r keine Assessolehmen, istischen Schluß 1000 welche stellung, Diäten seit eine geltend. Septemd. sind Quartal anwaltenbahn= ssessoren 6 eine on über über 2 ssessoren 1 dieser Nr. 164. Gelsenkirchen, Mitwoch, den 16. Juli 1884. 10. Jahrgang. hälterin h, jung, ein aussich so Witzblatt junger wünscht nde sind, zu, wird Sommer Privat= Quartier Ute einSuppe daß die cht ausist viel n werden beschäft, in jeden ellen und LeistungsGelsenenkirchen ug jeder Boten 88 8 90 8 Sin* AUTTLeRT. Die„Emscher Zeitung“ erscheint täglich unn Ausnahme der Sonn= und doben Feiertage. Wochen=..„J 7½557:.... Adonnementspreis: Mark.80 vierteljährlich an Voraus. Man abonnurr außer bei der Expedittos Beilage:„Illustrirtes Emscher Sonntagsblatt“.— Insertionspreis: Die Petit=Zeile oder deren Der Reichsfreund. in Selsenkirchen, Marktsraße 13, bei allen Postanstalten und bei den Filial=Expeditionen: Rud. Eick, Raum 15 Vf., Reklamen:1 Bf.— Verantwortlicher Redacteur F. Dienst in Gelsenkirchen. Linoere et oonstanter. derne: B. Walbeck, Wanne.— Druck und Verlag von F. Dienst in Gelsenkirchen. Allgemeines Organ für die Stadt Gelsenkirchen, für die Aemter Schalke, Ueckendorf, Wanne und Herne.— Anzeigeblatt für Gerichts= und Militär=Behörden. * Reichsversicherung. Berlin, 14. Juli. Der Reichs=Anzeiger veröffentlicht folgende Bekanntmachung, die Unfallversicherung betreffend: Aufgrund des Unfallversicherungsgesetzes vom 6. Juli 1884(Reichsgesetzblatt Seite 69) tritt das Reichsversicherungsamt mit dem heutigen Tage in Thätigkeit. Zum Präsidenten desselben ist der bisherige Geh. Regierungsrat und vortragende Rat im Reichsamt des Innern Bödiker ernannt worden. Die Geschäftsräume befinden sich vorläufig Wilhelmstraße 74. Berlin, den 14. Juli 1884. Der Reichskanzler. In Vertretung: Eck. Bekanntmachung betreffend die Anmeldung der unfallversicherungspflichtigen Betriebe vom 14. Juli 1884. In Gemäßheit des§ 11 des Unfallversicherungsgesetzes vom 6. Juli 1884(Reichsgesetzblatt Seite 69) hat jeder Unternehmer eines unter den§ 1 dieses Gesetzes fallenden Betriebes den letztern unter Angabe des Gegenstandes und der Art desselben sowie der Zahl der durchschnittlich darin beschäftigten Personen bei der untern Verwaltungsbehörde binnen einer vom Reichsversicherungsamt zu bestimmenden Frist anzumelden. Diese Frist wird hiermit auf die Zeit bis zum 1. September d. I. einschließlich festgesetzt. Im übrigen wird wegen der Anmeldung auf den nachstehenden Auszug aus dem genannten Gesetze sowie auf die beigefügte Anleitung hingewiesen. Berlin, den 14. Juli 1884. Das Reichsversicherungsamt Bödiker. Im Zusammenhange damit wird eine Anleitung inbetreff der Anmeldung der Versicherungspflichtigen Betriebe gegeben. Es heißt darin u..: Ist ein Unternehmer zweifelhaft, ob er seinen Betrieb anzumelden habe oder nicht, so wird derselbe gut thun, die Aumeldungsfrist nicht unbenutzt verstreichen zu lassen, wenn er sicher sein will, den aus der Nichtanmeldung eines versicherungspflichtigen Betriebes sich ergebenden Nachteilen zu entgehen. Hierbei bleibt ihm unbenommen, in dem zu benutzenden Formular in der Spalte Bemerkungen die Gründe anzugeben, aus denen er die Anmeldungspflicht bezweifelt. Schließlich werden die beteiligten Betriebsunternehmer noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn sie die vorgeschriebene Anmeldung nicht bis zum 1. September d. I. erstatten, sie hierzu durch Geldstrafen im Betrage bis zu 100 Mark angehalten werden können. 2 Falsche Propheten. Der Verstaatlichung der Eisenbahnen in Dreußen haben sich bekanntlich die Fortschrittler und Freihändler aufs eifrigste widersetzt. Sie hielten die freie privatwirtschaftliche Concurrenz auf diesem Gebiet für das richtigste und prophe. zeiten aus der Uebernahme der Orivatbahnen durch den Staat die schlimmsten politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Nachteile. Daß sie inzwischen von der Erfahrung bereits gründlich widerlegt worden sind, ist eine bekannte Sache. Sie haben denn auch bei den letzten bezüglichen Debatten im Abgeordnetenhause kaum noch zur Verteidigung ihres Standpunktes den Mkund aufgethan und sich die weise Regel:„Der Klügere giebt nach" zu Herzen genommen. Erst neuerdings bei den Beratungen des Unfallversicherungsgesetzes im Reichstage haben sie, um zu beweisen, daß es jetzt auf die Verstaatlichung des gesamten wirtschaftlichen Lebens abgesehen sei, wieder auf die preußischen Eisenbahnverstaatlichungen zurückgegriffen und diejenigen Darteien, welche sich um letztere verdient gemacht haben, vor dem Dolke anklagen zu sollen geglaubt, daß sie den Grund gelegt haben zur„Einschränkung des privaten. Erwerbslebens" und„zur Ausdehnung der Wirksamkeit und Chätigkeit des Staates.“ Mit anderen Worten: nachdem sie durch die Macht der Thatsachen gezwungen waren, auf eine sachliche Bekämpfung der Eisenbahnverstaatlichung im Abgeordnetenhause zu verzichten, glauben sie neuerdings wieder durch allgemeine Redensarten und Schlagworte die Eisenbahnverstaatlichung discreditiren und als ein an dem „freien Bürger" verübtes Unrecht darstellen zu sollen. Es ist klar, daß sie bei einem derartigen Verfahren vor allem auf die Vergeßlichkeit und Aurzsichtigkeit der Wähler rechnen. Im Abgeordnetenhause haben sie nichts stichhaltiges mehr gegen die Eisenbahnverstaatlichung vorzubringen gewußt, weil deren günstige Erfolge auf der Hand kiegen, und einer von ihnen, der bis zuletzt für das Orivateisenbahnsystem eingetreten war, erklärte ganz offen im November,„er wünsche jetzt auch nicht, daß das Eigentum an den vom Staat erworbenen Körpern jemals wieder in Orivateigentum übergeht.“ Diese indirecte Anerkennung wird von den Wählern voraussichtlich ebensowenig vergessen werden, wie dieselben auch nicht übersehen können, daß das, was man ihnen früher als etwas verkehrtes dargestellt hat und was man ihnen jetzt wieder als etwas unerhörtes darstellen will, sich fortwährend in der Oraxis des Lebens bewährt. Dielmehr dürften die Wähler durch die neueren allgemeinen Angriffe auf die Eisenbahnpolitik nur daran erinnert werden, daß sich die Fortschrittler und Freihändler wie auf allen anderen, so auch auf diesem Gebiete als falsche Oropheten erwiesen haben. Die Chatsachen, durch welche diese falschen Oropheten widerlegt werden, sind so offenkundig, daß selbst ein freisinniges Berliner Blatt sich zu dem Eingeständnis hinreißen läßt: „Mau würde der Wahrheit ins Gesicht schlagen, wollte man nicht zugestehen, daß die Staatsbahnen in vielen Dingen die ehemaligen Orivatbahnen weit überflügelt haben.“ Und dennoch wollen die Freisinnigen aus der Unterstützung der Staatseisenbahnpolitik für die Nationalliberalen und Conservativen einen Strick drehen und die Wähler vor diesen gefährlichen Menschen warnen? Es gehört in der That eine große Dortion Unverfrorenheit dazu, die Wähler gegen eine Oolitik aufzuhetzen, deren glänzende Erfolge die Fortschrittler und Freihändler fortwährend Lügen strafen. Das Bankett der nanionalliberalen Partei. * Elberfeld, 14. Juli. der obligaten Regenpause gestaltete sich das Festbankett in der erfrenlichsten und anregendsten Weise. Küche und Keller waren gut versorgt und trotz der Regenstörung die Bedienung lobenswert. Den Reigen der Toaste eröffnete Reichtagsund Landtagsabgeordneter v. Benda mit einem stürmisch aufgenommenen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser. Gymnasialdirector Dr. Jäger aus Köln trank auf das Wohl der nationalliberalen Partei, Bürgermeister a. D. Bankdirector aus Duisburg mit einer humoristischen Motivirung auf dasjenige der Parteiabgeordneten. Herr Louis Simons von hier weihte sein Glas den westfälischen Gästen, denen er für ihren Dortmunder Pa teitag einen ähnlichen Erfolg, wie denjenigen des rheinischen Parteitages wünschte. Landtagsabgeordneter vom Heede aus Halver sprach den Dank der Westfalen aus und gedachte des Dreigestirnes v. Bennigsen, Dr. Miquel und v. Benda. Der 82jährige Parteiveteran Dr. Meyer aus Eitorf trank auf die Mission für die nationalliberale Parteisache. Pastor Dulheuer aus Kronenberg widmete dem Abgeordnetenhause sein Glas. Herr v. Benda dankte für die ihm gewordene Huldigung und toastirte auf die nationalliberalen Frauen. Der Generalsecretär der nationalliberalen Partei Herr Ernst Jerusalem aus Berlin trank auf die von Dr. Bamberger persiflirte„nationale Schützenfeststimmung". Die glänzende Rede gipfelte in dem Satze: jetzt sei nicht mehr Herzog Ernst von Coburg deutscher Schützenkönig, sondern Kaiser Wilhelm. Geheimrat Dr. v. Schulte aus Bonn dankte dem Elberfelder Comite. Dr. Berger aus .=Gladbach gedachte der kirchenpolitischen Verdienste der Herren Ernst v. Eynern und Dr. von Schulte. Es folgten Toaste auf die Presse, auf Dr. Jäger aus Köln als den Präses des rheinischen Centralcomites u. s. w. Professor Döring aus Sonderburg, bekanntlich ein geborener Elberfelder, regte den Gesang der schleswig= holsteinischen Volkshymne an. Unter den späteren Toasten ist ein trefflich motivirter und begeistert aufgenommener Trinkspruch des Commerzienrats Friedrichs aus Remscheid auf den Reichskanzler Fürsten Bismarck zu verzeichnen. Spät erst trennten sich die Gäste denen allen der angestrengte aber schöne Tag sicher in der lebhaftesten Erinnerung bleiben wird (Eib. Zt.) s Wider die Vagabondage. Siegen, 13. Juli. In Krombach, Hilchen bach, Freudenberg und Wilnsdorf sind Natural) verpflegungsstationen eingerichtet, auf denen mittel und arbeitslosen Wanderern gegen eine entsprechend Arbeitsleistung Nahrung und Obdach gewährt un allen ehrlich Arbeit Suchenden Gelegenheit geboter wird, dauernde Beschäftigung zu finden. Di Kosten derselben werden durch eine Kreissteue gedeckt. Der hiesige Landrat hat deshalb Veran lassung genommen, die Kreiseingesessenen auf da dringendste aufzufordern, keinem Reisenden### irgend einer Weise, sei es durch Naturalien ode durch Geld, auch nicht durch den sog. Meister groschen eine Unterstützung zu gewähren. Nu# wenn vor jeder Thür auch die kleinste Gabe ver# weigert wird, kann der Vagabondage der Bode entzogen werden. Die Kreiseingesessenen müsse die Kosten der Verpflegungsstationen durch diSteuer aufbringen und unterstützen auf diese Weis die mittellosen Wanderer. Jede Gabe, welche de neben gereicht wird, auch wenn es nur wenig Pfennige sind, ist lediglich dazu geeignet, dei Branntweingenuß, der auf den Verpflegungs stationen nicht geduldet wird, zu befördern. *. Der frühere socialdemokratisch Reichstagsabgeordnete Hartmann In einem der„Kreuzzeitung" aus Hambur 1. Juli zugegangenen Briefe wird nach Erzählun des auf Hartmann in einer Gastwirtschaft an 18. Juni gemachten Mordversuches fortgefahre wie folgt: „So lange Hartmann seine ganze Kraft de## socialistischen Propaganda widmete, waren sein Familienverhältnisse zerrüttet. Im Jahre 188 begründete er durch den Hinweis auf die Notwendig keit, seine ganze Kraft den trostlosen Existen verhältnissen seiner Familie zu widmen, die Al lehnung der Candidatur. Es waren aber no andere triftige Gründe, deren Veröffentlichung im Interesse der Partei für unzweckmäßig hiel die es ihm zur Pflicht machten, auf eine Cand datur zu verzichten. Hartmann war der Uebes zeugung, daß unter seinen Wählern eine genügens Anzahl einsichtsvoller Männer sei, die es begriffen daß wol einer für tausende eintreten kann, o# aber tausende nicht genügen, für einen einz treten. Er hoffte, daß das Wort dieser Männ genügen würde, um den etwa auftauchenden Ves dacht, als ob unlautere Motive mitgewirkt hätte gründlich zu ersticken. Leider hat er sich getäusch Im Laufe der Zeit tauchte bald hier bald da di Vorwurf auf, er habe die Sache verraten. Diese Verdacht erhält durch die Neigung vieler Socialiste D. V. Gunkelmann und Compagnie. 14) Eriminal=Roman von Georg Höcker. „Um so besser für ihn!“ rief das junge Mädchen ungläubig. „Wie soll ich aber ieinen Verpflichtungen zu Ultimo gerecht werden?“ seufzte Gunkelmann schwer auf.„Wenn ich Faack Deine Abweisung mitteile, muß ich gewärtig sein, daß er mir die Uebergabe der versprochenen Summe verweigert.“ „Schmach über den Freund,“ rief Irmgard in flammender Entrüstung aus,„ja, Schmach über den Elenden, der seinem Wohlthäter nur aus eigenem Interesse hilft! Mit Deinen Worten, Vater, brichst Du selbst den Stab über Faack!“ „Du hast Recht!“ antwortete Gunkelmann betroffen und mit gepreßter Stimme.„Indessen ich hoffe, daß Faack mir den Freundschaftsdienst erweisen wird, denn ich weiß, er ist mir treu ergeben!“ „Laß es uns abwarten,“ versetzte Frau Bertha kopfschüttelnd.„Indessen, wenn alle Stränge reißen, denke an Toms Klaasen, der in Stockholm lebt. Du hast ihn auch einmal vor langen Jahren vom Untergange gerettet!“ Gurkelmann beugte das Haupt. „Mein Himmel,“ stöhnte er auf,„daß es so weit mit uns kommen mußte. Indessen der morgige Tag wird alles zur Klarheit bringen. Ich glaube an Faack, er wird mich nicht verlassen.“ „Aber prüfe auf das genaueste seine Bücher!“ rief Irmgard in beschwörendem Tone. „Es soll geschehen,“ versetzte der Handelsherr ernst,„und wäre es auch nur, um seine Unschald in das glänzendste Licht zu stellen!“ 7. Capitel. Neue Intriguen. Es läßt sich denken, daß Gunkelmann sich nicht in der rosigsten Stimmung befand, als er am anderen Morgen die Bureaux betrat und Faack, der ihn forschend betrachtete, bereits vor seinem Schreibtische sitzend fand. Der stolze Handelsherr hatte eine schlaflose Nacht verbracht. Er wußte selbst nicht, woher es kam, aber die eindringliche Warnung Irmgards wollte ihm nicht aus dem Sinn. Unwillkürlich mußte er beim Eintreten den Buchhalter mißtrauisch betrachten. Faacks Gesicht kam ihm mit einem male nicht mehr so vertrauenerweckend und offen vor. Mit kurzem Gruß schritt der Kaufherr auf den Bücherschrank zu und begann, nachdem er dessen eiserne Thür geöffnet, in den daselbst aufgestellten Bücherreihen umherzusuchen. Faack sah seinem Gebahren eine Weile beunruhigt zu. War ihm der Handelsherr schon beim Eintreten verändert vorgekommen, so schlug ihm sein böses Gewissen um so heftiger, als er Gunkelmann mit den aufgestellten Hauptbüchern beschäftigt sah. „Suchen Sie etwas, Herr Gunkelmann?“ fragte er mit möglichst unbefangener Stimme, gegen seinen Principal gewandt. „Ja,“ versetzte der Handelsherr, ohne sich stören zu lassen,„ich suche den ersten Band der Hauptbücher, seitdem Sie in meinem Geschäfte sind, Faack.“ Der Buchhalter entfärbte sich unwillkürlich. Er bedurfte einiger Zeit zur Sammlung. „Zu welchem Zwecke, wenn ich bitten darf?“ fragte er, indem er seiner Stimme einen festen Klang zu geben versuchte, was indessen seine Unruhe nicht ganz verbergen konnte. „Ich will mich selbst überzeugen,“ entgegnete Gunkelmann, der unterdessen den richtigen Band gefunden und ihn aus der Reihe hervorgezogen hatte. Damit wollte er den Schrank wieder schließen und sich nach seinem Schreibtisch am Fenster des Zimmers begeben. Faack aber eilte mit raschen Schritten auf ihn zu. „Das werden Sie nicht thun,“ rief er in einem Tone, der vergebens gekränkt erscheinen sollte, denn die Unruhe klang zu deutlich aus ihm hervor,„das werden Sie nicht thun, Herr Gunkelmann. Es wäre die größte Beleidigung, welche Sie mir zufügen könnten.“ Damit legte der Buchhalter wie beschwörend seine Hand auf das Buch, welches der Handelsherr unter dem Arme hielt. Gunkelmann sah seinen Untergebenen mit vornehmer Ruhe an. Die Unruhe in der Stimme des Buchhalters war seinem scharfen Ohre nicht entgangen und er fühlte die leisen Zweifel von vorhin verdoppelt in sich aufsteigen. „Was fällt Ihnen ein?“ sagte er deshalb schärfer, als er wol beabsichtigte.„Es ist doch meine Pflicht als Kaufmann, Einsicht von den Büchern zu nehmen, besonders, wenn eine so schwere Krisis eingetreten ist, wie Sie mir dieselbe gestern angekündigt haben?“ „So glauben Sie dem Worte des Freundes nicht mehr?" rief Faack im Tone gekränkte Ehrgefühls; aber Gunkelmann kam es vor, a entdecke er in dem Tone, welchen der Buchhalt anschlug, etwas unnatürliches, gemachtes. „Daß ich Ihnen nie mißtraut habe, gedaraus hervor,“ versetzte er ausweichend,„### Sie einen Platz in meinem Geschäfte einnehme wie er wol in der Handelswelt nur selten## funden werden dürfte.“ Damit schritt er an Faack vorüber und beg sich nach seinem gewöhnlichen Platz. „Teufel!“ knirschte Faack in sich hinein. Di Spiel fängt an, gefährlich zu werden. Da Eile von nöten!“ Zwar momentan brauchte er noch keine Anz, vor Entdeckung zu haben, denn die ersten sieb Jahresbände, zu deren Durchsicht der Kaufhe mindestens drei Wochen bedurfte, wenn er### ausgesetzt thätig war, befanden sich in must gültiger Ordnung. Faacks verbrecherischer Sinn hatte sich e wieder entfaltet, seitdem er mit Willem aufs ne zusammengekommen war. Aber trotzdem that E not, wenn der Buchhalter das ganze, mühsam es gefädelte Spiel nicht zu guterletzt noch verlor geben wollte. Gleich nach abgelaufener Geschäftsstunde schloß er deshalb, das alles entscheidende Wi mit dem Kaufherrn zu sprechen. Damit ins reine gekommen, fand Faack nötige Ruhe wieder, sich den täglichen Arbeizu widmen. „Hilker,“ rief er nach einer Pause, indem aufstand und sich der Thür des Privatcabin näherte. überall Schlechtigkeiten und Gemeinheiten zu wittern, neue Nahrung. Schon seit einer Reihe von Jahren waren zwischen Hartmann und seinen Parteigenossen, zunächst über rein geschäftliche Fragen allerlei Differenzen entstanden, die allmälig einen sehr hitzigen Character annahmen. Daran schlossen sich später auch Differenzen über politische und tactische Fragen. Man machte ihm namentlich seine Nichtbeteiligung an drei Acten zum Vorwurf: An der Erklärung gegen Hasselmann, am Wydener Congreß und an der Proclamation der hiesigen Parteileitung bei Verhängung des Belagerungszustandes im Herbst 1880. Dieser Gegensatz hatte sich im Anfange des Jahres 1881 in einer solchen Weise zugespitzt und war mit so viel persönlicher Animosität getränkt worden, daß ein ferneres Zusammenwirken mit den übrigen Vertretern der Socialdemokratie im Reichstage für Hartmann unmöglich war. „Nachdem Hartmann 1881 auf die Candidatur verzichtet und erklärt hatte, daß er niemals die Gesetze übertreten habe, auch keineswegs eine vaterlandslose Gesinnung bewiesen, sondern einfach auf legalem Wege nach der Besserung der Arbeiterlage strebe, wurde die Ausweisung gegen ihn zurückgezogen und er lebt seit dieser Zeit als friedlicher, ruhiger Bürger. Weil Hartmann die feste Ueberzeugung hegt, daß die Arbeiterfrage nur auf dem ruhigen Wege der Gesetzgebung innerhalb des bestehenden Staates gelöst werden kann, wird er von den exaltirten Elementen innerhalb der Partei auf eine gehässige Weise zu schädigen gesucht, nachdem er die besten Jahre seines Lebens, die Existenz seiner Familie geopfert hat.“ Hartmann hat eben mit der Behörde seinen Frieden gemacht, daß wird ihm als„Verrat“ ausgedeutet. Im übrigen ist derselbe nicht das einzige Opfer unter früheren socialdemokratischen Parlamentariern. Wie ging es dem in Breslau mit Weib und Kind fast verhungerten und dann im Tode hochgefeierten Reichstagsabgeordneten Klaus Peter Reinders? * 9 0 45 Politische Tages=Rundschau. NLO. Berlin, 15. Juli. Wenn der Abg. Dr. Bamberger die lebhafte Bewegung, welche sich im deutschen Volke für eine gesunde Colonialpolitik kundgibt, mit„Schützenfeststimmung" bezeichnete und dadurch lächerlich zu machen suchte, so scheint er, ähnlich wie bei der Samoavorlage, über den wahren Character der in der Bevölkerung herrschenden Stimmung nicht absonderlich unterrichtet zu sein. Zweifellos ist Herrn Bamberger über den vielen und geschäftlichen Details, welche er mit Emsigkeit zusammenzutragen pflegt, der klare Blick für die Bedeutung dieser Frage verloren gegangen; er hätte sonst bemerken müssen, daß sein Vergleich mit dem„Schützenfest“ ein sehr unglücklicher war. Es ist ja ganz natürlich, daß eine Nation, welche sich in so wunderbarer Weise, wie die deutsche, neu belebte, ihre überschüssige Kraft zu verwerten sucht, und zwar um so mehr, als sie durch die erbärmlichen Zustände der Kleinstaaterei und durch ihre inneren Streitigkeiten Jahrhunderte lang an jeder extensiven Politik gehindert wird. Wie es sich hier um eine Cardinal= frage unseres Volkes handelt, das ließ sich u. a. an der bezeichneten und rückhaltslosen Zustimmung erkennen, welche die zielbewußten Ausführungen des Reichskanzlers in allen Teilen Deutschlands gefunden haben. Einen ferneren Beweis bildet die rasche Ausbreitung, welche den Bestrebungen des deutschen Colonialvereins zuteil.wird. In zahlreichen Städten, so neuerdings in Würzburg, Bremen, Marburg u. a. werden Zweigvereine gegründet und überall giebt sich das gleich warme Interesse für eine wirksame Thätigkeit auf colonisatorischem Gebiet kund. Am 28. v. M. hielt das Präsidium des deutschen Colonialvereins in Frankfurt a. M eine Sitzung ab, welche sich vornehmlich mit den jüngsten parlamentarischen Vorgängen, mit der Vereitelung des Inslebentretens der Dampfersubventionsvorlage, sowie mit den colonialpolitischen Reden des Reichskanzlers beschäftigte. Das Präsidium hielt es für angezeigt, den Anschauungen und Bestrebungen des deutschen Colonialvereins im Rückblick auf jene Vorgänge von neuem Ausdruck zu verleihen und richtete darum an den Fürsten Reichskanzler folgendes Schreiben: „Die von Eurer Durchlaucht in der geneigten Zuschrift vom 4. Mai 1884 ausgedrückte Besorgnis, daß die Vorlage der verbündeten Regierungen, betreffend die staatliche Unterstützung deutscher Postdampfschiffslinien im gegenwärtigen Reichstage auf einen unmittelbaren Erfolg kaum werde rechnen können, ist leider nur allzusehr begründet gewesen. Der Ausgang der Verhandlungen des Reichstags über diese für die Entwickelung der heimischen Industrie und des deutschen Handels so bedeutsame Vorlage wird in den weitesten Kreisen des deutschen Volkes lebhaft beklagt. Eine um so größere Befriedigung hat Eurer Durchlaucht Zusicherung hervorgerufen, daß die verbündeten Regierungen durch diesen augenblicklichen Mißerfolg sich nicht werden abschrecken lassen, die betretene Bahn weiter zu verfolgen und daß dem nächsten Reichstage eine ähnliche Vorlage wieder vorgelegt werden solle. Wir bezweifeln nicht, daß Euer Durchlaucht bei den Bemühungen, Deutschlands überseeische Verbindungen zu befestigen und zu erweitern, auf die Zustimmung der öffentlichen Meinung des deutschen Volkes wird rechnen können, wie denn auch Eurer Durchlaucht Darlegungen über die Stellung der Reichspolitik zu den colonisatorischen Unternehmungen deutscher Staatsangehöriger nicht blos bei den Mitgliedern unseres Vereins, sondern auch bei der großen Mehrheit des deutschen Volkes die freudigste Zustimmung gefunden haben. Wir hegen das feste Vertrauen, daß die durch diese Verhandlungen herbeigeführte weitere Klärung über die Notwendigkeit der Ausdehnung und Sicherung des deutschen Ausfuhrhandels, der Herstellung fester Verkehrsverbindungen mit überseeischen Ländern, und das entschiedenere Eintreten der Deutschen in den commerziellen und culturellen Wettkampf jenseits der Meere demnächst auch in der deutschen Volksvertretung einen durchschlagenden Wiederhall finden und daß es Eurer Durchlaucht gelingen werde, auch auf diesem Gebiete die nationale Wohlfahrt in hohem Maße zu fördern. Es verharrt in verehrungsvollster Ergebengeborene Prinz recht wohl. Marmor=Palais, den 15. Juli 1884.(gez.) Schröder. Ebmeier.“ 8“ Die Kaiserin hat dem Provinzialverbande des Vaterländischen Frauenvereins in Danzig 1000 M. als Beitrag für die infolge der Weichselüberschwemmung Hülfsbedürftigen überwiesen. 8* Der Großherzog und die Großherzogin von Baden treffen auf der Durchreise nach Stockholm zur Beiwohnung der Tauf=Feierlich= keiten und zum Besuch beim schwedischen Kronprinzenpaare nächsten Donnerstag in Berlin ein. s“ Verdient Nachahmung. Sämtliche Gemeinden und selbständige Gutsbezirke der Amtshauptmannschaft Dresden=Altstadt haben gemäß § 2 des Reichsgesetzes vom 15. Juni 1883, betr. die Krankenversicherung der Arbeiter, beschlossen, den Versicherungszwang auf die landund forstwirtschaftlichen Arbeiter auszudehnen, die Gemeinden Plauen, Löbtau und Potschappel überdies auch auf die Handlungsgehülfen und Lehrlinge, die Gehülfen und Lehrlingen in Apotheken, sowie die sogenannten Hausindustriellen. * Rosenhein, 14. Juli. Se. Majestät der Kaiser ist heute Abend 7½ Uhr hierselbst eingetroffen und hat im Marienbad sein Absteigequartier genommen. — 15. Juli. Se. Majestät der Kaiser hat im besten Wohlsein heute Vormittag 9 Uhr die Reise über Lend nach Gastein angetreten. * Stuttgart, 15. Juli. Ueber den gestrigen Besuch des Kaisers in Friedrichshafen wird hierher gemeldet: Der Kaiser war von der großherzoglich badischen Familie begleitet, der König und die Königin empfingen den Kaiser im Schloßgarten. Die Herzoginnen Elsa und Olga von Württemberg, Töchter der Herzogin Wera, hatten dem Kaiser beim Verlassen des Dampfbootes Kornblumen überreicht. Der Aufenthalt im Schlosse dauerte über eine Stunde. Das Gefolge des Kaisers war auf dem Schiffe zurückgeblieben. heit 2c. 2c.“ Ferner gelangte in der Präsidialsitzung nachstehende Resolution zur Annahme: „Der deutsche Colonialverein beklagt den Ausgang der Verhandlungen des Reichstags über die Vorlage betreffend die staatliche Unterstützung deutscher Postdampferlinien, drückt dem Reichskanzler seinen freudigen Dank für die Zusicherung aus, daß die verbündeten Regierungen diese für die überseeischen deutschen Handelsbeziehungen so hochwichtige Vorlage dem nächsten Reichstage wiederholt vorlegen werden und fordert seine Mitglieder auf, durch eifrige Einwirkung auf die öffentliche Meinung die Reichsregierung in ihrem auf Erweiterung und Befestigung des deutschen Ausfuhrhandels, Herstellung sicherer und regelmäßiger Verbindungen mit überseeischen Ländern und Förderung colonisatorischer Unternehmungen deutscher Staatsangehöriger gerichteten Bestreben nach Kräften zu unterstützen.“ In Verbindung mit diesen beiden Schriftstücken erläßt der deutsche Colonialverein einen Aufruf, den wir bereits in unserer Nr. 157 vom 8. Juli mitteilten.— Beitrittserklärungen sind bekanntlich für den Gelsenkirchener Bezirk an Herrn BergwerksDirector Kirdorf, Rhein=Elbe, zu richten. ** Das heute ausgegebene Bulletin über das Befinden Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Prinzessin Wilhelm laute::„Ihre Königliche Hoheit die Frau Prinzessin Wilhelm von Preußen haben in der vergangenen Nacht mit Unterbrechung geschlafen und befinden Sich ebenso wie der neu* Paris, 15. Juli. Bis heute Mittag waren seit gestern Abend in Marseille 35 und in Toulon 13 Personen an der Cholera gestorben. * Dr. Koch hat am Sonntag in Lyon mehrere Stadtviertel besucht. Wie dem„Figaro"“ von dort gemeldet wird, ist er der Ansicht, daß die Cholera auch Lyon erreichen wird. Die unterirdische Canalisirung sei indessen vortrefflich, und, die Vorsichtsmaßregeln, die man getroffen hat sowie der gute Zustand der öffentlichen Gesundheit lassen annehmen, daß die Cholera nur in den Vorstädten Lyons und auch dort nicht in besonders bösartiger Weise auftreten werde. * In Nimes, Montpellier und Aix sind keine weiteren Todesfälle an der Cholera vorgekommen. Auch der Gesundheitszustand von Paris ist unverändert. * Dr. Koch ist, einer Einladung seitens des schweizerischen Bundesrates folgend, in Bern eingetroffen. Gestern conferirte derselbe mit der Cholera=Commission. * Hern, „Frkf. Ztg. 14. Juli. Es verlautet nach der , daß ein energisches Auftreten der Schweiz gegen Italien wegen der unmotivirten Sperrmaßregeln bevorstehe. * Madrid, 14. Juli. Nach Meldungen aus Cuba haben die dortigen Behörden gegenüber den aus dem Mittelmeer, sowie von Afrika und Asien kommenden Schiffen Vorsichtsmaßregeln angeordnet. Provinzielle Nachrichten. * Gelsenkirchen, 16. Juli. Seitens des Herrn Eisenbahn=Ministers ist die Bestimmung in Erinnerung gebracht worden, daß, so lange hinreichender Platz vorhanden ist, allgemein in den Coupés der Eisenbahnwagen nur 4 Personen in erster Klasse, 6 Personen in zweiter Klasse und 8 Personen in dritter Klasse während der warmen Jahreszeit placirt werden sollen. ∆ Schalte, 14. Juli. Schon in voriger Woche wurde an dieser Stelle mit Entrüstung darüber gesprochen, daß einem Pferde ein Auge ausgeworfen sei. Wir wollen zur Illustration dieses Vorfalles ein Gegenstück hier mitteilen. An einer bewohnten Straße wird von einem 12—13jährigen Bengel schon seit längerer Zeit mit einer Salon=Büchse im Garten Vogelschießen" geübt. Die Büchse wird, soviel wir gefahren, mit 5 mm= Kngeln geladen, und wenn der Junge dann irgend einen Vogel getroffen hat, neind die mit Stolz zusehende Frau Mama:„Du bis ein echter Schütze." Ob es zur Veredelung des Gemüts beiträgt, wenn so ein Junge das eben getötete Vögelchen am Kopfe rundschlenkert, wo verschiedene —7jährige Kinder zuschauen, ist uns nicht recht erklärlich. Abgesehen von der Gefahr des Schießens für die anwohnenden Familien, sollten so große Knaben zu nützlicheren Beschäftigungen herangezogen werden, als mit einer sogenannten Vogelfalle recte Mausefalle umherzustreifen, und mit einer Flinte Vögel zu töten. Bezüglich des Schießens ist polizeiliche Anzeige erfolgt und dürfte ein Strafmandat von 20—30 Mark gute Früchte tragen. X Schalte, 16. Juli.(Berichtigung.) In unserer gestrigen Nummer bitten wir, auf der zweiten Seite, letzte Spalte, zweite Zeile von oben Prinzeß Luise einst"(statt nicht) zu lesen. * Das Project einer besseren Bahnverbindung zwischen Wanne und Bochum geht seiner Verwirklichung entgegen. Es ist ein Termin zur landespolizeilichen Prüfung auf Donnerstag den 17. d. ., vormittags 9 Uhr, auf Bahnhof Riemke anberaumt. Die Bahn wird als eingeleisige Vollbahn ausgebaut, geht von dem Bahnhof Bochum rechtsrheinisch aus, berührt die neu herzustellenden Haltestellen Präsident(zwischen der Herner und Dorstener Chaussee bei Bochum), Riemke(am südlichen Ende des jetzigen Bahnhofes Riemke), Eickel und Hordel und wird selbständig in den Bahnhof Wanne eingeführt. * In Bochum wurde auf dem Standesamte ein Brautpaar getraut, welches zusammen die schöne Summe von 137 Jahren zählte. * In Yortmund stürzte am Samstag Abend aus einem Fenster des dritten Stockwerks einer Wirtschaft an der Rheinischen Straße, wahrscheinlich in einem Anfalle von Schwindel, der auf Besuch anwesende Wiegemeister Theodor Hoffmann aus Wetter. Der Unglückliche brach hierbei das Genick und war sofort tot. * In hattingen giebt der Vorstand der Badeanstalt Samstag abends an Arbeiter Badekarten à 10 Pf. ab, um dadurch etwaigen Unglücksfällen vorzubeugen, welche durchs Baden in verbotenen Stellen der Ruhr vorkommen. Die Abgabe von Badekarten zu billigem Preise ist überhaupt als ein schönes Entgegenkommen zu bezeichnen. * In Münster verschied am 12. Juli nachts 12 Uhr nach langem, mit großer Ergebenheit getragenem Leiden der frühere Generalsuperintendent von Westfalen, Herr Dr. Wiesmann. * In Altendorf bei Essen stürzte ein 9 Jahre altes Mädchen im dritten Stockwerke über das Treppengeländer in den Hausflur, glücklicherweise ohne erhebliche Verletzungen davongetragen zu haben. * In Puisburg starb im 50. Jahre seines Lebens der allverehrte und hochbegabte MusikDirector Karl August Laus. * Aus Parmen meldet die„Rh.=W. Post“ über das entsetzliche Unglück, wodurch 20 Personen vom Blitz getroffen wurden: Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich am Sonntag Nachmittag gegen ½6 Uhr auf dem Platze, auf welchem das zweite Wettrennen des Director Krembser stattfand. Das letztere, obgleich durch das immer drohlicher heraufziehende Gewitter wesentlich beeinträchtigt, nahm 95 5 ∆ Der junge Mann erschien im Rahmen der Thür. „Hilker,“ fragte der Buchhalter im Geschäftstone,„sind die zwölftausend Mark von Waldner und Scheerfuß eingetroffen, welche schon am letzten Sonnabend eingehen sollten?" Der junge Mann bejahte stumm. „Richten Sie die Kasse,“ fuhr Faack fort. „Wir haben heute den sechsundzwanzigsten und am achtundzwanzigsten wird der erste größere Wechsel von fünfundvierzigtausend Mark, drei Tage nach Sicht, fällig.“ „Das wird sich schwer machen,“ entgegnete Hilker.„In der Kasse, welche augenblicklich außergewöhnlich schwach bestellt ist, sind kaum vierzehntausend Mark vorrätig. Und das nächste Aviso läuft erst auf den zehnten des kommenden Monats.“ „Es ist gut, Hilker,“ entgegnete der Buchhalter, der sich nicht enthalten konnte, dem Kaufherrn, dessen Gesicht sich bei dem Berichte Hilkers mit einer fahlen Blässe überzogen hatte, nach des jungen Mannes Fortgang verstohlen einen Blick höhnischen Triumphes zuzuwerfen. Eine lange Weile herrschte in dem Raume tiefes Schweigen. Faacks Neugierde wuchs indessen mit jeder Minute. Doch endlich waren die mittäglichen Bureaufreistunden da. Das Comptoirpersonal entfernte sich und nur Faack blieb bei dem reichen Handelsherrn zurück. „Dürfte ich Sie um die Beantwortung meines gestrigen Antrages bitten?“ hob der Buchhalter endlich an, indem er dicht vor das Pult Gunkelmanns trat und diesen jäh aus seinem tiefen, verzweiflungsvollen Sinnen zur rauhen Wirklichkeit wachrüttelte. Der Handelsherr erhob langsam sein sorgenvolles Antlitz. „Lieber Faack,“ versetzte er gepreßt,„die Botschaft, welche ich Ihnen zu verkünden habe, ist keine erfreuliche für Sie. Seien Sie versichert, wenn die Entscheidung nur bei mir läge—“ „Ich bitte, vollenden Sie, Herr Gunkelmann,“ sagte der Buchhalter eisig. „Meine Tochter weigert sich aus— aus bestimmten Gründen, Ihre Werbung anzunehmen, lieber Faack.“ Das Gesicht des Buchhalters veränderte sich nicht um eine Schattirung. „Und diese Weigerung des Fräuleins ist unwiderruflich?“ „Ich fürchte, lieber Faack, daß es so ist,“ gab der Kaufherr gepreßten Tones zur Antwort. „Vielleicht, daß die Zeit—“ „Mir die Erlaubnis giebt, Rosen zu pflücken, Herr Gunkelmann?“ unterbrach Faack ihn ironisch. „Herr Principal, ich denke, wir wissen nun beide, woran wir sind. Junge Mädchen können die Neigung wechseln, in der Abneigung indessen pflegen sie standhaft zu verharren. Es weiß nun ein Jeder von uns, woran er ist. Ich wünsche, wohl zu speisen, Herr Gunkelmann.“ Damit warf der Buchhalter seinen Paletot über den Arm und machte Anstalten, das Gemach zu verlassen. Gunkelmann blickte auf und wurde aschfarben vor innerer Erregung. „Faack,““ sagte er mit heiserer Stimme nach einigen vergeblichen Versuchen, zu reden,„was haben Sie inbetreff des Geldes beschlossen, mit welchem Sie mich versprochenermaßen aus meiner Verlegenheit retten wollten?“ Faack blickte seinen Principal mit beleidigtem Staunen an. „Sie werden begreifen, Herr Gunkelmann,“ sagte er dann achselzuckend,„daß ich meine sauerersparten Notpfennige nicht dem unersättlichen Schlund anvertrauen kann, welcher bereits Millionen verschlungen hat. Ich kann mich nicht mit Ihnen zum Bettler machen!“ „Ist das Ihr letztes Wort?“ fragte Gunkelmann mit tiefem Schmerz in der Stimme den vor ihm Stehenden. „Noch nicht, Herr Gunkelmann," versetzte der Buchhalter.„Sie werden einsehen, daß nach der unmotivirten Weigerung Ihrer Fräulein Tochter meines Verbleibens in diesem Hause nicht länger sein kann. Sie würden mich sehr verbinden, wenn Sie mich bis zum ersten kommenden Monats meiner bisherigen Stellung entheben würden.“ Der Kaufherr schlug beide Hände vor das Antlitz und brach in ein tiefschmerzliches Stöhnen aus. Ein herber Seelenkampf spiegelte sich auf seinen Zügen. „Faack,“ rief er endlich mit brechender Stimme, Sie sind mir stets teurer als wie ein Bruder gewesen! Ich habe Ihnen alles gegeben, was ich selbst hatte, habe Sie erhoben zu einer Stellung, die selbst einem anspruchsvollen Menschen vollauf genügen würde, habe Sie mir gleichgestellt in jeder Beziehung und war Ihnen aufrichtig und treu zugethan. Wollen, können Sie nun so an mir handeln, wo Sie wissen, daß ich ohne Ihre Hülfe verloren bin?“ Selbst der hartgesottene Bösewicht, der vor dem gebeugten, sonst so stolzen Mann stand, konnte sich nicht, wie er es wol gewünscht hätte, aller menschlichen Regungen enthalten. Indessen der Gedanke an die ihm widerfahrene Niederlage verbannte schnell alle weicheren Gefühle aus seinem Herzen. „Es thut mir leid, aufrichtig leid, Herr Gunkelmann,“ entgegnete er, indem er seiner Stimme einen wehmutsvollen Klang zu verleihen suchte, „indessen Sie verlangen gradezu unerfüllbares.“ „Faack,“ schrie der Handelsherr auf,„wenn mein Elend Sie nicht rührt, so seien Sie barmherzig und bedenken Sie, daß ich Weib und Kind habe. Sie lieben Irmgard, wie Sie sagen. Um meiner Tochter willen retten Sie mich und üben Sie Barmherzigkeit aus!“ Aber der Buchhalter war auch auf diesen Einwand gefaßt gewesen und hatte schon eine Antwort bereit. „Was Ihre Fräulein Tochter betrifft,“ versetzte er,„so habe ich sie vor aller Noth schützen wollen, indem ich um sie warb. Das Fräulein hat meinen gutgemeinten Antrag zurückgewiesen. Mag sie sehen, ob ihr ungerechtfertigter Stolz sie vor Not schützt!“ Gunkelmann sah seinen Untergebenen starr an und es war, als ob er das gesagte nicht fassen könnte. Plötzlich warf er sich vor dem starren Mann auf die Kniee. Er, der stolze Handelsherr, kniete im Staube vor dem Menschen, den er bis zu dieser Stunde seinen Freund genannt hatte! nichts destoweniger## mäßigen Verlauf, bis mit einem wolkenbruc Unwetter ihm ein E zuckte hernieder— setzlich schmetternder noch Anwesenden erz zur Linken von der umzäunung stehende und hatte etwa 20 welche sämtlich teils letzt wurden. Einig von Freunden und liegenden Gebäude eine Frau, ein Ma Droschke weggebracht, konnten nicht festg sonen lagen dageg Sie wurden sofort und BelebungsversuEs gelang denn und Gelähmten wiel dagegen waren vier alsbald agnoscirt, zu letzteren wurden u transportirt. Ein unbeschreibliches En noch auf dem Rennp das Schauspiel auf Abschluß. Wie wir große Anzahl hülfsb Assistenz der Polizeib Director Krembser se ordnend und helfei vielen wird der gestr lich schrecklicher Erini der Umgegend soll angerichtet haben, zi Schaden gesellte, de gehenden Wassermass Hagel anrichteten. * In Neuß star nachdem er in erhitzte Wassers getrunken h * In Behra bei ein Hausbesitzer bein ein Schächtelchen mit gut erhalten und stat bis 1647. Fast wie Ducat mit dem Bil Philipp von Schönbor nisse und Jahreszahl deutlich. * In Herborn( die nassauische Hochsch logie ihr 300jähriges Standesamts=Nach des Amtes Scha Geburten August, S. des Neumann, Braubauerse T. des Bergm. Jos. T. Braubauerschaft. Loui T. des Schmied Jak. S Gustav Adolf und Ka Zwillinge des Schm Lepper, Bulmke. Philiz S. des Bergm. H. Peter Conrad, S. d H. Steinkamp. Miche Fabr. A. Gierling, Bu Aufgebot Bergm. Franz Mur rianne Licza, beide kat Wilh Röttger, kath., bauerschaft mit Aug. ev. Bergm. I. Fr. Die Gelsenkirchen mit Fr. 9 geb. Pape, beide ev. F Houben mit Kath. Bö kath., aus Bulmke.## Hermann, kath., mit Fried. Becker, ev. Eheschließun Bergm. Joh. Lutzsche K. Dams, beide kath., Rangierer K. G. Lud. M. K. L. Lohkamp, de Bekanntmack Mehrfache Klagen uns zur Publikation u Vorschrift: § 12 der Instructio Bezirks=Schornsteinsege gierungsbezirk Arnsber Februar 1843. „Um jede Störung schaftsbetriebe zu vern der Schornsteinfeger g4 jeden Hauseigentümer vor der vorzunehmende der Schornsteine u. Tag vorher in Kennt: und möglichst auf die an welcher die Vorne Geschäfts gewünscht wir nehmen. Wird auch Reinigung von den Bet weigert, so hat der Scho der Loltzeibehörde dar zu machen.“ Gelsenkirchen, den 30. Die Polizei=Verwe Vattmann der Gelsenkirch Nr. 159 erschiel sage ich hiermit Dank. Gleich ich demselben denn d Zukunft sich über kommnisse erst orden tiren, da mein Sol nicht mit einer Schlei hat, sondern einer v# Knaben, die bei ihm mein Sohn unnütz der Herr Verfasser a1 beurteilen. Schalke, den 16. J nichts destoweniger von 4 Uhr an seinen programmmäßigen Verlauf, bis bald nach 5 Uhr das schwere, mit einem wolkenbruchartigen Platzregen verbundene Unwetter ihm ein Ende bereitete. Blitz auf Blitz zuckte hernieder— da auf einmal machte ein entsetzlich schmetternder und dröhnender Schlag alle noch Anwesenden erzittern: der Blitz war in einen zur Linken von der Tribüne außerhalb der Circusumzäunung stehenden Menschenknäuel geschlagen und hatte etwa 20 Personen zu Boden gestreckt, welche sämtlich teils leichter, teils sehr schwer verletzt wurden. Einige der Beschädigten wurden von Freunden und Bekannten gleich in die naheliegenden Gebäude oder nach Hause fortgeschafft, eine Frau, ein Mann und ein Knabe in einer Droschke weggebracht, die Personalien aller dieser konnten nicht festgestellt werden. Zwölf Personen lagen dagegen leblos auf dem Boden. Sie wurden sofort unter die Tribüne gelegt und Belebungsversuche an ihnen vorgenommen. Es gelang denn auch, acht der Betäubten und Gelähmten wieder ins Leben zurückzurufen, dagegen waren vier tot. Zwei derselben wurden alsbald agnoscirt, zwei blieben unbekannt. Diese letzteren wurden nach Carnap in die Baracken transportirt. Ein wirres Durcheinander, ein unbeschreibliches Entsetzen bemächtigte sich aller noch auf dem Rennplatze Befindlichen. So erlitt das Schauspiel auf demselben einen erschütternden Abschluß. Wie wir hören, fand sich gleich eine große Anzahl hülfsbereiter Meuschenfreunde zur Assistenz der Polizeibeamten ein, auch hat Herr Director Krembser sein Möglichstes gethan, um ordnend und helfend mit einzugreifen. Sehr vielen wird der gestrige Nachmittag in unauslöschlich schrecklicher Erinnerung bleiben.— Auch in der Umgegend soll der Blitz viele Verheerungen angerichtet haben, zu denen sich noch der schwere Schaden gesellte, den die in Strömen niedergehenden Wassermassen und später ein starker Hagel anrichteten. * In Neuß starb ein Bürger bald nachher, nachdem er in erhitztem Zustande ein Glas kalten Wassers getrunken hatte. * In Dehrn bei Limburg fand dieser Tage ein Hausbesitzer beim Aufbrechen des Fußbodens ein Schächtelchen mit 31 Ducaten. Dieselben sind gut erhalten und stammen aus der Zeit von 1507 bis 1647. Fast wie neu ist darunter ein Mainzer Ducat mit dem Bildnis des Kurfürsten Johann Philipp von Schönborn. Inschrift, Wappen, Bildnisse und Jahreszahl sind bei allen vollständig deutlich. * In Herborn(Nassau) wird am 12. August die nassauische Hochschule der protestantischen Theologie ihr 300 jähriges Jubiläum feiern. 7 fl. Lose. Die nächste Ziehung dieser Lose findet am 1. August statt. Gegen den Coursverlust von ca. M. 15 bei der Auslosung mit dem niedrigsten Treffer übernimmt das Bankhaus Carl Neuburger, Berlin, FranzösischeStraße 13, die Versicherung für eine Prämie von M. 0,40. Industrie, Handel und Neuß, 15. Juli.[Fruchtpreis.] 44• (1. Qu. 18 80 Weizen 12.„ 16 80 100 Kilo.**** Landroggen /1. neu 15 60 à 100 Kilo 12.„ 1360 Gerste 100 Kilo 15 50 Buchweizen„—— Preßkuchen per 1000 Kilo Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr. Rüböl per 100 Kilo faßweise. Kleien per 50 Kilo Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo Verkehr. 44• 15 80 15 20 25 00 26 50 400 Hafer alter à 100 Kilo " neuer„„„ Raps 1....„ 2 „„„„* Kartoffeln„„ Heu per 50 Kilo 3 60 Roggenstroh 600 Kilo 28 00 120 57.50 59 30 5 30 Berliner Börse. Berlin, den 15. Juli 1884. Fonds und Staats=Papiere. Deutsche Reichs=Anleihe..... 4 103,20 Preußische consolidirte Anleibe... 4½ 102,20 do. 4 103,10 Staats=Anleihe 1868 4 101.60 „ 1850, 52, 53 62... 4 101,60 Staats=Schuldenscheine 3½ 99 90 Oesterrei=hische Goldrente 4 86.40 „ Silberrente 4⅛ 68.30 „ Papierrente... 4⅛ 67,10 Eisenbahn=Stamm=Actien. Verstaatlichte Eisenbahnen Bergisch=Märkische 5—— Rheinische, abgestempelte.. 6½ 167 90 L. B.(gar.) 4 103.00 Gotthard vollgezeichnet..... 2½ 6 94.60 Russische Staatsbahn... 7½ 5 130,00 Eisenbahn=Prioritäten=Obligationen. Aachen=Mastricht. 4 9900 Bra.=Märk. I. und II. Serie 4½—— Berg.=Märk. III. A. B. 3¼ g.., 3½ 97,10 Lit. C." 3½ 9710 IV. Serie 4½ 103,30 V. Serie.. 4½ 103 30 VI. Serie. 4½ 10400 Berg.=Märk. VII. Serie conv... 4½ 103,30 VIII. Serie. 4½ 103.10 IX. Serie, 5 102,10 Bank=Actien. Zinsfuß überall 4 pCi., bei der Reichsbank 4½ vCt. " 0 1 1 1. 7 5 " 0 83 40 0 84 50 " 0 1 1 9. 3 0 " 0 66 25 .. 0 131,00 " 0 1 0 7, 7 5 " 0 95.75 .. 0 150 25 60% 0 90.75 0 105,00 Aachener Disconto=Gesellschaft Allg. Deutsche Handels=Gesellschaft Bank für Rheinland und Westfalen Bergisch=Märkische Bank „ Industrie=Gesellschaft Berliner Handels=Gesellschaft Berliner Makler=Verein Cölnische Wechs.= und Bank. Deutsche Bank „ Hyptheken=Bank " National=Bank Disconto=Commandit Dortmunder Bank=Verein Essener Credit=Anstalt Nationalbank für Deutschland Norddeutsche Bank Preußische Boden=Credit=Bank Reichsbank Schauffhausener Bank=Verein 0 33 90 Nachen=Höngen Annener Gußstahl=Fabrik Arenberg, Gesellschaft für Bergbau Bochumer Bergwerks=A. Lit. A. Bochumer Gußstahlfabrik Borussia, Bergwerk Vonifacius Bergwerk Cölner Berawerks=Verein Cöln=Müsener Bergwerks=Verein Dortskunder Bergwerke Lit. A. „„ Lit. B. „„„ Oblig. Dortmunder union 600 Mark „„ 400„ „„ 300„ Dortmunder Union Stamm=Pr. „ Part.=Obligation Gelsenkirchener Bergw.=Actien=Ges. Georg=Marien=Bergwerks=Verein Harkort Bergwerk " Maschin. Harpener Hütten Hibernia u. Shamrock Hörder Bergw.= u..=Act.=Ges. do. zusammengen. Louise Tiefbau Märkisch=Westfälische Bergw. Magdeburger Bergwerks=Act.=Ges. Mechernicher Oelheim Petroleum. 80% Phönix Berzwerks=.=G. Lit. A. „ Lit. B. Pluto, Bergwerks=Gesellschaft Westfälische Draht=Industrie „ Union Rhein.=Westf. Industrie Geld=Sorten und Bantnoten. Dukaten per Stück Sovereigns per Stück 20 Francs=Stück per Stück Gold=Dollars per Stück Imperials(halbe) per Stück Imperials per 500 Gr. inglische Banknoten 1 Lstr. Französische Banknoten per 100 Fr. Oesterreichische Banknoten 100) Fl. „ Silber=Coupons Russische Banknoten per 100 Rubel " Zoll=Couvons Umrechnungs= Sätze 1 Dollar= 4,25 M. 100 Francs= 80 M. 1 Gulden Oest. Währ.= 2 M. 7 Gulden Südd. Währ. = 12 M. 100 Gulden Holländ. Währ.= 170 M. 1 Mark=Banco= 1,50 M. 100 Rubel=320 Mi 1 Liv. Sterl.= 20 M Zinsfuß der Reichsbank. Discont 4 vCt. Lombarden 5 pCt. 0 0 0 0 0 0 0 0 197.00 99.25 100,10 96.50 158 00 103,00 145.10 91.00 6 0 0 5 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 130.30 6975 100.25 111.25 66 60 116.75 20,10 39,50 102,00 12,00 18.50 22,10 71.50 106,80 116.50 83,00 71.50 31.50 90 40 9225 25.10 50,00 41.75 59.50 226 10 168.00 42.50 32,50 58,50 91,75 .25 18.90 .70 20,35 16,29 .17 16.80 1395.00 20.41 81.35 167,90 167.40 204 85 20.77 15. Juli 16. Juli Meteorologische Notizen. (9 Uhr vorm.) Bar. 756 mm. " 752 mm Therm.+ 19·R. "+ 200R W W * Cholera. Die französische Presse fängt jetzt an, sich mehr mit den Aussprüchen und Berichten des Geh. Rat Dr. Koch, der inzwischen wieder nach Deutschland zurückgekehrt ist, zu beschäftigen als bisher. Pariser Blätter veröffentlichen im Auszuge den Bericht, den Dr. Koch dem Maire von Toulon überreicht hat. Es heißt darin: Die Cholera verbreitet sich durch Menschenansammlungen, ihr Grundstoff teilt sich fast ausnahmslos durch directe Berührung mit Menschen oder Gegenständen mit, welche sie tragen. In Zeiten der Cholera muß man ein geregeltes Leben führen, da die Erfahrung zeigt, daß Verdauungsstörungen die Entwicklung der Cholera befördern. Man muß also alle Ausschreitungen inbezug auf Speise und Trank meiden, namentlich schwere Substanzen und alles was Diarhoe verursachen kann. Sobald diese eintritt, ist der Arzt zu rufen. Man darf keine Substanz aufnehmen, die aus einem unreinen Hause stammt, und die, deren Herkunft unbekannt ist, müssen vorher gekocht werden, besonders die Milch. Alles Wasser, was durch menschliche Abfallstoffe verunreinigt ist, darf nicht genossen werden. Es ist ferner zu vermeiden der Verbrauch zweifelhaften Wassers, als das, was aus Brunnen von geringer Tiefe, aus einem Teiche oder einem Bache herrührt, welche verdorbene Wässer aufnehmen. Als ganz besonders gefährlich sind die Wässer anzusehen, die auf eine Weise durch Ausleerung Cholerakranker beschmutzt sind. Auch soll das Wasser, welches zum Waschen von Geschirr oder Wäsche gedient hat, weder in die Brunnen noch fließende Wasser gegossen werden. Es ist unmöglich ein ganz reines Wasser zu haben; das einfachste ist daher, es abzukochen. Diese Bemerkungen beziehen sich nicht nur auf Trinkwasser, sondern auch auf das, welches zum Gebrauch im Haushalt verwendet wird, denn wenn der Cholerakeim einmal im Wasser enthalten ist, so kann er auch allen denen mitgeteilt werden, die sich dieses Wassers bedienen, sei es um sich selbst, ihre Wäsche oder ihre Küchengeräte zu waschen, sei es ihre Speisen zuzubereiten. Die wichtigste Consequenz dieser Bemerkungen ist, daß es, um sich vor der Epidemie zu schützen, nicht genügt, reines oder gekochtes Wasser zu verwenden. In jedem Fall kann ein Cholerakranker einen Herd der Epidemie hervorrufen. Man muß also die Kranken der Berührung allen denen Personen entziehen, die zu ihrer Pflege nicht unbedingt notwendig sind. Es ist ferner die Anhäufung zahlreicher Menschen zu vermeiden, wie Jahrmärkte, Feste und dergleichen. Man soll in einem Zimmer, in dem sich Cholerakranke befinden, weder essen noch trinken. Alle Gegenstände, welche durch die Auswürfe der Kranken beschmutzt sind, sind mit trockener Wäsche zu reinigen, die darauf verbrannt Standesamts=Nachrichten des Amtes Schalke. Geburten: August, S. des Bergm. G. Neumann, Braubauerschaft. Anna, T. des Bergm. Jos. Tomaschefsky, Braubauerschaft. Louise Theresia, T. des Schmied Jak. Schweisfurth. Gustav Adolf und Karl Theodor, Zwillinge des Schmied Gustav Lepper, Bulmke. Philipp Heinrich, S. des Bergm. H. Eschenröder. Peter Conrad, S. des Bergm. H. Steinkamp. Michael, S. d. Fabr. A. Gierling, Bulmke. Aufgebote: Bergm. Franz Muris mit Marianne Licza, beide kath. Bergm. Wilh Röttger, kath., aus Braubauerschaft mit Aug. L. Schäder, ev. Bergm. I. Fr. Diekmann aus Gelsenkirchen mit Fr. J. L. Hanse, geb. Pape, beide ev. Fabr. Math. Houben mit Kath. Völker, beide kath., aus Bulmke. Bergm. Joh. Hermann, kath., mit Augustine Fried. Becker, ev. Eheschließungen: Bergm. Joh. Lutzscheidt mit A. K. Dams, beide kath., aus Heßler. Rangierer K. G. Lud. Roemer mit M. K. L. Lohkamp, beide ev. Belanntmachung. Mehrfache Klagen veranlassen uns zur Publikation nachstehenden Vorschrift: § 12 der Instruction für die Bezirks=Schornsteinseger im Regierungsbezirk Arnsberg vom 18. Februar 1843. „Um jede Störung im Wirtschaftsbetriebe zu vermeiden, soll der Schornsteinfeger gehalten sein, jeden Hauseigentümer oder Mieter vor der vorzunehmenden Reinigung der Schornsteine u. s. w. einen Tag vorher in Kenntnis zu setzen und möglichst auf die Tageszeit, an welcher die Vornehmung des Geschäfts gewünscht wird, Rücksicht nehmen. Wird auch dann die Reinigung von den Beteiligten verweigert, so hat der Schornsteinfeger der Tolizeibehörde davon Anzeige zu machen.“ Gelsenkirchen, den 30. Juni 1884. Die Polizei=Verwaltung: Vattmann. ee der Gelsenkirchener Zeitung Nr. 159 erschienenen Artikels sage ich hiermit meinen besten Dank. Gleichzeitig möchte ich demselben denn doch raten, in Zukunft sich über derartige Vorkommnisse erst ordentlich zu orientiren, da mein Sohn überhaupt nicht mit einer Schleuder geworfen hat, sondern einer von den beiden Knaben, die bei ihm waren. Ob mein Sohn unnütze ist, kann der Herr Verfasser überhaupt nicht beurteilen. Schalke, den 16. Juli 1884. Peter Zonah. „ Dreizehn in der Weichselniederung belegene Ortschaften des Kreises Bromberg haben durch die neuliche, mit rapider Schnelligkeit eingetretene Ueberschwemmung schwer gelitten. Getreide, Kartoffeln und Gartengewächse sind vollständig vernichtet, die ganze Ernte an Klee und Heu ist verloren gegangen, viele Wohnhäuser und Wirtschaftsgebäude sind durch das eingedrungene Wasser nachhaltig beschädigt. Das mühsam gerettete Vieh hat kein Futter. Die Not ist um so fühlbarer, schleunige und ausgiebige Hülfe um so notwendiger, als schon die vorjährige Ernte in der Weichselniederung total mißraten war und die Beschädigten größtenteils dem kleineren Bauernstande angehören. An alle Mildthätigen richtet deshalb das unterzeichnete Hülfs=Comitee die dringende Bitte, zur Linderung der Not freiwillige Gaben an den mitunterzeichneten Stadtrat Beckert in Bromberg möglichst bald einsenden zu wollen. Bromberg, den 7. Juli 1884. Das Hülfs=Comitee: von Tiedemann, Regierungs=Präsident, Vorsitzender; Beckert, Stadtrat und Director der Bromberger Hafen=Actien=Gesellschaft, Schatzmeister; Beutner, General=Commissions=Präsident; von Choinski, Probst; Franke, Stadtrat und Vorsitzender der Handelskammer; Franke, Ober=Gondes, Landschaftsrat und Rittergutsbesitzer; Fromme, Regierungs=Assessor; Hahn, OberRegieruugsrat; Hirsch, Ober=Postdirector; Dr. Hoerner, Redacteur der„Ostdeutschen Presse"; Jaeschke, Schöffe, (Schulitz); Kolwitz, Stadtverordneten=Vorsteher; Laube, Landgerichts=Präsident; Mylo, Bürgermeister(Fordon); Dr. Neufeld, Sanitätsrat(Fordon); von Oertzen, Landrat; Pape, EisenbahnDirections=Präsident; Peterson, Bürgermeister; von Radecke, General=Lieutenant und Commandeur der IV. Division; Schultz, Karolewo, Rittergutsbesitzer; Schulz, Decan(Wtelno); Seiler, Bürgermeister(Schulitz); Serno, Pfarrer; Spiethoff, Redacteur des„Bromberger Tageblatt"; Weißenborn, Hauptmann a.., Polizei=Districts=Commissarius,(Schulitz). Frererge zur Geimat Rost Restauration und Hospiz „ WET wird bestens empfohlen. Evang. Gesangbücher 8 8 — To 8 S *— 8 a * 9 ve Kingr sen=Steine, in vorzüglicher, hartgebrannter Ware, werden seit dem 15. Juli wieder abgegeben auf Seche Graf Hismarck. Franko! Kranko! Franko! Neueste Muster! Neueste Muster! Neueste Muster! 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Tuchausstellung Augsburg, Wimpfheimer& Ci. in Augsburg. schützt sich jeder Landwirt, welcher die von mir eingeführten so Gegin Fultermunger englischen Kiesen=Furterruden anbaut. Dieselben bedürfen nach der Aussaat keinerlei Bearbeitung Sie haben ausgewachsen—3 Fuß im Umfang und sind 5 bdis 10, ja bis 15 Pfund schwer. Aussaat von Anfang Juni bis in den ersten Tagen des August auf solche Felder, auf denen schon eine Vorfrucht abgeerntet wurde. In 14 Wochen sind die Rüben ausgewachsen und werden, da sie ihre Dauerhaftigkeit und Nährwert bis zum hohen Frühjahr behalten, zum Winterbedarf aufgehoben. Das Pfund Samen, größte Sorte, von den zuverlässigsten Züchtern Großbritanniens bezogene Originalsaat, kostet 6., Mittelsorte 4 M. Unter ½ Pfund wird nicht abgegeben. Culturanweisung füge jedem Auftrage bei. ge, Ripperwiese, Frankirte Aufträge werden umgehend per Nachnahme expedirt. Bürger=Schützencorps Gelsenkirchen. Donnerstag, den 17. Juli er., abends 8 Uhr: 1. Compagnie Appell bei Theodor Bremmen. Der Hauptmann. Compagnie=Befehl. Die 4. Comp. des hiesigen Schützen=Corps hat am Donnerstag, den 17. ds., abends 8 Uhr, Appell beim Schützen Ernst Heidtmann (Ahstraße) bei einem Faß Freibier. Der Hauptmann. Schalker freiwillige Bürger=Feuerwehr. Donnerstag, den 17. Juli, abends 7½ Uhr, Antreten in Mütze im Vereinslocal. Abmarsch zum Concerte in Stallbergs Wäldchen, veranstaltet von der ganzen Schalker Feuerwehr=Capelle. Anfang 8 Uhr. Karten sind bei den Mitgliedern à 25 J zu haben. An der Kasse 30 J. Entree. Es wird nicht allarmitt. Der Vorstand. als Ohrensausen, Ohrenbrausen, Ohrenstechen, Ohrenfluß, leichte und harte Schwerhörigkeit, sowie temporäre Taubheit werden schnell und sicher beseitigt durch das echte Gehor-Vel d. Oberstabsarzt u. Physikus Dr G. Schmidt. Preis à Flasche nebst Gebrauchsanweisung Mk..50 zu haben: in Wien VII. Apotheke R. Scharrer, KreuzApotheke, Mariahilferstr. 72. Central-Dépôt bei Theod. Jacobi in Görlitz i. Schlesien. Dr. Saurbier, Spezialarzt für Magen= u. Unterleibskranke Köln, Mittelstraße 1.(12 bis Uhr. Sonntags v. 11 bis 1 Uhr. Rathenow. Brillen.“ Cylinder=Uhren von 11 M. an. 0 Regulateure von 24 M. an. 0 Wanduhren von 3. M. an. 0 To. Seitrigenn, Uhrmacher, 0 Schalke, Friedrichstr. 6 Binnen 10 Schwaben, werden soll. Die Zimmer, in denen Cholerakranke geweilt haben, sollen sechs Tage lang unbewohnt bleiben. Alle Personen die mit den Kranken in Berührung gekommen sind, sollen sich die Hände in Wasser, welches mit Seife und Carbolsäure gemischt ist, waschen. Die Auswürfe sollen in Gefäßen aufgenommen werden, welche eine Carbollösung enthalten. Und die an der Cholera Verstorbenen sollen gleich nach dem Tode aus dem Hause geschafft werden und das Begräbnis in möglichst einfacher Weise stattfinden. Der Leichenzug soll nicht in das Totenhaus eintreten und Gegenstände jeder Art, die von Cholerakranken gebraucht wurden, sollen, ohne zuvor desinficirt worden zu sein, nicht befördert werden. Die Wäscherinnen sollen von Cholerakranken herrührende Wäsche nur in desinficirtem Zustande annehmen. § Amerikanische Reclame. Inbezug auf Reclame sind wir Deutschen trotz aller Fortschritte auf diesem Gebiete gegen die Amerikaner doch die reinen Waisenknaben. Als Strousberg das„Kleine Journal", das jetzt nach seinem Tode zu einem Wochenblatte zusammengeschrumpft ist, begründete, ließ er auf alle schwedischen Zündholzschachteln eine Anpreisung seines Blattes anbringen. Neuerdings ging aber ein Berliner Herrengarderobegeschäft so weit, wohlgefüllte schwedische Zündholzschachteln mit Geschäftsanpreisungen oben und unten auf der Straße an die Vorübergehenden austeilen zu lassen. Das ist schon etwas. Aber die deutschen Zeitungen sind nicht dazu zu bringen, über eine gewisse verschämte Form der Reclame hinauszugehen. Darin sind uns— ohne Neid sei es zugestanden— die amerikanischen Zeitungen himmelhoch über. Sie stellen für Geld nicht nur den Inseraten=, sondern auch den redactionellen Teil zur freien Verfügung für jeden, der das Publikum ködern will. Namentlich geht die Reclame für gewisse Arzneiartikel ins Ungeheuerliche. Es wird irgend eine Mordgeschichte erzählt, eine Heldenthat, ein Schauerroman oder etwas dergl. und der Schluß ist— die Anpreisung irgend eines magenstärkenden Mittels. Nachstehend eine Probe davon, die wir unter der Spitzmarke„Eine schauerliche Episode. Eines Locomotivführers Instinkt. Wie er einen Zug rettete und wie er sich selbst rettete“, aus der „Californier Staats=Zeitung" detachiren: „In einer der dunkelsten und stürmischsten Nächte des verflossenen außergewöhnlichen Winters fuhr der Expreßzug einer der bedeutendsten NewYorker Eisenbahnen von Albany aus nach dem Westen. Der an der Locomotive angebrachte Reflector warf sein Licht auf eine weite Strecke, aber der Sturm war so heftig, daß er das Sehen selbst auf eine kurze Distanz verhinderte. Unter solchen Umständen tritt notwendigerweise der Instinkt an Stelle der Beobachtung. Alles schien gut zu gehen, als plötzlich der Ingenieur seine Maschine in eine Rückwärtsbewegung zu versetzen suchte, die „Air Brakes“ anwandte und den Zug auf einmal zum Stehen brachte. Warum er das that, konnte er ebensowenig sagen, als irgend einer von uns die Furcht vor kommendem Unheil und Tod erklären kann und auf die verwunderte Frage seines Feuermanns sagte er einfach:„Ich fühle es, daß etwas nicht in Ordnung ist.“ Indem er eine Laterne ergriff, schwang er sich von der Kabine und ging weiter nach vorne, um zu untersuchen. Alles schien im richtigen Zustand zu sein und er war im Begriff, nach seiner Locomotive Zurückzukehren, als sein Auge auf eine sonderbare Erscheinung bei der Verbindung der ihm zunächst liegenden Schiene fiel. Indem er den Schnee, welcher sich daselbst angesammelt hatte, wegkehrte, besah er sich das, was sich ihm zeigte, einen Augenblick lang und stieß dann einen Schrei des Entsetzens aus. Von den Schienen auf beiden Seiten waren die Bolzen entfernt worden und dieselben hätten sich aus ihrer Lage entfernt, sobald die Locomotive mit ihnen in Berührung gekommen wäre. Welche Absicht diesem Versuche, den Zug zu zerstören, zugrunde lag, ist unbekannt, aber es wird angenommen, daß die Verbündeten einiger Gefangener, welche sich auf demselben befanden, hofften, in der Verwirrung eines Unfalls ihre Freunde befreien zu können. Ingenieur John Dancher von Albany, dessen wunderbarem Instinkt die Rettung des Zuges zu verdanken ist, sagte, als er von dem Schreiber dieses Artikels gefragt wurde, weshalb er seine Locomotive zum Stillstand brachte:„Ich kann es nicht sagen, warum. Ich weiß nur, daß ich fühlte, etwas sei nicht in Ordnung.“ „Haben Sie dieses Gefühl oft, wenn sie sich auf der Fahrt befinden?" frug der Verfasser weiter. „Nein, sehr selten, obgleich ich mich während der letzten zwanzig Jahre in einem Zustande befand, der es bewirkt, daß mich beinahe vor allem Besorgnis ergreift.“ „Wie verhält sich das?“ „Nun, ich war ein Opfer eines der schlimmsten Fälle von Dispepsia, welcher jemals bekannt war. Ich war nicht an das Bett gefesselt, wie tausend andere. Ich war gezwungen, zu arbeiten, obgleich ich dazu imstande war oder nicht. In der That, als sich das Leiden zuerst einstellte, bemerkte ich blos einen Mangel an Appetit, ein Gefühl der Schwäche, welches sich nicht vertreiben läßt, und einen üblen Geschmack im Munde, aber endlich stellten sich jene schrecklichen erschöpfenden und aufreibenden Empfindungen ein, welche das Leben so unerträglich machen und als allgemeine Entkräftung bekannt sind.“ „Was wandten Sie dagegen au?“ „Ich versuchte es mit den Aerzten, bis ich entmutigt wurde. Mit acht verschiedenen Doctoren machte ich Versuche, aber keiner derselben konnte mir irgendwie helfen. Sodann probirte ich es mit Proprietary=Medicinen, aber auch diese wiesen einen gleichen Mißerfolg auf. Es sah ziemlich schlimm mit mir aus, soweit Ruhe und weitere Freude in dieser Welt inbetracht kommen und ich wurde gänzlich entmutigt.“ „Sie sehen sicherlich jetzt nicht so aus, als ob dies der Fall sei.“ „O nein, in der That nicht, ich erfreue mich jetzt vollkommener Gesundheit", war die Antwort, „und ich gedenke in diesem Zustande zu verbleiben. Meine Nervosität ist vollkommen verschwunden, ich kann nachts schlafen, die schmerzende Erstarrung macht sich nicht mehr bemerkbar, die blasse, krankhafte Gesichtsfarbe hat der Farbe der Gesundheit Platz gemacht, und ich habe in rascher Weise an Fleisch zugenommen. Das ist es, was durch Zuhülfenahme von Warner's Tippecanoc bewirkt wurde. Wenn ich curirt werden konnte, nachdem ich beinahe ein Vierteljahrhundert hindurch an einer chronischen Krankheit gelitten hatte, so kann, wie ich glaube, jedes Leiden ähnlicher Art vertrieben werden durch Benutzung dieses großen Heilsmittels.“ Dies ist das Zeugnis eines Mannes, welcher eine unsichtbare Gefahr auf seiner Bahnroute entdecken und entfernen konnte, der aber nicht imstande war, die Gefahr aus seinem eigenen System zu entfernen, bis er mit dem obengenannten großen Präparat in Berührung kam, welches soviel für ihn that und ebensoviel für alle thun kann, die dessen Hülfe benötigen. Vermischtes. *.* In einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung über die örtlichen Untersuchungen, welche in der Nähe des Niederwald=Denkmals vorgenommen worden sind, hieß es u.., man habe dort Dynamit vergraben gefunden. Diese Angabe beruht auf Irrtum. Nichtsdestoweniger hat sich herausgestellt, daß der verruchte Anschlag gegen das Leben unseres Kaisers wirklich vorbereitet worden ist; ob die Ausführung des Verbrechens durch einen glücklichen Zufall oder durch die rechtzeitige Reue eines der Schuldgenossen vereitelt worden ist, scheint noch nicht klargestellt zu sein.— Der Untersuchungsrichter des Reichsgerichts Herr Landrichter Schaefer ersucht in einer veröffentlichten Bekanntmachung um Auskunft darüber, wo eine„Schwedengasse", wo eine„Ballhofstraße" und wo eine„Lindenstraße mit Hausnummer 60“ sich befinden. Bemerkt wird dabei, daß die Stadt mit der„Schwedengasse“ wahrscheinlich in Oesterreich oder der Schweiz liege. *.*[Viele wenig machen ein viel.] Unter diesem Motto geht bekanntlich seit einigen Jahren der Klingelbeutel lustig im deutschen Vaterlande herum, und die Reichsfechtschule, wie sich die humanitäre Genossenschaft nennt, ruft wacker„mein einiges Deutschland, mein freies heran!" Die Stiftung von Reichswaisenhäusern, welche vor: nehmlich die Grundlage der Vereinigung bildet, ist gewiß ein Unternehmen, das allseitige Förderung und thatkräftigsten Vorschub verdient, um so erfreulicher ist daher das Ergebnis des gemeinnützigen Werkes, wie es in der Verwaltungsratssitzung zu Magdeburg, welche am 7. und 8. d. M. stattfand, verkündet wurde. Das Vermögen der Reichsfechtschule beziffert sich gegenwärtig auf ca. 355000 Mk baar und ca. 145000 M. sichere Außenstände bei den Verbänden, so daß also das Vereinsvermögen ½ Million beträgt. Die Versammlung, welche von mehr als 200 Delegirten aus allen Teilen des deutschen Reiches, sowie aus Rußland, Schweden und Belgien besucht war, beschloß einstimmig, noch in diesem Jahre zwei Reichswaisenhäuser, eins im Norden und eins im Süden des deutschen Reiches zu errichten. Nr. 165 Ueberall Skat. Und als an das blaue Meer ich trat, Da standen drei Männer drinnen, Die spielten während des Badens Skat Und einer schien zu gewinnen. Der Skat dabei auf dem Wasser schwamm, Mich aber dünkte das wundersam. Und als ich kam in die Baumannshöhl, Da fand ich wider Erwarten Drei Männer unten, bei meiner Seel, Dasitzend über den Karten. Die reizten einander beim Grubenlicht— Und ging davon, mir gefiel das nicht. Und als ich kam auf des Faulhorns Höh', Wol über Klippen und Grate, Da fand ich drei Männer im ewigen Schnee, Die saßen schon lange beim Skate. Der eine gab schon zum hundertsten mal— Da floh ich schaudernd hinab ins Thal. Es sitzen da im geheimen Rat Drei strenge Richter der Toten. Sie sollens sein, doch sie spielen Skat, Obgleich es Pluto verboten. O sagt, wohin kann der Mensch noch gehn. Um nicht drei Männer beim Skat zu sehn? Anmeldungen zum Bezug unserer Zeitung können zu erfolgen bei unseren Boten oder Expeditionen. Kerren und Damen-Confections-Geschäft von Batid-Spiere, Veischmenen, Nr. zr und 23 Bahnhofstrasse Nr. 2r und 29. — Nur 4 Wochen! Grosser, gänzlicher Ausverkauf zu staunend billigen Preisen. Nur 4 Wochen! Bekanntmachung. Für das zu errichtende städtische Schlachthaus wird ein Bauplatz in der Größe von—3 Morgen gesucht. Offerten werden bis zum 25. ds. Mis. erbeten. Gelsenkirchen. 10. Juli 1884. Der Bürgermeister: Vattmann. Tapeten in schöner Auswahl von 13 Pf. an u. Fenster=Glas sowie alle Sorten Farben, fertige Oelfarbe empfiehlt zu sehr billigen Preisen C. Handwerk, Gelsenkirchen, Kreuzstraße, nahe am alten Markt. Meterstabe“ g. Lieng. Bringe weine aut abgelggerten Cigarren sowie sämtliche### Mundwasser, Haarfärbemittel und die nur allein bekannten, echten Gebr. Sehrigs Zahnhalsbänder, serner meine Auswahl fertiger Flechten in empfehlende Erinnerung; auch werden Fiechten sowie andere Haararbeiten schnell und sauber angefertigt.— Die Ausübung der kleinen Chirurgie, Zahnziehen, Schröpfen, Blutegelsetzen 2c, wird von mir bestens besorgt. Carl Dröge, Vordier und Friseur, Selfenkirchen, Kreuzstraße 14. 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S# werden doch in der umfänglicher Denksch hätte auch gar keinen einem Gebiete der zustimmt und diese giebt, der thut dies, manne zu zeigen, da giebt, die mit ihm zusammengehen und gesteckten Zieles unt man jemandes Stand sich doch nicht die u diesen jemand noch fraglichen Standpunkt man in der Zustimm eingehendste die Nott die man mit dem einandersetzen, so hie tragen. Der Dorw also ungerechtfertigt. wenn es sich um kanzler handelte, die beabsichtigte Maßreg sich um eine Oetition delte; da würde ma samkeit der Eingabe virung der vorgetr setzen müssen. Den Wunsch der kammern möchten ihr des Materials zugun tionen eifrig mit thä ständig; aber alles den Jahresberichten Oetitionen an den Rei darf man das gewür aber nicht in Adressen. Die„Ger mit dem: Bade aus, allgemein gehaltenen delskammern für sie 9. V. Gunkelma 15) Criminal=Roman Außer sich vor Sch faßte Gunkelmann die und rief mit gebrochen „Wenn Sie mein unberührt läßt, alten Firma, welche S ernährt, gekleidet und Hand gegeben hat, sich welches ich Sie jetzt dieser alten Firma, we Makellosigkeit dagestan Ende sein mit allem trüge das nicht, es wä Die Arme über ei ein Steinbild, stand de Hohn, unaussprechliche jedem seiner Züge, wi herabsah, der ihn emp und der sich jetzt v Staube wand, wie der Millionen zählende st dem entsprungenen ein Elenden, dem er blind dessen falsches Spiel in Triumph feierte. „Herr Gunkelmani minntenlangen Pause, Knieenden blickend,„## anderswo. Vielleicht, bereit ist, wenn die M keine große ist.“ Gunkelmann hatt