregation um 7 Uhr. Liebfrauen..30,.15,.15 und 9 Uhr Lesemessen. 10 Uhr Hochamt..30 Uhr ist Christenlehre und Andacht. Heute haben die Jungfrauen Monatskommunion, St. Joseph. 6, 7, 8 und 9 Uhr hl. Messen. 10 Uhr Hochamt. 2 Uhr Christenlehre. 7 Uhr Monatskommunion für die Jungfrauen; 8 Uhr gem. hl. Kommunion der Bauerschaftskinder. G1. Klara. 7 Uhr hl. Messe..15 Uhr Andacht. St. Agnes=Hospital. 7 Uhr hl. Messe..30 Uhr Andacht. St. Agnes=Gymnaslum..30 Uhr hl. Messe mit Predigt. 12 Uhr Andacht. Kapuzinerkloster, 6,.80 und 7 Uhr hl, Messen. 3 Uhr " Singmesse mit Predigt..30 Uhr Andacht. Spork.(2. Sonntag nach Eplph.).30 Uhr Frühmesse und gem. hl. Kommunion für die Jungfrauen. 10 Uhr Hochamt und Predigt..30 Uhr Christenlehre und Andacht. Darauf Versammlung für die Jungfrauen. Werth. 7 Uhr hl. Messe; gem. hl. Kommunion der Jünglinge. 10 Uhr Hochamt..30 Uhr Andacht. Versammlung der Jünglinge. Nächsten Sonntag gem. hl. Kommunion der Jungfrauen. Barlo. 7 Uhr hl. Messe mit gem. hl. Kommunion der Männer und Jünglinge. 9 Uhr gem. hl. Kommunion der jüngeren Kinder. 10 Uhr Hochamt mit Predigt(P. Knoap über die Aussätzigen). 3 Uhr Christenlehre und Andacht zur Wiedervereinigung im Glauben.— Samstag und Sonntag ist ein Pater zur Aushilfe hier.— Vom 18. bis 25. Januar„Weltoktao“ für die Wiederveretnigung im Glauben. Rhede. 6 Uhr hl. Messe..30 Uhr hl. Messe mit gem. hl. Kommunion der Schulen zu Bardingholt. 9 Uhr hl. Messe und Predigt. 10 Uhr Hochamt und Predigt. .30 Uhr Christenlehre und Andacht. Guderwick..30 Uhr hl. Messe mit gem. hl. Kommunion der Jungfrauen. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. .30 Uhr Todesangstbruderschaft. Nächsten Sonntag gem. hl. Kommunion der Eltern und Verheirateten. Anholt..30 Uhr hl. Messe. 8 Uhr hl. Messe. 10 Uhr Hochamt und Predigt. 3 Uhr Todesangstbeuderschaft. Isselburg..30 Uhr Frühmesse mit zem. hl. Kommunion der Mitglieder der Jünglingskongregation. 9 Uhr stille hl. Messe. 10 Uhr Hochamt mit Predigt..30 Uhr Andacht mit Predigt für die Mitglieder der Jünglingskongregation..30 Uhr Andacht. Vorken. Hl. Messen sind:.45,.80, 7,.45, .30 Uhr mit Predigt. 10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2 Uhr ist in der Jo=# hanneskirche Versammlung mit Predigt für.. den Verein christlicher Mütter, 3 Uhe Andacht zur Verehrung der hl. Kindheit Jesu und 5 Uhr Rosenkranzandacht. Gemeinsame hl. Kommunion haben um .30 Uhr die Jungfrauenkongregation, um .45 Uhr die Kinder der städtischen Schulen. Samstag nachmittag 4 Uhr Beichtgelegenheit. Vor dem Hochamte ist gegen.45 Uhr Umgang mit dem Allerheiligsten in der Kirche, die sogenannte kleine Brandprozession; zum Schluß sakramentaler Segen, daran anschl. das Hochamt. Andachten im Lause der Woche. St. Georg. Donnerstag.30 Uhr Sakramentshochamt; abends.30 Uhr Sakramentsandacht.— Nach bischöflicher Verordnung soll von Dienstag(18. Jannar) bis zum folgenden Dienstag(25. Januar) einschließlich, bei der Schulmesse das Gebet um Wiedervereinigung im Glauben verrichtet werden. St. Agnes=Hospital. Freitag, den 21. Januer,## Feier des Patronsfestes und des dreizehnstündigen Gebets. Von morgens 6 Uhr bis abends 7 Uhr ist das allerheiligste Sakrament zur Anbetung ausgesetzt. 6 und 7 Uhr hl. Messen. 9 Uhr Hochamt. 3 Uhr Andacht. —7 Uhr Schlußandacht. St. Klara. Dienstag, den 18. Januar,.15 Uhr Antoniusandacht. Evangelische Gottesdienst=Ordnung. Anholt. 10 Uhr Gottesdienst. 11.10 Uhr Kindergottesdienst.— Donnerstag nachm. 3 Uhr Frauen= und Jungfrauen=Verein(Evang. Frauenhülfe). Borken I. Westt. Am Dienstag, dem 18. Januar 1027: Vier us, Ilhatien und Sbukeinemarat Der Megletrat. Kefselascht sowie sämtliche Wegebauund Beionbaustoffe liefert frachtgünstig nach jed. Bahnstation Betar. Dalbof, Billeup I. K. Fernsprecher Nr. 22 und 61. Ein schwarzer, gebrauchter, geterheltener Aochherr billig zu verkaufen. Gartenstr. 12. W Statt besonderer Anzeige. Heute morgen entschlief infolge Altersschwäche unsere fürsorgliche, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter u. Tante geb. David im 81. Lebensjahre. Bocholt, den 14. Januar 1927. In Namen der trauernden Angebörigen: Otto Scherbel u. Frau. Die Beerdigung findet in Bremen statt. Die Ueberführung zum Bahnhof Sonntag, den 16. Januar, nachmittags 3 Uhr vom Krankenhause aus. Von Belleidsbesuchen bitten absehen zu wollen. u Nur noch drei Tage, Samstag, Sonntag. Montag Aufführung des größten Vox= Films aller Zeiten: In das Handelsregister Abt. A Nr. 190 ist heute bei der Firma Gesellschaft für mechanische Weberei in Bocholt folgendes eingetragen: Das Handelsgeschäft ist mit dem Recht die Firma fort führend auf Gesellschaft mit beschränkter Hastung in Firma Baumwollweberei Bahrenwald, Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit dem Sitze in Hannover übergegangen und wird von dieser als Zweigniederlassung mit der Firma„Baumwollweberei Bahrenwald Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Han nover, Zweigniederlassung Bocholi“ fortgeführt. Die Prokuren der Frau Emilie Liebreich und des Bernhard Schmeinck sind erloschen. Die Firma ist erloschen. Sodann ist im Handelsregister Akt. B Nr. 79 die Gesellschaft mit beschränkter Haftung Firma„Baumwollweberei Bahrenwald Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu Hannover, Zweigniedelassung Bocholt“ eingetragen. Gegenstand des Unternehmens: Betrieb einer Baumwollweberei und Ausführung damit zusammenhängender Geschäfte in besondere auch die Fortführung des unter der erloschenen Firma„Gesellschaft für mechanische Weberei Bocholt“ bislang von dem Kaufmann Max Liebreich zu Bocholt be triebenen Handelsgeschäftes. Stammkapital 300000.— Reichsmark. Geschäftsführer sind: Kaufmann JuUus Braunsberg und Kaufmann Salo Braunsberg beide in Hannover. Dem Kaufmann Karl Frankenberg in Hannover ist Einzelprokura erteilt. Der Gesellschaftsvertrag mit zwei Nachträgen ist errichtet um 26. März 1921, bezw. 12. April und 16. Juni 1921 und geändert durch die Beschlüsse der Gesellschaftsversammlung vom 7. Februar 1922, 3. Tezember 1924, 26. Mai 1926 und 23. Juli 1926 bezüglich der§§ 1, 2, 3, 6 des Gesellschaftsvertrages. Sind mehrere ordentliche und stellvertretende Geschäftsführer bestellt, so erfolgt die Vertretung durch mindestens zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer in Gemeinschaft mit einem Prokuristen. Die Gesellschaftsversemmlung kann aber auch einem oder mehreren von den Geschäftsführern die Ermächtigung erteilen, allein die Gesellschaft zu vertreten. Den beiden Geschäftsführern, Julius Braunsberg und Salo Braune berg ist die Befugnis erteilt, daß jeder von ihnen allein vertretungsberechtigt ist. Die Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen nur durch den Deutschen Reichsanzeiger. Bocholt, den 8. Januar 1927. 215 n:. e. n...:. Das Amtsgericht. In das Handelsregister Abt. B Nr. 40 ist bei Flema Rudolph Karstadt, Aktiengesellschaft Hamburg Zweigniederlassung Bocholt heute folgendes eingetragen: In der Generalversammlung der Aktionäre vom 20. Dez. 1926 ist die Erhöhung des Grundkapitals um 17000.000 R. M. auf 51000.000 R. M. durch Ausgabe von 17.000.— auf den Inhaber lantenden Aktien zu je 1000.—.M. beschlossen den. Die Kapitalserhöhung ist erfolgt. Durch meralversammlungsbeschluß vom gleichen Tage der Gesellschaftsvertrag bezüglich der 8§ 6 (Eruakapital und Einteilung) und 17(General= versammlung) geändert worden. Grurdkopital 51.090.000.— R. M. eingeteilt in 650.000 Aktien zu je 40 R.., 80.000 Aklien zu je 100.— R. M. und 17000.— Aktien zu je.000.—.M. Sämt. üche Aktien lauten auf den Inhaber. Bocholt, den 10. Januar 1927. Das Amtsgericht. schlank und jung 4 Herr Dr. med.., prakt. Arzt in., schreibt uns: „Nachdem ich seit über Jahresfeist Ihre Tee's, besonders den Entfettungs=Tee, in zahrreichen Fällen verordnet habe, teile ich Ihnen hierdurch gerne mit, daß dielelben meine vollste Zufriederheit gefunden haben. 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