Nr. 290. 10. Jahrgang. Uebersicht. .# Berlin, 8 December. Der Kaiser hat in den letzten Tagen sehr angestrengt gearbeitet, mehrfach bis in die späten Abendstunden hinein, auch mit dem Reichskanzler Conferenz gehalten. An der Hofjagd, welche Samstags in den Forstrevieren der Göhrde veranstaltet wurde, nahm der Hohe Herr nicht teil, sondern hat sich durch den Prinzen Wilhelm vertreten lassen. Im Reichstage ist es wieder lebhaft zugegangen. Ueberblickt man die parlamentarischen Kämpfe, welche es bisher gesetzt hat, in ihrer Gesamtheit, so gelangt man unausweichlich zu dem Schlusse, daß das Streben der verbündeten Oppositionsparteien einzig und allein darauf abzielt, die wahrhaft nationale und das Volkswohl in erster Linie berüchsichtigende Politik der Reichsregierung keinen Zollbreit Boden gewinnen zu lassen. So verwerflich diese Taktik jedem Vaterlandsfreunde erscheinen muß, so kann man doch auch aus ihren Motiven den einen Trost schöpfen, daß die Macht des nationalen Gedankens gleichwol immer höher anschwillt, andernfalls das Band gemeinsamen Hasses, der sich in gemeinsame Furcht zu verwandeln im Begriff steht, niemals stark genug sein würde, um so grundverschiedene Elemente, wie Papsttum, bürgerliche und sociale Demokraten sammt ihren nichtdeutschen Anhängseln auf dem Boden strengster Ablehnung zusammenzuhalten. Der Reichstag an sich documentirt fast bei jeder Gelegenheit seine absolute Unfähigkeit, große Fragen im großen Stil zu behandeln. Seine Warte bildet die„Zinne der Partei“ und vergebens sucht man in den um alles mögliche und noch um etwas mehr sich drehenden Kundgebungen der einzelnen Etatsredner nach einem zündenden Gedankenblitz, einem frischen Impulse, der die von den dumpfigen Schwaden der Opposition erfüllte Reichstags=Atmosphäre reinigend durchzuckte. Es scheint, daß der wirklich bedeutsame Moment der Reichstagssitzungen sich einzig an die Person des Reichskanzlers Fürsten Bismarck knüpft, und das allgemeine Interesse den Verhandlungen der hohen Körperschaft nur dann und nur in dem Maße sich zuwendet, wenn und inwiefern der leitende Staatsmann an der Debatte teilgenommen hat. Dies geschah in letzter Zeit zweimal, und zwar zuerst, als es der Auseinandersetzung des Reichskanzlers mit dem Centrum galt, wo ersterer mit aller Schärfe und Bestimmtheit die Grenzlinien der staatsseitig der römischen Curie gemachten Zugeständnisse zog, und dann, als der Fürst für die Beamten der Reichskanzlei die Bewilligung der geringfügigen Gehaltszulage von im ganzen 2700 M.(!) gewissermassen als ein Vertrauensvotum für seine Leitung des Auswärtigen Amtes befürwortete. Die oppositionelle Reichstagsmehrheit hielt es mit ihrem politischen und nationalen Anstandsgefühl für wolvereinbar, sich gegen die vom Reichskanzler berührte Saite unempfindlich zu zeigen und den vorerwähnten Minimalbetrag an die Budgetcommission zu verweisen. Und bei solchem Verfahren erheben die Vorkämpfer des extremen Parlamentarismus in deutschen Landen noch die anmaßliche Forderung, nicht nur die Führer, sondern auch die Erzieher der öffentlichen Meinung zu sein. Unter diesen Umständen werden die herannahenden parlamentarischen Weinachtsferien der Physiognomie unseres nationalen Lebens kaum sonderlichen Eintrag thun. Es heißt, dieselben würden vom 18. d. bis 6. k. M. währen. Das Werk der afrikanischen Conferenz wird eifrigst, zwar ohne Ueberstürzung, aber auch ohne Unterbrechung gefördert. Die Commission resp. deren Subcommission sind gegenwärtig mit Feststellung der auf die Congo= und Nigerschifffahrt bezüglichen Reglements beschäftigt, welche die Grundsätze formuliren, unter welchen in Zukunft die commercielle und civilisatorische Erschließung Mittelafrikas, voran des Congobeckens, betrieben werden soll. om Auslande liegen Neuigkeiten von irgend welchem Belang nicht vor. Alles hält, so zu sagen, den Atem an, und harrt des Ausgangs der in Berlin tagenden Conferenz, welche ein französisches Blatt mit Recht als das bedeutsamste völkerrechtliche Schiedsgericht bezeichnet, welches Europa seit den Tagen des Wiener Congresses erlebt hat. Die bedeutungsvollen Erklärungen des kanzlers bei der Beratung des Antrages Windthorst haben über die gegenwärtige kirchenpolitische Lage Ularheit verbreitet und verdienen um so mehr in den Dordergrund gestellt zu werden, als die Debatte selbst im übrigen nichts neues über die Stellung der Darteien zu der kirchenpolitischen Frage brachte, und als die parlamentarische Abstimnung von irgend welchem practischen Wert für die weitere Entwicklung dieser Angelegenheit nicht sein kann. Die Regierung läßt sich durch parlamentarische Entscheidungen nicht binden: weshalb sie dies im vorliegenden Falle nicht thun kann oder will, das hat der geichskanzler mit Deutlichkeit und in überzeugender Weise durch den Hinweis auf den gegenwärtigen Stand der kirchenpolitischen Angelegenheiten auseinandergesetzt. Hiernach haben Jahre lang zwischen unserer Regierung und der Curie Verhandlungen über die Grundlage einer Verständigung stattgefunden. Als man auf diesem Wege nicht weiter kam, entschloß sich die Regierung zu einem andern Verhalten. Sie hat, wie alle Welt weiß, vor drei Jahren mit selbständigen Concessionen im Interesse der katholischen Mitbürger angefangen und hierdurch ist nicht nur eine geregelte Diöcesenverwaltung in den meisten Bistümern und die Wiederbesetzung aller(bis auf zwei) erreicht worden, sondern es hat auch eine Neuregelung der Anzeigepflicht und die Aufhebung der Beschränkungen für das Messelesen und Sacramentspenden stattgefunden,— die Wiederherstellung einer Gesandtschaft beim römischen Stuhl und die Begnadigung zweier Bischöfe nicht zu vergessen. Diese ohne jede Bedingung geschaffene Erleichterung für die Seelsorge und die Diöcesenverwaltung haben jedoch bis jetzt vonseiten Roms keinerlei Entgegenkommen gefunden,— einmal schien es, als ob inbezug auf die Neubesetzung des Erzbistums von Oosen- Gnesen seitens der Curie ein Entgegenkommen bewiesen werden würde, doch haben sich in Rom inzwischen wieder andere Stimmungen geltend gemacht. Die Regierung hält es nun für richtig, ihrerseits mit weiteren Concessionen nicht eher fortzufahren, als bis von Rom aus eine erste greifbare und sichtbare Gegenleistung erfolgt. Das ist der Grund, weshalb die Regierung ihrerseits auf den Antrag Windthorst nicht eingehen kann: die Aufhebung des Gesetzes wegen Verhinderung unbefugter Ausübung von Kirchenämtern würde zu den bisherigen zahlreichen „Dorschüssen“, welche Dreußen der Curie geleistet hat, einen neuen hinzuthun, ohne daß dadurch ein Entgegenkommen erreicht würde; ja vielleicht wird man in Rom um so weniger bereit zu Gegenleistungen sein, je mehr man gewahr wird, daß Dreußen aus eigenem Antriebe, und dazu noch vom Darlament gedrängt, den Wünschen der Curie gerecht wird. Die Majorität des Reichstags hat sich nicht auf den Standpunct des Reichskanzlers gestellt, was freilich auch nicht anders bei dem Dorwiegen der freisinnigen und ultramontanen Oartei zu erwarten war. Der größere Teil der Conservativen und die Nationalliberalen haben dagegen durch ihre Abstimmung bewiesen, daß sie es im Interesse des Staats und des Reichs für geboten erachten, dem Ranzler in dieser Frage ihre volle Unterstützung zuteil werden zu lassen. Wenn ein Teil der Conservativen anders gestimmt hat, so mag das auf einem Bedürfnis nach baldiger Herbeiführung des kirchlichen Friedens beruhen. Daß indessen dieses Ziel durch ein Eingehen auf den Antrag Windthorst erreicht werden würde, ist eine Annahme, die in dem bisherigen Verlaufe der Thatsachen keine Lesefrüchte. Wortbrüchigkeit! du schlechtestes der Laster, Das selbst ein unvernünftig blindes Tier, Den Elephanten, wild und grimmig macht Der Mächt'ge beut des schwachen Führers Stachel Den Hals geduldig; eine Lastenburg Läßt er sich auf den Rücken willig türmen;— Doch sieh! dasselbe Tier, so zahm und milde, Zerstampft den Wärter unter seinem Fuß, Erfüllt er endlich sein Versprechen nicht!— So zarten Sinn für Treue hat ein Tier! Collin. 5 Ein Vorn im Herzen. Novelle von Jenny Piorkowska. "„Ich bin nur gerecht,“ sprach der junge Schloßherr ernst.„Mit dem Besitztum meines Onkels habe ich auch seine Wünsche und Verpflichtungen zu übernehmen.“ „O, ich vermag Ihnen nicht zu sagen, wie stoh ich bin,“ lautete des Anwalts Antwort.„Ich war zu des verstorbenen Herrn Baronets Lebzeiten Vel hier im Hause und hatte großes Interesse an eer kleinen Irmgart.“ „Schreiben Sie ihr noch heute, daß nichts für hier anders sein soll. Ich will ihr Beschützer, Scloß Stratfield soll ihre Heimat sein. Sie soll ruvselbe Entgegenkommen, dieselbe Aufmerksamkeit Ner finden, wie ehemals, und meine Mutter wird ##r eine wahre Freundin sein. Schreiben Sie ihr das alles von mir, wie auch, daß ich meine Pflicht als Vormund, sobald sie zurückkehren kann, antreten möchte. Wie alt ist Miß Alson?“ Latmor swanzig Jahre!“ lautete die ruhige „Zwanzig Jahre!" wiederholte Charles erschrocken.„Ich glaubte, sie wäre noch ein Kind!“ „Macht ihr Alter irgend welchen Unterschied in Ihren Entschließungen?“ fragte Dr. Right ernst. „O, nein!" versetzte der Baronet verwirrt. „Ich werde handeln, wie ich gesagt habe. Die Heimat der Waise soll bei meiner Mutter und mir sein. Bitte, schreiben Sie noch heute an Miß Nachdem der Anwalt sich verabschiedet hatte, stand Charles noch eine Zeitlang träumerisch, ehe er sich zu seiner Mutter begab, um ihr die wunderbare Ceschichte zu erzählen. Die Matrone war außer sich vor Freude über dieses unerwartete Ereignis. „Wie hübsch wird es sein, ein junges, lebhaftes Element im Hause zu haben,“ sprach sie freudig. „Jedenfalls wird die Hierherkunft des jungen Mädchens eine große Veränderung in unser Leben bringen," bemerkte Charles, ohne zu ahnen, welche prophetischen Worte er sprach. Nach einer Pause begann er von neuem: „Da Miß Alson in einigen Tagen hier eintreffen kann, so sorgst Du wol dafür, daß die Haushälterin ihre Zimmer in Ordnung bringt? Sie muß auch ein besonderes Wohnzimmer für sich haben!“ „Laß mich das nur arrangiren,“ antwortete die Baronin lebhaft.„Sie soll hier alles so schön und behaglich finden, als wäre sie die Herrin dieses Hauses. Ich werde selbst nach allem sehen. So weit es in meinen Kräften liegt, soll sie keinen Unterschied gegen früher empfinden.“ Damit verließ die brave Frau das Gemach Begründung findet. Was die Bereitwilligkeit zum Frieden anbetrifft, so darf constatirt werden, daß dieselbe zweifellos bei der Regierung sowol wie bei den conservativen Darteien vorhanden, ja schon wiederholt bethätigt ist. Nur über den Weg zum Frieden gehen die Mleinungen aus. einander. Sicherlich wird aber, wenn es sich um positive Thaten handeln wird, die„freisinnige“ Dartei am wenigsten diejenigen Doraussetzungen erfüllen, von denen das Centrum hierbei ausgeht. Ihre gegenwärtige Haltung ist kein Friedenssymptom, sondern— wie man weiß— nur eine politische Demonstration. Matricularbeiträge. Dem Reichstage ist die Berechnung der nach dem Reichshaushaltsetat für 1885/86 zur Deckung der Gesamtausgabe aufzubringenden Matricularbeiträge zugegangen. Danach verteilen sich die baar zu zahlenden Matricularbeiträge für 1885/86, verglichen mit den im Etat für 1884/85 angesetzten, wie folgt: Preußen 64736798 M. 24584 641 M. mebr Supeen 23459894 P 49·9g. Pmehi Sachsen Württemberg Baden Hessen Meckleuburg=Schwer Sachsen=Weimar Mecklenburg=Strelitz Oldenburg Braunschweig Sachsen=Meiningen Sachsen=Altenburg Sachsen=Coburg=Got Anhalt Schwarzb.=Sondersh. Schwarzb=Rudolstad Waldeck Reuß ältere Linie Reuß jüngere Linie Schaumburg=Lippe Lippe Lüdeck Bremen Hamburg Elsaß=Lothringen Durch das Reichsgesetz vom 6. Mai 1880 ist bekanntlich die Friedenspräsenzstärke des deutschen Heeres an Mannschaften für die Zeit vom 1. April 1881 bis 31. März 1888 auf 427 278 Mann festgesetzt. Innerhalb dieser Etatsstärke sind aber Veränderungen soweit zulässig, daß zwischen den einzelnen Truppengattungen und Chargen ein Tausch stattfinden kann. Im vorliegenden Etat für 1885/86 finden wir in der Hauptübersicht über das Reichsheer angesetzt 51496 Unteroffiziere, 789 Zahlmeister=Aspiranten, 13443 Spielleute, 347887 Gefreite und Gemeine, 3533 Lazarethgehülfen und 10097 Oecouomiehandwerker. Es ist also vermindert im nenen Etat die Charge der Unteroffiziere um 115 Mann und die der Lazareth= gehülfen um 1 Mann, vermehrt die Charge der und Charles hatte Muße, über die kommenden Ereignisse nachzudenken. Was machte sein Herz nur so stürmisch pochen, seitdem der Anwalt ihm die Kunde dieses Morgens gebracht hatte? Zweites Capitel. Baronet Charles und seine Mutter saßen im Empfangssalon und erwarteten die Ankunft des neuen Familienmitgliedes, Miß Alson's. Bisweilen prägen sich einzelne Scenen in unserem Gedächtnis so fest ein, daß wir sie nie wieder vergessen können; bis in das kleinste Detail bleiben sie uns lebhaft in der Erinnerung. So erging es Charles an diesem Tage. Der schöne Juniabend mit der Sonne vollem Glanz und des Sommers süßem Duft, das hübsche Gemach mit frischen Blumen geschmückt, der einladend geordnete Tisch, die langen, weißen Spitzengardinen, die sich bei jedem abendlichen Luftzuge leise bewegten, unwillkürlich prägte sich alles tief seiner Erinnerung ein. Plötzlich öffnete sich die Thür und ein Diener meldete: „Miß Alson!“ Charles erhob sich, um die Ankommende zu begrüßen und der Wunsch regte sich in ihm, dieses Bild malen zu können, dieses schöne, stolze Gesicht und die schlanke, anmutige Gestalt, ein ganzes, so vollendet schön, wie es Worte nicht wiederzugeben vermögen. Unwillkürlich mußte er an ein Bild denken, das er einst von Marie Antoinette im Gefängnis gesehen hatte. Miß Alson's Züge hatten eine merkwürdige Aehnlichkeit mit jener unglücklichen Königin. Dem Gesicht Irmgart's fehlte der österreichische Typus, aber es besaß dieselbe stolze Zärtlichkeit, dieselbe verschleierte Schönheit, die ihm auf dem Bilde der beklagenswerten Fürstin so ergreifend aufgefallen war. Wenn sie lächelte, veränderte sich ihr ganzes Gesicht; Frohsinn und Sonnenlicht belebten einen jeden ihrer Züge, aber dieses Lächeln erhellte nur selten ihre Mienen, auf denen es beständig wie ein dunkler Schatten lag. Sie trug tiefe Trauer und ihre Stimme erbebte, als sie sich bemühte, der Baronin freundlichen Willkommensgruß zu erwidern. „Vergeben Sie mir,“ sprach sie endlich,„ich vermag auf Ihre gütigen Worte nicht so zu antworten, wie ich wol sollte. Der Schmerz läßt mich alles vergessen; habe ich doch meine einzigen Freunde verloren!" Ein heißer Thränenstrom, den sie offenbar nicht zu unterdrücken vermochte, machte ihrem gepreßten Herzen Luft. „Wir verstehen es vollkommen, wie schmerzlich Sie Ihre Rückkehr in das Haus berühren muß, in dem Sie so glücklich waren,“ versetzte Charles' Mutter freundlich.„Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, daß Sie hier zu Hause sind. Sie werden jetzt auf Ihr Zimmer gehen wollen. Wenn Sie es vorziehen sollten, allein zu sein, so legen Sie sich keinen Zwang auf.“ „Ich danke Ihnen,“ erwiderte sie und erhob ihr thränenfeuchtes Antlitz.„Ein anderes mal will ich Ihnen sagen, wie unsäglich erkenntlich ich Ihnen für Ihre so unendliche Güte gegen mich bin!“ Gemeinen um 73, der Oeconomiehandwerker um 30, der Spielleute um 12 und der ZahlmeisterAspiranten um 1 Mann. Die Verminderung in der Charge der Unteroffiziere hängt hauptsächlich mit der Creirung der Charge der Waffenmeister bei der Feldartillerie zusammen. Diese Waffenmeister waren bisher als Unteroffiziere eingestellt und verpflegt, der aus der Stellenumwandlung entstehende Ausfall an der Friedenspräsenzstärke soll aber behufs möglichster Vermeidung von Mehrkosten nicht wieder durch Unteroffiziere, sondern nur durch Gemeine gedeckt werden.— Die Zahl der Offiziere des deutschen Hieres giebt der Etat im ganzen auf 18140 an, d. i. 23 mehr als im Vorjahre. Preußen zählt 14 034(1883/84 14014), Sachsen 1124(1122), Württemberg 772(773) und Bayern 2210(2208) Offiziere. * Reichstags=Verhandlungen. 10. Sitzung vom 9. Decemder. Auf der Tagesordnung stand zunächst die dritte Beratung der Beschlüsse des Bundesrats, betreffend die Aufnahme weiterer Fabriken in das Verzeichnis derjenigen gewerblichen Anlagen, welche unter§ 16 der Gewerbe=Ordnung fallen. Dieselben werden in dritter Lesung definitiv genehmigt. Das Haus setzte darauf die Beratung über den Etat der Militärverwaltung bei Capitel 18 (Militär=Justizverwaltung) fort. Abg. Payer betonte, daß die Reform der Militär=Strafproceßordnung noch immer auf sich warten lasse. Während man bereits die Notwendigkeit einer Aenderung unseres neuen deutschen Civil=Strafprocesses in einzelnen Puncten anerkenne, bestehe nach wie vor auf dem militärischen Strafproceßgebiete der alte abnorme Zustand. Der Militärstrafproceß beruhe auf Rechtsanschauungen, welche mit den heutigen Rechtsprincipien unvereinbar seien. Das öffentliche Verfahren sei auch für den Militärstrafproceß notwendig, das beweise auch der bekannte Fall, in welchem kürzlich Landwehrleute mit Zuchthausstrafe bestraft worden. Er bezweifle nicht, daß auch in diesem Falle gesetzlich verfahren worden, aber die Oeffentlichkeit des Verfahrens würde dies auch sofort klar gestellt haben. Uebrigens rechtfertige die Aufrechterhaltung der militärischen Autorität wol eine exceptionelle Stellung der activen, nicht aber der inactiven Officiere. Abg. Richter stellte im Anschluß an letztere Bemerkung den Antrag: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, eine Vorlage an den Reichstag zu erwirken, wodurch die Militärgerichtsbarkeit für verabschiedete Offiziere aufgeboben wird. Er begründet diesen Antrag unter Hinweis auf den Umstand, daß zwischen verabschiedeten Offizieren mit und solchen ohne Pension heute schon ein Unterschied gemacht werde, und die letzteren heute schon der gewöhnlichen Strafgerichtsbarkeit unterlägen. Bundesbevollmächtigter Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff glaubte nicht, daß eine Veranlassung vorliege, diesen Antrag absolut abweisend zu behandeln. Die Gründe seien teilloeise anzuerkennen, daß die Militärgerichte mit einer großen Zahl von Fällen belastet würden, für welche dieselben kin Interesse zeigen könnten. Er möchte nur aufklärend bemerken, daß der anscheinend etwas widerspruchsvolle Unterschied zwischen verabschiedeten Offizieren mit und solchen ohne Pension daher komme, daß früher auf Aberkennung der Pension erkannt werden konnte. Er werde dem Antrage nicht unbedingt widersprechen, vorausgesetzt, daß derselbe nicht getrennt von der übrigen Reform behandelt werden solle. Was sodann die erstgestellte Frage anlange, so gehe der erste Redner zu weit, wenn er den bestehenden Zustand in der Militär= strafrechtspflege als einen abnormen bezeichne. Dieselbe biete genügende Garantien zum Schutze der angeklagten Militärpersonen, und was die Anschauungen der Humanität und der Wissenschaft an* Curiositäten im königlichen Residenzschloß. Grade in denjenigen Räumen, welche von der allgemeinen Besichtigung seitens des Publikums ausgeschlossen sind, birgt unser Königsschloß an der Spree eine große Anzahl von Curiositäten, über welche wir nach dem„B..“ unsern Lesern einiges mitteilen wollen: In ihrer ganzen unveränderten Ursprünglichkeit ist noch die Wohnung Friedrich's., des ersten preußischen Königs, erhalten. Die Möbel der einzelnen Zimmer, ihre Anordnung, alles das befindet sich noch in jenem Zustande, wie es zu Lebzeiten Friedrich's gehalten worden war. Besonders interessant ist das Wohnzimmer des Königs, die Kugelkammer genannt, dort werden nämlich vier Kugeln aufbewahet, welche Gustav Adolf beim Friedensschluß am 9. Mai 1631 anläßlich des Victoriaschießens in das Schloß feuern ließ. Die Decke dieses Zimmers zeigt in Stuck gearbeitete Königsembleme in hochkünstlerischer Ausführung, an den Wänden sehen wir die lebensgroßen Bilder der brandenburgischen Kurfürsten, von Friedrich., Burggrafen von Nürnberg, bis zum Großen Kurfürsten, sämtlich im Krönungsornat. Unter einer Anzahl anderer Portraits ist historisch bemerkenswert auch das des in auffällig bunter Tracht sich präsentirenden„Winterkönigs“, jenes famosen Friedrich V. von der Pfalz, dessen böhmisches Königtum wenig mehr als einen Winter dauerte.— In ihrer würdigen Einfachheit ist auch die Betkammer des Königs erhalten, in der wiederum zwei historisch sehr wertvolle Bilder in die Augen fallen: das eine die Stiftung des Schwarzen Adler=Ordens darstellend, das andere den Großen Kurfürsten auf dem Paradesarge zeigend. Merkwürdig ist hier auch eine Bronce=Wanduhr aus jener Zeit, die in ihrer Form an unsere modernen Regulange, so seien diese, wie das Civilstrafverfahren zeige, wechselnde, der Militärstrafproceß entbehre aber die diesbezüglichen Ansorderungen keineswegs. Was den Fall der Landwehrleute anlange, so wiederhole er, daß die Anschauungen darüber einer falschen Darstellung der Characteristik dieses Falles in der Presse entspringen. Man habe die Sache so dar: gestellt, als wenn es sich dabei lediglich um die Beschwerde der Landwehrleute an Se. Majestät den Kaiser gehandelt habe. Das sei nicht richtig, die Strafe sei erfolgt wegen militärischen Aufruhrs. Für die Oeffentlichkeit des Strafverfahrens liege nach seiner Ansicht kein Bedürfnis vor. Die auf Pflicht und Gewissen verpflichteten Offiziere würden sich auch bei einem öffentlichen Verfahren nicht beeinflussen lassen, wol aber sei dieses letztere geeignet, durch die Berichterstattung falsche Darstellungen im Publikum zu erzeugen. Abg. v. Vollmar(Socialdemokrat) wünscht die Militärgerichtsbarkeit nur für die rein militärischen Vergehen. Der gegenwärtige Zustand sei nicht blos ein abnormer, sondern ein Anachronismus. Das öffentliche Verfahren allein biete einen genügenden Rechtsschutz, schon die einfache Thatsache, daß ein Rechtsanwalt in Bayern zugelassen werde, komme dem Angeklagten wesentlich zugute. Kriegsminister Bronsart von Schellendorff: Der Vorredner behandle den Strafproceß immer im Zusammenhange mit dem Strafgesetz. Er sei fest überzeugt, daß, selbst wenn wir ein öffentliches Verfahren hätten, der Anstifter eines militärischen Anfruhrs ebenfalls mit Zuchthaus bestraft worden wäre. Er behaupte, daß das preußische Strafgesetz auch nicht strenger sei als die Strafgesetzbücher anderer Staaten, es entspreche nur dem Bedürfnisse einer strengen Handhabung der Disciplin. Die Militärverwaltung verfahre überall nach Gesetz und Recht, sie genieße das Vertrauen in ganz Europa, und sie dürfe auch wol das Vertrauen des Reichstages beanspruchen. Der Militärstrafproceß bestehe bei uns seit 40 Jahren und in dieser Zeit habe sich die Armee in einer Weise entwickelt und Thaten vollführt, die ohne vorzügliche Disciplin gar nicht möglich gewesen wären. Die Regierungen seien übrigens ja bereit, in eine Reform gewisser Teile einzutreten, bei den weitgehenden Anforderungen, die in diesem Hause gestellt würden, sei aber eine Verständigung sehr erfchwert. Abg. v. Bernuth verwies auf die wiederholten Anregungen, die inbezug auf die vorliegende Frage vom Reichstage gegeben worden. Der gegenwärtige Militärproceß entspreche nicht den Anforderungen der modernen Rechtspflege und er müsse deshalb nach wie vor die Reformbedürftigkeit desselben betonen. Abg. Payer hält sich durch die Erklärung des Herrn Ministers insbesondere deshalb nicht befriedigt, weil er die Oeffentlichkeit des Verfahrens nicht con ediren wolle. Abg. Dr. Windthorst hielt dafür, daß der Text des Strafgesetzes einer Abänderung nicht bedürfe, da die Bestimmungen desselben für die Aufrechterhaltung der Disciplin notwendig sei. Dagegen müsse auch er die Notwendigkeit einer Reform des Strafprocesses betonen, und zwar mit Einschluß der Oeffentlichkeit des Verfahrens; das letztere sei sogar eine Hauptforderung für ihn und deshalb hätte er gewünscht, daß auch der bayerische Bevollmächtigte sich über diese Frage geäußert hätte. Kriegsminister Bronsart von Schellendorff stellte in Abrede, daß es seine Absicht sei, in der Sache selbst einen Stillstand eintreten zu lassen, aber er glaube nicht, daß die Vorlage eines solchen Gesetzes zur Zeit zu einem practischen Resultate führen würde. Er nehme keinen Anstand, zu erklären, daß die Forderung der Oeffentlichkeit, die von der Majorität gestellt worden, für die Militärverwaltung nicht annehmbar ist. Sollten in dieser Frage übrigens zwischen Bayern und Preußen Meinungsverschiedenheiten bestehen, so würden dieselben zunächst im Bundesrate auszugleichen sein. latoren erinnert. Die piéce de résistance dieser ganzen Zimmerflucht aber ist die althistorische Brautkammer. Seidentapeten mit chinesischen Stickereien, welche von der Königin Sophie Charlotte und den damals lebenden Prinzessinnen eigenhändig gefertigt worden sind, bedecken die Wände. Mitten im Gemach erhebt sich unter einem schweren, rotsammetnen mit reicher Goldstickerei versehenen Baldachin, welcher in eine Krone ausläuft, das mächtige Brautbett, geschützt durch einen mit roter Seide bespannten Bettschirm. Durch das von König Friedrich I. sanctionirte, noch heute bestehende Hausgesetz muß jeder preußische Prinz und jede Prinzessin nach der Vermählung hier übernachten. Eine erste Ausnahme wurde gemacht bei der Doppelhochzeit der Prinzessinnen Charlotte und Elisabeth, bei der man die sogenannte„neue Brautkammer“ einrichtete. * Dem Fürsten Zismarck, dem Ehrenbürger der Stadt Köln, hatte der Kölner Männergesangverein den Wunsch unterbreitet, ihm einen Liedervortrag darzubringen. Dem Vorsitzenden des Vereins, Herrn Rechtsanwalt Dr. Pensquens, ist infolgedessen folgendes Schreiben des Fürsten zugegangen: „Euer Hochwohlgeboren bitte ich, dem Kölner Männergesangverein meinen verbindlichen Dank dafür auszusprechen, daß er die freundliche Absicht gehabt, mir einen musikalischen Gruß zu entbieten. So gern ich mich diesem Genuß hingeben und so sehr es mich freuen würde, die anerkannt hervorragenden Leistungen grade meiner Kölner Mitbürger zu hören, so ist doch leider mein Befinden im Augenblick von der Art, daß ich nicht imstande bin, die Herren bei mir willkommen zu heißen. Die Anforderungen, welche dienstliche ObliegenAbg. Richter berührte die vielfachen militärischen Selbstmorde in Verbindung mit den zu harten Urteilen der Militärstrafverwaltung. Er wünscht zu wissen, ob die Ermittelungen über die Ursachen der mehrfachen Selbstmorde überall erfolgt und eventuell die betreffenden schuldigen Personen zur Rechenschaft gezogen seien. Die Großthaten unserer Armee ständen mit der Militär=Strafproceßordnung in gar keinem Zusammenhange. Abg. v. Vollmar(Socialdemokrat) wiederholte, daß er als die erste Abschlagszahlung die Oeffentlichkeit des Verfahrens acceptiren würde, ohne indes die Mängel des bayrischen Verfahrens und die Berechtigung weiterer Forderungen zu verkennen. Abg. Dr. Windthorst: Gern bereit, jeder Zeit die Gründe des Bundesrats für seine Beschlüsse aus dem Schoße desselben, zu verwerten, hielt den Antrag des Abg. Richter nicht für opportun. Bayerischer Militärbevollmächtigter, General v. Xylander, erklärte, daß bis jetzt der bayerischen Regierung der Entwurf einer Militär=Strafproceß= ordnung für das Reich nicht zugegangen; es habe demnach weder das bayerische Königsministerium, noch die bayrische Regierung zu einem solchen Entwurfe Stellung nehmen können. Sonach könne auch von einem Gegensatze zwischen der preußischen und der bayerischen Regierung nicht die Rede sein Abg. Windthorst betonte, daß der Herr Bevollmächtigte auf Dinge geantwortet habe, die er(Redner) gar nicht berührt hätte. Abg. Hartmann erklärte, daß die Deutsch= conservativen den Entwurf einer neuen Strafproceßordnung abwarten, daß sie aber gegen den Antrag Richter stimmen würden, nachdem der Antragsteller erklärt, daß er auch die zur Disposition gestellten Offiziere unter den Antrag mitbegreife. Kriegsminister Bronsart v. Schellendorf constatirte, daß er seine vorherige Zustimmung zu dem Antrage Richter nur unter bestimmtem Vorbehalten ausgesprochen, und daß jedenfalls die zur Disposition gestellten Offiziere nicht unter den Antrag fallen könnten. Leider hätten sich die Selbstmorde in Deutschland überhaupt vermehrt; die Ermittelungen hätten leider auch ergeben, daß die Zahl der Selbstmorde in unserer Armee 2½ mal so groß sei, als in der gleichartigen männlichen Zivilbevölkerung. In keiner anderen Armee stehe indeß das Verhältnis so günstig, wie bei uns; daher könne man die Gründe doch nicht in der Behandlung suchen, welche die Selbstmörder in unserer Armee finden. Die Mißhandlung als Grund von Selbstmorden in der Armee sei überhaupt nur bei wenigen Fällen constatirt. Die Mißhandlungen aber seien, so sehr sie an sich zu beklagen, leider nicht absolut zu beseitigen; es bleibe daher nur übrig, sie strenge zu ahnden. Auch werde der Vorwurf der Rohheit gegen den Unteroffizier oft unbegründet erhoben. Man möge das Material nur würdigen, mit dem er zu thun hätte. Der Herr Minister wies schließlich darauf hin, daß die Presse durch ihre übertriebenen Darstellungen über stattgehabte Mißhandlungen wesentlich die falschen Vorstellungen im Publikum verschulde. Abg. Richter betonte dagegen, daß die Oeffentlichkeit des Strafverfahrens allein Wandel schaffen könne; auch die Presse sei nur ein Surrogat der Oeffentlichkeit und setze sich durch falsche Darstellungen der gerichtlichen Verfolgung aus. Was die Selbstmordstatistik betreffe, so möchten ja die Verhältnisse bei uns in dieser Beziehung bessere sein als in anderen Militärstaaten, aber immerhin sei doch die bloße Thatsache, daß die Zahl der Selbstmorde in der Armee eine weit größere sei als in derselben Altersklasse im Civilverhältnis, sehr bedenklich. Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff ging nochmals auf die Wiederlegung verschiedener Einzelbehauptungen der Vorredner näher ein. Was speciell etwaige Verfolgungen der Presse anlange, so würden diese in den meisten Fällen dadurgh schwierig gemacht, daß nicht bestimmte Personen# namhaft gemacht werden. Alle Ermittelungen übe Selbstmorde würden in vollständig erschöpfender Weise geführt. Daß schlechte Behandlung allein auf die Selbstmorde von Einfluß sei, stehe schon in Widerspruch mit der Thatsache, daß auf die Unter. offiziere allein 21 Procent der Selbstmorde entfielen Nach kurzen Bemerkungen des Abg. Windt, horst wurde demnächst die Discussion über Titel geschlossen und derselbe genehmigt. Die Abstimmung über die Resolution## des Abg. Richter wurde bis zur dritten Lesung ausgesetzt. Zu Titel 2 wurde ein Antrag eingebracht, die Gehaltserhöhung für die sechs Räte der General.## auditeure in Höhe von je 550 Mark abzusetzen## eventuell die Position an die Budgetcommission zu verweisen. Der Präsident constatirte indes, daß dies Position bereits im Titel 1 mit zur Annahme.## langt war. Im Capitel 20(Gouverneure, Commandanten 2c. beantragt Abg. Richter die Streichung der hälter für eine Reihe von Commandanten in offene### Städten. Abg. v Köller beantragte die Ueberweisung dieses Antrages an die Budgetcommission womit sich der Vertreter der Militärverwaltungg einverstanden erklärte, weil dort der Ort sein werde## die Gründe gegen den Antrag darzulegen. wurde demnächst in Uebereinstimmung aller Seitens das ganze Capitel 20 der Budgetcommission über. wiesen. Schluß der Sitzung 5 Uhr. Nächse Sitzung Mittwoch 1 Uhr.(Antrag der Geschäftz# ordnungscommission, betreffend die Wahlprüfungen Anträge Munckel und Reichensperger, betreffend#i# Wiedereinführung der Berufung und der polnischeSprachenantrag.) * Soeben, 10 Uhr, erhält die Nachricht, daß auf Schli Tages=Rundschau. * Berlin, 9. December. Den Vorstellungen#### dem Herzog von Cumberland hinsichtlich eines defin# tiven Verzichts auf Hannover soll sich, wie „Elb. Ztg.“ telegraphirt wird, neuerdings mit sonderem Nachdruck auch die Königin von Englan ängeschlossen haben. * Der Wahl des zweiten Bürgermeisters Hei## in Posen zum ersten Bürgermeister ist die könig## liche Bestätigung versagt worden. Bürgermeistn Herse war bis vor wenigen Jahren Führer### dortigen Fortschrittspartei. * Die Generalversammlung des deutsche# Colonialvereins wird voraussichtlich am Februar in Berlin stattfinden. * Alle Fractionen sind entschlossen, in Sach### der Dampfervorlage ihren Mitgliedern voll# Freiheit der Abstimmung zu lassen. der Annahme der Vorlage wird nicht mehr### zweifelt. Kurz nach Weihaachten hofft man die selbe im Plenum erledigen zu können. * Die Commission der Conferen## beriet heute über die Schiffahrtsacte für derNiger. Den Beratungen zugrunde liegt die### den Congo festgestellte Schiffahrtsacte mit der jenigen Abänderungen, welche seitens einiger Mäch für notwendig erachtet worden sind. Morgen die Commission ihre Beratung fort. * Kraunschweig, 9. Dec. Der preußische sandte v. Normann hat heute dem Regentschaftsr# sein Beglaubigungsschreiben überreicht. Provinzielle * Gelsenkirchen, 10. Dec. Das Programfür die Einweihung unserer neuen evangelische Kirche liegt uns nunmehr vor und findet diese am Dounerstag, den 18. Dec., statt. In nächsten Nummer werden wir eingehender hiera## zurückkommen. heiten an meine Zeit und meine Kräfte stellen stehen so sehr im Mißverhältnis zu dem Maße der mir verbliebenen Arbeitskraft, daß ich auf alle nicht amtlich gebotenen Beziehungen leider ausnahmslos verzichten muß, so angenehm dieselben mir auch sein würden. Euer Hochwohlgeboren bitte ich daher, mich bei den Herren Mitgliedern des Vereins zu entschuldigen und würde ich Ihnen meinen Dank für die mir zugedachte Ehre gern gründlich aussprechen, wenn Sie die Güte haben wollten, mich zu besuchen. v. Bismarck.“ * 100 Ducaten. Vor kurzem machte die Mitteilung eines Erlebnisses, welches der unlängst verstorbene Herzog von Braunschweig einst bei Krantzler in Berlin mit dem damaligen Polizeirat Duncker gehaht haben sollte, die Runde durch die Tagesblätter, Nun ist allerdings bei Krantzler in Berlin eine ähnliche Begegnung, wie die erzählte, zwischen einem Fürsten und dem Polizeirat Duncker vorgekommen; der Fürst war aber keineswegs der Herzog von Braunschweig. Da der Vorfall für manchen unserer Leser von Interesse sein dürfte, so sei uns gestattet, einen anderweitigen Bericht über das Vorkommnis hier so wiederzugeben, wie wir ihn in der von Ernst Keil seiner Zeit herausgegebenen Zeitschrift„Unser Planet“ finden. Dort heißt es im Feuilleton der Nummer 45 des Jahrgangs 1843:„Es war in Berlin, bei Krantzler Unter den Linden, in der fashionablen Conditsrei mit den hübschen, blassen Ladenmädchen, den geschnürten Lieutenants und langhaarigen Lönten. Seit einigen Tageu kam des Morgens ein hübscher junger Mann, trank stillschweigend seine Tesse und bezahlte dafür regelmäßig einen Ducaten, ohne von dem Mädchen etwas wieder zu nehmen. Diese(das Mädchen) war beim erste male erfreut, zumal sichs erwies, daß das Goll stück echt sei. Beim zweiten und dritten wurde sie ängstlich und sprach mit ihrem Principo# Dieser erzählte die Geschichte dem Polizeit Duncker, der sich auch am folgenden Morgen ei fand. Bald darauf erschien der junge Mann Duncker verwickelte ihn in ein Gespräch, konn aber nichts über die Verhältnisse des Anden erfahren. Inzwischen wollte der junge Man bezahlen und zog seine Börse, die von Ducate strotzte.„Sie haben da einen schön Vorrat“, sagte Duncker.„Nicht mehr, als so im Laufe des Tages ausgebe“, antwortete Fremde.„Dürfte ich Sie wol um ein klei Geschenk bitten, ich sammle für einen wo### thätigen Zweck und ersuche Sie deshalb freut lichst 2c.“„O ja“, erwiderte der junge Mana aber da müssen Sie schon mit in mes Wohnung kommen.“ Das war es eben, Duncker wollte. Sie gingen und der schlaue Poliz rat wollte bemerken, daß der Andere im Gedra## vor den Bilderläden oft stehen blieb, als wollte entschlüpfen. Aber er verlor ihn nicht aus Augen. So kamen sie an das Schloß.„Ich“ durch den Schloßhof,“ sagte der junge Mo„Schön“, dachte Duncker,„da giebt es viele Wach““ In dem Augenblick trat der Prinz von Preut (unser Kaiser) durch das Portal.„Na, Esterhe Wieder zurück?“ fragte der Prinz. Duncker wie vom Blitz getroffen; der Verdächtige war junge, reiche Fürst Esterhazy, der seit ein Tagen in Berlin weilte. Er suchte davon kommen, aber der Fürst rief:„Warten Sie! will Ihnen ja etwas für Ihre Sammlunt geben.“ Und in seiner Wohnung gab er Du 100 Ducaten, die dieser mit verlegener# einstrich.“ Feuer ausgebrochen sei. * Die im Amte Schalt gommenen 4 Schulbauten, u gangelische Schule und 2. Schule zu Schalke, 3. die ner zu Heßler, 4. der Anbau Schule in Bulmke, sind mit gestellt, daß ihre Abnahme, Spr.“ mitteilt, demnächst zu * Der Krieger= und Land gedenkt die diesjährige Weil durch Anzünden eines Weihnac losung im Garthmann'schen Lo große Anzahl Lose ist berei pird die Bescheerung(auch Mitglieder) eine schöne sein. * Deutscher Colo Die„Deutsche Colonialz Deutschen Colonialvereins“(2 Welchen Anklang die 2 Vereins auch im Auslande# leuten gefunden haben, bekund unseres hochgeschätzten Mitglie fessor Dr. Georg Schwei an einen Kreis von Freunden im Auszuge folgen lassen. W ehrten Afrikaforscher für seine Initiative zur thätigen Förde großen Dank und zweifeln nie Erfolg und lebhaftes Echo a legenen Teilen der Erde finde „Kairo, im „Meinen werten Freunden wie den übrigen hochgeschätzt Egypten erlaube ich mir in Förderung eines Unternehmens das hohe und für die Entwick äußerst wichtige Zwecke verfolg „Mehr als die Unsrigen überseeischen Ländern angesiede Lage, die Bedeutung zu erfassen politischen Aufgaben der Geger fahrt Aller haben müssen. die patriotischen Männer, die um das Interesse für diese Ai Schichten unseres Volkes zu weitausschauenden Pläne der und das Gedeihen der Natio unserer Reichsregierung nach stützen, besonderen Wert auf Deutschen im Auslande. Sie zur Beteiligung aufzufordern, meiner ergebensten Mitteilung. Standesamts=Nachrichten des Amtes Schalke. Geburten: Vertha Johanna T..d Fa Gottfried Draganski Blk. Ani Emma T d Bergm Wilhelm Mi lian. Franz Anton S d Berg Josef Kubeck Brb. Helena Cath rina Td Tagel Martin Mitlews Catharina Hermine T d Fal Peter Jonas. Heinr Wilh Ca S d Schneiders Carl Wierse Emma Martha T d Fadr Em Enneper. Auguste T d Berg Heinr Konze. Peter S d Berg Bernh Mertens. Maria T d Berg Georg Barnikel Blk. Anna Juliat Td Bergm Joh Schneider. Mar T d Bergm Emil Dentzin. Ani Catharina Td Schuhmachers In Schlagheck. Clara Josefine T Fabr Joh Rottjes Brb Friel Wilh S d Bergm Carl Horst Bl Wilh Jos Ludwig S d Berg Joses Kordes. Theresia Td Bergi Joh Plewa. Heinrich Sd Bergi Gottfr Paffen Brb. Gerhard un Anna Zwillinge d Tagel Gerhai Schwering. Emilie Marie T Fahr Casp. Claus. Carl Ferdinan S d Bergm Heinr Neukirch. Mart Elisabeth T d Bergm August I. kobowski Brb. Emma Frieder Td Fabr Joh Kirchner Brb. Aufgebote: Bergm Carl Koscienski m Wi helmine Zaborowski b ev a Bl Bergm Wilh Schult m Murgar Losen a Gahlen d ev. Tagl CaJungk m Christine Krug b en Braub. Eheschließungen Bergm Wilh Gemza m Eva S. blis b eo. Berzm Adolf Schmil taiy m Luise Grützner geb Niebli .5 a Blk. Schmied Franz R mrczak kath m Johanna Kemsie 6 a Brb. Sterbefälle: Heinrich Joh Schumacher 3 9 Wirt Ferdinand Küpper 47 J örd. Maria Louise Strunkheil 11 M a Hüllen. Franciska Kl Lun 4 M a Brb. Bekanntmachung Zur Neuwahl von Repräsenia er evangelischen Schulgeme Gelsenkirchen auf die Dauer 6 Jahren wird Termin auf M 33 den 12. Januar 18 vermittags 10 Uhr, in Vocal des Wirts W. Althoff, 9 straße 33, anberaumt. Die Wahlberechtigten werder besem Termine mit dem Hil egen eingeladen, daß ihnen besondere Ladung durch Circh Ugehen wird. Bemerkt wird hie Aumgse 9 Repräsentanten dunciion waren und es sichempfi eben dieser Anzahl noch 3 S bertreter zu wählen. Gelsenkirchen, 6. Decemb. 1 Der evangel. Schulvorsta Vattmann, Bürgermeiste adurch Coneg übg fender allein von in Untertfielen. ind Litel! ution Lesung 54. be eneraletzen sion zu Dies we% ten 2c. e offenen Uebernission daltung werde 6 Seiten über ächste häih Ungen end olnisch u. gen defing vie mit### nola '8 Hei Könich rmeisiet rer 111ch-h 100 Sachch 1 voi * an feren ir deg die s t den Mäch sen sich che hafter bt. gram seiisch dieselh zu hieran erstien Gold m incipo lizein en in un konnd Inder## Mank Ducat 6ög Us ete klein woh freun Manmeih Poliz edrän ollte u sch9 achen Freuß erbet ar ueg 103 ung 1 * Soeben, 10 Uhr, erhält die hiesige Feuerwehr die Nachricht, daß auf Schloß Berge bei Buer Feuer ausgebrochen sei. * Die im Amte Schalte neuerdings unternommenen 4 Schulbauten, und zwar 1. die neue wangelische Schule und 2. die neue katholische Schule zu Schalke, 3. die neue evangelische Schule z Heßler, 4. der Anbau an der katholischen Schule in Bulmke, sind mittlerweile soweit hergestellt, daß ihre Abnahme, wie man dem„Märk. Spr.“ mitteilt, demnächst zu erwarten steht. * Der Krieger= und Landwehrverein zu Eittel gedenkt die diesjährige Weihnachtsfeier ebenfalls durch Anzünden eines Weihnachtsbaumes nebst Verlosung im Garthmann'schen Locale zu begehen. Eine große Anzahl Lose ist bereits verkauft. Somit pird die Bescheerung(auch für die Kinder der Mitglieder) eine schöne sein. * Deutscher Colonialverein. Die„Deutsche Colonialzeitung, Organ des Deutschen Colonialvereins“(23. Heft) schreibt: Welchen Anklang die Bestrebungen unseres Vereins auch im Auslande unter unseren Landsleuten gefunden haben, bekundet ein Rundschreiben unseres hochgeschätzten Mitgliedes, des Herrn Professor Dr. Georg Schweinfurth in Kairo an einen Kreis von Freunden im Orient, das wir in Auszuge folgen lassen. Wir schulden dem verehrten Afrikaforscher für seine sehr verdienstvolle Initiative zur thätigen Förderung unserer Sache großen Dank und zweifeln nicht, daß sein Appell Erfolg und lebhaftes Echo auch in den fernstgelegenen Teilen der Erde finden werde. „Kairo, im November 1884. „Meinen werten Freunden und Bekannten, sovie den übrigen hochgeschätzten Landsleuten in Egypten erlaube ich mir in nachfolgendem die Förderung eines Unternehmens ans Herz zu legen, das hohe und für die Entwicklung unserer Nation äußerst wichtige Zwecke verfolgt. „Mehr als die Unsrigen daheim sind wir in überseeischen Ländern angesiedelte Deutsche in der Lage, die Bedeutung zu erfassen, welche die colonialpolitischen Aufgaben der Gegenwart für die Wohlfahrt Aller haben müssen. Deshalb legen auch die patriotischen Männer, die sich vereinigt haben, um das Interesse für diese Aufgaben unter allen Schichten unseres Volkes zu verbreiten und die weitausschauenden Pläne der nur auf die Größe und das Gedeihen der Nation bedachten Politik unserer Reichsregierung nach Kräften zu unterstützen, besonderen Wert auf die Mitwirkung der Deutschen im Auslande. Sie, hochgeehrter Herr, zur Beteiligung aufzufordern, ist der Zweck dieser meiner ergebensten Mitteilung. „Der deutsche Colonialverein in Frankfurt a.., der mit zahlreichen Zweigvereinen die verschiedensten Gaue Deutschlands umfaßt, hat während seiner nunmehr zweijährigen Wirksamkeit die auf so zeitgemäße Bestrebungen gerichtete nationale Bewegung der Colonialfrage mit großem Erfolge gefördert. Seine Mitgliederzahl, gegenwärtig auf 7500 gestiegen, ist beständig im Wachsen. Wie seiner Zeit der Nationalverein, berechtigte derselbe zu der Hoffnung, daß eine einmütig von den verschiedensten Gliedern unseres nationalen Gemeinwesens getragene Idee in nicht allzuferner Zukunft zu thatkräftiger Durchführung gelangen möchte und daß der mit so großer Hingabe an die uns in dem Wettstreite mit den übrigen Völkern der Erde zufallenden Aufgaben consequent verfolgte Gedanken endlich Wirklichkeit werde. Der deutsche Colonial= verein jagt keiner Utopie nach, trägt sich nicht mit phantastischen Colonialprojecten, seinen ganzen Ehrgeiz setzt er darein, ein volkstümliches Forum darzubieten, wo alle Fragen, welche das die Massen bewegende Verlangen nach Luft und Licht in sich begreifen, eine spruchreife Erledigung zu finden vermöchten. Die colonialpolitischen Aufgaben der Gegenwart sind so mannigfaltige, greifen so tief in die heterogensten Interessen des Alltagslebens ein und erscheinen dabei zumteil von den in früheren Zeiten, als Deutschland bei der Teilung der Welt leer ausging, von andern Nationen gemachten Erfahrungen so verschieden, daß es nicht Wunder nehmen kann, wenn wir zur Zeit noch unklare Vorstellungen auf diesem Gebiete, Nebelbildern gleich, auf= und abwallen sehen. Bis jetzt haben wir nur eine relative Ansicht von dem erzielt, was uns zur Entfaltung der Deutschen Reichsidee in überseeischen Ländern von Nöten erschien; es wird sich zunächst darum handeln, dem positiven Bilde immer greifoarere Gestaltung zu verleihen..... Georg Schweinfurth." Auch in unserer wirtschaftlichen Ecke des Kreises Bochum haben sich Männer zusammengefunden, welche an ihrem Teile unterstützen und helfen wollen. Vor einiger Zeit hat bereits in Schalke eine Vorbesprechung behufs Bildung einer Colonial= abteilung stattgefunden und geben wir daher der nachfolgenden Einladung zu der darin erwähnten Versammlung durch den Abdruck in der„Emscher= Zeitung", eine weitere Verbreitung: Einladung zur Bildung einer Abteilung: „Kreis Gelsenkirchen und Umgegend“ des Westdeutschen Vereins für Colonisation und Export. Die Wiedergeburt und Erstarkung Deutschlands unter der Leitung unseres erhabenen Kaisers Standesamts=Nachrichten des Amtes Schalke. Geburten: Bertha Johanna T. d Fabr Gottfried Draganski Blk. Anna Emma Td Bergm Wilhelm Millian. Franz Anton S d Bergm Josef Kubeck Brb. Helena Catharina Td Tagel Martin Mitlewski. Catharina Hermine T d Fabr Peter Jonas. Heinr Wilh Carl S d Schneiders Carl Wiersen. Emma Martha T d Fadr Emil Enneper. Auguste T d Bergin Heinr Konze. Peter S d Bergm Bernh Mertens. Maria Td Bergm Georg Barnikel Blk. Anna Juliane Td Bergm Joh Schneider. Maria 2 d Bergm Emil Dentzin. Anna Catharina Td Schuhmachers Joy Schlagheck. Clara Josefine T d Fabr Joh Rottjes Brb Friedr Wilh S d Bergm Carl Horst Blk. Wilh Jos Ludwig S d Bergm Joses Kordes. Theresia Td Bergm Joh Plewa. Heinrich S d Bergm Gottfr Paffen Brb. Gerhard und Anna Zwillinge d Tagel Gerhard Schwering. Emilie Marie T d Fahr Casp. Claus. Carl Ferdinand Sd Bergm Heinr Neukirch. Marta Elisabeth T d Bergm August Jakobowski Brb. Emma Friederike 7d Fabr Joh Kirchner Brb. Aufgebote: Bergm Carl Koscienski m Wilhelmine Zaborowski b ev a Blk. Bergm Wilh Schult m Murgarete Losen a Gahlen d ev. Tagl Casp Jungk m Christine Krug b ev a Braub. Eheschließungen: Bergm Wilh Gemza m Eva Sosolis b eo. Berzm Adolf Schmidt aath m Luise Grützner geb Nieblich 9 b a Blk. Schmied Franz Ratajczak kath m Johanna Kemsies oo b a Brb. Sterbefälle: Heinrich Joh Schumacher 3 M. Birt Ferdinand Küpper 47 Ja örd. Maria Louise Strunkheide 11 M a Hüllen. Franciska Klavun 4 M a Brb. Bekanntmachung. Zur Neuwahl von Repräsentanten evangelischen Schulgemeinde Gelsenkirchen auf die Dauer von Jahren wird Termin auf Mon33 den 12. Januar 1335, Peemtttags 10 Uhr, in das Local des Wirts W. Althoff, Hochstraße 33, anberaumt. Die Wahlberechtigten werden zu besem Termine mit dem HinzuAgen eingeladen, daß ihnen noch Asondere Ladung durch Circular Ugehen wird. Bemerkt wird hierbei, seither 9 Repräsentanten in Function waren und es sichempfiehlt, eben dieser Anzahl noch 3 StellFreter zu wählen. Gelsenkirchen, 6. Decemb. 1884. #r evangel. Schulvorstand: Vattmann, Bürgermeister. und seines hochverehrten Reichskanzlers, des weitern die durch für hohe Fürsorge unserer Staatsregierung geförderte wirtschaftliche Entwicklung unseres Vaterlandes haben das Bewußtsein wachgerufen, daß Deutschland ebensowol wie andere Völker berufen sei, eine hervorragende Rolle auf dem Weltmarkt zu spielen und notwendigerweise knüpfte sich hieran das Verlangen, Deutschland in die Reihe der Staaten eintreten zu sehen, welche durch Colonialbesitz sich sowol gesicherte Bahnen für ihren Handel, als auch durch Ablenkung der Auswanderung in eigene Colonien, die Erhaltung der das Vaterland verlassenden überschüssigen Kräfte zu schaffen gewußt haben. Als Ausfluß dieser nationalen Strömung bildete sich schon im Jahre 1882, von hervorragenden Männern ins Leben gerufen, der deutsche Colonialverein zu Frankfurt a.., zunächst mit dem ausgesprochenen Zweck, „das Verständnis der Notwendigkeit die „nationale Arbeit dem Gebiet der Colonisation „zuzuwenden, in immer weitere Kreise zu „tragen, und für die darauf gerichteten, in „unserem Vaterlande bisher getrennt auf„tretenden Bestrebungen einen Mittelpunct zu „bilden und eine practische Lösung der Colonial= „frage anzubahnen u. s..“ Die Bestrebungen dieses Vereins haben, wie die seit der Gründung stets gewachsene Zahl der Mitglieder beweist, in unserm Vaterlande weit verbreitete Anerkennung gefunden, einen besonderen Aufschwung aber haben dieselben erhalten, als unser Fürst Reichskanzler mit gewohnter Meisterhaftigkeit zu aller Welt Ueberraschung unser Vaterland plötzlich in die Reihe der Colonien besitzenden Staaten versetzte. Der am 21. September d. J. zu Eisenach getagte Deutsche Colonialtag hat von dem Jubel Zeugnis gegeben, den dieser Eintritt in eine deutsche Colonialpolitik in allen wahrhaft deutschen Herzen hervorgerufen hat, und er läßt an alle Vaterlandsfreunde die Mahnung ergehen, nunmehr an dieser Aufgabe nach Kräften mitzuwirken und die Bestrebungen des Colonialvereins fördern zu helfen. Dieser Mahnung folgend, hat sich eine ganze Schaar hiesiger Gesinaungsgeuossen vereinigt, zur Gründung eines Vereins, um den erwähnten Bestrebungen auch in unserm diesseitigen, durch seine wirtschaftliche Bedeutung an demselben auf's höchste interessirten Bezirk Boden zu geben. Dieser Verein soll als Abteilung des in Düsseldorf als Zweigverein des Deutschen Colonial=Vereins bestehenden Westdeutschen Vereins für Kolonisation und Export gebildet werden und die Stadt Gelsenkirchen, die Aemter Schalke, Ueckendorf und Wanne, Stadt und Amt Wattenscheid und die Gemeinden Rotthausen und Kray umfassen. Der unterzeichnete in einer früheren engeren Versammlung gewählte Ausschuß beehrt sich hiermit zu der constituirenden General=Versammlung des Vereins auf Samstag, den 13. d.., abends 8 Uhr, im Laale des Berrn Feller in Gelsenkirchen ergebenst einzuladen. Die Versammlung wird durch einen Vortrag des durch seine Thätigkeit in der Colonialfrage rühmlichst bekannten Herrn Dr. Tim. Fabri aus Elberfeld eingeleitet werden, und hieran anschließend findet 1. die Constituirung der vorgeschlagenen Abteilung, 2. die Feststellung der Satzungen, 3. die Wahl des Vorstandes statt. Indem wir auf zahlreiche Beteiligung aus den Kreisen der bisherigen Mitglieder des Colonial= Vereins, sowie der diesseitigen Interessenten rechnen, erklären sich die Unterzeichneten zur Entgegennahme von Beitrittsanmeldungen bereit; auch können Anmeldungen in der constituirenden Versammlung selbst erfolgen. Gelsenkirchen, im December 1884. Der Ausschuß: Bergrat Barth, Wanne; Generaldirector Boniver, Schalke; Hüttendirector Borbet, Schalke; Bergwerksdirector Dick, Kray; Bergassessor Duisberg, Ueckendorf; Beigeordneter Herbert, Gelsenkirchen; Werksbesitzer A. Hüssener, Gelsenkirchen; Bergwerksdirector Kirdorf, Ueckendorf; Hüttenbesitzer Heinrich Moenting, Schalke; Bergrat Neumann, Gelsenkirchen; Dr. Pentzler, Schalke; Bürgermeister Pokorny, Wattenscheid; Generaldirector Schulz= Briesen, Rotthausen; Bürgermeister Vattmann, Gelsenkirchen; Hüttendirector Vehling, Schalke; Kaufmann F. Vohwinkel, Gelsenkirchen; Director Dr. Vorster Schalke. Der westdeutsche Sparkassentag. Dortmund, 6. December. Heute fand hier unter Vorsitz des Herrn Oberbürgermeisters Hache in Essen der Sparkassentag des„Verbandes der Sparkassen in Westdeutschland“ statt. Nachdem der Herr Vorsitzende die Versammlung begrüßt und der Herr Beigeordnete Waslé dieselbe Namens der Stadt Dortmund bewillkommnet hatte, referirte der Herr Oberbürgermeister Hache über den ersten Die Un.eeAandlung von Fr. Borggraefe 0 in Wanne, □ empfiehlt ihr großes O in nur soliden und gut abgezogenen Fabrikaten zu den billigsten Preisen unter mehrjähriger O Garantie. □ Reparaturen aller Art werden auf das Sorgfältigste ausgeführt. Nahmaschinen der bewährtesten Systeme zu Fabrikpreisen und unter günstigen Zahlungsbedingungen, sowie Nadeln, Oele 2c. in vorzüglicher Qualität mpfiehlt G. Hahn, Mechaniker, Gelsenkirchen, Bahnhofstr. 30, alter Posthof. Reparaturen prompt und billigst. Tacrchnachtlgeschrunen empfehle: Gebet- und Gesangbücher, Bilderbücher und Jugend=Schriften, Farb= und Federkasten, Schultaschen, Tornister und Tafeln, Verzierungen am Weihnachtsbaum in schönster Auswahl. A. Elbers, Gelsenkirchen, Abstrasse 17. Die Brochüre „Steute Sister dout Keatt“ noch vorrätig bei F. Dienst. F. Dienst in Gelsenkirchen empfiehlt sich zur Anfertigung aller vorkommenden Druckarbeiten zu den billigsten Preisen. „" Prrnauf. Dienstag, 23. d.., vormittags 10 Uhr, weide ich meinen Holzbestand im Wiestück bei Zeche„Julia“, bestehend aus circa 150 Nummern Eichen und Buchen, zu Brettern, Geschirr=, Grubenund Brandholz geeignet, meistbietend gegen Credit verkaufen. Versammlung an meiner Behausung und an Ort und Stelle. Baukau, 8. December 1884. Friedr. Trösken. B. Krieger-Denkmal-Lotterie. Zieh. unwiderr. 15. Deobr. 1884. 1 Hauptgw., Silbersäule 3000 M. Total 600 Gew. Zus. 10000 M. Los 1., 6 Lose 5., 12 Lose 10 M. (Porto u. Liste 30 Pf. beifüg.) empf. R. Fusise, Mühlkeim(Ruhr). Vaterl. Frauen=Verein Gelsenkirchen. Donnerstag, den 11. December, nachmittags 2 Uhr: Versammlung zum Nähen und Stricken. Nr„ ans. Wir beabsichtigen, anfangs Januar nächsten Jahre: einen zweiten UnterrichtsCursusin der Gabelsberger' schen Stenograffe zu eröffnen und laden zur Teilnahme an demselben hiermit ein Anmeldungen werden bis zum 5. Januar, im Vereinslocal, Restauration Duesberg, entgegen genommen. Der Gabelsberger StenografenVerein zu Gelsenkirchen. Copir= u. Schreibtinte empfiehlt F. Dienst, Gelsenkirchen Taschen=u. Radirmesser, Papierscheeren, zu haben bei F. Dienst, Gelsenkirchen. werden täglich gereinigt in der chemischen Waschanstalt von Karl Kuntze, Seisenkirchen, Hochkraße Nr. 10. Neuß verlost 16. bis 19. December z. G. Abteikirche Knechtsteden (1869 durch Brand zerstört): 40000 M ueifer 15000., 2 Gew.= 5000., 4 Gew.= 4000 M. Ferner 16000 M. Gew à 1000 M. u. s w. Los 1., 11 St. 10 M. versendet Lotteriebank C. Deppe, Bochum Ulm: Lose à 3 M. noch vorräBaden„„½ 85#tig. Gew.= Pr. Schl.„„ 1¾ M. Liste 20 J 1000 Mrk. zahlen wir dem, der beim Gebrauch von Goldmann's Kaiser= Zahnwasser à Fl. 60 Pfg. und 100 Pfg. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann& Cie., Dresden.— Zu haben bei: Nwe. F. W. Pasch Nachl., Gelsenkirchen: Heurs George, E. Sriner 4 Sittno, Eitel, —ger, Panne. Formutäre zu Kostenanschlägen u. Holzusten wieder vorrätig in der Buchdruckerei von F. Dienst. 3 —5 Punct der Tagesordnung, betr. Ausdehnung des Verbandes auf das deutsche Reich. Redner teilte die Geschichte des Verbandes mit, betonte die Notwendigkeit der Verbindung aller Sparkassen in Deutschland mit Rücksicht auf die projectirten Reichspostsparkassen, wie solche auch seitens des deutschen Sparkassentages als dringend notwendig anerkannt worden sei und schloß mit folgendem Antrag, der einstimmige Annahme fand: „Die Generalversammlung des Westdeutschen Sparkassenbundes constituirt sich zu einem Sparkassenverbande in Grundlage des bisherigen Verbandes, überträgt dem eingesetzten Vorstande die Aufgabe, die aus der Erweiterung des bisherigen Verbandes sich als notwendig demnächst ergebende Umgestaltung des Verbandsstatuts bis zur nächsten Generalversammlung vorzubereiten und giebt dem Vorstand das Recht der Cooptation bis auf die im Statut vorgesehene Zahl von 24 Mitgliedern.“ Der zweite Punct der Tagesordnung betraf die Stellungnahme des Verbandes zur Reichspostsparkassenvorlage, worüber Herr Dr. jur. Heyden=Essen referirte, Redner hob die Vorzüge und Nachteile der Postsparkassen hervor und schlug der Versammlung folgende Resolution zur Annahme vor: „Indem der deutsche Sparkassenverband die Reichspostsparkassen als eine Wohlfahrtseinrichtung für das deutsche Volk anerkennt, spricht er die Erwartung aus, daß diejenigen Bestimmungen der diesbezüglichen Gesetzesvorlage eine Abänderung erfahren, welche die bestehenden, in volkswirtschaftlicher Hinsicht nicht minder wichtigen und verdienstvollen Sparkassen gefährden, derselbe stellt daher als ein unabweisbares Erfordernis hin, daß der Zinsfuß der Postsparkassen auf 2½ pCt. ermäßigt werde, sowie, daß eine Aenderung desselben nur durch Gesetz ermöglicht werde, daß ferner die Vermittelung der Postanstalten zum Ankauf von Staatspapieren wegfallen oder auch auf den Ankauf von Obligationen 2c. communaler Verbände ausgedehnt werde. Endlich hält der Verband die in dem Gesetze vorgesehenen Privilegien der Reichspostanstalten, namentlich die Porto= und Stempelfreiheit, sowie die Unpfändbarkeit der Einlagen bis zu 100 Mk. für Bevorzugungen, welche bestehende Sparkassen schädigen würden, wenn nicht allgemein eine Gleichstellung für dieselben erfolgt.“ Die Resolution wurde mit großer Mehrheit angenommen, nachdem verschiedene Amendements, die aus der Mitte der Versammilung eingebracht worden, insbesondere auch der Antrag der sächsischen Sparkassen, die Postsparkassen möchten lediglich den Verkehr der anderen Sparkassen vermitteln, abgelehnt worden waren. Es folgte nun der geschäftliche Teil. Von den Wahlen wurde abgesehen, da dem bestehenden Vorstande das Recht der Cooptation zuerkannt worden, doch wurden die Herren Oberbürgermeister KuntzePlauen, Beigeordneter Cramer=Düsseldorf, Syndicus Möllmann=Osnabrück, Director Claußen=Bremen und Oberbürgermeister Tullow=Brandenburg vorgeschlagen und acceptirt. Nach Feststellung des Jahresberichts und Dechargirung des Rechnungswesens pro 1882/83 und 1883/84 wurde die Versammlung nach 3½stündiger Dauer geschlossen. (Elb. Ztg.) * Internationale Doppelwährung. In der am Freitag Abend im Reichstagsgebäude in Berlin stattgehabten Vorstandssitzung des deutschen Vereins für internationale Doppelwährung wurde der Beschluß der an demselben Tage begründeten„freien wirtschaftlichen Vereinigung des Reichstags“, eine besondere Abteilung für die Währungsfrage zu constituiren, freudig begrüßt, und zwar umsomehr, als der fraglichen Commission dem Vernehmen nach fast ohne Ausnahme nur Anhänger der Doppelwährung angehören sollen. Nach Zuwahl mehrerer einflußreicher Personen in den Vorstand wurde beschlossen, durch einen Aufruf an das deutsche Volk das Interesse an der Währungsfrage von neuem anzuregen, weiter auch alle gewerblichen und landwirtschaftlichen Kreise zur Einreichung von Petitionen aufzufordern, um dadurch die Bestrebungen der Bimetallisten im Reichstage nachträglich zu unterstützen. Man zweifelt übrigens nicht, daß in diesem Reichstage eine große Majorität für die bimetallistische Sache eintreten und daß infolgedessen auch die Reichsregierung dieser Frage näher treten werde. Ein neuer Gesangsstern ist am Concerthimmel aufgegangen. Es ist dies die junge belgische Sängerin Dyna Beumer— kürzlich zur Kgl. Niederländischen Hofsängerin ernannt. Die Erfolge dieser, in Frankreich und Holland bereits mit dem Prädicat„die belgische Nachtigall“ belegten souveränen Beherrscherin der Gesangskunst sind, wo sie sich auch immer hören läßt, den uns vorliegenden Berichten nach, thatsächliche Triumphe. Die Kritik anerkennt in ihr die bedeutendste Coloratursängerin der Neuzeit und stellt sie direct mit einer Adeline Patti, einer Nilsson, einer Catalani auf dieselbe Stufe. In ihrem von der großartigen Schule des ersten Gesangsmeisters der Gegenwart: Faure von der Pariser großen Oper, zeugenden Gesange, soll sie die schmelzende Anmut, den hellen Klang und die Seele der weiblichen Stimme mit der technischen Vollkommenheit des Instrumentes vereinigen, so daß bei ihrem ersten Erscheinen in Deutschland ein Kritiker sagen konnte:„sie leistet, kurz gesagt, Alles was auf dem Gebiete der Gesangskunst denkbar und möglich ist; siebeherrscht ihr Organ mit derselben unfehlbaren Sicherheit und Meisterschaft, wie etwa Sarasate seine Geige; man kommt bei ihr niemals zum Bewußtsein der enormen Schwierigkeiten, die sie mit spielender Leichtigkeit ausführt.“ Bewundert wird überall der seltene Umfang ihres wunderbar klaren, hellen, dabei aber weichen Organs, das 2½ Octav, bis zum dreigestrichenen Es und F, das sie mit Leichtigkeit anschlägt, umfaßt, aber auch— was man bei Coloratursängerinnen fast nie antrifft— in den mittleren und tiefen Tonlagen ebenso ausgiebig und ausgeglichen ist, so daß die Töne o, es, d. des und c der eingestrichenen Octav in ihrer Klangfarbe an das sonore Alttimbre streifen. Die schwierigsten Coloraturen: glockenreine Staccati, verlende Läufe, vollendete Triller bewältigt Frl. Beumer spielend, z. B. in den Proch'schen Variationen, jener schwierigsten Leistung, die je für eine Coloratursängerin erdacht wurde. Es nimmt daher nicht Wunder, daß die Sängerin eine der ersten Zugkräfte der Pasdeloup=Concerte in Paris geworden ist, worin sie Anfang December 1884 wiederholt auftrat. Nicht minder ist aber Frl. Beumer auch Meisterin des getragenen Gesanges, den sie mit außerordentlicher Innerlichkeit und Gefühlswärme ausführt. Diesen Vorzug hebt auch der bekannte Musik=Aesthetiker Rich. Pohl im„Badener Badeblatt“ vom 21. Oct. 1884 in seiner Besprechung über Dyna Beumer's Mitwirkung in dem zu Ehren Sr. Majestät des deut schen Kaisers und der Allerhöchsten Großherzoglich Badischen Familie am 17. October 1884 veranstalteten Concerte besonders hervor und auch er gesteht freudig zu, daß die Sängerin kein Kind der Reclame ist, sondern den ihr vorhergehenden guten Ruf noch weit übertrifft. — Die Vielseitigkeit der Säugerin documentirt sich noch darin, daß sie am 6. April 1885 bei wird. der Aufführung der IX. Beethoven'schen phonie in Brüssel die Soprauarie singen Leider ist Frl. Beumer die Bühnenla## bahn versagt; sie muß daher den langsar Weg des Concertgesanges einschlagen, um allgemeinen Berühmtheit zu gelangen, die als Bühnensängerin schon längst besitzen wieg obgleich sie erst 24 Jahre zählt. Mit Recht ko## der Kritiker der„Straßburger Post“ von sagen:„Solche Stimmen mußte Mozart zur fügung" haben, als er seine„Königin der und seine„Constanze“ schrieb.“ Nr. 291. Nag Vermischtes. ** * [„Nie Excellenz gewesen!“] Zu unter dieser Spitzmarke jüngst veröffentlichten Anec### wird dem„Berl. Tagbl.“ das folgende hühn Gegenstück erzählt: Als vor einer längeren### von Jahren unser Kronprinz in Lauterbach Puttbus den Kreis Rügen betrat, sprach ihn — jetzt nicht mehr unter den Lebenden befindl## — Landrat in feierlicher Weise an. Hierbei passa es ihm in seiner Verlegenheit, daß er den ho# Herrn einmal„Excellenz“ titulirte. Herren der Kreisvertretung machten in leisester Andeu### den Beamten auf das Mißgeschick aufmerksam: Kronprinz aber nahm den Landrat freundlich Schutz, indem er rief:„Bitte, lassen Sie, Herren; als Divisionsgeneral habe ich gegründ Anspruch auf das Prädicat Excellenz!“ **(Woher stammt das Wort Hühneraug Ein schwäbischer Sprachforscher stellt folgende sprechende Etymologie auf: Jene unangenehme dickung der hornartigen Masse der Oberhaut, durch einen anhaltenden Druck auf eine be Hautstelle entsteht, ist verdorben aus dem altde schen hörnin ouge, d. h. hörnenes Auge(v# der hörnin Sigfrit), hat also zu dem Auge Huhns keine Beziehung. Das Hörnen=Auge ist dem Volke allmälig nicht mehr verstanden zu dem bekannten„Hühner“auge zurecht### worden. Die Fnscher Zeitung wrrichen Beilage:„Illustrirtes Emscher Kaum 15 Vf., Reklamen 40 C Allgemeines Oraan fi **(Aus der Instructionsstunde.] Unteroff zu den zum Gewehrunterricht versammelten Recrut „Kann mir einer sagen, was a' Patron ist!“ Recrut:„Der heilige Augustin!“— Unteroffi „Quadratesel, i mein' a' Feuerpatron!“— Ren „Ja so, der heilige Florian!“ Cylinder=RemontoirUhren (ohne Schlüssel aufzuziehen) — 20 Mark, sowie goldene Herren= u. DamenUhren, Regulateure u. WandUhren.— Reparaturen gut und billig unter Garantie. H. Meuges, Uhrmacher, Gelsenkirchen, Bochumerstr. 29 Anläeslich der jetzt langen Winterabende erlaubt sich die Unterrachnste zur Beteitigung anihren Jurnalzirke einzuladen. R. Scipio’s Buchhandlung, Gelsenkirchen. F. Sönnecken's Lese= u. Schreibstützen, à 1,50 Mark, zu haben bei F. Dienst, Gelsenkirchen. Billig! Billig! 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Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Wanne 5,47, 10,07 1,58.05 7,34 9,19 1,07. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Dortmund 7,05 9,03.4212,15 .52 5,48.25 11,44(von Uecken=dorf=Wattenscheid nach Bochum von Wanne kommend 12.45 4,15 11,27.) Von Schalke nach BismarckWinterswyk 8,28 2,33 6,20 9,09. Von Schalke nach Essen 6,58.20 1,18 7 35. Von Essen nach Schalke 8,07 2,14 5,52.48. Von Herne nach Bochum 7,35 1,12 7,10. Von Bochum nach Herne.40 12.21 477 # Diese Reichstag Während der Reichstag di tage mit Anträgen in Anspru weren Ablehnung durch den Bi haft ist, welche mithin keine## haben, infolge ihres demonstr Bundesrat und Reichskanzler gen aber jedenfalls nicht zur Förd llichen Zusammenwirkens# factoren des Reichs zum W sienen, tritt in der Einzelbin Geist kleinlicher persönl lage, welcher weder dem Ar vertretung noch den Interessen uch ist. Ohne Zweifel ist eine s# der vorgeschlagenen Ausgaben endigkeit und Dringlichkeit rohenden Erhöhung der 2 beboten, eine weise Sparsamk m Olatze. Aber die Versag lufwendungen, infolge deren der kostspieliger und doch n krsatz geschaffen werden muß as Gegenteil von solcher S schaden überwiegt die erspart us. Rommt aber noch hinzu lbst finanziell ohne Bedeutung nanzielle Consequenzen von E sich sich zieht, so wird mit fenbar dem Lande und Dolke fistet. Trotzdem und obwol in den ohnehin schwerwiegende m Gebiete der inneren, w leichspolitik die Colonialpolit eten, ist von den oppositionell se für die Bureaubeamten krlangte Zulage von 2700 M ergebens wurde nicht nur vor leichskanzlei und dem Grafen H wern auch von dem Reichsk gesteigerte Verantwortlichke g der ohnehin schon große wierigen Arbeitslast der Be selle, in welcher alle Fäden d ksammenlaufen, und die schw licher diese Beamten ausgesetzt ick hingewiesen. Crotz der nferenz und in den dem Reich Actenstücken zur Colonialpoli breiche Wirken des Ranzlers, be Stützen jene Beamten sind, vortritt, wurde ihm jene hebliche Zuwendung für di gewährt, vielmehr Derw getcommission beschlossen. des nicht sachliche Gründe, wi keisparteien bei ihrem Dorge der Stelle leiten, vielmehr ist sicht, den Ranzler für das We der aus so heterogenen Elemei Lesefrüchte. Die Menschen in der Regel Verstehen sich aufs Flicken und Weit besser, als eine bittre Wa Ein Vorn im He Novelle von Jenny Piorko Selbst während sie sprac die Thränen rollten ich #ngen. * Charles“ Mutter verließ der junge Baronet blie Seele Irmgart's Bild, lissen zu können glaubte, für immer im Tode sch .Als die Baronin zurüc lahme und Mitleid für ih rührend,“ sagte nan Aleris grämt.1 bere lang hier!“ er war ihr ein * Charles. isit müssen ihr seine #o“ ersetzen trachten,“ ##o die Schicklichkeit es Ulem einen kleinen Verke Isohnen, wenn wir uns *. Lhstwohnenden beschränk harles stimmte seiner nach seinem stillen P# seltsam! Seine Lal ihren Reiz für ihn