Prei 50. Bienstag, S Mal Erscheint Dienstags, Donnerstags, Samstags u. kostet vierteljährlich incl. Betenlohn 2 Mark pränumerande. Im Postdebit 1.30 Mark. (Wattenscheider Anzeiger.) Verantwortlicher Redakteur; Carl Busch in Wattenscheid. Heran dir SSsstusteririe Konntggsbellage:! Inserate werden die Petitzeile ode Raum mit 15 Rpfg., Anzeigen un Zeilen mit 50 Rpfg. berechnet Reklamen 40 Rvig. pro Ze Politische Rundschau. Der Kaiser hat, einen eigenhändigen Brief an den aus seinem Amte scheidenden Präsidenten des Reichskanzleramts Delbrück gerichtet, in welchem Se. Majestät dem verdienten Staatsmanne seinen kaiserlichen Dank für dessen dem Reiche geleisteten Dienste ausspricht und damit die Hoffnung verknüpft, daß Delbrücks Ausscheiden aus dem Reichsdienste nur ein zeitweiliges sein werde. Eine besondere Auszeichnung soll dem Minister Delbrück noch bevorstehen, wenn von seiner Reise zurückkehrt, die Geschäfte seiAmtsnachfolger übergeben wird. projektirte Reise des Fürsten Bismarck irgebrauche nach Karlsbad ist neuerdings fraglich geworden, trotzdem der Hausarzt sten dieselbe dringend empfehlen soll. Der anzler, dem das Leben in einem größeren wo er von Neugierigen belästigt und ver#o, verhaßt ist, wird wahrscheinlich in oder Friedrichsruhe den Karlsbader Brungenießen. staatsminister Delbrück ist in Paris eingetrofEr beabsichtigt mit seiner Gattin sich einige dort resp. im südlichen Frankreich aufzuhalDerselbe ist in Breslau von der liberaJartei an Stelle des Herrn v. Kirchmann, ein Mandat niedergelegt hat, als Reichstagsidat aufgestellt worden. niser Alexander wird Donnerstag, den 11. 2., Mittags 12 Uhr auf dem Ostbahnhofe in u eintreffen und von Kaiser Wilhelm, dem rinzen, den Mitgliedern der königl. Familie, ### Personal der russ. Botschaft alität und ven. ugen werden. Ankunft des Grafen Andrassy, welche. sichtlich beim österr. Botschafter absteigen sieht man am Dienstag früh entgegen. Es t sich, daß Graf Andrassy mit dem Fürortschakoff noch einen oder zwei Tage nach reise des Kaisers Alexander in Berlin wird. General von Kirchbach, Kommandeur des 5. (posenschen) Armeekorps feiert am 23. Mai sein 50jähriges Jubiläum, zu dessen Feier auch der Kronprinz in Posen erscheinen wird. Dem Vernehmen nach wird Kirchbach aus Anlaß seines Jubiläums zum Feldmarschall ernannt werden. Die Städte=Ordnungs=Commission beschloß, die Städteordnung auf die Provinz Posen, die Rheinlande und Westfalen und auf den Regierungsbezirk Wiesbaden auszudehnen. Die Ausdehnung auf den übrigen Theil der Provinz Hessen=Nassau wurde abgelehnt. Das DreiclassenWahlsystem wurde angenommen und die Bestimmung gestrichen, daß das allgemeine Wahlrecht durch Ortsstatut eingeführt werden könne. Der Ausschuß des Bundesraths für Justizwesen hat beantragt, der Bundesrath wolle sich damit einverstanden erklären, daß der Senat der freien Stadt Hamburg ersucht werde, wegen Abschaffung der dort bestehenden Bordelle das Geeignete zu verfügen. Das Reichskanzler=Amt hat die Absicht, ein gleichmäßiges Format des Papiers von 32 Centimeter 1 Millimeter Höhe, und 20 Centimeter Breite fur den Gebrauch bei sämmtlichen deutschen Reichs= und Staatsbehörden einzuführen. Die Königin Wittwe von Bayern, die vor etwa 1 Jahre zur kath. Kirche übergetreten ist, macht reißend schnelle Fortschritte. Sie hat jetzt eine Pilgerfahrt nach Lourdes in Frankreich angetreten und in Pau der Herzogin von Madrid, der Gemahlin des Don Carlos. einen Besuch gemacht. Der Kardinal=Erzbischof Ledochowski ist auf der Rückkehr von Rom über Tetschen nach Teplitz gereist und dort beim Fürsten Clary abgestiegen. Der König und die Königin von Griechenland sind in Wien angekommen. ung der spanischen Kortes über er neuen Verfassung meldet ine Details. Der frühere uus Biederberkellung der ##r Stin okitution von den Toleranzartat. gewährt der Telegraph noch eing. Partei Minister Ortiz verlangte die W.. 6n bezüglichen Bestimmungen der Kon, 1869, welche die volle Glaubensfreiher. hatte. Er richtete dabei an die klerikale die Frage, ob sie etwa die zur Zeit vor= 39 protestantischen Gotteshäuser wieder oder alle Protestanten aus Spanien ver wolle. Von Seiten der klerikalen Partei das Bestehen dieser Absicht zugegeben. 2 stizminister erklärte hierauf, daß die Ande bigen die nämlichen bürgerlichen Rechte Katholiken haben sollten. Der Antrag Ortiz mit 190 gegen 33 Stimmen abgelehnt, ein dement, wonach die Andersgläubigen ihren nicht öffentlich ausüben sollen, mit 163 g Stimmen. Es muß auffallen, daß bei die ten Abstimmung die Zahl der ab gegebenen men um 48 geringer ist, als bei der erste Die Verhandlung in dem Prozesse geabgedankte griechische Gesammtministerin garis wegen Verletzung der Verfassung si gen Ausbleibens wichtiger Entlastunvom 3. Mai bis zum 3. Oktober worden. Nach einem Telegramm aus Sale sche Provinz Macedonien) vom 6. d erhebliche Ruhestörungen ausgebro der französische und der deutsche C mohamedanischen Bevölkerung erm Die Unruhen sollen dadurch herbeig sein, daß ein junges Mädchen christ welches zum mohamedanischen Glau wollte, durch ihre griechischen Gl. hieran verhindert und von denselbe männern am 5. d. entrissen wurde weitere Unruhen befürchtet. Infolge der Nachricht über die E Französischen Cousuls in Salonich französische Geschwaderabtheilung B Gewässern von Salonichi abzugeh Lokal= und Provinzial□ Wattenscheid, 8. Mai. konservative Verein" hierselbst ha mittag im Locale des Herrn zur Besprechung der Wattenscheid neten=Wahl eine Sitzung anberat überraschen, daß sehr viele Bau grenzenden Gemeinden zuge en w Verräther und Erretter. (Criminal=Novelle von Ernst Löher.) (Fortsetzung.) Er mußte Luft haben. Es trieb ihn hin zu dem Hause, wo er Lina wußte. Hineinzugehen dazu fehlte ihm der Muth. Innerlich beklommen wie noch nie wanderte er vorüber. Am Fenster saß niemand. Vielleicht hatte er dies erwartet und gehofft, daß die Meisterin bei seinem Anblicke aufbrechen würde. Als sein Plan gescheitert war, strich er unmuthig die Straße hinab und schlug den Weg zum Thore ein, obwohl der unvermindert dichte Nebel ihm die Brust mehr beklemmte zs erleichterte. angsam, in Gedanken versenkt, die nicht ganz welich wirkten, stieg er den Weg bergan, der führte. Dort auf halber Höhe den Meilensteine stehen, ins Thal, das im dunkler. Das aber tagte in Herz wwidSeligkeit zu ersüllen. Lina liebte ihn ebenfalls! söhnung anzubahnen, bin aber entschieden ab er weise, uicht einen Au.,zebic zie grn, äher voesen, pil ich mein Hell einmal versuche Slick voer scher. 9., w, e. o, Hlug, w.„ Imeime die Pfarrein mit ihren zuhsigen undg Tone.„Morgen werde ich dem jun Glück war sicher. O, wie er selig dem klopfenden Herzen zusammenschlug, wie er be liche vergrcbene Stodt, wogtwodigen Veriszen... verhüllte, im Dämmerlicht errgraren Sladt, wo die lieblichste Blume erblüht war, ihm zur Freude, ihm zum Entzücken. „Ich will mit Lina noch heute reden— ich denn ein Giftin alter lieber Form gehotig den Kopf waschen. Ulrike klatschte heiter in die Hände.„Das is prächtig, Mutter,“ sagte sie.„Dir wiedersteh nicht! Mache Dich aber darauf gefaßt, daß nußz mit ihr noch beute reden, denn ein Ost, Zu einen sehr veränderten Menschen vor Die ser tropen it in hre Seile geialen— in Zoriel)“, pirt— einen eigenthümich sorglosen, einen ber dos bwdiche der, ersopzich sie au, meiger ungewöhnlich selbsisäwigen Manz. Mir sKnoch es bugen Ticherehe See de gefr Zamite, belätigte Peurt.„Schade, daßz ich niche fruher des Oberzkarers gab er hr Wort, de eine be) hoigis eger Hroge,e ose Giarkterg.„Sie wollen Pestende Aurtennung boine, Ppzs zugfendorten zoc damit nicht die Absche andeuten, einen ge. und den ehenaligen Vornund de. 1—0en Hon, vosen, Bersche mit den Handwperker zu beginnen, nit einiger beschunng, ersuyen, laßz sich wieder Herr Sohuf Haben Sie nicht enschieden dagegen Wion Verhos oogen Seune, Ioe, zpelithastig geiser, daß Ulrcke mit den Töhtern unserer sche vur wochen, wen ie bu der boe, un pohhahbenden Birgerscheft, Ungaung belz: de, bes duen, Manaktesche vrosoen iu. en,„Ausnahaen zud überan gestatet! Die welionmt ncht, Her Vaa; sel Peuri ucersche, Sesangeedigent Grauenrs heit hn die Stadtrathswahl geht die gemeinden Nichts an. Gleicher Meinung freilich der Herr Vorsitzende des Vereins, O. Eickenscheidt nicht, denn in seiner Ernungsrede wies er darauf hin, daß in den tatuten der„Christlich=Conservativen“ die Wahlgelegenheiten überhaupt vorgesehen seien; ferner ubte er zum Vorsitze berechtigt zu sein, weil Außengemeinden bis dahin mit Wattenin ein und demselben Verbande gewesen, noch naturgemäß auf die Stadt angewiesen da ja ihr Amtshaus, ihre Kirche, ihre ilen sich daselbst befänden. Insbesondere achen der Schule hätten die Dorfgemeinden regste Interesse an der Entwickelung der besonders jetzt, wo die Fragen der confesen wie der Simultanschulen so stark in sordergrund treten. Aus diesem Allen leir das Recht der Außengemeinden her, sich e städtischen Wahlen mitzubekümmern, sich zu interessiren. Sodann ertheilte er das einem Herrn Stötzel aus Essen. Da derRedacteur des Rheinisch=Westfäl. Volksdes(Essen) ist, und seine Rede gewisserals Gerippe in genanntem Blatte— auch mit einigen curiosen Ansichten— steht, rsen wir wohl nicht irren, wenn wir geen Herrn als den Verfasser(?) des qu. Artiansehen. Eingehend auf seinen Vortrag, h freilich in einzelnen Theilen zum Ueberviederholte, können wir nicht umhin, anzu; d a ß i m G r o ß e n u n d G a n z e n d i e v o n stellten Principien richtig sind und der lben Vortrag ganz gut in unserer lilksversammlung halten könnte, ohne Widerspruch zu erfahren. Redner t die Rechte und Pflichten eines ar. Derselbe habe das Recht, die =Commission zu ernennen, das Gezen zu verwalten, rechtsverbindliche zuschließen, selbst Schulden zu man zu bauen und anzulegen. Auf en wählen wir? sagte er:1) Wählt mit reinen Händen; 2) einen Mann, u Herzen auch den nöthigen Verstand #ürfnisse der Stadt zu erkennen und n; 3) einen Mann, der nicht eigenerinteresse verfolgt, sondern für das I sorgt; 4) einen Mann, der auch ier Meinungsäußerung hat, sich stern läßt, nicht ein Jabruder ist; stständige, mit den Interessen der sene Bürger. Dringend möchten ilen Wähtern die Worte desz l e g e n, l a ß t a l l e s k l e i n l i c h e G e auf die Person des einen oder iten, sondern haltet Euch an die Parteidisciplin, thue jeder seine! nicht nur selbst zum 2 Redner, die das eine oder andere Thema des ehen angeführten Redners noch weiter ausführten. So besonders der letzte, der sich speciell über das Schulwesen verbreitete und die bösen Simultanschulen verdammte. Zu den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen haben wir unter nochmaliger Hinweisung auf die betreffende Bekanntmachung im Annoncentheil der heutigen Nummer noch folgendes zu bemerken. Die dritte Abtheilung wählt am Donnerstag. Damit auch jedem Bergmann Gelegenheit gegeben ist, seine Stimme abzugeben, ist für das Wohlgeschäft dieser Abtheilung der ganze Tag angesetzt, so daß sowohl Morgens von 9—12 Uhr wie auch Nachmittags von 3—6 Uhr gewählt werden kann. Zu diesem Behuse muß der betreffende Wähler an den Wahltisch vor den Wahlvorstand treten, seine Berechtigung durch seine„gedruckte Einladung" nachweisen und dann die Namen seiner 8 Candidaten laut vorlesen. Die Wahl ist also eine mündliche und ist die Abgabe eines Stimmzettels nicht gestattet. Die zweite Abtheilung wählt am Freitag von 9—11½ Uhr und die erste Abtheilung von 11½—12 Uhr Morgens. Zum Wahlvorstand sind, wie wir hören, folgende 7 Herren ernannt: Vorsteher Dieckmann als Vorsitzender, R. Flume als dessen Stellvertereter, als Beisitzer die Herren: Lehrer Fehringer, Obersteiger Oberschuir, Heinrich Weindorf, Fahrsteizer Kesten und Franz Iländer. O Wattenscheid, 8. Moi. Zwei Passagiere des Rheinischen Zuges von Essen, welcher 423 Uhr Nachmirtags hier eintrifft, meldeten bei Ankunft auf der hiesigen Station, daß bei Niermanns Hof 5 Strolche gestanden und mit Steinen in den Personenzug geworfen hätten. Einem der Passagiere, dem hiesigen Wirth O., flog ein Stein dicht am Kopfe vorbei. Da die Herren angaben, daß die Nichtswürdigen noch in der Nähe sein möchten, fuhr Herr Stationsvorsteher Kau mit einer Maschine sofort die Strecke herauf und ließ mit einigen Männern das benachbarte Feld durchstöbern, fand die Bande leider jedoch nicht. Es scheint dieselbe Bande zu sein, welche s. Z. auch fast an derselben Stelle den Bremser eines Güterzuges an den Kopf warf, daß er vom Zuge herunter fiel und beinahe verunglückt wäre. Möge es gelingen, diese nichts würdigen Subjekte zu ermitteln, wozu hoffentlich erlegen jeder Gutgesinnte nach Möglich“.“ heitragen wi* Am Sonntag gelang Offizianten Kompmann u senbruch den Tagelös holt bestrafter. 90. beiden PolizeiHegemann in Frei„#ner Joh. Keuth, ein wiederarbeitscheuer Mensch, der am selben leut Goitsch und Vikar Monschan in on 3.„Neuen Steeler Zeitung") sind Tage sein nes dor m Redakte Steele(v# wiederum vom Kreisgericht in Essen, bestätigt in der Appell=Instl iz, wegen Beleidigung des Buchdruckers Lohmani mit 75 J4. resp. 150 4l. ev 10 und 20 Tage Gefängniß bestraft worden. O Wattenscheid, 9. Mai. Der neue Fahrplan der Rheitischen Eisenbahn ist bis heute hier noch nicht ausgegeben. Es wäre sehr zu wünschen, wenn die neuen Fahrpläne stets recht frühzeitig bekannt würden, damit das reisende Publikum sich schon vorher darnach richten kann.— Der neue Fahrplau wird übrigens eine neue Erleichterung bringen. Denn vom 15. Mai ab an werden in jeder Richtung Köln=Soest in die Personenzüge Morgens 955 Uhr, Nachmittags 820, sowie Soest=Köln 827 Morgens, 728 Nachmittags direkte Wagen I. und II. Klasse eingesetzt, so daß ein Umsteigen unterwegs zwischen genannte Stationen nicht erforderlich ist. Man kann also auch von hier aus, wenn man über Dortmund hinaus will, ruhig bis zur Bestimmungsstation sitzen bleiben. * Neuerdings sind mehrfach französische Fünffrankstücke, die fast dieselbe Größe wie unsere Fünfmarkstücke haben, aber nur einen Werth von vier Mark besitzen, unter größeren Posten“ markstücken in Zahlung gegeben. Mans halb auf der Hut. Die Anhalt=Dessauische Landesbank, Privatbank, Geraer Bank, Oldenburgise desbank, Leipziger Bank, Niedersächsisch Weimarische Bank haben auf die Beschl Generalversammlungen ihrer ActionairRecht der Notenemission verzichtet und den fünf ersten Banken als äußerte Frist, 1 der die Einlösung zu erfolgen hat, der Juni cr. und bei der Niedersächsischen Bank Weimarischen Bank der 31. Dezember er. gesetzt. Nach diesem Termin verlieren 100 Mark Noten der betreffenden Banken Gültigkeit. Bochum, 3. Mai. Heute kam ein Ber auf Zeche Dannenbaum dadurch zu Tode. er in den Bremsschacht stürzte. Niederwenigern, 3. Mai. Durch das stürzen einer Kohlenmasse wurde gestern der mann H. auf Zeche„Altendorfer Erbste stark beschädigt. „en ene schon ist er seinen und hinterläßt derselbe eine Witt zwei kleinen Kindern. Stiepel, 3. Mai. Am Montag ein langer Leichenzug von der Haar Friedhofe, un die Leiche des in seinem chen Veruse auf Zeche Carl u.. Heie ten Bergmanns und Knappschafts.. Mutter Erde zu überaeben. Der beweg h unnung iyn auf der Höhe hält, die er sich erungen,“ sprach die Pfarrerin mit Gefühl.—— Der Tag mit seinem wolkenbedeckten Himmel, mit seinem dampfigen Nebel konnte die innere peitere Gemüthlichkeit im Pfarrhause nicht stören. „Es war ja ein Tag des Segens, dem eine kurze Trennung nichts trouriges zu geben vermochte. „Adalbert Pettri schied auf wenige Wochen, um sein Amt anzutreten. Wenn er wieder kam, hatte er, als Schlußstein seines Glückes, die unauflösliche Verbindung mit Ulrike zu erwarten und er liebte diese Ulrike weit mehr, als man seinem ruhigen und gemessenen Wesen zutrauen konnte. Der nebelvolle Tag neigte sich zur Dämmerung, als die Familie des Pfarrers um den Tisch saß und ein frühes Abendessen verzehrte, weil Adal= bert sich der Post bedienen wollte, die jenseit des Molkenberges eine kurze Station hielt. Scherz und Lachen führte den Vorsitz bei der frugalen Mahlzeit. Man hatte einige Flaschen entkorkt und stieß hell und fröhlich an.„Auf unser Wiedersehen!“ Adalbert umschlang seine Braut.„Wenn ich zum zweiten Male nach Gundlingen reise, dann habe ich mein liebes Weibchen zur Gesellschaft," flüsterte er mit einem Kusse. Ulrike nickte und barg verschämt ihr Gesicht an seiner Wange. „In vier Wochen bin ich ein glückseliger Mann, meine Theuern,“ sprach der junge Mann mit strahlenden Blicken,„leert Eure Gläser, es gilt einem fröhlichen Abschiede!“ Die Gläser erklangen glockenhell; kein Mißton störte die Harmonie; freudig schlugen Aller Herzen und die Ahnung, daß es anders sein könne und sein werde, als man hoffie, blieb Jedem sern. „Nun muß ich sort, mein Mädchen,“ sagte Adalbert, indem er seine Uhr zog und sich überzeugte, daß er rasch zuschreiten müsse, um noch zu rechter Zeit das„goldene Lamm,“ jenseit des Molkenberges zu erreichen, no die Post anhielt. Ulrike trat an's Fenster und sah flüchtig hinaus. „Ich begleitete Dich so gern,“ sagte sie,„aber der Nebel ist doch gar zu arg. „Auf keinen Fall würde ich dies heute zugeben.“ meinte der junge Mann, eilig seine Zurüstungen beendend.„Es wird vor der Zeit dunkel werden. Mir ist selten ein solcher Duns in dieser Jahreszeit vorgekommen.“ „Ja, die Berggeister sind zornig, sprach Ulrike neckisch,„meine Amme erzählte mir immer, daß die Geister des Molkenberges Krieg führten, wenn der Höhenrauch von dort das Thal überziehNimm Dich nur in Acht daß Du den bösstern nicht in's Gebege läufst.“ „Ein guter Christ hat nirgend“ bösen Geiste etwas zu fürchter Prediger und nahm rasch? Ulrike geleitete ihn du einem Stege, der über den Bach führte. dort aus war der Weg zum Waldpfade seh „Sieh, wie düster der Wald ist,“ flüster Mädchen schauernd.„Du wirst doch nich gehen, Adalbert?“— „Sorge nicht. In stockdunkler Nacht ich den Weg geben können. Er ist ja brei geebnet.“ Noch einmal schmiegte das Mi sich zärtlich an den Verlobten, noch einen tauschten sie:„Gott geleitete Dich!“ sag fromm und kehrte dann eiligst durch den G den gespenstische Nebelgruppen ordentlich gr haft machten, zurück. „Pettri schritt mit elostisch rüstigem S vorwärts und lieferte also den wirklich den Weg gen### er stehen und hor“ Ein GesanStimme Er wo 95 eseue. Geudeu ae un e a# en Posde bier oreu. ueh Hotgagen, Vberschieten dieselben seue mit inenz issen aede Brtuncker ut v. 15 Jesogs. bestraft wurden. Allergnädigst zu verleihen geruht. Mai. Wie so häufig das eigene e Ursache vieler Unglücksfälle ist, so dte wieder der Arbeiter Conrad Schäfer becker Hütte sein großes Wagniß mit dem Derselbe benutzte statt einer Leiter das welches die Kohlen aus der Wäsche in den erm befördert, während des Betriebes, zum oben wollte derselbe abtreten, glin vobei burde dann von dem nachfolgenden Bagger daß der Könper desselben nur als elte Leiche nach Auseinandernehmen des Gangemacht werden konnte. Schäfer hinterläßt nd ein Kind und hat ihn wohl nur, da er an dieser Stelle zu thun hatte, die Neugierde, sehen, ob bald Kohlen genug im Thurm selen, erden. Selbst in den Zuchtsäusern können bislen komische Fälle vorkommen. Ein Züchtling, der flassen werden sollte, schreibt froh nach Hause: ntlich müßte er noch 6 Monate sitzen, die Sache cheine vergessen zu sein.“ Der Direktor, welcher alle Briefe vor der Absendung durchzulesen hat, schreibt dem zuständigen Gerichte um Aufklärung. Am Morgen, als der Bruder unseres Züchtlings denselben in Empfang nehmen will und der Züchtling eben im neuesten Anzug und hochseinem Cylinder das Zuchthaus verlassen will, kommt eine Depesche vom Gerichte, welbesagt, daß es mit den vermutheten 6 Monaten feine Richtigkeit habe. In Folge dessen wanderte der Züchtling wieder in den Kasten, wurden dis neuen Kleider wieder abgezogen und marsch in die graue Jacke Ohligs, 6. Mai. Gestern ist ce unseier Peliei er lungen, einem schweren Verbrechen auf die Spur zu kommen. Eine frühere Hebamme P. zu Löhdorf bekam mit ihrem Zuhalter wegen Gelcangelegenheit Streit, wobei Letzterer drohte, der Polizei Anzeige zu machen von den Verbrechen, welche die Frau begangen, falls sie nicht das gestohlene Geld zurückgebe. Die zerrütteten Verhältnisse der P. erlaubten indeß die Zurückgabe des Geldes niche, worauf der Mann erst seinen Nachbarn, da. in der Polizei Mittheilung machte, daß die P. eene Hereigenes Kund ungscho guteruge wurde: sge. graben und gerichtlich, umstsucht wurde; ein Mann seit 1868 verschwunden sein, salls von der Frau bei Seite geschafft sein sell, Kinder von Hilcen; kurz wie bis jetzt bekannt, brechen gegen die P. vorliegen. Die e er zteren, sowie ihres Zuhalters hat 6 der Le. wild wrohl nach und nach etigesunden u. Tache hineinkommen. zie dunkte. 7 einer Menagerie auf dem ffeld, 6. Mai. Au. Morgen, als er gerade werth entsprang heute##erden sollte, ein junanderen Käfig versetzt n#.# dem Grifflenberg! pard und schlug sich nac. zfrig mit der kris in die Büsche. Man ist en. ng beschäftigt.(5.s zum 8. vergebene., hwurgerichts=Verhandlungen. 20 Nyril Di. 72v. upru. Die gestrige Sitzung des gerichts beschäftigte sich mit der Untersache gegen die Bergleute Barth, Dörind Schneider, sämmtlich aus Harpen. i sind des Aufruhrs angeklagt, auf Grund nder Thatsachen. 8. August vor. Is. war auf den bei belegenen Zechen gelöhnt worden. Wie it Jabren, so gab auch dieser Lohntag in zu allerlei Excessen Veranlossung. Der stationirte Polizeibeamte patrouillirte am des bezeichneten Tages mit mehreren Co.Bochum durch das Dorf und bot um Die gein den Wirthehäusern Feierabend.: D Wirtbshäuser wurden auch alsbald auf der Straße aber entstand, darauf er Tumuli. Den Polizeibeamten begege Rotte von 10—12 Mann, aus deren er Ruf erscholl:„Artillerie vor!“ Unmitsarauf wurden von Mitgliedern dieser Nevowverschüisse auf die Polizisten abgelosgingen—.=scheten dieselben jene mit einem wahren Hagel vor Steinen. Beim Auseinandertreiben der Rot'e rief der Angeklagte Barth: „Nieder mit den Hunden" und„Raus mit den Messern; wir willen den Kerlen die Bäuche aufschlitzen.“ Jetzt zogen die Beamten ihre Säbel und machten außerdem von ihren Schußwaffen Gebrauch. Barth hatte sich mit einer Zaunlatte bewaffnet und hieb auf die Beamten ein. Hierbei erhielt einer der Gensd'armen einen Schlag, welcher den Helm zertrümmerte und den Träger desselben am Arm verletzte. Dörmann und Schneider schossen hierbei aus ihren Revolvern auf die Beamten, ohne jedoch einen derselben zu treffen. Die Tumuktanten zerstreuten sich hierauf, versuchten aber später das Haus des Polizisten von Harpen zu demoliren, indem sie auf das Haus schossen und mit Steinen warfen. Barth gibt zu, daß er einmal mit einem Stein auf die Beamten geworfen habe, wohingegen Schneider und Döcmann, welche ihre Anwesenheit am Orte der That zwar nicht leugnen, jedoch activ nicht thätig gewesen sein wollen. Das Gegentheil der letzteren Behauptung ist indessen durch die Zeugen sestgestellt worden.— Die Herren Geschworenen erkannten die Angeklagten für schuldig, nahmen aber mildernde Umstände an, worauf der Gerichtshof gegen Borth auf 3 Jahre, gegen Dörmann auf 2 Jahre, und gegen Schneider auf 1½ Jahre Gefängniß erkannnte. Essen, 2. Mai. Der Fabrikarbeiter Fr.„Wittrock aus Witten steht unter der Anklafe des Meineids. Derselbe schwor am 16. August 1874 fälschlich, einen auf 216 Mark lautenden acceptirten Wechsel nicht unterschrieben zu haben. Sachverständige constatirten indessen die Unterschrift des Argeklagten und wurde letzterer zu 1 Jahr Gesängniß verurtbeilt.— Sedann wurde der Handlanger Heinrich Wieland aus Bruch wegen Urkundenfälschung zu 3 Wochen Gesängniß; ferner der Arbeiter August Barwich aus Zeyersvorderkamp wegen Urkundensälschung zu 4 Wochen Gefängniß und der Bergmann Peter Westhoff wegen Urkundenfälschung zu einer Woche Gefängniß verurtheilt. — 3. Mai. Angeklagt sind die Sträflinge in Werden H. Betzack wegen Mordes und Engels wegen Theilnahme an diesem Morde und vorsätzlicher Brandstiftung. Betzack wurde, nachdem er wegen Diebstahls und anderer Verbrechen bereits 6mal bestraft war am 8. Januar 1869 vom wegen eines an seine“, plesigen Schnurgerichte ## verüb'„„ Schwager in Witten(am, Crengeleung, nen Mordes mit dem Tode bestraft welches Urtheil jedoch durch die Gnad= des Könige in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt wurde. Engels war wegen Diebstahls 4mal bestraft und wurde ebenfalls im Jahre 1869 hier vom Schwurgericht wegen Brandstiftung mit 10 Jahren Zuchthaus bestraft. — Die heutige Anklage nun hat folgenden Gegenstand zum Grunde. Am 4. D.e. 1873 gerieth Engels mit dem Sträfling Jansen in Streit. Der mitanwesende Betzack, ein starker Mensch, ergriff die Partei des Engels und warf, als Jansen handgreiflich werden wollte, denselben zu Boden. Engels gab dem Betzack einen Hammer in die Hand, womit Jansen einen Schlag auf den Kopf erbielt, in Folge dessen er am 12. Deebr. starb. Engels sagte nun zu Betzick und Stock, sie möchten nur behaupten, er habe den Jansen geschlauen, man hielte ihn ja für verrückt(was auch damals der Fall war, ein ärztliches Gutachten stellte aber das Gegentheil fest) und könne ihm deshalb nichts machen. Als der Ausseher in die Krankenstube kam, erklärte Engels sofolrt, er habe dem Jansen den Schlag gegeben, was Betzack und Stock beglaubigten. Stock wurde einige Zeit später schlimmer krank und bekannte kurz vor seinem halt. sein Eingesandt. Christlich-Coniervativ nennt sich zwar das Wahl=Comitee, welches am Sonntag eine Versammlung in der Johanneshalle anberaumt hatte, ehrlicher wäre es zwar, wenn es sich„Bauern. Comitee“ neunte, denn Bauern waren die Macher und Veranstalter der ganzen Geschichte. Herr Eickenscheidt, umgeben von seinem Stab, den Landwirthen von Günnigfeld, Westenfeld, Sevinghausen und Leithe, eröffnete die Versammlung, führte den Vorsitz und leitete die Verhandlung. Nach seinem Plan ging das ganze Schauspiel in Scene, von ihm und seinem Stabe wurden die Candidaten in Vorschlag gebracht und aufgestellt. Will sich Wattenscheid auch diesmal wiederum am Narrenseil herumführen lassen? Sollen wir auch diesmal wieder die uns von den Bauern allergnädigst vorgeschlagenen Candidaten zu Stadtvätern machen? Soll es wieder so gehen, wie bei den jüngsten Schul- und Kirchenwahlen, wo nur die Eickenscheidt'schen Candidaten durchgekommen sind und fast nur Bauern gewählt wurden? Bürger von Wattenscheid! Ihr werdet wohl soviel Einsicht und klaren Verstand haben, um Euch diese bäuerliche Bevormundung nicht gefallen zu lassen! Was hat so ein fremder Bauer in unserer städtischen Angelegenheit mitzusprechen. Mag er auf seine Miststätte bleiben, in unsern städtischen Wahlen hat er nichts mitzureden. Ihr Wattenscheider stellt Euch aber ein große Armuthszeugniß aus, wenn Ihr Euch von solch Bauern bevormunden lasset!! X, * Standes=Amt Wattenscheid. Vom 27. April bis 7. Mai c. wurden angezeigt: 69) Bergmann Gustav Wack mit Friederike Dieckhi ner, beide Eppendorf, 70) Bergmann Heinrich Lutte hera, Seoinghausen, mit Wilhelmine Bräker, Freise 71) Bergmann Carl Böhle, mit Amalie Schl scheid. 74) Bergmann Anion Aise Auguste Frisch= ann Franz Anton* sing, beide Watten., Sevinghausen, mit r. 75) Bergmann Franz 2. Berens, Ueckendorf, Clara Fester, Oberleithe. 76) Pudler Adam Ludo# Königsteele, mit Mathilde Maria Raab, Fürstenb. 77) Rottenarbeiter Georg Schürhoff mit Elise Ror nowéki, beide Wattenscheid. 78) Bergmann Adai Böcking mit Lina Severinghaus gnt. Hasenberg, beid Höntrop. 79) Bergmann Johann Adolf Leifeld m Maria Todt, beide Höntrop. Pierenkämper, 3½ M. Freisenbruch. 312) 8 M. Ueckendorf. 313) Kind des Bergm: Johann Schäfer, Wattenscheid. 314) Schneiderme Friedrich Hundacker, 51 J. Wattenscheie. 315) 28 Elisabeth Gladen geb. Broß, 86 J. Wattenscheid. 13 Adam Schreiber, 9 J. Wattenscheed. 317) Heinr Nagert, 1 J. 2 M. Ueckendorf. 318) Wilhelm Ker merling, 4 T. Freisenbruch. 319) Ehefrau, Joset dorf. 320) Be enscheid. 321) El merling, 4 T. Freisenbrub. 319) Ebefrau Jo Hölschen geb. Thurn, 29 J. Eppendorf. 320) mann Wilhelm Schuch, 49 J. Wattenscheid. 321) Lung, 1 J. 1 M. Wattenscheid: be##n##nete empfehlen uch einem geehrten Publikum 2 bekannte kurz vor reinem Tode den wahren Sachver=Trich Sontgerath, 21 L. Wattenscheid(verunglück.) 325 , Besag,che##i az# zind des Wirthe Heiunrich Rohsiepe, Ueckendorf. 324, Anna Lüger, 2 M. Höntrop. Die Gesammtsumme der angemeldeten Geburten beträgt vom 1. Jan. bis incl. 7. Mai 623. gestand nun ebenfalls, der Thäter sein und die Mittoaterschaft des Engels. Die Geschworenen verneinten die Mordfrage, sprachen jedoch den Betzack der Körperletzung mit tödtlichem Erftlge Mechnete empfehlen sich einem geehi gegend zur Anfertigung sowohl von 1 0 10 Wattenscheids Alle in dieses Fach einschlagende unter Zusicherung guter Bedienung. aus in vie Reparaturen werden prompt und billig ausgeführt. A. Lindhorst und Kappler, 2.— pur wosjabrit. Hierdurch Duisburg, alte Gasfahrk surch die ergebene Anzeige, daß ich mit 1. Mai##el je Anzeige, daß ich mit 1. Mai Wohmug und M 1. Schreinerei Weinberg bsschfihsgohute Haus auf. Achlungsvon Johann Kleffner. S Son zu baben bei Carl Busch. Verleate prein1 ed** ecte mein 41 nebst Wobnung von der Vödestraße nach der H al Heinrich Fork. n. A destraße bei Friedrich Wollmer. Nichels Söhne, Schalke, Friedrichstrasse 298, Alter Korn 65 Pfg. per Liter. * halt! Als u Herr Johan. eh Schurke!" 2 W. was 4 ggelte mhen z1 Heinz ha ile in der Hei werden und G Dazu eignet sich: A einer Stadtdame, wie rauche. Man curirt sich.. spießbürgerlichen Ansichten der enn man eine Zeitlang im Großhanbene, zweiselnd von der Seite an. Du dein Glück finden, wo Du es suchest. u mit Allem zufrieden!“ *