K Nr. 17. Gelsenkirchen, Montag, den 21. Januar 1884. Td. Feinggng, „ Perruet.. verbunden mit dem Die„Emscher Zeitung“ erschemt täglich mit Ausnahme der Sonn= und hohen Feiertage. Wochen=Beilage:„Illustrirtes Emscher Sonntagsblatt“. Insertionspreis: Die Petit=Zeile oder deren Raum 15 Pf., Reklamen 40 Pf. Verantwortlicher Redacteur F. Dienst in Gelsenkirchen.— Amt Herner Tage=Blatt. (Früher: Der Reichsfreund.) Sincere et constanter. Adonnementspreis: Mark.50 viertelschrlich im Voraus. Man abonntn außer bei der Expedition in Gelsenkirchen, Marktstraße 13, bei allen Reichspostanstalten und bei den Filial=Expeditionen: Rud. Eick, Herue: W. Walbeck, Wanne; W. Pötter, Wattenscheid. Druck und Vetlag von F. 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Der Antrag betreffe nicht die #katholische Kirche allein, sondern alle Kirchengemeinschaften in Preußen. Der dadurch erwachsene Zustand erzeuge, wie heute schon zu erkennen, eine Verwilderung der Jugend. Sollen wir denn, wie der Vogel Strauß, angesichts dieser Gefahr den Kopf in den Sand stecken? Auch wir anerkennen den Staat als eine von Gott verordnete Einrichtung; verlangen aber Freiheit für die Kirche. Von diesem Gedanken geleitet, haben wir den Antrag eingebracht Unsere Kirche leidet schwer, unsere Priester sind hochbetagt ins Gefäugnis gewandert, die Stellung der Geistlichen ist heute eine vogelfreie. Die staatliche Obrigkeit kann ihn nach Belieben maßregeln, externiren. Von dem Bischofsparagraphen war bis vor Einbringung unseres Antrages so gut wie kein Gebrauch gemacht. Die Volksvertretung kann diesen Dingen nicht unthätig zu sehen und etwa abwarten wollen; wie sich die Dinge entwickeln werden; im Gegenteil, sie muß beim Zögern der Regierung selbst die Initiative ergreifen, und namentlich ist der echte, alte Liberalismus stets von dem Grundsatz aus. gegangen, daß er für Freiheit der Religionsgemeinschaften einzutreten habe; aber heute gehen alle Schwierigkeiten einer endlichen Regelung dieser Angelegenheiten aus von dem Pseudoliberalismus, der die Rechte der Kirche bekämpft, um die Staatsomnipotenz herbeizuführen. Es handelt sich um einen Kampf gegen den Katholizismus, der mit den ungerechtesten Mitteln geführt wird. Man negire und bekämpfe den Syllabus und das canonische Recht, die doch die Grundlage der katholischen Religion bilden. In dem geschwinden Tempo, mit welchem die Culturkampfgesetze hier votirt wurden, hat man die Verfassungsartikel 15, 16 und 18 kassirt, trotz der erheblichen Bedenken, die man gegen dieses Verfahren selbst von Seiten der eifrigsten Culturkämpfer hatte. Die heiligsten Rechte von 10 Millionen Katholiken hat man auf diese Weise preisgegeben. Will man dieses Unrecht wieder gut machen, so muß man die Verfassungsartikel wiederherstellen. Es melden sich 15 Redner aller Parteien gegen, 7 Redner des Centrums für die Vorlage zum Wort. Abg. v. Hammerstein(cons.) freut sich, constatiren zu können, daß die Stimmung des Hauses in der Kirchenfrage sich wesentlich gegen früher geändert habe. An eine einfache Ablehnung des Antrags denkt wohl heute niemand in diesem Hause, aber man möge bedenken, daß die theoretischen Grundrechte für die Kirche doch keinen so hohen Wert haben.(Hört! hört!) Wenn Redner vor die Frage gestellt worden wäre, die Verfassungs=Artikel aufzuheben, so würde er dies heute ablehnen, aber es sei zweierlei, wenn man heute die Wiedereinführung verlange. Redner glaubt auch nicht, daß der Antrag ernst gemeint sei, denn dann hätte man wenigstens diejenigen gesetzlichen Bestimmungen bezeichnen müssen, die durch diesen Antrag aufgehoben werden. In dieser Form würde die Vorlage nur Rechtsunsicherheit verbreiten.(Sehr richtig!) Die Auffassung, daß durch Wiedereinführung der Bestimmung, es habe die Kirche ihre Angelegenheiten selbst zu ordnen, die ganzen Streitfragen beseitigt werden, ist unzutreffend. Früher haben Herren vom Centrum diese Ansicht vertreten und sie ist richtig. Wie will man denn über die dem Cultusminister zustehenden Rechte hinwegkommen. Die formelle Wiederherstellung der Verfassungsartikel würde auch einen unheilvollen Riß in die heutigen Zustände der evangelischen Kirche hineinbringen. Nur von einer organischen Revision der Maigesetze kann eine wahre unv dauernde Regelung unserer kirchlichen Verhältnisse erfolgen. In diesem Sinne haben wir früher bereits die Resolution Althaus angenommen, und diese hat ja auch die wohlthätigsten Folgen gehabt. Die Forderung einer organischen Revision der Maigesetze werden wir auch dann aufrechterhalten, wenn eine Verständigung mit der Curie nicht möglich wäre. Im Interesse der evangelischen Kirche aber empfiehlt sich eine abwartende Stellung, die dem gegenwärtigen Ministerium gegenüber dringend geboten ist. Von der conservativen Partei ist folgender Antrag Althaus u. Gen. eingebracht:„Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: In Erwägung, daß die Wiederherstellung der Artikel 15, 16 und 18 der Verfassungsurkunde als ein geeigneter Weg nicht angesehen werden kann, den Frieden auf kirchenpolitischem Gebiete herzustellen, vielmehr dadurch die Gefahr einer eintretenden Rechtsunsicherheit herbeigeführt werden würde; in Erwägung ferner, daß die zu erstrebende Selbstständigkeit der evangelischen und katholischen Kirche und die Versöhnung der kirchenpolitischen Gegensätze auf dem bereits betretenen Wege der Specialgesetzgebung erreicht werden kann,— über den Antrag Reichensperger zur Tagesordnung überzugehen.“ Abg. v. Schorlemer=Alst(Centr.): Es ist unverständlich, wie der Vorredner sagen kann, er würde die Artikel nicht aufgehoben haben, aber wiederherstellen könne er sie nicht. Der Friede mit Rom mag geschlossen werden, wir werden uns ihm gern und freudig unterwerfen, das kann uns aber nicht abhalten, heute voll und ganz unsere Rechte zu reclamiren. Was die evangelische Kirche betrifft, so könne sie in dieser Beziehung ja selbstständig vorgehen; ohne auf den Frieden mit Rom warten zu müssen. Der Culturkampf war der Versuch, die Kirche zu verstaatlichen. Die Folgen liegen zu Tage. Heute haben wir eine Hetze der Minoritäten; die Antisemitenhetze ist auch ein Product des Culturkampfs. Die Nationalliberalen haben noch gestern eine große Scheu vor einer Verfassungsänderung ausgedrückt; sie hätten diese drei Verfassungsartikel nicht aufheben sollen, dann hätten sie uns viele Leiden und sich selbst die Parteizersetzung erspart. Redner stellt dann ausführlich das Verhalten der Fortschrittspartei und der Freiconservativen bei der Culturkampfgesetzgebung dar. Das habe sich zwar inzwischen etwas geändert, mit dem Culturkampf beschäftigten sich heute nur noch Athleten zweiten Ranges. Die Herren von der Rechten sollten sich mit uns verbinden, um den modernen Gefahren der Revolution und des Socialismus entgegenzutreten. Redner hält dann noch eine kleine Abrechnung mit der„NationalZeitung" und der„Emscher=Zeitung". Entweder siegt der Glaube an Gott und das Kreuz, oder der Socialismus und das moderne Heidentum.(Beifall im Centrum.) Abg. Richter=Hagen(Fortschritt): Die augenblickliche Situation ist eine etwas peinliche. Der Herr Minister schweigt, Herr Stöcker, der eigentlich zuerst sprechen sollte, ist auch noch nicht hier und die Schorlemer'sche Rede hatte eigentlich nur den Character einer Zwischenactsmusik. Herr Reichensperger hat den eigentlichen Urheber der Culturkampfgesetze, den Reichskanzler, hier gar nicht erwähnt. Anerkennen muß ich, daß die antisemitischen Hetzereien in katholischen Gegenden um deswillen nicht möglich sind, weil die Haltung der katholischen Geistlichen eine würdigere ist. Redner würde bereit sein, die Vorlage an eine Commission zu verweisen. Es sei ein Grundsatz seines Parteiprogramms, daß keine Religionsgesellschaft Vorzüge vor der anderen genieße; und dieser Grundsatz müsse bei einer Neuregelung dieser Materie mit berücksichtigt werden. Es sei überhaupt nötig, daß man sich über bestimmte Grundsätze bei so wichtigen Fragen klar werde. Nach welchen Grundsätzen heute verfahren wird, versteht kein Mensch mehr. Wenn man einen Bischof zurückberuft, soll man dies mit allen thun, sonst gewinnt die Sache den Character persönlicher Gehässigkeit. Die gemaßregelten Geistlichen haben doch alle nach gleichen Grundsätzen gehandelt.(Sehr richtig.) Das Bedenklichste aber ist, daß die Katholiken politisch unselbstständig werden, und daß man bei wicht gen Fragen, wie z. B. bei der Verlängerung des Socialistengesetzes, einen Bischof zurückberuft oder nicht, je nachdem. Gefreut hat es mich daß Herr v. Hammerstein die Möglichkeit einer Aenderung der früher maßgebenden Strömung ins Auge fassen will. Mögen sich die Herren rechts dies memento mori stets ins Gedächtnis rufen (Beifall links.) .73 20.22 46.175 4,18 16,73 193.00 20,38 81.35 68.30 68.00 97.60 .60 Abg. v. Stablewski(Pole) hätte erwartet, daß niemand im Hause dem Antrage widersprechen würde. Wolle man den Unglauben nicht fördern, wolle man ihn erfolgreich bekämpfen, so bleibe nichts anderes übrig, als die Kirche von ihren Banden zu befreien; das bezwecke der vorliegende Antrag. Minister v. Goßler bittet den Antrag abzulehnen. Die gegenwärtige schwierige Lage, die alle Länder durchgemacht haben, nämlich die Fest= M. 1 stellung der Grenze zwischen Staat und Kirche, Pähr. kann nicht durch allgemeine theoretische Grundsätze### beseitigt werden. Die Regierung muß abwarten, bis die thatsächlichen Verhältnisse hierzu einmal die geeignete Gelegenheit bieten werden. Wir müssen die Suppe ausessen, die wir uns selber eingebrockt haben. Unter den augenblicklichen Verhältnissen können wir nicht solche Bestimmungen geben, die sich jeder ganz nach Be## lieben auslegen kann. Die Begnadigungen der## Bischöfe sind in allen concreten Fällen, ebenso wie— die Aufhebung der Sperre, von den obwaltenden Umständen abhängig gewesen. Für die Bischöfe von Köln und Posen sind keine Begnadigungsgesuche eingegangen, sie könnten zuch, wenn sie usre eingehen sollten, keine Berücksta#tigung finden. noch eingehen fouten, keine Gerüusichligung sinden. en) (Bewegung.) Was wir im kirchlichem Interesse den gewähren können, wollen wir gerne gewähren. ligt Wir haben auf dem Gebiet der kirchlichen Verwaltung die abgebrochenen Fäden wieder an= gut geknüpft und haben ja auch in der Gesetzgebung mehrere wichtige Materien durch Novellen geregelt, nen Wenn Sie mit diesen Anträgen die Regierung be= zui drängen, so werden Sie keinen Vorteil, sondern eher Nachteil erreichen. Die Staatsregierung in ist nicht so eitel, alles erledigen zu wollen; sie# kann der folgenden Regierung sehr wohl die ganze Last zu tragen überlassen. Abg. Sack(conservativ) betont das Friedensbedürfnis aller Parteien. Aber schon formell sei sei die Vorlage nicht annehmbar, sie würde keine nit Klarheit schaffen, was noch zu Recht bestehe, was zu nicht. Dadurch müsse der bestehende Zustand noch bei schlimmer werden, als er gegenwärtig-4 Abg. Dr. Windthorst: Ton und der Rede des Ministers waren derart fürchte, wir stehen an einer neuen Kampfes=Aera. (Widerspruch rechts.) Theoretisch steht er auf dem Boden Falks. Der Minister hat sich nicht einmal bereit erklärt, im Sinne des Antrages Althaus vorzugehen. Unser Antrag ist sehr ernst gemeint; wir wollen deutlich zu erkennen geben, auf welche Art wir Remedur wünschen. Auf eine Versumpfung des Culturkampfes lassen wir uns nicht ein; wir verlangen Herstellung des status quo ante und wir werden nicht ruhen, bis das erreicht ist. Wenn I der Minister sagt: Von dem heutigen Ministerinm? bekommen Sie das nicht, so sage ich: Wir wollen sehen! Glücklicherweise hat der Minister die organische Revision nicht abgelehnt. Was hindert## din Minister, die Zustände in Cöln, Münster und Posen aufgrund der discretionären Vollmachten zu der ändern? Ein Guadengesuch könne hier im gewöhn= uft — Zustand noch bei schon ist. und Iuhalt st rt, daß ich 20) Die alte Lady. Erjählung von Balduin Möllhausen. Daher schwankte sie auch keinen Augenblick. Die erhellten Fenster sagten ihr, wo sie den Verwundeten zu suchen habe und ohne irgend einem Bedenken Raum zu geben, stürmte sie über den Hof und in das Haus hinein. Die Thür des Wohnzimmers stand offen. Tiefe Stille herrschte in demselben. Hastigen, jedoch leisen Schrittes eintretend, bemerkte sie die beiden Farmer, die flüsternd mit einander berieten. Bei dem unerwarteten Anblick des schönen Mädchens mit dem sprechenden Ausdruck von Todesangst wollten sie sich erheben, als Elly ihnen dringend wehrte. „Wo ist Abel Fancy?“ fragte sie leise, wie ein Hauch, indem sie sich den Männern zuneigte. Beide wiesen schweigend auf die offene Thür des Nebenzimmers. Weitere Kundgebungen nicht erwartend, schlich sie nach derselben hinüber. Auf der Schwelle blieb sie stehen. Anfänglich rief es den Eindruck hervor, als wären angesichts der vor ihr„liegenden Sceue Zweifel in ihr erwacht, von ihrer Angst zu weit fortgerissen worden zu sein. Sobald sie aber die thränengefüllten Augen der alten Frau auf sich gerichtet sah, die neben Abels Bett saß und, in den Blicken eine stumme Frage, zur Vorsicht mahnend auf den anscheinend schlummernden, totbleichen Verwundeten wies, da war ihr, als hätte sie heimlich wieder davon schleichen müssen. Noch stand sie unentschlossen, als Abel die Augen aufschlug und sie dadurch bannte. Sein erster Blick fiel auf sie. Zugleich trat eine matte Röte auf seine Wangen. Wie der Abglanz einer unfaßbaren Freude eilte es über sein Antlitz und die Hand zum Gruß erhebend, sprach er mit klarer Stimme: „Das schwebte mir vor, so lange ich hier liege, und jetzt, da ich erwache, erfüllt sich mein Traum.“ Bei diesen Worten vermochte Elly nichl länger au sich zu halten. Wie auf der Flucht vor den thränenschweren Blicken der alten Frau, flog sie auf das Bett zu und vor demselben auf die Kniee sinkend, neigte sie ihr Antlitz laut schluchzend auf die Decke. „Abel, Abel,“ entwand es sich gedämpft und kaum verständlich ihren Lippen.„Abel, wenn Du stirbst, trage ich die Schuld— Abel— ich habe Dich ins Verderben getrieben“— „Nicht doch, Elly ,“ fiel Abel mit gleichsam verklärtem Lächeln ein und schmeichelnd legte er die Hand auf des weinenden Mädchens Haupt, „ich habe gethan, was eines rechtschaffenen Mannes Pflicht war, und Dich trifft das Lob, daß Du kein Unrecht dulden wolltest“ „Nein, nein, Abel, mir allein fällt Dein Unglück zur Last. Du meintest, daß kaum jemand Dir nachweine. Hätte ich Dir gesagt, daß ich von Herzen gern Deine Frau werden wolle, hätte ich Dich gebeten, vorsichtig zu sein um— um meinetwillen, so würdest Du an mich gedacht haben.“ „Du— Du willst meine Frau werden?“ fragte Abel, von neuem Lebensmut durchströmt und doch ungläubig. „Ja Abel, keines anderen Frau. Als ich von Deinem Unglück hörte, ergriff es mich, daß ch hierher eilen mußte, um Dir zu sagen, daß ich zu Dir gehöre. Ja, Abel, hier in Gegenwart Deiner treuen Verwandten und der fremden Männer wiederhole ich's nochmals: Deine Frau will ich sein, oder mit Dir vereinigt begraben werden.“ „Ich sterbe nicht, Elly, nein, ich sterbe nicht,“ erwiderte Abel, und er vergaß seine gefährliche Lage, vergaß, daß außer Elly noch andere im Zimmer anwesend,„und hätte der Tod bereits seine Hand auf mich gelegt, so wollte ich mich jetzt seinem Griff entwinden.“ „Nein, Abel, ich mache Dich ihm streitig,“ fuhr Elly alsbald wieder tröstlich fort,„hier will ich bei Dir sitzen Tag und Nacht, und niemand, auch nicht Deine gute Verwandte, soll mich verdrängen; denn wir gehören zusammen. Auch habe ich eine glückliche Hand zur Pflege, und ein ganzes Herz voll Liebe für Dich, mehr Liebe, als die aller anderen zusammengenommen," und wieder hingerissen von ihren, keine Schranken kennenden Empfindungen, küßte sie Abel, der nicht zu begreifen schien, was mit ihm vorging. „So,“ sprach Elly schnell weiter, um den Verwundeten nicht zu Worte kommen zu lassen. „nun wollen wir es genug sein lassen der Erregungen, oder es möchte nachteilig auf Dich einwirken; denn Du bist krank und bedarfst der Schonung. Ruhe also. Ich halte unterdessen Deine Hand, damit Du auch im Schlafe nicht vergißt, daß ich bei Dir bin. Kommt der Arzt, so soll er mich unterweisen, wie ich Dich zu pflegen und die Wunde zu behandeln hab. Bist k# Du aber erst auf dem Wege der Heilung, dann erzähle ich Dir den ganzen Tag, damit Du nicht st viel zu reden brauchst, und Lieder singe ich Dir,### so oft und so viele Du nur willst. Von meiner#ra# verstorbenen Pflegemutter weiß ich's daß Gesang ite ein gutes Mittel, Kranke zu ermutigen unds# manches liebe Mal sang ich der die Schmerzen## fort. Ja, alles, alles will ich für Dich thun, aber auch Du mußt das Deinige dazu beitragen, um bald wieder zu frischen Kräften zu kommen. Nun bitte Deine gute Tante hier durch einen Blick, daß auch sie mich freundlich aufnehme, mir gönne, bei Dir zu bleiben; dann ruhe und schlafe, damit Du nicht ermattest, ich nicht glaube, meine Nähe sei Dir nicht heilsam.“ Und Abel, gleichsam berauscht durch den zärtlichen Zuspruch des seine Angst mannhaft verheimlichenden lieblichen Mädchens, sandte, gehorsan wie ein Kind, der alten Frau einen Btick z Aber es war kein Blick des Flehens, sondern eines namenlosen Glückes, als hätte er die gefährliche Verwunduug willkommen geheißen um den Preis, Elly an seinem Schmerzenslager knieencach u scber. „Wohl errenne ich, daß Du hierher gehot# kehrte die alte Frau sich nunmehr unter Thrä# der Rührung Elly zu,„und hast Du eine lei Hand, dann soll kein anderer ihm zu Dien## sein, als Du ganz allein, bis— nun, der Gott wird ja seinen Segen dazu geben.“ i Pereses un menmm 9 C b K * te d b# or sei bi od Loha 84 lichen Sinne des Wortes nicht vorliegen, was vorlag, war weder ein Verbrechen noch Vergehen, es war ein Gebot der Pflicht!(Bravo im Centrum.) Auch ohne Gnadengesuch würde Se. Majestät auf Vorschlag des Ministers die Begnadigung gewährt haben. Was man bisher gethan, sind Palliativ= mittel, wir müssen weitergehen, wobei ich auf die Hülfe der Conservativen rechne. Auch die evangeliche Kirche würde von der Annahme unseres Antrages nur Vorteil haben. Das Schlimmste ist, daß eine evangelische Majorität über die katholischen Angelegenheiten entscheidet. Damit werden Sie, wenn es so fort geht, den Staat ruiniren und das Reich dazu. Ich bitte Sie, unsern Antrag an eine Commission von 21 Mitgliedern zu verweisen. Mir scheint die Ansicht des Abg. Richter ganz zutreffend, man sollte etwas Entschiedenes, Ganzes thun. Warum wolle man die Bischöfe von Cöln und Posen nicht zurückrufen? Die ganze katholische Welt würde das dankend anerkennen. Wir sind bereit, dem Hrn. Minister möglichst entgegenzukommen, aber nur, wenn er eine organische Revision der Maigesetze vornehmen will. Die Debatte wird hierauf geschlossen. Nach dem Schlußwort des Antragstellers wird der Antrag auf Commissionsberatung abgelehnt und sofort in die zweite Beratung eingetreten. Abg. Stöcker(cons.): Man hat vom Centrum unsere Hülfe angerufen und sogar das schöne Wort von der Schwesterkirche gesprochen. Aber die katholische Presse bekämpft jede Gemeinschaft, und an den leitenden Stellen der katholischen Kirche hören wir dasselbe. Statt dessen sollten wir uns verbinden, um die gemeinsamen Anschauungen mehr zu fördern und zu kräftigen; dann wird es möglich werden, zu besseren Zeiten zu gelangen. Wir hoffen von einer weisen Staatskunst Beseitigung aller drohenden Uebelstände des Culturkampfes. Einer solch gewaltigen Macht wie der katholischen Kirche gegenüber muß der Staat auf Erhaltung seiner Rechte Bedacht nehmen. In den großen Aufgaben der Kirche stimmten wir beide überein. Wir geben zu, daß die liberale Gesetzgebung viele Fehler enthält, aber daß unsere Kirche durch den Antrag Reichensperger gewinnen würde, muß ich bestreiten. Hierauf wird die Sitzung auf morgen Vor4 mittag 11 Uhr vertagt.(Fortsetzung der eben I abgebrochenen Beratung, kleinere Vorlagen, Eisenbahnetat.) vowei fel. bri ein die not Sch. Abt Bro der meit per 900 D eiste väh. age 7 nd sesih er de ent Wei : 11 1t, k. #0 d m Un Prot Schall H se se I w 10 1n be A I. tei de Ki 85 tei d. bu zu ste. odi seit bin odi Lo haf Bo Bu vor we felk bro 1 29. Sitzung des Abgeordnetenhauses. 88 Berlin, 19. Januar. Das Abgeordnetenhaus beendigte heute zunächst die zweite Beratung des Antrages Reichensperger auf Wiederherstellung der kirchenpolitischen Verfassungsartikel. Abg. Majunke(Centr.) bestritt die von Stöcker gestern behauptete propagandistische Tendenz der Katholiken, welche vielmehr Herrn Stöcker selbst zuzuschreiben sei. Er forderte Freiheit des religiösen Bekenntnisses auch für die katholische Kirche und erklärte, das Centrum werde in seinem Kampfe für Freiheit, Gleichheit und Recht nicht erlahmen. Abg. Hänel(Fortschritt) behauptete, daß es sich hier nicht um die Freiheit des religiösen Bekenntnisses, sondern um die Regelung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche handle. Der Kernpunkt der Maigesetzgebung sei beseitigt und nicht wieder herstellbar. Wir müßten die Neugestaltung der Dinge beginnen, wo wir vor zehn Jahren anfingen. Die Fortschrittspartei werde in Zukunft keinem Gesetze zustimmen, auf dessen stricte Durchführung sie nicht bestimmt rechnen könne. Abg. Windthorst bezeichnete als Tendenz des Antrages die Schaffung einer Grundlage für die weitere Revision. Die Resolution Althaus, sowie der Antrag Reichensperger wurden darauf beide abgelehnt. Die Gesetzentwürse betr. eine Aenderung des Staatsschuldengesetzes und betreffend das Rheinische Hypothekenrecht wurden ohne wesentliche Debatte in dritter Lesung angenommen und dann in die Beratung des Eisenbahnetats eingetreten. Zu einer längeren Debatte kam es dabei über die vom Centrum angeregte Frage der angeblichen Ungleichheit in der Erteilung von Fahrpreisermäßigungen bei katholischen und evangelischen Versammlungen. Minister Maybach erklärte, daß für politische Versammlungen überhaupt keine Ermäßigungen gewährt werden; ob eine Versammlung politisch oder nicht politisch sei, habe der Oberpräsident zu entscheiden. Den Vorschlag Windthorst's, die Ermäßigungen für alle Versammlungen zu versagen, will der Minister erwägen. Abg. v. Schorlemer kündigte für die dritte Lesung einen Antrag an, der die Sache klarlegen soll. Nächste Sitzung: Montag(Etat.) Amtliches. * Dem Oberbürgermeister a. D. Weise zu Aachen ist der Titel Geheimer Regierungsrat verliehen worden. * Der Regierungs=Assessor Dr. jur. Freiherr Franz von Coels von der Brügghen zu Aachen ist zum Landrat ernannt worden. K ste Tages=Rundschau. * Selsenkirchen, 19. Januar. Die Steuer., debatte im Abgeordnetenhause hat drei r Tage gedauert und es ist eine Unmasse geredet worden. Wenn man sich nun aber fragt, was lungus den Steuervorlagen werden wird, so ist man Abgecrüber gerade so klug, als wie zuvor. Von vergreifbiedenen Seiten ist zur conditio fine qua non Der daß gacht worden, daß eine Beeinträchtigung der ine nahlrechte aus der Steuerentlastung nicht entstehen schöfrfte. Das ist eine ganz berechtigte Forderung, ; man hat unterlassen wachzurufen, daß die erungsvorlage durch die von ihr in Aussicht genommene fietive Abschätzung dieser Forderung nicht schon entspricht. Nachdem dieser Nachweis geführt war, wäre es ferner angezeigt gewesen, Andeutungen darüber zu machen, wie man sich die Verwirklichung besagter Forderung vorstellt. Davon hat man aber auf der Seite, wo die Tadler und Spötter sitzen, nichts gehört. Wird das Wahlrecht der unteren Classen selbst nach Annahme der fictiven Einschätzung, welche die Vorlage in Aussicht nimmt, beeinträchtigt? Ja, und sehr erheblich. In Preußen werden bekanntlich die Urwähler nach Maßgabe der von ihnen zu entrichtenden Staatssteuern in drei Abteilungen geteilt, und zwar in der Art, daß auf jede Abteilung ein Dritttheil der Gesammtsumme der Steuerbeträge aller Urwähler enthält. Mindert sich in einer Bevölkerungsklasse das Maß der Steuern, so mindert sich im gleichem Maße das Wahlrecht. Mit der Aufhebung ganzer Steuerstufen würde für die, welche bisher in diesen Stufen besteuert wurden, das Wahlrecht überhaupt schwinden, wenn nicht gesetzlich Vorsorge getroffen würde, dies zu verhindern. In der Regierungsvorlage wird dies versucht, aber nicht in ausreichendem Maße. Den Gemeinden wird das Recht eingeräumt, auch nach wie vor die Classen zu besteuern, welche von den Staatssteuern freigelassen werden sollen, und zwar mit folgenden Sätzen: Bei einem Jahreseinkommen von 420 bis 660 Mark mit 2 M. 40 Pf., bei einem Einkommen von 660 M. bis 900 M. mit 4 M. und bei einem Einkommen von 800 M. bis 1200 M. mit 8 M. Für die Feststellung der Wahlberechtigung sollen diese Steuersätze maßgebend sein. Dieselben sind aber niedriger als die bisherigen Sätze der untern Classensteuerstufen, welche 3, 6 bezw. 9 M. betrugen. Den vier untersten Classensteuerstufen gehören über 6½ Millionen Steuerzahler(Einzelsteuernde und besteuerte Haushaltungen) an. Der Gesamtbetrag der auf diese entfallenden Steuersummen beziffert sich nach den alten Sätzen auf über 20 Millionen Mark, während er sich nach den neueren Sätzen auf nur 15½ Millionen stellen wird. Daraus ergibt sich, daß, wenn die Regierungsvorlage so angenommen wird, wie sie jetzt liegt, für die 6⅛ Millionen Wähler der vier Classensteuerstufen eine Verminderung des Wahlrechts um etwa den 4. Teil eintreten würde. Wie läßt sich nun eine solche Wahlbeeinträchtigung vermeiden? Das einfachste wäre allerdings, das Dreiclassenwahlsystem überhaupt fallen zu lassen und an dessen Stelle das allgemeine directe Wahlrecht einzuführen, wie es bereits im Reiche besteht und wie es auch den Intentionen des Fürsten Bismarck entspricht. Es stehen dem aber mancherlei Bedenken entgegen, vor allem aber die Befürchtung, daß eine solche Umgestaltung schließlich an der Frage, ob geheime oder öffentliche Abstimmung, scheitern würde. Freilich ohne eine Verfassungsänderung würde es überhaupt nicht möglich sein, eine Beeinträchtigung des Wahlrechts der unteren Klassen zu vermeiden. Auch der Vorschlag, den wir nachstehend andeuten, bedingt eine solche. Derselbe geht dahin, daß die Einteilung in Abteilungen künftig nicht nach Maßgabe der directen Staatssteuern, sondern nach Maßgabe des declarirten bezw. abgeschätzten steuerpflichtigen Einkommens erfolgen möge. Dadurch würde nicht nur eine Einschränkung des Wahlrechts der unteren Klassen ausgeschlossen werden, sondern es würde sich sogar eine Erweiterung derselben ergeben, gegen die man zu einer Zeit, da die Einführung des allgemeinen directen Wahlrechts für die Abgeordnetenhauswahlen ernstlich erwogen wird, wohl auf keiner Seite etwas einzuwenden haben dürfte. *8 Berlin, 19. Jan. Die Begnadigung des Bischofs von Münster gilt allgemein als unmittelbar bevorstehend. Dieselbe war bereits beschlossene Sache, als der Kronprinz anläßlich seines Aufenthalts in Rom seinen Besuch dem Papste abstattete. In den Berichten über die Unterredung des Kronprinzen mit dem Papste ist daher auch nur davon die Rede, daß der Papst von der Wiedereinsetzung der Erzbischöfe von Posen und Köln sprach. * Die„Nordd. Allg. Ztg.“ weist auf die günstigen Wirkungen der staatlichen Subventionen von Schiffahrts=Unternehmungen in Frankreich hin. Seit die Subventionen bestehen, also seit anderthalb Jahren, sind dort 4 neue Schiffahrts=Unternehmungen entstanden, die allein einen Zuwachs der französischen Handelsflotte von 70000 Tons dorstellen. Da außerdem zahlreiche Bestellungen einzelner Dampfer gemeldet werden, so werden die mit Rücksicht auf das neue Gesetz in Frankreich in Auftrag gegebenen Dampferbauten auf mindestens 150 000 Tons geschätzt. Dem Repräsentantenhause der Vereinigten Staaten liegt ein Gesetzentwurf vor, durch den dem Generalpostmeister ein jährlicher Credit bis zu 50 Millionen Dollars eröffnet werden soll, um Postdampfer amerikanischer Flagge zu subventioniren, die sich nur solcher Schiffe bedienen, die in den Vereinigten Staaten von dortigem Stahl und Eisen gebaut sind, und deren übriges Material soweit möglich, ebenfalls der Union entstammt. Ob sich wohl in diesem Gesetzentwurfe die freihändlerische Regung offenbart, welche der verstorbene Abg. Lasker bei seiner Anwesenheit in Amerika entdeckt haben wollte? * Der Fortschrittspartei scheint der Antrag Reichensperger, die meisten Verlegenheiten bereiten zu sollen. Eugen Richter sing gestern an, zahmer zu sprechen, als sonst, was er immer thut, wenn er mit sich und seiner Fraction nicht recht einig ist, schließlich suchte er seine Verlegenheit mit Attaquen auf die Regierung zu maskiren, wodurch er ja rasch wieder in sein Fahrwasser gelangte. Auch der Antrag auf Commissionsverweisung des Antrags Reichensperger war ein Verlegenheitsact. Wozu Commissionsverweisung, wenn Richter wirklich davon überzeugt war, daß der Antrag der Centrums nicht ernst gemeint sei? Wozu Commissionsverweisung, wenn mir Richter selbst sagte, daß der Antrag unannehmbar sei? Comödie! NLO. Der Steuergesetzcommission des Abgeordnetenhauses gehören aus der nationalliberalen Fraction an die Abg. von Benda, von Eynern, Enneccerus und Tannen. Die Fraction hatte einstimmig auch den Abg. Hobrecht in die Commission gewählt; derselbe lehnte jedoch ab und zwar ausschließlich aus dem Beweggrund, weil er glaubte, mit Rücksicht auf seine frühere amtliche Stellung sich an der Special= und Detailberatung der Entwürfe nicht beteiligen zu sollen. §* Dem Abgeordnetenhause ist heute die Secundärbahnenvorlage zugegangen. Zur Herstellung von Eisenbahnen werden im ganzen 69 557·000 Mark gefordert und zwar zum Bau einer Linie Labiau=Tilsit 5286000., Allenstein=Soldau=Illewo 8 950000., JablonowoSoldau 6005 000., Simonsdorf oder Marien= burg Tiegenhof 1084000., Posen=Wreschen 3 580000., Lissa=Jarotschin 3810000., Lissa=Ostrowo 4 940000., Bentschen=Wollstavo 1 376000., Bitterfeld=Nunnersdorf 1 255 000 ., Cönnern=Berleburg und Nienburg a. d..= Calbe a. S. 1 900000., Merseburg=Mücheln 1 115 000., Naumburg=.=Artoven 4623000 ., Dahlerau=Langerfeld(Rittershausen) 1 035 000 ., Ründeroth=Derschlag 870000., St. Vieth oder einem anderen Punkte der Linie PrümSt. Vieth=Montjoie-Roth=Ende(Aachen) bis zur Landesgrenze in der Richtung auf Uflingen 2 800 000., Bretzenheim=Simmern 3892 000 M. und Trier=Hermeskeil 5 646000., sowie zur Beschaffung von Betriebsmitteln 11 390000 M. Ferner sind eingestellt zur Beteiligung an dem Bau einer Bahn Heide=Husum=Tondern=Landesgrenze 2 999 700 M. Zur Anlage eines zweiten Geleises auf vier Strecken 9 660000 M. Zu Bau=Ausführungen auf Bahnhöfen, Haltestellen u. s. w. 16110000 M. Zur Beschaffung von Betriebsmitteln für die schon bestehenden Eisenbahnen 20000000 M. Zur Deckung von den Mehrkosten beim Bau der berliner Stadtbahn 3 700 000 M. Die Gesamt=Summe, welche für den Neubau von Bahnen, sowie für Vervollständigung des Staatsbahnnetzes gefordert wird, beziffert sich auf 122146 700 M. * Auf den deutschen Eisenbahnen, mit Ausschluß der bairischen, wurden nach den Aufstellungen des Reichseisenbahnamtes im November vorigen Jahres beim Betriebe 50 Personen, darunter 5 Reisende getötet und 108 Personen, darunter gleichfalls 5 Reisende, verletzt. Außerdem suchten 17 Selbstmörder auf den Schienen den Tod, 3 davon wurden indessen nur verletzt. *8 Am 23. d. M. findet in Berlin eine Conferenz der technischen Vertreter der preußischen Staats= und größeren Privat=Bahnen statt, um über weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit des Eisenbahnbetriebes zu beraten. * Aufgrund des Socialistengesetzes ist ein in Altona beschlagnahmtes Flugblatt„das alte und das neue Glaubensbekenntnis“ von Dr. Friedrich Krasser, Verfasser des„Antisylabus“ verboten worden. *§ In der badischen II.Kammer wurde am 19. aufgrund einer Interpellation des Abgeordneten Pflüger über die Frage der Aufhebung der geheimen Abstimmung bei den Reichstagswahlen lebhaft debattirt. Staatsminister Turban beantwortete die gestellte Frage dahin, daß beim Bundesrat von keiner deutschen Regierung der Antrag auf Aufhebung der geheimen Abstimmung gestellt worden, die badische Regierung daher auch noch nicht in die Lage gekommen sei, in der Frage Stellung zu nehmen. In der Debatte traten Redner aller Parteien für die Aufrechterhaltung der geheimen Abstimmung ein. Der Gedanke, die geheime Abstimmung durch die öffentliche zu ersetzen, ist seither auf so starken Widerspruch gestoßen, daß schwerlich der Bundesrat mit der Angelegenheit befaßt werden wird. *8 Die angezogene Rede des Deputirten Castelar in den spanischen Cortes findet natürlich den vollen Beifall der französischen Presse und wenn sich Castellar durch seine Worte Liebkind bei den französischen Republikanern machen wollte, so hat er seine Absicht durch diese Rede vollkommen erreicht. Der Angriff auf den deutschen Kaiser, weßwegen ihm das Wort vom Präsidenten entzogen wurde, lautet:„Ich klage den Kaiser von Deutschland an, daß er in der Person ihres Königs die stolze spanische Nation hat beleidigen wollen, indem er sich der Person des Königs von Spanien als Vorwand bediente, um Frankreich seine feindseligen Gefühle zu erkennen zu geben. Die spanischen Minister hätten von dem großen deutschen Kanzler Erklärungen fordern müssen.“ * Der neue italienische Botschafter für Petersburg, Graf Greppi, welcher während seines Aufenthaltes in Wien den Minister Kalnocky, den italienischen Botschafter Grafen Robillant und den russischen Botschafter Fürsten Lobanoff besuchte, begab sich nach Berlin und wird von dort nächsten Montag(21. Jan.) seine Reise nach Petersburg fortsetzen. Wie die„Polit. Corr.“ meldet, reist Graf Greppi über Berlin, um den Staatssecretär des Auswärtigen, Grafen Hatfeldt, und dem italienischen Botschafter, Grafen de Launay, Besuche abzustatten. * Die Ministerkrisis in Spanien geht ihrer Beendigung entgegen. Wie verlautet, wäre ein conservatives Cabinet constituirt und soll dasselbe wie folgt zusammengesetzt sein: Canovas del Castillo Ministerpräsident, Elduayen Auswärtiges, General Quesada Krieg, Antequera Marine, Romero Robledo Inneres, Silvela Justiz, Alexander Pidal öffentliche Arbeiten, Valdosera Colonien, Cosgayon Finanzeu. * Der Ministerpräsident Canovas del Castillo verlas gestern in den Cortes ein Königliches Decret, durch welches die Sitzungen der Cortes suspendirt werden. Wie es heißt, sollen die Neuwahlen zu den Cortes im April stattfinden und die neuen Cortes im Mai zusammentreten. * Mannheim, 19. Jau. Der Vergolder Carl Wildenberger hierselbst ist wegen Verdachts der Mitschuld an dem Dynamit=Attentat im Clesernhof in Frankfurt a. M. verhaftet worden. * Stuttgart, 19. Jan. Der russische Minister v. Giersist nachmittags von hier nach Wien abgereist. * Wien, 20. Jan. Der russische Minister v. Giers ist heute früh gegen 7 Uhr hier eingetroffen und hat sich nach Begrüßung durch den russischen Botschafter Fürsten Lobanoff und das Personal der russischen Botschaft nach dem Botschaftspalais begeben. * Pest, 19. Jan. Der oberste Gerichtshof verurteilte Spanka, Pitely und Berecs wegen Ermordung des Grafen Majlath zum Tode durch den Strang. * Rom, 18. Jan. Der General=Abt Cesare des Benecituerklosters auf dem Monte Vergine ist in der letzten Nacht in seiner Wohnung ermordet und die Wohnung ausgeraubt worden. Zwei Bedienteste des Abtes wurden verhaftet. * Paris, 19. Jan. Der radicale Deputirte Clemenceau hat sich bei der französischen Regierung für die Begnadigung des berüchtigten Nihilistenchefs, Fürsten Krapotkin, welcher seiner Zeit die anarchistischen Attentate zu Lion leitete, verwendet, insbesondere unter Berufung darauf, daß Krapotkin schwer erkrankt sein solle. Der Justizminister hat das Ersuchen rund abgeschlagen. Der„Times“ zufolge erwarten die Chinesen, falls der Einnahme Baceniah durch die Franzosen, die Besetzung des Meerbusens von Yu=lin=kan im Südwesten der Insel Hainans oder das Bombardement von Canton. Zur Sperrung des Cantonflusses waren daher auch Vorbereitungen getroffen, auf Vorstellung der englischen Behörden aber wieder eingestellt worden, da französischerseits beruhigende Erklärungen gegeben wurden. * Peteroburg, 18. Januar. Aus Anlaß des heutigen Wasserweihfestes hat die übliche glänzende Auffahrt der Hofstaaten, Staatswürdenträger, des diplomatischen Corps, der Generalität und des Officiercorps nach dem Winterpalais stattgefunden. Die Militärfahnenweihe wurde im Beisein der Majestäten in der programmmäßigen feierlichen Weise vollzogen. * Cistis, 18. Jan. Heute Nachmittag 1 Uhr hat hierselbst eine ziemlich heftige, mit unterirdischem Getöse verbundene Erderschütterung stattgefunden. *8 Aus Boston wird telegrafisch gemeldet, daß der Dampfer„City of Columbus“ von Boston nach Havannah mit 81 Passagieren, worunter ein Drittteil Frauen und Kindern gestern an der Westküste beim Cap Gayfrat gescheitert ist. Aus Massachuetts wird mitgeteilt, daß dabei 104 Personen, darunter 25 Passagiere erster, 15 zweiter Classe und 34 von der Mannschaft umkamen, während nur 22 gerettet wurden. Im Augenblick des Scheiterns stürzte Alles auf Deck, fast Alle aber wurden von den Wellen fortgerissen. Unter den Ertrunkenen befindet sich der türkische Generalconsul in Boston. * Seisenkirchen, 21. Jan. In Verfolg eines Beschlusses des Bundesrats vom 22. November 1883, betreffend die Stempelpflichtigkeit der Spielausweise bei Ausspielungen geringwertiger Gegenstände, ist bestimmt worden, daß fortan den auf Jahrmärkten und bei Gelegenheit von Volksbelustigungen üblichen öffentlichen Ausspielungen geringwertiger Gegenstände die obrigkeitliche Genehmigung nur dann zu erteilen ist, wenn die Zahl der beabsichtigten einzelnen Ausspielungen und die Zahl der bei jeder derselben auszugebenden Spielausweise durch einen vorzulegenden Plan festgesetzt ist und wenn die Spielausweise, falls mehrere Ausspielungen beabsichtigt sind, neben ihrer Nummer auch eine Serienbezeichnung tragen. * Aus Wanne geht uns von dem Bahnarzt Herrn Dr. M. die Nachricht zu, daß die Mitteilung, wonach in Zeit von 24 Stunden einem Locomotivführer 6 Kinder an fieberhaften Krankheiten gestorben seien, eine Fabel wäre. Wir druckten die Nachricht der„Westf. Volksztg.“ nach. Es scheint uns aber die„G..“ die erste Entenverbreiterin zu sein. Dafür spricht sich auch die Schalker Zeitung aus. An Sensationsnachrichten leisten die Blätter à couleur der„Westfälischen Vztg.“ bekanntlich recht viel. * Wie wir hören, ist in voriger Woche abends auf der Ahstraße im Dunkeln in der Nähe der Windmühle ein Mann überfallen und gestochen worden. * Der Komet von 1812 ist jetzt, wie berichtet wird, wenn ihn der starke Mondschein nicht verdunkelt, mit bloßem Auge abends—8 Uhr am südwestlichen Himmel zu sehen. X Schalbe, 21. halla; ist fortgesetzt Humors an den S. bei Herrn Schliesine Gestern fand daselt sitzung statt, die ih eines zahlreichen B ∆ In der To der Verein„Cron Winterfest durch e Wirts Stallberg w des erst kürzlich in Arbeiter=Vereins" mitglieder verpflicht Festhalten in der kannten Vereinszwei welche zur Constitt Hand geleistet, mit der Dank namens nächste Versammlun gesetzt und zum V Zeitung" bestimmt wachsen, blühen un * Wie leicht ei raten kann, ein Vei nachstehender aus Am zweiten Weihna Mann auf der War einer Frau an und hatte, als Sattler auf die Stockhausen auffallenden Weise nachdem sie sich vor die nächste Polizeil Wahrnehmung in liche Meldung nach eingehenden Recherch Duisburg gebürtige als ordentlicher M vor kurzem seine verlassen habe. Je sewegung gesetzt sch hier ein Sattl sem Weihnachts=Al sächtigen Umstände haftung. Es ist gelungen, nachzuwei zweiten Weihnacht Bonn nach Coblenz sprochen haben kani hier aufgehalten sofort aus der Haf ersehen wir aus de je kölner Sicherhe Mörder der beiden Standesamts= des Amtes Gebur Catharine T d Hinke Braub. Car Seilermstr Carl Alb Heinr Wilh S d Pierenkämper Braub Sd Bergm Peter Mo Johann Sd Fabr Sch. Aug Wilh Co Friedr Nieschk Bulmk Sd Fabr Joh Mo Franz Wilhelm S d Nimphius Sch. Friedrich S d Man Friese Bulmke. Caro Td Bergm Heinr S Rosine Wilhelme T Dieckmann Sch. G S d Bergm Jacob Braub. Carl S d Boß Heßler. Johani Controleur Wilh Er Zamstag, 26. nachmittags werde ich in Neuhoff's Busch) mehrere Haufe! zu Brandholz pfählen gegen Baar verkauf Wilh. Eg Perrlo Doppelt Federn, daunen, Barche sowie empfiehlt Preisen. Gelsenki neb Eine ge für Herrdem Haus rector Mü Cesucht ein Mär Küche versteht, wasc kann, gegen guten Frau Direct Hohöfen=Ge X Schalbe, 21. Jan. Die Gesellschaft„Narrhalla“ ist fortgesetzt bemüht, den Freunden geselligen Humors an den Sonntagen in ihrem Vereinslocale bei Herrn Schliesing fröhliche Stunden zu bereiten. Gestern fand daselbst die zehnte närrische Damensitzung statt, die ihren Vorgängerinnen gleich sich eines zahlreichen Besuches erfreute. In der Tonhalle bei Herrn Deckert feierte der Verein„Crone“ gestern sein diesjähriges Winterfest durch ein geschlossenes Tanzkränzchen. Aeckendorf, 20. Jan. Im Locale des Wirts Stallberg wurde heute eine Vorstandssitzung des erst kürzlich ins Leben gerufenen„Evangelischen Arbeiter=Vereins" abgehalten. Die Vorstandsmitglieder verpflichteten sich zu gegenseitigem treuem Festhalten in der Pflege und Förderung des bekannten Vereinszweckes. Auch wurden den Herren, welche zur Constituirung des Vereins hülfreiche Hand geleistet, mittels Aufstehen von den Sitzen der Dank namens der Mitglieder ausgedrückt. Die nächste Versammlung ist auf den 10. Februar fest: gesetzt und zum Vereinsorgan die„EmscherZeitung" bestimmt worden. Möge der Verein wachsen, blühen und gedeihen! * Wie leicht ein Mensch in den Verdacht geraten kann, ein Verbrechen verübt zu haben, zeigt nachstehender aus Puisburg gemeldeter Vorfall. Am zweiten Weihnachtsfeiertag schloß sich ein junger Mann auf der Wanderung von Bonn nach Coblenz einer Frau an und kam, nachdem er ihr angegeben hatte, als Sattler in Köln gearbeitet zu haben, auf die Stockhausenschen Morde in einer der Frau auffallenden Weise zu sprechen. Die Frau setzte, nachdem sie sich von ihrem Begleiter getrennt hatte, die nächste Polizeibehörde von ihrer verdächtigen Wahrnehmung in Kenntnis. Sofort wurde amtliche Meldung nach Köln erstattet und dort nach eingehenden Recherchen festgestellt, daß nur ein aus Duisburg gebürtiger, von seinem bisherigen Meister als ordentlicher Mensch bezeichneter Sattlergeselle vor kurzem seine Arbeit nach erhaltenem Lohne „verlassen habe. Jetzt wurde die hiesige Polizei in sewegung gesetzt und ermittelte auch bald, daß sch hier ein Sattlergeselle bei seinen Eltern seit em Weihnachts=Abend aufhält. Unter den verkächtigen Umständen erfolgte hierauf seine Verhaftung. Es ist dem armen Menschen jedoch gelungen, nachzuweisen, daß er durchans nicht am zweiten Weihnachtfeiertage auf dem Wege von Bonn nach Coblenz mit der betreffenden Frau gesprochen haben kann, weil er sich zu derselben Zeit hier aufgehalten hat. Selbstverständlich ist er sofort aus der Haft entlassen worden. Immerhin ersehen wir aus dem Vorfall, mit welchem Eifer je kölner Sicherheitsbehörden der Verfolgung der Mörder der beiden Stockhausens sich hingeben. Preußische Klassenlotterie. (Ohne Gewähr.) Bei der heute angefangenen 169. Königlich preußischer auf Nr. 11 239 36178 Berlin, 18. Januar. Ziebung der 4. Klasse Klassenlotterie sielen: 4 Gewinne von 30000 Mark 20488 49525 und 65781; 1 Gewinn von 15000 M. auf Nr. 7068. 3 Gewinne von 6000 M. auf Nr. 30376 und 71582; 47 Gewinne von 3000 M. auf Nr. 1104 3307 4659 4857 5712 7077 7603 9821 10534 15815 16012 17149 19778 22802 27771 29976 30021 30145 34611 36202 39727 51023 55354 55985 56235 63895 66557 66919 67189 68423 71864 73591 74023 75072 76282 81150 83058 85146 85671 86443 87411 89550 90018 91006 91759 92123 und 94978; 46 Gewinne von 1500 M. auf Nr. 1348 4182 8673 8816 11401 12069 13671 13883 15401 16859 18843 20822 24109 28822 30970 31874 35586 39657 39876 43328 47369 48642 49668 54994 58861 60756 63465 64665 67265 68603 69869 71486 73174 74168 74433 76631 78755 80631 80963 83180 84123 84733 86272 87905 89895 und 93978. Es kann nicht genug darauf hingewiesen werden daß ein erprobtes und altrenommirtes Geschäft, wie das von Haasenstein& Vogler in Köln, in jedem Falle die vorteilhaftesten Bedingungen zu stellen und den Nachweis zu liefern vermag, daß es an Leistungsfähigkeit nicht übertroffen wird. Vertretung für Gelsenkirchen und Umgegend: F. Dienst in Gelsenkirchen. Industrie, Handel und Verkehr. Neuß, 19. Januar. Sämtliche Preise unverändert. Rüböl und Kuchen unverändert. 44 S (1. Qu. 19— 2." 17— Weizen 100 Kilo 3.—— Landroggen /1. neu 15— à 100 Kilo 12.„ 13— Gerste 100 Kilo 15 50 Buchweizen„ 15 50 Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ctr. Rüböl per 100 Kilo faßweise 4• Hafer alter à 100 Kilo 15 40. " neuer„„„ 13 80 Raps 1.„„„„ „ 2.„„„"—— Kartoffeln„„„ 400 Heu per 50 Kilo 360 Roggenstroh 600 Kilo 32 00 100 70— 71 50 Preßkuchen per 1000 Kilo 141 Kleien per 50 Kilo 5 80 Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo—— Glasgow, 19. Januar. Die Vorräte von Roheisen in den Stores belaufen sich auf 587 200 t, gegen 603 700 t im vorigen Jahre. Zahl der im Betrieb befindlichen Hohöfen 101 gegen 100 im vorigen Jahre. Berliner Börse. Berlin, den 19. Januar 1884. Fonds und Staats=Papiere. Deutsche Reichs=Anleihe Preußische consolidirte Anleihe do. Staats=Anleihe 1868 „ 1850, 52, 53 62 Staats=Schuldenscheine 4 102,20 4½ 103,10 4 102,.30 4 101.40 4 101,20 3½ 9900 Oesterreichische Goldrente..... 4 84,70 „ Silberrente 4⅛ 67.60 „ Papierrente..... 4⅛ 66,90 Eisenbahn=Stamm=Actien. Verstaatlichte Eisenbahnen. Bergisch=Märkische Rheinische, abgestempelte " L. B.(gar.) Gottbard vollgezeichnet Russische Staatsbahn 0 0 0—— 0 166,50 0 102.20 6 89,90 5 124,75 Eisenbahn=Prioritäten=Obligationen. Aachen=Mastricht. 4 97.00 Brg.=Märk. I. und II. Serie.. 4½ 103.25 " IlII. A. B. 3¼ g." 3½ 95.40 „ Lit... 3½ 95,40 „ IV. Serie 4½—— Berg.=Märk. V. Serie... 4½ 103,20 „ VI. Serie. 4½ 104,50 „ VII. Serie conv.. 4½ 103.25 „ VIII. Serie. 4½ 103,10 „ IX. Serie... 5 103,50 Zinsfuß überall 4 pCt., bei der Reichsbank 4½ pCt. Aachener Disconto=Gesellschaft. 0 106.25 Allg. Deutsche Handels=Gesellschaft. 0 9075 Bank für Rheinland und Westfalen. 0—— Bergisch=Märkische Bank 0 118.25 „ Industrie=Gesellschaft.. 0 69•00 Berliner Handels=Gesellschaft.. 0 118,50 Berliner Makler=Verein... 0 101 90 Cölnische Wechs.= und Bank.... 0 92,00 Deutsche Bank 0 144,30 „ Hyptheken=Bank.. 60% 0 89 00 „ National=Bank 0 107,30 Disconto=Commandit 0 193.60 Dortmunder Bank=Verein.. 0 98,00 Essener Credit=Anstalt. 0 97.50 Nationalbank für Deutschland.. 0 97.25 Norddeutsche Bank 0 153.25 Preußische Boden=Credit=Bank 0 101,25 Reichsbank 0 147,75 Schaaffhausener Bank=Verein... 0 91,25 Industrie=Papiere. Aachen=Höngen 0 40,50 Annener Gußstahl=Fabrik——— Arenberg, Gesellschaft für Bergbau. 0 138.00 Bochumer Bergwerks=A. Lit. A. 0 88,00 „„ Lit. B." 0—— Bochumer Gußstahlfabrik 0 95,40 Borussia, Bergwerk 0 120,00 Vonifacius Bergwerk: 0 68.25 Cölner Berawerks=Verein 0 117,75 Cöln=Müsener Bergwerks=Verein"— 22,40 Dortmunder Bergwerke Lit. A.— 53,60 „„ Oblig. 0 103,00 Dortmunder Union 600 Mark. 0 12,50 „„ 400„0 17,50 „„ 300„„0 24.00 Dortmunder Union Stamm=Pr. 0 85,40 „ Part.=Obligation 0 107,40 Gelsenkirchener Bergw.=Actien=Ges. 0 119.40 Georg=Marien=Bergwerks=Verein. 0 73,50 Harkort Bergwerk 0 61.25 „ Maschin. 0 35,00 Harpener Hütten.. 0 98.50 Hibernia u. Shamrock 0 96,50 Hörder Bergw.= u..=Act.=Ges. 0 34.30 do. zusammengen.. 0 68,25 Louise Tiefbau 0 45,50 Därkisch=Westfälische Bergw. 0 61,30 Madeburger Bergwerks=Act.=Ges. 0 195,00 Mechernicher 0 164,00 Oelheim Petroleum. 80%„„"— 42,40 Phönix Berzwerks=.=G. Lit. A. 0 89.00 „ Lit. B. 0 33,50 Pluto, Bergwerks=Gesellschaft.. 0 66.25 Westfälische Draht=Industrie 0 107,25 „ Union 0 6,75 Rhein.=Westf. Industrie— 20,25 Geld=Sorten und Banknoten. Dukaten per Stück Sovereigns per Stück 20 Francs=Stück per Stück Gold=Dollars per Stück Imperials(halbe) per Stück Imperials per 500 Gr. Englische Banknoten 1 Lstr. Französische Banknoten per 100 Fr. Oesterreichische Banknoten 1000 Fl. „ Silber=Coupons Russische Banknoten per 100 Rubel " Zoll=Coupons Umrechnungs=Sätze. 1 Dollar= 4,25 M. 100 Francs= 80 M. 1 Gulden Oest. Währ.= 2 M. 7 Gulden Südd. Währ. = 12 M. 100 Gulden Holländ. Währ.= 170., 1 Mark=Banco= 1,50 M. 100 Rubel=320 M. 1 Liv. Sterl.= 20 M Zinsfuß der Reichsbank. Discont 4 pCt. Lombarden 5 pCt. .73 20.31 16,10 4,18 16,73 1393.50 20,38 81.05 168.35 167,90 197,60 20.59 Meteorologische Notizen. (9 Uhr vorm.) 19. Januar Bar. 770 mm. Therm.+ 40R. 21. Januar1" 767 mm"+ 50R. NW 8877 Deutsche Tracht. Drum prüfe, wer zu eng sich schnüret, Ob's nicht zum sich'ren Siechtum führte; Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang. Was hilft es einst, daß du warst schlank, Wenn all Dein Glück Dir schwand hinieden, Gesundheit und des Herzens Frieden. Der Wunsch vieler deutschen Frauen, sich nach eigner Wahl zu kleiden, und französisches Wesen aus ihrem Hause zu verbannen, erscheint mir als ein notwendiges Ergebnis der politischen Entwickelung Deutschlands. Daß sich dies Bestreben erst jetzt Geltung verschafft, ist nicht ein Zeichen mangelnden nationalen Bewußtseins, sondern nur ein neuer Beweis dafür, daß auf deutschem Boden jedes geistige Product langsam entsteht, dann aber um so sicherer wächst, reift und Früchte trägt. Es ist Pflicht der deutschen Frauen, diesen bedeutungsvollen vaterländischen Keim zu pflegen. Französische Moden sind für deutsche Frauen durchaus ungeeignet; denn Alles für die Tracht Standesamts= Nachrichten des Amtes Schalke. Geburten. Catharine T d. Fabr Julius Hinke Braub. Carl Albin Sd Seilermstr Carl Albin Hiller Sch. Heinr Wilh S d Bergm Wilh Pierenkämper Braub. Franz Peter Sd Bergm Peter Morsbach Hüllen. Johann Sd Fabr Joh Walpuski Sch. Aug Wilh Cark S d Fabr Friedr Nieschk Bulmke. Joh Friedr Sd Fabr Joh Monsieur Braub. Franz Wilhelm S d Bergm Wilh Nimphius Sch. Heinr Robert Friedrich Sd Maurers Friedrich Friese Bulmke. Caroline Catharina Td Bergm Heinr Schneider Rosine Wilhelme T d Bergm Wilh Dieckmann Sch. Gerhard Jacob S d Bergm Jacob van der Locht Braub. Carl S d Bergm Peter Boß Heßler. Johanna Louise T d Controleur Wilh Erlinghagen Sch. Berlin'sche Feuer=Versicherungs=Anstalt. Gegründet 1812. Dem Herrn-Bartling in Gelsenkirchen ist eine Agentur der Anstalt übertragen. Bielefeld, den 17. Januar 1884. General=Agentur: Emil Wessel. Unter Bezugnahme auf obige Anzeige halte ich mich zur Annahme von Versicherungen gegen billige und seste Prämien bestens empfohlen. Gelsenkirchen, den 17. Januar 1884. H. Bartling. # S Zamstag, 26. Jan. er., nachmittags 4 Uhr, werde ich in Neu=Hüllen(Althoff's Busch) mehrere Haufen Abfaslholz zu Brandholz und Heckenpfählen gegen Baar verkaufen. Wilh. Eggemann. Verrwouren. 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Die Auskattung ist eine durchaus sorgfältige. Jede Lieferung enthält vier Druchbogen(gleich 64 Seiten) Text. Die Abnahme kann in Lieferungen oder Händen beliebig nach und nach erfolgen. Adrian Balbi's Erdbeschreibung ist in ihrer siebenten Auflage das erste geographische Handbuch, welches bereits die Ergebnisse der letzten Volkszählungen in den Jahren 1880 bis 1882 im Deutschen Reiche, in Oesterreich=Ungarn, Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Schweiz, Westrußland und selbst jene in Britisch=Ostindien enthält. Im topographischen Teile der einzelnen Länder wurde auf practisch bedeutsame Partien besonderes Gewicht gelegt, und die Bedeutung jedes Ortes für Industrie und Handelsverkehr hervorgehoben. Das Werk, dessen Register mit besonderer Ausführlichkeit bearbeitet ist, dient somit gleichzeitig als zuverlässigstes Geographisch=Ratistisches Lerikon. Alle statistischen Daten entsprechen den jüngsten, mit größter Sorgfalt gesanmelten Erhebungen aus den Jahren 1879 bis 1882. Als besonders wichtige und umfassende Bereicherung der siebenten Auflage sind fünf doppelseitige, in vielfachem Farbendruck ausgeführte Karten zum Allgemeinen Teile (Isothermenkarte, Regenkarte der Erde, die Vegetationsgebiete der Erde, die Völker= und Religionskarte der Erde, 50 Textkarten und 400 Illustratirnen, darunter 120 Vollbilder) zu nennen.— Das Werk ist auf holzfreiem Papier gedruuckt. A. Hartleben's Verlag in Wien. * Heerlichte Tmmt,.M. Gedentblatt 400jährigen Geburtagsfeier Martin Luthers. Größe: 45:55 Centimeter. Dassrationaldenkmar auf dem Siederwald Größe 45:55 Centimeter. Die vier Kaiser. Kaiser Wilhelm, Sohn, Enkel und Urenkel. Bild kostet nur 1 Mark. Vorrätig bei F. Dienst, Gelsenkirchen. Von Essen nach Schalke 8,07 2,17 4,54.50. Von Gelsenkirchen nach Deutz=Köln 5,39.54.49 11,30 12,41 2,22 5,02 8,35(10,55 nur bis Essen, Altenessen Abf. 6,10 u. 4,47 Eilzug.) Von Gelsenkirchen nach Essen 5,36 6,47 8,13 11,40.50.34 (5,17 nur bis Kray) 7,24.05 [von Kray nach Dortmund ,01.56 12,02.45 5,9, 8,17(11,37 nur bis Bochum)). Von Wanne nach Dortmund 8,56 10,51 4,30.03.56.45 Herne Abf. 9,05 11,01 4,40 .13 1,56.] Von Herne nach Teutz=Köln 6,34 8,28 11,09 1,59 8,13[Wanne Abf. 5,31, 6,43 8,39 11,19 12,33 2,10 4,54 8,24(10,46 nur bis Essen)]. Von Herne nach Bochum 7,11 1,12 7,35. Von Bochum nach Herne 6,40 12,21 6,37. Von Wanne nach Ueckendorf=Wattenscheid=Bochum 5,33 8,40 12,40 4,05 5,32 8,00 10,50. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Wanne 6,08 10,30 2,03 5,15 7,35 9,18 1,07. Von Uelkendorf=Wattenscheid nach Dortmund 7,08 9,03 12,09 2,52 5,46.24(von Ueckendorf=Wattenscheid nach Bochum von Wanne kommend 5,47 1,00 4,25 11,10.] Theater in Gelsenkirchen. Im Saale des Herrn W. Dickmann(Central=Halle): Mittwoch, den 23. Januar: Auf Verlangen zum zweiten Male: Griseldis. Dramatisches Gedicht in 5 Abteil. von Halm. Spieltage in dieser Woche: Mittwoch und Freitag. C. Henning. Fahrzlan vom 15. October 1883 ab. Von Gelsenkirchen nach Wanne 6,18.43 10,36 2,08 4,19 5,43.52 1,19(Wanne Abf. nach Münster 6,45 10,52 2,19 5,52 10,04 1,39.] Von Bochum nach Ueckendorf=Wattenscheid 5,30 8,08 11,44 1,48 .30 7,20 10,16.02 svon Ueckendorf=W. nach Kray=Essen 5,43.55.21 11,54 2,01 3,43 7,30 9,15. Von Dahlbusch nach Essen 5,41 6,52 8,18 11,45 1,55 3,39 (5,22 bis Kray) 7,29 9,10. Von Dahlbusch nach Gelsenkirchen 7,31 9,05 12,15 4,01 2,53 5,49 .28 11,45. Von Essen nach Gelsenkirchen(rhein.) 6,52.4711,53.36 5,30 8,08 11,28. Von Essen nach Gelsenkirchen (Köln=Minden) 5,55 8,15 10,00 1,40 3,50 5,15.20. Von Schalke nach Wanne 8,57 12,04 4,39 9,44. Von Schalke nach Sterkrade 5,52 .27 2,29 8,04. Von Wanne nach Schalke 5,40 9,15 2,20.55. Von Schalke nach BismarckWinterswyk 8,28 5,26 9,11(Bismarck Abf. 8,37 2,42 5,52 9,20.] Von Schalke nach Essen 6,56.20 1,17 7,35. Neue Musik=Zeitung. Illustrirtes Familienblatt. Viertelj. 80 Pf. Auflage 40000. Erzählungen, Porträts, Biograsien, Novellen, Humoresken 2c. aus dem Leben hervorragender Künstler. Belehrende und unterhaltende Aufsätze berühmter Autoren. Interess. Coneert= und TheaterBerichte aus allen bedeutenden Städten des In= und Auslandes.— Novitäten= u. VacanzenListen.— Briefkasten.— Conversations Lexicon der Tonkunst. Illustr. Geschichte der Instrumente 2c. -6 auserlesene neue Klavierstücke, -3 Lieder, Duette, Compositionen für Vieline od. Cello mit Clavierrc. Der beste Beweis für die Beliebtheit der„Neuen Musik= Zeitung sind die 40000 Abonnenten.— Probenummern durch alle Buch= und Musikalien= handlungen gratis(franco per Post gegen Einsend. v. 10 Pf.) Probe=Quartale(80 Pf.) durch die nächste Postanstalt, Buch= oder Musikalienhdl P. I. Tonger's Verlag Köln a. R — Grosse Auswahl „ h Stahlfedern für Comptolr und Schule. Rot- und Blaustifte fein und gewöhnlich. Kreide- u. Oelkreidestifte zum Zeichnen, sein und gewöhnlich.„ A. W. Faber, Joh. raber, Guttknecht-Bleistifte. 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Dann werdet auch Ihr ein undefinirbares etwas besitzen, womit Euch der deutsche Genius zur deutschen Frau stempelt! In diesem Bestreben sollten weitsichtige Kaufleute und Fabrikanten helfend zur Seite stehen und nicht die besten Waren mit französischen Etiquetten versehen. Ferner sollten die Frauen ein für alle Mal den Modezeitungen entsagen, welche alle ihre Modelle von Paris hernehmen. Die zahllosen ruches, poufs, volants, mit denen man die heutigen Kleider bedeckt, sind französischen Styls und werden deutsche Frauen nie gut kleiden. Wie würden Ihnen folgende Grundformen für einen deutschen Anzug gefallen? Ein einfacher Rock, dessen drei Vorderblätter keilig geschnitten sind, und der hinten in breiten Falten herabfällt. Für die Gesellschaft sei er mit Schleppe, für die Straße oder Besuche kurz. Eine von Schnüren genähte Borte verziere ihn unten herum. Auch könnte mit einer solchen die Vorderseite bis nach oben zum Leib ansgeschmückt werden. Der Leib sei glatt, hoch anschließend für das Haus, herzförmig ausgeschnitten für die Gesellschaft. Bei etwas langem Halse wäre eine hinten hochaufstrebende Krause, die nach vorn schmäler wird, kleidsam. Besonders aber möchte ich zu dem glatten Leibchen einen breiten gestickten oder von geklöppelten Spitzen gemachten Kragen empfehlen. Breite Manschetten von gleichem Stoff und Muster als der Kragen, zieren die nicht übertrieben engen Aermel. Für junge Mädchen sei als besserer Anzug das ganze Mieder mit Schnüren bestickt, wogegen Frauen in Spitzen den schönsten Ausputz finden. Sehr hohe Damen könnten den Rock mit breiten echten Spitzen besetzen. Es ist ratsam, beim Bilden eigner Modelle die größte Einfachheit walten zu lassen und erst, wenn diese einen bestimmten vaterländischen Character angenommen, der Phantasie die Ausschmückung zu überlassen. Welch erquickenden, ja poetischen Reiz ein selbst geschaffener Anzug ausüben kann, beweisen die Trachten der Bäuerinnen. Darum, deutsche Frauen, nicht nur die Liebe zum Vaterlande, sondern auch Euer eigenes Interesse verlangt: Schaffet Euch eine eigne Tracht!(Wochenbl.„Für's Haus“.) *.* Die Arbeitslampe auf dem Tische unseres Kaisers ist eine einfache Oelschiebelampe, wie sie kaum noch seit Entstehung der Petroleumlampen auf dem Tische des einfachsten Bürgers zu finden ist. Warum aber die Neuerung der Petroleumlampe für den in der„historischen" Ecke des Palais stehenden Arbeitstisch des Kaisers nicht eingeführt ist, hat seinen ganz besonderen Grund. Das„Berl. Tabl.“ erzählt darüber: Der hohe Herr, dessen Anspruchslosigkeit und Sparsamkeit ja bekannt ist, pflegt nämlich, wenn er die Feder niederlegt, das Lesen unterbricht, oder sich nach einem anderen Zimmer begiebt, sofort den Docht der Lampe herunterzuschrauben. Als die Petroleumlampen aufkamen, setzte der Kammerdiener Krause auch eine solche auf den Arbeitstisch seines kaiserlichen Herrn. Die schlimmen Folgen blieben bei der Gewohnheit des Monarchen aber nicht aus, denn die Petroleumlampen vertragen bekanntlich das Herunterschrauben nicht und entwickeln einen unerträglichen Qualm, wenn der Docht nicht genügend aus der Tülle hervorragt. Das kaiserliche Arbeitszimmer war infolgedessen an manchem Abend ganz ungeheuerlich„verräuchert", und Krause erklärte schließlich:„Ne, Majestät, so geht das mit der Lampe nicht!“—„Ja, was sollen wir thun, Krause", entgegnete der Kaiser,„wollen wir wieder die Oellampe nehmen? Du weißt doch, meine Augen sind schwächer geworden und brauchen mehr Licht!“—„Na, Majestät, da lassen wir eine neue Lampe mit recht großem Breuner bauen, dann haben wir die Geschichte mit dem Petroleum nicht mehr!“—„Das ist gut, Krause, versuch mal die Sache", resolvirte Seine Majestät, und Krause ließ eine Oellampe alter Construction mit collossalem Brenner herstellen, welche sich die volle Zufriedenheit des Kaisers erwarb. Mit einem grünen Glasschirm versehen, behauptet sie energisch gegenüber allen Neuerungen in der Beleuchtung ihren Ehrenplatz auf dem Arbeitstische des Monarchen. ** Frankfurt a.., 16. Jan. Eine frivole Wette kostete in einem Nachbardorfe einem Schneider sein Leben. Zwei Heimkehrende wollten, um einen Umweg zu ersparen, die düune Eisdecke eines See's benützen. Der eine, doch mißtrauisch gegen das nasse Element, kam davon ab. Nun kam es zur Wette und der Schneider erbot sich, für fünfzehn Pfennige den See zu überschreiten. Kurz vor dem Ufer brach er ein und ertrank trotz der Rettungsversuche der Herbeieilenden. Er hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. * Cottbus, 16. Jan.(Die Einführung einer Biersteuer.] In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten handelte es sich um eine städtische Biersteuer, da der Magistrat zu wissen wünscht, ob die Versammlung gegen eine Biersteuer überhaupt ist. Der Entwurf wurde der Finanzcommission überwiesen, in deren Händen nun das Schicksal der zwar einträglichen, aber sicher den Cottbuser Bierliebhabern schmerzlichen Biersteuer uh. *.* Breslau, 17. Jan.(Begnadigung.] Der hiesige Dr. med. Lion hatte sich gelegentlich einer zu Ehren des Kaisers bei dessen letzter Anwesenheit in Breslau im Jahre 1882 veranstalteten Festlichkeit, welcher er in seiner Eigenschaft als Stadtverordneter von Breslau beiwohnte, einer Majestätsbeleidigung zu Schulden kommen lassen, für welche er im vorigen Jahre zu einer Festungshaft von 6 Monaten verurteilt worden ist. Diese Strafe ist nunmehr von Sr. Majestät dem Kaiser im Guadenwege erlassen worden. ** Bralitz, 16. Jan.[Gefräßigkeit eines Hechtes.] In diesen Tagen wurde ein 2 Pfund schwerer Hecht gefangen, in dessen Innern sich 50 kleine noch ganz erkennbare Fische, die. zumteil noch lebten, vorgefunden, ungerechnet eine Unzahl anderer schon mehr verdauter. ** Rom, 17. Januar.[Aneedote von Victor Emanuel.] Hiesige Blätter erzählen folgende Anecdote von Victor Emanuel: Der König ging einmal mit dem Herzoge von Genua durch Turin, als er einem Zigeunerweib begegnete. Die beiden Prinzen ließen sich von der Alten die Zukunft vorhersagen. Das Weib sagte, nachdem sie die linke Hand des Prinzen Ferdinand betrachtet hatte, er werde sehr jung sterben. Dann zu Victor:„Du wirst zu Rom im Quirinal sterben.“ Der Prinz lachte, aber vergaß die seltsame Prophezeiung nicht und erzählte sie 1852 dem Duca Ponza di St. Martino. Im Jahre 1870 aber, als er den Grafen mit seinem Briefe an Pius IX. nach Rom entsandte, sagte er ihm:„Sie gehen nach Rom, um mir das Gemach zu rüsten, in dem ich sterben muß.“ *.* Paris, 17. Jan.[Was der Kehricht in Paris auf sich hat.] Seit zwei Tagen befindet sich ganz Paris in großer Aufregung. Gestern trat nämlich de Verordnung des Seine=Präfecten in Kraft, der zufolge die Bewohner von Paris den Kehricht, die Abfälle der Küche und den sonstigen Unrat nicht mehr zwischen 5 und 7 Uhr morgens auf die Straße werfen dürfen. Die Hauseigentümer müssen gemäß der neuen Verordnung Kisten haben, in welche die Mieter den Kehricht ablegen und welche dann von 7 Uhr ab auf Karren geladen und weiter befördert werden. Bisher wurde der Kehricht u. s. w. einfach auf die Straße geworfen und hier auf Karren gelaben. Die Hauseigentümer, die Mieter und die Concierges sind sehr ungehalten über diese Maßregel,“ welche ihnen Kosten und Mühe macht. Dieser Umstand freilich könnte gewiß kein Hindernis gegen eine Neuerung bilden, welche in einer Stadt, die an der Spitze der Civilisation marschiren will, anstatt der jezigen schmutzigen Wirtschaft doch nur einen Zustand einführen würde, der in andern civilisirten Städten, z. B. in Köln, längst vorhanden ist. Leider aber hat die an sich sehr lobenswerte Einrichtung für Paris die ernste Seite, daß das auf der unsaubern Grundlage üppig emporgewachsene Gewerbe der Lumpensammler dadurch den Todesstoß zu erhalten scheint. Die chilsonniers von Paris werden auf 20.—30000 angeschlagen, mit ihren Familien auf 70=—80 000 Köpfe; und diese werden nunmehr um ihr Brot gebracht, da sie nicht mehr ihrem Geschäft nachgehen können. Das Elend in Paris ist augenblicklich sehr groß und es ist daher eine bedenkliche Sache, die Zahl derer, die nichts zu essen haben, um weitere 70—80000 zu vermehren. Freilich trägt der Kehricht von Paris den Lumpensammlern täglich im Durchschnitt —4 Franken ein, und es ist daher erklärlich, daß Speculanten darauf ausgehen, den Verdienst dieser armen Leute an sich zu reißen, und zu diesem Zwecke den neuen Pariser Präfecten, der die Sachlage wahrscheinlich nicht genau kannte, dazu brachten, daß er ihnen das Monopol der Kehrichtabfuhr gab. Es ist kaum anzunehmen, daß die Verordnung aufrechterhalten bleibt. Mit Ausnahme der„République Frangaise“, des XIX. Siécle, des„Voltaire und des„Paris“ ziehen alle Blätter gegen den Seine=Präfecten zu Felde, und dieser hat auch schon soweit nachgegeben, daß er heute in einem seiner Blätter erklären läßt, es sei den Lumpensammlern gestattet, ihr Geschäft fortzusetzen. Die Blätter geben sich aber nicht damit zufrieden und verlangen, daß der Präfect seine Verordnung einfach für null und nichtig erkläre. Nr. 18. Die„Emscher Zeit bohen Feiertage. Insertienshr: Verontmortich Allgemeines Ergau 4 Politise ** * [Schwäbische Witze.] Unbewußtes Geständnis. Hans:„Du, Frieder, ischt's wohr, daß Seppel's große Los'wonne hot?" Frie. „Sell ischt wohr! Die dümmste Leut' hab'n hal größt' Glück!" Hans:„Do könnt'n wir zwoi 1 jo au' a Loos kauf'.“— Ein Wink mit di Holzschlegel.„Was, du rauchst, Frieder?“„„Frei“ rauche, Jörgle, Rauchst du net!""„Noi', i rauch net!“„„Warum rauchst net?“"„Weil e nex ’rauchet han!“ **(Ausweis.] Gensdarm:„Können Sie sich ausweisen?“— Handwerksbursche:„Das ist Sache der Polizei,— die weist mich überall aus!“ Bekanntmachung. Nachdem der Bergschul=Director Herr Bergrat Schultz sein Mandat als Landtagsabgeordneter niedergelegt hat und die Vornahme einer Neuwahl angeordnet ist massen für die verstorbenen Wahlmänner August Köckmann und C. W. Dieckmann, sowie für die beiden von hier verzogenen Wahlmänner Christof Golle und Andreas Gerkach Ersatzwahlen vorgenommen werden. Zu diesem Zwecke liegen die neuaufgestellten AbteilungsListen a. der I. Abteilung des I. Bezirks, umfassend: Friedrich=, Industrie=, Kaiserstraße, Kaiserplatz und Mauspottstraße; d. der III. Abteilung des II. Bezirks, umfassend: Carl=, Hoch=, Hof=, Ring= und Wannerstraße; o der III. Abteilung des VII. Bezirks, umfassend: Acker=, Bahnbofstraße, von Haus Nr. 78 ab, Breite=, Gas=, Louisen=, Johannes., Kessel= und Waldstraße und d. der III. Abteilung des IX. Bezirks, umfassend: Bochumerstr., bis Haus Nr. 61 inel., Joses=, Martin=, Oktilien= u. Seifenstraße am 19., 21. und 22. d. M. zur Einsicht auf Zimmer 5 des Rathauses aus. Innerhalb 3 Tagen kann gegen die Richtigkeit derselben schriftlich oder mündlich Protest erhoben werden. Gelsenkirchen, 16. Jan. 1884. Der Bürgermeister: Vattmann. Bekanntmachung. Der Bergmann Nicolaus von hier hat sich unter Zurückkassung seiner der öffentlichen Armen: pflege inzwischen anheimgefallenen, aus Frau und 4 Kinder bestehenden Familie, heimlich entfernt. Ergebenst ersuchen wir, nach dem Aufenthalte des p. Fell gefälligst zu recherchiren und im Ermitielungsfalle uns Nachricht zu geben. Signalement. Alter: 33 Jahre. Geburtsort: Deppenweiler, Kreis Saarbrücken. Statur: mittelgroß. Haare: blond. Augen: grau. Gesichtsform: rund. Kennzeichen: fehlen. Gelsenkirchen, 17. Jon. 1884. Die Polizei=Verwaltung: Vattmann. .— — — Treffe mit einer Partie großer und kleiner AR Ocne. S 5 heute ein, die ich wegen günstigem Einkauf billig abgebe. aller Art bei F. Dienst. Gtaerhuntschähe. Bekanntmachung. Es wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß seitens der resp. Gemeinde=Versammlungen die nachbenannten Personen zu Amtsverordneten für die Functionsperiode 1884 bis 1889 inel. gewählt resp. wiedergewählt worden sind: Herr Landwirt Laarmann zu Schalke; Herr Landwirt Schulte=Haumann zu Braubauerschaft; Herr Landwirt Gravenhoff zu Heßler; Herr LandWallmann zu Hüllen. Schalke, 18. Januar 1884. Der Amtmann: Klose. Ein großer Posten. 1 sTeoen n. nur ff prima Ware soeben eingetroffe verkaufe so lange der Vorrat reicht: ür Damen, weiße 2knöpf. „ schwarze 2kn. „„„ mit Raupen „ coul. 2kn. „„„ mit Raupen „ Ballhandschuhe, 3kn. Waschleder, 2kn. weiße schwarze „„ mit Raupen „ coul. „„ mit Raupen „ Waschleder NB. Bemerke, daß obige Handschuhe nur vam feinsten Leder sind. für Herren, osten weißer Herren= und Damen=Handschuhe S 75 Pf. 8000 Gr. Beitmaun, Bahnhofstraße Nr. 37. Thenter in Gelsenkirchen. (Im Caale des Herrn Baumeister.) Donnerstag, 24. Januar 1884. Gastspiel des gesamten Opern=Personals des Stadt=Theaters zu Dortmund unter Leitung des Directors Ignatz Pollak. Martka oder: Der Markt zu Richmond Große Oper in 4 Acten von Fr. v. Flotow. Kassenösnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Preise der Plätze: Sperrsitz 2 M. 50 Pfg., 1 Platz 1 M. 50 Pf., 2. Platz 1 M. Textbücher sind an der Kasse zu haben. Billete sind im Hotel Feller sowie im Theaterlocal bei Herrn Baumeister zu haben. Futter. Kurts fsern sehr billig bei H. L. Cremer, Seifenkirchen(Wiebagen). Abonnements=Eintadung. Mehrfachen an mich gelangten Wünschen entsprechend, beabsichtige ich in Gelsenkirchen im Theater=Locale des Herrn Baumeister(Germania) in der Zeit vom 24. Januar bis 1. ev. 6. April d. J. sechs Oper=Vorstellungen zu geben und erlaube mir, das geehrte Publicum von Gelsenkirchen und Umgegend zum Abonnement ergebenst einzuladen. Es werden folgende Opern gegeben: „Martha.“—„Der Barbier von Sevilla.“— „Donna Juanita.“—„Czar u. mann.“—„Postillon von Lonjumeau.“— Der Abonnementspreis für diese sechs Vorstellungen beträgt zwölf Mark. Die Abonnementsliste wird den geehrten Herrschaften durch meinen Diener vorgelegt, ebenso werden Anmeldungen zum Abonnement bei Herrn Feller(Berliner Hof) und im Theaterlocale bei Herrn Baumeister entgegengenommen. Dortmund, den 15. Januar 1884. Achtungsvoll Director des Stadttheaters in Dortmund. Hichungember i.. hr Ulmer Dombau- Lotterie Hptgw. 75000 M. bar. Los 3,50, 11 Lose 35 M. Zieh. unviderr. 10. Mär 1884. Köln. St. Martins-Jotterie Hptaw 20000 M Gold Los nur 1., 11 Lose 10 M. Beide Lose mit amtl. Listen 4,90 M. 1 Ulm., 7 Mart. m. Listen 10 M. 2 Ulm, 14 Mart. m. Listen 20 M. □ Siaer Kültsdm Krür! Simer Ziehung am 20. u. 21. Tebruar 1884. Täglich Kals stersch zI 45 Pf. empfiehlt J. Sternberg. Metzger, Gelfenkirchen, Hochstraße 32, Ecke der Friedrichstraße. Negenschi rme stets in größter Auswahl. Boitmann, Seisenkirchen, Bahnhofstr. 37. 18., 19. Erster Hauptgewinn: 75000 Es sind 3435 Gewinne in Baar im Betrage von 350,000 Mark Der ohne Abzug. Ferner 50000 Mark an Kunstgegenständen kommen zur Verlosung. Der Ulmer Dombau verlost 1063 Geld=Gewinne mehr als die Kölner. LOSE à.10 — sind bei mir zu haben. Theodor Dahl, Gelsenkirchen, neben der kath. Kirche. Geschaft. Dacher empfiehlt F. Dienst, Selsenkiechen. 8 Aus Beide Majest eines befriedigenden Kaiser, welcher in d ausschließlich den nahm am Dienstag Königlichen Prinzen teil. Am Freitag Capitel des hohen ab und am Sonnta( wie alljährlich, feiert. Es beginnt keiten, die alljährlich Passionszeit abgeha Das Herren wieder eine Sitzung verstaatlichungs=Vor „Das Abgeor landgüterordnung dnung an befonde sat am Dienstag i forlagen ein, wel ahm, daß die Del donnerstag, been wurden zu weiterer verwiesen. Gegen nur die Abgg. Ri beiden conservativ wenn auch in bei Centrumspartei un beide unter der Vor der Entwürfe diese Das Präsid und Vertrauensmät leinem der jüngsten sich über den Ei ordnung für das A Die Mitglieder sind durch das E ratung der Grut gesetzes auf den 22 dem Einladungssch Landtag zwar d Reisekosten=Entschäl rat abgelehnt habe hoffe, die Mitglied der Teilnahme an lassen. Der„Staatsc Grund des Gesetz die Zuständigkeit waltungsgerichts= Verordnung zur betreffend Abänder Der bekannte 2 früher dem Centri keiner bestimmten jedoch als altcon Centrumspartei## zeichnete, ist auf 21) i Erzählung * Sie küßte C Stuhl, auf wel einräumend, trat Elly nahm müssen. 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