tie.) auf Nr. 262. Gelsenkirchen, Freitag, den 7. November 1884. 10. Jahrgang. Vernung genen ender Zocale und Folge orgenntags, pesucht rbier bacher „„ Die„Emscher Zeitung“ erschemt täglich mit Ausnayme der Sonn= und hoden Feiertage. WochenBeilage:„Ilnstrirtes Emscher Sonntagsblatt“.— Insertionspreis: Die Petit=Zeile oder derer Kam 10 Früher: AAUrrrene. Organ für die Stadt Gelsenkirchen, für die Aemter Schalke, Ueckendorf, Wanne und Herne.— Anzeigeblatt für Gerichts= und Militär=Behörden. vie b neulch nz gu u5 Gal äuerin chaitte 5 □ 8— 92 Politische Tages=Rundschau. .f Berlin, den 5. November. Unser Kaiser hat am Dienstag das Mißgeschick gehabt, in seinem Zimmer zu Fall zu kommen und sich eine Quetschung der rechten Schulter zuzuziehen. Obgleich das Allgemeinbefinden des hohen Herrn eine Beeinträchtigung erfreulicherweise nicht erfahren hat, so ist dennoch der beabsichtigt gewesene Jagdausflug nach Wernigerode unterblieben. Das amtlich festgestellte Ergebnis der Reichstagswahlen bestätigt im vollsten Umfange die Niederlage der Verneinungsmänner und micht es wahrscheinlich, daß auch die noch ausstehenden Stichwahlen im großen und ganzen den Character der Hauptwahlen zeigen dürften. Im Lager der national und socialreformatorisch gesinnten Parteien soll man gleichwol kein vorzeitiges Triumphlied anstimmen, sondern Sorge tragen, das mit so günstigem Erfolge begonnene Werk mit Aufbietung aller Kräfte auch bei der Stichwahl zu fördern. Der große Etatsquacksalber Eugen Richter stößt bereits ob der Gestaltung des nächsten Reichshaushaltsetats in die Alarmtrompete. Was der Zweck dieses Manövers ist, hat man dem„Höchstcommandirenden" des„Freisinns" von socialdemokratischer Seite soeben mit derben Worten vorgehalten: eitel Prahlerei und Heuchelei ist es, wenn Herr Eugen Richter das Herumreißen mit der Regierung um einige Millionen im Haushaltsetat als„schwere Kämpfe" bezeichnet, während man doch nur dem knauserigen Spießbürger damit ein Vergnügen machen will und nachher doch den ganzen Etat genehmigt. Wir möchten hinzusetzen: wer sich jeglicher Steuerreform mit Hand und Fuß widersetzt, hat moralischerweise das Recht verwirkt, an den bestehenden Steuerverhältnissen Kritik zu üben. Die neuen Zeitideale, zu deren Erfassung der manchesterliche Radikalismus absolut unsähig scheint, machen dennoch ihren Weg, und Eugen Richter's steuerliche Angstmeierei wird an dieser Thatsache nichts ändern. Ganz Europa blickt mit gespannter Erwartung auf den Beginn der parlamentarischen Wirksamkeit des neuen Reichstags und dessen Stellungnahme zu den großen bewegenden Problemen der Gegenwart. Das westafrikanische Geschwader befindet sich zur Zeit schon auf dem Wege von dem englischen Hafen Plymouth nach der portugiesischen Insel Madeira. Es stellt eine der bedeutendsten bisherigen Machtentfaltungen Deutschlands zu activen Zwecken dar, und die besten Wünsche aller Patrioten folgen ihm auf seinem Wege in die Ferne. Eine eminente Friedenskundgebung füllte die Dienstagssitzung des Budgetausschusses der österreichischen Delegation aus. Graf Kalnoky, der leitende Staatsmann der Habsburgischen Monarchie, feierte das Bündnis mit Deutschland und den Dreikaisertag von Skierniewice als Grundpfeiler des Weltfriedens. Oesterreich kann sich also unbesorgt seinen nächstliegenden Interessen widmen, und dazu gehört vor allen Dingen die wirtschaftspolitische Erschließung der Balcanhalbinsel. Wegen Vollendung der Orientbahnanschlüsse wird Graf Kalnoky wol bald ein ernstes Wörtchen mit der Pforte sprechen. Dem Ministerium Gladstone ist die Kunde von dem Fall Khartums und der Gefangennahme Gordon Paschas gewaltig in die Glieder gefahren. Freund Gladstone sagt sich nicht mit Unrecht, daß, wenn die Hiobspost sich bewahrheiten sollte, sein letztes Stündlein als Premier geschlagen haben dürfte und verlegt sich deshalb einstweilen aufs Leugnen. * Zur Stichwahl. Selten hat eine Nation ein so vernichtendes Strafgericht über das Treiben und Gebahren einer politischen Partei gehalten, wie es bei den diesmaligen Wahlen das deutsche Volk hinsichtlich der Fortschrittspartei gethan hat. In nahezu 300 Wahlkreisen hat dieselbe Candidaturen aufgestellt, und in einer geradezu unglaublichen Verkennung der realen Verhältnisse rechnete die Parteipresse und die Parteileitung mit aller Bestimmtheit darauf, daß dieselben in überwiegender Mehrzahl aus der Wahlurne als Sieger hervorgehen würden, und heute ist diese Partei zerschmettert und nahezu vernichtet. Wenig mehr als 30 Fortschrittler sind gewählt, und wenn sich die Socialdemokraten nicht ihrer erbarmen, wird sich ihre Anzahl durch die Stichwahl nicht wesentlich erhöhen. Daß eine so schmachvolle Niederlage Unzufriedenheit und Conflicte in ihren Kreisen hervorrufen würde, war vorauszusehen und die fortschrittlichen Organe gestehen bereits ein, daß es so nicht weiter gehen könne. Anstatt aber die fortschrittlichen Parteiführer mit ihrem ganzen Berliner Generalstab fortzujagen und sich nach einer verständigeren, maßvolleren Leitung umzusehen, will man es jetzt mit den Socialdemokraten versuchen. Ein Teil der Wünsche der letzteren soll in das deutschfortschrittliche Parteiprogramm aufgenommen werden! Die alten Schlagwörter ziehen nicht mehr, man sucht also nach neuen und will über Nacht es mit der Altersversorgung, mit der Reform der Fabrikgesetzgebung und mit der Einführung des Normatarbeitstages versuchen. Wenn wir nicht sehr irren, hat es der Herr Reichskanzler vorhergesehen und vorherverkündet, daß die Fortschrittler, wenn ihr Phrasenreichtum sich erschöpft hätte, schließlich im Hafen der Socialdemokratie landen würden. Herr Rickert und Herr Barth, Herr Bamberger und Herr Bunsen Arm in Arm mit Bebel und Liebknecht, mit Viereck und Hasenclever! Die Fortschrittler können aber aus ihrer alten unpractischen Haut nicht heraus, was ihre neuesten Vorschläge in ergötzlicher Weise illustriren. Sie wollen den„Normal=Arbeitstag“ aufgrund einer„internationalen Vereinbarung aller Nationen“, was ungefähr auf dasselbe hinausläuft, wie ihre Forderung bezüglich der Abschaffung der stehenden Heere aufgrund einer vertragsmäßig zu errichtenden internationalen Friedensliga. Auf diesen, nach altem fortschrittlichen Recepte aufgewärmten wirtschaftlichen Kohl werden aber die Socialdemokraten schwerlich anbeißen, und wenn die letzteren einigermaßen die wirklichen Interessen der Arbeiter im Auge behalten, werden sie ihre Alliancen an ganz anderer Stelle suchen. Das erfreulichste Ergebnis, welches die letzte Wahl gezeigt hat, besteht unzweifelhaft in der aufrichtigen Annäherung, die sich zwischen den Nationalliberalen und den gemäßigten Conservativen vollzogen hat. Sofern man von den„agrarischen“ Bestrebungen einer kleinen Clique der letzteren absieht, so besteht eigentlich in den wichtigeren wirtschaftlichen und politischen Fragen kaum eine ernstliche Meinungsverschiedenheit zwischen diesen beiden Richtungen, und wenn jede derselben von dem aufrichtigen Willen beseelt ist, wie wir es annehmen, die Regierung in dem Kampfe gegen die negirenden Elemente zu unterstützen, so wird der Verlauf der nächsten Reichstagssession ein segensreicher werden. Deshalb ist es die Pflicht der Ordnungsparteien, bei den Stichwahlen weder zugunsten eines Fortschrittsmannes, noch eines Socialdemokraten einzutreten, sondern alles aufzubieten, um die Ordnungspartei im Reichstage zu verstärken. Politische nebersicht. * Ferlin, 5. November. Die Kaiserin gedachte heute Nachmittag Baden=Baden zu verlassen und mit ihrem Gefolge gegen 5 Uhr zu mehrwöchigem Aufenthalt in Coblenz einzutreffen. NLC. Für einen Teil der deutschfreisinnigen Presse hat das Wahlergebnis vom 28. October doch die Folge gehabt, Selbsteinkehr zu halten und eine gründliche Erneuerung der Partei zu fordern. So regt heute das„Berl. Tageblatt" die alsbaldige Einberufung eines deutschfreisinnigen Porteitages an, welcher sich mit den Ursachen und Folgen des Wahlresultats beschäftigen und prüfen soll, ob Programm und Taktik der Reform bedürfen. Jnsbesondere wird eine feste und positive Stellungnahme zur socialen Frage und den wichtigsten Forderungen der Arbeiter verlangt. So bricht sich auch in den deutschfreisinnigen Kreisen mehr und mehr die Erkenntnis Bahn, daß die vollständige Negation auf socialpolitischem Gebiet für den„entschiedenen Liberalismus" verhängnisvoll zu werden, daß er am„Manchestertum“ zugrunde zu gehen droht. Wer hätte solche Stimmen erwartet sobald nach der Hetze gegen die Nationalliberalen wegen des Unfallversicherungsgesetzes? Wir wünschen der deutschfreisinnigen Partei aufrichtig, es möge ihr gelingen, in der socialen Frage, der größten der Gegenwart, zu einem positiven Standpunct zu gelangen, wieder Fühlung mit dem Volke zu gewinnen und sich von ihren alten Schultheorien und verschlossenen Doctrinen zu befreien. Die Hülfe auch dieser liberalen Richtung, wenn sie an der Arbeiterfrage ernstlich und positiv mitwirken will, könnte als Gegengewicht gegen die Gefahr daß Centrum und Conservative die Socialreform allzu einseitig in die Hand nehmen, nur erwünscht sein, und es wäre ein unendlicher Gewinn, wenn diese Gesetzgebung dem Streit der politischen Parteien möglichst entzogen, eine Uebereinstimmung der weitesten Kreise über dieselbe erzielt werden könnte. Wir warten ab, ob nach dieser Richtung hin die bittere Lehre des 28. October ihre Wirkung üben wird. Von den alten Führern freilich hoffen wir wenig, eine social= und wirtschaftspolitische Reform der Partei müßte über ihre Köpfe hinaus zum Durchbruch kommen. NIO. Als ein erfreulicher Zug der jüngsten Wahlen ist es zu begrüßen, daß die ausgesprochen antinationalen Bestandteile des Reichstags etwas zurückgedrängt worden sind. So haben die Polen den Wahlkreis Schwetz, den sie im Jahre 1881 erobert haben, wieder an einen deutschen Vertreter(conservativer Richtung) verloren. In den beiden Wahlkreisen Thoen=Culm und Fraustadt, welche die Polen ebenfalls, ersteren seit 1878, letzteren seit 1881 besaßen, findet Stichwahl statt und es ist, wenn die Deutschen fest zusammenhalten, zu hoffen, daß auch diese Wahlkreise den Polen entrissen werden. Die Dänen haben den im Jahr 1881 eroberten Wahlkreis ApenradeFlensburg an einen Nationalliberalen eingebüßt und besitzen nur noch das Mandat von Hadersleben=Sonderburg. Die Welfen haben den im Jahre 1881 eroberten Wahlkreis Hildesheim an die Nationalliberalen verloren. Sie haben ferner die bisher besessenen Wahlkreise Melle, Hoya, Einbeck in Stichwahlen gegen die Nationalliberalen und Stadt Hannover gegen die Socialdemokraten zu verteidigen, anderseits haben sie es freilich auch in den bisher nationalliberalen Wahlkreisen Hamelin, Fallersleben, Harburg und in dem bisher freiconservativen Wahlkreis Goslar zu Stichwahlen mit den bisherigen Inhabern gebracht. Wie dringend man in Handelskreisen die Einrichtung eines regelmäßigen directen überseeischen Postdienstes wünscht, davon legt auch der Jahresbericht der Handelskammer zu Mülheim a. d. Ruhr ein lautes Zeugnis ab. In demselben heißt es nämlich wörtlich:„Der von der Reichsregierung eingebrachte Gesetzentwurf, m Pruder und Erzählung von M. Gerhardt. „Und sind sehr erschöpft von dem unnützen Wege und dem Schreck?“ „Ein wenig,“ stammelte Else. „Aber Sie sind jetzt in Sicherheit, das fühlen doch. Kennen Sie den Namen Halden?“ „O ja— Roderich Halden— der Dichter— Sie sind es?“ „Also ich bin Ihnen kein Fremder;— dann wissen Sie auch, daß Sie mir vertrauen dürfen, nicht wahr?“ „Ja;“— und sich aufrichtend, und mit tief errötenden Wangen und glänzenden Augen die ledlen geistvollen Züge des Dichters betrachtend, fügte Else schüchtern hinzu:„Ich habe so lange schon gewünscht, Sie einmal zu sehen,— nur von weitem.“ Halden lächelte, die naive Huldigung that ihm im Innersten wohl. „Ich habe also eine kleine Freundin gehabt, sohne es zu ahnen,“ sagte er freundlich, indem beide neben einander herschritten.„Wie? Sie haben Geschmack an meinen Werken gefunden?“ ., gAch, ich kenne nicht alle,“ gestand Else beschämt.„Nur die Novellen aus germanischer Vorkeit und die Gedichte. Mama wollte mir die Erigen erst geben, wenn ich älter und verständiger sein würde.“ „In der That!— Freilich, nicht all meine Fahen sind für solch junge Mädchen geschrieben, bleich Ihre Altersgenossinnen das schwerlich zuden. Ihre Mamai, gt einiges von mir gelesen?“ gAlles— jede:“e, denke ich, die Sie geschrieben. Sie besitzt alle Ihre Werke, obgleich sie sonst nie Geld für sich übrig hat.“ „Auch meine letzten Romane?“ warf Halden nach einer Pause gleichgültig hin. „Auch die.“ „Und wie gefielen sie ihr?“ „“, erwiderte Else in einiger Verlegenheit, „ich weiß, man hat diese Werke angegriffen, aber Mama sagte, das wäre ein oberflächliches Urteil, es wäre so viel von Ihrem innersten Leben und Denken in diesen Büchern niederlegt, daß sie für jemand, der Ihren Bildungsgang aufmerksam verfolgt hat, vom allerhöchsten Interesse sein müßten, wenn— wenn sie auch künstlerisch nicht auf der Höhe der frühern ständen.“ Halden schwieg und zog nur den Arm seiner Schutzbefohlenen fester in den seinen.„Sind Sie sehr müde?“ fragte er freundlich.„Wollen wir uns nach einem Wagen umsehen?— Der Weg ist nicht mehr gar weit.“ „Nein— bitte, lassen Sie uns gehen.“ „Ihre Mama ist eine eifrige Romanleserin?“ begann er nach einer Weile wieder. „Gar nicht,— sie hat wenig Zeit und liest sonst nur wissenschaftliche Werke.“ „Ah— also eine Gelehrte?“ „Niemand würde sie dafür halten und sie bestreitet es selbst,“ versicherte Else eifrig.„Aber trotzdem— vieles, was meine Lehrer mir nicht klar zu machen vermochten, verstand ich erst, wenn Mama mit mir darüber sprach.“ „Und Ihre Mutter,“ fuhr Halden nach langem Schweigen, wie mit Anstrengung sprechend fort, „sie glaubt nicht, daß mein Stern im Sinken, meine ganze Kraft erschöpft sei, daß ich mich überlebt habe?— Sprechen Sie ganz aufrichtig, mein liebes Kind.“ „Mama sagte einmal,“ antwortete Else, ihr unschuldiges Auge voll und ernst zu dem Dichter erhebend,„daß es ihre zuversichtliche Ueberzeugung sei, Sie würden bald mit einem neuen hochbedeutenden Werk vor die Oeffentlichkeit treten und Ihre Feinde und Neider mit einem Schlage zuschanden machen;— und daß sie mit Sehnsucht diesen Augenblick erwarte.“ Halden war stehen geblieben, es leuchtete wie mit neuer freudiger Energie in seinen Zügen auf. „Dank für dies Wort, mein Kind,“ sagte er leise, aber mit vollem klingenden Ton wie aus befreiter Brust, indem er ihre Hand faßte und drückte.„Es soll mir ein Gotteswort, ein Orakel sein und mir Kraft zum Kampf und Sieg geben. Sagen Sie das Ihrer Mutter.“ Jetzt war man bereits in eine Straße eingebogen, die Else täglich zu passiren gehabt hatte. In der nächsten lag ihre Wohnung, und je näher sie dieser kamen, um so ungestümer und angstvoller schlug ihr das Herz. O, wie sollte sie nur der Mutter vor Augen treten! Einmal strauchelte sie im Gehen, der Atem fehlte ihr, und nur mit Mühe hielt sie sich aufrecht. Halden blieb sofort stehen und blickte sie besorgt an. „Sie sind doch wol übermäßig angestrengt,— oder fehlt Ihnen sonst etwas, mein Kind?“ Die Thränen, nicht mehr zurückzuhalten, stürzten dem Mädchen aus den Augen. Halden zog ihren Arm dicht und zärtlich an sich, und ging langsam, sich sorgsam stützend, vorwärts. „Nur Mut, wir sind bald am Ziel. Und für alles Ueberstandene wird die Mutter den besten Trost haben, nicht wahr?“ Else antwortete nicht und vermochte nur mit Mühe ihr Schluchzen zu unterdrücken. „Fürchten Sie, daß Ihre Mutter Ihretwegen sehr in Sorgen ist?“ fragte Halden. „O sehr!— und das Schlimmste ist— ich bin selbst an allem schuld!— Ich bin ungehorsam, unverantwortlich leichtsinnig gewesen,— o Mama kann mir nie verzeihen.“ „Ist sie so streng?— Ich meine, Sie sind unfähig, ein wirkliches Unrecht zu begehen,“ sagte Halden, ihr tief und ernst in die Augen blickend. Else erwiderte den Blick, zerknirscht, aber mit treuherziger Offenheit.„Es war doch wol sehr unrecht, da Mama es verboten hatte und sich sehr darüber kränken wird.“ Ein leises Lächeln spielte um die Lippen des Dichters. „Ich will Sie begleiten und Ihr Fürsprecher sein, wenn Sie meinen—“ „O, ich danke Ihnen— nein, nein!— Mama ist sehr streng, aber auch sehr gut. Ich wollte gern alles ertragen, wenn sie nur nicht die Angst meinetwegen ausgestanden hätte.“ „Sie wollen mich nicht bei ihr einführen?" fragte Halden verletzt.„Nun, Sie mögen ja Recht haben.“ „Heut nicht— o seien Sie mir nicht böse!“ bat Else innig.„Heute muß ich mit ihr allein sein. Morgen— ach, aber morgen reisen wir schon!“ verbesserte sie sich betrübt. „Sie reisen— wohin““ * K 8 betreffend die Einrichtung von subventionirten Postdampfschiffsverbindungen nach Ostasien und Australien ist in industriellen Kreisen als ein in wirtschaftlicher Beziehung hochwichtiges Ereignis begrüßt worden. Die Herstellung directer deutscher Dampferlinien nach China, Japan und Australien wird der heimischen Industrie Gelegenheit geben, den Absatzmarkt für ihre Erzeugnisse zu erweitern und neue Unternehmungen zu begründen, wie dieselbe überhaupt die allgemeinen nationalen Interessen in ganz bedeutendem Maße fördern wird. Wie wir es daher lebhaft bedauert haben, daß die Vorlage im Reichstage eine so ungünstige Behandlung erfahren hat, so wünschen und hoffen wir, daß dieselbe in der nächsten Session von der Reichsregierung von neuem eingebracht und zur günstigen Erledigung geführt werde.“ * Es ist mehrfach vorgekommen, daß einzelne Betriebsunternehmer bei dem Bundesrat den Antrag gestellt haben, aufgrund des§ 1 Absatz 7 des Unfallversicherungsgesetzes die von ihnen betriebenen gewerblichen Anlagen von der Versicherungspflicht auszuschließen. Derartige Anträge sind, soweit es sich bei denselben um einzelne Betriebe, nicht um ganze Categorien bezw. um Betriebsarten handelt, zur Berücksichtigung nicht geeignet, da nach den Materialien des erwähnten Gesetzes nur ganze Industriezweige oder Betriebsarten, nicht aber einzelne Unternehmungen unter die Bestimmung des § 1 Absatz 7 des Unfallversicherungsgesetzes fallen. Demgemäß hat denn auch der Bundesrat in einer seiner letzten Sitzungen die an ihn gelangten Anträge der bezeichneten Art abzulehnen beschlossen. * Nach einer von einem New=Yorker Blatte veröffentlichten Depesche aus Wilmington soll daselbst ein Matrose angekommen sein, der sich als einzigen Ueberlebenden von der deutschen Goölette „Carl Augusta", in Fahrt von Hamburg nach Veracruz, bezeichnet und angiebt, daß das Schiff unweit der Küste von Nord=Carolina durch Dynamit in die Luft gesprengt worden sei. Eine Bestätigung dieser betrübenden Kunde liegt noch nicht vor. Dagegen teilt die„Hamburger Börsenhalle" mit, daß ein Schiff des Namens „Carl Augusta“ von Hamburg nach Veracruz nicht unterwegs ist. Die Nachricht, daß eine Goölette dieses Namens in die Luft gesprengt sei, bedürfe daher noch anderweiter Bestätigung. * Die„Schles. Ztg.“ läßt sich aus Paris berichten:„Stanley, der erste Beamte der internationalen afrikanischen Gesellschaft, wird in den nächsten Tagen in Berlin eintreffen. Er hofft, daß es ihm gelingen werde, beim Fürsten Bismarck eine Audienz zu erhalten. sich nun zeigen, in wieweit dieser Empfehlung Folge geleistet wird. Wie wir die Stimmung kennen, wird trotz derselben ein Teil der Stimmen auf die conservativen und ein anderer auf die fortschrittlichen Candidaten entfallen. ** Der bisherige Reichstagspräsident v. Lewetzow ist dem deutschfreisinnigen Gutsbesitzer Lüben unterlegen. Lüben hat eine Mehrheit von 21 Stimmen. Es ist indes fraglich, ob sich Lüben lange seines Mandates erfreuen wird, da eine größere Anzahl von Wahlprotesten erhoben wird. ** Mit welchen Mitteln die Freisinnler in der Wahlbewegung arbeiteten, erhellt u. a. aus folgendem Beispiel. Ganz kurz vor der Wahl brachte die„Danz. Ztg." die Notiz, als fünfter Reichstagscandidat für Danzig sei von den sog. „Altconservativen“ Frhr. Langwerth v. Simmern, Welfe, aufgestellt. Eine solche Speculation auf die geistige Beschränktheit ist eine Beleidigung, welche die Danziger Einwohnerschaft sehr energisch zurückweisen sollte. ** Eugen Richter hat das Reichstagsmandat für Hagen angenommen, ohne das Ergebnis der Stichwahl in Berlin abzuwarten. Die Wähler des V. Berliner Wahlkreises haben somit wahrscheinlich das Vergnügen, dreimal hintereinander zur Wahlurne zu müssen, erst zur Hauptwahl, dann zur Stichwahl und endlich, falls bei der Stichwahl Richter gewählt wird, zur Nachwahl. ** Die nationalliberalen Vereine des 1. Weimar'schen Wahlkreises, wo sich der deutschfreisinnige Herr Ausfeld und der freiconservative Herr von Helldorf in der Stichwahl gegenüberstehen, haben beschlossen, den letzteren zu unterstützen. Bismarck'sche Socialpolitik zu unterstützen und gerechte Forderungen der Arbeiter zu vertreten.— Unser Reichstagsabgeordneter verbleibt so in directem Verkehr mit den Arbeitern, die ihm * Eugen Richter entwirft in der„Posener Ztg.“ ein düsteres Bild der Finanzlage aufgrund der bisher über den neuen Reichshaushaltsetat bekannt gewordenen Ziffern und kommt zu folgendem Schluß: Die Herauszahlungen an die Einzelstaaten steigen rund von 98 auf 98½ Mill., die Zahlungen der Einzelstaaten an das Reich wachsen mit der Erhöhung der Matrikularbeiträge von 84 auf 116 Millionen. Die Einzelstaaten sind also nicht mehr Kostgänger des Reichs, sondern das Reich wird wieder Kostgänger der Einzelstaaten, trotz der Vermehrung der Reichssteuern in den Jahren 1879 und 1881. y In Gegenwart des russischen Kaiserpaares fand vorgestern in Petersburg der Stapellauf der Kriegscorvette„Vitiaz“ statt. * Die Verteilung der Preise an die Aussteller auf der Turiner Ausstellung hat vorgestern in Gegenwart der königlichen Familie stattgefunden. Außerdem waren die Präsidien beider Kammern, die Spitzen der Behörden und zahlreiche Gäste zugegen. Der König und die Königin wurden mit enthusiastischen Evvivas empfangen. Prinz Amadeus dankte dem Könige, daß er gekommen sei, um an den Freuden und an dem Triumph des Volkes teilzunehmen, gleichwie er jüngst die Leiden und Gefahren desselben geteilt habe. Dem Prinzen Amadeus und dem Executivcomitee sind Ehrendiplome zuerkaunt worden, von den 13000 Ausstellern sind etwa 6000 mit Preisen bedacht. F Portugal wird, wie es scheint, nun auch seinen Culturkampf bekommen. Das in Lissabon erscheinende amtliche Blatt veröffentlicht eine königliche Ordonnanz, in welcher der Bischof von Guarda und der Erzbischof von Gea getadelt werden, weil sie ihren Diöcesanen Gehorsam hinsichtlich der päpstlichen Encyclica„Humanum genus“ anempfohlen, ohne das päpstliche Actenstück zuvor in Uebereinstimmung mit den portugiesischen Gesetzen dem königlichen Placet unterbreitet zu haben. Darüber ist natürlich der vaticanisch gesinnte„Moniteur de Rome“ erbost undergeht sich in heftigen Angriffen auf den König und die Regierung Portugals; die in Anwendung gekommenen Gesetze werden als verrostete Waffen bezeichnet u. s. w. Die römische Curie und ihre Hierarchie besitzt das eigentümliche Geschick, auch die Wenigen, die noch halbwegs einig mit ihr sind, vor den Kopf zu stoßen und sich dadurch abwendig zu machen. Wahlbewegung. ** Barmen=Elberfeld, 6. Novbr. Bei der heute vollzogenen Stichwahl eines Abgeordneten zum Deutschen Reichstag für den hiesigen Wahlkreis erhielten Stimmen: Dr. Fabri(nat.) 11 434, Fr. Harm(Socd.) 17254, mithin ist Fr. Harm gewählt. ** Die Führer der Berliner Socialdemokraten haben ihren Genossen Wahlenthaltung bei den bevorstehenden Stichwahlen anempfohlen. Es wird Rückblicke. Als vor ungefähr 5 Jahren in der EmscherZeitung in localen Besprechungen Vorschläge gemacht wurden, wie notwendig es wäre, daß das evangelische Bewußtsein im evangelischen Volke geweckt werden müßte, um wieder recht patriotisch zu sein, da wollten unsere Kritikastern, welche auch heutzutage noch in absentia schelten, in praesentia loben, die aber die pestilentia hole, schier verzweifeln, als wenn wir uns gegen den Liberalismus versündigt hätten. Selbst andere liberale Blätter wollten damals nicht anbeißen: weil alles auf liberalem Wege von selbst zustande kommen müsse. Es sind allerdings beinahe sechs Jahre her. Während dieser Zeit vergißt sich vieles. Namentlich groß darin, Altes in das Meer der Vergessenheit zu versenken, sind viele Zeitungsleser. Wir haben stets das verderbliche Streben des weiland schlafengegangenen hiesigen christlich=socialen Arbeitervereins ans Licht gezogen. Schon früher wollten wir die lauteren von den unlauteren Elementen in dem genannten Vereine gesondert wissen. Erst als die Mitglieder die schädlichen ultramontanen Umtriebe in demselben voll und ganz erkannten, da trat der nationale Gedanke in den Vordergrund; die christlich=socialen Mitglieder evangelischer Confession zogen sich allmälig zurück und der glückliche Gedanke griff Platz, am hiesigen Orte einen evangelischen Arbeiterverein zu gründen. Auch wir waren dabei und freuten uns mit den Führern des hiesigen evangelischen Arbeitervereins, frühzeitig genug das Richtige getroffen zu haben. Der Vorstand des evangelischen Arbeitervereins ist seit der Zeit unablässig bemüht gewesen, den Character des Vereins auszubilden, neue Arbeitervereine zu gründen, so daß heuer die Zahl bereits eine hohe genannt werden kann. Außer im Kreise Bochum sind im Kreise Dortmund mehrere, am verflossenen Sonntag einer in Dorstseld, ferner in der Stadt Essen, evangelische Arbeitervereine gebildet worden. Leider hat die Stadt Bochum selbst viel zu lange dem sog.„christlichsocialen" Treiben zugesehen. Vor etwa einem Jahre hatte der Vorstand des hiesigen evangelischen Arbeitervereins den ersten Anlauf auf Bochum unternommen, dort einen gleichnamigen Verein zu gründen. Der Vorsitzende, Herr Fischer, erzählte uns damals, wie schwierig es sei, dort Fuß zu fassen, weil die evangelischen in dem„christlichsocialen" Vereine sitzenden Mitglieder sozusagen vollständig gefangen genommen seien. Erst als die Reichstagswahl heranrückte, als der früher liberale „Märkische Sprecher“ den Händen eines ultramontanen Redacteurs, unter der Aegide des wolorganisirten liberalen Wahlcomitees, entrissen worden, als das„nationale Bewußtsein" dem„M. Spr.“ zum Bewußtsein zurückgebracht worden, da fand der Bochumer evangelische Arbeiter Unterstützung durch denselben. Es freut uns deshalb, zu vernehmen, daß dieses liberale Blatt in seinem neuesten Leitartikel unter der Rubrik„Wie sichern wir unsern Besitzstand“ unserm hiesigen und andern evangelischen Arbeitervereinen bekannte Gründe behufs Erstarkung den Mitgliedern des evangelischen Arbeitervereins in Bochum wiederholt vorhält. In dem Artikel wird u. a. ausgeführt, daß dem ultramontanen Vereinswesen gegenüber das evangelische Platz greifen müsse, dort„christlich=social“, das heiße ultramontan, hier evangelisch, das heiße im Kreise Bochum liberal. Es wird darin weiter wörtlich ausgeführt:„Die geistigen und finanziellen Mittel, dem Bochumer evangelischen Arbeiterverein eine hervorragende Stellung zu geben, sind gesichert; die evangelischen Arbeitervereine müssen die Initiative ergreifen und auf der Bahn socialpolitischer Reformen vorwärts schreiten; aus ihrem Schoße heraus müssen Anträge an den Reichstag hervorgehen, die unserem Reichstagsabgeordneten Herrn Dr. Haarmann zweifellos angenehm sein ihr Vertrauen geschenkt haben, und seine Stellung wird dadurch wesentlich gefestigt. Vorwärts deshalb und evangelische Arbeitervereine gegründet!“ Ferner:„Was speciell durch die Verschmelzung der drei hiesigen evangelischen Vereine(evangelische Bergmannsvereine Germania und Glückauf mit dem evangelischen Arbeiterverein) zu erreichen ist, liegt auf der Hand. Der Verein wird im ersten Anlauf 1000 Mann stark sein und in kürzester Frist eine gute, reichhaltige Bibliothek besitzen, aus welcher die Vereinsmitglieder unentgeltlich Unterhaltung und Belehrung schöpfen. Der Verein wird eine Unterstützungs= und Sterbelade schaffen und durch Veranstaltung regelmäßiger Vorträge, durch die Feier nationaler und hervorragender religiöser Festtage den evangelischen und deutschen Sinn pflegen und stärken.— Viele der angesehensten Männer Bochums haben sich in die Liste der besuchenden Mitglieder eintragen lassen, und wir zweifeln nicht, daß diese besuchenden Mitglieder auch in erster Linie zahlende sein werden. Möge es bald bekannt werden, daß die Verschmelzung der drei hiesigen Vereine Thatsache ist, möge der frische lebendige Geist, welcher seit dem 28. October die Reihen unserer Arbeiter beseelt, seine Früchte zeitigen, damit nicht durch Fahrlässigkeit verloren geht, was durch unendliche Mühe errungen worden ist.“ Den Appell, welchen der Artikelschreiber an die besitzende Klasse in Bochum richtet, machen wir hiermit zu dem unsrigen, indem wir darauf hinweisen, daß es wünschenswert ist, in steter Fühlung mit unsern Arbeitern zu leben. Dadurch wird das versöhnende Band zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern ein immer festeres. Kein ultramontaner Führer ist imstande, daran rütteln zu wollen. Der nationale Geist des evangelischen Arbeitervereins wird es nimmer leiden, daß andere als reichstreue Mitglieder sich zusammenfinden.„Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland“ soll aber allen Arbeitern des deutschen Vaterlandes gemeinsames Teil sein. Dem katholischen Arbeiter soll gewiß der Anteil hieran nicht benommen sein. Vor allen Dingen kommt jedoch bei letzterem die patriotische Seite d. i. die nationale inbetracht. Da liegt es nun an ihnen selbst, die Fesseln zu lösen, welche denselben in hierarchischer Beziehung künstlich binden. Man beobachte das Treiben der Führer der ultramontanen Partei. In der nächsten Zeit wird dies besonders notwendig sein, die Einigkeit, das Recht, die Freiheit, welches alles die Regierung unseres Kaisers Wilhelm mit seinem Ratgeber, Fürsten Bismarck, für das deutsche Vaterland gewahrt wissen wollen, ist allen Arbeitern gemein. Der evangelische Arbeiterverein geht nur mit dem guten Beispiele voran. Er will Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland. Er will nicht die Einigkeit, welche römische Führer im Parlamente mit Rom zu gewinnen suchen; er will nicht, daß Rom ein Recht habe mitzusprechen in Angelegenheiten, welche Deutschland abhängig zu machen, oder hierarchischer Principien wegen zu erniedrigen suchen; er will nicht, daß die Freiheit der römischen Kirche volle Gewalt erhalte wie in mittelalterlichen Zeiten.— Möge deshalb der nationaldenkende katholische Arbeiter immermehr einsehen lernen, daß es den römischen Führern, deren Devise für Wahrheit, Freiheit und Recht die Parole der römischen Hierarchie ist, nur darauf ankommt, Deutschland in die Hände Roms zu überliefern. Möge man allerorts evangelische Arbeitervereine gründen. Dann gehört auch bei der nächsten Reichstagswahl der Sieg der reichstreuen Partei unseres Kreises, welcher, selbst bei der vorzunehmenden Kreisteilung, als Reichstagswahlkreis ein Wahlkreis bleiben wird. werden, da er uns das Versprechen gab, die Provinzielle Nachrichten. * Seisenkirchen, 6. Nov. Es ist darauf hinzuweisen, daß Wahlproteste dem Reichstage bis spätestens zehn Tage nach Eröffnung der Sitzungen zugehen, und wenn eine Nachwahl erst nach Eröffnung des Reichstags erfolgt, bis spätestens zehn Tage nach der amtlichen Feststellung des Wahlergebnisses eingereicht werden müssen. In dem Proteste müssen, wie sich von selbst versteht, die Thatsachen, auf welche sich die Wahlanfechtung gründet, ganz genauangegeben sein unter Beifügung von Zeit, Ort, Personen und Urkunden, welche die Thatsachen zu beweisen geeignet sind. Eine Unterschrift genügt, und diese braucht nicht amtlich beglaubigt zu sein. * Der hiesige Gabelsberger'sche StenografenVerein zählt 28 Mitglieder, welche gestern Abend im Locale Duesberg zu arbeiten angefangen haben. Die Leitung des Cursus hat Herr Holtmann übernommen. * Einem Gerücht zufolge soll für den demnächst zu besetzenden Sparkassen=Rendantenposten Herr Bottermann von hier ausersehen sein.——— * Nachdem es zur Kenntnis des Kriegsministers gelangt war, daß die Einberufung von Reservisten(zu den zwölftägigen Uebungen u. s..) und Landwehrmännern in Zeiten fallen, während welcher die Einberufenen in landwirtschaftlichen Arbeiten gestört werden, hat sich derselbe an den Minister der Landwirtschaft gewandt, um von diesem die Zeiten zu erfahren, welche in den verschiedenen Landesteilen für die Einberufung zu wählen wäre, damit letztere den Beteiligten so wenig wie irgend möglich lästig falle. * Aus Bochum, 4. Novbr., wird der„Rh.=2 .“ gemeldet: Gestern morgen sind auf der Zeche Victor“ bei Bladenhors 16 Bergleute durg schlagende Wetter verunglückt. Von ihnen wurde, 2 tot aus Tageslicht befördert, während die übrig,, 14 meist schwere Brandwunden davongetragen habeund sofort in das katholische Krankenhaus Castrop transportirt worden sind. Herr Berghaupmann Prinz Schönaich=Carolath aus Dortmun# hatte sich sofort an Ort und Stelle begeben. Eben so waren heute morgen der Revierbeamte Her Bergrat Abels aus Recklinghausen und Herr Land rat Schmieding aus Bochum auf der UnglücksstätDer Unfall ist in der Wettersohle durch Entzündung schlagender Wetter herbeigeführt. Wen die Schul trifft, wird hoffentlich die Untersuchung ergeben Die verunglückten Bergleute sind Mitglieder Knappschaftskasse, und wird außerdem ohne Zweife auch die Grubenverwaltung für die Hinterbliebenesorgen. * In Witten wird die Eisenbahnmaschine werkstätte, welche die größte Deutschlands ist un demgemäß auch eine große Anzahl Arbeiter schäftigt, für das Wohl der letzteren dadurch Sora tragen, daß in kürze eine Anzahl Arbeiterwohnungen zunächst für etwa 150 Familien, gebaut werden Die Häuser sollen entweder nach Wanne ode nach Witten, im letzteren Falle in der Nähe rheinischen Bahnhofs, wo noch fiscalisches Terrai vorhanden ist, zu stehen kommen. Im Interest Wittens wäre es erwünscht, daß die betreffende Grundbesitzer in der Nähe des rheinischen hofs ihre Forderungen so mäßig stellten, daß Arbeitercolonie, welche derjenigen in Stahlhause bei Bochum ähneln soll, auf Wittener Gebie kommt. Eine Commission hat bereits die Arbeite wohnungen des Bochumer Vereins sowie diejenige der Firma Krupp in Essen besichtigt und die fertigung von Plänen nach den gesehenen Vorbilde in Angriff genommen. Welche Vorteile dies Stadt durch den Bau einer Anzahl Häuser wachsen würden, braucht nicht erst bewiesen werden, namentlich würde der nach dem rheinisch Bahnhof zu belegene. Stadtteil außerordentlich durch gehoben werden, vorausgesetzt natürlich, das nicht ungünstige Umstände Anlaß geben, daß Werkstätte alle jene Vorteile dem benachbarte Wanne zuwendet. * Der zum Director des Gymnasiums zu se linghausen ernannte Oberlehrer Dr. Heinr. Bocker wird sein neues Amt um die Mitte dieses Mona antreten. Derselbe ist geboren zu Lippstadt 3. September 1844, studirte an der Academie Münster classische Philologie 1864—1867, absolvit nach bestandenem Staatsexamen das Probejahr 186 1869 an der Realschule seiner Vaterstadt wirkte nach mehrjähriger Thätigkeit in Privstellungen als Lehrer an der Realschule zu Düss dorf und am Gymnasium zu Paderborn. letzterer Anstalt wurde er im Herbst 1881 Münster berufen. * Eine colossale Kanone ist von der Firn Krupp in Essen für Rechnung der italienisch Regierung gebaut worden. Das Monstregesch wiegt 130000 Kilogramm und erfordert Transport besondere Vorbereitungen. Es dafür zwei Eisenbahnwagen von besonderer Stät und eigener Construction vonnöten. * In Larmen in der Band= und Litzenfah der Herren Saatweber, Sieper und Wert Diekerstratze 22, entstand am 3. ds. abends gen halb 11 Uhr Feuer. Die Wichlinghauser willige Feuerwehr wurde alarmirt und war zur Stelle; es gelang derselben nach halbstündie Arbeit das Feuer zu löschen. * Ein Butter= und Käsehändler in der Adalbe straße zu Tachen, welcher mit einem dortig Agenten in Geschäftsverbindung stand, besonde Geldgeschäfte mit demselben machte, hatte, der„Aachener Ztg.“, gestern eine größere Sum Geldes an denselben für fällige Wechsel zu zahll Er begab sich in das Bureau des Ge mannes, traf denselben jedoch nicht an, sond nur den jungen Mann. Ohne viel Umstäh legte er auf diesen mit einem geladenen Revol# an. Der junge Mann sprang noch rechtzet zur Seite und so ging der Schuß dicht am des 15jährigen Ausläufers vorbei, der auch ger im Bureau anwesend war. Beide flüchteten vor dem Attentäter in den Kleiderschrank ein nebenan liegenden Zimmers und schrieen um Hi Durch den Schuß und die Hülferufe aufmerk gemacht, eilte der eine Treppe höher wohnen Bruder des jungen Mannes herbei. wurde von dem Attentäter mit einem empfangen, der jedoch fehl ging. Der Angegrift schloß nun schnell die Bureau=Thür ab, um## zu holen. Dies benutzend, schlug der Atten## die Thür ein und entkam auf die Straße. Hülfe der Polizei wurde er später ermittelt verhaftet. In seinem Besitze fand man den noch drei Kugeln geladenen Revolver. Preußische Lotterie. (Ohne Gewähr.) * Berlin, 5. Nov. Bei der am 4. be.z fangenen Ziehung der 2. Klasse 171. königl. preußt Klassen=Lotterie fiel 1 Gewinn von 12000 Nr. 11931, 1 Gewinn von 6000 M. auf Nrzg 2 Gewinne von 600 Mark auf Nr. 3532 und 6 Gewinue von 300 M. anf Nr. 2915, 50001, 73 684, 79604 und 89419. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 2. 171. Königlich preußischer Klassenlotterie fielen: winn von 30000 M. auf Nr. 11132. 3 Gewinn“? 1800 M. auf Nr. 1094, 4056, 17557, 3 G00 von 600 M. auf Nr. 29 178, 53091, 81600. winne von 300 M. auf Nr. 21565, 67015, 5 91672. — 6. November. Bei der am 6. d. beend Ziehung der 2. Klasse 171. königl. preußischen Lotterie fiel 1 Gewinn von 12000 Mk. auf Nr.## 2 Gewinne von 6000 W f Nr. 61 494 und und 1 Gewinn, von###.“. auf Nr. 24928. 10 Oß= u. Westpreut Ziehung dieser Rentendr den Coursverlust von c0 übernimmt das BankhanFranzösische Straße Prämie von 4 Pf. pro ie Börse Coursbericht vom Berechnung in Mark pre anders den A. Kohl I. Gas= und Flammkohl a. Gaskohle d. Flammförderkohl c. Stückkohle d. Halbgesiebte Kohl e. Nußkohle k. Nußgruskohle g. Gruskohle II. Fettkohlen: a. Förderkohle v. Stückkohle 2(o. Rußkogle 30—90 ap do. 20—45 3 1. do.—20 s 14 Kokskohle III. Magere Kohlen: a. Förderkohle d. Stückkohle c. Nußkohle 40—80 do. 20—40 d. Gruskohle unter IV. Koks: a. Patent=Koks d. Koks c. Klein=Koks B. Rohspath Gerösteter Spatheisenstein Somorrostro k. o. b. Ro Siegener Brauneisenstein, Nassauischer Rohcisenstein Rasenerze, franco C. 9 Spiegeleisen Ia Weißstrahliges Eisen Rheinisch=Westfälist Siegen=Nassauische. Luxemburger Roheisen Holzkohlenroheisen Deutsches Gießereieisen I. II. III Span. Gießereisen, MarkRuhrort incl. Zoll Engl. Roheisen Nr. 3, loct Engl. Bessemer Eisen, Nr. Verschiffungshafen Span. Bessemereisen Mar Rotterdam Deutsches Bessemer Eisen Gettesdienst=Ordn der evangel. Gem Gelsenkirchen. Samstag, den 8. Novemb Nachmittags 3 Uhr: Beich Pastor Deutelmoser. Sonntag, den 9. Novemb# Frühgottesdienst 8 Uhr. Leich. Hauptgottesdienst 10 Uhr. Deutelmoser. Austeilung des h. Abendn In beiden Gottesdiensten für den Gustav=Adolf=V Nachm. 2 Uhr: Missior Pastor Deutelmoser. Die Amtswoche hat Pastor Allen Freunden und Bei welche unserer lieben Fra Mutter das letzte Ehrengel geben haben, sprechen wir h unsern tiefgefühlten Dank Gelsenkirchen. Friedr. Kaiser nebst Mathias Baun Wilhelmine Bat geb. Schulte. Vermählte Gelsenkirchen, 6. Nov. 14 Bekanntmachun Ein Portemonnaie mit 70 Pf. ist verloren. Der wird ersucht, dasselbe im Polizeibureau, Zimmer Nr. zuliefern. Gelsenkirchen, 6. Novemb Die Polizei=Verwaltu Battmann. „Aufgrund des§ 5 der üder die Polizei=Verwal 11. März 1850 wird fü. fang der Gemeinde Sch vorheriger Beratung mit meinde=Vorstande verorde Der Wochenmarkt Gemeinde Schalte begi in den Wintermonat# der bis inel. März u morgens. Die ent hende Bestimmung der Marktordnung Marz 1870 wird hier geheben. S 2. Zrwiderhandlung Sder bieende bis enttdrache geahndet. Schalte, 4. Nov Klose. Ein gut erhaltenes Billar Slle zu verkaufen.# ##r. d. Bl. unter Nr. Oß= u. Westpreußische Rentenbriefe. Nächste Ziehung dieser Rentenbriefe Mitte November. Gegen den Coursverlust von ca. 1¾ pEt. bei der Auslosung übernimmt das Bankhans Karl Neuburger, Berlin, Französische Straße 13, die Versicherung für eine Prämie von 4 Pf. pro 100 Mark. ie Börse zu Düsseldorf. Coursbericht vom 6. November 1884. Berechnung in Mark pro 1000 Kilogr. und, wo nicht anders bemerkt, loco Werk. A. Kohlen und Coaks. Mark. I. Gas= und Flammkohlen: a. Gaskohle v. Flammförderkohle c. Stückkohle d. Halbgesiebte Kohle e. Nußkohle k. Nußgruskohle g. Gruskohle II. Fettkohlen: a. Förderkohle v. Stückkohle 2(o. Rußko#le 30—90 mm p do. 20—45 mm s do.—20 mm s(d Kokskohle III. Magere Kohlen: a. Förderkohle d. Stückkohle c. Nußkohle 40—80 mm do. 20—40 mm d. Gruskohle unter 20 mm IV. Koks: a. Patent=Koks d. Koks o. Klein=Koks B. Erze. Rohspath Gerösteter Spatheisenstein Somorrostro k. o. b. Rotterdam Siegener Brauneisenstein, phosphorarm 10,00—11,00 Nassauischer Roheisenstein mit ca. 50% Eisen—— Rasenerze, franco 9,50 C. Roheisen. Spiegeleisen Ia: 50,00—52,00 Weißstrahliges Eisen Rheinisch=Westfälische Marken I. 47,00—49,00 „„ II. 42,00—43.00 .00—.00 5,10—6,40 7,50—9,00 6,80—.50 7,40—8,00 4,00—5,00 2,80— 3,60 .20—6,00 7,0—8,00 7,00—8,50 6,50—.50 5,50—6,20 4,00—.40 .50—5,60 .40—11,50 10,00—12.50 2,00—3,00 .50—10,50 7,30—8,50 640—7,00 9,00—.30 11,80—12,80 Siegen=Nassauische. Luxemburger Roheisen Holzkohlenroheisen Deutsches Gießereieisen I. Qual. „„ II.„ „„ III.„ Span. Gießereisen, Marke„Mudela“ Ruhrort incl. Zoll Engl. Roheisen Nr. 3, loco Ruhrort Engl. Bessemer Eisen, Nr. 3. loco Verschiffungshafen Span. Bessemereisen Marke„Mudela“ Rotterdam Deutsches Bessemer Eisen Thomaseisen 42,00— 46,00— 34,0062,00— 58,00— " 5 2 0 0— loco „ 70,00— 55 00— 43,00— cif. 52,00— 50 00— 43,00 47.50 36,00 64,00 59,00 -53,00 50.10 55,50 44,00 —58.40 52,00 D. Stabeisen(Grundpreise). Gewöhnliches Stabeisen.. 110,00—112,00 Feinkorneisen 13200—135,00 E. Bleche(Grundpreise). Gewöhnliche Bleche 150 00—155 00 Kesselbleche 16000—170,00 Feinbleche 155,00—165,00 F. Draht. Walzdrabt(Stiftdrahtqualität).. 118,00—120,00 Seit der letzten Börse trat keine wesentliche Aenderung im Kohlenhandel bezüglich Umsatz und Preis ein, was in Anvetracht der milden Witterung ganz naturgemäß ist. Der niedrige Wasserständ des Rheines dagegen bietet große Schwierigkeit für die Verladung per Schiff. Sehr bleibt zu hoffen, daß die Förderconvention wie geplant zu Stande käme. Roheisen unverändert, doch haben die Lager allgemein abgenommen. Fabrikate ruhig. Die Börsen=Commission. Meteorologische Notizen. 6. Nov. 7. Nov. (9 Uhr vorm.) Bar. 760 mm. " 760 mm Therm.+ 1218. 8 "+ 11°8. 8 * Fürst Bismarck gegen Freiherrn von Schorlemer=Alst. In seiner am 16. Jan. 1874 im Reichstage gehaltenen Rede sagte Fürst Bismarck folgendes: „Was den gestrigen Vorgang betrifft, so hat mir der Abg. v. Schorlemer Inconsequenzen nachzuweisen gesucht; nun, wenn ihm das wirklich gelungen wäre, so würde die Sache, die er verteidigt, damit nicht in irgend einem Maße gebessert sein; aber es ist ihm auch in keiner Weise gelungen. Er hält mir vor, ich hätte früher gesagt, das Dogma der Unfehlbarkeit, welches von Millionen Katholiken angenommen sei, müsse respectirt werden. Das ist auch heute noch meine Ansicht. Ich habe es auch respectirt. Habe ich es je angefochten? Bestreitet man Ihren Glauben in irgend einer Weise? Ich habe nur die Consequenzen gezogen, die ihm für unser Staatsleben entfließen, und auf die Schwierigkeiten aufmerksam gemacht, die in unser Staatsleben dadurch kommen, und infolgedessen auf die Notwendigkeit hingewiesen, daß man so wenig wie möglich von Glaubenssachen in das Staatsleben hineinthun müsse. Aber den Glauben respectire ich ja und würde, wenn er sich auf Dinge erstreckte, die mir und den anderen evangelischen Christen noch ferner wären, ihn dennoch respectiren. Wie das damit im Widerspruch steht, was ich neulich über eine andere Sache gesagt habe, das verstehe ich nicht. Die Herren müssen nur nicht die Freiheit des Glaubens so auslegen wollen, als ob Gettesdienst=Ordnung der evangel. Gemeinde Gelsenkirchen. Samstag, den 8. November 1884. Nachmittags 3 Uhr: Beichtandacht Pastor Deutelmoser. Sonntag, den 9. November 1884. Frühgottesdienst 8 Uhr. Pastor Leich. Hauptgottesdienst 10 Uhr. Pastor Deutelmoser. Austeilung des h. Abendmahls. In beiden Gottesdiensten Collecte für den Gustav=Adolf=Verein. Nachm. 2 Uhr: Missionsstunde Pastor Deutelmoser. Die Amtswoche hat Pastor Leich. Allen Freunden und Bekannten, welche unserer lieben Frau resp. Mutter das letzte Ehrengeleite gegeben haben, sprechen wir hierdurch unsern tiefgefühlten Dank aus. Gelsenkirchen. Friedr. Kaiser nebst Kinder. Mathias Baum Wilhelmine Baum geb. Schulte. Vermählte. Gelsenkirchen, 6. Nov. 1884. Beeders-eheeheneeneeneen Bekanntmachung. Ein Portemonnaie mit 80 Mk. 70 Pf. ist verloren. Der Finder wird ersucht, dasselbe im hiesigen Polizeibureau, Zimmer Nr. 9, abzuliefern. Gelsenkirchen, 6. Novemb. 1884. Die Polizei=Verwaltung: Battmann. Polzel=Verordnung. Aufgrund des§ 5 des Gesetzes über die Polizei=Verwaltung vom 11. März 1850 wird für den Umfang der Gemeinde Schalke nach vorheriger Beratung mit dem Gemeinde=Vorstande verordnet: Der Wochenmarkt in der Gemeinde Schalte beginnt auch in den Wintermonaten Octoder bis inel. März um 3 Uhr Die entgegenstehende Bestimmung im§ 2 der Marktordnung vom 1 rz 1870 wird hiermit aufgehoben. S 2. Zywiderhandlungen werden ode Si#ube bis zu 9 Mi. geahnd Schalke, 4. Novemb. 1884. Ein gut erhaltenes Billard Sule zu verkaufen. Wo sagt die #r. d. Bl. unter Nr. 1917. sie darin bestehe, daß sie über Andersgläubige und über den Staat eine Herrschaft üben. Für sie ist Nichtherrschen schon mit Unterdrücktsein gleichbedeu tend. Ich habe es neulich schon gesagt: wir verlangen für unsere Ueberzeugungen auch Unabhängigkeit für Andersgläubige und verlangen Ach tung vor unserem Glauben, die wir bei Ihnen nicht immer finden.“— Ferner sagte Fürst Bismarck in seiner am 16. April 1875 im preußischen Abgeordnetenhause gehaltenen Rede folgendes: Wenn der Herr Vorredner(v. Schorlemer=Alst) sagte, ich hätte vor gewissen Jahren gesagt, daß ich vor jedem Dogma Achtung und Respect hätte, so ist das noch heute der Fall; aber ich habe auch vor meinen amtlichen Pflichten und vor den Gesetzen des Landes Respect, und meine Achtung vor fremdem Dogma kann nicht soweit gehen, daß ich pflichtvergessen wäre, den Schutz der Interessen des Landes, dessen erster Diener ich bin, für fremdes Dogma aufzugeben. Bei aller Achtung vor dem Dogma hat man seinem Könige und Lande den geleisteten Eid zu halten, ihm nach den Gesetzen zu dienen. Das zu verleugnen, so weit geht mein Respect nicht. Meine Pflichten gegen den Staat werden durch meine Achtung vor dem Dogma Anderer nicht aufgehoben. Der Herr Vorredner hat mir ferner zu beweisen gesucht, daß der Papst keinen Einfluß auf die Centrumspartei hätte. Nun, wenn Sie ganz ohne Verbindung mit dem Papste sind, woher wissen Sie denn, daß Alles, was Sie thun, von ihm gebilligt ist: ich wage das alsdann sehr zu bezweifeln und wünsche, daß die Presse diesem Zweifel Ausdruck gebe. Vor mehreren Jahren lag die Sache so, daß zwar nicht der Papst, soudern der Cardinal Antonelli die Schöpfung der confessionellen Centrumspartei mißbilligte. Ich hatte ihm gesagt: es ist das eine große Gefahr für die Freiheit, deren sich die katholische Kirche bei uns erfreut, wenn die Wirksamkeit einer confessionellen Partei in unsere politischen Geschäfte übertragen werden soll; ich halte das für unvorsichtig. Der Cardinal Antonelli, der ein feiner Kopf und nicht so sehr in der Knechtschaft der Jesuiten ist, wie mancher Andere, sah dies ein und antwortete darauf mit einem Rescript, worin er mit Ausdrücken, die ich gerade nicht wiederholen will, bie Bildung der Fraction mißbilligte. Darauf schickten die Unternehmer der Centrumspartei einen sehr vornehmen Herrn, der im Südwesten von Deutschland wohnt und auch noch mitunter von sich reden macht, nach Rom und klagten den Cardinal Antonelli beim Papst;### wenn die erste Regung des Cardinals Antor die päpstliche Billigung gehabt hat, so überzeu, sie den Papst, daß er in diesem Falle sich! einmal geirrt habe, und es kam nun leider Rom die volle Billigung alles dessen, was Deutschland geschehen war. Ich glaube, daß S. Heiligkeit damals schlecht beraten war.“ * Herr von Schorlemer=Alst ut die Socialreform. Die„Rh.= und Rhr.=Ztg.“ schreibt anläß der heute stattfindenden Stichwahl aus Duisbu 5. Nov.:„Den ultramontanen Wählern unse Wahlkreises wird in jüngster Zeit zur Empfehl: des Candidaten der Centrumspartei, des„str baren“ Herrn Freiherrn von Schorlemer=Alst,e Rede aufgetischt, die genannter Herr am 26. L in Bochum gehalten hat. Es könnte überflüs erscheinen, auf dieselbe hier näher einzugehen; de wir sind der Meinung, daß dieselbe im Grof und Ganzen auch hier in unserem Wahlkreise kein andern Erfolg haben wird, als im Kreise Bochu den nämlich, die Niederlage des Centrumscandida: zu einer recht gründlichen zu machen. Aber 2 Characterisirung der Kampfesweise des betreffent Herrn mögen doch einzelne Puncte herausgegriff werden. Mit großer Selbstgefälligkeit hebt k Centrumsführer hervor, daß die Centrumspar im Jahre 1877 einen weitgehenden Antrag eine bracht habe, der sich über das ganze Gebiet! Socialreform erstreckte, und in dem Alles enthalt gewesen, was auch in der Allerhöchsten Botsche vom 17. November 1881 ausgesprochen ist. ist nun zwar schon mehrfach hervorgehoben worde daß gerade die Nationalliberalen, speciell Hei Dr. Hammacher es gewesen ist, de schon im Jahre 1871 einen diesbezü lichen Antrag stellte, aber angesichts d hochgradigen Anmaßung, mit welcher d Centrumsführer, Herr von Schorlemer, die Initiati hierzu für das Centrum retten will(man vergleic seine auf dem westfälischen Parteitage in Münst gehaltene Rede), müssen wir immer und imm wieder darauf zurückkommen. So wiederhole wir denn, daß im Jahre 1871, also 6 Jahre vi dem erwähnten Centrumsantrage, in der dritte Lesung des Haftpflichtgesetzes, Herr Dr. Han macher nachfolgenden Antrag stellte: „Der Reichstag wolle beschließen, a den Herrn Reichskanzler die Aufforde Empfehle zur diesjährigen Saison mein reichhaltig assortirtes Lager in allen Sorten Oefen, Füll=Regulir=Oefen, gewöhnlicher Art, sowie die sehr zu empfehlenden Lönhold'schen Oefen, amerikanischen Systems. Säulenösen, als: Mantelösen, Kochöfen 2c. Ferner: Tafelherde, Sprungherde und Kochmaschinen. Haushaltungsgegenstände aller Art zu den billigsten# Preiser. Gelsenkirchen, Hochstraße. Wilh. Kochs. ahmaschinen der bewährtesten Systeme zu Fabrikpreisen und unter günstigen Zahlungsbedingungen, sowie Nadeln, Oele 2c. in vorzüglicher Qualität mpfiehlt G. Hahn, Mechaniker, Gelsenkirchen, Bahnhofstr. 30, alter Posthof. Reparaturen prompt und billigst. Günstige Lotterie-Offerte: Original-Lose Anechtstedener Gold-Eier- Lotterie und „ Beecker Kriegordenkmal-Lotterte 71 Hauptgewinne: ArUTU 3000, 2. 2500, 6. 1000 Cold ete. Liste und Porto 30 Pfg. Ausl. 40 Pig. Beide Lose m. Liste u. Porto.40 M. emf.(Ag. w. ges) Mülheim(Ruhr) und den Verkaufsstellen. Frrrnegs zur=geimal nebst Restauration und Hospiz „ wird bestens empfohlen. Vivat Friedrich! Unsermlieben Bruder und Schwager Kirk zu seinem heutigen Wiegenfeste die herzl. Glückwünsche. Gewidmet von M. K. C. W. Mausckartönein und alle übrigen Sorten zum Einkellern zu Tagespreisen empfiehlt H. Winterwerb, Schalke, Wilhelminenstraße. Soennecken s Schreibfedern sowie alle übrigen Soennekken'schen Specialitäten des Schreibfaches vorrätig bei F. Dienst, Gelsenklrohen. Kriegerbund Gelsenkirchen=Wiehagen. Sonntag, den 9. November, von nachmittags 4 Uhr ab, im Vereinslocale beim Wirt W. Keilmann: BALE. Entree für Nichtmitglieder 75 Pfg. Karten zum Preise von 50 Pf. sind im Vorverkauf bei den Mitgliedern, sowie im Vereinslocale zu haben. Der Vorstand. X Bergmanns= X Unterstützungs=Verein zu Ueckendorf. Sonntag, den 9. November, nachmittags 3¼ Uhr, im Vereinslocale bei Herrn C. Zitzen: Außerordentliche Generalversammlung. Tagesordnung. 1. Zahlung der monatl. Beiträge. 2. Beratung, betreffend Klageführung gegen den früheren Vereinswirt wegen rechtswidrigem Einhalten des Vereinseigentums und Unterschreiben einer Prozeßvollmacht. Die Mitglieder werden gebeten, vollzählig zu erscheinen. Der Vorstand. Verlegte Wohnung u. Bureau nach Bahnhofst. 33. M. Baum, Architect. Gehör=Leiden als Ohrenfausen, Ohrenbrausen, Ohrenstechen, Ohrenfluß, leichte und harte Schwerhörigkeit, sowie temporäre Taubheit werden schnell und sicher beseitigt durch das echte Geher-Gel d. Oberstabsarzt u. Physikus Dr G. Schmidt. Preis à Flasche nebst Gebrauchsanweisung Mk..50 zu haben: in Wien VII. Apotheke R. Scharrer, KreuzApotheke, Mariahilferstr. 72. Central-Dépôt bei Theod. Jacobi in Görlitz i. Schlesien. Dr. Saurbier, Spezialarzt für Magen= u. Unterleibskranke Köln, Mittelstraße 1.(12 bis 4 Uhr. Sonntags v. 11 bis 1 Uhr Fahrplan vom 15. October 1884 ab. Von Gelsenkirchen nach Wanne 5,46.43 10,09 2,08 4,19 5,43 8,53 1,19[Wanne Abf. nach Münster 6,10 10.40 10.40 2,19 5,52 10,05 1,39 139.] Von Gelsenkirchen nach Deutz=Köln 5,34 6,12 8,49 11,30 12,34 2,22 5,02 8,35 11,13. Von Wanne nach Dortmund 8,56 10,37 10,30 4,30 9,04 9,52 .45[Herne Abf. 9,05 10,47 4,40 9,14 1,56.] Von Gelsenkirchen nach Essen 5,17 6,41.12 11,40 1,45 3,33 (5,20 nur bis Kray) 7,20 9,05 [von Kray nach Dortmund 6,58 8,56 12,08.45 5,41 8,18(11,37 nur bis Bochum)]. (5,34 nur bis Langendreer) Von Bochum nach Ueckendorf=Wattenscheid 5,30 8,05.50 11,41 1,41.30 4,48 7,20 10,46 9,03 12,50(von UeckendorfWattenscheid nach Kray=Essen 5,43 6,55.21 11,54 1,54 3,43 7,30 9,16 10,56. Von Dahlbusch nach Essen 5,22 6,46 8,17 11,45 1,50 3,38 (5,25 bis Kray) 7,25 9,10. Von Dahlbusch nach Gelsenkirchen 5,58 7,21 9,05 12,21 4,01 2,53 4,01 5,51 8,28 11,45. Von Essen nach Gelsenkirchen(rhein.) 5,25 6,49.47 11,59 2,36 5,32 8,09 11,28.(5,04 bis Kray.) Von Essen nach Gelsenkirchen (Köln=Minden) 5,20 8,15 9,40 .40 3,50 4,55 8,20 9,20. Von Herne nach Deutz=Köln 5,33 8,28 11,09 1,59 8,13[Wanne Abf. 5,26, 5,59 6,02 8,39 11,19 12,25 2,10 4,54 8,24 (11,04 nur bis Duisburg)]. Von Schalke nach Wanne 5,51 10,1s 4,39 9,40. Von Schalke nach Sterkrade 5,52 9,18 2,29 8,04. Von Sterkrade nach Schalke 5,18 9,47 4,00 9,08. Von Wanne nach Schalke 5,42 9,05 2,20 7,55. Von Wanne nach Ueckendorf=Wattenscheid=Bochum 5,27 8,40 12,28 3,55 5,29 8,00 11,07. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Wanne 5,47 10,07 1,58 5,05 7,34 9,19 1,07. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Dortmund 7,05 9,03.4212,15 2,52 5,48.25 11,44(von Uecken=dorf=Wattenscheid nach Bochum von Wanne kommend 12.45 4,15 11,27.) Von Schalke nach Bismarck Winterswyk 8,28 2,33 6,20 9,09. Von Schalke nach Essen 6,58 9,20 1,18 735. Von Essen nach Schalke 8,07 2,14 5,52.48. Von Herne nach Bochum 7,35 1,12 7,10. Von Bochum nach Herne 6,40 12,21 637. ro. 3 9 9— *— 8— O— 9 5 #S 13 rung zu richten, Erhebungen zu veranstalten, welche die Grundlagen für die Gestaltung gegenseitiger Versicherung der gewerblichen und lichen Beamten und Arbeiter gegen die wirtschaftlichen Folgen der Körperverletzung und Tötung in ihrem Berufe, sowie für die Bildung von Alterversorgungs= und Invalidenkassen umfassen.“ Also schon vor 13 Jahren ging aus nationalliberalen Kreisen, und, mit berechtigtem Stolze können wir es sagen, durch unseren bisherigen Vertreter und Candidaten für die bevorstehende Wahl, Herrn Dr. Hammacher, die Anregung zur sogenannten Socialreform aus. Wir fragen: Weiß das Herr Schorlemer nicht? Und weiter, wenn er es weiß, woran kein vernünftiger Mensch zweifelt, welcher Grad von Un—verfrorenheit gehört dann dazu, daß derselbe Herr in seiner Rede bei Besprechung des Unfallversicherungs=Gesetzes sagt:„Die Liberalen(vo. National= liberalen) waren dagegen und erst, als sie gesehen haben, es werde auch ohne sie gemacht, haben sie dafür gestimmt, damit sie auch dabei gewesen wären!“ Wir erklären diese Behauptung des Herrn Freiherrn von Schorlemer=Alst hiermit als eine den thatsächlichen Verhältnissen in craffester Weise ins Gesicht schlagende Unwahrheit. Im weiteren Verlauf seiner Rede sagt Herr von Schorlemer, daß das Centrum noch mehr verlange, als Krankenkassen= und Unfallversicherungsgesetz; er sagt u.., daß das Centrum auch fernerhin im Reichstage die Forderung nach Alters= und Invalidenversicherungskassen vertreten werde. Wir würden uns sehr freuen, wenn das der Fall sein sollte. Aber man beachte folgende Aeußerung eines gewiß unverdächtigen ultramontanen Hauptorgans, der„Kölnischen Volkszeitung", die vor einigen Wochen wörtlich schrieb: „Macht die Regierung und macht die Schwäche der Conservativen die Fortdauer der bisherigen Majoritätsverhältnisse im Reichstage, aus welchen relativ Gutes hervorgegangen ist, unmöglich, so erscheint uns eine ausschließlich„deutsch=freisinnig=klerikale Majorität“ als das kleinere Uebel, und werden wir nichts unterlassen, um diese Eventualität zu verwirklichen. Eine solche Majorität wird allerdings auf socialpolitischem Gebiete unfruchtbar sein. Eine solche,„auf socialpolitischem Gebiete unfruchtbare Majorität“ zu erreichen, war in den letzten Wochen bekanntlich das ausgesprochene Ziel der Ultramontanen, speciell des Herrn v. Schorlemer=Alst, des eigentlichen Führers des Centrums bei der jetzigen Wahlcampagne. Also auf der einen Seite den Arbeitern gegenüber das Versprechen, an der weiteren Ausbildung der Socialreform mitzuwirken, auf der anderen Seite das eifrige Bemühen, das Zustandekommen einer der Sociakreform günstigen Majorität zu hintertreiben! Angesichts dieser unleugbaren Thatsachen erklären wir es dem Centrum und speciell Herrn Schorlemer=Alst gerade heraus: „Die den Arbeitern von dem Centrum gemachten Versprechungen werden gegen besseres Wissen gemacht, sie laufen darauf hinaus, was man im Bochumer Kreise Heren v. Schorlemer gegenüber als Gimpelfängerei bezeichnet hat.“ Nicht Förderung der socialen Gesetzgebung ist das wahre Ziel des Centrums, nein, das gerade Gegenteil, Hintertreibung derselben um jeden Preis. Hören wir, was der Canonicus Herr Dr. Franz im September auf der schlesischen Katholikenversammlung sagte! Derselbe erklärte u..: „Der Staat will sich an Stelle der Kirche setzen und die großen socialen Aufgaben erfüllen... Ich weiß aber, und Sie alle wissen es, daß dieses Beginnen endlich scheitern wird, unsere Pflicht ist es, diesen unseligen Bestrebungen entgegenzuarbeiten; der eine wird es auf der Kanzel thun, der andere in der Schule, der andere im Gerichtssaal, der andere im Kreise der Familie, der andere an der Arbeitsstätte. Wir alle werden es thun können an der Wahlurne, denn an der Wahlurne haben wir, ich wiederhole es, nicht blos unser politisches, sondern auch unser religiöses Glaubensbekenntnis abzulegen!“ Daß wir dem Referenten der„Rhein= und Ruhr=Ztg." voll und ganz zustimmen, ist wol keine Frage. Sociales, landwirtschaftliche, industrielle und Arbeiter=Verhältnisse. * Die Organisation der Krankenversicherung nimmt ihren ungestörten Fortgang. So wird beispielsweise aus dem Reg.=Bezirk Minden geschrieben, daß man mit derselben rechtzeitig bis zum 1. December fertig zu werden hofft. Es werden dann im ganzen 180 Krankenkassen, und zwar 80 Fabrikkrankenkassen und etwa 100 Ortskrankenkassen in jenem Bezirke bestehen. Die meisten Ortskrankenkassen sind für einen Amtsbezirk errichtet und umfassen in der Regel sämtliche versicherungspflichtige Personen des Kassenbezirkes, da die gewerblichen Verhältnisse, namentlich in den Landgemeinden, nur selten die Beschränkung der Ortskrankenkasse auf ein oder einige verwandte Gewerbe zuließen. * Obschon aus fast allen Gegenden der Rheinprovinz eine gute Ernte gemeldet wird, hofft die Landwirtschaft treibende Bevölkerung doch kaum auf eine erhebliche Besserung ihrer Lage. Abgesehen vom Heu sind die Getreidepreise so gering, wie seit Jahren nicht und kann der in diesem Jahre erzielte Mehrertrag nicht einmal den durch die niedrigen Preise entstehenden Ausfall decken. Dasselbe gilt vom Stroh, welches zu Mk.—4 für 100 Klgr. angeboten wird, ganz besonders aber von den Zuckerrüben, deren Preise auch dort so niedrig sind, daß die Rübenbauern in Bedrängnis geraten müssen. Auch ist bezüglich der Cerealien bei der noch stets wachsenden Einfuhr aus dem Auslande eine Steigerung der Preise nicht zu erhoffen. * Wie aus dem Regbez. Frankfurt a. O. geschrieben wird, ist die Lage der Industrie dort im allgemeinen zufriedenstellend. Am besten beschäftigt zeigten sich die Maschinen=, Glas=, Tuchund Hut=Industrie. Zumal die Tuchindustrie, welche im Bezirke den Ausschlag giebt, war flott beschäftigt und arbeitete vorwiegend auf feste Bestellung; besonders gut haben sich die Verhältnisse in Kottbus und Forst gestaltet. Diese günstigen Verhältnisse finden ihren Ausdruck auch in der Lage der Sparkassen. Das Guthaben der Sparer betrug nämlich an 44 öffentlichen Sparkassen mit 39 Filial= und Sammelstellen, sowie einer Privatsparkasse Ende 1883 rund 60 557 000 Mk., 423800 Mk. mehr als Ende 1882, die Zahl der Sparkassenbücher Ende 1883: 179 141 Bücher, und zwar 10 570 Bücher mehr als Ende 1882, die Zahl der Einlagen bis 60 Mk. hatte sich um 4 813, die von mehr als 600 Mk. um 2 200 vermehrt. * Ein Zeugnis für den mächtigen Aufschwung der deutschen Industrie ist uns in diesen Tagen von England ausgestellt worden. Im Unterhause kam der Notstand in Handel und Industrie zur Sprache und nahm hierbei der Vicepräsident des Geheimen Rats, Mundella, Gelegenheit, den englischen Arbeitern und Fabrikanten zu empfehlen, daß sie sich— wenn England als industrielle Nation seine Ueberlegenheit behalten wolle— diehöhere technische und wissenschaftliche Bildung der Deutschen aneignen müssen. Es sei demütigend für England, sein Schießpulver aus Deutschland beziehen zu müssen. Deutschland übertreffe ferner die ganze Welt in der Gewinnung von Zuckerstoffen und es habe deshalb Frankreich in der Zuckerbranche aus seinem eigenen Markt verdrängt. Der Abfall sder Gasfabriken in England werde nach Deutschland exportirt und die hieraus gewonnene Anilinfarbe werde dann wieder im Werte von drei Millionen Pfund Sterling jährlich nach England eingeführt. Uebrigens bezieht die englische Regierung auch Postkarten, Schreibpapier und Bleistifte von deutschen Fabrikanten. * Der Etat der Reichs=Post= und Telegraphen=Verwaltung für 1885/86 weist eine Einnahme von 170225800 Mark(mithin 10282000 Mark mehr gegen das Vorjahr) auf. Die fortdauernden Ausgaben betragen 143386 806 Mark, die einmaligen Ausgaben 5820122 Mark, so daß der Ueberschuß dieser Verwaltung sich auf 21018 872 Mark stellt. Die Gesamtausgabe der Reichseisenbahn=Verwaltung stellt sich für 1885/86 auf 29395400, die Gesamteinnahme auf 46443700 Mark, so daß der Ueberschuß 17048300 Mark(357700 Mark mehr als im Vorjahr) beträgt. Hiervon geht aber noch der Etat der einmaligen Ausgaben im Betrage von 4400000 Mark ab. * Zu der nächstjährigen Antwerpener Weltausstellung sind bis jetzt circa 600 deutsche Firmen gemeldet. Der deutsche Gewerbefleiß wird auf derselben also auch quantitativ würdig vertreten sein. Vermischtes. **[Regentenleiden.] Mann: So ein Regent hat doch auch nicht immer alles Gute auf der Welt—(lesend): Unser König leidet seit einigen Tagen wieder schrecklich au chronischem Kopfschmerz, so schreibt die„Reichsztg.“.— Frau: „Ja nimmt denn der König zu Hause die Krone nicht herunter? Die muß ja doch einige Pfund schwer sein. Da ist es kein Wunder, wenn er Kopfschmerz hat.“ ** [Reclame.] Auf einem Friedhofe in Paris findet sich folgende Grabschrift:„Hier ruht die tugendhafte Caroline, Gattin des Schlossermeisters Gobère; das Gitter dieses Grabmals, welches der besten der Frauen errichtet worden, stammt aus der Werkstatt ihres Mannes.“ * Während der ersten acht Mouate dieses Jahres haben sich die Einlagen in die sächsischen Sparkassen um mehr als sechs Millionen Mark vermehrt, die Rückzahlung aber während derselben Zeit um mehr als eine Million vermindert. Bereits vor einigen Jahren kam in Sachsen auf je drei Köpfe der Bevölkerung ein Sparkassenbuch. Verzeichnis der Wähler. I. Abteilung. Rechtsrheinische, früher Köln=Mindener und rheinische Eisenbahn= Station. Hibernia, Zeche. II. Abteilung. * Bischoff, Wilhelm. Gelsenkirchen=Schalker Gas= und Wasser=Werke. * Vohwinkel, Friedrich. x Niewöhner, Oswald. x Herbert, Heinrich. * Strunk, Heinrich. X Zimmermann, Wilhelm. X Munscheid, Wilhelm. * Schulte=Uechting, Heinrich. X Jacobs, Franz, Apotheker. * von Oven, Friedrich. X Müller, Julius. * Pokorny, Hermann. Pinnekamp, Josef.X a Symann, Ernst. * Althoff, Wilhem. * Schmidt, Friedrich. Naberschulte, Heinrich. Tigler, Hermann. a Vogelsang, Wilhelm. X Patzmann, Heinrich. X Kochs, Friedrich Wilhelm. * Kochs, Gustav. * Risse, Albert. * Fasch, Carl sen. Die Wähler der I. fallen in die III. Abteilung. Gelsenkirchen, den Rubens, Josef. Wolff, Lehmann. Heitger, Georg. Straßburger, Hermann. X * Cremer, Heinrich Ludwig. Kochs, Wilhelm. Stens, Wilhelm. Spiegel, Theodor. Ia Lückensmeyer, Wilhelm. Freyer, Reinhard. Otten, Wilhelm. Weßling, Wilhelm. Franke, Heinrich, Lohgerber. Koppel, Hermann, Kaufmann. Heimann, Isaak. * Grewer, Theodor. 5 Behmer, Wilhelm. * Vesper, Friedrich Wilhelm. Krawinkel, Wilhelm. Boitmann, Gerhard. Burgmer, Rudolf. Symann, Georg. Naderhoff, August. Haase, Sally. Hamm, Manfred. Ludwig, Heinrich. Grüttner, Dr. August. Walterscheid, Conrao. Wirth, Dr., Robert. Middeldorf, Carl, Rentier. Dickmann, Wilhelm. Bonnemann, Friedrich Wilhelm. Abteilung schließen mit einem Winterberg, Gustav. Neuhaus, Adolf. Amtsrichter. Masius, Wilhelm. Vogelsang, Abraham. Greve, August, Rechtsanwalt. Hüssener, Albert, Director. Keimer, Dr., Peter. Lindemann, Dr., Wilhelm. Mohr, Jacob, Director. Tübben, Eberhard, Kaufmann. Tietmann, Johann, Buchhalter. Wolff, Nathan. Wieser, Josef, Wirt. Thiele, Josef, Wirt. Rust, Johann. Spiero, David. Feller, Clemens. Vattmann, Wilhelm. van Ackern, Wilhelm. Schauerte, Heinrich. Risse, Josef von. Knotte, Heinrich. Zimmermann, Bernhard. Nettebeck, Eberhard. Cofflet, Carl. Lücke, Friedrich. Böhling, Wilhelm son. Knod, Gustav Adolf. Springorum, Albert. Wortmann, Wilhelm. : Horn, Friedrich. I van Gulick, Jacob. Steuersatze von 32 051,96 Mk. Loh, Theodor. Nettebeck, Heinrich. Falkenberg, Dr., Carl. Hermann, August sen. vom Berge, Hermann. Prein, Heinrich. Buse, Johann. Glebsattel, Otto. Pellmann, Wilhelm. Weinberg, Max. Hesse, Friedrich, Agent a. D. Hundt, Wilhelm. Münstermann, Walter. Dinnendahl, Theodor. Brüsermann gt. Brams, Josef.K Werners, Ludwig. Groß=Albenhausen, Heinrich. Jungmann, Franz. Remfort, Friedrich. Müller, Otto, Gerichtsvollzieher. Neumann, Gustav, Bergrat. X Neuwahl, Selig, Kauf mann. Spahn, Wilhelm. Rothschild, Wolff. Vogel, Bernb., Schuhmachermstr. Jagemann, Carl. Schmitz, Jacob, Uhrmacher. Schmitz, Julius, Bierhändler. Franke, Eberhard. Butzmann, Bernhard. Martel, Wilhelm. Zitzen, August. Die Wähler der II. Abteilung Kucher, Wilhelm. Oberkalkofen, Friedrich. 28 Liborius, Georg. Wurm, Ernst, Vollz.=Beamter. Kleestadt, Daniel, Lehrer. Hennigfeld, Heinrich X Rothmann, Moritz. Stern, Moses, Händler. 2 Brinkmann, Heinrich. Lindemann, Alex. Mehring, Heinrich sen. Keilmann, Wilhelm. Kusche, August. Tigges, Wilhelm. Becher, Julius, Postdirector. Müller, Lion, Händler. Sölker, Bernhard. Weinberg, Louis Suderow, Corl. Le Claire, Friedrich. Dienst, Ferdinand. Haase, Bernhard, Kaufmann. Nottarp, Clemens, Amtsrichter. Beutner, Ernst. Sassenberg, Diedrich. Hovestadt, Heribert, Lehrer. Eggers, Heinrich, Wirt. Meyer, Josef, Metzgermeister. Schürmann, Friedrich. Vogelsang, Otto. Neuwahl, Josef. Quirnbach, Peter. sch ießzen mit einem Steuersatze Duesberg, Wilhelm, Rentier. Kampers, Gerhard. Rohmann, Josef. Jürgens, Franz, Wirt. zur Linde, Carl, Wirt. Lindemann, Heinr., Schuhmstr. Engstfeld, August. Möller, August. Kloth, Josef. Drenkhalm, Georg, Architekt. Erasmy, Lambert, Buchhalter. Lambert, August, Baumeister. Schöning, Otto. Wenner, Heinrich. X Vorberg, Carl. Stallmann, Johann. Scharpenseel, Julius. Reimer, Georg, Kaufmann. Rott, Heinrich Wirt. Steinberg, Hermann. Wolf, Franz Theodor. Heuser, Ernst, Wirt. Schauerte, Caspar. Krekeler, Franz. X Kochs, Julius, Kaufmann. Meyer, Abraham. Heuser, Peter, Wirt. Vietinghoff. Diedrich, Wirt. Vogel, Wilhelm, Wirt. Jansen, Gustav, Kaufmann. Schmutzler, Reinhold, Kaufmann. Röher, Dr., Amtsrichter. von 153,60 Mk. Alle übrigen 6. November 1884. Der Bürgermeister: Vattmann. Farrerei und chemische ReinigungsAnstalt für Herren= u. Damengarderobe R39 Mähel und Decorationsstoffe Federn, Handschuhe u. s. w. G. Gelenewski in Gelsenkirchen. 300 ¾“ glatt oder gefedert 100 □ Fuß 14,—. 1“ glatt oder gefedert 100 □ Fuß 12,—. in Längen von 6° bis 24“ bei Joseph Schäfer, Bochum. Nur die besten Cacae-Sorten werden verarbeitet. Puder-Cacao's, absolat rein und schalenfrei, daher leicht verdaulich. Chocoladen mit 5 u. 10% Sago-Zusets per ½ Ke. von M..25 ab; mit Garantie-Marke Rein Cacao und Zucker von M.60 ab. Die Originalverpackung trügt die Verkaufspreise. Unsere Kalser-Chocolade(pr. ½ Ko. 4 5) ist das Beste, was in Chosolade gefertigt werden kann. Dintt Schliber bennseicheen die Verkauimielen, pesstist und wionssndunl. liche Abhandlungen über den Nährwerth des Cseso erhältlich. Köln.##?##### Gebr. Stollwerck, Kaln., Königl., Grossherzogl. Gc. Hoflieferanten. Geschäfts=Verlegung. Meinen verehrten Abnehmern mache hierdurch die ergebene Mitteilung, daß ich mein Geschäft aus dem Hause des Herrn H. Nettebeck in das gegenüberliegende neu erbaute Haus des Bauunter= nehmers Herrn H. Timmermann verlegte. Indem ich für das mir bisher geschenkte Vertrauen bestens danke, bitte, mir dasselbe auch dahin übertragen zu wollen. Es wird mein Bestreben sein, durch fortwährende Verbesserung meiner Fabrikate die Wünsche der Herren Raucher zu befriedigen. Geisenkirchen, 16. Sept. 1884. Sochachtend Aug. Marten, Jabak. u. Cigarrenfabrik, Bochumerstraße. lealzinischen Tökager, Der senie sümtlche!. Eiontal=, Kurz= und Wollenwaren empfiehlt in bester Qualität zu Tagespreisen Bickern, G. Hagemann. Bekanntmachung. Der Stadtbaumeister Bunzel hat heute sein Amt übernommen. Das Bureau befindet sich im Rathause Zimmer Nr. 3. Gelsenkirchen, 3. Novemb. 1884. Der Bürgermeister: Vattmann. Rheingauer Wein- Most empfiehlt per Liter N. 0,60 die Wein-Handlung von Carl Hense, Gelsenkirchen. 6 9 g 8 Sahahosstraße 80. A. Stegemann, Gerichtstaxator. Gelsenkirchen. Nr. 263. Die„Emscher Zettung“ erse Perlog= J. Vir. Perilamen Kaum 10 ##eklam.u 4 Allgemeines Organ Aufr In der Allerhöchsten November 1881 bezeich unser Kaiser, die Heilung durch positive Förderung losen Klassen der Bevölker aber auch als eine der h Gemeinwesens. den bittersten Ordnung und des Wohlste haft der Mißbrauch ge allem die weite Schich schwer schädigende Bran und Rummer, Zank und geistige Zerrüttung, Der ohne Zahl sind die unau des Schnapses. Zum ersten Kampfe mit außerordentlich starken unser Dolk schwerer albedrohenden Feind, ist es sichtigen ohne Unterschied Standes oder der politisch dazu mit vereinten Aräft steht ihm machtlos gegen Maßregeln bleiben nur lange nicht Alle, die dies meinsam seine Bekämpfun Der deutsche Verein geistiger Getränke hat es Kampf im ganzen Reich Unterstützung seiner für d meinde gleich hochwichti der 9. Westfälische Städtt Commission berufen. Di fordert sie hiermit Alle, Dolkes am Herzen liegt, a Westfalen den Feldzug g Feind mit allen zu Geb zu eröffnen. Diese Mittel erblickt Verbreitung von Aufklär lichen Wirkungen des 8 in der Schaffung einer durc Meinung dafür, daß ein stand vorhanden ist, zu d an seinem Teile beitrager hierdurch will sie den den Erfolg practischer M und kämpfender Natur, Wege freier Chätigkeit, Hinwirkung auf die Gese Möge der Ruf zum 1 verschallen, möge er an Orovinz Wiederhall find Männer bewegen, dahein Local=Vereinen, denen Unterstützung zuteil werd gemeinsamen Ziele zuzust Nundae Glück auf, frisch al Sind der Knapp Hauet immer tapfer Wenn ihr steht v Doch, wir sind aud Wenn wir finden g Und wir fürchten Vor des Kobelts Seht den Schlägel Und dabei das E O, es ist kein bloß Was zum Staat Nein, es zeigt die Wodurch Erze förd Jeder Bergmann, In der langen so Drum singt alle fr. Singt ein Glück Die nicht scheu'n d Und das Erz bel Glück auf jedem br Der den Schacht b Er sei Heide oder Wenn er nur ein 28) Bruder und Erzählung von 1 „Nach Paris— ich w Institut. Aber wir reise und wenn Sie wollten—“ „Wie heißen Sie, mein „Else Werner.“ „Else— Werner? Ja das Else hieß,“ sagte Hald itte:„Sie könnte jetzt om Vater— wer ist Ihr