eine eneralBayeAuf maliger auf auf große ge veren verin aud Für wie die tungen die erste r Nibeutenant: meinen Dame: kann villigenator an „Was des zwei ine:;— zen und ffen das ist ein kleinen r von mu. Mn agistratit die zehs hübschen Vortrabs und seine üßt eine Ende der aber nur utanten: :„Di de, die ler, wie r:„Die kun, das Schwer„Mein ner ihrer ute recht ie Kleine für, ich Nr. 203. Gelsenkirchen, Samstag, den 30. August 1884. Td. Soungng, Gmft.,er Die„Emscher Zeitung“ erschemnt täglich inn Ausnahme der Sonn= und boben Feiertage. WochenBeilage:„Iunktrirtes Emscher Sonntagsblatt“.— Insertionspreis: Die Petit=Zeile oder derer Kaum 1h V5., Reslamer 4. Pi.— Veranworticher Redackeur F. Dienst m Gelsentirchen. Früher: Der Reichsfreund Sinoere et constanter. Abennemeutspreis: Mark.51) vierteljahrlich um Borans. Man abonmrt außer oei der Expedttion u Selsenkirchen, Marktkraße 13, ber allen Postanstalten und bei den Filial=Expeditionen: Aud. Eich. Herne: W. Walbeck, Wanne.— Druck und Verlag von F. Dienst in Gelsenkirchen Allgemeines Oruan für die Stadt Gelsenkirchen, für die Aemter Schalke, Ueckendorf, Wanne und Herne.— Anzeigeblatt für Cerichts= und Militär=Behörden. ind sagen. lug. er. hr: ereins len der estzuge. en ersich Rant er erein . Fahnen gsfeste## Mitglieders lug. er., lannstr. 5 unter Beg or 8 Fomilieng titel estand. rverein lug. er. un überg * Scherflein zur Lösung der socialen Frage. Von C. Ernst in Grund im„Bramsd.“ Wol manches Jahrhundert arbeitete schon im Geiste seiner Zeit an der Lösung der socialen Frage, aber keinem früheren Jahrhundert konnte die Lösung gelingen. Sicher aber wird es dem unserigen gelingen, denn die Waffe, mit der jetzige und künftige Generationen dieses Uebel zu bekämpfen haben und haben werden, ist nicht allein der kategorische Imperativ des Gesetzesparagraphen, sondern die vom Geiste der Zeit, der Humanität geläuterte klare Erkenntnis. Der Geist der neuen Zeit ruft nicht einseitig das Gesetz des Staates als Helfenden in die Schranken, sondern wendet sich an alle geistigen Mächte im Staate und ruft ihnen zu: Alle, alle sind mit berufen, mit zu helfen an der Lösung der brennendsten Frage des Jahrhunderts. Denn so notwendig es auch ist, daß die strenge Handhabung der bestehenden Gesetze das Weiterverbreiten dieses zerstörenden Giftes erschwert und dem Treiben der Demokratie mit eiserner Energie von Staatswegen Einhalt geboten werden muß, so ist es doch ernste Oflicht jedes einzelnen, der treu zu RKaiser und Reich steht, der sein Daterland liebt und der seine Eistenz für die Zukunft gesichert sehen will, selbst mit Hand anzulegen. Bei Erwägung und Besprechung dieses Uebels stelle ich mich indessen nicht einseitig auf den Standpunkt einer Dartei, nein, ich stelle scharf und klar auf beiden Seiten dem Recht die Oflicht gegenüber— Leistung gegen Leistung! Der Begriff„Oflichterfüllung" ruht aber auf sittlichem Fundamente, und wo dieses nicht genügend vorhanden, wird und kann die Erfüllung der Oflicht ebenfalls nur eine ungenügende sein. Die sittliche Hebung der sogenannten arbeitenden Klassen wird mithin die erste und wichtigste Bedingung sein, das Uebel in erfolgreicher Weise zu bekämpfen. Soll aber die Axt an die Wurzel gelegt werden, so muß diese sittliche und intellectuelle Hebung Hand in Hand gehen mit der Besserung der materiellen Lage des Arbeiters. Alle die materiellen Mittel zur Lösung der socialen Frage, wie sie nach und nach vom Staate zur Anwendung gebracht werden, angemessene Löhne, Sparpfennig, Invalidenpension, Unterstützungskassen— alle diese Mittel helfen nur dann, wenn auch der Arbeiter den bestimmten Grad der sittlichen und intellectuellen Bildung erreicht hat, der ihn fähig macht, jene Wohlthaten voll und ganz zu empfinden, und sie selbst durch Character und Intelligenz zu fördern weiß. Darum muß vorab Besserung von innen heraus erfolgen; an die Stelle der Genußsucht, wie sie jetzt so weit verbreitet ist, und des Leichtsinnes, muß wieder Ernst und Gottesfurcht treten. Denn das ist gewiß, wenn mit diesem Leben alles aus ist, wenn der Mensch zu weiter nichts auf dieser Erde da ist, als um das Leben zu'genießen, dann muß jeder vernünftige Mensch ein Socialist sein; und weshalb sollte denn der eine mehr genießen als der andere? Dazu wäre ja gar kein Grund vorhanden. Nur wenn wir dieses Leben als einen Durchgang, als eine Vorbereitungsschule für ein höheres Leben betrachten, hat die Verschiedenheit der Güter und der Gaben Sinn; den Sinn nämlich, daß jeder mit dem Seinigen dem anderen helfen soll, daß der eine durch Ueberfluß, der andere durch Mangel geprüft, bewährt und gereift werden soll für ein ewiges Leben. Wer dieses ewige Leben, das ewige Ziel des Menschen leugnet, wer die Frömmigkeit und den Glauben durch Wort und Chat untergräbt, der arbeitet einfach dem allgemeinen Umsturz in die Hände. Darum auf, lieber Leser! Chue das deine, thue was du kannst in deiner Familie, in deinem bürgerlichen Leben, in deinem Beruf, in deiner Geselligkeit, daß die wahren Grundlagen des Dolkswohles uns erhalten bleiben. Mit einem Worte: „Werdet besser, dann wird's besser werden.“ Glück auf! Politische Wochenübersicht. §° Gelsenkirchen, 29. August. Daß eine Zusammenkunft der drei Kaiser, von Deutschland, Oesterreich und Rußland, bevorsteht, ist nicht mehr zweifelhaft. Ebenso wenig zweifelhaft ist, daß dieselbe von großer politischer Bedeutung sein wird, wie sich das schon aus der Thatsache ergiebt, daß die die auswärtigen Angelegenheiten der drei Reiche leitenden Minister, also Fürst Bismarck, Graf Kalnoky und Herr v. Giers der Entrevue beiwohnen werden. Ueber Ort und Zeit der Zusammenkunft mangelt es noch an zuverlässigen Angaben. Es wurden nach einander genannt Stettin, Berlin und Skiernewien; ersteres ist jedenfalls auszuscheiden. Daß die Entrevue im Laufe des nächsten Monats stattfinden wird, ist jedenfalls anzunehmen, da der Zar Ende August u. St. in Warschau eintrifft. In Ungarn scheint man sehr unzufrieden mit der in der Kaiserzusammenkunft sich documentirenden Annäherung Oesterreichs an Rußland zu sein. Der„Pester Lloyd“ jammert darüber, daß der Einfluß der parlamentarischen Körperschaften auf die Gestaltung der internationalen Verhältnisse immer mehr hinter den persönlichen Entschlüssen der Monarchen zurücktrete. Wahrscheinlich soll Kaiser Franz Josef erst den ungarischen Reichstag fragen, ob er mit dem Kaiser von Rußland eine Begegnung haben darf. Die Vertreter des parlamentarischen Regimes werden wahrscheinlich diese Bemerkung des„Pester Lloyd“ sehr verständig finden, da nach ihrer Auffassung die Monarchen überhaupt keinen eigenen Willen haben, sondern die Marionetten parlamentarischer Fractionshäuptlinge sein sollen. Aller Augen richten sich auf Westafrika, wo Deutschland mit großer Energie festen Fuß faßt, nachdem deutsche Strebsamkeit und deutsche Ausdauer dort lange genug für andere Nationen die Kastanien aus dem Feuer holten, indem es deutsche Missionare und deutsche Kaufleute waren, welche jeue fremden wilden und halbwilden Völker allmälig dazu befähigten, mit Europäern in eine für diese letzteren vortetlhafte Verbindung zu treten. Es ist keine leichte Mission, die unseren berühmten Forschungsreisenden, dem Generalconsul Nachtigal, übertragen ist: allerorten, wo jetzt die deutsche Flagge weht, galt es gegen englische Mißgunst und englische Intriguen anzukämpfen. Die englischen Agenten scheuen vor keinem Mittel zurück, den Deutschen Schwierigkeiten in den Weg zu legen und die Eingeborenen aufzuhetzen. Aber kann man sich wundern, wenn solches am grünen Holze geschieht, wenn wir sehen, was am dürren vorgeht? Die deutsche Flagge weht nunmehr zu Bageida und Bey=Beach an der Goldküste im Kamerungebiete und dem sich südlich anschließenden Küstenlande bis Batanga, ferner in Angra Pequena(Lüderitzland) bis zur Grenze des Caplandes. In einem Teile der„freisinnigen" Presse hat der Kampf gegen die Colonialpolitik der Regierung bereits begonnen. Allerdings geht man einigermaßen vorsichtig vor. Das Organ des„Musterbauern" Dirichlet sagt:„Wenn man es reichsseitig ruhig mit ansieht, daß uns gesagt wird, die Colonisations= gebiete in Afrika seien jetzt ebenso gut deutsches Gebiet, wie etwa die Mark Brandenburg, so müssen wir dagegen entschieden protestiren. Die Grenzen unseres deutschen Vaterlandes kennen wir sehr genau; wenn man uns jetzt aber zumuten wollte, daß wir unser Vaterland auch da erkennen sollen, wo für die Thee=, Baumwoll=, Tabak= und sonstigen Barone etwas zu holen ist, so lehnt sich unser Patriotismus gegen eine solche kosmopolitische Verflüchtigung des Vaterlandsgefühls auf." Das ist also der Zipfel, an dem die Deutschfreisinnigen die Bekämpfung der Colonialpolitik ansetzen wollen. Glück zu! Ueberhaupt sind die armen Fusionisten angesichts der bevorstehenden Wahlen schlimm dran. Sie suchen nach einem Schlagwort und finden keins. Schon klagen die fusionistischen Blätter darüber, daß die Regierung jetzt, nachdem die„Provinzial=Correspondenz“ eingegangen, ganz schweige. Fast macht man es der Regierung zum Vorwurf, daß sie die„Prov.= Corresp.“ aufgegeben hat, und doch war es gerade die„freisinnige", früher Fortschrittspartei, die gegen den Etat der„Prov.=Corresp.“ stimmte. Es werden possierliche Versuche gemacht, die Regierung zum Reden zu bringen. Alle möglichen Pläne, von denen einmal die Rede war, werden hervorgeholt und der Regierung wird die Absicht zugeschrieben, daß sie alle diese Pläne in der nächsten Session zu realistren gedenke. Für die Wahlbewegung selbst ist damit nicht viel anzufangen. Daß an die Wiedereinbringung der Tabakmonopolsvorlage nicht gedacht wird, ist von derufener Seite erklärt worden; außerdem wäre für dieselbe auf keinen Erfolg zu rechnen, welche Zusammensetzung auch immer der Reichstag erhalten möchte. Das Tabakmonopol wäre aber in der That das einzige, was sich erfolgreich für die Opposition verwerten ließe. Mit der Börsensteuer, die im Publikum sympathisch ist, lassen sich die Wähler unmöglich ins Bockshorn jagen. Redensarten wie„Sympathie=Bezeugungen für die einseitigste und ungerechteste Beurteilung gewisser Berufsklassen" verfangen erst recht nicht und was die Erhöhung der Kornzölle, der Zölle für ausländisches Getreide, anlangt, so kommt man auch in der industriellen Bevölkerung mehr und mehr zu der Ueberzeugung, daß zu einem ausreichenden und geregelten Absatz der heimischen Industrieerzeugnisse die Erhaltung der Lebensund Kaufkraft der landwirtschaftlichen Bevölkerung unentbehrliche Bedingung ist. Wie schwach es mit dem Agitationsmaterial der Fusionisten bestellt ist, ergiebt sich aus der Rede, womit Eugen Richter in den Berliner Wahlkampf eingetreten ist. Es waren nur Fortschrittler vom reinsten Wasser zugelassen, damit der große Mann nicht etwa durch einen absprechenden Zwischenruf gekränkt werde. Der Haupttrumpf, den Richter ausspielte, war— die Ernennung des Dr. Schwenninger zum Universitätsprofessor.„Die Ernennung des Herrn Schwenninger zum Professor ist ein Merkzeichen, in welchen Zuständen wir leben. (Stürmischer, langanhaltender Beifall.)“ Ob die Leute, wol gewußt haben mögen, weshalb sie Bravo! schrieen? Um auf die Klagen der Fusionisten über das Schweigen der Regierung zurückzukommen, so weiß man in der That nicht, welche Pläne die Regierung noch enthüllen soll. Die kaiserliche Botschaft entwickelt das socialpolitische Programm der Regierung; dasselbe ist noch nicht durchgeführt: auf die Unfallversicherung hat noch die Alters= und Invaliditätsversorgung zu folgen. Daß die Regierung die Ergänzung und Weiterentwickelung der Reform auf wirtschaftlichem Gebiete anstrebt, damit der nationalen Arbeit und Production in allen Zweigen der erforderliche Schutz zuteil wird, ist männiglich bekannt. Und daß das, was zur Zeit auf colonialpolitischem Gebiete vorgeht, gleichfalls den Reichstag beschäftigen wird, ist doch auch sicher anzunehmen. Was wollen denn die Herren noch wissen? Zunächst sind die Wahlen noch nicht angesetzt. Staatssecretär v. Bötticher, welcher jetzt von seinem Urlaub zurückgekehrt ist, wird sich voraussichtlich dieser Tage nach Varzin begeben, um mit dem Reichskanzler über die Ansetzung des Wahltermins und die Vorbereitungen zur nächsten parlamentarischen Campagne zu conferiren. Nach der Rückkehr des Grafen Kalhung dorfl leder hote anzulegn in größere die 201 streich un ibt für b ktand. ! den, Alle Uhr Mit nens! ünsche! 8 15 Aenss (Underechtigter Nachdruck verboten.) zrene, die Braut eines Abends. 1) Roman von M. Fischer. 1. Capitel. Es war eine wunderbare, herrliche Juninacht. Zauberisch ergoß sich das silberne Mondlicht über die stille Landschaft. Die Wogen der Bucht rollten phosphorglänzend dem großen Ocean zu, von dem eine kühle und erfrischende Brise herüberwehte, welche, mit dem Mondlicht wetteifernd, durch die kostbaren Spitzengardinen in ein hohes Gemach von Hilbury Park drang. In der Nische eines Fensters saß zusammengekauert eine weiß gekleidete Mädchengestalt, verzweiflungsvoll schluchzend. Der große Salon mit seinen prächtigen Möbeln hatte ein gespenstisches Aussehen im Mondlicht und die vom Winde bewegten, hohen Bäume zeichneten die wunderbarsten Silhouetten an die Wände. Wehklagend klang das Murmeln der Wogen zu dem Weinen des jungen Mädchens. Der Wind spielte leise mit den Locken, die in glänzenden Massen über des Mädchens Nacken heradfielen und unter dem Leuchten des Mondlichtes erschienen wie flüssiges Gold. Aus dem großen Akacienbaume, dessen Zweige die Fenster berührten, strömte ein herrlicher Duft, mit dem sich die Wohlgerüche der Lilien und Rosen mischten, die die zahlreichen Beete des Gartens schmückten. Die Schönheit der Natur schien jedoch an der einsam Trauernden verloren zu sein, denn sie hatte keinen Blick dafür. Ihre Brust hob und fenkte sich krampfhaft und durch die kleinen, weißen Hände rannen die Thränen unaufhörlich. Da erklang ein fester Schritt in der Halle und im nächsten Moment trat eine hohe Männergestalt ein. „Irene, mein Kind, wo versteckst Du Dich? Komme zu Deinem Vater!“ rief er in das dunkle Gemach hinein. Mit einem Freudenschrei erhob sich das Mädchen von ihrem Sitz am Fenster und eilte stürmisch in seine Arme. „Papa, o mein lieber Papa!“ rief sie halb weinend, halb lachend. „Aber Du weinst ja! Ist es, weil ich gekommen bin? Soll ich wieder nach der Stadt zurückkehren?" forschte der Eingetretene, sie liebevoll anschauend. Heftig verbarg Irene ihr liebliches Gesicht an seiner Brust. „Ja, was fehlt denn meinem kleinen Mädchen?“ fragte er ängstlich. Wer hat Dir etwas zu Leide gethan? Wo sind die Schwestern?“ „Sie sind auf den Ball gegangen und haben mich allein hier zurückgelassen, Papa, nachdem Du mir doch die Erlaubnis, mitzugehen, gegeben hattest!“ schluchzte Irene. „Und weshalb weigerten sie sich, Dich mitzunehmen?“ fragte der alte Herr in ärgerlichem Tone. „Mary sagte, wenn ich mitkäme, würde sie zu Hause bleiben,“ antwortete Irene entrüstet.„Sie behauptete, Kinder hätten auf einem Balle nichts zu thun. Und ich feierte doch gestern schon meinen sechszehnten Geburtstag! Aber Mama stimmte Mary bei und sagte, ich dürfte nicht eher mit auf einen Ball, als bis die beiden Schwestern verheiratet wären. Als ob es mir einfallen könnte, einen von ihren Anbetern für mich erobern zu wollen. Ich verachte die Männer alle, alle!“ rief sie entrüstet aus. Mr. Brooke lachte gezwungen auf. „O, wenn Du erst einmal älter bist, wirst Du schon anderer Ansicht werden,“ erwiderte er.„Du bist wirklich noch ein Kind! Hat Elaine Dir ebenfalls verboten, den Ball zu besuchen?" schloß er in ernstem Tone. „Elaine fürchtet sich vor der Schwester, Papa. Sie sagte gar nichts und blickte so teilnahmslos zum Fenster hinaus, als die Sache verhandelt wurde, als ob sie gar kein Herz habe," versetzte Irene zornig. „Ruhig, Irene, Du darfst nicht in dieser Weise über Deine— Schwester sprechen!“ mahnte Mr. Brooke in vorwufsvollem Tone und ein eigentümlicher, trauriger Zug kam in seine Augen. „Doch sieh,“ fuhr er ablenkend fort,„welch hübsche Geschenke ich Dir mitgebracht habe!“ und er reichte ihr einige kleine Päckchen, welche sie hastig zu öffnen begann. Mr. Brooke erhob sich, um Licht anzuzünden, und mit Entzücken betrachtete sie nun jedes der reizenden Geschenke. „O, diese wunderbare Schleife!“ rief sie überrascht, das schwere, blaue Atlasband über ihr weißes Kleid fallen lassend.„Und ein Fächer mit blau und weißen Federn! O, Du lieber, guter Papa, wie kann ich Dir dafür danken? Und was ist denn in dieser kleinen Schachtel?“ Sie öffnete dieselbe und stand wie geblendet. „Ein Medaillon mit goldener Kette! O, Papa, ich muß Dich tausendmal dafür küssen!" rief sie, ihm stürmisch um den Hals fallend und ihn fast erdrückend. „Es ist Dein Geburtstagsgeschenk, mein Herzenskind,“ sprach Mr. Brooke, sobald er zu Atem kommen konnte.„Oeffne es und sieh, wie Dir der Inhalt gefällt!“ Sie gehorchte. „Dein und Elaines Bild!“ rief sie freudig überrascht aus;„die Portraits, die ich mir schon so lange wünschte! Und wie ähnlich, wie schön!" Sie küßte die Bilder und blickte dankbar und unter Thränen zu dem ehrwürdigen, alten Herrn empor. „Papa!“ fuhr sie plötzlich auf und legte beide Arme um seinen Hals, schelmisch und bittend mit ihren großen, blauen Augen ihn anblickend.„Papa, es ist noch keine Stunde vergangen, seitdem die anderen das Haus verließen.“ „So,“ sagte er lächelnd, sie halb verstehend und liebkosend über ihre goldigen Locken streichend. „Was wünscht mein kleiner Wildfang denn?“ „Bitte, Papa, laß uns zwei mit einander auf den Ball gehen!“ stieß sie im Flüstertone hastig hervor. „Das wäre rebellisch gehandelt! Was würden Mama und die Schwestern sagen, wenn wir so gegen allen Befehl handelten?“ fragte Mr. Brooke, ein Lächeln zu unterdrücken suchend. „Du weißt, daß niemand eine Einwendung wagt, wenn Du meine Partei ergreifst!“ noky von Barzin wurde gemeldet, die österreichische Regierung werde vier Kriegsschiffe entsenden, um die österreichischen Handelsinteressen zu schützen. Da diese Meldung etwas unklar ist, so ., rief sie auch mancherlei Auslegungen hervor; u. a. wurde behauptet, auch die österreichische Regierung wolle Colonialpolitik treiben. Diese Version ist inzwischen dementirt worden. Näher liegt die Annahme, daß die Entsendung der österreichischen Kriegsschiffe den Schutz der österreichischen Handelsinteressen im äußersten Orient angesichts des französtsch=chinesischen Conflicts bezweckt. Dieser Confliet hat sich erheblich " v e r s c h ä r f t. T h a t s ä c h l i c h b e f i n d e n s i c h F r a n k r e i c h und China im Kriegszustande, obschon der Krieg noch immer nicht erklärt ist; die diplomatischen Beziehungen sind abgebrochen, die Franzosen bombardiren Futschu, bohren die chinesischen Schiffe ! in Grund und besetzen Kelung auf Formosa, sowie diese Insel selbst. Der chinesische Gesandte LiFong=Pao, der vor seiner Abreise von Paris die Berichterstatterin der„Dresdner Nachr.“ empfing, äußerte sich sehr kriegerisch:„China ist zuversichtlich und hofft auf einen Sieg, da es gut geschulte Soldaten, von europäischen Instructeuren, besonders deutschen Offizieren, gebildet, besäße; die Zahl der Krupp'schen Kanonen und Zündnadelgewehre ist auch in dieser Zeit der Verhandlungen vermehrt worden und China hat nichts versäumt, um sich inzwischen zum Kriege vorzubereiten. Die beiden noch in Kiel liegenden Panzerschiffe werden jedoch schwerlich in die Action eingreifen können, weil sie nicht den deutschen Hafen werden verlassen können, ohne mit französischen Schiffen unterwegs in Conflict zu geraten. Das Ober: c o m m a n d o i m H e e r e f ü h r e n V o l l b l u t= C h i n e s e n, w e l c h e vom Vicekönig in Nanking, welcher den meisten Einfluß ausübt, der Kaiserin vorgeschlagen sind; im großen Generalstab und in den topographischen Bureaus sind deutsche Offiziere, auch einige Engländer und Amerikaner, aber sehr wenige. Früher waren sogar Franzosen darin, doch sind dieselben schon im vergangenen Jahre bei Ausbruch der Feindseligkeiten verabschiedet. China wird sich auf einen bloßen Defensivkrieg beschränken, da es bei der ! Offensive wenig Glück zu erwarten hat. Es weiß nicht, wie weit es sich ohne zu großes Risiko vorwagen darf, da man sich leicht Täuschungen über die Stärke des Feindes hingiebt. Das Arsenal von Futschu wird wol geopfert werden müssen, wie so manches andere, denn China will die Tactik der Russen von 1812 befolgen und die Franzosen in die unwirtlichen Felsgebirge, welche von dichten Wäldern getrennt sind, locken. In diesen Wäldern giebt es keine ! S t r a ß e n u n d k ü n s t l i c h e n U e b e r g ä n g e, s e l b s t w e n i g e Eingeborene wissen sich Weg zu bahnen. Dazu kommt noch, daß in sechs Wochen der Sommer zu ! Ende ist und eine höchst ungesunde Regenzeit bein ginnt, in der infolge der Ausdünstungen des I verfaulten Laubes sehr viel Fieber herrscht. Im französischen Lager befinden sich schon jetzt viele Kranke, aber das Marine= und Kriegsministerium verheimlichen dieselben; auf die Dauer ist dies allerdings nicht möglich und die Franzosen werden sich selbst am meisten über ihre Verlustlisten wundern. Die Nahrungsmittel sind schlecht und schwer ; z u h a b e n, e i n U e b e l s t a n d, w e l c h e r i m H e r b s t n o c h , m e h r h e r v o r t r i t t; d i e F o l g e n d a v o n l i e g e n a u f d e r Hand: China wird den Krieg bis zum Aeußersten führen und nicht eher ruhen, als bis der französische Einfluß gebrochen ist.“ Soweit die Aufzeichnungen der Dame nach den Aeußerungen Li=Fong=Paos. Aber gerade nach diesen Aeußerungen gewinnt es den Anschein, als sei ein Krieg bis auf's Messer, nicht zu erwarten. Frankreich i will sich darauf beschränken, Garantien zu erlangen, indem es einzelne Punkte, vornehmlich aber die Insel Formosa, besetzt; danach verzichtet es auch ; d a r a u f, i n' s I n n e r e e i n z u d r i n g e n, w o h i n d i e Chinesen den Schwerpunkt ihrer Operationen verlegen. Die Tactik der Russen von 1812 hat zur Voraussetzung, daß sich die Franzosen wirklich in die Falle locken lassen, wozu aber umsoweniger ein Anlaß vorliegen dürfte, als China auf die Offensive verzichten will. Danach sieht, trotz aller kriegerischen Reden, die Sache nicht eben schlimm aus. Was Frankreich in letzter Linie intendirt, dürfte allmälig jedem klar sein: es will sich definitiv im Besitz der Inselu Formosa und Heinan setzen. Wenn Formosa von den Franzosen einmal als„Pfandobject“ besetzt ist, so wird die Insel mit ihren ergiebigen Bergwerken schwerlich wieder an China zurückgegeben. Die Bergwerke von Kelung werden unter französische Verwaltung gestellt und von dieser bis zur völligen : B e z a h l u n g d e r v o n C h i n a z u l e i s t e n d e n E n t s c h ä digung betrieben. 80 Millionen verlangte Frankreich erst, jetzt, nachdem es sich gewaltsam in Besitz der Pfandobjecte setzen muß, wird es zweifellos seine Forderung derart erhöhen, daß China gar nicht daran denken kann, derselben gerecht zu werden. Mit der Erpedition nach Khartum scheint es endlich Ernst werden zu sollen. Allerdings soll der Vormarsch desselben von Dongola aus vor Anfang December nicht zu erwarten sein. Vorläufig wird„Stimmung“ gemacht. Es wird von einem großen Siege berichtet, den General Gordon am 11. ds. Mts. über die Aufständischen davon getragen haben soll. Zwei Führer der Aufständischen sollen gefallen sein. In Egypten hofft “ m a n, d a ß s i c h L o r d N o r t h b r o o k b e m ü h e n w e r d e, d i e englische Regierung zur nochmaligen Erwägung ihrer Politik bezüglich des Aufgebens des Sudan zu bewegen. Die Einwohner des Gebiets von Boghes, welches an Abessynien abgetreten werden soll, haben „ den Schutz des französischen Consuls von Massauah *: n a c h g e s u c h t, u m d e r A b t r e t u n g z u e n t g e h e n. Politische Tages=Rundschau. 8“ Ferlin, 30. Aug. Die Taufe des jüngstgeborenen Sohnes des Prinzen Wilhelm findet nun doch noch am Sonntag, nachmittags 3 Uhr, in Potsdam statt, da in dem Befinden der Prinzessin Wilhelm eine Besserung eingetreten ist. Dieselbe hat in der vergangenen Nacht mehrere Stunden gut und erquickend geschlafen. Körpertemperatur und Pulsfrequenz sind erheblich gefallen. Die Tauffeierlichkeit wird im engsten Familienkreise stattfinden. * Inbezug auf die Anberaumung der Reichstagswahlen scheint die Wahrheit in der Mitte zu liegen: also nicht Anfang October, auch nicht Anfang November, sondern= zweite Hälfte des October. Ein definitiver Beschluß ist übrigens noch nicht gefaßt. §* Der Wahlverein der Deutsch=Conservativen hat seinen Wahlaufruf erlassen, der sich selbst in folgenden Schlußsätzen resumirt:„Wer im Gegensatz zu dem nach Parlamentsherrschaft lüsternen Liberalismus ein entscheidendes Gewicht legt auf die monarchischen Grundlagen unseres Staatslebens; wer auf dem unverrückbaren Grunde christlicher Weltanschauung stehend, einzutreten gewillt ist für die socialen Ziele der Allerhöchsten Botschaft vom 17. Novbr. 1881 und insbesondere die Verbesserung der Lage der Arbeiter, die Hebung des Handwerker= und die Erhaltung eines kräftigen Grundbesitzerstandes erstrebt; wer die Notwendigkeit des Schutzes unserer notionalen, insbesondere landwirtschaftlichen Production anerkennt; wer die gerechte Besteuerung des mobilen Capitals, insbesondere der Börse fordert, wer die nationale Colonialpolitik energisch unterstützen, wer die volle Wehrhaftigkeit des deutschen Volkes erhalten und die bewährte Organisation unserer Armee gegen alle Angriffe verteidigen; wer endlich die bestehende Ordnung gegen die revolutionären Umsturzpläne der Socialdemokratie schützen will, der trete mit aller Kraft und Energie ein für die Wahl deutschconservativer Abgeordneten. Wo aber für solche eine Majorität nicht zu erreichen ist, da unterstütze ein jeder denjenigen Candidaten anderer Parteien, welcher bei Beantwortung der zu stellenden bestimmten Fragen unserer conservativen Anschauung am weitesten entgegenkommt. * Die für den 21. September d. J. in Aussicht genommene Generalversammlung des„Deutschen Colonial=Vereins“, soll nach der nunmehr erfolgten Einladung in Eisenach stattfinden. §* In Hamburg ist heute früh ein Raubmord=Attentat verübt worden, welches an den Eisert'schen Fall in Wien erinnert und wol auch aus denselben Motiven hervorgegangen ist. In das Moritz Kanert'sche Geldwechselgeschäft trat ein junger Mann, der dem im Laden allein befindlichen Kaner einen Schlag mit einem spitzen Instrument in den Nacken versetzte. Die Verletzung ist nicht lebensgefährlich. Kaner schlug eine Fensterscheibe ein und rief um Hülfe. Obgleich der Geldschrank geöffnet war fand der Räuber nicht Zeit, Wertpapiere und Geld an sich zu nehmen. Derselbe entfloh und wurde nach heftiger Gegenwehr auf der Straße ergriffen, ohne daß er von zahlreichen Waffen, die er bei sich trug, Gebrauch machen konnte. Der Verbrecher ist ein Schlossergeselle, Namens Bornemann, 21 Jahr alt, der sich in der letzten Zeit in Schleswig=Holstein und Dänemark und vorher längere Zeit in Amerika aufgehalten hat. §* Die Commandanten der beiden vor Kiel ankernden chinesischen Panzerschiffe„Tieng=Yuen“ und„Chen=Yuen“, welche telegraphisch zu einer mündlichen Unterredung mit dem chinesischen Gesandten befohlen waren, sind bereits gestern nach Kiel wieder zurückgekehrt. Heute haben beide Kriegsschiffe ihre Besatzung abgemustert und die Commandanten sind mit den Offizieren angeblich nach dem Kriegsschauplatze abgereist. s“ Weitere Nachrichten über den Fortschritt der colonialpolitischen Action in Westafrika werden, so meldet die„Schl. Ztg.“ aus Berlin, in gut unterrichteten Kreisen in Bälde erwartet. Diese Meldung scheint höchstwahrscheinlich, wenn man in Betracht zieht, daß die Corvette „Leipzig“, welche sich zur Aufhissung der deutschen Flagge nach Angra Pequena begeben hatte nicht direct die Heimreise angetreten hat, sondern zunächst noch bis Mitte September an der westafrikanischen Küste bleibt.“ * Wien, 29. August. Das Fremdenblatt sagt anläßlich des dem deutschen Kaiser im Parke von Babelsberg zugestoßenen Unfalles: Den dankerfüllten Kundgebungen, welche aus allen Gauen Deutschlands für die von dem Leben des ehrwürdigen Herrschers glücklich abgewendete Gefahr sich erheben werden. schließen sich gleich uns in Oesterreich=Ungarn wol alle Völker an, die in dem Kaiser Wilhelm den thatenreichen, erhabenen Schirmer des europäischen Friedens verehren. §y Die französischen Operationen gegen Futschu nehmen einen flotten Verlauf. Die französischen Batterien am Mingflusse sowie die Hauptbatterien des Kimpaiforts sind zerstört. Der„Times“ wird aus Futschu gemeldet, daß, seitdem die Franzosen sich stromabwärts bewegten, chinesische Truppen das Fremdenviertel plündernd durchzögen. Aus Cantio wurde der französische Consul sowie die französischen Kaufleute ausgewiesen. Die Pariser Presse begrüßt den Verlauf der Operationen Courbets natürlich enthusiastisch. Es sei noch bemerkt worden, daß zerstört wurden 9 chinesische Kriegsschiffe, darunter die in Deutschland erbaute Corvette„Nan Thin“, sowie 67 Kanonen, darunter Krupp'sche. Der Schaden am Arsenal von Futschu allein wird auf 20 Millionen Francs veranschlagt. Das französische Kriegsschiff„Hamelia“ ist aufgelaufen und so beschädigt, daß es an weiteren Operationen nicht teilnehmen kann. Courbet schickte 2 Trausportschiffe nach Saigun zur Erneuerung seiner Munition und geht nach ihrer Rückkehr nordwärts, um die Zerstörung der chinesischen Flotte fortzusetzen. * Der Bürgermeister von Brüssel hat eine anläßlich der liberalen Kundgebung beabsichtigte clericale Gegenmanifestation für Sonntag untersagt, dieselbe jedoch für jeden anderen Tag genehmigt. Das„Journal de Bruxelles“ fordert die Katholiken in den Provinzen auf, trotz des Verbots des Bürgermeisters sich Sonntag Vormittag 10 Uhr zahreich in Brüssel einzufinden. Provinzielle Nachrichten. * Selsenkirchen, 30. Aug. Für gefällige Zusendungen von Fest=Berichten über die allerorts im weiten Leserkreise unserer Zeitung stattfindenden Sedanfestlichkeiten würden wir Freunden der guten patriotischen Sache recht dankbar sein. Die Redaction der„Emscher Ztg.“ * Daß der Kreisteilung immer näher zugeschritten wird, geht aus der folgenden, der„.=W..“ aus Arnsberg zugegangenen Mitteilung hervor: „Für den Stadt= und Landkreis Bochum bestanden bisher zwei Katasterämter und zwar das eine für die Städte Bochum, Gelsenkirchen, Wattenscheid und die Aemter Bochum(Nord und Süd), Herne Wanne und Wattenscheid, das andere für die Städte Hattingen und Witten und die Aemter Blankenstein, Hattingen und Langendreer. Wie wir vernehmen, soll zur Beseitigung eines vielseitigen Bedürfnisses noch ein drittes Katasteramt vom 1. April n. J. eingerichtet werden. Es würden dann bestehen ein Amt für Stadt und Land Bochum mit dem Bureau in Bochum; das zweite für Gelsenkirchen, Wattenscheid, Schalke und Wanne mit dem Bureau in Gesenkirchen; das dritte für Witten, Langendreer, Stadt und Amt Hattingen und Blankenstein mit dem Burean in Witten oder Hattingen.“ Soviel uns bekannt ist, hat sich Wattenscheid bisheran nicht wenig Mühe gegeben, den Landratssitz für den Kreis Gelsenkirchen zu erhalten. Wir haben absichtlich geschwiegen. Die obige Nachricht klärt, wie es scheint, jeden Zweifel auf. * Die nächste diesseitige Schwurgerichtsperiode beginnt am 29. September. Herr Landgerichtsdirector Cousbruch aus Hagen ist zum Vorsitzenden ernannt. * Mit Bezug auf die von einigen Blättern gebrachte Mitteilung über zeitweise Hemmung des Postpacketverkehrs mit der Türkei wird officiös bekannt gegeben, daß die deutschen Postanstalten wieder unbeanstandet, in demselben Umfange wie früher, Postpackete nach der Türkei annehmen und befördern. * Gelsenkirchen, 29. August. Dem Redacteur des„M Spr.“ zu Bochum ging folgende Zuschrift zu: Eine gestern in Hamme stattgehabte ArbeiterVersammlung hat eine Resolution angenommen, in welcher sie Ihnen ihre Entrüstung darüber ausspricht, daß Sie in Ihrer jetzigen Stellung als Redacteur, ohne Rücksicht darauf, daß Sie selbst früher nur ein Arbeiter gewesen sind, fortwährend gegen die Arbeitersache schreiben und alles mögliche thun, um die Lage der Arbeiter noch unerträglicher zu machen, als sie ohnehin schon ist. Ich bin beauftragt, Ihnen hiervon Kenntnis zu geben. Anton Doll, prov. Berginvalide.“ Hierauf antwortet die Redaction in kurzer Weise, indem dieselbe schreibt:„Der Name des Unterzeichneten ist wol bloß irrtümlich mit einem weichen„D“ geschrieben?“ Anton Doll trieb vor einigen Jahren in hiesiger Gegend sein anfrührerisches Wesen in den Arbeitervereinen, aus welchen derselbe jedoch bald ausgeschieden wurde. Einmal hieß es sogar, er habe in der Nähe Mosts eine neue Heimat gefunden. * Ergebnis der Schöffengerichtssitzung vom 29. August: 1. Bergmann J. B. zu Bickern wegen Verübung groben Unfugs: 6 M. event. 2 Tage Haft;— 2. Tagelöhnerin Sophie Andree von ochum wegen gewerbsmäßiger Unzucht: 14 Tage Haft und U. berweisung an die Landespolizei=Behörde;— 3. Knecht T. B. zu Leithe wegen Uebertretung der Reg.-Pol.= Verod. vom 16. Juni 1883: 15 Mark event. 5 Tage Haft;— 4. Bergmann Johann Schürmann von hier wegen Körperverletzung: 3 Wochen Gefängnis;— 5. Händler H. J. von hier wegen Uebertretung der Reg.=Pol.=Verord- vom 14. Mai 1881: 5 Mark. event. 1 Tag Haft;— 6. Berginvalide A. Götze zu Schalke wegen Beleidigung. 4 Wochen Gefängnis;— 7. Ehefrau Bergmann Simon Jacubiak, Sophie geb. Dominikowska von Bickern wegen Körperverletzung: 8 Tage Gefängnis:— 8. Berginvalide Wilhelm Hegmann wegen Beleidigung: 20 M. event. 5 Tage Gefängnis. X Schalte, 30. August. Nach Bestellungen auf die neue Collegin„General Nr. 2“ wurde gestern eifrig gefahndet. Eine Zukunft dürfte dem Blatte wol bei uns kaum zu versprechen sein, d. eine Bedürfnisfrage in keiner Weise vorliegt.— Die gestrige zweite Nummer des„Neugeborenen“ ist insofern interessant, als dieselbe, wenn wir eine versteckte Annonce vielleicht nicht übersehen, auch nicht eine einzige Annonce aus ihrem Verbreitungsbezirk„Gelsenkirchen, Schalke, Ueckendorf 2c.“ enthält. * Die Verwaltung der Zeche Consolidation hat eine Belohnung auf die Ermittelung des Thäters ausgesetzt, welcher in voriger Woche in der Sophienau schlingelhafterweise zwei Bäumchen abgebrochen hat.— Wie die„Sch. Ztg.“ berichtet, sind im Amte Schalke an Jäger, worunter jedenfalls viele, die es werden wollen, 54 Jagdscheine erteilt worden. Armer Lampe! ° Nettendorf, 28. Aug. Alle hiesigen Vereine, 14 an der Zahl, rüsten sich zum Sedanfeste. Der evang. Arbeiter=Verein hat für seine Feier, verbunden mit Fahnenweihe, ein reichhaltiges Programm entworfen, welches sicher von den evangelischen Einwohnern mit Freuden begrüßt werden darf. Das Kinderfest am 2. September wird den anderen früheren Festen in keiner Weise nachstehen. An dem Festzuge nachmittags, der sehr großartig werden wird, werden sich alle Vereine, S mit Musik beteiligen, sodaß im Festzuge 4 Mustchhre und das Schüller: sein werden. Nach dem Festzuge, welcher sich durch die Schulstraße, Bochumerstraße, Mittelstraße, Heinrichstraße und Bergmannsstraße, dann nach den Schulen bewegen wird, werden die Kinder in ihrem Klassenzimmer mit Kuchen und Limonade erfreut werden. Dann folgen die Belustigungen für dieselben. Das Fest wird auch diesmal einen würdigen Abschluß durch ein schönes Feuerwerk erhalten. Des Abends werden die verschiedenen Vereine die Feier in ihren Vereinslocalen fortsetzen. Wanne, 29. Aug. Wie schon früher an dieser Stelle berichtet, sind namentlich in letzterer Zeit mehrere Brunnen seitens der Polizeibehörde geschlossen worden, weil das Wasser, welches denselben entnommen, einer chemischen Analyse unterworfen und als gesundheitsgefährlich erkannt war. Hier und da hört man nun Murren über die Schließungen der Brunnen, da manche dadurch in die unangenehme Lage kommen, das zum Haushalte nötige Wasser entfernt gegen gute Worte entnehmen zu müssen, wenn sie nicht für Anlegen der Wasserleitung(was an entlegenen Stellen nicht einmal möglich ist) viel Geld ausgeben wollen, und geht man hierbei augenscheinlich von der Meinung aus, dieselben geschähen rein aus eigener Veranlassung der Polizeibehörde. Zur Beruhigung können wir den Leuten, wie schon oben bemerkt, mitteilen, daß die Schließung allerdings durch die Polizeibehörde, aber erst nachdem die Analyse von der Untauglichkeit des Wassers seitens der dafür angestellten, vereideten Chemiker vorliegt, geschieht. Daß hierbei, wie hierorts dieser Tage vorgekommen sein soll, die eine Analyse die Untauglichkeit, eine zweite Analyse die Tauglichkeit des betr. eingesandten Wassers ausspricht, ist für den betr. Brunnenbesitzer allerdings uuangenehm. * In Weitmar stürzte vom Thurmgerüst des nahezu fertiggestellten katholischen Kirchbaues infolge eines Fehltritts der Zimmermann M. aus schwindelnder Höhe plötzlich zur Erde nieder und war, unten angekommen, sofort eine Leiche. Dem Unglücklichen war der Schädel total zerschmettert und dieses die Todesursache. * In Hochum wurde in jüngster Zeit in dortigen Läden, Geschäftslocalen 2c. verschiedentlich falsches deutsches Silbergeld angehalten. Wie nun verlautet, glückte es der Polizei, in der Wohnung einer Arbeiterfrau, deren Mann augenblicklich eine wegen Brandstiftung ihm auferlegte Zuchthausstrafe abbüßt, Formen, die allem Anscheine nach zur Anfertigung falschen Geldes dienten, sowie einige Falsificate zu confiszieren. Die Frau hatte Tags zuvor laut der„Rh.=W. Ztg.“ auf dem dortigen Markte ein falsches Mark=Stück an den Mann zu bringen versucht und war infolge dessen verhaftet worden. * Das Wittener„Tagbl.“ schreibt: Soeben kam uns ein seltsames Naturspiel zu Gesicht. Es war dies eine Kartoffel, die genau die Form eines kleinen menschliches Fußes hatte und sämtliche 5 Zehen in deutlichen Umrissen zeigte. Wir machen die Jünger der Darwin'schen Theorie auf diese merkwürdige Bildung aufmerksam. * Liegener Blätter melden: Gegenüber mehrfachen in der Presse aufgetretenen Nachrichten, nach welchen für die nächste Reichstagswahl eine Candidatur des Herrn Staatsministers und Oberpräsidenten Dr. Achenbach in unserem Wahlkreise ins Auge gefaßt ist, sind wir in der Lage mitteilen zu können, daß nach bestimmten Erklärungen es Herrn Staatsminister Dr. Achenbach völlig unmöglich ist, ein Mandat für den Reichstag zu übernehmen. * In Ruhrort trat ein Dienstmädchen bei einer Herrschaft in den Dienst. Armselige Kleidung und schlechte Wäsche erregten das Mitgefühl derselben, so daß diese sich dazu veranlaßt sah, dem Mädchen, das keine ganzen Schuhe mehr anzuziehen hatte, 50 Pfg. zum Flicken derselben zu schenken. Das Mädchen war darob sehr erfreut und hatte nichts eiligeres zu thun, als sich für diese 50 Pf.—— Visitenkarten anfertigen zu lassen! * In Elberfeld ist die Grundsteinlegung für die beiden neuen Kirchen auf Montag den 15. September festgesetzt worden. * In Laarn bei Speldorf gedenkt die Firma Schmidtmann, Klemp u. Co. in Dortmund eine Pulverfabrik anzulegen. Gar sonderlich erbaut ist man hier nicht von dieser Absicht, und Einsprüche sind bestimmt zu erwarten, trotzdem sie voraussichtlich großen Erfolg nicht haben werden. Harmlose Sonntagsplauderei. (Kleine Umschau.) Gelsenkirchen, 30. August. Gelsenkirchen ist Großstadt geworden. Es hat jetzt seinen „General=Anstreicher“. Ein Kind, das nicht zur Welt kommen wollte, weil die Windeln hierzu fehlten. Frisch gewagt, ist halb gewonnen, wer nicht wagt, der nicht gewinnt, wer nicht haspelt, der nicht spinnt —— dachte Theodorus und so sei die unbändig geistreiche Frucht des Essener Intelligenzblattes unserm General=„Anstreicher“ importirt. — Ein Glück dabei ist's, daß die„Veräußerung der Intelligenz“ im Betrage von 40 Pfg. pro 1/16 Jahr vorläufig coursirt und da wird mancher „Kluge“ sich schon etwas weiß machen lassen, sintemal die Production in der Probenummer des G. Anstreichers kostbar ausgefallen ist.„Fahre fort,— Mache deinen Leuchter helle!“—— Schreckliches Bauchgrimmen hat das junge PschorrBier verursacht. Es kann kein Doctor, selbst Herk Bürgermeister Vattmann nicht helfen. Der jugendliche Uebermut muß nachdrücklich gesühnt werden. Das demolirte Schild des Hrn. Aichmeisters B. kostet allein Mk. 25 und die gußeiserne Bank auf dem Kaiserplatze soll wol noch etwas mehr kostetz. wergangen, B6 Flasche Sect hätte mol — Unser Schützenvorst funden. 4000 Mk. gelegt worden, um som kehr des Festes entgege sein. So stehen wir „großen Ereignisses" sich die hiesigen Vereine, zum gemeinschaftlichen eins, dessen prächtige sich bei einem Altkathol ruht, zusammenschlossen, wollen. Der Schützenv viele Mitglieder dessell u. s. w. mitmarschiren, bei Gelegenheit des Immerhin aber hoffen welcher am Schützenfest zur Stelle ist— weil befehlen!—— A vorigen Plauderei durch Woche zur Thatsache Kinder=Sedaufest ist September gefeiert und Gottesdienst=Ordi der evangel. Gen Gelsenkirchen. Sonntag, den 31. Augu Frühaottesdienst ½8 Uhr Deutelmoser. Hauptgottesdienst 10 Uhr. Engeling. Nachm. 2 Uhr: Kindergot Past. Deutelmoser. Samstag, 6. Septbr. Nachm. 3 Uhr: Beichte. Deutelmoser. Amtswoche hat P. Deute Gottesdienst=Ord der evangel. Gen Schalke. Sonntag, den 31. Aug. Hauptgottesdienst vormitt. Collecte für die Epilepti stalt in Bielefeld. Erangelische Kirche zu Sonntag, den 31. Aug. (12. nach Trinitatis Frühpredigt 8 Uhr: Pf. v. Vormittags 10 Uhr: Pf. v. Amtswoche hat Pf. v. M Collecte für die Epileptist stalt zu Bielefeld. ei meiner Uebersiede Rmeine Heimat, Dra L# Pomme), sage . Freunden und Bekann denjenigen im evang Arbeiterverein hierselbs herzliches Lebem Gelsenkirchen, 30. Augi Albert Ba Meinem Freunde Hermann Joa in der Josephstraße heutigem Geburts herzlichsten Glückwünsche! Gelsenkirchen. Agentel werden gesucht, erfahren wandt in Prämien Anl. Höchste Provision bezahlt: soliden alten Firma. Offer Z. R. 357 an Haasen Vogler, Frankfurt a. Auf sofort ein Kindermädch sowie auf 15. October ein das auch melken kann, g Näheres unter Nr. 161 Exped. d. Bl. An Habe in schlossen, 1 Jahre 1869 detes Möbel, Spiegel und Waren=Geschäfl in unverändeter Weise w führen. Gelsenkirchen..4 Rabreisenoll Maschine die beste dieser Art exi Maschinen für Reifen bis 1 Millimeter liefert franco jed station à 95., Zeichn Beschreibung gratis und Eisenhütte Prinz Nu in Dülmen. eröffnet habe. Fi Bedienung werde und halte mich b Nathan 3 Gelsenkirchen, neben der 2 OabeJoges Hermannstr. host Pe warn Mutterlat Verorde vongungen Boxen sölre peus wanche Flasche Sect hätte mobil gemacht werden können. — Unser Schützenvorstand hat seine Rechnung gefunden. 4000 Mk. sind auf die„hohe Kante“ gelegt worden, um somit einen Fond der Wiederkehr des Festes entgegenzuhalten in der Lage zu sein. So stehen wir denn am Vorabend des „großen Ereignisses“, der Sedanfeier, an welcher sich die hiesigen Vereine, wie seinerzeit sich dieselben zum gemeinschaftlichen Festzuge des deutschen Vereins, dessen prächtige seidene„Schwarz=rot=weiße“ sich bei einem Altkatholiken am Kaiserplatze ausruht, zusammenschlossen, in großer Anzahl beteiligen wollen. Der Schützenverein wird wol, weil sehr viele Mitglieder desselben als Turner, Sänger u. s. w. mitmarschiren, nicht in der Stärke wie bei Gelegenheit des Schützenfestes erscheinen. Immerhin aber hoffen wir, daß der Schütze, welcher am Schützenfeste nicht fehlte, auch diesmal zur Stelle ist— weil es Rittmeister und Oberst befehlen!—— Was wir bereits in unserer vorigen Plauderei durchblicken ließen, ist in dieser Woche zur Thatsache geworden, nämlich, das Kinder=Sedaufest ist gesichert. Es wird am 2. September gefeiert und zwar im großen Schützenzelte. Herr Wilhelm Vogelsang ist derjenige, welcher an diesem Tage unsern evangelischen und israelitischen Schulkindern die Sedaufreude bereitet. Sein Wille war es bereits seit längerer Zeit. Seine desfallsigen Anordnungen sind früh, bei Gelegenheit der Schützenfestfeier getroffen worden. Ihm sind wir zu Dank verpflichtet, daß überhaupt das Festzelt bis zum 2. September stehen bleiben konnte. Es wird eine herrliche Sedanfeier geben. Gerne hätte der Festgeber gesehen, daß auch die katholischen Schulkinder der diesjährigen allgemeinen Kindersedaufeier sich hätten anschließen dürfen. Leider haben sich jedoch die Herren Lehrer und namentlich die Lehrerinnen der katholischen Schulen bereits in früheren Jahren von der Feier zurückgezogen. Es ist nicht recht. Auch den Eltern dieser Kinder ist keinesfalls damit gedient. Man sollte denselben seitens der Lehrer und Lehrerinnen die Teilnahme an der patriotischen Festlichkeit nicht wehren, es auch die Kinder später nicht fühlen lassen, falls das eine oder andere dem nationalen Zuge des Festgebers nach dem Festzelte folgen sollte. Das patriotische Gefühl sitzt im Kinde, einerlei, welcher Confession. Vonseiten der Herren Lehrer und Lehrerinnen sollte man bestrebt sein, es zu wecken—— und deshalb beklagen wir, daß nachdem der einheitliche Schützenfestgeist über uns gekommen, nicht die Kinder sämtlicher Confessionen die Festesfreude am Sedantage genießen sollen. Noch ist es Zeit! Kurz handeln! Unser Festgeber hat für recht viel Raum im Festzelte gesorgt. Auch gegen Regen und Wind sollen die Kinder geschützt sein. Decken, zur Bedachung sicherheitsdichte, werden mobil gemacht, um dort den Kindern einen angenehmen Aufenthalt zu bereiten. Sohin danken wir dem patriotischen Festgeber Herrn Wilhelm Vogelsang, dessen Name nun einmal bereits in der gestrigen Nummer dieses Blattes, ohne dessen Willen, genannt ist. Dafür, daß Herr Vohwinkel sich für die nächstjährige Kinder=Sedanfeier stark gemacht hat, sind wir ebenfalls schon jetzt, weil aber bis zum 2. September 1885 noch viel Wasser die„Emscher“ hinabläuft, dann erst recht zu Dank verpflichtet. Doch noch eine aufrichtige Bitte:„Jupiter Pluvius wir verlangen gutes Wetter zu den bevorstehenden Sedaufeierlichkeiten!“ Die Festanzeigen publicirten unsere Zeitung. — Das Schreckensgespenst„Recht bleibt doch Recht“ wird meistens annonym, wie eine verbotene Frucht in die Haushaltungsbibliotheken eingeschmuggelt, ohne daß die Frau(geschweige der Nachbar) etwas davon weiß. Damit soll keineswegs gesagt sein, daß alle Geschäftsleute freie Männer wären. Ja häufig liegt es nur an einer Kleinigkeit Um den Inserenten einen Dienst zu erweisen, ist denn auch die betreffende Anzeige unbarmherzig in der Schwarz= kunst Setzkästen gewandert.—„So blinkt am Abend nach dem Sturm, die Sonne ach so schön“— auf nach Sedan! Sociales, industrielle und Arbeiter. Verhältnisse. * Die Handelskammer zu Dillenburg urteilt in ihrem Bericht im allgemeinen über das Jahr 1883 in nicht günstiger Weise und führt das namentlich auch auf den momentanen Rückgang der Eisenindustrie zurück. Sie hebt aber zugleich hervor, daß bei dem Eisensteinbergbau zwar nicht eine Besserung der Preise, wol aber der Absatz sich vermehrt habe, und daß in merkGottesdienst=Ordnung der evangel. Gemeinde Gelsenkirchen. Sonntag, den 31. August 1884. Frühaottesdienst ½8 Uhr. Pastor Deutelmoser. Hauptgottesdienst 10 Uhr. Pastor Engeling. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienst. Past. Deutelmoser. Samstag, 6. Septbr. 1884. Nachm. 3 Uhr: Beichte. Pastor Deutelmoser. Amtswoche hat P. Deutelmoser. Gottesdienst= Ordnung der evangel. Gemeinde Schalke. Sonntag, den 31. Aug. 1884. Hauptgottesdienst vormitt. 9½ Uhr. Collecte für die Epileptichen=Anstalt in Bielefeld. Evangelische Kirche zu Herne. Sonntag, den 31. Aug. 1884. (12. nach Trinitatis.) Frühpredigt 8 Uhr: Pf. v. Martitz. Vormittags 10 Uhr: Pf. v. MartitzAmtswoche hat Pf. v. Martitz. Collecte für die Epileptischen=Anstalt zu Bielefeld. meiner Uebersiedelung in Umeine Heimat, Dramburg ##ld(Pomme), sage ich allen m Freunden und Bekannten, auch denjenigen im evangelischen Arbeiterverein hierselbst, ein herzliches Lebewohl! Gelsenkirchen, 30. August 1884. Albert Bartelt. Meinem Freunde Hermann Joachim in der Josephstraße zu dessen heutigem Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche! Gelsenkirchen. J. El. Agenten werden gesucht, erfahren und gewandt in Prämien Anl. Losen. Höchste Provision bezahlt von einer soliden alten Firma. Offerten sub. Z. R. 357 an Haasenstein& Vogler, Frankfurt a. M. Auf sofort ein sowie auf 15. October ein Hausmädchen, das auch meiken kann, gesucht. Näheres unter Nr. 1614 in der Erped. d. Bl. Habe mich entschlossen, mein im Jahre 1869 gegründetes Möbel, Spiegel und PolsterWaren=Geschäft in unverändeter Weise weiter zu führen. Gelsenkirchen. F. Horn. Rabreisendiege Maschine, die beste dieser Art existirenden Maschinen für Reifen bis 122.X20 Millimeter liefert franco jeder Bahnstation à 95., Zeichnung und Beschreibung gratis und franco, Eisenhütte Prinz Rudolph in Dülmen. Geschafts=Eröffnung. Hiermit die ergebene Mitteilung, daß ich mit L dem heutigen Tage eine Pferde=Metzgerei eröffnet habe. Für reelleund gute Bedienung werde ich Sorge tragen. und halte mich bestens empfohlen. Nathan Gelsenkirchen, Florastraße 3, neben der Dampfmühle. Josef Wieser, Hermannstr. Gelsenkirchen kalt ses oie warme, Salz= u. Mutterlaugen=Bäder Verordnung der Herren werate“ " in größter Auswahl zu den billigsten Preisen empfiehlt die Schärker Herr sabeil von Friedr. Küppersbusch. bevorstehenden Jagd=Saison empf.hle ich mein wohlassortirtes Lager in prima englischem K“ U. sowie sämtliche übrige Munition in bester Qualität. Carl Fasch, Gelsenkirchen. Nähmaschinen der bewährtesten Systeme zu Fabrikpreisen und unter günstigen Zahlungsbedingungen, sowie Nadeln, Oele 2c. in vorzüglicher Qualität empfiehlt G. Hahn, Mechaniker, Gelsenkirchen, Bahnhofstr. 30, altee Posthof. Reparaturen prompt und Das Tadentocal ist vermietet, verlaufe deshalb samtliche Kandsattur=Wären bedeutend unter Einkaufspreis. K. D. Weldent, Gelsenkirchen, neben der neuen ev. Kirche. Mayfarth’s neue Patent-Dresch-Maschine hat sich vorzüglich bewährt, ist eine wichtige Erfindung für die Landwirtschaft, well sie bei 2spännigem Betrieb das Getreide vollständig reinigt, gerades, glattes Stroh liefert und kaum mehr kostet, als eine sonstige gewöhnliche Dresch-Maschine. Für Wasser- oder Dampfkraft extra starke Ausführung mit doppeltem Wind.— Ueber 100 Stück in Betrieb; lobende Zeugnisse von allen Besitzern. Ph. Mayfarth& Comp., Maschinen-Fabrik und Eisengiesserei, Frankfurt am Main. Ziehung unwiderruflich 6. October 1864. Lott. Abteikirche Knechtsteden 1. Hauptgew. 15000 M. Gold Ziehung unwiderruflich 15. Deebr. 1884. Beecker Kriegerdenkmal-Lott. 1. Hauptgew. 3000 M. Süler. Lose à 1., 11 Lose 10 Mk. Liste u. Pto. 30 Pf., Ausl. 40 Pf. Beide Lose m. Liste 2. 40 M. emp.(Agenten werden gesuch die Gen.=Ag. A. Fuhse, Mülhein(Kuhr) u. d. Verkaufsst „0TTO's neuer Motor“ („Putent*“) Prämkirt mit den höchs. Auszeichnungen, u. A. „Geldene Staats-Nedaille“ Düsselderf 1880. Geldene Hedaille Paris 1881. Billigste und beduehste Betriebskraft, von 1/, 1, 2, 4, 6, 8, 10, 12, 16, 20, 25, 30, 40, 50 und mehr Pferdekraft, gegenwärtig mehr als 10,000 Exemplare in Anwendung.— Geräuschloser Gang. Dur — Aufstellung in Etagen zulässig. Gasmotoren-Fabrik Deuts in Deuts bei Cöln. # 91 20 G — A BürgerSchützen=Corps Gelsenkirchen. Sonntag, den 31. August er., vorm. 11½ Uhr: Appelt beim Oberst. Nachmittags 3¼ Uhr: Antreten des Bataillons zum Sedanfestzuge auf dem Hofe des Obersten in Mütze und Gewehr. Der Oberst. Heßler Krieger=Verein. Am Sonntag, 31. August er., nachmittags 4 Uhr: General=Appell im Vereinslocale. Tages=Ordnung: Zahlung der Beiträge und Strafgelder. Feler des Sebantager und Bescheerung der Kinder der Mitglieder des Vereins.— Nachdem: Frei-Bier. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht dringend Der Vorstand. der Heßler evang. Schulen. Die Feier findet am Sedantage(2. Septbr.) nachmittags 2½ Uhr in Stallbergs=Wäldchen statt, daselbst Bescheerung der Kinder, wozu die ganze Gelsenkirchener Feuerwehr=Kapelle engagirt ist. Comite. NB. Nach Beendigung der Schulfeier findet zur Feier des Tggen Concert& Tanzkränzchen statt, wozu ergebenst einladet H. Stallberg, Gastwirt. Ein Knave für leichte Arbeit gesucht in der Druckerei dieser Zeitung. Ein evang. Dienstmädkchen, 18—24 Jahre alt, auf sofort gesucht. Frau Wilh. Frodermann, Spiegel=Mannfactur, Kraubauerschaft. Das Aufhacken und Abfahren der Massen von der zu pflasternden Wilhelm straße in Schalte beabsichtige sich an einen leistungsfähigen Unternehmer zu vergeben. Beginn sofort. Offerten erbittet Carl Lhoest, Dahlhausen a. d. Ruhr. Tapelen in schöner Auswahl von 13 Pf. an Spiegel= u. Fenster=Glas sowie alle Sorten Farben, fertige Oelfarbe empfiehlt zu sehr billigen Preisen C. Handwerk, Gelsenkirchen, Kreuzstraße, nahe am alten Markt. Gutgekochtes Leinöl fertige Oelfarben, alle Sorten trockene Farben, Fußbodenu. Möbellacke, Pinsel, Weißquasten, Bürstenwaren empfiehlt zu den billigsten Preisen Carl Tintrup, Gelsenkirchen, Bochumerstr.51½ Nicht zu übersehen. Haarflechten etten werden sauber und dauerhaft gearbeitet; auch werden ausgekämmte Haäre zu den höchsten Preisen gekauft. P. Kittel, Friseur, Gelsenkirchen, Bahnhofstr. Nr. 45 Ch. Elverfeld, Dentieté, Gelsenkirchen, Alten Markt. Zahnziehen, Zahnfüllen und Zahnersatz, kowte Behandlung der Zahn- und Mundkrankheiten. Meterstäbe“ F. Bieng. Tausendfältig erprobt und bewährt haben sich bei zahnenden Kindern nur die ächten electromotorischen Zahnhalsbänder(Preis 1 Mark) von Gebrüder Gehrig, Hof lieferanten und Apotheker 1. Klasse in Berlin, Besselstr. 16. In Gelsenkirchen zu haben bei A. Springorum. in Rähmchen und Glaskästchen, geschleuderten Honig in Gläser, garantire für reinen Natur=Honig. 6. Klaumann in Rotthausen. Garde Verein Gelsenkirchen. Sonntag, den 31. August, nachm. präcise 3½ Uhr: Antreten im Vereins=Locale zum Abholen der Fahne und dem nächst Festzug. Wir erwarten eine zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand Krieger=Verein zu Bulmke. Sonntag, den 31. Aug. er. nachmittags 4 Uhr: Kppert. Besprechung über die Sedanfeier. Der Vorstand. A Gelsenkirchen. Compagnie=Befehl: Sonntag, den 31. Aug., vorm. 11½ Uhr, Appell der V. Comp. auf dem Hofe des Herrn Oberst. Wichtige Mitteilung über OrdenVerteilung und Sedanfeier. Der Hauptmann. GutETHeil! Gelsenkirchener Sonntag, den 31. August, nachm. 3 Uhr: Antreten der activen und passiven Genossen im Vereinslocale zur Teilnahme am Festzuge. Der Turnwart. WohnungsVeränderung. Meinen geehrten Kunden zur gefälligen Nachricht, daß ich meine Wohnung von Gelsenkirchen nach Braubauerschaft in das Haus des Herrn Buchmüller(früher Stümeier) Nr. 231, verlegt habe. Gleichzeitig empfehle mich de geehrten Bewohnern von Schalke und Braubauerschaft zur Anfertigung moderner Herrenkleidungsstücke Köster, Herrenkleidermacher. Ein ganz neues Billard wegen Mangel an Raum billig zu verkaufen, gegen Sicherheit auch auf Credit. Joh. Hellmann, Bochumerstr. Dr. Schreiber, Speeialarzt für Haut= und Geschlechts=Leiden Bochum, Augustastraße 3. Freiwillige BürgerTeuerwehr Gelsenkirchen. Sonntag den 31. August er., nachmittags 3¼ Uhr: Antreten der Wehr zum Sedanfestzuge bei Frz. Baumeister(Germania). Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Chef. licher Weise die Bauhandwerker und Tagelöhner mehr beschäftigt waren. Bezüglich des Bergbaus war die Gesamtproduction gegen das Vorjahr von 248175 Tonnen auf 282 504 Tonnen gestiegen. Die Nachfrage nach Eisenstein war seit Anfang October eine sehr lebhafte; verschiedene Anfragen mußten abschlägig beschieden werden, indem die Förderleistung nach dem Stande der Verrichtungsarbeiten der Gruben nicht mehr erhöht werden konnte. Auch der Absatz an Braunkohlen für den Winterbedarf steigerte sich bis Herbst etwas mehr als im Vorjahre. Die im Jahre 1882 seit vielen Jahren auf den niedrigsten Productions=, stand zurückgegangene Kalksteinproduction hat im Jahre 1883 um etwa ½ wieder zugenommen. gc. Eine Fachschule für Handvergoldung. Es giebt zwar bereits alle möglichen Fachschulen. Wir lesen jedoch zum ersten male in dem neuesten Jahresberichte der Geraer Handelskammer von einer Lehranstalt für Handvergoldung. Diese vor einigen Jahren von den Herren Horn und Patzelt in Gera gegründete Lehranstalt hat sich in sehr erfreulicher Weise entwickelt und wurde im Jahre 1883 von 44 Schülern besucht, von welchen durch die Vermittelung der Anstalt 32 gute Stellen erhielten. Außer in der Handvergoldung wird auch Unterricht im Fachzeichnen, in der Stillehre, der Flächenornamentik und der Lederschnitzerei erteilt. sc. Skrikes. Die Spiegelglasfabrik von Hartley u. Sons in Sunderland(England), welche über 800 Personen beschäftigt, wurde am 18. d. M. geschlossen, weil die Arbeiter sich eine Herabsetzung ihrer Löhne nicht gefallen lassen wollen. Sie erbieten sich, zu den in den belgischen Spiegelglasfabriken gezahlten Löhnen zu arbeiten — In Iyradow bei Warschau ist in der Leinwandfabrik von Hille u. Dietrich eine Revolte ausgebrochen. Ueber 1000 Arbeiter belagern das Directionsgebäude und verlangen Lohnerhöhung und Niederschlagung der wegen bedeutender Schadenanrichtung verhängten Strafen. Im Vorjahre wurde in derselben Fabrik gestrikt; damals wurde Militär requirirt, das einschreiten mußte. (Der Inhalt des nachstehenden Finanz=Ministerial=Erlasses, betr. das neue preuß. Stempelgesetz vom 6. Juni d.., ist für jedermann von so erheblichem Interesse, daß wir denselben wortgetreu hier zum Abdruck bringen: Berlin, 28. Juni. In Verfolg der Verfügungen vom 28. Juni und 29. November v. J. III 8487 und 14156 mache ich Ew. Hochwohlgeboren auf das in der Gesetzsammlung Seite 279 erschienene, mit dem 4. Juli d. J. inkraft tretende Gesetz, betr. die Stempelsteuer für Kauf= und Lieferungs=Verträge im kaufmännischen Verkehr und für Werkverdingungs=Verträge, vom 6. Juni d. J. noch besonders aufmerksam. Da durch§ 1 dieses Gesetzes die Allerhöchste Cabinetsordre vom 30. April 1847 und die derselben entsprechenden Vorschriften der Tarife zu den Stempelsteuer=Verordnungen vom 19. Juli 186•7 Nr. 294 und 7. August 1867 Nr. 28d aufgehoben sind, so unterliegen Kauf= und Lieferungsverträge über andere Gegenstände als Grundstücke oder Grundgerechtigkeiten— insoweit dieselben nicht nach§ 11 des Reichsstempelgesetzes vom 1. Juli 1881 vom preußischen Stempel befreit sind(vergl. Tarifnummer 4a zum Reichsgesetze und§ 9 des letztern)— in Zukunft dem für Kauf= und Lieferungsverträge über bewegliche Gegenstände im allgemeinen vorgeschriebenen Stempel von ½ pCt. des Kauf= oder Lieferungspreises auch dann, wenn die von einem Kaufmann vorgenommene Veräußerung eines nach seinem Geschäft zur Veräußerung bestimmten Gegenstandes in Frage steht. Dieser Stempel ist bei Kaufverträgen, welche mit einer vom Stempel befreiten Person(z. B. dem Reichs= oder preußischen Fiscus) geschlossen sind, nur zur Hälfte, dagegen bei Verträgen über Lieferungen an das Reich, den Staat oder öffentliche Anstalten zum vollen Betrage zu verwenden. Bei Werkverdings=Verträgen, inhalts deren der Unternehmer auch das Material für das übernommene Werk ganz oder teilweise anzuschaffen hat, ist nach§ 2 des Gesetzes vom 6. Juni d. J. zu verfahren. Für Nebenverträge (z. B. Compromißverträge), welche in Kauf= und Lieferungsverträgen oder in Werkverdingungs=Verträgen der im§ 2, Absatz 1 des Gesetzes bezeichneten Art enthalten sind, ist neben dem Kauf= oder Lieferungsstempel auch noch der allgemeine Vertragsstempel,— und zwar, wenn der eine der Vertragschließenden eine vom Stempel befreite Person ist, in der darstellbaren Hälfte von 1 M. — zu verwenden. Dagegen bedarf es bei Werkverdingungsverträgen der im§ 2, Absatz 2 des Gesetzes bezeichneten Art, falls wegen des darin enthaltenen Arbeitsvertrags der allgemeine Vertragsstempel verwandt ist, eines besonderen Stempels für etwaige Nebenverträge nicht. Der Finanz=Minister (gez.) v. Scholz. Vermischtes. ** Gelsenkirchen, 29. Aug.(Eingesandt.) [Eine euriose Zeitung.] Als vorgestern der „Gelsenkirchener General=Anzeiger“ das Licht der Welt erblickte, um einem„längst gefühlten Bedürfnis“(!!) abzuhelfen, war man überrascht über die vielen„geistvollen“ Genüsse, welche in etwas pomphaftem Tone den wissensdurstigen Lesern „versprochen", wurden. Nun,„versprechen" und „halten“ ist ja immer zweierlei gewesen. So auch hier. Weder im politischen noch im localen Teil ist dem Leser auch nur annähernd ein zur Orientirung erforderliches Bild geboten. Bezüglich des localen Teils bewundern wir übrigens die Langmut der Redacteure des„Intelligenzblatts, Essener Anzeigers und des Gelsenkirchener General=Anzeigers“ Vielleicht macht es dem Leser Vergnügen, mit uns einmal eine kleine Blumenlese in dem„Gelsenkirchener General=Anzeiger" zu halten. In Probenummer 1 zeigt die„außerordentliche Begabung“ des Berichterstatters an, daß der verunglückte Bremser in Recklinghausen eine Fämilie hinterläßt, und daß es einen häutigen Tag giebt, ist wahrscheinlich unbekannt. Zu allem Unglück macht der „Gelsenkirchener General=Anzeiger“ sich auch noch über Stylblüten und Druckfehler=Teufeleien lust g. Man sollte glauben, da brauchte er doch nicht lange in's Weite zu schweifen, sondern könnte aus der eigenen ergiebigen Quelle schöpfen. Wir könnten die Auslese fortsetzen, aber wir möchten uns auch einmal den Inseratenteil besehen. Ja, das läßt man sich gefallen. 3 volle Seiten Annoncen— doch was für welche? Immer und immer sieht man die alten Bekannten, nur daß sie wie Figuren im Schach zum Oeftern die Plätze wechseln. Was ist denn das? Da steht sogar, daß die Mitglieder der St. Getraudiskirche sich durch besondere Frömmigkeit auszeichnen. Dort steht gedruckt„schwarz“ auf weiß, daß es ein befriedigendes Ereignis ist, wenn die Milch Wasser enthält. Die Expedition des„Gelsen. kirchener General=Anzeigers" bietet sogar indischen Malzextract an. Curioses Blatt. Die Zahl 36000 ist wol nur ein Druckfehler. Daß„in letzter Stunde“ noch eine große Anzahl Inserate eingelaufen sind, die keinen Platz mehr finden konnten, ist wol nur eine Zeitungsente, nicht wahr? Nun zum Feuilleton! Na, in der einsamen Kammer möchte ich nicht wohnen, da fließen ja lauter Thränen. Für den Leser würde es ein Vorteil sein, wenn der„Gelsenkirchener General=Anzeiger“ auch seine blinden Passagiere zum Tempel hinaus. jagte. O Welt, wie bist du schlecht! 9— *.*(Viel verlangt.] Auf einer ziemlich lebhaften Station der Anhalter Eisenbahn, so erzählt das„D..“, entspann sich zwischen dem Schalterbeamten und einem Reisenden folgender Dialog, der einen Beweis liefert, welche Anforderungen das Publikum oft an einen vielbeschäftigten Beamten stellt. Reisender(an den Schalter tretend): Eens! — Der Schalterbeamte:„Was für eins?“— Reisender:„Na! Eens vierter!“— Der Schalter= beamte:„Nun, wollen Sie denn nicht angeben, wohin Sie zu fahren wünichen?“— Reisender: „Na. Männeken, nach Trebbin, wohin denn sonst?“ — Der Schalterbeamte:„Sie scheinen vorauszusetzen, daß ich Sie kenne, oder mindestens das Ziel Ihrer Reise erraten müßte.“— Reisender:„Nadürlich müssen Se det. Sone olle Kunden wie mir hat de Anhalter Bahne nich ville, det kann ick Ihnen man sagen.“ Sprach's und schlug sich seitwärts in die Büsche. ** N a c h E r ö f f n u n g d e r H ü h n e r j a g d w o l l e n wir unseren Leserinnen ein kleines Verslein mitteilen, daß sie beim Einkauf von Rebhühnern sich stets in's Gedächtnis rufen mögen. Hier ist es: „Ist aelb der Tritt des Huhns, gleich der Ctrone, So ist's von diesem Jahre zweifelsohne, Doch rechne davon zwei auf einen Kopf, Sie werden Dir gar sehr gering im Topf! Das Huhn mit Tritten gelb wie Apfelsine Vor allem Dir zum saft'gen Braten diene. Bei hellem grauen Tritte lass' Dir raten, Ein halbes Stündchen länger es zu braten. Scheint dunkel schon des Huhnes Trittes Grau, So kocht's vor'm Braten erst die kluge Frau. Blaugraue Tritte, Schnabel be nah' weiß, Rings um die Augen ein bellroter Kreis, Laß ab! umsonst sind Speck und Fett und Butter, Derart'ge Hühner schenk'— der Schwiegermutter!" Ich bin von meiner Reise zurückgekehrt. Dr. Lindemann, Grummet=Verkauf. Am Montag, den 1. Septbr., nachmittags 4 Uhr, werde ich für Herrn H. Langebeckmann 5 Morgen sehr gut geratenen Grummet in der früheren Storp'schen Wiese, nördlich des Bahnhofes Wanne und 5 Morgen in seiner Hofeswiese öffentlich, meistbietend gegen Credit und Bürgschaft verkaufen. Versammlung bei Wirt H Brunkhorst. Wanne. W. Walbeck. # Verlegte mein Bu reau von der Marktstraße in die Wohnung der Frau Wtw. Rechtsanwalt Cremer, Bahnhofstraße Nr. 95, hierselbst. Gelsenkirchen, im August 1884. Rechtsanwalt und Notar. Ein nebst kleinem Kutschwagen und completem Geschirr steht in Gelsenkirchen billig zu verkaufen. Näheres unter Nr. 1586 in der Exped. d. Bl. „ Aßerern. ¾“ glatt oder gefedert 100 □ M. 14.—. 1“ glatt oder gefedert 100 □ M. 12.—. in Längen von 6° bis 24“ bei Soseph Schafer, für die SLBANPLER der evangl. u. israel. Volksschulen in Gelsenkirchen. Dienstag, den 2. Beptember cr.: Morgens von—9 Uhr: Offizielle Feier in jeder Schulklasse. Mittags 1 Uhr: Mittags 1½ Uhr: Nach der Ankunft: Mittags 2 Uhr: Zug der Klafsen zum Hiberniaplatze durch Schul=, Kreuz=, Ah., Kloster= und Bahnhofstraße. Festzug zum Kriegerdenkmale durch Augusta=, Vereins:, Kirch=, Neu-, Hochstraße, Alten Markt, Markt= und Friedrichstraße. Lied:„Lobe den Hirren" v.—3. Festrede von dem Herrn Lehrer Rode. Lied:„Heil dir im Siegerkranz“. Zug zum großen Festzelte, woselbst eine fröhliche Kinder=Sedaufeier arrangirt wird. Lehrer=Collegium. 4 Maschinenbau-E LildburgBangewerkschnle. I: hausen. Sistesth. bilig. Nez. 75 M. AATEke. Dir. 5 Eine erste Arbeiterin für Kleider und Costümes gesucht von Bernh. Ferse, Schalte. Zum Zedanfeste: Bengärtsche Flammen. Engel=Apotheke, Sachumerste. Hera, Eersenrirchen. CUNUENT der Geschwister OIk aus Berlin (Inhaber des Ehrenpreises für Musik am blauen Bande), unter Leitung des 11jährigen Hugo Olk, begabtester Schüler des Prof. Joachim zu Berlin. Anfang 8 Uhr. Entrse an der Kasse 75 Pfg.— Karten im Vorverkauf à 50 Pfg. sind in der Expedition der„Emscher=Zeituna, sowie bei mir zu haben.— Programms werden gratis verteilt. Original=Prädikate von ausgezeichnetem Werte über die wirklich gegediegenen und großartigen Leistungen der Gesellschaf;, sowol Ensemble als Solospiel stehen jedem zur gefälligen Einsicht zur Verfügung. Hierzu ladet freundlichst ein Schulte Uechting. Programm für Montag, den 1. September 1834. 1. „Congreß=Marsch“ von Decker. „Ouverture zu Iphigenie“ im Aulis von Gluck. „Blättlein im Winde", Walzer von Faust. „Du, Du nur allein“, Lied von Domby=Karoly. II. „Ouverture" zur Oper„Zompa, von Herold. „Vielliebchen Gavotte“ von Wallsich. „VII. Concert“ von de Beriot, für Violine, vorgetragen von Hugo Olk. III. „Ouverture“ zur Oper„Dichter und Bauer“ von Suppé. „Le réve“, Violoncell=Solo, vorgertragen von Hans Olk. „Annen=Walzer“ aus der Oper„Nanon“ von Gende. „Lorbeer und Rose“, Duett für Violine und Violoncell von Grell. IV. „Musikerlaune“ Potpourri von Decker. „Böglein im Baume“ von Miska Hauser, vorgetragen von Duge Oit. „Du liedes Aug““. Lied von Reichardt. „Schwamm drüder“, Galopp von Milloecker. Dodun Peier zu-TTahne. * Das Sedan=Fest wird auch in diesem Jahre gemeinschaftlich von der Bürgerschaft und dem Kriegerverein zu Wanne unter freundlicher Mitwirkung der Gesangvereine„Casino Liedertafel“ und„Gemischter Chor" daselbst am Sonntag, den 31. August kr. im Saale des Herrn Nagel zu Röhlinghausen in folgender Weise gefeiert: Abends 5 Uhr: Concert der Schneider'schen Capelle und Lieder=Vorträge der beiden Gesangvereine. Abends 8 Uhr: SALE. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. Entree für Herren 75 Pfg.— Damen frei. Zu zahlreicher Teilnahme laden ergebenst ein Wanne, den 28. August 1884. Das Dest=Comtte der Der Vorstand des Bürgerschaft. Kriegervereins. Arbeiterverein zu Tecenvolf. Der Verein feiert am 31. August er. seine Fahnenweihe en Stiftungs=Fest, unter Beteiligung mehrerer auswärtiger Vereine, im vergrößerten Saale des Herrn Wirts H. Börste. Die Mitglieder versammeln sich 1½ Uhr im Festlocale. Die Weihe wird durch Herrn Pastor Niemeier von—3 Uhr vollzogen. Darnach: Festzug durch die Gemeinde; darauf: Ansprachen, Gesaugvorträge der geladenen Gesangabteilungen und D CONCERT. Das Fest wird streng geschlossen gefeiert und haben nur solche Zutritt, welche sich im Festlocale aufnehmen lassen. Wir stellen hierdurch die herzliche Bitte an alle Bürger Ueckendorfs, durch Kränzen und Flaggen unser Fest verherrlichen helfen zu wollen. Der Festzug wird sämtliche Straßen passiren. Der Vorstand. Krieger=Verein Wanne. Regiments=Befehl: Die Kameraden treten am Sonntag, den 31. August er., nachmittags 4 Uhr, am Vereinslocale zum Festzuge an. Der Oberst. 03000000000 9 Nathenow. Brillen. Chlinder=Uhren von 11 M. an. 0 Regulateure 0 0 von 24 M. an. " Wanduhren V von 3. M. an. 0 Th. Holtmann, Uhrmacher, A Schalke, Friedrichstr. 300000885 Specialität: Cylinder=RemontoirUhren (ohne Schlüssel aufzuziehen) 20 Mark, sowie goldene Herren= u. DamenUhren, Regulateure u. WandUhren— Reparaturen gut und billig unter Garantie. Meuges, Uhrmacher, Gelsenkirchen, Lotzunerstr. 29. Diesjähriger Peima Stäurergs Waldchen. Das S. Avonnements Conert der Giesenkirchen'schen Capelle findet am Zamstag, den 30. Rugust cr., abends 7 Uhr, statt.— Nach dem Concert: Tanz-Kränschen. Programm und Einzelkarten sind an der Kasse zu haben. Hierzu ladet freundlichst ein Giesenkirchen, Musikdirector. NB. Bei schlechter Witterung findet das Concert im Saale statt. empfiehlt pr. Pfd. 80 Pfg., Engel=Apotheke, Bochumerstr. — Geschlechts- und Frauenkrankheiten, = speciell Flechten, Hautausschläge, Wunden, Geschlechtsleiden selbst in den hartnäckigsten Fällen, frisch entstandene Fälle In einigen Tagen, Hals-, Mund-, und Rachengeschwüre, Schwächezustände, Pollutionen, Fluss, Impotens, Nerven-, Rücken- und Magenleiden werden nach meiner langjäurigen Heilmethode gründl. ohne Berufsstörung brieflich unter Gerantie schnell u. sicher geheilt. Brocher. Heilmethode ulbstr. Aus.) für 50 Pf., Briefm. frco. in Conv. 60 Pf. B. Schumacher, Frankfart a. A. Allerheiligenstr. 45. Gewerbeschule für Frauen u. Töchter von Marie Mager Geisenkirchen, Friedrichstr. 6 (I. Etage). Unterricht in allen Handarbeiten: Näben, Flieken, Stepfen, Sticken u. E. w. Gründl. Schneiderunterricht, Masch.-Nähen, Wäschezuschneiden, Putsmachen, Plätten. Verbereitungs-Cursus für Handarbelts-Lehrerinnen. Prospecte gratis. Auswärtige Schtilerinnen erhalten Fahrpreisermüseigung. Sprechstunden mit der Vorsteherin Jeden Nontag von 10—8 Uhr.