Nro. 101. Dienstag, 22. August 1876 VIII. * Erscheint Dienstags, Donnerstags, Samstags u. kostet vierteljährlich incl. Botenlohn 2 Mark pränumerando. dn otecht. 1ot plart. Politische Rundschau. „Der Kaiser ist mit den königl. Prinzen am 19. Nachmittags um 4 Uhr von den Manövern ei Bomst und Züllichau per Extrazug in Berlin wieder eingetroffen, hat sich zu Wagen direct nach dem Potsdamer=Bahnhof begeben und mit dem dort bereitgehaltenen Extrazuge die Rückreise nach Babelsberg fortgesetzt.— Zu den bevorstehenden Manövern beim Garde=Corps, denen auch der Kaiser und die königl. Prinzen beiwohnen werden, treffen auch in diesem Jahre wieder mit hoher Erlaubniß zahlreiche fremdherrliche Offiziere in Berlin ein, um im Auftrage ihrer Regierungen den Uebungen beizuwohnen. Die Vorlage über die Ruhmeshalle wird dem Landtage von Neuem zugehen; nur sollen die desfallsigen Forderungen, wie wenigstens aus. wärtigen Blättern von Berlin berichtet wird, um zwei Millionen Mark erhöht werden. Auf Veranlassung des Französischen Kriegsministers werden den diesjährigen großen Herbstmanövern in Preußen 2c. zahlreiche Französische Offiziere beiwohnen. Die Rückberufung der deutschen Panzerschiffe „Deutschland" und„Kaiser Wilhelm“, welche sich z. Zt. beim Mittelmeergeschwader befinden, nach Wilhelmshaven ist angeordnet worden. Officiös verlautet, daß die Erhebungen„über die Frage, ob eine Revision der Gewerbeordnung nothwendig sei, stattgefunden und zur Verneinung der Frage geführt haben. Eine strengere Hand (Wattenscheider Anzeiger.) „ er bestehenden gesetzlichen Bestimmungen ist als ausreichend erachtet worden, um den vorkommenden Uebelständen zu begegnen. Bekanntlich ist das Landespapiergeld in sämmtlichen Bundesstaaten außer Kurs gesetzt und sollte bis zum 30. Juni d. J. eingezogen werden. Nun hat es sich aber herausgestellt, daß fast in allen Bundesstaaten, namentlich aber, in den thüringischen Landen, beträchtliche Summen bis zu jener Zeit nicht präsentirt worden waren. Es ist deshalb überall ein nachträglicher Einlösungs=Termin bei den verschiedenen Landeszum 30. Sept d. J. gewährt worden. Der Gefundene. Eine Erzählung von dem australischen Farmerleben. (Fortsetzung.) „Von jenem Elenden, wollen Sie sagen!“ rief Manford.„Nein! Obgleich Nachforschungen geschehen sind, so wareu sie doch erfolglos. Jedenfalls hat er seinen beschimpften Namen geändert und den Schimpf auf einen neuen übertragen. Doch“— fuhr er heftiger fort— wenn es eine Gerechtigkeit Gottes giebt, so müssen alle die Thränen. die meine armen Eltern geweint, schwer die ewige Waage fallen, und alle die Seufzer, er verschuldet, müssen zu Flüchen werden, zu ich noch den meinen schleudere!“ Mansord! o Manford! Um Gotteswillen!" rie fast Parker, indem er auf denselben Sein Gesicht war bleich, wie das einer seine Lippen bebten sichtbar. Ihnen?“ fragte Manford, bestürzt uder die Veranderung seines Gastes. „Sie sollen ihm nicht fluchen, Manford! Sie wissen nicht, was dieser Mann gelitten haben mag, und ob sein Leben vielleicht nicht trauriger und öder war, als das der Ihrigen. Wir können Niemandem in das Herz blicken und die verschlossenen Qualen sehen, die ein nicht reines Gewissen mit sich führt. Nein, Manford, nehmen Sie ren Fluch zurück!“ Nach dieser letzten Frist sollen die noch nicht präsentirten Kassenscheine völlig werthlos sein und unter keinen Umständen Ersatz dafür geleistet werden. Alle diejenigen Inhaber des Eisernen Kreuzes aus dem Feldzuge von 1870/71, denen das ihnen zustehende Besitzzeugniß bisjetzt noch nicht ausgehändigt worden ist, weil ihr Aufenthalt nicht hat ermittelt werden können, werden hierdurch aufgefordert, sich mit Angabe ihres frühereren Verhältnisses, in welchem sie das Eiserne Kreuz erworben haben, und ihres gegenwärtigen Wohnorts bei dem betreffenden Landwehr=Bezirks=Kommando unverzüglich mündlich oder schriftlich zu melden. Die diesjährige Hauptversammlung des GustavAdolf=Vereins findet vom 12.—14. Sept. in Erfurt statt. Diejenigen Theilnehmer, welche freie Wohnung wünschen, werden gebeten, sich möglichst frühzeitig, spätestens aber bis zum 31. Aug. bei dem Wohnungscomitee unter der Adresse des Herrn Dr. Bärwinkel anzumelden. Die Vorbereitungen zu den Wahlen eines lippischen Landtages sind im Gange. Ueber den Ausfall derselben läßt sich bei der ersten Wahl nach dem neuen Wahlgesetze nichts sagen. Der Landtag wird ein sehr wichtiger werden. Die Ermahnungsschreiben, welche den staatstreuen Geistlichen der beiden Erzdiöcesen Posen und Gnesen von dem Erzbischos Ledochowski direct aus Rom zugeschickt worden sind, haben die beabsichtigte einschüchternde Wirkung nicht geübt. Mehrere dieser Geistlichen haben die Admonitions= schreiben an die Behörde übergeben und, wie man hört, sind fast alle entschlossen, sich in ihrer staatstreuen Gesinnung nicht wankend machen zu lassen. Wie man vernimmt, hat der Synodalrath der christkatholischen Nationalkirche in der Schweiz beschlossen, den für den Bischof bei Ansprachen üblichen Titel„Bischöfliche Gnaden" wegfallen zu lassen und ihn einfach nur„Herr Bischof" anzureden. Auch sollen seine Jusignien so einfach als möglich sein. Zu der am 10. Sept. nächsthin in Solothurn oder Rheinfelden stattfindenden Consecration des Bischofs Herzog wird außer Bischof Reinkens auch der Erzbischof von Utrecht eine Einladung erhalten. In Holland sind die Anwerbungen für die Kolonialarmee in Ostindien wieder stark im Gange. Unsere Landsleute können nicht genug davor gewarnt werden, holländischen Werbern in die Lände zu fallen. Das englische amtliche Blatt veröffentlicht die erfolgte Verleihung des Titels eines Viscount Hughenden und Earl of Beaconsfield an den Ministerpräsidenten Disraeli und dessen männliche Erben in direkter„Linie. Ein Telegramm aus Belgrad vom 20. Aug. lautet: Nach angeblich ganz verläßlichen Meldungen verspricht die englische Friedensaktion, der sich Frankreich und Isalien sofort angeschlossen haben und welcher auch die Unterstützung des Drei=Kaiser=Bundes nicht fehlen werde, unmittelbare Resultate. Das Ministerium Ristitsch mache einem neuen Cabinet Platz, und dieses werde die Vermittelung der Großmächte anrufer sobald Fürst Milan vertraulich verständigt worden sei, daß dieser Anrufung Folge gegeben werde Die Skupschtina wird auf den 28. August ein berufen Die Consuln der Groß=Mächte wirkten im Interesse eines Friedens, wenigstens eines Waffenstillstandes auf Serbien ein. Fürst Milan scheuk“ indeß den Rathschlägen der Mächte bisher kein Gehör Die Fürstin von Serbien ist im Wochenbet bedenklich erkrankt. In Betreff des Gesundheitszustand des Sultan erhalten sich die ungünstigen Nachrichten; ma zweifelt an der Möglichkeit seiner Wiederherste lung und hält neuerdings einen Thronwechselst wahrscheinlich. Vom türkischen Kriegsschauplatz. Constantinopel, 16. Aug. Bei Nisch,(das alte-Naissus, die Geburtsstadt des ersten christ“ chen Kaisers, Constantin des Großen) fanden „Und nehmen Sie mehr Interesse an dem Urheber des Unglücks, als an dessen Opfer?“ fragte Manford streng und bitter. „Nein! Aber Sie stehen reiner und besser da ohne jenen Fluch. Ihr Unglück wird geheiligt ohne denselben, während es mit demselben die Theilnahme schwächt. Hat Ihr Vater— hat Ihre Mutter ihm geflucht?“ „Das weiß Gott! Ich kann diese Frage nicht beantworten,“ sagte Manford ruhiger. „Nein, gestehen Sie es, Manford! Ihr Herz sagt Ihnen, sie haben es nicht gethan. Konnte ein Fluch über die Lippen einer Mutter gehen, wie die Ihrige war?— O, Manford! die Rache ist Gottes— er wird vergelten!“ „Genug!“ sagte Manford, indem er sich wieder mit dem Feuer beschäftigte.„Sie haben nun meine Geschichte gehört.“ „Und Sie haben meine Theilnahme gesehen!“ antwortete Parker.„O, glauben Sie mir, ich nehme innigere Theilnahme an ihren Erlebnissen, als Sie wohl glauben, und ich habe versprochen, Ihnen auch die meinigen mitzutheilen. Ich werde mein Versprechen halten, und Sie werden finden, daß, so verschieden sie auch sind, sie doch Hand in Hand mit den Ihrigen gehen.“ Manford blickte etwas ungeduldig auf seinen Gast, doch in dessen Gesicht war ein tiefer Ernst gudgebricht. „Sie glauben mir nicht?“ fuhr er fort,„und es ist doch so! Heute ist es zu spät! doch werde ich Ihnen einige Schriften zurücklassen, welche Sie vollkommen in mein Leben einführen sollen. Während meiner Abwesenheit können Sie diese lesen.— Und Manford,“ setzte er hinzu, indem er an ihn herantrat und seine Hand auf dessen Schulter legte,„darf ich glauben, daß Ihr Hecz gleicher Theilnahme für Andere fähig ist, wie das meinige?“ „Dessen versichere ich Sie!“ erwiederte Manford mit größerer Wärme als zuvor. Kurze Zeit darauf begaben sich Beide zur Ruhe. Als Parker früh Morgens erwachte, war Manford bereits mit seinen Schafen hinaus in's Freie gezogen. Der Hutkeeper lud ihn zum Frühstück, ein und brachte ihm den Gruß, sowie bie Entschuldigung Manford's. Der letztere wünschte ihn vor seiner Abreise noch einmal zu sprechen, was Parker zu erfüllen versprach. Dann bat er um Feder und Dinte, brachte ein kleines, in Maroquin gebundes Buch aus der Tasche und begann zu schreiben. Der Hutkeeper ließ ihn allein. Es mochte gegen Mittag sein, als er in d## Hütte des Hutkeepers trat, wie es schien, reit fertig: Er hatte ein kleines zugebundenes Pä der Hand. rgebt dies Manford, sobald er heim tige kleine Scharmützel statt. Moukhtar Pascha eldet, daß seine Situation sehr günstig sei und ß er nur Verstärkungen erwarte, um die Offense zu ergreifen. Saitschar, 19. Aug. Zwischen einer türkischen ecognoscirungs-Abtheilung und zwei serbischen ataillonen fand in Koporitza bei Negotin ein efecht statt. Die Serben wurden mit großen erlusten zurückgeschlagen. Officiell wird aus Nisch vom 19. ds. gemelbet: Achmed Eyub Pascha, der von Dervent abgegangen, und Ali Saib Pascha, welcher über den Morawafluß setzte, marschirten gleichzeitig auf Alexinatz. Beide Divisionen sind gegenwärtig sehr nahe bei Alexinatz. Ali Saib Pascha nahm mit Sturm die Befestigungen, welche als Schlüssel zur Stadt betrachtet werden. Cettinje, 18. Aug. Amtlich. Der Fürst von Montenegro verließ am 15. Aug. Gaczko mit 10 Bataillonen und marschirte nach Biclopavlice an der Grenze, um den in Albanien sich ansammelnden Türken entgegenzutreten; den Oberbesehl über die Montenegriner in der Herzegowina übernahm Wowwode Vulkotic. Dem Wiener Tagbl. wird aus bewährter Quelle gemeldet, daß die Niederlage der Türken bei Podgoritza eine ganz kolossale sei. Die Türken verloren 10,000 Todte und Verwundete. Das erbeutete Kriegsmaterial sei unabsehbar. Die Montenegriner siegten wieder durch den Gebrauch des Handschars.— Demselben Blatte zufolge haben die Türken die in Saitchar zurückgelassenen 257 Serbischrn Verwundeten ermordet. Belgrad, 20. Aug. Officiell. Gestern griffen 20,000 Türken erst die Vorposten bei Suporac, dann die danze serbische Armee bei Pescia auf der Straße Nisch=Alexinatz an, wiederholten die Angriffe von früh 4 Uhr bis Nachmittags 4 Uhr, wurden jedoch stets energisch zurückgewiesen und schließlich von den Serben geschlagen und über die Grenze verfolgt. und * Wattenscheid, 21. Aug. Samstag=Abend gegen 11 Uhr entstand in dem alten Wohnhause des Herrn Oekonomen Friehoff in Höntrop Brand, dessen Feuerschein hier zu sehen war. Die Glocken zu Neukirche riefen mit weithin tönendem Geläute die Umgegend zur Hülfe. Auch hier wurde, zwar etwas spät die Feuerwehr allarmirt, rückte jedoch nicht aus, weil inzwischen das Feuer gedämpft war. * Vor einigen Tagen wurde ein nettes Pärhen, der Taglöhner Ringel von Essen und die hefrau Waschmann von hier, welches wegen diebstahl vom kgl. Staatsanwalt in Bochum verfolgt wurde, hierselbst verhaftet und nach Bochum abgeführt. Nach dem Berichte, welchen der landwirth= schaftliche Centralverein für die Provinz Westfalen über die Ernteaussichten pro 1876 erstattet und sagt ihm: sollte ich ihn nicht finden können, so würde ich doch morgen wieder hier sein.“ Mit diesen Worten ließ er ein Geldstück mit dem Päckchen zugleich in die Hand des Hutkeepers gleiten, welcher dankend Alles bestens zu besorgen versprach. Dann brachte ihm derselbe das Pferd, und nach kurzem Gruße ritt Parker aus der Station und schlug den Weg, statt nach dem Marble=Gebirge, nach Port Lincoln ein. Abends kehrte Manford mit seinen Schafen heim und seine erste Frage war nach seinem Gaste. Er bedauerte aufrichtig, ihn nicht noch einmal gesprochen zu haben, und empfing das Päckchen aus des Hutkeepers Hand. „Dies sind seine Papiere, von welchen er sprach,“ sagte Manford für sich, als er das Päckchen bei Seite legte, um sein Abendbrod einzunehmen. „Was für eine Art Kreuz hat er zu tragen bekommen? Es sind sehr wenige, die ohne dasselbe wandern!“ Manford hatte Recht. Wir tragen Jeder unser Kreuz! Als er sein Abendbrod beendet, ging er in seine Hütte zurück, in welcher das Feuer schon lustig brannte, zündete sich eine Pfeise an, rückte einen Sitz an den Kamin und nahm das Päckden zur Hand. Er hatte dem Hutkeeper bereits gute Nacht gewünscht, und wußte n er ht g Prt würde. —* hat, ist die Schätzung der muthmaßlichen Ernte in der Provinz Westfalen folgende: Die Mittelernte gleich 100 gerechnet, versprechen: Weizen: an Körnern 79, Sroh 75. Roggen: Körner 77, Stroh 72. Gerste: Körner 84, Stroh 87. Hafer: Körner 86, Stroh 84. Erbsen: Körner 89, Stroh 90. Bohnen: Körner 85, Stroh 85. Buchweizen: Körner 78, Stroh 81. Kartoffeln: 95. Naps oder Rüben: Körner 85, Stroh 77. Andere Rüben und Kohlgewächse: 93. Flachs 85. Wiesenheu in allen Schnitten zusammen: 77 Klee in allen Schnitten zusammen: 75. Lupinen: 88 * Wattenscheid, 22. Aug. Nach mehrwöchentlicher Regenlongkeit, während welcher eine wahrhaft afrikanische Hitze herrschte, zogen gestern Mittag gegen 1 Uhr schwarze Wetterwolken am Horizonte auf und bald ging unter Donner und Blitz der so lange ersehnte Regen nieder, den von einer Windsbraut haushoch gejagten Staub dämpfend und allen athmenden Geschöpfen und der lechzenden Vegetation Erquickung bringend. Das eine gute Stunde dauernde Regenschauer, welches glücklicherweise ohne Hagel und auch ohne sonstigen Schaden zuzufügen, vorüberging, hat uns eine zwar noch nicht völlig ausreichende aber doch vorerst genügende Wassermenge gebracht. Heute war der Himmel wieder schön aufgehellt und heiter, die Temperatur bedeutend abgekühlt. Augenblicklich ist schon wieder ein weiterer athmosphärischer Niederschlag erfolgt. * Am Samstag=Nachmittag veranstaltete Herr Musikdirektor vau Aruhem in den von herrlichen schattigen Lauben und Bosquets reichbesetzten Gartenanlagen des Herrn A. Platzmann bei Zeche Rhein=Elbe das 2. Abonnements-Concert. Obwohl dasselbe recht gut besetzt und viele Kunstfreunde der Umgegend erschienen waren, hätten wir doch in Anbetracht des seltenen Genusses ein zahlreicheres Publikum dort erwartet. Das Concect= programm wurde von der rennommirten Capelle mit bekannter Präzision und in bestem Ensemble vorgetragen. Keller und Küche waren gut; die Bedienung sehr flott und pünktlich.— Nächsten Sonntag wird Herr van Arnhem, wie uns mitgetheilt wird; im Wäldchen an der„Höhnekuhle"“ konzertiren. * Wattenscheid, 22. Aug. Nachdem also, wie mitgetheilt, die Proteste gegen die Stadtrathswahl in den beiden ersten Instanzen abgewiesen und auch die Frist der Rekursbeschwerde an die letzte Instanz(an den Herrn Oberpräsidenten), wie es scheint, unbenutzt verstrichen ist, dürfte der Wahlvorstand mit den Vorbereitungen zu den noch zu vollziehenden Ersatzwahlen vorzugehen haben. Zunächst wird für die Herren A. Dieckmann, Franz Iländer, Dr. Kayser, Obersteiger Oberschuir und Carl Busch, welche bekanntlich doppelt gewählt sind und sicherm Vernehmen nach das Mandat für die III. Abtheilung angenommen haben, eine Neuwahl in der I. Abtheilung und für Herrn Friedrich BotterAnderer zu dringen, sprach er wieder für sich, da er durch stetes Alleinsein sich angewöhnt hatte, laut zu denken;„allein es scheint, als ob der junge Mann wünsche, mir sein Vertrauen zu eröffnen. Sein Benehmen gestern war oftmals auffallend, und seine innige Theilnahme, welche er bewies, war mindestens nicht erkünstelt. Er scheint noch weichen Gemüths zu sein; seine Prüfungen sind gewiß noch nicht die schwersten gewesen!“ Bei diesen Worten hatte er bereits das Päckchen geöffnet und fand darin das früher schon angedeutete Buch. Er öffnete es, und die ersten Worte, die seine Augen auf dem ersten Blatte erblickten, waren: „Theure, treugeliebte Agnes!“ Er fuhr empor.„Agnes?“ rief er.„Meiner Mutter und meiner Schwester Name?“ Doch wie? Dies sind Copien von Briefen; vielleicht sind diese gar nicht für meine Augen bestimmt!“ Er schlug das Buch weiter in der Mitte auf und blättere nach hinten; doch es war unbeschrieben, und er nahm daher keinen Anstand, diese Briefe zu lesen, welche in der That auch für ihn sein sollten. Wir wollen den Haupttheil der Briefe ohne weitere Unter chung m“en, und der Leser Stelle denzusch, dessen Wahl wegen der gleichzeitigen Wahl seines Bruders, des Herrn Christian Botterbusch, auf Grund des§ 17 der Städteordnung unzuläßig ist, eine nochmalige Wahl in der II. Abtheilung stattzufinden haben. Der Termin zu diesen Ergänzungswahlen wird, weil die Wahllisten mit den Akten den höhern Behörden eingereicht und noch nicht zurückgesandt sind, voraussichtlich erst in der letzten Hälfte des Septembers stattfinden können. * Am Mittwoch Abend wird sich unsere Sanitäts-Commission konstituiren und ihre erste Sitzung abhalten. Möge dieselbe ihr Augenmerk auch besonders den vielen Fabriken unqualifizirbarer und schädlicher Gerüche, welche hier noch in großer Anzahl existiren, zulenken. In erster Reihe möchten wir derselben die Trockenlegung unsers berüchtigten„todten Meeres“ empfehlen. Hierdurch könnte sich die Commission für alle Zeiten einen Platz in den Annalen der dankbaren Vaterstadt sichern! * Nächsten Samstag treten im Sitzungssaale des hiesigen Amtshauses die Amtsverordneten unsers Amtes zu einer Amtsversammlung zusammen. Als Gegenstände der Berathung steht die Trennung der Gemeinden Eiberg, Freisenbruch, Königsteele vom diesseitigen Amtsverbande und die Vorlage des Amtskassen=Etats pro 1876 auf der Tagesordnung. * Eine neue Fangvorrichtung an Förderkörben! Dieselbe ist nach rastloser, mehrtägiger Arbeit von dem Bergmann H. Solfrian in Bochum erfunden und wird, practisch angewandt, zur Zeit die größte Aufmerksamkeit und Bewunderung erregen müssen. Die Fangvorrichtung bietet nach Urtheil Sachverständiger vorkommenden Falls eine derartige Sicherheit, daß sie die bis jetzt auf den Zechen in Thätigkeit gewesenen ähnlichen Apparate aus dem Felde schlagen muß. Herr S. hat bereits Versuche mit seiner Erfindung auf der hiesigen Bergschule und vor der städtischen Behörde vorgenommen, welche zur größten Zufriedenheit ausgefallen sind und wird ihm gewiß die nöthige Unterstützung nicht fehlen. Das Gesuch zur Erheilung eines Patentes auf die Erfindung ist bereits eingereicht. Der Rheinisch=Westsälische Turnverband, welcher aus 115 Vereinen mit ca. 12,000 Turnern besteht, wird am Sonntag den 27. August cr. seine diesjährige Turnfahrt durch den schönsten Theil des Bergischen Landes antreten. Die Turnfahrt ist folgenderm ßen festgesetzt: Abmarsch von Opladen nach Eintreffen des um 10 Uhr 11 Min. von Haan ankommenden Zuges— nach Burtscheid(2 Stunden); dann Marsch nach Altenberge im herrlichen Dhünchal(¾ Stunden); Besichtigung des Bergischen Domes, eines der schönsten Denkmäler gothischer Baukunst aus dem 13. Jahrhundert 2c. Endlich Marsch nach Bergisch=Gladbach(2½ Stunden); Ankunft daselbst um 6 Uhr Abends. Die Dispositionen sind so getroffen, ken, um etwas von dem Gefühl zu ahnen, welches die Brust desselben zu sprengen drohte. Adelaide, den 13. August 18... Theure, treugeliebte Agnes! Endlich, endlich bin ich gelandet! Ich stehe auf australischem Boden, auf jener Erde, wo der weilen soll, dessen Auffindung Du als Bedingung unserer Vereinigung mir gestellt hast.— O möge Gott meine Schritte leiten! Ich will Dir nichts von meiner Reise erzählen; derartige Reisen bleiben sich immer gleich. Aber sagen muß ich Dir, daß die Sorge um Dich: die Ungeduld nach meinem Ziele grenzenlos u und daß ich, der ich doch manche Seereise se hinter mir habe, doch zagte, wenn der E daherbrauste auf der öden Wasserwüste: fürchte den Tod jetzt, weil er mich D würde! Wo nun beginnen? Wo den„.. Faden erfassen, der mich Deinen Bruder finden läßt? Hier stehe ich inmitten eines Volksgewühls, — weiter hinaus liegt der Busch mit seinen einsamen Stationen,— Schiffe kommen, Schiffe gehen,— wie soll ich in diesem Wirrwarr mich zurecht finden! O. Agnes, welch' eine Aufgabe hast Du mir gestellt! Du konntest kaum eine schwerere wählen! Und doch kann ich Dir nich M 46n. (Fortsetzun, folgt Li sowohl die Westsälischen, als auch die Rheinichen Turner zu der Tour einen Tag gebrauchen, ale des Abends wieder in ihrer Heimath sein können. §§ Steele, 21. Aug. Gestern wurde in der Gemeinde Königsteele ein Fest für„innere Mise sien“ gefeiert, woran die evangel. Eingesessenen der Nachbargemeinden sich zahlreich betheiligten. — Durch die Ernennung des Herrn v. Bosch aus Paderborn zum hiesigen Waisenhausdirector ist der Bürgermeister Herr v. Cloedt wiederum in seinen Hoffnungen getäuscht worden— seine Bewerbung um diesen Posten war erfolglos.— Seit 14 Tagen haben wir hier gemüthliche Abenduterhaltungen, indem die Theatergesellschaft des den. C. Dellmann aus Essen im Vieshaus'schen ocale Gastspiele giebt. Die Vorstellungen wurm mit großem Beifall aufgenommen und soll r. Dellmann beabsichtigen, auch den Winter hin irch die Gastspiele hier sortzusetzen.— Um 2 ir diese Nacht brannte das Haus des Gemüsehändlers Hisserich in der Kirchenstraße fast total nieder, und ist es nur der schleunigen Hülfe zu danken, daß das Feuer auf seinem Herd beschränkt blieb und nicht ein ganzes Stadtviertel ein Raub der Flammen wurde. Am 8. d. M. verunglückten auf Zeche ver. Bonifacius bei Gelsenkirchen die Hauer C. Nielinger aus Kray und Dan. Blömer aus Rotthausen dadurch, daß beim Abthun eines Schusses die Wetter erplodirten. Beide wurden an den Händen und im Gesicht verbrannt und ist ersterer am 18. d. M. im Krankenbause zu Steele den erhaltenen Brandwunden erlegen. * Rellinghausen, 20. Aug. Im Gegensatz zu manchen andern Gemeinden, die sich dem Sedanfeste fast feindlich gegenüber stellen, können wir von hier die erfreuliche Mittheilung berichten, daß trotz hiesiger überwiegend katholischer Bevölkerung auch hier„Sedan“ gefeiert wird und unser katholischer Herr Pfarrer M. mit einem nicht unbedeutenden Betrage mit an der Spitze auf der Liste von freiwilligen Beiträgen für das Sedaufest stebt. Wanne, 19. Aug. Heute Morgen kam auf der Strecke zwischen Recklinghausen urd Wanne ein Heizer auf eine schreckliche Art und Weise um sein Leben. Der Unglückliche soll sich während der Fahrt von der Lokomotive ab seitwärts hinübergelegt und sich so unglücklich gegen einen Gegenstand gestoßen haben, daß er von der Lokomotive gestürzt und seinen Tod gesunden hat. Der Kopfist förmlich zerschmettert.(Der Reichsf.) Die Wahl des Pfarrers für die evangel. Gemeinde zu Annen ist auf den 29. d. festgestellt. Am vorigen Sonntage hat Herr Hülfspfarrer Schamberg zu Soest (ein Hattinger Kind) gepredigt und auf die zahlreichen Zuhörer jetzt, wie schon bei der ersten Predigt einen günstigen Eindruck gemacht. Der„Liboriusbote“ veröffentlicht folgende Erklärung: „Da durch den Fortbezug meines Staatsgehaltes nicht nur in engern, sondern auch in weiteren Kreisen Unfrieden entstanden ist, so habe ich mich des lieben Friedens halber verpflichtet gefühlt, so lange auf mein Staatsgehalt zu verzichten, bis auch die übrigen Geistlichen ihr Staatsgehalt wieder beziehen. Corvey, 11. August 1876. Dohmann, Pfarrer.— Wie mag der Mann gequält worden sein, ehe er diese Erklärung gab. Essen, 21. Aug. Heute Morgen wurde der Bergmann Aug. Lindenbaum aus Ueberruhr wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit verhaftet. Mülheim a. d. R., 19. Aug. In dem ersten unserer Handlungshäuser, dem bekannten Hause Matthias Stinnes, wurden gestern in der Mittagsstunde zwischen 1 und 3 Uhr, mittelst Nachschlüssels ungefähr 69,000 J. aus der Kasse, aus einem Pulte entwendet. Ein Buchhalter des Comptoirs, der gekündigt und Ende dieses Monats austreten sollte, ist in Untersuchungshaft geführt worden. Budberg, 16. Aug. Wiederum hat der Rhein ein Opfer gefordert. Der unverehelichte, etwa 30 Jahre alte Schrein rmeister V. von hier, wollte gestern Abend nach einer mehrtägigen anstrengenden Nachenreparatur ein erfrischendes Bad nehmen, das ihm leider das Leben gekostet. Die Leiche hat man bisjetzt vergeblich gesucht. Der Fall ist sehr hart, denn er war ein fleißiger und geschickter Arbeiter und der einzige Ernährer hochbetagter Eltern und einer Schwester, die lange Zeit krank ist. Cleve, 16. Aug. Ein Ackerwirth in in dem benachbarten Orte Keppeln, bemerkte aus dem Dache einer Tag. öhnerwohnung Rauch hervordringen. Ein Unglück ahnend, sprengt er die verschlossene Thüre auf, rennt die Treppe hinauf und findet in dem mit Rauch gefüllten Schlafzimmer zwei Kinder, einen dreijährigen Knaben im Bette und einen einige Monate alten Säugling todt in der Wiege, beide todt, erstickt durg, den Rauch. Die Eltern waren auf dem Felde bei den Erntearbetten. Die Mutter hatte den Knaben nicht mitnehmen wollen, da er bei ihrem Weggange im Schlafe war. Die Moral aus diesem tragischen Falle ergibt sich von selbst. Emmerich, 18. Aug. Gestern Mittag fand der Postschaffner Hölscher von hier, welcher sich im Rheine an der Badestelle unterhalb der Stadt mit mehreren Collegen badete, und sich zuweit in den Rhein wagte, in den Wellen seinen Tod. Wesel, 18. Aug. Auf den Flahm'schen Weiden n der Lippe ist die Maul= und Klauenseuche sgebrochen und die Sperrung genannter Weiden Coblenz, 18. Aug. Gestern Abend hatte ein Soldat vom Rhein. Feld=Artillerie=Regiment Nr. 8 das Unglück, beim Beden in der Mosel vor dem Moselweißer Thore zu ertrinken. Wiesbaden, 15. Aug. Der Schiffer Bär von Bingen, der Führer des Bingener Trajectschiffes „Louise“, dessen Kessel bekanntlich am 30. April d. J. explodirte, wurde von der Strafkammer der fahrlässigen Tödtung von Menschen für schuldig erachtet und zu vierjährigem Gefängniß verurtheilt. Vermischtes. Am 15. August ist vor dem Assisenhose in Bologna der famose Prozeß gegen den Marchese Mantegazza zur Verhandlung gekommen. Die Fälschung der Unterschriften des Königs und des Kronprinzen von Italien auf mehreren Wechseln zu Beträgen von c. ¼ Million Franken und anderen unter diesen salschen Firmen scontirten Effecten zu Bologna, Mailand und Anderwärts, und die Anfertigung angeblicher Vollmachten, Offerten und der zu ihrer und der Unterschriften Beglaubigung verwendeten Siegel, das sind die Hauptpunkte der Anklage. In Berlin soll kürzlich eine Generalversamm lung abgehalten sein, in welcher vom Aufsichts rath und Vorstand nur der persönlich haftende Gesellschafter und als einziger Actionair die Frau des Letzteren anwesend gewesen ist, und als solcher ihrem Mann Decharge— wohlverstanden bezüglich dessen Geschäftsführung der Gesellschaft — ertheilt und alle übrigen Punkte der Tages ordnung sehr prompt erledigt hat. (Gemüthliches aus dem„Wonnemond“.) Wie die anderen Menschenkinder, wollen auch die Herren Aerzte leben. Ist der Mai schön und warm, so sällt es Niemandem ein, sich zu erkälten, während man in diesem Jahre nur ohne Paletot auf die Straße zu gehen brauchte, um sich die interessanteste Krankheit zu holen. Neulich trafen zwei Aerzte einander im Kaffeehause. „Wie geht's, Herr Sanitätsrath?“ fragte der eine, ein sehr renommirter Doktor, der sich mit seiner Kunst hauptsächlich auf den Unterleib geworfen hat.—„Ich danke, so ziemlich, antwor tete der andere, der seit zwanzig Jahren ausschließlich von Brustkrankheiten lebt.—„Viel zu thun heuer, nicht wahr?" fragte der eine.— „Ich bin zufrieden, alle meine Freunde sind krank," erwiederte der andere.—„Sie sind jetzt auch Hausarzt bei Direktor B., nicht wahr?“— „Trägt nichts. Die Leute haben eine unverschämte Gesundheit. Das ganze Jahr wird Niemand trank.“—„Gerade wie bei Herrn v. M., wo ich Ordinarius bin. Neulich war die Frau bei 3 Grad Reaumur in ausgeschnittenem Mousselinkleide spazieren gefahren. Ich dachte, diesmal holt sie sich sicher etwas. Und nun sind schon 8 Tage vorüber, und ich bin noch nicht gerufen worden. Ich möchte wissen, wovon solche Leute glauben, daß die Aerzte leben sollen.—„O, das ist ein Volk, diese Gesunden! Wissen Sie, daß heuer den ganzen langen Winter über von allen meinen regelmäßigen Kunden nicht ein einziger eine Lungenentzündung gehabt? Bei dem Hofrath A. glaubte ich einmal, es würde sich etwas machen. Aber es war nichts, als ein lumpiger Bronchialkatarrh.“—„Aber was sagen Sie zu der alten Commerzienräthin N., bei der ich schon fünfzehn Jahre aus= und eingehe. Jedes Jahr um Weihnachten herum bekam sie regelmäßig einen tüchtigen Anfalb von Brustwassersucht. Sechs Wochen wenigstens lag sie immer im Bett. Täglich zwei, auch drei Visiten. Heuer meldet sich nichts. Ich warte, es kommt Weihnachten, es kommt Fasching, es kommt Ostern— nichts. Endlich reißt mir die Geduld und ich gehe hin. Die alte Frau macht mir selber auf. „Ich wollte mich doch einmal nach Ihrem Befinden erkundigen.“—„Danke, danke, lieber Doktor, Gott sei Dank, diesen Winter habe ich Sie noch nicht gebraucht. Ich fühle mich heuer vollkommen wohl.“ Was sagen Sie dazu, Herr Collega?“—„O, ich kenne diese Rücksichtslosigkeit der Patienten. Aber dieses Frühjahr macht doch den Meisten einen Strich durch die Rechnung. Leben Sie wohl, Herr Collega, ich muß nach Hause. Hoffentlich hält das rauhe Wetter noch eine Zeiz, aul:.: Thier?) Zur Zeit der französischen Revolutio durften in den Gasthäusern der deutschen Grenz lande keine politischen Gespräche geführt werden Trotzdem fand ein solches in einem Gasthofe statt. Als es der Wirth ernstlich untersagte, riesen die erhitzten Streiter:„Wie, nicht einmal reden dürfen wir?“„Nein,“ entgegnete der Wirth, „aber essen und trinken.“„Aber wodurch unterscheiden wir uns dann noch von den Thieren?" „Durch's Bezahlen, meine Herren!— Durch's Bezahlen.“ (Ich trinke aus der Flasche.) Ein biederer Landbewohner, anscheinend unweit der polnischen Grenze daheim, der in seinem kupferrothen Gesicht die Vorliebe für erwärmende Getränke nicht verleugnete, wurde dieser Tage beim Eintritt in Krolls Theater(in Berlin) von dem Operngucker verleihenden Billettabnehmer gefragt:„Brauchen Sie ein Glas?“ worauf jener einfach erwiederte: „Nein, ich trinke aus der Flasche. (Ansicht einer Großmutter.) Wenn Eheleute verschiedener Meinung sind, wer von Beiden, der Mann oder die Frau, soll zuerst die Hand zur Versöhnung bieten?— Diese Frage wurde in einer kleinen Gesellschaft, die nur aus nahen Verwandten bestand, aufgeworsen. Die Meinungen waren getheilt. Die Frauen glaubten, die Männer müßten's erst thun; die letzteren waren anderer Ansicht. Endlich sprach die alte Großmutter, die bisher schweigend zugehört:„Kinder soll ich's Euch sagen? Ich meine immer, der ist zuerst wieder freundlich, wer von beiden den meisten Verstand hat.“ (Ein Wink für Jugend.) Ein alter Vater sagte von seinen Söhnen:„Von 16 bis 20 Jahren wußten dieselben mehr als ich. Mit 25 Jahren wußten sie ebenso viel. Mit 30 Jahren hörten sie gerne, was ich ihnen zu sagen hatte. Mit 35 Jahren frugen sie mich um Rath, und ich denke, wenn dieselben das 40. Jahr erreicht haben, so werden sie erkennen, daß der alte Vater doch so Manches weiß.“ (Abonnements=Einladung.) Die Eigenthümer eines Newyorker Journals, so versichert wenigstens die Zeitung„La Flandre liberale“ bieter ihren Abonnenten Folgendes:„Haarschneiden gratis auf ein Jahr. Vierteljährig freie Impfung. Jeder Abonnent, welcher auf drei Jahre pränumerando zahlt, erhält im Fall seines Todes einen Sarg nach der neuesten Fagon. Sicher= lich wird das Journal, wenn die Leichenverbrennung eingeführt wird, statt des Sarges einen Hausen Knüppelholz offeriren. Mancher wird schon bemerkt haben, daß schwedischen Zündhölzer in der Schachtel, w man nicht vorsichtig dieselben auf dem Zünd pier anstreicht, damit das entzündete Feuer nicht zu nahe dem Inhalte der Schachtel kommt, plötzlich explodiren. So lange solche in einem Gestelle auf dem Tische stehen, ist das nicht gefährlich, doch kann es böse werden, wenn eine solche Schachtel in der Hand explodirt. Dieses mußte ein Einwohner von Düsseldorf vor einigen Tagen erfahren, der sich auf diese Weise seine Hand furchtbar verbrannte und wollen wir deshalb nur zur Vorsicht mahnen. Folgendes neuorthographische Tafellied hat kürzlich als leuchtende Probe der künftigen deutschen Tafelgesellschaft erheitert: gereiniges tafellid, zu singen auf die weise: frisch auf zum fröhlichen jagen. feiernte tafelrunde zi es dir zu gemüte, geniße mit ferstand nur speis’ es one h, was je zu guter stunde betaue es mit blüte gewärt des wirtes hand, des reines und der na. doch ist auchortografisch mit aus gehauchtem zan, so sitze fro beim male u. folgenicht mersklavisch im sal, als rat mit tat; serjärtem, lerem wan. und wenn im roten strale die preiselbere nat. ferzere sonder rürung, so were deinem senen den al, komt einer dir; nache, ah,— das schwand und folgt in weiter fürung u. überlaß das denen Dehre oder sonst ein tir: nen dem gummifabrikan“ (Dat schad't ihm nich.) A. Sie, Herr Nach bar, Ihre Katze ist schon wieder in meiner Rilch kammer gewesen und hat eine ganz= Schüsse Rahm ausgefressen.— B. So? ach, da brar chen sie sich nicht zu ereisern; das schadet Eekauntmachung, An der hier zu veranstaltenden Feier des Sedanfestes sollen laut Gemeinderathsbeschluß auch die evangelischen Kinder der Gemeinde Theil nehmen, wovon die betreffenden Eltern und Pfleger der Kinder mit dem Bemerken in Kenntniß gesetzt werden, daß das Nähere über die Feier später bekannt gemacht werden wird. Höntrop, 20. Aug. 1876. Der Vorsteher Stens. Jagd=Verpachtung. Montag, 28. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr, werde ich beim Wirth Wilh. Dückershoff hierselbst die Gemeinde=Jagd öffentlich verbachten. Bedingungen werden vor der Verpachtung bekannt gemacht. Westenfeld, 22. Aug. 1876. Der Gemeinde=Vorsteher Große=Thie. Kontag, 28. August, Nachmittags 4 Uhr, sollen an Ort und Stelle bei Bergmann Herm. Brinkbäumer in Ueckendorf bei Wattenscheid einige Stücke Kartoffeln, Kappus u. Steckrüben, „erichtlich gegen Baarzahlune verkauft werden. Bochum, den 18. August 1876. Vogel gerichtl. Auktions=Commissar. Eine best ehend aus 2 ineinandergehenden die ru mit Wasserleitung, Keller u. eunhs steht auf 1. November bei va- vermiethen. Herm. Steinhövel. Brinkstr. Nr. 11. Geren 9 F 9.5“ Durch Verzug des Herrn Direktor widillon ist die Ersatzwahl eines Gemeindeverordneten für die II. Wahl=Klasse erforderlich geworden und hierzu Termin auf Montag, den 11. September, Nachmittags 6 Uhr, im Lokale des Herrn J. Bünner hierselbst anberaumt. Die stimmberechtigten Gemeindemitglieder werden hierzu unter dem Bemerken eingeladen, daß die Wählerliste auf dem Gemeindebüreau zur Einsicht offen liegt. Ueckendorf, den 10. August 1876. Der Vorsteher Den geehrten Bewohnern von pfehle mich als Wattenscheid und Umgegend emMittwoch, 28. August er Abends punkt 8 Uhr, „ Gru#Persammtun im Vereinstotal.(Johanneshalle.) Tages=Ordnung: Sedanfeier. Der Turnrath. Schreiner-& Zimmermeister und verspreche eine reelle und zuverläßige Bedienung. Achtungsvoll Hermann Steinhövel, Freitag, 23. August, Abends 7 Uhr, Eröffnung des Turnens fir die Jugendabtheilung. Anmeldungen können an den Turt abenden(Montags und Freitags sowie beim Vorsitzenden geschehen. Der Tururath. Spi gealder, 15 prozentiges, empfiehlt zum billigsten Preise. Wilhelm Hundt, Gelsenkirchen, Bochumerstr. 791. 2 Wohnungen sind am 1. Nov. bei mir zu vermiethen. Frdr. Breilmann am Grünen Jäger. # r Grabsteine von allen Dimensionen sind vorräthig und werden auf Verlangen nach Zeichnung schnell und billig geliefert von W. Wölting, Bildhauer in Bochum, Rottstraße. In meinem neuerbauten Hinterhause habe ich auf 1. Nov. 2 Wohnungen zu vermiethen. Weinberg, Oststraße. In meinem Hause in der Sommerdelle sind zum 1. Nov. d. J. 2 Wohnungen nebst Gartenland zu vermiethen. Wattenscheid. W. Helf. Chocoladen der Kaisert. Königl. Morchosladot-Fabris Gebrüder Stollwerk in Cöln wegen vorzügl. Qualität allgemein bevorzugt, befinden sich auf Lager in Wattenscheid, bei August Schulte. 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