*„ 3 9 Gelsenkirchen, Mittwoch, den 12. November 1884. 10. Jahrgang. Die„Emscher Zeitung“ erschemt täglich mit Ausnahme der Sonn= und hohen Feiertage. WochenBeilage:„Illnstrirtes Emscher Sonntagsblatt“.— Insertionspreis: Die Petit=Zeile oder deren Kaum 15 Vf., Reklamen 40 Vf.— Verantwortlicher Redacteur F. Dienst in Gelsenkirchen. Früher: Der Reichsfreund Sinoere et constanter. Adonnementspreis: Mark.50 vierteljährlich im Voraus. Man asonnurt außer bei der Expedition in Gelsenkirchen, Marktskraße 13, bei allen Postanstalten und bei den Filial=Expeditionen: Rud. Eick. Herne: W. Walbeck, Wanne.— Druck und Verlag von F. Dienst in Gelsenkirchen Allgemeines Organ für die Stadt Gelsenkirchen, für die Aemter Schalke, Ueckendorf, Wanne und Herne.— Anzeigeblatt für Gerichts= und Militär=Behörden. zonseiten der Vorstandsmitglieder mehrerer evangelischer Arbeitervereine ist die Anfrage an uns gerichtet worden, ob wir unsere Zeitung für 2 M. pro Dierteljahr abgeben könnten.— Ausnahmsweise eröffnen wir deshalb vom 15. ds. Mts. ab bis Ende December ein Abonnement auf die Emscher=Zeitung(ohne Illustrirtes Unterhaltungsblatt) zum halben Abonnementspreise von nur einer Mark.— Bis zum 15. ds. Neuhinzutretende erhalten bis zu diesem Tage unsere Ztg. gratis. Wir entsprechen hierdurch den Wünschen der Vorstandsmitglieder von evangelischen Arbeitervereinen und hoffen zu der erfreulicherweise immer fort anwachsenden Zahl unserer Leser recht viele neue Arbeiter vereinsmitglieder in unsere Abonnentenlisten nachtragen zu können. Unsere Zeitung bietet eine Fülle von Lesestoff wie kein anderes Organ im Kreise. Die Emscher Zeitung ist bekanntlich genau und zuverlässig in wichtigen politischen Fragen meist frühzeitiger als selbst größere Blätter unterrichtet.— Mit dem 14. ds. Mlts. schließt die laufende Novelle„Bruder und Schwester“. Dom 15. Nov. lassen wir einige sehr spannende kleinere Erzählungen folgen, so daß im Schlußvierteljahr neu hinzutretenden Abonnenten die erschienenen Nummern unserer Zeitung leicht nachgeliefert werden können. Zu zahlreichen neuen Abonnements laden wir die Mitglieder hiesiger und benachbarter evangelischer Arbeitervereine, soweit dieselben auf die Emscher Zeitung noch nicht abonnirt, oder mit anderen Lesern gemeinsam abonnirt sind, hierdurch ein. Die Expedition. Reliche Tagschanichen .f Berlin, den 11. November. Der Kaiser ist von den Folgen des ihm zugestoßenen kleinen Unfalls wieder völlig hergestellt und hat wiederholt den Wunsch ausgesprochen, wie in früheren Jahren an den Hofjagden teilzunehmen. Man meint aber, daß der Monarch sich, dem Rate der Aerzte folgend, noch einige Zeit hindurch größere Schonung auferlegen wird. Der Kronprinz widmet sich den Arbeiten des Staatsrats mit solcher Hingebung, daß er die Absicht, noch eine Herbstvilleggiatur außerhalb Berlins zu nehmen, vollständig aufgegeben hat. Man sieht für die nächste Zeit einer Plenarsitzung des Staatsrats entgegen, in welcher die von den einzelnen Abteilungen fertiggestellten Beschlüsse über die Postsparkassen, die Dampfersubvention und die weitere Ausdehnung des Unfallversicherungsgesetzes vorgelegt werden sollen. Die braunschweigische Angelegenheit ist durch das in letzter Zeit, namentlich von der „Nordd. Allg. Ztg." beigebrachte Material wenigstens soweit geklärt worden, daß man sich der Zuversicht hingeben darf, die endgültige Lösung allen welfischen Intriguen entrückt zu sehen. Hiemit ist dem nationalen Interesse Genüge geleistet; wie die Frage im einzelnen ausgetragen werden wird, mag getrost dem Ermessen der zuständigen Instanzen anheimgestellt bleiben. Bei den Stichwahlen, soweit die Ergebnisse derselben bis jetzt vorliegen, scheinen die Freisinnler das relativ beste Geschäft gemacht zu haben. Sie haben das stärkste Contingent zu den Stichwahlen gestellt, und bei ihrer Bereitwilligkeit zum Stimmenschacher kann es natürlich nicht fehlen, daß eine Hand die andere wäscht, was soviel sagen will, als daß auch ihre Candidaten vielfach von fremder Leute Unterstützung leben und Mandate einheimsen, die sie aus eigener Kraft zu erobern niemals hoffen durften. Was von dem moralischen Wert solcher Stichwahlsiege zu halten ist, kann sich jeder selbst sagen. Die deutsche Colonialverwaltung in Kamernn soll nach den, in einem Nachtrag zum Reichshaushalts=Etat pro 188 4/85 niedergelegten Wünschen der Reichsregierung, mit einem Küstendampfer nebst Dampfbarkasse bedacht werden, Anschaffungen, welche für die Ausübung des kaiserlichen Schutzrechts an Ort und Stelle notwendig sind. Der Reichstag wird sich der Bewilligung des Nachtragscredits— 180000 M.— nicht entziehen können, wenn er sich nicht mit dem nationalen Gefühle, welches Deutschlands kräftiges Eingreifen in die coloniale Action höchlich anerkannt, in schneidenden Widerspruch setzen will. Am Heeresbudget zu mäkeln, gilt unseren zünftigen Parlamentariern von der grundsätzlichen Opposition bekanntlich als das wahre Kennzeichen eines richtigen Volksvertreters. Da ist es denn interessant, zu constatiren, daß man im„freien England“ anfängt, sich über den Zustand des Heerwesens ernstlich zu beunruhigen, und mit Mißzufriedenheit auf die Thatsache blickt, daß das herrschende Freihandelssystem den Militärdienst um seinen gerechten Anteil an den Früchten der nationalen Arbeit gebracht hat. Und bei uns? Da markten Eugen Richter und Genossen mit der Militärverwaltung um jeden Pfennig, obwol sie ganz genau wissen, daß es keinen Staat auf Gottes Erdboden giebt, der mit wenigen Mitteln sparsamer wirtschaftete und Größeres leistete, als Preußen=Deutschland, das mit seinem knapp bemessenen Militäretat das technisch vollkommenste Heerwesen unterhält, das die Welt seit Alexander's und Cäsar's Zeiten gekannt hat. Allein wer sich das Mäkeln und Nörgeln zur Lebensaufgabe macht, wird selbst an unserer mustergiltigen Militärorganisation einzelnes zu tadeln finden, denn sie ist und bleibt ja freilich Menschenwerk, und daher, gleich allem Menschenwerk, mit Mängeln behaftet. Der Wahlsieg der amerikanischen Demokratie ist endlich zweifellos festgestellt, und der Uebergang der Regierungsgewalt an diese Partei gesichert, wenn alles ordnungsmäßig hergeht. Litzteres ist freilich keinesweges so unbedingt ausgemacht, da im Lande des„allmächtigen Dollar“ und des überredenden Revolvers eine Partei, welche fest entschlossen ist, ihren Besitzstand, wo nötig, gewaltsam zu behaupten, vor einem kleinen Stimmenweniger das Feld keineswegs unbedingt zu räumen nötig hat. Die Republikaner werden wissen, wie weit sie diesmal zu gehen wagen dürfen. Ihr Einsatz ist groß— aber groß ist auch die Gefahr, die ihrer im Falle des Verlustes der Partie harrt. An Aufregung und Zank wird es in der Union in nächster Zeit nicht fehlen. Inbezug auf den Geschäftsgang in der Eisenindustrie wird berichtet, daß derselbe zwar noch nicht befriedigen könve, indessen allem Anschein nach eine wenn auch erst schwache Besserung im Anzuge sei. Bekanntlich waren die letzten 2 Jahre, richtiger vielleicht die letzten 15—18 Monate, für die deutsche Eisenindustrie sehr ungünstig, vorzugsweise deshalb, weil England seine Production in ganz außerordentlicherweise gesteigert hatte, dasselbe mehr oder weniger in Frankreich und Belgien der Fall war und man auch wol in Deutschland, ebenso in Oesterreich und Schweden hier und da mehr producirt hatte, als der Markt aufzunehmen imstande war. Die Lage der deutschen Eisendindustrie würde indessen noch ungleich ungünstiger gewesen sein, wenn sich dieselbe nicht eines mäßigen Schutzes durch die Eisenzölle erfreut hätte. Sobald früher eine Ueberproduction in England vorhanden war, warf dasselbe alle die Eisenartikel, die anderswo nicht abzusetzen waren, in großen Massen nach Deutschland, so lange hier kein Zoll zu zahlen war, und die Folge war, daß jede Krisis in Deutschland am schärfsten und nachteiligsten zur Erscheinung gelangte. Von solchen schädlichen Ueberschwemmungen mit fremden Erzeugnissen schützt uns heute der neue Zolltarif, und zum ersten mal ist der erfreuliche Fall beobachtet worden, daß wir unter den Fehlern der ausländischen Production nicht am schlimmsten zu leiden hatten. Während in England, teilweise auch in Belgien und Frankreich, manche Hüttenwerke ganz stillgelegt, viele Tausende von Arbeitern entlassen, die Löhne sehr erheblich reducirt werden mußten, sind diesmal trotz der schlechten Geschäftslage solche Erscheinungen in Deutschland weniger auffällig zutage getreten. Beschäftigung war in den meisten Werken doch noch in ziemlich ausreichenderweise vorhanden, nur sind die Preise so niedrig, daß von einer befriedigenden Rente der Anlagecapitalien zur Zeit nicht die Rede sein kann. Man sieht indessen hieraus sehr deutlich, daß der eingeführte Zollschutz in erster Linie nicht dem in der Industrie thätigen Capital, sondern den Arbeitern zugute kommt und, wenn auch in Zeiten schlechten Geschäftsganges hier und da eine kleine Abschwächung in der Zahl der beschäftigten Arbeiter oder gar in den Lohnsätzen eingetreten sein sollte — Erscheinungen, die unvermeidlich sind, sobald irgend ein Industriezweig in allen Ländern ins Stocken gelangt—, doch die eigentlichen schwerwiegendsten Verluste infolge der Krisis nicht von den Arbeitern, sondern von den Arbeitgebern zu tragen gewesen sind, welche Letztere der ungenügenden Preise wegen ihre Anlagecapitalien entweder gar nicht, oder nur zu sehr bescheidenem Zinsfuße verwerten konnten. Sobald der Geschäftsgang in der Eisenindustrie sich wieder heben wird, wofür jetzt die ersten günstigen Anzeichen vorliegen, wird sich sofort auch die Arbeitsgelegenheit und damit der Verdienst des Arbeiters bessern und mit den dann hoffentlich steigenden Preisen, aber auch hier wieder erst in zweiter Linie, der Gewinn des Arbeitgebers höher stellen. * Nichts vergessen. Recht interessant sind angesichts der am 13. anstehenden Berliner Stichwahlen die Betrachtungen der freiconservativen Post, welchen wir beistimmen. Dieselbe schreibt u. a.:....„Der klerikal=freisinnige Ansturm gegen Conservative wie Mittelparteiliche beider Richtungen macht die gleich scharfe und unbedingte Bekämpfung der klerikal=freisinnigen Coalition zu einer absoluten Notwendigkeit. Dort sehen wir die denkbar schroffsten Gegensätze allein durch die gemeinsame Gegnerschaft gegen die nationalen Parteien zu gemeinschaftlichem Handeln vereinigt. Die Deutschfreisinnigen stimmen für den extremsten Zünftler, den fanatischsten Gegner der Gewerbefreiheit, das Centrum für den Tyrtäus des Culturkampfes. Um wieviel mehr müssen alle Anhänger der nationalen Reichspolitik, der positiven Socialpolitik nach der Kaiserlichen Botschaft vom 17. November 1881, sich fest gegen die klerikalfreisinnige Allianz zusammenschaaren, da sie doch neben der gemeinsamen Gegnerschaft gegen diese die gemeinsame Uebereinstimmung auf den wichtigsten Gebieten der Reichspolitik verbindet. Persönliche Sympathie oder Antipathie müssen jetzt hinter jenen großen, von den Gegnern bis zur Verleugnung der Grundprincipien ihrer Politik durchgeführten Gegensätzen weit zurücktreten, die Abweichungen des politischen Standpunctes müssen verschwinden vor der Gemeinsamkeit der großen socialen und nationalen Gesichtspuncte.„Hie Welf, hie Waiblingen“, heißt Dank dem Verfahren der klerikal=deutschfreisinnigen Verbindung jetzt die Parole; ins Moderne übersetzt:„Hie Bismarck, hie Windthorst=Eugen Richter!“......... Es unterliegt daher keinem Zweifel, daß jeder wahrhaft nationalgesinnte Mann bei den Stichwahlen die conservativen Candidaten hierselbst unterstützen muß gegen die klerikal=demokratische Union.“ ..... Zu der Stichwahl=Candidatur des Prof. Virchow gegen Stöcker bemerkt die„Post“. treffend:....„Virchow ist ohne Zweifel eine wissenschaftliche Autorität ersten Ranges und ein Mann von makellosem Character. Allein als 90) Bruder und Schwester. Erzählung von M. Gerhardt. Egbert war jetzt erwachsen und in einigen Jahren selbständig. Ihm selbst blieben vielleicht nur wenige Juhre, sich der alten Verpflichtung zu entledigen. Es war hohe Zeit, abzuschließen mit Vergangenheit und Zukunft. Und der Entschluß stand endlich bei Halden fest, daß, wenn er lebend aus dem bevorstehenden Kampfe hervorginge, Sidonie die Herrin seines Hauses werden sollte. Der Eintritt Egbert's, der ein Buch aus der Bibliothek seines Vaters zu haben wünschte, durchbrach den Gedankengang desselben. Der Jüngling sah blaß und überwacht aus, die Hand, die er dem Vater zum Morgengruß bot, war eisig kalt, er zog sie schnell zurück und trat stumm und mit düsterer Miene an den Bücherschrank. Halden, der gerade heute wärmer und lebhafter als sonst seiner gedacht, der sich soeben ernstlich mit seiner Zukunft beschäftigt, empfand es bitter und kränkend, daß sein einziger Sohn, für den er so viel geihan, in dieser verhängnisvollen Entscheidungsstunde kalt und teilnahmlos wie ein Fremder neben ihm stand, und unterdrückte rasch und verkimmt den flüchtig aufsteigenden Wunsch, ihn in lein Vertrauen zu ziehen.— Egbert aber, in dem NE Erschütterungen des gestrigen Tages noch mächtig fortklangen, dem die bevorstehende Trennung von der kaum gefundenen Mutter und Schwester schmerzlich auf dem Herzen brannte, mußte sich den bestimmt ausgesprochenen Willen der erstern, üder das Zusammentreffen vorläufig zu schweigen, Dre eindringlichen Bitten, gerecht gegen seinen Vater zu sein, ernstlich vergegenwärtigen, um diesen seinen tiefen Groll nicht unverhüllter fühlen zu lassen. Während so jeder der beiden sich in unbehaglichem Schweigen der Nähe des andern bewußt war, ertönten im Nebenzimmer Schritte und Stimmen. Egbert zuckte zusammen, als Frau von Ostrow schleppenrauschend eintrat, sein erster Impuls war, sich sofort zu entfernen, dann blieb er aber doch, aus einer Art verbissenen Widerwillens, dieser Frau das Feld zu räumen. Er machte ihr eine steife Verbeugung aus der Entfernung und blieb, dem Zimmer den Rücken wendend, suchend und blätternd vor dem Bücherschrank stehen. „Mein teurer Freund!“ rief Frau von Ostrow, in großer Aufregung auf Halden zueilend, der ihr mit Herzlichkeit entgegen kam;„verzeihen Sie den Ueberfall,— aber ich kann der Sorge um Sie nicht länger gebieten. Ist es wahr, was Leo mir mitteilt, daß Sie— daß Ihr Leben—“ „Still, still!“ unterbrach Halden lächelnd und erhob die Hand mit einem Blick auf seinen Sohn, der aufhorchte ohne sich umzuwenden.„Leo ist ein Schwätzer; die Sache ist ohne alle Bedeutung. Sie haben nicht den mindesten Grund, sich zu beunruhigen, liebe Freundin.“ „Ist das wahr, Halden?“ fragte Sidonie mit zärtlicher Dringlichkeit, indem sie ihre beiden Hände auf den Arm des Dichters legte und ihre schmachtenden Augen in die seinen senkte.„Ist die Sache beigelegt?— Schwören Sie mir, daß Ihr Leben außer Gefahr ist, wenn Sie nicht wollen, daß die Angst um Sie mich tötet!“ „Liebe Sidonie!“ erwiderte Halden mit einer Jnnigkeit, die Egbert wie eine Beleidigung traf. Er warf die Thür des Schranks zu und that einige Schritte nach dem Ausgang, blieb dann aber stehen, den Blick drohend auf seinen Vater geheftet, der, wie seiner Gegenwart zum Trotz, die Hand der Freundin an seine Brust gezogen hatte und in gedämpften Tone zu ihr sprach. „Ich segne diese Gefahr, die ja wohl ernstlicher scheint, als sie ist, weil sie die Gesinnungen der mir Nahestehenden in ihr wahres Licht stellt. Ich weiß jetzt, wo ich allein wahres Mitgefühl zu suchen habe;—“ sein Blick fiel auf Egbert, der ihn finster erwiderte. „Und eine friedliche Ausgleichung des Streites ist unmöglich?“ fragte Frau von Ostrow flehend. „Halden, wenn meine Bitten das geringste Gewicht bei Ihnen haben, ich beschwöre Sie—“ „Unmöglich, Sidonie;— ich bitte, sprechen wir von andern Dingen.“ „Hartherziger Mann!— so sagen Sie mir wenigstens, ob das Gerücht gegründet ist, das eine Dame,— eine junge, schöne Dame, Halden!— als Veranlassung des Duells bezeichnet.“ „Das sollen Sie später erfahren,“ antwortete Halden ernst.„Die ganze Angelegenheit muß geheim bleiben, verstehen Sie.“ „Ich verstehe,“ entgegnete Frau von Ostrow mit tiefem Seufzen und gefühlvollem Blick zurücktretend.„Ach, sie da, lieber Egbert,“ wandte sie sich, mit dem Tuch über die Augen fahrend, an den jungen Mann.„Stehen Sie mir bei, Egbert, die Gefahr zu bekämpfen, in die Ihr Vater sich stürzt, sind wir beide ihm doch die Nächsten, und in Gemeinschaft wollen wir—“ „Ich habe keine Gemeinschaft mit Ihnen, gnädige Frau,“ entgegnete der Jüngling schroff, „und weiß von keiner Gefahr für meinen Vater, außer der, welche von Ihnen kommt.“ „Egbert!“ rief Halden totenbleich,„Du wagst es— Du treibst die Kühnheit so weit—“ „Adieu, mein Freund,“ flüsterte Sidonie, der es in dem heraufziehenden Orkan entfesselter Leidenschaften schwül zu werden begann.„Ich bin hier nicht an meinem Platz.“ „Ja, gehen Sie, teure Freundin,“ erwiderte Halden mit vor Erregung zitternder Stimme, gehen Sie jetzt, bis der Augenblick gekommen ist, wo Ihnen der Ehrenplatz in meinem Hause bereitet ist.“ Er geleitete sie durch das Vorzimmer und bis an die Hausthür. Als er zurückkam, stand Egbert noch immer auf derselben Stelle, die zuckenden Fäuste geballt, die trotzige Stirn, über die das Haar herabgefallen, gesenkt, und das bleiche Gesicht von einem Ausdruck von Schmerz und Zorn entstellt, der Halden erschreckt hätte, wäre er nicht selbst bis zur Fassungslosigkeit gereizt gewesen. Er ging einigemale, an der Lippe nagend, auf und nieder, bis er zu sprechen vermochte, und dann kamen seine Worte halberstickt von leidenschaftlichem Groll heraus. „Daß ich mir in meinem Kinde einen Feind herangezogen, der hartherzig und undankbar den Rest meines Lebens zu vergiften trachtet, das ist mein Geschick und ich muß es tragen. Daß aber irgend jemand in meinem Hause einem Gast, den ich zu ehren gewillt bin, eine schnöde Kränkung zufügt, das werde ich nicht dulden, und von meinem Sohne am wenigsten.“ Politiker ist er, soweit es sich nicht um auswärtige Politik handelt, der recht eigentliche Typus der nörgelnden, ätzenden Kritik, der unfruchtbaren Negation; auf dem von ihm mit Vorliebe behandelten Gebiete der auswärtigen Angelegenheiten aber geradezu eine grotesk lächerliche Figur, wie seine Beurteilung der deutschen Politik Bismarck's von 1866, der famose Abrüstungsantrag von 1869, die Kritik der russisch=deutschen Politik der siebziger Jahre u. dgl mehr. beweisen. Er, der Erfinder des Wortes Culturkampf, der Mann, der den Staatskirchenstreit zu einem Kampfe gegen das Institut der Kirche selbst erweitern wollte, marschirt jetzt wolgemut in den Reihen der klerikal=deutschfreisinnigen Coalition; seine nächsten Parteigenossen haben sich verpflichtet, rückwärts und vorwärts über jeden Stab zu springen, den man ihnen im Interesse der Papstherrschaft und ihres Kampfes gegen Preußen und das Reich vorhält....“ Der deutsche Freisinn überliefert sich also mit gebundenen Händen den Römlingen in der Gefolgschaft Windthorst's. — Herne, 8. Novbr.(Römisch=katholische Kirchenzucht.) Vor kurzem starb hier der zur römisch=katholischen Kirche gehörige Dachdecker K. Da derselbe bei seinen Lebzeiten nicht zur Beichte ging, auch in dem Rufe eines Trunkenboldes stand, verweigerten ihm der Kirchenvorstand und Herr Caplan S. hierselbst das„ehrliche" Begräbnis im Sinne des Allgemeinen Landrechts und ließen den Vorstorbenen in der sogenannten„Armensünderecke" beerdigen, wo bekanntlich Selbstmörder und ungetaufte Kinder bestattet werden. Gegen diese Bestattungsweise erhob der Schwiegersohn des Verewigten, Dachdecker Jakob Sch. hier, bei der Arnsberger Regierung Widerspruch und erhielt darauf soeben den befriedigenden Bescheid,„daß der Herr Caplan S. und der Herr Vorsitzende des katholischen Kirchenvorstandes nicht befugt waren, das Begräbnis seines Schwiegervaters in der Reihe der gewöhnlichen Gräber—„ehrliches Begräbnis“ im Sinne der maßgebenden gesetzlichen Bestimmung im§ 188 T. 2 Tit. 11 des Allgemeinen Landrechts— zu untersagen, daß ihm (dem Beschwerdeführer) gestattet sei, die Wieder: ausgrabung der Leiche und das Begräbnis in der Reihe der gewöhnlichen Gräber vorzunehmen und daß ihm dabei nötigenfalls polizeilicher Schutz zuteil werden würde.“(Der angeführte Paragraph im Allgemeinen Landrecht lautet:„Ohne Erkenntnis des Staates soll niemandem das ehrliche Begräbnis auf dem öffentlichen Kirchhofe versagt werden.“) — In einem Artikel:„Erinnerungen an Rom und Pius IX.“ spricht die„Germania“ den principiellen Anspruch des Ultramontanismus auf die oberste Weltherrschaft auch in politischen Dingen mit einer seltenen und deshalb umsomehr bemerkenswerten Offenheit aus. Da heißt es ganz unumwunden:—„Diejenigen also, welche sagen, der Papst habe sich in die Politik nicht einzumischen, sondern müsse sich auf das Gebiet der Religion und der geistlichen Dinge beschränken, begehen einen millionenfachen Mord und einen Selbstmord und sind entweder Unwissende oder Bösewichter oder beides. Denn in einem christlichen Staate kann keine einzige, nicht einmal die kleinste politische Materie von den Principien der Einen Religion und Moral getrennt gedacht werden; denn sie sind ihr das belebende Blut und das innerste Mark, sowol für den ganzen Staatskörper wie für jedes Glied. Welcher Staat in der Politik nach eigenen Recepten handelt, weicht von der Religion, welche im Papste verkörpert ist, ab und verliert unter der Menschheit seine eigene Existenzberechtigung und Existenzfähigkeit, weil er sich selbst die Adern aufschneidet und langsam oder rasch, je nach der Tiefe des Schnittes, aber unrettbar verblutet.“ Rücksichtsloser kann, so bemerkt die„Südd. Pr.“ dazu, die Anschauung von der alles umfassenden Priesterherrschaft, die nach dieser Darlegung außer dem religiösen Gebiet auch das gesamte weltliche für sich in Beschlag nimmt, kaum ausgesprochen werden. Es ist das der reine — Bonifacius VIII. redivivus. — Für die Zweizüngigkeit und Frechheit der ultramontanen Presse giebt die „Kölnische Zeitung“ aus Belgien einen prächtigen Belag. Während sich diese Gesellschaft hier ultralegitimistisch geberdet, schreibt ein klerikales Blatt in Hasselt, wo Herr Thonissen gewählt wurde, einen Artikel:„Die dynastische Krisis, ganz ergebenste Vorstellungen an Seine Majestät Leopold II.“ und beginnt mit den Worten: „Sire! Wir haben Sie immer verteidigt. Heute sind Sie nicht mehr zu verteidigen. Zum zehnten male haben Sie uns verraten. Wir lassen Sie fallen. Sie haben uns in den Personen der beiden Minister, welche die Lieblingskinder des katholischen Landes waren, weit vom Throne weggestoßen. Die Katholiken ihrerseits entfernen sich von Ihnen und nehmen im Bewußtsein erfüllter Pflicht mit sich die Erinnerung eines äußersten Undanks. Wir lassen Sie auf Ihrer Sandbank sitzen.“ Und in dem Tone geht es in lauter zerhackten, auch im Druck so dargestellten Sätzen weiter bis zu Ausdrücken wie:„Wofür halten Sie uns? Für Einfaltspinsel? Wir sind Ihre treuen Unterthanen gewesen, aber jetzt wollen wir nicht mehr les dupes de vos royales couardises(die Geprellten Ihrer königlichen Freiheiten) sein. Die Katholiken stürzen die Könige nicht, aber bisweilen lassen sie sie fallen, das genügt. Wenn der Radikalismus morgen seine Fahne aufrichtet und Ihr Scepter zerbricht, werden wir die Achseln zucken und ruhig zusehen, wie die Monarchie hinstürzt, denn wir haben genug dar an.“ — In Bayern haben bei den letzten Wahlen die klerikalen Stimmen wiederum eine Zunahme erfahren. Wenn dort auch, wie zu erwarten steht, die Stichwahlen für das Centrum günstig ausfallen, so entsendet Bayern aus seinen 42 rechtsrheinischen Kreisen 35 Klerikale in den Reichstag. Der Ultramontanismus macht in Bayern langsame aber sichere Fortschritte. Ein Correspondent der„N. A..“ constatirt, daß die Regierung gegenüber der Wahlbewegung seit langer Zeit die correcteste Haltung einnehme und auf die geringste Wahlbeeinflussung verzichte. Die Beamten in Bayern zögen sich von politischer Thätigkeit mehr und mehr zurück. Wer aber nicht auf die Wahlbeeinflussung verzichte, das sei der Clerus, in dem die ältere versöhnliche Generation allmälig aussterbe um einer gegen die moderne Welt und leider auch gegen das deutsche Reich systematisch verbitterten Richtung Platz zu machen. Uebersicht. * Perlin, 11. Nov. Der Kaiser empfing heute den Reichskanzler Fürsten Bismarck und ließ sich von demselben Vortrag erstatten. * Der„Reichsanz." veröffentlicht eine kaiserliche Verordnung, mittelst welcher der Reichstag zum 20. November d. J. einberufen wird. * An der westafrikanischen Conferenz wird auch die Türkei teilnehmen. Sie wird dabei durch den türkischen Botschafter in Berlin vertreten sein. * Der Militäretat für 1885/86 weist als Summe der fortdauernden Ausgaben den Betrag von 262711084 M. auf, d. i. 1339259 M. mehr, als im Vorjahre. Die größte Mehrausgabe, nämlich um 980 018., weist die Position Geldverpflegung der Truppen auf, während für Bekleidung und Ausrüstung der Truppen 352130 Mk. weniger beansprucht werden. Für Verpflegung der Ersatz= und Reservemannschaften sind 200000 Mk. weniger eingestellt. Erhebliche Mehraufwendungen verursachen das Garnison=Verwaltungs= und Serviswesen, das Militär=Erziehungs= und Bildungswesen, die Wohnungsgeldzuschüsse und der Zuschuß zur Militär=Witwenkasse An einmaligen Ausgaben sind 11622762 Mk. in Anschlag gebracht, d. i. 6028554 Mk. mehr als im Vorjahre. * Der Etat des auswärtigen Amtes für 1885/86 weist eine Anzahl Veränderungen auf, die in den fortdauernden Ausgaben eine Vermehrung um 381 660 Mark notwendig machen, so daß diese die Summe von 7207075 Mark erreichen. An diesem Mehr participiren die Gesandtschaften und Consulate mit 315 750 Mark, welche sich wie folgt verkeilen: Die Erhebung der Mission in Belgrad zum Range einer Gesandtschaft erfordert eine Mehrausgabe von 6000 Mark für einen bisher nicht vorhandenen Legationssecretär, während das Diensteinkommen des bisherigen Missionschefs und zukünftigen Gesandten bei 30000 Mark unverändert verbleibt. Die vor einigen Wochen abgesandte außerordentliche Mission nach Teheran an den Hof des Schah soll zu einer ständigen Gesandtschaft umgewandelt werden, wofür 77500 Mark eingestellt sind. Für Südafrika soll ein Generalconsulat mit dem Sitze in Kapstadt errichtet werden, was eine Ausgabe von 30 000 Mark erfordert. Für die Südsee sollen drei Viceconsuln ernannt werden, welche dem Consulat in Apia unterstehen, aber auf verschiedenen Puncten placirt werden sollen. Die Kosten hierfür betragen 48000 Mark. Der bisherige Wahlconsul in Porto=Alegre(Südbrasilien), der sein Amt niedergelegt hat, wird durch einen Berufsconsul ersetzt, wofür 30000 Mark gefordert werden. Ebenso sollen die bisherigen Wahlconsuln in Zauzibar und in Swatow(China) durch Berufsconsuln ersetzt werden, wozu 30.000 resp. 15000 Mark erforderlich sind. Unter den fortdauernden Ausgaben sind weiter neu ein. gestellt 20000 Mark für die Besoldung eines zweiten Directors und 12900 Mark als Zulage für die Beamten des Centralbureaus. Unter den einmaligen Ausgaben befinden sich 30 000 M. als Subvention für die zoologische Station des Prof. Dr. Dohrn in Neapel, 47 200 M. für Ausführung außerordentlicher Reparaturen am Pariser Botschaftshotel und 60 750 M. als erste Rate für eine Sommerresidenz des deutschen Botschafters bei der Türkei in Therapia bei Konstantinopel. * Die Meldung, daß im Auswärtigen Amt eine dritte Abteilung errichtet werden soll, wird jetzt bestätigt und dahin ergänzt, daß dieser Abteilung die colonialen Angelegenheiten zugewiesen werden sollen. NLC. Die nationalliberale Fraction des Reichstags hat durch die Stichwahlen weiter gewonnen: 43.) Schwerin: Bürgermeister Haupt. * In Schwerin hat der nationalliberale Bewerber, Bürgermeister Haupt, über seinen conservativen Gegner, Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg, gesiegt. In Stuttgart hat der Volksparteiler Schott noch einmal das Mandat gegen den Candidaten der deutschen Partei, Oberbaurat Tritschler, behauptet, natürlich wieder mit Hülfe der Ultramontanen und Socialdemokraten. * Der Socialdemokrat Hasenclever erklärt in der„Voss. Ztg.“ inbezug auf die Stichwahl im 2. Berliner Reichstagswahlkreise: Vor die Wahl gestellt, zwischen den Herren Virchow und Stöcker zu entscheiden, würde ich mich keinen Augenblick besinnen, ersterem, also Herrn Birchow, meine Stimme zugeben. Den Standpunkt Hasenclever's nimmt auch Herr von Bennigsen ein, der im „Hann. Cour.“ erklären läßt, er habe in der unzweideutigsten Form sein Bedauern über das Vorgehen der„bisherigen“(sic!) nationalliberalen Genossen in Siegen, die sich für Stöcker gegen den Deutschfreisinnler entschieden, ausgesprochen. Provinzielle Nachrichten. * Selsenkirchen, 11. November. Resultat der Freiverlosung im Verein„Fauna“ am 8. Noobr. 1884. Herr Liborius 1 Stamm schw. Italiener. Herr Pleiß 1 Gans. Herr Schaff 1 Stamm Cochin. Herr Hammacher 1 Paar Pfautauben. Herr Hundt 1 Paar Tümmler. Herr G. Kochs 1 Stamm Goldbantam. Herr Hamm 1 Stamm schw. Italiener. Herr Stegemann 1 Stamm gespr. Italiener. Herr Scipio 1 Stamm Italiener. Herr Feller 1 Paar Pfautauben. Herr Schäfer 1 Paar Trommler. Herr Neuwahl 1 Stamm Houdan. Herr Habbelrath 1 Kanarienvogel mit Korb. Herr Dr. Keimer 1 Kanarienvogel mit Korb. Herr Herbert 1 Kanarienvogel mit Korb. Herr Stein 1 Paar Tümmler. Herr A. Schalke 1 Paar Brieftauben. Herr Dienst 1 Paar Türken. Herr I. Müller 1 Gans. Herr Mohr 1 Stamm schw. Italiener. Herr Dr. Klein 1 Stamm schw. Italiener. Herr Dr. Vorster 1 Stamm schw. Italiener. Herr Zitzen, Wirt, 1 Paar schw. Trommler. Herr Rubens 1 Kanarienvogel mit Korb. Herr Lamberts 1 Stamm schw. Italiener. Herr Brüggemann 1 Stamm schw. Italiener. * In der Nacht vom Samstag zum Sonntag statteten Diebe einer hiesigen, herrschaftlichen Parterrewohnung einen Besuch ab. Nach Einschlagen einer Scheibe und dadurch möglicher Oeffnung des Küchenfensters machten sichs die Diebe zunächst in der Küche bequem, deckten den Tisch und holten herbei, was Küche und Keller vermochten. Nach den Gedecken zu urteilen, waren es ihrer drei zu Tisch. Nach gründlicher Restaurirung durchsuchten die Diebe die Zimmer, ließen jedoch merkwürdigerweise das Silberzeug liegen und hießen nur einige Kleidungsstücke mitgehen. Ein in der nächsten Nacht an derselben Wohnung unternommenen Versuch zum Einsteigen wurde vereitelt, da nunmehr jemand in diesen Räumen schlief. Bei dem jetzt eintretenden Dunkel und langen Nächten mahnt dieser Fall zur besonderen Vorsicht. * Bezüglich der diesjährigen Recruten=Einstellung ist als characteristisch hervorzuheben, daß sich unter den Conscribirten mehrfach auch Angehörige besser situirter, ja wohlhabender Familien befanden. Alleiniger Grund dieser Erscheinung sind unzweifelhaft die zur Erlangung des Qualifications=Attests zum Einjährig=Freiwilligen in wissenschaftlicher Beziehung mit der Zeit etwas höher geschraubten Anforderungen, deren Erfüllung vom Besitz an Geld und Gut allein nicht abhängig ist. s Schalte, 10. Nov. Die„Westf. Volks zeitung." bespricht in einem Leitartikel die evangelischen Arbeitervereine und meint, daß es von den Nationalliberalen ein absonderlicher Gedanke gewesen sei, solche zu gründen. Wie schon oft, so auch diesmal, schießt Herr Fusangel ganz und gar ins Blaue. Nicht die Liberalen, sondern sein guter Freund Caplan Laaf in Essen hat die evangelischen Arbeitervereine ins Leben gerufen. Die von ihm geleiteten sog. christlich=socialen Vereine hatten angeblich den Zweck, eine Verbesserung der Lage der Arbeiter zu erstreben, in Wahrheit aber beabsichtigten sie eine Katholisirung resp. Ultramontanisirung aller Arbeiter. In einer seiner letzten Reden(1882) wurde ihnen(selbstverständlich auch den evangel. Arbeitern, welche diesem Vereine angehörten), der katholische Glaube als der allein seligmachende so deutlich empfohlen, daß viele evangelische Arbeiter sich mit Unwillen aus der Versammlung entfernten. Es war ihnen sofort klar, was man im christlich=socialen Vereine wollte und welche Glaubensgefahr allen Evangelischen drohe, wenn einem solchen jesuitischen Treiben nicht bald die nötigen Grenzpfähle gesteckt würden. Die Gründung der evangelischen Arbeitervereine war darnach nichts weiter als ein Act der Notwehr. Wenn Herr Fusangel behauptet, sie wollten nur dem confessionellen Hader Thor und Thür öffnen, so ist das einfach nicht wahr, mehr als einmal ist dies ausdrücklich seitens der Vorstände betont worden. Aber wer evangelisch ist, soll auch evangelisch bleiben, denken, fühlen und wollen. Die evangelischen Arbeitervereine wollen der römischen Propaganda ein Ende machen, so viel in ihren Kräften steht. Denn daß es die Absicht der ultramontanen Partei ist, die Herrschaft des Papsttums in Deutschland zu befördern, brauchen wir hier weiter nicht zu berühren, es ist dies von ihren hervorragenden Führern teils offen, teils in geeigneten Versammlungen vielfach selbst gesagt worden. Die Schlauheit, mit welcher die evangelischen Arbeiter durch die sog. christlichen Arbeitervereine geködert werden sollten(um auch im hiesigen Kreise zu dem großartig angelegten Plane der Jesuiten etwas zu thun) verdient ganz gewiß alle Achtung, noch größere Achtung verdienen aber die evangelischen Arbeiter, die einesteils den Pferdefuß erkannten und anderenteils ihren evangelischen Glauben höher schätzten, als die ihnen vorgeschwindelten materiellen Vorteile. X Schalbe, 10. November. Wir waren gestern zu früher Abendstunde Augenzeuge, wie aus der Wilhelmsstraße kommende Spaziergänger om Salzburger'schen Hause ausglitten und in die durch die Pflasterarbeiten geschaffene Vertiefung rutschten. Infolge des blendenden Lichtes der großen Laterne auf dem Marktplatze, hauptsächlich aber infolge des Fehlens einer am Arbeitsplatze so nötigen Laterne, ist es unmöglich, die aufgerissene Straße zu erkennen, und gegen den Pfahl mit der schönen Inschrift lings fahren“ rennt allabendlich auch na# vor der Eine oder der Andere. X Schalbe, 12. Nov. Das Unternehm. Herrn Deckert im Laufe des Winters den munder Orchester=Verein in seinem mehrere male concertiren lassen zu wollen. nur— Dank der vielseitigen Beteiligung Bürgerschaft definitiv zustande, und wird da Abonnements=Concert am Freitag, den 29 stattfinden. X Heute beginnt bei uns die Persone, nahme behufs Veranlagung zur Klassensten1885/86. * Bulmke, 13. Nov. In der Sonntag machten 6 rohe Burschen unseren Ort zum platz ihrer Gemeinheiten. Als dieselben unserem allzeit rührigen Polizei=Ser Schröder zur Ruhe verwiesen wurden, griffe Burschen den Beamten thätlich an, doch gela letzterem unter Mithülfe hiesiger Arbeiter Attentäter dingfest zu machen. Jedenfallz man ihnen am Schöffengericht eindrücklich machen, wie man sich dem Wächter der Sic gegenüber zu benehmen hat. * In Eickzel soll am kommenden Sonntag Versammlung behufs Gründung eines evange Arbeitervereins stattfinden. * Auf dem neuen Schacht der Zeche„Hanbei Einel erlitt der Bergmann Thomen herabfallendes Gestein, wie der„M. Spr: teilt, eine so schwere Verletzung im Rückenan seinem Aufkommen gezweifelt wird. Der unglückte, welcher dem Bochumer Kranke# überwiesen wurde, war erst seit acht Tagen obengenannter Zeche beschäftigt. * Die seitens des Eickeler Schulvors beantragte Creirung einer 6. Lehrerstelle## evang. Volksschule hat nunmehr die Genehn der kgl. Regierung erhalten. Dieselbe soll## besetzt werden. Das Anfangsgehalt# 1050., steigend von 5 zu 5 Jahren um 13 bis zum Maximum von 1500 M. Ausn Dienstjahre kommen in Anrechnung. Für 54 und Reinigung des Schullocals wird exclust lieferung der Kohlen eine Entschädigung 90 M. und für Dinte 15 M. gewährt. heiratete Lehrer erhalten 120 M. Mietsentschädt Meldungen sind an den Localschulinspector Pfarrer Daniels einzureichen. * In Lochum hatte am Samstag ein zuge armes Dienstmädchen einen empfindlichen B# Dasselbe übergab am Berg.=Märk. Bahnhof Reisekoffer einem Spediteur und auf dem zur Stadt wurde er diesem— wie es schei vom Wagen gestohlen. * Der evangelische Arbeiterverein zu hielt am Sonntag(.) eine Versammlun Philipp'schen Locale ab. Der Verein zählt 550 Mitglieder. Im übrigen beschäftigte ma mit den gegen den Arbeiterverein gerichteten griffen der„Westf. Volks=Ztg.“, welche verschiedenen Seiten eine energische Zurückor erfuhren. Auch wurde der Vorstand be# gegen das genannte Blatt! bar vorzugehen. Na, Fusangelchen! * In Eichlerfeld sind, nach der„H..“ Anzahl Bahnpostsäcke, hinter einer Hecke## und mit Laub und Gras verdeckt, ge worden. * So weit wir in Erfahrung gebracht schreibt man dem„M. Spr.“, ist der Dach meister Jacob Schröder in Herne seitens königlichen Regierung zu Arnsberg auf das von ihm eingereichte Gesuch wegen Beerd seines Schwiegervaters, des Dachdeckerme Paulus Kleinen, auf dem katholischen Frie daselbst unter den Selbstmördern, dahin best worden, daß die betreffende Leiche wieder# graben und in die ordentliche Reihe zu bett und solle zur Durchführung dieser angeord Maßregel nötigenfalles polizeilicher Schut währt werden. * Vor der Strafkammer zu Lochum i# Bergmann Wilh. M. aus Wattenscheid geklagt, in der Nacht vom 6. zum 7. Juli den in der Sommerwirtschaft„Zur Höhle“ Westenfeld im Saale am Feuster sitzenden darmen M. von draußen her durch einen wurf schwer verletzt zu haben, mit 6 MoGefängnis bestraft worden. * In Witten steht auf dem Schulhofe an Bredde ein Birnbaum in der Blüte. * Von den auf Zeche„Victor" bei## Verunglückten sind der„Dortmunder Ztg.“ bereits vier ihren Leiden erlegen, nämlich Steiger v. d. Broich und die Bergleute# Wolter, Wilhelm Klostermann und Wilhelm brand. Von den übrigen Verletzten werden Voraussicht nach noch mehrere sterben, soda bedauerlichen Katastrophe acht bis zehn Meu leben zum Opfer fallen. * In Hagen nimmt die Herberge zur am Markt, die jetzt kaum zwei Monate### einen Aufschwung, den wenige in diesem vermutet hatten und erweist sich vielen als große Wohlthat. Im Monat Oktober nachteten in der Herberge 426 Männer. Diea verteilen sich auf die verschiedenen Confesste 249 Evangelische, 175 Katholische, 2 Durchreisende, die mittellos hier ankamen, arbe für Kost und Logis. Bei denen, die mit91 hacken ihren Unterhalt fanden, befand sich ein Techniker und ein Kaufmann. * Der Schluß der Jagd auf Rebhühnl für den Regierungsbezirk Püselder den 16. d. M. festgesetzt worden. * In Crefeld ist gegen eine größere# von Gewerbetreibenden Untersuchung ein weil dieselben anstatt kauft haben. * Aus Eiberfeld, 4 Ein ganz entsetzliches Ur mittag gegen ½2 Uhr Dort waren zwei Anstre Hauses Bahnhofsstr. 44( standen in der Höhe des von einem Flaschenzug plötzlich in der Mitte d beiden Anstreicher stürzte hinab und fiel dabei so daß er einen Schädelbru starb; der andere hatte Catastrophe die mit der seitliche Schutzwehr gegri Umstand verdankte er sei aus dem Circus Corty=A aus seiner gefährlichen L Seil um den Leid und Fenster des Hauses aus verunglückte Anstreicher aus Barmen gebürtig un Leiche wurde ins städtis Ein Verschulden an die dem„Tgl. Anz.“ niem lediglich ein Unglücksfall * In einem Driesch Linz wurde, der„Elberf. Reblausherd entdeckt. ergaben, daß auch die stark befallen waren. * Aus Köln, 7. N Vergangene Nacht war d Klingelpütz der Schaupla Drei Gefangene, die alle verbüßen hatten, brache gewiesenen Schlassaal au Aufseher Arnold, e und Vater von vier Kind sie aus dem Arrestlocal zi von der Militärwache erg Schloß und Riegel gebrac * In Köln befaßte Sitzung der Stadtverordn der Freilegung des Dom erheblichen Schritt weiter Jahr und Tag noch ein kaufs der zum Niederleg nicht erzielt wurde, wird propriation der Schaeben Nach dem Abbruch derselbe als Ohrenfausen, Ohre: brausen, Ohrensteche Ohrenfluß, leichte un harte Schwerhörigkei sowie temporäre Taul heit werden schnell un sicher beseitigt durch da echte Gehör-Oel d. Oberstabsarzt u. Phufiku Dr G. Schmidt. Preis à Flasche nebst Ge brauchsanweisung Mk..5 zu haben: in Wien VII. Apo theke R. Scharrer, Kreu, Apotheke, Mariahilferstr. 74 Gentral-Dépöt bei Theod. Jacobi in Görli 1. Schlesien. Patentweck Läutewerk. (D..=Patent.) Dieser patentirte Wee trifft alle bis jetzt bekannte durch die starke Reson Sicherheit im Wecke sich daher ganz beson Bergleute, Bäcker, Fabr Post= und Eisenbahnbeam überhaupt für alle, die u bestimmten Zeit müssen. Dieselben empflehlt unter bei billigem Preise. Vhrmacher in 2 4 Zimmer an eine kinderlose Famil zu vermieten. Näheres u 2022 in der Exp. d. Gl. Meterstabe empfi weil dieselben anstatt Leberthrau Fischthrau verkauft haben. Aus Eiberfeld, 4. Nov., wird geschrieben: Ein ganz entsetzliches Unglück trug sich heute Nachmittag gegen ½2 Uhr in der Bahnhofsstraße zu. Dort waren zwei Anstreicher mit dem Anstrich des Hauses Bahnhofsstr. 44(„Germania") beschäftigt und standen in der Höhe des dritten Stockwerks auf einer von einem Flaschenzug getragenen Leiter, als diese plötzlich in der Mitte durchbrach. Der eine der beiden Anstreicher stürzte nun auf das Trottoir hinab und fiel dabei so unglücklich auf den Kopf, daß er einen Schädelbruch erlitt und alsbald verstarb; der andere hatte bei der verhängnisvollen Catastrophe die mit dem Flaschenzug verbundene seitliche Schutzwehr gegriffen, und diesem glücklichen Umstand verdankte er seine Rettung. Ein Künstler aus dem Circus Corty=Althoff befreite ihn alsbald aus seiner gefährlichen Lage; er schlang ihm ein Seil um den Leibd und ließ ihn dann von einem Fenster des Hauses aus vorsichtig hinunter. Der verunglückte Anstreicher heißt Richard Müller, ist aus Barmen gebürtig und erst 18 Jahre alt; die Leiche wurde ins städtische Leichenhaus geschafft. Ein Verschulden an diesem Vorfall scheint laut dem„Tgl. Anz.“ niemand zu treffen, vielmehr lediglich ein Unglücksfall vorzuliegen. * In einem Driesch am Langenhälschen bei Linz wurde, der„Elberf. Ztg.“ zufolge, ein neuer Reblausherd entdeckt. Weitere Untersuchungen ergaben, daß auch die benachbarten Weinberge stark befallen waren. * Aus Köln, 7. November, wird berichtet: Vergangene Nacht war das hiesige Arresthaus am Klingelpütz der Schauplatz einer grausigen That. Drei Gefangene, die alle mehrjährige Strafen zu verbüßen hatten, brachen aus dem ihnen angewiesenen Schlassaal aus und erwürgten den Aufseher Arnold, einen verheirateten Mann und Vater von vier Kindern. Sodann versuchten sie aus dem Arrestlocal zu entlaufen, wurden aber von der Militärwache ergriffen und wieder hinter Schloß und Riegel gebracht. * In Köln befaßte sich in der geheimen Sitzung der Stadtverordneten das Collegium mit der Freilegung des Domes und ist man einen erheblichen Schritt weiter gekommen. Weil nach Jahr und Tag noch eine Einigung wegen Ankaufs der zum Niederlegen erforderlichen Häuser nicht erzielt wurde, wird man demnächst zur Expropriation der Schaeben'schen Häuser übergehen. Nach dem Abbruch derselben kommt das Hotel du Dome, der Familie Metz zugehörend, mit seiner nördlichen Front unmittelbar an den an den Dom stoßenden Platz zu liegen. Die Familie Metz gedenkt das Hotel ganz neu zu bauen und zwar in einer Architectur, welche der Umgebung zur Zierde gereicht. Die Stadtverordneten setzten zu diesem Zwecke schon das Alignement fest, wobei die Stadt ein Opfer von 19 Quadratmeter bringt, die sie unentgeltlich an das Hotel abtritt. * Brannschweiger Erbschaftsangelegenheit. Zur braunschweiger Ebschaftsangelegenheit teilt der„Hamburger Correspondent“ mit:„Die Gerüchte, daß die hiesige(Berliner?) britische Botschaft sich nach dem Tode des Herzogs von Braunschweig seines in der Bank von England deponirt gewesenen Baarvermögens bemächtigt habe, um dasselbe an den Herzog von Cumberland auszuliefern, entbehren der Begründung. Wir vernehmen von glaubwürdiger Seite, daß gegen die Ausführung der jeder legalen Beglaubigung entbehrenden letztwilligen Bestimmungen des Herzogs von Braunschweig von berechtigter Seite Einspruch erhoben wurde und dieselbe jedenfalls vorläufig werden wird. Die Hoffnung auf Auffinrung erschöpfenderer testamentarischer Vorschriften, zu welchen obige Bestimmungen nur eine Ergänzung bilden würden, soll nicht aufgegeben sein.“ Der Herzog von Cumberland hat für die Durchführung der Wiener Verlassenschaft den Wiener Hof= und Gerichtsadvocat Dr. Lichtenstern zum Bevollmächtigten ernannt. Das Landesgericht in Wien und das Bezirksgericht in Hietzing sind mittlerweile ersucht worden, die Inventur=Aufnahme bezüglich der Hinterlassenschaft vorzunehmen. Das Landesgericht hat jedoch diesem Begehren nicht stattgegeben, weil aus dem Requisitions= schreiben nicht ersichtlich sei, bezüglich welcher Verlassenschaftsgegenstände die Inventur aufgenommen werden solle und weil auch der Zweck einer solchen Aufnahme nicht angegeben erscheint. Auf eine hierauf gestellte weitere Forderung des Vertreters des Herzogs von Cumberland, die Vermögesverwaltung an eine bestimmt namhaft gemachte Person zu übertragen, steht die gerichtliche Entscheidung noch aus. Verschiedenen Zeitungen geht aus Braunschweig die Meldung zu, der Herzog von Cambridge habe dem deutschen Kaiser angeboten, er wolle von England aus die vormundschaftliche Regierung für Cumberland's Sohn führen, falls diesem der Braunschweiger Thron gewährleistet werde. Der Vorschlag sei aber abgelehnt. * Der Herzog von Cumberland hat unter dem 4. November an die deutschen Fürsten mit Ausnahme Sr. Majestät des Kaisers, sowie an die freien Städte ein weiteres Circular gerichtet, dessen Wortlaut nach der„Nordd. Allg. Ztg.“ der folgende ist: Eurer 2c. habe ich mich beehrt, durch mein Schreiben vom 18. v. Mts. den Antritt der Regierung des mir zugefallenen Herzogtums Braunschweig anzuzeigen unter Beilegung einer Abschrift des Patentes, mittelst dessen ich diesen Regierungsaniritt rechtsförmlich erklärt habe. Das Patent hatte ich dem Staatsministerium in Braunschweig zur Contrasignirung und Publication zugesendet. Aus den in Abschrift beigelegten Actenstücken, einer Erwiderung des Staatsministeriums an mich de dato 22. v. Mts., der darin inbezug genommenen Kundgebung des preußischen Generalmajors Freiherrn v. Hilgers de dato 18. v. Mts. und meinem Erlasse an das Staatsministerium vom 2. ds. Mts. bitte ich Eure 2c. gefälligst entnehmen zu wollen, daß und wiefern es in Braunschweig Anstand gefunden hat, meinen Auftrag der Contrasignirung und Publication meines Patentes vom 18. Octbr. ds. Is. zu vollziehen und was ich dem Staatsministerium in Braunschweig darauf weiter zu erkennen gegeben habe. Die Ausübung meiner Regierung im Herzogtum Braunschweig ist hiernach zur Zeit auf Hindernisse gestoßen. Das Recht aber meiner Thronfolge steht nach Landesverfassung und fürstlicher Familienordnung fest und ist von keiner Seite angefochten. Ebenso wenig steht meiner persönlichen Thronfolgefähigkeit irgend welches rechtliche Bedenken entgegen. Die Versagung meiner Anerkennung und die Hinderung meiner Regierung als Herzog von Braunschweig würde daher von Reichswegen nicht ohne einen Eingriff in die Rechtsordnung, auf welcher das deutsche Reich selbst beruht, möglich sein, einen Eingriff, zu welchem, die Reichsverfassung keine Ermächtigung giebt und welcher um so bedeutender und gefährlicher sein würde, als er mit der Beeinträchtigung meines souveränen Fürstenrechts zugleich das souveräne Recht aller Mitglieder des deutschen Reichs gefährden würde. Das souveräne Recht und die Unabhängigkeit der Mitglieder des deutschen Reichs ist durch die Reichsverfassung und die Verträge, auf welcher diese Verfassung sich gründet, nur so weit beschränkt, als es in den Verträgen und der Verjassung besonders bestimmt ist, vergeblich aber würde darin nach einer Bestimmung gesucht werden, welche zu Eingriffen in die nach Landes= und F recht des Einzelstaats wohl begründete## Erbfolge von Reichs wegen berechtigte. diejenige Zuständigkeit, welche nach Art. Reichsverfassung im Absatz 2 für den Bu und die Reichsgesetzgebung in„Verfassungss keiten" begründet ist, trifft vorliegenden Fall: zu. Denn zunächst fehlt es schon mit R' auf den§ 231 der braunschweigischen Lands ordnung vom 12. October 1832 an den V setzungen, an welche diese Zuständigkeit des 9 gebunden ist, und sodann fallen unter den 2 der Verfassungsstreitigkeiten nicht auch Streitiüber Thronfolgerecht und Thronfolgefähigkeit auch die Verhandlungen des Reichstages be ratung des entsprechenden Artikels der Verfe# des Norddeutschen Bundes im Jahre 1867 u, deutig bestätigen. Was aber noch die Ar und 17 der Reichsverfassung anlangt, so e die Einsicht in den Wortlaut dieser Artikel zu zeigen, daß auf deren Bestimmungen ein des Reichs zur Entscheidung von Fragen der folgeordnung oder Erbfolgefähigkeit in den einz Bundesstaaten nicht gegründet werden kann. trauensvoll gebe ich mich der Hoffnung hin, jede vom deutschen Reiche ausgehende Hind meiner Thronfolge und Regierung im Herze# Braunschweig baldigst werde beseitigt werden Ew. ersuche ich angelegentlich, bundesfreut hierauf hinwirken zu wollen, indem ich die sicherung voller Erwiderung bundesfreundliche sinnung gegen alle Mitglieder des Reichs von m Seite wiederhole. Ich schließe mit dem Ausd meines lebhaften Bedauerns, daß ich nach der lehnung meines Notificationsschreibens vom 18 Mts. seitens Sr. Kaiserlichen und Königl Majestät des deutschen Kaisers und Königs Preußen leider Bedenken habe tragen müssen, Zeit ein diesem entsprechendes Schreiben auch Allerhöchstdenselben zu richten. Gmunden, den 4. November 1884. Ernst Augus Hannoversche Rentenbriefe. Die nächste Zie dieser Rentenbriefe findet Mitte November statt. E den Coursverlust von ca. 1¾ pCt. bei der Auslo übernimmt das Bankhans Karl Neuburger, Ber Französische Straße 13, die Versicherung für Prämie von 4 Pf. pro 100 Mark. Meteorologische Notizen. Gehör=Leiden als Ohrenfausen, Ohrenbrausen, Ohrenstechen, Ohrenfluß, leichte und harte Schwerhörigkeit, sowie temporäre Taubwerden schnell und sicher beseitigt durch das echte Gener-Oel d. Oberstabsarzt u. Phufikus Dr G. Schmidt. Preis à Flasche nebst Gebrauchsanweisung Mk..50 zu haben: in Wien VII. Apotheke R. Scharrer, KreuzApotheke, Mariahilferstr. 72, Oentral-Dépöt bei Theod. Jacobi in Görlitz 1. Schlesien. Patentwecker Läutewerk. (D..=Patent.) „„ (9 Uhr vorm.) 11. Nov. Bar. 770 mm. Therm.+ 12. Nov..„ 767 mm.„+ 60R. 39R. Gelseneirchen, Kanzy machers Heinrich Pathmann und der Wiwe Schmied Heinrich am 8. Januar 1885, vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht— an Gerichtsst werden. Die Grundstücke sind mit 93 Dez. Thlr. Reinertrag und einer Fläche von 5 Ar 69 gm, zur Grundsteuer, mit 486 Mark Nutzungswert zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchartikels, etwaige Abschätzungen Sahbere Sauthe, sowie be# Kausbevingungen tonnen in der Gerichtsschreiberei eingesehen Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf in Ersteher übergehenden Ansprüche, deen Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerks nicht hervorging. insbesondere derartige Forderungen von Capital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens i Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Abgabe von Geim Gerichte zlaubhaft au d detreibende Gläubiger widerspricht, dem Grricht glaushaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gevots nicht berücksichtigt werden und bei Range zurücktetenu sgeides gigen die berücksichtigten Ansprüche imn das Eigentum der Grundstücke beanspruchen, werden aufgesordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Eindes Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Brinhsticks urig. Das Urteil über die Erteilung des Zuschlages wird am 9. Januar 1885, mittags 12 Uhr, an Gerichtsstelle verkündet werden. Gelsenkirchen, den 31. October 1884. Konigliches Amtsgericht. „Diesgr patentirte Wecker übernisnt aue bis jetzt bekannten Systeme durch die starke Resonanz, sowie im Wecken, eignet sich daher ganz besonders für Bergleute, Bäcker, Fabrikarbeiter, Post= und Eisenbahnbeamte 2c. 2c., überhaupt für alle, die unbedingt zur bestimmten Zeit aufwachen müssen. Dieselben empflehlt unter Garantie en villigem Preise. Empfehle von heute ab: Pornd=Pheddosterfut à Pfd. 25 und 20 Pf. Pferve=Wurst, I. Qualitat. Nadan Silversmit, Gelsenkirchen, Nr. 3, an der Dampfmühle. Uhrmacher in Wanne. 4 Zimmer eine kinderlose Familie sofort Nr. Meterstabe Geschäfts=Verlegung. ### gegenüberliegende neu erbaute Haus des Bauunter. Woners Herrn H. Timmermann verlegte. , Indem ich für das mir bisber geschenkte Vertrauen bestens danke, ville, mir davselbe auch dahin übertragen zu wollen. Es wird mein Bestreben sein, durch fortwährende Verbefserung meiner Fabrikate die Wünsche der Herren Raucher zu befriedigen. Selfenkirchen, 16. Sept. 1884. Hochachtend Aug. Marten, Tahak. u. Eigarrenfabrik, Sochumerstraße. Evang. Gesangbücher g. Bieng. sind keine Paplerkragen, denn sie sind mit wirklichem Webstoff vollständig überzogen, haben also genau das Aussehen von Leinenkragen, sie erfüllen alle Anforderungen an Haltbarkeit, Billigkeit, Eleganz der Form, bequemes Sitzen.Passen Wenn man bedenkt, dass die leinen. Kragen beim Waschen und Plätten oft verunstaltet, zu hart gestärkt oder schlechtgebügelt werden, oder dass sie in der Wäsche eingehen. R. Scipio, Buchhdl. Theod. Dahl. A. Elbers, Buchbind. und vom sollte man den Versuch mit Mey’s Stoffkragen schon der geringen Ausgabe wegen machen. Mey’s Stoffkragen mit umgelegtem Rand sind das Beste, was geliefert werden kann. Die Erfindung ist gesetzlichgeschützt. Mey’s Stoffkragen müssen genau der Halsweite, resp. der Weite des Hemdenbündchens entsprechend bestellt werden. — Weniger als 1 Dtz. per Façon wird nicht abgegeben Für Knaben giebt es nichts Besseres. Jeder Kragen, der nur wenige Pfennige kostet, kanneine ganze Wochegetragen werden. gehen, und vom tragen werden. „.* Waalich witz-Leipzig, welches auf Verlangen illustrirte Preiscourante gratis und franco versendet. Vaterl. Frauen=Verein Gelsenkirchen. Donnerstag. den 13. Novemb., nachmittags 2 Uhr: Versammlung zum Nähen und Stricken. AAßeoben ¼“ glatt oder gefedert 100 □ Fuß 14,—. 1“ glatt oder gefedert 100 □ Fuß 12,—. in Längen von 6° bis 24“ bei Loseph Schafer, Soau u. Dr. Saurbler, Spezialarzt für Magen= u. Unterleibskranke Mittelstraße 1.(12 bis 4 Uhr. Sonntags v. 11 bis 1 Uhr Schreibfedern in Auswahl bei F. Dienst. Garwrens-Tutte Schalke. Sonntag, den 16. d. Mts., #. nachmittags 4 Uhr, sindet Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Rechnungs=Ablage. 2. Mehrere wichtige Angelegenheiten. Für den Monat November werden 50 Pf. pro Schwein und die laufenden Beiträge erhoben und bitten wir, die rückständigen Beiträge pro Monat Octover ebenfalls zu zahlen. Es wird von den Herrn Deputirten im Laufe dieser Woche das Geld abgeholt und am Samstag, den 15. d. eingetragen werden. Wir bitten nochmals, daß sich niemand weigere, die Beiträge zu zahlen: damit Sonntag ausgezahlt werden kann. Der Vorstand Fahrptan vom 15. October 1884 ab. Von Gelsenkirchen nach Wanne 5,46.43 10,09 2,08 4,19 5,43 8,53 1,19[Wanne Abf. nach Münster 6,10 10.40 10.40 2,19 5,52 10,05 1,39 139.] Von Gelsenkirchen nach Deutz=Köln 5,34 6,12.49 11,30:,34 2,22 5,02 8,35 11,13. Von Wanne nach Dortmund 8,56 10,37 10.30 4,30 9,04 9,52 .45[Herne Abf. 9,05 10,47 4,40.14 1,56.] Von Gelsenkirchen nach Essen 5,17 6,41 3,12 11,40 1,45 3,33 (5,20 nur bis Kray) 7,20 9,05 [von Kray nach Dortmund 6,58 8,56 12,08.45 5,41 8,18(11,37 nur bis Bochum)]. (5,34 nur bis Langendreer) Von Bochum nach Ueckendorf=Wattenscheid 5,30 8,05 9,50 11,41 1,41.30 4,48 7,20 10,46 9,03 12,50(von UeckendorfWattenscheid nach Kray=Essen 5,43 6,55 8,21 11,54 1,54 3,43 7,30 9,16 10,56. Von Dahlbusch nach Essen 5,22 6,46 8,17 11,45 1,50 3,38 (5,25 bis Kray) 7,25 9,10. Von Dahlbusch nach Gelsenkirchen 5,58 7,21 9,05 12,21 4,01 2,53 4,01 5,51 8,28 11,45. Von Essen nach Gelsenkirchen(rhein.) 5,25 6,49.47 11,59.36 5,32 8,09 11,28.(5,04 bis Kray.) Von Essen nach Gelsenkirchen (Köln=Minden) 5,20 8,15 9,40 1,40 3,50 4,55 8,20 9,20. Von Herne nach Deutz=Köln 5,33 11,09 1,59 8,13[Wanne Abf. 5,26, 5,59 6,02 8,39 1,19 12,25 2,10 4,54.24 (11,04 nur bis Duisburg)]. Von Schalke nach Wanne 5,51 10,15 4,39 9,40. Von Schalke nach Sterkrade 5,52 918 2,29 8,04. Von Sterkrade nach Schalke 5,18 .47 4,00 9,08. Von Wanne nach Schalke 5,42 9,05 2,20 7,55. Von Wanne nach deckendorf=Wattenscheid=Bochum 5,27 8,40 12,28.55 5,29 8,00 11,07. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Wanne 5,47 10,07 1,58 5,05 7,34 9,19 1,07. Von Uelkendorf=Wattenscheid nach Dortmund 7,05 9,03.4212,15 2,52 5,48 8,25 11,44(von Uecken=dorf=Wattenscheid nach Bochum von Wanne kommend 12.45 4,15 11,27.] Von Schalke nach BismarckWinterswyk 8,28 2,33 6,20 9,09. Von Schalke nach Essen 6,58.20 1,18 7 35. Von Essen nach Schalke 8,07 2,14 5,52.48. Von Herne nach Bochum 7,35 1,12 7,10. Von Bochum nach Herne 6,40 12,21 6,37. 2 S * W 3% * ** 8 ## 8 So * Briefe des Königs Georg. (Fortsetzung.) Villa Braunschweig, Hietzing, 1. Juli 1868. Für Ihre Berichte, welche mir stets das lebhafteste Interesse bereiten, danke ich Ihnen vielmals und bitte ich Sie, ja darin fortzufahren. Auch für Ihre teilnehmenden Glückwünsche zu meinem Wiegenfeste bin ich Ihnen sehr verbunden. Lassen Sie mich Ihnen noch die Versicherung aussprechen, daß die Aeußerung in Ihrem letzten Schreiben bezüglich des Siegestages von Langensalza meinem Herzen wahrhaft wohlgethan; und ist es ein dringendes Verlangen meines Gemütes, Ihnen zu bezeugen, daß ich nie des Zeitabschnittes vom 15. bis 30. Juni, und also auch des 27. selbst gedenken kann, ohne mich der thatkräftigen Dienste zu erinnern, die Sie mir damals geleistet haben. Mit unerschütterlicher Zuversicht baue ich auf Gottes allwaltende Gerechtigkeit, daß er aus dem ruhmvollen Tage von Langensalza glorreiche Siege für unsere geheiligte Sache in der Zukunft wird hervorgehen lassen. Ihnen freundlichst wohlgeneigt (gez.) Georg R. N. S. Ich übersende Ihnen durch Herrn von Harling eine Exemplar der Denkmünze, welche ich zur Erinnerung unserer silbernen Hochzeit für die, welche persönlich an dem Feste teilgenommen, habe prägen lassen. Villa Thun, Gmunden, Mittwoch, den 2. September 1868. Flügeladjutant Hauptmann v. Düring hat mir Ihren Brief vom 13. v. M. bei seiner Ankunft hier in Gmunden pünctlich übergeben; auch habe ich Ihre sämtlichen überaus interessanten Berichte richtig erhalten, und bezeuge Ihnen sowol für Ihr Privatschreiben als auch für Ihre officiellen Mitteilungen meinen herzlichsten Dank. Mit Freuden ergreife ich die Gelegenheit, die sich durch die Rückreise des Hauptmanns v. Düring darbietet, um Ihnen auf Ihre verschiedenen schriftlichen Einsendungen zu erwidern, und muß zuvörderst auf die in Ihren Zeilen vom 13. bezüglich des Herrn v. Düring berührten Puncte bemerken, wie ich erst aus Ihrem Briefe erfahren habe, daß man behauptet haben soll, daß Sie, um den Hauptmann v. Düring aus Paris zu entfernen, eine Mißstimmung gegen denselben hervorgerufen und nährten. Mir war hierüber nie etwas zu Ohren gekommen, und ich würde, wäre es geschehen, diesem Gerüchte von vornherein keinen Glauben geschenkt haben. Dahingegen, daß zwischen meinem Flügeladjutanten und den in Paris weilenden hannover’schen Offizieren eine Mißstimmung obwalten solle, diese Nachricht ist mir zuerst hier in Gmunden durch Herrn v. Holle zur Kenntnis gebracht. Bei der Persönlichkeit des Hauptmanns v. Düring war mir dies nicht recht erklärlich und habe ich zu meiner unendlichen Freude durch den Hauptmann v. Hortwig selbst, hier in Gmunden, vernommen, daß mit Ausnahme von einem oder zwei Fällen, wonach des Hauptmanns v. Hortwig Ansicht Hauptmann v. Düring die dienstliche Competenz des Ersteren strenger hätte beachten können, auch diese Behauptung gänzlich unwahr sei. Genug, Sie werden vollkommen ersehen, daß auch in diesem Falle, wie fast immer, entweder gänzliche aus der Luft gegriffene Erfindung oder arge Uebertreibungen diesen Nachrichten zugrunde lagen. Ihre dienstlichen Berichte ergeben deutlich, daß die Lage der kaiserlichen Regierung überhaupt, so wie die der napoleonischen Dynastie und des Kaisers insbesondere gegenwärtig derartig sind, daß es nur eines Funkens bedürfte, um den Krieg herbeizuführen; daß derselbe für den Kaiser erwünscht sei, und daß dieser sich vollkommen in der Lage befinde, denselben aufzunehmen. Dies bestätigt von selbstverstanden mir immer wieder von neuem die Notwendigkeit, meinerseits um Gotteswillen mit allen Dingen auf das voll kommenste fertig und bereit zu sein, damit, wenn die Vorsehung für gut befindet, den casus belli herbeizuführen, ich augenblicklich bei der Hand bin, als Verbündeter dem Kaiser zur Seite zu stehen, um mit Hülfe seiner mächtigen Unterstützung mein gutes Recht und das von Deutschland unter des Herrn Beistand erkämpfen und ersiegen zu können. Wie genau in meinem Geiste in dieser Richtung hinzuwirken Sie mit Umsicht und rastlosem Eifer stets thätig sind, so will auch ich persönlich vor allem nichts versäumen. Demgemäß habe ich mit dem auf meinen besonderen Befehl hierher nach Gmunden gekommenen Hauptmann v. Düring gearbeitet, und wird derselbe Sie in meinem Auftrage mündlich zu einer Arbeit auffordern. Nachdem in einem Entwurfe Sie politisch und Hauptmann von Düring militärisch dieselbe vollendet, wünsche ich, daß, wenn die geschäftlichen Verhältnisse es zulassen, Sie dann persönlich von Paris unmittelbar hierher nach Gmunden herüberkommen, um mir dieselbe zu unterbreiten, damit ich dieselbe dann mit Ihnen und Grafen Plate berate, mit Zuziehung des Kronprinzen und des Geh. Cabinetsrats Lex. Sollte die politische Lage aber Ihr persönliches Erscheinen hier untunlich machen, was ich tief beklagen würde, so müßte ich Sie dann bitten, den Hauptmann von Düring, faute de mienx, als Referent Ihrer Arbeit herüberzusenden. Ich bin selbst im Begriff, ein Memoire zu verfassen, und werden Sie bei Ihrer von mir zu erhoffenden Anwesenheit persönlich dann erwägen können, ob dessen Inhalt sich gegenwärtig schon verwerten läßt. Indem ich Sie bitte, falls Sie die Gelegenheit haben sollten, die Prinzessin Mathilde zu sehen, mich ihr vielmals zu empfehlen, verbleibe ich Ihnen besonders freundlich wohlgeneigt. Georg R. Villa Braunschweig, Hietzing, Dienstag, den 2. Februar 1869. Es drängt mich, Ihnen persönlich für Ihre vier Privatschreiben vom 14., 18., 20. und 24. v. Mts. nebst Beilagen, so wie für Ihren officiellen Bericht vom 28. mit den demselben beigelegten Drucksachen herzlich zu danken. Da ich, Ihren beiderseitigen Diensteifer kennend, mir vorzustellen vermag, wie Sie sowol wie Herr von Düring sich Sorge darüber machen, nicht jetzt schon herüber kommen zu können, so beeile ich mich, Ihnen die beruhigende Versicherung zu erteilen, wie glücklicherweise Umstände eingetreten sind, die zur Förderung meiner Sache, der Sie sich einmütig so eifrig widmen, Ihr gegenwärtiges Verbleiben in Paris dringend erheischen. Binnen 14 Tagen werden Sie die Gründe davon erfahren und beauftrage ich Sie, wie Major von Düring, Paris nicht eher zu verlassen, bis Sie weitere Befehle von mir erhalten. Sehr gespannt bin ich auf Ihre ferneren Berichte, sowie überhaupt auf die weitere Entwicklung der politischen Verhältnisse mit dem zunehmenden Frühjahre. Ich wage zu vermuten, daß wir erst nach Vollendung der Neuwahlen zum französischen gesetzgebenden Körper ein klares Bild von dem erhalten werden, was das Jahr in seinem übrigen Verlaufe uns bringen wird. Fürwahr sagen Sie mit Recht, daß man in der That nicht glauben sollte, daß die Regierung und die Ständeversammlung eines großen Staates sich hergeben, eine so unwürdige Comödie zu spielen, wie es bei dem Berichte der SequestrationsCommission geschehen ist. Jetzt wird die Darstellung der Verhandlungen in dem preußischen Hause der Abgeordneten darüber ebenfalls nach Paris gelangt sein, und werden Sie wiederum mit mir übereinstimmen, wie es unfaßlich ist, daß eine solche Verwirrung von Rechtsbegriffen in den Abgeordneten eines Volkes und Landes bestehen kann, welches sich als an der Spitze der Intelligenz stehend selbst so gern preist, und leider fast überwiegend so gern von den Gelehrten Deutschlands als der Hauptträger und Vertreter deutscher Cultur und deutschen Wissens gerühmt wird. Ich für meinen Teil danke Gott aus tiefstem Herzensgrunde für jedes Wort, was aus dem Munde meiner Gegner in der preußischen zweiten Kammer gefallen ist, indem diese Debatte mächtig dazu beitragen muß, die Welt zu überzeugen, daß Rechtlichkeit und Rechtsbewußtsein, welcher letztere Punct der wesentliche Maßstab der Bildung eines Volkes ist, bei den Vertretern des Volkes gänzlich fehlt, mithin das preußische Volk sich nicht auf der Stufe der wahren Intelligenz befindet. Preußen daher am wenigsten fähig und berufen ist, deutsche Cultur zu repräsentiren und zu fördern. Ueberdies bin ich auch dem Allmächtigen für jede Aeußerung meiner Widersacher bei jener Verhandlung auf das Innigste erkenntlich, weil jedes von meinen Feinden gesprochene Wort gewiß wesentlich dahin wirken wird, die Nichtigkeit ihrer Rache und die Gerechtigkeit der meinigen, den Augen der Welt zu enthüllen, und dem Geiste der gesitteten Menschheit beweisen. Welche Gewalt das Recht besitzt, und daß Macht über Recht gewaltlos ist, bethätigt Graf Bismarck's Wut und die der preußischen Volksvertreter bei jeuer Gelegenheit. Der Minister einer Regierung und die Abgeordneten eines Landes, das über mehr als eine Million Bajonette zu verfügen sich brüstet, würden nicht dergestalt über einen entthronten Monarchen und 1400 waffenlose Emigrirte toben, und solche Maßregeln gegen dieselben anordnen, fühlten und wüßten sie nicht, daß die Gerechtigkeit meiner Sache mir und meinem Volke mehr Macht und weiter tragende Waffen verleihet, als die Gewalt des preußischen Königs und die seines und des Norddeutschen Bundes Heeres Bojonette; schützend über mein und meines Volkes und Landes Recht thront und wacht ein allmächtiger und ewig gerechter Gott, der zu seiner Zeit der Schlechtigkeit und Willkür Halt gebieten wird, denen er dasselbe von Alters her verliehen. Darum sagen vor allem mein Volk und ich: wenn Gott für uns ist, wer kann wieder uns sein? Indem ich Sie bitte, dem Major v. Düring meine teilnehmendsten Wünsche zu seiner Genesung auszusprechen, verbleibe ich Ihnen besonders freundlich wohl geneigt Georg R. **(Studentenwitz.] In Leipzig nähert sich einem biederen Musensohn ein Trödler mit der Anfrage, ob er nichts an alten Sachen zu verkaufen habe.„O ja“, erwidert der Angeredete,„ein Paar alte Hosen; aber die sind Ihnen zu weit“ „Schadet nichts",„schadet nichts“, sagt Scholem. „Gut, so kommen Sie!"— Als beide die Stadt bereits hinterm Rücken haben, fragt endlich der Trödler:„Sind wir denn nicht bald da?“ Mit schelmischem Lächeln entgegnete der kreuzfidele Studio:„Ich sagte Ihnen ja, die Hosen werden Ihnen zu weit sein! Ich wohne nämlich in Jena!“ *.(Berlinerisch.]„Nee, dieser Bismarck! Sogar bis zum Aequator kam er runter und sorgte dort für Deutschlands Pepolarität!“— congottlose Afrikalauer macher Sie doch schon? Das es coloniederträchtig!“ * Standesamts=Nachrichten des Amtes Schalke. Geburten. esterk-ricman.. u Tih. unn Achenbach. Olga T d. Bergm Peter Krautscheidt Blk. Heinrich Wilhelm S d Bergm Johann Silke. Auguste Td Fabr Michael Iwanitzki. Elisabeth Charlotte Td Fabr Jacob Krause Brb. Herm Friedrich S d Bergm Gottl Dignas Blk. Elisabeth Td Fuhrmanns Joh Boden. Peter Wilh S d Bergm Wilh Leushacke Brb. Aufgebote. Fahr Wilh Höller m Maria Jorden b kath. Fahr Ed Domnick kath m Louise Krink ev Brb. Fabr Valentin Sahmm Elisabeth Liedigk b kath Brb. Bahnarbeiter Jacob Ruhl m Thekla Kübel b kath Brb. Beram Alexander Säger Heßler m Wilhelmine Jakob, Altenessen b ev. Maschinist Friedr Hirnstein kath in Pauline Stamm ev Heßler. Eheschließungen. Bergm Joh Wilhelm van Beber m Josefine Balzerowiak geb Kasel b kath. Bergm Johann Wilhelm Götzen m Eleonore Theresia Beidermühle b kath. Fabr Friedr Knobloch m Anna Hahn b kaih Blk. Bergm Jos Römer m Kunigunde Fortnagel b kath. Bergm Bern Johann Rittenbruch m Maria Theresia Breitenstein, Altenessen, b kath. Sterbefälle. Carl Kuitz 11 J 5 M alt a deßler. Josefine Margar Göbe geb öllmann 36 J alt. Hugo Tiedemann 5 J 3 M alt. Bringe meine gutabgelagerten sowie sämtliche Mundwasser, Haarfärbemittel und die nur allein bekannten, echten Gebr. Gehrigs Zahnhalsbänder, Keiner mein. Auswahl fertiger Flechten in empfehlende Erinnerung; auch werden Frechten sowie andee Haararbeiten 2 ferner meine schnell und sauber angefertigt.— Die Ausübung der kleinen Chirurgie, Zahnziehen, Schröpfen, Blutegelsetzen 2c. wird von mir bestens besorgt. Carl Dröge, Bardier und Friseur, Gelsenkirchen, Kreuzstraße 14. „* Mit dem heutigen Tage eröffnete ich in Gelsenkirchen, Friedrichstraße Nr. 19, eine Ichiare für die „ Bekanntmachung. Ein anscheinend gestohlenes, neues Bleirohr, ca. 6 Kilo schwer, ist hier angehalten worden. Dasselbe kann im Polizei=Bureau, Zimmer Nr. 9, in Augenschein genommen werden. Gelsenkirchen, 11. Novemb. 1884. Die Polizei=Verwaltung: Vattmann. Bekanntmachung. Die kait Rücksicht auf Zie Choleragefohr vdn dem Heren Vorsitzenden des Aussichtsrats des Wasserwerks bewilligte Gratisabgabe von Ruhrwasser an solche Personen, welche ihre Grundstücke nicht an die Wasserleitung hatten anschließen lassen findet, von jetzk an nicht mehr statt. Schalke, 8. November 1884. Der Amtmann: Klose. werden täglich gereinigt in der chemischen Waschanstalt von Karl Kuntze, Seisenkirchen, Hochstraße Nr. 10. der Steeler Brot-Fabrik. Durch prompte und reelle Bedienung, sowie stets frische Waren, werde bemüht sein, mir das Wohlwollen einer geehrten Kundschaft zu erwerben und bitte um geneigten Zuspruch. Hochachtungsvoll Heinr. de Fries. Buch- u. Kassenführung der Betriebs-(Fabrik-) u. Orts-Krankenkassen etc. nämlich: 1. Verzeichnis der Mitglieder, 2. Krankenbuch, 3. Verzeichnis der gezahlten Kassen-Beiträge, 4. Kassenbuch, aufgrund gesetzlicher Feststellung, ferner 5. ein Fabrik-Lohnbuch, we’ch’ letzteres den Betriebs-(Fabrik-) Krankenkassen als Unterlage für die zu erhebenden(resp. bei der Löhnung abzuziehenden) Kassenbeiträge dienen soll, liefere Ich zu billigen Preisen. Ausserdem ist ein Protokollbuch für die Sitzungen des Krankenkassen-Vorstandes und für die General-Versammlungen erforderlich. Die Einrichtung dieser den gesetzlichen Bestimmungen sich genau anschliessenden Krankenkassen-Bücher, ist gleichzeitig unter Berücksichtigung des Umstandes getroffen, dass die alljährlich der Behörde einzuliefernden Uebersichten und Rechnungs-Abschlüsse mit Leichtigkeit daraus entnommen werden können. Diese für jeden Rechnungsführer einer Krankenkasse gewiss höchst wünschenswerte Einrichtung dürfte unseren Krankenkassen-Büchern eine allgemeine Verwendung sichern. 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Nachdem die vollendet waren, traten neue? deren Lösung wir heute stehen. darum, das Gebäude innerlich lich einzurichten, damit es für Lust sei, darin zu hausen. daß es mit Versassung und abgethan sei, muten dem Vol nackten Wänden wohl zu fühler gewisse Bevölkerungsklassen sehr aus eigenen Mitteln und aus die wohnliche Ausstattung zu ist doch nur eine Minderheit. berger hat gut reden, wenn er nicht in das freie Spiel der wi eingreifen; wenn Einer ein paa Tasche und einen hochentwicke geist besitzt, dann kann er sie Dasein schon auf die eigene Kre 32) Bruder und Sch Erzählung von M. Ger „Vater,“ erwiderte Egbert schneidendem Ton,„ist es, wi zweifeln kann, Deine Absicht Deiner Gattin zu machen, so ist in Deinem Hause nicht länger nicht ertragen, sie— auf dem #### einer andern, Würdigen mutter gebührt, und von dem stoßen wurde." Egbert hatte bei den letzten erhoben und blickte seinen Vater Augen und dem Ausdruck feier Halden wich diesem Blick aus, Vorn gewaltsam steigernd: „Wer meinst Du denn zus unterstehst, mir zu drohen, Dich zu geberden und mir mein Thu = Wäre es nicht vorher besch esen, Dein rohes Betragen wür Frau, der Du ebensoviel hrung schuldest, wie ich, Genu Lleidigung zu bieten, die sie ahren mußte. Treibe nur De äußerste und sieh, wohine atte nicht, meinen Willen zu ter Sohn Deiner Mutter!“ ert fuhr zusammen, wie a# getroffen. Dann richtet verlange keine höhere Du 1c. Sohn meiner Mutter zu - suymählich verkannt, deren L#