P E DAE SAINS Gelsenkirchen, Montag, den 14. Januar 1884. TO. Johggng, Un sufer Berruna Die„Guscher Zeitung“ erscheint täglich mit Ausnabme der Som= und hohen Feiertage. Wochen=Beilage:„Illustrirtes Emscher Sonntagsblatt“. ansertionspreis: Die Petit=Zelle oder deren Raum 15 Pf., Inserrr-— Reklamen 40 Pf. Pagstworlücher Redageur. F. Dienst in Gelsenkirchen. verbunden mit dem Amt Herner Tage=Blatt. (Früher: Der Reichsfreund.) Sincere et constanter. Abonnementspreis: Mark.50 vierteljährlich im Vorans. Man abonntri außer bei der Expedition in Gelsenkirchen, Marktstraße 13, bei allen Reichspostanstalten und bei den Filial=Expeditionen: Rud. Eick, Herne; W. Walbeck, Wanne; W. Pötter, Wattenscheid. Druck und Verlag von F. Dienst in Gelsenkirchen. Aonumenn üir üe Naut elseutiuten de dnir Stelt, heternturt, Hauz m drs—Aursgtlack inr Satste, Gnlchmntaung un. Blnsthiher. 5 80 * Kundgebungen des Kaisers und des Kronprinzen. Die Glückwünsche, welche die städtischen Körperschaften von Berlin Ihren Majestäten und dem Kronprinzlichen Paare zu Neujahr darbrachten, haben Seiner Majestät dem Kaiser und Seiner Kaiserlichen Hoheit dem Kronprinzen zu bedeutungsvollen Kundgebungen über die Lage der auswärtigen Politik und über die Beziehungen Deutschlands zu anderen Nationen Anlaß gegeben. Kaiser Wilhelm preist in seiner Antwort an den Magistrat des Allmächtigen Güte, daß es ihm im vergangenen Jahre vergönnt gewesen sei,„dem stolzen Denkmal an den Ufern des Rheins zum ewigen Gedächtnis der glücklich wieder errungenen Einheit Deutschlands, aber auch als ernstem Wahrzeichen für die erstarkte wehrhafte Macht des geeinten deutschen Reichs in feierlicher Stunde die Weihe zu erteilen.“ Zur größten Befriedigung aber gereicht es dem Kaiser,„daß sich der Uebergang aus dem alten in das neue Jahr unter Verhältnissen vollzogen hat, welche die Hoffnung auf eine ruhige, ungetrübte Zeit begründen. Ich lebe der Zuversicht, daß unter dem gesegneten Schutz des Friedens, dessen Erhaltung durch den persönlichen Verkehr mit befreundeten Fürsten eine neue Bürgschaft erhalten hat, die Nation auch ferner einer gedeihlichen Entwickelung entgegen gehen wird.“ Und in seiner Antwort an die Berliner Stadtverordnetenversammlung hebt der Kaiser hervor, daß er es im Dienste des Vaterlandes, dem er sich unausgesetzt in Frische und Rüstigkeit habe widmen können, als seine Aufgabe erkannt habe„die Freundschaft auch mit fremden Fürsten zu pflegen und dadurch eine größere Annäherung der Nationen unter einander herbeizuführen.“ Der Kronprinz spricht sich seinerseits in dem Antwortschreiben an den Berliner Magistrat über die Bedeutung seiner Reise nach Spanien und Italien aus und sagt in dieser Beziehung wörtlich: „Wenn Ich mit aufrichtiger Befriedigung auf das Ergebnis Meiner so eben beendeten Reise nach dem Süden zurückblicken zu dürfen glaube, so entnehme Ich die Berechtigung hierzu vornehmlich der Ueberzeugung, daß die Befestigung unserer freundschaftlichen Beziehungen zu den Ländern, welche zu besuchen Mir vergönnt war, dort wie hier als eine neue Bürgschaft für die Erhaltung und Sicherung des Friedens richtigerkannt und freudig begrüßt wird. In Bestätigung dieser Annahme legte der überaus herzliche Empfang, dessen Ich Mich in jenen Ländern, von Fürst wie Volk, zu erfreuen hatte, zugleich ein wertvolles Zeugnis dafür ab, daß dem deutschen Reich mit der Achtung des Auslandes auch dessen Vertrauen gesichert ist.“ Diese Kundgebungen bezeugen in feierlicher Weise die Richtung, in der sich die Kaiserliche Politik nach außen hin auch im vergangenen Jahre bewegt hat, und sie sind zugleich ein wertvolles Zeugnis von den Erfolgen dieser Politik, durch welches die Eindrücke, die das Volk hiervon gehabt hat, ausdrücklich und in autoritativster Weise bestätigt werden. Die Friedenszuversicht, welcher Kaiser und Kronprinz Ausdruck geben, wird von dem ganzen Volk mit hoher Befriedigung, aber auch mit aufrichtigem Dank für die unablässigen Bemühungen aufgenommen werden, denen sich unser erhabener Monarch für die Erreichung und Sicherstellung dieses Zieles unterzogen hat. Nur ihm und seiner Politik haben wir es zu verdanken, wenn Deutschland— einst von anderen Nationen gehaßt, ja vielleicht mißachtet— sich die Achtung und das Vertrauen fremder Nationen erworben hat, und zugleich als eine sichere Bürgschaft des Friedens betrachtet wird. Durch unsern Kaiser haben wir in der That in der kurzen Zeit seit Bestehen des Reichs großes erreicht, was zu erreichen bisher keiner Nation vergönnt war, die auf einer gleich hohen Stufe der Macht gestanden. Möge das Bewußtsein hiervon in uns stets wach bleiben,— so allein werden wir imstande sein, uns auf der Höhe zu erhalten, die wir erklommen! 4 Politische Wochenschau. I. Aus dem Inlande. Die Antwortschreiben, mit denen unser Kaiser und unser Kronprinz die Neujahrsglückwünsche der Berliner städtischen Behörden beantwortet haben, sind als die hervorragendsten Ereignisse zu betrachten, über welche unsere Wochenschau diesmal zu berichten hat. Dieselben haben Interesse nicht nur für die Berliner städtischen Behörden, sondern für das ganze Land, welches daraus die begründete Hoffnung schöpfen kann, daß ihm auch in diesem Jahre— Dank den Bemühungen unseres Kaisers — vergönnt sein werde, in Ruhe und Frieden an den Aufgaben seiner inneren Entwickelung zu arbeiten. Am Donnerstag, 3. Januar, fand die feierliche Einweihung der auf dem Wedding zu Berlin zur Erinnerung an die glückliche Errettung des Kaisers bei den Attentaten im Jahre 1878 errichteten Dankeskirche statt. Der Feierlichkeit wohnten der Kaiser, die Kaiserin, der Kronprinz, die Kronprinzessin, sowie die übrigen Mitglieder der Kaiserlichen Familie, ferner der Generalfeldmarschall Graf Moltke, die Staatsminister und die Spitzen der Staats= und der städtischen Behörden bei. Der Bundesrat hat am 10. d. M. seine Thätigkeit wieder aufgenommen, doch standen Gegenstände von Bedeutung nicht auf der Tagesordnung der Sitzung. Die Grundzüge des in Ausarbeitung begriffenen neuen Eutwurfs eines Unfal=Versicherungsgesetzes sind vor einigen Tagen den Bundesregierungen übersandt und zugleich zu allgemeiner Kenntnisnahme veröffentlicht worden. Die Aufnahme, die sie in der Presse gefunden, ist eine außerordentlich günstige. Außer den conservativen Organen spricht u. a. auch die„Germania“ sich sehr entgegenkommend aus; unter den nationalliberalen Organen sagt z. B. die„Elberfelder Zeitung“, der Eindruck, den man von den Grundzügen erhalte, sei ein sehr günstiger.„Wenn die Ausführung im einzelnen der Tendenz des Mitgeteilten entspreche, so sei volle Aussicht vorhanden, daß der Reichstag nach zweimaligen vergeblichen Versuchen in dieser Session endlich das Werk zum Abschluß bringe, das für die Anbahnung einer gesunden auf Selbstverwaltung beruhenden socialen Reform von hoher Wichtigkeit sei.“ Aber selbst auch die vorgeschritten liberalen Organe erkennen an, daß die gegenwärtigen Grundlagen des Entwurfs gegen die früheren eine erhebliche Besserung aufweisen. Das Abgeordnetenhaus hat am vergangenen Dienstag nach Beendigung der Ferienpause einige Specialetats erledigt und am Mittwoch die Vorlage bezüglich der Verstaatlichung mehrerer Privateisenbahnen in zweiter Beratung genehmigt. In der Nacht vom 4. zum 5. Januar starb in New=York der deutsche Reichstagsabgeordnete Dr. Lasker in einem Alter von 54 Jahren an einem Herzschlage. Der Tod überraschte ihn auf einer zur Wiederherstellung seiner Gesundheit unternommenen Reise. Die Urteile über die politische Befähigung und Wirksamkeit Laskers, lauten je nach dem Parteistandpunkt sehr verschieden. Eines wird aber allseitig anerkannt, daß sein Streben von lauteren Motiven getragen war und daß er seine ganze geistige Kraft und rednerische Begabung in den Dienst der nationalen Sache gestellt hatte. Für die politischen Kämpfe der Gegenwart bleibt sein Tod ohne Einfluß und Bedeutung, da er thatsächlich schon seit Jahren von der politischen Bühne abgetreten war. In vergangener Woche haben zwei Nachwahlen stattgefunden. Bei derjenigen zum Landtag im fünften Erfurter Wahlkreis wurde der bisherige Abgeordnete von Heppe, der frühere OberRegierungsrat bei dem Polizei=Präsidium in Berlin, welcher wegen seiner Ernennung zum Landdrost das Mandat hatte niederlegen müssen, einstimmig wiedergewählt. Bei der Reichstagswahl im Wahlkreise Göttingen wurde der welfische Candidat gewählt. Der nationalliberale Gegencandidat vereinigte eine nahezu eben so große Stimmenzahl auf sich, während der fortschrittliche Zählcandidat kaum inbetracht kam. Die gegenwärtige Tactik der Fortschrittspartei, überall den nationalliberalen„Freunden“ bei den Wahlen Schwierigkeiten zu bereiten und ihnen ihre Mandate streitig zu machen, hat auf einer vor einigen Tagen in Barmen abgehaltenen Versammlung der bergischen Nationalliberalen zu einer energischen Aeußerung des Selbsterhaltungstriebes Veranlassung gegeben. Es wurde als die Pflicht der Nationalliberalen hingestellt, jede Rücksicht auf den Besitzstand der Fortschrittspartei bei den bevorstehenden Wahlen bei Seite zu lassen und nur das eigene Parteiinteresse im Auge zu halten. Uebrigens ist wie immer die Fortschrittspartei angesichts der Reichstagswahlen im Herbst die rührigste. Ueberall werden bereits die erforderlichen Vorkehrungen getroffen, um die Massen der Wähler für sich zu gewinnen; u. a. fand zu Ende voriger Woche ein stark besuchter Parteitag der hessischen Fortschrittspartei in Darmstadt statt, zu dem der Führer der Centralleitung Herr Richter aus Berlin eingetroffen war, der nach Beendigung der Versammlung nach Nordhausen abreiste, um dort seine Agitation fortzusetzen. Daß indes die agitatorische Thätigkeit der Partei nicht überall den geeigneten Boden findet, ergiebt sich u. a. aus der beachtenswerten Thatsache, daß im Großherzogtum Oldenburg mit Ablauf des vorigen Jahres zwei fortschrittliche Blätter wegen Mangels an Lesern eingegangen sind. NIC. Berlin, 11. Jan. Für das Zustandekommen der Jagdordnung sind durch die erste Beratung im Abgeordnetenhause trübe Aussichten eröffnet worden. Die Verweisung in eine Commission kann nur als ein„anstältdiges Begräbnis“ gelten; es wird hier kaum ernstlich der Versuch gemacht werden, dem Gesetzentwurfe eine Fassung zu geben, welche auf die Zustimmung aller beteiligten Factoren rechnen kann. Auf nationalliberaler sowohl als auf clericaler Seite hat sich nicht nur gegen einzelne Bestimmungen, sondern gegen die hauptsächlichsten Bestandteile des Gesetzentwurfs entschiedener Widerspruch kundgegeben. Insbesondere wurde ein neues Jagdgesetz ohne befriedigende Regelung der Frage des Wildschadensersatzes von diesen beiden Parteien für ganz unannehmber erklärt; aber auch die Vergrößerung der Jagdbezirke, die übermäßige Erhöhung der Jagdscheingebühren, das Verbot der Sonntagsjagd, * Neue Steuer. Besteuert die Verleumdungszungen Und schlechte Lügenmäuler mit; Das höchste Ziel ist dann errungen, Gedeckt ist jedes Defieit, Fünf Pfennig nur für jede Lüge Und zehn für jede Klatscherei. Was solche Steuer wohl betrüge? Gewiß, wir wären steuerfrei! 15) Die alte Lady. Erzählung von Balduin Möllhausen. Bei den letzten Worten kehrte er sich dem zu, während die beiden Fremden sich auf dem Wege entfernten, welchen sie gekommen waren. Dann lag die Straße ruhig. Nur die erleuchteten WTster zeugten hier und da noch von friedlichem häuslechem Wirken. Auch von Miß Evas Blockhütte herüber. Sie selber saß auf ihrem Sem# srten Platz neben dem Fenster. Vor ihr auf ven Lisch lag ein Papier mit fein geschnittenem Tabak; zwischen den Lippen hielt sie ihr kurzes, shant aus a. henpeischen. Die Blicke hielt kturr auf einen Punkt der gegenüberliegenden geheftet, doch schenkte sie Elly ihre AufFrhsamkeit. Diese, um die eigene fieberhafte Unace, Vu verheimlichen, wußte des Erzählens harmEreignisse kein Ende. So täuschten die gegenseitig. Miß Eva ahnte ebenso #, was neben den eifrigen Mitteilungen Ellys Geist beschäftigte, wie diese, was außer dem Gedanken an die bevorstehende Zusammenkunft mit dem Einäugigen, noch hinter den streng verschlossenen Zügen lebte und webte. Mit eisigem Ausdruck erklärte Miß Eva endlich, daß es Zeit sei, die Nachtruhe zu suchen., Elly erhob sich. Innig klang ihre Stimme indem sie sich verabschiedete. Lohnte sie nur mattes Neigen des Hauptes, so folgten ihr dafür, als sie vor der ihr leuchtenden alten Lady die Leiter erstieg, aus den großen dunklen Augen Blicke, in welchem tiefe Schwermut und herzliches Wohlwollen sich einten. Sorglos tönte Ellys „Gutenacht“ noch einmal nieder. Wunderbarer Weise wurde der Gruß mit unzweideutiger Herzlichkeit erwiedert. Auf Elly versagte sie indessen ihre Wirkung. Angekleidet und mit offenen Augen lag sie auf ihrem Bett. Unablässig starrte sie in die sie umringende Finsternis hinein und auf die schmalen Lichtfäden, welche von dem schadhaften Fustboden ausgingen. Zugleich lauschte sie angstvoll auf jede unten im Hause stattfindende Bewegung. Während Miß Eva sie in den festen Schlaf gesunder Jugend versunken wähnte, unterschied sie, daß jene wohl noch eine halbe Stunde langsam auf= und abwandelte. Sie unterschied, daß sie das Geldspinde öffnete, kurze Zeit in demselben kramte und die Thür wieder in ihre Fugen drückte. Sie bemerkte, daß die Lichtfäden erloschen, hörte deutlich, daß jemand vorsichtig das Haus verließ und die Thür behutsam hinter sich abschloß. Dann herrschte Totenstille in der Blockhütte. Nur Ellys geängstigtes Herz schlug, als hätte es die Vrust mit Gewalt zersprengen wollen. Vor ihren geistigen Blicken erstand Miß Eva, wie sie mit langen, abgemessenen Schritten ihren Weg in den finsteren Wald hinein verfolgte; erstand der schreckliche Einäugige, welchem sie das Geld zutrug, erstand endlich Abel Fancy im tötlichen Ringen mit dem wilden Räuber und Wegelagerer.— Die Jagdhöhle, wie der von dem Einäugigen in Besitz genommene Schlupfwinkel allgemein genannt wurde, bestand aus einem von Feldsteinen aufgeführten Gemäuer von etwa fünf Fuß Höhe, welches in eine uferartige Bodenerhebung hineingebaut worden war. Der innere Flächenraum, ein unregelmäßiges Viereck, hielt ungefähr zwei Quadratruthen. Um den ohne Mörtel aufgeführten Außenwänden, welche einen schmalen, niedrigen Eingang begrenzten, mehr Festigkeit zu gewähren, war auch an diesen auf der Außenseite Erde aufgeschüttet worden. Als Bedachung dienten eine Anzahl unbehauener Baumstämme, welche mittelst Reisig verbunden und demnächst mit einer dicken Erdschicht von dem Uferabhange aus beschwert worden waren. Gesträuch wucherte auf dem Dach, durch zahlreiche Wurzeln demselben erhöhte Widerstandskraft gegen atmosphärische Einflüsse verleihend. Offenbar stammte dieser Bau aus den Zeiten, zu welchen in jenem Landesteil noch mit Erfolg die Pelzjagd betrieben wurde. In der Colonie konnte man wohl das alte Heim verschollener Fallensteller; allein da es niemand Vorteil oder Nachteil brachte, kümmerte sich auch niemand darum; höchstens Kinder, welche zur Zeit der Beeren= und Haselnußreife den düsteren Ort zum K Mittelpunkt ihres lustigen Treibens wählten und allmälig einen gewundenen Pfad nach demselben ausgetreten hatten. Brombeerranken und wilder Wein verschleierten ihn nebenbei beinah bis zur Unsichtbarkeit, so daß mancher Unkundige hätte vorübergehen können, ohne in der aus dicht verschlungenem Grün hervorgähnenden Oeffnung den Eingang zu einer verlassenen Wohnstätte zu vermuten. So drang auch der Schein des kleinen Feuers, welches an jenem Abend in der Hütte brannte, nur bis in die nahen Gebüsche hinein, um auf deren anderen Seite wieder vollständig von den nächtlichen Schatten verdrängt zu werden. Hinter dem mit dürrem Holz genährten Feuer, welches seinen Rauch durch mehrere schadhafte Stellen des Daches ins Freie hinaussandte, saß der Einäugige. Den Rücken an die Wand gelehnt, hatte er den Ansgang gerade vor sich, mußte also jeden, der sich ihm zuzugesellen trachtete, sofort bemerken. Neben ihm auf der einen Seite lag ein zusammengeknüpftes Tuch mit Speiseresten, auf der anderen, im nahen Bereich seiner Hand, ein Revolver. Den Hut hatte er tief über die Stirn gezogen. Das hinderte nicht, daß die unstete Beleuchtung der Flammen sein Gesicht voll traf und es scheinbar in zuckender Bewegung erhielt. Finster stierte er mit dem einzigen Auge vor sich in die Glut. Seine Thonpfeife brannte und wirbelte in langsamem Tact bläuliche Wöllchen zu der unterhalb der Decke lagernden Rauchschicht empor. der Anpachtungsparagraph und andere Vorschläge stießen auf den schärfsten Widerspruch. Selbst in conservativen Kreisen verwahrte man sich sehr, in dieser Frage mit der Mehrheit des Herrenhauses identificirt zu werden; man füchtet nicht mit Unrecht, daß das Eintreteten für ein bei den kleinen Grundbesitzern so unbeliebtes Gesetz bei den bevorstehenden Reichstagswahlen schlimme Früchte tragen könnte. Ohne Zweifel wird auch so die Jagdordnung in der Wahlagitation reichlich verwertet werden. 60 Berlin, 11. Januar. Um den Abgeordneten ein übersichtliches Bild von dem heutigen Stande des Knaben=Handarbeits=Unterrichts zu geben, veranstaltet der Abg. v. Schenkendorff am Sonntag und Montag in den Räumen des Abgeordnetenhauses eine Ausstellung von Arbeiten der Görlitzer und Posener Knaben=Handarbeitsschule. Der Kernpunkt der Bestrebungen, welche diese Schulen verfolgen, geht, wie es in einem von Hrn. v. Schenkendorff ausgegebenem Circular heißt, dahin, den theoretischen Unterricht durch practische Beschäftigung zu ergänzen und diese zugleich als formelles Bildungsmittel zu verwerten. Die practische Arbeit soll bei Erteilung des Unterrichts im pädagogischen Sinne stufenmäßig und allmälig aufsteigen. * Berlin, 11. Januar. In den Fractionen des Abgeordnetenhauses beschäftigt man sich eingehend mit den Steuervorlagen. Die Nationalliberalen scheinen, wie die„K..“ schreibt, die Quotisirung der directen Steuern in der That zur Vorbedingung machen zu wollen, welche die Regierung sicherlich nicht erfüllen wird. Die Stellung des Centrums scheint noch nicht 9 * * Kähnen an vielen Stellen des Landwehrcanals zu Berlin eingehend besprochen. Aus der weiteren Verhandlung ist noch zu erwähnen, daß die Forderung für ein Repierungspräsidialgebäude in Danzig abgelehnt wurde. Nächste Sitzung: Dienstag: Steuergesetze. festzustehen, doch dürfte die Mehrheit der Fraction gegen das Gesetz stimmen. Trifft dies zu, so ist die Ablehnung wohl unvermeidlich. * Prinz Edmund Radziwill war— so verlautet ziemlich bestimmt— vom päpstlichen Stuhl zum Coadjutor für den Cardinal Ledochowski in Posen und Gnesen vorgeschlagen, ist indessen von der preußischen Regierung mit Recht als nicht genehm bezeichnet worden, da sie sich bei diesem Wechsel in der Leitung des Erzbistums kaum verbessert haben würde. Die Nachricht ist insofern wichtig, als daraus hervorgeht, daß überhaupt Verhandlungen schweben zwischen Berlin und dem Vatican, um wegen der Erzbistümer Cöln und Posen zu einem Ausgleich zu kommen. Die Zurückberufung des Bischofs von Münster wird als nahe bevorstehend betrachtet. Der Moniteur de Rome hält es für nötig, immer wieder zu erklären, daß weder der heilige Stuhl noch die Bischöfe durch die Gestattung der Dispensgesuche die Maigesetze anerkennen. Das päpstliche Blatt fordert nach wie vor eine vollständige Revision der Maigesetze, was in seinen Augen ziemlich gleichbedeutend sein wird mit einer Aufhebung derselben. K Berlin, 11. Januar. Berichte aus dem Regierungsbezirk Cassel lassen erkennen, daß auch dort der Zuckerrübenbau und die Rübenzuckerindustrie an Ausdehnung gewinnen. Bei der diesjährigen Ernte hat die Zuckerrübe, welche erst seit zwei Jahren im Bezirk in größerem Umfange gebaut wird, eine bessere Ernte ergeben, als man erwartete. Da die Landwirte bei dem Körnerbau nicht mehr durchkommen zu können glauben, so ist der Anbau der Rüben geeignet, die Lage der Grundbesitzer zu verbessern. Auch ist der Vorteil nicht zu unterschätzen, daß der Rübenbau eine weit sorgfältigere Bearbeitung des Bodens notwendig macht, die bisher viel zu wünschen übrig ließ. Die Zuckerfabrik in Wabern erfreut sich, wie in den beiden vorhergehenden ersten Jahren des Betriebs, eines flotten Ganges. Ihre Prosperität hat bewirkt, daß zwei neue Fabriken in Aussicht genommen sind. Hier und da wird jedoch die Befürchtung laut, diese Industrie werde eine so große Ausdehnung gewinnen, daß die alsdann schärfer hervortretende Concurrenz erhebliche Rückschläge bezüglich der Prosperität zurfolge haben könnte. NLC. Am Dienstag wird im Plenum des Abgeordnetenhauses die Beratung der Steuervorlagen beginnen, des wichtigsten Gegenstandes ohne Zweifel, welcher die gegenwärtige Session beschäftigt. In den letzten Tagen haben in den Fractionen über die Vorlagen Beratungen stattgefunden, über deren Ergebnis wenig in die Oeffentlichkeit gedrungen ist; was insbesondere über die Besprechungen der nationalliberalen Fraction in verschiedenen Blättern mitgeteilt wurde, litt an erheblichen Unrichtigkeiten. Das Schicksal dieser Gesetzentwürfe entzieht sich zur Zeit noch der Beurteilung; auch die erste Beratung im Plenum wird voraussichtlich zu einer solchen die notwendigen Unterlagen noch nicht liefern; die Redner aller Parteien dürften sich hierbei noch mit viel Zurückhaltung und Verclausulirung äußern. Es ist auch ganz natürlich, daß man über so schwierige und vielseitige Entwürfe nicht gleich nach den ersten Eindrücken und nach allgemeinen politischen Erwägungen zu einer Entscheidung kommt. Dazu wird erst durch die gründlichen und jede einzelne Seite dieser vielumfassenden Vorlagen in ihrer practischen Wirkung klarlegenden Untersuchungen einer Commission das sachliche Material geliefert werden müssen. Mit etlichen allgemeinen Redensarten von agitatorischem Character, den Vorwurf capitalistischer Interessen auf der einen, agrarischer Tendenzen auf der andern Seite, ist wenig gethan. Soweit der Grundzug dieser Vorlagen in einer Entlastung der niederen Steuerklassen und einer etwas stärkeren Heranziehung der höheren besteht, wird er bei allen Parteien Beifall finden; aber von der Bewilligung eines allgemeinen Grundsatzes bis zu der Verständiguug über practische Vorschläge ist noch ein weiter Schritt. Und soweit wir die Stimmung kennen, stoßen einige der wichtigsten der Regierungsvorschläge bei allen Parteien auf sehr starke Bedenken. Der Annahme dieser Vorlagen in allen ihren Bestandteilen dürfte nicht einmal auf conservativer, noch weniger auf clericaler und noch weniger auf liberaler Seite das Wort geredet werden, während anderseits diese Entwürfe auch wieder Bestandteile haben, die auf allen Seiten Billigung finden. Im Mittelpunkt der Verhandluugen als Gegenstand der schärfsten Differenzen werden die Aufhebung der beiden weiteren Klassensteuerstufen(auch wegen der Beziehung zum Wahlrecht), die besondere ausschließliche Besteuerung des Einkommens aus mobilem Capital, die Frage der Quotisirung der directen Steuern, die bei der so wenig zu überschauenden Grenze der Steigerung des Ertrages im Falle der Annahme der neuen Vorschläge notwendig auftreten muß, die Beschränkung der Declarationspflicht auf das Capitaleinkommen stehen, um aus der Fülle wichtiger principieller und practischer Fragen nur ein paar ganz hervorragende herauszugreifen. Leicht wird die Verständigung über die Steuerreform gewiß nicht werden und es wird ohne Zweifel manches Stück preisgegeben oder erheblich abgeschwächt werden müssen, wenn ein positives Ergebnis im Abgeordnetenhause erzielt werden soll. werdens eines neuen gesetzgeberischen Projectes mit den bestimmtesten Erklärungen über jeden einzelnen Punkt hervorkommen! Wir sind es nachgerade gewohnt, bei den wichtigsten Entscheidungen bis zum Vorabend im Ungewissen zu bleiben, weil Herr Windthorst es nicht für gut findet, seine Willensmeinung zu offenbaren oder weil neue kirchen politische Dinge in der Luft liegen. Z. B. möchten wir die„Germania“ ersuchen, uns doch gefälligst bald und bestimmt mitzuteilen, wie sich das Ceutrum zum Socialistengesetz stellen wird. Die Welt ist darauf gewiß noch gespannter als auf die Haltung der Nationalliberalen zur Unfallvorlage. Wenn sich das erhitzte Blut der„Germania“ beruhigt hat, wird sie vielleicht selbst zu gestehen, daß sie da eine„minder haltbare Tages. leistung" von sich gegeben. Feinsd, J. Jon. Die Oetesomtiun Nr das Fürstentum Lippe publicirt das Gesetz die Außerhebungsetzung eines Teiles des Schulgeldes und der Klassensteuer für das Jahr 1884 betreffend. Der einzige Paragraph des Geses lautet: Für das Jahr 1884 bleiben außer Hebung 1. das nach§. 6 des Gesetzes, die de finitive Regelung des Diensteinkommens der Volksschullehrer betreffend, vom 28. Februar 1878 für jedes Schulkind zu zahlende Schulgeld im Betrage von 2., 2. die Klassensteuer der in der ersten Hauptklasse der Klassensteuer Eingeschätzten mit zwei Simplen und der in der zweiten Hauptklasse Eingeschätzten mit einem Siplum. * Berlin, 12. Jan. Der Kaiser empfing gestern den Grafen Herbert Bismarck, der von dem Befinden seines Vaters die besten Nachrichten geben konnte. Der Reichskanzler wird erst zum Reichstag nach Berlin kommen. Graf Herbert kehrt auf seinen Posten in London zurück und wird von dort sich auf seinen Posten nach Petersburg begeben.— Aus der Umgebung der kaiserlichen Herrschaften verlautet, daß beide Majestäten sich sehr frisch und wohl befinden. Wien, 12. Januar. Einem officiellen ärztlichen Bulletin zufolge ist die Kronprinzessin Stefanie an Varicellen leichter Art erkrankt. 12. Jan. Heute wurde ein gewisser Pongracz, welcher des Raubmordes an dem Geldwechsler Eisert in der Mariahilferstraße verdächtig ist, mit Eisert confrontirt und von letzterm als einer der Mörder erkannt. * Der Abg. von Ludwig wurde, wie der „Gebirgsbote“ meldet, als er am 9. Januar von Habelschwerdt die Reise nach Berlin antreten wollte, von einem Schlaganfall getroffen. v. Ludwig ist auf der linken Seite gelähmt und nicht fähig zu sprechen, jedoch ist Aussicht vorhanden, ihn am Leben zu erhalten. Pest, 12. Ja tar. Das Oberhaus verwarf mit 200 gegen 191 Stimmen abermals die Vorlage betreffend die Ehe zwischen Christen und Juden. * Der Abgeordnete von Ludwig ist heute Mittag auf Neu=Waltersdorf bei Habelschwerdt gestorben. +1* Berlin, 12. Jan. Ueber die Reise des deutschen Kronprinzen nach Spanien und Italien äußert sich der Petersburger Correspondent des russisch=offfeiösen Blattes„LeNord“ wie folgt: „Endlich konnte die neuliche Reise des deutschen Kronprinzen, weit davon entfernt, Rußland zu beunruhigen oder seine Absichten zu durchkreuzen, nur die feindlichen Bestrebungen Rußlands unterstützen, indem diese Reise ein neues Pfand für den europäischen Frieden ergab.“ Diese und andere Aeußerungen der russischen Presse lassen erkennen, daß auf russischer Seite das ungerechtfertigte Mißtrauen gegen die deutsche Politik aufgegeben ist. * Das Berliner Polizeipräsidium hat auf Grund des Socialistengesetzes ein anonymes Flugblatt „die Faulheit" verboten. 22. * Der Volkswirtschaftsrat, der am Januar zur Beratung der Grundzüge der Unfallvorlage zusammentreten wird, soll den „Berl. Pol. Nachrichten“ zufolge auch sein Gutachten über eine Abänderung der Maß= und Gewichtsordnung abgeben. NLC. Berlin, 12. Jan. Das Abgeordnetenhaus genehmigte heute die Eisenbahnverstaatlichungsvorlage ohne Debatte in dritter Lesung und setzte dann die Etatsberatung bei der Bauverwaltung fort. Eine längere Debatte entspann sich über die Prüfung und die materielle Lage der Baubeamten. Abg. Reichensperger hielt seine übliche Rede zu gunsten größerer Berücksichtigung des gothischen Stils. U. a. wurde auch um Publicirung der Berichte der den diplomatischen Vertretungen neuerdings beigegebenen Bautechniker gebeten. Weiter wurde eine große Reihe localer Wünsche bezüglich des Baues von Canälen, Flußcorrectionen u. dergl. vorgebracht. Auf eine Anfrage des Abgeordneten Dr. Hammacher erwiderte Minister Maybach, daß die Staatsregierung an dem Canalproject festhalte und dasselbe auf einer breiteren, die Provinz Schlesien umfassenden Grundlage ausardeiten werde. Es knüpfte sich daran eine längere Debatte über das Canalwesen. Die Forderung von 4 400000 M. zur Regulirung der großen Ströme rief gleichfalls eine längere Erörterung von vorzugsweise localer und technischer Bedeutung hervor. Insbesondere wurde auch das Polizeiverbot des Ausladens von Paris, 11. Januar. Bei der gestrigen Abreise des Grafen von Paris mit Gemahlin und Töchtern nach Madrid zum Besuche des Königs Alfons wie später des Herzogs von Montpensier in Sevilla hatten die Orleanisten eine kleine Manifestation auf dem Bahnhofe in Scene zu setzen versucht. Die Polizei hatte rechtzeitig Vorsichtsmaßregeln getroffen und verhinderte die kleine Zahl von etwa hundert Manifestanten meistens etwas zweifelhafte Gestalten, in den Bahnhof einzudringen. Einige Rufe: Es lebe der Graf von Paris! Es lebe der König! ertönten und die Polizei verhaftete drei der lautesten Schreier, arme Teufel, welche wahrscheinlich weniger aus Enthusiasmus als infolge sonstiger Einwirkung auf ihre politische Ueberzeugung ihr Vive le roi! riefen. * Paris, 11. Jan. Der Senat wählte heute Humbert, Peyrat und Teisserene de NLC. Das leitende Blatt des Centrums ist heute wieder einmal außerordentlich unwirsch gegen die Nationalliberalen und ergeht sich in den blühendsten Schmähungen, weil die Presse dieser Partei bei Besprechung der neuen Unfallversicherungsvorlage nicht rasch und bestimmt genug zu jedem einzelnen dieser Vorschläge unumstößlich Stellung nehmen will sondern sich Zet läßt, sich Alles ordentlich zu überlegen, wie es bei einem so schwierigen Gegenstand angemessen ist. Der Aerger des ultramontanen Blattes entspringt wohl der Wahrnehmung, daß die neuen Unfallversicherungsvorschläge auf liberaler Seite bis tief in die Fortschrittspartei hinein eine verhältnismäßig freundliche Aufnahme gefunden haben, daß wesentliche Verbesserungen gegen die früheren Entwürfe anerkannt werden und daß der Hoffnung Ausdruck gegeben wird, ein Unfallgesetz auch mit liberaler Zustimmung zustande zu bringen. Damit wird wieder einmal der Wahn zerstört, daß positive sociale Reformen nur mit Hülfe der Ultramontanen zustande kommen könnten, und es sinkt dadurch der Wert des Centrums. In ihrem Mißmut poltert die„Germania“ seltsames Zeug heraus. Während den Nationalliberalen ohne allen Zusammenhang mit dem Gegenstand frühere Secessionen und Absplitterungen wegen mangelnder Uebereinstimmung vorgehalten werden, wird das Centrum verherrlicht als eine Partei, welche nicht nur in den kirchenpolitischen, sondern auch in den wirtschaftlichen, den socialen und überhaupt allen wichtigen politischen Fragen„mit schönster Einmütigkeit, trotz großer Abstimmungsfreiheit" vorgeht. Diese Behauptung ist von wahrhaft verblüffender Dreistigkeit. In Wahrheit ist das Centrum in den letzten Jahren in allen wichtigen Fragen, wo nicht kirchenpolitische Gesichtspuncte maßgebend waren, regelmäßig auseinandergefallen. Wir erinnern nur an das Socialistengesetz, die späteren Eisen bahnverstaatlichungen, den Volkswirtschaftsrat, den Hamburger Zollanschluß u..., kurz, die meisten großen neueren Gesetze; selbst gegenüber dem Tabaksmonopol vermochte die Partei ihre Einigkeit nicht ganz aufrecht zu erhalten. Sehr gut hierfür ist die Bezeichnung:„schönste Einmütigkeit mit größter Abstimmungsfreiheit.“ Und wer könnte es ohne Lachen anhören, wenn das Centrum anderen Parteien einen Vorwurf daraus macht, daß sie nicht gleich am ersten Tag des Bekannt§y Der gestern erwähnte Vorfall bei der Fahrt unseres Kronprinzen nach Spanien ist von der Fama unverhältnismäßig aufgebauscht worden. So teilte Herr v. Rauchhaupt nach dem„Delitzscher Kreisblatt“ in einer Versammlung des conservativen Vereins in Delitzsch mit.„Daß auf die Meldung unseres Krouprinzen an seinen kaiserlichen Vater, er sei auf der Reise von Italien nach Spanien Gefahr gelaufen, von einem französischen Schiffe in Grund gebohrt zu werden, die französische Regierung, vor die Wahl gestellt, Abbitte zu leisten oder Krieg erklärt zu erhalten, den französischen Botschafter de Courcel nach Friedrichsruhe gesandt und Satisfaction gegeben habe.“ Danach hätte unser Kronprinz in Lebensgefahr geschwebt. Glücklicherweise entspricht die obige Verfion nicht den Thatsachen. Von Personen, welche die Ueberfahrt auf dem„Prinz Adalbert“ mitmachten, wird auf das Bestimmteste versichert, daß Niemandem von der Gefahr eines Zusammenstoßes mit einem französischen Schiffe etwas bekannt geworden ist. Bort zu Vize=Präsidenten, die Wahl des vierten Vize=Präsidenten wurde vertagt. * Paris, 12. Jan. Der Direetor der Werkstätten in Creuzot hat 129 Arbeiter entlassen.— Die Gesellschaft vom roten Kreuz in Athen hat für die französischen Verwundeten in Tongking 2000 Frcs. gespendet. * Pelersburg, 13. Jan. Dem Generalmajor Dolgoruki, Sr. Majestät dem deutschen Kaiser attachirt, ist der Stanislaus=Orden erster Klasse verliehen worden. * Odessa, 12. Jan. Der bekannte Militärschriftsteller General Rostislaw Fadejeff ist gestorben. * New=Fork, 12. Jan. Der Dampfer„Neckar“ ist heute mit der Leiche Laskers von hier abgegangen. * Kairo, 11. Januar. Es ist Befehl gegeben für die sofortige Räumung Khartums seitens der etwa 11000 Köpfe umfassenden europäischen und christlichen Bevölkerung. * Die Fortschrittsfraction des Abgeordnetenhauses hat sich gestern mit den Steuergesetzentwürfen beschäftigt. Es versteht sich von selbst, daß das fortschrittliche Votum ablehnend lautet. Originell ist die von Richter aufgestellte Behauptung, daß die Steuerzahler der dritten und vierten Klassensteuerstufe meist einzelsteuernde Bedienstete und Commis seien, die recht gut den niedrigen Steuersatz entrichten könnten. In Wirklichkeit ergeben statistische Aufstellungen, daß gerade in diesen Steuerstufen der Procentsatz der Haushaltungen ein sehr hoher ist und daß es sich hier gerade um Bevölkerungsklassen handelt, welche durch Steuerexcutionen am allermeisten in ihrer Lebensstellung erschüttert werden. Als Redner der Fortschrittspartei wird Eugen Richter in die Schranken treten. Es scheint, daß sich Dr. Hänel und Richter vorläufig wieder vertragen. * Tecklenburg, 12. Jan. Von der conservativen und liberalen Partei unseres Kreises ist Amtsrichter Weihe zu Tecklenburg als Candidat für die am 17. Jan. zu Ibbenbüren stattfindende Abgeordnetenwahl einstimmig aufgestellt. Conservative und Liberale verfügen über 93, das Centrum über 80 Stimmen. 12. Januar. Der Geheime Regierungsrat Professor Dr. Ulrici ist gestern Abend gestorben. Halberstadt, 12. Januar. In dem benachbarten Osterwieck brach nachts 1 Uhr Feuer aus, welches infolge des starken Westwindes schnell um sich griff. Mehr als 30 Häuser sind niedergebrannt, darunter die hiesigen größten Oeconomien von Hertzer und Fischer. Bedeutende Vorräte sind verbrannt. Die Feuerwehren der umliegenden Ortschaften waren telegrafisch zur Hülfe gerufen. Mittags war die größte Gefahr beseitigt. * Breslau, 12. Januar. Für den preußischen Anteil der Olmützer Erzdiöcese sind die Dispense, mit Ausnahme von sechs, am 8. Januar in Olmütz eingetroffen. *e Frog fürrng empfiehlt,i Regierungsbezur, commissar anzuste fehlen. polizisten wäre angeregte Reorg schon eingeleitet. Bureaugehülfen ersten Protokollen Untersuchungsamt werden sollen. nach einer Bezie weit sachlicher un und die Zeugen vorzuführen zur polizeicommissar, wo man mit so * Aus Cöln, gemeldet: Die 2 von welchen die? mädchen waren, fe entsprechender Fei sich ein erwähnen sinn knüpft: Die rend ihrer Lebzei gerühmt, hatte i vorgesehen, daß Dreikönigenfeste( fünf brave, als weibliche Dienstpe sichtigten, als sollten. Die Za mal nicht klein, mission nicht wen Ehestands=Candid hältnisse die wür generöse Benefiz * In Kürten Pfarrkirche eingeb Tabernakel undre Noorium. Fern Herkernes Weihrat Sechl berte. Bo Miegeiche Duisburg, von Carl Sch Middelsbrough, 1 vom 7. ds. haben getroffen, zur Erre das Ausblasen vo betreiben. Es hat festeren Ton hervo Tagen ein bedeut wenn Verkäufer ni* Gelsenkirchen, 14. Jannar. Dem Lehrer August Abel zu Braubauerschaft ist eine Lehrerstelle an der hiesigen katholischen Schule definitiv verliehen worden. * Infolge des milden Wetters treffen vielseitig Nachrichten über im Freien blühende Blumen ein. Von hier wird uns mitgeteilt, daß man am Samstage sogar in dem Keller eine kräftig entwickelte Goldlackblüthe vorgefunden habe. An Kastanienbäumen läßt sich der Trieb der Natur sehr gut wahrnehmen.— Vom Freitag Nachmittag haben wir ebenfalls Gewitter mit Hagel zu melden. * Der Polizeisergeant Gernheim, welcher in voriger Woche bei Ausübung seiner Dienstpflicht in die Lungen gestochen worden ist und hier im Krankenhause liegt, wird voraussichtlich sterben. Es wird uns noch mitgeteilt, daß Gernheim, nachdem derselbe den Stich in die Brust erhalten, zwei Schläge dem Attentäter an den Kopf beigebracht, darauf vom letztern wiederholt einen Schlag mit dem Messer an den Kopf erhalten haben. * Das Curatorium der höhern Stadtschule zu Wattenscheid hat in der letzten Sitzung den Beschluß gefaßt, diese Anstalt— vorbehaltlich der Genehmigung der zuständigen Behörden— zu einem Progymnasium umzugestalten. * In Iserlohn sind bereits Staare bemerkt worden, gewiß eine Seltenheit im Anfange des Januar. * Herrn Emil Höfinghoff in Barmen ist es gelungen, eine Vorrichtung herzustellen, mittels welcher man auf dem Pianoforte nicht nur den Ton der Harfe täuschend nachahmen, sondern bei gebundenem Spiele auch einen Ton erzeugen kann, der dem des Harmoniums sehr ähnlich ist. Dieser letztere Ton erinnert sehr an die aus weiter Ferne herüberschallenden Klänge einer Kirchenorgel. Die Klang=Effecte sind von sehr angenehmer und zuweilen geradezu überraschender Wirkung. Die Erfindung ist für Europa und Amerika als Hösing= hoffs Harfen=(Elegie=) Pedal patentirt. * In Cöln sind von Berlin inbetreff des Doppelmordes gestern drei Criminalbeamte eingetroffen; ob ihre Tätigkeit bei dem Dunkel, das auf der Bluttat lastet, mit Erfolg gekrönt sein wird, bleibt abzuwarten. Man wird ohne Zweifel, Standesamts des Amtes Gebu Pauline Emma Winkler Heßler. S d Fabr A Frei Conrad S d F Braub. Bertha T Sch. Caroline 1 T d Fabr Fr. D Johanna Klara Weber Braub. Ott H Spies Sch. 2 d Bahnwärters Julius S. d Ber Hüllen. Johann Bahnwärters Hei Braub. Louise Bahnwärters Hei Brauv. Johanna Glittenberg Sch. Bekant Der Entw haushalts=Ete vom 12. d. M der Eingesesse gen auf dem Ueckendorf, Der Amtu Tüch 4 Scht. auch sofort Bu Acti „den in größt Gae Boit Pensenkirchen, 2 so schreibt man der„.=W..“, recht bald an die Frage herantreten müssen, ob es sich nicht empfiehlt, für Cöln, vielleicht für den ganzen Regierungsbezirk, einen besonderen Criminalpolizeicommissar anzustellen, an Arbeit wird es nicht fehlen. Durch die Berufung eines Criminalpolizisten wäre die im Stadtrat am Donnerstag angeregte Reorganisation der örtlichen Polizei schon eingeleitet. Die Polizeicommissare und ihre Bureaugehülfen würden von den einschlägigen ersten Protokollen befreit, die eigentlich von dem Untersuchungsamt schon längst hätten übernommen werden sollen. Dadurch würde die Polizei schon nach einer Beziehung entlastet. Es wäre auch weit sachlicher und naturgemäßer, den Inhaftirten und die Zeugen dem Untersuchungsrichter sofort vorzuführen zur Vernehmung oder dem Criminalpolizeicommissar, nicht aber auf das Polizeibureau, wo man mit so vielerlei Geschäften überhäuft ist. * Aus Cöln, 7. Jan., wird der„Barm..“ gemeldet: Die Trauung von fünf Brautpaaren, von welchen die Bräute arme unbescholtene Dienstmädchen waren, fand heute morgen im Dome unter entsprechender Feierlichkeit statt, an welchen Act sich ein erwähnenswerter Zug von Wohlthätigkeitssinn knüpft: Die Wittwe Sybertz von hier, während ihrer Lebzeit nichts weniger als wohlthätig gerühmt, hatte in ihrem Testamente die Stiftung vorgesehen, daß alljährlich am Tage nach dem Dreikönigenfeste(im Dome als Hauptfest gefeiert), fünf brave, als fleißig und strebsam bekannte weibliche Dienstpersonen, welche zu heiraten beabsichtigten, als Aussteuer je 300 M. erhalten sollten. Die Zahl der Bewerberinnen war diesmal nicht klein, und hatte die betreffende Commission nicht wenig Mühe, unter den weiblichen Ehestands=Candidatinnen unter Prüfung aller Verhältnisse die würdigsten auszusuchen, welche das generöse Benefiz erhalten sollten. * In Kürten wurde während der Nacht in die Pfarrkirche eingebrochen. Die Diebe erbrachen das Tabernakel und raubten aus demselben ein silbernes Noorium. Ferner stahlen die Diebe ein schwerHerkernes Weihrauchfaß mit Schiffchen, ein Paar sscrictsilberne Pollen mit Teller, zwei silberne verporvere Meßkelche und ein silbernes Reliquiarium. Industrie, Handel und Verkehr. Duisburg, 14. Januar.[Markkbericht von Carl Schroers.] Englisches Roheisen. Middelsbrough, 11. Januar 1884. In ihrer Sitzung vom 7. ds. haben unsere Fabrikanten die Verabredung getroffen, zur Erreichung eines höheren Preisniveau's das Ausblasen von ca. 20 Hohöfen nach Kräften zu betreiben. Es hat dies an unserem Markte einen festeren Ton hervorgebracht und würde in den letzten Tagen ein bedeutendes Geschäft stattgefunden haben, wenn Verkäufer nicht sehr zurückhaltend geworden wären. Weizen 00 .Ju. 19 Neuß, 12. Januar. Sämtliche Preise unverändert. Rüböl und Kuchen unverändert. S 4# Hafer alter à 100 Kilo 15 40. " neuer„„„ 13 80 Raps 1.„"„„—— „ 2."„„"—— Kartoffeln„„„ 400 Heu per 50 Kilo 360 Roggenstroh 600 Kilo 32 00 10 En. 70— 71 00 142 5 80 Klo.— Landroggen /1. neu 15— à 100 Kilo[2.„ 13— Gerste 100 Kilo 15 50 Buchweizen„ 15 50 Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Cir Rüböl per 100 Kilo faßweise Preßkuchen per 1000 Kilo Kleien per 50 Kilo Weizen=Vorschuß 00 per 100 Kilo Glasgow, 12. Januar. Die Vorräte von Roheisen in den Stores belaufen sich auf 587 200 t, gegen 605 200 t im vorigen Jahre. Zahl der im Betrieb befindlichen Hohöfen 100 gegen 109 im vorigen Jahre. Berliner Börse. Berlin, den 12. Januar 1884. Fonds und Staats=Papiere. 4 102,00 4½ 103.00 4 4 4 3½ 4 4½ 4⅛ Deutsche Reichs=Anleihe Preußische consolidirte Anleihe do. Staats=Anleihe 1868 „ 1850, 52, 53 62 Staats=Schuldenscheine Oesterreichische Goldrente „ Silberrente „ Papierrente Eisenbahn=Stamm=Actien. Verstaatlichte Eisenbahnen. Bergisch=Märkische 0 Rheinische, abgestempelte 0 „ L. B.(gar.) 0 Gotthard vollgezeichnet..... 0 6 Russische Staatsbahn0 5 Eisenbahn=Prioritäten=Obligationen. Aachen=Mastricht Berg.=Märk. Bank=Actien. Zinsfuß überall 4 pCt., bei der Reichsbank 4½ pCt. 102.20 101.25 101,00 99.00 84,75 67,60 66.60 127.25 166.40 102,10 88,50 124,75 Aachener Disconto=Gesellschaft 0 Allg. Deutsche Handels=Gesellschaft 0 Bank für Rheinland und Westfalen.. 0 Bergisch=Märkische Bank 0 „ Industrie=Gesellschaft 0 Berliner Handels=Gesellschaft 0 Berliner Makler=Verein 0 Cölnische Wechs.= und Bank:.. 0 Deutsche Bank 0 „ Hyptheken=Bank.. 60% 0 „ National=Bank 0 Disconto=Commandit 0 Dortmunder Bank=Verein 0 106,00 9100 118.25 6950 117,50 101 00 93,00 145,60 89 00 107,80 192.10 98.25 Essener Credit=Anstalt... 0 97.25 Nationalbank für Deutschland. 0 98,00 Norddeutsche Bank 0 149.10 Preußische Boden=Credit=Bank 0 101,30 Reichsbank 0 148,90 Schaaffhausener Bank=Verein... 0 91,50 Industrie=Papiere. Aachen=Höngen 0 40,00 Annener Gußstabl=Fabrik Arenberg, Gesellschaft für Bergbau Bochumer Bergwerks=A. Lit. A. „„„ Lit. B. Bochumer Gußstahlfabrik Borussia, Bergwerk Vonifacius Bergwerk: Cölner Berawerks=Verein Cöln=Müsener Bergwerks=Verein Dortmunder Bergwerke Lit. A. „„ Oblig. Dortmunder union 600 Mark „" 400„ „ 300„ Dortmunder Union Stamm=Pr. „ Part.=Obligation Gelsenkirchener Bergw.=Actien=Ges. Georg=Marien=Bergwerks=Verein Harkort Bergwerk „ Maschin. Harpener Hütten Hibernia u. Shamrock Hörder Bergw.= u..=Act.=Ges. do. zusammengen. Louise Tiefbau Märkisch=Westfälische Bergw. Madeburger Bergwerks=Act.=Ges. Mechernicher Oelheim Petroleum. 80% Phönix Berzwerks=.=G. Lit. A. „ Lit. B. Pluto, Ber gwerks=Gesellschaft Westfälische Draht=Industrie " Union Rhein.=Westf. Industrie Geld=Torten und Banknoten. Dukaten per Stück 9,73 Sovereigns per Stück 20,31 20 Francs=Stück pe tück 16,15 Gold=Dollars per Stück 4,18 Imperials(halbe) per Stück 16,69 Imperials per 500 Gr. 1393.00 Englische Banknoten 1 Lstr. 20,375 Französische Banknoten per 100 Fr.. 80,95 Oesterreichische Banknoten 100 Fl. 168,35 „ Silber=Coupons 168,00 Russische Banknoten per 100 Rubel 197,65 „ Zoll=Coupons 20,63 Umrechnungs=Sätze. 1 Dollar= 4,25 M. 100 Francs= 80 M. 1 Gulden Oest. Währ.= 22M. 7 Gulden Südd. Währ. = 12 M. 100 Gulden Holländ. Währ.= 170., 1 Mark=Banco= 1,50 M. 100 Rubel= 320 M. 1 Liv. Sterl.= 20 M Zinsfuß der Reichsbank. Discont 4 vCt. Lombarden 5 pCt. 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 139.00 85.50 92.60 120.50 67,10 115.50 22,25 54,00 103,00 11,50 17.00 24.20 82,90 107.30 118.60 71.75 96.00 96.00 34.25 68,00 46,00 61,30 192.50 163,50 35,00 86.40 33,75 65,75 108.25 6,00 2960 Meteorologische Notizen. (9 Uhr vorm.) 12. Januar Bar. 759 mm. Therm.+ 40R. 14. Januar„ 764 mm.„+ W NW * Die Frauen sind die ersten Gesundheitsbeamten im Familien= haushalt des modernen Staats. Die Gesundheitspflege, nicht blos die persönliche und häusliche, auch die öffentliche, kann nicht eher unter uns Deutschen zu Kräften kommen, bis es gelungen ist, die Mehrzahl der Frauen dafür zu gewinnen. In ihrer Hand liegt das leibliche Wohl und Wehe der Gesamtheit. Die Männer der wissenschaftlichen Forschung haben gethan, was ihres Amtes ist; ihrer treuen, opfervollen Arbeit ist es zu danken, daß die hygienischen Hauptgrundlagen zweifellos ermittelt und, teils von ihnen selbst, teils von ihren Schülern und Nachfolgern, in zahlreichen Schriften gemeinfaßlich dargestellt wurden. Die Fachmänner stimmen überein, daß, im Gegensatz zu der Krankheitslehre und Heilkunst, wo noch so vieles streitig und unsicher, die vornehmsten Regeln für Erhaltung des Körperwohls unanfechtbar feststehen. Woran es aber in Deutschland noch fehlt, ist: daß jene Regeln tief ins Volk dringen und im täglichen Leben betätigt werden. Das hängt wesentlich von den Müttern ab, deren Einfluß auf Kindheit und Jugend der maßgebende ist. Treten die Mütter nicht kräftiger als bisher dafür ein, daß das Unentbehrliche aus diesem Gebiete in der heranwachsenden Gen eration zur Kenutnis und Ausführung gelange, so drohen unserer Zukunft die ernstesten Gefahren inmitten der steigenden Ansprüche, welche die Culturentwickelung an alle stellt. Eine englische Autorität sprach es aus:„Die Frauen sind die ersteu Gesundheitsbeamten im Familienhaushalt des modernen Staats“, können und sollen es wenigstens sein. In England besteht seit geraumer Zeit ein „Frauen=Gesundheitspflegeverein“, Ladies' Sanitary Association, dessen treffliche Wirksamkeit von allen Seiten bezeugt wird. Obwohl aber auf diesen Verein die deutsche Presse wiederholt aufmerksam gemacht und ihn zur Nachahmung empfohlen hat, so blieb es doch bisher erfolglos. Auch der„Nationalverein zur Förderung der Gesellschaftswissenschaft", welchem die Lords Brougham, Russell, Shaftesbury, Napier, Huntley, Northumberland u. a. präsidirten, zählt zu einem Viertel weibliche Mitglieder, von denen einige sogar belehrende Vorträge zu halten pflegen, während diesseits der Wert des Laientums und der Frauenmitwirkung im sanitären und socialen Felde, namentlich in der Armenpflege(!) noch so wenig allgemein erkannt ist. Die Gesetzgebung wird nun wohl bald wenigstens eine ihrer seitherigen Lücken ausfüllen, Früchte für die allgemeine Wohlfahrt kann das aber erst tragen, wenn die rechte Erkenntnis und Standesamts= Nachrichten des Amtes Schalke. Geburten. Pauline Emma Td Bergm F Winkler Heßler. Heinrich Anion S d Fabr A Freude Braub. Max Conrad S d Fabr R. Ulbrich Braub. Bertha Td Fabr J Kiel Sch. Caroline Maria Elisabeth T d Fabr Fr Darmstädter Sch. Johanna Klara Td Fahr Wilh Weber Braub. Otto S d Handelsm H Spies Sch. Maria Theresia T d Bahnwärters A„Althaus Sch. Julius S d Bergm Ludw Holek Hüllen. Johann Friedrich S d Bahnwärters Hermann Wodasch Braub. Louise Katharina T d Bahnwärters Hermann Wodasch Braub. Johanna Td Fahr Wilh Glittenberg Sch. Bekanntmachung. Der Entwurf des Gemeinde= haushalts=Etats pro 1884/85 liegt vom 12. d. Mts, ab zur Einsicht der Eingesessenen während 14 Tagen auf dem Amtsbureau offen. Ueckendorf, 9. Januar 1884. Der Amtmann: Cramer. Tüchtige Pschinen Schlefser, auch im Montiren erfahren, zum sofortigen Eintritt gesucht. den 12. Jan. 1884. A. Hüssener, Actien=Gesellschaft f. Kohlendestillation. Fastnacht! Fastnacht! Fastnacht! Die Eröffnung meiner hocheleganten „„„„ Begetabilischer Brust=Hunig v. S. Goldmann& Cie., Dresden Ventgnnt bewährtestes diätisches Gnut= und Hausmittel für Erwachsene und Kinder, staunenderregend in seinen Erfolgen bei Husten, Keuchhusten, Catarrh, Berschleimung. Hals Brustleiden 2c. à Flasche 1,00 und Mk. 1,75 allein haben bei Witwe F. W. Nachf. Gelsenkirchen. 0 *) zeige hierdurch ergevenst an. Da meine Garderobe in dortiger Gegend hinlänglich bekannt ist, bedarf es weiterer Anpreisungen nicht. Alle alten Costüme sind ausrangirt, nur neue und bessere Sachen werden zu erstaunlich billigen Preisen verllehen und verkauft. Cataloge gratis und franco. Größere Gesellschaften erhalten Vorzugspreise. Emil Jungblut, Bochum, größte Theater= und Maskengarderoben= Verkaufs= und Leihanstalt. 4 • Gedenkblatt * * —* Das Nationaldenkmal auf dem Niederwald 2 " zur 400jährigen Martin Luthers. „ Größe: 45: 55 Centimeter. * * * * * * Größe 45:55 Centimeter. 1884..55 Kan 265. Austlage.. uur bus 1884. Die Armee=Einteilung und Quartierliste Deutschen Reichs=Heeres und der Kaiserlichen Marine für das Jahr 1884. Nach amtlichen Mitteilungen bearbeitet. Mit 34 Abbildungen und Beschreibung von Orden und Ehrenzeichen. 25. Jahrgang. 265. Gesamt=Auflage. 40 Seiten groß Octav, sauber geheftet und beschnitten. Vorzüglich empfohlen u. zur Instruction bei allen Truppenteilen eingeführt. Ladenpreis 50 Pf. ord., 37 Pf. netto baar. Partiepreise: 7/6 mit 60% oder à 20 Pf. baar, 117/100 à 17½ Pf., 235/200 à 15 Pf. baar. Des größten Absatzes fähig, bezogen fast alle Handlungen große Partien und zwar: Mittler'sche Sort.=Buchhandlung(A. Bath) in Berlin 1575 Exemplare, Adolf Müller in Brandenburg.|H. 1067, Kaulfuß'sche in Liegnitz 507, Steudel jun. 850, A. Rathke 343, L. Keseberg 1387, I. Brumby 281 u. s.., weil diese Armeeliste die im Rabatt lohnendste und gangbarste ist. Baarbestellungen erbittet und expedirt prompt Ernst Stechert’s Militär- u. Schulbuchhandlung in Potsdam. Gelsenkirchen, empfiehlt billigst: Die vier Kaiser. Kaiser Wilhelm, Sohn, Enkel und Urenkel. Jedes Bild kostet nur 1 Mark. 2 Vorrätig bei F. Dienst, Gelsenkirchen.#* Slllllllllll Ein ordentliches Dienstmädchen Dr. Saurbier, Spezialarzt für Magen= u. Unterleibskranke, Köln, Mittelstraße 1.(12 bis 4 Uhr zum sofortigen Antritt gesucht. Zu melden P. Kittel, Vahnhofstraße 45. 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Dienstag, den 15. Jaunar: Dramatisches Gedicht in 5 Abt. von Halm. C, Henning. „* farbiges. Gold= und Silber2 Papier, Gold= u. Eilberschaum. echte, in Auswahl. Couverts bis zu den größten Formaten.? Briefbogen und Couverts. Wandu. AbreißkalenderI in großer Auswahl. Bergmann’s Original allein echte Zahnseife st das vor 40 Jahren von Dr. Bergmann erfundene allein von Bergmann& Co., Frankfurt a.., fabrizirte vorzügliche Zahnreinigungsmittel, welches einen europäischen Ruf erworben. Zu haben Stück 50 Pf. bei A. Springorum. 53000000000 Rathenow. Brillen. Cylinder=Uhren. von Reg von 24 M. an. Wanduhren von 3. M. an. Th. Holtmann, Uhrmacher, C) Schalke, Friedrichstr. 6 on 11 M. an. 0 ulateure 0 Fahrklan vom 15. October 1883 ab Von Gelsenkirchen nach Wanne 6,18.43 10,36 2,08 4,19 5,43.52 1,19[Wanne Abf. nach Münster 6 45 10,52 2,19 10 130 Von Bochum nach Ueckendorf=Wattenscheid 5,30 8,08 11,44 1,48 3,30 7,50 10,16 9,02 svon Ueckendorf=W. nach Kray=Essen 5,43 6,.55 8,21 11,54 2,01 3,43 7,30 9,15. Von Dahlbusch nach Essen 5,41 6,52 8,18 11,45 1,55 3,39 (5,22 bis Kray) 7,29 9,10. Von Dahlbusch nach Gelsenkirchen 7,31 9,05 12,15 4,01 2,53 5,49 8,28 11,45. Von Essen nach Gelsenkirchen(rhein.) 6,52.47 11,53 2,36 5,30 8,08 11,28. Von Essen nach Gelsenkirchen (Köln=Minden) 5,55 8,15 10,00 1,40 3,50 5,15 8,20. Von Schalke nach Wanne 8,57 12,04 4,39 9,44. Von Schalke nach Sterkrade 5,52 927 2,29 8,04. Von Wanne nach Schalke 5,40 9,15 2,20 7,55. Von Schalke nach BismarckWinterswyk 8,28 5,26 9,11[Bismarck Abf. 8,37 2,42 5,52 9,20.] Von Schalke nach Essen 6,56 9,20 1,17 7,35. Von Essen nach Schalke 8,07 2,17 4,54.50. Von Gelsenkirchen nach Deutz=Köln 5,39 6,54 8,49 11,30 12,41 2,22 5,02 8,35(10,55 nur bis Essen, Altenessen Abf. 6,10 u. 4,47 Eilzug.) Von Gelsenkirchen nach Essen 5,36 6,47 8,13 11,40 1,50 3,34 (5,17 nur bis Kray) 7,24 9,05 [von Kray nach Dortmund ,01.56 12,02.45 5,9, 8,17(11,37 nur bis Bochum)]. Von Wanne nach Dortmund 8,56 10,51 4,30 9,03 9,56.45 [Herne Abf. 9,05 11,01 4,40 9,13 1,56.] Von Herne nach Deutz=Köln 6,34 8,28 11,09 1,59 8,13[Wanne Abf. 5,31, 6,43.39 11,19 12,33 2,10 4,54 8,24(10,46 nur bis Essen)]. Von Herne nach Bochum 7,11 1,12 7,35. Von Bochum nach Herne 6,40 12,21 6,37. Von Wanne nach Ueckendorf=Wattenscheid=Bochum 5,33 8,40 12,40 4,05 5,32 8,00 10,50. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Wanne 6,08 10,30 2,03 5,15 7,35 9,18 1,07. Von Ueckendorf=Wattenscheid nach Dortmund 7,08 9,03 12,09 2,52 5,46.24(von Ueckendorf=Wattenscheid nach Bochum von Wanne kommend 5,47 1,00 4,25 11,10.] 65 das richtige Thun Gemeingut der deutschen Familie geworden. Das sogenannte schwache Geschlecht vermag dafür mehr als das starke zu leisten, sobald nur ernstlicher Wille da ist. Es ist zu streben, daß von den Gesetzen der Ernährung, über Nahrungswert der einzelnen Speisen im Verhältnis zu ihrem Preise und ihrer Verdaulichkeit, über Bedeutung der frischen, reinen Luft in Wohn=, Schlaf=, Arbeitsräumen, über Einrichtung der Häuslichkeit, Pflege der Haut, der Brust, der Sinneswerkzeuge, über Kleidung, Reinlichkeit, Wechsel von Arbeit, Ruhe und Erholung, das Notwendigste der Hausmutter so bekannt und geläufig werde, wie Stricken und Nähen, damit sie die Kinder und Dienstboten demgemäß anleiten, auch den Gatten zu seinem Besten beeinflussen kann. Um dieses„Notwendigste" zu erlernen, braucht es gar nicht so viel Mühe und Zeit, als von Ferne gesehen scheinen mag. Ist nur erst ein Anfang gemacht, so wird sich wohl meist ein Drang zu weiteren Fortschritten einstellen. Denn steht auch tieferes Eindringen in alle diese Gegenstände nur von den wenigsten Frauen zu hoffen, so dürfte sich jede rasch überzeugen, daß schon das kleinste Stück solchen Wissens und Könnens ihr und den Ihrigen zum Heil gereicht. Gerichtsverhandlungen. Essen, 11. Jan. Die gestrige Verhandlung gegen den Althändler Kloh aus Gelsenkirchen wegen Anstiftung zum betrügerischen Bankerott wurde vertagt, ebenso die heutige erste Verhandlung gegen den Materialien=Verwalter Vogelsang aus Höntrop und den Fabrikarbeiter Aug. Körner aus Bochum wegen Todschlag. Die zweite unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfindende Verhandlung gegen den Bergmann Wilh. Buschmann aus Hofstedde wegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit endete mit der Verurteilung des Angeklagten zu 2 Jahren Zuchthaus.(E. Vz.) **[Zeitgemäße Verse.] In einer kleineren Stadt Westfalens machte ein Geschäftsmann, bei dem das Weihnachtsgeschäft nicht sonderlich gut ausgefallen, seinem gepreßten Herzen in folgenden Reimen Luft: In allen Läden ist Ruh', Von Kunden spürest Du Kaum einen Hiuch. Die Gerichtsvollzieher versteigern die Sachen, Was willst, Geschäftsmann, Du machen? Versteigere Du auch! Wenn die Geschäftsleute Zeit haben, den Pegasus zu besteigen, dann sieht es mit dem Geschäfte allerdings traurig aus. " Bei den Treibjagden des Freiherrn v. Syberg auf Burg Eicks im Kreise Schleiden am 7. und 8. Januar wurden zwei Prachtexemplare von Wildkatzen im Eickserbusch erlegt, von welchen eine achtzehn Pfund schwer war. " In der Sylvesternacht wurde, dem„Rh..“ zufolge, im Dorfe Dillenburg kurz nach Mitternacht durch ein Fenster nach dem in seinem Bette schlafenden Lehrer K. geschossen. Nur eine Hand breit über den Kopf des Schlafenden weg drangen die Schrotkörner und gehackten Bleistücke in die Wand. Ein in der Schußlinie stehendes Christbäumchen wurde demolirt und mehrere Bleistücke fuhren durch ein über dem Bette aufgehängtes Bild. Der Bedrohte sammelte 24 Bleistücke, die nicht nur ihm, sondern auch einem in demselben Zimmer schlafenden Kinde den Tod bringen konnten. Die Untersuchung ist bereits eingeleitet; hoffentlich gelingt es, den Verbrecher zur Strafe heranzuziehen. *.* Zellin, 9. Januar.[Diphteritis.] In Zellin tritt die Diphteritis sehr bösartig auf; schon sind mehrere Todesfälle zu beklagen. Unter anderen verlor der Handelsmann S. innerhalb zwölf Stunden zwei Kinder durch die Krankheit. " Wien, 11. Januar. Ueber die bereits gestern gemeldeten grauenvollen Mordthaten in Wien wird noch folgendes berichtet: Gestern Nachmittag drangen in die Wechselstube von Eisert in der Mariahilfer Vorstadt zwei Männer ein und verlangten Rubel gewechselt zu haben. Der eine der beiden Männer griff in die Tasche, als ob er Rubel hervorziehen wolle, warf aber darauf dem Eisert eine Hand voll Sand in die Augen und versetzte dem also am Sehen Verhinderten einen Schlag mit einem scharfen Inst umente auf den Kopf. Im Nebenzimmer unterrichtete eine Lehrerin die beiden Kinder Eiserts und auf dessen Hülferuf eilten alle drei herbei, wurden aber von den Mördern sofort angegriffen. Das eine Kind wurde dabei getötet, während das andere, sowie die Lehrerin lebensgefährliche Verletzungen erlitten. Eisert hatte sich auf den Hof geflüchtet, erhielt aber dort einen zweiten Schlag, welcher ihm den Schädel zerschmetterte. Dann rafften die Männer alle erreichbaren Wertsachen mit und verschwanden. Anscheinend hat ein dritter vor dem Locale Wache gehalten. Als die Gouvernante, nachdem sie wieder zu sich gekommen, nach Hülfe rief, kamen Leute herbei, aber zu spät. Die Verwundeten leben noch, dürften aber, Eisert wenigstens, die Nacht kaum überleben. Die Polizei macht außerordentliche Anstrengungen, um der Mörder habhaft zu werden.— Ferner ist es der Polizei in Wien gelungen, sich eines Verbrechers zu versichern, von dem es so gut als sicher ist, daß er nicht weniger als 4 Frauenspersonen ums Leben gebracht hat und zwar unter ganz ungeheuerlichem Raffinement. Er lockte die Frauen an sich, spiegelte ihnen vor, er werde sie heiraten, und ermordete sie dann meuchlerisch, um sich in den Besitz ihres Vermögens zu setzen. Der eine dem Mörder, welcher den Namen Hugo Schenk führt, nachgewiesene Fall betrifft die 37jährige Köchin Theresia Ketterl, welche anfangs Juli v. J. spurlos verschwand. Damals schon wurde die Spur des Mörders aufgefunden und nach Prag und Linz verfolgt, in welcher letztern Stadt er verhaftet werden sollte. Kurz vor der Verhaftung, zu welcher die Vorbereitungen sehr vorsichtig getroffen waren, um den Erfolg nicht im letzten Augenblick zu vereiteln, reiste Schenk nach Wien und wurde hier festgenommen. Die Untersuchung hat als zweifellos ergeben, daß Schenk die Ketterl ermordet hat und oaß dringendster Verdacht vorhanden ist, daß er auch die Morde von drei anderen Frauenspersonen auf dem Gewissen hat. **[Ein Neujahrswunsch.] Man müßte meinen, es gäbe nicht leicht jemanden, der einen unfrankirten Brief, zumal am Neujahrstage, annehme. Die Briefträger versichern aber das Gegenteil.„An Fräulein Rebekka S......“, ruft der Postbote in die Küche eines Hauses hinein.„Becke, du sast mal rut kamen, dor ist en Breef an Die“, sagt die Hausfrau.— Becke, ein ältliches Mädchen, kommt mit knallrotem Gesicht aus dem Stalle. Der Briefträger reicht ihr den Brief mit den Worten:„He kost thein Pennige, Se brukt'n awwer nich to nehmen.“ Unschlüssig dreckt Becke den Brief zwischen ihren harten Fingern.„Ih Deern, wes' doch nicht dösig, dat is jo doch man'n flechten Neejohrswunsch, de dor in is.“„Ja, Froo, wenn Se meent, denn will ick'n nicht hebben.“ Der Postbote nimmt den Brief wieder in die Hand und geht, er ist aber noch keine zwei Häuser weiter, so wird er von Becke eingeholt.„Ick heb mi anners besunnen, hier sünd teihn Pennige, nun gew'n Se mie man den Breef!“— Sie steckt ihn in ihr Busentuch, eilt klopfenden Herzens auf ihr Kämmerlein und öffnet das schmutzige Couvert. Aus demselben fallen ihr die Worte entgegen: Wat bist Du for' ne dumme Gos, Süh', nun büst Du teihn Pennige los! Tiefgekränkt thut sie das Gelübde, nie mehr zu Neujahr einen unfrankirten Brief anzunehmen. das ist obendrein aus den„Moniteur de Romeübersetzt! * Schlechte Geschäfte.] Principal: Bedauere Ihnen heute keinen Auftrag geben zu können; ich bin mit allem reichlich versehen.“— Reisender:„Aber meine Muster darf ich Ihnen vielleicht vorlegen?“— Principal:„Bemühen Sie sich nicht, ich kaufe doch nichts.“— Reisender: Dann gestatten Sie mir wenigstens, meine Muster selbst einmal zu besehen; ich habe dieselben seit drei Wochen nicht gesehen.“ ** [Eine neue Modethorheit.] Wenn **[Ein böser Druckfehler.] Mit einem falschen Griff— wenn es nicht ein boshafter war — hat ein Setzer des„Neuen Wiener Tagbl.“ eine wahrhaft vernichtende Critik verübt. Da heißt es: „Der Besuch des künftigen Souveräns einer der mächtigsten Monarchien bei dem obersten Vertreter der größten moralischen Nacht dieser Welt ist eine dem Papsttum dargebrachte Huldigung 2c." Und nicht alle Zeichen trügen, wird das neue Jahr die Damenwelt von Paris her mit einem neuen Talisman aus der Tierwelt versehen, der gleich seinen Vorgängern in Edelsteinen, Gold und Silber auf den Kleiderstoffen und den Hüten nachgebildet wird.— Es ist dies— der Hahn, und es läßt sich nicht leugnen, daß sein stolzer Bau, sein glänzendes Gefieder in getreuer Imitation sicher einen bessern Eindruck hervorrufen wird, als die leider jetzt noch immer moderne— Spinne. **[Menschenkenntnis.] Cromwell hielt seinen Einzug. Das Volksgedränge war ungeheuer und man machte ihm darüber ein Compliment. Er antwortete trocken:„Würden ihrer weniger sein, wenn man mich zum Galgen führte?“ *.*[Ein Compliment.]„Sie glauben gar nicht, wie viel ich nachgeahmt worden bin!“ sprach selbstbewußt ein dramatischer Schriftsteller zu einem Journalisten, der trocken entgegnete: „Ja, und noch dazu von— älteren Collegen!“ *.*[Der glückliche Zahn.] Frau: Ich habe mir einen Zahn ausziehen lassen. Mann. (seufzend): Der glückliche Zahn! Er ist jetzt gänzlich aus dem Bereiche Deiner Zunge. **[Neuer Platz.](Bauer, den Anschlagezettel einer Menagerie lesend): 1. Platz 2 Mark, 2. Platz 1 Mark, 3. Platz 50 Pf., Catalog 20 Pf.„Du, Alte, da geh'n ma auf'n Catalog.“ **[Auch eine Ehrenerklärung.] In einer Wiener Zeitung konnte man kürzlich folgende originelle Ehrenerklärung lesen: Erklärung. Ich nehme die gegen„Azor“, den Hund der Baronin v.., ausgestoßene Beleidigung hiermit zurück und erkläre„Azor“ hiermit für einen Ehrenhund. Penzing bei Wien. Anna L. geb. K. kann nicht genug darauf hingewiesen werden daß ein erprobtes und altrenommirtes wie das von Haasenstein& Vogler in Köln, in jedem Falle die vorteilhaftesten Bedingungen zu stellen und den Nachweis zu liefern vermag, daß es an Leistungsfähigkeit nicht übertroffen wird. Vertretung für Gelsenkirchen und Umgegend: F. Dienst in Gelsenkirchen. Bekanntmachung. Nachdem der Bergschul=Director Herr Bergrat Schultz in Bochum sein Mandat als Landtagsabgeordneter des Wahlkreises BochumDortmund niedergelegt hat und seitens des Herrn Ministers des Innern die Vornahme einer Ersatzwahl für denselben angeordnet worden ist, muß in dem hiesigen Amtsbezirke in der 3. Abteilung des 1. Urwahlbezirks Bickern an Stelle der verzogenen Wahlmänner, der Herren Baynmeister Wilhelm Zeller und Obersteiger Verischewall, die Neuwahl zweier Wahlmänner vorgenommen werden. Zu diesem Behufe liegt die desfallsige Abteilungsliste, welche bei der Urwahl am 19. October 1882 gedient haben, am 14., 15. u. 16. auf dem hiesigen Amtsbureau zu Jedermanns Einsicht offen. Wer die Aufstellung dieser Liste für unrichtig oder unvollständig hält, kann seine Einwendungen gegen dieselbe während dieser Zeit schriftlich einreichen oder zu Protocoll erklären. Wanne, den 11. Januar 1884. Der Amtmann von Borries. Melbourne 1881. 1. Preis— Zürich 1883. Spielwerte —200 Stücke spielend; mi oder ohne Expression, Man doline, Trommel, Glocken Castagnetten, Himmelsstimmen Harfenspiel 2c. Spieldosen —16 Stücke spielend; ferner Necessaires, Cigarrenständer, Schweizerhäuschen, Photographiealbums, Schreibzeige, Handschuhkasten, Briefbeschw., Binmenvasen, Cigarren=Etuis, Tabaksdosen, Arbeitstische, Flaschen, Biergläser, Portemonnaies, Stühle 2c. Alles mit Musik. Stets das Neueste und Vorzüglichste besondersgeeignet zu Weihnachtsgeschenken empfiehlt J. H. Heller, Bern(Schwei:). n Nur directer Bezug garantirt Aechtheit; illustrirte Preislisten sende franco. u unn Sp 8 2 n M ung aun uimme ### 00 Veilchen-Abfall-Seife in vorzüglicher Qualität empf. à Packet(3 Stück) 40 Pf. A. Springer Bekanntmachung, betreffend das Ersatzgeschäft im Jahre 1884. Auf Grund der Vorschriften der§§ 31 und 33 des Reichs=MilitärGesetzes vom 2. Mai 1874 und des§ 23 der Ersatz=Ordnung vom 28. September 1875 werden all im Jahre 1864 innerhalb des Reichsgebietes geborenen Wehrpflichtigen des Landkreises Bochum, desgleichen alle diejenigen Heerespflichtigen, welche in dem Alter von 20 bis 25 Jahren stehen, sowie alle im diesseitigen Kreise wohnenden oder sich vorübergehend aushaltenden Heerespflichtigen, über welche von der Königlichen Ober=Ersatz=Commission noch nicht definitiv entschieden worden ist, hiermit aufgefordert, sich in der Zeit vom 15. Januar bis zum 1. Februar 1884 bei der betreffenden Ortsbehörde unter Vorzeigung ihres Geburtsscheines oder sonstiger Legitimationspapiere, namentlich ihrer Losungsscheine, aus denen die Zeit und der Ort der Geburt unzweifelhaft hervorgeht, behufs der Aufnahme in die Recrutirungs=Stammrollen persönlich, oder, bei nachzuweisender Krankheit, durch ihre Eltern, Vormünder, Dienstherrschaften 2c. zu melden. Zu spät oder unterlossene Anmeldung wird mit einer Geldstrafe bis zu 30 Mark oder mit Haft bis zu drei Tagen bestraft. Die Herren Bürgermeister und Amtmänner des Bezirks werden hie durch ersucht, mit Bezug auf diese Bekanntmachung die weiteren Aufforderungen zur Anmeldung behufs Aufnahme in die Recrutirungs=Stammrollen in ortsüblicher Weise zu erlassen. Bochum, den 3. December 1883. Der Civil=Vorsitzende der Ersatz=Commission des Landkreises Bochum. Schmieding, Landrat. Vorstehende Bekanntmachung wird hierdurch mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Anmeldungen vom 15. Januar bis 1. Februar cr. auf dem Amtsbureau, Zimmer 1 hierselbst, vormittags von 8 bis 12 und nachmittags von 2 bis 5 Uhr entgegen genommen werden. Herne, 8. Januar 1884. Der Amtmann: Schäfer. Bringe meine gut abgelagerten O sowie sämtliche Parfümerien, Mundwasser, Haarfärbemittel und die nur allein bekannten, echten Gebr. Gehrigs Zahnhalsbänder, serner meine Auswahl fertiger Fleoten in empfehlende Erinnerung; auch werden.echten sowie andere Haararbeiten schnell und sauber angefertigt.— Die Ausübung der kleinen Chirurgie, Zahnziehen, Schröpfen, Blutegelsetzen 2c. wird von mir bestens besorgt. Carl Dröge, Bardier und Friseur, Gelsenkirchen, Kreuzstraße 14. Von heute ab bestes 60 Pf. Liwenstern 4. Friedrichstraße 24, in der Nähe des Kaiserplatzes. Pisgiges Bllg Baar oder kleine Raten! Weidenslaufer, Berlin NW. Kostenfreie Probesend. überallhin. Gefl. Anfragen werden sofort beantwortet. Heute treffen und kleine große Faselschweine riedrich Büscher, = Elbestraße Nr. 9. Soeben wurde vollständig ADRLAN BALBI'“ Allgemeine Erdbesch eibung. Ein Handbuch des gesgraphischen Wissens für die Bedürfnisse aller Gebildeten. Siebente Auflage. Vollkommen neu bearbeitet von Dr. Josef Chavanne. Mit 400 Illustrationen und 130 Textkarten. In 45 Lieferungen à 40 kr.=75 Pf.= 1 Fr.= 45 Kop. Oder in 9 Abteilungen à 2 fl.= 3 M. 75 Pf= 5 Fr. = 2 N. 25 Kop., auch in drei eleg. Halbfranzbänden geb. à 7 fl. 20 kr.= 13 M. 20 Pf.= 17 Fr 60 Cts. = 7 f. 92 Kop. Die Auskattung ist eine durchaus sorgfältige. Jede Lieferung enthält vier Druckbogen gleich 64 Seiten) Text. Die Abnahme kann in Lieferungen oder Händen beliebig nach und nach erfolgen. Adrian Balbi's Erdbeschreibung ist in ihrer siebenten Auflage das erste geographische Handbuch, welches bereits die Ergebnisse der letzten Volkszählungen in den Jahren 1880 bis 1882 im Deutschen Reiche, in Oesterreich=Ungarn, Frankreich, Großbritannien, Dänemark, Schweiz, Westrußland und selbst jene in Britisch=Ostindien enthält. Im toposiraphischen Teile der einzelnen Länder wurde auf practisch bedeutsame Partien besonderes Gewicht gelegt, und die Bedeutung jedes Ortes für Industrie und Handelsverkehr hervorgehoben. Das Werk, dessen Register mit besonderer Ausführlichkeit bearbeitet ist, dient somit gleichzeitig als zuverlässigstes ographisch=statistisches Lezikon. Alle statistischen Daten entsprechen den jüngsten, mit größter Sorgfalt gesanmelten Erhebungen aus den Jahren 1879 bis 1882. Als besonders wichtige und umfassende Bereicherung der siebenten Auflage sind fünf doppelseitige, in vielfachem Farbendruck ausgeführte Karten zum Allgemeinen Teile (Isothermenkarte, Regenkarte der Erde, die Vegetationsgebiete der Erde, die Völker= und Religionskarte der Erde, 50 Textkarten und 400 Illustrationen, darunter 120 Vollbilder) zu nennen.— Das Werk ist auf holzfreiem Papier gedruckt A. Hartleben's Verlag in Wien. 80 Evang. Gesangbücher Franenverein zu Neckendorf. Wegen mangelnder Beteiligung mußte die Generalversammlung am 9. d. M. vertagt werden und haben wir dieselbe nunmehr auf Mittwoch, den 23. d.., nachmittags 3 Uhr, festgesetzt. Die Mitglieder werden dringend gebeten, sich zur bestimmten Stunde einzufinden. Der Vorstand. Gesucht! Für den Vertrieb mit Cigarren suche einen tüchtigen Agenten. Ev. Commiss.=Lager=Errichtung. Adressen unter P. 3701 an Rudolf Mosse in Cöln. Trewbaren. Doppelt gereinigte staubfreie Federn, Daunen, Pflanzendaunen, arantirt federdichte Barchende u. sowie fertige Betten empfiehlt zu besonders niedrigen Preisen. R. D. Weldert, Gelsenkirchen, Kreuzstraße 1, neben der ev. Kirche. NeueMusik=Zeitung. Illustrirtes Familienblatt. Viertelj. 80 Pf. Auflage 40000. Erzählungen, Porträts, Biograsien, Novellen, Humoresken 2c. aus dem Leben hervorragender Künstler. Belehrende und unterhaltende Aufsätze berühmter Autoren. Interess. Concert= und TheaterBerichte aus allen bedeutenden Städten des In= und Auslandes.— Novitäten= u. VacanzenListen.— Briefkasten.— Conversations Lexicon der Tonkunst. Illustr. 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Er bemerkt in der gewöhnliche Me Bettler wohl mit ge Zwingt ihn nicht Betteln?“ sagt sich d das Gesetz verstoßen strafen oder der St er sich nicht vielmeh andere Weise nicht Rettung seines eigen und steht ihm desha Gesetzbuches schützen Handlung als eine aber, Humanität un sind solche Zustände zu helfen? Beide zu raten, zu helfen. zu gutem Werke ve Polizei der Humanit man die Polizei in man wird es ihr n vornehmste Pflich tretungen zu verhü Der Königliche practischen Beweis brac punktes dadurch gef Eigenschaft als Armen=Unterstützung Bettelei in Königsb diesem Verein bah geführt hat. Die Polizeibea Leitung gemeinnützi zu beteiligen, wie d Die Erzählung von