„ 10. Jahrgang. Die„Emscher Zeitung" erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und hohen Feiertage. Wochen=Beilage:„Illustrirtes Emscher Sonntagsblatt“ Insertionspreis: Die Petit=Zeile oder deren Raum 15 Pf., Verantmarsites an Reklamen 40 Bf. Satustuoprtticer Rtedacteur F. Dienst in Gelsenkirchen. verbunden mit dem Amt Herner Tage=Blatt. (Früher: Der Reichsfreund.) A Treuna vierteljährlich im Voraus. Man abonnirt 1 Universitäts= Studium in Deutschland. Vor etwa anderthalb Jahren wurde von verschiedenen Zeitungen darauf aufmerksam gemacht, daß sich allein innerhalb des preußischen Staatsgebiets seit dem Jahre 1872 die Zahl der Gymnasiasten v. 60 000 auf 77000, „„„ Gymnasien„ 212„ 280 vermehrt habe. Daran wurde die fernere Feststellung geknüpft, daß die Zahl der Studirenden auf preußischen Universitäten binnen acht Jahren (1873 bis 1881) von 9633 auf 11 305 angewachsen sei und daß diese Ziffern das Bedürfnis nach academisch gebildeten jungen Männern um ein Erhebliches überträfen. Hatte sich doch allein die Zahl angehender Juristen während des bezeichneten Zeitraums um 884, diejenige der Jünger der philosophischen Facultät um 2322 vermehrt. Eine neuerdings erschienene, höchst verdienstvolle Schrift des Halle'schen Staatswissenschaftslehrers Professor Conrad*) hat constatirt, daß die Gefahr der Ueberproduction an studirten Leuten nicht nur in Oreußen, sondern im gesamten deutschen Reiche besteht und beständig zunimmt. Die Zahl der Bewohner Deutschlands hat sich während des Jahrzehnts 1872 bis 1882 um etwa 13 pCt., diejenige deutscher Studenten dagegen um mehr als 62 pCt. vergrößert. Während des letzten halben Jahrhunderts hat diese Zahl sich nahezu verdoppelt. Man zählte auf den Universitäten Deutschlands im Sommer 1833 etwa 13000 Studirende " Jahre 1860„ 12000„ „„ 1872„ 15 000„ „„ 1883 mehr als 25000„ Das Ausland hat an diesem Wachstum der deutschen Universitätenfrequenz nur untergeordneten Anteil gehabt, da die Zahl ausländischer Studirender in den letzten Jahren abnahm; im Wintersemester 1881/82 zählte man an den sämtlichen Hochschulen des Reichs 1113 aus ländische Studenten(darunter 204 russische Unterthanen). Es versteht sich von selbst, daß die aus diesen Thatsachen gezogene Schlußfolgerung des Verfassers in einer nachdrücklichen Warnung vor weiterer Zuwendung zu den gelehrten Berufsarten besteht. Die Ueberfüllung derselben ist für die Beteiligten ebenso bedenklich, wie für die gesamte Nation, denn sie hat die Bildung dessen zurfolge, was der Culturhistoriker Riehl bereits vor 25 Jahren mit dem treffenden Ausdruck„gebildetes Proletariat“ bezeichnete. Einen der Hauptgründe des Uebels bildet der Zudrang der Söhne der Mittelklassen zu den Gymnasien, deren Zahl bis in die neueste Zeit beständig vermehrt wurde. Junge Leute, welche diese Anstalten besucht und die Abgangsprüfung bestanden haben, sind vom Universitätsstudium nur schwer zurückzuhalten und lassen dabei außer betracht, daß die eigentliche Schwierigkeit erst nach Beendigung derselben, während der länger und immer länger werdenden Wartezeit beginne, innerhalb welcher es keine Stipendien, sehr häufig auch keine elterlichen Unterstützungen mehr giebt und die Ansprüche nichtsdestoweniger zunehmen. An Warnungen vor leichtsinnigem, mit unzureichenden Mitteln unternommenem Universitätsstudium hat man es in den letzten Jahren weder von amtlicher noch von außeramtlicher Seite fehlen lassen. Wir erinnern daran, daß die preußische Regierung noch vor Jahresfrist bei gegebener Gelegenheit die Erklärung abgab, die Begründung neuer Gymnasien hinfort nur noch in Fällen unzweifelhaft nachgewiesenen Bedürfnisses zuzulassen! Möchten diese Warnungen auch bei Eltern und Lehrern die gehörige Berücksichtigung finden! Universitätsstudium in Deutschland während der letzten fünfzig Jahre."(Jena, bei G. Fischer, 1834.) + Die freien Hülfskassen. Fortschrittspartei und Socialdemokratie sind um die Wette bemüht, die Arbeiter vor dem Eintritt in„obrigkeitliche" oder„ortsstatutarische" Krankenkassen zu warnen und ihnen dafür die„freien" Hülfskassen ans Herz zu legen,„die, Dank ihrer Organisation, der„Manneswürde“ und dem „Selbstbewußtsein“, der Arbeiter allein Rechnung zu tragen vermöchten, ohne die Garantien der vollen Sicherheit des Betriebes im mindesten vermissen zu lassen.“ Sind beide Parteien einig in der Verurteilung der obligatorischen Kassen und in der Anpreisung des Segens und der Leistungsfähigkeit der„freien“ Kassen, so ist es ergötzlich zu sehen, wie die eine Partei der anderen einen Vorsprung abzugewinnen versucht und vor den „freien“ Kassen der Gegenpartei warnt. Der Führer der Socialdemokratie, Bebel, empfiehlt die über das ganze Reich verbreiteten, nach Berufsarten gesonderten socialistischen Central= kassen aus rein„practischen“ Gründen, nämlich weil sie in Zeiten epidemischer Krankheiten und bei größeren Unglücksfällen leistungsfähiger sind, als auf enge Bezirke begrenzte Local=Krankenkassen und weil ein Ortswechsel für den Arbeiter nicht auch den Wechsel der Kasse begründe. Der fortschrittliche„Reichsfreund“ ist dagegen für freie Ortskassen, welche den localen Bedürfnissen besser gerecht werden könnten; er meint,„für die Socialistenführer seien die Krankenkassen nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck: die Socialisten seien überall bemüht, ihre Partei= und Wahlinteressen in solche Organisationen hineinzutragen.“ Deshalb sollen sich die Arbeiter vor den Centralkassen der Socialisten hüten und— fortschrittliche eingeschriebene Hülfskassen als freie selbständige Ortskassen gründen, die natürlich mit der Politik nie was zu thun haben werden! Wenn von fortschrittlicher Seite den Arbeitern empfohlen wird, daß sie das Interesse der Krankenpflege und die wirtschaftlichen Berufsinteressen nicht„der Politik und dem Interesse politischer Agitatoren opfern“, so weiß man, wie das gemeint ist: der Wolf im Schafskleide wird seine Natur nie verleugnen. Aber über den einen Punkt, welcher bei der Krankenversicherung der wichtigste ist, gehen bezeichnender Weise Fortschritt und Socialdemokratie stillschweigend oder nur mit allgemeinen Redewendungen hinweg; es ist dies die Frage, ob die freien Hülfskassen auch das zu leisten vermögen, was sie versprechen und ob die Arbeiter für den Fall der Krankheit auch wirklich das erhalten werden, worauf sie durch Zahlung ihrer Beiträge einen Anspruch erworben haben. Geschäftsergebnisse der freien Hülfskassen sind in dieser Beziehung nicht gerade sehr ermutigend. Es giebt größere Hülfskassen, die sich bewährt haben, aber anderseits giebt es auch sehr viel andere, die teils zahlungsunfähig geworden, teils ihre Beiträge erheblich erhöht und ihre Leistungen vermindert haben. Wenn hierauf hingewiefen wird, suchen die Freunde des freien Hülfskassenwesens sich mit der Jugend dieser Einrichtung zu entschuldigen und dagegen die bedeutenden Erfolge des englischen Hülfskassenwesens mit der selbstverständlichen Voraussetzung auszuspielen, daß die deutschen Hülfskassen mit der Zeit dieselbe Stufe der Vollkommenheit erreichen werden. Wie es aber mit dem englischen Hülfskassenwesen in Wahrheit bestellt ist, dafür sind gerade jetzt wertvolle Mitteilungen der Oeffentlichkeit übergeben worden, die wir unseren Arbeitern zu ihrem Nutz und Frommen nicht vorenthalten wollen. In einer Brochüre über die englischen Hülfskassen von Dr. Hasbach sind jüngst die denselben anhaftenden Uebelstände aufgedeckt und nachgewiesen worden, wie in Wahrheit durch diese Kassen den Massen der Arbeiter nicht die Vorteile zugeführt worden sind, welche gerade für den Arbeiter in der Bekämpfung der ihn treffenden Notstände durch Versicherung liegen. Schon im Jahre 1864 äußerte sich Gladstone über den Zustand der englischen Hülfskassen dahin, daß sie ungenügend, manche sogar„verrottet" und„betrügerisch“ sind:„sie versprechen einen Zinsbetrag, der von einer ehrlichen und gerechten Verwaltung nicht bezahlt werden könne.“ Seine Bemühungen, eine staatliche Versicherung, die dem Volke Sicher19) Zu stolz. Roman nach dem Englischen von Chr. Jester. „Sie wartet lange, bis sie heiratet!“ Milly zuckte zusammen. „Ich dachte, Du nähmest Interesse an ihr, Denis. „Ich interessire mich sehr für sie— wie ein Vetter!“ „Ich dachte, mehr.“ „Ich war einst nahe daran, sie zur Ehe zu sen: „Und was hinderte Dich daran?“ „Die menschenfreundliche Bemerkung, die sie einer Zeit über des armen Ruperts Witwe fallen sieß. Mit dem Wunsche, Gladys zu besitzen, ist s seit jener Zeit vorbei.“ Eine peinliche Pause entstand. „Du bist mir nicht böse, daß ich so offen „Im Gegenteil, ich bin froh deshalb. Es hat Sich oft gequält.“ „Wenn Du mir vergiebst, dann lade mich nach uirem Landsitz ein.“ „Es wird uns alle freuen, wenn Du kommst.“ Trotzdem, obgleich sie Denis nicht zürnte, war Killy im Innersten ihres Herzens betrübt. Sie ebte ihre Schwester sehr, aber sie konnte sie och nicht ihr lebenlang als Zierrat im Hause Sir Edgar's letzte Krankheit, die AnPensegerf inder, die setzt zu alt waren, um dem Prst# sonal überlassen zu bleiben, hatten die Weeeen bestimmt, ihr Wanderleben aufzugeben und für immer nach Schloß Courtenay zurückzukehren. Daß Gladys mit ihnen so weiter lebte, war geradezu unmöglich. Man durfte sie doch nicht jeder Chance, eine glänzende Heirat zu machen, berauben, indem man sie fern von der Saison in London und fern von allem Verkehr mit der eleganten Welt hielt. „Ich werde froh sein, wieder nach Hause zu kommen,“ unterbrach sie ihren Ideengang.„Ich habe großes Verlangen, die Kinder wiederzusehen und es war unrecht, Mrs. Ford so lange die Sorge für sie allein zu überlassen. Ich bin recht Mesas Hässe, asse zur Erzieherin gewählt habe. Wiich habsche Briefe sie mir immer schreibt und wie sehr die Kinder sie zu lieben scheinen.“ Lady Courtenay war eine pflichterfüllte Mutter und war unglücklich über die fortwährende, unfreiwillige Trennung von ihren Kindern. Mrs. Ford's Sorge für ihre Kleinen hatte ihr bereits einen größeren Platz in ihrem Vertrauen gewonnen, als es persönlicher Verkehr gethan hätte. Als sie zurückkehrte und der zarten, sanftblickenden Gouvernante wieder begegnete, war es ihr, als seien sie schon lange Freundinnen gewesen herslsch. Vegrüßzung war daher warm und Sir Edgar, welcher nie glaubte, die Kleinen während der Abwesenheit der Eltern im Hause lassen zu können, war voller Höflichkeit gegen die Erzieherin, die so gut die Stelle der Mutter ausgefüllt hatte. Eveline fühlte, daß sie, wenn sie den beiden Gatten allein als ihres Gleichen, als ihres Bruheit gewähre, mit den Privatkassen in Concurrenz treten zu lassen, wurden durch den englischen Parlamentarismus insofern halb vereitelt, als die Minimalbeträge der staatlichen Versicherung aus Rücksicht auf die privaten Concurrenten zu hoch fixirt wurden. Es ist deshalb so ziemlich alles beim Alten geblieben. Lage sich die vielgepriesenen englischen Hülfskassen infolgedessen im Jahre 1880 befanden, ergiebt sich daraus, daß die Mehrzahl derselben in jenem Jahre vollständig zahlungsunfähig und nur ein Sechstel imstande war, die eingegangenen Verpflichtungen auf die Dauer zu erfüllen. Die zahlungsunfähigen Kassen(also fünf Sechstel aller) arbeiten mit einem Deficit von 118 pCt. ihrer verfügbaren Fonds. Um die Einnahmen und Ausgaben ins Gleichgewicht zu setzen, müßten bei diesen Kassen entweder die Leistungen um 27 pCt. reducirt oder aber die Arbeiterbeiträge um 32 pCt. gesteigert werden. Nach einer anderen Zusammenstellung, die sich auf einen engeren Kreis von Kassen bezieht, waren von 200 Arbeiterkassen nur 31 mit 6001 Mitgliedern zahlungsfähig, 169 mit 24 694 Mitgliedern zahlungsunfähig; diese letzteren besaßen einen Fonds von 215 556 Pfund, die Beiträge beliefen sich auf 364015, die Verbindlichkeiten aber auf 846 621 Pfund, so daß hier ein Deficit von 267000 Pfund, von nahezu 11 Pfund pro Mitglied, sich ergab. Aus einer neueren Uebersicht von 1882 ergiebt sich, „daß nur eine verhältnismäßig kleine Zahl von Gesellschaften Maßregeln ergriffen haben, um das bedenkliche Deficit zu beseitigen,“— die anderen lassen die Dinge ruhig weiter gehen. Diese Verhältnisse der gerühmten englischen Hülfskassen sollten doch auch unsere Arbeiter den freien Hülfskassen gegenüber— ob sie nun fortschrittliche oder socialistische sind— vorsichtig machen. Sicher gehen sie nur bei denjenigen Kassen, die ihnen die volle Sicherheit gewähren, daß sie nach regelmäßiger Zahlung der Beiträge auch das wirklich erhalten, was ihnen zusteht, und das sind die von Gemeindewesen zu errichtenden Ortskrankenkassen oder die Fabrik=, Bau= und Innungskrankenkassen. In diesen wird das wirtschaftliche Wohl sicherlich nicht der Politik und dem Interesse poltitischer Agitatoren— ob sie nun socialistische oder fortschrittliche sind— geopfert. Tages=Rundschau. I. Larlin, 15. Febr. Der Bundesrat hat, wie bereits berichtet, den Unfallversicherungsgesetzentwurf ebenso wie den Gesetz=Entwurf wegen Abänderung des Hülfskassengesetzes an die zuständigen Ausschaffe überwiesen. Beide Entwürf lagen noch nicht gedruckt vor. Man glaubt, daß die Ausschüsse etwa 14 Tage zur Vorberatung des Unfallversicherungsentwurfs brauchen werden. ** Die Steuercommission des Abgeordnetenhauses trat heute in die Generaldebatte des ders Witwe begegnet sei, sie dieselben von Herzen lieben gelernt haben würde. Wie es nun war, so verursachte die Aufrechthaltung ihres Geheimnisses eine eigentümliche Zurückhaltung in ihrem BenehLady Courtenay ihrer Schüchternheit und Gladys ihren schlechten Manieren zuschrieb. Denn Gladys war weit davon entfernt, diese Begriffsverirrung, wie sie es nannte, hinsichtlich der neuen Gouvernante zu teilen. wuic Pgesze bist sie für ihre Dienste“, bemerkte Stge## ihrer Schwester.„Wenn sie ihre Steue ncht ausfüllt, würdest Du statt ihrer JeIch sehe nicht ein, warum Du ihr so dankbar sein zu müssen glaubst.“ Milly antwortete uicht; aber sie merkte den Ausorau von Geringschätzung, mit dem Miß Lisle die Gouvernante beehrte und beschloß deshalb, heite, einander so wenig als möglich begegnen zu Sie hatte selbst die Frage angeregt, ob Mrs. Ford bei der Familie im Wohnzimmer sich aufhalten sollte, womit indessen Gladys so wenig einverstanden war, daß davon Abstand genommen Die kleine Familie war kaum im Herrenhause angekommen, als auch Denis eintraf und von der Nachbarschaft als Lord Carlyon ehrenvoll empfangen wurde., wurden Diners, Tanzpartieen und aue möglichen Wintervergnügungen arrangirt. Lady Courtenay erwiderte all' diese Freundlichkeiten, einige der Gäste blieben sogar einige Zeit in ihrem Hause, überall war Gastfreundschaft; die einzigen Zimmer, die nicht zu den Festlichkeiten hinzugezogen wurden, waren diejenigen, welche Eveline mit ihren Zöglingen bewohnte. Eines Abends baten einige der Gäste Lady Courtenay um die Erlaubnis, tanzen zu dürfen. Nach einigem Bedenken willigte sie ein. „Wie wollen Sie aber Musik haben?" fragte in meinem ganzen Leben .„ Quadrille gespielt. Sie sehen, auf mich konnen Sie nicht rechnen.“ Lladz's, setzte sich an's Plano; aber sie tanzte leidenschaftlich und war es bald überdrüssig, für das Vergnügen anderer zu spielen. .„Ich gehe und rufe Mrs. Ford, um zu spiesen-, sugte sie zu Denis, der bei ihr stand. „Meine Hände beginnen zu schmerzen.“ „Wer ist Mrs. Ford?“ Gladys öffnete ihre Augen weit vor Ueberraschung. es möglich, daß Du noch nichts gehört hättest von Millicent's kleiner Gouvernante, einer ausgabe aller möglichen Tugenden?" Ihr Ton verletzte Denis. Er erinnerte sich, Lup Milly von ihr als„einem Schatz für die Kinder" gesprochen hatte. Er kannte Gladys zu genau, um von ihr zu erwarten, daß sie fremdem Gefühl in irgend einer Weise Rechnung tragen würde, deshalb sagte er ernst: Bcht besicher 8 g. üur, nicht zu kommen.“ „Richl believen* Tacherlich! Sie muß kommen.“ „Sie mag wohl eine ausgezeichnete Erzieherin sein, aber vielleicht ist sie doch nicht so vor x# beschritten in der Musik, um Tänze spielen Unnen. Capitalrentensteuergesetzes ein. Abg. Dr. MeyerBreslau verwarf die Capitalrentensteuer, wollte sich aber mit einer bevorzugten Heranziehung der Renten im Rahmen des Einkommensteuergesetzes einverstanden erklären. Abg. von Benda vertrat denselben Standpunkt. Abg. von Rauchhaupt befürwortet einen von ihm eingebrachten Antrag, durch welchen die Actiengesellschaften u. s. w. der Capitalrentensteuer unterworfen, von der Gewerbesteuer dagegen befreit werden sollten. Generalsteuerdirector Burghart erklärte sich entschieden gegen diesen Antrag und constatirte, daß eine Umarbeitung des Gesetzes als integrirenden Teil der Einkommensteuervorlage keine Schwierigkeiten biete. Die Hauptsache sei die Entscheidung über materielle Fragen, so namentlich die Frage wegen Abzuges der Schulden. Abg. v. Bitter führte dagegen aus, daß die Capitalrentensteuer besonders zu behandeln sei; es sei dies für die Communalbesteuerung notwendig, auch sei die Frage des Schuldenabzuges nur in einem besonderen Gesetze lösbar. Abg. Dr. Wagner trat für die Vorlage ein und äußerte Bedenken gegen den Rauchhaupt'schen Antrag. Abg. Büchtemann äußerte sich im ablehnenden Sinne. Der Vorschlag, den die Regierung mache, habe sich nirgends bewährt. Dem gegenüber weiß Geh. Finanzrat Eilers auf die Erfahrungen hin, welche damit in Süddeutschland gemacht worden sind. Die Beratung gelangte nicht zum Abschluß. 8 Ferlin, 15. Febr. Welche Haltung die deutsche Regierung gegenüber England und der Sudanfrage einnimmt, geht aus einem kurzen Artikel der„Nordd. Allg. Ztg.“, der sich gegen einen Artikel der„Post“ richtet, hervor. Es heißt darin unter anderem:„... Deshalb erscheint es ungerecht, gegen die englische Regierung den Vorwurf zu erheben, sie habe die egyptischen Dinge kommen sehen, und benutze dieselben nun, um sich die kriegerische Unternehmung der fraglichen Landschaften im Interesse der allgemeinen Civilisation aufdringen zu lassen. Richtig dürfte vielmehr sein, daß die englische Regierung den egyptischen Schwierigkeiten gegenüber sich in wohlbegreiflicher Verlegenheit befindet, und daß es ihr sehr lieb sein würde, der kriegerischen Action überhoben zu sein...“ 8 Berlin, 16. Febr. In den Tagen des 21. bis 23. Febr. findet in Berlin die diesjährige Generalversammlung des an 2000 Mitglieder zählenden Vereins der Spiritusfabrikanten in Deutschland zusammen mit dem Verein der Stärkeinteressenten statt. Am 19. ds. tritt der Congreß deutscher Landwirte zu seiner 15. Hauptversammlung und am Tage vorher der Verein zur Förderung der Moorcultur zur diesjährigen Generalversammlung zusammen. Am 20. ds. hält die Vereinigung der Steuer= und Wirtschaftsreformer ihre Generalversammlung ab und an demselben Tage constituirt sich der deutsche Reichsverein für Landwirtschaft. Endlich wird am 25. Febr. im Reichstagsgebäude die 12. Plenar=Versammlung des deutschen Landwirtschaftsrats ihren Anfang nehmen. Am 23. ds. findet außerdem noch eine Haupt=Versammlung der deutschen Viehzucht und Heerdbuchgesellschaft statt. ** Gegen den socialdemokratischen Reichstagsabgeordneten Grillenberger, der Redacteur der „Fränkischen Tagespost“ ist von dem Anarchisten Paukert Strafantrag gestellt worden, weil in einer Grazer Correspondenz des genannten Blattes behauptet war, Paukert und Consorten seien die Urheber der in letzter Zeit vorgekommenen Raubmordattentate und auch Kunitzsch sei ohne Zweifel von der Wiener Diebesschule zu seiner That veranlaßt worden. Grillenberger ist bereit, den Beweis der Wahrheit anzutreten, er wird Zeugen aus Oesterreich und der Schweiz zur Verhandlung bringen und der bevorstehende Proceß wird voraussichtlich sehr nützliche Enthüllungen über die innige Verbindung der Anarchisten mit den sogenannten gemeinen Verbrechertum ergeben. S§ Zweiunddreißig Hamburgische Lotteriecollecteure haben an den preußischen Finanzminister von Scholz eine Denkschrift gerichtet, in welcher die Frage erörtert wird, ob die z. Z. im deutschen Reiche bestehenden StaatsKlassenlotterien aufzuheben oder beizubehalten seien. Die Denkschrift gipfelt in dem Ersuchen, der Minister wolle seinen entscheidenden Einfluß geltend machen, damit nicht urplötzlich Institute vernichtet werden, durch welche tausende und abertausende Staatsbürger, namentlich in Hamburg, Sachsen und Braunschweig, insbesondere alte diensterprobte aber dienstunsähig gewordene königl. preußische Beamte brotlos werden. * Perlin, 16. Febr. Bei Gelegenheit seiner heutigen Spazierfahrt machte der Kaiser der Gemahlin des französischen Botschafters und der Gemahlin des russischen Botschafters einen Besuch. Nach der Rückkehr in den Palast empfing er den Ministerpräsidenten von Puttkamer zu längerem Vortrag. Abends besuchte der Kaiser die Oper und sah dann im Palast den Prinzen und die Prinzessin Wilhelm, sowie den Prinzen und die Prinzessin Christian von Augustenburg nebst noch einigen anderen geladenen Gästen zum Thee um sich versonmet. *8 Der Kronprinz empfing gestern den Begründer der Arbeiter=Colonie Pastor v. Bodelschwingh in Audienz und unterhielt sich mit demselben in leutseligster Weise über dessen humane Bestrebungen. * Das österreichische Kronprinzen* rar beabsichtigt, nächsten Monat eine Reise durch östliche Europa anzutreten und dabei vornehmlich Constantinopel sowie die Höfe von Belgrad und Bukarest zu besuchen. * Berlin, 17. Febr. Mehrere Blätter wollen wissen, für die kommenden Reichstagswahlen seien conservativerseits die Candidaten für die Berliner Reichstagswahlkreise designirt worden. Das ist nicht der Fall. Das conservative Central= Comitee hat in dieser Beziehung noch keinerlei Entscheidung getroffen; es ist indes wahrscheinlich, daß auf die früheren Candidaten in erster Reihe Bedacht genommen werden soll. ** Im Abgeordnetenkreisen glaubt man vielfach, der Reichskanzler werde sich an der zweiten Beratung der Steuergesetze im Abgeordnetenhaufe beteiligen. "* Der Reichskanzler hat, wie nicht anders erwartet werden konnte, die vom amerikanischen Gesandten Sargent dem auswärtigen Amte zugestellten Beschlüsse des amerikanischen Repräsentantenhauses inbezug auf Lasker auf diplomatischem Wege an das Repräsentantenhaus zurückgehen lassen, und zwar, nach der„Köln. Ztg.“, mit der Motivirung, daß der Abg. Lasker in Deutschland durchaus nicht eine so hohe Stellung eingenommen habe, daß ein derartiges ihn auszeichnendes Dazwischentreten des Reichskanzlers angezeigt erschien. ** Die Jagdordnungscommission lehnte heute die Bestimmung ab, daß auch für Jagdcontraventionen prinzipaliter auf Haft erkannt werden könnte und daß in diesen Fällen das Gewehr zu confisciren sei. ** Die Budget=Commission genehmigte die Secundärbahnvorlage, bezüglich der Strecke Naumburg a. d. Saale nach Antern wurde, unter der Bewilligung der geforderten 4 623.000 Mark bestimmt, daß auf den von den Interessenten in Anspruch genommenen Baarzuschuß von 270 000 M. verzichtet werden und auch diese Summe vom Staate getragen werden soll. ** Die neuliche Anwesenheit des würtembergischen Staatsministers v. Mittnacht in Berlin stand bekanntlich mit der Frage eines besseren Anschlusses Würtembergs an das norddeutsche Bahnnetz in Verbindung. Die Verhandlungen sind von Erfolg gewesen, denn, wie aus Stuttgart gemeldet wird, konnte Herr v. Mittnacht dem Eisenbahnrate die Mitteilung machen, daß der Sommerfahrplan nicht nur die Wiederherstellung des Eourierzuges Berlin=Stuttgart (via Hanau) Zürich=Mailand enthalten, sondern daß auch ein Schnellzug Ulm=Friedrichshafen mit Rücksicht auf die Arlbergbahn eingeführt werde. * Die Ausarbeitung der Novelle zum Hülfskassengesetz hat das Gerücht gezeitigt, die Regierung beabsichtige die freien Krankenkassen zugunsten der öffentlichen und Fabrikkassen zu beseitigen. Der Entwurf, welcher dem Bundesrate vorliegt, enthält eine solche Bestimmung nicht. :: Presden, 16. Febr. Die Haltung der sächsischen Fortschrittspartei, welche bereit ist, der Regierung in ihren Bestrebungen zur Beschneidung der socialdemokratischen Auswüchse hülfreiche Hand zu leisten, hat natürlich das Mißfallen der Berliner Fortschrittsführer in hohem Maße erregt. Eugen Richter hat neulich in einer Volksversammlung in Plauen im Voigtlande gezweifelt, daß außerhalb des Dresdener Landtages irgend jemand in der Fortschrittspartei, das Vorgehen der sächsischen Fortschrittspartei billige. Der Erfolg dieser Aeußerung war, daß der Führer der fortschrittlichen Fraction im sächsischen Landtage, Curt Stark, aus fortschrittlichen Kreisen im Lande eine ganze Flut von Zustimmungsadressen erhielt. Der große Eugen hat sich demnach wieder einmal arg geirrt. Zu der Richter'schen Aeußerung in Plauen erklärt übrigens Herr Curt Stark: Richter hätte sich vorher von der Lage der Dinge überzeugen müssen, dann wäre es nicht dazu gekommen, durch derartige vage Behauptungen einen billigen Applaus erzielen zu wollen. Und ein anderes hervorragendes Mitglied der sächsischen Fortschrittspartei erklärte unter dem Beifall unter seiner Gesinnungsgenossen, daß er mit der Haltung Richter's, zumal im Reichstage, durchaus nicht einverstanden sei. Man sieht, der Riß geht immer weiter. * München, 16. Febr. Die Strafkammer des Landgerichts verurteilte den Director des HofTheaters, Possart, wegen Herausforderung des Dr. Sigl zum Duell, sowie den Cartellträger Possarts, Schneider, zu je einem Tage Festungshaft und solidarischer Tragung der Kosten. + Wien, 15. Februar. Das österreichische Abgeordnetenhaus ist gestern in die Beratung der Ausnahmemaßregeln für Wien und Umgebung eingetreten. Der Berichterstatter der Mehrheit des Ausschusses Tonkli empfahl die Annahme, dann sprachen die Abgg. Kopp und Schorschmied gegen die Vorlage. Letzterer meinte die Regierung hätte das Beispiel des deutschen Socialistengesetzes befolgen sollen, woraus der Ministerpräsident Graf Taaffe schlagfertig mit der Frage antwortete: Wie hätte man vermuten sollen, daß die Herrn eine Verordnung ablehnen würden, die sich auf ihr eigenes Gesetz stützt? Der Ministerpräsident erklärte übrigens sehr entschieden, die Regierung wolle nur gegen die anarchistischen Umtriebe vorgehen, die Bürger müßten vor Mord und Brand geschützt, der Socialismus müsse aber durch andere Mittel geheilt werden. Er bat schließlich im Anschluß hieran das Unfallversicherungsgesetz recht bald in die Hand zu nehmen. Abg. Graf Hohenwarth griff mit großer Schärfe den Minoritätsbericht an, der in den vorgekommenen Missethaten keinen Zusammenhang, kein Winken einer verbrecherischen Corporation, erkennt. Er warf mit vollem Recht die Frage auf, wieviel Leute denn eigentlich noch umgebracht werden sollten, bis die Minorität bekehrt sei; ob es wohl erst zu Waffenmorden kommen solle. Nachdem noch die Abgg. Fürnkranz und Exner, sowie als Generalredner der Linken Professor Süß gegen die Vorlage gesprochen, wurde die Debatte geschlossen. Süß verstieg sich soweit, die Regierung zu beschuldigen, die anarchistische Bewegung großgezogen zu haben. Nachdem heute noch die Berichterstatter gesprochen, beschloß das Haus mit 177 gegen 137 Stimmen die Ausnahmemaßregeln für gerechtfertigt zu erklären. Mit demselben Stimmenverhältnis wurde von der Sistirung der Geschwornengerichte Kenntnis genommen. Von den Rednern der Oposition sind im Verlaufe der Debatte wiederholt Vergleiche zwischen den Ausnahmemaßregeln für Wien und dem deutschen Socialistengesetz gezogen worden, die durchweg zugunsten des letzteren ausfielen und die Regierung wurde getadelt, daß sie nicht ein ähnliches Gesetz vorgelegt habe. Wassagen da zu diejenigen deutschen Fractionen, welche der österreichischen Opposition nahe stehen? * Wien, 15. Februar. Nach den Reden der beiden Berichterstatter wurde der Antrag der Majorität des Ausschusses, die Regierungsverfügung betreffend die Ausnahmemaßregeln für die Gerichtssprengel Wien, Kornenburg und Wiener Neustadt für gerechtfertigt zu erklären, und die Verordnung betreffs die Aufhebung der Geschworenengerichte zur Kenntnis zu nehmen, mit 177 gegen 137 Stimmen vom Abgeordnetenhause angenommen. * Wien, 15. Februar. Die aus Wien ausgewiesenen radicalen Socialisten haben sich in Pest niedergelassen, wo auch ihr Organ,„die Zukunft," weiter erscheint. * Wien, 17. Febr. Wie die„Presse“ meldet, ist der österreichisch=französische Handelsvertrag nunmehr unterzeichnet worden. Derselbe ist auf unbestimmte Dauer abgeschlossen, dergestalt, daß beiden Teilen das Recht einer halbjährigen Kündigung zusteht. * Paris, 15. Febr. Diesen Morgen fand in Ville'Avry ein Zweikampf zwischen den republikanischen Deputirten Laguerre und FrankChauveau statt, wobei beide Kämpfer leicht am Kopfe verwundet wurden und schließlich eine gefährliche Verwundung am Knie erhielt. Paris, 15. Febr. Der Rücktritt des französischen Finanzministers Tirard gilt als sicher; als sein Nachfolger wird Leon=Say genannt. Eine Aussicht, welche wie immer die Pariser Börse in Aufregung gebracht hat. Die neue Anleihe=Emission hat nicht befriedigt. Das chronische Deficit im französischen Staatshaushalt erregt endlich allseits Bedenken und der Kammerfinanzausschuß präsentirt ein ganzes Steuerbouquet: 6 pCt. Steuer von allen hypothekarischen Forderungen, Erhöhung der der Couponsteuer von 3 auf 4 pCt., 3procentige Steuer von allen Staatsrenten, 2½procentige Steuer vom Gehalte aller Staatsbeamten, von den Officieren— Liebchen, was willst du noch mehr? Die neuen Steuern sollen 260 Mill. einbringen. * Paris, 15. Februar. Der officiöse „National“ bringt folgende Note: Die Aufmerksamkeit der Regierung ist auf mehrere Artikel der Berliner„Post“ hingelenkt worden, welche die vollständigsten und genauesten Details über unsere Forts im Osten bringen. Das Blatt citirt sogar geheime Arbeiten, die im Fort von Frouard vor kaum einem Jahr begonnen wurden und noch nicht einmal gänzlich vollendet sind. Wir glauben zu wissen, daß der Kriegsminister sofort Befehle gegeben hat, die auf gewissen Punkten angefangenen Arbeiten einzustellen und die dabei beschäftigt gewesenen Arbeiter zu entlassen. # Jonden, 16. Febr. Nach einer Erklärung Dilkes im englischen Unterhause zweifelt die englische Regierung an einem entsprechenden Erfolge der Sendung des General Gordon nicht. Als Princip der englischen Regierung bezeichnete der Redner: Die egyptische Herrschaft zurückzuziehen, wo das Aufrechterhalten derselben falsch sein würde, sie zu verbessern, wo sie segensreich und natural sei und, wie am roten Meere, von England und anderen Nationen zur Unterdrückung des Sclavenhandels benutzt werden könne. Was die englische Politik im Sudan soeciell angeht, so hat Gordon folgenden Plan: Die Abkömmlinge oder Vertreter der früheren Sultane sollen wieder eingesetzt und die egyptischen Waffenverräter im Sudan ihnen ausgeliefert werden. Den Sultanen soll freigestellt werden, zwischen ihrer Unabhängigkeit oder der Oberherrschaft des Mehdi zu wählen. Gordon denkt, sie werden lieber unabhängig sein wollen, und sich schließlich gegen den Mahdi selber kehren.— Aus Irland werden abermals zwei Agrar=Morde gemeldet, in beiden Fällen handelt es sich um die Person von Farmern. Der eine wurde schrecklich verstümmelt, der andere mit zerbrochenem Rückrat aufgefunden. Von den Mördern des ersteren hat man noch keine Spur, dagegen ist ein Mann, der des letztern Mordes dringend verdächtig ist, verhaftet worden. London, 16. Febr. Die„Times meldet aus Suakin von gestern, die Aufständischen hätten in Sinkat gegen 200 Frauen und nahezu ebensoviel Kinder niedergemacht. Aus Kaire wird gemeldet, daß General Gordon Shandy, welches auf dem Wege nach Karthum ungefähr in der Mitte liegt, erreicht hat. Für Tokar wird ein ähnliches Schicksal befürchtet, wie das, welches Sinkat erreicht hat. Der englische Consul in Suakim meldet telegraphisch, daß Osman Digma nach den Berichten der„Spinne" Tokar wahrscheinlich vor Ankunft der englischen Expedition angreifen werde. Washinzten, 14. Febr. Der Generalprocurator hat die Entscheidung getroffen, daß Waren, welche sich seit mehr als 3 Monaten, vom Tage ihrer Einfuhr an gerechnet, in den Lagerhäusern befinden, als verlassen anzusehen und zu verkaufen sind. * New=Vork, 15. Februar. Das Wasser in Cineinnati fällt; in der letzten Nacht sind in Cincinnati durch den Einsturz der Rückseite zweier Gebäude, welche vom Wasser unterminirt waren, 12 Personen ums Leben gekommen. * New=Pork, 16. Februar. Zugunsten der Ueberschwemmten in den Vereinigten Staaten sind Sammlungen im Gange. Nachdem der Congreß 200 000 Dollars für denselben Zweck votirt, werden thätige Schritte zur Linderung des Notstandes ergriffen. Längs des Flusses Ohio innerhalb 25 Meilen von Gallipolis wird für den Unterhalt von 30 000 Personen für die nächsten 14 Tage gesorgt werden müssen. Neuigkeiten aus der Verwaltung. Infolge einer Eingabe, betreffend das Verfahren bei Ausschreibung und Beschaffung der im Bereiche der Staatseisenbahn=Verwaltung für den Betrieb, sowie für die Unterhaltung und Erneuerungerforderlichen Gegenstände, hat der Minister der öffentlichen Arbeiten die in dieser Beziehung bestehenden Vorschriften einer erneuten Prüfung unterziehen lassen. Es hat sich hierbei ergeben, daß bei den bezüglichen, im Bereiche der Staatseisenbahn=Verwaltung angeordneten Maßnahmen auf das Interesse der beteiligten Industrie, insbesondere auf angemessene Normirung der Lieferfristen und thunliche Gleichmäßigkeit in der Beschäftigung der Werke bereits entsprechende Rücksicht genomuen ist, und daß die in der Eingabe vorgetragenen Beschwerden hauptsächlich wohl nur in dem Umstande ihre Erklärung finden, daß die betreffenden Anordnungen noch nicht überall zur vollen Wirkung haben gelangen können. Der Minister will jedoch auch für die Folge darauf Bedacht nehmen, daß für die Fabrication der zu beschaffenden Gegenstände möglichst ausgedehnte Zeiträume zur Verfügung stehen, sowie daß die Vergebung der aus besonderen außerstatutenmäßigen Mitteln zu beschaffenden Gegenstände soweit thunlich zu solchen Zeiten erfolgt, welche nicht bereits vorwiegend durch die Herstellung des für die laufende Unterhaltung und Erneuerung bei den Staatsbahnen erforderlichen Bedarfs in Anspruch genommen sind. 60 Selsenkirchen, 18. Febr. Nunmehr findet auch für Herrn Schmidt am Dienstag, 19. d.., eine Benefiz=Vorstellung statt und hat derselbe für den Abend Schiller's Räuber gewählt. So bekannt nun auch dieses Erstlingswerk Friedrich v. Schiller sein dürfte, so ist dieses großartige Schauspiel noch immer ein Reportoirstück auf den größten deutschen Bühnen und kann man dasselbe recht gut wiederholt sehen. Herr Franz Genesius wird an dem Abende hier gastiren und hat die Rolle des Franz Moor übernommen; Herr Schmidt wird den Spiegelberg spielen. Die Rollen sind schon frühzeitig verteilt, so daß sich eine gute Durchführung erwarten läßt, und da wäre denn auch dem Beneficianten wohl ein vollbesetztes Haus zu wünschen. X Schalke, 18. Febr. In der Gesellschaft Erholung war vorgestern Abend eine kleine Vorfeier zu Fastnacht arrangirt, zu welcher sich zahlreiche Besucher eingefunden hatten, und bei der es äußerst gemütlich und carnevalistisch zuging. Nach der närrischen Sitzung fand ein Tanzkränzchen statt.— Eine zweite und Haupt=Faschings=Feier ist auf nächsten Samstag angesetzt. Der Vorstand des Krieger= und LandwehrVereins hielt gestern Morgen im Hotel Bömighaus eine Sitzung ab. X Der äußere Briefkasten an unserem Postamt entspricht den berechtigten Ansprüchen des Publikums in keiner Weise. Es ist uns gewiß jetzt zum 10. male passirt, daß wir abends beim Hineinwerfen von Briefschaften in den Kasten Postkarten und Briefe oben liegen sahen, die mit Leichtigkeit hätten herausgenommen werden können, wenn wir denselben nicht einen Gnadenstoß versetzt und sie hinunter befördert hätten. Dem Uebelstande wäre doch unserer Meinung nach sehr leicht abzuhelfen; warum geschieht's denn nicht? X Die Sterblichkeit unter den Kindern war in unserem Amte vergangene Woche wieder sehr groß. Ob wohl das inzwischen eingetretene Winterwetter Besserung bringen wird? * In Portmund giebt es nicht weniger als 284 Hotels, Gasthöfe, Wirtshäuser und Kneipen. Zur Herstellung des weithin rühmlichst bekannten Dortmunder Bieres sind 34 Brauerein thätig, so daß auf etwa 8 Wirtschaften je eine Brauerei kommt. * In Hagen fand im Saale des Hotel Lünenschloß die Gründung eines conservativen Vereins für den Wahlkreis Hagen statt. * In Münster, dem„nordischen Rom“, fuhren am Donnerstag die anwesenden Damen des münsterländischen Adels in corpore zum Palais des Bischofs, um demselben ihre Aufwartung zu machen. Später waren der Herr Bischof, das Domcapitel und zahlreiche sonst Geladene, namentlich der des Festes wegen anwesende Adel der Provinz in den Räumen des königlichen Schlosses, wohin eine Einladung des Herrn Oberpräsidenten v. Hagemeister dieselben entboten, versammelt. Also auch der erste Beamte der Provinz hat es für angezeigt erachtet, den zurückgekehrten Bischof in feierlicher Form zu begrüßen und ihm seine Freude über die erfolgte königl. Begnadigung auszudrücken. Damit dürfte selbst der verstockteste Ultramontane zufrieden gestellt sein. Die Zahl der auswärtigen Festteilnehmer bei Gelegenheit der Rückkehrfeierlichkeit wird auf 60 000, die mit den köln=mindener, bergisch=märkischen und münster=enscheder Bahnen beförderten Festteilnehmer auf 35.600 angegeben. An aufregenden Reden und Toasten hat es nicht gefehlt, namentlich ein Fabrikant Wiese aus Werden pries bei Gelegenheit einer Festversammlung im Rathaussaale die Haltung des Clerus und tadelte die nicht erfolgte Begnadigung des Bischofs Melchers. Der Reichskanzler müsse zur Angabe der Gründe eventuell gezwungen werden, warum die Begnadigung nicht erfolgen könne. von Schorlemer hat denn schließlich versprochen, eine Lanze für den p. Melchers zu brechen.— Die katholischen Blätter registriren empört, daß die Staatsgebäuden in Münster unbeflaggt gewesen wären und daß dem officiösen Wolff'sche Telegraphen=Büreau aus Münster kein Wort durch den Draht gegangen sei.— Wir bedauern die Stellung des wieder eingesetzten Bischofs unter einem so fanatisirten Volke, da ersterer in seiner Rede auf die allerhöchste Begnadigung Sr. Majestät des deutschen Kaisers in recht feierlichen Worten zurückgekommen ist. * Die Kohlenwäscherei der Zeche„Eintracht" bei Steele geriet in Brand und wurde gänzlich eingeäschert. Menschenleben kamen nicht zu Schaden. * In Offenbach hat die erste Probefahrt auf der electrischen Bahn zwischen dort und Sachsenhausen und zwar auf dem bereits fertig gestellten Teile Oberrad=Sachsenhausen stattgefunden. In einigen Wochen wird die ganze Strecke dem Verkehr übergeben werden. * In Crier ist einem Geistlichen, welcher sich seit kurzem in einer verwaisten Pfarrei an der Saar aufhielt, von der Regierung zu Trier der Befehl zugegangen, die Pfarrei zu verlassen. Er gehört zu der Zahl der nicht dispenfirten Geistlichen. Handel und Verkehr. Neuß, 16. Februar. :.Qu. 18 80 Fruchtpreis.] 44 S 15 40 13 80 Hafer alter à 100 Kilo " neuer„„„ Raps 1...."—— " 2„""—— Kartoffeln„„„ 400 Henu per 50 Kilo 360 Roggenstroh 600 Krlo 34 00 Partten von 100 Ctr. 68— . 6 9 5 0 " 137 " 5 80 Aumeidungen zum Hrzug unserer Zeitung können zu jeder Zeit erfolgen bei unseren Boten oder Expeditionen. Weigen 100 Kllo).“ 1680 n(%."—— Landroggen /1. neu 14 80 à 100 Kilo 12.„ 12 80 Gerste 100 Kilo 15 50 Buchweizen„ 15 50 Rüböl per 100 Kilo in Rüböl per 100 Kilo faßweise Preßkuchen per 1000 Kilo Kleien per 50 Kilo Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo Glasgow, 16. Februar. Die Vorräte von Roheisen in den Stores belaufen sich auf 592 900 t, gegen 595 300 t im vorigen Jahre. Zahl der im Betrieb defindlichen Hohöfen 90 gegen 111 im vorigen Jahre. 15. Febr. Die Petroleumpreise weichen, hauptsächlich infolge des jüngsten Rückganges der Certificate und der Unthätigkeit der Verlader. Berliner Börse. Berlin, den 16. Februar 1884. Fonds und Staats=Papiere. Deutsche Reichs=Anleihe..... 4 102,60 Preußische consolidirte Anleihe... 4½ 103,70 St.. do. 4 102.50 Staats=Anleihe 1868 4 101,70 „ 1850, 52, 53 62... 4 101,70 Staats=Schuldenscheine. 3½ 9900 Oesterreichische Goldrente.... 4 85.50 „ Silberrente 4⅛ 67.80 „ Papierrente 4⅛ 67.20 Verstaatlichte Eisenbahnen. Bergisch=Märkische 0—— Rheinische, abgestempelte.. 0 167.00 „ L. B.(gar.) 0 102,75 Gotthard vollgezeichnet..... 0 6 98.60 Russische Staatsbahn..... 0 5 126,70 Eisenbahn=Prioritäten=Obligationen. Aachen=Mastricht. 4 98.50 Brg.=Märk. I. und II. Serie.. 4½ 103.80 " III. A. B. 3¼ g. 3½ 95.75 „ Lit. C. 3½ 95,75 „ IV. Serie 4½—— Berg.=Märk. V. Serie... 4½ 103,80 „ VI. Serie 4½ 105.40 „ VII. Serie conv.. 4½ 103,80 „ VIII. Serie 4½ 103,70 „ IX. Serie. 5 103,40 Bank=Actien. Zinsfuß überall 4 pCt., bei der Reichsbank 4½ pCt. Aachener Disconto=Gesellschaft 0 110,50 Allg. Deutsche Handels=Gesellschaft. 0 89 40 Bank für Rheinland und Westfalen. 0 84.00 Bergisch=Märkische Bank 0 118.25 „ Industrie=Gesellschaft.. 0 68 25 Berliner Handels=Gesellschaft.. 0 125 60 Berliner Makler=Verein... 0 109,50 Cölnische Wechs.= und Bank:... 0 93.50 Deutsche Bank 0 146,00 „ Hyptheken=Bank.. 60% 0 90.50 „ National=Bank 0 107.25 Disconto=Commandit 0 194,90 Dortmunder Bank=Verein.... 0 97.30 Essener=Credit=Anstalt.. 0 98.50 Nationalbank für Deutschland. 0 97,00 Norddeutsche Bank 0 153.10 Preußische Boden=Credit=Bank 0 102,50 Reichsbank0 148.70 Schaaffhausener Bank=Verein... 0 91,20 Nachen=Höngen0 39,50 Annener Gußstahl=Fabrik— Arenberg, Gesellschaft für Bergbau 0 Bochumer Bergwerks=A. Lit. A. 0 „ Lit. B. 0 Bochumer Gußstahlfabrik 0 Borussta, Bergwerk 0 Bontfacius Bergwerk: 0 Cölner Bergwerks=Verein 0 Cöln=Müsener Bergwerks=Verein"— Dortmunder Bergwerke Lit. A.— „„ Oblig. 0 Dortmunder Union 600 Mark 0 „„ 400„ 0 „„ 300„ 0 Dortmunder Union Stamm=Pr. 0 „ Part.=Obligation 0 Gelsenkirchener Bergw.=Actien=Ges. 0 Georg=Marien=Bergwerks=Verein 0 Harkort Bergwerk 0 „ Maschin. 0 Harpener Hütten. 0 Hibernia u. Shamrock 0 Hörder Bergw.= u..=Act.=Ges.: 0 do. zusammengen.. 0 Louise Tiefbau 0 Märkisch=Westfälische Bergw. 0 Madeburger Bergwerks=Act.=Ges. 0 Mechernicher 0 Oelheim Petroleum. 80%„.— Phönix Berzwerks=.=G. Lit. A. 0 „ Lit. B. 0 Pluto, Bergwerks=Gesellschaft 0 Westfälische Draht=Industrie 0 #" Union.. 0 Ryein.=Westf. Industrie— Geld=Sorten und Banknoten. Dukaten per Stück Sovereigns per Stück 20 Francs=Stück per Stück Gold=Dollars per Stück Imperials(halbe) per Stück Imperials per 500 Gr. Englische Banknoten 1 Lstr. Französische Banknoten per 100 Fr. Oesterreichische Banknoten 100 Fl. „„ Silber=Coupons Russische Banknoten per 100 Rubel " Zoll=Coupons Umrechnungs=Sätze. 1 Dollar= 4,25 M. 100 Francs= 80 M. 1 Gulden Oest. Währ.= 2 M. 7 Gulden Südd. Währ. = 12 M. 100 Gulden Holländ. Währ.= 170., 1 Mark=Banco= 1,50 M. 100 Rubel= 320 M, 1 Liv. Sterl.= 20 M Zinsfuß der Reichsbank. Discont 4 pCt. Lombarden 5 pCt. 80.25 4300 94,00 64.25 115.50 21,10 51,00 103.50 11,60 17.50 24,00 82.25 108,10 117.00 70,00 68.50 35,00 95.50 93.75 29.60 58,50 41,10 6000 196.10 171.00 39,00 86.25 36.00 62.75 106,00 6,50 2010 .73 20.40 16,233 4,18 16,73 1395.00 20.465 81,20 168,65 168.35 198.25 20,64 Meteorologische Notizen. 16. Februar 18. Februar NO □70 * Der Hund als größte Parasiten= herberge. Von Professor Dr. H. Landois in Münster. Man ist so sehr daran gewöhnt, den Hund als den getreuesten Freund und gemütlichsten Hausgenossen anzusehen, daß man ganz und gar vergißt, daß derselbe zu den gefährlichsten Feinden gehört, welche der Mensch überhaupt besitzt, und der um so gefährlicher wird, als er mit uns unter einem Dache lebt und leider häufig genug Tisch und Bett zu teilen pflegt. Aeußerlich und innerlich ist der Hund eine sehr gefährliche Herberge von allerhand Parasiten, welche gelegentlich dieses Wirtshaus verlassen und auf den Menschen übersiedeln. Nur der Vollständigkeit wegen erwähnen wir hier des Hundeflohes, welcher oft in Menge auf der Haut des Hundes schmarotzt. Er bildet von den gegen 40 bekannten Floharten eine Species für sich, gekennzeichnet durch den Zackenkamm seiner Brustringel, der ihm auch den Namen Hundekammfloh gegeben hat. Der Hundefloh, welcher auch den Menschen arg belästigen kann, gehört zwar nicht zu den gefährlichsten Gästen des Hundewirtes, aber doch jedenfalls nicht zu den erwünschten. Wie ein Maulwurf gräbt sich die Krätzmilbe des Hundes Gänge unter die Haut des Wirtes und erzeugt hierdurch den Räudeausschlag. Auch diese Milbe kann auf den Menschen übergehen und einen ähnlichen Krätzeausschlag bewirken. Besonders sind Damen und Kinder mit ihrer zarteren Haut für diese Milben und den durch sie hervorgerufenen Krätzeausschlag empfänglich. In den Talgdrüsen lebt eine noch viel kleinere, lang gestreckte Milbe, die Balgmilbe des Hundes. Sie verursacht am Kopf, Brust und am Kreuz des Hundes rote Flecken, welche bald mit zahlreichen kleinen Geschwüren sich bedecken. Kratzen und Scheuern vergrößern den Ausschlag, der dann einen widerlich süßen Geruch verbreitet. Auch diese Milbe geht gern auf den Menschen über, und mancher Nimrod mit roter eiteriger Kupfernase führt diese Gesichtszierde gewiß eher auf seine Schnapsflasche als auf seinen lieben Jagdgenossen zurück. Wir haben bereits in einem früheren Vortrage darauf aufmerksam gemacht, daß der Kopfgrind der Kinder durch einen microscopisch kleinen Pilz, den Favuspilz, verursacht werde. Dicke, wachsgelbe Krusten und Borken, getrocknetem Brotleig nicht unähnlich, bedecken den Kopf und bereiten einen höchst widerlichen Geruch. Dieser Pilz lebt auf Hausmäusen, Hauskatzen und Haushunden und siedelt gern auf Menschen über. Also Grund genug, um sich von diesen Wirten möglichst fern zu halten. Zunächst verwandt mit obigem Pilze ist die sog. Borkenflechte, auch ein Pilz, welcher seine Keimkörner in die Haare sendet. Er Es hat dem lieben Gott gefallen, gestern Abend 7 Uhr unser jüngstes Söhnchen, WIIIy, im Alter von 3 Jahren 9 Monaten wieder zu sich zu nehmen. Gelsenkirchen, 18. Febr 1884. C. Hörster, Lehrer und Frau. Bekanntmachung. Diejenigen Mannschaften der Reserve, Landwehr und Ersatz=Reserve 1. Klasse, welche gemäß§ 17 der Control=Ordnung auf Zurückstellung im Falle einer Mobilmachung mit Rücksicht auf ihre häuslichen oder gewerblichen Verhältnisse Anspruch machen, haben sich in der Zeit vom 25. bis 28. d.., morgens 10—12 Uhr, auf dem hiesigen Verwaltungs=Bureau unter Vorlegung ihrer Militärpapiere, Steuerzettel und sonstiger Documente über etwaig vorhandene Schulden zu melden. Dieselben haben die erforderlichen genauen Ausweise über persönliche Familien= und Vermögens= Verhältnisse beizubringen. Schalke, den 15. Februar 1884. Der Amtmann: Klose. Bekanntmachung. Die Aufnahme resp. Erneuerung der Reclamationen von Militärpflichtigen, welche aufgrund des§ 30 der Deutschen Wehrordnung vom Militärdienste befreit resp. zurückgestellt sein wollen, findet am 19., 20. und 21. d.., während der Nachmittagsbureaustunden auf dem Verwaltungsbureau hierselbst statt. Es muß hier bei über Familien= und Vermögens=Verhältnisse genau Auskunft gegeben und das GeburtsDatum aller Familien=Mitglieder durch Atteste nachgewiesen werden. Zur Beurteilung der SteuerVerhältnisse sind die Steuerzettel des laufenden Jahres vorzulegen; Schulden können nur berücksichtigt werden, wenn solche nachgewiesen werden. Schalke, den 15. Februar 1884. Der Amtmann: Klose. Am Freitag; den 2s. Februar d. J. sollen in den zum Königlichen Waisenhause Steele gehörenden Henrichenburger Waldungen, ¼ Meile von Bahnhof Castrop entfernt, folgende Hölzer an Ort und Stelle meistbietend gegen Credit und Bürgschaft verkauft werden: 177 Stück Eichenstämme 204,30 5„ Buchen=„ 4,87„ 56 rm. Eichenkloben 4„ Buchen=„ 38„ Versammlung 9½ Uhr vormittags an der Henrichenburger Mühle. Steele, den 14. Februar 1884. Busch, Director. S ier Dombau-Lose verkaufe ich von heute ab in Wirklichkeit zu 3 M. 20 Pf. Ziehung vom 18. bis 21. d. M. Theodor Dahl, Gelsenkirchen, neben der kath. Kirche. Teile hierdurch mit, daß von heute bis zum 26. d.., abends, • meine Ausstellung in allen PASTHGUHUS“ ARIKUIL (sowohl zum Verkaufen als zum Verleihen) in einem Teile des Locals des Herrn v. Hoegen=Heuings am Neumarkt befindet. Um zahlreichen Zuspruch bittet Herz Rosenthal, Gelsenkirchen. Lebens. Seee., Besenschaft. General=Agentur für Hessen=Rassau und Westfalen: Cassel, Museumsstraße Nr. 3. Versicherungsbestand 16 013 Policen über.. MK 66 096 401 Kapital. .sheraksit, Versia.. und„... 110362 Rente. Ausbezühlle Versicherungssumme und Renten seit 1866„ 11 838 000 Garantiefonds„ 18020 480 Gewinnfonds der Versicherten 305 176 Dividende pro 1882: 18% der Jahresprämie. Prospecte und Antragsformulare werden durch sämtl. Agenten der Gesellschaft gratis verabreicht, wie jede gewünschte Auskunft bereitwilligst erteilt. General=Agentur: Martin& Schaumlöffel, sowie die Agenturen: W. Dickhöfer, Eickel, Jos. Jagfeld, .=Borbeck, Th. H. Kirchner, Bochum. Der Thätige Vertreter werden stets unter günstigen Bedingungen durch die oben bezeichnete General=Ageutur angestellt. Landwirtschaftsschule zu Cleve. Sommersemester beginnt am 19. April 1884. Aufnahmeprüfung für die Landwirtschaftsschule am 18. Aprll, für die Vorschule am 17. April, morgens 8 Uhr. Das Zeugnis der Reife gilt als Qualisicationszeugnis für den einjährig=freiwilligen Militärdienst. Sprachen: Französisch und Englisch. Zu weiteren Mitteilungen über die Anstalt sind gerne bereit: Herr Rittergutsbesitzer W. Gerpott auf Schmitthausen bei Cleve, die Herren Stodtverordneten Th. Remy und Angenheister hierselbst, sowie der Unterzeichnete. Die Anmeldungen nimmt entgegen Dr. Fürstenberg, Olrector. S* A Artell Mittwoch, d. 20. d. M. nachmittags 3 Uhr, werden von uns 1000 Stück Neiserwellen meistbietend, gegen gleich baare Zahlung verkauft. Sammelplatz: Güterexpedition zu Wanne. Wanne, den 16. Febr. 1883. Sagebiel. Verein gegen Bettelei u. Verarmung. Den Mitgliedern des Vereins bringen wir hierdurch zur Kenntnis, daß den Durchreisenden von jetzt ab keine Baarunterstützungen mehr verabfolgt werden. Wir bitten, die um Unterstützung ansprechenden durchreisenden Personen zum Polizeibureau zu verweisen; dort werden ihnen Bons verabreicht, woraufhin sie bei einem näher zu bezeichnenden Wirt auf Kosten des Vereins speisen bezw. Nachts logiren können. Herne, im Februar 1884. Der erken, Doppelt gereinigte staubfreie Federn, Daunen, Pflanzendaunen, garantirt federdichte Barchende u. Drells, sowie feinge Hrtten empfiehlt zu besonders niedrigen Preisen. R. D. Weldert, Gelsenkirchen, Kreuzstraße 1, — neben der ev. Kirche. Masten=Costume werden geschmackvoll angefertigt. Geschwister Koch, Gelsenkirchen, Kreuzstraße 1. Vorstand. Geung. Eesangrucher S. Kleider werden elegant u. billig angefertigt. Geschwister Koch, Gelsenkirchen, Kreuzstraße 1. Ein Bäckerlehrlin auf sofort oder FrühiVon wem sagt Exp. d. Bl. in Beim Unterzeichneten sind junge Werhpflänzlinge edler Sorte, wovon die Trauben Ende September reif sind, zu kaufen. Schmidt gen. Knop, Wanne. 1 oder 2möbl. Zimmer zu vermieten. Wo sagt unter Nr. 357 die Exp. d. Bl. Ein mit guter Schulbildung,versehener, artiger Knabe findet eine Lehrlingsstelle in der Buchdruckerei d. Ztg. Theater in Gelsenkirchen. Im Saale des Herrn W. Dickmann(Central=Halle). Dienstag, den 19. Februar er.: Gastspiel des Herrn Franz Genesius vom Stadttheater in Bochum. Zum Benefiz für Herrn Alois Schmidt. Dte Stadsct. Schauspiel in 5 Acten von F. von Schiller. Franz Moor: Herr F. Genesius als Gast. Zu dieser Vorstellung ladet ergebenst ein. Alois te giebt meine reich illustr. tn 8. Aufl. erschienene Brochüre(für 30 c in Briefmarken fr. zu beziehen) jedem Haut- und Geschlechts-Leidenden. Heill auch briefl. sicher speciell: Flechten, Wunden, Schwächezu. stände, Weißfluß, Bandwarm und Magenleiden. Seit Jahren bewährteste Hellmethode. I. Schalz. München, Schwanthalerst Attest. Geehrter Herr M. Schulz, München. IIch fühle mich verpflichtet, Ihnen mitzutheilen, daß ich durch Ihre Mittel von meiner Flechte vollständig geheilt bin, wofür ich meinen Dank sage. Harburg i. 5. J. H. Lichte. Für Bauunternehmer! Mauerhebel, Pallisaden, stets zu haben burch Walbeck, Wanne. .• S S 89 50 S•8— 8% ### 2U 70 1 * bewirkt das Ausfallen der Haare und erzeugt in der Umgebung einen räudeartigen Ausschlag; Haupt= und Barthaar fallen diesem wuchernden Pilze nicht selten zum Opfer. Während die vorhin genannten Schmarotzer des Hundes nur höchst unangenehm für den Menschen werden, giebt es doch auch eine ganze Reihe anderer, welche geradezu das Leben des Menscheu bedrohen. Zu diesen gehört zunächst ein außerordentlich kleines Bandwürmchen, höchstens 4 mm lang und nur mit etwa 4 Gliedern, der Bandwurm. Von Zeit zu Zeit lösen sich die reifen Glieder desselben ab, und es werden die zahlreichen Eier zerstreut. Gelangen diese Eier in den Magen des Menschen, so entwickeln sich aus denselben microscopisch kleine Larven, welche sich bald durch die Darmwände bohren und in die Blutbahnen gelangen. Von diesen werden sie weiter fortgetrieben, bis sie sich an irgend einer Stelle festhaken. Nun entwickeln sie sich zu Blasen, welche die Größe eines Kegelballes und ein Gewicht bis zu 30 Pfund erreichen können. Nun stelle man sich vor, derartige Echinoeoccusblasen entwickelten sich im Gehirn— im Herzen— in der Leber, in den Knochen! Verrücktheit, Herzstillstand, Knochenbrüchigkeit— der Tod ist die unausbleibliche Folge. Die auch hier zu Lande so abscheuliche Unsitte, die Teller von den Hunden ablecken oder sich gar selbst von ihnen belecken zu lassen, wird wohl durch obige Angaben die nötige Warnungstafel erhalten haben. Ein zweiter Bandwurm lebt im Darme des Hundes, die Finne desselben in seinen eigenen Läusen. Wie leicht ist es möglich, daß, wenn Kinder die Hunde streicheln, diese Parasiten an ihren Händchen kleben bleiben und später in den Magen gelangen! Hier entwickeln sich die Finnen wieder zu neuen Bandwürmern. Auch die echte Drehkrankheit der Schafe wird von den Finnen verursacht, welche sich aus dem Blasenwurm des Hundes entwickeln. So nutzbar für die Herde auch immer der Schäferhund sein mag, ärger wie der Wolf schadet er dem Schäfer durch diesen tötlichen Wurm. Die größte Gefahr bringt jedoch dem Menschen der Hund durch die Tollwut. Wer will noch gegen den Maulkorbzwang ankämpfen, wenn er erfährt, daß in den Jahren 1810—19 allein in Preußen 1666 Menschen an der entsetzlichen Krankheit gestorben sind; Ueberall, wo der Maulkorbzwang eingeführt ist, hat sich das Auftreten der Tollwut bis auf ein Minimum verringert. Gegenmittel gegen die Tollwut giebt es nicht. Es ist noch ein Glück, daß diese unrettbar zum Tode führende Krankheit nicht von einem Menschen auf den anderen übertragen werden kann. Wir brauchen deshalb tollwütige Menschen nicht zu scheuen und können bis zu ihrem letzten, qualvollen Augenblick ihnen die liebevollste Behandlung angedeihen lasse. In der freien Natur sorgen leider Fuchs, Dachs, Marder, Katze, und in entfernter belegenen Gegenden Wolf, Hyäne, Schakal für die Erhaltung der Tollwut. Wenn wir in der Ueberschrift den Hund die größte Parasitenherberge nannten, so können wir diese am Schlusse gerade als eine Mörderhöhle ersten Ranges bezeichnen, durch welche mehr Menschen ihr Leben verloren haben und noch täglich verlieren, als in allen Räuberhöhlen der Welt zusammengenommen. Für uns entnehmen wir aus obigem die heilsame Lehre, ohne zwingende Gründe keinen Hund zu halten und im Benötigungsfalle vor dem zu intimen Umgange mit demselben uns zu bewahren. Rosenmontagszug in Köln. Im Berlage des Hofbuchhändlers Friedrich Heyn ist der von Toni Avenarius in Aquarellen entworfene Rosenmontagszug in einer verkleinerten Copie in Farbendruck erschienen; zugleich eine Beschreibung des festlichen Aufzuges, wie der Kleine Rat der Großen Carnevalsgesellschaft ihn sich gedacht und der Künstler ihn gemalt hat. Die Spitze des Zuges bildet diesmal die FunkenInfanterie mit dem Funkenzelt, der sich die Artillerie mit ihren zwei Geschützen anschließt, dann folgen die Heiligenmägde und Knechte, der Wagen, auf welchem das Wetter gemacht wird, mit„dem blamirten Wettermacher für Zeit und Ewigkeit" berittene Laubfröschmusiker führen den neuesten Wettergrognostiker=Jubelmarsch auf. Darauf zeigt sich die Reblauscommission, welche die Rebläuse gefangen mit sich führt und so das gute Weinjahr 1883 ermöglicht. Aus den Ländern, wo an den Bergen die Rebe blüht, sind auf festlich geschmücktem Wagen Abordnungen eingetroffen, welche dem hohen Beherrscher des Reiches der Freude ihr flüssiges Gold zum Geschenke darbringen. Griechenland und Spanien eröffnen den Reigen. Eine Tempelruine, an welchem der Weinstock emporrankt, deutet auf das Land hin, wo der göttliche Sauhirt haust, Don Quixote und Sancho Pansa auf das Land der schattigen Kastanien; malerische Gruppen begleiten die Gabe des Bacchus. Es folgt Italien. Der Wagen trägt ebenfalls ein von Rebenlaub umzogenes Riesenfaß und gewährt auf seinem vordern Teil den Einblick in eine Osteria. Die Schweiz sendet ihre Boten und ihre Gaben in einem buntbewimpelten Nachen, Tirol Winzer und Winzerinnen von Meran, Ungarn eine wohlbesetzte Pußtaschenke, das ferne Amerika californische Weine, ein mexicanisches Musikcorps, Indianer u. s. w. Frankreich will sich mit seinem Bordeaux beteiligen, allein die tapferen Funken weisen energisch den französischen Angriff auf die deutschen Weine zurück in ihre Cantine. Deutschland sendet seine duftigsten Marken Johannisberger, Liebfrauenmilch, Rüdesheimer u. s. w. Alle Wagen sind von malerischen Gruppen begleitet, die dem ganzen Weinaufzuge Leben und Farben leihen. Ein Musikcorps in mittelalterlicher Tracht verkündet die Ankunft des Bauers und der Jungfrau, denen sich ein Wagen anschließt, auf welchem die Fabrication des Apfelweins dargestellt wird. Die Geißelung der Modeverrücktheiten hat das Magazin von Knatsch=Geck u. Co. übernommen. Hinter diesem erscheint das hauswurstliche Hoftheater, dann das Hohenstaufenbad und nach diesem, von einer zahlreichen Ehrengarde begleitet, der Prinz Carneval. Der Schlußwagen wird die Kölner Schusterjungen aufnehmen. Das von Avenarius geschaffene Bild ist farbenschön, vielgestaltig und voll Leben. Vermischtes. *[Lachsfischerei.] Seit Jahren werden alle Bemühungen der deutschen Rheinuferstaaten auf Hehung der Lachsfischerei durch den Umstand durchkreuzt, daß in den holländischen Rheinmündungen eine Raubfischerei der ärgsten Art getrieben wird. Leider hat sich bisher die holländische Regierung nicht dazu verstanden, den Fischereiberechtigten für die auf ihrem Gebiete belegene Rheinstrecken eine schonendere Handhabung der Lachsfischerei aufzuerlegen. Die Petitionscommission des Abgeordnetenhauses beantragt auf Grund eines von dem Abg. Wessel erstatteten Berichts, eine Petition des Fischereipächters W. von Elsberger aus Grinth wegen Aufhebung seines Pachtvertrages sowohl bezüglich des Gesuchs des Petenten als auch gleichzeitig behufs Erörterung der Frage zur Berücksichtigung zu überweisen, wie der Raubfischerei in den holländischen Rheinmündungen abgeholfen werden kann. Der Vertreter der Regierung hat zwar bestritten, daß der Rückgang der Rheinlachsfischerei in den letzten 10 Jahren lediglich durch holländische„Raubfischerei" verursacht worden. Für den Umfang des holländischen Lachsfanges gebe vorzugsweise der Fischmarkt am Cralinger Veer einen Maßstab, woselbst die im Flutgebiet (d. h. bis dortrecht rheinaufwärts) gefangenen Lachse zum Verkauf gebracht werden. Während der 10 Jahre 1873/82 wurden dort verkauft: 1873: 58 384; 1874: 77070; 1875: 56436; 1876: 42293; 1877: 44 580; 1878: 49691; 1879: 38 914; 1880: 41 736; 1881: 44376; 1882: 55000 Stück. Von 1874 bis 1879 ist demnach auch in Holland der Lachsfang erheblich zurückgegangen; seitdem ist eine Steigerung eingetreten, ohne daß die Ziffer von 1873 wieder erreicht wäre. Die Commission fand aber gerade in diesen Angaben nicht unerhebliche Anhaltspunkte * dafür, daß die Rentabilität der deutschen Lachsfischerei durch das in neuerer Zeit vervollkommte Fangsystem der Holländer mit jedem Jahre mehr zurückgehe. * Heidelberg, 10. Februar.[Das fünfhundertjährige Jubelfest der Universität.] Die Vorbereitungen zu dem fünfhundertjährigen Jubelfeste der Universiät, welches im Spätsommer 1886 gefeiert werden soll, haben, wie man der „F..“ schreibt, bereits ihren Anfang genommen. Comitees werden gebildet; die Kassen, namentlich die Stadtkasse, werden in die Verfassung gesetzt, größere Ausgaben zu Ehren der Universitätsjubelfeier zu machen; der Staatssäckel soll vorläufig 160 000 M. aufwenden, um dem alten Universitätsgebäude einen festlichen Anstrich nach Innen und Außen zu geben; Pläne und Projecte aller Arten werden von Berufenen und Unberufenen geschmiedet, wie jene Tage am würdigsten begangen werden können; litterarischerseits ist man mit einer Sammlung der auf die Geschichte der Universität bezüglichen Urkunden, und mit Anfertigung eines Namensverzeichnisses aller Professoren beschäftigt, die an der Universität thätig waren und aller Studenten, die dort immatriculirt waren, und ihren Frühschoppen in einem der sigen Bierlocale getrunken haben. Eine nicht leicht zu überwindende Schwierigkeit besteht in der Beschaffung eines Locals, das als festlicher Vereinigungspunkt für alle Festteilnehmer gelten könnte. Denn bei dem guten, anziehenden und weittragenden Klange, welchen der Name„Heidelberg“ für alle besitzt, die mit dem dortigen Universitätsleben jemals in Berührung gekommen sind, muß auf einen außerordentlichen Zufluß aus ganz Deutschland nicht nur, sondern auch aus fernen Ländern gerechnet werden. Die vorhandenen Räumlichkeiten reichen dazu aber nicht aus. Selbst die erweiterte Aula der Universität wird kaum die geladenen Festgäste Ffassen können, viel weniger das Gros der Festteilnehmer. Man wird daher wohl an den Bau einer besonderen Festhalle zu denken genötigt sein. **(Ein sonderbarer Fund.] Einen anscheinend Erhängten fand man heute früh in der Krone eines hohen Baumes im Hardtbusche auf Barmer Gebiet. Sofort wurde die Polizei von dem grausigen Fund in Kenntnis gesetzt und einige beherzte Männer begaben sich alsbald wieder an Ort und Stelle, um den Aermsten, in welchem vielleicht noch Leben sein mochte, abzuschneiden. Einer erklettert denn auch mit einem großen Messer bewaffnet rüstig den Baum und mit einem kräftigen Hieb durchschneidet er den dicken Strick. Der Unglückliche fällt zu Boden, und als man seine Personalien feststellen will, erkennt man in ihm eine Strohpuppe. #cungaumiber. I. S6r. Ulmer Dombau- Lotterie Hptgw. 75000 M. bar. 1 Los 3,50, 11 Lose 35 M. Zieh. nnwiderr. 10. März 1884. Köln. St. Martins-Lotterie Hptgw. 20 000 M. Gold. Los nur 1., 11 Lose 10 M. Beide Lose mit amtl. Listen 4,90 M. 1 Ulm., 7 Mart. m. Listen 10 M. 2 Ulm., 14 Mart. m. Listen 20 M. I Shag, Külhedlm Kain H Im Verlage des Unterzeichneten erschien soeben: Tischgespräch auf dem Rheindampfer. Der hochwürdigen Facultät der evangelischen Theologie zu Bonn und allen unbefangenen Herzen gewidmet von J. M. Arouet. Preis M..20. Anknüpfend an den Kirchenstreit, zu welchem Bender's Lutherrede Veranlassung gegeben, führen die hier auftretenden Repräsentanten des modernen Pietismus, der bergische Pfairer, der Hosprediger und der schwäbische Prälat, ihre Sache ebenso naiv und offenherzig, als der Oberbürgermeister und sein Freund Arouet, welche für das gute Recht der natürlichen Religion und humanen Sittlichkeit kämpfen. Der Haupfreiz des Büchleins liegt in der picanten, mit dramatischer Lebendigkeit durchgeführten Form des Tischgespräches, welchem die warmen Localfarben des Schauplatzes noch einen besonderen poetischen Hauch auflegen. Suil Strauß Verlagsbuchhandlung in Bonn. Soeben wurde vollständig ADRMI EALET Aitgemeine Erdbeschreivung. Ein Handbuch des Wissens für die Bedürfnisse aler Gebildeten. Siebente Auflage. Vollkommen neu bearbeitet von Dr. Josef Chavanne. Mit 400 Illustrationen und 130 Textkarten. In 45 Lieferungen à 40 kr.=75 Pf.= 1 Fr.= 45 KopOder in 9 Abteilungen à 2 fl.= 3 M. 75 Pf= 5 Fr. = 2 N. 25 Kop., auch in drei eleg. Halbfranzbänden gebà 7 fl. 20 kr.= 13 M. 20 Pf.= 17 Fr 60 Cts. = 7 N. 92 Kop. Die Auskattung ist eine durchaus sorgfältige. Jede Lieferung enthält vier Druckbogen(gleich 64 Seiten) Text. Die Abnahme hann in Lieferungen oder Känden beliebig nach und nach erfolgen. Adrian Balbi's Erdbeschreibung ist in ihrer siebenten Auflage das erste geographische Handbuch, welches bereits die Ergebnisse der letzten Volkszählungen in den Jahren 1880 bis 1882 im Deutschen Reiche, in Oesterreich=Ungarn, Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Schweiz, Westrußland und selbst jene in Britisch=Ostindien enthält. Im topographischen Teile der einzelnen Länder wurde auf practisch bedeutsame Partien besonderes Gewicht gelegt, und die Bedeutung jedes Ortes für Industrie und Handelsverkehr hervorgehoben. Das Werk, dessen Register mit besonderer Ausführlichkeit bearbeitet ist, dient somit gleichzeitig als zuverlässigstes Geographisch=stalistisches Lexikon. Alle statistischen Daten entsprechen den jüngsten, mit größter Sorgfalt gesanmelten Erhebungen aus den Jahren 1879 bis 1882. Als besonders wichtige und umfassende Bereicherung der siebenten Auflage sind fünf doppelseitige, in vielfachem Farbendruck ausgeführte Karten zum Allgemeinen Teile (Isothermenkarte, Regenkarte der Erde, die Vegetationsgebiete der Erde, die Völker= und Religionskarte der Erde, 50 Textkarten und 400 Illustratirnen, darunter 120 Vollbilder) zu nennen.— Das Werk ist auf holzfreiem Papier gedruckt. A. Hartleben's Verlag in Wien. : Herrlicher Zimmerschmuck! „ Gedenkblatt 5 zur 400jährigen Geburtagsfeier 2 3 Martin Luthers. 2 Größe: 45:55 Centimeter. *— * Das Nationaldenkmal auf dem Niederwald * Größe 45:55 Centimeter. Die vier Kaiser. Kaiser Wilhelm, Sohn, Enkel und Urenkel. kostet nur 1 Mark. Vorrätig bei F. 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Von Gelsenkirchen nach Wanne 6,18.43 10,36 2,08 4,19 5,43.52 1,19(Wanne Abf. nach Münster 6,45 10,52 2,19 5,52 10,04 1,39.] Von Bochum nach Ueckendorf=Wattenscheid 5,30 8,08 11,44 1,48 .30 7,20 10,16 9,02 svon Ueckendorf=W. nach Kray=Essen 5,43 6,55.21 11,54 2,01 3,43 7,30 9,15. Von Dahlbusch nach Essen 5,41 6,.52 8,18 11,45 1,55 3,39 (5,22 bis Kray) 7,29 9,10. Von Dahlbusch nach Gelsenkirchen 7,31 9,05 12,15 4,01 2,53 5,49 .28 11,45. Von Essen nach Gelsenkirchen(rhein.) 6,52.4711,53 2,36 5,30 8,08 11,28. Von Essen nach Gelsenkirchen (Köln=Minden) 5,55 8,15 10,00 1,40 3,50 5,15.20. Von Schalke nach Wanne 8,57 12,04 4,39.44. Von Schalke nach Sterkrade 5,52 .27 2,29 8,04. Von Wanne nach Schalke 5,40 9,15 2,20 7,55. Von Schalke nach BismarckWinterswyk 8,28 5,26.11[Bismarck Abf. 8,37 2,42 5,52 9,20.] Von Schalke nach Essen 6,56.20 1,17 7,35. Von Essen nach Schalke 8,07 2,17 4,54.50. Von Gelsenkirchen nach Deutz=Köln 5,39 6,54.49 11.30 12,41 2,22 5,02 8,35(10,55 nur bis Essen, Altenessen Abf. 6,10 u. 4,47 Eilzug.) Von Gelsenkirchen nach Essen 5,36 6,47 8,13 11,40 1,50 3,34 (5,17 nur bis Kray) 7,24.05 lvon Kray nach Dortmund .01.56 12,02.45 5,9, 8,17(11,37 nur bis Bochum)]. Von Wanne nach Dortmund 8,56 10.51 4,30 9,03 9,06.45 Herne Abf. 9,05 11,01 4,40 .13 1,56.] Von Herne nach Deutz=Köln 6,34 8,28 11,09 1,59 8,13[Wanne Abf. 5,31, 6,43.39 11,19 12,33 2,10 4,54.24(10,46 nur bis Essen)]. Von Herne nach Bochum 7,11 1,12 7,35. Von Bochum nach Herne.40 12,21 6,37. Von Wanne nach Ueckendorf=Wattenscheid=Bochum 5,33 8,40 12,40 4,05 5,32 8,00 10,50. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Wanne 6,08 10,30 2,03 5,15 7,35 9,18 1,07. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Dortmund 7,08 9,03 12,09 2,52 5,46 8,24(von Ueckendorf=Wattenscheid nach Bochum von Wanne kommend 5,47 1,00 4,25 11,10. Auflage 315 000; das verbreiteiste aller denischen Slät ter überhaust; außerden erscheinen Aebersetzungen In dreizehn freuden Syre Die Modenwelt. Illustrirte Zeitung für Toilette u. Handarbeiten. Alle 14 Tage eine Nr. Preis vierteljährlich M. .25= 75 Kr. Jähilich er. # scheinen: 4 Nummern mit Toiletten und Handarbeiten, enthaltend gegen 2000 Abbildungen mit Beschreibung, welche das ganze Gebiet der Garderobe und Leibwäsche für Damen, Mädchen u. Knaben, wie für das zartere Kindesalter umfassen, ebenso die Leibwäsche für Herren und die Bett= und Tischwäsche 2c., wie die Handarbeiten in ihrem ganzen Umfange. 12 Beilagen mit etwa 200 Schnittmustern für alle Gegenstände der Garderobe und etwa 400 MusterVorzeichnungen für Weiß= und Buntstickerei, Namens=Chiffern 2c. Abonnements werden jederzeit angenommen bei allen Buchhandlungen und Postanstalten.— Probe=Nummern gratis u. franco durch die Expedition, Berlin W. Lotsdamer Str. 38; Wien I. 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