der deutsensprocnigen Fresse.V. Ciltscher#P unig * Erscheint täglich wit Ausnahme der Sonn= und gesetzlichen Feiertage Bezugspreis: Bierteljährlich 2., monatlich 70 Pf.; mit illustrirtem Unterhaltungsblatt: vierteljährlich 2 M. 50 Pf., monatlich 85 Pf. Einzückungsgebühr: 15 Pf. die Petitzelle od. deren Raum. Kurs= und Kreisbrart für den Kreis Gelsenkirchen. und Verlag von Ferd. Dienst, Gelsenktrchen. Früher:„Der Reichsfreund“. Sincere et constanter. Publikations=Organ der sämtlichen Behörden des Kreises Kreis= und lokalpolizeiliche Verordnungen für den Kreis Gelsenkirchen durch die„Emscher Zeitung“ veröffentlicht, erlangen aufgrund gesetlicher Bestimmungen(laut Bekanntmachung Kgl. Regierung zu Arnsberg vom 19. Juli 1885) rechtsverbindliche Kraft für die Kreis=Eingesessenen. Der Kreis umfaßt die Bürgermeistereien Gelsenkirchen und Wattenscheid, die Aemter Braubauerschaft, Schalke, Ueckendorf, Wanne und Wattenscheld. Nr. 244. Für die Schriftleitung verantwortlich: Fritz Lonisgang, Gelsenkirchen. Gelsenkirchen, Freitag, 18. Oktober 1889. eeer een Cer Fernsprech=Anschluß: 172. 15. Jahrgang. Die Erhöhung der Lebensmittelpreise und die freisinnige Presse. Die im Interesse der Konsumenten ohne Zweifel unerwüaschte Erhöhung der Lebensmittelpreise sucht die freifinnige Presse um jeden Preis agitatorisch zu verwerten. Allen voran natürlich die„Freisinnige Zeitung,“ welche einen Vergleich der Preise vom September 1887 mit den diesjährigen September=Preisen mit der Bemerkung einleitet, daß im November 1887 bekanntlich die Erhöhung der Getreidezölle erfolgt sei, welche auch eine Verteuerung der Futtermittel und damit auch eine Erhöhung der Fleischpreise nach sich gezogen hatte, und zum Schluß hervorhebt, daß nur bei Kartoffeln, welche bekanntlich nicht von der Zollpolitik betroffen seien, eine Ermäßigung des Preises stattgefunden habe. Daß die Kohlen, welche gleichfalls nicht von der Zollpolitik berührt sind, in dem gleichen Zeitraum und zwar in ungleich höherem Maße als selbst das Schweinefleisch gestiegen sind(über 27 pCt. in Saarbrücken gegen 19.1 pCt.), wird natürlich nicht erwähnt, denn schon dieser Umstand würde die tendenziöse Darstellung, als ob die steigende Preisbewegung durch die Zollpolitik herbeigeführt sei, ad absurdum führen. Sorgfältig wird natürlich auch vermieden, darauf hinzuweisen, wie nach dem November 1887 sich die Preise wirklich gestaltet haben. Sonst würde es ja zu Tage gekommen sein, daß die Preise des Fleisches nach der Zollerhöhung von 1887 nicht gestiegen, sondern weiter gefallen sind. Die Berliner Großhandelspreise betrugen für Rinder 100 Kilo Fleischgewicht Lia 1887 91,7, 1888 90,1, Schweine 100 Kilo Lebendgewicht, 20 pCt. Tara IIa 1887 87,2, 1888 85,8., obwohl inzwischen die Getreidepreise bereits erheblich angezogen hatten. Trotz der Echöhung der Vieh= und Fleischzölle im Jahre 1885 und der zweimaligen Erhöhung der Getreidezölle in diesem und dem Jahre 1887 sind die Preise des Schlachtviehes's einschließlich 1888 stetig gefallen. Der Preis der Schweine fiel von 110,2 M. im Jahre 1881 auf 85,8 M. im Jahre 1888, war also 1881 um nahezu 28 pCt. teurer als nach den Zollerhöhungen und selbst sehr erheblich teurer als jetzt, wo doch das Schweineeinfuhrverbot noch als preissteigender Faktor mitwirkt. Rinkfleisch war 1881 um etwa 9 pCt. teurer als 1888 und stand damals gleichfalls erheblich höher im Preise als itzt. Diese Daten zeigen, wie durchaus tendenziös, ja mit der Absicht, die Leser im ogitatorischen Interesse irre zu leiten, die„Freisinnige Zeitung" arbeitet. Zur Ergänzung dieser Daten ist es sehr lehrreich, einen Blick auf die Bewegung der Preise im Anfang des vorigen Jahrzehntes zu werfen, in welchem sich ein der jitzigen Lebhaftigkeit der industriellen Produktion und des Verkehrs entsprechender wirtschaftlicher Aufschwung bei gänzlicher Zollfreihett von Vieh und Getreide vollzog. Von 1871 bis 1873, also gleichfalls in einem zweijährigen Zeitraum, stieg der Preis des Rindfleisches von 100 auf 123 Pf., der des Schweinefleisches von 113 auf 134 Pf. für das Kilogramm, also um 23 bez. nohezu 30 pEt. Die damalige, mit dem Aufschwunge der Industrie und dem Steigen der Löhne parallel gehende Erhöhung der Fleischpreise überstieg daher die jetzige mit der entsprechenden Entwickelung der Industrie und der Löhve parallel laufende Erhöhung der Fleischpreise bei dem Rindfleisch(5,1 pCt.) um mehr als das Viersache und übertraf selbst die unter der Einwirkung des EinZum 18. Oktober 1889. An unseres Jahrhunderts trübem Morgen Versank in Trümmer Deutschlands Macht und Ruhm, Jedwedes Herz beschlichen dange Sorgen, Nur sehr vereinzelt noch stand Heldentum. Des Korsen Uebermut kannt' keine Grevze, Europa zitierte vor seinem Tritt; Um seine Schläfen flocht er blur'ge Kränze, Bis Gott ein Halt gebot dem Siegerschritt. Die eis'ge Nacht auf Rußlands weitem Plane Gebar ein Frühlingswehn dem Vaterland. Der König rief: es drängte sich zur Fahne, Wer woffenfähig noch aus jedem Stand. Hat je gelodert der Begeistung Feuer Wie anno dreizehn in Germank'ns Gau'n? Das Liebste, wahrlich, keinem war's zu teuet, Auf Vaterlauds Altare es zu schau'n. Auf Lipzig's Au am achtzehnten Oktober Zurückerobert ward der Freiheit Gut. Der Feinde Schwarm in wilder Flucht zerstob er, Gar mancher Held im Völkerschlachtfeld ruht. Als weit und dreit gesäubert das Gelände, Erhielten an den großen Siegestag Auf Deutschlands Höhn der Freudenfeuer Brände Erinnerung noch viele Jahre wach. In Friedenszeit zum achtzehnten Gedenken Bracht uns der Segenstag ein neues Heil, Er fügte zu den alten Prachtgeschenken Ein Kleinod, das um Erdenpreis nicht seil: Ein Hohenzollernsprosse ward geboren, Dem bald Bewund'rung zollte alle Welt: Sein Wuchs verriet den Herrscher, der erkoren Von Gott, dem Heurn, dem Volk, das viemand füllt. Wie strahlte unser Aug', wenn es erblickte Den reckenhaften, schmucken Königssohn. Den Volkestreund, der jedes Herz entzückte Durch Lindigkeit als Throneserbe schon.— Sen Arm hat kühn den Feldherrnstad geschwungen Der Preußzen und dem deut chen Heer voran; Wie Kronprinz Friedrich Witbelm hat gerungen Sadowa, Weißenburg vermelden kann. Es sochten unter seiner weil n Führung Stoiz Deutschlands Stimme brüderlich vereint; fuhrverbotes eingetretene Erhöhung des Preises des Schweinefleisches noch um etwas. Werfen wir ferner einen Blick auf die gleichzeitige Bewegung der Getreidepreise, so sehen wir, daß z. B. Roggen vom Herbst 1871 bis dahin 1873 von 16.2 auf 22 M. für den Doppelzentner stieg, also absolut noch um.50 M. mehr, als von 1887 bis 1889. Dabei darf gleichfalls nicht unerwogen bleiben, daß im September 1887 der Roggenpreis weit unter dem niedrigsten Preise stand, welchen er in der zollfreien Zeit auch nur einen Monat lang erreichte. Dieser niedrigste Stand wurde im Februar 1879 erreicht. Er betrug 12 9 M. auf den Doppelzentner; trotz des Getreidezolles von 3 M. wir also der Preisstand vom September 1887 mit 11,4 M. noch um.5 M. niedriger und zwar zum Teil unter der Einwirkung der bereits im Frühjahr 1887 im preußischen Landtage angekündigten Erhöhung der Getreidezölle. Endlich ist es nicht ohne Interesse, sich daran zu erinnern, daß 1873 die Roggenpreise noch um.2 Mark für den Doppelzentner höher standen, als im September 1889, mithin von einer Teuerung des Brotgetreides, wie sie damals in der zollfreien Zeit eintrot, jtzt auch nicht entfernt die Rede ist. Wenn aber neben den ungünstigen Ernten jitzt, wie damals, die mit dem steigenden Lohn Hand in Hand gehende Vermehrung des Konsums zu der Erhöhung der Lebensmittelpreise mitwirkt, so liegt eben ein für große Massen der Konsumenten ausgleichendes Moment in den steigenden Löhnen. Die Bergarbeiter im Dortmunder Revier z. B. haben durchschnittlich schon 1888 über 9 pCt. mehr verdient, als im Vorjahre. Rechnet man die volle Lohnerhöhung infolge des Ausstandes nue auf 15 pCt., so beträgt ihr Arbeitseinkommen jetzt um rund 25 pCt. mehr als 1887, während nach der Berechnung der„Freisinnigen Zeitung“ in dem gleichen Zeitraum der Preis des Roggenmehls um 12,.5 pCt., der des Schweinefleisches um 19,1 pCt., von Speck um 12 5, von Schmalz um.7 pCt. gestiegen ist, andere Lebensbedürfnisse, Kartoff=In, Kleider, Wohnung aber überhaupt keine Preiserhöhung erfuhren. Man sieht aus diesen Daten, daß wenigstens für diele Kreise unseres Volkes ein zum Teil den Preisaufschlag wichtiger Lebensbedürfnisse übersteigender Ausgleich geboten ist, und daß überhaupt von einer für die Lebenshaltung der großen Massen bedenklichen Teuerung der Lebensmittel überhaupt nicht und jedenfalls lange nicht in dem Maße die Rede ist, wie in der Zeit des letzten großen gewerblichen Aufschwungs am Anfang des vorigen Jahrzehntes unter der Herrschaft des Freihandels. Kohlenpreise. Von einem mit den Verhältnissen des rheinischwestfälischen Kohlenbergbaues bestens vertrauten Industriellen wird der„Berliner Börsenzig.“ geschrieben: „Nach dem französischen Kriege wurden die Kohlenpreise unerhört hoch getrieben, wozu die Konfusion in den Eisenbahntransport=Verhältnissen nicht wenig beigetragen hat. Um diesem, die Gewerkthätigkeit und das Publikum schädigenden Zustand entgegenzutreten, tagte der sog. Kohlentag in Düsseldorf, aus welchem dann später der wirtschaftliche Verein hervorging. Ein Rückgang der Kohlenpreise trat bald ein und vom Jahre 1876 an wurden dieselben durch unzureichenden Absatz, Konkurrenzneid, vielfache Unfähigkeit in den Verwaltungen und Drücken der Käufer derartig herabgeworfen, daß die meisten Zechen nur mit Verlust fortarbeiteten. Der letztere wurde durch Zubuße, Anlehen und Kredite so lange gedeckt, bis endlich die Erkenntnis kam, so könne und dürfe es nicht weiter gehen, und bessere Preise wurden angestrebt. Ohne den Strike würde die Steigerung sich nur langsam und ohne wesentliche Beeinträchtigung der Gewerkthätigkeit und der Konsumenten vollzogen haben, ebenso durch vermehrte Nachfrage nach Arbeitskräften die Lohnsteigerung, welche seit 1888 allmählich schon eingetreten war. Durch den Strike, die teilweise durchaus unmotivirte Teilnahme des Publikums, durch manche schlecht unterrichteten Zeitungen(Kölnische Zeitung, Frankfurter Zeitung u. s..), durch die Verheißung eines 15 pCt. Lohnzusatzes entstanden den Gewerken umso größere Nachteile, als der größte Teil der Kohlenabschlüsse bis 1. April und 1. Juli 1890 bereits vor dem Strike gethätigt war und wurde die Steigerung der Preise noch nicht begebener Kohlen um so erforderlicher, als deren geringer Prozentsatz kaum die den Zechen entstandenen Mehrausgaben und Nachteile der Minderförderung auszugleichen vermochte. Wenn unn auch momentan die Forderungen das Maß des Notwendigen mitunter überschreiten mögen, so kann man dies den Gewerken, die lange Jahre anstatt Gewinn nur Verlust gehabt haben, nicht übel nehmen. Daß eine Umkehr in den Kohlenpreisen stattfinden mußte, war umsichtigen Geschäftsleuten längst klar. Schon vor Jahren hat Schreiber dieses öffentlich darauf hingewiesen und betont, daß, wenn nicht Erleichterungen im Frachtverkehr und vermehrter Absatz und damit wieder eine mäßige Rentabilität der Zechen einträte, eine Zeit kommen würde, wo die Nachfrage noch Kohlen die Produktion übersteigen, und daß dann für lange Dauer vielleicht allzu hohe Notirungen die Folge sein dürften. Unsere damaligen Warnungen sind unbeachtet geblieben .... neue Kohlenfelder wurden nicht aufgeschlossen, unsere Voraussicht erfüllte sich und die Inangriffnahme des Rhein=Ems=Kanals wird, durch Wegnahme der Arbeiter, die Kohlennot noch vermehren. Die momentanen Notirungen dürfen jedoch keine dauernden sein, wenn nicht unsere ganze Gewerbthätigkeit in Gefahr kommen soll, das Exportgeschäft größtenteils zu verlieren. Für den Winter sind Ermäßigungen nicht zu erwarten, wohl aber müssen die Zechen im Frühjahr in gemeinsame Beratung treten, welche Preise zu machen sind, um eigene Verzinsung und Amortisation ihrer Anlagen für Abbau(wofür bis dato fast nichts geschehen ist), dann aber auch den Fortbestand unserer Gewerbethätigkeit zu ermöglichen; das gebietet die wirtschaftliche Lage unseres Vaterlandes. Das Publikum darf aber nicht außer Acht lassen, daß die verschiedentlich auftretende Behauptung,„die Gewerke hätten durch den hohen Stand der Kuxen bereits große Vorteile erlangt,“ nicht zutreffend ist, denn die Steigerung ist nur den Spekulanten zu Gute gekommen, während die Anlagen der meisten Tiefbauzechen thatsächlich noch weit mehr gekostet haben, wie jetzt deren Kursstand ist, und teilweise auch jetzt ihren Gewerken noch keine Ausbeute liefern. Auf einen andern Punkt müssen wir die Aufmerksamkeit lenken. Der Winter naht heran und damit die Not der Armen, welche den hohen Preis, den jetzt die Händler und Unterhändler verlangen, nicht bezahlen können. Um dieser Notlage entgegenzutreten, möchte folgender Vorschlag in Erwägung zu nehmen sein: Die Gemeinden geben die Anzahl ihrer Armen an, dann wird eine Zusammenstellung des desfallsigen Kohlenbedürfnisses gemacht und die Zechen geben ratenweise in natura oder unter Preisausgleichung die Kohlen zu mäßigen Preisen an die Gemeinden für diesen Winterbedarf ab.“ Dazu bemerkt die„Rhein.=Westf. Ztg.“: Diese letztere Mahnung unterschreiben wir vollständig und sind überzeugt, daß die Zechen dieselbe um so lieber beherzigen werden, als die größte Mehrzahl, wie allerseits bekannt ist, bereits sei langer Zeit gewohnt ist, mit Eintritt des Winters für wohlthätige Zwecke ein Quantum ihrer Föederung unentgeltlich oder zu geringem Preise herzugeben. In diesem Jahre würde eine solche Gabe doppelt segensreich sein und dankbar begrüßt werden. Die Zechen würden damit aufs neue feurige Kohlen auf die Häupter derjenigen sammeln, die es noch immer nicht lassen können, die öffentliche Meinung gegen die„Kohlenbarone“ aufzuregen. Deutsches Reich. * Berlin, 17. Oktober. — Soweit man hört, sind noch nicht alle Berichte über die auf kaiserlichen Befehl stattgehabte Untersuchung der Gründe des diesjährigen Arbeiterausstandes eingeteoffen. Insbesondere fehlt noch der zusammenfassende Bericht über den Ausstand im rheinisch=westfälischen Kohlenbezirk; doch ist es wahrscheinlich, daß derselbe in nächster Zeit fertiggestellt werden wird. — Ueber die politischen Ergebnisse der Anwesenheit des Zaren am hiesigen Hofe werden mancherlei Gerüchte in Umlauf gesetzt, die, weil unkontrolirbar, besser unbeachtet gelassen werden. Ueberwiegend geht die Meinung dahin, daß die Unterredungen des Zaren mit dem Kaiser und dem Reichskanzler wesentlich zur Festigung des Friedens beigetragen haben. Auch im Auslande scheint diese Annahme vorherrschend zu sein. So wird der „Voss. Ztg.“ aus London berichtet: In diplomatischen Kreisen verlautet, die Ergebnisse des Zarenbesuches in Berlin seien weit wichtiger, als allgemein geglaubt werde; zahlreiche Mißverständnisse auf beiden Seiten wurden aufgeklärt, und es wurde die Ueberzeugung gewonnen, der Zar sei wirklich friedliebend. Nach einem Petersburger Telegramm werde der Zarenbesuch nicht ermangeln, wichtige Folgen zu haben. In amtlichen russischen Kreisen werde die Meinung ausgedrückt, der europäische Frieden werde sicherlich befestigt werden durch Herstellung gegenseitigen Vertrauens, dessen Abwesenheit bislang die Hauptquelle der Gefahr gewesen sei, weil sie Maßregeln und Verbindungen beiderseits heraufbeschwor, welche allmälig beitrugen, die Spannung zwischen Rußland und Deutschland zu vergrößern und gefährliche Manöver der Friedensfeinde zu begünstigen. — In klerikalen Kreisen beschäftigt man sich eifrigst mit dem zweimaligen Empfange, den Herr von Schlözer seit seiner Rückkehr nach Rom beim Papst gehabt hat. Die Annahme, daß der preußische Gesandte dem Papste Eröffnungen seiner Regierung hinsichtlich der von Leo XIII. angeblich geplanten Abreise von Rom zu machen gehabt habe, wird von maßgebender Seite als durchaus willkürlich bezeichnet. Wahrscheinlich ist dagegen, daß die Verwendung der während des Culturkampfes in Preußen angesammelten Sperrgelder zu Erörterungen mit dem Papste geführt hat, da dem Landtage ein entsprechender Gesetzentwurf gemacht werden soll. — Der Gesetzentwurf, durch welchen die Verläugerung des Reichsbankprivilegs beantragt wird, Um todeswunde Helden hat voll Rährung Am Massengrabe„unser Fritz“ geweint.— — Als nun in Deutschlands schwerem Trauerjahre Der größte Kaiser diese Welt verließ, Da schaut der Sohn, ach, kaum des Vaters Bahre: Des eignen Körpers Leid zurück ihn wies. Des Todes Fittich rauschte ob dem Haupte, Das nun die Kaiserkrone tragen sollte (Und lange noch— wie Liebe hoffend glaubte). O Gott, dein Ratschluß hat doch noch gewollt, Daß in der langen Reibe deutscher Kaiser Der Held nicht fehle, den kein Feind gehaßt,— Dem schweres Leid die Rede stimmte heiser, Der bitirem Tod entgegenging gefaßt. Das Szepter hielt nur neunundneunzig Tage Die eh'dem nervige, jetzt so welke Hand, Dann zuckte durch die Welt die dumpfe Klage, Die Wiederhall in allen Landen fand: Der Deutschen edler Friedrich ist geschieden, Sein mildes Herrscheraug' im Tode brach. Er zeg hinauf zum ew'gen Himmelsfrieden Dem Heldengreise unentmutigt nach. Dem Sohn, dem treuen Volke mußte sagen Ein letzter Zug des stummen Dulders Hand: O, lernet leiden, ohne je zu klagen, Ertraget still die Bürde gottgesandt.— Zum Sarge Friederich's in tiefer Trauer Der Völker Schaaren blickten teilnahmsvoll. Beim reichsten Fürsten wie beim ärmsten Bauer Dem Ang' die schmerzerpreßte Thrän' entquoll.— Der Siegestag, der achtzehnte Oktober, Der Doppelsubeltag zu werden schen. In Deutschlands allerjüngste Chronik wob er Ein Trauerblatt, erinnernd stets an ihn, Dem nicht vergönnt den Werdetag zu feiern Als Fürst inmitten seiner Treuen Schaar, Deß Angedenken heute wir erneuern Zum Ruhme unverwelklich Jahr um Jahr.— Doch aufgeschaut! Der über Sternen thronet Und aller Menschen Schicksal weise lenkt, Hat unsres Volkes Flehen reich gelohnet In Kaiser Wilhelm, den er neu geschenkt; Mit Ingendfeuer paart er Alters Weise Rastlos bemüht um seiner Saaten Glück: Behüt ihn uns, o Gott, auf jeder Reise Und halt' durch ihn den Kriegesbrand zurück. In Frieden laß gedeihen unsre Staaten, Dem Schlachtschwert wehre deiner Menschen Mord, Vermehre allerorts der Liebe Thaten Zu deiner Völker Wohlfahrt fort und fort. Doch will ein Frevler Deutschlands Glück zerstören, Dem werde heut aufs neue offenbar, Daß Treue bis zum letzten Hauch wir schwören Dem Kaiser und dem Reiche immerdar.— Camen=Wanne. Erzählung aus dem Schwarzwald von Oskar Höcker. 13)(Nachdruck verboten.) Er fuchtelte mit den Händen in der Luft herumehe er die Worte hervorstieß: „Geht Crispins Haß und Niedertracht so weit? Wohlan denn, so soll er merken, daß meine Geduld vorbei ist!“ Er griff nach seinem Hut und zog den Rock on. „Wo willst Du hin, Alter?“ fragte Emerenz besorgt. „Nach den Sägemühlen,“ lautete die kunze Antwort. „Was hast Du dort zu suchen?“ Anton riß den in der Ecke stehenden Stock an sich, schwang ihn und rief: „Ich will die Buben züchtigen, die es gewagt, sich an meinem Vieh und meinem Kuecht zu vergreifen.“ „Um des Himmelswillen,“ rief Else,„das werden Sie nicht thun!“ „Bederke doch,“ stellte Emerenz vor,„daß wir binnen jetzt und einer Stunde ein furchtbares Unwetter hier haben. Wahrhaftig es donnert schon in der Ferne.“ „Und wenn die Blitze zu tausenden niederführen.“ schriz Anton wütend,„so würde ich dennoch Vergeltung üben.“ „Die Leute entwischen Dir ja nicht, warte wenigstens das Gewitter ab.“ Anton schüttelte trotzig den Kopf. „Mich träfe der Schlag, wenn ich meinen Zorn nicht kühlen könnte.“ „Seien Sie nur ruhig,“ flüsterte Gerold der besorgten Frau zu,„ich lasse ihn nicht allein gehen.“ „Das werden Sie hübsch bleiben lassen,“ versetzte Anton, dessen feines Gehör die Worte vernommen.„Ich fechte den Strauß allein aus.“ „Ein Einzelner gegen Viele?“ erwiderte Gerold. „Ich werde mit allen fertig!“ knirschte der Hausherr in seiner maßlosen Wut.„Ich schlage Jeden nieder, der mir in den Weg kommt. Die Kerle sollen mich kennen lernen!“ Alle Vorstellungen blieben fruchtlos, selbst Elses bittende Worte ließen den hocherregten Anton kalt. Er drängte die Anwesenden bei Seite und eilte zum Zimmer heraus. Gerold folgte ihm nach. Anton mochte dies ahnen, denn er drehte sich am Ausgange des Hofes noch einmai um. „Herr Verwalter!“ rief er mit zorniger Stimme,„Sie bleiben hier oder unsere Freundschaft hat ein Ende.“ Gerold versuchte eine Einwendung zu machen. „Ich will nichts hören! Wer in dieser Stunde meinem Willen zuwider ist, den betrachte ich als meinen Feind!“ Der Verwalter zuckte die Achseln und blickte unschlüssig dem in wilder Eile davonjagenden Hausherrn nach. Die lange Dorfgasse war leer und sah wie ausgestorben aus. Die Feusterläden der Häuser hatten die Bewohner geschlossen, um wenigstens einigen Schutz gegen die brennende Sonne zu haben. Anton entledigte sich seines Rockes und hing ihn über die Schulter. Trotzdem der Schweiß ihm aus allen Poren brach, hielt er in seinem raschen Laufe auch nicht eine Sekunde inne; unaufhaltsam folgte er den Windungen soll auch eine Neuregelung der Gewinnverteilung enthalten. Nach dem bestehenden Gesetz müssen, nachdem die Anteilscheininhaber 4½% des Grundkapitals vorweg erhalten haben, 20% des Mehrbetrages des Reingewinnes der Rücklage zugeschrieben werden, solange dieselbe nicht ein Viertel des Grundkapitals beträgt. Dieses Viertel(30 Millionen Mark) dürfte in wenigen Jahren erreicht sein, da schon Ende 1888 die Rücklage sich au 24½ Millionen Mark belief. Da kein Grund vorliegt, den Höchstbetrag der Rücklage zu vergrößern, so soll in Zukunft der hierzu nicht mehr erforderliche Teil des Mehrgewinnes in die Reichskasse fließen. — Am 15. Okt. haben die Ersatzwahlen für den sächsischen Landtag stattgefunden. Es waren 29 Wahlen in 13 städtischen und 16 ländlichen Wahlkreisen zu vollziehen. Von den bisherigen Vertretern gehörten 18 der konservativen, 3 der nationalliberalen Partei, 2 dem Kartellfortschritt, 5 der deutschfreisinnigen, 1 der sozialdemokratischen Partei an. Das sächsische Landtagswahlrecht ist direkt und geheim, aber an einen Census von 3 Mk. direkter Staatssteuern gekaüpft; auch entscheidet schon die relative Stimmenmehrheit. Die ganze durch diese Wahlen herbeigeführte Veränderung ist die, daß die Deutschfreisinnigen zwei Mandate verloren haben, eines an die Konservativen und eines an die Sozialdemokraten, die letzteren hoben außerdem noch ein konservatives Mandat gewonnen. Sonach müssen wieder die Deutschfreisinnigen, obschon sie nicht mehr viel in der sächsischen Kammer zu verlieren hatten, die Zeche bezahlen, und das bei einem dem Reichstagswahlrecht sehr nahekommenden Wahlverfahren. Wie gering dessen Beschränkungen sind, zeigt sich schon darin, daß die Sozialdemokraten die einzigen Gewinnenden sind. Wie haben die Deutschfreisinnigen sich vor einigen Tagen in die Brust geworfen, schreibt die„.=L..“, als sie in Oschatz=Wurzen bei der Reichstagswahl unerwarteter Weise einige tausend Stimmen gewannen! Jetzt verlieren sie auch noch das bischen Boden, das sie bisher im sächsischen Landtag besessen. Und über alle Begriffe kläglich, ja lächerlich sind die deutschfreisinnigen Zählkandidaten ausgefallen. In den beiden Leipziger Wahlkreisen z. B. erzielten sie ganze 138 und 200 gegen 3323 und 4238 Stimmen der Kartellkandidaten und 2379 und 1900 sozialdemokratische Stimmen. NLO. In einem vor seinen Wählern in Frankfurt a. M. abgestatteten Rechenschaftsbericht hat der Landtagsabgeordnete v. Hergenhahn es als die ganz besondere Pflicht der nationalliberalen Partei bezeichnet, in der nächsten Session mit allen Kräften dahin zu wirken, daß die Verheißung der Thronrede in Erfüllung gehe und eine auf dem Prinzip der Deklarationspflicht ruhende Steuerreform herbeigeführt werde, die gleichzeitig mit der schärferen Veranlagung der Einkommensteuer die volle Erleichterung der minder begüterten Volksklassen zur Thatsache mache. — Wie die„Rh.=W..“ auf Grund von Informationen aus unbezweifelbarer Quelle glaubt versichern zu können, werden weder die deutsche noch die österreichische Heeresverwaltung sich noch fernerhin mit dem fast rauchlosen Pulver der Dynamit=Trust=Gesellschaft beschäftigen. Die Annahme dieses Pulvers seitens der deutschen Heeresverwaltung ist ausgeschlossen. Ebensowenig darf darauf gerechnet werden, daß die deutsche Heeresverwaltung genötigt sein werde, zur Beschoffung ihres Bedarfes die Pulverfabriken der Gesellschoft mit herauzuziehen. Diese befinden sich gar nicht im Besitze der Mischung des angenommenen rauchlosen Pulvers noch der dazu erforderlichen Materialien. In dieser Hinsicht das Geheimnis zu wahren, liegt im Interesse der deutschen Heeresverwaltung. Schon aus diesem Grunde sind die nötigen Vorbereitungen getroffen, um den Bedarf an rauchlosem Pulver für Heereszwecke in eigenen Fabriken sicher herzustellen. — Es erscheint mehr denn zweifelhaft, ob es gelingen wird, die nunmehr auf das Frühjohr nächsten Jahres verschobene Conferenz für internationale Fabrikgesetzgebung zu Stande zu briugen. Auf die neuen Einladungen, die bisher vom schweizer Bundesrat ergangen, hat nur die belgische Regierung zustimmend geantwortet. Die belgische Regierung hatte auch der für September d. J. geplanten Conferenz zuerst zugestimmt. Der Eifer, den gerade diese Regierung für eine internationale Regelung der Fabrikgesetzgebung an den Tag legt, muß mehr denn auffällig erscheinen. Bekanntlich ist Belgien der einzige Industriestaat, der bisher aus eigener Jnitiative so gut wie Nichts für das Wohl und den Schutz seiner Arbeiter gethan hat. — Die deutschen Sozialdemokraten haben dem„Homb. Korresp.“ zufolge für die Wahlen französischer Sozialisten 630 Mk. gesammelt, von denen 610 M. durch O. Wilke P. Lafarque in Paris übermittelt wurden, um namentlich die Wahl Jules Guesde's betreiben zu können. — Die„K.“schreibt: Von mehreren Seiten wird uns aus dem Ruhrkohlenbezirk berichtet, daß die Zechenverwaltungen in demselben eine gegenseitige feste Vereinbarung dahin getroffen haben sollen, keinen Arbeiter anzunehmen, der auf irgend einer Zeche des Bezirks sei es, entlassen ist, sei es, gekündigt hat. Wir können uns nicht entschließen, an die Wahrheit dieser Mitteilung zu glauben; da wir uns aber überzeugt haben, daß man sie in weiten Kreisen für richtig hält, so wollen wir hierdurch den Beteiligten die Gelegenheit geben, diese Mitteilung vor der Oeffentlichkeit richtig zu stellen. Wir bemerken hierzu, daß wir es vollständig begreiflich und gerechtfertigt finden, wenn eine solche Maßregel allen offenkundigen Hetzern und Wühlern gegenüber getroffen und streug durchgeführt wird. Diese leben mit ihren Arbeitgebern auf offenem Kriegsfuß, nicht blos mit den eigenen Arbeitgebern, sondern mit der Allgemeinheit derselben, und sie haben keinerlei Anspruch darauf, von diesen Beschäftigung und Verdienst zu verlangen. Jedes Unternehmen bedarf unbedingt einer streugen Disziplin des Werkleiters über Beamte und Arbeiter ausnahmslos, und die gewerbsmäßigen Hetzer und Wühler sind die eigentliche Quelle jeder Disziplinlosigkeit. Ganz anders aber liegt die Frage, wenn die Maßregel des unbedingten Arbeitsausschlusses bei allen Zechen ausgedehnt werden sollte auf Entlassungen und Kündigungen jeglicher Art. Das wäre nichts anders als eine Vernichtung der Freizügigkeit, die wir als eine unserer wichtigsten politischen Errungenschaften nicht hoch genug halten und nicht ernst genug verteidigen können und deren Segen gerade die Zechenverwaltungen aus der Anwesenheit so zahlreicher fremder Arbeiter im Bezirk deutlich genug vor Augen haben. Dem Arbeiter darf das Kündigungsrecht unter keinen Umständen verkürzt werden, und unter allen Umständen muß ihm das Recht gewährleistet werden, eine Zeche mit der anderen vertauschen zu können. Schon die rein menschlichen Beziehungen des Arbeiters zu den unteren Beamten, die Möglichkeit leichter Streitfälle im Verkehr zwischen Arbeiter und Steiger, die für andere Zechen keinerlei Bedeutung haben, schließen die Notwendigkeit in sich, dem Arbeiter das Recht des Wechsels seiner Beschäftigung innerhalb der gesetzlichen Kündigungsfristen unbedingt zu wahren. Dieses Recht ihm zu kürzen, bedeutet nicht blos eine unsägliche Härte, die nicht streng genug verurteilt werden kann; es würde gleichzeitig bedeuten, daß die einzelnen Zechenverwaltungen, welche solche Vereinbarungen treffen, sich in geraden Gegensatz zu den Zielen unserer sozialen Gesetzgebung stellen, die in ihrer Wirkung außerordentlich geschädigt werden muß, wenn nicht die Arbeitgeber ihrerseits im praktischen Leben mitwirken wollen, den bestehenden sozialen Gegensatz zwischen ihnen und den Arbeitern nach Kräften zu lindern und zu beseitigen. * Kattowitz, 14. Okt. Zur Seßhaftmachung der Bergarbeiter hat, wie der„Voss. Ztg.“ geschrieben wird, die Graf Heuckel v. Donnecsmarck'sche Gruben= und Hüttenverwaltung ins Auge gefaßt, den Arbeitern Bauplätze und Bauvorschüsse unter günstigen Bedingungen zu gewähren. Die Maßregel soll sich besonders gegen die Auswanderung der Arbeiter nach Westfalen richten. * Oppeln, 16. Okt. Der Regierungspräsident verbot infolge der sich immer weiter ausbreitenden Maul= und Klauenseuche für den ganzen Kreis Cosel die Abhaltung von Viehmärkten. Italien. * Genua, 14. Okt. Gestern kam Admiral Hollmann mit dem aus vier Panzerschiffen und einem Aviso bestehenden deutschen Geschwader vor San Remo an. Das Geschwader nahm vor der Villa Zirio Aufstellung und der Admiral ging mit einer Anzahl von Offizieren an Land. Heute Morgen ist das Geschwader vor Genua angekommen. Prinz Heinrich besichtigte heute Mittag den augenblicklich im hiesigen Hafen befindlichen neuesten und größten Dawpfer des Norddeutschen Lloyd„Kaiser Wilhelm II.“, welcher auf der Fahrt nach Australien begriffen ist. Se. Kaiserliche Hoheit sprach seine höchste Befriedigung über die Einrichtungen des Schiffes aus und verließ dasselbe erst nach einstündigem Aufenthalt. * Paris, 16. Okt. Das Kriegsgericht in Toulouse hat den Sergeanten Moques vom 70. Infanterie= Regiment in Cahors wegen Diebstahls im Einverständnis mit Deutschland zu einfacher Deportation und Entäußerung seiner militärischen Grade verurteilt. Der Verurteilte soll dem Grafen Moltke eine Patrone(Modell 1886) um 500 Frcs. angeboten haben. Das Angebot sei genehmigt, die Absendung der Patrone jedoch durch die Verhaftung des Sergeanten verhindert worden.— Fürst Ferdinand ist gestern inkognito hier eingetroffen und im Hotel Maurice abgestiegen. Er besuchte den Herzog von Montpenster und frühstückte mit seinem Bruder bei Bignon. — Der„Central News“ zufolge hat General Boulauger von Jersey an den Redakteur des „Gaulois“, Arthur Meyer, folgendes Telegramm gesandt:„Ich habe Ihren Artikel vom 11. ds. gelesen. Ich hielt sie stets jeder Dummheit für fähig; nun weiß ich, daß Sie auch jedes Verrates fähig sind. Ich sende Ihnen die Versicherung meiner tiefen Verachtung.“ — Der Eröffnung der französischen Kammern wird auf den 11. oder 12. kommenden Monats entgegengesehen. Die rednerischen Ausschweifungen der letzten Deputirtenkammer sind noch in so frischer und trauriger Erinnerung, daß nicht zu verwundern ist, wenn die Presse der Ordnungsparteien besonders auf die Wichtigkeit der Geschäftsordnung für Aufrechterhaltung der Würde und des Ansehens der Deputirtenkammer hinweist. Eine ganze Anzahl von Verbesserungsvorschlägen kommt zum Vorschein, die meist darauf abzielen, die absichtlich provozirten Skandale und die obstruktiven Interpellationen zu verhindern. Derlei Störungen werden namentlich von Seiten der Boulangisten befürchtet; man glaubt aber andererseits auch, daß ein energischer Präsident sehr viel thun könnte, um gerade diesen Leuten den Mund zu stopfen. Drei zu Protokoll gegebene Ordnungsrufe haben bekanntlich Entziehung der Diäten auf einen Monat zur Folge. Eine ganze Anzahl der Leute Boulanger's ist aber auf diese Entlohnung angewiesen so gut als wenn sie irgendwo in einem Komptoir angestellt wären. Der Kammerpräsident hat solchen Leuten gegenüber ein disziplinarisches Mittel von besonderer Wirksamkeit in der Hand. — Im belgisch=französischen Brenzgebiet ist eine umfassende Arbeitseinstellung der Bergleute erfolgt. Man beziffert die Zahl der feieraden Arbeiter auf 20000. Die Bergwerksgesellschaften wollen sich bezüglich der geforderten Lohnerhöhung auf keine Zugeständnisse einlassen. * Aden, 15. Okt. Nach einer Meldung des Königs Menelik schlug ein äthiopischer Heerführer die Derwische zwischen Metemmeh und Gondar und übersandte ihm die dem Feinde abgenommenen Fahnen. dem Kreise. 2. Gelsenkirchen, 17. Okt.[Wirtschaftliche Klarstellung.] Die ultramontane Presse im Kohlenrevier bringt übereinstimmend einen Artikel über die Erhebungen der Ober=Bergämter über die Lohnverhältnisse der Bergleute im Jahre 1888, und benutzt natürlicherweise diese Gelegenheit, um darzuthun, daß der Schichtlohn der westfl. Bergleute um 23 Pfennige geringer gewesen sei, als der der Bergleute im Saargebiet, und daß die Ersteren ihr hohes Gesamt=Einkommen nur durch die Ueberschichten erlangt hätten. Wie schon anderweit gesagt, ist der reine Jahreslohn in 1888 im Oberbergamtsbezirk Dortmund pro Kopf um 67 Mark, in Saarbrücken nur um 28 Mark gestiegen. Es ist daher unverständlich, wie man die Löhne von zwei verschiedenen Gebieten und bei verschiedener Schichtdauer gegenüber stellen kann, ohne Rücksicht auf diese Verhältnisse zu nehmen. Viel besser thut man sich an bestimmte unbestreitbare Thatsachen zu halten, und zu diesem Ende, um ein möglichst unparteiisches Urteil zu gewinnen, einen Blick in den Haushalt einzelner westfl. Zechen zu werfen. So zahlten folgende Zechen folgende Durchschnittslöhne: Außer diesen reinen Jahres=Lohnsummen wird von den Zechen noch die Gesamt=Kostensumme der bergmännischen Wohlfahrtsgesetze getragen, und zwar für Knappschafts=Gefälle — die doch einen integrirenden Teil des Lohnes mitbilden, rund... 66 Mark pro Kopf und Jahr und für die UnfallVersicherung rund....... 19„(pro 1888) zusammen 85 Mark. Der von der Zeche zu zahlende Jahreslohn stellt sich mithin noch um diese 85 Mark pro 1888 höher. Während so im verflossenen Jahre bei uns nachweislich Lohnerhöhungen stattgefunden haben, ist der DurchschnittsVerkaufspreis der Kohle gegen 1887 gesunken, und zwar nicht sowohl im privaten als auch beim fiskalischen Steinkohlenbergbau. In den an das Haus der Abgeordneten unterm 13. Januar 1889 erstatteten Nachrichten des Ministers der öffentauf der Straße, die zum Bergwald führte. Ueber dem Gipfel desselben lagerte eine sich immer mehr ausbreitende blauschwarze Wolkenschicht und vor derselben ballte es sich wie ein weißer Dampf. Anton wußte recht gut, daß sich in diesem Dunstkreis die schweren Batterien verbargen, welche die verderblichen Blitze zur Eede senden, aber er blickte ohne Furcht zu ihnen empor. Zuckte es in seiner Brust nicht gleichfalls gewitterschwer? Er erinnerte sich, daß er schon einmal denselben Weg in so wilder Eile zurückgelegt hatte. Es war dies freilich schon viele Jahre her; damals zog er aus, um seinen jüngeren Bruder vor einer Rotte heimtückischer Bauernjungen zu schützen, die den oberhalb der väterlichen Sägemühle verweilenden Crispin überfallen wollten. Sein rechtzeitiges Eintreffen schlug die jugendlichen Gegner in die Flucht. Heute dagegen zog er aus, um den Bruder zur Rechenschaft zu ziehen und ihn und seine Knechte zu bedrohen. Es war ein greller Gegensatz, das Damals und das Heute,— Anton lachte wild auf. Aber seine unlautere Gefühlsäußerung ward vom Donner übertönt, der vom Bergwald herniederkam. Wie hätte es doch ganz anders werden können, wenn Crispin sich dem Bruder freundlich gezeigt. Anton war ja der Aeltere, somit mußte der Jüngere sich fügen. Aber er that es nicht, er haßte ihn und ließ nichts unversucht, seinen Grimm zu reizen. Das konnte unwöglich so fortdauern. Deshalb nahm Anton den Kampf auf, fest entschlossen, demselben nicht zu erliegen, mochte es kosten, was es wollte. Ein dlendender Blitz fuhr nieder, dem ein furchtbarer Donner folgte. Der leuchtende Strahl des Himmels hatte oben am Kamm des Bergwaldes einen einzelnstehenden Baumstamm getroffen, der jetzt lichterloh brannte. Schwere Regentropfen sielen, vom trockenen Boden begierig aufgesangt. Ein Bauersmann kam in großer Eile Auton entgegen. „Um des Himmels willen, Herr Jörger,“ rief er ihm zu,„machen Sie, daß Sie unter Dach und Fach kommen. Es giebt ein furchtbares Unwetter.“ „Wo kommt Ihr her?“ herrschte Anton den Sprecher an. „Von den Sägemühlen,“ lautete die Antwort.„Ich wollte ein halbes Schock Bretter bestellen, traf aber den Crispin nicht an, er ist droben am Bergsee bei den Holzfällern, um die gefällten Stämme möglichst in Sicherheit zu bringen.“ Anton ellte mit kurzem Gruß an dem Bauer vorüber. „So recht,“ rief es in ihm,„da treffe ich alle miteinander.“ Ein Windstoß fegte über dos Thal und noch stärkere folgten, das trockene Laub von den Aesten der Bäume entführend und zu mächtigen Säulen emporwirbelnd. Anton drückte seinen Hut fester auf den Kopf, und da der Regen jetzt in dichten Strömen niederfiel, so riß er den Rock von den Schultera und zog ihn an. Blitz und Donner folgten in immer kürzeren Zwischenräumen. Der Himmel hatte sich in weitem Umkreis verfinstert, und überall sah man unheimliche Dampfwolken, in denen es fast unausgesetzt leuchtete. Mehr und mehr wich die Schwüle in der Atmosphäre. Der Sturm führte eine ozonreiche Luft mit sich und Auton atmete auf. Er bedurfte der Kühlung, denn der Zorn in seiner Brust ließ ebenso wenig nach, wie der Blitz und Donner in der Natur. Der Anblick der von großer Wohlhabenheit zeugenden Sägemühlen, in deren Betrieb alle Verbesserungen der Neuzeit aufgenommen waren, reizte Autons unselige Stimmung nur noch mehr. Zu seinem Zorn gesellten sich Neid und Mißgunst, und es wäre ihm in diesem Augenblick ein Labsal gewesen, wenn sich der Blitz in eines der langgestreckten Schieferdächer verirrt hätte. Noch bevor Anton den Bergwald erreichte, steigerte sich der Regen zu einem Wolkenbruch.„Wollen mir die Elemente verbieten, mir Geungthuung zu verschaffen?“ rief der außer Rand und Band geratene Mann.„Und wenn die Hölle mit all' ihren Schrecken erschiene, ich fürchte mich nicht!“ Damit stürmte er weiter. Er verschmähte den Pfad, der in Schlangenlinien zur Höhe führte. Ueber Gestrüpp, Steine und kleine Felsblöcke kletterte er empor. Seine Brust keuchte vor Anstreugung, aber er beachtete es nicht. Das Krachen des Donners vermischte sich mit dem Geheul des Sturmes und dem Tosen des von dem Bergsee niederstürzenden Baches, dessen bereits angeschwellte Fluten zahlreiche Baumstämme mit sich führten. Der furchtbare Regen hatte den Waldboden erweicht, und oft sank Anton bis an die Knöchel ein, so daß die aufspritzenden gelben Wasserstrahlen seine Fußbekleidung vollständig durchnäßten. Die Anstrengung des Berg= steigens versetzte ihn in eine immer größere Transpiration; gleichzeitig fröstelte er am ganzen Körper, da der Regen durch seine Kleider gedrungen war. Die Temperatur hatte sich außerordentlich abgekühlt. Auton konnte seinen Atem sehen und seine starren Hände erschienen rötlichbraun. Das tobende Unwetter und die übermäßige körperliche Anstrengung dämpften endlich den Sturm in seiner Bruft. Er sah ein, daß er sich vom Zorn allzuweit hatte hinreißen lassen. Crispin hatte ihn durch seine Handlungsweise allerdings schwer beleidigt und er verdiente eine Zurechtweisung. Mußte dieselbe aber sofort erfolgen? Konnte Anton nicht dem vernünftigen Rate seiner Emerenz folgen und warten, bis das Unwetter vorüber war? Anton kam sich jetzt vor, wie ein thörichter Knabe, ker sinnlos in sein Verderben rennt; und er war doch ein Mann, den Verstand und Erfahrung vor solchem unsinnigen Beginnen bewahren mußten. Wohin der blinde Zorn selbst den vernünftigsten Meuschen führen kann! Ueber den fröstelnden Auton kam tiefe Scham. Er zügelte seinen Schritt und lehnte sich erschöpft an einen Baumstamm. (Fortsetzung folgt.) lichen Arbeiten über die Verwaltung der Preuß. Staatswerke heißt es, daß der Durchschnittspreis einer Tonne Kohlen in 1887/88 von Mark 6,21 auf 6,12— also um fast 1½% zurückgegangen sei. In Saarbrücken betrugen die Verkaufspreise in 1887/8— im Mittel 7,13 Mark gegen 7,32 Mark pro Tonne in 1886/7.— Seit 8) Jahren sei bei den Saarbrückener Gruben kein so niedriger Verkaufspreis vorgekommen! Daß in Westfalen stets niedrigere Kohlenpreise geherrscht haben, wie an der Saar— wird hierdurch klar gelegt! Sieben Mark hat hier keine Zeche seit 1871 erzielt— erst im Frühjahr 1889 kamen Verkaufspreise von 70 Mark pro Doppelwagen bei den Eisenbahn=Submissionen zur Geltung. Auch die jetzigen, vom 1. Sept. 1889 an in Kraft befindlichen und gegen Juli um 0,80 Mk. pro Tonne erhöhten Verkaufspreise der Saar Gruben sind noch beträchtlich höher, als diejenigen der letzten Essener Börse. So kostet ab September Flammkohlen an der Saar 136 Mk. pro Doppelwagen— bei uns 119—130 Mk. Prima Fettkohle an der Saar 122—128 Mk. bei uns 95—110 Mk. Stück= und Würfelkohle an der Saar 150 Mk.(Hafenpreis)— bei uns 110—120 Mk. für Fettstückkohle und 119—130 Mk. für Gasflammstückkohlen. Bei solchen günstigeren Verkaufspreisen ist der Saarkohlen=Bergbau gewiß eher in der Lage, die Löhne der Bergleute zu erhöhen, als die unter viel ungünstigeren Verhältnissen arbeitenden Ruhrzechen. So heißt es in einem Bericht aus Saarbrücken, daß daselbst jetzt die Hauer.70—.50 Mk.(Durchschnitt 4 Mk.) pro Schicht, die Schlepper 3 Mk., die Tagelöhner.80—3 Mk. und die Handweiker.20—.50 Mk. verdienten. * Gelsenkirchen, 17. Oct.[Die Ausstände der Bergarbeiter] sind nach der„Köln. Volks=Ztg.“ auch Gegenstand der Untersuchung von Seiten amerikanischer Konsuln geworden und das Ergebnis derselben ist nach der Meinung der„Köln. Volks=Ztg.“ wesentlich verschieden von den Urteilen der rheinisch=westfälischen Bergwerksbesitzer über diese Bewegung. Insbesondere soll der General=Konsul der Vereinigten Staaten in Frankfurt a,., Jacob Müller, über dieselbe eine eingehende(?) Untersuchung, betitelt„Das Deutsche Gründungs=Fieber“ angestellt und gesagt haben, in Deutschland sei die soziale Lage böse und voll von Gefahren, und neue Ereignisse hätten davon wieder Beweis gegeben. Er meine die gigantischen Ausstände der rheinischwestfälischen und anderen Kohlenarbeiter, durch welche Deutschland so unerwartet und plötzlich heimgesucht worden wären. Den Ausständen haben nach Ansicht des amerikanischen Konsuls keine revolutionären oder anarchistischen Tendenzen zu Grunde gelegen, dieselben wären vielmehr das Produkt einer unerträglichen Lebenslage und der Kampf um die Eristenz tausender und hunderttausender, meist loyaler, konservativer und bescheidener Männer! Der Herr Müller in Frankfurt soll sich doch an seiner amerikanischen Nase ziehen unb ja nicht vergessen, daß das Gründungsfieber in den Vereinigten Staaten ganz andere „Ringe“ gezeigt hat, sowie ferner nicht vergessen, welche enorme Zahl von Arbeitern in Nord=Amerika ohne jegliche Existenz ist — und daß in sozialer Beziehung daselbst jedenfalls noch nicht soviel geschehen ist, wie in Preußen. Es zeigt sich auch hier wieder das Bestreben einzelner Fremdlinge, den Splitter im Auge des deutschen Nachbars zu sehen, aber für den Balken im eigenen Auge kein Verständnis zu haben. 1 Gelsenkirchen, 17. Okt.[Eingesandt.] Die Verkleidung der Eingangsthüren zum Schalterplatz unseres Hauptpostgebäudes mit scharfkantigen Zinkblumenstücken an den Kreuzungen der Schutzstäbe vor den Thürglasschelben hat schon wiederholt auf der Post verkehrenden Personen Beschädigung an der Kleidung zugefügt, insofern beim Passiren der Thüren die scharfrantigen Figuren die Kleider erfassen und zerreißen. Es bedarf wohl nur dieses Hinweises, um die K. Hauptpostverwaltung zu einer baldgefälligen Aenderung in der Fensterverkleidung jener Thüren zu veranlassen. W. Röhlinghausen, 14. Oktober.[Stiftungsfest.] Gestern feierte der Gesang=Verein„Liederkranz“ hierselbst sein diesjähriges Stiftungsfest unter Bereiligung sechs auswärtiger Vereine darunter der Nachbar=Verein„Harmonie=Bickern“ welch letzterer sich durch das sehr gefühlvoll vorgetragene Lied „Schlaf wohl“ von Häser die volle Anerkennung des leider nicht sehr zahlreich erschienenen Publikums erwarb. Die Musik leistete ihr Bestes und hielt die anwesende, tanzlustige junge Welt noch recht lanze gemütlich zusammen. Bickern, 14. Okt.[Stiftungsfest.— Ausschreitungen.] Im Brundert'schen Saale feierte gestern in Gemeinschaft mehrerer auswärtiger Vereine der Knappen=UnterstützungsVerein„Heimat“ hierselbst sein II. Stiftungsfest durch Concert mit darauf folgendem Festball in geschlossenem Kränzchen.— Verschiedene Strolche versuchten, nachdem sie in der.'schen Wirtschaft in Holsterhausen Streit gehabt und dabei Verschiedenes demolirt hatten, diese Exzesse im Schl'schen Saale, woselbst Fest war, fortzusetzen, wurden jedoch durch unsere rührige Polizei daran gehindert. Heute sind nun mehrere jener Excedenten verhaftet und unserer Polizeibehörde vorgeführt worden. Westfalen, Rheinland, Hessen=Rassau 2c. " Bochum, 17. Oktober.[Ein ängstliches Liebeswerben] kann man den jüngsten Leitartikel Kleines Feuilleton. — Ein Geistlicher in Cornwall hatte sich schon lange darüber geärgert, daß seine Zuhörer sich jedesmal umsahen, wenn einer zu spät in die Kirche kam. Eines Tages sagte er daher auf der Kanzel:„Liebe Brüder, ich bemerke mit Bedauern, daß Ihr von Eueren religiösen Pflichten immer durch den sehr begreiflichen Wunsch abgezogen werdet, zu sehen, wer nach Euch noch kommt. Ich werde daher, um dies zu vermeiden, in Zukunft Euch die später Kommenden namhaft machen.“ Dann begann er seine Predigt; bald aber mußte er sich unterbrechen, als er eben gesagt hatte:„Der Herr sprach zu— Farmer Stubbius mit Frau und Tochter.. Stubbius mit Frau und Tochter setzten sich etwas überrascht nieder, und die Predigt ging weiter. Nach einiger Zeit wiederholte sich dasselbe:„So kam das Land, wo Milch und Honig fließt, in die Hände von— Sam Curtis und William Diggle...“ Die beschämte Gemeinde hörte mit gespanntester Aufmerksamkeit zu, wie die Predigt fortging und der Pfarrer sich ab und zu unterbrach, um die neuen Ankömmlinge zu melden. Einen Mißgriff machte er aber doch; als er sagte:„Frau Symons vom Roten Löwen mit einem neuen Hut,“ kehrten sich wie auf Befehl alle weiblichen Mitglieder der Gemeinde um! — Gute Ausrede. Ein Herr bemerkt beim Mondenschein einen Dieb, der auf einer Leiter ins Haus einsteigen will.„Was machen Sie denn da oben? Wollen Sie wohl augenblicklich'runter!“—„Pst! Stören Sie mir nich! Ick bin mondsüchtig!“ — Englisch.„Jean! Erinnern Sie mir nach dem Essen, daß ich mir uill erschießen!“ — Auch ein Fest. Lieutenant A:„Warum heute so vergnügt und in Parate Untform?“— Lieutenant B:„Kamerad wissen noch nicht? Feiere heute ja das Jubiläum meiner fünfundzwanzigsten ersten Liebe.“ der deutschsprachigen Presse.V der„Wests. Volks=Ztg.“ betitelt„An die Bergleute“ neunen. Dieser Artikel behandelt die am nächsten Sonntage in Bochum stattfindende Bergarbeiter=Versammlung, in welcher der Vorstand des Arbeiter=Verbandes gewählt werden soll. Es wird in demselben nicht blos vor der Sozialdemokratie gewarnt, welche große Anstrengungen mache, im Kohlenreviere Boden zu gewinnen, sondern auch vor den Herren Schröder, Bunte und Siegel, deren kopfloses Verhalten in letzter Zeit, um dies nebenbei zu sagen, beweise, daß dieselben absolut unfähig seien, die Bergmannsbewegung zu leiten. Hierzu macht die„Dortmunder Zeitung" di trockene Bemerkung: „Nach obigem scheint sich die„Westfäl. Volks=Ztg.“ „über die Herren Schröder, Bunte und Siegel in „letzter Zeit mächtig zu ärgern.“ Man kann der Redaktion der„Westf. Volks=Zig.“ die Versicherung geben, daß sie gar bald ganz isolirt in der Bergarbeiterbevölkerung dastehen wird, da der größte Teil derselben— bei aller Begeisterung für die Sache der Arbeiter— als brave Christen und gute Deutsche die Hetzereien der„Westfäl. Volks=Ztg.“ gründlich satt hat. * Bochum, 18. Okt.[Aufgefangen.] Der ruchlose Attentäter Mühlenstedt sowie dessen Zuhälterin Helene Heimeshoff sind vorgestern Nachmittag in einem Kartoffelfelde bei Herne aufgefangen und abends unter starker polizeilicher Eskorte in das Bochumer Gerichtsgefängnis eingeliefert worden. Den Mühlenstedt fand man stark blutend vor; derselbe hat, wie sich jetzt herausstellte, drei Schüsse von dem Aufseher erhalten. Der Kreisphysikus, Herr Dr. Klostermann, entferute noch in derselben Nacht zwei Kugeln aus dem Oberschenkel des berüchtigten Gesellen. Hoffentlich gelingt es, auch noch des Mette habhaft zu werden. * Dahlhausen, 15. Okt.[Berichtigung] Die Notiz unter Dahlhausen ist dahin zu berichtigen, daß nicht der Betriebsführer der Zeche„Shamiock“, sondern ein seitheriger Steiger der genannten Zeche als Betriebsführer auf Zeche„Hasenwinkel" angestellt worden ist und seinen Dienst heute angetreten hat. * Laer, 14. Okt.[Ein vom besten Erfolg gekrönter Versuch] ist seitens der Zechen=Verwaltung „Dannenbaum“ dadurch gemacht worden, daß man der vielfach ausgesprochenen Ansicht, in dem aus der Erde gepimpten und in Sammelteiche geleiteten Geubenwasser müsse jedes organische Leben zu Grunde gehen, mit praktischen Beweisen entgegen getreten ist. In die sich an den Eisenbahndamm anlehnenden großen Klärteiche hat man nämlich vor längerer Zeit Karpfensetzlinge und Goldfische eingesetzt, welche sich nicht nur zu Tausenden vermehrt, sondern auch ganz prächtige Exemplare bis zu 8 Pfd. Schwere aufzuweisen haben. Es ist von Interesse zu sehen, daß die Fische vorzugsweise die Stellen aufsuchen, wo das Wasser warm aus der Erde herauskommt. Ein Spaziergang nach den Teichen dürfte sich für den Naturfreund wohl verlohnen. * Dortmund, 14. Oktbr.[Schwurgericht.] In der heutigen Sitzung des Schwurgerichts wurde der Landwirt und Gemeindevorsteher Heinrich Crane aus Bövinghausen von der Anklage der vorsätzlichen Körperverletzung freigesprochen. Crane hatte am Spätabend des 13. Mai d. I. den Bergmann Kaspar Hiltenkamp, der mit einer Rotte anderer Burschen auf dem Crane'schen Hofe Unfug größter Art anrichtete, erschossen. J. Dortmund, 15. Okt.[Eingabe an den Herrn Arbeitsminister.] Bekanntlich wurde im Herbst v. I. eine von 5000 Knappschaftsmitgliedern unterzeichnete Eingabe an den Herrn Arbeitsminister abgesandt, des Inhalts, der Herr Minister möge seinen Elufluß dahia geltend machen, daß die Kaappschaftskasse auch für die Familien der Kassegangehörigen freie Kur, Arznei 2c. gewähre. Jetzt ist den Bittstelleen durch das königl. Oberbergamt im Namen des Ministers folgende Antwort zugegangen:„1. Die Beratungen des Kaappschaftsvorstandes wegen event. Gewährung freier Kur an die Angehörigen der Vereinsmitglieder sind noch nicht abgeschlossen und wird deshalb der diesbezügliche Beschluß abzuwarten sein. 2. Die Einführung einer Bestimmung, betr. Erstattung der für die Familien=Angehörigen erwachsenden Arzneikosten, wird von dem berufenen Vertreter der Vereinsmitglieder, wie die Abstimmung bei der am 24. Februar d. J. in der Turnhalle zu Dortmund stattgefundenen Versammlung ergeben hat, nicht gewünscht. Von den anwesenden 106 Knappschaftsältesten haben nur 6 für die Einführung einer diesbezüglichen Vorschrift gestimmt. 3. Zu einer allgemeinen Vermehrung der Aerzte liegt ein Bedürfnis nicht vor. Es muß ihnen daher überlassen bleiben, sich wegen etwaiger wünschenswert erscheinender anderweiter Begrenzung einzelner Kurbezirke bez. Verkleinerung derselben an den Knoppschaftsvorstand und bei dessen ablehnendem Bescheide an das Oberbergamt zu wenden. 4. Nach den gemachten Erfahrungen erscheint durch die bisher den Bergleuten zugestandene Berechtigung zur freien Wahl eines Knappschaftsarztes in einem bestimmten Bezirke und zu bestimmten regelmäßig wiederkehrenden Zeitpunkten eine sachgemäße und parteilose Behandlung der Knappschaftsmitgliedern gesichert. Dagegen stehen der Gestattung der freien Aerztewahl für jeden einzelnen Krankheitsfall sowie einer anderweiten Verteilung des Honorars nicht unerhebliche Schwierigkeiten und große Bedenken entgegen. 5. Wis schließlich den am Ende der Eingabe gestellten Eventualantrag anbelangt, so kann nicht anerkannt werden, daß die Kaappschaftskassen schlechter gestellt sind, wie die Orts=, Fabrikund Gemeinde=Krankenkassen. Bei der unter den Aeltesten vorhandenen Abneigung gegen die Gewährung freier Arzuei für die Familien=Angehörigen ist die Abänderung des Statuts in dieser Beziehung uamöglich. Auh sind, soviel bekannt, bei den Octs=, Fabrik= und GemeindeKrankenkassen überall bestimmte Kassenäczte angestellt, deren Urteil bei der Eutscheidung über die Frage der Bewilligung der Krankenbenefizien in der Hauptsache maßgebend ist. Wir überlassen es Ihnen, den Mitunterzeichneten in geeigneter Weise Mitteilung zu machen. Dortmund, 16. Okt.[Volksversammlung.] Gestern Avend ließ sich im Stewers'schen Saale dahier der Schreiner Wesch aus Crefeld„über die vershiedenen Produktionsweisen und ihren Einflaß auf die menschliche Gesellschaft" vernehmen. Redner bediente seive Zuhörer mit den Ausführungen, welche das von den Sozialdemokraten im Mai 1875 zu Gotha angenommene Programm enthält und brachte nichts Neues vor als die dort niedergelegten phantastischen Ideen, die auf Gleichmacherei der Jndividuen und Teilung des Arbeitsproduktes hinauslaufen. Von einer Abschaffang des Eigentums soll nicht die Rede sein, denn— nun aufgepaßt!— die Sozialdemokratie will lediglich die Gateignung des Eigentums, das falsche Elgentum, welches Aneignung fremden Elgentums ist, d. h. kurz gesagt: den gesellschaftlichen Diebstahl abschaffen, es solle eine „Enteignung der Enteigner“ stattfinden. Dieser Satz enthält das A und O der Sozialdemokratie und mit ihm steht und fällt das Dunst= und Luftgebilde ihrer Sozialreform. Das jetzige Eigentum, so führte der Redner aus, ist einfach Raub, der dem Räuber wieder abzujagen ist und welcher dann allen Individuen zuteil werden soll. Da wird der Begriff„Eigentum“,— wie es bei jenen Herren üblich, weil das auf die Menge Eindruck macht,— mit dem fadenscheinigen Mantel angeblicher Wissenschaftlichkeit behangen, durch die Entwicklungsgeschichte der Menschheit ein dicker Strich gemacht, der heutige Besitz in jeglicher Form geleugnet und die Menschheit schließlich herbeigerufen, um einen neuen Teilungsmodus, der gerecht und human sein soll, vorzunehmen. Solch ein schönes Traumgebilde macht freilich Effekt, damit hat man schnell die Besitzlosen auf seiner Seite. Oder nicht? Nein, meinen wir, denn jeder Denkfähige sagt sich: das ist Alles recht schön, wenn aber eines Tages alles Eigentum, alles Erworbene in einen großen Topf geworfen, verteilt wird und das große Werk der Produktivgenossenschaften für Industrie und Ackerbau beginnt, wenn alle Geister und Kräfte gleich geschoren sind und der Anspruch Aller auf das Produkt der Arbeit in Geltung tritt, wird nicht schon am nächsten Tage wieder in Anbetracht der Ungleichheit der Kräfte dieselbe Unordnung(nach Ansicht der Sozialdemokcaten) einreißen wie vorher? Das wird allerdings, selbst alle falschen Prämissen einmal als richtig angenommen, so sein, oder aber in der Sozialdemokratie verkörpert sich — wie es thatsächlich der Fall ist— die schmählichste Tyrannei und Reaktion, die widerlichste Knechtung der Geister, die Verneinung jeglichen Fortschritts. Wohl mag der Kampf gegen das Kapital in gewissen Fällen, die auf Betrug und Auswucherung hinauslaufen, seine Berechtigung haben, dann aber stößt es sofort mit dem Gesetz zusammen und verfällt der öffentlichen Verurteilung; allein er ist, soll die kulturelle Entwicklung nicht vollständig verneint werden— und das will ja wohl auch die Sozialdemokratie nicht gänzlich— niemals im Allgemeinen durchführbar und es würde im sozialdemokratischen Paradies in kurzer Zeit wieder so kunterbunt aussehen, wie vorher. Selbst wenn die Sozialdemokcatie imstande wäre, aus uns Menschen lauter Engel zu machen, so würde es bald genug höhere und niedere geben. Das kommt aber davon, wenn man nur immer um sich und niemals in sich schaut; wenn man glaubt, Humanität und Tugend nach der Elle messen zu können und Jedermann ein gleiches Stück zu erteilen. Das Ende wäre unbedingt Umsturz und Chaos; und darauf kommt der Sozialismus der Sozialdemokcatie hinaus. Wer in solcher Weise wie diese die Kulturentwicklung anfeindet, die sittliche Weltordnung vrueint und schließlich im Anderen nur einen Teufel und Hallunken sieht, dessen Weltbeglückungssystem ist von vornherein gerichtet, weil es in dieser Welt dann kein Fundament dafür giebt. Die Revolution von unten herauf, wie sie dort in Angriff genommen werden soll, hätte nur Sinn und Aussicht auf Erfolg, wenn der Beweis zu erbringen wäre, daß auf der anderen Seite alles Unrecht, auf Seiten solcher Weltbeglücker aber alles Recht, alle Bildung und Sittlichkeit wäre. Ist diese Voraussetzung aber— wie sie in der That ist— falsch, so ist auch die ganze Forderung der Sozialdemokcatie hinfällig, wenn sie nicht anders den Weg der Gewalt betreten will. Aufklärung des Volks verwechselt sie leider mit Verführung der Massen, deren Begehrlichkeit mit Utopien allerdings leicht zu wecken ist. Selbst die geneigtesten Leiter der sozialdemokratischen Propaganda werden aber zugestehen müssen, daß bei näherem Zusehen und gewissenhafter Prüfung bei Weitem die überwiegende Mehrzahl ihrer Anhängerschaft von falschen Begriffen erfüllt und keineswegs imstande ist, den labyrinthischen Gängen, in welche sich die soztaldemokcatische Philvsophie verliert, zu folgen; was schließlich zur Wirkung haben muß, daß der Weg der Ausschreitung beschritten wird. So war denn auch das Kapttel von den sozialistischen Produktivgenossenschaften, das Herr Welph nach dem Gothaer Programm in Dortmund durchgenommen, wohl ein angenehmes für die Ohren, aber ebenso sicher ist, daß ein Verständnis für solche Luftgebilde nimmermehr anzunehmen, wenn man sich nicht mit dem Triumphe begnügen will, wieder einmal eine Brandfackel unter die Arbeiterschaft geworfen zu haben. * Unna, 15. Okt.[Acht Grubenpferde erschossen.] Unter dem Pferdebestand der Zeche„Königsborn“ ist die verderblichste aller Pferdekrankheiten— — der Rotz— ausgebrochen. Für die bis jetzt verschont gebliebenen Grubenpferde sind sofort die nötigen Vorsichtsmaßregeln angeordnet worden. Am Samstag wurden auf Anordnung der Verwaltung acht von dieser Krankheit befallene Pferde aus der Grube geschafft und erschossen. Die getöteten Tere, darunter prächtige und wohlgenährte Exemplare, repräsentirten einen Wert von ungefähr 6000 Mk. Die Pferde sind Eigentum der Zeche. * Schwelm, 12. Okt.[Verhaftet.] Der Attentäter, der in diesem Sommer einige Damen von hier, sowie ein Schulmädchen in einem Busche zu überfallen versuchte, ist gestern Abend von den hiesigen Polizeibeamten J. und K. in der Prson des Bandwirkers R. an der Baieröde ergriffen und in das Schwelmer Gefänguis abgeführt worden. Heute Vormittag den betr. Damen und dem Kinde gegenübergestellt, erkannten diese auf den ersten Blick in dem Gefangenen jegen frechen Attentäter wieder. Die kleine schmächtige Gestalt des Menschen macht einen unscheinbaren Eindruck. * Essen, 15. Okt.[Aufruf.] Die hiesige„VolksZtg.“ bringt folgendes Inserat:„Essener Kameraden aufgepaßt! Wenn nochmals an Euch der Zeitpunkt herautritt, wo Ihr durch irgend eine Wahl Euch ein Zeugnis ausstellen sollt, so hoffen wir, daß Ihr es versteht, Euch eines Mannes zu entledigen, der sich doch sagen muß, daß er durch sein Bleiben auf dem Posten unserer guten Sache nur schaden kann. Der Ausdruck:„Ich lasse mich nicht zurückorängen“, kliagt zwar stolz, aber er zeugt von wenig Opfersinn, wenn man nicht zurücktreten kann in dem Falle, wo man mit Bleiben schadet. Der Deputirte Eckhardt hat aber durch seine Beteiligung an dem Pariser Sozialistenkongresse hinter unserm Rücken unsere Sache sehr in Mißkredit gebracht. Wir wollen, der Mahnung unseres Kaisers gemäß, keine Gemeinschaft mit ausgefprochenen Sozialdemokcaten, und bitten dringend Euch Kameraden, dieser Gesinnung auch bei der nächsten Wahl Ausdruck zu verleihen. Mehrere Bergleute der Stadt Essen.“ * Essen, 16. Okt.[Kauf.] Herr A. Krupp dohier kaufte, laut„Lüb. Ztg.“, durch Vermittelung von Sartori und Berger in Kiel ein am Kieler Hafen nordwärts der Howaldswerft belegenes großes Grundstück für 70 000 M. Er beabsichtigt, dort seewärts eingeführte Erze zu verarbeiten. b. Mülheim a. d. Ruhr, 15. Okt.[HerbstGeneralver sammlung des„Deutschen Stenographenbundes, System Velten.] Am Sonntag Nachmittag fand in der Restauration Evert„Zum Kaisergarten“ die zahlreich besuchte Herbst=Generalversammlung des„Deutschen Stenographenbundes, System Velten,“ statt. Nach einer herzlichen Begrüßung seitens des Vorsitzenden, Herrn Reiser=Mülheim, wurde der Geschäftsbericht vorgetragen. Nach demselben sind im verflossenen Jahre in Gelsenkirchen, Borbeck und Werden neue Vereine ins Leben gerufen resp. Kurse gegeben worden; in Mülheim allein wurden in diesem Jahre 90 Personen in der Stenographie unterrichtet. Hierauf fand die Verteilung der Preise und Diplome an die Sieger vom letzten Wettschreiben statt. Es sind an folgende Herren Preise gefallen: Richtigschreiben: I. Preis Lauf=Mülheim, II. Preis Quartaner O. Velten=Essen, Müller=Essen und Nöllenburg=Mülheim, III. Preis Schmitz=Mülheim und Nobel=Dümpten; Schnellschreiben: a. 80 Silben in der Minute: I. Preis Schmitz=Mülheim, II. Preis Merten=Mülheim, Heisterkamp=Dümpten und W. GehringEssen, III. Preis Lüdeking=Gelsenkirchen, IV. Preis Dreikauß=Gelsenkirchen; b. 120 Silben in der Minute: I. Preis Nöllenburg=Mülheim, II. Preis Meißler=Essen, III. Pfeiffer=Essen, IV. Preis Lüdeking=Gelsenkirchen, Merten=Mülheim und W Gehring=Essen; c. 150 Silben in der Minute: I. Preis Lauf=Mülheim und Dräger=Essen, II. Preis HelmichMülheim, III. Preis Nobel=Dümpten, IV. Preis PfeifferEssen und Schachtsi.=Essen; Wettlesen: I. Preis LaufMülh im, II. Preis Lüdeking=Gelsenkirchen, III. Preis Pfeiffer=Essen, IV. Preis O. Velten=Essen und Dreikauß=Gelsenkirchen;(es muß hierbei bemerkt werden, daß die Prämtierten O. Velten, Meißler, Pfeiffer und Schachtfiek Kaaben im Alter von 13—14 Jahren sind). Nach einer eingehenden Beratung der Bundessatzungen fand die Vorstandswahl statt; aus derselben gingen hervor die Herren Lehrer Beek=Essen(an Stelle des leider erkcankten Herrn Reiser=Mülheim) I. Vorsitz nder, O. Friedrich=Köln II. Vorsitzender, Ed. Brückner=Essen I. Schriftführer, Gröger=Mülheim II. Schriftführer und Brinkmann=Oberhausen Kassirer. Nachdem noch als Ort der nächsten Versammlung Gelsenkirchen gewählt war, wurde die Versammlung vom Vorsitzenden geschlossen und fand hierauf ein gemütlicher Commers statt. a Solingen, 16. Okt.[Prozeß=Entscheidung.] Der Schriftführer des Ortsvereins des Evangelischen Bundes zu Soliugen, Pfarrer Giesecke, hatte aus Anlaß des Bescheides des Regierungs=Präsidenten zu Düsseldorf, sowie des Oberpräsidenten der Rheinprovinz betr. de Beschwerdeführung gegen die polizeiliche Auflösung der Versammlung jenes Ortsvereins am 27. Juli 1888, Klage bei dem Oberverwaltungsgericht in Berlin angestrengt. Heute beschäftigte sich der erste Senat dieses Gerichtes unter Vorsitz des Senatsp.äsidenten Wirkl. Geh. Rats von Persius mit jener Angelegenheit und kam das Oberverwaltungsgericht, nachdem die Vorgänge in eingehender Weise geprüft worden waren und der Vertreter des Klägers, Rechtsanwalt Dr. Silberstein(Berlin) die Auflösung der betr. Versammlung, weil das freie Versammlungsrecht beeinträchtigend, als eine Verfassungsverletzung erklärt und beantragt hatte: Die Klage des Pfarrers Giesecke für begründet zu erachten, zu dem Bescheid: Der Senat habe die Klage des Ortsvereius des Evangel. Bundes zu Solingen für gerechtfertigt erachtet, die Bescheide des Oberpräsidenten der Rheinprovinz und des Regierungspräsidenten zu Düsseldorf aufgehoben, die Auflösung der Versammlung für ungerechtfertigt erklärt, das Streitobjekt auf 1000 Mk. bemessen, diese Kosten außer Ansatz gelassen, die Kosten des Verfahrens dagegen dem Beklagten, Bürgermeister van Neeuen=Solingen, auferlegt. Die Gründe werden schriftlich mitgeteilt werden. * Bingen, 11. Okt.[Weinlese.] Seit gestern ist hier die Weinlese in vollem Betrieb. Im ganzen darf auf kaum mehr als einen Drittelherbst gerechnet werden. Das Mostgewicht geht dagegen bis zu 115° nach Oechsle, ein Gewicht, wie es seit Jahren nicht beobachtet wurde. * Mainz, 11. Okt.[Verhaftung.] Gestern wurde der Apothekenbesitzer Lang von Pfeddersheim, Kreis Worms, in das hiesige Untersuchungsgefängnis eingebracht. Derselbe ist beschuldigt ein in seiner Apotheke zur Besorgunz einer Arzuei eingekehrtes Landmädchen durch Chloroform betäubt und mißbraucht zu haben. * Friedrichsthal, 14. Okt.[Evangelischer Arbeiterverein.] Gestern wurde hier ein evangelischer Arbeiterverein begründet, trotz lebhaften Protestes seitens des neugebildeten bergmännischen Rechtsschutzvereins. Neueste Nachrichten. * Berlin, 17. Oktbr. Gestern Abend fand im engeren Kreise der Kaiserfamilie und im Beisein der kaiserlichen Prinzen bereits eine Vorfeier des Geburtstages der Kaiserin statt, welche sich am 22 ds. Mis. bereits mit dem Kaiser zur Beiwohnung der Vermählungsfeierlichkeiten auf der Reise nach Athen befindet. Heute Mittag hatte der Koiser eine längere Unterredung mit dem Staatsminister von Bött'cher. Um 12 Uhr kamen der Kaiser und die Kaiserin nach Berlin und begaben sich in das Palais der Kuserin Friedrich, woselbst dieselben auch zum Frühstück verblieben und sich darauf vor ihrer Abreise nach Athen verabschiedeten. Abends 11 Uhr gedenken die Kaiserlichen Majestäten über Magdeburg, Nürnberg, München, Kufstein 2c. ihre Reise nach Verona, Mailand und Monza, Genna und Athen 2c. anzutreten. * Berlin, 17. Oktbr. Bekanntlich hat der Kaiser eine Untersuchung der Gründe des diesjährigen Arbeiterausst undes im rheintsch=westfältschen Kohlenbeziek und Berichterstattung augeordnet. Wie nun verlautet, ist eine große Zahl der bezüglichen Berichte bereits hier eingetroffen, und die noch fehlenden werden in allernächster Zeit fertig gestellt sein. Dann werden die Einzelmit.ilungen in einem zusammenfassenden Exposé dem Kaiser unterbreitet werden. * Berlin, 17. Oktbr. Den„Berl. Pol. Nachr.“ zufolge hätte der Bundesrat in seiner heutigen Sitzung erhebliche Abänderungen im Reichshaushaltsetat pro 1890/91 bezüglich der Zolleinnahmen und Verbrauchssteuern als bezüglich der Ausgaben für die Heeresverwaltung beschossen. * Berlin, 17. Okt. Der Kaiser von Rußland hat, wie ein Lokal=Korrespondent meldet, dem Magistrat die Summe von 10000 Mk. für die Armen Berlius überwiesen. Zur Bewirtung der Mannschaften seines Regiments während des Jubiläumstages war aus der Kaiserlichen Privatschatulle eine größere Summe angewiesen worden. * Berlin, 17. Okt. Bezüglich der Reutermeldung aus Auckland vom 15. ds. Mts., wonach Deutschland verweigert, Mataafa als König von Samoa anzuerkennen, bemerkt die„Nordd. Allg. Ztg.“, die Nachricht klinge nicht unwahrscheinlich, doch sei anzunehmen, daß die Vertreter der beiden anderen Vertragsmächte in Apia angesichts der Wahl eines Königs von Samoa sich in dem gleichen Sinne ausgesprochen hätten, da es genügend bekannt sei, daß auf der letzten Berliner Samoakonferenz Deutschland, England und Amerika sich dahin geeinigt hätten, Malietoa als König anzuerkennen und nicht Mataafa. * Danzig, 17. Okt. Kurz vor 10 Uhr lief die kaiserliche Dacht Dershawa in den Hafen ein und legte an der Seemole fest. Die Kaiserin von Rußland bestieg ein Ruderboot, fuhr bis zu der Haltestelle des Hofzugs und wurde dort vom Kaiser empfangen und in den Salonwagen geleitet, wo um 11 Uhr das Frühstück eingenommen wurde. Vormittag 12 Uhr 45 Min. haben der Kaiser und die Kaiserin von Rußland in dem Hofzuge Neufahrwasser verlassen und die Rückreise über Danzig=Dirschau fortgesetzt. Die kaiserliche Dacht Dershawa, welche die Kaiserflagge niedergeholt hatte, verblieb vorläufig im Hafen. Der Kaiser hat die Nacht im Salonwagen verbracht. * Kiel, 17. Okt. Das englische Canalgeschwader ist heute Vormittag 10 Uhr nach Karlskcona in See gegangen und kehrt von dort direkt nach Portsmouth zurück, wo die Ankunft am 29. ds. erfolgen soll. * Bremen, 17. Okt. Die Universität Heidelberg hat den Consul H. H. Meier zum Doktor beider Rechte honoris causa ernannt. * Lübeck, 17. Okt. Das Boldt'sche große Sägewerk brennt mit für 500000 M. edlen Hölzern. * Prag, 17. Okt. Im böhmischen Landtage brachten die Jungtschechen verschiedene Interpellationen und Anträge ein, darunter den Antrag, Repressalien gegen die Getreidezölle des Auslandes zu ergreifen. Auf die Interpellation wegen der Auflösung des akademischen Lesevereins erklärte der Statthalter Graf Thun, er übernehme die volle Verantwortung für diesen Akt seines Amtsvorgängers. Die von dem Verein vorgenommene Entsendung einer Abordnung nach Paris und die von letzterer überreichte Adresse seien eminent politische Handlungen, worin die Studenten sich nicht einmengen sollten. Er (der Statthalter) bedauere, daß die Interpellation von einem Professor mitunterschrieben sei. * Bern, 17. Okt. Das Bundesbudget für 1890 schließt mit einem Fehlbetrag von 4½ Millionen Franken. * Agram, 17. Okt. Der kroatische Landtag beschloß in namentlicher Abstimmung mit 69 gegen 4 Stimmen, den finanziellen Ausgleich mit Ungarn zum Gegenstand einer Einzelberatung zu machen. Starczevitsch's Partei verließ vor der Abstimmung den Saal. Die Vorlage wurde hierauf auch in der Spezialdebatte erledigt. Morgen findet die dritte Lesung statt. * Rom, 17. Okt. Meldung der„Agenzia Stefaui“: Hier eingetroffene Briefe bestätigen, daß die Krönung Menelik's im Laufe des Oktober stattfinden wird. Viele Häuptlinge Tigrehs sandten Menelik Ergebenheitsadressen, andere wollen sich Menelik im Wege gütlicher Verhandlung unterwerfen. * Mailand, 17. Okt. Kaiser Wilhelm und Kaiserin Viktoria Augusta werden am Sonnabend Vormittag hier erwartet und vom König Umberto am Bahnhof empfangen werden. Die Herrschaften werden sich unverzüglich nach Monza begeben, wo für Sonntag eine Spazierfahrt auf dem Comosee in Aussicht genommen ist. Am Montag soll Frühstück im hiesigen königlichen Schlosse und abends Hofconcert in Monza stattfinden. * London, 17. Okt. Bis nachmittags 3 Uhr wurden 20 Leichen im Kohlenbergwerk Moßfield aufgefunden. Die Rettungsarbeiter wollen 48 Leichen in den Schächten gesehen haben, doch kann man sich denselben wegen Ansammlung schlagender Wetter nicht nähern. * Belgrad, 17. Okt. Die Skupschtina tritt am Sonnabend wieder zusammen. Am Sonntag erfolgt die Eröffaung mit der Verlesung der Botschaft der Regentschaft. Wetterbericht. Gelsenkirchen, den 18. Oktober. 1889. Thermometerstand: am 17. Oktbr. 70 4 R. 8 Uhr M. am 18. Oktbr. 7°+ R Wind: NW. Mutmaßliches Wetter am 19. Oktober: Westlicher, mäßiger Wind mit teils heiterem, teils wolkigem, mildem, vorwiegend trockenem Wetter. Industrie, Handel und Verkehr. * Zechenankauf. Wie aus Bochum vom 14. Oct. gemeldet wird, beschloß die heutige Generalversammlung der Aktiengesellschaft Zeche Dannenbaum den Ankauf der Zeche Friederika Bochum sowie die Erhöhungdes Aktienkapitalsum 4 Millionen Mark und Einräumung des Bezugsrechtes auf eine neue Aktie für zwei alte Aktien. Der Handel, sowie die Notirung im nichtamtlichen Teil des amtlichen Fonds=Kurszettels der 4½% Prioritätsanleihe der königl. portugiesischen Eisenbahn ist vom Börsenkommissariat genehmigt worden. Laut Beschluß der Sachverständigenkommission sind vom 16. Oktober 1889 ab beim Handel in deutsche n Effekten und Wechselbankaktien 4% Zinsen auf 5% Einzahlung vom 10. Februar c. zu berechnen. Iwangorod=Dombrowo Eisenbahnaktien sind vom 15. Oktober c. ab ohne 1888er Restdividendenschein(Nr. 5) an hiesiger Börse lieferbar. * Märkisch= Westfälisches Bergwerk. Nach dem Geschäftsbericht ist in 1888—89 der Rohgewinn in Folge höherer Preise für Zink und Schwefelsäure auf 728,749# gestiegen. Zu Abschreibungen werden 236,371+, für die Reserve 49,237 und für Tantièmen 40,866# verwendet. Zur Zahlung von 16 1/% Dividende(1887—88 12%) dienen 400,000.4l, wonach 2273 M als Vortrag bleiben. Aufbereitet wurden 11,992 4 Galmei, 10,080 t Blende und 186t Bleierze. Ausgebracht wurden 5705 4 Zink; die Schwefelsäureproduktion betrug 67284. Der Ausstand der Kohlenarbeiter brachte 30,000 M Verlust. Die Zinkpreise, welche im vorletzten Geschäftsjahr 32.30 i für den Doppelzentner und im abgelaufenen Geschäftsjahr 34.55 betrugen, sind im August d. J. auf 40# und im September bis 46#4 gestiegen. Neuanmeldungen auf die„Emscher Zeitung“ werden von unseren Zeitungsträgern stets entgegengenommen. eraugelischer ArbeiterHerein Zickern. Todes=Anzeige. Der Unterzeichnete erfüllt hiermit die traurige Pflicht, den Vereinsmitgliedern anzuzeigen, daß es dem Herrn über Leben und Tod gefallen hat, am 16. er. unser treues Mitglied, den Bergmann Bernhard Nichter zu Wanne, im Alter von 39 Jahren nach kurzer Krankheit zu sich in die Ewigkeit zu rufen. Zur Teilnahme an der Beerdigung treten die Mitglieder am Samstag, den 19. cr., nachmittags genau 2¼ Uhr im Vereinslokale an. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittetebenso dringend als freundlich Wanne=Bickern, 18. Oktbr. Camen, Vorsitzender. Habe meine Wohnung nach Astedistaße 27 verlegt. 4015 Essen, den 15. Octbr. 1889. Dr. Bergkammer, Arzt. Sprechstunden: Vormittags—10, Nachmittags 2½—4 Uhr. Unserer lieben Frau Elise Gumtow in Bulmke, zu ihrem heutigen Gebur'stage ein donnerndes Lebehoch. Das Personal der Hohöfenen Menage. Fertige Gel=und Packfarben für Fußböden liefert schnell und billigst 4435 W. Pellmann, Gelsenkirchen. Hochseines Schwarzbtob und große Stuten an. billigsten zu haben bei F. W. Kenter, Bochumerstr. 20. 331 Empfehle zum Einkellern hochfeine sächsische Kartoffeln à Sack 150 Pfd. 4,20 Mk., hochseine gelbfleischige rote à Sack 150 Pid. 3,90 Mk., hochfeine oberländer, weiße à Sack 150 Pfd. 3,75 Mk, hochfeine weißfletschige rote à. Sack 150 Pfd..50 Mk. 3099 F. Oberdick, Gelsenkirchen, Bochumerstraße 60. auf Maß geschnitten, in allen Größen liefert schnell und billigst 4436 W. Pellmann, Gelsenkirchen. Harzer Fruchtweine in vorzüglicher Qual'tät. Johannisbeerwein pr. Fl. 1 Mk. 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Gegen in Arnberg statt.“ vom Tage der Zustellung ab gerechnet, die Klage bei dem Bezirksausschusse Gelsenkirchen, den 16. Oktober 1889. Ramens des Kreisausschusses. Dr Vorstense De. Batt Monogramme um Wäschezeichnen empfiehlt per Stück zu 25,80, 35 und 40 Pfennig Ehr. Gelhausen Nachf. Zum I. November er. Wohnung von—6 Zimmern auf der Bochumerstraße oder in Ueckendorf zu mieten gesucht Offerten unter A 4023 an die Geschänstelle d. 81g. Bekanntmachung. geehrten Intressenten zur gefälligen Nachricht, daß mir das Ronfahrwert auf Bahnhof Soest vertrugsmätig übertragen ist und bitte ich mir etwa vorkommend Aufträge zuwenden zu wollen. den 17. Oktober 1889. Wilhelm Rocel. —* H. Kahrmann sen., Heßlerstraße Nr. 4, empfiehlt seine mit allen Verbesserungen ausgestattete mechavische Hampf=GettfedernReinigungs-Anstalt dem verehrlichen Publikum hieran durch bestens. Geneindeverordnetenwahlen im Amte Wanne. Die Veriode, für welche die in dem nachstehenden Verzeichnis aufgeführten Gemeinde=Verordneten gewählt worden, käuft mit Ende dieses Jahres ab und sind daher Ergänzungswablen vorzunehmen. Indem ich die stimmberechtigten Eingesessenen der betreffenden Gemeinden zur Vo nahme der Ergänzungs= bezw. Ersatzwahlen zu den nachstehend festgesetzten Terminen in die betreffenden Wohllokale hierdurch einlade, bemeike ich gleichzettig, daß die Neu= bezw Ersatzwahlen von denselden Abrezunnn vorzunehmen sind, von denen die Ausscheidenden gewählt waren. Die Verzeichn sse der stimmberechtigten Gemeindeeingesessenen liegen vem 20. ds. Mts. ab 4 Wochen lang bei den zuständigen Herren Gemeindevorst hern zur Ensicht der Gemeindeali der off in, und können während der Dauer der Auslegung Reklamationen gegen qu. Listen bei den Herren.meind== vor stehern angebracht werden. Gemeinden. Namen der ausscheidenden Gemeinde=Gerordneten. Abteilungen, von welchen dieselben gewählt und die Ergänzungs= wahlen vorzunehmen sind. Artikel zur Wäsche wie Stärke, Crème-Stärke, Crème-Farbe, Borax, Chlorkalk, Bleich* Otten am; Küllenberg, Gelsenkirchen Alter Markt. -aus uerschaft. Soph'enau. P cern. * * * * Crange. Eickel. * * * * Holsterhausen. * * Röhlinohsen. Haumann Friede. Brauckmann W. Hobendabl Fr. Wilhelme Wilh. Spiekermann W. Lebmkubl Heinr. Muckenheim H. Dr. med. Schultz, Kamplade Diedr. Dingebauer Fed. Röhlingbaus Hr. Terkomp Franz III III III 1 II III III 11 III II II Wanne, den 15. Oktober 1930. Die Wahltermine sind anberaumt auf 1889. Wahl=Lokal. 21. Novemder, nachmittags ½2 Uhr. 21. Novembe=, nochmittags ½6 Uhr. 22. November, nachmittags 3 Uhr. [23. November, nachmitags ½/2 Uhr. 23. November, nachmittags 5 Uhr. 19. November, nachmittags 3 Uhr. 19. November, nachmittags 4½ Uhr. 20. November, nachI mittags 4 Uhr. Müürt Dort in Banne. Wirt Abenhard in Crange. Wirt Chr. Gartbmann in Eickel. Wirt Schulte aut Möller. Wirt Ragel. Bemertangen. Ersatzwahl für den Rest der Veriode bis Ende 1891. Desgl. bis Ende 1890. Der Amtmann Winter. Gressts-Kuswanl in Sehreis Federk uunde F. Dienst. Leerre Vordeaurslaschen werden aufgekauft durch# Rudolf Erkos, Kirchstr. Nr. 17. BUTTUR Bettbarchend, Daunencöper, sowie staubfreie Federn und Daunen empfiehlt in bekannter, guter Qualital. Franz Dempewolf, Schalke. Anfertigung der Betten gratis. Bectredern und Daunen, sowie fertige Betten, Federleinen, Bettbarchend, fertige Betitücher und Bettbezüge empfi hlt in allen Qualität n zu den allerbilligsten Preisen 2936 Chr. Geiausen Nacht. Gelsenkirchen, Kirchplatz 2. Das Anfertigen der Betten wird nicht berechnet. Tnustun! gebr. Java Kaffee à M..70,.80,.90 pr. Pfd., unüdertroffen in Aroma, Reinheit und Kraft. In Gelfenkirchen bei Wiw F. W. Pasch Nachf., F. W. Keuter, Läckerei; in Schalke bei J. Kanter im Maikt; in Wattenscheid dei B. Pentrop. A. Zuntzssel. Wtwv., Königl. 2c. 2c. Hofl. Bonn und Berlin. 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