Herner Tage=Blatt“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und hohen Feiertage. Wochen=Beilage:„Illustrirtes Emscher Sonntagsblatt“ Insertionspreis: Die Perit=Zeile oder deren Raum 15 Pf. Reklamen 40 Pf. Verantwortlicher Redacteur F. Dienst in Gelsenkirchen. verbunden mit der Emscher Zeitung. Sindere et constanter. Man abonntr außer bei der Expedition in Gelsenkirchen, Martstraße 13, bei allen Reichspostanstalten und bei den Filial=Expeditionen: Rud. Eick, Herne: W. Walbeck, Wanne: W. Pötter, Wattenscheid. Druck und Verlag von F. Dienst in Gelsenkirchen. * Das Recht auf Arbeit. „Geben Sie dem Arbeiter das Recht auf Arbeit, so lange er gesund ist, sichern Sie ihm Pflege, wenn er krank ist, sichern Sie ihm Versorgung, wenn er alt ist“— in diesen Worten hat Fürst Bismarck in der Sitzung vom 9. Mai bei der zweiten Lesung des Socialistengesetzes das Ziel seiner Socialpolitik zusammengefaßt und die Erreichung desselben als ein Heilmittel gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Socialdemokratie bezeichnet. Mit diesem Programm hat Fürst Bismarck von neuem seine Fürsorge für das Wohl der arbeitenden Klassen bekundet und zugleich seine Ziele erweitert. Waren seine bisherigen Bestrebungen darauf gerichtet, dem Arbeiter für den Fall der Arbeitsunfähigkeit zu helfen, so hat er jetzt die Notwendigkeit anerkannt, dem noch viel schlimmeren Uebel der Arbeitslosigkeit entgegenzutreten. Eine sociale Reform, die sich nicht auch hierauf richtet, wäre eine unvollkommene: die Versicherungen gegen Krankheit, Unfälle, Alter haben die fortwährende Beschäftigung des Arbeiters zur Voraussetzung, dem wegen Mangel an Arbeitsgelegenheit unbeschäftigten Arbeiter ist aber mit jenen Versicherungen nicht geholfen. Unter den gegenwärtigen Productionsverhältnissen kommt es aber, wie jeder sich überzeugen kann, sehr häufig vor, daß viele gesunde, arbeitslustige Arbeiter keine Beschäftigung finden können. Diesen ist der Staat, wie Fürst Bismarck sagt, verpflichtet Arbeit zu geben, und demgemäß erkennt er ein„Recht auf Arbeit" unbedingt an. Hiermit hat der Kanzler bei seinen Gegnern von neuem Anstoß erregt und Widersoruch hervorgerufen. Die Pflicht, den Arbeitsunfähigen zu helfen, wird von dieser Seite nicht mehr so lebhaft bestritten, wie zuerst; um so mehr stemmt man sich jetzt gegen das Recht auf Arheit“ sucht dieses Recht der Arbeiter ebenso wie die dem ettrsprechende Pflicht des Staates in Abrede zu stellen und weist auf die schlimmen Folgen hin, die die Anerkennung dieses Rechts und der Versuch, dieser Pflicht nachzukommen, im Jahre 1848 für Frankreich gehabt hat. Bei diesem Gegensatz der Anschauungen und der scheinbar durch geschichtliche Thatsachen anerkannten Berechtigung des Standpunkts der Gegner wird man sich vor allem darüber klar werden müssen, was unter„Recht auf Arbeit" zu verstehen ist. Die landläufige Anschauung versteht darunter ein erzwingbares Recht, welches dem Einzelnen die Möglichkeit gewährt, die Zuweisung von Arbeit als die Erfüllung einer ihm gegenüber bestehenden Verpflichtung zu fordern. Ein Forderungsrecht in diesem Sinne gegenüber der Gesamtheit kann dem Einzelnen indessen nicht zugesprochen werden. Dasselbe würde mit dem freien Selbstbestimmungsrecht in Widerspruch stehen, da diesem Selbstbestimmungsrecht die Pflicht gegenübersteht, zunächst für den Unterhalt und für Erlangung von Arbeit selbst Sorge zu tragen. Diese Pflicht kann auf keinen anderen übertragen werden, auch nicht auf die Gesamtheit, ohne das zwischen den Einzelnen und der Gesamtheit bestehende Verhältnis und somit die Grundlagen der Gesellschaft zu erschüttern. Das„Recht auf Arbeit“ kann daher nur dahin verstanden werden, daß die Möglichkeit von Arbeitsgelegenheit geschaffen wird, sofern es an solcher mangelt, und daß diejenigen Hindernisse weggeräumt werden, welche dem Einzelnen die Möglichkeit, zu arbeiten und somit seine Pflicht zu erfüllen, beschränken. Der Grad der in dieser Beziehung den Einzelnen gegenüber bestehenden Verpflichtung der Gesamtheit hängt wesentlich von der Auffassung ab, die man von dem Wesen des Staates, dessen Zielen, Zwecken und Aufgaben hat. Dem bekannten„Nachtwächterstaat“ der„Freisinnigen“ wird von seinen Anhängern jegliche Verpflichtung abgesprochen, er soll nur dafür sorgen, daß die Ruhe nicht gestört wird, im übrigen soll er gleichgiltig gegenüber den Leiden und Zuständen im Innern sein. Der Staat aber, wie wir ihn verstehen, hat sittliche Pflichten und Aufgaben gegenüber der Gesellschaft: er soll seine wohlthätige Macht geltend machen und durch weise Maßnahmen inneren Störungen vorbeugen. Speciell den Arbeitern gegenüber hat er die Verpflichtung, solche Zustände herbeizuführen, welche ihnen ihre Existenz erleichtern und die Möglichkeit zu arbeiten geben. Mit anderen Worten: er muß den Auswüchsen der freien Concurrenz durch Maßnahmen auf dem Gebiete der Wirtschafts=, Gewerbe= und Socialpolitik entgegentreten und für Vermehrung der Arbeitsgelegenheit— teils in Zeiten der Not durch einzelne Acte der Verwaltung und Gesetzgebung, teils durch eine nationale Wirtschaftspolitik, welche der nationalen Arbeit den heimischen Markt sichert,— sorgen. In diesem Sinne haben beschoffung.— Wenn das„Recht auf Arbeit" zu gefährlichen Consequenzen geführt hat, so kam dies daher, weil es in dem ersteren Sinne, also falsch verstanden wurde. Ein solches„Recht auf Arbeit" wird niemand anerkennen, der nicht die Grundlagen der bestehenden Ordnung beseitigen will. Die Freisinnler aber wollen auch nicht das„Recht auf Arbeit“ in dem anderen, richtigen Sinne anerkennen: sie bezeugen damit, wie wenig Verständnis und Gefühl sie für die arbeitenden Klassen haben. Fürst Bismarck aber wird mit der Anerkennung dieses Rechts überall da lauten Beifall finden, wo man es mit dem Wohl der arbeitenden Klassen wirklich ernst und ehrlich meint. Sociales, industrielle und ArbeiterVerhältnisse. ** Zur allgemeinen Beherzigung reproduciren wir gern nachstehende Mitteilung: In Amerika ist die Geschäftslage so gedrückt, daß in allen großen Industrie=Centren zahlreiche Arbeiterentlassen werden müssen. Neu einwandernde Arbeiter haben daher die größte Schwierigkeit, Beschäftigung zu erlangen, und es ist für mittellose Leute jetzt mehr als je ratsam, nicht ohne vorheriges festes Engagement nach Amerika zu gehen, da sie sonst leicht in das größte Elend verfallen können. Von den 38 587 Einwanderern, welche im März d. J. in den Staaten der Union eintrafen, sind noch die meisten dem Handwerkerstande angehörenden unbeschäftigt, und nur landwirtschaftliche Arbeiter, oder solche, welche die Landwirtschaft verstehen und Mittel haben, sich eine kleine Farm zu kaufen, haben einigermaßen sichere Aussicht, ihre Lage zu verbessern. ** Das Collegium der Gemeinde=Bevollmächtigten in Augsburg hat vor einigen Tagen mit 24 gegen 10 Stimmenbeschlossen, daß die dortigen Gewerbetreiben den bei Vergebung von Arbeiten und Lieferungen für städtische Rechnung stets in erster Linie zu berücksichtigen seien, und die Vergebung an auswärtige Bewerber nur dann zulässig sei, wenn die Ausführung einer Arbeit oder Lieferung durch einheimische Unternehmer unmöglich sei. Die Freihändler— und so auch die National=Zeitung— erblicken in diesem Beschluß eine Engherzigkeit, welche von dem Segen der freien Concurrenz keine Ahnung habe. Wir glauben vielmehr, daß enem Beschluß ein vollberechtigter Gedanke zugrunde liegt, welcher Zeugnis ablegt von dem Verständnis für die hohen Ziele der Socialreform. Wenn die materielle Lage der Arbeiter gebessert werden soll, wird auch— abgesehen von allen anderen Maßnahmen— die Gemeinde ihrerseits bestrebt sein müssen, daß ihren Angehörigen vor den Arheit gegeben werde, stall vug aserer die freie Concurrenz entzogen wird. Die etwa hierdurch entstehende Verteuerung für die Consumenten, also in diesem Falle für die städtischen Steuerzahler, kann dem Nachteil gegenüber nicht in's Gewicht fallen, der ihnen durch die Arbeitslosigkeit eines Teils der Gemeindeangehörigen entstehen würde. Das Beispiel Augsburgs dürfte verständiger Nachahmung nicht unwert sein. blatt über denselben den Stab. Namentlich greift das Blatt die beiden Führer der nationalliberalen Partei v. Bennigsen und Miquél in rückhaltloser Weise an.„Wie wenn er große parlamentarische Erfolge unmittelbar hinter sich hätte", heißt es in dem Mosse'schen Organ,„so selbstbewußt, so anspruchsvoll, so auf die Gegner herabsehend trat v. Bennigsen auf; und Miquél gefiel sich in einer gleichen Position;.... dieser sprach von den nichtnationalliberalen Liberalen mit einem an Hochmut grenzenden Hohn u. s..“ Um seinem Aerger über diese Kundgebungen Ausdruck zu geben, nimmt es das Berliner Tageblatt in gewohnter Weise mit der Wahrheit keineswegs genau.„Davon, daß der Reichskanzler“, sagt das Blatt,„neulich im Reichstage dem Liberalismus schlechtweg den Krieg erklärt hat, war nicht die Rede. Bennigsen und Miquél glauben, der kanzlerische Angriff richte sich nur gegen Eugen Richter und dessen politische Freunde.“ Und das glauben die beiden nationalliberalen Führer, wie auch das„Tageblatt“ sehr wohl weiß, allerdings mit vollem Fug und Recht. Denn der Reichskanzler sagte in seiner angezogenen Rede ausdrücklich, daß„ der Liberalismus, wie ihn der Vorredner(Richter) vertritt, d. h. die fortschrittliche Demokratie, keine Zukunft habe, und daß er es als die Aufgabe seines Lebens, als seine Pflicht dem Kaiser und dem Lande gegenüber halte, diesen Liberalismus zu bekämpfen bis zum letzten Atemzuge.“— Ebenso unwahr ist dann die weitere Bemerkung des Tageblattes“:„Bennigsen und Miquél haben und sie erstreben diese Position ohne zu wissen, ob dem Kanzler die angebotene Unterstützung genehm sein wird.“ Der Reichskanzler hat aber ausdrücklich erklärt: 1 Berlin, 23. Mai. Während die übrigen deutsch= freisinnigen Organe Berlins— ein nationalliberales Organ besitzt die Reichshauptstadt bekanntlich nicht— sich in ihren Besprechungen des nationalliberalen Parteitages bisher noch eine vorsichtige Zurückhaltung auferlegen, bricht das Berliner Tage„Das Letzte, was er(Richter) sagte: meine Liebe zu den Nationalliberalen— ist das ein Vorwurf? Warum soll ich für diese Partei keine Neigung haben? Ich bin sehr lange mit ihr zusammengegangen, und es war nicht mein Gefühl, das uns getrennt hat, sondern eine Empfindung, die aus dem Schoße der Partei kam. Meine Neigung zu den Herren, meine Achtung vor ihnen und das Bedauern, mit dem ich zurückdenke an die guten Beziehungen zu dieser Partei, sind nicht erstorben. Ich unterhalte zu allen denjenigen, die nationalliberal geblieben sind, die nicht zur Fortschrittspartei übergegangen sind, immer dieselbe Freundschaft in politischer Beziehung, sobald sie ihrer65) Ehrlos. Hamburgischer Roman von F. Klinck. War sie eine Verwandte des wunderlichen, alten Herrn, der allezeit gegen die* Gattin Johannes Winkelmanns eine unbesiegbare Abneigung an den Tag gelegt und der doch so gut, so voll Liebe für ihren Sohn gewesen war? Noch ehe Marie weiter überlegen konnte, trat die Angemeldete ein. Mit einem Blick voll innigen Mitleids näherte sich Mara der unglücklichen Frau. Ach, was die unglückliche Tochter Jan van der Houtes selber in diesen Stunden erduldet hatte, läßt sich nicht beschreiben. Nur mit Mühe hatte sie sich aus ihrer Apathie herausgerissen, um einer beklagenswerten Mutter Trost zu bringen und sich selbst eine furchtbare Gewißheit zu verschaffen. 8 Mara hatte eines Tages mit unendlich bittern Gefühlen dieser Frau gedacht, aber als sie dieselbe jetzt vor sich sah, empfand sie nichts anderes als innigstes Mitleid für sie. „Frau Winkelmann, ich bringe Ihnen Nachricht von Ihrem Sohne. Er ist in meinem Schutze und geborgen!“ Ein Hauch von Röte stieg in die totblassen Wangen dieser Frau und den brennenden Augen entströmten Thränen. Nur mit Mühe vermochte sie sich zu fassen und der Fremden ihren Dank auszusprechen. n ded Bied hret he gille. zwischen uns nicht zu Erörterungen zu kommen, die nur peinvoller Natur sein können. Wenn Sie wollen, werde ich treu zu Ihnen stehen und wir werden versuchen, das Unrecht zu fühnen, das Johannes Winkelmann in Selbstverblendung begangen hat. Aber eine Bitte habe ich: Führen Sie mich zu meinem alten Vater! Geben Sie mir einen Boten, der mich zu ihm bringen kann. Ich habe ihn seit mehr denn zwanzig Jahren nicht gesehen!“ Thränen erstickten Maras Stimme; das Herz blutete ihr gar zu schmerzlich. Wenn sie der wahnwitzigen Worte Johannes Winkelmanns gedachte, gerann ihr der warme Lebensstrom in den Adern. Aber nein! Es konnte nicht Wahrheit sein, was er in einem Anfall wildester Erregung ausgestoßen! Es konnte nicht sein, daß er zum Mörder ihres Vaters geworden war! „James soll Sie begleiten!“ sprach Frau Winkelmann zu Mara, ihren eigenen Schmerz bemeisternd, indem sie sich von ihrem Sitze erhob. „Ich habe nicht gewußt, daß Herr van der Houte eine Tochter hatte.“ Die heißen Blutwellen stiegen Mara in das Gesicht. Wie nichtswürdig hatte Johannes Winkelmann auch an dieser Frau gehandelt! Marie klingelte und befahl dem eintretenden Diener, James in den Salon zu beordern. James war aber nicht zur Stelle und so gebot Marie, daß ein anderer Diener Mara begleite. „Sie haben meinen Vater nur selten gesehen, Frau Winkelmann?“ fragte Mara, als sie schon im Begriff stand, das Gemach zu verlossen. Scheu vor mir, wie vor jedermann. Ich habe ihn seit mehr denn zwei Jahren nicht gesehen.“ „Er ist nicht gestorben?“ stammelte Mara. Marie verneinte. Die Frage verwirrte sie und rief seltsame Gefühle in ihr wach. Mara ging. Die Todesangst war von ihrem Herzen genommen. So war bei Johannes Winkelmann dennoch in der letzten Stunde der Wahnsinn ausgebrochen; in einem solchen Anfall hatte er sie auch vergiften wollen und sich dann selbst entleibt. Sie schauderte zusammen. Ihr Gang war langsam und schleppend; es war, als ob sie die ganze Last der langen, einsamen Jahre erst heute fühle. Sie war von einer Angst und Unruhe erfüllt, die sie nicht zu beherrschen vermochte. Vielleicht aber regte sich auch noch ein anderes Gefühl in ihrem Herzen und das jähe Ende des Mannes, den sie einst so leidenschaftlich geliebt, hatte sie tiefer getroffen, als sie sich selbst eingestehen wollte. Sie vermochte sich des Glückes, ihren Vater wieder zu haben, nicht zu freuen. Unter düsteren Gedanken, unter Hoffnungen und bangen Befürchtungen word das Haus erreicht, in welchem Jan van der Houte so viele Jahre seines Lebens zugebracht hatte. Zögernd überschritt Mara die Schwelle. War nicht alles ein Traum und— wie würde das Erwachen sein? Sie klopfte an die nächste Thür, wo der Einhüter wohnte. Marveldt kam in diesem Moment soeben den hinteren Gang herauf. „Dberst dunn 1e Shom dieuuts fooss 2 „Ich möchte zu dem alten Herrn van der Houte geführt werden, welcher im Hinterhause wohnt,“ entgegnete Mara. Christian Marveldt schrak sichtlich zusammen. „Herr van der Houte ist nicht mehr hier!“ stammelte er verwirrt. In demselben Moment wankte Mara und taumelte zurück. Geisterblässe bedeckte ihr eben noch von Hoffnung belebten Züge. „So ist er tot? Es ist wahr? Die Leiche meines Vaters liegt unbegraben in der Tiefe dieses entsetzlichen Hauses?“ schrie sie auf. „Ihres Vaters?“ fragte Christian Marveldt. Nur noch einen Moment stand der junge Einhüter unschlüssig, ob er auch in diesem Falle das Geheimnis bewahren müsse. Soeben war die Nachricht gekommen, daß Herr Johannes Winkelmann sich erschossen habe und Herr van der Houte hatte wohl einzig daran gedacht, diesen zu schonen, als er das Versprechen des Schweigens von ihm forderte. Ein Blick auf den grenzenlosen Schmerz in den Zügen der unglücklichen Mara machte ihn in seinem Entschluß, das Geheimnis sorgsam zu hüten, wankend. „Herr van der Houte ist nicht tot, sondern er lebt!“ sprach der stockend.„Er schwebte zwar an Grabesrand, aber er ist gerettet und frei!“ Zwei Stunden später verließ Mara, von allem unterrichtet, das Haus. Die Hoffnung war in ihr lebendig geworden und sie eilte, Gustav Winkmann den Trost zu bringen, daß sein.“ wenigstens kein Mörder sei. * seits bereit sind, sie anzuknüpfen, und dessen schäme ich mich gar nicht.“ Zur Charakteristik des Tones, welchen das „Tageblatt“ gegen die Nationalliberalen anschlägt, citiren wir noch folgende auf jener Unwahrheit weiter aufgebauten Sätze:„Sie verharren dabei, für Liberale gehalten zu werden, für Männer jener Richtung, die Fürst Bismarck mit seinem ausgesuchtesten Hasse verfolgt. Wenn sie den Wählern sagen würden, daß sie eigentlich nur Regierungstruppen mit besonderem Abzeichen sind, so wäre es mit der nationalliberalen Herrlichkeit wohl bald zu Ende.... Der Nationalliberalismus hat sich dem Fürsten Bismarck völlig zu Füßen gelegt.“ §* Die Constituirung der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft hat stattgefunden. Zum Ehrenpräsidenten wurde Graf Otto zu Stolberg=Wernigerode ernannt. Der Gesellschaft haben sich bisher über 500 der Landwirtschaft und ihrer practischen oder theoretischen Ausbildung ergebenen Männer angeschlossen, darunter die bekanntesten Namen, welche Deutschland auf diesem Gebiete aufzuweisen hat. Bis jetzt besteht die Gesellschaft nur provisorisch, definitiv in Thätigkeit wird dieselbe treten, wenn sie eine Mitgliederzahl von 2500 umfaßt, ein Ziel, welches man innerhalb zweier Jahren erreichen zu können hofft. Der Zweck der Gesellschaft ist, Förderung der Landwirtschaft auf practischem Gebiete und zwar auf einem, bisher in Deutschland noch nicht, dagegen in anderen Ländern, z. B. England, seit Jahrzehnten mit anerkannt großartigem Erfolge betretenem Wege. * Der Deutsche Colonialverein(Abteilung Berlin) wählte heute(21.) durch Acclamation zum endgültigen Vorstand: Graf v. Frankenberg=Tillo= witz, Dr. Hammacher, Consul z. D. Annecke, Oberpräsident a. D. Graf v. Arnim=Boitzenburg, Baron v. d. Brüggen, Frhr. v. Eckardstein=Prötzel, Staatsminister a. D. Friedenthal, R. Hardt, Vice=Admiral a. D. v. Henk, Staatsminister a. D. Hobrecht, Fabrikant Hoppe, Director Dr. Jannasch, Dr. Martins, Regierungsrat Schück, Director Wallich. Sodann wurde folgende, an den Reichskanzler zu übergebende Erklärung angenommen: „Die Generalversammlung des Deutschen Colonial= vereins nimmt mit dankbarer Genugtuung von der in die Oeffentlichkeit gebrachten, infolge von Beschwerden der deutschen Handelskammern gefaßten Entschließung des Fürsten Reichskanzlers Kenntnis, die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands im Congogebiet zu wahren, und hat das feste Vertrauen, daß in der weitern Verfolgung dieser Entschließung es gelingen wird, die Deutschland feindlichen Bestrebungen anderer Staaten zu vereiteln.“ bei Zeitgeschäften, während von liberaler Seite der Procentstempel, gegen den sich die competentesten Kreise, u. a. die Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft und das Reichsbankdirectorium erklärt hatten, als praktisch kaum ausführbar bekämpft wurde; bei praktischen Schwierigkeiten der größten Art, bei der Verführung zu Umgehungen und Defraudationen ohne Zahl wurde auch die wesentlich größere finanzielle Ergiebigkeit des Procentstempels angezweifelt. Bei der Schlußabstimmung siegte der Fixstempel mit Stimmengleichheit, indem die Freiconservativen mit den Liberalen stimmten. Seitdem herrschte in weiten Kreisen die Anschauung, daß jenes Gesetz eine ganz ungenügende Abschlagszahlung sei, daß insbesondere die mit knappster Mehrheit beschlossene Einführung des Fixstempels das Gesetz um den besten Teil seiner Wirkung gebracht habe und daß es der Börse nicht gegönnt sein dürfe, durch eine so kleine Leistung sich mit den viel weiter gehenden Ansprüchen an ihre Steuerfähigkeit abzufinden. Schon ein Jahr nach Erlaß des Gesetzes brachte der Abg. von Wedell=Malchow seinen bekannten Gesetzentwurf ein, welcher für Schlußnoten und Rechnungen den Fixstempel von 20 Pf. beibehalten, für Zeitgeschäfte aber einen procentualen Stempel von 2/10 pro Mille einführen wollte. Die Commission lehnte sowohl diesen als einen andern Gesetzentwurf ab, der den Unterschied zwischen Kassenund Zeitgeschäft aufheben und einen Procentstempel von 1/10 pro Mille einführen wollte. Im Plenum kam die Sache nicht mehr zur Verhandlung. In der laufenden Session haben dann vor kurzem Conservative und Centrum einen Antrag eingebracht, den Bundesrat aufzufordern, ein wirksameres Börsensteuergesetz unter Steigerung nach Skalen oder Procenten vorzulegen. Noch ehe dieser Antrag zur Verhandlung gekommen ist, hat ihm die preußische Regierung entsprochen. Bei der gegenwärtigen Zusammensetzung des Reichstags ist es wohl möglich, daß der Gesetzentwurf eine Mehrheit findet. Republik am Berliner Hofe, Dr. Miquel=Canné, zur Ueberreichung seines Abberufungsschreibens, owie gleich darauf dessen Nachfolger auf dem Berliner Posten, Dr. Carlos Calvo, zur Ueberreichung seiner Creditive. *8 Die Abreise des Kaisers nach Ems ist für den 10. Juni in Aussicht genommen. Die Grundsteinlegung zum neuen Reichstagsgebäude würde demnach noch vor diesem Termin stattfinden. * Die zweite Lesung des Unfallversicherungsgesetzes nimmt einen unerwartet * Den Besuchern des Verbandsfestes der rheinisch=westfälischen Feuerwehren am 24. und ·8 Prinz Wilhelm ist gestern Abend von Petersburg nach Moskau gereist. *8 Die Kaiserin von Rußland wird auf der Rückreise von Philippsruhe nach Petersburg am 4. oder 5. Juni wieder in Berlin eintreffen und hierselbst einen zwei= oder dreitägigen Aufenthalt nehmen. * Heute Nachmittag 1 Uhr fand eine Sitzung des Staatsministeriums statt. * Morgen Vormittag 11 Uhr findet die feierliche Grundsteinlegung der englischen Kirche im Garten von Montbijou im Beisein der kronprinzlichen Familie statt. * Perlin, 23. Mai. Dem Vernehmen nach ist Hentsch ins Zuchthaus zu Halle bereits abgeführt. Kraszewski, für den die Festung Magdeburg oder Glatz bestimmt gewesen, sucht durch den Verteidiger nach, ihm die Festung Königstein anzuweisen, welche wegen ihrer Höhenlage seiner Gesundheit besser zusage. §* Der wegen Hochverrats vom Reichsgericht zu Leipzig verurteilte polnische Schriftsteller Dr. v. Kraszewski hat, wie polnischen Blättern gemeldet wird, auf die Einreichung eines Begnadigungsgesuches verzichtet; ein solches würde wohl auch schwerlich Berücksichtigung gefunden haben. NLC. Berlin, 23. Mai. Dem Bundesrat ist jetzt der neulich vom Finanzminister angekündigte Gesetzentwurf zur Reform des Reichsstempelsteuer gesetzes uugeganden.. oKs wird vorgeschlagen und der Reichstag am Schluß einer übermüdeten, zu Ende dräugenden Session noch mit einer neuen unerwarteten Aufgabe von bedeutender Wichtigkeit belastet. Das geltende Gesetz belegt Schlußnoten mit einem festen Stempel von 20 Pfg. oder bei Zeitgeschäften von 1., Rechnungen mit einem solchen von 20 Pfg. Statt dessen soll jetzt eine nach dem Werte des Geschäfts bemessene Abgabe, ein procentualer Stempel von 2/10 vom Tausend gleichmäßig für Kassen= und Zeitgeschäfte eingeführt und die Entrichtung durch allerlei Cautelen, insbesondere ein obligatorisches Steuerbuch, sicher gestellt werden. Der Gesetzentwurf ist im wesentlichen in verschärfter Form die Wiederholung eines schon bei der Vereinbarung über das Stempelgesetz von 1881 unternommenen Versuches. Der damals ausgefochtene Streit über den procentualen oder Fixstempel wird wohl noch in allgemeiner Erinnerung sein. Damals forderten die Conservativen und das Centrum einen Procent= stempel von 1/10 bei Kassen= und von 3/10 pro Mille raschen Verlauf; schon morgen soll dieselbe beendet werden. Inzwischen wünscht die Reichsregierung das soeben dem Bundesrate vorgelegte neue Börsensteuergesetz noch in dieser Session feststellen zu lassen. Die wiederholt ausgesprochene Absicht, auch noch die Reform der Zuckersteuer jetzt festzustellen, galt bereits als für jetzt aufgegeben. Heute heißt es, daß man auch versuchen wolle, in dieser Beziehung möglichst bald zum Abschluß zu gelangen. Die Commission für den Entwurf über Reform des Actien= wesens setzt eifrig die Beratungen fort. Sie hat heute die erste Lesung des Abschnitts über die „Actiengesellschaften" beendet und wird morgen den Abschnitt über die„Commanditgesellschaften auf Actien" beginnen. * Nordd. Allg. Ztg. und Germania -Half# in#m Wallonnn ##. Amifmn..m. Wallng nmd Mraunen ersteren Blatte sind jesuitische Einflüsse thätig gewesen, dem Papste, welcher der deutschen Sprache nicht kundig ist, entstellende Uebersetzungen vou den Landtagsverhandlungen über die Jazdzewski'sche Interpellation unterzuschieben und betreffs der Aeußerungen der Presse über Ledochowski irre zu führen. Die verdiente Abfertigung, welche der Cultusminister den Grobheiten und Injurien einzelner Centrumsredner gegen die Regierung hat zuteil werden lassen, scheint auf den Papst verstimmend gewirkt und seine Neigung, entgegenzukommen, wieder abgekühlt zu haben; jedenfalls machten die polonisirenden Einflüsse sich wieder stärker geltend.“ Nach der„Germania“ hat der Papst darauf verzichtet, in die Resignation des Herrn Cardinal= Erzbischofs Levochowski zu willigen,„weil Preußen nicht auf die Wünsche des Papstes inbetreff der Erziehungsfrage eingehen wollte“. *8 Berlin, 23. Mai. Der Kaiser empfing heute den seitherigen Gesandten der argentinischen * Naumburg a. d.., 22. Mai. Der Sattlergeselle Rupsch in Roßbach a. d.., der unter dem Verdachte verhaftet worden ist, an dem sogenannten Niederwald=Attentate beteiligt zu sein, hat ein umfassendes Geständnis abgelegt, welches im wesentlichen das geplante Verbrechen so hinstellt, wie es von Eugen Richter in der Socialistengesetzcommission mitgeteilt wurde. * Frankfurt a.., 23.Mai. Die Kaiserin von Rußland hat sowohl dem Kaiser von Rußland als dem Könige von Dänemark auf telegraphischem Wege Mitteilungen über die unerwartete Aufmerksamkeit gemacht, welche der Kaiser Wilhelm ihr durch seine Begrüßung in Berlin erwiesen P885. 25. Mai in Dortmund wird es besonders angenehm sein zu erfahren, daß auf Wunsch des Ausschusses des Verbandes gleich nach erfolgter Aufstellung der Wehren auf dem Uebungsplatze eine photographische Aufnahme derselben vorgenommen werden wird; ein Trompetensignal die soll Teilnehmer benachrichtigen, sich sofort vorzubereiten. * Der seither bei der Königlichen Regierung in Königsberg beschäftigte Regierungs= und Schulrat Siegert ist in gleicher Eigenschaft der Königlichen Regierung und zugleich dem Königlichen Provinzial=Schul=Collegium nach Münster überwiesen und am 8. d. Mts. in seine neue Stellung eingeführt worden. Schalke, 23. Mai. Der hiesigen Feuerwehr ist von einer Dortmunder Firma eine sehr hübsch ausgestattete Festmedaille zur Ansicht übersandt worden, die zweifellos von vielen Teilnehmern am Verbandsfeste gekauft werden wird.— Die Beteiligung am Feste seitens der Mitglieder unserer Wehr wird, wie vorauszusehen war, eine sehr zahlreiche werden. Die Ankunft in Dortmund erfolgt Sonntag Morgen kurz vor 10 Uhr; Speisequartier nimmt die Wehr im„Bergischen Hof.“ * Dem Lehrer Franz Grafe zu Dreislar ist eine Lehrerstelle an der katholischen Schule zu Wanne definitiv verliehen worden. * In Wattenscheid tagte eine Versammlung behufs Wahl des zweiten evangelischen Pfarrers, anstelle des nach Mettmann berufenen Herrn Pfarrer Krebs. Die Herren Geistliche Balke— Barmen, Brinkmann— Dortmund und Lueg— Birkenfeld werden vor der Wahl noch Probepredigten halten. * In Wattenscheid wurde am vorigen Freitag auf Antrag der Zeche Centrum zum Haldensturz an deren alten Schacht ein Grundstück enteignet, was der Stadtgemeinde Wattenscheid gehört und auf gütlichem Wege von derselben nicht zu erwerben war. Der Termin wurde abgehalten von den Vertretern der königl. Bergbehörde, den Herren Geh. Bergrat Bölling und Bergrat Knibbe und dem Vertreter der königl. Regierung, Herrn Landrat Schmieding. * In Wattenscheid sind Diebe bei einem Schneidermeister nächtlich eingedrungen und mittels Eindrücken der Schaufenster Tuche und Beinkleider im Werte von ca. 40 M. entwendet worden. * Gelsenkirchen, 24. Mai. Unter dem Vorsitze des Herrn Kreis=Schulinspectors Schmidt aus Bochum tagte hier gestern in der 1. Klasse der liche Conferenz. Als Unterrichtsprobe wurden folgende Themata's behandelt:„Das Herzogtum Braunschweig" von Herrn Lehrer Oberwinter und „Winke und Erfahrungen aus dem geographischen Unterrricht" von Herrn Lehrer Cornelius, woran sich eine interessante, lebhafte Discussion reihte. Daß der Herr Kreisschulinspector Schmidt bei Neugestaltung des Kreises Bochum seinen Wirkungskreis im neuen Kreise Gelsenkirchen nicht würde finden können, diese Mitteilung rief lebhaftes Bedauern hervor wogegen die Nachricht, daß die 5wöchigen Herbstferien in die Zeit vom 8. September bis incl. 12. October fallen sollen, freudigeren Wiederhall fand. * Gelsenkirchen, 24. Mai. Zur Abfahrt nach Dortmund treten die Mitglieder der Gelsenkirchener Wehr morgen, Sonntag, präcise 8 Uhr beim Genossen Heidtmann an. Die inactiven Mitglieder nebst ihren Familien haben in Dortmund gegen Vorzeigung ihrer Legitimations=Karten freien Zutritt zu allen Festlichkeiten und genießen zur Fahrt nach Dortmund gleiche Fahrpreis=Ermäßigung. * Der Schulamtsbewerberin Bernardine Hundacker zu Wattenscheid ist eine Lehrerinstelle an der katholischen Schule zu Wattenscheid provisorisch verliehen worden. * In der Versammlung des evangelischen Arbeitervereins zu Laugendreer hielt Herr Pastor Prietsch am Sonntage einen Vortag über„Innere Mission und Arbeitervereine." Der Verein verfügt jetzt über 80 Bibliothekbücher. * Bei Heven wurde vor einigen Tagen die Leiche eines Mädchens aus der Ruhr gezogen. In Kleidern ist ein Brief u. a. folgenden Inhalts vorgefunden worden:„Ich bin ein unglückliches Geschöpf, dem schon in frühster Jugend die Ermahnungen der Mutter und die Strenge des Vaters fehlten.... Ich habe zwar oft gefehlt, aber da mir die Menschen meine Sünden verzeihen werden, wird Gott es um so sicherer thun...“ Die ganze Abfassung des Briefes soll einen ungewöhnlich hohen Bildungsgrad verraten; wer weiß, welche Stürme dieses Menschenleben vernichtet haben! Eine bei der Unglücklichen gefundene Visitenkarte dürfte die Möglichkeit zur Identificirung bieten. * Portmund, 23. Mai. Am Steinsplatz wurde der Anschluß an die Wasserleitung zum Zweck Errichtung einer Fontaine, die einen mächtigen Wasserstrahl während des Vorbeimarsches des Festzuges emporschleudern wird, fertig, und am Burgthor geht der große, prächtige Triumphbogen seiner Vollendung entgegen. Derselbe wird, ebenso we das neue Kriegerdenkmal, mit Gas erleuchtet werden. * In Portmund wurde in einer am Sonntag stattgehabten Generalversammlung des Wahlvereins 3+ Die Uniformirung der Bergleute. Gelsenkirchen, 27. Mai. Aus Langendreer erheben sich Stimmen, daß es wünschenswert sei, die Uniformirung der Bergleute allgemein einzuführen. Man lese Die Neuzeit hat vielfach die alten Sitten, Gebräuche und Trachten schwinden lassen, so finden wir auch, daß mit den neuen Berggesetzen aus dem Jahre 1860, welche die Selbstverwaltung an die Stelle der königlichen treten ließ, der Bergmann als Bergknappe immer weniger in die Erscheinung tritt und nur die Bergschüler an der kleidsamen Bergmannstracht festhalten. Wie der Soldat stolz darauf ist, des Königs Rock zu tragen, der Turner und Feuerwehrmann mit berechtigtem Selbstbewußtsein seine Abzeichen trägt, der im Eisenbahndienst stehende Beamte mit Anlegung seines Dienstrockes an seine verantwortungsvolle Stellung erinnert wird, so würde gewiß eine allgemeinere Einführung des Bergmannskittels, der Bergmannsjacke und Mütze belebend auf den Corpsgeist einwirken, ein treues Zusammenstehen in guten und bösen Tagen, in Freud und Leid mitbewirken helfen, kurz, den kameradschaftlichen Sinn stärken.„Kleider machen Leute“, kann auch so gedeutet werden: Mit dem Kleide werde ich meines Standes und Berufes, meiner Stellung noch besser eingedenk, deine Umgebung steht auf dich, hüte dich vor Ausschreitungen. Wer kann sich des ernsten Eindrucks rwehren, den das Richterkollegium auf uns ausg w e n n d i e H e r r e n i m f e i e r l i c h e n O r n a t e etunger, eiholten und picherun nie bere Osssce si. bus uui. Knappen! Wenn sich noch jetzt Männer von der Düne Strand oder aus den Tyroler Bergen begegnen und an ihrem Nationalcostüm als Landsleute erkennen, besiegelt ein warmer Händedruck, ein herzliches„Gott grüß" die Landsmannschaft. Wie selten hört man aber hier den schönen Bergmannsgruß:„Glück auf!" und sieht das bergmännische Wappen:„Schlägel und Eisen" über der Cokarde. Wie kleidsam die Tracht der Bergleute ist, wie so ganz zu ihrem Berufe passend, wenn sich die Männer, die im dunkeln Schoß der Erde ihr Tagewerk vollführen, in die Farben der Nacht kleiden, das trat mir lebhaft bei dem letzten Leichenbegängnisse vor Augen, da hierdurch insbesondere der ernste Charakter angedeutet wird, welcher dem bergmännischen Berufe aufgedrückt ist. Es läßt sich unschwer der Nachweis liefern, daß auf den fiskalischen Gruben, in den Bergbaudistrikten des Harz, und auf den Kupferschieferund Silbererzgruben von Mansfeld im allgemeinen ein besserer Geist unter der Belegschaft herrscht, als hier, was einmal auf den alten Stamm der Bergknappen und zum andern auch auf ihr gleichgesinntes Streben zurückzuführen ist, wie sich solches schon in der dort allgemein eingeführten Bergmannstracht kund giebt. Da begrüßen wir es nun mit Freuden, daß unsere Zeche Mansfeld nach dieser Seite vorgegangen ist, es sollen sich schon über 100 Arbeiter zur Entgegennahme eines derartigen Anzuges bereit erklärt haben; eine stattkiche Zahl beim nächsten Knappen= und Bergmannsfeste, dem wir schon jetzt ein fröhliches „Glück auf“ entgegenrufen. * Der nächtliche Schrecken der Kinder. Ueber das zur Nachtzeit bei kleinen Kindern vorkommende„Aufschrecken" und„Aufschreien" giebt Dr. O. Silbermann in Breslau eine Uebersicht, welche umsomehr Beachtung verdient, als sie einen Fortschritt in der Beurteilung dieses eigentümlichen Krankheitszustandes bietet, durch welchen gewöhnlich die Familie im höchsten Grade beunruhigt wird, und welchem bis jetzt der Arzt ziemlich ratlos gegenüber stand. Silbermann hält eine strenge Scheidung zwischen dem selbständig entstandenen und dem durch äußere Einflüsse hervorgerufenen nächtlichen Aufschrecken für notwendig. Beide Krankheitsformen haben den Angstzustand gemeinsam, nur besteht er im ersten Falle aus einer Angstvorstellung, im zweiten aus einer Angstempfindung,— ist also im ersten Falle in der Regel eine Folge fehlerhafter Erziehung, wie sie im Bedrohen des Kindes mit dem schwarzen Manne und dergleichen ausgeführt wird, oder auch in einer krankhaften Störung der geistigen Verrichtung, also auch in Form von Hallucinationen und Delirien auftreten kann,— und wird im zweiten Falle durch Reizungen in den Verdauungsorganen und deren Nerven hervorgerufen, wie z. B. bei einem Diätfehler oder bei Schmarotzern im Darme;— in beiden Fällen besteht ein Mangel des Bewußtseins. Das nächtliche Aufschreien und Aufschrecken der Kinder wurde bisher bald den Vorspiegelungen der Phantasie, bald den beängstigenden Träumen der Kinder und der Fortsetzung des Traumes in e bes bettsdes Seeste z. B. in folgender Weise: Ein 3jähriges Mädchen, das Kind gesunder Eltern und trefflich gebaut, wenn auch etwas rhachitisch, fuhr allwöchentlich 2 bis 3 mal abends zwischen 11 und 12 Uhr aus dem Schlafe schreiend empor und sah einen schwarzen Hund, welcher es beißen wolle. Der Anfall dauerte 10 bis 15 Minuten, endete mit reichlicher Absonderung von Urin und Schweiß, worauf der beschleunigte Puls wiederum langsam wurde und ruhiger Schlaf sich einstellte.— Ein 5jähriger Knabe, etwas blutarm, sonst aber völlig gesund, erlitt seine Anfälle zu derselben Nachtstunde; er schrie laut auf, sah einen Schornsteinfeger, ließ sich aber bald beruhigen.— Ein siebenjähriger Knabe, der zuweilen im Gesicht an nässendem Friesel litt, sonst aber völlig gesund und für sein Alter überaus kräftig war, erwachte fast in jeder Woche einmal mit lautem Aufschrei und glaubte eine schwarze Katze zu sehen. Nach dem Anfalle befand er sich wieder so wohl wie früher. — Die aus äußerem Anlaß hervorgerufene Erregung war bei einem 6jährigen Mädchen, einem sehr gesunden Kinde, gegen Mitternacht während der letzten beiden Jahre 8mal eingetreten, und zwar immer infolge eines Diätfehlers. Einmal wurden nach dem Anfalle Eier durch Erbrechen aus dem Magen geschafft, ein anderes mal Kartoffeln. Der Anfall dauerte 4 bis 6 Minuten, und während desselben schrie das Kind:„Ach! ach!“ ohne etwas näheres angeben zu können. — Ein vierjähriger kräftiger Knabe erhielt seinen Anfall wöchentlich eins bis zwei mal, und zwar regelmäßig nach dem Genuß schwer verdaunai-uce mciderr stattfand, mit allen geger sich der deutsch=freisinnigen * Den Bemühungen ist es gelungen, eine jug 10 Personen bestehend, zu welche sämtlich erst vor kur entlassen sind, haben ei stähle(Einbrüche) ausgen Quantitäten von geistigen zur Beute gefallen. Sell hause entgegenreifenden Be nicht verzehren können, v Hehler gefunden, der gl hinter Schloß und Riege daß es fast lauter Junger Jugend schon von der S übung schwerer Diebstähle Eltern der jugendlichen Teil die Schuld an der N tragen, ist nicht zu leugner Heiraten und vollständige pflicht zeitigen derartigen * Nachdem kürzlich in schen 10 und 11 Uhr u bis 8 Minuten.— Die hygieinische Vorb dem früher Gesagten un Beispielen. Das selbständ schreien wird zurückgehalt ziehung und durch Vermeid Wärterinnen so beliebten Die von äußeren Einflüsse heitsform findet ihre Vo Anhalten der Kinder zum zum sorgfältigen Kauen Speisen, welche, gut zerkle Magen gebracht, sich als werden bei hastigem Essen zu schwer verdaulichen oder Dies gilt für Erwachsene macht sich aber bei der grö kindlichen Organismus zu 9 Grade bemerkbar. Danebe tige Kur zum Abtreiben v zu ziehen sein. 99 Gottesdienst der evangel. Gelsenk Sonntag, den 25 Frühgottesdienst 8 Deutelmoser. Hauptgottesdienst 1 Leich. Collecte für Beverungen. Amtswoche: Pastoi Gottesdienstder evangel. Schal Sonntaa, den Hauptgottesdienst v Collecte für d Beverungen. Evangelische Kird Sonntag, den 25. (Exaut Frühpredigt 8 Uhr: Vormittags 10 Uhr: Collecte für die eva poragemeinde zu Synode Paderbo Amtswoche: Pfarr Montag 2 vormittags weide ich Braubau# vor der Wohnung mannes H. 1 Theke, 1 Stehn malwagge, 3 Aepfel, Kartoffeln 1 Kleiderschrank, 1 öffentlich meistbiete zahlung zwangswe Gelsenkirchen, 24 Müller, Ger amen Mas schn richt schr erle 8 Adresse bis zum im Glberfelder Pottböhmer) ab -5 Zimm eine stille Beamten mieten. Wo, sagt die Expedition. Eeine freundliche E—8 Zimmern gesucht. Offerten n unter Nr. 916 an dieser Zeitung. Dr. Sch Speciala Haut= und Gesch Bochum, Augl bei F. Dienst, Tape in schöner Answahl u. F sowie alle Sorten Oelfarbe empfiehl gen Preisen K der! der deutschen Fortschrittspartei, welche bei Kühn stattfand, mit allen gegen eine Stimme beschlossen, sich der deutsch=freisinnigen Partei nicht anzuschließen. Den Bemühungen der Portmunder Polizei ist es gelungen, eine jugendliche Diebesbande, aus 10 Personen bestehend, zu verhaften. Die Burschen, welche sämtlich erst vor kurzer Zeit aus der Schule entlassen sind, haben eine Reihe schwerer Diebstähle(Einbrüche) ausgeübt, wobei ihnen größere Quantitäten von geistigen Getränken, Eßwaren 2c. zur Beute gefallen. Selbst haben die dem Zuchthause entgegenreifenden Bengel die Sachen natürlich nicht verzehren können, vielmehr haben sie einen Hehler gefunden, der glücklicherweise auch schon hinter Schloß und Riegel sitzt. Betrübend ist, daß es fast lauter Jungen sind, die trotz ihrer Jugend schon von der Strafkammer wegen Verübung schwerer Diebstähle bestraft sind. Daß die Eltern der jugendlichen Verbrecher zum großen Teil die Schuld an der Nichtsnutzigkeit der Bengel tragen, ist nicht zu leugnen, leichtfertig geschlossene Heiraten und vollständige Verkennung der Elternpflicht zeitigen derartigen Früchte. Nachdem kürzlich in Eisern bei Siegen gegen schen 10 und 11 Uhr nachts ein und dauerte 6 bis 8 Minuten.— Die hygieinische Vorbeugung ergiebt sich aus dem früher Gesagten und aus den mitgeteilten Beispielen. Das selbständig sich entwickelude Aufschreien wird zurückgehalten durch verständige Erziehung und durch Vermeiden der bei unverständigen Wärterinnen so beliebten geistigen Schreckmittel. Die von äußeren Einflüssen hervorgerufene Krankheitsform findet ihre Vorbeugung namentlich im Anhalten der Kinder zum langsamen Essen und zum sorgfältigen Kauen; denn die nämlichen Speisen, welche, gut zerkleinert und gekaut in den Magen gebracht, sich als leicht verdauliche erweisen, werden bei hastigem Essen und zu geringem Kauen schwer verdaulichen oder geradezu unverdaulichen. Dies gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder, macht sich aber bei der größeren Hinneigung des kindlichen Organismus zu Nervenreflexen in höherem Grade bemerkbar. Daneben dürfte eine rechtzeit tige Kur zum Abtreiben von Würmern inbetrachzu ziehen sein. ein Dienstmädchen ein Verbrechen ausgeführt worden ist, reiht sich ein gleiches noch abscheulicheres im Rödgerwalde bei Siegen begangenes Verbrechen daran. Der„S. Vlksfr.“ sagt, mit der Sicherheit für Frau und Mädchen auf einsamen Waldwegen solcher Bestien ist es für die dortige Gegend vorbei. * In Siegen starb am verwichenen Montag Nachmittag in seinem 76. Lebensjahre einer der Senioren der städtischen Aerzte, Herr Sanitätsrat Dr. Diesterweg, ein Neffe des bekannten Pädagogen Diesterweg, dessen Geburtshaus bekanntlich eine von der Stadt gewidmete Marmortafel bezeichnet. Schon längere Zeit leidend, hat der Verstorbene doch noch bis Mitte vergangener Woche ärztlich gewirkt und nun durch den Tod eine etwa 50jährige Praxis in seiner Vaterstadt geschlossen. Der ärztliche Scharfblick bewährte sich auch bei seinem eigenen Leiden: er sah das nahende Ende fast bis auf die Stunde voraus. Nach einer chon im Vorjahre. getroffenen letztwilligen Bestimmung soll die Leiche des Verstorbenen zur Feuer bestattung nach Gotha übergeführt werden. In der letzten Sitzung der Strafkammer zu Essen wurde ein für Landwirte zur Warnung die nendes Erkenntnis gefällt. Auf dem Gehöft des Oeconomen Ahlmann in Braubauerschaft wurde am 17. December v. J. mittels der Dreschmaschine Korn gedroschen. Bei dieser Arbeit kam eine mit Garbenbinden beschäftigte Dienstmagd mit ihrem Kleide der Betriebswelle zu nahe, wurde zu Boden gerissen und an der Hand so schwer verletzt, daß letztere verstümmelt ist und ihre volle Arbeitsfähigkeit verloren hat. Der Unfall ist dadurch veranlaßt, daß, entgegen der Polizeiverordnung vom 2. Jan. 1863 die Räder und das Gestänge der Maschine nicht so mit Umhüllungen umgeben waren, daß eine Verletzung der Arbeiter ausgeschlossen war. Ahlmann wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung mit 150 M. und wegen Uebertretung der Polizeiverordnung mit 30 M. Geldbuße bestraft. * In Düsseldorf traf eine große Carawane von Karl Hagenbeck, bestehend aus 43 Eingeborenen der Insel Ceylon im indischen Ocean, 20 ArbeitsElephanten und verschiedenen Zebu's, per Extrazug von Hamburg kommend, ein und wird vom Samstag den 24. ab im dortigen Zoologischen Garten zu sehen sein. Die Singhalesen=Carawane ist eine Sehenswürdigkeit von hoher Bedeutung, dieselbe hat in Hamburg, wo sie vorher weilte, das größte Interesse des Publikums erregt. * Am königlichen Landgerichte zu Büselderf sind zur Zeit 52 Referendare beschäftigt. * Schwelm, 20. Mai. In das traute Kämmerlein eines Arbeiters in der Umgegend von Radevormwald legte vor einigen Tagen der Klapperstorch nicht weniger als vier kleine Weltbürger nieder, die zusammen ein Gewicht von acht Pfund ausmachten. Noch am selben Tage verstarben drei dieser Kleinen, während das letzte einer gedeihlichen Entwickelung entgegen geht. * Castans Panopticum an der Frongasse zu Köln hat abermals sehr interessanten Besuch zu erwarten. Es ist eine Gesellschaft von sieben australischen Menschenfressern, vier Männern, zwei Weibern und einem Kinde, welche am Vierten des kommenden Monats dort eintreffen und sich eine Zeit lang sehen lassen wird. Die Männer führen ihre Waffen zum Angriff und zur Verteidigung mit sich. Wie eine Beschreibung der Wilden erzählt, verließen sie nicht gutwillig ihre Heimat, um ihrem Führer in die Länder der Civilisation zu folgen; sie mußten vielmehr eingefangen werden und somit zur Reise um die Welt gezwungen werden. * Die erste Berg=Locomotive der Niederwaldbahn ist, wie der Rheing. Anz. meldet, auf das ZahnSchienengeleise gebracht worden. Die Maschine ist 6m lang, 2,20 m breit und etwa 3m hoch, besitzt einen liegenden Kessel, ein vom Dampfcylinder aus registrirtes Triebrad, welches als Uebersetzungsrad in das Hauptzahnrad eingreift und vier von diesen beiden Achsen unabhängige(nicht gezahnte) Laufräder. Auf das Zahnrad sowohl wie auf die Laufräder wirken getrennt selbständige Bremsen. Die Locomotive stammt aus der Eßlinger Maschinenfabrik und trägt den Namen„Kaiser Wilhelm“. Es werden drei Maschinen in Dienst gestellt und eine weitere als Reservemaschine dienen. Jede Maschine befördert zwei(ausnahmsweise drei) Wagen für je 40 Personen und befindet sich stets hinter den Waggons. Es fahren mindestens von morgens 740 bis abends 833 zwölf Züge zu Berg und ebensoviele zu Thal, also etwa alle 40 Minuten ein Zug. Nach Bedarf werden Extrazüge eingeschaltet. Die Fertigstellung wird jetzt, nachdem die Locomotive mittels Transportwagen die Materialien befördern kann, leicht und rasch erfolgen können. * In Eus sind am 19. d. der König und die Königin von Sachsen zum Kurgebrauch eingetroffen und haben im Hotel„Zu den vier Türmen“. Absteigequartier genommen. Auf dem Bahnhofe wurden sie von dem Regierungspräsidenten v. Wurmb, dem Badecommissar v. Lepel, dem Landrat Rolshoven, dem Bürgermeister Spangenberg, dem Badearzt Dr. Orth und dem sächsischen Landes=Consistorialpräsidenten Berlepsch empfangen. * In Kassel soll am 8. Juni die hessische Landesausstellung kunstgewerblicher Altertümer in dem Orangeriegebäude in der Karlsaue eröffnet werden. 99 Gottesdienst=Ordnung der evangel. Gemeinde Gelsenkirchen. Sonntag, den 25. Mai 1884. Frühgottesdienst 8 Uhr. Pastor Deutelmoser. Hauptgottesdienst 10 Uhr. Pastor Leich. Collecte für die Gemeinde Beverungen. Amtswoche: Pastor Leich. Gottesdienst= Ordnung der evangel. Gemeinde " Schalke. Sonn'ag, den 25. Meai 1604. Hauptgottesdienst vormitt. 9 Uhr. Collecte für die Gemeinde Beverungen. Evangelische Kirche zu Herne. Sonntag, den 25. Mai 1884: (Exauti) Frühpredigt 8 Uhr: Pf. Dransfeld. Vormittags 10 Uhr: Pf. v. Martitz. Collecte für die evangelische Diasvoragemeinde zu Beverungen Synode Padervorn. Amtswoche: Pfarrer v. Martitz. Montag 26. Mai, vormittags 10 Uhr, weide ich Braubauerschaft Nr. 80, vor der Wohnung des mannes H. Spieß, 1 Theke, 1 Stehwaage, 1 Decimalwagge, 3 Seiten Speck, Aepfel, Kartoffeln, 1 Korb Tabak, 1 Kleiderschrank, 1 Glasschrank 2c. öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung zwangsweise versteigern. Gelsenkirchen, 24. Mai 1884. Müller, Gerichtsvollzieher. amen, welche das 4 ∆ Maßnehmen, Zu# 1 schneiden u. Ein□ richten der Kleider schnellu. richtig erlernen wollen. mögen ihre Adresse bis zum 27. d. Mts. im Glberfelder Hof(früher Pottböhmer) abgeben. F. Santer. à Harmlose Sonntagsplauderei. Gelsenkirchen, 24. Mai. Unser Vehikel ist von seinem Bereiter seit einigen Wochen unbestiegen geblieben. Sein Hörnchen hat während dieser Zeit nicht mehr geblasen— er litt an Schreibkrampf und Rheumatismus, Uebel, welche Personen aus allen Ständen befallen können. Vornehmlich schlimm ist ein solcher„Reflex"krampf für einen Zeitungsmenschen, auch Zeitungsschreiber genannt, wenn er von solchem nicht zeitweise befallen wird. Wie man sagt, wird der Krampf herbeigeführt durch falsche Haltung des Körpers, durch unrichtige Verwendung des Armmechanismus, durch den Gebrauch unzweckmäßiger Schreibwerkzeuge— ja auch durch Schreibmethoden, welche von dem Einen als zweckmäßig, von dem Andern als unzweckmäßig geschildert werden. Wahrhaftig Schreibkrampf und Rheumatismus sind zwei Uebel, von denen, selbst das kleinste erwählt; keines etwas taucht. Auch wirken anderseits wieder die Sinnesäußerungen. Wie das Herz freudig gestimmt wird, wenn man, in den Fluren wandelnd, sieht, wie die Mutter Erde Alles so nett emporsprossen läßt! Welche sonderbare Rührung befällt nicht das Gemüt, wenn man nunmehr den Platz besieht, welchen unser Vehikel so lange umWegen anderweitigen geschäftlichen Unternehmungen beabsichtige ich, mein hiesiges Geschäft aufzugeben. Verkaufe deshalb meine sämtlichen Kranufactur=Waren„ um möglichst rasch damit zu räumen, zu und unter Ladenlocal nebst Wohnung miesen““ K. T. 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Haupttreffer 15000 Mark Gold. Lose à 1., 11 L. 10 M.(Liste u. Pto. 30 Pf.)(Sol. Agenten werden noch gesucht) empfiehlt General=Agent A. Fuhse, Mülheim(Ruhr), und Th. Dahl, Gelsenkirchen. Cigarren! Ausschuß=Farden von 4, 5, 6 und 7 Pf.=Cigairen gebe, so lange der Vorrat reicht, 3 St. 10 Pf., 8 St. 25 Pf. ab. August Marten, Cigarrenfabrik, Gelsenkirchen (Wiehagen). 5568888900 Rathenow. Brillen. Cylinder=Uhren. von 11 M. an. Regulateure von 24 M. an. von 3. M. an. Th. Holtmann, Uhrmacher, Schalte, Trücrichhe. Bürger=Teuerwehr Gelsenkirchen. Sonntag, den 25. Mai er., morgens präcise 8 Uhr: Antreten zur Abfahrt nach Dortmund beim Genossen Heidtmann. Die inactiven Mitglieder nebst ihren Familien haben in Dortmund gegen Vorzeigung ihrer Legitimationskarten freien Zutritt zu allen Festlichkeiten und genießen zur Fahrt nat Dortmund gleiche Fahrpreis=Ermäßigung. Charmban=Tolterte Astenberg= Brilon. Turner=Club. Montag, den 26. Mai er., abends 9 Uhr: Hauptversammlung. Tages=Ordnung: Ruhrgau=Verbandsfest. Der Turnrat. Denkmal für Westfalenland, zur Verherrlichung deutschen Ruhmes. 16000 M. Gew. Ziehung unabänderlich 22. Juni. Loose à 1., 11 Stck. 10., versenden:(so lange Vorrat reicht) Generalagentur C. Deppe, Bochum und sämtliche Loosverkaufsstellen. * Mainz, Lose 3. Kl. 5 M. Pferdelose Berlin, Cassel, Hannover, Stettin, à 3., alle 4 zusammen nebst 10 Astenberg zu 20 M.(Von auswärts Rückporto deifügen.) E. Deppe, Bochum, Beckstraße 3. Kränze u. Bouqnets von M. 1,— bis zu M. 30.— pro Stück werden zu jeder Zeit geschmackvoll ausgeführt. Aug. Zitzen, deud- unb beubeldeteiner Von Gelsenkirchen nach Wanne 5,46.43 10,36 2,08 4,19 5,43 8,52 1,19(Wanne Abf. nach Münster 6,05 10,53 2,19 5,52 10,04.39.] Von Gelsenkirchen nach Deutz=Köln 5,34.12.49 11,30 12,32 2,22 5,02 8,35. Von Wanne nach Dortmund 8,56 10,51 4,30 9,03.52.45 [Herne Abf. 9,05 11,01 4,40 .13 1,56.] Von Gelsenkirchen nach Essen 5,20 6,44 8,13 11,40.50 3,34 (5,17 nur bis Kray) 7,24.05 (5,34 nur bis Langendreer) [von Kray nach Dortmund 6,58.56 12,02 2,45 5,39 .17(11,37 nur bis Bochum)]. Von Bochum nach Ueckendorf=Wattenscheid 5,30 8,05 11,41 1,46 3,30 7,20 10,16 9,02 svon Ueckendorf=W. nach Kray=Essen 5,43.55.21 11,54 1,59 3,43 7,30 9,15. Von Dahlbusch nach Essen 5,25 6,49 8,18 11,45 1,55 3,39 (5,22 bis Kray) 7,29 9,10. Von Dahlbusch nach Gelsenkirchen 5,58 7,31 9,05 12,15 4,01 2,53 5,49 8,28 11,45. Von Essen nach Gelsenkirchen(rhein.) 5,25 6,49.47 11,53 2,36 5,30 8,08 11,28. Von Essen nach Gelsenkirchen (Köln=Minden) 5,20 8,15 10,00 1,40 3,50 5,15 8,20 9,20. Von Herne nach Deutz=Köln 5,39 8,28 11,09 1,59 8,13[Wanne Abf. 5,26, 559 6,02 8,39 11,19 12,23 2,10 4,54.24 (11,04 nur bis Duisburg)]. Von Schalke nach Wanne 5,52 10,38 4,39.40. Von Schalke nach Sterkrade 5,53 .23 2,29 8,04. Von Wanne nach Schalke 5,40 9,15 2,20 7,55. Von Wanne nach Ueckendorf=Wattenscheid=Bochum 5,27 8,40 12,30.55 5,29 8,00 10,07. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Wanne 5,47 10,30 2,01 5,05 7,35 9,18 1,07. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Dortmund 7,05 9,03 12,09 2,52 5,46 8,24(von Ueckendorf=Wattenscheid nach Bochum von Wanne kommend.42 12,50 11,10.] Von Schalke nach BismarckWinterswyk 8,28 2,33 6,20 9,09. Von Schalke nach Essen 6,58.20 1,17 735. Von Essen nach Schalke 8,07 2,14 5,52.48. Von Herne nach Bochum 7,10 1,1“ 7,35. Den Schen und berzc4? kreiset hat, wie schön sich derselbe im Norden unseres städtischen Gemeinwesens dem Auge präsentirt. Wer möchte es nicht wünschen, daß man sich in ähnlicher Weise auch der Wiese erbarmte! Gelsenkirchen, die junge hoffnungsvolle Stadt seines Kreises ist so reich an freien Plätzen, wie an vorzüglich geschulten Politikern. Der Baugeist regt sich überall, selbst unser Herr Bürgermeister wird nicht weit, dort im Felde, demnächst den Grundstein zu einem Universalbau legen. Nach dem allgemeinen, seit laufendem Jahre aufstrebenden Baugeiste zu schließen, entwickelt sich das schäbige Metall zur Flüssigkeit— ja mag es sich drehen, so lange es rund ist. Ueberall entkeimte die Saat und läßt auf gute Hoffnungen schließen. Die Körner, welche von unserem Vehikel zeitweise fielen, sind ebenfalls nicht unbefruchtend geblieben. So hoffen wir denn, daß sich unsere Stadtvertretung so rechtU zeitig mit der Straßensprengwagenfrage, mit der Bedürfnisanstalt=Unterstützungsfrage, mit der Straßenkehrichtfortschaffungsfrage beschäftigen möge, ehe die Hundstage eintreffen, weil sonst Berieselungswerkzeuge anzuschaffen, nur noch Illusion wäre. Die Frage über Planirung und Herrichtung der„Wiese", sowie namentlich die Frage der„Ueberführung" der rechtsrheinischen Eisenbahn wiederholt„zur Sprache zu bringen", dürfte Menschenpflicht sein. Zur Lage des In dem„..“ lesen wir den nachfolgenden Artikel, welcher in Handwerkerkreisen interessiren dürfte. Wir bezweifeln, daß die Handwerksmeister ohne Ausnahme allseitig demselben zustimmen werden, verwahren uns auch dagegen anzunehmen, als huldigten wir ausschließlich der unbeschränkten Gewerbefreiheit, da doch das Buchdruckereigewerbe von Feilschern und mitunter von Betrügern, welche blos auf Kosten und in Ermangelung der Erlernbarkeit dieses„Kunstgewerbes" das Faul= lenzen lernten, ebenso des Schutzes bedürftig wäre, als jedes andere Handwerk. Die Lage des Handwerks kann nicht genug öffentlich besprochen werden und mögen unsere Leser auch nur in diesem Sinne den folgenden nicht unzeitgemäßen Artikel auffassen, Das deutsche Handwerk befindet sich in einem Uebergangsstadium, in welchem es voll und ganz durch den eigenen Kampf um sein Dasein in Anspruch genommen ist. Kunstgewerbe und Industrie beschneiden seinen Wirkungskreis, und einzelne Handwerke gehen ganz zugrunde oder führen nur noch ein schwaches Leden. Nicht die Gewerbefreiheit, nicht das Gesetz hat das Handwerk aufgelöst, sondern das Eingreifen der Maschine, das Entstehen der Fabrication im Großen, die Bildung neuer Gewerbe, die kleinen und großen Betriebe aufgrund neuer Erfindungen und Entdeckungen, mit Hülfe großer Capitalien. Solche Wandlungen in der Production kann keine staatliche Vorschrift hemmen. Nicht das Gesetz hat den Gesellen von dem Meister, den Lehrling vom Lehrherrn losgelöst, sondern durch die leichtere Möglichkeit, die eigene Arbeitskraft zu verwerten, ist dies von selbst geschehen. Nicht durch das Gesetz ist die technische Leistungsfähigkeit mancher Handwerker gesunken, sondern dieses Sinken ließ sich schon seit Generationen betrachten. Der Unterschied ist nur der, daß Deutschland sehr spät zum Bewußtsein dieses Niederganges kam, während man in Frankreich und England schon früher sich aufgerafft hatte, um den Rückschritt aufzuhalten. Daß Deutschland, als es die Gefahr erkannte, energisch eingriff, ist bekannt. Wie rüstig es entgegengearbeitet, geht am besten aus der Steigerung unseres Exports hervor, welcher den Franzosen Kopfzerbrechen macht. Die Hebung des Handwerks steht in innigstem Zusammenhange mit der Bildung und Erziehung. Den größten Schaden hat sich der Handwerkerstand selbst zugefügt durch die Sucht, die Kinder aus dem eigenen Stande für höhere Berufsarten zu erziehen. Er geht dadurch der Intelligenz des eigenes Nachwuchses verlustig, und damit zurück, denn er kann nicht verlangen, daß er aus anderen Ständen intelligente Kräfte heranzieht, wenn er nicht selbst das Handwerk hochachtet. Dem Handwerkerstande wurde geistige Kraft entzogen, die gelehrten Berufszweige wurden überfüllt. Hierzu trat früher noch, daß der Mangel an Freiheit im Gewerbe, schlechte Patentgesetze u. s. w. fähige und erfinderische Köpfe in's Ausland trieb. Eine Besserung ist bereits wahrzunehmen, seitdem der Andrang zur Beamtencarrière nachgelassen hat und die Handwerkersöhne sich der Technik zuwenden; aber auch nur die Ingenieure und die Techniker sind so zahlreich geworden, und so ist es als ein Fortschritt zu begrüßen, daß neuerdings die Söhne der wohlhabenden Handwerker sich wieder dem Handwerke selbst zuwenden. Daß man auch dabei es vorzieht, die jungen Leute das Handwerk nicht in der Heimat, sondern in Berlin oder in Süddeutschland, in Belgien oder in Frankreich, lernen zu lassen, ist es vorteilhaft, denn die gewöhnliche Landstraßenwanderschaft hat sich überlebt. Ein unabhängiger Handwerker, der durch Geschick und Kenntnisse sein Gewerbe ziert, ist glücklicher als ein Beamter; und es ist höchst erfreulich, daß die Zahl der Handwerker sich vermehrt, welche es an Bildung, materiellem Einkommen und Bürgerstolz mit den Fabrikanten aufnehmen können. Technische Bildung, Erfindungsgabe, künstlerische Arbeit sind keine ausschließlichen Vorzüge der Großindustrie. Die Anwendung der Kunst und des künstlerischen Schönheitssinnes ist vielmehr dem Einzelnen ermöglicht und für den Wert seiner Production von der höchsten Bedeutung. Wir stehen gerade hierin noch tief hinter dem Altertum zurück. Damals war die Kunst mit dem Handwerk eng liirt. Fast täglich bringen Ausgrabungen uns Kunde von den Erzeugnissen des griechischen oder römischen Kunsthandwerks. Unsere jungen Handwerker müßten aber die jungen Jahre besser verwenden und lieber die Zeit zur Erweiterung ihrer Kunstkenntnisse benutzen, als „blau zu machen.“ Viele Handwerker würden viel besser vorwärts kommen, wenn sie statt in der Kneipe in ein Kunstmuseum gingen, statt Karten zu spielen, ein nützliches Buch sich anschaffen würden, deren es jetzt für jedes Gewerbe giebt. Die Organisation des Handwerks, die NeuInnung allein thut's auch nicht. Die Hauptsache ist Redlichkeit und Arbeitsamkeit, Solidität und Leistungsfähigkeit, und im Verein damit tüchtige Vorbildung und Fortbildung. Interessant ist hierbei ein in der badischen Kammer dieser Tage gestellter Antrag. Es heißt im Bericht: Karlsruhe, 20. Mai.„Die Zweite Kammer nahm einen Antrag auf Bewilligung einer Geldsumme zur Veranstaltung einer Untersuchung über das Kleingewerbe an, durch welche ermittelt werden soll, wie der Handwerkerstand zu heben sei. Staatsminister Turban stimmte dem Antrage namens der Regierung zu, hob aber die großen Schwierigkeiten einer solchen Untersuchung hervor und betonte insbesondere, daß jeder Gedanke an eine Rückkehr zu den Zuständen vor Einführung der Gewerbefreiheit ausgeschlossen sei.“ Vermischtes. *.#* New York.[Ein Niesen=Geschütz.] In den Eisenwerken in South Boston, Mass., wurde am 6. d. M. für die Vereinigten StaatenRegierung eine Kanone gegossen, welche die größte ihrer Art ist, welche jemals in diesem Lande hergestellt worden ist. Das Geschütz hat ein Caliber von 12 Zoll, ist 30 Fuß lang und wiegt 212000 Pfd. Die Herstellung der Kanone, welche Geschosse auf eine Distanz von 6 Meilen zu werfen imstande sein soll, wird 28000 Doll. kosten. In derselben Gießerei werden noch drei andere ähnliche Geschütze für die Regierung hergestellt werden. **(Vogel=Massenmord.] Römische Blätter bringen die Meldung, daß an acht Tagen des Monats Mai Extrazüge von Rom nach Palo abgehen werden, um die Jagd auf Wachteln für Liebhaber zu erleichtern. Die Jagdliebhaber erreichen von Rom Palo in 1¼ Stunde und können denselben Tag abends nach Rom wieder zurückkehren. Dadurch wird in Italien dem Massenmorde von Zugvögeln im Frühjahr und Herbst geradezu Vorschub geleistet, so daß man sich nicht wundern darf, daß viele unserer heimischen Vögel nicht wieder zurückkehren. *.*„Mein Fräulein, ich heiße Pfeffermann“, mit diesen Worten stellt sich auf einem Balle ein Offizier einer jungen Dame vor. Die Dame lacht dem Lieutenant ins Gesicht.„Eutschuldigen Sie, mein Fräulein, wenn ich nach dem Grund ihrer plötzlichen Heiterkeit frage?“—„Gott,“ kichert das tactvolle junge Pensionsresultat,„wie kann ein Mensch nur Pfeffermann heißen!“—„Nun mein Fräulein,“ antwortete der schlagfertige Balllöwe,„Sie werden niemals in die Verlegenheit kommen, Pfeffermann zu heißen"... Und mit selben Augenblick verschwand der Lieutenant im Ballgewühl. Ferd GAUTaT L Geiechnir enen, Das Lager enthält in stets reichster Auswahl Herren=Garderoben. Knaben=Anzüge. Der Damen=Mäntel. Hüte. Schirme. Etiefel und Schuhe. Wand= und Taschen=Uhren unter Garanlie. otragen, Pochumerser. 38,(Ecke Moltke-Markt) liefert an 3 E jeden Standes aren aller Art auf wöchentl. halbmonatl. monatl. oder ½jährl. hibig 215 asgen Sren ubr m..... 889 ebenso billig als gegen Baar, ohne Bürgschaft— ohne Preiserhöhung. Credt erlält Jedermann Mlöbel, Betten, Oefen, Beerde auf Abzahlung. Bedingungen: 1. 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