im ehtnlegeslechetfeeht f 19400 14 die Aushreitung des Morm. — auf Sstrafe, en und u. In zeneralin der “ mit liegend dt viel ost von in die Canzley Ordtes straff ndt abscht sich ich9 - und ren des nts Nr. d sein or der * hat sich BewunbezeichPhilandafür, nicht zu gri haft Eud : 9 Ho war 9 * * * Nr. 24. Gelsenkirchen, Dienstag, den 29. Januar 1884. 10. Jahrgang. 85 8 — * * Die„Emscher Zeitung“ erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn= und hohen Feiertage. Wochen=Beilage:„Illustrirtes Emscher Sonntagsblatt“. Insertionspreis: Die Petit= Zeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Verantwortlicher Redacteur F. Dienst in Gelsenkirchen. verbunden mit dem Amt Herner Tage=Blatt. (Früher: Der Reichsfreund.) Sincere et constanter. Abonnementspreis: Mark.50 vierteljährlich im Voraus. Man abonnurt außer bei der Expedition in Gelsenkirchen, Marktstraße 13, bei allen Reichspostanstalten und bei den Filial=Expeditionen: Rud. Eick, Herne; W. Walbeck, Wanne; W. Pötter, Wattenscheid. Druck und Verlag von F. Dienst in Gelsenkirchen. — Algemeines Grgan für die Stadt Selsenkirchen, die Jenter Schalbe, Vetzenderf, Wanne und Herue.— Anzeigeblatt für Gerichts=, Civil=Verwaltungs= und Miltär=Zehörden.. Der Volkswirtschaftsrat und das Unfallversicherungsgesetz. Gelsenkirchen, 28. Januar. In einer der letzten Sitzungen des Volkswirtschaftsrates verlas ein Mitglied einen Passus aus der secessionistischen„Nationalzeitung“, worin es hieß, daß die Grundzüge der Unfallversicherung von der Versammlung im allgemeinen ungünstig aufgenommen worden seien. Diese drollige Bemerkung erregte mit Recht die Heiterkeit der Versammlung. Was man wünscht, glaubt man. Das mag den Manchesterleuten zur Entschuldigung dienen. Steht aber das, was man glaubt, mit den greifbaren Thatsachen so grell im Widerspruche wie hier, so ist es schon besser, man behält seinen Glauben für sich oder man blamirt sich, wie es die„Nationalzeitung“ gethan hat. Oder hätte das Organ der (Herren Bamberger und Genossen wirklich mala # lfide gehandelt? Hätte es wirklich mit Bewußtsein s seine Leser irre führen wollen? Das wäre in der isse That ein gewagtes Stück, da sich ja jedermann aus irs den Berichten über die Verhandlungen des Volksihl wirtschaftsrats leicht vom Gegenteil der Behauptungen ir der„Nationalzeitung“ überzeugen kann. Der Volksvo wirtschaftsrat hat sich durchaus sympathisch zu den Grundzügen gestellt; das geht aus den Debatten sowohl wie auch aus den gefaßten Beschlüssen fuh hervor. In einigen Blättern ist gesagt worden, g die Debatten seien kreuz und quer gegangen und en jeder Redner habe an der Vorlage Ausstellungen ig gemacht. Ja, welches ist denn die Aufgabe des Volkswirtschaftsrats? Doch nicht, gedankenlos zu # allem mit dem Kopfe zu nicken, was ihm unterkta breitet wird, denn dann hätte man eine Reihe #“* Pagaten aufstellen können, die sich auch ohne Diäten vollzählig erhalten lassen. Der Volkswirt# schaftsrat ist eine begutachtende Körperschaft, deren Rat die Regierung einholt, wie man in schwierigen Fragen des privaten Lebens den Rat eines Freundes, welchem man eine Kenntnis der betreffenden Verhältnisse zutraut, einholt. An einen solchen Rat ist man nicht gebunden, aber ebensowenig wird man ihn leichtfertig in den Wind schlagen. Es heißt erst, die Beschlüsse des Volkswirtschaftsrats seien eigentlich bedeutungslos, weil sie den Reichstag nicht binden könnteu; andererseits ist von denselben Leuten, die wie vorstehend argumentiren, die ganze Institution des Volkswirtschaftsrates gerade um deswillen bekämpft worden, weil dieselbe eine Art von Nebenparlament sei, durch welches der Reichstag präjudicirt werden könnte. Der Widerspruch liegt auf der Hand. Beide Behauptungen sind aber auch falsch. Sind denn die Beschlüsse einer vom Parlament zur Vorberatung irgend eines Gegenstandes niedergesetzten Commission bedeutungslos, weil schließlich das Plenum das Commissions= gutachten nicht anzunehmen gezwungen ist? Keineswegs. Unbegreiflich ist es, wie man im Reichstage dazu kommen konnte, sich durch die Behauptung in's Bockshorn jagen zu lassen, durch die Beschlüsse des Volkswirtschaftsrats solle ein Druck auf die Volksvertretung ausgeübt werden. Wie soll dies möglich sein? Der Volkswirtschaftsrat besteht aus unabhängigen Männern, von denen man ihrer Lebensstellung nach gewiß nicht sagen kann, sie hätten ein Interesse daran, nach der Pfeife der Regierung zu tanzen. Es kann sehr wohl vorkommen— und es ist vorgekommen: Tabaksmonopol—, daß der Volkswirtschaftsrat einen Beschluß faßt, welcher der Regierung nicht genehm ist, während er der parlamentarischen Opposition gerade in den Streifen paßt. In solchem Falle wird die Opposition die Stellungnahme des Volkswirtschaftsrats leicht zu einem moralischen Druck auf die Regierung benützen können, während im andern Falle die Regierung mit dem zustimmenden Beschlusse des Volkswirtschaftsrats nicht mehr Druck, wenn man schon das Wort gebrauchen will, auf die Volksvertretung ausüben kann, als mit irgend einem anderen sachverständigen Beirat. * Von anderer Seite wird uns hierüber mitgeteilt: Der Volkswirtschaftsrat ist trotz der vom Abgeordnetenhause ihm entzogenen Diäten am 22. ds. Mts. ziemlich vollzählig zusammengetreten, um sein Gutachten über die Grundzüge des Unfall=Versicherungs=Gesetzes abzugeben. Nach Erörterung der allgemeinen Gesichtspunkte hat sich zur Prüfung besonderer Bestimmungen eine freie Commission gebildet, deren Vorberatungen die Arbeiten des Plenums fördern sollen. Es ist naturgemäß, daß in dieser Körperschaft, in welcher die Interessen der verschiedenen wirtschaftlichen Berufszweige zum Ausdruck kommen und die unter keiner Controle der Oeffentlichkeit steht, die Specialinteerssen der einzelnen Categorien ihre nachdrückliche Vertretung finden: es ist dies geradezu der Zweck der ganzen Einrichtung. Aus der Geltendmachung derselben aber— wie dies von einem liberalen Blatt geschieht— folgern zu wollen, daß der Volkswirtschaftsrat sich den Grundzügen gegenüber ablehnend verhalte, ist ein Parteimanöver, welches nur der Tendenz, diese Körperschaft discreditiren zu wollen, entsprungen ist. Der Volkswirtschaftsrat hat, soweit sich gegenwärtig urteilen läßt, die Notwendigkeit der berufsgenossenschaftlichen Organisation anerkannt und ist überzeugt, daß jetzt etwas Positives zur Lösung der Unfallversicherungsfrage geschehen muß. Freilich trägt er damit practischen Bedürfnissen und nicht politischen Parteiforderungen Rechnung, namentlich aber ist es ihm keineswegs darum zu thun, sich den Beifall der liberalen Presse zu erwerben: denn wie auch seine Beschlüsse ausfallen werden, die liberale Presse wird daraus doch nur Capital gegen eine Institution schlagen, welche nicht aus politischen Führern, sondern aus wirtschafttichen Sachverständigen zusammengesetzt ist. der Verwaltung. ** Der Reichskanzler hat aus Anlaß eines Specialfalles den Bundesregierungen die Mitteilung gemacht, daß denjenigen Privat=Lehranstalen, deren Abgangs=Zeugnis den Nachweis der wissenschaftlichen Befähigung zum einjährig=freiwilligen Militärdienst zu führen für geeignet erklärt sind, die Befugnis, besonders ausgezeichnete Schüler nach einem vorzüglichen Ausfalle des schriftlichen Examens von der mündlichen Prüfung zu dispensiren, nach seiner Auffassung nicht zugestanden werden könne. Indem der Cultusminister jetzt hiervon die preußischen Schulcollegien in Kenntnis setzt, spricht derselbe in einer Verfügung die Ueberzeugung aus, daß die Schulcollegien bei der ihnen obliegenden Leitung der Abgangsprüfungen an den militärberechtigten Privatanstalten die obige Bestimmung bisher bereits innegehalten und ihre Commissare eine Dispensation von der mündlichen Prüfung, nach Analogie des bei öffentlichen, bereits anerkannten Anstalten zulässigen Verfahrens nicht zugestanden haben. Sollte jedoch in einzelnen Fällen eine solche Dispensation bewilligt worden sein, so sei jedenfalls fortan davon Abstand zu nehmen. ** Betreffs der Festsetzung des Zeitpunkts für die demnächstigen ersten(zehnwöchentlichen) Uebungen der Ersatzreserve 1. Klasse ist bestimmt worden, daß an den seitherigen diesbezüglichen Grundsätzen mit der Maßgabe festgehalten wird, daß diese Uebungen bei der Fußartillerie ungefähr Anfang September beginnen. Die Bestimmungen über den Termin der zweiten(vierwöchentlichen) Uebung bleiben unverändert. Für die dritte(vierzehntägige) Uebung, zu welcher Pioniere noch nicht herangezogen werden, bleibt die Zeitbestimmung noch vorbehalten. Uebungen Schiffahrt treibender Mannschaften, event. mit Nachübungen für alle drei Categorien verbunden, werden erst im Winterhalbjahr 1884/85 stattfinden. Zur zehnwöchentlichen Uebung sollen vorbehaltlich Allerhöchster Bestimmung 15 500 Mann, zur vierwöchentlichen 10000 Mann und zur vierzehntägigen 8500 Mann herangezogen werden. Landtag. 35. Sitzung des Abgeordnetenhauses. §8 Berlin, 26. Januar. Am Ministertische: v. Boetticher, Dr. Friedberg und Commissaren. Die Budgetberatung wird beim Etat des Handelsminister iums fortgesetzt. Es kommen hier die Einnahmen und Ausgaben der Dampfkeffelrevisionen zur Erörterung. Die Budgetcommission, an welche die betreffenden Titel zur nochmaligen Beratung zurückverwiesen worden waren, beantragt: Die aus den Dampfkesselrevisionen in Einnahme gestellte Summe von 240 000 Mark nicht zu bewilligen; ebenso die in Ausgabe gestellten Summen um diejenigen Beträge zu ermäßigen, welche für die Kesselrevisionsbeamten ausgeworfen sind(234 000.); ferner die Königliche Staatsregierung aufzufordern, im nächsten Jahre einen Plan über die in Aussicht genommene Neuorganisation des Dampfkesselrevisionswesens vorzulegen und dabei in Erwägung zu ziehen, ob nicht durch weitere Ausbildung der 10 ie n 05 ei Kesselrevisions=Vereine event. unter entsprechenderzeg Aenderung des Gesetzes vom 3. Mai 1872 den beabsichtigte Zweck besser erreicht werden kannizh Unterstaatssecretär v. Möller erklärt sich namens der Regierung mit den Anträgen der Commission z einverstanden, in der Hoffnung auf eine spätere gesetzliche Regelung dieser Materie. Die Budgetcommissionsanträge werden darauf genehmigt.— Das Haus tritt dann in die erste und zweite Beratung des Gesetzes betr. das Höferecht in Hannover ein. Es handelt sich darum, die stimmung des bestehenden Höferechts, wonach die landtagsfähigen Rittergüter von der Eintragung in die Höferolle ausgeschlossen sind, aufzuheben. Abg. Lauenstein(nat.=lib.) befürwortet diese Bestimmung, da vielfach ein Unterschied zoischen den Bauer= und Rittergütern auch im Flächeninhalte nicht besteht. Abg. v. Liebermann (cons.) empfiehlt ebenfalls die Annahme der Vorlage. Dieselbe wird in erster und zweiter Lesung unverändert angenommen.— Es folgt erste und zweite Beratung der Vorlage betreffend die Errichtung eines Landgerichts in Memel. Abg. Schröder(cons.) dankt dem Justizminister für diese äußerst notwendige Einrichtung. Abgg. Rademacher und Dr. Köhler(nat.=lib.) bitten um Commissionsberatung; dem Antrage wird von den Abgg. Porsch und Windthorst (Centr.) widersprochen. Abgg. Löwe=Bochum und Berger=Witten verwenden sich für die Er* 907 + ert# richtung eines Landgerichts in Bochum, während Abg. v. Cuny(nat.=lib.) diesem Wunsche widerspricht und den Minister bittet, an dem bestehenden Organisationsplane festzuhalten. Die Vorlage wird'5 in erster und zweiter Beratung genehmigt.— Ess folgt erste und zweite Beratung des Gesetzes betr. Abänderung des Pensionsgesetzes vom 27. März 1872. Abg. Imwalle(Centr.) äußert einige juristische Bedenken gegen die Bestimmungen der Vorlage und bittet deshalb, dieselbe an die Justizcommission zu verweisen. Abg. Hahn (freicons.) findet, daß durch die Vorlage die Frage“ der Pensionsfestsetzung klargestellt werde und deshalb eine wesentliche Verbesserung des bestehenden Zustandes herbeiführe. Eventuell empfiehlt er Verweisung an die Budget=Commission. Abg. Huyssen ist für die Vorlage, welche einige empfindliche Uebelstände abstellen werde, und bittet, die Vorlage an die verstärkte Justizcommission zu verweisen. Abg. Enneccerus ist für die Verweisung an die Justizcommilsion; dementsprechend beschließt das Haus. Endlich erfolgt noch einmalige Beratung des vom Herrenhause in veränderter Fassung zurückgekommenen Gesetzentwurfs und betr. Abänderung des§ 2 des Staats, ein schuldengesetzes. Abg. Dr. Hammacher!krs; (nat.=lib.) hält die vom Herrenhause beschlossene Abänderung für eine Verbesserung der Vorlage und bittet, derselben zuzustimmen. In gleichem Sinne spricht noch Abg. v. Tiedemann=Bomst (freicons.), worauf der Gesetzentwurf angenommen wird. Nächste Sitzung: Dienstag, Vorm. 11 Uhr. (Cultusetat.) 14 1 11 u55 15 * 2 in 190 27) Die alte Lady. Erzählung von Balduin Möllhausen. „Gern, gern sagte ich dem jungen Manne, der einen so überaus wohlthuenden Eindruck auf mich ausübte, mein Kind zu, doch erst dann, nachdem ich ihm offen und ehrlich Auskunft über meine Lage erteilt hatte. Auf seine Gesinnungen übte das nicht den leisesten Einfluß aus. Er achtete die Gründe, welche mich in allen meinen Entschlüssen bestimmteu, und wir vereinbarten, daß um ihm und seiner Frau ähnliche Trübsal zu ersparen, wie ich solche seit Jahren erduldete, meine Tochter auch fernerhin über ihren Vater nie die Wahrheit erfahren dürfe. Ueber unseren Briefwechsel, der leicht zum Verräter werden konnte, einigten wir uns ebenfalls und über die dem Mädchen anzugebenden Vorwände, unter welchen ich meine langjährige Heimstätte nicht glaubte verlassen zu können. Welche Kämpfe es mich kostete, gewissermaßen eine Kluft zwischen mir und dem eigenen teuren Kinde zu eröffnen, unternehme ich nicht, zu schildern. Meine Tochter dagegen, an die Zärtlichkeit ihrer Pflegeeltern gewöhnt, empfand das Bittere eines solchen Verhältnisses weniger tief. Sie ahnte nicht, wie viele Thränen es mich kostete, wie unsäglicher Gram mich verzehrte, dem Verkehr mit ihr entsagen zu müssen. Doch ich wiederhole, welches Opfer wäre einer Mutter zu groß, wenn es sich um das Wohl und Wehe ihres Kindes handelt. „Jetzt erst, nachde: ch meine Tochter gegen alle Nachstellungen gesichert zu haben meinte,— und wo wäre sie besser geborgen gewesen, als an der Seite eines ehrenwerten, wenn auch auf mäßigen Erwerb angewiesenen Mannes— glaubte ich, auch an mich selber denken zu dürfen. Noch einen Besuch des Elenden wartete ich ab, und wiederum schied er unter den schamlosesten Drohungen, wenn ich unsre Tocher ihm noch länger vorenthalte. Er versprach, hinfort nicht mehr heimlich, sondern am hellen Tage die Schwelle meines und daher auch seines Hauses zu überschreiten, und das bestärkte mich in meinem Entschluß, ein für alle male mich seiner zu entledigen. Außerdem war mir nicht entgangen, daß sein Aeußeres von Jahr zu Jahr ein verkommeneres geworden, die einst so bestechenden Manieren sich in die Sitten verwahrloster Vagabonden verwandelten und er, nach seinen Reden zu schließen, seine Genüsse da suchte, wo er nur mit den verworfensten Elementen zusammentreffen konnte. Womit er, außer von meinen Zuschüssen, sein Leben fristete, ob durch seiner Hände Arbeit, ob als Agent oder Commissionär, wußte ich nicht, fragte auch nicht danach aus Besorgnis, irgend ein Grauen erweckendes spöttisches Bekenntnis zu hören. Hatte er doch, tiefer und tiefer sinkend, das Wesen eines Wegelagerers angenommen, wie ich solche in jungen Jahren zuweilen in abenteuerlichen Büchern geschildert gefunden hatte. „Mein Entschluß war also gefaßt. Ich wollte ihn nicht wiedersehen. Tot wollte ich sein für ihn, wie für alle, die mich bisher kannten, sogar für mein Kind insoweit, als die zwischen uns gewechselten Nachrichten fernerhin auf Umwegen und durch die dritte Hand befördert wurden. Meine Angst vor dem Verräter war zu groß.“ „Für mein kleines Heimwesen fand ich leicht einen Käufer. Ebenso leicht machte ich den Rest meiner Habe flüssig, und so verließ ich die Stätte meiner Kindheit und meines langjährigen Leidens und Duldens, um nie wieder nach dorthin zurückzukehren. Ich verließ sie unter dem Namen meines unermüdlichen Verfolgers. Doch schon auf der nächsten Station nahm ich meinen jetzigen an, in der zuversichtlichen Hoffnung, dadurch meine Spuren gänzlich zu verwischen.“ „Westlich zog ich, immer weiter westlich, bis ich endlich hier ein sicheres Asyl gefunden zu haben meinte. Damals standen erst wenige Blockhütten und so, wie manche andere junge Stadt, ist unsere Ansiedelung nicht gewachsen— doch das weißt Du ebenso gut, wie ich, denn als ich hier eintraf, begannst Du eben, ein wenig um Dich zu schauen.“ „Mein Plan, mir einen Laden einzurichten, wurde von allen Nachbarn gut geheißen, indem man bisher jedes kleine Bedürfnis aus der Ferne hatte beziehen müssen. Man überließ mir die Blockhütte, schaffte die betreffenden Güter herbei, und weit und breit befand sich niemand, der nicht ein freundliches Wort für die mürrische Miß Eva gehabt hätte. Später gingen die Menschen mir wohl ein wenig aus dem Wege; wenn sie nur gewußt hätten, wie es in der Brust des alten Weibes blutete und bohrte! Doch was ich gelitten hatte, fernerhin leiden sollte, das war nur für mich allein bestimmt, kümmerte keinen anderen. Weun ich Dich aber mit allem vertraut mache Abel, so hat's seinen Grund darin, daß ich Dich vor einem Schritt bewahren möchte, welchem unfehlbar bittere Reue auf dem Fuße nachfolgen würde. Nein, Abel, Du kannst keinen Fluch aus Dich und die unschuldige Elly herabbeschwörer wollen.“ „Nun ja,“ versetzte Abel, als Miß Eva ein Pause eintreten ließ, und seine Stimme klang rauh und entschieden,„wenn der Einäugige int seinem schrecklichen Schuldbuch wirklich Ihr Gatt gewesen, und Gott sei's geklagt obenein, was ha das mit mir oder Elly zu schaffen? So lang ich denken kann, waren Sie meine Freundin; Elli fand bei Ihnen eine gütige Aufnahme; daher stehen wir zu Ihnen in Dankbarkeit immerdar Meinen ehrlichen Namen aber müßte ich### Schanden tragen, legte ich Ihnen der grausa Gemarterten und Mißhandelten zur Last, was ei anderer an mir und meinen Eltern verbrach. „Recht so, Abel,“ versetzte die alte Lady, Haupt schwermütig wiegend,„Du sprichst wie## Mann von Herz und Ehre. Doch laß mich zuvor meine Erzählung beendigen, und Du wirst ein sehen, daß ich alle Ursache habe, ernst und drin gend von Deiner Verheiratung mit Elly abzuraten Deinen Beistand gegen das Mädchen anzurufen wenn es mit seinem einfältigen Kinderherzen viel leicht nicht von Dir lassen will.“ * Politische Tages=Rundschau. *8 Ferlin, 28. Jan. Der Kaiser muß zwar och immer das Zimmer hüten; man hofft indeß, aß der hohe Herr in wenig Tagen völlig wiederergestellt sein wird. Mit Rücksicht auf die Indisosition des Kaisers ist der auf Donnerstag anesetzt gewesene Hofball auf Montag verlegt worden. kan nimmt an, daß der Kaiser demselben wieder Aständig gekräftigt werde beiwohnen können. Am reitag trifft Herzog Ernst von Sachsen=Coburg= sotha zum Besuche am hiesigen Hofe in Berlin ein. *8 Der Statthalter der Reichslande, Feldmarschall rhr. v. Manteuffel wurde gestern vom Kaiser Abschiedsaudienz empfangen und hat heute früh e Rückreise nach Straßburg angetreten. *8 Der siamesische Prinz Prisdany, elcher in diplomatischer Mission in Berlin einstroffen ist— über den Gegenstand derselben ist och nichts bekannt geworden— hatte gestern eine ingere Conferenz mit dem Staatssecretär des uswärtigen Grafen Hatfeldt. *s Heute Vormittag fand in der neuen Synaige zu Berlin die Leichenfeier für den verorbenen Abgeordneten Lasker in programmgemäßer zeise statt. Die Versammlung war eine ungemein chlreiche; anwesend waren u..: die Präsidien is Reichstages und des Abgeordnetenhauses, die üheren Minister Camphausen Delbrück und Hobicht, zahlreiche höhere Beamte, die liberalen arlamentsfractionen und Deputationen der übrigen arteien, die Spitzen der Berliner Stadterwaltung u. s. w. u. s. w. Die Trauerrede an in mit Blumen reich geschmückten Sarge hielt abbinatsassessor Dr. Frankl, die Gedächtnisrede r Reichstagsabg. Dr. Friedr. Kapp. Dann fand ie Ueberführung der Leiche nach dem israelitischen irchhofe in einem großen Zuge statt, dessen Hauptmutingent fortschrittliche Vereine bildeten. NLC. Betlin, 28. Januar. Der Volkswirthaftsrat hat heute die Beratung der Grundzüge des nfallversicherungsentwurfs beendigt. Die Verimmlung hat in fast allen wichtigen Fragen, wie i nahezu selbstverständlich, die Vorschläge der legierung gut geheißen. Die einzige Abänderung on größerer Bedeutung, welche der Volkswirtschaftsit vorschlägt, ist bezeichnender Weise gegen die rbciterausschüsse gerichtet, welche danach zur älfte aus Arbeitsunternehmern bestehen sollen. das Mißtrauen und die Besorgnisse gegen die Lirksamkeit der vorgeschlagenen Arbeiterausschüsse aren in den Verhandlungen sehr lebhaft hervoretreten. Es dünkt uns wenig wahrscheinlich, daß ie Regierung die Wirksamkeit der Arbeiterausschüsse u beschränken geneigt sein sollte. ** Die Ersatzwahl im 2. Meiningen'schen Lahlkreis für den verstorbenen Reichstagsbgeordneten Lasker ist auf den 17. März nberaumt worden. ** Die Nachricht, der Reichstags=Abgeordnete dr. von Schwarze(deutsche Reichspartei) eabsichtige sein Mandat niederzulegen, entbehrt er Begründung. Wahrscheinlich ist die falsche Neldung auf ein socialdemokratisches Manöver trückzuführen. Dr. v. Schwarze vertritt den Lahlkreis Dresden=Neustadt seit Anfang an im keichstage. Während Dresden=Altstadt den Forthrittlern von den Socialdemokraten abgenommen uurde, um erst bei den letzten Wahlen von den ereinigten Conservativen und Nationalliberalen siedergewonnen zu werden, sind alle Versuche der docialdemokraten gescheitert, den Abg. v. Schwarze, er sich in seinem Wahlkreise sowohl wie im keichstage allgemeinster Sympathien erfreut, um as Vertrauen seiner Wähler zu bringen. % Aufgrund des Socialistengesetzes surde ein Flugblatt„An die Wähler des Reichstagsdahlkreises Bielefeld=Wiedenbrück verboten. Der Direction der Oels=Gnesener sisenbahngesellschaft ist eröffnet worden, aß der Gegenvorschlag der Generalversammlung dieser Gesellschaft zu der Verstaatlichungsofferte der Regierung für die letztere unannehmbar sei, daß aber, wenn die Generalversammlung einen der früheren staatsseitigen Offerten entsprechenden Beschluß so zeitig fasse, daß dem Landtage noch in dieser Session eine bezügliche Vorlage gemacht werden könnte, ein solcher Beschluß in nähere Erwägung genommen werden würde. * Vom 26. December bis zum 12. Januar sind in Egypten keinerlei Cholera=Fälle mehr bekannt geworden. In Bombay kamen in der mit dem 1. Januar endenden Woche 22 Cholerafälle vor. Auch auf Sumatra herrscht die Cholera, während Java cholerafrei ist. *. Wie mit Oesterreich und den Niederlanden, so ist jetzt auch mit der Schweiz eine Vereinbarung wegen gegenseitiger Zulassung der in Elsaß=Loth= ringen einerseits und in den schweizer Grenzkantonen andrerseits wohnhaften Aerzte und Tierärzte zur Ausübung der Praxis erzielt worden. * Während ein Teil der französischen Presse, und zwar der bei Weitem größte, das neue spanische Cabinet sehr ungünstig beurteilt und sich in Anklagen gegen König Alfons ergeht, äußert sich das„Mem. diplomat.“ darüber wie folgt: Für uns ist Herr Canovas del Castillo Derjenige, dessen Verwaltung den Bürger=, Carlisten= und Förderalistenkämpfen ein Ende gemacht hat. Sind die Nachbarn eines Volkes nicht so ziemlich in derselben Lage, wie die Bewohner eines Hauses, für die der beste Nachbar der ist, welcher am wenigsten Lärm macht und die Ruhe der anderen Haushaltungen am wenigsten stört? Der Premierminister Canovas del Castillo kommt diesem Ideale guter Nachbarschaft sehr nahe. Er hat den Frieden an unserer Pyrenäengrenze wieder hergestellt und er hat unseres Wissens während der sechs Jahre seiner Amtsführung keine derjenigen Fragen aufgeworfen, welche die internationalen Beziehungen stören oder die gegenseitigen Sympathien zweier Völker, die durch so viele gemeinsame Interessen verknüpft sind, beeinträchtigen. Alles Uebrige ist innere Angelegenheit Spaniens und geht blos dieses an. *8 Ueber die Wirkungen des letzten großen Sturmes laufen betrübende Nachrichten ein. Namentlich in England hat er große Verwüstungen angerichtet. Zahlreiche Schiffbrüche werden von den englischen Küsten gemeldet und noch läßt sich der angerichtete Schaden auch nicht annähernd schätzen. Zahlreiche Menschenleben fielen dem Orcan zum Opfer. Viele wurden ins Wasser geweht, wo sie ertranken. Als Beispiel für die Kraft des Sturmes sei nur angeführt, daß er in Nafferton eine Locomotive aus den Schienen hob und umstürzte. Irland und Schetlandinseln wurden furchtbar heimgesucht. Aus Paris wird telegraphirt, daß eine ziemlich große Anzahl von Personen, die sich auf den Straßen oder im Freien befanden, durch den Sturm zu Schaden kamen. * Göttingen, 28. Jan. Der bekannte Professor Dr. Klinkerfues hat sich heute auf der hiesigen Sternwarte erschossen. London, 28. Januar. In der Kohlengrube Penycraig bei Rhonda in Wales fand gestern eine Explosion statt, durch welche 11 Bergarbeiter getötet wurden, 3 andere Bergarbeiter, welche sich zu Rettungsarbeiten in die Grube begeben hatten, fanden daselbst durch Erstickung den Tod. * Washington, 25. Jan. Der Senat nahm heute das Gesetz an, nach welchem für den Todesfall das Amt des Präsidenten und Vicepräsidenten zuerst an den Staatssecretär und dann stufenweise dem Range nach an die andern Mitglieder des Cabinets übergeht. * Kairo, 27. Jan. General Gordon und der neue Sultan von Darfur haben gestern Abend die Reise nach Khartum angetreten. Dem General Gordon wurden von der Regierung 100000 Pfd. zur Verfügung gestellt, wovon derselbe zur Mitnahme alsbald 40000 bar ausgezahlt erhielt, die Auszahlung des Restes soll später erfolgen. Provinzielle Nachrichten. * Gelsenkirchen, 29. Januar. Die diesjährige Delegirten=Versammlung des Allgemeinen deut schen Realschulmännervereins findet nicht wie bisher in der Reichshauptstadt, sondern, wie die„Rhrztg.“ meldet, in Düsseldorf statt und zwar am Mittwoch vor Ostern. Etwaige Anträge für die Versammlung, sowie die Namen der zu erwartenden Delegirten sind bis zum 15. März an Herren Director Steinbart=Duisburg zu richten. An Stelle des verstorbenen Rendanten des Vereins, des Herrn Oberlehrer Prof. Dr. Evers=Crefeld ist Herr Oberlehrer Dr. Budde=Duisburg mit der Führung der Kasse betraut worden. Der Vorstand besteht augenblicklich aus den Herren Directoren Börner=Elberfeld, Cramer=Mülheim am Rhein, Schauenburg=Crefeld, Steinbart=Duisburg und dem Herrn Oberlehrer Prof. Schmeding=Duisburg. X Schalke, 28. Januar. Die Unsitte, in eine brennende Lampe Petroleum hineinzufüllen, hätte vorgestern Abend beinahe wieder einmal ein Unglück herbeigeführt. Beim Einschütten des Brennstoffes, seitens einer hiesigen Dame, schlug die Flamme nach innen, entzündete den Docht, und nur durch schleuniges Wegwerfen des Brenners samt Docht wurde weiteres Unglück verhindert. Wird man denn stets nur durch Schaden klug werden? * Aus der letztstattgehabten Amtsversammlung zu Aeckendorf ist u. a. mitzuteilen, daß der Gemeindeetat für 1884/85 zur Höhe von 115 051,57 M. genehmigt worden. Das Communalsteuerdeficit(94 653.17.) soll durch Aufbringung von 188% der Klassen= und classificirten Einkommensteuer und 100% der Grund=, Gebäude= und Gewerbesteuer aufgebracht werden. Neben mehreren Schulangelegenheiten, u. a. die Gehälter des Lehrerpersonals betreffend, stimmte die Versammlung zu, dem Herrn Dr. med. Wirth vom 1. April ab die Geschäfte als Armen= und Polizeiarzt zu übertragen. * Einer Mitteilung der„W. Vz.“ zufolge werden die Herren Lenzmann und Stötzel am Sonntag in Sochum Vorträge in KnappschaftsAngelegenheiten halten. Weshalb nicht auch Windthorst? Ein nettes Compagniegeschäft! * Im Wartesaal III. und IV. Klasse der Bergisch=Märkischen Bahn in Lochum wurde einem fremden Viehhändler ein Geldbeutel mit 1000 M. Inhalt entwendet. Der Bestohlene wollte nach Hagen fahren, ließ sich ein Glas Bier geben und zog, vor dem Büffet stehend, seinen 1000 M. enthaltenden Geldbeutel aus der Tasche; er entnahm demselben einen Thaler und legte den Beutel sodann neben sich auf die Theke, um das herausgegebene Geld anzunehmen. Da der betr. Händler nur einen Arm hat, so war das Einstreichen des Geldes etwas umständlich und wurde ihm bei dieser Gelegenheit von einer der neben oder hinter ihm stehenden Personen der Beutel unversehens weggenommen und entwendet. Leider gelang es nicht, den Dieb zu ermitteln und festzunehmen. * Das„Kirchliche Amtsblatt der Diöcese Münster“ bringt folgende Verordnung:„Nachdem durch Gottes gnädige Fügung und die Allerhöchste Huld Seiner Majestät des Kaisers und Königs mir die Rückkehr in meine Diöcese wieder gestattet ist, habe ich mit dem heutigen Tage die Verwaltung derselben in der früheren Weise wieder aufgenommen. — Dieses wird der ehrwürdigen Geistlichkeit und den Kirchenvorständen des Bistums hierdurch mit dem Bemerken zur Kenntnis gebracht, daß von nun an sämtliche Eingaben und Berichte in geistlichen und kirchlichen Angelegenheiten an das bischöfliche Ordinariat beziehungsweise General=Vicariat zu richten sind. Aus dem Orte meines Exils, den 25. Januar 1884. Der Bischof von Münster 1 Johann Bernard.“ * Durch den Sturm arg bedrängt, stürzte der Senior der Schornsteine der alten Maschinenfabrik „Union“ bei Esen prasselnd zusammen, mit seinen gewichtigen Trümmern hoch die nebenanliegende Straße bedeckend. Glücklicherweise, so schreibt die „Ess. Volksz.“, wurde der sonst stark frequentirte Weg im Augenblicke des Zusammensturzes des rußgeschwärzten Riesen von Niemand betreten; sonst hätte ein Unglück sehr leicht passiren können, da die Trümmer fast bis zum Stationsgebäude des Köln Miudener Bahnhofes stürzten. * Wie die„Wes. Volksztg.“ vernimmt, wird das siebente Armeecorps und damit die 28. Infanterie=Brigade zu Wesel in diesem Jahre zum Kaiser=Manöver herangezogen, und werden zu diesem Zwecke viele zur Disposition beurlaubten Mannschaften eingezogen werden. Das Companie= Exerzieren wird um zwei Wochen verkürzt und alle Exercitien in knapper Aufeinanderfolge vorgenommen werden. * In Meiderich goß sich das Dienstmädchen eines Bäckermeisters, als es einen mit siedendheißem Schweinefutter gefüllten Topf vom Herd abnehmen wollte, den Inhalt über die Beine und verbrühte sich derartig, daß sie auf längere Zeit bettlägerig sein wird. * Hinsichtlich der Erhebung einer communalen Abgabe von Bier beschloß das Stadtverordneten=Collegium in Burtscheid vom 1. April d. J. ab, wie Aachen, eine Steuer von 67 Pfg. vom Hectoliter auswärtigen Biers und einen Zuschlag von 50 pCt. zur Braumalzsteuer von einheimischem Bier zu erheben, gleichzeitig aber betreffs der Zulässigkeit einer communalen Branntweinsteuer den administrativen Instanzenzug zu erschöpfen und, im etwaigen ablehnenden Falle der höchsten Instanz, mit Aachen gemeinschaftlich eine Entscheidung der legislativen Körperschaften herbeizuführen. * Aus Köln wird gemeldet: Die anhaltende milde Witterung hat auf die Vegetation so star, eingewirkt, daß bereits verschiedene Gehölze in den Gartenanlagen, besonders solche, welche an sonnigen Stellen stehen, kleine Blätter und Blütenknospen treiben. Wer gegenwärtig unsere„Flora" durchwandert, der gewahrt an Loniceren, Spirstauden, an der zierlichen Deutzie und verschiedenen Pirusarten die sich entwickelnden Blätter. Der Hartriegel, die japanischen Quitte Päonien und andere zeigen Knospen, während die Haselnußsträucher bereits in voller Blüte stehen. Auch das Schneeglöckchen hat seine zarten weißen Blümchen geöffnet und Tulpen und Hyacinthen gucken auf den Beeten des holländischen Parterres hervor, während ihre durch die Cultur in einen frühen Lebensmai hineingedrängten Schwestern in den Gewächshäusern in voller Blütenpracht stehen. Zu diesen gesellen sich Crocus, Narcissen, Maiglöckchen, Cyclamen, Camellien, Azaleen und viele andere. Besonders ist das im Sommer zur Cultur der Victoria regia, jetzt als Verkaufslocal dienende Victoriahaus mit vielen schönen Blumen, Blattpflanzen und sonstigen Gewächsen bestellt. * In Homberg, berichtet die„Rhrztg.“, hatten sich die Mitglieder des Deuschen Vereins recht zahlreich zu einer Generalversammlung im Locale des Herrn Peter Köhnen vereinigt. Nach kurzen Erörterungen seitens des bisherigen Geschäftsführers wurde von der Versammlung einstimn der Beschluß gefaßt, den Geschäftsbezirk Hombe in einen selbständigen Localverein mit freier Co currenz umzuwandeln. Der§ 1 des Statuts d Deutschen Vereins für die Rheinprovinz, na welchem durch„Verbreitung von Schrifteu, dur Unterstützung der liberalen und reichstreuen Press durch Abhaltung von Versammlungen und Vor trägen und ähnliche Mittel für Verbreitung fre sinniger und deutscher Gesinnung gewirkt wird", soll auch in Zukunft diesem Verein die Richtschnur geben. Briefkasten der Redaction. N. in Sch. Ihre Reclame für den auswärtigen Thealerdirector ist nicht übel. Wir unterstützen gewiß gerne die Kunst, wenn man alte„Erinnerungen“ besser beherzigen wollte:„Mensch bezahle Deine Schulden!“ Inpolitische Briefe über Pariser Zustände. 1 Paris, 27. Januar. I. Während die meisten Zeitungen nach wie vor eflissen sind, die Tonking=Angelegenheit, die Verissungsrevision, das Recrutirungsgesetz u. s. w. i den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit frankreichs und Europas zu stellen, sind weitaus ie meisten Pariser mit ganz anderen, sehr viel hwierigeren und sehr viel näher liegenden Dingen eschäftigt. Wieder einmal hat sich deutlich gezeigt, aß mit der Lehre, nach welcher der Staat mit em Wirtschaftsleben seiner Bürger nichts zu haffen und den Einzelnen die Fürsorge für dasAbe zu überlassen hat, im letzten Vierteil des 9. Jahrhunderts nicht mehr auszukommen ist,— jeder einmal erschallt von den verschiedensten eiten der Ruf, daß die sogenannte politische Freiit keinen Ersatz bieten könne für die Schwierigzn, welche das„freie Spiel der wirtschaftlichen safte“ in Gefolge hat. In Paris herrscht eine Irbeits= und Nahrungslosigkeit, wie sie seit Jahren icht mehr vorgekommen ist und von der man ürchtet, daß sie die bürgerliche Ruhe ernstlich geihrden werde. Ueber Umfang und Grund es zur Zeit unter den Pariser Arbeitern herrschenen Notstandes soll auf den nachfolgenden Blättern kürze berichtet werden. Wie in allen Großstädten, so spielt auch in aris das Baugewerbe für die Arbeiter eine erordentlich wichtige Rolle. Nur nach Zehnsenden sind die Steinmetzer, Maurer, Zimmerleute, Bautischler, Maler, Tapezierer, Decorateure, Parquet=Schnitzer 2c. zu berechnen, deren Wohl und Wehe davon abhängt, daß die Bauthätigkeit im Gange bleibt. Diese Thätigkeit hatte sich während der letzten Jahre in maßloser und dabei höchst einseitiger Weise vermehrt und immer neue Arbeitermassen in die Hauptstadt gezogen. Obgleich das Wachstum der Bevölkerung vornehmlich die Vermehrung kleinerer und wohlfeilerer Wohnungen erheischte, warf die Speculation sich ausschließlich auf die Herstellung glänzender Hotels, eleganter Villen und herrschaftlicher Etagenräume; um dieselben möglichst rasch fertig zu stellen, bot man die höchsten Löhne und zog man die doppelte, zuweilen die dreifache Zahl der herkömmlich bei dem Bau eines Hauses beschäftigten Arbeiter herbei. Um die Mitte des Jahres 1882 hatte sich auf solche Weise allein die Zahl der Steinmetzer von 15= auf 30 000 vermehrt, und in andern Zweigen sah es ähnlich aus. Eine Weile ging das,— jetzt aber zeigt sich, daß die Speculation dem Bedürfnis weit vorausgeeilt ist. Seit 7000 bis 8000 elegante große neue Häuser leer stehen, stockt alle Bauthätigkeit. Die Speculanten erklären, sich nicht mehr selbst Concurrenz machen zu können, und kundige Wohnungsvermieter versichern, daß für mindestens zwei Jahre von allen Neubauten werde abgesehen werden müssen. Da alle Welt sich einschränke und der Fremdenzufluß abnehme, sei an eine vermehrte Nachfrage nach teuren Wohnungen für Jahr und Tag nicht zu denken. Bereits im November vorigen Jahres hatte die Bauthätigkeit so beträchtlich abgenommen, daß die eben erst nach Paris gekommenen„Winterschwalben"(d. h. die jungen ländlichen und kleinstädtischen Arbeiter, welche unter Zurücklassung ihrer Familien im Winter städtische Beschäftigung suchen, um zum Frühjahr zu ländlichen Thätigkeiten zurückzukehren), massenhaft in ihre Heimatdörfer abreisen mußten. Von sämtlichen im Bauwesen thätig gewesenen Holzarbeitern soll zur Zeit etwa der fünfte Teil regelmäßig beschäftigt sein, der Rest hat entweder garnichts mehr oder nur für einige wenige Tagesstunden zu thun. Nächst der Stockung der Bauthätigkeit der Holzarbeiter aller Zweige ist aber noch ein anderer Umstand verderblich geworden. Während der fetten Jahre sind die Löhne so maßlos gestiegen, die Arbeiter an so zahlreiche neue Bedürfnisse gewöhnt worden, daß viele Pariser Arbeitgeber sich genötigt sahen, ihre Bestellungen bei minder anspruchsvollen und weniger verwöhnten Leuten zu machen. Massenhaft wurden die bekannten in Schweden gefertigten Fenster und Thüren nach Paris eingeführt, Möbel und Parquets aber ließ man zum einen Teil aus Deutschland und Oesterreich, zum andern aus Provinzialstädten Rouen, Neuilly, St. Denis u. s. w. kommen, weil sie hier sehr viel wohlfeiler zu haben waren. Die Arbeiter waren kurzsichtig genug, auf ihren bisherigen Forderungen zu bestehen, jede Lohnherabsetzung mit Drohungen zu beantworten und sich mit einem Beschluß des Pariser Stadtrats zu trösten, nach welchem alle für städtische Bauten notwendigen Holz= und Tischlerarbeiten innerhalb der Mauern der Hauptstadt hergestellt werden sollten. Für den Mangel an privaten Bestellungen kann das aber natürlich keinen Ersatz bieten. An eine Aenderung des Zolls auf ausländische Holzwaren, wie sie vielfach verlangt wurde, konnte unter den gegebenen Verhältnissen nicht gedacht werden; dem standen einerseits die mit dem Auslande abgeschlossenen Handelsverträge, andererseits die Interessen des Großhandels entgegen. Hand in Hand mit dieser Verminderung der Arbeitsgelegenheiten ging eine zunehmende Verteuerung des Lebens in der französischen Hauptstadt. Zunächst wurden die Preise für Arbeiterwohnungen und kleinere Gelasse unerschwinglich. Die Zahl der Arbeiter wuchs ins Ungeheure, niemand aber zeigte Neigung, Arbeiterwohnungen zu bauen und sich mit der unsichern, immer wieder zu kostspieligen Processen führenden Vermietung derselben abzugeben. Immer wieder gaben die Speculanten zur Antwort, auf Unternehmungen solcher Art vermöchten sie sich nicht einzulassen, so lange das gerichtliche Verfahren gegen säumige Mietezahler mit hohen Kosten und zeitraubenden Proceduren verbunden sei. Der Forderung dieser Leute, schlechte Zahler sofort auf die Straße setzen zu dürfen, konnte aber nicht nachgegeben werden, da man keine Ausnahmegesetze zugunsten der Hausbesitzer geben wollte. So blieb es dabei, daß die Höhe der Wohnungspreise die Löhne mit hinauftrieb und daß dem Bedürfnis danach nicht genug gethan werden konnte. Heute, wo der Verdienst stockt, sind daraus die entsetzlichsten, auf alle Arbeiter gleich schwer lastenden Verlegenheiten entstanden. Hinzugefügt muß aber werden, daß auch andere zum Leben unentbehrliche Dinge in Paris kostspieliger sind, als anderswo. Das 18 Klassenlotterie. (Ohne Gewähr.) lie eier feur Buschen Gun 8 Klusse 169. königl. preuß. Klassenlotterie fielen: 5 Gewinne unn 15000 Mark auf Nr. 1323 108 53638. 3 Gewinne von 6000 Mark auf Nr. 37318 74271 2752. 45 Gewinne von 3000 Mark auf Nr. 2580 3309 62 3938 7312 7928 8129 8617 10145 16663 17825 166 22494 26331 26731 29251 30908 31087 1221 34621 38982 39064 44871 45112 45921 1647 53297 54115 55034 55750 64036 64226 8830 67261 68800 73531 73678 74092 78424 81417 86861. 54 Gewinne von 1500 Mark auf Nr. 1343 2250 2741 2939 5175 9240 12210 14957 15533 16241 17412 18166 19391 25614 29078 29428 34272 42341 44962 46610 49643 51073 52136 54591 57587 53252 59241 59393 59931 60950 62195 68300 69886 71080 72174 72553 72587 78374 79672 79848 81963 83019 87065 87121 87132 90856 91725 92287 93590. 76 Gewinne von 550 Mark auf Nr. 2828 3812 95446 6056 6554 8026 9991 10507 13341 15691 17235 18028 19084 19889 22038 24367 24532 24811 25204 27260 27884 27924 28484 29192 29242 33619 39777 40072 42952 43528 44010 44505 44561 46535 46542 48997 49349 49854 50405 51101 53059 53844 55942 57061 58837 59709 60097 68332 69604 70699 72499 72570 72872 73066 74405 75440 76363 76951 78789 80840 81125 84649 86182 87064 87097 87229 89542 90899 93004. 31829 47757 64303 78806 34673 54676 63335 78837 87889 36146 44957 51877 60234 73650 81604 92520 Handel und Verkehr. 28. Januar. Sämtliche Preise unverändert. üböl unverändert. Kuchen niedriger. Köln, 28. Januar.[Schlachtviehmarkt.] Am heutigen Markte waren aufgetrieben: 203 Stück Ochsen, verkauft erste Qualität zu 72, zweite zu 67½, dritte zu 55.; 20 Stück Stiere, verkauft erste Qualität zu 60, zweite zu 55, dritte zu 51 M. 223 Stück Kühe und Rinder, verkauft erste Qualt. zu 65, zweite zu 58, dritte zu 50.; 305 Stück Schweine, verkauft erste Qualität zu 49, zweite zu 47, dritte zu 45 M. pro 50 Kilogr. Schlachtgewicht. Am kleinen Viehmarkte vom 25. Januar waren aufgetrieben: 92 Stück Schafe, verkauft erste Qual. zu 72, zweite zu 65, dritte zu 62.; 342 Stück Kälber, verkauft erste Qualität zu 70, zweite zu 64, dritte zu 60 M. pro 50 Kilogr. Schlachtgewicht. — Die Preise von frischen Häuten stellten sich: Ochsenhäute, beste auf 46 Pf., geringe 44 Pf. Kuhhäute beste auf 34 Pf., geringe 32 Pf. pro ½ Kilogr..— Fett kostete: bestes 30 Pf. geringes 28 Pf. per ½/ Kilogr. Glasgow, 26. Januar. Die Vorräte von Roheisen in den Stores belaufen sich auf 588 806 t, gegen 602 800 t im vorigen Jahre. Zahl der im Betrieb befindlichen Hohöfen 97 gegen 101 im vorigen Jahre. 44 S seizen ½2. Ou. 19— Klo.— roggen 1. neu 15— Kilo 12.„ 13— 100 Kilo 15 50 weizen„ 15 50 444 8 15 40. 13 80 Hafer alter à 100 Kilo " neuer„„„ Raps 1.„„„„ Kartoffeln„ 400 Heu per 50 Kilo 360 „ 6 50 Roggenstroh 600 Kilo 34 00 51 per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr. 70— ö1 per 100 Kilo faßweise 71 50 kuchen per 1000 Kilo 140 n per 50 Kilo 5 80 en=Vorschuß 00 per 100 Kilo—— kostet doppelt so viel wie in London, das sser sechs mal so viel wie in Rom und der roi(eine städtische Steuer auf eingeführtes hl, Brot, Fleisch, Wein u. s..) ist höher als kirgend einer anderen französischen Stadt. Die positionspresse macht sich natürlich ein Versigen daraus, diese Umstände auszubeuten und den schlechten Willen der Regierenden zurückführen. Auf die gegenwärtige Lage der übrigen wichen pariser Gewerbszweige soll das nächste mal igegangen werden. Berliner Börse. Berlin, den 28. Januar 1884. Fonds und Staats=Papiere. Deutsche Reichs=Anleihe..... 4 102,40 Preußische consolidirte Anleihe... 4½ 103,20 do.. 4 102,30 Staats=Anleihe 1868 4 101,10 1850, 52, 53 62... 4 101,10 Staats=Schuldenscheine.. 3½ 99.00 Oesterrei=hische Goldrente 4 85,00 „ Silberrente 4⅛ 67.50 „ Papierrente..... 4⅛ 66,90 Eisenbahn=Stamm=Actien. Verstaatlichte Eisenbahnen. Bergisch=Märkische0—— Rheinische, abgestempelte.. 0 166.60 „„ L. B.(gar.) 0 102,10 Gottharo vollgezeichnet..... 0 6 101,30 Russische Staatsbahn..... 0 5 125,50 Eisenbahn=Prioritäten=Obligationen. Aachen=Mastricht, 4 97,30 Brg.=Märk. I. und II. Serie.. 4½ 103,10 " III. A. B. 3¼ g." 3½ 95.40 „ Lit. C. 3½ 95,40 „ IV. Serie 4½—— Berg.=Märk. V. Serie. 4½ 104,00 „ VI. Serie 4½ 105.00 „ VII. Serie conv. 4½ 103.20 „ VIII. Serie. 4½ 103,10 „ IX. Serie.. 5 103,30 Bank=Actien. Zinsfuß überall 4 pCt., bei der Reichsbank 4½ pCt. Aachener Disconto=Gesellschaft. 0 106,10 Allg. Deutsche Handels=Gesellschaft. 0 89 75 Bank für Rheinland und Westfalen. 0—— Bergisch=Märkische Bank 0 118.30 „ Industrie=Gesellschaft.. 0 6900 Berliner Handels=Gesellschaft.. 0 118,75 Berliner Makler=Verein.. 0 102 30 Cölnische Wechs.= und Bank:... 0 92,80 Deutsche Bank 0 145,00 „ Hyptheken=Bank 60% 0—— „ National=Bank 0 106.50 194.00 97.75 97.75 99.70 151.00 101.50 148.30 91,50 0 40.40 btandesamts= Nachrichten des Amtes Schalke. Geburten. Julius Johann S d Bergm Jul Kahl Heßler. Gertrud Maria Bernardine T d Schreiners Wilh Stockmann Heßler. August S d Bergm Karl Nieimann. Jacob Friedrich S d Bergm Joh Seivel Braut Karl Sd Fahr Friedrich Malaschewsky Braub. Bernard S d Fabr Franz Josef Niemann Heßler. Emil Samuel S d Bergm Adam Buttler Braub. Guastav Adolf, S d Fabr August Gester. Ernst Otto Georg S d Wirts Georg Pfaff Braub. Martha Selma Td Fabr August Hornig Braub. Richard Wilhelm Philipp Julius S d Bergm Friedr Emde. Sophie T d Bergm Franz Röhrig Braub. Antonie Paula T d Schreinermstr Herm Hake Braub. Auguste Td Wiegemstr Hrch Rodenberg Bulmke. Friedr Wilhelm S d Beryn Heinr König Braub. Peter Josef S d Bergm Math Bex Braub. Mittwoch, d. 30. Jan., vormittags 10 Uhr, werde ich in meinem Pfandlocale (Flora) nachstehende Gegenstände zwangsweise versteigern: 1 Sopha, 1 Commode, Ofen, 2 Bettstellen, ilder, 1 Bank, 2 Kohlenten, Stocheisen 2c.; illig: 40 Paar Herren= und z len=Zugstiefeln, Pan1 n und mehrere Stücke für Frauenkleider. . nkirchen, 29. Januar 1884. Müller, Gerichts=Vollzieher. A krwbaren. E ern, Daunen, Pflanzeninen, garantirt federdichte irchende u. Drells, ie fertige Hrllea iehlt zu besonders niedrigen en. R. D. Weldert, enkirchen, Kreuzstraße 1, neben der ev. Kirche. Saurbler, Spezialarzi eemiu, Unterleibskranke, über mße 1.(12 bis seiner A Disconto=Commandit..? 0 Dortmunder Bank=Verein 0 Essener Credit=Anstalt 0 Nationalbank für Deutschland 0 Norddeutsche Bank 0 Preußische Boden=Credit=Bank 0 Reichsbank 0 Schaaffhausener Bank=Verein 0 Industrie=Papiere. Nachen=Höngen Annener Gußstahl=Fabrik Arenberg, Gesellschaft für Bergbau Bochumer Bergwerks=A. Lit. A. „„ Lit. B. Bochumer Gußstahlfabrik Borussia, Bergwerk Vonifacius Bergwerk: Cölner Berawerks=Verein Cöln=Müsener Bergwerks=Verein Dortmunder Bergwerke Lit. A. „„„ Oblig. Dortmunder Union 600 Mark „„ 400„ „„ 300„ Dortmunder Union Stamm=Pr. „ Part.=Obligation Gelsenkirchener Bergw.=Actien=Ges. Georg=Marten=Bergwerks=Verein Harkort Bergwerk „ Maschin. Harpener Hütten. Hibernia u. Shamrock Hörder Bergw.= u..=Act.=Ges. do. zusammengen. Louise Tiefbau Märkisch=Westfälische Bergw. Madeburger Bergwerks=Act.=Ges. Mechernicher Oelheim Petroleum. 80% Phönix Berzwerks=.=G. Lit. A. „ Lit. B. Pluto, Bergwerks=Gesellschaft Westfälische Draht=Industrie „ Union Rhein.=Westf. Industrie Geld=Sorten und Banknoten. Dukaten per Stück Sovereigns per Stück 20 Francs=Stück per Stück Gold=Dollars per Stück Imperials(halbe) per Stück Imperials per 500 Gr. Englische Banknoten 1 Lstr. Französische Banknoten per 100 Fr. Oesterreichische Banknoten 100 Fl. „ Silber=Conpons Russische Banknoten per 100 Rubel " Zoll=Coupons Umrechnungs=Sätze. 1 Dollar= 4,25 M. 100 Francs Gulden Oest. Währ.= 2 M. 7 Gulden Südd. Währ. = 12 M. 100 Gulden Holländ. Währ.= 170 M 1 Mark=Banco= 1,50 M. 100 Rubel= 320 M. 1 Liv. Sterl.= 20 M Zinsfuß der Reichsbank. Discont 4 vet. Lombarden 5 pCrt. Meteorologische Notizen. (9 Uhr vorm.) 28. Januar Bar. 740 mm. Therm.+ 250R. S 29. Januar„ 754 mm.„+ 50R. S 138.10 85.50 95.00 120.90 68.75 117,00 22,70 53.25 103.50 11.25 17,50 24.00 83.25 107,30 117.90 71.00 62.75 35,50 98.00 95.00 33.75 66,90 44,75 61,50 194.25 166,00 44,10 86.10 33,00 64,75 106.00 .25 21,50 .73 20,32 16.19 .18 16.73 1393 00 20.40 81.20 168.40 167,35 197,50 20,615 80 M. 1 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 W en e rrsuc M Sbeben wurbe voulstandig 1 K. ADRLAN BALBI“ R * Die Ausbreitung des Morm„ nismus in Nordamerika. Von A. L. Melzer. (Das Uebersetzungsrecht bleibt vorbehalten.) II. Die Staatsanwälte in Utah, Arizona und Idaho wissen ganz genau, daß sie den Würgengel (destroying angel)— d. h. dem Meuchelmorde von verschwiegener Mormonenhand— ohne weiteres verfallen würden, wenn sie allen Polygamisten auf einmal zu Leibe gehen würden. Deshalb begnügen sie sich damit, nur auf Antrag, d. h. blos dann einen Polygamisten unter Anklage zu stellen, wenn ihn seine erste Frau wegen Vielweiberei denuncirt. Denn nur„Nr. 1“ kann ja der Staatsanwalt als legitim und zur Anstellung einer derartigen Klage berechtigt betrachten. Solche Fälle kommen aber höchst vereinzelt vor. Eine so gegen alle Tration handelnde Frau wird von der Kirche natürlich sofort excommunicirt; und die Einschüchterung gegen die anderen weiblichen Mitglieder wird in um so größerem Umfange von der Geistlichkeit fortgesetzt. Es versteht sich von selbst, daß, wenn man Aeltester oder gar Bischof werden will, man nicht nur die auf Vielweiberei bezüglichen Stellen des alten Testaments gut im Kopf haben, sondern vor allem das Leben der Patriarchen durch Vielweiberei practisch illustriren muß. So lange ein„Heiliger“ nur eine Frau hat, sieht ihn die Kirche so zu sagen noch nicht für voll an, sondern behauptet ihm gegenüber wenn nicht gerade Mißtrauen, so doch immerhin eine gewisse Zurückhaltung. Die letztere äußert sich speciell darin, daß in der Regel Monogamisten kein Kirchenamt von irgend welcher Bedeutung erlangen. Die Frauen genießen in der mormonischen Kirche durchaus gleichen Rang mit den männlichen Gemeinde=Mitgliedern. Bei kirchlichen Wahlen wird ihre Stimme ebenso gezählt wie die der Männer. Die Gesetzgeber in Washington neigten sich vor einigen Jahren der Ansicht zu, daß die Mormonenfrauen sich unterdrückt fühlen und erteilten daher den majorennen Frauen und Mädchen in Utah das Stimmrecht. Man irrte sich aber gründlich. Denn die Mormonenfrauen stimmten genau so wie ihre Männer, d. h. für die von der Kirche protegirten Candidaten. Dieser gegen den Einfluß der Mormonenkirche geführte Schlag ging demnach gänzlich fehl, ebenso wie die neuere Edmunds'sche Bill, nach welcher den Polygamisten das Stimmrecht entzogen wurde. Diese Herren stimmen mit ganz vereinzelten Ausnahmen nach wie vor bei allen politischen Wahlen mit und behaupten auf etwaige Fragen seitens des Wahlinspectors ganz R Allgemeine Erbbeschreibung. K K K K M K K M K K K K K K K N M K K K K K K K K Ein Handbuch des gesgraphischen Wissens für die Bedürfnisse aller Sebildeten. Siebente Auflage. Vollkommen neu bearbeitet von Dr. Josef Chavanne. Mit 400 Illustrationen und 130 Textkarten. In 45 Lieferungen à 40 kr.=75 Pf.= 1 Fr.= 45 Kop. Oder in 9 Abteilungen à 2 fl.= 3 M. 75 Pf.= 5 Fr. = 2 N. 25 Kop., auch in drei eleg. Halbfranzbänden geb. à 7 fl. 20 kr.= 13 M. 20 Pf.= 17 Fr 60 Cts. = 7 N. 92 Kop. ist eine durchaus sorgfältige. Jede Lieferung enthält vier Druckbogen(gleich 64 Seiten) Text. Die Abnahme kann in Lieferungen oder Händen beliebig nach und nach erfolgen. Adrian Balbi's Erdbeschreibung ist in ihrer siebenten Auflage das erste geographische Handbuch, welches bereits die Ergebnisse der letzten Volkszählungen in den Jahren 1880 bis 1882 im Deutschen Reiche, in Oesterreich=Ungarn, Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Schweiz, Westrußland und selbst jene in Britisch=Ostindien enthält. Im topographischen Teile der einzelnen Länder wurde auf practisch bedeutsame Partien besonderes Gewicht gelegt, und die Bedeutung jedes Ortes für Industrie und Handelsverkehr hervorgehoben. Das Werk, dessen Register mit besonderer Ausführlichkeit bearbeitet ist, dient somit gleichzeitig als zuverlässigstes Geographisch=statistisches Texikon. Alle statistischen Daten entsprechen den jüngsten, mit größter Sorgfalt gesammelten Erhebungen aus den Jahren 1879 bis 1882. Als besonders wichtige und umfassende Bereicherung der siebenten Auflage sind fünf doppelseitige, in vielfachem Farbendruck ausgeführte Karten zum Allgemeinen Teile (Isothermenkarte, Regenkarte der Erde, die Vegetationsgebiete der Erde, die Völker= und Religionskarte der Erde, 50 Textkarten und 400 Illustrationen, darunter 120 Vollbilder) zu nennen.— Das Werk ist auf holzfreiem Papier gedruckt. A. Hartleben's Verlag in Wien. M K K N K K M M M M Prrrichee Kimmerschmuc!. Gedenkblatt6 zur 400jährigen Geburtagsfeier 2 Martin Luthers. Größe: 45:55 Centimeter. *„„ &a Dasstationaldenkmar auf dem Riederwatu. Größe 45:55 Centimeter. Die vier Kaiser. Kaiser Wilhelm, Sohn, Enkel und Urenkel. * * * * * Bild kostet nur 1 Mark. Vorrätig bei F. Dienst, Gelsenkirchen. tt Fachrptan vom 15. October 1883 ab Bringe meine gut abgelagerten "" 90 sowie sämtliche Parfümerien, Mundwasser, Haarfärbemittel und die nur allein bekannten, echten Gebr. Gehrigs Zahnhalsbänder, serner meine Auswahl fertiger Flechten in empfehlende Erinnerung; auch werden Fiechten sowie andere Haararbeiten schnell und sauber angefertigt.— Die Ausübung der kleinen Chirurgie, Zahnziehen, Schröpfen, Blutegelsetzen 2c. wird von mir bestens besorgt. Carl Dröge, Bardier und Friseur, Gelsenkirchen, Kreuzstraße 14. Von Gelsenkirchen nach Wanne 6,18.43 10,36 2,08 4,19 5,43.52 1,19[Wanne Abf. nach Münster 6,45 10,52 2,19 5,52 10,04 1,39.1 Von Bochum nach Ueckendorf=Wattenscheid 5,30 8,08 11,44 1,48 3,30 7,20 10,16 9,02 svon Ueckendorf=W. nach Kray=Essen 5,43.55.21 11,54 2,01 3,43 7,30 9,15. Von Dahlbusch nach Essen 5,41 6,52 8,18 11,45 1,55 3,39 (5,22 bis Kray) 7,29 9,10. Von Dahlbusch nach Gelsenkirchen 7,31 9,05 12,15 4,01 2,53 5,49 .28 11,45. Von Essen nach Gelsenkirchen(rhein.) 6,52.4711,53 2,36 5,30 8,08 11,28. Von Essen nach Gelsenkirchen Van#um n.* 6, (Köln=Minden) 5,55 8,15 10,00““ Sochunt nuch perne.40 12,21 1,40 3,50 5,15 8,20. Von Schalke nach Wanne 8,57 12,04 4,39 9,44. Von Schalke nach Sterkrade 5,52 927 2,29 8,04. Von Wanne nach Schalke 5,40 9,15 2,20 7,55. Von Schalke nach BismarckWinterswyk 8,28 5,26 9,11(Bismarck Abf. 8,37 2,42 5,52 9,20.] Von Schalke nach Essen 6,56 9,20 1,17 7,35. Von Essen nach Schalke 8,07 2,17 4,54.50. Von Gelsenkirchen nach Deutz=Köln 5,39.54.49 11,30 12,41 2,22 5,02 8,35(10,55 nur bis Essen, Altenessen Abf. 6,10 u. 4,47 Eilzug.) Von Gelsenkirchen nach Essen 5,36 6,47 8,13 11,40.50 3,34 (5,17 nur bis Kray) 7,24.05 [von Kray nach Dortmund 01.56 12,02.45 5,9, 8,17(11,37 nur bis Bochum)]. Von Wanne nach Dortmund 8,56 10,51 4,30.03.56.45 [Herne Abf. 9,05 11,01 4,40 .13 1,56.] Von Herne nach Deutz=Köln 6,34 8,28 11,09 1,59 8,13[Wanne Abf. 5,31, 6,43.39 11,19 12,33 2,10 4,54 8,24(10,46 nur bis Essen)]. Von Herne nach Bochum 7,11 1,12 7,35. 6,37. Von Wanne nach Ueckendorf=Wattenscheid=Bochum 5,33 8,40 12,40 4,05 5,32 8,00 10,50. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Wanne 6,08 10,30 2,03 5,15 7,35 9,18 1,07. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Dortmund 7,08 9,03 12,09 2,52 5,46 8,24(von Ueckendorfichtettenscheid nach Bochum wie Minne kommend.47 Evangelischer Anterstühungsvirri Gelsenkirchen. Leute Dienstag, den 29. cr., abends 8 Uhr: im Saale des Herrn Th. Loh, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl von 2 Revisoren. 3. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. Ein Wohnhaus mit Garten für eine kleine Familie zu mieten oder zu kaufen gesucht. Franco=Off. bef. die Exp. d. Bl. unter Nr. 150. zu verkaufen. Zu erfragen unter Nr. Exp. d. Bl. Federhalter verschiedener Sorten für Schule und Comptoir. Sönneckens Schreibfedern, Halter, Rundschriftvorlagen, Zeichenfedern, Radirmesser, Bleistiftfeilen, Brieföffner etc. etc. in reicher Auswahl bei F. Dienst, Gelsenkirchen. I ehung unmbe I. I. Sir □ Ulmer Dombau- Lotterie Hptgw 75000 M. bar. 1 Los 3,50, 11 Lose 35 M. Zieh. unwiderr. 10. März 1884. Köln. St. Martins-Lotterie Hptgw. 20 000 M. Gold. Los nur 1., 11 Lose 10 M. Beide Lose mit amtl. Listen 4,90 M. 1 Ulm., 7 Mart. m. Listen 10 M. 2 Ulm., 14 Mart. m. Listen 20 M. G Sin Walin ir H 7 * Ein tüchtiges in allen häuslichen Arbeiten erfahren, findet sofort Stellung. Wo sagt di, Exp. d. Bl. unter Nr. 149. u. en es piden Ar e * * 1 a setz r * 4 in8 seil 05 ∆ 40 4 ur u8. en.) ten, igt er r te in d einsitzes. eimen und er * d er s m en zu und a2 5 Pol' 's Beach, daß ihre Frauen Nr. 2 u. s. w. gar imcht ihre Ehefrauen seien, sondern nach wie vor aß der ren Mädchennamen führen. Auf Wunsch bezeugen erges dies die betreffenden Frauen übereinstimmend, dsttie sowie andere mormonische Zeugen in unbeschränkter setzt Anzahl. A Für ein vom Schauplatz der Gesetzgebung AstänWashington) so weit entferntes Territorium wie reitagltah hält es bei dem einmütigen Zusammengehen sot“ der obstinaten Bevölkerung nicht schwer, dem Gesetz ein Schnippchen zu schlagen. Den mormonischen Kirchenbehörden gegenüber sind dieselben Frauen Nr. 2 u. s. w. natürlich legitime Ehefrauen— gerade wie es den Leuten in den Kram paßt. In einem Athem wird behauptet oder beschworen, man sei Frau Brown oder Fräulein Smith— ganz nach Wunsch. Beim Gottesdienst kann man immer mehr Frauen resp. junge Mädchen antreffen als Männer. Auffallend ist es besonders, mit welcher Begeisterung die Mormonenmädchen an dem Munde des Predigers hängen, der immer nur dasselbe Thema— das der Vielweiberei— als Gott wohlgefällig von allen Seiten beleuchtet. Wo soll da Moral und sittliches Streben in späteren Jahren bei den Müttern— ihren Kindern gegenüber— erwartet werden, wo die Seele schon von frühester Jugend an durch solche Lehren verderbt wird? Besondere Schulen im Sinne europäischer confessioneller Unterrichtsanstalten haben die Mormonen zwar nur selten errichtet. Aber von denjenigen öffentlichen Schulen, welche von den meistens in Ausiedlungen zusammenwohnenden Mormonen frequentirt werden, halten die Nichtmormonen aus begreiflichen Grüuden ihre Kinder möglichst fern. Der Lehrer oder die Lehrerin einer derartigen Schule ist natürlich immer ein besonders zuverlässiges Mitglied der Kirche. Ich muß zugeben, daß die mormonischen Schulvorsteher es sich angelegen sein lassen, selbst in einem so dünn bevölkerten Lande wie Arizona den Kindern durch mancherlei arrangirte kleine Feste, wie Tänze, Feuerwerk, lebende Bilder u. s. w. auch außerhalb der Schule ein Gefühl von Zusammengehörigkeit in socialer Beziehung beizubringen. Von den gentiles(Nichtmormonen) in Arizona läßt sich etwas derartiges nicht annähernd melden. In neuester Zeit ist dort ein temperenzlerischer Verein oder„Orden“ mit Namen„good templars“ viel verbreitet. Derselbe bietet aber auch kein Gegengewicht gegen den sich immer mehr ausbreitenden Mormonismus. Mitglieder der good templars sind meistens unverheiratete junge Männer und Mädchen. Die Versammlungen dieses Vereins haben auf mich stets den Eindruck von nicht mehr und nicht weniger als— einem Heiratsbureau gemacht, in dem sich ur dah ländlich=täppische Galanterie mit Temperenz=Heuchelei paart. Denn diejenigen der good templars, mit denen ich näher bekannt wurde, verschmähten einen guten Schluck— ohne Zeugen— nicht. In öffentlichen Trinklocalen war allerdings nie ein good templar anzutreffen. Unschuldig verurteilt. * Gleiwitz, 24. Jan. Eine Verhandlung vor dem hiesigen Schwurgericht betraf gestern die Wiederaufnahme eines Verfahrens wider den Einlieger Andreas Hajok aus Ostroppa. Der Angeklagte war am 22. April 1882 wegen wissentlichen Meineids zu zwei Jahren Zuchthaus und den Nebenstrafen verurteilt worden und liegt der Anklage folgender Thatbestand zugrunde. Hajok hatte vor etwa 10 Jahren seine Besitzung an seinen Stiefbruder Georg Baron verkauft. Auf dieser Besitzung lastete ein nicht eingetragenes Ausgedinge für die Einliegerin Ulka Baron, verehelicht gewesene Hajok, welche die Mutter des Hajok und die Stiefmutter des Baron ist. Bei diesem Verkauf soll nun nach der Aussage des Baron von einem Ausgedinge für die Ulka Baron nicht die Rede gewesen sein und als ersterer die Last abwälzen wollte, kam es zur Klage, wobei Hajok beschwor, daß er dem Baron ausdrücklich gesagt habe, die Mutter habe ein lebenslängliches Recht, einen Teil des Ackers zu benutzen, und daß dem Käufer die Verpflichtung obliege, diesen Teil des Grundstücks unentgeltlich zu bestellen und die Feldfrüchte einzufahren. Bei der ersten Verhandlung wurde nun durch Zeugen festgestellt, daß bei der Schlußverhandlung des Verkaufs thatsächlich von Ausgedinge nicht die Rede war, so daß Hajok, welcher in seiner Beschränktheit damals einen Entlastungsbeweis nicht zu führen vermochte, für schuldig befunden und zu obiger Strafe verurteilt wurde. Die heutige Verhandlung ergab jedoch, daß wahrscheinlich mehrere Verkaufsverhandlungen zwischen den beiden Stiefbrüdern geschwebt hatten, denn es wurde heute von mehreren unparteiischen und glaubwürdigen Zeugen beschworeu, daß in ihrem Beisein wohl von dem Ausgedinge die Rede gewesen und daß damals Baron erklärt habe, es sei ihm dies wohl bekannt. Ferner rief bei der heutigen Verhandlung folgender Vorfall einen eigentümlichen Eindruck hervor. Als Baron vernommen werden sollt und ihm der Präsident die Frage vorlegte, weshalb er das Ausgedinge fünf Jahre gewährt habe, wenn er dazu nicht verpflichtet gewesen sei, schwankte er und fiel in Ohnmacht, so daß er aus dem Saal geführt werden mußte. Als nach geraumer Zeit seine Weitervernehmung erfolgte, gab er immer noch schwankend unsichere und unbestimmte Antworten. Endlich hat er kurz nach der Verurteilung des Hajok zu einem Zeugen sich etwa folgendermaßen geäußert: ich weiß wohl, daß der Ulka Baron ein Ausgedinge zusteht, aber was soll der Alten so viel Acker? ich bin Familienvater, kann es eher brauchen und muß die Steuern zahlen. Diese angeführten Momente benutzte die Verteidigung, um für die Schuldlosigkeit des Verurteilten in wärmster Weise einzutreten. Es ist nur anzunehmen, daß die Beschränktheit des Angeklagten nicht die Wahrheit an den Tag kommen ließ. Die Geschworenen verneinten die Schuldfrage, und Hajok, der bereits 1 Jahr und 6 Monate Zuchthaus verbüßt hatte, wurde nunmehr freigesprochen. Vermischtes. ** Paris, 27. Jan.[Sturmwind.] Vou 7 Uhr abends bis 1 Uhr nachts wurde Paris von einem heftigen Sturme heimgesucht. Viele sonen wurden durch die einstürzenden Schornsteine u. s. w. verletzt. Auf den öffentlichen Plätzen wurden Wagen umgeworfen. Der Schaden, den der Sturm verursachte, ist groß. Im Canal kamen viele Schiffbrüche vor. " London, 27. Jan.[Orean.] An den englischen Küsten und besonders auf dem Canal wütete gestern den ganzen Tag über ein Orcan mit Regengüssen; auch heute war der Sturm sehr stark. Vorgestern abend fand im Canal zwischen den beiden Segelschiffen City of Lucknow, von Adelaide nach London unterwegs, und Simla, von London nach Sydney unterwegs, ein Zusammenstoß statt. Die Simla ging unter; 22 Personen ertranken. **(Modellbüste des Fürsten Bismarck.] Professor Schilling aus Dresden, der im vorigen Jahre während der Anwesenheit des Fürsten Bismarck auf der obern Saline in Kissingen eine vortreffliche Modellbüste des Fürsten Bismarck für das Niederwalddenkmal schuf, hat als Anerkennung dafür das Vervielfältigungsrecht erhalten und demnächst werden die Büsten käuflich zu beziehen sein. Fürst Bismarck hat, was er sonst nur in Ausnahmefällen thut und trotz seiner angegriffenen Gesundheit, dem Künstler nahezu eine Stunde gesessen. **[Lotteriegewinn.] Von dem zweiten Hauptgewinn von 300000 Mk. der preußischen Classenlotterie, welcher vor einigen Tagen gezogen wurde, haben zwölf arme Plätterinnen einer Berliner Wäschefabrik ein Viertel=Loos gespielt. Als man den Arbeiterinnen die frohe Botschaft brachte, waren sie„außer Rand und Band“ geraten, und wollten ihrer Freude dadurch Ausdruck geben, daß sie zunächst die Arbeit einzustellen beabsichtigten; da dieses indeß ohne Erlaubnis ihres Brotherrn, der gerade nicht anwesend war, nicht gut ging, so verbrannten sie mit ihren glühenden Bolzen die Wäsche und richteten einen nicht unerhel, Schaden in der Fabrik an, ohne daß ihn besonderen Kummer bereitete. *.*(Lebendig eingemauert.] In der Stadt Radeberg bei Dresden wurde dieser Tage eine schauerliche Entdeckung gemacht. Der Kattundrucker und Hausbesitzer Fasold daselbst hatte seinen geistesschwachen Sohn 16 Jahre lang, von seinem 14. Lebensjahre an, verborgen gehalten. Ein Zufall brachte dies an's Tageslicht. Das Gericht entdeckte den jetzt Dreißigjährigen, der zwar nie für tot ausgegeben, vielfach aber für tot gehalten worden ist, in einem verschlossenen Kammerraum von ca. 2 Metern Länge und 1 Meter Breite, in welchen nur durch eine schmutzige, etwa handbreite Fensterscheibe ein Lichtstrahl zu dringen vermochte. Auf faulem Stroh hockte das Opfer elterlicher Verwahrlosung, entmenscht, vertiert, verschmutzt, ungeziefer= und schwärenbedeckt, abgezehrt, sprachlos, licht= und menschenscheu. Die Feder sträubt sich, die näheren Umstände eingehender mitzuteilen. Forscht man nach dem Grunde solcher unmenschlichen Handlungsweise, so soll lediglich„Geiz“ als die Ursache desselben zu betrachten sein, Geiz von Leuten, welche ein schuldenfreies, wohlverzinsliches Haus besitzen. **(Unsinnige Wette.] Aus Schäßburg wird dem„Wiener Frmdbl.“ geschrieben: Der Bauer Andre Frailin von Hernyakowa, ein riesen. starker Mann mtt einem wahren Stiernacken, wei tete dieser Tage im Wirtshause mit einem ander# Bauern, namens Alexin Gyorgye, während e Unterhaltung um einen Eimer Wein, daß andern Pferd nicht imstande sei, ihn, den Wet. den, vom Platze wegzuziehen, wenn er sich in halb der offenen Thür mit Händen und Fü gegen den Thürpfosten stemme. Bei der sogl gemachten ersten Probe riß der Strick, den Frailin um den Nacken gelegt hatte, und de Enden an den Schwengel geknüpft waren, welchem das Pferd angespannt war. Frai selbst brachte sogleich einen andern, stärkeren Sti legte sich ihn wieder um den Hals und bef das Pferd zum Ziehen aufzumuntern. Aufis widerstand Frailin eine Weile; als aber ench das durch Peitschenhiebe zu stärkerem Zuge aleiferte Pferd kräftiger anzog, stieß Frailin e Schrei aus, fiel nach vorwärts auf dem Be und wurde von dem Pferde, bis es angeha war, einige Schritte weit geschleift, ehe der S über den Kopf glitt. Nach zwei Tagen starb Wettende an den Folgen seines Uebermutes, zwar, wie die Section ergab, an Zerreißung ein Rückgratsmuskeln. Ulmer Ziehung am 18., 19., 20. u. 21. Februar 1884. Erster Hauptgewinn: 75000 M. Baar. Es sind 3435 Gewinne in Baar im Betrage von 350,000 Mark Der ohne Abzug. Ferner 50000 Mark an Kunstgegenständen kommen zur Verlosung. Ulmer Dombau verlost 1063 Geld=Gewinne mehr als die Kölner. OeE à.30 — OLsindbei mir zu haben. Theodor Dahl, Gelsenkirchen, neben der kath. Kirche. wie elegante Costumes werden gutsitzend und billig angefertigt. Geschwister Koch, Kreuzstraße 1. . Eine große Partie rleiner und großer Faselschweine angekommen bei Friedrich Büscher, Rhein=Elbestraße 9. Rathenow. Brillen. Cylinder=Uhren. von 11 M. an. Regulateure von 24 M. an. Wanduhren von 3. M. an. Th. Holtmann, Uhrmacher, Schalke, Friedrichstr. Negenschirme stets in größter Auswahl. Boitmann, Gelsenkirchen, Bahnhofstr. 37. Zum sofortigen Eintritt gesucht: ein in allen Arbeiten, auch Waschen und Kochen erfahrenes, fleißiges und zuverlässiges evangelisches Dienstmädchen. Gute Zeugnisse erforderlich. Näheres unter Nr. 143 in der Exp. d. Bl. Treffe heute mit einer Partie großer u. kleiner Gäser Schweine (Oldenburger Rate) ein. Joh. Hellmann, Bochumerstraße 50. Bilderbücher, ganz neue Auswahl. Coloristen und Stifte hierzu empfiehlt F. Dienst. 100000 Schreibzeuge. Tintenfässer. Sandfässer. Tuschnäpfe billigst bei F. Dienst. F 00000 Lampenschurme, feine. billigst bei F. Dienst. 30000000000 Echte chin. Tusche, echten Carmin,„ Farben einzeln zum Zeichnen# 0 billigst bei 0 0 F. Dienst. 0 33500500000 10000 Griffelbüchsen, Griffeldosen, Kanteln,# Liniale u. s. w. in Auswahl bei F. Dienst. 100OOOO " Ngeuste-Kranmen empfiehlt F. Dienst. Sessektliche Hasteaung, Der Bäcker und Colonialwarenhändler Wilhelm Unkel zu Schalke, Wilhelminenstraße Nr. 234, vertreten durch Rechtsanwalt Greve in Gelsenkirchen klagt gegen den Fabrikarbeiter Friedrich Schulz, zuletzt zu Schalke wohnhaft gewesen, jetzt ausgewandert, wohin unbekannt, wegen Forderung von 29 Mark 37 Pf. für Waren mit dem Antrage den Beklagten kostenfällig zu verurteilen, an Kläger 29 M. 37 Pf. zu zahlen und das Urteil für vorläufig vollstreckbar zu erklären, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Königliche Amtsgericht zu Gelsenkirchen auf den 13. März 1884, vormittags 10½ Uhr, Zimmer Nr. 11. Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht. Hovestadt, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts. Gelsenkircen(Wiehagen),. 18. Empfehle: Arbeiter=Kleidung Herfors: Oeynkauser= genanntes Zielefelder=Graubrot; echten Tokayer=Wein; ganz neu, erspart Seife und Zeit; zute Colonialwaren ge, heragesetzten Preisen. 18, Dr. Pattison’s Gichtwatte, bestes Heilmittel gegen Gicht und Rheumatismen aller Art, als: Gesichts=, BrustHals= und Zahnschmerzen, KopfHand= u. Fußgicht, Gliederrreißen, Rücken= und Lendenweh.(I. 62371.) In Packeten zu 1 M. und halben zu 60 Pfg. bei Herren Ziegler u. Jansen, Gelsenkirchen, Bahnhofstr. Schiefertafeln empfiehlt. F. Dienst. Theater in Gelsenkirchen. Im Saale des Herrn W. Dickmann(Central=Halle.) Dienstag, den 29. Januar 1884: Gastspiel des Fräulein Paula Tagliani, erste SoloTänzerin von der königlichen Oper in Englisch. Austipiel Irg 1,#g gge Görner. La Madriene a la Pepita. hinter'm Vaudeville in 1 Act und 2 Bildern von Baumann. Zum Schluß: Le Danse de Jokey. Theater in Wanne. Loeale des Herrn E. Heitkamp. Mittwoch, den 30. Januar 1884: Gastspiel der Theater=Gesellschaft der Central=Halle aus Gelsenkirchen. Karrha oder: Der Markt zu Richmond. Vaudeville in 4 Acten nach der gleichnamigen Oper. Musik von Flotow. Kassenöffnung 7½ Uhr. Anfang präcise 8 Uhr. Preise der Plätze: 1. Platz 1., 2. Platz 50 Pf. Billete: Sperrsitz à 4., 1. Platz à 80 Pf. sind an den Spieltagen bis Kasse#d öffnung im Theater=Local zu haben. Henning, Dire