Gelsenkirchen, Dienstag, den 8. April 1884. se nfach kann ger richt serrn selbe teils hat stern aus, hrere nd. Die um dem schon zunst inem ssen! dem guag! aris nden der tigte, Der Die tändinder die r da lun irten: chen! S Nr. 84. „ Die„Emscher Zeitung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und hohen Feiertage. Wochen=Beilage:„Illustrirtes Emscher Sonntagsblatt“. Insertionspreis: Die Petit=Zeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Verantwortlicher Redacteur F. Dienst in Gelsenkirchen. verbunden mit dem Perrund 10. Jahrgang. r6s den 86 M sei co Amt Herner Tage=Blatt. (Früher: Der Reichsfreund.) Sincere et constanter. Abonnementspreis: Mark.50 vierteljährlich im Voraus. Man abonntrt außer bei der Expedition in Gelsenkirchen, Marktstraße 13, bei allen Reichspostanstalten und bei den Filial=Expeditionen: Rud. Eick, Herue: W. Walbeck, Wanne; W. Pötter, Wattenscheid. Druck und Verlag von F. Dienst in Gelsenkirchen. n abt bei . 5 9 #. * 9 Ein neuer Dorstoß des Centrums. * Der Umstand, daß die Staatsregierung wenige Tage vor dem 31. Mlärz, an welchem ihre Dollmacht betreffs Wiederaufnahme der eingestellten Staatsleistungen erlosch, von dieser Dollmacht für den Umfang der Diöcese Köln Gebrauch machte, eine ähnliche Maßregel aber für die Diöcese Oosen=Gnesen nicht zu gleicher Zeit eintreten ließ, hat den Oolen und einigen Mitgliedern des Centrums Veranlassung zu einer Interpellation im Abgeordnetenhause gegeben, in der sie die Frage an die Regierung richteten, ob sie gesonnen sei, auch für die letztgenannte Diöcese die Wiederaufnahme der Staatsleistungen anzuordnen, und wenn nicht, was für Gründe vorliegen,„welche ihre diesbezügliche ablehnende Haltung rechtfertigen.“ Diese Interpellation gehört zu denen, welche die Interpellanten sich selbst hätten beantworten können. Wenn die Regierung kurz vor dem letzten Termin nur für die Erzdiöcese Köln von ihren Befugnissen Gebrauch machte, so konnte sich jeder sagen, daß die Regierung darüber definitiv schlüssig geworden, dieselben Befugnisse Oosen=Gnesen gegenüber nicht zur Anwendung zu bringen. Daß sie hierfür gewichtige Gründe habe, die mit den besonderen Verhältnissen der Orovinz Oosen in Derbindung stehen, war am Ende auch nicht schwer zu erraten. Daß sie aber sich dazu verstehen würde, diese Gründe des Langen und des Breiten auf eine Anfrage hin auseinanderzusetzen, konnten die Interpellanten angesichts dieser Verhältnisse sowohl, wie bei der schwierigen Natur der kirchenpolitischen Verhältnisse überhaupt nicht erwarten. Am wenigsten aber konnten dieselben glauben, daß ihre Interpellation die Wirkung haben werde, den Beschluß der Regierung rückgängig zu machen. Das Alles konnte sich die herren selber sagen. Wenn sie trotzdem die betreffenden Fragen an die Regierung richteten, so konnte dies nur in agitatorischer Absicht geschehen. Die Erklärung hierfür liegt bei der polnischen Fraction nahe: muß doch die angeblich gedrückte Tage der katholischen kirche für die nationalpolnischen Bestrebungen Dorspann leisten. Für das Centrum aber müssen andere Gründe ausschlaggebend gewesen sein. Die Veranlassung zu Beschwerden hat sich für die Katholiken von Jahr zu Jahr vermindert, die Regierung hat glänzende Zeugnisse von ihrer Friedensliebe und Fürsorge für die katholischen Mitbürger gegeben, in der katholischen Bevölkerung ist mehr und mehr Befriedigung und Zufriedenheit mit der gegenwärtigen Uirchenpolitik der Regierung eingezogen. Wenn trotzdem die 30 Ehrlos. Hamburgischer Roman von F. Kliuck. Er saß beständig in warme Decken gehüllt und selbst im Sommer knisterte das Holz in dem kleinen, prächtigen Kachelofen, denn er war an ein nordisches Klima nicht gewöhnt und wenn es so recht warm in dem kleinen Raume war und der alte Mann schloß die Augen, dann war es ihm bisweilen, als sei er in der schönen, sonnigen Heimat, in der er vor langer, langer Zeit gelebt hatte. Jahre waren ihm in dieser Weise vergangen; er hatte selten Menschen gesehen und niemals diesen engen Raum verlassen. Es war ein trauriges Los und wenn bisweilen die Erinnerung in ihm lebendig wurde, dann rollten wohl die Thränen über die gefurchten Wangen herab auf die farbige Seide, die seine schlotternden Glieder umhüllte. Wer dem Crösus eines Tages gesagt hätte, daß er so enden würde! Er, der einst über hunderte von Menschen Psohlen, dessen große, helle, luftige Säle von Gold und Seide schimmerten, dessen zahlreiche Dienerschaft jedem seiner Winke gewartet, bewohnte jetzt einen Raum, nicht größer, als ein Fzerker, und der Rimmernde Glanz schien eigens dezu bestimp Unheimlichkeit des Aufenthaltsands zu 20#. Wie war er hierher gekommen? Der alte Mann saß auch heute mit geschlossenen Augen;— er saß auch heute und träumte und die Bilder, die an seinem Geiste vorüberzogen, erjählten von der Zeit, die derjenigen vorherging, als zuerst diese Schwelle überschritt. Wir müssen einen Blick zurückwerfen. Centrumsführer wegen der Nichtwiederaufnahme der Staatsleistungen für die Erzdiöcese OosenGnesen die Regierung des Mangels an Friedensliebe anklagen zu müssen glaubten, so bleibt hierfür keine andere Erklärung übrig, als daß es denselben nur um Neubelebung des Kampfes zu thun war und daß die zunehmende Beruhigung der katholischen Bevölkerung und die weitere ruhige Entwickelung friedlicher Verhältnisse von ihnen nicht als der geeignete Boden für ihre Kampfeszwecke betrachtet wird. Daß diese feindselige Stimmung an derjenigen Stelle, nach welcher das Centrum sich stets zu richten behauptet, nicht geteilt wird und daß im Gegenteil der neueste Schritt der Regierung mit Dank und Anerkennung begrüßt worden ist, ergiebt ein Artikel des päpstlichen Blattes „Moniteur von Rom“ vom 29. März. Das Blatt empfindet über die gute Nachricht von der Wiederaufnahme der Staatsleistungen in der Erzdiöcese Köln lebhafte Genugthuung, ohne ein Wort betreffs der ihm zu gleicher Zeit gemeldeten Nachricht, daß die Lösung dieser Frage für Oosen=Gnesen noch nicht zu erwarten ist, zu sagen. Statt dessen erklärt es zum Schluß des Artikels:„Wir vereinigen von ganzem Herzen den Ausdruck unserer Befriedigung mit den Hundgebungen des Glücks und der Dankbarkeit, mit denen die Katholiken von Köln die Nachricht von der Aufhebung der Sperre für ihre Diöcese empfangen haben.“ Und nun vergleiche man diese Sprache mit den Worten der Centrumsführer, von denen der Ausdruck:„autokratischer Uebermut“ noch milde zu nennen ist! Förderung der Sonntagsheiligung. internationale Congreß zum Besten der Sonntagsheiligung wird in diesem Jahre in Brüssel tagen. Es werden demselben unter anderem auch folgende wichtige Vorschläge, die der fast allgemeinen Sonntagsentheiligung bei den Seefahrern steuern sollen, vorgelegt werden: 1. es möchten ernste Schritte gethan werden, daß die Schiffe nicht mehr, wie es jetzt oft geschehe, regelmäßig am Sonntag ankämen oder in See gingen; 2. daß am Sonntag nicht mehr ausgeladen noch eingeladen würde; 3. daß die Schiffsagenten daran erinnert würden, daß sie den Sonntag als einen Tag der Ruhe ansähen, ob die Schiffe nun ankämen oder im Hafen lägen; 4. daß am Sonntag keine Kohlen an Bord genommen würden; 5. daß sowohl im Hafen wie zur See am Sonntag, so viel als möglich, Ruhe herrsche; 6. daß wenigstens einmal am Sonntag Gottesdienst gehalten würde und alles geschähe, um dem Seemann die Teilnahme an demselben zu erleichtern; 7. daß man die Schiffe“ mit guten Schriften versehe und jedes An den Ufern des Tji=Liwoeng in der fruchtbarsten, reichsten Gegend Batavias lag die weit ausgedehnte Besitzung des reichen Holländers Jan van der Houte. Riesige Mangrovebäume, üppig wuchernde Schlingpflanzen und mannigfaches Gebüsch umgaben Haus und Garten, sodaß es völlig abgeschlossen dalag. Aber es kamen dennoch viele Fremde zu Jan van der Houte und niemand verließ unbefriedigt das gastfreie Haus, dessen märchenhaft prächtige, innere Einrichtung die kühnste Phantasie überbieten mußte. Herr van der Houte war ein liebenswürdiger Wirt und hielt allezeit offene Tafel. Seine Gattin war frühzeitig gestorben, aber er besaß ein bildschönes Töchterlein und manche wollten behaupten, sie besonders ziehe die Fremden nach dem Hause ihres Vaters. Dem war aber nicht so. Die kleine Mara— sie war damals sechszehn Jahre alt und der Abgott ihres Vaters— kümmerte sich nicht einmal um all' die Fremden. Sie lag ganze Tage lang in ihrer Hängematte auf der rosenumwucherten Veranda und lugte nach dem blauen Himmel empor, der hier und da verstohlen durch das Blättergewirre drang. Neben ihr saß ein kleiner, grüner Papagei, der unablässig „Miß Mara!“ rief, bis sie die weiße Hand erhob und ihm ein Stückchen Zucker in den Schnabel steckte. An der anderen Seite standen zwei malayische Mädchen, um mit langen Wedeln die Mosquitos abzuwehren, welche die holde Träumerin umschwirrten. Mara war das Abbild ihrer engelschönen Mutter, nur viel zarter und gebrechlicher. Darum hatte der Vater sie auch wohl noch viel ängstlicher bewacht, nachdem ihm sein junges Weib nach kurzer Krankheit gestorben war. Es war rührend anzusehen, wenn der alte Manghun n vo wis kun#rite Soher Schiff womöglich eine kleine Bibliothek habe; 8. daß Seemannsprediger und Missionare an Bord freundlich aufgenommen und ihnen ihre Arbeit so viel als möglich erleichtert würde; 9. daß die Rheder und Capitäne ein Verzeichnis der Seemannskirchen, Seemannshäuser und Lehrzimmer in allen Häfen, wohin die Schiffe gingen, hätten, und ihre Mannschaften ermunterten, dieselben zu besuchen. Bei den großen sittlichen Gefahren, denen gerade Seeleute bei ihrer Ankunft in großen Hafenorten ausgesetzt sind, sird diese Vorschläge jedenfalls sehr wichtige und zeit gemäße. Politische Tages=Rundschau. Perlin, 7. April. Dem Bundesrat ist ein Gesetzentwurf, betreffend die Verpflichtung der Privateisenbahnen zur Herstellung von Anlagen im Interesse der Landesverteidigung vorgelegt worden. Die Hauptbestimmung### Gesetzes lautet:„Jede Privateisenbahn ist ve pflichtet, diejenigen Aenderungen und Erweiterungen ihrer für den öffentlichen Verkehr bestimmten Anlagen vorzunehmen, welche im Interesse der Landesverteidigung erfordert werden. Dies gilt insbesondere für die Vermehrung der Geleise auf Bahnhöfen und auf der freien Strecke, für die Anlage von Rampen, Wasserstationen und Verbindungsgeleisen zwischen verschiedenen Bahnstrecken. Die Umwandlung einer schmalspurigen Eisenbahn in eine normalspurige kann aufgrund dieses Gesetzes nicht gefordert werden.“ Die erforderlichen Anlagen sollen nicht von den Organen des Reichs hergestellt werden, vielmehr sollen die Privateisenbahnen verpflichtet sein, die Aenderungen vorzunehmen. Die Entscheidung darüber, ob und in wie weit im einzelnen Falle das Interesse der Landesverteidigung die Aenderung oder Erweiterung der Anlagen einer Privat=Eisenbahn erfordert, kann, da es sich einerseits um rein militärische Fragen, andererseits aber um einen durch das öffentliche Interesse gebotenen, unter Umständen erheblichen Eingriff in Privatrechte handelt, allein dem Kaiser zustehen. i Vor einigen Monaten haben bekanntlich die Socialdemokraten Bebel, Liebknecht und von Vollmar an die Socialdemokraten in Frankreich eine Adresse gerichtet, worin sie die Gemeinsamkeit der Interessen aller Socialdemokraten proclamirten und sich selbst als eine internationale Partei bezeichneten. Jetzt haben sie von den französischen Socialdemokraten bei dem internationalen Socialisten=Congreß in Roubaix am 1. April hierfür eine Quittung auch in Gestalt einer Adresse erhalten, worin dem Bedauern Ausdruck gegeben wird, daß die deutschen Socialdemokraten dem Congreß nicht hätten beiwohnen können, ein Bedauern, welches vonseiten der deutschen„Brüder", wie diese vorher versichert hatten, geteilt wird. Zum Trost hierfür wird älter gewesen, als die Mutter seines Kindes, an der Hängematte stand, in welcher der Trost seiner alten Tage träumte, wie er die kleine Hand Mara's kaum zu berühren wagte und ihr mit seligem Ausdruck in das liebliche Gesicht sah. So war sie sechszehn Jahre alt geworden, als sich bei Herrn van der Houte eines Tages ein fremder, junger Mann aus Deutschland melden ließ. Der Mann nannte sich Johannes Winkelmann und wurde, da er gute Empfehlungen aufzeigen konnte, freundlich und zuvorkommend aufgenommen, wie es allezeit Sitte und Brauch in diesem Hause gewesen war. Der junge Fremde wünschte eine Stellung und da Herr van der Houte ihm für den Augenblick keine solche anbieten konnte, so behielt er ihn einstweilen als Gast in seinem Hause. Wochen und Monate vergingen. Weder Herr van der Houte, noch Johannes Winkelmann dachten an eine Trennung. Die kleine Mara lag nicht mehr ganze Tage in der Hängematte, sondern nur Mittags; des Morgens und des Abends promenirte sie mit dem jungen Gaste im Garten umher. Sie schien neu aufzuleben und ihr Vater wußte seines Glückes kein Ende. Mara war nicht mehr das zarte, überirdische Wesen, sie war ein cokettes, allerliebstes Mädchen geworden, dessen helles, frohes Lachen eine wahre Herzenserquickung war. Nicht lange währte der Traum, in welchen sich der reiche Mann gewiegt; er erwachte und blickte in einen Abgrund, der ihn schwindeln machte. Nie hatte es dem stolzen Manne einfallen können, daß ein Mann, wie Johannes Winkelmann, daran zu denken wage, seine Augen zu seiner Tochter zu erheben. Um so jäher war die Entdeckung, daß sein Kind diesen hergelaus#nen Henig un dun in teihe Wüar!!s ihnen in der Adresse mitgeteilt, sie hätten sich auf dem Congreß überzeugen können;„daß trotz der Manöver der Bourgeoisie es keine Grenzen zwischen den deutschen und französischen Proletariern giebt, die in demselben Kampfe vereinigt sind.“ Die Adresse schließt mit dem Losungswort:„Es lebe die sociale Revolution!“ Wir sind neugierig, ob die parlamentarischen Socialdemokraten die sich neulich bemüht haben, jede Ideengemeinschaft mit den ausländischen Anarchisten und Revolutionären in Abrede zu stellen und sich als gemäßigte Reformpartei darzustellen, Veranlassung nehmen werden, gegen das Losungswort der französischen„Brüder" zu protestiren. + Man erinnert sich, daß Herr Eugen Richter in der letzten Sitzung des Reichstags am 27. März sich sehr entschieden für die Vertagung des Reichstags aussprach und der Ansicht war, daß der vorhandene Stoff auch nach den Osterferien bequem erledigt werden könne. Dieser Ferieneifer findet jetzt seine ganz natürliche Erklärung: die Herren Richter, Rickert und Hänel hatten in der„Provinz“„Parteitage“ abzuhalten und also keine Zeit ffür parlamentarische Beschäftigung. Sie haben in den letzten Tagen versucht, in Frankfurt a.., in Kaiserslautern und Nürnberg für ihre Ziele Propaganda zu machen. Daß der Süden kein geeigneter Boden für ihre demokratischen Bestrebungen ist, sollten die Herren aus den Kundgebungen, die gerade in den letzten Wochen von dort aus erfolgten, wissen. Die Folge ihres Vorgehens kann keine andere sein, als daß der gemäßigte Liberalismus dadurch nur noch zu um so energischerer Frontstellung gegen den Radicalismus aufgerüttelt wird, und deshalb haben wir allerdings keinen Grund, mit den freisinnlichen Agitationsreisen unzufrieden zu sein: denn sie arbeiten damit uns in die Hände. urch wird ein K erste etzt se 63 saglich pondet 18 entlo 1. sen telbf terlein des zu. istzrem #geck alicker dch ber en Dib. hand velle er #r inge w 10 * Die für das zweite Vierteljahr den Unterofficieren und Mannschaften bewilligten außerordentlichen Verpflegungszuschüsse betragen einschließlich des Zuschusses zur Beschaffung einer Frühstücksportion, nach den Anordnungen des Kriegsministers für Mann und Tag: in Berlin und Charlottenburg 15, in Potsdam 16 H; ferner innerhalb des 8.(rheinischen) Armee=Corps=Bezirks in St. Wendel 22, Saarlouis 21, Aachen, Bonn, Eupen, Siegburg 20, Köln und Deutz, Saarbrücken, Trier 19, Coblenz und Ehrenbreitstein, Erkelenz 18, Engers, Jülich 17, Andernach, Kirn, Neuwied 16 H; innerhalb des 7.(westfälisch=niederrheinischen) Armee=CorpsBezirks: in Cleve, Düsseldorf 21, Bückeburg, Wesel 20, Essen, Münster 19, Bielefeld, Dortmund, Gräfrath, Hörter, Iserlohn, Lippstadt, Minden, Soest 17 H, Attendorn, Benrath, Bochum, Detmold, Es kam zu harten Auftritten. Mara war vollständig gebrochen, aber in dem Moment, als ihr Vater dem Geliebten die Thür wies, da zeigte sie, daß sie nicht das schwache, hülfsbedürftige Kind war, für welches man sie seither angesehen hatte. Herr van der Houte war selbst erschrocken, als er seine„kleine Elfe" hoch aufgerichtet vor sich stehen sah und sie ihm mit fester ruhiger Stimme erklärte, daß sie Johannes Winkelmann liebe und nun und nimmermehr von ihm lassen werde. Ihr Vater war sprachlos, dann aber regte sich der Zorn in ihm. Er vergaß, wie er sie geliebt; er dachte an die Opfer, welche er ihr gebracht und— „Wähle zwischen mir und ihm!“ sprach er hart. Da stand der Vater, ihm gegenüber der geliebte Mann, der sie erst gelehrt, was wahres Leben ist. Sie wandte sich zu dem Letzteren. „Ich gehe mit Dir, Johannes Winkelmann," erwiderte sie fest,„denn ich liebe Dich mehr als meinen Vater.“ Der alte Mann hinter dem vergitterten Feuster dachte an diese Stunde und ein schmerzvolles Stöhnen entrang sich seinen schmalen Lippen. Seit dem Moment war sein Lebensglück von ihm gewichen,— seit jener Stunde hatte er Mara niemals wieder gesehen. Sie war gegangen und er hatte sie nicht zurückgehalten. Er ras'te; er geberdete sich wie ein Verzweifelnder und dann war es plötzlich still in ihm geworden, ganz— ganz still. Fremde kamen nicht mehr nach seiner Besitzung. Das Gerücht von dem Elend des reichen Mannes war hinausgedrungen in die Welt und die Menschen meiden die Unglücklichen. Der reiche Mann aber war unglücklich wie nur eis## mtatt. brt. 12: n 70 b er zu r as zen „Geldern, Werden 16, Barmen, Hamm, Neuß, 3 Recklinghausen 15, Meschede, Neuhaus 14, Paderborn 13 J. Die höchsten Sätze belaufen sich auf 22 J und kommen außer in St. Wendel auch noch in Lübeck und Sonderburg zur Zahlung, die niedrigsten mit je 7 H in den drei ostpreußischen Städten Lys, Rastenburg und Drengfurt. Diese Sätze geben überhaupt einen Maßstab für die Preise der Lebensmittel in den einzelnen Landesteilen; so sind in Westfalen und der Rheinprovinz von 45 Garnisonstädten nur vier, welche mit Berlin gleichstehen, während es in allen übrigen teurer als in der Reichshauptstadt ist. *8 Ferlin, 7. April. Der Kaiser ist gestern einige Stunden länger außer Bett gewesen; die Nachtruhe war durch Hustenreiz öfter unterbrochen. Heute Nachmittag hat der Kaiser wiederum gegen 1 Uhr das Bett verlassen. *8 Der Kronprinz ist heute Abend wieder in Berlin eingetroffen. In Brüssel wurde der Kronprinz auf seiner Durchreise gestern vom Könige von Belgien begrüßt. *8 Die Großherzogin von Baden ist, da das Befinden des Kaisers sich wesentlich gebessert hat, heute Abend nach Karlsruhe zurückgefehrt. Meinung doch nur dann zu erwarten, wenn die Ursachen der früheren Zerstörung der Gesundheit nach Möglichkeit beseitigt, d. h. wenn die Arbeit, welche dem Reichskanzler obliegt, eingeschränkt wird. Um dies zu bewirken, ist ein Verzicht auf einen Teil des bisherigen Geschäftsumfanges absolut geboten. Vor die Notwendigkeit, zu optiren, gestellt, hat sich der Reichskanzler dafür entschieden, daß er die Reichsgeschäfte behalten und die preußische aufgeben wolle, und diese Art der Option damit motivirt, daß er auf dem Gebiete der auswärtigen Politik eine Stellung und ein Vertrauen fremder Regierungen besitze, welches persönlicher Natur und deshalb nicht übertragbar sei, und daß außerdem die auswärtigen Geschäfte von der Friktion frei seien, durch welche die innern so complicirt und so erschwert würden, daß sie größere Anstrengungen notwendig machten. Bei anderen Staatsdienern würde man es natürlich finden, daß sie, wenn sie ihr siebenzigstes Jahr erreicht haben, und sich der ihnen obliegenden Geschäftslast nicht mehr gewachsen fühlen, mit Pension in das otium cum dignitate sich zurücksehen: Beschneidung der vorhandenen Bestände auf diese Maße angeordnet worden. 1 Bei mehreren Unterrichtsanstalten sind unter den Schülern und den in den Anstaltsgebäuden wohnenden Lehrerfamilien typhöse Erkrankungen vorgekommen, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die schlechte Beschaffenheit des Wassers und insbesondere die zeitweise erfolgte Inficirung desselben aus Abzugscanälen und Cloaken zurückzuführen waren. Der Cultusminister hat daraus Veranlassung genommen, den Provinzial=Schulcollegien eine allgemeine Prüfung der inbetracht kommenden Verhältnisse, insbesondere bei deu Internatsanstalten und eine Untersuchung der Beschaffenheit des Wassers für alle diejenigen Fälle zu empfehlen, wo Grund zu der Vermutung vorliegt, daß das Wasser der Anstaltsbrunnen gesundheitsschädlicher Stoffe enthalten könnte. Provinzielle Nachrichten. In der Nacht zum Palmsonntag verschied zu Lübeck infolge eines Schlaganfalls, der ihn vor einigen Tagen getroffen hatte, einer der bedeutendsten und edelsten Dichter unsrer Zeit, Emanuel v. Geibel. Seine Dichtungen sind ins Volk gedrungen, sie leben von Mund zu Mund und wirken veredelnd auf Herz und Gemüt. Der Verblichene gehörte dem deutschen Volke mit voller Seele an und als dieses sich einmütig erhob, um fremdem Uebermut zu begegnen, da erklang seine Leier in begeisternden patriotischen Accorden. ** Die in einer Reihe von Zeitungen verbreitete Version, wonach dem Fürsten Bismarck der Plan zugeschrieben wird, der Kronprinz solle das Präsidium des preußischen Staasministeriums übernehmen, wird der „Nat.=Ztg." von gut unterrichteter Seite als absolut aus der Luft gegriffen bezeichnet. ** Die Kohlenarbeiter=Striks in Nordfrankreich haben den Character der Harmlosigkeit verloren. Den socialistischen Agitatoren aus Paris ist es gelungen, die Strikenden zu Gewaltthätigkeiten aufzureizen, welche das Einschreiten von Militär notwendig machten. LO. Berlin, 7. April. Am Ostermontag findet in Neustadt a. d. H. ein Parteitag der uationalen und liberalen Landesparteien in Süd= und Südwestdeutschland statt. Die einleitende Rede wird Herr Oberbürgermeister Dr. Miquel aus Frankfurt a. M. halten. NLO. In einer gestern zu Charlottenburg gehaltenen Rede hat der Reichstagsabg. Mommsen sich über die Verlängerung des Socialistengesetzes folgendermaßen ausgesprochen:„Ich kann mir zwar gar nicht denken, daß ein Mitglied der deutschfreisinnigen Partei es nicht als seine Gewissenspflicht betrachten sollte, die Beseitigung des Socialistengesetzes anzustreben, aber vor die einfache Frage gestellt, das Gesetz annehmen oder ablehnen, wird die Entscheidung doch nicht so einstimmig ausfallen, als Sie vielleicht denken. Die einfache Ablehnung des Gesetzes würde ein schwerer politischer Fehler sein, den ich mich wohl hüten werde mitzumachen und auch eine ganze Reihe meiner Gesinnungsgenossen wird sich dazu nicht verstehen. Die Einführung mag ein großer Fehler gewesen sein, aber für die Aufhebung pure et simple werde ich in keinem Falle stimmen.“ ** Den Zweck der Vereinigung aller entschieden liberalen Elemente hat Hänel am Mittwoch in Nürnberg in folgendem Satze bezeichnet:„Unser Ziel ist eine ehrliche constitutionelle, liberale Regierung, eine angesehene Volksvertretung, die die richtige Meinung des Volkes wiedergiebt.“ Soll das die„freisinnige" Wahlparole sein? Eine ehrliche constitutionelle Regierung haben wir, die brauchen wir nicht mehr zu erstreben. Und liberal? Ja, was heißt das? Der Liberalismus hat allgemeines gleiches und directes Wahlrecht, Preß= und Versammlungsfreiheit und der gleichen erstrebt, alles Dinge, die wir besitzen und welche die Regierung nicht antastet. Eine angesehene Volksrertretung— à la bonne heure! Dann halten Sie nur die Herren Richter, Struve 2c. im Zaume, Herr Hänel, und dann zeigen Sie, daß Sie und Ihre Partei Verständnis für die Bedürfnisse des Volkes haben. Geschieht das, so wird es auch an dem gewünschten Ansehen nicht fehlen. Eine Volksvertretung, welche die richtige Meinung des Volkes wiedergiebt— ganz unser Ideal! Wenn demselben aber möglichst nahe gekommen werden soll, dann muß die Verdächtigung der Regierungsbestrebungen, die systematische Irreführung des Volkes und die Verläumdung der leitenden Staatsmänner aufhören. Die wahre Meinung des Volkes kann nur zum Ausdruck kommen, wenn es über die Ziele der Politik unserer Regierung nicht absichtlich verwirrt, sondern so aufgeklärt wird, daß dem Einzelnen die Bildung eines unbefangenen Urteils möglich ist. ** Die.nruhen in den nördlichen Kohlengebieten Frankrechs haben bedenkliche Dimensionen angenommen. Die Minister des Innern, der Instiz und der Kriegsminister haben dem Ministerrate über die Vorgänge am Freitag eingehende Mitteilungen gemacht. Während dreier Stunden mußte die Gensdarmerie, in deren Mitte sich auch der Unterpräfect befand, eine Menge von 3000 Personen zurückhalten, welche die Bergleute, die in die Grube Renard bei Denain gestiegen waren, am Ausfahren behindern wollten. Da die Gensdarmerie nicht stark genug war, um die Menge zu zerstreuen, mußten die Dragoner aus Valeneiomos herbeigezogen werden, unter deren Schutz die Bergleute endlich ausfahren konnten. Die Gensdarmen wurden wörtlich und thätlich insultirt. Nachdem sie einige der Hauptaufwiegler festgenommen hatten, suchte die Menge die Festgenommenen gewaltsam zu befreien; die Gensdarmen zogen ihre Revolver, es fiel auch ein Schuß, aber es wurde niemand dadurch verletzt. Die Strikenden warfen mit Steinen, der Unterpräfect, der mit den Leuten zu unterhandeln suchte, wurde von einem Steine getroffen. In den Berichten wird gesagt, daß die Grubenarbeiter der Grube Renard durch die Gensdarmerie vor ihren Collegen gerettet wurden. Der Gewaltstreich war in einer kleinen geheimen Versammlung der Arbeiterführer mit 21 gegen 4 Stimmen beschlossen worden. ** Die Verhandlungen zwischen der französischen und der spanischen Regierung bezüglich der kleinen Republik Andorra nehmen einen befriedigenden Verlauf.„Memdiplom“ versichert: daß während der Verhandlungen von einem Gebietsabtritt zugunsten Frankreichs niemals die Rede gewesen sei. Der einzige Punkt, der noch der Regelung harre, bestehe in der Organisation der kleinen Miliz der Republik Andorra und man glaube damit in wenigen Tagen im Reinen zu sein. ** Der Telegraph kann stündlich eine neue Siegesnachricht aus Tonkin bringen. Die Operationen gegen Honghoa im Norden Sontays haben begonnen. Nach den vorliegenden Angaben stehen den französischen Truppen 3000 Mann Schwarzflaggen(Piraten) und 12000 Mann Chinesen gegenüber. Von den Chinesen werden die Franzosen wahrscheinlich wieder blos die Rücken zu sehen bekommen. * Wien, 7. April. Heute trifft ein höherer Beamter des ungarischen Ministeriums hier ein, um mit der hiesigen Regierung wegen des bekannten Erlasses bezüglich des Preßburger Viehmarktes zu verhandeln. Von Ungarn droht man, ein Viehausfuhr=Verbot gegen Oesterreich zu erlassen. ** Ueber die Gründe, welche den Reichskanzler zu dem Schritte veranlaßt haben, um seine Enthebung von der Leitung der preußischen Geschäfte zu bitten, äußert sich die„N. A..“ aufgrund ihrer Informationen, deren Zuverlässigkeit im vorliegenden Falle wohl niemand bestreiten wird, wie folgt: „In den letzten drei Jahren ist Fürst Bismarck von verschiedenen Krankheitsformen, deren Entstehung sich übereinstimmend auf Verbrauch der Kräfte zurückführen läßt, derart heimgesucht worden, daß er selbst im vergangenen Sommer zweifelte, ob er das laufende Jahr erleben würde. Wenn er seitdem ein größeres Maß von Gesundheit und Arbeitskraft, unter ein* Madrid, 6. April. Der oberste Gerichtshof hat, unter Abänderung des vom Gerichtshof in Feres in dem Proceß gegen die Mitglieder der„schwarzen Hand“ gefällten Urteils, alle 15 Angeklagten zum Tode verurteilt. ion 1·827 2eherh lung wieder erlangt hat, so ist die TGhiche, für die K Neuigkeiten aus der Verwaltung. 1 Während bekanntlich für das zum Geschäftsgebrauche der Behörden bestimmte Papier durchgehends die Breite von 21 Centimeter eingeführt worden ist(sog. Reichsformat) hat das im Dienstgebrauch zur Verwendung kommende Briefpapier überall die bisherige Breite von 23 Centimeter beibehalten. Infolgedessen sind die bezüglichen Schriftstücke, weil sie im Geschäftsgange und bei Einheftung in die Acten über den Rand der übrigen Schriftstücke hervorragen, in hohem Grade der Beschädigung ausgesetzt. Um diesem Uebelstande abzuhelfen und dabei den Character des Briefformats zu wahren, ist für die Ministerien die Beschaffung des zum Dierstgebrauche erforder14.% Briefpapiers in der Höhe von 27 Centimeter — ee et et bt * Gelsenkirchen, 8. April. Der preußische Minister des Innern hat einen den schmachvollen„Mädchenhandel“ betreffenden Erlaß an die königlichen Provinzial=Regierungen gerichtet, in welchem es heißt:„Wenn durch directe Anträge oder auch sonst zur Kenntnis gelangt, daß Mädchen unter Vorspiegelungen falscher Thatsachen in belgische oder niederländische Häuser gelockt sind und dort gegen ihren Wunsch zurückgehalten werden, so ist zur Befreiung derselben jedesmal die Beihülfe der betreffenden ausländischen Behörden in Anspruch zu nehmen und insoweit hierbei Unwillfährigkeit hervortreten sollte, mir über die Sachlage näherer Bericht zu erstatten.“ * Mit dem Köln=Berliner Schnellzug passirte gestern morgen unser Kronprinz. von England kommend, die hiesige Station rechtsrh. Eisenbahn. * In der am Sonntage stattgehabten Versammlung der Vereinigten Gesellenlade wurde Herr Krekeler als 1. und Herr Berdisius als 2. Lademeister gewählt. Der frühere 1. Lademeister Herr Wachsmann ist bekanntlich ausgeschieden und der Ladeschreiber Herr Elbers verbleibt in seinem Amte, nachdem ihm aufgrund eines jedenfalls für die Presse berechneten öffentlichen Schreibens des Herrn Bürgermeisters Vattmann die Genugthuung zuteil geworden ist, die Geschäfte gut geführt zu haben. Die Verdächtigung ordnungswidriger Geschäftsführung bleibt also infolge der in gestriger Nummer veröffentlichen Zuschrift des Herrn Bürgermeisters Vattmann auf früheren Vorstandsmitgliedern haften. * Bestimmungen über die Gültigkeit von Retourbilletten. Retourbillets mit 2tägiger Gültigkeitsdauer, welche Samstags oder am Tage vor Charfreitag oder Ostermontag gelöst sind, können noch am 3. Tage, den Tag der Lösung eingerechnet, zur Rückfahrt benutzt werden, ohne daß es einer Abstempelung derselben hierzu bedarf. Ferner sind Retourbilletts mit=bezw. 3tägiger Gültigkeits dauer, welche am Tage vor dem 1. Ostertage gelöst werden, noch am 4. Tage, den Tag der Lösung eingerechnet, also noch am Tage nach dem 2. Feiertage, zur Rückfahrt gültig. Schalbe, 8. April. Der kaufmännische Hülfsverein zu Essen, der seine Thätigkeit auch auf unseren Landkreis(Bochum) erstreckt, hat seine Statuten mit größter Sorgfalt ausgearbeitet. Jeder dem Kaufmannsstand Angehörende sollte sich dieselben von Herrn O. Küllenberg in Essen kommen lassen; die Durchsicht des Statut=Entwurfs wird gewiß Viele bestimmen, dem segensreichen Institut beizutreten. Bei der vorgestern im Schalker Kriegerund Landwehr=Verein stattgehabten Vorstandswahl wurde Herr Eigemann zum Oberst wiedergewählt. * Die Stadtverordneten zu Wattenscheid haben beschlossen, die höhere Stadtschule zu einem Progymnasium zu erweitern und das Schulkassendeficit aus der Stadtkasse zu decken, wenn der Anstalt die„Berechtigung" erteilt werde. Man hofft in anbetracht der Ueberfüllung des Gymnasiums in Bochum und Essen auf einen bedeut uden Zuzug an Schülern. Hiermit wäre nun endlich dem langjährigen Zankapfel ein Ende gemacht. Die Stadt steht sich, wie dem„M. Spr.“ berichtet wird, hierbei am besten, da sie zu rechnen hat mit sechs definitiv angestellten Lehrern und einem großartigen Schulhaus, wofür, nachdem ein prachtvolles Rathaus mit sehr geräumiger Dienstwohnung für den Bürgermeister im Bau begriffen ist, eine anderweite Verwendung kaum vorhanden war.— (Zu bedauern bleibt nur, daß man für auswärtige Schüler das Schulgeld durchschnittlich um 50 M. jährlich zu erhöhen beschlossen hat, worüber dem „M. Spr.“ nichts offenbart wird. Die Red.) * Aus finden wird folgendes gemeldet: Im Juni vorigen Jahres verschluckte unvorsichtigerweise beim Tanzen ein junger Mann aus der benachbarten Gemeinde Dahlhausen eine frische spielend in den Mund genommene Roggenähre und zwar mit dem Stielende voraus. Dieselbe nahm ihren Weg durch den Kehlkopf in die Luftröhre, ohne sehr große Erstickungsnot herbeizuführen. Bald darauf aber stellten sich, da alle Versuche, des Eindringlings habhaft zu werden, fehlschlugen, Zeichen einer cirkumscripten Lungenentzündung ein, dann heftiger Bluthusten, schließlich noch eine eitrige Rippenfellentzündung mit bektischen Fiebererscheinungen. In diesen Tagen erst, also nach neun Monaten, wurde bei einem heftigen, von starkem Bluterguß begleiteten Hustenparoxismus das corpus delicti gänzlich unversehr wieder zu Tage gefördert. Der 19jährige junge Mann ist gestorben. * In Portmund soll am 18. April d.., dem zwanzigjährigen Gedenktage des Sturmes auf die sthr tich vooner wrdin en zwar durch ein Festmahl der Feldzugskameraden der 13. Division im Hotel Wenker=Paxmann. * In Haum wird das Wettrennen in diesem Jahre am 8. und 9. Juni stattfinden. Aus Lalve wird gemeldet: In hiesiger Gegend, namentlich im Balverwald, scheinen die Wildschweine überhand zu nehmen. In der Affelner Jagd, deren Anpächter Herr Dodt in Hemer ist, wurde am vergangenen Montag bei leicht gefallenem Schnee ein Rudel von 42 Stück gespürt. Der Anpächter wurde sofort telegraphisch davon in Kenntnis gesetzt, und kam unverzüglich. Ein mächtiger Keiler von 200 Pfd. wurde zur Strecke gebracht, außerdem wurden von Hunden zwei kleine Frischlinge getötet. Mehrere andere dieser borstigen Waldbewohner wurden angeschossen, entkamen aber. Die Verheerungen, welche das Schwarzwild in den beiden letzten Jahren im dortigen Amte auf den Feldern angerichtet hat, sind groß. * Ein Insasse der Strafanstalt zu Werden hat jetzt zum dritten male während seiner Strafzeit eine reiwillige Fastenperiode angetreten. Schon zweimal hatte er acht bis neun Tage lang hartnäckig Speise und Trank zurückgewiesen und die Ausübung jeder Arbeit verweigert, doch schließlich wieder Essen und Arbeit angefangen. Wie lange er es jetzt aushält, bleibt abzuwarten. * Im Inseratenteile der„Crefelder Ztg.“ war eine Annonce enthalten, laut welcher ein Retourbillet nach Berlin bei dem Portier eines Crefelder Hotels zu verkaufen sei. Nun existirt bekanntlich die Bestimmung, daß ein Eisenbahnbillet nur für die Person, für welche es gelöst wurde, Gültigkeit hat und daher nicht übertragbar ist. Es wurden demgemäß seitens der Bahnverwaltung Recherchen angestellt und derjenige Passagier, welcher mit dem fraglichen Billet, dessen Nummer ermittelt worden war, angetroffen wurde, angehalten. Derselbe harte nun das Vergnügen, sich ein neues Billet zu lösen und 6 Mark Strafe zu zahlen; außerdem wurde ihm das für 20 Mark gekaufte Retourbillet abgenommen. * Mit dem 1. April d. J. wurden die seither dem Betriebsamt Aachen unterstellten Bahnstrecken .=Gladbach=Viersen=Crefeld=Homberg, Homberg= Mörs und Viersen=Venlo in den Verwaltungsbezirk des Königl. Eisenbahn=Betriebsamtes Crefeld übergeben, so daß das letztere nunmehr alle linksrheinischen Bahnstrecken bis.=Gladbach umfaßt * In Bilk bei Düsseldorf hatte eine Frau Rüböl gesiedet. Sie goß das glühend heiße Oel in ein Gefäß, stellte dies auf den Tisch und ging hinaus. Das 2jährige Kind nahm das Gefäß, worin es Milch vermutete, trank und mußte unter schrecklichen Schmerzen bald sterben. * Ein Engländer, der seit Herbst in Büsseldorf wohne, betrachtete jeden Morgen ein etwa 18 Jahre altes Mädchen, welches mit einem Sacke auf dem Rücken die Aschkisten und Körbe nach Papierschnitzeln und allerlei Abfall durchsuchte. Der Beschäftigung des Mädchens war auch deren Anzug entsprechend in der Farbe der Asche gehalten, auch etwas mit Rußflecken vermengt, allein der Brite schien ein besonderes Interesse an dem Mädchen zu nehmen. Vor kurzem steckte er, wie die„Düss. Ztg. berichtet, in den Aschkorb auf der Straße vor seinen Fenstern ein Couvert, enthaltend einen 100=Markschein, siegelte den Brief nach Art der Geldbriefe und wartete dann am Fenster auf das Mädchen. Dieses kam, fand den Brief und trug ihn sofort ins Haus. Der Engländer schenkte dem Mädchen nicht bloß die 100., sondern kaufte ihm auch eine Nähmaschine und läßt ihm Unterricht im Kleidermachen erteilen, jedoch unter der Bedingung, daß es jeden Morgen den Aschkorb vor seiner Wohnung durchsuchen müsse. Das Mädchen thut das und jeden Morgen lächeln sich die Beiden vergnügt zu. * Aus Büsseldorf wird gemeldet: Die vielen prächtigen Rheindampfer, welche zur Personenbeförderung den Strom befahren, werden demnächst um einen neuen vermehrt werden, der sich wie so manche andere durch comfortable Ausstattung sowohl wie auch durch vorzügliche maschinelle Einrichtung auszeichnen soll. Derselbe wird gegenwärtig in Rotterdam im Auftrage der Köln=Düsseldorfe. Gesellschaft vollendet. Ende Mai schon soll er in Dienst gestellt werden. Außer für den Personen verkehr ist der Dampfer, welcher den Namen „Hohenstaufen erhält, auch für den Frachtdienst bestimmt. * Zu Büsseldorf wird am 1. Juni in der Kunsthalle die diesjährige Ausstellung des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen eröffne werden. Der Schluß derselben ist auf den 28. Juni festgesetzt. * Auf dem Wichelshof bei Vonn hat man einen sehr wertvollen seltenen Fund gemacht. Beim Entfernen alter Baumwurzeln stieß die Hacke auf einen festen, anscheinend metallenen Gegenstand, der dann vorsichtig gelockert und gehoben wurde. Es ist eine alte eiserne Geldkiste, ohne große Schwierigkeit geöffnet, da das Schloß, wahrscheinlich durch die Hacke, lädirt war. Zu nicht geringer Ueberraschung fanden sich darin erhebliche Summen in Rollen, 345600 Francs in Gold und Silber französischen Gepräges mit dem Bildnis Napoleons I. Auf dem beschädigten Deckel der Kiste läßt sich auch der kaiserliche Namenszug mit dem Adler darüber erkennen. Vielleicht hat man es hier mit einer französischen Kriegskasse zu thun, die kurz vor dem Zusammenbruch der Fremdherrschaft und der eiligen Räumung von Bonn unter mysteriösen Umständen verschwunden sein soll. Von ganz besonderem historischen Interesse sind aber eine kleine Anzahl beiliegender wichtiger militärischer Actenstücke, worunter Erlasse und Befehle Napoleons mit dessen eigenhändiger Unterschrif Das gerade für Bonn merkwürdigste ist eine Anschein nach vom Kaiser selbst entworfene, mit * ∆ dem characteristischer eventuellen Befestigu Privatschatulle des Fund dürfte demnä museums abgeben. * Aus dem Seebade Newport ben, daß daselbst d Nicolaus Meister Landschafter und Simon, einem tal zuerst die Panoram stellung man seit machte. Von seine Gesangssaal des C Meisters Bilder ste * Der in Kreu dete„Verein der in seiner letzten Beschluß gefaßt, unwesen in den steten nur geringer men und deshall angewiesen sind, d man denselben vo angemessenen Lohr Betrag hierfür: Dieses Vorgehen und Nachahmung damit das alte U Gestalt auftrete, die fernere Spend lassen haben. * Die Kaiseri herzogin Valerie einen Ausflug n mal gemacht.# Telegraphen=Dire tige Brillantnade! dem königlichen je einen wertvolle lichen Schloßcast nitur Hemdenlanten als Gesch Industrie, Neuß, 7. Apr Weizen#2 100 Kilo Landroggen /1. n à 100 Kilo s2. Gerste 100 Ki Buchweizen„ Rüböl per 100 Rüböl per 100 A Preßkuchen per 1 Kleien per 50 Ki Weizen=Vorschuß Durch die burt eines pr Jun wurden hoch Gelsenk Will und Fra Paeen Bekann Bochum Unter Bezugt Kreisblatts=Be 13. März d. J. durch die säm arbeitenden Gri Gestellung zur daß es hierzue trages bedarf. In den namen ist bei den von pensitten Pferd zugeben. Königliches des Le gez.: Schm Wird hierdu Gelsenkirchen Der Bürgerme Bekann Nachdem di Königlichen 9 März cr. B II jüdische Priv äffentlichen Vo den, wird hierr von 2 Schulv und 2 Stellv nerstag, dei mittags vo das Local des Bahnhofstraß die Wahlbere# zufügen eing Ihnen noch L zugehen wird. Die zu die Wählerliste d.., im hauses, zur Reclamatione dort anzubri nicht berücksi Gelsenkirch Der Bürger Bekan Es wird nen Kenntni 1. April er Armenärzte in Rücksicht Curbezirke d sind, daß! der westlich der östliche der Mitte Scheidung Schalke, Der## sen iger die lner ist, nem Der in Ein recke eine igen ber. den den hat eine weiäckig Ausßlich 4006 war lder itlich für gkeit irden rchen dem irden gels lösen durde abither #ecken bergingsrefeld inksnfaßt Frau Oel ging sefäß, unter eldorf Jahre dem titzeln gung entalten, allein dem , w i e auf entBrief n am d den Eng., d läßt jedoch n den müsse. ächeln vielen sonenmächst vie so ittung Einwärtig dorfer er in sonen Kamen tdienst n der Kunströffnet, den man Beim ke auf nstand, wurde. große seinlich eringer ummen Silber Napor Kiste it dem ian es thun, FremdBonn in soll. se sind r miliBefehle rschrif, e allet. dem characteristischen N. unterzeichnete Skizze einer eventuellen Befestigung Bonns.— Vielleicht also Privatschatulle des Kaisers!?— Der interessante Fund dürfte demnächst eine Zierde des Provinzialmuseums abgeben.„.„. 6 * Aus dem fashionablen norvumerikanischen Seebade Newport wird der„Cobl. Ztg.“ geschrieben, daß daselbst der aus Coblenz gebürtige Maler Nicolaus Meister gestorben ist. Meister war Landschafter und hat mit seinem ältern Bruder Simon, einem talentvollen Schlachtenmaler, mit zuerst die Panoramen eingeführt, in deren Herstellung man seitdem so gewaltige Fortschritte machte. Von seinen Bildern befindet sich eins im Gesangssaal des Civilcasinos. In Amerika wurden Meisters Bilder stark begehrt. * Der in Kreuznach im vorigen Jahre gegründete„Verein der Hotel= und Badhausbesitzer hat in seiner letzten Sitzung den anerkennenswerten Beschluß gefaßt, dem bisherigen Trinkgelderunwesen in den Badehäusern, wo die Bediensteten nur geringen oder gar keinen Lohn bekommen und deshalb auf die Geschenke der Gäste angewiesen sind, dadurch ein Ende zu machen, daß man denselben von jetzt an einen bestimmten und angemessenen Lohn zahlt und einen entsprechenden Betrag hierfür den Fremden in Rechnung stellt. Dieses Vorgehen verdient allseitige Anerkennung und Nachahmung, wobei allerdings die Fremden, damit das alte Unwesen nicht in noch schlimmerer Gestalt auftrete, auch das Ihrige zu thun, nämlich die fernere Spendung von Trinkgeldern zu unterlassen haben. * Die Kaiserin von Oesterreich und die Erzherzogin Valerie haben von Wiesbaden gestern einen Ausflug nach dem Niederwald=Denkmal gemacht. Der Kaiserin hat dem kaiserlichen Telegraphen=Director Herrn G. Meyer eine prächtige Brillantnadel, Herrn Postdirector König und dem königlichen Polizei=Commissar Herrn Bochwitz je einen wertvollen Brillantring und dem königlichen Schloßcastellan Herrn L. Wilken eine Garnitur Hemden= und Manschettenknöpfe mit Brillanten als Geschenk übergeben lassen. Aöin, den 7. Kprl.(Schlachtvien##iz Am heutigen Markte waren aufgetrieben: 49. Stalk Ochsen, verkauft erste Qualität zu 55, zweite zu 60, dritte zu 55 M. ; 2 7 S t ü c k S t i e r e, v e r k a u f t erste Qualität zu 60, zweite zu 55, dritte zu 51 M. 339 Stück Kühe und Rinder, verkauft erste Qualt. 63, zweite zu 58, dritte zu 50.; 212 Stück Schweine, verkauft erste Qualität zu 50, zweite 48, dritte zu 45 M. pro 50 Kilogr. Schlachtgewicht. Am kleinen Viehmarkte vom 4. Aprik gergter,„gafgetrieben: 177 Stück Schafe, verkauft eisn Qual. zu 70, zweite zu 65, dritte zu 60.; 497 Stück Kälber, verkauft erste Qualität zu 64, zweite zu 55, dritte zu 4b M. pro 50 Kilogr. Schlachtgewicht. — Die Preise von frischen Häuten stellten sich: Ochsen häute, beste auf 46 Pf., geringe 44 Pf. beste auf 34 Pf., geringe 32 Pf. pro ½ Kilogr.— Fett kostete: bestes 30 Pf. geringes 28 Pf. per ½ Kilogr. Glasgow, den 7 April. 3 Uhr 4 Min. nachm. Roheisen. Warrants 423 1½d. Berliner Börse. Berlin, den 7. April 1884. Fonds und Staats=Papiere. Deutsche Reichs=Anleihe 4 Preußische consolidirte Anleihe... 4½ 103.30 de. Staats=Anleihe 1868 1850, 52, 53 62... Staats=Schuldenscheine 3½ Oesterreichische Goldrente 4 Silberrente..... 4 Papierrente%5 102,90 101,75 102,00 9900 86,00 68.50 6750 Eisenbahn=Stamm=Actien. Verstaatlichte Eisenbahnen. Vergsch=Märksche..... a1, 16760 Rheinische, abgestempelte 6% „ L. B.(gar.) 4 103,20 Gotthard vollgezeichnet..... 0 6 97,80 Russische Staatsbahn..... 0 5 131,90 Eisenbahn=Prioritäten=Obligationen. . 4 98,60 " 4½—— " 3½ 96,10 " 3½—— 4½ 104,00 " 4 ½ 1 0 4 0 0 4½ 105.00 4½ 104,40 4½ 104,00 . 5 103,60 Industrie, Handel und Neutz, 7. Aprl.„(Fruchtpreis) (1. Qu. 18 40 Hafer alter à 100 Kilo 15 40 Weizen 12.„ 1640|" neuer„"" 13 80 100 Kilo 3."—— Raps 1. Landroggen /1. neu 1460 à 100 Kilo 12.„ 1260 Gerste 100 Kilo 15 50 „ 2.„„„"—— Kartoffeln„„„ 400 Heu per 50 Kilo 490 1550 Heu per 50 Kilo 490 Buchweizen„ 15 50 Roggenstroh 600 Kilo 28 00 Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr. 61 50 Rüböl per 100 Kilo faßweise. Preßkuchen per 1000 Kilo Kleien per 50 Kilo Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo 63— 133 5 80 Nationalbank für Deutschland Norddeutsche Bank Preußische Boden=Credit=Bank Reichsbank Schaaffhausener Bank=Verein Industrie=Papiere. Aachen=Höngen Annener Gußstahl=Fabrik Arenberg, Gesellschaft für Bergbau Bochumer Bergwerks=A. Lit. A. „ Lit. B. Bochumer Gußstahlfabrik Borussia, Bergwerk Bonifacius Bergwerk: Cölner Berawerks=Verein Cöln=Müsener Bergwerks=Verein Dortmunder Bergwerke Lit. A. „„ Oblig. Dortmunder Union 600 Mark „ 400„ „ 300„ Dortmunder Union Stamm=Pr. Part.=Obligation Gelsenkirchener Bergw.=Actien=Ges. Georg=Marien=Bergwerks=Verein Harkort Bergwerk „ Maschin. Harpener Hütten Hibernia u. Shamrock Hörder Bergw.= u..=Act.=Ges. do. zusammengen. Louise Tiefbau Märkisch=Westfälische Bergw. Madeburger Bergwerks=Act.=Ges. Mechernicher Oelheim Petroleum. 80%. Phönix Berzwerks=.=G. Lit. Lit. Pluto, Bergwerks=Gesellschaft Westfälische Draht=Industrie „ Union Rhein.=Westf. Industrie A. B. 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 an. 5 den 8 M sei c0 fe 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 6 0 0 0 0 0 0 0 0 0 " 0 " 0 Aachen=Mastricht Brg.=Märk. I. und II. Serie Berg.=Märk. III. A. B. 3¼ g. Lit. C. IV. Serie V. Serie VI. Serie VII. Serie conv. VIII. Serie IX. Serie Bank=Actien. Zinsfuß überall 4 pCt., bei der Reichsbank Berg.=Märk. Aachener Disconto=Gesellschaft Allg. Deutsche Handels=Gesellschaft Bank für Rheinland und Westfalen Bergisch=Märkische Bank „ Industrie=Gesellschaft Berliner Handels=Gesellschaft Berliner Makler=Verein Cölnische Wechs.= und Bank:. Deutsche Bank Hyptheken=Bank „ National=Bank Disconto=Commandit Dortmunder Bank=Verein Essener Credit=Anstalt 60% 4½ PSt. 109,90 90 50 85.10 118.75 68 25 127•25 113,60 95.75 15840 91.10 107.10 210,90 99 20 100,60 Geld=Sorten und Banknoten. Dukaten per Stück Sovereigns per Stück 20 Francs=Stück per Stück Gold=Dollars per Stück Imperials(halbe) per Stück Imperials per 500 Gr. Englische Banknoten 1 Lstr. Französische Banknoten per 100 Fr. Oesterreichische Banknoten 100 Fl. „ Silber=Coupons Russische Banknoten per 100 Rubel " Zoll=Coupons Umrechnungs= Sätze. 1 Dollar= 4,25 M. 100 Francs= 80 M. Gulden Oest. Währ.= 2 M. 7 Gulden Südd. Währ. = 12 M. 100 Gulden Holländ. Währ.= 170., 1 Mark=Banco= 1,50 M. 100 Rubel=320 M. 1 Liv. Sterl.= 20 M Zinsfuß der Reichsbank. Discont 4 pCt. Lombarden 5 pCt. Eltern, laßt Eure Kinder Sch bauer werden! (Ein Mahnruf an die Eltern im Bürger= und„ e Arbeiterstande.) er Von der Unterelbe wird uns geschrieben: Die Confirmation der Kinder steht nahe bevor und alle gewissenhaften Eltern solcher Kinder beschäftigen sich mit der Frage:„Was soll mein Junge nun lernen?“— Gewöhnlicher Tagearbeiter zu werden, bleibt ihm immer noch übrig, wenn das erlernte Handwerk ihn auf längere oder kürzere Zeit im Stich läßt. Also besser ist es jedenfalls, er lernt ein Handwerk. Das beste, gesundeste, Geist un Körper erfrischende ist dasjenige, welches in freie Luft ausgeübt wird, also vor allen Dingen da Bauhandwerk: Mauerei, Zimmerei, Schiffsbauerei.— Maurerei und Zimmerei sind bereits mehr als an abe notwendig mit Arbeitern versorgt; der Maurer 7 wird im Winter durch Frost zur Unthätigkeit.. gezwungen und muß dann in anderer Weise sein Hen Brot suchen. Ebenso wenig ist Aussicht vorhanden, daß diese Gewerbe an Umfang zunehmen werden.— Es bleibt nun noch der Schiffbau.— Wie steht=Be es mit dem? 82 Auf allen großen Strömen Deutschlands und ihren Verbindungswasserstraßen hat sich die Schiff= durch fahrt um das Zehnfache vermehrt und ist immer wird noch im Wachstum und in Ausdehnung begriffen. ein K Auf allen Werften wird rüstig gezimmert und erst, geschmiedet, neue Werften werden angelegt, und e# auf den meisten herrscht Mangel an tüchtigen Schiffbauergesellen. Auf der Oder bestand vor“ß es 5 Jahren noch eine einzige Dampfschiffahrtsgesell=haglich schaft mit drei kleinen Dampfschiffen. Jetzt haber dort neun Gesellschaften mit einigen dreißi größeren Schleppdampfern und der entsprechendenozen Zahl Schleppkähnen lohnende Beschäftigung. Co#####esponde## 98.30 157.75 105.75 247,00 92.00 3950 79,10 99.00 121,10 69.25 11810 19,90 52,30 103.50 11,00 17,00 25.00 81,80 108,30 118.00 68.50 70.00 95.00 95.25 31.40 62.00 4210 6 21 175 46,0 87.40 35,90 65,60 102.90 .50 — 19,50 .73 20,43 16.25 4,205 16,75 1400.00 20,465 81.15 168,70 168.35 208,15 20.57½ Meteorologische Notizen. (9 Uhr vorm.) 7. April Bar. 747 mm. Therm.+ 133R. 8. April„ 7 mm.„+ 110R. größeren Schleppdampfern und der ent),„eenga O*„„„„„-% ist es auf Elbe und Weichsel. Um diese machtige das Ede Zahl von Dampfern und Schleppkähnen in gutemirdentlo Stande zu erhalten und zu ergänzen, und auch 31, sen noch den Bedürfnissen der Segelschiffahrt Rechnung er wlbs zu tragen, ist eine größere Zahl von Arbeitern, deten ein als die jetzt vorhandene, erforderlich, setzes en. Man könnte nun einwenden:„Ja, wie lange leistzuem wird es währen, und es ist auch hier der Höhe##eck punkt erreicht und dann, wie fast überall, einita. Ueberfluß an Arbeitern vorhanden. Dem ish aig jedoch nicht ganz so; auf ein Menschenalter hinaus da ge ist sicher auf ein noch weiteres Wachsen diesesesen ge Industriezweiges zu rechnen. Es beschäftigen sich Did, Regierungen und und Volksvertretungen ernstlichrhand mit der Verbesserung unsrer Wasserstraßen underpelb mit der Angelegenheit der Verbindung unsererörter großen Ströme durch Canäle und verhältnismäßig ger wenig Jahre werden vergehen, bis wir unsere runge Stromschiffer vom Rhein nach dem schwarzen uf n Durch die glückliche Geburt eines prächtigen Jungen wurden hocherfreut. Gelsenkirchen. Wilh. Schäfer und Frau geb. Vesper. Bekanntmachung. Bochum, 2. April 1884. Unter Bezugnahme auf meine Kreisblatts=Bekanntmachung vom 13. März d. J. dispensire ich hierdurch die sämtlichen unter Tage arbeitenden Grubenpferde von der Gestellung zur Musterung, ohne daß es hierzu eines besonderen Antrages bedarf. In den namentlichen Verzeichnissen ist bei den von der Gestellung dispensitten Pferden dies genau anzugeben. Königliches Landratsamt gez.: Schmieding, Landrat. Wird hierdurch veröffentlicht. Gelsenkirchen, 3. April 1884. Der Bürgermeister: Vattmann. Bekanntmachung. Nachdem durch Verfügung der Königlichen Regierung vom 15. März cr. B II 2229 die seitherige jüdische Privatschule zu einer äffentlichen Volksschule erklärt worden, wird hiermit Termin zur Wahl von 2 Schulvorstands=Mitgliedern und 2 Stellvertretern auf Donnerstag, den 17. d.., vormittags von 10—11 Uhr, in das Local des Wirts Baumeister, Bahnhofstraße 77, anberaumt, wozu die Wahlberechtigten mit dem Hin. zufügen eingeladen werden, daß Ihnen noch Ladung durch Circulair zugehen wird. Die zu diesem Zweck aufgestellte Wählerliste liegt vom 8. bis 16. d.., im Zimmer 5 des Rathauses, zur Einsicht offen und sind Reclamationen während dieser Zeit dort anzubringen, spätere werden nicht berücksichtigt. Gelsenkirchen, 4. April 1884. Der Bürgermeister: Vattmann. Bekanntmachung Es wird hierdurch zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß vom 1. April er. ab die Bezirke der Armenärzte der Gemeinde Schalke in Rücksicht auf deren KnappschaftsCurbezirke dahin gewechselt worden sind, daß dem Herrn Dr. Hache der westliche, Herrn Dr. Klüter der östliche Teil von Schalke mit der Mitte der Kaiserstraße als Scheidung zugeteilt ist. Schalke, 1. April 1884. Der Amtmann: Klose. Bekanntmachung. Die Schulsteuer=Repartitions= listen der katholischen und evangelischen Schulgemeinden pro 1884/85 liegen von heute ab 14 Tage lang im Rathause, Zimmer 2, zur Einsicht der Steuerpflichtigen offen. Reelamationen gegen die stattgehabte Veranlagung sind binnen einer Präclusivfrist von 3 Monaten nach beendigter Offenlage beim Unterzeichneten schriftlich anzubringen. Gelsenkirchen, 8. April 1884. Per kath. u. evang. Schulvorstand: Vattmann, Bürgermeister. Das unbefugte Gehen über meine Grundstücke nach der Gödekeschen Bäckerei untersage ich hiermit Jedermann und werde Zuwiderhandelnde unnachsichtlich zur Bestrafung anzeigen. Mann W. Storp, Wanne. A. Hartleben's Verlag in Wien., Wallsischgasse 1. Im XI. Jahrgange, 1884, erscheint in unserm Verlage: Neueste Erfindungen und Erfährungen auf den Gebieten der practischen Technik, der Gewerbe, Industrie, Chemie, Land= u. Hauswirtschaft. Herausgegeben und redigirt unter Mitwirkung hervorragender X. Jahrgang 1884. Pr. Theoder Koller. X1. Jahrgang 1884. à 36 Kr. ö. W.= 60 Pf. Ein Jahrgang bs Fr. 50 kr.= 7 M. 50 Pf. Die Reichhaltigkeit und Gediegenheit der Zeitschrift hat in Probehefte auf Verlangen gratis u. franco. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Postanstalten u. direct aus Hartleben's Verlag in Wien., Wallsischgasse 1 Mittwoch, 9. April cr. vormittags 10 Uhr, werde ich in meinem Pfandlolale(Flora) Gelsenkirchen 1 Kleiderschrank, 1 Glasschrank, Tische, Stühle, 1 Bettstelle 2c. 2c. zwangsweise versteigern. Müller, Gerichtsvollzieher. Guano, Düngersalz, Vohnenstangen, Heckenruten u. Erbsenreiser stets vorrätig bei E. Heitkamp, Wanne. Eine zweiflügelige, eichene ist billig abzugeben. Schalke, Wilhelminenstr. 39. BGUHFUT zu Fabrikprrien empfichll BIeASU, Othtunlcin. Gottesdienst=Ordnung der evangel. Gemeinde Gelsenkirchen. Donnerstag, den 10. April: Morgens 10 Uhr: Beichtandacht und Austeilung des hl. Abendmahls. Pastor Leich. Nachmittags 2 Uhr: Beichtandacht. Pastor Deutelmoser. Charfreitag, den 11. April: Frühgottesdienst ½9 Uhr. Pastor Leich. Hauptgottesdienst 10 Uhr. Pastor Deutelmoser.„ M6.un Austeilung des hi. Avenomahls. Abendgottesdienst 6 Uhr: Pastor Leich. Die Amtswoche hat Pastor Deutelmoser. Gewerbeschule f. Frauen und Töchter, * B o c h u m, R o t t s t r a s s e 4 4, * Gelsenkirchen, Friedrichstr. 6. * V o r b e r e i t u n g s- C u r e u s f. H a n d arbeitslehrerinnen. Unterr. in allen Handarbeiten: Nähen, Flicken, Sticken, Stopfen, Kunststicken etc. Gründl. Schneiderunterricht, Maschinennähen, Wäschezuschneiden, Putzmachen, Plätten. Einf. u. dopp. Buchführ. Prospecte werden auf Wunsch franco sugesandt. c0 Marie Mager. 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Gelsenkirchen. und hygienische Bedeutung dieser Feder besteht darin, dafs sie durch ihre rallele Richtung mit der Schriftlage die Grundstriche auf naturgemülse Wase ausführt und es er. mügsicht, beim zehreiben gerade vor dem Tieche in zitnen. Vorrätg bei—. F. Dienst, Gelsenkirchen. Ch. Elverfeld, Dentisté, Gelsenkirchen, Alten Markt. Zahnziehen, Zahnfüllen und Zahnersatz, sorie Behandlung der Zahn- und Mundkrankheiten. # 3 Stzen ## ere und von Hamburg nach der Lonau fahren zen werden. Unsre als dann um viele hundert Keilen verlängerten Schiffahrtswege werden künftig Igen Bedarf an Schiffen in ganz erstaunlicherweise L steigern. Die Frage dauernder Beschäftigung des Schiffbauers wäre hierdurch günstig erledigt. Wir kommen nun zu der Frage: Wie bildet der Schiffbau seine Leute aus? Von allen Bauhandwerkern wird der Schiffbauer am vielseitigsten ausgebildet. Er ist Holzund Metallarbeiter. Das Material zum Schiffsbau muß ihm einerlei sein; er hat es nur in die zichtige Form zu bringen und fest und wasserdicht usammen zu fügen. Ob Nieten oder Kalfatern, 5 Schmieden oder mit Axt, Dechsel und Hobel arbeiten ist ihm gleich; er ist in allem gerecht. Die Gewandtheit des Körpers wird ganz besonders geübt durch die verschiedenartig abwechselnde Stellung des Schiffbauers bei der Arbeit. Er steht nicht wochenlang an der Hobelbank, er steht nicht ebenso lange Zeit, um Balken zu behauen; er muß im Gegenteil fast immer abwechseln mit Liegen, Stehen und Sitzen, er muß in allen Körperstellungen thätig sein und bewahrt sich so vor einseitigen Verkrümmungen seiner Gliedmaßen. Und sollte es einem so ausgebildeten Manne auch irgend einmal vorübergehend an Beschäftigung fehlen, so findet er in jeder Fabrik und überhaupt allenthalben, wo Arbeiter gebraucht werden, den Vorzug vor allen andern. Darum Ihr Eltern, lasset Eure Knaben ein Handwerk erlernen. Die paar Lehrjahre sind bald vorüber und bei den Bauhandwerken wird ihnen ja vorneweg ein auskömmlicher Lohn als Kostgeld gezahlt; und wenn Ihr sie am besten versorgen wollt, lasset sie Schiffbauer werden. K. * Die Schützlingedes großen Kurfürsten. 27) Historische Erzählung von Max Ring. „Das sollte mir fehlen!“ entgegnete Meister Lieberkühn stolz,„Was versteht denn solch ein hergelaufener Pfuscher und unzünftiger Bönhase von so großen Dingen, wie einem kurprinzlichen Tafelgeschirr. Das ist ganz etwas anderes, als seine Schnallen, Büchschen und Ringelchen.“ „Grade in diesen kleinen Dingen zeigt sich die wahre Kunst und es gehört oft mehr Geschmack dazu, ein zierliches Ringlein oder eine Spange anzufertigen, als eine große, plumpe Bratenschüssel oder einen dicken Armleuchter.“ „Was ein solcher Franzose kann, das machen wir Deutschen ebenso gut und zehnmal besser.“ „Ich weiß wohl“, versetzte Hans ruhig, daß es in Augsburg und Nürnberg treffliche Meister giebt, die es mit jedem Franzosen und auch Italiener aufnehmen; aber damit ist uns nicht geholfen. Wenn wir die Bestellung verlieren, kann es uns gleich sein, ob sie ein Augsburger oder Pariser bekommt. Der Schaden bleibt derselbe.“ „Das ist freilich wahr“ erwiderte der Zunftmeister nachdenklich.„Es wäre immer eine Blamage für uns, abgesehn von dem schönen Verdienst. Doch wer steht mir dafür, daß der Roussel es besser macht, als wir?“ „Er hat mir, wie ich neulich bei ihm war, seine Zeichnungen zu einem Tafelaussatz gezeigt, den er für einen hohen Herrn in Nimes gearbeitet hat. Die waren so schön und kunstvoll, daß sie selbst dem Herrn Kurprinzen gefallen müssen. Etwas so prachtvolles hab' ich selbst in Augsburg und Nürnberg nicht gesehen.“ „Nun, ein Versuch kann keinesfalls etwas schaden. Auch kommt es mir nicht auf ein anständiges Stück Geld an, wenn der Franzose eine gute Zeichnung liefern und, was eine Hauptbedingung ist, reinen Mund halten will, dieweil es mir sonst in der Opinion meiner vornehmen Kunden schaden und von der Innung verdacht werden kann, wenn ich mich seiner Hülfe bediene. Möchte sich darum auch nicht schicken, daß ich selbst zu ihm hingehe und mit ihm spreche. Falls es Dir recht dünkt, will ich mit ihm reden und alles zu Deiner Zufriedenheit abmachen.“ Damit war auch der stolze Zunftmeister einverstanden, worauf sich Hans eilig zu dem Goldschmied begab. Doppelt erfreut, diesem einen guten Dienst zu leisten und zugleich einen erwünschten Vorwand zu haben, um Gabrielle wieder einmal zu sehn und mit ihr zu sprechen. Nicht minder war dem unbeschäftigten Franzosen der ebenso ehrenvolle als einträgliche Auftrag angenehm, nachdem ihm Hans den Wunsch seines Oheims mitgeteilt und eine ansehnliche Summe, die alle Erwartungen des Goldschmieds überstieg, für die Mühe versprochen hatte. Dieser machte sich sogleich mit solcher Lust und Liebe an die Arbeit, daß er nach den ihm gemachten Angaben schon in wenigen Tagen die Zeichnungen lieferte, welche Hans aufrichtig bewunderte und die auch den Beifall des weniger enthusiastischen Zunftmeisters fanden, obgleich er sich eines leichten Neides beim Anblick derselben nicht ganz erwehren konnte. „Der Mann“, sagte er,„kann ganz gut zeichnen, aber die Hauptsache ist doch die Ausführung, die nicht jedermann versteht und die nur ein gelernter zu tiger Meister ordentlich prästirt. Noch an demselben Tag legte der Zunftmeister die neuen Zeichnungen dem Kurprinzen und der hohen Frau vor, die damit höchst zufrieden waren und in schmeichelhafter Weise darüber ihre Anerkennung äußerten, indem sie besonders den seinen Geschmack und den Reichtum der Erfindung, die Zierlichkeit der Arabesken und die sinnige Anmut des figurlichen Schmuckes lobten. „Bei Gott!“ sagte die geistvolle Sophie Charlotte.„Ich habe einem deutschen Goldschmied gar nicht einen solchen Geschmack, eine solche Grazie zugetraut. Selbst ein Franzose hätte es nicht besser machen können.“ „Diesmal" versetzte der Kurprinz freundlich, hat sich Meister Lieberkühn tüchtig zusammengenommen und gezeigt, was die Berliner Kunst vermag und daß wir nicht mehr nötig haben, in Augsburg oder Paris unsere Bestellungen zu machen, worüber ich sehr erfreut und contentirt bin.“ „Eure kurprinzliche Gnaden“, stammelte dieser, verlegen über das Lob,„sind zu gütig. Es kommt doch alles erst auf die Ausführung an.“ „Ich zweifle nicht, daß Ihr auch darin das beste leisten und ein wirklich admirables Werk zur bestimmten Stunde uns abliefern werdet.“ Trotz dieses überaus gnädigen Empfanges war der Zunftmeister von der ihm zuteil gewordenen Anerkennung mehr beschämt als erfreut, da ihm sein Gewissen wegen der absichtlichen Verschweigung der Wahrheit fortwährend Vorwürfe machte. Aber die Furcht, sich vor den hohen Herrschaften herabzusetzen, hielt ihn zurück, ein offenes Geständnis abzulegen. Auch redete er sich selbst ein, daß nicht die Zeichnung, sondern die practische Aus führung, nicht die Idee, sondern die technische Arbeit an einem Kunstwerk die Hauptsache sei und beschwichtigte damit alle seine Scrupeln, wie dies in solchem Fall nur zu häufig geschieht. *.*(Ein Neufundländerhund als Gensdarm.] Man liest in der„Liberte": Folgendes ist wieder ein Beispiel von großem Verstande bei den Hunden. Eine Anzahl Polizeiagenten vernahmen, als sie ihre Runde machten, vor einiger Zeit gegen 1 Uhr des Morgens auf dem Boulevard Montparnasse in Paris ein wütendes Hundegebell. Sogleich liefen sie an die Stelle, von wo dieses erscholl, und fanden vor dem Magazin eines Delicatessenhändlers einen auf der Erde ausgestreckten Menschen, der von einem ungeheuren Neufundländerhunde gefangen gehalten und von diesem jedesmal, wenn er sich erheben wollte, gebissen wurde. Die Friedenswächter hoben den mit Blut bedeckten Menschen auf und führten ihn auf den Polizeiposten, wo seine schrecklichen Bißwunden verbunden wurden. Ins Verhör geführt, gestand dieser Mensch, daß er die Thüre dieses Magazins erbrochen und sich in den Laden eingeschlichen habe und daß er sofort von dem Hunde überfallen und an der Kehle gebissen worden sei. Der Uebelthäter hatte hierauf die Flucht ergriffen; allein das gescheidte Tier hatte ihn verfolgt und zu Boden gerissen. Der verwegene, aber übel zugerichtete Dieb ward auf das Depot gebracht. **[Abgeblitzt.] Am Eisenbahnwagen fragte kürzlich ein Geschäftsreisender einen anderen: „Womit handeln Sie denn?" Dieser wärmte den uralten Witz wieder auf und antwortete:„Mit Verstand!“—„So?“ meinte der andere und erwiderte:„Proben haben Sie wohl nicht bei sich?“ Es ist erstaunlich, welchen Fortschritt das Journalwesen in unseren Tagen gemacht hat, man kann fast nicht glauben, daß es möglich ist, für nur 30 Pfennig pro Heft eine solche Fülle interessanten und gediegenen, dabei unterhaltenden Lesestoffs und so viele herrliche Illustrationen zu geben, wie die„Illustrirte Welt" (Stuttgart, Deutsche Verlogs=Anstalt, vormals Eduard Hallberger) dies dem Publikum bietet. Das neue Quartal, welches diese Zeitschrift jetzt begonnen, führt das oben Gesagte recht ledhaft vor Augen; da finden wir zwei in hohem Grade spannende und so recht aus dem Leben gegriffene Romane:„Die gnädige Frau“. von H. S. Waldemar, eine in ländlichen Kreisen spielende, tiefempfundene und berzbewegende Erzählung, und den merkwürdigen, größtenteils in New=York spielenden neuen Roman Roßenthal=Bonin's:„Schwarze Schatten“, der jetzt gerade seine außerordentliche Zugkraft entfaltet, und schon tritt wieder ein neuer Roman in der Reihenfolge auf, die„Palwenkathe“ von Jäger, der auf ein großes Talent für das Innige und Rührende hinweist. Dazu bringt fast jedes Heft eine kleine hübsche Novelle, belehrende Artikel aus allen Gebieten des Lebens, Ratschläge und Recepte für Küche, Haus, Keller und Garten; die Jugend ist auch nicht vergessen durch Anweisungen, hübsch und recht anregend zu spielen; dazu Illustrationen, Landschaft, Geure, Zeitereignisse, Porträts, aus der Technik und dem Fabrikleben. Wahrlich mehr und besser Gewähltes als die „Illustrirte Welt“; dem Leser für einen so fabelhaft billigen Preis bietet, kann keine Zeitschrift bringen. Bestellungen nimmt R. Scipio's Buchhandlung in Gelsenkirchen entgegen. Die neue Auflage des Zeitungs=Verzeichnisses von Haasenstein& Vogler in Köln liefert wiederum den Beweis, daß diese Firma ihrem Bestreben, die Presse von Europa sowohl wie auch des gesamten Auslandes ihrem Kundenkreise zugänglicher und nutzbringender zu machen, treu geblieben ist. Vertretung für Gelsenkirchen und Umgegend: F. Dienst in Gelsenkirchen. Anmetbungrn zum Frzag unserer Zeitung können zu jeder Zeit erfolgen bei unseren Boten oder Expeditionen. Bekanntmachung. # Die Communal=Einkommensteuer * Heberolle der zu diesseitigem Amte gchörenden Gemeinden Schalte, ubauerschaft, Bulmke, Heßler Hüllen pro 1884/85 liegen G. a 10. d. M. ab 14 Tage lang E Einsicht im Verwaltungsbureau zerselbst offen, Etwaige Reclaationen bezüglich der durch die ### eberollen festgesetzten Communal= uerbeträge müssen daher bis zum Juli d. J. bei dem UnterSchneten oder dem betreffenden gemeinde= Vorsteher angebracht berden. Schalke, den 4. April 1884. 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Mit 400 Illustrationen und 130 Textkarten. In 45 Lieferungen à 40 kr.=75 Pf.= 1 Fr.=45 Kop. Oder in 9 Abteilungen à 2 fl.= 3 M. 75 Pf.= 5 Fr. = 2 N. 25 Kop., auch in drei eleg. Halbfranzbänden geb. à 7 fl. 20 kr.= 13 M. 20 Pf.= 17 Fr 60 Cts. = 7 N. 92 Kop. ist eine durchaus sorgfältige. Jede Lieferung enthält vier Pruckbogen(gleich 64 Seiten) Text. Die Abnahme kann in Lieferungen oder Känden beliebig nach und nach erfolgen. Adrian Balbi's Erdbeschreibung ist in ihrer siebenten Auflage dus erste geographische Handbuch, welches bereits die Ergebnisse der letzten Volkszählungen in den Jahren 1880 bis 1882 im Deutschen Reiche, in Oesterreich=Ungarn, Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Schweiz, Westrußland und selbst jene in Britisch=Ostindien enthält. Im topographischen Teile der einzelnen Länder wurde auf practisch bedeutsame Partien besonderes Gewicht gelegt, und die Bedeutung jedes Ortes für Industrie und Handelsverkehr hervorgehoben. 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