Nr. 240. Gelsenkirchen, Samstag, den 6. December 1884. 10. Jahrgang. W Parßer Früher: Trrtoner Seis Adonnementsoreis: Rark.50) vierteljahrlich im Voraus. Man oronurt außer dei der Expesunen dis Reichs freund in Selsenkirchen, Marktkraße 18, dei allen Postanstalten und bei den Filial=Expeditionen: Rud. Eick. Sinoere et constanter.[Herne: W. Walbeck, Wanne.— Druck und Verlag von F. Dienst in Gelsenkirchen Allgemeines Organ für die Stadt Gelsenkirchen, für die Aemter Schalke, Ueckendorf, Wanne und Herne.— Anzeigeblatt für Gerichts= und Militär=Behörden. Uebersicht. #.# Berlin, 4. December. Dem Kaiser ist die große Freude zuteil geworden, seine Gemahlin im allerbesten Wohlsein wieder in der Haupt= und Residenzstadt begrüßen zu können. Die hohe Frau traf am Montag Abend, von Coblenz kommend, hier ein. Somit hat das kaiserliche Heim jetzt ganz und gar wieder die um diese Jahreszeit gewohnte Physiognomie angenommen. Der Reichstag verhandelte in seiner Sitzung vom Montag über die dem ganzen Volke am Herzen liegende Dampfersubventionsvorlage. Die allgemeine, begeisterte Aufnahme, welche dieses Project, wegen seiner engen Beziehung zu den anderweitigen überseeischen Bestrebungen der Reichsregierung, in den weitesten Kreisen der Nation gefunden hat, legte den bekannten Widersachern desselben unverkennbaren Zwang auf, woher es kam, daß die Opposition dagegen einen sehr lendenlahmen Eindruck machte. Auch diesmal wurde die Vorlage an eine Commission verwiesen, doch hoffentlich nicht, um in derselben begraben zu werden, sondern um in vervollkommneter Gestalt in den Reichstag zurückzukehren. Mit gewohnter Schneidigkeit und meisterhafter Beherrschung der Sachlage griff der Reichskanzler in die Montagsdebatte ein. Er fertigte die schwächlichen Einwände des Nasenstübermannes Bamberger schlagend ab, indem er an einzelnen allgemein zugänglichen Beispielen darthat, daß man mit Bedenken, wie sie Herr Bamberger vorbringe, überhaupt all und jeden Fortschritt hintertreiben könne. Schließlich zog Fürst Bismarck dem Herrn Bamberger die Maske des unbefangen prüfenden Kritikers mit einem geschickten Griff vom Gesicht herunter, indem er meinte, daß, wenn man warten wolle, bis die jetzigen Bedenken des Herrn erledigt seien, derselbe mittlerweile schon andere Gründe gefunden haben werde, die man heute noch nicht kenne, um der Vorlage zu widersprechen. Man weiß ja, daß unsere gewohnheitsmäßigen Neinsager ihren Witz an den Regierungsvorlagen nicht deshalb üben, um dieselben zu verbessern, sondern um sie zu Falle zu bringen. Ihre Opposition gilt nicht der Sache, sondern dem Manne, der an der Spitze der deutschen Politik steht. Die Budgetcommission des Reichstages hat an dem Etat des Auswärtigen Amtes, soweit die Mehrforderungen für das Consulatswesen inbetracht kommen, allerlei Abstriche vorgenommen. Namentlich will sie anstatt der Generalconsulate in Capstadt und Korea nur Consulate bewilligen. Von der conservativen Partei ist das Gesetz wegen Erhebung von Reichsstempelabgaben (Börsensteuer) wieder eingebracht worden, das von der Regierung schon im Frühjahr dieses Jahres ausgearbeitet war, aber allseitig angegriffen wurde, weil dusselbe mit seiner procentualen Abgabe die Börsengeschäfte zu stark belastete, außerdem aber inbezug auf die Controlvorschriften die härtesten Lesefrüchte. „Ville wissen es und wer es nicht weiß, kann es sich denken, eine wie saure und undankbare Aufgabe es ist, sich zu einer regelmäßig an einem bestimmten Tage wiederkehrenden geistigen Leistung zu verpflichten. Das Zeitungs=Publikum ist das unnachsichtigste und grausamste aller Gläubiger und die ihm vom Autor gegebenen und vom Autor acceptirten Wechsel treibt es mit rücksichtsloser Strenge ein. Was kümmert es sich darum, ob gerade ein geeigneter Stoff vorliegt, oder ob der Schriftsteller in guter oder schlechter Stimmung ist? Wenn es durch ein formelles Versprechen oder auch nur Kraft des Gewohnheitsrechtes Anspruch auf eine bestimmte Leistung zur bestimmten Stunde in der That besitzt oder erlangt zu haben meint, so besteht es auf seinem Scheine und würde sich durch einen erwaigen Ausfall geradezu benachteilige fühlen. Da nun die Schriftsteller so gut wie alle andern Sterblichen, und sogar eiwas mehr als die gewöhnlichen, von psychischen und körperlichen Affectionen heimgesucht, und da diesem genus irritabili votum die Störungen des Alltagslebens so wenig erspart werden wie allen übrigen, so merkt der seinfühlende Leser fast bei allen solchen regelmäßig wiederkehrenden Arbeiten, wie der Autor oft der Not und nicht dem eigenen Triebe gehorcht hat. Lindan 1 d Gegenv. Nr. 29 1979.) Dod Bitibunger Raturget. Der„Pittsburger Beobachter“ schreibt:„Pittsburg, das sich so lange Zeit des Namens der Smoky City“ erfreut, dürfte diesen Namen einnen kurzer Zeit verlieren. Das hier in großen Mengen entdeckte Naturgas hat bereits in vielen Walzwerken und Hochöfen die Kohle verdrängt und bald wird die ganze Stadt mit dem neuen Heizungsund Feuerungsmaterial versehen sein. Das Gas pflegt einem Schachte von 1200 bis 1500 Fuß Tiefe zu entströmen, und da es sich Anter einem Druck von 150 bis 200 Pfund auf und jedes Geschäft empfindlich beeinträchtigenden Maßregeln forderte. Die conservative Partei hat zwar den Entwurf in einigen Puncten etwas gemildert, trotzdem bleiben aber die bedenklichsten Härten noch in solcher Weise bestehen, daß die Annahme des Gesetzes geradezu unmöglich ist. Mag auch zugegeben werden können, daß das eine oder andere Geschäft an der Börse, wie im Warenverkehr ausnahmsweise eine etwas hohe Steuer tragen könnte, so gilt dies doch auf keinen Fall von der großen Mehrzahl derartiger Geschäftsoperationen, und würde die Capitalneubildung durch derartige generelle Vorschriften in solcher Weise getroffen werden, wie dies selbst die conservative Partei unmöglich beabsichtigen kann. Herr Eugen Richter, dem es in gewagten Behauptungen so leicht niemand gleicht thut, erklärte in seiner neulichen Etatsrede das sogen. Deficit als den Beweis des vollständigen Zusammenbruchs der reichskanzlerischen Wirtschaftspolitik, ganz im Geiste des manchesterlichen Freihändlertums, welches nicht müde wird, über den angeblichen Rückgang des deutschen Mitbewerbs auf dem Weltmarkte unter der Herrschaft des Schutzes der nationalen Arbeit Klagelieder anzustimmen. In Wahrheit liegt die Sache gerade umgekehrt, daß ein stetiges Erstarken der deutschen Concurrenz auf dem Weltmarkte beobachtet wird. Den besten Gradmesser dafür geben die englischen Consulatsberichte ab, in denen Klagen ob der Beeinträchtigung des englischen Absatzes durch die Ueberlegenheit des deutschen Mitbewerbes sich zu einer ständigen Rubrik herausgebildet haben. Zur Zeit, als bei uns der freihändlerische Weizen blühte, beherrschte England schmunzelnd den Weltmarkt und sah mit geheimer Schadenfreude das am Leitseile der Grundsätze des Cobden=Clubs gegängelte Deutschland reißend schnell dem Sturze in den wirtschaftlichen Abgrund entgegengleiten, vor dem uns nur das rechtzeitige Halt! des Reichskanzlers bewahrt hat. Der englische Machtverfall bereitet scharfsinnigen Politikern jenseits des Canals jetzt manche trübe Stunde. John Bull krankt daran, daß sein ganzes staatliches Programm bisher auf die alleinige Ausbeutung der Völker des Erdballs durch ihn zugeschnitten gewesen ist und er sich nicht an den Gedanken gewöhnen will, die Gleichberechtigung der übrigen Culturnationen anzuerkennen. Da aber den Engländern die Mittel fehlen, ihre Anmaßlichkeit gewaltsam aufrecht zu erhalten, so ist es klar, daß ein Beharren auf ihrem bisherigen Wege ihnen Demütigungen über Demütigungen zuziehen muß. Ein paar Panzerschiffe mehr oder weniger werden daran nichts zu ändern vermögen. Amerika kündigt die Silberwährung, oder ist wenigstens darauf und daran, so zu thun. Präsident Arthur und Schatzsecretär Mac Culloch haben, ersterer in seiner eben erlassenen Congreßbotschaft, letzterer in seinem amtlichen Bericht, es den Quadratzoll befindet, so schießt es mit einem eigentümlichen Zischen hervor. Wenn angezündet bei seiner Ausmündung aus der Tiefe, steigt es in einer gewaltigen Säule empor, verbrennt mit zitterhder Flamme und giebt ein brausendes Geräusch von sich. Die Ursache des Flackerns liegt nach dem„Techniker“ in dem unregelmäßigen Zutritt der Luft bei der Verbrennung. Um diesen sehr störenden Uebelstand zu verhindern, bringt man in den Röhren Klappen in Zwischenräumen an, wodurch die fluctuirende Bewegung gebrochen wird. Die erste Gasquelle von einiger Bedeutung, die in hiefiger Gegend entdeckt wurde, war die bei Murrayville, zwölf Meilen von hier. Man bohrte daselbst nach Petroleum, und als man eine Tiefe von 1200 Fuß erreicht hatte, traf man auf eine so storke Ader von Naturgas, daß die Operationen eingestellt wurden. Man ließ den Schacht in Stich, dem weiter nichts entströmte, als der in den Bergwerken so sehr gefürchtete Schwaden, das sogenannte„böse Wetter“. Das Gas begann bald die Luft zu verpesten, und da es in seinem Naturzustande schwerer als die Atmosphäre ist, so brütete es wie ein Miasma über der ganzen Umgegend. Endlich bildete sich hier eine Gesellschaft, um Lampenruß daraus zu gewinnen, allein der Versuch scheiterte, und dann zündete man es an, um die Umwohner von den lästigen und schädlichen Dünsten zu bewahren. Mittlerweile waren jedoch mit kleineren Quellen erfolgreiche Experimente gemacht worden, das Naturgas zur Feuerung zu verwenden, und es trat eine Compagnie zu dem Zwecke zusammen, dasselbe vermittelst einer Röhrenleitung von Murrayklipp und klar ausgesprochen, daß Amerika die Prägung von Silberdollars einstellen müsse, wenn es sich den Nachteilen der unaufhaltsam vorschreitenden Silberentwertung entziehen wolle. Natürlich könnte ein solcher Umschwung in der Währungs=Politik der Vereinigten Staaten auf Europa nicht ohne Wirkung bleiben, müßte vielmehr diesseits des Oceaus die Entscheidung beschleunigen helfen, bezüglich welcher Einheits= und Doppelwährungsmänner sich nun schon seit Jahr und Tag in den Haaren liegen. Am gefährdetsten erscheint unter diesen Umständen die Stellung der lateinischen Münzunion, deren einzelne Teilnehmer ohnehin bereits gern ihre Selbständigkeit zurückerlangt hätten. 2 Der Staatssoeialismus. Den Gegnern der Regierungspolitik ist das Wort„Staatssocialismus“ ein willkommenes Schlagwort. Von ultramontaner Seite sucht man die staatssocialistische Strömung als auf die sogenannte „Staatsomnipotenz“ hinstrebend zu verdächtigen, d. h. auf eine Gewalt des Staates, die jedes individuelle Leben zu ersticken drohe. Von manchesterlicher Seite wieder wird der Staatssocialismus als eine Kette unberechtigter Eingriffe in Handel und Verkehr, ja als eine Vorstufe des socialdemokratischen Communismus hingestellt. Es ist deshalb ein verdienstliches Werk, die Bedeutung des Begriffes „Staatssocialismus“ einmal gründlich zu erörtern, wie dies Dr. Moritz Ströll in einer Reihe trefflicher Artikel der Münchener„Allgemeinen Zeitung"(„Zur Geschichte der staatssocialistischen Bewegung in Deutschland“) gethan hat. Energisch tritt der Verfasser den falschen Anschauungen entgegen, welche man über das Wesen des Staatssocialismus verbreitet.„Der Staatssocialismus, sagt er, ist weder, wie viele meinen, eine eminent moderne Erscheinung, und noch weniger ist er, wie Léon Say jüngst äußerte,„eine deutsche philosophische Lehre. Er ist im Gegenteil nichts anderes als die Verkörperung des alten preußischen Staatsgedankens, welcher eingedenk seiner kraftvollen Haltung in allen wirtschaftlichen Dingen und in Anpassung an die veränderten Erfordernisse der Gegenwart seine sieghafte Entfaltung und Uebertragung auf das junge deutsche Reich mit ebensoviel Glück als Nachdruck anstrebt. Also keine unpractische, träumerische, deutsche Philosophie, keine dem augenblicklichen Drang der neuesten Gegenwart entsprungene und vergängliche Tagesgeburt, sondern ein altüberkommenes thatkräftiges Staatsprincip, ebenso wetterfest und stetig in seinen Wurzeln, als wechselnd und vielgestaltig in den Formen seiner Erscheinung.“ Die gewaltige Wendung, welche die socialreformatorische Politik der Reichsregierung für Deutschland bedeutet, sucht der Verfasser weiter aus einer Vergleichung der jetzigen wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschlands mit den Zuständen in jenem Augenblicke darzulegen, als der Reichskanzler ville aus den Fabrikanlagen Pittsburgs zuzuführen. Schon war dies bei einigen großen Werken gelungen, da entstanden andere Gesellschaften mit gleichen Plänen und es hatte den Anschein, als würde die Concurrenz das neue Feuerungsmaterial fabelhaft billig machen. Allein, auch die Compagnien sahen dies ein und consolidirten sich. So kamen denn die großen Steinkohlen=Consumenten der Stadt auf die Idee, auf eigene Rechnung zu bohren, um ihren Bedarf billiger zu haben. Wer Pittsburgs Weichbild von Osten aus betritt, der erblickt eine rote Glut, die sich meilenweit am Himmel wiederspiegelt; es ist der Schein der Gasquellen. Die bedeutendste innerhalb der Stadtgrenzen gehört George Westinghouse, dem Erfinder der Luftbremse. Das Gas wird von der Mündung des Schachtes aus ungefähr 50 Fuß emporgeleitet, alsdann angezündet und die Flamme schlägt 70 bis 75 Fuß in die Höhe. Das Brausen vernimmt man in einer beträchtlichen Entfernung, es tönt wie das Rauschen eines Wasserfalles. Die Nachbarn konnten nicht schlafen, die Temperatur stieg, das Pflanzenleben litt und nach einigen Wochen wurde das Brennen bei Nacht eingestellt. Die Naturgas=Compagnien wollen die Feuerung so billig liefern, wie es bei der Steinkohle der Fall ist, dann würde die einzige Ersparung im Wegfall der Herbeischaffung des Brennmaterials und des Fortschaffens der Asche bestehen. Ein großer Vorteil des Gases für industrielle Zwecke ist die Regelmäßigkeit, mit welcher die Hitze geliefert werden kann, die Grade lassen sich durch einfaches Drehen einer Klappe reguliren. Die Gefahr liegt dagegen im Explodiren. Der hohe Druck von 150 Pfund auf den Quadratzoll macht es zuerst„den Vordergrund der socialpolitischen Bühne" betrat. Den eigentlichen Wendepunct bezeichnet indessen die Kaiserliche Botschaft vom 17. Nov. 1881, die„magna charta des Staatssocialismus“. Aus den Worten dieses„Kaiserlichen Evangeliums“ wehe ein historischer Geist,„ein Geist, welcher sich so maßvoll und fest zugleich, so schlicht und voraussetzungslos äußert, daß seine Kundgebung wie eine Offenbarung durch den wüsten, leidenschaftlichen Lärm unseres Zeitalters klingt." Den Verheißungen sei alsbald die That gefolgt.„Von den in Aussicht gestellten socialpolitischen Gesetzen — Unfallversicherung, Krankenkassengesetz, Altersversorgung— sind die beiden ersteren nach mühsamen parlamentarischen Reibungen glücklich zu Ende gebracht; die Altersversorgung wird voraussichtlich den neugewählten Reichstag beschäftigen. In ihrer Gesamtheit werden diese Gesetze die Grundzüge eines neuen Arbeiterrechts bilden, welches, auf corporativen Verbänden beruhend, die sociale Klassenstellung der Arbeiterbevölkerung dauernd heben und mit bisher nicht bekannten Rechten und Sicherheiten umgeben wird. Es steht zu hoffen, daß das Gefühl der Dankbarkeit für diese staatliche Fürsorge in Arbeiterkreisen immer weitere Wurzeln schlägt. Freilich lehren die jüngsten Wahlergebnisse, daß auf raschen Meinungsumschwung in diesen verhetzten und methodisch verbitterten Klassen nicht zu rechnen ist.“ Die Fürsorge der Regierung habe sich indessen nicht auf die arbeitenden Klassen beschränkt.„Die nationale Zoll=, Handels- und Colonialpolitik, die zugunsten der Gewerbe und Industrie getroffenen Maßnahmen, der Schutz der agrarischen Interessen, die in Preußen fast völlig zur Durchführung gebrachte Verstaatlichung der Eisenbahnen, die Steuergesetzgebung— alle diese und ähnliche Staatsmaßregeln entspringen denselben Anschauungen und Quellen, aus welchen die socialpolitischen Gesetze zugunsten der Arbeiter erflossen sind. Angesichts dieser vielseitigen staatssocialistischen Aeußerungen und Bethätigungen wird doch endlich der vielgenährte Aberglaube, als ob das Wesen des Staatssocialismus in finanziellen Leistungen seitens der Staatskasse bestehe, verschwinden. Der Staatssocialismus ist weit mehr und etwas weit Höheres. Er ist die Seele, welche die gesamte Reichsgesetzgebung gegenwärtig durchdringt. Er hat sich bereits zum Glaubenssatz verdichtet und ist zu einem Bestandteile der geistigen Luft geworden, in welcher die Gegenwart lebt und Atem holt.“ So gehört denn dem Staatssocialismus unverweigerlich die Zukunft. Das beweist schon die Haltlosigkeit der Opposition, welche den staatssocialistischen Ideen entgegentritt.„Es regen sich die kurzsichtigen Interessen des Geldbeutels, und die alten manchesterlichen Erinnerungen werden wach. Es ist aber kein fester Mörtel, welcher die einzelnen losen Teile dieser Opposition verbindet. Die Cantonisten jenes Lagers sind von ganz ungleichartigem Schlag. Da finden sich alte demounmöglich, das Gas in einer der gewöhnlichen Röhren zu halten, es muß durch Spalten und Scharniere entweichen. Da es nun geruchlos ist, so merkt man seine Anwesenheit nicht, und sobald es sich mit der atmosphärischen Luft in einem gewissen Verhältnis mischt, explodirt es leicht. Um dies zu verhindern, hat man einen Apparat erfunden, der dazu dient, den Luftdruck zu vermindern, und der sich bis jetzt überall als erfolgreich erwiesen hat. Die größte Revolution hat das Naturgas in den Wohnhäusern hervorgebracht. Man wendet eine Klappe um, das Gas strömt in einen Apparat, der dem Gasofen in den Austernsalons ähnlich ist, und in wenigen Minuten ist das Frühstück fertig, ohne Schmutz und Rauch. Auch einen Einbrecher=Alarm hat man construirt, dessen Kreischen, durch Naturgas hervorgebracht, noch schrecklicher ist, als das der Dampfpfeife. Zum Heizen der Wohnungen eignet es sich besser, als erhitzte Luft oder Dampf. Die Temperatur kann gleichmäßig gehalten werden und ist trocken. Ein Fremder, der ein solches Zimmer betritt, würde glauben, ein altmodisches Kaminfeuer zu erblicken, allein, wenn er näher zusieht, dann verwandeln sich die scheinbaren Holzkloben in Imitationen aus Steingut, von Naturgas umflammt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Boden, auf welchem Pittsburg steht, von Naturgasadern durchzogen ist, und nach dem Ausspruch der Sachverständigen wird der Vorrat wenigstens zwanzig Jahre aushalten. kratischen Doctrinäre, welche sich in die Erinnerungen ihrer achtundvierziger Jahre eingesponnen haben und es dem Kanzler nicht verzeihen können, daß die Entwickelung der deutschen Angelegenheiten nicht nach ihren alleinseligmachenden Recepten gegangen, ferner mannigfache durch die neuere Zollund Handelspolitik gekränkte Interessenten, Veteranen der alten liberalen Oeconomie, unzufriedene Staatsbeamte außer Dienst und andere aus irgend welchen Ursachen mißvergnügte Elemente. Die Partei hat kein festes Rückgrat, es wäre denn die gemeinsame, vielfach persönliche Abneigung gegen den Kanzler. Jeder socialen Neuerung widerstrebend, nennt sie sich mit Unrecht fortschrittlich. Diese Bezeichnung entspräche dem Wesen nach weit mehr denjenigen Gruppen, welche die progressionistische Socialpolitik der Reichsregierung billigen und vertreten.“ Zur Lage Braunschweigs schreibt die„Magd. Ztg.“ u..:..... Wenn Windthorst in seiner versteckten Art seine Pläne und Sonderinteressen aus den verschiedensten Windrichtungen zu beleuchten sich anschickt, dann wird die Zukunft unseres Ländchens immer dunkler und ungewisser werden, da dieser Diplomat seine Karten stets verhüllt mischt, aber niemandem einen klaren Einblick gestattet, so oft das Gegenteil seinerseits auch behauptet wird. Das Erscheinen dieses ultramontanen Welfen, dessen Glaubensgenossen das Ohr des bekanntlich geistig mangelhaft ausgebildeten Cumberländers schon lange besitzen, in unserer Stadt, sein gewandtes Umhertasten über und nach Stimmung beim Beamtentum und Volke, sein Stimmungmachen. Das alles sollte doch endlich die maßgebenden Kreise in Berlin veranlassen, eine definitive Erledigung der Erbschaftsfrage zu beschleunigen, auf die man sich doch seit Jahrzehnten gründlich vorbereitet haben wird. Zögert man in den allzu rücksichtsvoll vorgehenden Kreisen der Regentschaft wie bislang, vor dem ganzen Volke die zu erreichenden oder erwünschten Ziele klar auszusprechen, folgen gewohnterweise unsere Landstände diesen vorsichtigen Spuren, dann scheint es uns doch geboten und endlich angezeigt, daß mitten aus dem unabhängigen Volke heraus die öffentliche Meinung eine feste Richtung erhalte, die nach unserer, möglicherweise aber vielleicht nicht ganz zutreffenden Ansicht dahin geht, daß der Prinz Wilhelm von Preußen oder sein Bruder Heinrich, unter fester Wahrung und Sicherstellung unserer Verfassung, die Leitung unseres Landes und zwar in unserer Stadt übernehmen und letzterer schließlich aus dem Nachlasse des Herzogs dem Lande sichert, was noch zu sichern möglich. Auf die lange Zeit des geheimen Verhandelns folge daher recht bald öffentlich die That, zum Heile Deutschlands und zum Segen unseres Herzostuns. * Reichstags=Verhandlungen. 9. Sitzung vom 5. Decemder. Dem Reichstage ist eine Uebersicht über die Entschließungen des Bundesrates auf die Beschlüsse des Reichstages in der vorigen Session, sowie zur Kenntnisnahme eine Sammlung von Acten= stücken, betr. diellnterstellung des Tongogebietes und einiger an der Biafra=Bai belegenen Küstenstriche unter den Schutz Sr. Majestät des Kaisers, zugegangen. Auf der Tagesordnung stand zunächst ein Antrag der Abgg. Auer und Genossen wegen Sistirung des gegen die socialdemokratischen Abgg. Harm, Schuhmacher und Viereck bei dem Amtsgericht zu Lennep schwebenden Strafverfahrens. Der Antrag wurde ohne Debatte angenommen. Das Haus trat darauf in die Beratung des von deu socialdemokratischen Abgg. Grillenberger und Kayser beantragten Gesetzentwurfs wegen Aenderung des inzwischen bekanntlich inkraft getretenen Arbeiter=Krankenversicherungsgesetzes, welcher Antrag bezweckt im§ 88 desselben an Stelle der Worte„1 Deebr. 1884“ zu setzen:„1. April 1885.“ — Für den Fall der Verwerfung dieses Antrages wird ferner beantragt, dem genannten Gesetze im § 75 als zweiten Absatz folgende Bestimmung hinzuzufügen:„Für Mitglieder der aufgrund des Gesetzes vom 7. April 1876 errichteten eingeschriebenen Hülfskassen, deren Statuten der Verwaltungsbehörde zur Anpassung an das Krankenversicherungs=Gesetz bereits vorliegen, ruht die Verpflichtung zum Beitritt zu einer Orts=, Gemeinde=, Betriebs=, Bau= oder Innungskasse auf so lange, bis über die Zulassung ihrer Hülfskasse endgültig entschieden ist." Bei Begründung dieses Antrages verwies Abg. Grillenberger darauf, daß thatsächlich eine große Anzahl von Behörden und Kassen bis zu dem Einführungstermin des Krankenkassengesetzes(1. December) nicht einmal mit den Vorarbeiten für die Statutenänderungen fertig geworden, und daß einzelne Behörden den freien Hülfskassen Schwierigkeiten aller Art zugunsten der Zwangskassen in den Weg gelegt hätten. Er nahm dabei besonders auf die Vorgänge in Leipzig Bezug, wo das Vorgehen der Behörde bereits zu einer Beschwerde beim Reichsamt des Innern Veranlassung gegeben. Es sei auch in anerkennenswerter Weise Remedur, wenn auch nicht in ausreichendem Maße eingetreten. Die Tendenz des vorliegenden Antrages, dessen ersten Teil er übrigens zurückziehe, gehe lediglich dahin, die freien Hülfskassen den Zwangskassen gleichzustellen. Schließlich empfahl er die Annahme einer Resolution, inhalts deren an den Herrn Reichskanzler das Ersuchen gerichtet werden soll, beim Bundesrate die Herausgabe von Normativbestimmungen für Statuten eingeschriebener Hülfskassen, welche den Vorschriften des Krankenversicherungsgesetzes entsprechen, zu beantragen. Abg. Lipke(deutschfreisinnig) begründete einen Antrag, dessen Hauptzweck dahingeht, sämtlichen Arbeitern den Eintritt in freie Hilfskassen bis zum 1. Juli k. I. freizustellen, und beantragte die Verweisung der vorliegenden Anträge an eine Commission. Staatssecretair des Innern, Staatsminister v. Boetticher, wies den Vorwurf des Abg. Grillenberger mit Entschiedenheit zurück, daß mit einer gewissen Gehässigkeit gegen die freien Hülfskassen verfahren worden sei. Er habe sich schon wiederholt dahin ausgesprochen, daß gar keine Veranlassung vorliege, den freien Hilfskassen gegenüber von Regierungswegen eine feindliche Stellung einzunehmen, wenn diese Kassen nur das leisten, was das Gesetz von ihnen fordert. In diesem Sinne habe er sich auch der Deputation aus Leipzig gegenüber geäußert und er betone wiederholt, daß kein Anlaß vorliege, den freien Kassen die Existenz zu erschweren. Mit dem 1. De br. d. J. sei das Krankenkassengesetz im ganzen Reiche zur Ausführung gelangt und es sei damit der Zustand eingetreten, daß keinem Arbeiter, der von dem Gesetz betroffen wird, die Fürsorge im Krankheitsfalle versagt werden dürfe. Wenn jetzt Klage darüber geführt werde, daß der Zeitpunct, zu welchem das Gesetz in Wirksamkeit zu treten habe, mit Rücksicht auf seine späte Verkündung ein zu kurz bemessener gewesen, so sei das in Rücksicht auf den Zweck des Gesetzes unrichtig. Wenn diese Frist im Hinblick auf das Bedürfnis der Hülfskassen zu kurz erschienen, so bemerke er, die Arbeiter seien doch nicht der Kassen, sondern die Kassen der Arbeiter wegen da. Der Hauptaccent sei nicht auf das Interesse der Kassen, sondern auf das Interesse der Arbeiter zu legen. Nun frage er: Wo das Interesse der Arbeiter verletzt worden? Wenn auch einige Hülfskassen bis zum 1. December nicht die erforderliche Reorganisation gefunden, so hätte doch eine Verletzung der beteiligten Arbeiter nur insofern stattgefunden, als sie genötigt gewesen, inzwischen den Zwangskassen beizutreten. In dieser Beziehung nun werde allerdings in Erwägung zu ziehen sein, ob nicht ein Modus zu finden, welcher die event. Rückkehr der Arbeiter aus den Zwangsin solche Hülfskassen erleichtere, deren Reorganisation bis zum 1. December nicht habe durchgeführt werden können. Darüber hinaus aber könne von einer berechtigten Forderung der Arbeiter nicht die Rede sein. Außerdem hätten die Antragsteller den Fehler begangen, nur an ihre eigene Kassen zu denken, nicht aber an die in gleicher Lage befindlichen Landeskassen. Weiter hätten die Antragsteller die Frist, bis zu welcher die Verpflichtung, den Zwangskassen beizutreten, ruhen soll, als eine ganz unbegrenzte hingestellt. Der Herr Staatssecretär glaubte demnach versichern zu können, daß die verbündeten Regierungen auf den Antrag nicht eingehen könnten, ebenso der Resolution nicht stattgeben könnten. Dieser Antrag komme zu spät, denn die meisten Statutenentwürfe lägen bereits den Behörden vor und außerdem wäre der Erlaß von Normativbestimmungen schon mit Rücksicht auf die verschiedenartigen Verhältnisse in den einzelnen Landesteilen nicht rationell. Aus Conivenz gegen die freien Hülfskassen, die bisher nicht imstande gewesen, ihre Statuten zu revidiren, würden die Regierungen bereit sein, die Hand dazu zu bieten, um sie von der lästigen Bestimmung zu befreien, die sie nötigt auszuharren, bis zum Schlusse des Rechnungsjahres. Er sei übrigens ebenfalls der Ansicht, daß die ganze Angelegenheit sich nur in einer Commission zweckmäßig erledigen lasse. Sächsischer Bundesbevollmächtigter v. NostitzWallwitz wies die von dem Abg. Grillenberger gegen die sächsischen Behörden aus Anlaß der Ausführung des Krankenkassengesetzes erhobenen Beschwerden als nicht begründet zurück, wie die Verhandlungen constatirten. Abg. Struckmann betonte, daß alle Parteien bestrebt seien, berechtigten Wünschen auf diesem Gebiete zu genügen. Deshalb habe auch er mit seinen Freunden einen Antrag eingebracht, dessen Erwägung er dem Hause empfehle. Der Antrag Grillenberger sei schon insofern zur Annahme ungeeignet, als er lediglich die freien Hülfskassen, nicht die Landes=Krankenkassen ins Auge fasse. Abg. Frhr. von Maltzahn=Gültz erklärte sich in ähnlichem Sinne und für die Ueberweisung der vorliegenden Anträge an eine besondere Commission von 14 Mitgliedern. Abg. Kayser(Socialdemokrat) bestritt, daß die Ausführungen zum Krankenkassengesetz so vollständig fertig gewesen, wie das der Herr Staatssecretär behauptet habe. Von den Unterbehörden werde demselben das wol berichtet sein; thatsächlich sei es aber nicht der Fall. Im übrigen widersprach er auch in anderen Puncten den Darlegungen des Herrn Staatssecretärs wie des sächsischen Herrn Bevollmächtigten und betonte, daß der Antrag seiner Freunde nur bezwecke, einem wirklichen Notstande abzuhelfen. Abg. Dr. Tröndlin(nationallib., Bürgermeister von Leipzig) nahm die Leipziger Behörden gegen die Vorwürfe des Abg. Grillenberger in Schutz. Staatssecretär des Innern, Staatsminister von Boetticher erklärte, daß von hier aus eine Einwirkung auf den Magistrat in Leipzig nicht stattgefunden und daß er auch der Leipziger Deputation gegenüber nicht gesagt habe, er werde eine solche Einwirkung ex officio eintreten lassen. Nach kurzen Schlußworten des Abg. Kayser wurde die Ueberweisung der Anträge an die beantragte Commission beschlossen. Die Beschlüsse des Bundesrats, betreffend die Aufnahme der Fabriken, in welchen Röhren aus Blech durch Vernieten hergestellt werden, sowie der Anlagen zur Erbauung eiserner Schiffe, zur Herstellung eiserner Brücken oder sonstiger eiserner Bauconstructionen in das Verzeichnis derjenigen gewerblichen Anlagen, welche nach Bestimmung des § 16 der Gewerbeordnung einer besonderen Genehmigung bedürfen, wurden in erster und zweiter Beratung erledigt. Darauf wurde die Beratung des Etats der Militärverwaltung fortgesetzt. Bei Titel 4(Capitel 14) der Ausgaben(Kriegsministerium) erklärte sich Abg. Meibauer(deutschfreisinnig) gegen die in Ansatz gebrachte Dienstzulage für den Generalstabsarzt der Armee als Abteilungs=Chef im Kriegsministerium in Höhe von 900 Mark. Kriegsminister Bronsart von Schellendorff rechtfertigte die Position mit dem vermehrten Geschäftsumfange, so daß schon die Frage einer Teilung der Militär=Medieinalabteilung erörtert worden sei. Abg. Richter beschwerte sich darüber, daß die offiziöse Presse bereits in demagogischer Weise Angriffe gegen die Majorität dieses Hauses aus Anlaß der gestern bezüglich des Etats der Reichsranzlei gefaßten Beschlüsse herleite. Die Majorität fasse ihre Beschlüsse sachlich und lediglich mit Rücksicht auf die augenblickliche Finanzlage.— Schließlich stimmten alle Seiten des Hauses der von verschiedenen Abgeordneten beantragten Ueberweisung des ganzen Titel 4 an die Budgetcommission zu. Ein zu Kapitel 17 Titel 2(Militärgeistlichkeit) von dem Abg. Letocha und Genossen gestellter Antrag auf Erhöhung des Diensteinkommens der katholischen Militärgeistlichen wird nach längerer Debatte, an welcher sich auch der Herr Kriegsminister und der Director im Reichsschatzamte, Aschenborn, beteiligen und in welcher der letztere darauf hinwies, wie ungewöhnlich es sei, eine Gehaltserhöhung im Etat zu fordern, welche die Regierung selbst nicht verlange— in Uebereinstimmung mit den Regierungsvertretern an die Budgetcommission verwiesen. Nachdem der Rest des Cap. 17, debattelos erledigt worden, wurden die Berhandlungen vertagt. Schluß der Sitzung 4½ Uhr. Nächste Sitzung: Dienstag 1 Uhr.(Fortsetzung der Etatsberatung.) v. Cuny, Hammacher, von Ed Oechelhäuser. Politische Tages=Rundschau. * Berlin, 4. December. Die Budgetcommission des Reichstags setzte heute die Beratung des Militäretats fort. Gestrichen wurden 11 400 Mk., die als Gehalt für zwei Generalstabsoffiziere(Majors) für die Festungen Königsberg und Thorn gefordert waren. Es wurde geltend gemacht, daß die beiden Offiziere von den Offizieren des großen Generalstabs, wenn erforderlich, auf diese Posten abcommandirt werden könnten. Der Kriegsminister hielt dem entgegen, daß dies zur Zeit geschehe, auf die Dauer aber nicht angängig sei. * Die Petitionscommission des Reichstags hielt ihre erste Sitzung ab. Es wurde über eine größere Anzahl von Petitionen Beschluß gefaßt, die als zur Erörterung im Plenum nicht geeignet erachtet worden. * Der frühere Reichstagsabg. Richter=Mühlrädlitz hat gestern seine sechsmonatliche Strafhaft in Plötzensee, zu der er wegen Majestätsbeleidigung verurteilt worden war, verbüßt. Seine fortschrittlichen Freunde in Berlin gaben ihm aus diesem Anlaß ein Souper und machten ihn zum Gegenstand lebhafter Ovationen. * Die Socialdemokraten bringen einen Antrag auf„Ausführung des Wahlgesetzes“ ein. Sie fordern, daß die Zahl der Abgeordneten um etwa 55 vermehrt werde. Der Antrag auf Abschaffung der Todesstrafe ist noch nich eingegangen. * Der Abg. Kablé hat, unterstützt von der Elsaß=Lothringern, Polen und dem dänischen Abg. Junggreen, die Aufhebung der elsaß=lothringi schen Dictaturparagraphen beantragt. NLC. Die nationalliberale Fraction des Reichstags hat heute ihren Vorstand gewählt. Es wurden gewählt die Herren von Benda, * Jedes Stück an seinen Ort, einen Ort für jedes Stück. Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht„M..“ folgende Mahnung in der„Ott. Ztg.“ an solche, die mit mangelhaftem Ordnungssinn begabt sind: „Mit goldenen Buchstaben verdiente diese Lebensregel über der Thür eines jeden Familienzimmers zu prangen, keine Mutter sollte verabsäumen, sie durch Wort und Beispiel ihrer Tochter auf den Lebensweg mitzugeben, denn eine Grundlage häuslicher Glückseligkeit ist darin enthalten. Behaglichkeit und Ruhe fehlen dem Hause, wo man nicht nach diesem Ausspruche verfährt, eine beständige Aufregung herrscht daselbst, hervorgebracht durch das Suchen nach Dingen, die jeden Augenblick zur Hand sind, nur nicht gerade dann, wenn man ihrer bedarf. Es ist unglaublich, wie viele kostbare Zeit verschwendet, wie viel unnütze Ausgaben veranlaßt werden durch die Nichtbeachtung der Regel: Jedes Stück an seinen Ort, einen Ort für jedes Stück. In süßer Eintracht— noch öfter freilich in offener Fehde— finden sich, wo man nicht nach diesem Grundsatz verfährt, in Schränken und Schubfächern die verschiedenartigsten Gegenstände nebeneinander. Die Besitzerin hat keine Ahnung, wie sie dahin gelangen, obgleich sie dieselben in einem Augenblick der Verlegenheit mit eigener Hand hineingesteckt! Sie weiß nie, wo das zu finden ist, was sie gerade braucht, und so kommt es, daß viele Dinge in einer ihrer ursprünglichen Bestimmung völlig widersprechenden Weise verwendet und dadurch natürlich verdorben werden. Der Servietten bedient man sich als Handtücher, der Handtücher zum Staubwischen; die Gabel wird statt des Korkziehers benutzt; das Schirreisen dient als Hammer. Der Schlosser ist in einem solchen Hause eine sehr häufig begehrte Person, denn das Verlegen der Schlüssel ist an der Tagesordnung. Selten kommt eine Speise wohlschweckend und zur rechten Zeit auf den Tisch, denn fast immer fehlt etwas von den nötigen Zuthaten. Kurz, eine Unordnung, die Frieden und Glück verschlingt, ist die unausbleibliche Folge. Manche Familie, welche wir in Armut und Unfrieden sehen, würde in Wohlstand und Heiterkeit leben, hätte die Hausfrau es verstanden, die Bedeutung des Grundsatzes zu würdigen: Jedes Stück an seinen Ort, einen Ort für jedes Stück.“ * Au der Auiverstät zu Verlin sind in diesem Wintersemester 5006 Studirende eingeschrieben. Im Sommersemester studirten hier 4150 Personen, sodaß sich die Zahl der Studirenden in diesem Semester um 856 gehoben hat. 676 gehörten der theologischen, 1242 der juristischen, 1133 der medicinischen, 1955 der philosophischen Facultät an. 3980 Studirende stammen aus Preußen, 585 aus den übrigen Teilen des deutschen Reiches, darunter 6 aus Elsaß=Lothringen, 313 aus den eurogäischen Ländern, darunter 87 aus Oesterreich=Ungarn, 73 aus der Schweiz, 72 aus Rußland und 5 aus Frankreich. Den außereuropätschen. Ländern gehören 128 Studirende an, und zwar stammen 112 aus Amerika, 15 aus Asien und 1 aus Afrika. Außer den eingeschriebenen Studirenden sind 196 Personen mit besonderer Genehmigung des Rectors zum Hören von Vorlesungen berechtigt. Wie Fürst Bismarck Modell sitzt, darüber teilte jüngst der Bildhauer Karl Kauer in St. Louis einem Interviewer folgendes mit: „Er(Bismarck) war eines meiner schwierigsten Modelle. Die Zeitungen sprechen immer von ihm als von dem„Unbeweglichen" und„Unergründlichen“, sodaß man meinen sollte, seine Züge seien aus Eisen geformt. Ich brachte ihn in die gewünschte Stellung und fand auch den Ausdruck, den ich fixiren wollte. Aber ich hatte kaum ein halbes Dutzend Striche gemacht, als schon ein neuer Gedanke ihn durchzuckte und seine Züge änderte. Freude, Aerger, Unzufriedenheit wechselten beständig auf dem Antlitz meines Modells, sodaß ich ganz confus wurde. Und nun denke man sich diese verwirrenden Veränderungen in einer einzigen Sitzung ein halbes Dutzend mal wiederholt. * 50 jähriges Amtsjubiläum des Reichskanzlers. In wenigen Monaten findet zugleich mit dem 70. Geburtstage des Reichskanzlers dessen fünfzigjähriges Amtsjubiläum statt, das, wie der„Bär“ zu melden weiß, in hervorragender Weise gefeiert werden soll. Zu Ostern 1835 wurde der junge Herr von Bismarck nach abgelegtem Examen als Auscultator vereidigt und trat beim Berliner Stadtgericht vor nun 50 Jahren seine amtliche Laufbahn an. Er wohnte damals mit seinem älterer Bruder Bernhard, der Officier im GardedragonerRegiment war, Behrenstraße. Bekannt ist aus diesen Stadtgerichtsperiode des Fürsten=Reichskanzlers eine Anecdote, die gelegentlich vorstehender Meldung, hier nochmals Platz finden mag. Der junge Richtergehülfe fungirt als Protocollführer und ver*. Die Staatsanwaltschaft hat gegen der verantwortlichen Redacteur Bäcker der„Freien Ztg. wegen grober Beleidigung des Hofpredigers Stöck# das Strafverfahren eingeleitet. Wie das„Deutsch Tagebl.“ hört, hat bereits ein Termin stattgefunde und soll sich der Beschuldigte zur Führung Wahrheitsbeweises erboten haben. Als Verteidige für diesen sensationellen Proceß sind für## Vorverfahren Rechtsanwalt Sachs und für„ Hauptverhandlung außerdem die Rechtsanwal Munckel und Dr. Friedmann in Aussicht genomme *. Pesth, 19. Nov.(Wieder ein Postdiek stahl.] Das„Budapest. Tagebl.“ publicirt Telegramm aus Jaszbereny, nach welchem ein Postdiebstahl vorgekommen ist. Aus eine Postbeutel wurden 6000 Gulden entwendet statt des Geldes fand man Papierschnitzel. * Folgendes Inserat, welches rege N0# ahmung verdient, findet sich im Demminer blatt:„Bei eintretender Kälte muß ich wiel militärisch grüßen und bitte um Gegenseitigle Sanitätsrat Dr. Pfeiffer.“ * Der Buchdruckereibesitzer L. s. Z. in der antisemitische Lichshauptstadt eine Rolle spielte gatorben. Provinzielle Nach * Gelsenkirchen, 3. Dec. H# Augenarzt in Bochum, ist zur Ze nichung der Bergleute des we #ens auf Nystagmus(krampfhe Die specifische Bergmanns=Krankhe #n zu diesem Zwecke heute eir ###chung der Knappen auf den 3 Consolidation vorgenommen ###tat ergeben, daß 4% dieser Kenannter Krankheit behaftet sind. #absichtigt mit diesen Untersucht E Nystagmus zu ermitteln, um Eegen diese Krankheit eingreisen * Anstelle des verstorbene Hberjustizrats Meyer soll Hei hr. Falk als Präsident des 5 #ussicht genommen sein, währ Präsident Bardeleben in Berlin, ##und) der Nachfolger des He amm sein werde. * Der Herr Minister der den landwirtschaftlichen CulturAnd Landkreises Bochum für hervor dem Gebiete der Landwirtsch Uugewendet. Nach Beschluß des ie silberne Medaille dem Her Eickel und die beiden broncen herren Klettmann und Backhaus #instimmig zuerkannt. * In der Schöffengeri . ds. wurden bestraft: 1. Bei von hier wegen Diebstahls: 2 2 2. Bergm. Joseph O. von Bulnck Anit Begehung eines Verbrechens Tage Gef.; 3. Bergm. Fritz H Wberübung groben Unfugs: 20 efängnis; 4. Metalldreher Kar Domicil wegen Bettelns und legitimationspapiere: 3 Wochen hauergehülfe Richard M. ohn Bettelns: eine Woche Haft; 6. ##bard G. von Bochum wegen wiss ##falscher Legitimationspapiere: 1 Bergm. Joseph O. von Brau * Generalfeldmarschall Frhr. v. Manteuffel hat um seine Enthebung von dem Posten eines Statthalters von Elsaß=Lothringen nachgesucht. Das Gesuch ist unter ausdrücklicher Bezeugung vollsten Vertrauens abgelehnt worden. Gottesdienst=Ordnung der evangel. Gemeinde Gelsenkirchen. Samstag, 6. December: Beichtandacht 3 Uhr. Pastor Leich. Sonntag, 7. December: Frühgottesdienst 8 Uhr. Pastor Deutelmoser. hauptgottesdienst 10 Uhr. Pastor Leich. Communion. Collecte für die Mission. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst Pastor Deutelmoser. Die Amtswoche hat Pastor Leich. Gottesdienst= Ordnung der evangel. Gemeinde Schalke. Sonnabend, den 6. Decemb. 1884. Beichtandacht 3 Uhr: Sonntag, den 7. Decemb. 1884. Hauptgottesdienst ½10 Uhr. (Feier des h. Abendmahls). Misionsstunde 2 Uhr. Erangelische Kirche zu Herne. Sonntag, den 7. December 1884. (2. Advent.) Frühpredigt 8 Uhr: Pf. Dransfeld. Vormittags 10 Uhr: Pf. v. Martitz. Abendmahlsfeier. Amtswoche: Pfr v. Martitz. nimmt einen Menschen, der durch sein unverschämtes Betragen die Fassung des jungen Auscultators so erschüttert, daß dieser aufspringt und ausrust „Herr, menagiren Sie sich, oder ich werfe hinaus.“ Freundschaftlich klopft der anwesende## Stadtgerichtsrat dem erhitzten Protocollführer auf die Schulter und sagt beruhigend:„Herr Auscul tator, das Hinauswerfen ist meine Sache.“ Din Vernehmung wird fortgesetzt, es dauert aber nich lange, so springt Bismarck wieder auf und donner#### „Herr, menagiren Sie sich, oder ich lasse Sie durc den Herrn Stadtgerichtsrat hinauswerfen!" Bekanntmachung. Sämtliche Handwerksmeister des Amtsbezirkes Schalke lade ich zu einer Sitzung auf Montag, den 3. d.., nachmittags 5 Uhr in das Local des Gastwirts Schlie: sing hierseibst ergebenst ein. Tagesordnung: 1. Vorlage der Statuten der Gesamt=Innung. 2. Wahl des Innungs=Vorstandes Schalke, 5. December 1881. Der Amtmann: Klose. Kusberkauf. Dienstag, 9. d. M. vormittags 9½ Uhr, werde ich im Saale des Herri Leitkamp in Wanne eine Partie Kleider stoffe, Kappen, Hüte, Lampen 2c., meistbietend gegen Baar verkaufen W. Walbeck, Wanne 16. bis 19. Decembei Ziehung Baden De Größte Lotterie. Baar verw. f. 1. Hptgw. 50000 M. 2. Gew. 20000., 3. Gew. 1000 ####: Gew. 5000., 5. Gew 000 M. Ferner 6600 M. Gew 2000 M u. s. w. 1/8 Los 8. bos, ½ 165 Pfg., ½ 3¼ M. nunge Lose à 6 9/10 M. versendet: Lotteriebank C. Deppe, Bochum Um: Lose 3.,) noch vorrätig " 1„( Gew.=Liste Pr. Schl.„ 1¾.) 20 Pfg. zl. v. Cuny, Hammacher, von Lenz, Marquardsen * Der Buchdruckereibesitzer Julius Ruppel, 1. f. Z. in der antisemitischen Bewegung der #ichshauptstadt eine Rolle spielte, ist gestern plötzg4 persiorven. Provinzielle Nachrichten. * Gelsenkirchen, 3. Dec. Herr Dr. Nieden, Augenarzt in Bochum, ist zur Zeit mit der Unter#chung der Bergleute des westfälischen Kohlenbiens auf Nystagmus(krampfhaftes Augenzucken), specifische Bergmanns=Krankheit, beschäftigt und lut zu diesem Zwecke heute eine General=Unterschung der Knappen auf den Zechen Rhein=Elbe und Consolidation vorgenommen, welche das Rectat ergeben, daß 4% dieser Belegschaften mit #nannter Krankheit behaftet sind. Herr Dr. Nieden #absichtigt mit diesen Untersuchungen die Ursache kis Nystagmus zu ermitteln, um dann etfolgreicher gen diese Krankheit eingreisen zu können. * Anstelle des verstorbenen Wirkl. Geh. hberjustizrats Meyer soll Herr Staatsminister hr. Falk als Präsident des Kammergerichts in nussicht genommen sein, während LandgerichtsBräsident Bardeleben in Berlin,(früher in Dort#und) der Nachfolger des Herrn Dr. Falk in Hamm sein werde. * Der Herr Minister der Landwirtschaft hat den landwirtschaftlichen Cultur=Verein des Stadtund Landkreises Bochum für hervorragende Leistungen Auf dem Gebiete der Landwirtschaft drei Medaillen ugewendet. Nach Beschluß des Vorstandes wurde ie silberne Medaille dem Herrn Middeldorf in Eickel und die beiden broncenen Medaillen den herren Klettmann und Backhaus in Eppendorf keinstimmig zuerkannt. * In der Schöffengerichtssitzung vom 5. ds. wurden bestraft: 1. Bergm. Wilhelm K. on hier wegen Diebstahls: 2 Wochen Gefängniß; 2. Bergm. Joseph O. von Bulncke wegen Bedrohung mit Begehung eines Verbrechens: 30 M. event. 5 Tage Gef.; 3. Bergm. Fritz H. von hier wegen Verübung groben Unfugs: 20 M. event. 4 Tage Gefängnis; 4. Metalldreher Karl Theodor P. ohne Domicil wegen Bettelns und Gebrauchs falscher Legitimationspapiere: 3 Wochen Haft; 5. Steinhauergehülfe Richard M. ohne Domicil wegen Bettelns: eine Woche Haft; 6. arbeitsloser Eberhard G. von Bochum wegen wissentlichen Gebrauchs falscher Legitimationspapiere: 14 Tage Haft; 7. Bergm. Joseph O. von Braubauerschaft wegen Verübung groben Unfugs: 6 Wochen Haft; 8. Ehefrau., Elise geb. M. von Braubauerschaft wegen Verübung groben Unfugs: 20 M. event. 5 Tage Haft. Außerdem vier Freisprechungen und eine Verlegung. * Als positive Maßregeln zur Fortsetzung der Reform der Gewerbegesetzgebung schlägt die„Nordd. Allg. Ztg.“ vor: Die Sicherung der technischen Ausbildung des Handwerkerstandes durch ein geordnetes Lehrlings= und Gesellenwesen muß das Fundament bilden. Unterscheidung des Handwerkslehrlings von dem jugendlichen Arbeiter schriftlicher Lehr= und Arbeitscontract, gesetzlich vorgeschriebene Lehr= und Wanderjahre, obligatorischer Besuch von Fortbildungs= und Fachschulen, Gesellenprüfungen, obligatorische Arbeitsbücher, Regelung des Herbergs= und Unterstützungswesens, Innungszwangskassen mit gesetzlicher Beitragspflicht für alle Handwerksmeister, das sind die wesentlichsten Puncte, die hierbei inbetracht kommen. X Schalke, 5. Dec. Der ev. Arbeiterverein gedenkt auch in diesem Jahre wieder eine sinnige Weihnachtsfeier zu veranstalten, und ist man bereits mit den Vorbereitungen dazu, d. h. der Ausarbeitung eines besonders gewählten Programms beschäftigt. Am nächsten Sonntag findet ein Generalversammlung und im Anschluß daran Vorstandssitzung statt. X Schalke, 5. December. Bei eintretendem Frostwetter empfiehlt es sich, allabendlich die Wasserleitung abzusperren; es ist zu Anfang dieser Woche mehrfach hier vorgekommen, daß Rohre in den Häusern zur Nachtzeit geplatzt sind und den Bewohnern morgens beim Aufstehen die schönste Ueberschweimung sich darbot. * Wanne, 2. December. Durch Verfügung des Herrn Oberpräsidenten der Provinz Westfalen ist den Apothekern Herren Orland zu Carden a. d. Mosel und Heinrich Crux zu Wickede a. d. Ruhr die Genehmiguug zur Errichtung einer zweiten Apotheke in der Gemeinde Wanne resp. Herne erteilt worden. Hierdurch dürfte den berechtigten Wünschen der Bewohner genannter Orte entsprochen sein. * Der Personenzug Nr. 5 Sochum=Herne ist am 3. Dec. morgens in der Ausfahrt nach Riemke mit der Maschine, dem Packwagen und 2 Personenwagen in einer Weiche entgleist. Die Strecke Bochum=Riemke dadurch auf kurze Zeit gesperrt. Die Ursache der Entgleisung ist noch nicht festgestellt, die Untersuchung hierüber jedoch im Gange. Verletzungen von Personen sind nicht vorgekommen. Die Beschädigungen von Material sind unbedeutend. * Der„Bochum. Ztg.“ schreibt man aus Bruch unterm 2. Dec.: Gestern wurde der kürzlich von Röhlinghausen nach hier verzogene Bergmann Wilhelm Droste von zwei PolizeiOffizianten des Amtes Wanne auf Requisition des Königl. Landgerichts zu Essen zur Haft gebracht. Derselbe soll sicherem Vernehmen nach an einem Straßenraub, welcher in der Nacht vom 7. zum 8. September d. J. in Röhlinghausen stattgefunden hat, teilgenommen haben. Ferner soll die Untersuchung über das meuchelmörderische Erschießen des allgemein recht beliebten und braven Sohnes des in Röhlinghausen wohnenden Wirts Diedr. Artmann, welches s. Z. die ganze Umgegend in Aufregung versetzt hatte, ergeben haben, daß p. Droste auch hierin seine geheime Mitwirkung bewiesen hat. Die Entdeckung und weitere Ermittelung dieser beiden Verbrechen soll nur den unermüdlichen Recherchen des in Röhlinghausen angestellten Polizeibeamten K. zu verdanken sein. * Steele. Die Ruhr ist aus ihren Ufern getreten und überschwemmt die angrenzenden Weiden und Aecker. Die Ruhrfähre hat ihren Dienst eingestellt, und die Verbindung mit den Bewohnern von Ueberruhr ist unterbrochen. * Werden. Das Wasser der Ruhr ist stark gestiegen; die Fluten spülen schon bis an den Rand der Laupendahler Landstraße. * Da sich die Schiffahrtsverhältnisse plötzlich ein wenig günstiger gestaltet haben, so nehmen die Verladungen im Buisburger Hafen ihren Fortgang, wenn auch vorläufig immer noch in sehr beschränktem Umfange. Selbst einige größere Dampfboote machten sich reisefertig. Hoffentlich werden sich die neuerwachten Hoffnungen nicht abermals schon nach kürzester Frist als trügerisch erweisen. * In hagen wurde am 29. Novbr. unter Beteiligung der weitesten Kreise der Bevölkerung und vieler auswärtiger Gäste, namentlich vieler früherer Schüler, das 60jährige Jubiläum der dortigen Gewerbeschule,(mit der eine gewerbliche Fachschule verbunden ist) gefeiert. * Die„Elberfelder Zeitung" berichtet, daß in dem Hochverratsproceß wider Reinsdorff und Genossen am 20. Nov. vier Eichenstämme nach Leipzig abgesandt worden seien, welche als Beweisstücke dienen. Die Nachricht stimmt und ebenso die Annahme, daß die Bäume zur Leitung der Zündschnur gedient haben. Wie ja nirgends mehr einem Zweifel begegnet, ist das Verbrechen abwärts vom Denkmal an der Straße versucht worden. Die Sprengmasse war in der Drainage untergebracht und die Zündschnur leitete einige Schritte hinein in den dicht herantretenden Wald. Um nun nicht aufzufallen, was bei dem lebhaften Verkehr an jenem Tage in der Gefahr gelegen haben würde, wenn im Walde jemand auf der Erde hantirt hätte, haben die Attentäter die Zündschnur an einem Baumstamme so hoch geführt, daß die Jubrandsetzung en passant sich bewerkstelligen lassen mußte. Dieser Baum und die drei nächststehenden mit ihm wurden nach Feststellung der Thatsachen in diesem Sommer gefällt und werden nun also im Gerichtssaale wieder erscheinen. Das genannte Blatt bestätigt übrigens auch die Leipziger Nachricht, daß die Endverhandlung wol nicht vor Mitte Jannar statthaben wird.. * Zu der am 15. ds. Mts. vor dem Leipziger Reichsgericht beginnenden Verhandlung gegen Reinsdorff und Gen. sind aus Elberfeld u. a. als Sachverständige geladen Herr Dr. chem. Fr. Sintenis und der Eisenbahnkanzlist und Lehrer der Stolze'schen Stenographie Herr Karl Bierfreundt. * Aus Elberfeld wird gemeldet: Zu der Prozeßsache wider Reinsdorff und Genossen wurde als ein weiteres auf das hier verübte Verbrechen bezügliches Ueberführungsstück jener bei der Explosion zertrümmerte Stuhl aus dem Restaurant Willemsen, unter welchen die Dynamitpatrone gelegt war, nach Leipzig gesandt. * In Soest findet am künftigen Sonntage(.), abends 5½ Uhr, in dortiger Petrikirche das Kreisfest des Gustav=Adolf=Vereins statt, bei welchem Herr Generalsuperintendent Dr. Nebe aus Münster die Festpredigt halten wird. * Die Erhardt'sche Papierfabrik in Luttenbach brannte bis auf den Grund nieder, drei Gebäude mit großartigen Einrichtungen und Lagerräumen. Durch die vielen Materialien und Papiere stiegen die Feuersäulen unendlich hoch und leuchteten hell und weit in das ganze Thal. Das Feuer entstand auf unbekannte Weise in einem Lumpenlager. Ohnmächtig schlugen die Wasserstrahlen an die mit so vielen brennbaren Stoffen gemischten Vorräte, und besonders konnte an ein Löschen des Papierlagers nicht gedacht werden. Der Schaden ist groß, aber durch Versicherungen gedeckt. * Bei der Ausbaggerung des Yeutzer Hafens wurde ein Mammuthzahn aus dem Hafenbett zu tage gefördert, welcher 8 Pfund schwer, 27 cm lang, 17 cm breit und 7 cm dick ist. Es ist ein Backenzahn und rührt seiner Bildung nach wol von einem vorweltlichen Grasfresser her. Gottesdienst=Ordnung der evangel. Gemeinde Gelsenkirchen. Samstag, 6. December: Beichtandacht 3 Uhr. Pastor Leich. Sonntag, 7. December: Frühgottesdienst 8 Uhr. Pastor Deutelmoser. hauptgottesdienst 10 Uhr. Pastor Leich. Communion. Collecte für die Mission. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst Pastor Deutelmoser. Die Amtswoche hat Pastor Leich. Gottesdienst= Ordnung der evangel. Gemeinde Schalke. Sonnabend, den 6. Decemb. 1884. Beichtandacht 3 Uhr: Sonntag, den 7 Decemb. 1884. Hauptgottesdienst ½10 Uhr. (Feier des h. Abendmahls). Nissionsstunde 2 Uhr. Erangelische Kirche zu Herne. Sonntag, den 7. December 1884. (2. Advent.) Frühpredigt 8 Uhr: Pf. Dransfeld. Vormittags 10 Uhr: Pf. v. Martitz. Abendmahlsfeier. Amtswoche: Pfr v. Martitz. Bekanntmachung. Sämtliche Handwerksmeister des Amtsbezirkes Schalke lade ich zu einer Sitzung auf Montag, den 3. d.., nachmittags 5 Uhr in das Local des Gastwirts Schliesing hierseibst ergebenst ein. Tagesordnung: 1. Vorlage der Statuten der Gesamt=Innung. 2. Wahl des Innungs=Vorstandes. Schalke, 5. December 1881. Der Amtmann: Klose. Dienstag, 9. d.., vormittags 9½ Uhr, werde ich im Saale des Herrn Leitkamp in Wanne eine Partie Kleider= stoffe, Shwals, Hüte, Lampen 2c., meistbietend gegen Baar verkaufen. W Walbeck, Wanne. 16. bis 19. December Ziehung Baden Größte Lotterie. Baar verw. f. 1. Hptaw. 50000., 2. Gew. 20000., 3. Gew. 10000 ##. 4. Gew. 5000., 5. Gew. 000 M. Ferner 6600 M. Gew. 2000 M u. s. w. 1/8 Los 85 bas: J= 165 Pfg., ½ 3¼., nunge Lose à 6 3/10 M. versendet: Lotteriebank C. Deppe, Bochum. Alm: Lose 3.,) noch vorrätig. B23c. 1. Gew=Oste „ 1¾„) 20 Pfg. Bekanntmachung, betrifft die Anlage eines neuen Schlachthauses in der Gemeinde Bickern. Der Winkelier Friedrich Lange zu Bickern beabsichtigt, auf der von ihm erworbenen Parzelle Flur II Nr. 1075/87 der Steuergemeinde Bickern die Anlage eines neuen Schlachthauses. Dem§ 17 der Neichs=Gewerbe=Ordnung gemäß bringe ich im Auftrage des Königlichen Landratamtes zu Bochum(Landkreis) dieses Vorhaben hierdurch zur öffentlichen Kenntnts, mit der Aufforderung, etwaige Einwendungen gegen die Anlage binnen 14 Tagen bei der unterzeichneten Behorde in 2 Exemplaren schriftlich oder zu Pretokoll anzubringen, mit der Verwarnung, daß die, mit Ablauf des Tages, an welchem das diese Bekanntmachung enthaltene Amtsblatt ausgegeben worden, beginnende Frist für alle Einwendungen nicht privatrechtlicher Natur präclusivisch ist und mit dem Hinweis, das die Zeichnungen, Pläne und Erläuterungsberichte auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde während der 14tägigen Frist, innerhalb der Dienststunden, den Beteiligten zur Ansicht ausliegen. Zur mündlichen Erörterung der event. eingegangenen rechtzeitig erhobenen Einwendungen vor dem Unterzeichneten setze ich hiermt gleichzeitig Termin an auf Dienstag, den 23. d.., vormittags 10 Uhr, auf dem hiesigen Amtsbureau, mit der Eröffnung, daß im Falle des Ausbleibens des Unternehmers oder der Widersprechenden gleichwol mit der Erörterung der Einwendungen wird vorgegangen werden. Wanne, den 1. December 1884. Der Amtmann: v. Borries. Gewerbeschule für Frauen u. Töchter Gelsenkirchen, Friedrichstrasse 6, I. Etage. Unterricht in allen Handarbeiten: Nähen, Flicken, Sticken, Stopfen u. a. w. Maschinen-Nähen, Wäschesuschneiden, gründl. Schneiderunterricht. Putzmachen, Bügeln. Einf. u. dopp. Buchführung. VorbereitungsCursus für Handarbeits-Lehrerinnen. Pensionairinnen finden in der Bochumer Gewerbeschule, welche mit Pension verbunden ist, Aufnahme.— Ausw. Schülerinnen erhalten durch die Bahndirection Schtllerbillets. Prospecte gratis. Die Vorsteherin: Marie Mager. Knechtstedener Gold-Eier-Lotterie Endgültig D# Ziehung 16. December 1884 Endgültig. Heuptgewinne 15000 Mk., 2500 Mk., 1000 Mk. in Gold. Los 1 Mark, 11 Lose 10 Mark(Porto und Liste 30 Pfg. beifügen.) General-Agent. A. Fuhse, Mülheim(Ruhr) u. deren Verkaufsstellen. E„„„ 9 9 Große Auswahl in 62 #„„„„ 5 bei F. Dienst, Gelsenkirchen. Geschäfts-Verlegung. Verleate meine Schlosserei von Schalke nach Gelsen: kirchen, Bochumerstraße Nr. 62, und halte mich zu allen vorkommenden Schlosserarbeiten, Bauarbeit aller Art, There, Gitter etc. bestens empfohlen. Großes Lager in Tafelherden, Füllregulir=, Säulen=, Mantel=, Oval=, Quint=, und Saarösen, sowie sämtliche Küchengeräte nur in bester Qualität. Durch Billigkeit der Preise, prompte und gute Bedienung hoffe mir das Vertrauen der geehrten Bewohner von Gelsenkirchen und Umgegend recht bald zu gewinnen. Hochachtungsvoll Aug. Glittenberg, Schlossermeister. Carl Droge, Hoch= u. Neustr.=Eike 20 empfiehlt sein gut assortirtes Lager in den besten Sorten Eigarren, sämtt. Parfumerien. Cartonagen, zu Weihnachtsgeschenken sehr geeignet. Mund= und Zahnwasser, Haarfärbemittel und den allbekannten Siegels Hühneraugentod. Für Mütter zu empfehlen:# die echten Gebr. Gehrigs Zahnhalsbänder. in feineren Bürsten als: Kleider., Kopf=, Taschen= und Zahnbürsten. Alle Sorten Kämme, sowie eine große Auswahl in fertigen Flechten und Ketten = zu den billigsten Preisen. Zugleich teile meiner verehrten Kundschaft mit, daß ich meinen Barbier= und Frifir=Salon aufs komfortabelste eingerichtet habe und verspreche in diesem Fache, sowie in der Chirurgie, als Zahnziehen, Schröpfen 2c., und in Anfertigung sämtlicher Haararbeiten beste Bedienung. Pa##l Dräge. Gelsenkirchen,### Cart Brogs, Hoch= und Neustraßen=Ecke 26. Landwirtschaftlicher Patentwecker Läutewerk. (D..=Patent.) Local- Verein Wanne. Monatsversammlung am Samstag, den 13. Deebr., nachmittags 3 Uhr, im Locale des Wirts Herrn Fr. Wolters in Wanne. Tagesordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Vortrag des landwittschaftlichen Lehrers Dr. Götting über Fütterung von Kraftfuttermittel und Conservirung des Stalldüngers. 3. Fragebeantwortungen. 4. Mitteilung über die Fütterung von Sesaamkuchen. 5. Bestellung auf Futtermittel. 6. Verschiedenes. Die Deutsche Weingesellschaft Duhr& Co. in Cöln Dieser patentirte Wecker übertrifft alle bis jetzt bekannten Systeme durch die starke Resonanz, sowie Sicherheit im Wecken, eignet sich daher ganz besonders für Bergleute, Bäcker, Fabrikarbeiter, Post= und Eisenbahnbeamte 2c. 2c., überhaupt für alle, die unbedingt zur bestimmten Zeit aufwachen müssen. Dieselben empflehlt unter Garantie bei billigem Preise. Fr. Vorggräfe, Uhrmacher in Wanne. .50. Allein=Verkauf für Gelsenkirchen zu Originalpreisen bei Wilh. Schäfer, Gelsenkirchen, Bahnhofstr. 74. Soossssn Ausführliche Preiscourante stehen zi Diensten. Bekanntmachung. Dienstag, den 9. December, morgens 9¼ Uhr, werden wir auf dem Bahnhofe Ueckendorf-Wattenscheid (Rheinisch) eine Anzahl ausrangirter, für Bahnzwecke nicht mehr brauchbarer Inventarien= stücke und Materialien, u. A. auch Eisen= und Gußschrott, alten Eisendraht, Kupfer=, Zink= u. Blei=Abfälle, Bahnschwellen, Thüren, Fenster, Brennholz u. s.., öffentlich meistbietend gegen sofortige Zahlung zum Verkauf ausfetzen lassen. Die Bedingungen werden vor dem Termin bekannt gemacht, können aber auch vorher beim Bahnmeister Dahm zu Ueckendorf=Wattenscheid eingesehen werden. Essen, den 27. Novbr. 1884. Königl Eisenbahn=Betriebs(rechtsrheinisch). mit und ohne Gummizug, für Herren u. Damen in schönster Auswahl empsiehlt zur gefälligen Abnahme W. Wessling, Gelsenkirchen, Alter Markt 11 Restauration Becher, Gelsenkirchen, Bahnhofstr. Sonntag Abend: Hasenpfeffer. Geiitereiitelt gesucht von Elias, Wäsche=Fabrik, Gelsenkirchen, Fried ichstr. 87. Verlegte mein Bureau in das Haus des Herrn Hermann vom Berge, am Markt, Bahnhofstraße Nr. 16, eine Treppe. Gelsenkirchen, 2. Decbr. 1884. Dr. Cchausz, Rechtsanwalt. e = 20 * Bekanntmachung. Die Jahres=Rechnung der Gemeinde=Kasse Herne pro 1883/84 liegt vom 6. d. M. ab 14 Tage bindurch zur Cinsicht der GemeindeMitglieder bei mir offen. Herne, 2. December 1884. Der Amtmann: Schäfer. B. Krieger-Denknal-Lotterie. Zieh. unwiderr. 15. Deobr. 1884. 1 Hauptgw., Silbersäule 3000/M. Total 600 Gew. Zus. 10000 M. Los 1., 6 Lose 5., 12 Lose 10 M. (Porto u. Liste 30 Pf. beifüg.) empf. A. Fahise, Mühlkeim(Kukr). Neuß verlost 16 bis 19. December z. G. Abteikirche Knechtsteden (1869 durch Brand zerstört): 40000 M. nesfer 15000., 2 Gew.= 5000., 4 Gew.= 4000 M. Ferner 16000 M. Gew à 1000 M. u. s. w. Los 1., 11 St. 10 M. versendet Lotteriebank C. Deppe, Bochum. Ulm: Lose à 3 M. noch vorräBaden„„1/ 85#tig. Gew.= Pr. Schl.„„1¾ M. Liste 20 J) Brau Aanze und Bilder werden gelchmackvoll eingerahmt, Stickereien A. Elbers, Buchbinder und GalanterieArbeiter, Gelsenkirchen, Abstraße 17. 1000 zrR. Sesher dem, der beim Gebrauch von Goldmann's Kaiser= Zahnwasser à Fl. 60 Pfg. und 100 Pfg. jemals wieder Zahnschmerzen bekommt. S. Goldmann& Cie., Dresden.— Zu haben bei: Wwe. F. W. Pasch Nachl., Gelsenkirchen; Heury George, Wattenscheid: J. Hilbers, Eichel, W. Frünger, Wanne. Glacé=, Wild= u. waschlederne Handschuhe werden gewaschen und gefärbt in der Färberei und ReinigungsAnstalt Kirchstraße 11, Gelsenkirchen, vis--vis der Post. Nathenow. Brillen.? Cylinder=Uhren von 11 M. an. 0 Regulateure 0 von 24 M. an. Wanduhren von 3. M. an. Th. Holtmann, Uhrmacher,() Schalke, Friedrichstr. 6 Jede Woche tresfen wilde Enten ein.&a Stück 2 Mk. franco Haus. Postkarte wird mit 5 Pf. als Bestellgeld vergütet. C. Wirtz, Fett=, Colonial=, Mehl= u. Landesproducten=Handlung, Gelsenkirchen, Rhein=Elbestraße 22. Anlässlich der jetzt langen Winterabende erlaubt sich die UnterPSchsterur Beteitigunganihren Jurnalzirke einzuladen. R. Scipio’s Buchhandlung, Gelsenkirchen. Für zahnende Kinder werden allen Müttern Gebr. Gehrigs Zahnhalsbänder seit ca. 40 Jahren bewährt, Kindern das Zahnen zu erleichtern, sowie Unruhe und Zahnkrämpfe fern zu halten, bestens empfohlen. Echt zu beziehen à 1 Mk. durch die Erfinder Gebr. Gehrig, Hofl. und Apotheker, Berlin SW., Besselstraße 16. In Gelfenkirchen echt zu haben bei A. Springorum. Eheskalihk: Eylinder=RemontoirUhren (ohne Schlüssel aufzuziehen) 20 Mark,— sowie goldene Herren= u. DamenUhren, Regulateure u. WandUhren.— Reparaturen gut und billig unter Garantie. Menges, Uhrmacher, Gelsenkirchen, Loczunersr. 29 C sind fortwährend zu haben bei H. Koop in Bickern. Iu Weihnächlsgrschranen empfehle: Gebet- und Gesangbücher, Bilderbücher und Jugend=Schriften, Farb= und Federkasten, Schultaschen, Tornister und Tafeln, Verzierungen am Weihnachtsbaum in schönster Auswahl. A. Elbers, Gelsenkirchen, Abstrasse 17. Den geehrten Bewohnern von Gelsenkirchen und Umgegend hiermit die ergebene Mittetlung, daß ich mich hierselbst, Klosterstraße Nr. 1, Bahnhofstraßen=Ecke, als „Lubrkikk, Golbarbeiter und Graveur niedergelassen habe und halte ich mich unter Zusicherung prompter und reeller Bedienung bestens empfohlen, Alle in mein Fach einschlagende Arbeiten werden schnell und billigst angefertigt.— Altes Gold und Silber wird zu reellen Preisen angekauft und in Zahlung genommen. Gelsenkirchen. Hochachtend! Wilhelm von Oy. Evang. Gesangbücher g. Bieng. 30000005500000000 Empfehle zur diesjährigen Saison mein reichhaltiges Lager in PStieser u. Schühr System Orof. Dr. G. Jaeger. Beste Fußbekleidung für Fußleidende jeder Art. Prämiirt mit der goldenen Medaille auf der Hygienischen Weltausstellung in London 1884. # Alleinige Niederlage für Gelsenkirchen und Umgegend bei 3W. Wessling, Gelsenkirchen. M Alter Markt Nr. 11. 0 30500050000000 * S 5 6 S 950 S S 5E S S S8 ###Sy E S E 2 * S. a1 —• S—• S* E S u. 5 R 8 5 Lönhold'schen Oefen, amerik. Syft., Säulenöfen. Haushaltungsgegenstände aller Art zu den billigsten Preisen. Schlittschuhe. Kinderschlitten. Carl Fasch, Gelsenkirchen, Zahnhosstraße. Meine ist auf das Reichste ausgestattet und bitte freundlichst um Besuch. Gelsenkirchen, im Decbr. 1884. A. Springorum. Suche bis zum 15. d. M. für mein Specerei=Geschäft und Wirtschaft eine gewandte Gehülfin. Wilh. Wortmann, Gelsenk., Mühlenstraße 8. —3 junge Mädchen gesucht. Damen=Costüme werden elegant u. billig angefertigt. Frau Belter, Theresienstraße 2, Gelsenkirchen. Ein erfahrenes evang. tüchtiges Dienstmädchen gesetzten Alters, das alle Hausarbeit versteht, und der Hausfrau eine kräftige Stütze sein kann, wird in eine quie Stelle gegen hohen Lohn gesucht. Von wem sagt unter Nr. 3118 die Exp. d. Bl. Haupt= und 1. Lotterie Großh. Kreishauptstadt Haden. 2000 Gew. Grigmal=Lose Schluß= darunter Hauptgewinne i. W..:..„„(4 6 ur. 30 P. Stehungshgggß“ B4110N 3000 Mk. Ind ur besichen 16. N 18. 10000“— SO Dp COM and M u. s. w. u. s. w. Gr. Packhosstraße 28. December d. J. 1 Mk. Neu und vorteilhaft für jede Hausfrau Nur für Wiederverkäufer. ist meine neue Einrichtung für Einpressung von Mustern in Möbelplüsch, Sammet und Seiden=Garderoben, wodurch selbst schon schadhafte Stellen wieder gedeckt werden, so daß solche ganz wie neu erscheinen. Muster zur gefälligen Ansicht in meinem Locale. — Gleichzeitig bringe ich das Reinigen und Färben von Damen= und Herren=Gardei oben in empfeblende Erinnerung, welches täglich aufs sauberste ausgeführt wird. Carl Kunze, Kunstfärberei u. chem. Wäscherei, Gelsenkirchen, Hochstr. 10. s Gegen Husten 2c. Malzbrustzucker, Malzzucker, Sanitätszucker, Althrablockzucker, Kreuterzucker, Honigzucker. Die Eröffnung der WeihnachtsAusstellung der Pleffernünzfabrikste. Pfessermünzküchel, Pfeffermünzrolen, Pfeffermünzkangen, Pfeffermünzdrops, Pfeffermünzboltien, Pfeffermünztabletten Medizinischen Tokayer, sowie sämtliche Colonial=, Kurz= und Wollenwaren #empfiehlt in bester Qualität zu Tagespreisen Bickern,„ G. Hagemann. Nähmaschinen der bewährtesten Systeme zu Fabrikpreisen und unter günstigen Zahlungsbedingungen, sowie Nadeln, Oele 2c. in vorzüglicher Qualität mpfiehlt 6. Hahn, Mlechkaniker, Gelsenkirchen, Bahnhofstr. 30, alter Posthof. Reparaturen prompt und billigst. Chocoladen= und Zuckerwaren=Fabrik Gebrüder Eick, Westwal 2 Dortmund, Westwall 2 fand unterm heutigen Tage statt und wird um zahlreichen Besuch gtöcken. Fruchtbonbous. Feinste Rocksgrukt " Früchte, „ Mandeln, " Drops, „ Suttgen u. s. w. Diverses als: Praliné, Fondants, Gummibonbons, Geleefabrikate, Dragés, Tortenunterlagen u. s. wv. Dertmund. den 24. November 1684. Schwarzwalder Kiefernadeln-Wasser F. Wolff& Sohn in Karlaruhe als Tollettenwasser und für Bäder gebraucht, ersetzt es das Kölnische Wasser, die Essige u. s. w. Es beiebt und kräftigt die Nerven und erfrischt den ganzen Körper. Im Zimmer zerstäubt, osonisirt es rasch den Sauerstoff der Luft, erleichtert das Athmen und zverbreitet das köstliche Aroma einer duftenden Kiefernwaldung. Echt zu haben bei Carl Dröge, Hoch- u. Neustr.-Ecke 26, Ferdinand Weinreich, Friedrichstr. 36. Männer=Gesang=Verein Rauachband.- Gosdanhl in Gelsenkirchen. Sonntag, den 7. Deedr. er. abends 8½ Uhr: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Vorstandswahl. 2. Rechnungsablage. 3. Wabl zweier Rechnu gsrevisoren. 4. Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. Evang. Arbeiter=Verein zu Bulmke und Hüllen. Conntag, den 7. Deebr. er., nachmittags 4 Uhr: Generalversammlung. Tagesordnung: Verärderung von Statutvara= graphen. Der Vorstand. Theater in Gelsenkirchen. (Central=Halle.) Sonntag, 7. Perember d..: Eröffnungs=Vorstellung: Der Postillon von Müncheberg. Overette in 5 Abteilungen von Jacobsen. Musik von Conradi. Montag, 8. Perember d..: Doctor Claus. Lustspiel in 5 Acten von’Arronge. Alles Nähere die Theaterzettel. * Für“ *bevor“ Fstehende“ *Weihnachten“ empfiehlt als sehr“ Fpassende Geschenke“ Briefpapier in Cartons“ Zeichenvorlagen f. Schüler“ Briefbogen mit Nouogranus“ Evangel. Gsangbücher“ Reisszeuge, Ziehfedern,* Bilderbücher“ Musttmengen“ E E MH Ferd. Dienst, II Gelsenkirchen. 11 Perdiens=Piplon: Zürich 1883. Geldene Medaillen: Nine 1884; Kreus 1884. * —200 Stücke spielend; mit oder ohne Expression Mandoline, Trommel, Glocken, Himmelsstimmen, Castagnetten, Harfenspiel 2c. —16 Stücke spielend; ferner Necessaires, Cigarrenständer, Schweizerhäuchen, Photografiealbums, Schreibzeuge, Handschuhkasten, Briefbeschwerer, Blumenvasen, Cigarren-Etuis, Tubaksdosen, Arbeits= Tische, Flaschen, Biergläser, Stühle 2c., alles mit Musik. Steitt das Neueste und Vorzüglichste, besonders geeignet zu Weihnachtsgeschenken empfiehlt 3. H. Heller, Bern(Schweiz). Nur directer Bezug garantirt Echtheit; illustrir Preislisten sende franco. mpic S10 988T Naa/ 08 910 ·0• Pu n Mcnn U Mnn uun aun um o n u ### 000 Gründlichen Musik-Unterricht für Flöte und Violine wird in und ausser dem Hause erteilt. Julius Ortmann, Musiklehrer. Eine geübte Weißnäherin ferstgane s6 zur Anningung aller Bett=, Tisch= und Leibwäsche, ebenso in Namensticken und zur Fertigstellung ganzer Aussteuern. Klosterstr. 1, 1. Etage, Gelsenk. Nr. 288. Die„Emscher Zettung“ erschen Beilage:„Illustrirtes Emschel 15 Vf., Rekl Kaum 15 Reklamen 40 9 Allgemeines Organ * Ein unfreiwillige die deutschen HeeresSeit einer Reihe von Ja E. Richter bei jeder sich bieten in kaum zu zählenden Variati zu führen versucht, daß die deutschen Heeiesausgaben grof nötigen Aufwendungen herrü möglich sein werde, dieselbe L ringeren Kosten aufrecht zu e Vorwurf, die Grundzüge dies zutasten, hat der genannte Ab stracks verwahrt und wieder Notwendigkeit derselben anzu darauf hinwirken zu wollen, d zweckmäßig wie bisher, aber m eingerichtet werde. Dem gegenüber ist es vor teresse gewesen, aus dem demokratischen Abgeordneten Gegenteil zu vernehmen. Bei 28. v. M. geführten Verhandl nämlich das folgende gesagt:„ wegs, daß unsere Militärverw. schafte. Ich mache ihr vielme daß sie sehr sparsam ist. Gäb einer Actien=Gesellschaft in En nicht so billig arbeiten können so: Hält man einmal das jetzi richtig, so muß man ihm Mittel bewilligen; halten Sie e so müssen Sie das System die Autoritäten anderer Anst diese Aenderungen sich im einzel hat der Redner nicht gesagt, geführt, daß dem Reichskanzler die übrigen Staaten zu einem friedliche Schlichtung internatio zu bestimmen und dadurch de waffneten Friedens und der 9 nachen. Darüber, daß dieser Wunso und daß keinem Staate zugem #sich seiner Machtmittel freiwillig zugunsten eines Schiedsgerichts unter den nüchternen Politikern Parteien keine Verschiedenheit d Socialdemokraten selber erwar ##erst von der Aufrichtung einer allge Republik. Nimmt man Herrn und prüft man seine Rede auf i Gehalt, so ergiebt sich danach, militärische System seiner Meit #den bisherigen Mitteln aufrech und daß das Gerede von inner Rahmens möglichen Vereinfachung #auf bloßen Schwindel herauslä Der Wert dieses Eingestän unterschätzt werden dürfen. D ungeheure Mehrheit der Nat welchem Deutschland seine Welt Letefrücht Verläumder sind nur gerei, unter ihnen, und sie summen zu sie stechen dich nicht. 1 Ein Vorn im Novelle von Jenny Pie Erstes Ca Mancher, der plötzlich #schönen Besitztumes, eines ste hauses und eines bedeutender würde sich freuen und sichk aler Sterblichen rühmen. Nicht so Charles Stratf Sein Leben war bis zu #ümlich gleichförmig verlauf #einer guten Familie an; ##üngere Bruder des Baronet Familienhauptes“, wie der unnte. Diese zwei Brüder jede koch lebenden Glieder des Nachdem Charles' Vat der Brüder und deßhalb um, geheiratet, hatte er Ja getenchwlichkeiten zu #m Freunde verlor er ### gen und starb noch in de „Mehrere Jahre vor se #iinen heftigen Streit mit agrles erfuhr nie die Ursagh mia, liebenswürdigen Charal granse“ handelte derselbe m ch Nachbruck verboten.