Nr. 205. Ain fater Gelsenkirchen, Dienstag, dean 2. Sepenber 1884. 10. Jahrgang. FFrüher: Der Reichsfreund Sinoere et constanter. ——* Adonnementspreis: Mark.51) vierteljährlich im Voraus. Man adonnurr außer bei der Expedition an Gelsenkirchen, Marktskraße 13, der allen Postanstalten und bei den Filial=Expeditionen: Rud. Eick. Herue: W. Walbeck, Wanne.— Druck und Verlag von F. Dienst m Gelsenkirchen Algemeines Organ für die Stadt Gelsenkirchen, für die Aemter Schalke, Ueckendorf, Wanne und Herne.— Anzeigeblatt für Gerichts= und Militär=Behörden. NLC. Zum 2. September. Seit langer Zeit hat das deutsche Volk seinen nationalen Festtag nicht mit so ungetrübter Befriedigung und mit so voller Begeisterung begehen können, wie es ihn diesmal in den weitesten Kreisen feiern wird. Hatte es lange den Anschein, als wolle die„Verfinsterung des nationalen Gedankens“, nicht wieder weichen, welche sich nach den ersten Jahren hoffnungsfrohen Schaffens über das geeinte Deutschland zu bereiten begann, so scheint es heute wieder wie das Aufleuchten eines neuen Morgens. In der innern Oolitik neigt sich, wie zahlreiche Anzeichen erkennen lassen, diejenige traurige Phase ihrem Ende zu, welche durch die unnatürliche Verbindung der Regierung und der conservativen Dartei mit der römisch gesinnten und partikularistischen Centrumspartei beherrscht wurde. Diese Oeriode ist zwar nicht ohne dauernde Folgen geblieben, zumal für die Stellung des Staates der römischen kirche gegenüber. Im wesentlichen aber war sie unfruchtbar und hat uns— Dank der Vorsicht der Regierung— nicht so weit zurückgeworfen, als reactionäre Schwärmer sich geträumt hatten. Vielleicht kann jetzt der historisch rückschauende Blick auch erkennen, daß eine solche Oeriode notwendig war, um im Volke diejenigen idealen Uräfte zur Reife gelangen zu lassen, deren das Reich zu seinem weiteren Ausbau bedarf. Daß diese Aräfte nicht in rückschrittlichen Ideen wurzeln können, darüber wird sich der klarblickende Staatsmann an der Spitze des deutschen Reichs kaum einer Täuschung hingegeben haben, als er den treuesten und begeistertsten Förderern des Reichsgedankens den Rücken wandte und die Unterstützung derjenigen suchte, welche er selbst als Reichsfeinde bezeichnet hatte— eine Unterstützung noch dazu, welche mehr einem fortwährenden heimlichen Kampfe glich und den Staat unersetzliche Opfer dem Ultramontanismus gegenüber kostete. Aber heute können wir wol zugeben, daß zu jener Zeit im Liberalismus Elemente vorhanden waren und einen wesentlich bestimmenden Einfluß übten, die, befangen in teilweise überlebten Doctrinen, den hochernsten Aufgaben einer mächtig herandringenden neuen Zeit nicht das erforderliche Verständnis entgegenbrachten. Der„Kampf zweier Weltanschauungen“, hat sich innerhalb des Liberalismus inzwischen vollzogen, und die Hoffnung ist nicht unberechtigt, daß diejenige Auffassung, welche den Staat als berufenen Cräger der Volkswohlfahrt anerkennt, je länger je mehr den Sieg behaupten wird gegenüber der Anschauung, welche die freiheit nicht in der Ordnung, sondern in der Willkür der Einzelnen zu finden meint. Nur so wird das deutsche Reich in wahrhaft freisinnigem Geiste und zugleich den Forderungen der Zeit und der Irene, die Braut eines Abends. Roman von M. Fischer. giebt wenige Männer, welche kalt gegen Frauenthränen sind, und Guido Kenmore machte von der Regel keine Ausnahme. Unruhig erhob er sich und trat an das Feuster, in die Nacht hinausblickend, um das verzweiflungsvolle Schluchzen nicht mehr zu hören. Da plötzlich sprang das junge Mädchen, hastig auf, und überrascht fuhr Guido zurück. „Ich kann auf Papa nicht warten,“ sagte sie entschlossen.„Die besten Tänze werden vorüber sein, wenn wir so spät hingehen. Sie werden mich hinabegleiten, Mr. Kenmore." „Ich bin zu der Festlichkeit gar nicht eingeladen,“ erwiderte er bestürzt. „Das thut nichts. Man wird Sie um Marys willen willkommen heißen. Ja, Sie müssen mit mir kommen! Das ist eine herrliche Idee und ich wundere mich nur, daß Sie selbst noch nicht daran dachten.“ „Aber ich bin nicht in Balltoilette,“ autwortete er, lächelnd seinen dunkelfarbigen Tuchanzug musternd. „Um so besser, mir ist jeder Frack verhaßt. Wissen Sie," bemerkte sie mit erschreckender Offenheit,„Sie sind so ganz anders, wie alle jene Gecken, die Mary und Ellie umschwärmen. Kommen Sie, Sie gehen mit, nicht wahr? Nur um mir eine Freude zu machen?“ „Kein Herr verweigert je eine Damer= eine Bitte," erwiderte er, nur unter heftigem Widerstreben nachgebend. Irene beachtete dies nicht. Sie beherrschte Volkswohlfahrt entsprechend weiter ausgebaut werden können. Die Klärungen im politischen Oarteileben haben befreiend gewirkt, und das zurückgedrängte und in Verwirrung gesetzte Nationalgefühl kann zu neuem Ceben erwachen. Es ist eine Freude, die Bahn fruchtbringender, ordnungerhaltender und segenspendender Arbeit am Daterlande geöffnet zu sehen. Jeder mag sie betreten, dem es ernstlich um die Erhaltung und Stärkung des Daterlandes, um die Wohlfahrt des Volkes zu thun ist. Nur wer in einem außerdeutschen Interesse, in unfruchtbaren Doctrinen oder in kleinlichem Widerspruchsgeiste befangen ist, kann dem großen Staatsmann, welcher voranschreitet, die Folge grundsätzlich versagen. Einen noch kräftigeren Anstoß aber erhält das nationale Gefühl in Deutschland von jenseit des Oceans. Mit einer ähnlichen Empfindung im Herzen, wie in jenen unvergeßlichen Ruhmestagen des deutsch=französischen Arieges, in denen der Blick des deutschen Volkes den siegreichen Heeren folgte, begleitet es heute die deutsche Flagge auf ihren fernen friedlichen Eroberungszügen. Wie wir vor vierzehn Jahren die Größe des Gedankens empfanden, als Nation neben den Nationen zu stehen, so empfinden wir heute, was es heißt, als Nation auch auf dem ganzen Erdball, zusammen zu halten, und überall, wo Deutsche ihren Fuß jenseit der Meere auf eigenes Land setzen können, die hand als Nation darauf zu legen und zu. sprechen: Dies ist unser! Was wir hofften vor 14 Jahren, das ist heute herrlich erfüllt. Das deutsche Reich ist unter der Leitung einer weisen und starken Regierung, die ihren Ehrgeiz allein in der Wohlfahrt des Landes findet, zu einer nach innen und außen gesicherten Friedensstellung gelangt; seine machtvolle und entscheidende Stellung im Rate der Völker benutzt es zu eigenem Wohl und zu niemands Schaden. Ein Hüter des Friedens, ist es von denen geachtet, die es nur fürchteten, und diejenigen werden seine Freunde, die es haßten. Das ist das Größte unter all dem Großen, was wir der Regierung unseres Kaisers Wilhelm und seines Ranzlers danken. Am heutigen Tag auf ihre äußeren und inneren Verhältnisse blickend, kann die deutsche Nation sich der erworbenen Güter von Herzen freuen.— „Dies ist unser,“ so laßt uns sagen und so es behaupten! §“ Der Wahlaufruf der Wir haben kürzlich die Sätze reproducirt, in denen sich der von dem Wahlverein der Deutschconservativen erlassene Wahlaufruf resumirt. Im allgemeinen wird man denselben, also den Schlußsätzen, auch von freiconservativer Seite zustimmen können. Wort für Wort möchten wir indeß den ganz und gar der Zorn und Eigensinn eines Kindes. „O, ich danke Ihnen, wir werden uns köstlich amüsiren!“ rief sie entzückt. Und ehe er noch antworten konnte, eilte sie aus dem Zimmer, um Maggie mitzuteilen, daß sie in Mr. Kenmores Begleitung den Ball besuchen werde, und sie dies ihrem Vater bei seiner Rückkehr melden möge. In ihrer Unschuld kam es ihr nicht in den Sinn, daß es unpassend sein, oder Mr. Brooke dagegen etwas einzuwenden haben könnte. Die alte Maggie, welche die Welt besser kannte, machte hundert vergebliche Einwendungen. Aber Irene lachte sie aus über ihre Besorgnisse und einige Minuten später hatte sie mit Guido das stille Haus verlassen, das wenige Stunden später der Schauplatz des erschütterndsten Dramas werden sollte. 3. Capitel. „Irene, mein Liebling, wie konntest Du nur so unüberlegt und thöricht handeln, in Mr. Kenmores Begleitung auf den Ball zu kommen? Weshalb hat Dich Papa nicht selbst herbegleitet?“ fragte Elaine Brooke, ihre schlanken, weißen Hände wie im Schmerze ringend.„Er hätte wissen können, daß Dein Erscheinen mit Mr. Kenmore Mary rasend machen würde." „Ich bitte Dich, Ellie, zanke nicht mit mir,“ bat Irene erregt.„Papa hatte die Absicht, mich auf den Ball zu führen, doch während ich Toilette machte, wurde er in einer geschäftlichen Angelegenheit abgerufen. Als ich in den Salon trat, fand ich dort Mr. Kenmore und in meiner Aufruf doch nicht unterschreiben. Es versteht sich von selbst, daß in einem Staate, dessen Bevölkerung in weitaus überwiegender Mehrheit christlicher Religion ist, die Gesetzgebung nichts enthalten darf, was den Grundsätzen dieser Religion zuwiderläuft. Es ist demnach auch vollständig richtig, wenn in dem Aufruf von einer auf christlicher Weltanschauung gegründeten socialen Reform die Rede ist. Damit ist nicht gesagt, daß diese sociale Reform nur aus der christlichen Religion hervorgehen könne, wol aber, daß die christliche Weltanschauung vor allem diese Reform fordert, denn eine der Grundlagen dieser Weltanschauung ist die reine uneigennützige Nächstenliebe. Warum sollen nicht auch Mohamedaner eine Arbeiter=Unfallversicherung ins Leben rufen können? Aber die Sorge für die positive Förderung des Wohles der Arbeiter und für die Sicherheit und Ergiebigkeit des Beistandes auf welchen alle Anspruch haben“— um die Worte des deutschconservativen Aufrufs zu brauchen — ist für den Christen nicht nur Sache des Vermögens, sondern es ist dies vor allem seine Pflicht. Der Aufruf fährt indeß fort:„Es gilt die realen Kräfte des christlichen Volkslebens zusammenzufassen zu corporativen Genossenschaften unter staatlichem Schutz und staatlicher Förderung.“ Hier scheint uns eine bedenkliche Verquickung der Religion mit der Politik und dem wirtschaftlichen Volksleben vorzuliegen. Der christliche Staat, von dem man solange sprechen darf, als wie gesagt, die große Mehrheit der Bevölkerung christlicher Religion ist, erfordert eine den Lehren des Christentrums entsprechende Gesetzgebung; aber er erfordert nicht den Ausschluß der Nichtchristen von den Wohlthaten dieser Gesetzgebung, ja, das würde sogar unchristlich sein. In die Praxis übersetzt würde der eitirte Satz lauten: Juden, Atheisten, Pantheisten, pure Deisten 2c. können nicht Mitglieder von Innungen, Berufsgenossenschaften und dergl. sein. Wahrscheinlich war bei der Abfassung des Aufrufs nicht beabsichtigt, soweit zu gehen; allein der Wortlaut des fraglichen Satzes läßt keine andere Deutung zu. Wie groß auch hier und da die Abneigung gegen die Juden speciell sein mag, die Zahl derer wird sicher verschwindend gering sein, welche wünschen, daß durch staatliche Gesetze ein indirecter Religionszwang geübt werde. Von fusionistischer Seite wird an dem Aufruf u. a. ausgesetzt, daß darin nicht gesagt werde, was man sich unter Alters= und Invalidenversorgung der Arbeiter vorstelle. Diese Ausstellung ist einfach lächerlich. Was unter Alters= und Invalidenversorgung zu verstehen ist, ist in der Beziehung selbst deutlich genug ausgedrückt; außerdem ist die Angelegenheit so vielfach discutirt, daß nachgerade jedes Kind wissen kann, um was es sich handelt. Daß man einem Wahlaufruf nicht fertige Gesetzentwürfe beilegt, liegt auf der Hand, ebenso daß die Conservativen keine Arbeiterversorgung wollen, welche Actionären Dividenden sichert. Anders liegt die Sache inbezug auf„eine festere corporative Verzweiflung bat ich ihn, mich auf den Ball zu führen.“ „Irene, versprich mir, daß Du nicht mehr tanzen willst!“ bat Elaine ängstlich. Irene schüttelte rebellisch den Kopf. „Das kann ich nicht", antwortete sie bestimmt. „Mr. Kenmore hat mich auf alle Tänze engagirt, und ich kann mein Wort nicht brechen.“ Elaine zuckte schmerzlich zusammen. „Irene," hob sie nach einem minutenlangen Schweigen an,„im Salon sind junge Mädchen Deines Alters, die Spiele und lebende Bilder aufführen, statt sich an dem Tanz zu beteiligen. Möchtest Du nicht zu ihnen gehen, wenn ich Dich darum bitte? Mama und Mary werden eher versöhnt sein, wenn sie Dich nicht mehr unter den Tanzenden sehen!“ „Ich fürchte mich nicht vor ihnen!“ rief Irene trotzig, doch, Thränen in den Augen Ellies erblickend, brach sie aus: „O, Ellie, Du weinst? Muß ich meinem„Vergnügen entsagen, um Dich zu beruhigen?“ In diesem Augenblicke zuckte Elaine zusammen und trocknete hastig ihre Augen. Mr. Kenmore näherte sich der Fensternische, in deren Schatten sie und Irene standen. Seine Augen hefteten sich bewundernd auf Elaine, als er sie erblickte. Wie sie Irene glich! Elaine war zweiunddreißig Jahre alt und besaß all' die Würde dieses Alters und all' den Zauber einer vollendeten Schönheit. Zahlreiche Bewerber bereits hatte sie abgewiesen. Allen unbewußt hütete sie einen Traum in ihrem Herzen, der sie gegen alle Bewunderungen kalt ließ. So schwanden die Johre und steis hatte sie Organisation des Handwerkerstandes.“ Werd obligatorische Innungen verlangt? Es ist niz lange her, daß sich conservative Redner im Reich tage gegen die Forderung von Zwangsinnung: erklärten, indem sie die Ueberzeugung aussprache daß mit ausreichenden Befugnissen ausgestatte facultative Innungen den vorhandenen Bedürfniss. getügen würden.„Festere corporative Organisatin des Handwerkerstandes“ kann bedeuten: Zwang innungen, es kann bedeuten: Erweiterung der 2# fugnisse der Innungen. Ist die letztere Ausleguy richtig, dann wäre es sicher nicht unangebracht a wesen, die Richtung, nach welcher diese Befugnis erweitert werden sollen, anzudeuten. Ist erstere Auslegung aber richtig, dann wäre erst rei eine Definition am Platze gewesen, da über de Wesen etwaiger künftiger Zwangsinnungen au unter den Freunden derselben noch recht abweichen Vorstellungen bestehen. Was über die Fortführu: der Wirtschaftsreform, Steuerreform im Sin ausgleichender Gerechtigkeit, parlamentarisches R# giment, Notwendigkeit der Erhaltung unserer Weh kraft und Schutz gegen revolutionäre Umsturzplär sowie parlamentarisches Regiment gesagt ist, en spricht im wesentlichen den in diesen Blättern en halten gewesenen Ausführungen. Wenn zu Schluß von einem„nach Parlamentsherrscha lüsternen Liberalismus“ die Rede ist, so beru dieser Satz wol nur auf der unseres Erachter irrigen Auffassung, daß der Liberalismus identis mit der Fusionistenpartei ist. In Wirklichkeit sir die Nationalliberalen die Vertreter des Liberali mus, die Fusionisten aber die des Radicalismu welcher allein für Deutschland das parlamentarise Regiem, d. i. die absolute Herrschaft der parlame tarischen Majoritätsfraction über das Land erstrel # Der chinesisch=französische Stre nimmt zur Zeit so allgemeine Aufmerksamkeit Anspruch, daß es vielen Lesern willkommen sein wir an die Entstehungsgeschichte desselben erinnert 3 werden. Frankreichs hinterindische Besitzung Tonkir war im Laufe der letzten Jahre so häufig vo chinesischen Flußpiraten heimgesucht worden, da die Pariser Regierung sich im Jahre 1882 z1 Entsendung einer Expedition entschloß, welche diese Treiben ein Ende machen und zugleich den frai zösischen Einfluß auf das benachbarte Königrei Anam neu befestigen sollte. Bereits im Somm vorigen Jahres war das soweit gelungen, daß d Widerstandsfähigkeit der Piraten gebrochen erschie und daß Anam in einem zu Hué abgeschlossene Vertrage die Schutzherrschaft Frankreichs anerkann und diesem die Leitung seiner auswärtigen Ai gelegenheiten übertrug. Dawider legte China Ve wahrung ein, dessen Kaiser sich seit lange als d Oberlehnsherren Anams ansahen und die Dazwischer kunft einer dritten Macht in dieses Verhältnis nich dulden zu können erklärten. Zu dem von der ihren Bewerbern ein sanftes, doch bestimmte „nein“ gegeben, worüber ihre Mutter zornig d Stirn runzelte und ihr Vater traurig den Kos schüttelte. In ihrem Herzen blieb sie ihrer erste Liebe getreu, obwohl sie wußte, daß sie ver gebens liebte. Doch von dem großen Weh, da sie erfüllte, war nichts in Elaines Zügen# lesen, als sie mit stillem Lächeln Mr. Kenmo entgegentrat. „Mr. Kenmore, ich bin gewiß, daß Sie Irei für die folgenden Tänze, die sie Ihnen versproche hat, entschuldigen werden,“ sprach sie gewinnen „Sie möchte mit den anderen Kindern im Salo Spiele aufführen." „Mit den anderen Kindern!“ rief Irene, en rüstet, daß man sie noch zu den Kindern zu zähle wagte. Doch ehe Mr. Kenmore seine Bereitwilligke ausdrücken konnte, rief sie plötzlich hastig: „Ja, aber ich gebe meinen Ritter nicht au Kommen Sie, Mr. Kenmore, Sie sollen mei Spielgefährte sein!“ Und mit silberhellem Lachen und triumphirenden Blick auf ihre Schwester nahm Irene seinen Ari und führte ihn mit fort. Mit tiefem Schmerz blickte ihnen Elaine nach. Der Versuch, Irene vo Mr. Kenmore fern zu halten, war umsonst gewesei Mit schwerem Herzen sah sie ihre Mutter um ihre Schwester auf sich zu kommen. Mrs. Broocke war eine immer noch hübsch brünette Dame; Mary eine dunkle, stolze Schönhe und drei Jahre jünger als Elaine. „Wo ist Mr. Kenmore?“ fragte sie schar „Ich verließ ihn, als er auf Dich zuschritt.“ Mary wandte ihre großen, blitzenden Auge voll auf Elaine. B iheren chinesischen Botschafter in Paris Tseng gedrohten Kriege kam es nicht, wol aber untertzte China die franzosenfeindlichen Rebellen, mit nen Frankreich an dem sog. Roten Flusse Krieg hrie und die sich in der Feste Bac=Ninh festsetzt hatten. Die Franzosen, denen die Einnahme ses Platzes erhebliche Opfer gekostet hatte, veragten von China Genugthuung und Entschädigung e den ihren Feinden gewährten Vorschub und da se nicht bewilligt wurde, erschien ein Zusammenß unvermeidlich. Zu allgemeiner Ueberraschung ad indessen eine Verständigung der streitenden ile statt; am 11. Mai d. I. schloß der fransische Bevollmächtigte Fournier zu Tientsin mit hina einen Vertrag ab, durch welchen die Pekinger egierung sich zur Zurückziehung ihrer auf dem iseitigen Gebiete befindlichen Truppen und zur währung bedeutender Handelsvorteile an die anzosen bereit erklärte. Ueber die Gültigkeit und die Ausführung dieses ertrages entstandene Streitigkeiten haben zu dem genwärtig entbrannten Conflict die Veranlassung geben. Bei Bac=Leh waren französische Truppen n einer überlegenen chinesischen Macht überfallen id mehrere hundert Mann niedergemacht worden, ne daß Frankreich dafür den geforderten Schadenatz erlangen konnte, dessen Betrag zuerst auf 10, dann auf 80 Millionen Francs beziffert irde. Um sich Satisfaction zu verschaffen hat : Admiral Courbet in voriger Woche die Stadt itschu beschossen, das dortige Arsenal zerstört und hlreiche chinesische Kriegsfahrzeuge in Grund gehrt, ohne daß eine Kriegserklärung erfolgt wäre; e es heißt, sollen auch noch die Bergwerke von lung besetzt und bis zur Gewährung der veragten Entschädigung in französische Verwaltung nommen werden. Zur Zeit sind die diplomatischen Beziehungen ischen beiden Staaten abgebrochen und sieht alle elt der Entscheidung darüber entgegen, ob es zu ter förmlichen Kriegserklärung von chinesischer #ite kommen werde. Frankreich beharrt auf der klärung, daß es keinen Krieg wolle, sondern diglich die Gewinnung von Sicherheiten für die willigung der ihm vorenthaltenen Entschädigung clange und diese nötigen Falls zu erzwingen ssen werde. „Germania“ zufolge eine sehr starke; es seien bis jetzt ca. 800 Anmeldungen eingegangen. Unter den Anwesenden befinden sich der Fürsterzbischof von Salzburg und die Bischöfe von Regensburg und Eichstätt. 8* Die Frage der Abhaltung einer Conferenz in Berlin, die sich vornehmlich mit gesundheitlichen Sicherheitsvorkehrungen in Egypten zu beschäftigen haben würde, ist vorläufig aufgeschoben. England ist nicht principiell gegen eine solche Conferenz, die englische Regierung will indeß erst die Rückkehr des Lord Northbrook abwarten, bevor sie in eine Discussion über die fragliche Angelegenheit einzutreten geneigt ist. Die Mission Lord North= brooks soll nur sechs Wochen dauern. §* Die Bundes=Regierungen sind der„Nat.= Ztg.“ zufolge in den allerletzten Tagen verständigt worden, daß die kaiserliche Verfügung wegen Anberaumung der Neuwahlen für den Reichstag für die uächste Zeit zu erwarten stehe, und es sich daher empfehle, um Zeitverlust zu vermeiden, die Wahlvorbereitungen möglichst zu fördern. §* Das Reichspostamt macht bekannt, daß Patagonien, Feuerland, die Staateninsel, sowie die an der Südspitze Amerikas gelegenen Inseln mit den Postämtern in Thunta, Arenas, Chubut, Puerto, Desadore und Santa=Cruz dem Weltpostverein einverleibt sind. Ferner, daß Egypten denjenigen Ländern des Weltpostvereins beigetreten ist, nach welchen Postkarten mit Antwort abgesandt werden können. 8“ In unterrichteten Kreisen wird versichert, daß die nach Australien gehende Corvette„Elisabeth Tages=Rundschau. 8“ Ferlin, 1. September. Die Dreikaisersammen kunft findet, wie in Berliner politischen reisen verlautet, im Laufe dieser Woche statt. * Der Kaiser hat heute Babelsberg verlassen id wieder in seinem hiesigen Palais Wohnung nommen, wo er bleiben wird, bis er die Reise r Dreikaiserzusammenkunft und dann zu den anövern am Rhein antritt. Auch die Kaiserin heute von Babelsberg hieher übersiedelt und ich die königlichen Prinzen, mit Ausnahme der voller Besserung befindlichen Prinssin Wilhelm und des Prinzen Heinrich, ben mit Rücksicht auf die morgige Kaiserparade s Gardecorps seit gestern ihre Wohnung wieder Berlin genommen. §* Der Zustand der Prinzessin Wilhelm nach dem heute hier eingetroffenen Bulletin anuuernd befriedigend, Complicationen sind bisher cht eingetreten. Da der fernere Verlauf der cankheit voraussichtlich ein sehr langsamer sein rd, werden von jetzt ab Bulletins nur von Zeit Zeit erfolgen. * Der königlich preußische Gesandte beim päpsthen Stuhle, v. Schlözer, ist nach achttägiger zwesenheit von Berlin gestern Abend aus Lübeck er wieder eingetroffen und hat im Hotel du Nord sohnung genommen. §“ Heute ist in Amberg die Katholiken= rsammlung zusammengetreten. Zum Präsinten wurde der bekannte Abgeordnete Frhr. von uene, zum ersten Vicepräsidenten Graf Kufstein is Oesterreich, zum zweiten Vicepräsidenten Landesrichtsrat Schmidt aus Amberg gewählt, die Beiligung an der Generalversammlung ist der weder in Australien, noch in Neu=Guinea irgend welche politische Aufgabe zu lösen habe. Die von dem Schiffe eingeschlagene Route war von mehreren Seiten mit Colonisationsplänen in Verbindung gebracht worden. * Brüssel, 31. August. Die Kundgebung der Liberalen begann um 2 Uhr und endete gegen 5 Uhr. Die Zahl der Teilnehmer wird auf 90 000 geschätzt. Eine Deputation überreichte im Palais eine Adresse. Die Ordnung wurde nirgends gestört * Kom, 31. August. Die clericalen Journale werden morgen eine päpstliche Encyclica an den gesamten katholischen Episcopat veröffentlichen, welche, an die vorjährige Encyclica bezüglich der Rosenkranz=Andacht erinnernd, zu erhöhter Andacht ermahnt, um den Triumph der Kirche zu sichern und Italien vor weiteren Verheerungen der Cholera zu bewahren. letzten Ereignisse bewiesen, daß diese Auffassung sich unwiderstehlich durchsetzt, und daß die Wunden, welche der große Krieg seinen Teilnehmern geschlagen hatte, allenthalben im Vernarben begriffen sind. Verdächtigungen der Redlichkeit und Friedensliebe des deutschen Reiches und seiner Regierung begegnet man nur noch bei denen, die erklärte Gegner der gesamten bestehenden Ordnung sind. Dieser Gunst der äußeren Bedingungen unserer Existenz ist es zu danken, daß die Einsicht in die wahren Bedürfnisse einer ersprießlichen inneren Entwickelung Deutschlands sich von Jahr zu Jahr befestigt. Die ungeheure Mehrheit der Nation hat sich der Wahrnehmung nicht verschließen können, daß die auf die wirtschaftliche Kräftigung des Vaterlandes und die Ausgleichung der socialen Gegensätze gerichteten Bestrebungen der Regierung von reichen Erfolgen begleitet gewesen sind und daß es auf dem eingeschlagenen Wege mutig weiterzugehen gilt. Innerlich erstarkt, ist Deutschland nicht nur in die Lage gekommen, auf die Erweiterung der Absatzgebiete seines Gewerbefleißes Bedacht zu nehmen, sondern den Ueberschuß seiner Volksraft zusammenfassen und der colonisatorischen Thätigkeit der Nation bestimmte Gebiete anweisen zu können. So begehen wir die Feier der Wiederkehr des Tages aller Deutschen in gedethlich aufstrebender, vertrauensvoller Friedensarbeit! Mit seinen großen Zwecken ist das deutsche Volk selbst gewachsen und zu dem Bewußtsein gelangt, daß seine Zukunft bedingt ist von dem treuen Festhalten an den ein mal gewonnenen Grundlagen staatlicher und religiöser Bildung. * Dem„Memorial Diplomatique“ zufolge hätten sich die Großmächte gegen eine Abdankung des Vicekönigs von Egypten zugunsten eines seiner Söhne, für den Nubar Pascha die Regentschaft übernehmen würde, ausgesprochen. Gleichzeitig wird aber noch erklärt, daß englischerseits ein solcher Vorschlag überhaupt nicht gemacht worden sei. Der Tag von Sedan wird von dem deutschen Volke zum vierzehnten male in Mitten der Segnungen des Friedens festlich begangen. Dauernder Befestigung des Friedens hatte es gegolten, als die Nation zum letzten male unter die Waffen gerufen wurde, und dieser Preis der damals errungenen Siege ist uns, Dank einem gnädigen Geschicke, bis heute erhalten geblieben. Und mehr als das! Das Mißtrauen, von welchem die nationale Wiederherstellung Deutschlands während der ersten Jahre nach Aufrichtung der neuen Ordnung umgeben war, ist mehr und mehr der Ueberzeugung gewichen, daß die Sammlung und Zusammenfassung der deutschen Volkskraft eine Bürgschaft für die Erhaltung des Einvernehmens der europäischen Mächte, eine Befestigung des äußeren und des inneren Friedens bedeutet. In erfreulicher Weise haben gerade die Xa Gelsenkirchen, 2. Sept. In der„Flora“ fand gestern Abend das vor einigen Tagen angezeigte Concert der Geschwister Olk aus Berlin statt. Infolge der herrschenden Sedanstimmung und wol auch, weil die Erneuerung der betr. Anzeige unterlassen, war der Besuch leider ein sehr schwacher. Hugo Olk, dem 12jährigen Dirigenten dieser kleinen, aber gediegenen Capelle, geht ein guter Ruf vorauf. Wir hatten bereits im vorigen Jahre Gelegenheit, den talentvollen Schüler des Herrn Prof. Joachim im Palmengarten zu Hannover kennen zu lernen, wo er durch die vorzüglichen Leistungen als Solo=Geiger den reichsten Beifall erntete.— Das gestrige Programm war ein sehr reichhaltiges und erregten die mit feinem Verständnis vorgetragenen Piécen die allgemeine Aufmerksamkeit. Wie in der ersten Anzeige bemerkt, gedenkt die Concert=Gesellschaft sich hier nur kurze Zeit aufzuhalten; dem kunstsinnigen Publikum können wir daher nur empfehlen, mit dem Besuch der Concerte nicht lange zu zögern.— Das zweite Concert findet heute bereits um 5 Uhr nachmittags statt, da nach Schluß desselben, zur Feier des Sedantages, ein Ball arrangirt werden soll. * Ungefähr dreißig Mitglieder des hiesigen Schützenvereins fanden sich am Samstage nachmittags 4 Uhr im Hotel Feller zu einer gemeinschaftlichen Fahrt zum Wattenscheider Schützenfest ein. Dort angekommen, wurden denselben Plätze in der Nähe des Thrones angewiesen. Der Herr Vorsitzende des Wattenscheider Schützen= Corps drückte im Namen desselben seine Freude über den Besuch der Gelsenkirchener und brachte in diesem Sinne ein dreifaches Hoch aus. Beim Rundgange des Königspaares und Gefolge vom Throne wurde den Gelsenkirchenern die Ehre zu teil, sich anzuschließen. Heiter und fidel verliefen die Stunden, wobei das„Feuer der deutschen Weingesellschaft von Duhr u. Co. in Köln" herrlich mundete. * Der Schalterdienst für Post und Telegraphie ist heute auf die Zeit von morgens—9 Uhr und nachmittags von—7 Uhr beschränkt. Nachdem die Bibliothek des evangelischen Arbeiter=Vereins wiederum mit einer Anzahl wertvoller Schriften bereichert worden ist, zählt dieselbe nunmehr annähernd 700 Bände, welche einen Wert von weit über 1000 Mark repräsentiren. Die Bücher sind teils belletristischen, teils wissenschaftlichen Inhalts, so daß die Leser nach jeder Seite hin befriedigt werden können. Die Benutzung der Bibliothek seitens der Mitglieder und Ehrenmitglieder ist daher selbst in den Sommermonaten noch eine recht gute gewesen und wird sich dieselbe jedenfalls im nächsten Winter verdoppeln. Im vorigen Jahre wurden wechselnd ca. 10000 Bücher ausgeliehen. Damit die Leser eine ihren Wünschen entsprechende Lectüre erhalten, hat der Vorstand ein vollständiges Verzeichnis sämtlicher Bücher angefertigt und ist dasselbe in nächster Woche in der Bibliothek gedruckt zu haben. X Schalke, 2. Sept. Zu Ehren des Sedantages haben die öffentlichen und viele Privat=Gebäude festlich geflaggt. Eine öffentliche Feier findet nicht statt; sogar die Schulkinder müssen auf den sonst üblichen Festzug, Spiele, Bewirtung 2c. verzichten. Wo der Grund hierfür zu suchen, wissen wir nicht anzugeben.— Der Kriegerverein wird seine eigentliche Sedanfeier erst am 7. cr. begehen; vom Trommler= und Pseifer=Corps wurde zur Vorfeier gestern Abend ein Zapfenstreich ausgeführt, welchem ein recht gemütliches Zusatmensein im Vereinslocal beim Kamerad Krummel folgte. In patriotischen Gesängen und Ansprachen gaben sich die Gefühle der Krieger— in Erinnerung an die glorreichen Tage des Jahres 1870/71— kund, und köunen wir wirklich sagen, daß uns nach Verlassen der kleinen Festlichkeit auch die Melancholie verlassen hatte, die uns beim Einatmen der diesjährigen lauen Schalker Sedanluft ein paar Stunden vorher beschlichen!— * In Weitmar mißhandelte vor einigen Tagen ein Fuhrmann aus Bochum sein Pferd derart, daß es infolge von den dadurch gemachten Anstrengungen stürzte und tot liegen blieb. Die Polizei hat sich der Sache bereits angenommen. * In Witten war in einem dortigen EngrosGeschäft ein Hausknecht bedienstet, der das Vertrauen seines Chefs in dem Maße besaß, daß er zugleich den Posten eines Lageristen versah. Vor kurzer Zeit wurde nun in dem Geschäfte ein neuer Commis angestellt, der die Kunden in der Stadt besuchte, um seine Waren auszubieten. Bei einem dieser Besuche fand er eine unerwartete und unangenehme Concurrenz in einer Frau, welche die Gattin eines Mannes war, der mit dem Hausknecht sehr befreundet erschien. Die Frau bot Caffee und Speck infolge sehr billiger Bezüge aus Elberfeld zu außergewöhnlichen Preisen aus. Das erschien dem Commis verdächtig, er recherchirte weiter und es ergab sich, daß der Hausknecht mit dem befreundeten Ehepaar Jahre lang systematisch die Vorräte des vertrauensseligen Kaufmann geplündert und demselben mit seinen eigenen Waren bei den Geschäftsfreunden Concurrenz gemacht hatten. Die„stillen Teilhaber“ wurden verhaftet und nach Hagen in das Gefängnis abgeführt. * Legden hat ein großes Unglück getroffen. Nicht weniger als 30 Häuser, so berichtet der„W. .“, wurden ein Raub der Flammen und 35 Familien sind dadurch obdachslos geworden. Das Feuer brach gegen 10 Uhr Morgens, als viele Bewohner zu einem Viehmarkte abwesend waren, in der Scheune des Herrn S. aus; auf welche Weise ist noch nicht aufgeklärt. * In Schwelm fand eine Localversammlung des nationalliberalen Vereins statt, in welcher Herr Aug. Sternenberg(früherer Landtagsabgeordneter für den Kreis Hagen) einen Vortrag über das neue Krankenkassen= und Unfallversicherungsgesetz hielt. Redner erörterte in klarer und faßlicher Weise die Vorgeschichte, Entwickelung und Tragweite des Gesetzes, dessen Einrichtungen darlegend und diese auf die Stadt Schwelm und die dortigen Gegenden anwendend. Redner hofft, daß die Segnungen des Gesetzes auch in dortiger Gegend bald erkannt und anerkannt werden. Es wurde von der Versammlung auch die Llenderung des bisherigen Namens in„Nationalliberaler Verein" beschlossen. * Die Ehe eines Priesters. In dem Bezirke Leoben spielte sich vor einigen ahren ein Dorfroman ab. Der an der dortigen farre wirkende katholische Priester N. L. hatte sich eine Lehrerin der Volksschule desselben Ortes rliebt. Nach vielen Kämpfen mit den Eltern r Lehrerin beschlossen beide, nach Sachsen zu hen, wo sie, nachdem sie die Entlassung aus dem terreichischen Staatsverbande erhalten hatten, die taatsbürgerschaft im deutschen Reiche erwarben, m Protestantismus übertraten und dann am 27. all 1881 sich ehelichten. Ein Jahr später kehri sie in ihre Heimat zurück und erhielten beide ie Anstellung an einer Schule. Kaum zwei konate, nachdem sie in der Heimat ansässig geesen, kam an die Statthalterei in Graz eine nzeige des bischöflichen Ordinariats, daß„N.., n Apostat und ehemaliger katholischer Priester, it der Lehrerin M. trotz des öffentlich rechtlichen indernisses der höheren Weihen eine Ehe geslossen hat und mit ihr lebe.“ Infolge dieser nzeige leitete das Landesgericht eine Untersuchung er die Rechtsgültigkeit dieser Ehe ein. Die heleute bestritten jedoch in erster Linie die Comtenz des österreichischen Gerichtes, weil sie Ausnder geworden sind, und weil einem anderen taate, also auch dem österreichischen, die Befugnis cht zustehen könne, ohne triftige Veranlassung e Untersuchung der Gültigkeit einer von Ausndern im Auslande geschlossenen Ehe durchzuhren. Der Gerichtshof wies jedoch die Einendung der Incompetenz zurück, indem er erklärte: ine Untersuchung dieser Art muß von Amtswegen eingeleitet werden, wenn es sich um ein öffentliches Interesse handelt, wenn zu erheben ist, ob durch die Eheschließung nicht eine Gesetzesvorschrift verletzt wurde, welche dem öffentlichen Rechte angehört. Nach den gepflogenen Erhebungen hat N L. hier seit August 1881 wieder seinen ordentlichen Wohnsitz genommen, und zwar in seinem Heimatsbezirke zu C. in Steiermark, wo seine frühere Eigenschaft als Priester der römisch= katholischen Kirche der ganzen Bevölkerung bekannt ist, und wo er, ursprünglich auch seinen priesterlichen Beruf ausgeübt hat. Bei diesem kurzen Aufenthalte des N. L. in jenem Staate des Auslandes, welchem er von nun an als Staatsbürger angehören solle, könnte es für die Bevölkerung, in deren Mitte er zurückkehrte, und überhaupt im Inlande nicht offenkundig sein, daß er als Protestant und Angehöriger eines fremden Staates eine angeblich nach ausländischen Gesetzen zu beurteilende Ehe geschlossen habe, während es nicht blos in seiner Heimatsgemeinde, sondern auch in den weiteren Kreisen als bekannt gelten konnte, daß er österreichischer Staatsbürger und katholischer Priester war und eine nach österreichischen Gesetzen ungültige eheliche Verbindung eingegangen ist. Zu diesem Ende ist eben die Einlettung einer Untersuchung nötig, und zu einer solchen ist nach dem Gesagten ein österreichischer Gerichtshof competent. Das Oberlandesgericht und der oberste Gerichtshof in Wien, an welche die Eheleute recurrirten, bestätigen den Ausspruch der ersten Instanz, sodaß also die Competenz der österreichischen Gerichte zur Beurteilung einer im Auslande von Ausländern geschlossenen Ehe in diesem Falle anerkannt wu de. Nunmehr beginut der meritorische Streit über die Rechtsgültigkeit der Ehe.— Juteressant ist die Thatsache, daß der oberste Gerichtshof in einer Entscheidung vom 26. Januar 1881 in einem ganz ähnlichen Falle erklärt hat, daß die österreichischen Gerichtshöfe zur Beurteilung eines solchen Eheprocesses nicht competent seien. * Cholera. Ueber die Art und Weise, wie die Cholera nach Spezzia verschleppt wurde, berichtet die „Perseveranza“: Bekanntlich befand sich in einiger Entfernung von Spezzia eine Quarantäne=Station, wo sämtliche aus Frankreich kommenden Schiffe die festgesetzte Zeit vor Anker liegen mußten. Die Quarantäne wurde mit äußerster Strenge durchgeführt, sodaß die Bevölkerung von Spezzia völlig unbesorgt war. Im Juli und in den ersten Tagen des August waren allerdings in Spezzia zwei verdächtige Erkrankungen vorgekommen, die aber wenig Beachtung fanden. Der Umstand, daß die Quarantäne=Station schließlich ganz leer war, ließ die getroffenen Maßregeln überflüssig erscheinen. Am 20. August fand in Spezzia bei der Beerdigung eines Unteroffiziers der Marine eine größere Ansammlung von Menschen statt. Der Unteroffizier sei„möglicherweise“(!) an der Cholera gestorben. Am folgenden Tag fanden sich zu einer musikalischen Abendunterhaltung ebenfalls eine ungewöhnliche Zahl von Soldaten und Seeleuten in der Stadt ein. Tags zuvor war der Dampfer„Stadt Genua“ eingelaufen, auf dem einige Fälle vorgekommen waren. Zugleich trat Regenwetter, Feuchtigkeit und Kühle ein. Die Folge aller dieser Umstände, bei denen die italienische Sorglosigkeit nicht die geringste Rolle zu spielen scheint(?), war das rapide Umsichgreifen der Cholera. Der „Temps“ erzählt: In Spezzia entdeckte man, daß die ersten Personen, die an der Cholera starben, heimlich in den Gärten verscharrt wurden, ohne daß man ordentliche Gräber geöffnet hätte. Der reichliche Regen, der in den letzten Tagen fiel, verursachte dann die pestilenzialischen Ausdünstungen, welche die Seuche fortpflanzten. Die Bevölkerung des Quartiers Porto in Neapel mißhandelte und verwundete om 26. August einen Arzt, der einem Cholerakranken seine Bemühungen zu widmen gekommen war. Die Menge bezeichnete ihn als Giftmischer. In den 24 Stunden von Freitag Mittag bis Sonnabend Mittag sind in Marseille 8, in Toulon 1, in Hérault 3, in Gard 1, in Aude 4 und in den Ostpyrenden 8 Personen an der Cholera gestorben. In Italien sind am Freitag in den Provinzen Aquila, Vergamo, Bologna, Campobasso, Cremona, Cuneo, Genua, Massa e Carrara, Neapel, Parma, Turin insgesamt 117 Erkrankungen und 56 Todesfälle— davon in Busca 21 Erkrankungen und in Spezzia 24 Erkrankungen und 6 Todesfälle— vorgekommen. * Heute Vormittag hatte Min. von Geldern abfahrend hmidt das Unglück, zwischen Trittbrett zu stürzen. O lungen der Unglückliche### hnten die Passagiere nicht a gefährliche Trittbrettlaufer den! * In Elberfeld wurde von hmissar Gottschalk bei ein Franzensstraße eine Haus sischen Druckschriften u. s. selbe war von Erfolg; u Herr Commissar über 100 pnisse Lassalles. aj. unseres Kaisers nentlich wird das Schlo en Umgebung ausgeschmi haßen instand gesetzt u. kanlassung und infolge eine königlichen Generalcommat os, daß wegen veränderter jährigen Herbstübungen d rendienste im Hauptquartier mehr vom 18 bis 24. 6 ihl einquartirt wird, hat d beschlossen, die diesjährige 14., 15. und 16. Sept * In Brützl ist man u sigen zum festlichen * In Tachen wurden vo Kinder eines Pferdebahn=Co 10, 11 und 14 Jahren dage gebissen. Die Kinder siches sich erst seit einige es Vaters befand, geneckt alle drei Geschwister sch mußten die beiden jüngste hen werden, während das ä pflegt wird. Dem einen K mmlich zerrissen worden. D Departements=Tierarzt un Tollwut sind glücklicher 2 rden, doch ist das Tier bis sobachtung eingesperrt worden * In Vonn hat der Ga hrbereitungen getroffen, um wesenheit des Kaisers in B her geschehen ist, die sonarchen auf's prächtigste nücken— Eine fremde eine Amerikanerin, spre # dem am Schänzchen liege hein und ertrank. Die Au fünde des Selbstmordes fehl Bekanntmachung. Vom 1. September cr. ab bi weiteres ist die Heinrichstraß den Verkehr mit Fuhrwei perrt. Gelsenkirchen, 30. August 1884 Die Polizei=Verwaltung: Vattmann. Tüchtige rdarbeiter ucht. A. Kusche, Gelsenkirchen 8 bis 10 tüchtige Mäurer nd Handlange dauernde Beschäftigung(auc Iinter) sofort gegen hohen Loh #ucht von Werner, Hotel Funke. Auf 1. Oetober wird ein kädchen, iches perfect kochen kann, gege Ohen Lohn gesucht. Bochum, Rottstr. 44. Ein Dienstmädchen 15. September gesucht. halte, Friedrichstr. 26 in Mädchel halbe Tage auf sofort gesu Alo, zu erfragen under Nr. 11 der Exped. d. Bl. Eine erste Arbeiter für Rleioer und Costümes ucht von rnh. Ferse, Schall sofort ein Kindermädchen Pie auf 15. October ein auch melken kann, gesu Näheres unter Nr. 1614 in ped. d. Auf sofort ein zuwverlässiger Vackergesell Nettend Habe mich schlossen, mein Jahre 1869 gegt ## deies Vbel, Spiegel und Vol#t# uuerihnhen u Pt ren. 4undeter Weise weiter Eelsenkirchen. F. Hor * Heute Vormittag hatte auf dem um 11 Uhr Min. von Geldern abfahrenden Zuge der Schaffner midt das Unglück, zwischen Kevelaex und Weeze Trittbrett zu stürzen. Ob und welche Verungen der Unglückliche davon getragen hat, nten die Passagiere nicht angeben. Möge doch gefährliche Trittbrettlaufen endlich abgeschafft den! * In Elberfeld wurde von dem Herrn Polizeimissar Gottschalk bei einem Goldarbeiter an Franzensstraße eine Haussuchung nach sociasischen Druckschriften u. s. w. vorgenommen. selbe war von Erfolg; u. a. beschlagnahmte Herr Commissar über 100 Medaillen mit dem nisse Lassalles. * In Brützl ist man mit den Vorbereiigen zum festlichen Empfange Sr. aj. unseres Kaisers eifrigst beschafft. mentlich wird das Schloß nebst seiner herren Umgebung ausgeschmückt, die Wege und naßen instand gesetzt u. s. w. Aus dieser kanlassung und infolge einer Mitteilung seitens königlichen Generalcommandos des 8. Armeedaß wegen veränderter Zeiteinteilung der jährigen Herbstübungen die zum Wacht= und rendienste im Hauptquartier bestimmte Compagnie mehr vom 18. bis 24. September d. I. in sihl einquartirt wird, hat der dortige Gemeindebeschlossen, die diesjährige Brühler Kirmeß auf 14., 15. und 16. Sept zu verlegen. * In Tachen wurden vor einigen Tagen die Kinder eines Pferdebahn=Conducteurs, im Alter 10, 11 und 14 Jahren, von einer bösen gge gebissen. Die Kinder hatten das Tier, sches sich erst seit einigen Wochen im Besitz ##s Vaters befand, geneckt und gereizt. Leider alle drei Geschwister schwer verletzt worden mußten die beiden jüngsten dem Spital übreen werden, während das älteste im Elternhause pflegt wird. Dem einen Kinde sind die Waden mlich zerrissen worden. Der Hund wurde von Departements=Tierarzt untersucht. Symptome Tollwut sind glücklicher Weise nicht constatirt rden, doch ist das Tier bis auf Weiteres behufs sobachtung eingesperrt worden. In Bonn hat der Gartenbau=Verein alle rbereitungen getroffen, um bei der bevorstehenden wesenheit des Kaisers in Brühl, gleichwie dies her geschehen ist, die Tafel des geliebten sonarchen auf's prächtigste mit Blumen zu nücken— Eine fremde junge Dame, wie es ßt, eine Amerikanerin, sprang gestern Morgen dem am Schänzchen liegenden Floß in den ein und ertrank. Die Aufklärung über die fünde des Selbstmordes fehlt zur Zeit noch. Briefkasten der Expedition. Herrn B. in Petersh. Abonn.=Geb. u. Porto vom 18. Aug. ab M..85. Für Monat Sept. an dort. Postanstalt zu bestellen. Herrn W. St. in Leubeck. An dort. Postanstalt zu bestellen. 1. Qu. 16 80 Industrie, Handel und Verkehr. Neuß, 1. Septhr.[Fruchtvreis.] S 344 Hafer alter à 100 Kilo 15 80 " neuer„„„ 15 20 Raps 1.„.„„ 26 50 „ 2.„„ 26 30 Kartoffeln„„„ 400 Heu per 50 Kilo 360 Roggenstroh 600 Kilo 28 00 " 1 2 5 [Schlachtviehmarkt.] Weizen„ 15 80 100 Kilo s6.*—— Landroggen /1. neu 14 80 à 100 Kilo 12.„ 13.80 Gerste 100 Kilo 1530 Buchweizen„—— Preßkuchen per 1000 Kilo Köln, den 1. Septbr. Am heutigen Markte waren aufgetrieben: 246 Stück Ochsen, verkauft erste Qualität zu 75, zweite zu 70, dritte zu 65.; 36 Stück Stiere, verkauft beste Qualität zu 62, zweite zu 56, dritte zu 48 M. 235 Stück Kühe und Rinder, verkauft erste Qualität zu 66, zweite zu 62, dritte zu 57.; 202 Stück Schweine, verkauft erste Qualität zu 53, zweite zu 50, dritte zu 48 M. pro 50 Kilogr. Schlachtgewicht am kleinen Viehmarkte vom 29 Aug. waren aufgetrieben: 96 Stück Schafe, verkauft erste Qualität zu 70, zweite zu 68, dritte zu 64.; 326 Stück Kälber, verkauft erste Qualität zu 73 zweite 70, dritte zu 66 M. pro 50 Kilogr. Schlachtgewicht. — Die Preise von frischen Häuten stellten sich: Ochsenhäute, beste auf 48 Pf., geringe 46 Pf. Kuhhäute beste auf 36 Pf., geringe 34 Pf. pro ½ Kilogr.— Fett kostete: bestes 25 Pf. geringes 22 Pf. per ½/ Kilogr. Berliner Börse. Berlin, den 1. September 1884. Fonds und Staats=Papiere. 103,50 Deutsche Reichs=Anleihe Preußische consolidirte Anleihe do. Staats=Anleihe 1868 „ 1850, 52, 53 62 Staats=Schuldenscheine Oesterrei=hische Goldrente 4½ 103.00 4 4 4 3½ 4 103.40 Silberrente 4½ „ Papierrente 4½ Eisenbahn=Prioritäten=Obligationen. 101,80 99.90 87,20 68.25 Berg.=Märk. Berg.=Märk. Zinsfuß überall 4 pCt., bei der Reichsbank 4½ vCt. Aachener Disconto=Gesellschaft.. 0 108,90 Allg. Deutsche Handels=Gesellschaft 0. 83 00 Bank für Rheinland und Westfalen. 0 8375 Bergisch=Märkische Bank 0 120 60 „ Industrie=Gesellschaft 0 66 60 Berliner Handels=Gesellschaft.. 0 139,75 60% 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 Berliner Makler=Verein Cölnische Wechs.= und Bank Deutsche Bank „ Hyptheken=Bank „ National=Bank Disconto=Commandit Dortmunder Bank=Verein Essener Credit=Anstalt Nationalbank für Deutschland. Norddeutsche Bank Preußische Boden=Credit=Bank Reichsbank Schaaffhausener Bank=Verein Industrie=Papiere. Aachen=Höngen Annener Gußstahl=Fabrik Arenberg, Gesellschaft für Bergbau Bochumer Bergwerks=A. Lit. A. Bochumer Gußstahlfabrik Borussia, Bergwerk Bouifacius Bergwerk Cölner Verawerks=Verein Cöln=Müsener Bergwerks=Verein Dortmunder Bergwerke Lit. A. Dortmunder Union 600 Mark „„ 400„ „ 300„ Dortmunder Union Stamm=Pr. „ Part.=Obligation Gelsenkirchener Bergw.=Actien=Ges. Georg=Marien=Bergwerks=Verein Harkort Bergwerk „ Maschin. Harpener Hütten Hivernia u. Shamrock Hörder Bergw.= u..=Act.=Ges. do. zusammengen. Louise Tiefbau Märkisch=Westfälische Bergw. Magdeburger Bergwerks=Act.=Ges. Mechernicher Oelheim Petroleum. 80% Phönix Berzwerks=.=G. Lit. A. „ Lit. Pluto, Bergwerks=Gesellschaft Westfälische Draht=Industrie „ Union Rhein.=Westf. Industrie Geld=Sorten und Bantnoten. Dukaten per Stück Sovereigns per Stück 20 Francs=Stück per Stück Gold=Dollars per Stück Imperials(halbe) per Stück Imperials per 500 Gr. Englische Banknoten 1 Lstr. Französische Banknoten per 100 Fr. Oesterreichische Banknoten 100) Fl. „ Silber=Coupons Russische Banknoten per 100 Rubel " Zoll=Coupons Zinsfuß der Reichsbank. Discont 4 pCt. Lombarden 106,40 95.75 151.25 9050 198.50 97,00 100.50 94.00 158 10 102.75 145.60 90.00 0 34 40 B. 138,00 78.40 124 00 115.90 68,50 118.00 — 21.75 — 44.25 0 12.80 0—— 23 50 72.50 107,75 119.25 63.00 71.60 30.50 93.00 9660 28.75 57.50 44.25 59 50 222,00 170.00 37,10 86.25 32.25 61.40 94,25 10.90 17.50 6 0 0 5 0 0 0 0 0 0 0 0 0 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 9,68 20.33 16.20 4,19 16.75 1397 00 20,39 81.00 167,75 167.45 206 80 20,78 pCt. Meteorologische Notizen. (9 Uhr vorm.) 1. Septbr. 2. Septbr. Bar. 754 mm. „ 753 mm Therm.+ 160R. "+ 190R. W W Am zwanzig Flaschen Tect. Novellette von A. Röder. (Nachdruck nicht erlaubt.) I. Im Stammlocale der Gesellschaft„Litterarische Vereinigung“ ging es an einem Donnerstage der obligatorischen Kneipabende besonders hoch her. Die hier tagende oder vielmehr nächtigende gesellige Vereinigung bestand zumeist aus Journalisten, Schriftstellern und sonstigen Helden der Feder oder solchen, die es werden wollten. Da die meisten der Gesellschaftsmitglieder erst kurze Zeit das fröhliche Burschenleben an den Nagel gehängt, so suchte man sich hier in zwanglosen wöchentlichen Zusammenkünften bei einer guten Flasche Wein über die erschreckliche Prosa des Philisteriums zu trösten, so gut es ging. Heute herrschte nun eine besonders animirte Conversation, an der sich das junge Völkchen in der lebhaftesten Weise beteiligte. Selbst die zwei ausdauerndsten Billardspieler der Gesellschaft, die Litteraten Ludwig Reis und Baltus, hatten der Unterhaltung zu Liebe die sauber eingelegten PrivatQueus zur Thatenlosigkeit verurteilt. „Ich sage Ihnen, meine Herren,“ explicirte Ludwig Reis der Gesellschaft,„etwas ähnlich Superbes haben Sie noch nicht gesehen. Eine Stimme wie Nachtigallenklang, der sich einem Zauber gleich um Ihr Herz legt! Ein durchdachtes, groß angelegtes, hochdramatisches Spiel! Feuer, Leidenschaft, Temperament! Und welche Erscheinung! Aus dem edel geformten Kopfe, den eine Fülle blauschwarzen Haares wie eine leuchtende Corona umgiebt, blicken zwei dunkele, sinnbestrickende Augensterne und unter der nicht allzu kleinen, aber streng griechischen Nase wölbt sich mit verführerischen Lippen ein prächtiger Mund, dem die Töne des schönsten Soprans wie unvergleichliche Perlen entströmen!“ Der Sprecher, der in so begeisterten Worten den am Theaterhimmel zu K. neu aufgegangenen Stern pries, war ein Mann von ungefähr 30 Jahren. Er erfreute sich als Theaterreferent der weitverbreiteten„.'schen Zeitung“ eines nicht unberechtigten Renommés. Nebenbei war er enragirter Anti=Wagnerianer, ein Umstand, der ihm manch heftiges Wortgefecht mit seinem Freunde und Collegen Berthold von Hein einbrachte. Bei den Mitgliedern des Theaters war Reis mehr gefürchtet, als beliebt. Seine eingehende Art, zu kritisiren— die hie und da auch die persönliche Spitze nicht scheute— verschaffte ihm wenig Freunde unter Thaliens und Euterpens Jünger.— Desto auffallender war es daher, daß der sonst reservirte Kritiker den künstlerischen Qualitäten der neuen Sängerin Lob spendete. Bekanntmachung. Vom 1. September cr. ab bis weiteres ist die Heinrichstraße den Verkehr mit Fuhrwert perrt. Gelsenkirchen, 30. August 1884. Die Polizei=Verwaltung: Vattmann. Tüchtige roarbeiter sucht. Kusche, Gelsenkirchen. 3 bis 10 tüchtige Maurer d Handlanger dauernde Beschäftigung(auch sofort gegen hohen Lohn von Werner, Schalke, Funke. A. Anter) ucht der ine Auf 1. October wird ein ädchen, Eiches perfect kochen kann, gegen ###en Lohn gesucht. oochum, Rottstr. 44. ein Dienstmadchen 15. September gesucht. chalte, Friedrichstr. 264. in Mädchen halbe Tage auf sofort gesucht: Vo, zu erfragen unter Nr. 1627 Exped. d. Bl. erste Arbeiterin leider und Costümes icht von ernh. Ferse, Schalke. Auf sofort ein Kindermädchen auf 15. October ein Hausmädchen, auch melken kann, gesucht. unter Nr. 1614 in der bed. d. Bl. luf sofort ein zuverlässiger Bädergeselle Beckmann, Netzenderf. Habe mich entschlossen, mein im Jahre 1869 gegrün2 detes del, Spiegel und PolsterWaren=Geschäft raverändeter Weise weiter zu Elsenkirchen. F. Horn. Grosses vervollstandigtes Lager in Berechtigte Landwirtschaftsschule und Ackerbauschule zu Cleve. Beginn des Wintersemesters für die Landwirtschaftsschule Vorschule und Ackerbauschule: Mittwoch, 15. October 1334. Aufnahmeprüfung: Dienstag, 14. October, morgens 9 Uhr. 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Mutterläugen=Bader nach Verordnung der Herren Aerzte“ Tausendfaltig erprobt und bewährt haben sich bei zahnenden Kindern nur die ächten electromotorischen Zahnhalsbänder(Preis 1 Mark) von Gebrüder Gehrig, Hoflieferanten und Apotheker 1. Klasse in Berlin, Besselstr. 16. In Gelsenkirchen zu haben bei A. Springorum. Gutgekochtes Leinöl fertige Oelfarben, alle Sorten trockene Farben, Fußbodenu. Möbellacke, Pinsel, Weiß quasten, Bürstenwaren empfiehlt zu den billigsten Preisen Carl Tintrup, Gelsenkirchen, Bochumerstr. 51½ A 15 14 0 „Beim Jupiter, Louis, Du geratest ja förmlich in Extase! Hast wol zu lange in die sinnbestrickenden Augensterne gesehen? Geh, Du auf Deine alten Tage willst gar noch Minnesänger werden! Fast sollte man glauben, aus dem Nebel, der beständig die trüben Gläser Deines Pince=nez zu umlagern scheint, sei in verbesserter Ausgabe eine andere Anadyomene emporgestiegen. Um alles, was ich Dich bitte: Mäßige die Ausdrücke Deiner Bewunderung für ein gewöhnliches Menschenkind von einer Sängerin; es könnte Deiner Autorität schaden, die Du doch jetzt so nötig hast, wo der arme Richard Wagner und seine gläubigen Jünger vor den Keulenstreichen Deiner demnächst erscheinenden Broschüre in den Sand sinken sollen.“ „Spotte nicht, mein lieber Baltus; ich besitze auch über Frauenschönheit genügendes Urteil, um mich vor einer Lächerlichkeit zu bewahren. Ich kann indeß nur gestehen, Regine Monteau hat einen überwältigenden Eindruck auf mich gemacht; ich sah noch nie so viel Grazie und Lieblichkeit der Erscheinung mit einer durchgeistigten Darstellung zu einer so geschlossen harmonischen Leistung sich paaren, wie sie uns von Regina Monteau als Regia im Oberon geboten wurde."(Fortsetzung folgt.) Sociales, industrielle und ArbeiterVerhältnisse. sc. Arbeitsabnahme. In dem Bezirk der Barmer Handelskammer hat die Verminderung des Absatzes in verschiedenen Industriezweigen, wie Litzen= und Possementeriewarenfabrikation zu Betriebseinschränkungen geführt, welche wiederum Herabsetzung der Arbeitszeit oder Entlassung von Arbeitern zur Folge hatte.— Infolge der gedrückten Lage des Eisengeschäftes in Nord=Staffordshire(England) haben mehrere Eisenhütten in dem District ihren Betrieb zeitweise eingestellt; darunter die neue Fabrik von Robert Heath und Sons in Tunstall und die Cliffe Vale Ironworks in Hanley, Eigentum der Herren I. Bulland und Sons. sc. Arbeitsbörse. Die Brüsseler Stadtverwaltung organisirt eine allgemeine Arbeitsbörse, um Nachfrage und Angebot betreffs Arbeitskräfte zu concentriren. Sie hat die dortigen Arbeitervereine zu thäiger Mitwirkung aufgefordert und ihre Ratschläge erbeten. sc. Ein Hamburger Consortium hat den Duvenstedter Brook bei Bargteheide kürzlich erworben, um daselbst eine Arbeitercolonie zu gründen. Wie verlautet beabsichtigt man ebenfalls eine Spurbahn von D. Brook nach Ahrensburg oder Bargteheide anzulegen. sc. Arbeiter=Colonien. Die im Teltower Kreise neu errichtete Arbeiter=Colonie zu Groß=Beeren ist jetzt zur Aufnahme beschäftigungsloser Personen vollständig eingerichtet. In derselben werden, abweichend von anderen derartigen Anstalten, nur solche Personen eingestellt, deren persönliche Verhältnisse vom Landratsamt festgestellt worden sind, um zu beurteilen, ob dieselben in der Anstalt anzustellen oder der Behörde zu überweisen sind. Beschäftigung erhalten die Colonisten bei den Arbeiten der Nuthe=Regulirung unweit GroßBeeren. Branntweinpest in den Schwarzwaldthälern. * In dem Jahresberichte der Handelskammer zu Lahr in Baden wird auf die bedenkliche Steigerung des Branntweingenusses unter den arbeitenden Klassen der Schwarzwaldthäler mit Bedauern hingewiesen. Nach einem der Kammer zugegangenen Berichte hat sich der Consum von Branntwein, nicht nur bei einzelnen Individuen, sondern auch in vielen Familien und zwar für diesen sowol für Kinder, wie für Erwachsene nachgerade an Stelle des Genusses von Kaffee mehr und mehr eingebürgert und man sieht infolgedessen, zumal da der Branntweingenuß sich rasch steigert, solche Familien, wie einzelne erschreckend schnell herunterkommen. Hervorgerufen und häufig genug von den Verkäufern befördert ist dieser Consum durch die überreichliche Menge kleiner Schenken mit Personalconcessionen und durch den mit und vielleicht auch ohne Berechtigung geschehenden Kleinverkauf von ganz schlechtem, billigem Fusel. Wenn auch die Handelskammer die Steigerung des Branntweinconsums teilweise aus den geringen Ernteu der letzten Fehljahre erklärt und die Hoffnung hegt, daß nach besseren Weinernten der Branntweingenuß wieder abnehmen wird, glaubt sie doch die bedenkliche Thatsache nicht mit Stillschweigen übergehen zu dürfen. Ihr Berichterstatter ist der Meinung, daß es hohe Zeit sei, dem Umsichgreifen des Branntweingenusses und den daraus für Familien und Gemeinden entstehenden Gefahren vorzubeugen, was ohne Mithülfe der Gesetzgebung nicht möglich sein wird. zur Heimat“. in Deutschland. * Nicht nur Vagabonden, die aus Faulenzen und Betteln sich ihren Beruf machen, sind es, die die Straßen des Landes durchstreifen, sondern auch tausende arbeitsame und redliche Söhne unseres Volkes, die den Wunsch haben, sich in ihrem Berufe weiter auszubilden, oder die durch die Notwendigkeit gezwungen sind, sich anderswo Arbeit zu suchen. Für letztere bilden die Herbergen zur Heimat die besten Obdachstätten, weshalb es im Interesse mancher Leser liegen möchte, ein Verzeichnis der in Deutschland bestehenden derartigen Herbergen zur Hand zu haben. Das Organ für deutsche Arbeiter=Coionien, die in Wustrau erscheineude„Arbeiter=Colonie“ führt als am 1. Mai 1884 bestehende„Herbergen zur Heimat“ folgende auf(die() werden noch im Laufe des Jahres dem Verkehre übergeben die[1 sind in Vorbereitung):„Altenburg, Altona, Anklam, Apenrade (Auerbach), Barmen, Barth in Pommern, Bautzen, Berlin 4, Bernburg, Bielefeld, Bischofswerda in Sachsen,(Bochum), Bonn, Bordesholm in Holstein, Brandenburg a.., Braunschweig, Bremen, Breslau, Bromberg(Bunzlau), Burg in Holstein, Cappeln in Schleswig, Cassel(Celle], Chemnitz, Cöln, Cöslin(Cöthen], Coswig in Anhalt, Cottbus, Crefeld, Crossen a.., Danzig, Darmstadt, Dessau, Döbeln, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf[Eckernförde, Eisenach, Eisleben, Elberfeld, Elbing, Emden, Erfurt[Essen], Festenberg, Flensburg, Forst.=., Frankfurt a.., Frankfurt a.., Freiberg in Sachsen, Freiburg i. Br., Friedeberg in der Neumark, Fürstenwalde, Gelsenkirchen, Gera, Gießen,.-Gladbach, Glogau, Godesberg a. Rh., Görlitz, Göttingen, Goldberg i. Schl., Gotha, Greifswald, Greiz i.., Grevesmühlen(Großenhain), Guben, Gütersloh, (Hagen], Halberstadt, Halle a.., Hamburg 2, Hannover, Harburg, Haynau i. Schl., Heilbronn, Herford, Hildesheim, Hirschberg i. Schl., Hörde, [Jauer], Jena, Itzehoe,(Kamenz), Karlsruhe, Kiel, Königsberg i. Pr., Küstrin, Landshut in Schl., Langensalza, Lauban, Leipzig, Lemgo, Liegnitz, Lippstadt i.., Löbau, Lübeck, Lüdenscheid, Lugwigslust in Meckl., Lüneburg, Magdeburg 2, Malchin iu Mecklenb=Schw.,[Marburg], Marienberg i.., Meerane, Meiningen, Memnel, [Merseburg), Meitmann, Metz, Minden i.., Mölln i.., Mühlhausen i. Th.,(Mühlhausen i..), Mülheim a. d. Ruhr, München, Münster i.., Nakel, Naumburg a.., Neubrandenburg in Meckl=Str, Neumark i. Schl., Neumünster, Neuenkirchen b. Saarbrücken, Neu=Ruppin Neusalz a.., Niesky[Nordhausen], Nürnberg, Oldenburg, Oppeln, Osnabrück, Paderborn, Penzlin in Meckl.= Schw., Pirna, Plauen i.., Plön, Posen, Potsdam, Prenzlau, Quedlinburg,(Radeberg), Rathenow, Reichenbach i.., Reichenbach i. d. Oberlausitz, Rendsburg, Reutlingen, Ribnitz in Meckl.,(Riesa), Rostock, Saarbrücken, Sagan, [Sangerhauseu],[Schleswig], Schwarzenberg, [Schweidnttz],[Schwelm], Schwerin, Siegen, Soest, Sonderburg auf Alsen, Sondershausen, Sorau i..=., Spandau,[Stade],[Stendal], Sternberg in Meckl., Stettin, Stollberg im Erzgebirge, [Stolpe], Stralsund, Straßburg i..,[Striegau], Stuttgart, Tennstedt, Tondern, Turgau, Trebnitz in Schl.,(Treuen i..),(Verden],(Waldenburg], (Waldheim), Weimar, Weißenfels,(Werdan Wesel, Wiesbaden, Wilhelmshaven, Weing Witten g. Ruhr, Wittenberg,(Wollin), Zerbst, Zittau, Zwickau. ** * Destenungen auf die„Emscher=Zeitung werden von den Postanstalten, unsern Zeitung boten und in der Expedition dieses Blattes no# fortwährend entgegengenommen. Chöcbladen und Cacao’s Kais. Oesterr. Hof-Chocol.-Fabr.: Gebr. Stollwerck in Cöln. 20 Hof-Diplome, 21 goldene, süberne und bronzene Medaillen. Reelle Zusammenstellung der Rohproducte. Vollendete mechanische Einrichtungen. Garantirt reine Qualität bei mässigen Preisen. Firmenschilder kennzeichnen die Conditoreien, Colenial, Delicatess- und Droguen-Geschäfte sowie Apotheken, welche Stollwerok'sche Fabrikate führen. Taperen in schöner Auswahl von 13 Pf. an Spiegel= u. Fenster=Glas sowie alle Sorten Farben, fertige Oelfarbe empfiehlt zu sehr billigen Preisen C. 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October 1884 an darf niemand in das von ihm ganz oder teilweise bewohnte Haus gegen Entgeld Personen unter Gewährung von Wohnung und Kost(Kostgänger) oder unter Gewährung von Wohnung und Bett(Quartiergänger) aufnehmen oder bei sich behalten, wenn er nicht für diese Personen genügende Schlafräume hat, welche den nachfolgenden Bestimmungen entsprechen: a. Die Schlafräume dürfen mit den eigenen Wohn= und Schlafräumen des Kost= und Quartiergebers und seiner Hausangehörigen weder in offener Verbindung stehen noch durch eine Thür verbunden sein. b. Jeder Schlafraum für Kost= und Quartiergängei muß gedielt mit einer Thür verschließbar und mindestens mit einem Fenster in der Außenwand des Hauses versehen sein; auch darf derselbe mit einem Abtritt weder in offener noch in verschließbarer Verbindung stehen. c. Der Schlafraum muß für jede der denselben gleichzeitig benutzenden Personen mindestens 10 Cbm. Luftraum entholten. d. Für je zwei Kost= oder Quartiergänger muß mindestens ein Bett und ein Waschg schirr vorhanden sein. e. An der Thür des Schlafraumes muß auf der Innenseite eine Tafel hängen, auf welcher die zulässige Zahl der den Schlafraum gleichzeitig benutzenden Kost= oder Quartiergänger angegeben ist. Die Richtigkeit der Angabe wird auf der Tafel selbst nach der Meldung(§ 3) von der Polizeibehörde bescheinigt. S 2. Die Kost= oder Quartiergänger dürfen nur in den für sie bestimmten Räumen Schlasstätten haben und benutzen. Diese Räume dürfen nicht von Personen verschiedenen Geschlechts als Schlafräume benutzt werden. S 3. Wer Kost oder Quartiergänger bei sich aufnimmt,(§ 1) muß davon unter Angabe der Zahl der auszunehwenden Personen und der für dieselben bestimnnten Räumlichkeiten der Ortspolizeibehörde binnen sechs Tagen Anzeige machen. Eine Vermehrung der Zahl der Kost= oder Quartiergänger und jede Veränderung der Räumlichkeiten ist in gleicher Weise und innethalb derselben Frist zur Anzeige zu bringen. S 4. Jede Zuwiderhandlung gegen die vorstehenden Bestimmungen wird mit Geldbuße von drei bis zu dreißig Mark, an deren Stelle im Unvermögensfalle entsprechende Freiheitsstrafe tritt, bestraft. S 5. Mit dem 1. October 1884, dem Tage des Inkrafttretens der vorstehenden Polizei=Verordnung wird die für die Stadt=Kreise Dortmund und Bochum, sowie für die Landkreise Dormund und Bochum und den Kreis Hagen unter dem 11. Januar 1879 erlassene Regieungs=Polizeiverordnung aufgehoben. Arnsberg, den 6. Juni 1884. Königliche Regierung, Alteilung des Innern. Wird hiermit veröffentlich Gelsenkirchen, den 28. Juni 1884. Die Polizei=Verwaltung: Vattmann. e Nähmaschinen der bewährtesten Systeme zu Fabrikpreisen und unter günstigen Zahlungsbedingungen, sowie Nadeln, Oele 2e. in vorzüglicher Qualität empfiehlt E. 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Weldent, Gelsenkirchen, neben der neuen ev. Kirche. Hiermit die ergeb Mitteilung, daß ich dem heutigen Tage Pferde=Metzgerei eröffnet habe. Für reelleund gu Bedienung werde ich Sorge troge und halte mich bestens empfohle Nathan Zilversmit, Gelsenkirchen, Florastraße neben der Dampfmühle. Nr. 20 Vermischtes. Zürich, 27. August.[Acclimatisirng der Nachtigallen.] Die hiesige ornithologise Gesellschaft beschäftigt sich mit der Frage der Acch matisirung der Nachtigallen in Zürich. Die Acch matisirung geschieht in der Weise, daß die brüteng Nachtigall in ihrem Bauer im Freien placirt un täglich gefüttert und gepflegt wird. Nach den Ausschlüpfen der Jungen wird die Thür zum Käßgeöffnet. Die Alte fliegt dann aus und ein, fütten die Jungen, zieht sie auf und bleibt am Platz Im Winter zieht sie gegen Süden, kehrt aber in Frühling an die Stelle zurück, wo der Käfig an gebracht war, und nistet dort, sofern die äußer### Bedingungen: Gesträuch, Nahrung, Sicherheit## geben sind. Sogar eine gewisse Portion Unru### verträgt dieser Vogel, wie man sich z. B. im## großen Garten zu Dresden, der täglich von Spozin gängern, Reitern, Carossen, spielenden Kinden# u. s. f. wimmelt, leicht überzeugen kann. * Karlsruhe, 25. Aug(Die badisch Beamten.] Auf der Gewerbe=Ausstellung zu e# Georgen auf dem Schwarzwalde, welche er voriger Woche besuchte, sprach der Großherz## Worte hoher Anerkennung über die Thätigkeit### Beamten als der Organe der Staatsregierung. wisse,“ sagte er, daß die Beamten bemüht seien nicht nur ihre Pflicht da zu erfüllen, wo es gelt die Ordnung und das öffentliche Wohl zu pflegen sondern auch im Bereiche der selbständigen Thätig keit der Gemeinden und der Gewerbetreibenden, sie die schöne Aufgabe erfüllten, helfenden, raten den, unterstützenden, anregenden Beistand zu leisten## damit die freie Thätigkeit aller kräftigen Schu und Förderung finde. Er hoffe, daß das hier nötige vertrauensvolle Zusammenwirken- aller teiligten Kräfte auch fortan bewahrt bleibe. *.*(Zur Mode.] Im Jahre 1711 erlig der Kirchenvorstand zu Retfort in England fo gende Bekanntmachung:„Alle Damen, welche den neumodischen Hüten in die Kirche komm werden gebeten, sich vor Beginn des Gottesdienste daselbst einzufinden, damit sie nicht die Aufmer### samkeit der andächtig Versammelten ablenken. Der Kirchenvorstand zu Retfort, den 9. Jan. 1711.# Die„Enscher Zeitung“ Beilage:„Illustrirtes Raum 15 Vf., Reklame Allgemeines Ol Cylinder=Remontoit Uhren Mayfarth’s neue Patent-Dresch-Maschine W hat sich vorzüglich bewährt, ist eine wichtige Erfindung für die Landwirtschaft, weil sie bei 2spännigem Betrieb das Getreide vollständig reinigt, gerades, glattes Stroh liefert und kaum mehr kostet, als eine sonstige gewöhnliche Dresch-Maschine. Für Wasser- oder Dampfkraft extra starke Ausführung mit doppeltem Wind.— Ueber 100 Stück in Betrieb; lobende Zeugnisse““ allen Besitzern. Ph. Mayfarth& Comp., Maschinen-Fabrik und Eisenglesserei, Frankfart am Main. * für Wäschezeichnen vorrätig bei F. Dienst, Gelsenkirchen. (ohne Schlüssel aufzuziehen) —20 Mark. sowie goldene Herren= u. Damt Uhren, Regulateure u. Wan Uhren.— Reparaturen gut billig unter Garantie. Meuges, Uhrmache Gelsenkirchen, Kotznnerstr. 294 H Kerel. 1“ glatt oder gefede 100 □ M. 14.—. glatt oder gefeder 100 □ M. 12.—. in Längen von 6° bis 24“ Loseph Schafer, Bochum. * Zölle und L Eine berühmte so wird erzählt— auf die gründlichste warum tote Fische sch Zwanzig außerordent diesen Gegenstand u eingesendet, keiner#### hatte eine Untersuch wendig gehalten, ob daß das Gewicht to lebendigen übertrifft. An diese alte Anwenn man gewisse D schreiber unaufhörlich daß und warum die mittel“ durch die Zöll Auseinandersetzungen der Hauptpunkt, die Einführung der Zölle wirklich eine Derteu Olatz gegriffen hat, 1 mit Stillschweigen über theken sind darüber zi den, daß der Zoll nich vom Inlande getrage letztere den Schaden zu solcher Schaden, d. h Brot und Fleisch vorlie mand nachzuweisen ve steht fest, daß die Orei trotz der Erschwerung Auslande nicht gestiege Welcher Lärm wurde Verbotes der Einfuh Schweinefleisch erhoben. schäftsmann, daß der dem um 20 und 25; und daß die vor Erlaß ten amerikanischen Dorr kauft und unverkäufliAehnlich wie mit dem Getreide zugegangen, die früheren geblieben Einer Erklärung daf Leute kaum bedürfen. Einfuhr ermutigt diee weil diese erhöhte Au überhaupt wieder verke Klagen über schlechte Absatz aber ist nichts worden, weil die bloße bezeichneten Gegenstände der Ueberflutung aus gewissen Riegel vorgescho teur hat mit der Gefahr verzollte Ware unverkau aus dem Versuch, dieselb den deutschen Markt zu m erwächst. Die Folge da Siebenbürger Na Siebenbürgen, Land Land der Fülle und Mit dem Gürtel der Und das grüne Klei Land voll Gold und Siebenbürgen, Land Einer Vorzeit, stark Deren tausendjähr'ge Ruhen noch in Dein Ungeschwächtem Acke Siebenbürgen, grüne Mit der Berge hoher Wo der Andacht Hu Steigen in so vielen Zu dem einen Gott Siebenbürgen, Land Glaubens sicht Mög'st Du bis zu se Als ein Herd der Fr Und als Wehr dem Siebenbürgen, süße Unser teures Vaterla: Sei gegrüßt in DeinUnd um alle Deine 6 Schlinge sich der Ein Irene, die Braut Roman von W. Dr. Schreiber Speeialarzt für Haut= und Geschlechts=LeidBochum, Angusastraße## „Ich dachte, Du hättest on zu entfernen?“ sprach hlerisch. hust. that, was ich konn oeben-34 dut Irene, R sin:“ um an den Spiele 4se 80 0— "— ein, doch ungkücks