Nr. 242. Gelsenkirchen, Mitwoch, den 15. October 1884. Id. Sochngng, „Emscher Zeitung“ erschemt taglich unn Ausnagme der Sonn= und voden Feiertage. Wochen:"„Früher: Heilage:„Iünstriges Emscher Sonntagsblat“.— Insertionspreis: Die Pett=Zeile oder deren Der Reichsfreund Raum 15 Vf., Reklamen 41) Pf.— Verantwortlicher Redacteur F. Dienst m Gelsenktrchen. Linoere et constanter. AUTTTN Abennemeutsorete Mart.50 vierteljährlich um Borans. Man-onatrr außer bei der Expestnon in Selsenkirchen, Marktsraße 13, bei allen Postanstalten und bei den Filial=Expedittonen: Rud. Eick. Herne: W. Waldeck, Wanne.— Druck und Verlag von F. Dienst in Gelsenkirchen Allgemeines Organ für die Stadt Gelsenkirchen, für die Aemter Schalke, Ueckendorf, Wanne und Herne.— Anzeigeblatt für Gerichts= und Militär=Behörden. Politische Uebersicht. #.f Berlin, den 14. October. Der Herbstaufenthalt des Kaisers in Baden=Baden erweist sich nach allen von dort eintreffenden Nachrichten dem Befinden des Monarchen so überaus zuträglich, daß über den Termin der Rückkehr des hohen Herrn nach seiner Hauptstadt ein Beschluß bis heute noch nicht gefaßt ist. Der Bundesrat hielt am Donnerstag unter dem Vorsitze des Staatsministers von Boetticher eine Sitzung ab. Ueberhaupt mehren sich die Anzeichen, daß wir einer Periode politischer Hochfluth entgegengehen. Die Wahlagitation hat es auf Ueberraschungen der öffentlichen Meinung abgesehen. Hier in Berlin ist vielen Leuten eine derartige Ueberraschung durch eine in Umlauf gesetzte Hausliste bereitet worden, welche nichts geringeres bezweckt, als über politische Gesinnung und Abstimmung eines jeden wahlberechtigten Einwohners Buch zu führen. Wo bleibt da das„freie und geheime“ Wahlrecht? wird mancher fragen—„und ein Narr wartet auf Antwort“. Interessenvertretung soll nach der Lehre des politischen Radikalismus von Gott= und Rechtswegen den reaktionären Finsterlingen und ihrem in der Irre tappenden Anhange überlassen bleiben. Practisch aber gestaltet sich das Ding so, daß in der höchst liberal gesinnten Freien und Hansestadt Bremen die Reichstagscandidatur Eugen Richter's gerade vom Standpuncte des stadt=bremischen Interesses aus bekämpft wird. Auch eine der oben erwähnten Ueberraschungen, die wir der jetzigen Wahlagitation zu verdanken haben. Die Militärfrage steht unter den Aufgaben, deren legislatorische Erledigung dem künftigen Reichstage vorbehalten bleibt, bekanntlich in erster Linie, und bildet einen der Puncte, woselbst eine„stramme“ Opposition vor allem den Hebel ihrer, natürlich negativen, Kritik einsetzen wird. Da verdient nun wol, zur Characteristik derjenigen Volksredner, welche auf erhebliche Beschränkungen unserer Ausgaben für Militärzwecke dringen, daran erinnert zu werden, daß der nunmehr verflossene Reichstag zu zwei Dritteln aus Mitgliedern solcher Parteien bestand, welche grundsätzlich für Herabsetzung der Militärausgaben sind, und daß trotzdem nur eine verschwindend kleine Ermäßigung des Voranschlages zu ermöglichen gewesen ist. Diejenigen, welche erhebliche dauernde Ersparnisse für den Militäretat in Aussicht stellen, können daher nur von der Absicht tiefeinschneidender Veränderungen derjenigen Grundlagen unseres Heerwesens geleitet werden, welchen der Erfolg der Kriege von 1866 und 1870 zu danken ist, und welche jetzt das Fundament für die Erhaltung des europäischen Friedens bilden. Wie wenig man an leitender Stelle dem Grundsatze des„Sparens“ abhold ist, zeigt die geplante Einführung der Postsparkassen in Deutschland. Diese Einrichtung hat sich in den benachbarten großen Culturstaaten bestens bewährt. Für uns kam sie seither practisch weniger in Frage, so lange nämlich nicht, als die graße Masse des erwerbsthätigen Volkes bei uns thatsächlich keine Gelegenheit zum Sparen hatte, weil sie, da unter freihändlerischem Wirtschaftsbetriebe Deutschland dem Auslande zinspflichtig war, wohl oder übel von der Hand in den Mund leben mußte. Damals war die von dem manchesterlichen Radikalismus dem kleinen Mann anempfohlene„Selbsthülfe durch Sparen“ blutiger Hohn auf seine durch das eherne Lohngesetz unter das Niveau des zur Fristung eines standesgemäßen Daseins erforderlichen Minimalverdienstes herabgedrückte wirtschaftliche Lage. Heute, unter den beginnenden Einwirkungen des Schutzes der nationalen Arbeit kann der kleine Mann sparen, und dazu sollen ihm die Postsparkassen leicht und bequem Gelegenheit bieten. Seine falschen, aber um so aufdringlicheren Freunde, die in das Schafskleid des Manchestertums gehüllten Oppositions=Apostel, wollen natürlich von solchen wahrhaft gemeinnützigen Dingen, wie Postsparkassen, nichts wissen. Der letzte Welfensproß auf deutschem Fürstenthrone, Wilhelm, regierender Herzog von Braunschweig, liegt altersschwach und krank darnieder. Sein Tod würde nicht nur für Braunschweig ein bedeutsames politisches Ereignis sein, wol aber zur Klärung einer staatsrechtlichen Situation führen, in deren seitherigem Halbdunkel die hannoversche Welfenpartei ein behagliches Dasein fristet. Eine Congocon ferenz soll im nächsten Monat hier unter Vorsitz des Fürsten Bismarck zusammentreten— lautet die neueste und wichtigste Mitteilung auf dem Gebiete der auswärtigen Politik. Die Verhältnisse an jenem wichtigsten Strome Südafrika's liegen verzwackt genug, um eine völkerrechtliche Beschlußfassung über dieselben wünschenswert zu machen. Was aber in unseren Augen diesem Ereignis, wenn es wirklich eintritt, seine schwerstwiegende Bedeutung verleiht, ist der Umstand, daß Deutschland und Frankreich zumersten male in gemeinsamem Streben sich zusammenfinden. Möchte dieses erste mal sich derart bewähren, daß es den Wunsch nach immerwährender Wiederholung rege werden läßt! Reichspolitik und Parteipolitik. Wer immer den wirtschaftlichen Verhältnissen Deutschlands mit offenem Auge folgt, wird eine doppelte Aufgabe von weittragender Bedeutung als der Lösung dringend bedürftig anerkennen. Die Ueberfüllung aller Berufszweige, die Schwierigkeiten, mit welchen zahlreiche Glieder unseres Volkes ihr Fortkommen finden, zeigt mit nicht abzuweisender Bestimmtheit auf die Notwendigkeit hin, den überschießenden Kräften unserer Nation erweiterten Spielraum, ein weiteres Feld nutzbarer Thätigkeit zu eröffnen. Die industrielle Entwickelung mit ihrer Concentration von Massen von Arbeitern an den Hauptsitzen der Industrie, mit ihrer Loslösung eines großen Teiles der arbeitenden Bevölkerung von ihrer Heimat und den Beziehungen zu derselben, drängt andererseits mehr und mehr zur Durchführung einer auf Sicherung der Arbeiter gegen die Folgen der Arbeitsunfähigkeit gerichteten Socialpolitik. Nach beiden Richtungen sehen wir die Reichsregierung mit zielbewußter Energie vorangehen. Lag schon der gesamten auf den Schutz der nationalen Arbeit gerichteten Wirtschaftspolitik die Fürsorge für die Erweiterung der Erwerbsgelegenheit für die Deutschen zugrunde, so sehen wir jetzt die Regierung die Bahnen einer kräftigen überseeischen Politik mit dem ausgesprochenen Zwecke einschlagen, nicht Colonialreiche zu gründen, nicht militärische oder sonstige Machterweiterung, sondern lediglich ein weiteres Feld für wirtschaftliche Bethätigung des deutschen Unternehmungsgeistes zu gewinnen. Jene Socialpolitik aber ist seit der Kaiserlichen Botschaft vom 7. November 1881 mit solcher beinahe elementaren Gewalt verfolgt worden, daß aus der anfänglichen Verschiedenheit und Zersplitterung der Meinungen sich bei der Unfallversicherung eine weitgehende Uebereinstimmung unter allen nicht grundsätzlich manchesterlichen Elementen gebildet hat. Wenn so der Kanzler mit scharfem Blick und energischer Kraft an die Lösung der so dringlichen und schwierigen Aufgabe derzeit herangetreten ist, so bedarf es weiter für das Gelingen des Werkes, außer dem Frieden, des Zusammenwirkens aller Kräfte des deutschen Volkes. Solche Aufgaben erfordern die ganze Kraft der Nation; ihre Lösung mißlingt, wo diese durch Parteikämpfe zerrüttet, die beste Kraft durch Machtkämpfe zwischen Regierung und Volksvertretung oder zwischen Reich und Bundesstaaten in Anspruch genommen wird. Gerade aber der politische Wahlkampf gegen die Regierungsgewalt auf allen Gebieten ihrer Bethätigung ist das leitende Princip des Linksliberalismus, die Vereinigung seiner entschiedenen Richtung zur deutschfreisinnigen Partei das Signal zum Angriff auf der ganzen Linie, welche sich an die Rockschöße der Ultramontanen— dies ist das gefährliche Manöver— festhängt. An die Spitze des Einigungsprogramms ist deshalb die Forderung der Einführung verantwortlicher Reichsministerien gestellt, durch welche, neben der gegen die Stellung und Person des Kanzlers gerichteten Spitze, zugleich der Kampf gegen die verfassungsmäßigen Rechte des Kaisers und der Einzelstaaten eröffnet und so nicht nur zwischen die gesetzgebenden Körperschaften des Reiches, sondern auch zwischen Reich und Bundesstaaten Zwietracht gesät wird. Nichts aber froa mt Deutschland im Augenblick weniger, als Conflict und Parteihader im Innern; wer es in Wahrheit gut mit der wirtschaftlichen und socialen Entwickelung Deutschlands, insbesondere mit der Lage der Arbeiter, meint, wird daher solche Parteien bekämpfen müssen, deren Ziele und Bestrebungen, wie die Voraussetzungen des äußeren, so den inneren Frieden gefährden. Sonst und jetzt! Die Freisinnler und Freihändler gehen bei der gegenwärtigen Wahlbewegung besonders der neuen Wirtschaftspolitik zu Leibe, die sie ja stets als einen handgreiflichen Beweis von„Reaction" bezeichnet haben, gegen welche anzukämpfen Pflicht eines freien Mannes sein soll. Was die neue Wirtschaftspolitik eigentlich verbrochen haben soll, ist uns nicht recht erfindlich. Freilich sagen die Freisinnler, durch sie seien die Lebensmittel verteuert worden. Aber jeder Hausvater, jede Hausfrau weiß aus eigener Erfahrung, daß dies thatsächlich nicht der Fall ist. Der Haß gegen die neue Wirtschaftspolitik rührt aber auch wol weniger von der ihr angedichteten Eigenschaft der Verteuerung her, als vielmehr daher, daß sie den Grundsätzen widerspricht, welche Jahre lang der manchesterliche Liberalismus hoch gehalten hat. Diesen zu retten und dafür diejenigen anzuschwärzen, welche mit dem Manchestertum gebrochen haben, das ist das— natürlich vergebliche— Streben der Freisinnler! Wenn sie aber nichts Stichhaltiges über das, was die neue Wirtschaftspolitik verbrochen haben soll, anführen können, so können wir ihnen sagen, was wir ihr zu verdanken haben. Wie sah es sonst, d. h. vor 1879, mit den wirtschaftlichen Verhältnissen in Deutschland aus? Man vergißt zu leicht unglückliche Erlebnisse, so daß es nötig ist, dem Gedächtnis etwas zu Hülfe zu kommen. Die Handelskammerberichte vom Jahre 1878 constatiren, daß„das Gebiet des Handels von einer tiefgehenden Mutlosigkeit beherrscht wurde", überall„verminderter Absatz",„sinkende Oreise". „Das Baugewerbe lag danieder. Rohlengeschäft außerordentlich schlecht. Im Handel mit Metallwaren, Maschinen und Instrumenten verursachte die 1878 fortdauernde allgemeine Geschäftslosigkeit constante Abnahme des Consums und andauernde Oreisreduction. Bei Eisen arbeiteten viele Werke ohne Rente ihres Anlageund Betriebscapitals, viele arbeiteten mit bußen, andere mußten der Arisis unterliegen. Für die Textilindustrie brachte das Jahr neue Enttäuschungen; fortdauernder Oreisdruck und beständiges Verlangen der Räufer nach billigeren und schlechteren Qualitäten. Garnpreise waren seit 1848 nicht so niedrig gewesen. Tuchwaren sehr gedrückt, die Oroduction wurde möglichst eingeschränkt. Seidenwaren ungünstig, Geschäft brachte keinen Nutzen, mitunter sogar Schaden. Oetroleumhandel höchst ungünstig.“ Weitere Berichte aus der zweiten Hälfte der siebziger Jahre meldeten übereinstimmend, daß die Arbeitslöhne in allen Industrien zurückgingen, zahlreiche Arbeiter entlassen würden. „Die Lohnreductionen und Arbeiterentlassungen in den metallurgischen Fabriken von Norddeutschland sind allgemein“, schrieb die „Augsb. Allg. Itg.“ am 3. Januar 1875. „12 000 Maschinenbauer in Berlin sind arbeitsund brotlos“, berichteten die Berliner Blätter Ende November 1875.„Auf dem Gebiete der Eisenindustrie allein sind mindestens hundertIrene, die Braut eines Abends. 38) Roman von M. Fischer. Er zwang sich durch die Menge, welche hier auf der Straße wartete, um die schöne Sängerin in ihren Wagen einsteigen zu sehen. Da— am Arme Signor Cherubink's kam sie die Treppe herunter. „Miß Brooke!“ flüsterte Guido, ihren Arm berührend. Erschreckt und fragend blickte sie ihn an. „Mr. Kenmore, Sie hier?“ rief sie dann freudig, ihm ihre kleine Rechte ertgegenstreckend. Er nahm dieselbe in seine beiden Hände und drückte sie warm. „Ich bin so glücklich, Sie zu treffen,“ sogte er, bebend vor Erregung.„Ich habe Nachrichten, gute Nachrichten für Sie; darf ich morgen in den ersten Empfangsstunden bei Ihnen vorsprechen?“ Sie blickte auf den wartenden Wagen. „Kommen Sie sogleich mit mir!“ sagte sie freundlich.„Die Stunde ist nie zu spät für gute Nachrichten von einem alten Freunde!“ Elaine stellte ihn dem Maestro Cherubini vor. Die Herren schüttelten einander herzlich die Hände und Signor Cherubini wiederholte Elaine's Einladung an Mr. Kenmore, bei ihnen im Wagen zu nehmen. Dankbar eilte er davon, um Mrs. Leslie mitzuteilen, daß er heute Nacht nicht nach der Villa zurückkehren werde. Er hörte noch, wie Revington sagte, daß auch er diese Nacht in einem Hotel zubringen und morgen früh den Weg nach der Villa zu Fuß zurücklegen werde. Er schenkte den Worten weiter keine Bedeutung; er dachte nur an Elaine und sehnte sich danach, ihr mitzuteilen, daß ihre Tochter am Leben sei. Nachdem er Mrs. Leslie in den Wagen geholfen hatte, eilte er zu Elaine zurück. Mit freudigem Lächeln empfing sie ihn und bat ihn, an ihrer Seite Platz zu nehmen. Signor Cherubini setzte sich ihnen gegenüber und fort ging es in raschem Trab. „Welch eine Ueberraschung für mich, Sie hier zu finden!“ hob Elaine nach einem minutenlangen Schweigen mit ihrer melodischen Stimme an.„Bringen Sie mir Nachrichten von meiner Mutter und Mary? Ich sehne mich danach, von ihnen zu hören, denn obwol ich bereits zu wiederholten malen an sie geschrieben, habe ich dennoch seit meiner Abreise keine Antwort von ihnen empfangen!“ Das Wort erstarb den Sprechenden auf den Lippen. Mit einem jähen Ruck ward der Wagen zum Stillstand gebracht. Hoch bäumten sich die Pferde auf, daß die Räder zurückrollten und dann— wildes Rossegestampfe,— ein Aufblitzen, ein Knall, ein lauter, gellender Schrei, — ein zweiter und dritter Schuß,— ein neuer Ruf des wildesten Entsetzens und, wahnsinnigsten Schrecken verbreitend, ziel= und zügellos, in rasendem Flug stürmten die Pferde mit dem Gefährt hinweg von dem Schauplatz des nächtlichen Dramas. 39. Capitel. Erst als der Wagen, in dem Elaine und ihre Begleiter sich befanden, davon gesauft war, dachten die entrüsteten Zuschauer der Scene daran, sich nach dem Attentäter umzusehen. Die Nemesis hatte ihn schon ereilt. In seinem Eifer war er den durch die gefallenen Schüsse scheu gewordenen Pferden zu nahe getreten. Sie schmetterten ihn zu Boden und stürmten im nächsten Moment in wildem Galopp über ihn hinweg. Furchtbar entstellt, wie leblos fand man ihn auf. Der Kutscher lag besinnungslos auf der Stelle, wohin er geschleudert worden war, schwer, doch nicht tötlich verwundet. Man hob beide auf eine Tragbahre und trug sie in das nächste Haus. Schaudernd wandte sich jeder von der furchtbar verstümmelten Gestalt des Attentäters ab. Die Aerzte selbst schüttelten hoffnungslos die Köpfe, denn sie sahen sogleich, daß ihre Kunst hier nichts mehr nützen konnte. „Sie haben nur noch einige Stunden zu leben,“ sprach der eine von ihnen endlich, kurz entschlossen.„Sagen Sie uns, wer Ihre Freunde sind, damit wir sie herbeirufen können.“ „Sind Sie sicher, ganz sicher, daß ich sterben muß?“ fragte der Unglückliche, indem ihm der Angstschweiß in dicken Tropfen vor die Stirn trat. „Sie haben höchstens noch einige Stunden zu leben!“ versetzte der Arzt, von tiefstem Mitleid für den Leidenden erfüllt. Klagen des Schreckens und der Verzweiflung drangen über die bleichen Lippen des Mannes, als er vernahm, wie nahe sein Ende bevorstand. Er bat um einen Geistlichen, der um Verzeihung für seine irrende Seele beten sollte. „Haben Sie sonst keinen Wunsch?“ fragte der Arzt. „Doch, doch! Senden Sie einen reitenden Boten zu Mr. Stuart, der auf dem Wege nach seiner Villa ist. Sagt ihm, Julius Revington stirbt! Und die Dame, die Sängerin, Miß Ronald, wenn sie noch lebt, bringt sie her! Ich muß sie sprechen, bevor ich sterbe!“ Keine Minute wurde versäumt, die letzten Wünsche des Sterbenden zu erfüllen. 5 90 15 tausend Arbeiter ohne Beschäftigung“, hieß es im Februar 1876.„In Chemnitz allein sind 5000 Arbeiter abgelohnt worden, und weitere Entlassungen stehen infolge gänzlichen Mlangels an Bestellung bevor. Die natürliche Folge dieser Entlassungen ist, daß das böse Gespenst hunger an zahlreiche haushaltungen klopft“, so schrieb die fortschrittliche„Barmer Zeitung“ am 26. März 1876. Mit dem Jahre(880 wurde es infolge des Zolltarifs anders. Die Zeitschrift für das Berg=, Hütten= und Salinenwesen berichtet über die Lage der Bergwerksindustrie Oreußens, daß „dieses Jahr zum ersten mal seit sieben Jahren eine zwar nur langsam sich vollziehende, aber im großen und ganzen doch unverkennbare Besserung der Verhältnisse der Montanindustrie zeigt". Die Zahl der beschäftigten Arbeiter mehrte sich um 15574,— Entlassungen von Arbeitern kamen in diesem Jahr nur sehr vereinzelt vor. Während sich im Jahr 1876 Summe aller Hüttenproducte auf 2125000 Tonnen belief, betrug sie 1882= 3915000 Connen. Die Berichte der Fabrikinspectoren constatiren für alle Fabriken in den Jahren 1881—1883 fortdauernde Fortschritte. Die Handelskammerberichte bestätigen von Jahr zu Jahr mehr den wirtschaftlichen Aufschwung. Das nach den Handelskammerberichten zusammengestellte„deutsche Wirtschaftsjahr 1882“ constatirt einen namhaften Aufschwung für eine Anzahl der wichtigsten Zweige der Großindustrie und des Handels.„Eine Reihe von Actien= unternehmungen konnten nach langen verdienstlosen Jahren wieder die Früchte ihrer industriellen Arbeit an ihre Actionäre verteilen. Die ausländische Concurrenz auf dem deutschen Markte wurde nicht mehr in der früheren Stärke empfunden und erscheint in einigen Industriezweigen ganz zurückgedrängt. Die Zahl der arbeitslosen, in ihrem berufsmäßigen Arbeitskreise überschüssigen Arbeitskräfte ist wesentlich verringert, für solide Arbeiter ein Unterkommen leicht zu finden gewesen. Der größere Aufschwung in der wirtschaftlichen Tage machte sich durch größere Sicherheit und Stetigkeit im Absatz bemerklich.“ Ebenso hob sich das Eisengeschäft und die Textilindustrie:„ganze Zweige der letzteren sind durch das neue System des Schutzes der nationalen Arbeit zu frischem Leben erwacht, andere sind vollständig neu geschaffen worden.“ Der Verein für die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen in Rheinland und Westfalen, der Verein für die bergbaulichen Interessen, der Centralverband deutscher Industrieller und der Verein der Stahl= und Eisenindustriellen haben im Jahre 1881/82 den Aufschwung der Industrie in fast allen ihren Zweigen festgestellt und außerdem nachgewiesen, daß die Lage der Arbeiter infolge höherer Löhne und vermehrter Arbeit eine günstigere geworden ist. Diese Gegenüberstellung von Sonft und ist beredt genug, um jeden davon zu überzeugen, was wir der neuen Wirtschaftspolitik zu verdanken haben. Politische Tages=Rundschau. * Berlin, 14. October. Die erste Sitzung des Staatsrates wird, wie verlautet, am 25. ds. unter dem Vorsitze des Kronprinzen, und zwar im hiesigen königlichen Schlosse stattfinden. Ob jedoch auch die späteren Sitzungen des Staatsrates im hiesigen königlichen Schlosse abgehalten werden, ist zur Zeit noch unbestimmt. * Am 9. October, als am Tage des Ablaufs des ersten Jahrzehnts, seit welchem der Weltpostverein besteht, sind dem Staatssecretär im Reichspostamt Dr. Stephan sehr zahlreiche Ehrenbezeugungen von allen Weltgegenden her zugegangen: Briefe, Depeschen, aus nah und fern, Blumenspenden u. s. w. * Kronprinz Rudolph von Oesterreich wird bereits morgen Mittag von Wien kommend in Berlin eintreffen und während der Dauer seines hiesigen Aufenthalts im königlichen Schlosse Wohnung nehmen. Prinz Wilhelm reist morgen Abend gemeinsam mit deut Kronprinzen Rudolph nach Ibenhorst in Ostpreußen, um in den nächsten Tagen in den königlichen Forsten daselbst Jagden auf Elchwild abzuhalten. * Die Corvette„Gneisenau“ ist gestern Vormittag ¾ Meilen südlich von Laaland auf eine Untiefe geraten; S. M. Schiff„Hansa“ und der Schleppdampfer„Notus“ sind von Kiel entsandt worden, um beim Abschleppen Beistand zu leisten. Oet. * Krannschweig, 14. vorliegenden Meldungen war Herzogs gestern etwas besser. Nach heute das Befinden hier des f Kaiser Franz Joseph von Oesterreich empfing am letzten Samstag in halbstündiger Audienz den früheren Vicekönig von Egypten, Ismael Pascha. Da dieser Besuch in eine Zeit fällt, wo man viel über eine Wiedereinsetzung Ismael's in Egypten kannegießert, so ist es kein Wunder, wenn das Ereignis in politischen Kreisen lebhaft commentirt wird. Der Besuch ist indes lediglich als ein Höflichkeitsact anzusehen. * Das von der französischen Regierung herausgegebene Gelbbuch mit Documenten über die westafrikanischen Angelegenheiten ist verteilt worden. Dasselbe enthält u. A. ein Schreiben des Botschafters Baron Courcel an den Fürsten Bismarck vom 29. September und audere Documente, welche die in jüngster Zeit von dem„Temps“ über Zweck und Programm der Conferenz in Berlin gebrachten Angaben bestätigen. Nach dem Schreiben des Botschafters Courcel hat die französische Regierung den Wunsch ausgesprochen, die nachbarlichen Beziehungen zu Deutschland in Afrika im Sinne des gegenseitigen guten Einvernehmen zu regeln. Die Ansichten Frankreichs seien der Handelsfreiheit im Congogebiete günstig und mit denen Deutschlands identisch. Die französische Regierung hat sich gleich der deutschen bereit erklärt, die Einladung zu der bevorstehenden Conferenz an alle Cabinete zu richten, welche Handelsinteressen in Afrika haben. 13) Bruder und Schwester. Erzählung von M. Gerhardt. „Höre Leo“, sagte Egbert stirnrunzelnd, indem er sich von dem Freunde losmachte und einen Schritt zurücktrat,„es scheint mir fast, als hätte ich da auf Dein Geheiß eine starke Dummheit begangen. Wenn ich das Mädchen zu etwas verleitet habe, was gegen Sitte und Anstand verstößt, was sie zu bereuen haben könnte, so—“ „Sei ruhig, Egbert," fiel Leo mit ganz ungewöhnlichem Ernst ein;„wenn mein liebstes Mädchen wirklich um meinetwillen etwas wagt, so wäre ich ja ein ganz erbärmlicher Kerl, wollte ich nicht Gut und Blut daron setzen, sie vor jedem Schaden, der ihr etwa daraus erwachsen könnte, zu behüten, und ich weiß, Du wirst mir beistehen. Sei überzeugt, den Dienst, den Du mir heut geleistet, wird Dir einst mein liebes Weib ebenso danken wie ich.“ „Das ist ganz schön— aber sie ist arm;“ machte Egbert geltend;„und Du bist nicht reich und Offizier." „Heute noch; in kurzem möglicherweise nicht mehr.“ „Du willst den Abschied nehmen?“ „Sobald ich keinen andern Weg sehe, in Elses Besitz zu gelangen.“ „Du glaubst also nicht, daß Deine Mutter etwas für Dich thun wird?“ * In Belleville, einer Vorstadt von Paris, fand dieser Tage eine zahlreich besuchte Arbeiterversammlung statt, in welcher ein Redner sich dahin äußerte, daß gegenwärtig in Paris 80000 feiernde Arbeiter vorhanden seien und daß sich diese Zahl binnen einem Jahre auf 300000 steigern würde. Wenn diese Angaben auch zu hoch gegriffen sein mögen, immerhin bleibt doch die Thatsache einer allgemeinen Arbeiternot bestehen und die Behörden haben Ursache, sich bei Zeiten mit Mitteln zur Abhülfe zu beschäftigen. * Die Monarchen Spaniens und Portugals werden, wie es heißt, demnächst anläßlich der Eröffnung einer Eisenbahn an der spanisch= portugiesischen Grenze eine Zusammenkunft haben. * Wie aus Madrid gemeldet wird, wird Graf v Benomar, der spanische Gesandte in Berlin, seine Regierung auf der westafrikanischen Conferenz zu Berlin vertreten. Evangelische Opferlämmer für den Ultramontanismus. Gelsenkirchen, 15. October. II. Der Herr von Schorlemer=Alst will also sein Versprechen diesmal einlösen und in der Germania zu den Wählern des Centrums sprechen. Auch soll in demselben Locale nachher ein Festessen stattfinden. In der ultramontanen Wahlagitation wird anscheinend äußerlich die größte Gleichmütigkeit hervorgekehrt. Wir sind jedoch davon überzeugt, daß umsomehr nach innen die Wahltrommel gerührt wird. Die ultramontaue Partei ist eben zu gut organisirt. Die Spitzen der Bewegung thun vollauf ihre Schuldigkeit. Nur ein Wort an die Mitglieder der katholischen Knappenvereine durch irgend einen Geistlichen oder indirect mittels desselben genügt, um die elektrische Batteri: in Bewegung zu bringen. Es soll zwar nicht officiell geschehen. Da aber nun einmal der Centrumscandidat bei unsern Bergleuten in gutem Andenken erhalten werden soll, so kommt es auch nicht so genau darauf au, in welcher Art und Weise in den Vereinen direct oder indirect agitirt wird.— Es soll uns unter allen Umständen fern liegen, ein gleiches Vorgehen von unserm evangelischen Arbeiterverein zu fordern, obgleich derselbe dazu das Recht hätte, weil derselbe seitens unseres Polizeiamtes mit dem Prädicat„treibt Politik!“ ausgerüstet ist. Wir leben vielmehr der Ueberzeugung, daß, wenn die katholischen Vereine oder solche Vereine, worin die größte Mehrzahl der Mitglieder sich zum katholischen Glauben bekennt, ihren Zwecken huldigen, die evangelischen Arbeitervereine mindestens das Recht haben, voll und ganz aufgrund des evangelischen Bewußtseins für ihre mit dem nationalen Bewußtsein engverbundene Ueberzeugung aufzutreten. Leider— sagen wir leider— lesen wir in ultramontanen Blättern,„soll es evangelische Arbeiter geben“, welche für katholische Centrumscandidaten zu stimmen nicht abgeneigt wären. Wo sollen wir den Grund hierzu suchen? Das kann nur an den wohlklingenden Worten liegen, welche die ultramontanen Agitatoren in nicht ungeschickter Weise den Kameraden an der Arbeitsstelle beizubringen verstehen. Dem einigermaßen Verständnisvollen, mit den nationalen Verhältnissen Vertrauten können sich solche Agitatoren nicht nähern. Da genügt es denn, wenn dem weniger unterrichteten evangelischen Arbeiter, dem möglicherweise in kniffiger Weise die schönen Versprechungen der Organe für„Wahrheit, Freiheit und Recht“ als die allein selig machenden vorgehalten werden. Wie leicht ist infolge dessen namentlich der gewöhnliche Bergmann überhaupt für die Ziele des Ultramontanismus zu gewinnen, ohne daß derselbe eine Ahnung davon hat, was der Zweck der Agitation bedeutet. Im Vordergrund wird den Leuten plausivel gemacht, daß nur der ultramontane Candidat für die Interessen des Arbeiters einträte. Dem Herrn von SchorlemerAlst schreibt man das„Verdienst" zu, im Jahre 1881, in der noch im Gedächtnis stehenden JanuarSitzung des Reichstages, gehörig gegen einige Bergwerks=Industrielle mutig Front gemacht zu haben. Wir wollen das Verdienst dieses weiland Centrumsführers gewiß nicht verkennen. Mag er Recht haben, wenn sich Ungehörigkeiten bei verschiedenen Bergwerksbetrieben zum Schaden der Bergarbeiter herausgestellt haben, die er ans Licht gezogen. Es mag ihn das Gefühl zu seinen herben Auslassungen gegen derartige Vorfälle in der Industrie bestimmt haben. Ob aber der Bergarbeiter infolgedessen auch nur um eine Mark gebessert worden ist, darf mit Recht bezweifelt werden.— Es steht sicher noch in Aller Erinnerung, daß die Industrie sich erst mit der nationalen Wirtschaftspolitik aus einem langen Stillliegen mit Beginn der Zollgesetzgebung gehoben hat. Daß sich dieselbe infolge der besagten Rede Schorlemer's gehoben hat, will doch wol niemand behaupten. Daß Herr v. Schorlemer ebenfalls für die Zollgesetzgebung mitgestimmt, war Pflicht und Schuldigkeit. Hätte er es nicht gethan, so würde sich derselbe einer nie zu verzeihenden Unterlassungssünde der Industrie gegenüber schuldig gemacht haben. Auf dem Gebiete des Staatssocialismus hat aber das Centrum nicht geholfen. Es hat in den meisten Reformfragen der Regierung die größten Schwierigkeiten in den Weg gestellt. Was wunder also, wenn das Centrum neuerdings die Bekämpfung des Staatssocialismus als Parole ausgiebt. Alle diese großen Fragen zum Besten, zum Nutzen der allgemeinen Wohlfahrt, macht das Centrum lediglich abhängig von der Frage der Herrschaft des römischen Papstes. Die Colonialpolitik und der Canalbau, wodurch Arbeitsvermehrung und Wohlstand dem deutschen Vaterlande zugeführt werden soll, ist dem Herrn von Schorlemer=Alst Nebensache. Daß das Centrum darauf pocht, daß es für das Kranken= und Unfall=Versicherungsgesetz ausschlaggebend eingetreten sei, wird man billigerweise haben verlangen können. Was würden andernfalls unsere Arbeiter dazu gesagt haben!! Genug, darüber wird sich niemand, auch der einsichtige katholische Arbeiter nicht, einem Zweifel hingeben können, daß da, wo das Centrum für die eine oder die andere Regierungsvorlage gestimmt hat, immer Hinterpförtchen zum Culturkampfe bedingungsvon offen gestanden. So bleibt denn namentlich di# Culturkampffrage, das allerliebste Thema des Herrv. Schorlemer, damit dieselbe nicht versumpft auch am nächsten Sonntage in der Germania zu erörtern, womit unserm Arbeiterstande in keiner Weise gedient sein kann. An unsere evange, lischen Arbeiter richten wir somit dringende Worte zum treuen Festhalten an den vaterländischen Errungenschaften aufgrund ihres evangelischen und nationalen Bewußtseins. Seid einig! Provinzielle Nachrichten. * Geisenkirchen, 14. October. Die Bestimmung des§ 200 der deutschen Civilproceß, Ordnung, wonach, wenn das Ende einer Frist auf einen Sonntag, oder einen allgemeinen Feier, tag fällt, die Frist erst mit Ablauf des nächst. folgenden Werktages endet, fand bisher im Verkehmit Behörden nur Anwendung für die Berechnung der Fristen für Beschwerden in Verwaltungs. sachen und im Verwaltungsstreitverfahren. Jetzt hat der Finanzminister an die Regierungen ein Schreiben gerichtet, in welchem diese davon verständigt werden, daß hinfort auch der bis. her bezüglich der Präclusivfristen in der Verwaltung der directen Steuern angewendete entgegengesetzte Grundsatz nicht mehr aufrecht erhalten, vielmehr auch hinsichtlich der in den Gesetzen über die directen Steuern vorgeschriebenen Fristen, insbesondere für Anbringung von Reclamationen, Remonstrationen, Recursen 2c. nach obiger Bestimmung verfahren werden soll. Dagegen soll der bisherige Grundsatz, den Tag der Zustellung der Verfügung des Bescheides oder Beschlusses, bezw. den letzten Tag der Offenlegung der Steuerrolle bei dem Lauf der Präclusiofrist nicht mitzurechnen, auch ferner bestehen bleiben. * Ergebuis der Schöffengerichtssitzung vom 13. October: 1. Witwe Roland zu Ueckendorf erhielt wegen Diebstahls: 2 Tage Gefängnis;— 2. Bergmann Wilhelm Rathert zu Bulmke, welcher dem Trunk und Müssiggang ergeben, erhielt dieserhalb: 3 Wochen Haft und wurde der Landespolizeibehörde überwiesen;— 3. Bergleute Heinrich Becker und Lorenz Schimanshi zu Schalke wurden wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung, ersterer mit 3 Wochen und letzterer mit 4 Wochen Gefängnis bestraft;— 4. Eheleute Bergmann Wilhelm Rathert zu Bulmke wegen Beleidigung ein jeder: 10 Mark event. 2 Tage Haft;— 5. Ehefrau B. H. zu Bickern wurde aufgrund des§ 3668 des.=Str.=.=B. mit 6 Mark event. 2 Tagen Haft bestraft;— 6. Knecht W. G. von hier wegen groben Unfugs und Uebertretung der Gelsenkirchener Straßenordnung: 5 M. event. 1 Tag Haft. u Gelsenkirchen. Die hiesigen Zechen und industriellen Werke pflegen fast alle im Spätherbst größere Posten Kartoffeln einzukaufen und zum Selbstkostenpreise an ihre Belegschaft abzugeben, um so dem Arbeiter eine billige und gute Winterkartoffel zu beschaffen. Zumeist werden die Beträge für die von dem einzelnen Arbeiter eingeschlagenen Quantitäten in kleineren monatlichen Raten eingehalten, sodaß die Besorgung 's notwendigsten Wintervorrats den Leuten möglicht leicht wird.— Auch in diesem Jahre haben verschieden Werke, einzelne sogar ganz erhebliche Posten, bereiis abgeschlossen und sollen für haltbare sächsische rote Ware zwischen M.20 bis 2,50 pio 50 Kilo angelegt sein, ein Preis, welcher billig zu nennen ist, namentlich im Vergleich zum hiesigen Marktpreise. X Schalke, 13. October. Dem ev. ArbeiterVerein war zu seiner gestrigen außerordentlichen Generalversammlung die Zeit knapp bemessen Gegen halb vier eröffnete der Herr Vorsitzende die Versammlung mit der Mitteilung, daß 2 Einladungen an den Verein ergangen seien, und zwar von Gelsenkirchen zur Einweihung des neuen Vereinssaales am nächsten Sonntag, und von Herne zum ersten Stiftungsfest des dortigen Arbeiter=Vereins am 2. November. Beiden Einladungen bat der Präses möglichst zahlreich Folge zu leisten.— Dem Bericht des Kassenrevisors Herrn Willms entnehmen wir, daß die Kasse ducch aus in Ordnung befunden, und am 20. September ein Bestand von 218 Mark 30 Pfennige constatin worden ist.— Zum Vortrag über seine Reise die sächsische Schweiz, dem Erz= und Riesengebirg erhielt hierauf Herr Pastor Werth das Wort. E Leo zuckte mit zweifelhafter Miene die Achsel. „Wenn sie auch wollte— weiß ich, ob sie im stande dazu ist?“ „Sie hat, denke ich, ein hübsches Vermögen.“ „Ich glaube auch— daß sie es hatte. Ich weiß nichts Bestimmtes über ihre gegenwärtigen Verhältnisse. Aber schon im vergangenen Jahr, als ich sie einmal bat, eine gar nicht bedeutende Schuld für mich zu bezahlen, erklärte sie sich außer Stande dazu, da sie selbst derangirt und zu Einschränkungen genötigt sei. Das sage ich natürlich nur Dir." Egbert nickte. „Nun, von Einschränkungen habe ich bis jetzt noch nichts bemerkt;“ fuhr Leo fort.„Es scheint mir also geboten, mich auf alle Fälle auf mich allein zu verlassen.“ „Du liebst aber Deinen Beruf; es würde Dir schwer werden, ihn aufzugeben.“ „Freilich wol. Aber tausendmal mehr liebe ich Else, und ich wollte Steine am Wege klopfen, wenn sie auf keine andere Art zu erringen wäre.“ Egbert's Blick ruhte voll warmer Bewunderung auf dem Freunde, dessen schöne, lebensfrohe Züge einen so mannhaft entschlossenen Ausdruck angenommen hatten. „Was kann nur Else's Mutter gegen Dich haben?“ sagte er nach einer nachdenklichen Pause. Leo zuckte die Achsel. „Spießbürgerliches Mißtrauen gegen mein Kleid und das„von“ vor meinem Namen;“ erwiderte er etwas von oben herab.„Was könnte sie sonst gegen mich haben, da sie mich kaum von Ansehen kennt. Blinde Mutterliebe spiegelt ihr ungeheuerliche Gefahren vor, denen ihr Kind durch seine Neigung zu mir ausgesetzt werden könnte. Das darf man ihr nicht übel nehmen.“ „Oder sie speculirt auf einen reichen Schwiegersohn.— Blinde Mutterliebe!— Das ist auch solch veraltetes Märchen. Die Tiere sorgen aufopfernd für ihre Jungen, weil sie unbeirrt ihren natürlichen Trieben folgen. Die höhern Tiere, die man Menschen nennt, sind ja über die einfachen Gesetze der Natur erhaben: sie haben Vernunft und wissen, daß jeder sich selbst der Nächste ist. Bei ihnen läßt die Mutter das Kind ohne Bedenken im Stich, sobald es ihr zur Last fällt.“ Leo blickte teilnehmend auf den Freund, in dessen Zügen sich eine tiefe Bitterkeit ausprägte. „Du denkst an Deine Mutter. Hast Du je erfahren, was die Ursache war, daß sie von Deinem Vater geschieden wurde?“ Egbert schüttelte langsam und düsterblickend den Kopf.„Er hat mir nie klare Auskunft über sie gegeben. Ich weiß nur, daß sie ein ganz ungebildetes Mädchen war, dessen Schönheit ihn fesselte. Ich vermute, daß er sie sehr geliebt hat und sehr unglücklich durch sie geworden ist, denn als ich einst eine Frage über sie zu thun wagte, versetzte ihn das bei seinem verzärtelten Gemütsleben in## krankhafte Verstimmung, daß ich das Fragen seitz her ließ. Er hat sie seit vielen Jahren vollständig aus den Augen verloren, sie und meine Schwestek und konnte weder erfahren, wo, noch unter welchen Namen sie lebt.“ „Du hast also eine Schwester?— Bist nie auf den Gedanken gekommen, Nachforschungen nach ihr und Deiner Mutter anzustellen?“ Egbert saß in Gedanken verloren und schiel die Frage kaum zu hören. „Wozu!“ sagte er endlich ohne aufzublicken „Es ist besser, sich von dem Aberglauben an di Heiligkeit dieser Verhältnisse, die doch im Grund rein stofflicher Art sind, frei zu erhalten. Dankhof keit und persönliche Ehrfurcht sind, meine ich, einzige, was Eltern von ihren Kindern zu fordet“ berechtigt sind. Meine Mutter hat auf beides gegenüber keinen Anspruch.— Wahrscheinlich es auch vergebliche Mühe, sie aufsuchen zu wollen Und wenn es nun glückte, und ich sie so fänb — daß ich wünschen müßte, sie nie gesehen haben—“ Der Gedanke hatte eine überwältigende Bitter keit. Egbert stand auf und trat auf den Alte hinaus. Leo folgte ihm nach einem Weilchen u# legte liebevoll den Arm um seine Schulter. „Du sprichst von Mutterliebe;“ sagte Egbett endlich.„Was hast Du davon erfahren?“ muß eine herrliche Herr Redner gemei collegen, Herrn Past macht, und welche Weise schilderte. Ue nach dem reizenden Carkaden, dem Herk Löwenburg, ging die Eisleben und Halle. drei Jahre lang Theo die schönste Zeit seine regem Studium der Ge Student gewesen, vers führte der Weg die Leipzig, Dresden(d nach 4stündiger Da zu Fuß, den Tornist sächsische Schweiz. D die Wolfsschlucht, der meist begünstigt von der Tour, auf dem gebirges besuchten Ri oben einmal ein. müssen bei ihrem T ihre Grenze passire schmuggler von Tat wurden die Herren d in Fahndung nach die lichen Revision unter erzählte; und Grun drüben wol dazu, d österreichischen Cigarre war die zahlreiche Ver gefolgt und bekunde Dank durch Erheben X Schalte, 15. Schliesing versammel Handwerkervereins hal beschlossen. Dagegen Gründung einer Ge Amt, und wurde nach welcher sich außer de Schaff und Schuhma sich sehr für die Sa mann beteiligte, seitens eine Commission behu gewählt.— Eine wei Versammlung wird sie zu befassen haben. * Ueckendorf. einigen Abenden ein Ar stand, eine Partie E der Ziche, wo solcher Standesamts=Nad des Amtes Scha Geburte Franz Bernhard S W Seidel. Anna Eli Bergm August Loose. tharina Td Bergm And Karl August S d Be Kapomeier Hüll n. Kesselschmied Mathias R Antoinette Theresia T Franz Laport Brb. M T d Bergm Heinr Bi Ferdinand S d Mau Spira. Bernh Reinh motivführers Reinh Sch Rosa Wilhelmine T d Kuitz Heßler. Gertrud Wilh Dorste. Emil P1 Bergm Caspar Radma Friedr Wilh S d Be Klopsch Vik. Aufgebo Bergm Heiur Wulf Elisaber Kevenhörster Bro b kath. Bergm layczyk Bik m Bertha Alt Goldspohn Bro b kat.. Eheschließn Fadr Ludger Wilh H Caroline Stiebing d kat Friedr Völlinger mn Caroline Heinemann 8380900 Rathenow. B " Cylinder= U O von 11 M. a 0 Regulat 0 von 24 M. g Wanduh von 3. M. al 0Th. Holtmann, U 9 Schalke, Friedrich 10 Sheehe Cylinder= (ohne Schlüssel 20 M Mhregn de Regulat Uhren.— Repai billig unter Menges, Gelsenkirchen,# Am 1. Februat eine W von 8 bis 4 Wafferkrahn u im zweiten Stoc Familie zu vermiEin wangetiüches üchl Mädchen, im Waschen 5ahren ist, für einen kleine Lohn 1. November geg .“ zum 1. November geg 1883 Gesucht. Wo, sagtu die Exp. d. ner## zungsvon itlich die es Hern sumpft. mania zu in keiner vange: dringende ländischen elischen einig! stimmung proceß. ner Fris en Feier. nächst. n Verkehr erechnung valtungs. Jetzt ugen ein davon der bisder Vergewendete aufrecht der in ern voribringung en 2c. nach Dagegen Zustellung eschlusses, r Steuerht mitzu. erichts. toland zu Tage Geathert zu gang erind wurde 3. Berganshi zup uchs und d letzterer Eheleute# vegen Be# 2 Tage in wurde B. mih 6. Knechg ind Ueberng: 5 M. und indust größere elbstkosten9 dem Arbeschaffen. einzelnen kleineren Besorgung mögl erschieden n, bereits sische rote o angelegt namentlich Arbeiter= dentlichen bemessen. tzende die 2 Einund zwar 8 neuen und von itigen eo iden Einsich Folge enrevisors sse ducch September constatirt Reise in engebirge, Vort. G ben in s agen seitz sollständig Schwester r welchen Bist De rschungen * und schiet fzublicken an di 1 Grunde Honbe“ ich, dos u forder eides miüt) nlich wärt u wollen. so fänd esechen de Sith den lchen u0 te Egbell muß eine herrliche Tour gewesen sein, welche der Herr Redner gemeinschaftlich mit seinem Amtscollegen, Herrn Pastor Leich aus Gelsenkirchen, gemacht, und welche er uns gestern in fesselnder Weise schilderte. Ueber Cassel, mit einem Ausflug nach dem reizenden Schloß Wilhelmshöhe, seinen Carkaden, dem Herkules, der Vexirgrotte und der Löwenburg, ging die Reise nach Hannover=Münden, Eisleben und Halle. In letzterer Stadt hat Redner drei Jahre lang Theologie studirt und wie er betonte, die schönste Zeit seines Lebens verbracht. Daß er bei regem Studium der Gottesgelehrtheit auch ein fröhlicher Student gewesen, verschwieg er keineswegs.— Weiter führte der Weg die Touristen von Halle nach Leipzig, Dresden(dem schönen Elbflorenz,) und nach 4stündiger Dampfschifffahrt ging es dann zu Fuß, den Tornister auf dem Rücken, in die sächsische Schweiz. Den Königstein, den Lilienstein, die Wolfsschlucht, den Kuhstall sahen die Reisenden, meist begünstigt von gutem Wetter; nur am Ziele der Tour, auf dem nach Durchstreifung des Erzgebirges besuchten Riesengebirge, regneten sie hoch oben einmal ein.— Die Herren Oesterreicher müssen bei ihrem Tabaksmonopol wol in jedem ihre Grenze passirenden Reisenden einen Einschmuggler von Tabak und Cigarren vermuten, wurden die Herren doch an der böhmischen Grenze in Fahndung nach diesem Artikel einer ganz gründlichen Revision unterworfen, wie der Herr Redner erzählte; und Grund— meinte er— hätten sie drüben wol dazu, denn herzlich schlecht seien die österreichischen Cigarren.— Mit regstem Interesse war die zahlreiche Versammlung der Reiseschilderung gefolgt und bekundete Herrn Pastor Werth ihren Dank durch Erheben von den Sitzen. X Schalke, 15. October. Die vorgestern bei Schliesing versammelt gewesenen Mitglieder des Handwerkervereins haben die Auflösung des letzteren beschlossen. Dagegen entschied man sich für die Gründung einer Gesamt=Innung für unser Amt, und wurde nach eingehender Discussion, an welcher sich außer den Herren Buchdruckereibesitzer Schaff und Schuhmachermeister Finke auch unser sich sehr für die Sache interessirender Herr Amtmann beteiligte, seitens der zahlreichen Versammlung eine Commission behufs Entwerfung des Statuts gewählt.— Eine weiter demnächst einzuberufende Versammlung wird sich mit Prüfung der letzteren zu befassen haben. 1 Ueckendorf. Bei Zeche Rhein=Elbe wurde vor einigen Abenden ein Arbeiter erwischt, der im Begriff stand, eine Partie Eisendraht aus dem Wäldchen der Zeche, wo solcher zu Emfriedigungen verwendet werden sollte, zu entwenden. Bei seiner Verhaftung benannte der Mann eine Althandlung in Gelsenkirchen, in der ihm der Draht gern abgenommen würde. Ob der betr. Geschäftsinhaber sich nicht selbst sugen muß, daß derartige ihm angebotene Ware nur auf unredliche Weise erworben sein muß?— Gäb es keine Hehler, dann gäb es keine Stehler! — Auf der der Gelsenkirchener Bergwerks=Actien= Gesellschaft hierselbst gehörigen Zeche ver. Stein und Hardenberg ist dieser Tage ein neues Kohlenflötz angefahren worden, welches 80 Zoll mächtig ist und auch inbezug auf Qualität der Kohle außerordentliches verspricht. * In Bochum passirte auf dem bergisch=märkischen Güterbahnhofe ein höchst bedauerliches Unglück. Der Oberrangirer Schroers war mit dem Einrichten eines Güterzuges beschäftigt; er wollte einen Waggon ab= oder anhängen, als sich an einem mit Steinen beladenen Wagen die nicht vorschrifts mäßig verschlossene Thür öffnete und aus derselben eine größere Anzahl Steine heraus auf den Schroers fielen und denselben so unglücklich zu Falle brachten, daß er an dem linken Oberschenkel überfahren und ihm auch der Fuß beschädigt wurde. Der arme Verunglückte wurde in das evangelische Krankenhaus gebracht und wird an seinem Aufkommen gezweifelt. * Die„Portmunder Zeitung“ schreibt: Wie wir soeben hören, hat Herr Mart. Maßmann am 14. October, morgens gegen 9 Uhr, im Zuge nach Herdecke seinem Leben durch einen Schuß in die Schläfe ein Ende gemacht. Ueber die Motive der unseligen That ist uns noch nichts bekannt geworden. * In der Frenz'schen Wirtschaft in Oberbarmen wurden von dem Caffeebrennereibesitzer Stoffel drei Steine vorgezeigt, welche in dem Magen seines crepirten Pferdes gefunden worden waren. Jeder der Steine repräsentirte ein Gewicht von ¾ Pfund. Warschau=Wiener 5 pCt. Prior., III. Serie. Die nächste Ziehung dieser Prioritäten findet am 30. Octbr. statt. Begen den Coursverlust von ca. 3½ pEt. bei der Auslosung übernimmt das Bankhaus Karl Neuburger, Berlin, Französische Straße 13, die Versicherung für eine Prämie von 15 Pf. pro 100 Mr. Industrie, Handel und Verkehr. Neuß, 14. October.[Fruchtpreis.) 444 S Weizen 1. Qu. 1680 100 Kilo /3." Landroggen /1. neu 14 60 à 100 Kilo 12.„ 1360 Gerste 100 Kilo 1480 Buchweizen„—— Preßkuchen per 1000 Kilo Hafer alter à 100 Kllo neuer„„„ 1.„„„„ „ 2.„„„„ Kartoffeln„„„„00 Heu per 50 Kilo.60 Roggenstroh 600 Kilo 22 00 126 44 S 13 30 12.80 24 50 26 00 4 00 Berliner Börse. Berlin, den 14. October Industrie-Papiere. Nachen=Iöngen Annener Gußstahl=Fabrik Arenberg, Gesellschaft für Bergbau Bochumer Bergwerks=A. Lit. A. Bochumer Gußstahlfabrik Vontfactus Bergwerk Borussia, Bergwerk Cölner Berawerks=Verein Cöln=Müsener Bergwerks=Verein Dortmunder Bergwerke Lit. A. Dortmunder Union 600 Mark „„ 400„ „„ 300„ Dortmunder Union Stamm=Vr. „ Part.=Obligation Gelsenkirchener Bergw.=Actien=Ges. Georg=Mariten=Bergwerks=Verein Harkort Bergwerk " Maschm Harpener Hütten Hibernia u. Shamrock Hörder Bergw.= u..=Act.=Ges. Louise Tiefvau Märkisch=Westfälische Bergio. Magdeburger Bergwerks=Act.= Bes. Mechernicher Oelheim Petroleum. 80% Phönix Bergwerks=.=G. Lie. A. Pluto, Bergwerks=Gesellschaft Westfälische Draht=Industrie " Union Rbein.=Westf. Induurte 1884. 0 0 0 0 5 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 sowol in den bereits geschaffenen Gesetzen(Kranken kassen= und Unfallversicherungsgesetz), als auch ir dem weiter beabsichtigten Fortgange der socialer Gesetzgebung jedem deutlich erkennbar dargelegt ist Aus dem nachstehenden, das jetzt in Geltung ge tretene Unfallversicherungsgesetz behandelnden Ab schnitte möge der Leser ersehen, von welchen Ge sichtspuncten die kaiserliche Regierung in ihren Be strebungen für das Arbeiterwohl ausgeht: Der neueste Gesetzentwurf ist denn auf dem Princip der Berufsgenossenschaft auf erbaut und fand in dieser Beziehung be den maßgebenden Parteien wesentliche Billigung. Nach dem neuen Gesetz ist nicht mehr der einzelne Arbeiter, sondern der Industrieunternehmer derjenige, welcher die Pflicht der Versicherung dem Staat gegenüber zu erfüllen hat,— jedoch wiederum nicht der einzelne Unternehmer, sondern eine Gesamtheit von Berufsgenossen oder der nächstbeteiligten Berufskreise. So ist denn ein heilsamer Zwang eingeführt, um die Arbeiter und ihre Angehörigen gegen die wirtschaftlichen Folgen von Betriebs132,00 75,25 12200 67,10 115.00 117,50 19.00 41.50 11.25 17.00 2225 69.00 107,50 118.50 62.00 69.50 25,00 84,90 9800 29.00 44,00 52,00 217.00 168 00 35.75 82.90 62.00 90.00 12.60 Die Durchsicht einer vor kurzem erschienenen Brochüre„Das sociale Königtum“, welche bereits in dem nationalliberalen Organ von Bochum, dem „Märkischen Sprecher“, eine des Inhalts würdige Anerkennung fand, gibt uns Veranlassung, die geehrten Leser unserer Zeitung auf dieses interessante Schriftchen hinzuweisen. Der Verfasser ist eine der Person unseres Kaisers und der Staatsregierung nahestehende Persönlichkeit, und dieses neueste Werk seiner schriftstellerischen Thätigkeit gewinnt um so mehr Interesse, als dasselbe auf einer genauen Kenntnis der auf das Wohl der arbeitenden Klassen gerichteten Anschauungen und Ziele der socialen Arbeit unseres Kaisers und seines ersten Ratgebers, des Fürsten Bismarck, beruht. Die Brochüre verdient auch um deswillen besondere Beachtung, weil in ihr der sogenannte Staatssocialismus eingehend beleuchtet und Standesamts=Nachrichten des Amtes Schalte. Geburten. Franz Bernhard S d Schneider W Seidel. Anna Elisabeth Td Bergm August Loose. Maria Catharina Td Bergm Andreas Derks. Karl August S d Bergm Friedr Kapomeier Hüll n. Adele T d Kesselschmied Mathias Rondorf Blk. Antoinette Theresia T d Bergm Franz Laport Brb. Maria Sosie T d Bergm Heinr Biungs Brb. Ferdinand S d Maurers Carl Spira. Bernh Reinh S d Locomotivführers Reinh Schürfeld Blk. Rosa Wilhelmine T d Bergm G Kuitz Heßler. Gertrnd Td Fabr Wilh Dorste. Emil Philipp S d Bergm Caspar Radmann. Heinr Friedr Wilh S d Bergm Wilh Klopsch Vik. Aufgebot e. Bergm Heiur Wulf Bro m M Elisaber Kevenhörster geb Böcker Bro b kath. Bergm Joy Mikolayczyk Bikm Bertha Alwine Louise Goldspohn Bro b kat.. Eheschließungen. Fabr Ludger Wilh Honnacker m Caroline Stiebing b kath. Maurer ce Völlinger m Clemientine Caroline Heinemann Heßl b kath. 33809800000 Nathenow. Brillen. 9 Cylinder=Uhren 9# O 1 von 11 M. an. 0 9 Regulateure 0 0„ von 24 M. an. „uduhren von 3. M. an. 0Th. Holtmann, Uhrmacher, 6 Schalke, Friedrichstr. 1000 Specialität: Cylinder=Remontoir= Uhren (ohne Schlüssel aufzuziehen) 20 Mark, owie goldene Herren= u. DamenUhren, Regulateure u. WandUhren.— Reparaturen gut und billig unter Garantie. Uhrmacher, Gelsenkirchen, Bochumerstr. 29. Am 1. Februar eine Wohnung von 3 bis 4 Zimmern, mit Wafferkrahn und Spühlstein, M zweiten Stock an eine stille Familie zu vermieten. Engeld. Scharpwinkel, Wanne. Ein evangelisches tüchtiges erfahren halt.„; ist, für einen kleinen HausLohn. 1. November gegen hohen 1883 Lesucht. Wo, sagt unter Nr. ##vo vie Exp. d. Bl. Annrnlachung. In Ausführung des§ 8 des Wahlreglements vom 28 Mai 1870 wird hiermit das Verzeichnis der Wahlbezirke, Wahlvorsteher, deren Stellvertreter und der Wahllocale der Stadt Gelsenkirchen für die am 28. October stattfindende Reichslagswahl veröffentlicht. tigen„eine größere Ergiebigkeit des öffentlichen Beistands gesichert werde". Ein Reichszuschuß war zuerst nur insofern in Aussicht genommen, als bei der (übrigens höchst unwahrscheinlichen) dauernden Leistungsunfähigkeit einer Berufsgenossenschaft die Verpflichtung derselben auf das Reich übergehen sollte. Es war also der Staat oder das Reich dafür, daß die bürgerliche Gesellschaft ihre Pflichten gegen die schwachen Mitglieder erfüllt, ohne daß die Hülfsbedürftigen gleichsam ein Almosen vom Staat empfangen. Das ist in der That der Weg, wie der Staat Socialismus treiben kann und muß: indem er nämsich die Gesellschaft selbst an ihre Pflichten der Liebe und S 55 Der Wahlbezirk umfaßt die Straßen. 2 Namen u. Stand 1. des Wahlvorst. 2. des Stellvertr. Wahllocal. bei I. Altemarkt=, Carls=, Flora=, Friedrich=, Hoch=, Hof=, (Prenz=, Industrie=, Kaiserstraße, Kaiserplatz, Livorius=, Markt=, Ring= und Wannerstraße. II. Ahe Dickamp=, Essenerstraße, Kirchplatz, Königs=, Kreuz=, Mauspolt=, Neumarkt, Neu=, Schul=, Westund Wilhelminenstraße. III. Bahnhofstraße bis HausNr. 72, Elisabeth-, Georg=, Hermanne, Hiberniast raße, Kamp=, Kirch=, Kloster=, Theresien= u. Vereinsstraße. IV. Acker=, Augusta=, Bahnhofstraße von Haus=Nr. 73 ab, Breites, Gas=, Johannes=, Kessel=, Louisen=, Mühlen=,Quer=,Sellhorst=, Wald=, Weiden= u. Zechenstraße. V. Allees, Bochumer= Heinrich=, Josef=, Murtin=, Ottilien=, Rheinelbe= und Seifenstraße. 2870 2636 2927 3321 2759 O. Niewöhner. F. W. Kochs Herbert. Bischoff. Paßzmann. Fasch. Vohwinkel. van Gulick. Rohmann. zur Linde. W. Althoff. Elverfeld. W. Dickmann. Le Claire. Keilmann. Die Wahlhandlung beginnt am gedachten Tage 10 Uhr vor: mittags und wird um 6 Uhr nachmittags geschlossen. Jeder Wähler hat während dieser Zeit in dem Wahllocale seines Wahlbezirks einen Stimmzettel von weißem Papier, welcher mit dem Namen des Candidaten, welchem er seine Stimme geben will, versehen sein muß, dem Wahlvorstande zu übergeben. Der Zettel darf kein äußeres Kennzeichen haben und muß so zusammengefalten sein, daß der Name äußerlich nicht sichtbar ist, widrigenfalls der Wahlzettel als ungültig zurückgewiesen wird. Die Stimmzettel sind außerhalb der Wahllocale mit dem Namen des zu wählenden Candidaten zu versehen, nach sind gedruckte Stimmzettel zulässig. Ungültig sind: 1. Stimmzettel, welche nicht von weißem Papier, oder welche mit einem äußeren Kennzeichen versehen sind; 2 Stimmzettel, welche keinen oder keinen lesbaren Namen enthalten; 3. Stimmzettel, auf welchen die Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist; 4. Stimmzettel, auf welchen mehr als ein Name oder der Name einer nicht wählbaren Person verzeichnet ist; Stimmzettel, welche einen Protest oder Vordehalt enthalten. Im Wahllocale dürfen während der Wahlhandlung weder Discustionen stattfinden, noch Ansprachen gehalten oder Beschlüsse gefaßt werden. 0% Abwesende Wähler können in keiner Weise durch Stellvertreter oder sonst an der Wahl teilnehmen. .„ Die Wählerlisten sind unter Benutzung der im Monat November 1885 zur Steuerveranlagung erfolgten amtlichen Aufnahmen aufgestellt. Die Wähler sind daher mit denjenigen Wohnungen in die wayierlisten ausgenommen, welche dieselben im Monate November v. J. inne hatten, und haben im Folle eines Umzuges seit dieser Zeit in ihrem früheren Wahlbezirke zu wählen, mit Ausnahme der seit usageähet bus. Zusgogenen, weiche mit ihrer ersten Wohnung Gelsenkirchen, den 6. October 1884. Der Bürgermeißter: Battmann. Girsst kibrrart Wahrrrorrsammtung am 19. Teldber, Nachmittagl 4 Uhr, im Schützenhofe zu Bochum. Redner treten auf: Herr Dr. Haarmann, Candidat der nationalliberaten Partei, Herr Landtagsabgeordneter Dr. Natorp aus Essen, Herr Dr. Jerusalem, Generalsecretär der nationalliveraten Partei aus VBerlin, Zu dieser Versammlung laden wir alle Parteigenossen des Reichstagswahlkreises Bochum ganz ergebenst ein und bitten um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Die Ordnung im Saale wird durch besondere an blauweißen Schleifen erkennbare Ordner aufrecht erhalten und richten wir die dringende Bitte an alle Teilnehmer, sich den Anordnungen der betreffenden Herren willig zu fügen. den 14. October 1884. Bas liberale Wahlcomite. 8 99 Nähmaschinen der bewährtesten Systeme zu Fabrikpreisen und unter günstigen Zahlungsbedingungen, sowie Nadeln, Oele 2c. in vorzüglicher Qualität mpfrehlt G. Hahn, Mechaniker, Gelsenkirchen, Bahnhofstr. 30, alter Posthof. Reparaturen prompt und billigst. Fe.erge zur Geimal Gelsenkirchen, Kirchstr. 21 wird bestens empfohlen. Vaterl. Frauen=Verein Gelsenkirchen. Donnerstag, den 16. October, nachmittags 2½ Uhr: Versammlung zum Nähen und Stricken. Soennecken's Schreibfedern empfiehlt R. Dienst. Gutgesochtes Leinöl fertige Oelfarben, alle Sorten trockene Farben, Fußbodenu. Möbellacke, Pinsel, Weißquasten, Bürstenwaren empfiehlt zu den billigsten Preisen Carl Tintrup, Seifenkirchen, Bochumerstr. 51½ 34 jegenseitigen Hülfe erinnert, und das eben ist das Hocherfreuliche in der jüngsten Phase unserer vom König angebahnten Entwickelung, daß alle Parteien, soweit sie patriotisch und national denken, sich immer mehr vereinigt haben, das vorliegende, gemeinsame Werk mit Hintansetzung aller Meinungsverschiedenheiten im Einzelnen zu vollbringen, und damit zugleich den Grund zu einer wirklichen Socialreform zu legen. Mit Recht hat man gesagt, das Land werde um diese Gemeinsamkeit aller Parteien willen, der neuen Einrichtung ein um so größeres Vertrauen entgegenbringen: die Grundsätze, wie sie der Kaiser in seiner Botschaft von 1881 ausgesprochen, seien jetzt von der großen Mehrheit der Volksvertretung in unsere Gesetzgebung practisch eingeführt. Ein neues, großartiges System slaatlicher Socialwirtschaft sei damit gutgeheißen, und die Bahn für weitere Arbeiten zum Wohl der arbeitenden Klassen freigelegt. Auch der Gewinn ist jedenfalls hoch anzuschlagen, daß durch diesen gemeinsamen Erfolg die Härten und Leidenschaften des politischen Parteiwesens wenigstens für den Augenblick gemildert worden sind. Das einmalige Gelingen bestärkt die Zuversicht, daß auch weitere Schritte auf dem betretenen Wege erfolgreich gethan werden, zunächst schon in der nächsten Session, das Alter= und Invalidenversorgungs=Gesetz, welches für die ganze Existenz der Arbeiter und ihre Angehörigen von höchster Bedeutung ist. Wer auch in dieser Beziehung das baldige Gelingen sichern will, der trage zur Wahl solcher Männer in den nächsten Reichstag bei, welche bereits bewiesen haben, daß sie freudig mit der Regierung zusammenwirken wollen, um das sociale Königtum fest zu begründen. Bei der practischen Anwendung dieser Schluß. mahnung geben wir unseren Wählern zu bedenken, daß die nationalliberale Partei in dem Heidelberger Programm und auch auf der jüngsten Parteiversammlung in unserer Provinz sich voll und ganz dem socialen Programme des Reichskanzlers angeschlossen hat, während der Aufruf der Centrumspartei ausdrücklich„deu Staatssocialismus nicht minder nachdrucksam und ausdauernd bekämpfen will, wie das Staatskirchentum. Für die Centrumspartei ist das erste und einzige Ziel die Herstellung der Macht und des allein maßgebenden Einflusses der Kirche. Wenn ihre fanatischen Führer nicht dennoch der Volksstimmung in der eigenen Partei, in der katholischen Arbeiterschaft Rechnung tragen müßten, so würden sie die wohlwollensten Vorlagen der Staatsregierung verwerfen, wenn nicht alle kirchlichen Forderungen erfüllt werden. Diese drohende Bedingung— Versprechungen, welche den Wählern gemacht werden— zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Wahlaufruf hindurch. Es ist dies jene nichtswürdige Schacherpolitik, welche seither als Grundstimmung in allen klerikalen Parlamentsreden durchtönte, welche den bisherigen Fortgang der socialen Gesetzgebung lahmgelegt haben würde, wenn nicht die mächtige Kaiserglocke der socialpolitischen Gesetzgebung die nergelnden Widersprecher schließlich zur friedlichen Abstimmung geführt hätt. + Aus dem Jahr 1871. Der„Gaulois“ ist in der Lage, ein Blatt aus dem demnächst zu veröffentlichenden Werke des Grafen’Hérisson, ehemaligen OrdonnanzOffiziers des Generals Trochu, über die Belagerung von Paris wiederzugeben. Wir entnehmen ihm folgenden Bericht über die Zusammenkunft Jules Favre's mit dem Grafen von Bismarck am 24. Januar 1871 in Versailles: Am Morgen dieses Tages hatte ich zu dem preußischen Vorposten in Sévres ein Billet Jules Favre's gebracht, welcher eine Unterredung mit dem Kanzler nachsuchte. Des Nachmittags um 5 Uhr war ich mit der bange erwarteten Antwort zurück: Herr von Bismarck war bereit, Jules Favre im Laufe des Abends oder den nächsten Tag zu empfangen. Wir machten uns sogleich auf, Jules Favre, sein Schwiegersohn und ich. Wir fuhren in dem Coupee des Kaisers, von dessen Schlägen die Wappenschilder ausgekratzt worden waren. In Paris weiß oder errät man vielmehr alles. Schon hieß es, Jules Favre wolle mit dem Feinde unterhandeln gehen und die wackeren Nationalgardisten waren entschlossen, ihn nicht durchzulassen. An den Thoren bei den Wachtposten drängte ich mich vor, füllte das Fenster mit meinem Körper aus und zeigte meinen Passierschein, während Jules Favre sich in der entgegengesetzten Ecke zu verbergen suchte.... Von Sévres führte uns ein alter Rumpelkasten, den Reiter escortirten, rasch nach Versailles in das Hotel der Frau v. Jesse, welches Herr v. Bismarck bewohnte. Wir stiegen sogleich in das erste Stockwerk hinauf und fanden uns dem Grafen Bismarck gegenüber. Er trug die Oberstenuniform der weißen Cürassiere und für mich lag ein schmerzlicher Contrast zwischen diesem Coloß, der in seinem Rock eingepreßt war, mit der gewölbten Brust, den breiten Schultern, strotzend von Gesundheit und Kraft, dem Vertreter Deutschlands, und zwischen dem gebückt einhergehenden, hageren, langen, in seinem Ueberzieher schlotternden Advocaten, dem Vertreter Frankreichs, welchem das weiße Haar über die Backen herabhing. Nach dem üblichen Austausch von Höflichkeiten sagte Jules Favre, er sei gekommen, die in Ferrières abgebrochenen Unterhandlungen wieder aufzunehmen. Bismarck aber platzte heraus:„Die Lage ist nicht mehr dieselbe und wenn Sie an Ihrem damaligen Principe festhalten.„Keinen Zoll breit unseres Gebiets, keinen Stein unserer Festungen,“ so ist es überflüssig, weiter zu reden. Meine Zeit ist kostbar, die Ihrige auch, und ich sehe nicht ein, warum wir sie vergeuden sollen.“ Dann änderte er den Ton und sagte:„Sie sind seit Ferrières stark ergraut, Herr Minister." Jules Favre deutete auf die Regierungssorgen hin.„Uebrigens,“ fuhr Bismarck fort,„sind Sie zu spät gekommen. Dort hinter jener Thür steht ein Abgesandter Napoleon III. und ich will mit ihm unterhandeln.“ Es wäre schwer, die Verwirrung und den Schrecken zu malen, welche diese einfachen Worte auf den Minister hervorbrachten. Der Kürassier ermaß mit einem einzigen Blick den ungeheueren Vorteil, den er errungen hatte, und sprach, indem er beständig die Augen auf die Thüre geheftet hielt, die vielleicht nur zu einem Wandschrank gehörte, weiter: „Warum sollte ich denn eigentlich mit Ihnen unterhandeln? Warum sollte ich Ihrer Republik einen Schein der Gesetzlichkeit gewähren, indem ich mit ihrem Vertreter einen Vertrag abschließe. Im Grunde sind Sie nur ein Haufen Empörer! Ihr Kaiser hat, wenn er zurückkommt, das Recht, Sie als Verräter und Rebellen niederschießen zu lassen.“ — Wenn er aber zurückkommt, rief Jules Favre außer sich, dann giebt es Bürgertrieg, dann haben wir die Anarchie!—„Wissen Sie denn das so genau? Uebrigens sehe ich nicht ein, wie der Bürgerkrieg uns Deutschen schaden könnte.“— Fürchten Sie sich denn nicht davor, Herr Graf, uns zum Aeußersten zu treiben, unseren Widerstand noch erbitterter zu machen?„Ach ja, ihr Widerstand," rief der Kanzler mit schallender Stimme,„Sie sind wol stolz auf Ihren Widerstand? Daß Sie es nur wissen, mein Herr, wenn Herr Trochu ein deutscher General wäre, so ließe ich ihn noch heute Abend erschießen. Man hat kein Recht, hören Sie mich wol an, man hat kein Recht, angesichts der Menschheit, vor dem Antlitz Gottes um eines armseligen militärischen Ruhmes willen eine Stadt von mehr denn zwei Millionen Seelen der Hungersnot preiszugeben. Die Eisenbahnschienen sind von allen Seiten abgeschuitten und wenn wir sie nicht binnen zwei Tagen— was gar nicht sicher ist— wiederherstellen könnnen, so werden Ihnen jeden Tag Hunderttausend Personen wegsterben. Sprechen Sie nicht von Ihrem Widerstand, denn er ist ein Verbrechen!"(Schluß folgt.) Vermischtes. **(Deutsche Schillerstiftung.] Am 10. November d. J. wird die deutsche Schillerstiftung ihr 25jähriges Bestehen feiern. Mit dieser Feier wird in Weimar zugleich die Feier des 125. Geburtstages Schiller's begangen werden. Der Docent der deutschen Schillerstiftung beabsichtigt, diesen Tag zu einem nationalen Festtag zu erheben und fordert die höheren Schulen Deutschlands zu einer würdigen Gedenkfeier auf. " St. Petersburg, 10. October.[Bestimmung gegen jüdische Wucherer und Schenkwirte.] Die örtlichen Behörden sehen den jüdischen Wucherern und Schenkwirten scharf auf die Finger. In der Residenz sind viele sogenannte „Leihkassen" geschlossen worden und außerdem wird darauf geachtet, daß die jüdischen Händler während der christlichen Feiertage, so lange die Christen ihre Magazine geschlossen haben, nicht handeln. In Tschernigow ging man sogar noch weiter. Der Vice=Gouverneur ließ den Rabbiner kommen und fragte ihn„ist es mit den Satzungen Ihrer Religion vereinbar, daß ein Jude am Sabbath Handel treibt?“ Natürlich antwortete der Rabbiner mit„Nein" und nun wurden alle jüdischen Magazine und Schenken an jedem Samstag geschlossen. Früher war der Handel durch vorgeschobene Commis besorgt worden.(Köln..) * [Arge Schlägerei.] Aus Marseille wird dem„B..“ telegraphirt, daß zwischen den Matrosen des englischen Dampfers„Edgeworth“ und denen des Danziger Schiffes„Emilie“ in Bordeaux eine arge Schlägerei stattgefunden habe. Sieben deutsche Matrosen seien verhaftet, drei englische Matrosen schwer verwundet worden.(Wahrscheinlich wieder eine Zeitungseute. Die Red. der Emscher=Ztg.) Bekanntmachung. Die festgestellte Stadtkassen=Rechnung pro 1883/84 liegt vom 15. d. M. ab gemäß§ 69 der Städteordnung 14 Tage lang zur Einsicht der Gemeinde=Glieder im Zimmer 5 des Rathauses offen. Gelsenkirchen, 11. Octob. 1884. Der Bürgermeister. Vattmann. ## Flora. Das Erits Ormert Tapere. in schöner Auswahl von 1o Pf. an u. Fenster=Glas sowie alle Sorten Farben, fertige Oelfarbe empfiehlt zu sehr billigen Preisen C. Handwerk, Gelsenkirchen, Kreuzstraße, nahe am alten Markt. des feanzösischen Cello=Virtuosen W. Lublin unter Mitwirkung der Opern= und Concertsängerin Fräulein Minna Bothas und der Pianistin Fräulein Anna Spiering wird stattfinden Preitag, den 17. d. M. Kassenöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Ende 11 Uhr. Entree: m"0. 9, Tchöl.. Das Ladenlocal ist vermietet, verkaufe deshalb samtliche Mandsattur Tr unter K. B. Weiden!, Gelsenkirchen, neben der neuen ev. Kirche. Fahrplan vom 15. October 1884 ab Geschafts=Erbffnung. Patentwecker Läutewerk. (D..=Patent.) Sperrsitz an der Kasse 1 M. 25 Pf., 1. Platz E„., z. Platz 75 412, Scuulel 90 Pf., Gallerie 50 Pf. Im Vorverkauf sind Billete zu ermäßigs ten Preisen zu habenin Schalke: bei Herrn M. Schaff; in Gelsenkirchen: bei Herren Münstermann, Dienst und Barlen. Familien=Billets, sowle andere sind in der# „Klora“ zu hoben. Mit dem heutigen Tage eröffne ich im neuerbauten Hause des Herrn Aug. Stallmann, De Hermannstrasse 10 ein 1 Manufactur- u. Colonialwaren-Geschäft. Geschäfts=Verlegung. Meinen verehrten Abnehmern mache hierdurch die ergebene Mitteilung, daß ich mein Geschäft aus dem Hause des Herrn H. Nettebeck in das gegenüberliegende neu erbaute Haus des Bauunter= nehmers Herrn H. Timmermann verlegte. Indem ich für das mir bisher geschenkte Vertrauen bestens danke, bitte, mir dasselbe auch dahin übertragen zu wollen. Es wird mein Bestreben sein, durch fortwährende Verbesserung meiner Fabrikate die Wünsche der Herren Raucher zu befriedigen. Gelsenkirchen, 16. Sept. 1884. 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Von Essen nach Gelsenkirchen(rhein.) 5,25 6,49.47 11,59 2,36 5,32 8,09 11,28.(5,04 bis Kray.) Von Essen nach Gelsenkirchen (Köln=Minden) 5,20 8,15 9,40 1,40 3,50 4,55 8,20.20. Von Herne nach Deutz=Köln 5,33 8,28 11,09 1,59 8,13[Wanne Abf. 5,26, 5,59 6,02 8,39 11,19 12,25 2,10 4,54.24 (11,04 nur bis Duisburg)]. Von Schalke nach Wanne 5,51 10,19 4,39.40. Von Schalke nach Sterkrade 5,52 .18 2,29 8,04. Von Sterkrade nach Schalke 5,18 9,47 4,00 9,08. Von Wanne nach Schalke 5,42 9,05 2,20 7,55. Von Wanne nach Ueckendorf=Wattenscheid=Bochum 5,27 8,40 12,28 3,55 5,29 8,00 11,07. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Wanne 5,47 10,07 1,58 5,05 7,34 9,19 1,07. Von Uelkendorf=Wattenscheid nach Dortmund 7,05 9,03.4212,15 2,52 5,48.25 11,44(von Uecken=dorf=Wattenscheid nach Bochum von Wanne kommend 12,45 4,15 11,27.] Von Schalte nach Bomareiinterswyk 8,28 2,33 6,20 9,09. Von Schalke nach Essen 6,58.20 1,18 7 35. Von Essen nach Schalke 8,07.14 5,52.48. Von Herne nach Bochum 7,35 1,12 7,10. Von Bochum nach Herne 6,40 12,21 687. 82 Ter 3 8 9. * * Tr Tr 8 — S S. Nr. 243. Die„Emscher Zeitung“ Zeilage:„Illustrirtes Kaum 15 Vf., Reklame Allgemeines Org * Bezirks Be Die Darteien der sinden sich wieder einm einer Maßregel gegen nicht in den Nram pa nicht in den Weg zu gegenwärtig versammel liegt der bereits vor Entwurf von„Bestinin von Gewerbekammern fassende Vertretung der der einzelnen Regier sollen. Die Sache ist mäßig, daß ihr die sicher nicht fehlen wird. ein Organ zu schaffen, aller überhaupt in Bet essengruppen(Handel, K Kleingewerbe) eines sammengesetzt und dad werden soll, der Regi Lösung wirtschaftlicher beratend zur Seite zu Bisher gingen die nen Oroductionszweige auf einander Rücksicht Gemeinsamkeit ihr Sache der Regierung interessen gegen einande wie möglich in Einklo die Schaffung von Ge zelnen Gebietsteile so Ende gemacht und da daß Landwirte, K ten sich nicht wie renten behandeln, an der Förderung Wohlfahrt arbeite Da es sich um Ei für die einzelnen Bezi auf eine beratende Thä sollen, ist der bezügliche und Orovinziallandtage zur Sache äußern und erforderlichen Mittel b Umstand nun ist es, sitionelle“ Oresse Capit indem sie die Eiferst Monarchie gegen die zu rufen versucht. In spielen die politischen Dc gebende Rolle, und## sondern die practische dende Wort. Da es um einen eminent pract glauben die Gegner u schaftspolitik vorausseh Annahme desselben ohn und daß die Oppositio die Gelegenheit gebrad Sache hinein zu reden. gehen der Regierung so kommen, da es sich nich Staat umfassende Dere locale Einrichtungen! Irene, die Brat 99) Roman von Boten wurden n entsendet, während aufboten, die S mildern. Bald da mit Trost und Gel Frieden zu spenden. Das schnellste #elchem Mr. Stua seiner Villa zurückk Das Gefährt u Donnerschlag erschr pfangene Nachricht schrieen laut auf. Mr. Stuart hal wiedergewonnen. „Ich muß sogl zu seiner Frau gen den Gästen wei Mrs. Stuart 5 aus. Seseche, Wlla ayren,“ rief sie, dett Julius Reving „Dazu kann ich Es ist kein Nerven!“ versetzte bestehe ab