age der haben, dort gehlichstem nite 80 nies— in Köln vortreffen und — i hön, wie Begriff auf seine :. Aber reis sein, melz der nigen— werden, kommens sie armen Familien= geüntiige! — 54 agte seine chher vor nicht das in großer rissen sie ie schönste Comiteauptes zu le Damen i sich und Schrieben esammelt! erschiedene anzügliche, durch die — sch — Trat brennende u sich über ! Comite Comitemitrchtet jeder SchwiegerSo passirt uchs! Nr. 980 Gelsenkirchen, Montag, den 22. September 1884. 10. Jahrgang. „„ A GohnPer Die„Emscher Zeitung“ erschemt täglich unn Ausnahme der Sonn= und boben Ferertage. Wochen=„Frühsr: Adennementspreis: Rark.50 vierteljährlich im Vorans. Man aronuurt außer doei der Expesition Beilage:„Illustrirtes Emscher Sonntagsblatt“.— Insertionspreis: Die Petit=Zeile oder deren Der Reichsfreund iu Gelsenkirchen, Marktskraße 13, bet allen Postanstalten und bei den Filial=Expeditionen: Rud. Eick. Kaum 15 Vf., Reklamen 40 Pf.— Verantwortlicher Redacteur F. Dienst in Gelsenkirchen. Linoere et oonstanter. Herde: W. Waldeck, Waune.— Druck und Verlag von F. Dienst in Gelsenkirchen Allgemeines Organ für die Stadt Gelsenkirchen, für die Aemter Schalke. Reckendorf, Wanne und Herne.— Anzeigeblatt für Gerichts= und Militär=Behörden. den(Rh.) Nbr. 1884. massive ler e von M. 26. ose 10 M. speri. Gen= A ubse hr). iwalt ud über auch Ver umligger u.— Mei ich Nr. 30. bhauss palt. ime billig un O Nebenfragen. Jede Zeit hat ihre besonderen Aufgaben zu Aisen; glücklich die Generation, welche erkennt, welcher Art die ihr zufallenden Aufgaben sind und welche Männer besitzt, unter deren Leitung ich die Lösung vollzieht. Unsere Zeit ist eine schnelllebige und Deutschland hat in einer verhältnismäßig kleinen Reihe von Jahren eine Entwickelung durchgemacht, zu welcher die #taaten in früheren Zeiten vielleicht ein Jahr. hundert brauchten. Der Qualismus, welcher so lange verhinderte, daß Deutschland die ihm ukommende Machtstellung erlangte, wurde mit em Ausschluß Oesterreichs aus dem deutschen Bunde beseitigt. Frankreich, das leider Jahrhunderte hindurch Deutschlands Erbfeind war, wurde darauf gründlich geschlagen und die alten #eutschen Lande Elsaß und Lothringen wurden wieder mit Deutschland vereinigt, welches lich als mächtiges Reich vor den Blicken der Verstaunten Welt dastand. Dann begann die innere Ausgestaltung dieses neuen Reiches im freiheitlichen Sinne. Es erhielt eine liberale Verfassung und eine liberale Rechtseinheit, während die Sicherstellung nach Außen mehr und mehr gefestigt wurde. Dann wurde an die große Aufgabe der Hebung des materiellen. Wohles der Bevölkerung— durch die Follesetzgebung— herangetreten und im Anschluß baran zur Socialreform übergegangen. Dazu ist nun neuerdings die energische Inangriffnahme einer gesunden Colonialpolitik getreten. Der kurze Zeitraum seit der Wiedererhebung Deutschlands zerfällt in eine Anzahl kleinerer Perioden, von denen jede ihre besonderen Hauptuufgaben hatte. Alle diese Hauptaufgaben greifen in einander wie die Glieder einer Rette. heute haben wir es vor allem mit den Aufzaben der Social= und Colonialpolitik zu thun. Die sociale Frage ist eine internationale Frage, #. h. sie existirt in allen Culturstaaten. Ihre Lösung ist zunächst im nationalen Rahmen anzustreben und Deutschland ist, nachdem es ein großes, mächtiges Reich geworden, das führende in Europa, umsomehr verpflichtet, uuf socialreformatorischem Wege voranzugehen. Sociale Reformen bedürfen aber einer festen Grundlage, welche darin besteht, daß man den vorhandenen Arbeitskräften die Möglichkeit lohnender Beschäftigung sichert. Deshalb mußte der Uebergang zum Schutzzollsystem allem anderen vorausgehen. Daß auf diesem Gebiete noch manches zu ergänzen ist, das ist bei der Unvollkommenheit allen Alenschenwerkes wol selbstverständlich. An die Bestrebungen, den heimischen Markt #er heimischen Arbeit möglichst zu sichern, schließt sich organisch an das Bestreben, das Absatzgebiet für deutsche Erzeugnisse außerhalb des Vaterlandes zu erweitern. Dazu dienen Dampfersubventionen, Consulatswesen 2c., vor allem aber auch eine gesunde Colonialpolitik. Nachdem durch ein weises Zollsystem der heimische Markt zum großen Ceil der deutschen Oroduction gesichert war, konnte zu den socialreformatorischen Aufgaben im engeren Sinne übergegangen werden, und zwar mußte es sich da zunächst um die Sicherstellung der Erwerbsunfähigen handeln. In dieser Beziehung ist schon bedeutendes gethan, aber wir sind noch mitten in der Arbeit und es ist noch für die Altersschwachen und die Invaliden der Arbeit zu sorgen. Damit dürften die Hauptaufgaben angedeutet sein, welche die gegenwärtige Oeriode zu lösen hat, und zu deren Lösung die Mitwirkung des Reichstages unumgänglich ist. Das sollte man bei der gegenwärtigen Wahlbewegung festhalten und nicht zu viel Gewicht, wie es leider geschieht, auf Nebenfragen legen. Damit soll gar nicht verkannt werden, daß diese Uebenfragen an sich von großer Wichtigkeit sind, aber diese Wichtigkeit tritt hinter die der socialen Reformen zurück. Obligatorische Innungen— wer wollte die Wichtigkeit dieser Frage verkennen? Aber wäre es berechtigt, ihr eine ausschlaggebende Bedeutung von den obigen zu geben? Das verneinen wir umsomehr, als zunächst noch keine Form gefunden ist, welche eine Garantie für eine Wirksamkeit obligatorischer Innungen im Sinne der materiellen Förderung des Handwerkerstandes giebt. Aufgabe der freien Innungen wird es sein, die Auffindung einer solchen Form zu ermöglichen, wenn die freien Innungen nicht selbst in der Tage sein sollten, die Schaffung obligatorischer Innungen zu verüberflüssigen. Arbeitsbücher auch für Arbeiter über 21 Jahre — wir sind dafür eingetreten und halten heute noch wie früher eine allgemeine Legitimationspflicht für sehr wünschenswert. Aber gegenüber einer so wichtigen Sache, wie die Altersund Invaliditätsversorgung der Arbeiter und dem Uebergang des deutschen Reiches zu einer Colonialpolitik kann man die Arbeitsbücherfrage doch nur als Nebenfrage bezeichnen. Steht es mit der Börsensteuerfrage anders? Wir haben, seitdem dieselbe auftauchte, consequent für eine schärfere Heranziehung der Börse zu den öffentlichen Lasten im Interesse der Gerechtigkeit plaidirt; aber wenn wir vor die Alternative gestellt werden, einen Candidaten zu acceptiren, der zwar für die Börsensteuer aber gegen die Alters= und Invaliditäts=Versicherung der Arbeiter stimmen will, und einen solchen, der umgekehrt stimmt, so ist der letztere unser Mann. Die Communalbesteuerung der Offiziere— kann sie gegenüber den hohen Zielpunkten der kaiserlichen Botschaft als etwas anderes betrachtet werden, denn als Nebenfrage? Es wird vielfach der Versuch gemacht, dadurch daß man derartige Dinge von secundärer Bedeutung in den Vordergrund schiebt, die Aufmerksamkeit von den Hauptzielen abzulenken. Es ist Aufgabe aller derer, welche die festen Ziele unbeirrt im Auge haben, die uns durch die Bedürfnisse der Zeit selbst gestellt werden, jeder Ablenkung entgegen zu wirken und der Bevölkerung, die über ihre eigenen Geschicke mit zu bestimmen berufen ist, immer und immer wieder die Aufgaben zu zeigen, deren Lösung vor allem die gegenwärtige Zeitperiode erheischt. Politische Tages=Rundschau. §* Berlin, 20. September. Der Kaiser hat anläßlich seiner Anwesenheit in der Provinz Westfalen 153 Personen Auszeichnungen verliehen. Der Oberpräsident der Provinz Westfalen, von Hagemeister erhielt den Stern zum Roten Adler= orden II. Klasse mit Eichenlaub, der Erbmarschall in der Grafschaft Mark, Frhr. v. BodelschwingPlettenberg den Stern zum königlichen Kronenorden II. Klasse. Letzteren wurde auch die Kammerberrnwürde verliehen, ebenso dem Landrat a.., v. Holtzbringk, dem Graf Otto von und zu Westerholt und Gysenberg, dem Grafen Droste zu Vischering von Nesselrode=Reichenstein und dem Grafen von Merveldt. ** Der Kronprinz und die Kronprinzessin treten, nachdem sie noch an der Feier des Geburtstages der Kaiserin, am 30. d. Mts. teilgenomuen haben, eine mehrwöchentliche Reise nach der Schweiz und Italien an. ** Fürst Bismarck, der an den Rheinmanövern nicht teilgenommen hat, begiebt sich, dem Vernehmen nach, demnächst nach Friedrichsruhe. Anläßlich der Entrevue zu Skierniewiczy verehrte ihm der Zar sein lebensgroßes Bildnis. ** Wie verlautet, sind dem Gesandten beim Vatican Hrn. v. Schlözer neue Instructionen auf seinen Posten nicht mitgegeben worden. Die preußische Regierung ist nach wie vor bereit, der Curie in jeder Beziehung die Hand zum Frieden zu bieten, so weit sie dazu ohne Aufgebung der staatlichen Autorität imstande ist. *“ Die Beförderung des Grafen Herbert Bismarck zum Major, welche übrigens im neuesten „Mil.=Wochenblatt" noch nicht puplicirt ist, ist eine große militärische Auszeichnung. Graf Bismarck ist seit dem 11. Juni 1879 charakterisirter Rittmeister und im Ganzen seit 14 Jahren Offizier. Seine Contanen sind zum größten Teil noch Premierlieutenants, und nur eine geringe Anzahl ist im Generalstab und im höheren Adjutanturdienst bereits Rittmeister geworden. Der Offiziersanciennität nach wird Graf Bismarck der jüngste Major der ganzen preußischen Armee. * Die Verordnung, betreffend die Wahlen zum Reichstag wird heute im„Reichsanzeiger" bekannt gemacht. Zum Wahltag ist danach der 28. October ausersehen. Fünf Wochen trennen uns somit noch von dem entscheidenden Ereignis. Die Bekanntmachung des Wahltags enthält die Mahnung, an die Wahlvorbereitungen nunmehr die letzte Hand anzulegen. Viele Wahlkreise sind noch im Rückstande mit der Aufstellung der Candidaten und in allen muß jetzt noch eine unermüdliche rastlose Arbeit für den Sieg der guten Sache beginnen. Im allgemeinen können wir auf die bisherige Wohlthätigkeit unserer Parteigenossen nur mit Befriedigung blicken; sie haben es an Rührigkeit, Energie und Hingebung nicht fehlen lassen; wir können fast überall, wo unsere Richtung überhaupt Boden hat, mit Freude constatiren, daß ein frisches Leben für die Parteisache erwacht ist und daß die Vorbereitungen für die Wahlen in einer Weise getroffen sind, welche die Bürgschaft des Erfolges in sich trägt. Die letzten Wochen aber sind die wichtigsten und entscheidendsten; möchten sie auf's eifrigste und thatkräftigste ausgenutzt werden! NI.C. Der Richter'sche„Reichsfreund“ stellt in einer parteiofficiellen Notiz in Abrede, daß Mitglieder der deutschfreisinnigen Partei sich für eine Anerkennung der bestehenden Getreidezölle oder gar für eine Erhöhung derselben ausgesprochen hätten. Das Programm der freisinnigen Partei besage: Im Steuersystem Entlastung der notwendigen Lebensbedürfnisse, daraus ergebe sich Abwehr jeder Erhöhung der Getreidezölle und Abschaffung nicht blos der bestehenden Getreidezölle, sondern aller, notwendige Lebensbedürfnisse belastenden Steuern und *" Seitens der Reichspostverwaltung ist das Briefporto nach Angra Pequenna und den deutschen Besitzungen in Westafrika, wohin die Woermann'schen Dampfer benutzt werden sollen, auf 20 Pfg. festgesetzt und dadurch die Niederlassungen in das Gebiet des Weltpostvereins gezogen worden. ** Die Corvetten„Moltke“ und„Gneisenau“ werden am 5. October für Westafrika in Dienst gestellt. * Eisenatz, 20. September. Zur Generalversammlung des Colonialvereins sind bereits mehrere hundert Teilnehmer eingetroffen, darunter Fürst Hohenlohe, der Abg. Hammacher, die Herren Lüderitz und Thormählen. Heute Abend um sieben findet eine Vorstandssitzung statt. * Eisenatz, 21. September. Der Colonial= verein tagt seit 12 Uhr in Gegenwart der Großherzogin, des Erbgroßherzogs und der Erbgroßherzogin von Weimar. Der Großherzog ließ die Versammlung freundlichst bewillkommnen. Fürst Hohenlohe gab der Genugthuung Ausdruck über die Entfaltung der deutschen Flagge in Afrika und stellte die Aufgaben des Vereins als 95 amontoir Wnchen! in= u. Dame tre u. Wan) uren gut u harantie. ase nenmehl, anbers anpem 3rene, die Braut eines Abends. 19) Roman von M. Fischer. „Dann muß ich wahrlich meine ganze Natur Neiner Veänderung unterwerfen, um meiner An#ebeteten zu gefallen!" versetzte er bitter. „Ja,“ antwortete sie lachend, denn sie hatte leine Ahnung von der Größe seiner Leidenschaft für Ne. Sie hielt ihn für schwach und oberflächlich; dies drückten seine Züge aus und er war es auch. Hätte er sie gewonnen, lieblich und reizend wie sie auch war, würde er ihrer bald überdrüssig eworden sein; allein ihre Kälte, ihre Abneigung, wenn nicht Gleichgültigkeit gegen ihn, reizten und regten ihn in hohem Grade auf, sodaß seine Liebe und seine Wünsche, sie sein eigen zu nennen, von Tag zu Tag größer wurden und ihm sein Dasein zur Qual machten. Sie war in seinen gugen das einzige Wesen, ohne das er sich kein Rlück denken konnte. schaute sie lange traurigen Blickes an und Pertließ sie endlich, leise seufzend. ., Sie blieb allein zurück unter den Orangen9 laumen mit den glänzenden, dunklen Blättern, Iin wachsgelben, duftigen Blüten und den goldenen Frückten. # Ein wenig betrübt blickte sie auf die armen Julinge“ die ihrer Hand entglitten und unter Preiten—.Dvingtons Füßen erbarmungslos zeriteten worden waren. ##.9; all meine schönzn Blunun hei g verwschtet!“ klagte sie leise. War es ein böses Omen? 21. Capitel. Julius Revington verließ das junge Mädchen, das er anbetete, niedergeschlagen, doch nicht ohne Hoffnung, sie dennoch zu gewinnen. Er glaubte fest daran und zweifelte keinen Moment, daß es ihm mißlingen würde. Sein schwacher Character konnte eine erhabene Natur wie die Irenes nicht verstehen. Ihre offene Antwort, die ihn wissen ließ, wie er ihrem Ideal entspreche, erfüllte ihn mit heißer Eifersucht gegen den unbekannten Rivalen, der möglicherweise nur in ihrem Geiste existirte, vielleicht aber auch schon ihren Lebenspfad gekreuzt hatte. Langsam und sinnend schritt er des Weges, als plötzlich ein glänzender, am Boden liegender Gegenstand seine Blicke fesselte. Er bückte sich und hob ihn auf. Ein Ruf der Ueberraschung entfuhr ihm. Er erkannte das Medaillon, das Irene gewöhnlich um ihren weißen Hals an einem Sammetbande trug. Ohne daß sie es wußte, mußte es herabgeglitten und hier niedergefallen sein. Julius Revington hatte über den Inhalt des Medaillons viel von den Damen sprechen hören, es jedoch zu sehen, war ihm bis zu dieser Stunde noch nicht gelungen. In fieberhafter Erwartung drückte er deshalb auf die Feder und der Deckel sprang auf. Ein heiserer Schreei entfuhr bei dem Aablick, der sich ihm bot, seinen Lippen, und kalter Schweiß trat in großen Tropfen auf seine Stirn. Vor seinen Augen unter dem heiteren Himmel Italiens sah er plötzlich zwei Bilder aus der fernen Heimat, die sprechenden Züge Ronald Brookes und von dessen Tochter Elaine vor sich. „Mein Gott!“ stöhnte er und lehnte sich mit einem Schauder gegen einen Baum. Aller Kraft schien er beraubt zu sein. „Vater und Tochter!" flüsterte sein Mund. Er versank in tiefe Gedanken. Minuten vergingen; mächtige, innere Erregungen widerspiegelten sich auf seinem Antlitz. „Nein, eher Herr, denn Sclave!“ stieß er blitzenden Auges hervor. Triumph umspielte seine Lippen und:„So soll es sein!“ vor sich hinmurmelnd, erhob er sich langsam und lenkte seine Schritte wieder der Stelle zu, wo er Irene verlassen hatte. Auf dem halben Wege kam sie ihm ängstlich und mit bekümmertem Ausdruck entgegen. „O, Mr. Revington, ich vermisse mein Medaillon! Ich muß es verloren haben!“ rief sie ihm zu. Haben Sie es nicht irgend wo liegen gesehen?“ Er hielt es empor und ihre Augen glänzten vor Freude. „O, ich danke Ihnen, ich danke Ihnen aus tiefster Seele, Mr. Revington! Ich befürchtete schon, es verloren zu haben.“ „Dann betrachtete ich es als eine besondere Gunstbezeugung vom Schicksal, daß es mir vergönnt war, das Medaillon zu finden, um es Ihnen zurückerstatten zu können!“ sagte er.„Es lag in dem Wege, der direct nach der Villa führt, und hätte leicht von einem Unberufenen aufgefunden werden können, der es Ihnen nicht wiedererstattet hätte.“ „O, ich bin glücklich, es wieder zu besitzen!“ sprach sie innig, das zurückempfangene Schmuckstück küssend, wie ein Heiligtum.„Mr. Revington, dieses Medaillon ist die köstlichste Gabe, die ich besitze, denn ich erhielt es von jemandem, der mir unaussprechlich lieb war, kurz vor seinem Tode,“ sagte sie, während Thränen ihren Blick verdunkelten. „Miß Mouroe, werden Sie nicht zürnen, wenn ich eine Frage an Sie zu richten wage, die Ihnen zudringlich erscheinen könnte?“ Sie trocknete mit ihrem Spitzentuch ihre Thränen und blickte ihn erwartungsvoll an. „Fragen Sie immerhin!“ entgegnete sie. Er wich ihrem Blicke aus, indem seine Augen wie gewöhnlich den Boden suchten. „Als ich das Medaillon fand, stand der Deckel offen, und— ich sah die Bilder darin,“ sprach er zögernd. „Und weiter?“ wiederholte sie ernst, während eine sanfte Röte in ihre Wangen stieg. „Sie waren mir nicht fremd, diese Bilder, und ich stand bestürzt bei ihrem Anblick. Miß Monroe, wollen Sie mir sagen, ob dieser Herr und diese Dame zu Ihrer Familie gehören?“ Er sah sie erschrecken und erbeben; er sah, wie eine heiße Blutwelle ihr bis unter das Haar stieg, und wie sie dann, totenbleich werdend, sich nach einem Halt umschaute. Aber nur einen Moment währte diese Schwäche, im nächsten Augenblick schon stand sie aufgerichtet und stolz wieder da, das Medaillon mit bebenden Händen an ihr Herz drückend, während sie mit beklommener Stimme antwortete: „Das kann ich Ihnen nicht sagen, Mr. Revington. Es ist ein Geheimnis, das nicht mir gehört und ich habe kein Recht, es vor irgend jemandem aufzuklären.“ noch nicht erfüllt hin. Nach ihm sprachen Missionsdirector Fabri und Woermann(Hamburg.) 15 * Für die Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers in Münker war eine katholische Demonstration geplant, da man, wie ein Correspondent der„Germania“ schreibt,„nach biederer Westfalenart“ Sr. Majestät die Wünsche in röligiös=kirchlicher Hinsicht nicht verschweigen wollte. Denselben sollte in zwei Adressen Ausdruck verliehen werden, von denen die eine von dem katholischen Adel der Provinz ausging und von deren ersten Unterzeichnern, dem Herzog von Croy=Dülmen, dem Frhrn. Hermann v. Brenken, dem Erbdrosten Grafen Droste zu Vischering und den Freiherren v. Schorlemer=Alst und v. Schorlemer=Overhagen überreicht werden sollte. Die andere, eine großartige Laienadresse, war von sämtlichen katholischen Kirchenvorständen der Diöcese Münster unterzeichnet. Nach einer Meldung des „Westf. Merkur“ hat Se. Majestät der Kaiser es abgelehnt, die Adresse, welche der katholische Adel ihm zu überreichen gedachte, in Empfang zu nehmen. mitteln zur Verfolgung ihrer Parteizwecke, sowie behufs der Beseitigung von der Partei mißliebigen Persönlichkeiten. Die zahlreichen Verbrechen Kammerers sind bekannt, er gestand sie vor dem Garnisongericht unumwunden zu und machte eingehende Angaben über die Organisation seiner Partei. * Büsseldorf, 21. September. Bei dem gestrigen Diner für die Stände und Civilbehörden der Provinz Westfalen war Se. Majestät der Kaiser nicht anwesend, da Allerhöchstderselbe vom CorpsManöver zu ermüdet war. Die Stelle Sr. Majestät vertrat Ihre Majestät die Kaiserin, welche sich bei Tafel erhob und sprach:„Im Auftrage des Kaisers trinke Ich auf das Wohl Unserer treuen Provinz Westfalen und danke herzlich für den Empfang, der Uns wiederum zuteil wurde.“ 15 * Zeurath, 20. Septbr. Heute Nachmittag um 3 Uhr 15 Min. kehrte der Kaiser nebst seinem Gefolge und den Fürstlichkeiten vom Manöverfelde zurück. Kurz vor dem Diner glitt der hohe Herr in seinem Zimmer aus und kam zu er leider an dem Diner nicht teilnehmen konnte. Die Kaiserin, der Kronprinz, die Prinzen und der Kronprinz von Schweden, sowie sämtliche Generale waren an dem Diner, welchem die Kaiserin präsidirte, zugegen. * Pest, 19. Sept.„Nemzet" zufolge stände eine Tarifermäßigung für die Getreideausfuhr aus Ungarn, und zwar um 4½c. auf Tonne und Kilometer für Oesterreich und Böhmen und um 4 c. auf Tonne und Kilometer für das Ausland demnächst bevor. * Kom, 20. Sept. Dem Vernehmen nach wird der„Moniteur de Rome“ heute Abend ein Schreiben des Papstes an den Cardinal=Staatssecretär veröffentlichen, in welchem der Papst erklärt, dß er, sobald die Cholera in Rom ausbrechen sollte, den Vatican verlassen werde, um die Kranken zu besuchen. * Rom, 19. Sept. Die clericalen Blätter veröffentlichen eine Erklärung des ehemaligen Jesuiten. paters Curci, worin derselbe alles dasjenige in seinen Schriften zurücknimmt und verwirft, was der Papst als gegen den Glauben, die Moral und die Disciplin verstoßend bezeichnet hat. * Neapel, 20. Sept. Vom 18. d.., mitternachts, bis zum 19. d.., mitternachts, sind hier an der Cholera 382 Erkrankungen und 205 Todesfälle vorgekommen. * Petersburg, 20. September. Nach der russischen„Petersburger Zeitung“ ist ein Handelsvertrag zwischen Rußland und Korea durch den russischen Bevollmächtigten abgeschlossen worden. §* In Gegenwart des Kaisers von Oesterreich fand heute die feierliche Eröffnung der Arlberg= bahn statt. Morgen besichtigt der Kaiser die Bodensee=Trajectanstalt in Bregenz, worauf ein Besuch bei dem Großherzog und der Großherzogin von Baden auf der Insel Mainau und ein Besuch bei dem König und der Königin von Württemberg in Friedrichshafen in Aussicht genommen ist. 8“ Wegen der erfolgten Beschießung des englischen Kanonenbootes„Zephyr“ durch die chinesischen Forts hat die chinesische Regierung dem englischen Gesandten ihre Entschuldigung aussprechen lassen. Inzwischen ist der englische Lieutenant Hubbard seinen bei dem Rencontre erhaltenen Wunden erlegen. Seltsamerweise macht die„Times“ nicht so sehr die Chinesen wie die— Fra. zosen für den Vorgang verantwortlich, indem sie auf das von der französischen Heeresleitung beliebte System des Bombardements hinweist, wodurch die Chinesen gereizt worden seien. * Wien, 20. Septbr. Der Kaiser hat den Großfürsten=Thronfolger von Rußland zum OberstLieutenant des Ulanen=Regiments Kaiser Alexander und den Großfürsten Sergius Alexandrowitsch zum Oberst=Inhaber des Infanterie=Regiments Nr. 101 ernannt. * Bei den Landtagswahlen zu Tgram sind bis jetzt im ganzen 69 Candidaten der Regierungspartei gewählt worden, außerdem 4 Abgeordnete, die, ohne einer bestimmten Partei anzugehören, der Regierung nahe stehen. Unter den Gewählten befindet sich Miskatovich; die Wahl des Ministers Bedekowitch gilt als gesichert. §* Der Anarchist Anton Kammerer wurde heute früh in Wien durch den Strang hingerichtet. Die Wiener„Polit. Corresp.“ bringt heute eine officiöse Mitteilung über diese Persönlichkeit, wonach Kammerer schon lange der radicalsten Richtung der socialistischen Arbeiterpartei angehörte und besonders bei der Einschmuggelung verbotener Schriften und Blätter thätig war. Er war eines der eifrigsten Mitglieder der Anorchistengruppen zu Thun, Freiburg und Bern. Im Juni vorigen Jahres wurde Kammerer auf einer Anarchistenconferenz zu Zürich mit Stellmacher bekannt. Beide einigten sich, den Beschlüssen der Conferenz nachkommend, zur Propaganda der That und zum Kampfe gegen die bestehende Gesellschaft behufs Beschaffung von GeldNationalliberaler Parteitag für Westfalen. (Special=Bericht der„Emscher=Zeitung".) w Dortmund, 21. September. Der für heute Nachmittag nach hier einberufene nationalliberale Parteitag für Westfalen war außerordentlich stark besucht und gestaltete sich zu einer glänzenden Manifestation für die nationalliberale Sache. Der große Kühn'sche Saal war vollständig gefüllt und konnten viele keinen Platz mehr finden. Die Versammlung wurde um ½3 Uhr von Herrn Director Ottermann(von der„Union“) mit einer kurzen und kernigen Ansprache eröffnet, worauf zunächst Herr Amtsrichter Schmieding=Dortmund das Wort erhielt zu folgenden Ausführungen: „Meine Herren! Zweck und Ziel unserer heutigen Versammlung ist, alle nationalliberalen Wähler Westfalens an ihre Pflicht zu erinnern bei den kommenden Wahlen; es muß unser Ziel sein, von unserer Partei aus Abgeordnete nach dem Reichstag zu senden; denn von den 17 Abgeordneten Westfalens gehört keiner unserer Partei an. Wir Nationalliberalen sind berufen, die reactionäre Macht, die sich von der einen Seite und die radicale Macht, die sich von der anderen Seite bemerkbar macht, zu brechen. Es wird uns von der Fortschrittspartei unser Anschluß an die gemäßigt conservative Seite zum Vorwurf gemacht, und doch schließt eben diese Partei, die uns den Vorwurf macht, hier im Kreise ein Wahlbündnis mit den Ultramontanen.“ Redner characterisirt 22. Capitel. Revington betrachtete lauernd das schöne, erregte Gesicht des jungen Mädchens. „Ist es ein Geheimnis, das Schande birgt?“ fragte er langsam, jede einzelne Silbe betonend. Irene erbebte und ein zorniger Blick traf ihn aus ihren wunderbaren, feuchtschimmernden Augen. „Sie gehen zu weit, Sir!“ versetzte sie scharf. „Sie besitzen kein Recht, in die Geheimnisse meiner Vergangenheit eindringen zu wollen.“ „Ich frage Sie mit demselben Recht, mit dem ein Arzt fragt, wenn er eine Wunde untersucht,“ versetzte er kalt. „Sie können, Sie vermögen keine meiner Wunden zu heilen!“ erwiderte sie verächtlich. „So denken Sie, doch irren Sie sich dabei sehr,“ sagte er.„Setzen Sie sich, Miß Monroe, ich habe Ihnen viel zu erzählen und es wird Ihr Bestes sein, wenn Sie mir Gehör schenken werden.“ Der ernste Ton seiner Stimme beeinflußte sie wider Willen. Sie setzte sich, wenn auch mit unwilligen Gefühlen nieder, jedoch so, daß sie ihm nicht in das Gesicht sehen mußte. s Mr. Revington schaute vorsichtig nach allen Seiten umher, um sich zu vergewissern, ob auch niemand in der Nähe sei, der sein Gespräch mit Irenesbelauschen könne; dann nahm auch er an ihrer Seite Platz. * Weg mit den Früppeln von der Landstraße. Gelegentlich des im Juni d. J. in Soest stattgehabten 9. westfälischen Städtetages richtete Herr Oberbürgermeister Bollmunn=Bochum an die anwesenden Vertreter der Städte die ernste Bitte, dafür Sorge zu tragen, daß die Krüppel von der Landstraße kämen, denn es sei eine Sünde, solche Leute hinauszutreiben, damit sie sich vom Betteln nährten. Wie recht Herr Bollmann mit seinen Aeußerungen hatte, aber auch wie wenig dieselben gefruchtet haben, das sah man so recht wieder bei der Hörder Kirmeß, bei welcher sich die armen Krüppel der Provinz ein Rendezvous gegeben zu haben schienen. Da waren Blinde und Lahme, Einarmige, Einbeinige und solche mit Klumpfüßen behaftete, die auf diese oder jene Weise, meistens durch Musiziren auf schrecklich verstimmten Orgeln das Mitleiden des Publikums zu erregen suchten. Je häßlicher die Entstellung eines solchen Krüppels, je mehr sucht dieser sein Gebrest den Kirmeßbesuchern zu zeigen. Mußte es nicht auf jeden nur in etwa Gefühl besitzenden Menschen einen durchaus betrübenden Eindruck machen, einen Mann mit vollständig leeren, geröteten Augenhöhlen in Gemeinschaft mit einem alten Weibe und einem mit Klumpfüßen behafteten Menschen mit heiserer Stimme den„Schusterjungen=Polka“ und die „schöne Susanne“ singen zu hören? Nicht minder peinlich ist es doch auch, wenn ein mit den Ehrenzeichen des letzten Krieges geschmückter Krüppel auf der Straße liegend die Hand nach einem Almosen ausstreckt! Also weg mit den Krüppeln von der Landstraße! Herr Bürgermeister Dr. Mascher in Hörde, welcher ja als Chef der dortigen Polizei weiß, aus welchen Gemeinden die Krüppel auf der letzten Hörder Kirmeß waren, würde sich ein Verdienst erwerben, wenn er auf dem nächsten Städtetage die Orte nennen würde, welche solche arme Menschen noch immer auf die Landstraße weisen. (Auf der Gelsenkirchener Kirmeß war es ebenso. Die Red.) das Wesen der Fortschrittspartei als innen negirend, niemals aufbauend; das habe sich bei den Vorlagen zur Verbesserung der Arbeiterlage gezeigt, bei der Dampfschiffs=Vorlage und bei der Colonialangelegenheit, die Eugen Richter„Colonial= schwindel“ genannt habe. Redner hofft aber, daß der Fortschrittspartei diese Fragen noch viel zu schaffen machen werden, daß die„Nasenstüber", von denen Bamberger gesprochen, auf dessen Partei zurückfallen werden.„Nichts hat dem Liberalismus", fährt Redner fort,„mehr geschadet, als dieses radicale, unpatriotische Getriebe der Herren vom Freisinn. Den Nationalliberalen wird ihr „gemäßigter“ Liberalismus zum Vorwurf gemacht, aber der Liberalismus muß ein gemäßigter sein oder er wird nicht sein. Die Maßlosigkeit ist das Wesen der Fortschrittspartei und ihres Führers Eugen Richter; sein Haß gegen den Reichskanzler ist deshalb so groß, weil er die geistige Ueberlegenheit dieses großen Mannes sehr wohl fühlt, und dieser Haß macht ihn blind für alle Volksbedürfnisse(Bravo). Redner geht nun auf die Ultramontanen über und characterisirt auch die Maßlosigkeiten dieser Partei. Die Ultramontanen haben zwar den Nationalliberalen den Krieg bis aufs Messer erklärt, aber bange machen gilt nicht. Redner legt Verwahrung gegen die Entstellung von ultramontaner Seite ein, daß es sich um einen Kampf des Protestantismus gegen den Katholicismus handle. Redner richtet an die Ultramontanen die Mahnung, das Hetzen einzustellen, wenn gemäßigtere Elemente in der katholischen Kirche ans Ruder kommen, dann werde auch sehr bald jeder Kampf aufhören. Redner schließt mit den Worten:„Meine Herren! Die Aufgabe unserer Partei ist es, rüstig und unverdrossen, unbekümmert um den Haß der Gegner, nach eigener Richtschnur, ohne nach rechts oder links zu schauen, vorwärts zu gehen; denn wir sind eine Partei, die ihren Halt in sich selbst findet.“(Beifall.) Es folgte hierauf Herr Dr. Natorp:„Meine Herren! Es handelt sich für uns darum, die Stellung wieder zu erobern, die uns gebührt. Noch ist Westfalen für uns ein unfruchtbarer Boden; denn im Münsterlande und Sauerlande dominirt das ultramontane Element, im östlichen Teile herrscht die orthodox= protestantische Partei. Wenn wir nun unseren liberalen Gegnern einige Sitze abgewinnen wollen, so wird es einen schweren Kampf geben. Seit dem Tage von Heidelberg werden wir von drei Seiten angegriffen, von den Freisinnigen, die uns„Ja“=Brüder und Bismarckknechte neunen, von den Ultramontanen, die da rufen„wählt keinen Nationalliberalen“, von conservativer Seite in der Richtung der„Kreuzzeitung", die die Rede Bennigsens ein„Bramarbasiren" nennt. Ich sage aber, auch hier wieder bewährt sich das alte Wort„viel Feinde, viel Ehr“. Redner geht hierauf auf die Steuern ein. Dem indirecten Steuersystem ständen die Nationalliberalen wohlwollend gegenüber, verlangen jedoch entschieden, daß man den Weg der directen Steuern niemals ganz verlasse. Die Partei sei für zwei neue Steuern, nämlich für die höhere Besteuerung des fundamentalen Vermögens und für die Börsensteuer, aber nicht als Geschäftssteuer. Diese Steuer dürfe nicht wie Haß gegen das Capital geleitet werden, wie dies von den Agrariern zu sehen. Auch die Nationalliberalen seien warme Freunde der Landwirtschaft und die Bedeutung werde von ihnen nicht verkannt, aber durch einen Kampf gegen das Capital schädige sich die Landwirtschaft selbst. „Wem“, fährt Redner fort,„verdankt denn der Arbeiter seine Existenz? Doch nur dem Capital, und wem sind die Resultate der Capitalsarbeit zugute gekommen? Doch nur wieder dem Arbeiter." Redner spricht sich sodann gegen die reactionären Bestrebungen in der letzten Reichstagssession aus, die sich besonders gegen die Gewerbegesetzgebung gerichtet haben. Die nationalliberale Partei werde auch fernerhin mit aller Macht der polizeilichen Bevormundung entgegenarbeiten, wie solche z. B. gegen die Hausirer und Handlungsreisenden geschaffen sei. Redner spricht sich entschieden gegen obligatorisch: Innungen aus und charakterisirt die Stellung der Centrumsführer, die dieser Forderung gegenüber Versprechungen machen, dahin, daß damit nur den Wählern Sand in die Augen gestreut werden solle. Der Schwerpunkt unserer ganzen jetzigen Gesetzgebung beruhe in den socialreformaterischen Plänen des Kanzlers; hier sei die Scheidelinie zwischen dem Nationalliberalismus und den Deutsch=Freisinnigen. Diese wollen dem Staate nicht das Recht, bis zu einer gewissen Grenze in die individuelle Freiheit des Einzelnen einzugreifen, zugestehen; die Frage aber, wo diese Grenze zu ziehen, sei zwar schwer zu entscheiden, aber keinesfalls im Sinne des laisser faire der Freisinnigen. Redner erörtert sodann die Stellung seiner Partei zum Unfall=Versicherungsgesetz und ferner die Grundzüge des Programms der Nationalliberalen.„Wir werden,“ so schließt Redner seinen vom lebhaften Beifall begleiteten Vortrag,„daß der mittlere Bürger= und Bauernstand die ihm gebührende Stelle erhalte.“ Es folgt hierauf Herr von Heede:„M. H. Unser Vorgehen hat uns viele Feinde in den Reihen der Fortschrittspartei geschaffen, es heißt, daß wir einen Verrat an der gemeinsamen liberalen Sache begangen haben. Das ist nicht wahr, wir haben nur, wo es notwendig ist, Compromisse geschlossen; wir halten das für besser, als eine ewig nörgelnde, kleinliche Opposition. Das Hauptmittel der deutsch. freisinnigen Partei, die Wähler diesmal zu sich herüber zu ziehen, ist der Ruf:„Keine neuen Steuern!“ Es ist dies eine systematische, demagogische Aufreizung der Leidenschaften der Volksmassen."(Schluß folgt.) Nachrichten. * Geisenkirchen, 22. Sept. In den Garten. anlagen der„Gesellschaft Verein" hatte der Castellan der Gesellschaft gestern Früh= und Nachmittags=Concert und abends großes Feuerwerk arrangirt. Die unter der Leitung des Herrn Giesenkirchen musicirende Capelle schien in ihren Piegen mitunter recht dünn. Es schien uns, alz wenn der bessere Teil seiner Musiker auf der Hubertsburg bei Dortmund verblieben wäre. Das Feuerwerk fand allseitigen Beifall. X Schalbe, 21. Sept. Unserend Mitbürger, Herrn Stationsvorsteher Lenz, ist von Sx. Majestät der königl. Kronen=Orden 4. Klasse verliehen wotden. — Wie wir aus dem Jahresbericht der Handelskammer zu Bochum pro 1883 ersehen, bezifferte sich die Zahl der Arbeiter im verflossenen Jahre bei Böcker& Co. auf 689, bei Grillo, Funke& Co. auf 760, der Schalker Eisenhütte auf 169, dem Schalker Gruben= mHütten=Verein auf 450 durchschnittlich. Die Zeche Cdnsolidation beschäftigte im Durchschnitt 2155, die Gewerkschaft Orange in Bulmke 160 Arbeiter. 1 Ueckendorf, 19. Sept. Durch Herabfallen eines Gesteinsstückes erlitt gestern der Hauer Michael Ippendorf auf Zeche Alma eine erhevliche Verletzung am Kopfe, sodaß an seinem Aufkommen gezweifelt werden muß. Der Verunglückte ist verheiratet und hat 3 Kinder. 1 Ueckendorf, 21. Sept. Ein mit einem kleinen schwarzweißen Pferde bespannter Wagen irrte gestern Nacht in Ueckendorf über die Bochumerstraße und wurde durch den Zechenpolizeidiener Rauschendorf eingefangen und vorläufig auf Rhein=Elbe untergebracht. Von dem Eigentümer hatte man bis mittags noch keine Spur. — Zu Ehren eines zum Militair abgehenden Collegen hatten Samstag Abend die Beamten der Zeche Rhein=Elbe und Alma eine kleine Festivität im Beamten=Casino auf Rhein=Elbe veranstaltet, welche in der gemütlichsten Weise verlief und einen schönen Beweis für den unter den Beamten genannter Zeche gepflegten kameradschaftlichen Geist ablegte. * In Nettendorf wurde ein biederer Pole unangenehm überrascht, als er bemerkte, daß aus seinem Koffer sein sauer erspartes Baarvermögen von 67 Mark einen anderen Liebhaber gefunden hatte und mit diesem verschwunden war. Die Polizei verhaftete auch den als der That verdächtig Bezeichneten, mußte diesen aber mangels an Beweis wieder laufen lassen. * Der Gutsbesitzer und Beigeordnete Herr Fr. Middeldorf zu Eickel ist anstelle des verstorbenen Gemeindevorstehers, Herrn Möller zu Bickern, zum Kreistagsabgeordneten einstimmig gewählt worden. * herne, 20.=Sept. Der„Rh.=W..“ wird berichtet: Leider haben wir von hier aus eine Roheit zu registriren, welche die Durchfahrt Sr. Majestät unseres allverehrten, hochbetagten Kaisers im Gefolge gehabt hat. Ein junger Bursche, seines Zeichens ein Schlosser, hat nämlich gestern Nachmittag eine ganz ungeziemende, ungebührlich rohe Aeußerung über unsern greisen Monarchen sich erlaubt, wie eine solche überhaupt, der nur einigermaßen gesitteter Mensch, über einen alten Mann nicht einmal gebraucht. Der Bube war in hiesiger Eisenbahnwerkstätte beschäftigt und ist auch gestern Nachmittag dessen Entlassung und Verhaftung schon erfolgt. Eine nachdrückliche Strafe dürfte warnendes Exempel angezeigt sein.(Weshalb nennt der Herr Correspondent nicht den Namen des ungezogenen Wichtes. Red. der Emsch.=Ztg.) * In Zochum ereignete sich auf einem dortigen Werke ein bedauerlicher Unglücksfall. Beim Zerschlagen einer alten Kurbelwelle vermittels eines aus einer beträchtlichen Höhe herniedergehenden sogenannten„Fallbären“ flog ein unter der betreffenden Welle liegendes Stück Eisen dem Platz meister P. derart vor das rechte Bein, daß er ins evang. Krankenhaus(Augusta=Anstalt) überführt werden mußte. Wie wir hören, soll dieser Unfall eine Amputation des verletzten Beines zur Folge haben. * Der Regierungsbaumeister Spannagel ist von Siegen nach Portmund versetzt und wird bei dem dortigen Eisenbahnbetriebsamt beschäftigt. * In Lippkadt wird der diesfährige Westfälische Provinzial=Handwerkertag unter voraussichtlicher sehr reger Beteiligung am Montag den 29. ds. Mts. tagen. * In Crefeld hat in der Zeit vom 13. bis 15. September ein„Niederrheinisches Kegelverbandsfest“. stattgefunden. * In Mülheim a. Kh. führten drei junge Leute einen gelungenen Ulk auf dem Wege zu Merheimer Kirmeß aus. Dieselben mieteten sich einen Wagen und ließen dort an einer Wirtschaft halten, um noch mit dem fidelen Kutscher eine Labung vor der Reise zu nehmen. Dann stiegen sie durch die eine Thüre in den Wagen, krochen aber auf der anderen Seite wieder heraus, sperrten dafür einen Neufoundländer ein, klappten die zu und fort ging es im Trabe den Kirmeßfreude### zu. Auf dem Festplatz angekommen, steigt der Kutscher, wie üblich, vom Bock, öffnet den Schles mit dem Rufe:„Bitte, aussteigen, meine Herrschaften; Aber nichts entstieg dem Innern, sondern nur n knurrender Ton, dem Schnarchen ähnlich, ließ vernehmen, als er seine Hand hineinstreckte. Jes“ nahm er seine Laterne vom Wagen, um nach den „Herrschaften“ zu sehen, aber des grellen Licht scheines ungewohnt, sprang Nero, das schworf, Ungetüm, mit einem Satze heraus und war den verblüfften Kutscher über den Haufen, welcht noch heute seinen Freunden fest und sicher beteuert er habe den leiblichen Teufel zur Kirmeß gefahreh der seine Fahrgäste unterwegs geholt habe. Ber!t: Bert! Abus Nachen-Höngen Annener Gunstabl=Fabr Kreuberg, Gesellschaft f# Bochumer Bergwerks=A. Bochumer Gußstahlfabri Borussia, Bergwerk Dortmunder Bergwerke Dortmunder Union 600 „ 400 „„ 300 Dortmunder Union Sta „ Part.=Oblig Gelsenkirchener Bergw.= Georg=Marien=Bergwerk Harkort Bergwerk „ Maschin. Harpener Hütten Hivernia u. Shamrock Hörder Bergw.= u..=A do. zusam Louise Tiefbau Pluto Bergwerks=Gesel Westfälische Draht=Inde " Union Rbein.=Wenk. Induurte Der Kaise Anmeldungen zum Bezug unserer Zeitung können zu jeder Zeit erfols“ bei unseren Boten oder Expeditionen. Soeben 4 Uhr ist empfangen vom begei hof versammelten hoh sönlichkeiten wie der zum Schlosse aufgest beherbergt denn uns wieder den allgeliebter vielleicht mancher sich die bange Frage vor mal sei, daß Kaiser Niederrhein einen B wunderbares Geschick Rüstigkeit erhalten, di seinem Aussehen seit Das Schloß ist stehenden Besuches in außen und innen ren dieser Gelegenheit ein schichte desselben gewie Es ist ein schlie und Umgebung reizvoll den Eintritt und d Kaisers und seiner E Paares und anderer weit über seine ursprü den Rang, den ihm gewiesen hat, hinaus Schloß Benrath ist m hundert alt. Das Standesamts=Nach des Amtes Scha Geburten. Johann Oswold Bei d. Fabr. B. Peine. Hei S. des Maurer R. He Philipp Franz Augu Bergm. J. Bahmann. T. des Polizei=Sergean Heßler. Anna Maria E des Maschinenwärter F Braub. Lonise Rosa, T mermann A. Kegel, Bul T. des Bergm. Alb. Braub. Wilhelm Mich Bergm. Friedr. Amend Friedrich Johann Diedr Bergm H. Gerrißen, Hü Magdalena, T. des I Broscha. Auguste, T. F. Grabowski. Louis, H. Noll. Peter, S. de Zirwes. Wilselmine, A. Stach, Braub. Hug S. des Bergm. F. Now Ausgebot( Fabr. M. Pütz u Menges, Braub., beide Hounacker mit K. beide kath. Fabr. Fr. Bulmke, mit A. G. Fl kirchen, beide kath. 20 W. Beck mit Agathe Bulmke, beide kath. 2 Korell ev., mit Cath. E Melches, kath. Heiraten Bergm. J. E. H. F. Regina Gysbers, beide! Aug. DTominik, Braub. Waschkowitz geb. Bagin beide ev. Bergm. Hub. M. Michels geb. Tho Friedr. Wilh. Kleist, G. Waschk, geb. Wentz Sterbefäl Olga Finnemann, B 5 Mon. Anna Meure Mon. Friedi. Herm. Ju Bulmke, 1 Mon. Hein Kersting, 2 Mon. 7 T Christian Limberg. 4 1 Maurer, Schr Handlang erhalten dauernde Arb E. Niebel, Bauu Schalfe in 1 Gesucht m Tüchtige Zus für lohnende Accorda 2 Schmiede=K. telche den Förderwa ternen wollen. Gse Grevel& Co. 1 Gartentte der d Nach. esseriner! Herrn in ihren us, als auf der : Das itbürger, Majestät verliehen icht der hen, beflossenen Grillo, isenhütte =Verein olidation verkschaft Uen eines el Ippentzung am It werden 3 Kinder. i kleinen te gestern raße und dorf ein: rgebracht. tags noch bgehenden imten der tivität im et, welche n schönen nier Zeche Pole undaß aus vermögen gefunden die Polizei verdächtig n Beweis nete Herr des verMöller zu einstimmig .“ wird aus eine fahrt Sr. zn Kaisers che, seines tern Nachirlich rohe en sich erür einigerten Mann in hiesiger uch gestern ftung schon ürfte als (Weshalb en Namen msch.=Ztg.) n dortigen l. Beim vermittels ergehenden r der bedem Platzn, daß er talt) übersoll dieser Beines 1n 13. bis 15. rbandsfel? W it erfolgBerliner Börse. Berlin, den 20. September 1884. Industrie=Papiere. Nachen=Höngen Annener Gunstabl=Fabrik Kreuberg, Gesellschaft für Bergbau Bochumer Bergwerks=A. Lit. A. Bochumer Gußstahlfabrik Borussia, Bergwerk Dortmunder Bergwerke Lit. A. Dortmunder Union 600 Mark „„ 400„ „„ 300„ Dortmunder Union Stamm=Pr. „ Part.=Obligation Gelsenkirchener Bergw.=Actten=Ges. Georg=Marien=Bergwerks=Verein Harkort Bergwerk „ Maschin. Harpener Hütten. Hivernia u. Shamrock Hörder Bergw.= u..=Act.=Ges. do. zusammengen. Louise Tiefbau Pluto, Bergwerks=Gesellschaft Westfälische Draht=Industrie Union Rhein.=Westf. Induntrie Der Kaiser in Benrath. * Benrath, 18. September. Soeben 4 Uhr ist der Kaiser hier eingetroffen, empfangen vom begeisterten Jubel der am Bahnhof versammelten hohen Gäste und officiellen Persönlichkeiten wie der auf dem ganzen Wege bis zum Schlosse aufgestellten Menschenmenge. So beherbergt denn unser freundlicher Ort einmal wieder den allgeliebten greisen Herrscher und wenn vielleicht mancher sich bereits vor sieben Jahren die bange Frage vorlegte, ob es nicht das letzte mal sei, daß Kaiser Wilhelm seinem Schlosse am Niederrhein einen Besuch abstatte, so hat ein wunderbares Geschick den seltenen Mann in einer Rüstigkeit erhalten, die uns einen Unterschied in seinem Aussehen seit 1877 kaum bemerken läßt. Das Schloß ist aus Veranlassung des bevorstehenden Besuches im Laufe des Sommers von außen und innen renovirt worden. Es mag bei dieser Gelegenheit ein kurzer Rückblick auf die Geschichte desselben geworfen werden. Es ist ein schlichter, aber durch seine Lage und Umgebung reizvoller Fürstensitz, der nun durch den Eintritt und das mehrtägige Weilen des Kaisers und seiner Gemahlin, des kronprinzlichen Paares und anderer Prinzen und Fürsten in ihm weit über seine ursprüngliche Bestimmung und über den Rang, den ihm seitdem die Geschichte angewiesen hat, hinaus erhoben und geadelt wird. Schloß Benrath ist wenige Jahre über ein Jahrhundert alt. Das Decret, durch welches Karl Theodor, Kurfürst von der Pfalz und Herr der jülich=bergischen Lande, den Bau eines neuen Schlosses bei Benrath verfügte, ist aus Düsseldorf vom 18. December 1755 datirt, und fast volle zwanzig Jahre hat der nach dem Entwurfe des Oberbaudirectors v. Pigage und unter der Oberaufsicht des Statthalters Grafen v. Goltstein ausgeführte Bau in Anspruch genommen; der siebenjährige Krieg und der bayerische Erbfolgekrieg tragen ohne Zweifel die Hauptschuld an dieser Verschleppung. Witwensitz der Gemahlin Karl Theodors, wozu Schloß Benrath ursprünglich bestimmt gewesen, ist es nie geworden, denn der Kurfürst überlebte seine Gemahlin und schloß in hohem Alter eine zweite Ehe; die aus dieser nachgelassene Witwe aber hat niemals die jülich=bergischen Lande betreten. Das an der Gartenseite des Schlosses am Dachrande über dem Mittelportal angebrachte große steinerne Jagdbild von überlebensgroßen Figuren, in deren Mitte die Jagdgöttin Diana thront, deutet auf die Bestimmung des Baues als Jagdschloß hin, und in der That eignete es sich zu einem solchen, vermöge seiner Lage an einem ausgedehnten, dichtbestandenen und ringsum geschlossenen Parke, von dem große Strecken noch heute einen völligen Waldcharacter tragen, ganz vortrefflich. Hier mögen denn in Abwesenheit der auswärts residirenden pfälzischen und bayerischen Landesherren die jülich=bergischen Statthalter mit ihren Freunden und Gefolge den Freuden der Jagd obgelegen haben, zuletzt Prinz Wilhelm von Bayern, der zeitweilig im Schloß Benrath wohnte. Da kam die Zeit des großen Umsturzes aller am Niederrhein bestehenden Verhältnisse durch die französische Revolution und deren kriegerische Folgen. Sie schuf aus den pfälzisch=bayerischen Besitzungen am Niederrhein einen neuen Staat, der seinen eigenen Landesherrn empfing: das Großherzogtum Berg mit Joachim Murat an der Spitze. Dieser abenteuerliche Mann fand großes Gefallen an Schloß Benrath und seinem Parke; hier schlug er für die kurze Zeit, die er überhaupt in seinem neugebackenen Reiche zugebracht, seinen Wohnsitz auf, von hier pflegte er zu möglichst kurzem Aufenthalte in seiner Hauptstadt nach Düsseldorf zu galoppiren und— seltsam genug — das einzige, was noch heutigen Tages in Benrath an den General, Großherzog und König, der nur zu oft die Neigungen und Manieren eines Kunstreiters verriet, erinnert, ist eine waldumschlossene, sonnige Wiese im Schloßparke, die den Namen „Joachim Murats Reitbahn" führt. Die Franzosenherrschaft am Niederrhein verschaffte dem Schlosse Benrath auch die trübselige Ehre, den französischen Kaiser in seinen Räumen zu beherbergen; es war am 4. November 1811, als Napoleon nebst seiner Gemahlin Marie Louise, die doch wenigstens eines ächten Kaisers Tochter war, hier übernachtete. Das geschah bei Gelegenheit jenes Besuches des fremden Eroberers in Düsseldorf, den Heinrich Heine in einer Weise gefeiert hat, die man noch heute nicht ohne Schmerz und patriotische Scham gewahren kann. Das Jahr der deutschen Wiederherstellung 1815 machte Schloß Benrath zu einer preußischen Domaine. Von den Königen Preußens hat Friedrich Wilhelm IV. mehrmals und gern hier geweilt. Später wurde mit dem Düsseldorfer „Jägerhofe“, auch Schloß Benrath dem fürstlich hohenzollern'schen Hause zum Nießbrauch überlassen, und es lebt noch in der Erinnerung der Bewohner von Benrath und Düsseldorf die Zeit, die das junge erbprinzliche Paar von Hohenzollern glücklich und befriedigt in Schloß und Park Benrath zugebracht hat. Könnte man auch eine freundlichere Scenerie für das Glück und den Frieden einer jungen Ehe finden, als diese?— Im Herbste 1873 hat das genannte prinzliche Paar den Aufenthalt in Schloß Benrath aufgegeben und seitdem hat das letztere wesentlich keine andere Bedeutung gehabt, als die des beliebtesten, zumal des Sonntags häufig aufgesuchten Ausflugzieles der Düsseldorfer. Das Schloß hat 80 bis 90 Zimmer und die beiden Nebenflügel jeder 101 Zimmer. In gewöhnlichen Zeiten ist das Schloß, wie eben gesagt, unbewohnt, ebenso die Flügel mit Ausnahme einiger Beamtenwohnungen. Der große Schloßteich, der sein Wasser von dem von Hilden kommenden Itterbach erhält, ist von der nördlichen Seite von der Chaussee mit einer Ulmenallee umgeben, dagegen ist die südliche Seite frei, sodaß die Aussicht von und nach dem Schlosse ungehindert ist. Die Orangerie ist im untern Teil der Kaserne und wird, wie es auch ihr Name besagt, im Winter zur Aufbewahrung von Gewächsen benutzt. Jetzt ist sie schön renovirt und prachtvoll decorirt, sodaß es ein sehr schöner Speisesaal geworden, wo morgen das Paradediner stattfinden wird. Das sogenannte „alte Schloß" dient bekanntlich einer Escadron des 11. Husarenregiments als Kaserne. Soeben 6½ Uhr abends hat uns der Kaiser per Extrazug verlassen, um dem Ständefest und den seitens der Stadt getroffenen Veranstaltungen beizuwohnen. Die Drei=Kaiser=Zusammenkunft. * Skierniewiczy, 16. September. Der Kaisertag. (Schluß.) Natürlich reichten die Räume des Schlosses und dessen Annexe nicht aus, um ein so zahlreiches Hofgefolge zu beherbergen, so daß sämtliche Häuser des Ortes in Anspruch genommen wurden, und aus den unscheinbarsten Häuschen kamen silberne und goldene Epauletten zum Vorschein. Generäle, Hofherren und Caftanträger bilden augenblicklich die Bevölkerung des Ortes, der die Ehre hatte, am Morgen des Kaisertages selbst vom Fürsten Bismarck näher besichtigt zu werden. Der Fürst ging ganz allein, um sich die Umgebung des Schlosses anzusehen. Zwischen den elegantesten Hofwagen bewegten sich die primitivsten Vehikel polnischer Ureinwohner. Ein Bund Heu ist der Sitz, darüber liegt ein Stück Lumpen, den man besser thut, bei Seite zu schieben, und fort geht es über Stock und Stein, daß einem das Herz im Leibe wahrhaft erschüttert wird. Aber Berichterstatter will die Leser nicht weiter erschüttern mit der Schilderung ausgestandener Leiden, die er sich selbst durch seinen Leichtsinn zugezogen hat, das Insectenpulver mitzunehmen vergessen zu! haben. 10 Es wäre gar nicht natürlich, wenn die politischen Combinationen, die über diese Zusammenkunft in der Presse auftauchen, ausbleiben würden. Es wird in nächster Zeit gewiß viel in Leitartikeln georakelt werden, über dies und jenes, was in dem Conferenz=Salon des Fürsten Bismarck zwischen den Ministern alles aufs Tapet gebracht worden ist— Egypten und die Socialdemokratie, und die Congofrage und was alles für Explosionsstoff in der Welt angehäuft ist, Ihr Berichterstatter glaubt — er weiß es nicht, daß es zu gar keiner Verhandlung gekommen ist— d. h. zu keiner formellen, daß der Verkehr der Minister sich nur wenig über die Besprechungen bei der Cigarre und von Fauteuil zu Fauteuil hinaus ausgedehut hat. Damit soll nicht gesagt sein, daß man nicht gewußt hätte, gegenseitig zu einer einmütigen gewissen Stimmung zu kommen— aber man hat alle Veranlassung zu glauben, daß Zweck und Ziel dieser Entrevue nur secundär auf politischem Gebiete liegen, und daß die Wirkung sich vielleicht bald in gewissen Operationen kund geben wird, aber nicht kriegerischen Operationen. Als sichtbares äußeres Zeichen des günstigen Resultats der Drei=Kaiser=Begegnung sind wol die an Personen des russischen Hofes von unserem Kaiser verliehenen hohen Ordensauszeichnungen und Geschenke anzusehen, sowie vice versa die vom russischen Kaiser an die Reisebegleitung des deutschen Kaisers. Um nur eins hervorzuheben, hat Graf Herbert Bismarck das große Band des Stanislaus=Ordens erhalten, nachdem er am 16. zum Major ernannt worden war. Zur Verabschiedung Koiser Wilhelms hatten sich am PalastBahnhofe von Skierniewiczy die beiden Kaiser, die Großfürsten in preußischer Uniform eingefunden; Standesamts=Nachrichten des Amtes Schalke. Geburten. Johann Oswold Bernhard. S. d. Fabr. B. Peine. Herm. Robert, S. des Maurer R. Heuser, Blke. Philipp Franz August, S dis Bergm. J. Bahmann. Wilhelmine, T. des Polizei=Sergcant L. Heyde, Heßler. Anna Maria Elisabeih, T. des Maschinenwärter H: Kläsener, Braub. Lonise Rosa, T des Zimmermann A. Kegel, Bulmke. Alma, T. des Beram. Alb. Hoffmann, Braub. Wilhelm Michael, S. des Bergm. Friedr. Amenda, Bulmke. Friedrich Johann Diedrich, S. des Bergm H. Gerrißen, Hüllen. Maria Magdalena, T. des Fabr. Mich. Broscha. Auguste, T. des Fabr. F. Grabowski. Louis, T. des Fabr. H. Noll. Peter, S. des Fabr. I. Zirwes. Wilselmine, T. des Fabr. A. Stach, Braub. Hugo Wilhelm, S. des Bergm. F. Nowicki, Braub. Ausgebote: Fabr. M. Pütz mit M. G. Menges, Braub., beide kath. Fabr. L. W. Honnacker mit K. H. Stiebing, beide kath. Fabr. Fr. Pomberg, Bulmke, mit A. G. Flisse, Gelsenkirchen, beide kath. Maurer Joh. W. Beck mit Agathe Stommel, Bulmke, beide kath. Bergm. Karl Korell ev., mit Cath. Schröer geb. Melches, kath. Heiraten. Bergm. J. E. H. Fabricius mit Regina Gysbers, beide kath. Bergm. Aug. Dominik, Braub., mit Gottl. Waschkowitz geb. Baginskt, Bickern, beide ev. Bergm. Hub. Michels mit M. Michels geb. Thon. Beigm. Friedr. Wilh. Kleist, Bulmke, mit G. Waschk, geb. Wentzek, beide ev. Sterbefälle. Olga Finnemann, Braub., 1 J. 5 Mon. Anna Meurer, 11 J. 4 Mon. Friedi. Herm. Julius Hampel Bulmke, 1 Mon. Heinr. Bernhard Kersting, 2 Mon. 7 Tg. Johann Christian Limberg, 4 Mon. Maurer, Schreiner u Handlanger erhalten dauernde Arbeit bei Niebel, Bauunternehmer, Schalfe in Gesucht werden: Tächtige Juschlagtr für lohnende Accordarbeit, sowie 2 Schmiede=Lehrlinge, welche den Förderwagenbau erlernen wollen. & Co. in Schalbe. Mayfarth’s neue Patent-Dresch-Maschine hatsich vorzüglich bewährt, ist eine wichtige Erfinduns für die Landwirtschaft, well sie bei 2spännigem Betrieb das Getrelde vollständig reinigt, gerades, glattes Stroh liefert und kaum mehr kostet, als eine sonstige gewöhnliche Dresch-Maschine. Für Wasser- oder Damofkraft extra starke Ausführung mit doppeltem Wind.— Ueber 100 Stück in Betrieb; lobende Zeugnisse voll allen Besitzern. Ph. Mayfarth& Comp., Maschinen-Fabrik und Eisengiesserei, Frankfurt am Main. 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Gerpott auf Schmitthausen bei Cleve, die Herren Stadtverordneten Kaufmann Th. Remy und Thierarzt Angenheister hierselbst, sowie der Unterzeichnete. Die Anmeldungen nimmt entgegen Dr. Fürstenberg, Director. Es wurde vollständig ADRTAN BALDT'' Allgemeine Erdbeschreidung. Ein Handbuch des geographischen Wissens für die Bedürfnisse aller Sebildeten. Siebente Auflage. Vollkommen neu bearbeitet von Dr. Josef Chavanne. Mit 400 Illustrationen und 130 Textkarten. In 45 Lieferungen à 40 kr.= 75 Pf.= 1 Fr.= 45 Kop. Oder in 9 Abteilungen à 2 fl.= 3 M. 75 Pf= 5 Fr. = 2 N. 25 Kop., auch in drei eleg. Halbfranzbänden geb. à 7 fl. 20 kr.= 13 M. 20 Pf.= 17 Fr 60 Cts. = 7 N. 92 Kop. Die Auskattung ist eine durchaus sorgfältige. Jede Lieferung enthält vier Druckbogen(gleich 64 Seiten) Text. Die Abnahme kann in Lieferungen oder Bänden beliebig nach und nach erfolgen. 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Sie bezeben sich beide nach Deutschland. Ferner ging der russische Ehrendienst, General Graf Schuwaloff, General Baron Korff, der russische Flügeladjutant Graf Berg mit nach Alexandrowo, auch General von Richter, der sich zu den Manövern am Rhein begiebt, und der Botschafter General von Schweinitz, befanden sich im Zuge. Die ganze Bahnstrecke bis Alexandrowo war militärisch besetzt. Rechts und links des Geleises standen Posten mit geladenem Gewehr,„mit dem Rücken nach dem Bahndamme, um das Terrain vor sich im Auge zu haben, während zwischen ihnen wieder Posten patrouillirten. Vom Publikum sah man nichts weiter, als beim Vorüberfahren an Städten einzelne Gruppen, die von ferne durch Barrièren abgesperrt wurden, auf den Bahnhöfen nur Militär und was zum Bahndienst gehörte. Kurz vor Alexandrowo hielt der Zug stille, da eine Depesche den Kaiser erwartete. In derselben teilte, wenn man uns recht berichtet hat, Kaiser Alexander seinem kaiserlichen Großonkel mit,„daß daß 37. russische Dragoner=Regiment— nicht das 26., wie neulich irrtümlich gemeldet war, dessen Chef Kaiser Wilhelm ist, zum immer währenden Andenken fortan den Namenszug des deutschen Kaisers führen soll. Bekanntlich steht das Regiment in und um Moskau, und war eine Ehrenwache, bestehend aus einer Schwadron mit Musik und Standarte, nach Alexandrowo beordert worden, um seinem hohen Chef die Honneurs zu geben, bei dessen Eintritt in das russische Reich wie jetzt beim Verlassen desselben. Der Kaiser hatte die Uniform seines Regiments angelegt, schritt die Front ab und nahm dann im Bahnhofsgebäude das von der kaiserlichen Küche seivirte Frühstück ein. Nachdem sich der Ehrendienst, reich beschenkt und mit Orden ausgezeichnet, verabschiedet hatte, erfolgte die Weiterreise in die Heimat. Den Contrast in den öffentlichen Verhältnissen jenseits und diesseits der Grenze zu markiren, schien dieser warme sonnige Reisetag ausersehen zu sein. Drüben überall starres, totes Schweigen und hier im Vaterlande überall heller, voller Jubel. Von Thorn bis Berlin ging das so den ganzen Tag durch.— Namentlich an den Grenzstädten des Osteus, in Thorn, in Bromberg, schien die Bevölkerung besonders beeifert, dem Kaiser ihre Freude über seine glückliche Heimfahrt auszudrücken. Tausende und Tausende von Menschen waren auf den Bahnhöfen versammelt. Klirrend fielen die Scheiben der Thüren und Fenster, die sich ihrem Drange, den Kaiser zu sehen, hindernd entgegenstellten, das Publikum überflutete dermaßen die Bahnhöfe, daß die Vornstehenden Gefahr liefen, erdrückt zu werden. Diese gerade enthusiastische, freiwillige Aeußerung der Volksliebe schien auf den kaiserlichen Herrn einen tiefen Eindruck zu machen. In Thorn, in Bromberg, in Schneidemühl, in Kreuz, in Landsberg stieg er aus, nahm die ihm angebotenen Blumen entgegen und alle die Jubellaute, die ihn umtönten. Wo Krieger=Vereine, Schützengilden aufgestellt waren, schritt er die Front derselben ab, sprach mit einzelnen Leuten, wo sie gedient und ihre Auszeichnung sich verdient hatten. Namentlich herzlich war auch der Empfang in Landsberg. Es war die innere Freude des Volkes, seinen Landesvater frisch und wohlbehalten heimgekehrt zu sehen. Es lag keine Absicht darin, ein von dem Nachbarstaate verändertes Bild zu zeigen. Dieses ergab sich eben von selbst. Die„Post“ knüpft an diesen ihren Bericht noch folgende Wolff'sche Depesche vom 17. September. Bei dem gestrigen Familiendiner, welches einen durchaus intimen Charakter trug, wurden wie bei dem am Montag stattgefundenen keine Toaste ausgebracht. Die gestrige Vorstellung in dem kleinen Theater, das den dem Parke zugekehrten Teil des für das Schloß reservirten Bahnhofes einnimmt, hatte einen recht animirten Verlauf. Der Zuschauerraum enthält vier längere und einige kurze Sitzreihen, sowie zwei Säulennischen, von denen die eine den Zeitungs=Berichterstattern eingeräumt war. Der ganze Raum, in zierlicher morgenländischer Architectur gehalten, faßt höchstens 200 Personen, und so viele dürften auch anwesend gewesen sein. Um 9 Uhr erschienen die Allerhöchsten Herrschaften. Se. Majestät der Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef trugen russische Generals uniform, die Kaiserin hatte den Luisenorden angelegt, Kaiser Alexander und die Großfürsten trugen preußische Uniformen, die Herren des Gefolges hatten preußische Decorationen angelegt. Dreimaliges Händeklatschen war das Zeichen zum ginn der Vorstellung. Die Mitglieder des Warschauer Ballets führten unter Begleitung des Warschauer Theater=Orchesters Scenen aus Balleten und nationale Tänze auf, darunter einen Walzer, eine Mazurka und einen Czardas. Nach letzterem applaudirten Kaiser Alexander und die russischen Herren lebhaft. Die Mazurka wurde mit hinreißendem Elan getanzt, so daß lebhafter allgemeiner Beifall die Künstler belohnte. Zwischen der ersten und zweiten Abteilung zogen sich die Majestäten und viele der Gäste in die NebenAppartements zurück, wo Erfrischungen gereicht wurden, und erschienz nach einer Viertelstunde wieder. Die ganze Vorstellung währte über 1½ Stunden, worauf Thee servirt wurde. Für die Majestäten und die Großfürsten war in einem Seitenzimmer ein besonderer Tisch gedeckt. Nach dem Thee zogen sich die Allerhöchsten Herrschaften in ihre Appartements im Schlosse zurück. Die Abreise Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm und des Gefolges erfolgte pünktlich 8 Uhr morgens. Die glänzende Sutte hatte sich vorher auf dem Perron versammelt, während die Allerhöchsten Herrschaften in den weiten Räumen des Special bahnhofes sich herzlichst verabschiedeten. Fünf Minuten vor Abgang des Zuges traten dieselben auf den Perron hinaus, Kaiser Wilhelm führte die Kaiserin, Kaiser Franz Josef die Großfürstin Maria Paulowna, dann folgte Kaiser Alexander mit den Großfürsten, von denen sich Großfürst Michael Nikolajewitsch, von seinen zwei Söhnen und dem General Richter begleitet, zu den rheinischen Manövern begeben. Erneut Abschied nehmend, küßte Kaiser Wilhelm der Kaiserin erst den Mund und dann zweimal die Hand. Die Augen des greisen Monarchen waren vor Rührung feucht, auch die Kaiserin war sichtlich tief ergriffen. Hierauf küßte Kaiser Wilhelm der Großfürstin die Hand, umarmte und küßte drei mal den Kaiser Franz Josef, den Kaiser Alexander und die Großfürsten und sprach sodann dem im Halbkreise versammelten russischen und österreichischen Gefolge seinen Dank für die herzliche Teilnahme aus. Nachdein der Kaiser den Wagen bestiegen hatte, trat er salutirend ans Fenster und blieb in dieser Stellung, bis der Zug den Perron verlassen hatte. Die Kaiserin, die beiden Kaiser und die Großfürsten winkten noch mit der Hand Grüße zu und das Gefolge verbeugte sich tief, als sich der Zug in Bewegung setzte. Ein viermaliges donnerndes Hurrah aller Versammelten begleitete denselben. Kaiser Franz Josef hatte sich vorher von den Herren des deutschen Gefolges mit freundlichem Händedruck verabschiedet. Als die Allerhöchsten Herrschaften den Perron verließen, führte Kaiser Franz Josef die Kaiserin am Arme. In der Zeit zwischen der Abreise Sr. Majestät des Kaisers Wilhelm und der Abreise des Kaisers Franz Josef wurde Graf Kalnoky vom Kaiser Alexander in einer Abschiedsaudienz empfangen. Der Fürst Lobanoff tritt morgen die Rückreise nach Wien an. Der Minister des Aeußern, v. Giers, dürfte noch heute nach St. Petersburg abreisen. Graf Tolstoi und der Kriegsminister Wannowsky sind bereits dahin abgereist. Am Vormittag um 10 Uhr verließ auch der Kaiser Franz Josef Skierniewiczy. Dieselben Personen, welche Sr. Majestät dem Kaiser Wilhelm das Geleite gegeben, waren auch diesmal auf dem Bahnhofe versammelt. Nach herzlicher Verabschiedung in den Salons des Bahnhofes betrat Kaiser Franz Josef in russischer Uniform, die Kaiserin am Arm führend, den Perron. Kaiser Alexander folgte mit der Großfürstin Maria Paulowna und den Großfürsten Wladimir und Nikolai. Der Kaiser und die Großfürsten hatten österreichische Uniformen angelegt. Kaiser Franz Josef verabschiedete sich überaus herzlich von der Kaiserin, die ihm die Wange zum Kusse bot, küßte sodann der Großfürstin Maria Paulowna die Hand und umarmte und küßte dreimal den Kaiser Alexander, dem er herzlich die Hände schüttelte, mit warmen Worten für die schöne Aufnahme dankend. Hierauf umarmte und küßte der Kaiser zweimal die Großfürsten und sprach dem DivisionsCommandanten Dandeville, sowie dem RegimentsCommandanten, General Panjutin, seinen Dank aus. Alle Anwesenden, welche bereits die Bänder der ihnen verliehenen österreichischen Decorationen angelegt hatten, salutirten. Graf Kalnoky reichte inzwischen dem Minister v. Giers und dem Botschafter Fürsten Lobanoff, die mit dem Bande des Stephans=Ordens geschmückt waren, die Hand. Während Kaiser Franz Josef zur Plattform des Waggons hinaufstieg, reichte Kaiser Alexander dem Grafen Kalnoky die Hand. Ersterer verweilte bis zur Abfahrt des Zuges auf der Plattform, erhob, als der Zug sich in Bewegung setzte, salutirend die Hand nochmals, und rief dem Kaiser Alexander wiederholt Dank zu, worauf dieser mit den Worteu„bon voyage“ erwiderte. Großfürst Nikolaus rief„au revoir“ und gleichzeitig erscholl ein lautes, fünfmal wiederholtes Hurrah der Versammelten. Die General=Adjutanten von Wittgenstein, Baron Puschkin und v. Benckendorff gaben dem Kaiser bis Grauica, Oberst v. Kaulbars bis Wien das Geleite. Als der Zug den Blicken entschwand,“ ließ der Kaiser mehrere der anwesenden Herren, darunter Minister von Giers, Botschafter Fürst Lobanoff, Generaladjutant Gurko und Minister Wannowsky zum Handkuß zu. Nach 5 Minuten verließen die Majestäten, gefolgt von der Großfürstin Maria Paulowna und den Großfürsten, den Perron. Das kaiserliche Paar wird noch einige Tage im hiesigen Schlosse verbleiben, um zu jagen. Der Kaiser Franz Josef ist letzte Nacht wohlbehalten nach Schönbrunn zurückgekehrt und begiebt sich am Donnerstag Abend zur Eröffnung der Arlbergbahn.(Post.) Potterie zum Besten der Abteikirche Knechtsteden(Rh.) Ziehug unviedernd. 6. Oatr. 1884. Die Hauptgewinne sind massive Gold-Eier im reellen Werte von 15000 M. 2500 M. 2c. Lose à 1., 11 Lose 10 M. (Liste u. Porto 30 Pf.) vers. Gen.= Agent Mülhein(Nuhr). Den geehrten Bewohnern von OHeßler und Umgegend empfehle ich mich als Kleidermacherin. Für gutes Sitzen wird garantirt. Ottilie Sandmann, Hoßler, Nr. 90. Normal= Knochenmehl Nr. 0 ohne extra Leim=Entziehung unter Garantie von—4½% Stickstoff und 20—23% Phosphor=Säure empfiehlt billigst die von N. Wecks, zu Braubauerschaft. Dam,=Kang Falrerel und 45 chemische KeinigungsAnstalt für Herren= u. Demengarderobe Möbel und Decorati öbel und Decorationsstosse, Federn, Handschuhe u. s. w. von G. Geleucwski in Gelsenkirchen, der Post. 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Gigarrenfabrik, Von Gelsenkirchen nach Wanne 5,46.43 10,36.08 4,19 5,43.52 1,19[Wanne Abf. nach Münster 6,05 10,53 2,19 5,52 10,04 1,39.] Von Gelsenkirchen nach Deutz=Köln 5,34.12 8,49 11,30 12,32 .22 5,02 8,35. Von Wanne nach Dortmund 8,56 10,51 4,30 9,03 9,52.45 Herne Abf. 9,05 11,01 4,40 .13 1,56.] Von Gelsenkirchen nach Essen 5,20 6,44 8,13 11,40.50.34 (5,17 nur bis Kray) 7,24.05 (5,34 nur bis Langendreer) [von Kray nach Dortmund 6,58.56 12,02.45 5,39 8,17(11,37 nur bis Bochum)]. Von Bochum nach Ueckendorf=Wattenscheid 5,30 8,05 11,41 1,46 .30 7,20 10,46 9,02 svon Ueckendorf=W. nach Kray=Essen 5,43.55.21 11,54 1,59 3,43 7,30 9,15. Von Dahlbusch nach Essen.25 6,49 8,18 11,45 1,55.39 (5,22 bis Kray) 7,29 9,10. Von Dahlbusch nach Gelsenkirchen 5,58 7,31 9,05 12,15 4,01 2,53 .49 8,28 11,45. Von Essen nach Gelsenkirchen(rhein.) 5,25 6,49.47 11,53 2,36 5,30 .08 11,28. Von Essen nach Gelsenkirchen (Köln=Minden) 5, 20 8,15 10,00 .40 3,50 5,15 8,20 9,20. Von Herne nach Deutz=Köln 5,38 8,28 11,09 1,59 8,13(Wanne Abf. 5,26, 559 6,02.39 11,19 12,23 2,10 4,54.24 (11,04 nur bis Duisburg)]. Von Schalke nach Wanne 5,52 10,38 4,39 9,40. Von Schalke nach Sterkrade 5,53 .23 4,29 8,04. Von Wanne nach Schalke 5,40 9,15 2,20.55. Von Wanne nach Ueckendorf=Wattenscheid=Bochum 5,27.40 12,30 3,.55 5,29 8,00 10,07. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Wanne 5,47 10,30 2,01.05 7,35 9,18 1,07. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Dortmund 7,05 9,03 12,09 .52 5,46.24(von Ueckendorf=Wattenscheid nach Bochum von Wanne kommend.42 12,50 11,10.] Von Schalke nach BismarckWinterswyk 8,28 2,33 6,20.09. Von Schalke nach Essen 6,58.20 1,17 735. Von Essen noch Scholle.07.14 552 848.. 4 Von Herne nach Bochum 1,10 4,12 7,35. RonSochum nach heme d14.) 52. Nr. 94. Die Fenscher Zeit Beilage:„Illustri Raum 15 Vf., Re #-ch Dev Wah (Von conse Auf den Ko Amberg und Bre montanen Oresse alles daran setzen deutsch=freisinnig Reichstag zu brir die Führer des aufruf, den sie zeigen wollten, de lichung dieser Dre Die in diesen tung, es sei inz 1876— nichts des Centrums hät den Thatsachen aus. Aein Wort mühungen der Re ven um Wiederhe dens! Augenschei heit an die Stelle den Katholiken setzen und den W allmälig in der kat! 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