Serantortlicher Reutur Kuans Klingenberg, Druck und Verlg der Nezer sichen Hofiuchdruckerei(Gebr Kängentero in Demah. Ue 305. Dienslag, 50. December. 1804. Die„Lippische Landes=Zeitungg= erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Poß bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Mit demn 1. Januer 1835 beziunt auf die Lippische Landes=Zeitung ein neues Quartals=Abonnement und ersuchen wir unsere geschätzten auswärtigen Leser um baldigste Erneuerung desselben, damit in der Zusendung keine Unterbrechung eintrete. Die hiesigen Abonnenten erhalten die Zeitung, falls keine Abbestellung erfolgt, unverlangt weiter zugesandt. Neubestellungen werden von sämmtlichen Postanstalten für Mark 2,60— einschließlich Bestellgeld 3 Mark— im Stadtgebiete von den Boten oder der Unterzeichneten für Mark 2,25 entgegengenommen. Bei der notorisch größten Verbreitung, welche die Lippische Landes=Zeitung im Fürstenthum hat, sind Inserate in derselben von größter Wirksamkeit.— Preis pro Zeile 12 Pf. Die Expedition. Zur Frage wegen Reform des Militärstrafverfahrens. II. Der preußische Militärstrafprozeß entspricht in seinen Grundzügen der Kriminalordnung vom Jahre 1805, der er das geheime inquisitorische Verfahren entlehnt hat. Der Angeschuldigte, sei er geständig oder nicht, sei er eines geringen Vergehens oder eines schweren Verbrechens angeklagt, unterliegt in der Regel der Untersuchungshaft und wird, um den Förmlichkeiten des Verfahrens zu genügen, von Verhör zu Verhör transportirt. Die Entscheidung darüber, ob auf erhobene Anschuldigung strafrechtliche Verfolgung eintreten oder das Verfahren eingestellt werden soll, ruht nicht, wie bei den Kriminalgerichten auf dem gerichtlichen Beschluß eines unabhängigen Richterkollegiums, sondern erfolgt auf Vortrag des Auditeurs durch den Gerichtsherrn. Eine Anklageschrift wird unseres Wissens dem Angeklagten nicht mitgetheilt, sondern sofort nach der Entscheidung des Gerichtsherrn das Spruchgericht eingesetzt. Während im Civilstrasprozeß wenigstens in der Hauptverhandlung stets die Zuziehung eines Vertheidigers zulässig ist, wird im Militärstrafprozeß die juristische Vertheidigung fast gar nicht gestattet. Nur die übereinstimmenden Aussagen zweier Zeugen oder unverdächtige Urkunden liefern den Beweis einer Thatsache, und selbst das freie Geständniß des Angeklagten schließt die förmliche Feststellung des Thatbestandes nicht aus. Die Richter sind an diese Beweistheorieen gebunden und erkennen demgemäß auf eine ordentliche oder außerordentliche Strafe oder auf Freisprechung, diese wegen erwiesener Unschuld, nicht bewiesener Schuld oder mangelnder Beweise, in letzteren Fällen mit dilatorischem Charakter, so daß die Untersuchung jederzeit wieder aufgenommen werden kann. Die Rechtsprechung erfolgt durch Stand= oder durch Kriegsgericht. In dem ersteren übernimmt ein Offizier, mag er nun juristische Vorbildung haben oder nicht, die Stelle des Inquirenten und Referenten. Es kann vorkommen, daß, wenn die standgerichtliche Entscheidung in die Hände des Auditeurs gelangt, der die Gesetzmäßigkeit derselben zu prüfen hat, die Strafe längst verbüßt ist, und in einem solchen Falle hat es natürlich keinen Zweck, das Erkenntniß der höchsten Instanz zur Aufhebung zu unterbreiten. In den kriegsgerichtlichen Untersuchungen ist ein rechtsgelehrter Auditeur Inquirent, Referent, Ankläger und Vertheidiger. Er verkehrt zunächst allein mit dem Angeschuldigten, und es liegt ganz in seinem Belieben und ist von seiner individuellen Auffassung abhängig, was er aus dem Angeschuldigten herausinquiriren will. Seine Protokolle bilden die Grundlage für das Erkenntniß, welches ohne weitere Mitwirkung des Auditeurs von fünf Richterklassen, jede vertreten durch zwei resp. drei Repräsentanten des Soldaten= und Offizierstandes, gesprochen wird, denen nicht nur die Beurtheilung der Schuldfrage, sondern auch zugleich die Bestimmung der Strafe zusteht. Diesem Gerichte liest der Auditeur in Gegenwart des Angeklagten die Akten ihrem ganzen Inhalte nach vor, worauf der Angeklagte abgeführt wird. Der Auditeur stellt dann seinen Antrag, der in der Regel vom Gerichte angenommen wird. Es liegt auf der Hand, daß bei Sachen von etwas verwickelter Natur es sehr schwierig, ja fast unmöglich ist, aus der einmaligen Verlesung der Akten sich ein klares Bild von der Sache zu machen. Ein gemeiner Soldat kann doch wohl unmöglich die Fähigkeit besitzen, in allen Fällen der durch den Auditeur stattfindenden Verlesung der Akten, sowie dem Vortrage desselben über die auf den vorliegenden Fall anwendbaren Gesetzesstellen und über die Gründe der in Anwendung gebrachten Gesetzesstellen mit vollem Verständniß zu folgen. Jeder Beisitzer hat zwar das Recht, um nähere Belehrung zu bitten, allein, da dies in dienstlich geziemender Weise geschehen muß und sich Rechtsverhältnisse während karzer Zeit nicht in den ungeschulten Kopf hineintrichtern lassen, so wird von diesem Rechte fast niemals Gebrauch gemacht, und zudem ist während der Berathung eine Aufklärung über unklar oder zweifelhaft gebliebene Punkte fast unmöglich, da die Berathung klassenweise erfolgt, ohne daß eine Mittheilung unter den verschiedenen Klassen stattfindet. Vorstehendes ist im Wesentlichen das preußische Militärstrafverfahren. In einem Briefe, den vor mehreren Jahren ein Auditeur der deutschen Armee an einen Reichstagsabgeordneten richtete und in welchem er das preußische Militärstrafverfahren charakterisirte, heißt es:„Nun urtheilen Sie selbst, ob es Deutschland zum Ruhme gereicht, daß ein derartiges Rechtsinstitut daselbst noch existirt, daß Tausende, die das Gesetz unter die Waffen ruft, wegen der nämlichen Verbrechen, wegen deren sie in bürgerlichen Verhältnissen in einem mit allen möglichen Garantieen der modernen Recht sprechung ausgestatteten Verfahren abgeurtheilt würden, einer Eine schöne Frau. Roman von A. Lütetsburg. (12. Fortsetzung.) „Herr v. Hohenthal— bitte— holen Sie meinen Liebling", bat Herr v. Heyden mit matter Stimme. „Machen Sie Rhoda auf Alles gefaßt. Ich fühle—“ Der Rittmeister hätte gern Einwendungen gemacht, auch Frau v. Heyden. Aber ein Blick auf den Kranken zwang ihn, seine eigenen Bedenken bei Seite zu setzen. Er fuhr zum Bahnhofe. Der Zug war gerade angekommen. Es war keine Kleinigkeit, aus dem Menschenkaäuel, welcher sich heranwälzte, eine Person herauszufinden und Herr v. Hohenthal fand es für das Gerathenste, am Ausgange die Menschen passiren zu lassen. Er war in einer sehr gereizten Stimmung. Wie konnte nur das Herz so mächtig in seiner Brust hämmern und pochen? Was kümmerte es ihn, ob Frau v. Loschwitz ihm im nächsten Augenblicke gegenüberstehen würde? Warum späheten seine Augen so verzweifelt, sie zu erkennen? Da— schon hatte Herr v. Hohenthal die Hoffnung aufgegeben, Rhoda unter den Angekommenen zu finden— erblickte er bekannte Züge. Aber er mußte erst genauer zusehen, das liebliche Mädchenantlitz wieder zu finden, wie es noch in seiner Erinnerung lebte. War sie es— oder war sie es nicht? „Gaädige Fraue, trat er an eine zarte Frauengestalt heran, welche eben in elegantem, dunkelgrauen Reiseanzuge an ihm vorüberglitt. Ein blasses, erschrecktes Gesicht sah zu ihm empor. „Herr v. Hohenthal“, stammelte Rhoda. Sie sagte eine Minute lang nichts mehr— die gegenseitige Ueberraschung war eine zu große. Auf der einen Seite Schreck und deutlich ausgeprägte Furcht, auf der andern Mitleid und Liebe,— grenzenlose Liebe. Die junge Frau schauerte zusammen unter dem leidenschaftlichen Blick— eine unnennbare Angst hatte sie erfaßt. Er fühlte, daß er etwas sagen, sich erklären mußte— es war auffällig, diese beiden Menschen sich so wortlos einander gegenüberstehen zu sehen. „Gnädige Frau, Herr v. Heyden bat mich, Sie nach Hause zu begleiten— Ihr Wagen wartet.“ danke Ihnen“, sagte sie mit zitternder Stimme. „Mein Vater,— bitte, sagen Sie wir aufrichtig, ob ernstliche Befürchtungen für sein Leben vorhanden sind.“ „Es steht nicht in meiner Macht, sie alle zu beseitigen, gnädige Frau, aber man darf niemals die Hoffaung aufgeben— selbst der Arzt kann nicht den Verlauf einer Krankheit vorhersagen.“ Rhoda sagte nichts— sie wußte genug. Wenn er todt war, wer blieb ihr dann, an dessen Herz sie sich in der Stunde der Noth flüchten konnte? bei der Mutter würde sie keine Aufnahme, kein Verständniß für ihr Leid finden— sie fühlte das jetzt erst, indem sie früherer Tage gedachte. In den Augen der Mutter war das Urtheil der Welt das Höchste, wonach man zu streben hatte. Mußte sie es nicht fürchten? Herr v. Hohenthal hob sie in den Wagen— schweigend setzte er sich Rhoda gegenüber. Kein Wort wurde während der qualvoll langen Fahrt gewechselt. Beide schwiegen aus verschiedenen und doch naheliegenden Gründen. Herrn v. Heydens Zustand verschlimmerte sich in dem Maße, daß noch am Abend desselben Tazes der Arzt Frau v. Heyden seine ernstlichen Befürchtungen mittheilte. Die schöne Frau lag aufgelöst in Thränen und wußte ihres Schmerzes kein Eade. Vielleicht gedachte sie in dieser Stunde der schweren Sünde, welche sie auf sich lud, indem sie den besten Gatten täuschte und mit frevelhaftem Leichtsinn den Pfad der Pflicht und des Rechtes verließ. Rhoda aber saß still am Bett des sterbenden Vaters. Seine Hand ruhte in der ihren und bisweilen verrieth ihr leiser Druck derselben, ein Aufschlagen des sanften Auges, daß er noch lebte. Sie konnte nicht weinen— keine Thräne kühlte die brennenden Lider. „Rhoda—'mein Kind“, sagte der Kranke, sich plötzlich aufrichtend und sie voll und klar ansehend. „Ich gehe von Dir, ich bin glücklich, daß ich Dich sicher und geborgen in dem Schutze eines Mannes weiß. Und doch! Wie spreche ich es nur aus? Rhoda, ich bin Deinetwegen in großer Unruhe." Die junge Frau erschrak. Scheu wich sie dem forschenden Blick des Sterbenden aus. „Papa, Du darfst Dir meinetwegen keine Sorgen machen“, stammelte sie. „Ich wollte, es wäre son, flüsterte Herr v. Heyden mit einem schweren Seufzer.„Aber Dein Aussehen kündet mir nichts Gutes. O, mein Gott, wenn— wenn Du nicht glücklich wärest!" Sie wollte leugnen, abwehren, sie konnte es nicht. Sie hatte ihre ganze Selbstbeherrschung verloren. Zu lange häufte sich Schmerz auf Schmerz in ihrer Brust. Mit einem Aufschrei sank sie vor dem Bette nieder und bedeckte die erkaltende Hand mit leidenschaftlichen Küssen. „Armes Kind, meine Ahnungen“, murmelte Herr v. Heyden.„Ich selbst bin Schuld daran, ich habe Dich nicht bewacht, den mir anvertrauten Schatz nicht treu behütet. Und was wird nun, Rhoda?“ Ja, was wird nun! wenn sie doch selbst gewußt hätte, was werden sollte! Nun, Rhoda?“ fragte der Kranke ängstlich, dringender. „Ausharren, Papa!“ entgegnete sie mit müder, langsamer Stimme,„Das Leben ist lang, entsetzlich lang; aber das Ende muß ja kommen.“ (Fortsetzung folgt.) Rechtsprechung unterstehen, die von allen civilisirten Staaten schon längst als ganz verwerflich verurtheilt ist. Ich brauche nicht weiter auszuführen, welche ungeheure Verantwortung bei diesem Verfahren auf einem Auditeur lastet, der, das reine formelle Institut des Gerichtsherrn und des Kriegsgerichts abgerechnet, faktisch die Untersuchung einleitet und führt, die Anklage und wohl auch die Vertheidigung vertritt und schließlich auch noch aburtheilt. Es ist rein unmöglich, daß ein Mensch bei allen diesen Funktienen die unbedingt nöthige Objektivität bewahren kann. Ich selbst habe mich oft stundenlang gequält, bis ich die Sachen, bei denen es sich um höhere Freiheitsstrafen handelte, dazu kam, meinen Antrag niederzuschreiben, weil ich wußte, daß er allein für das ganze Schicksal des Angeklagten entscheidend ist. Welch' ungeheuren Schaden vermag unter diesen Verhältnissen ein wenig gewissenhafter oder grundsätzlich gegen den Angeklagten eingenommener Auditeur anzurichten!“ Wenn dieses Verfahren noch nicht absolut unmöglich geworden ist, so liegt das an der Gewissenhaftigkeit der Auditeure und dem musterhaften Geiste des deutschen Offizierstandes. Warum aber ein Verfahren beibehalten, das nicht in sich selbst die Garantieen für eine humane Rechtsprechung enthält und überdies den Grundsatz der Rechtsgleichheit durchbricht? Deutsches Reich. * Berlin, 29. December.(Reisepläne des Fürsten Bismarck.) Ein hochoffiziöser Artikel der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" über die Reisepläne des Fürsten Bismarck lautet: „Die irrthümliche Nachricht, daß ein Besuch des Herrn Reichskanzlers in Paris zu erwarten sei, ist ohne Zweifel aus der Thatsache entstanden, daß ärztlicher Rath der Fürstin Bismarck einen Winteraufenthalt im Süden und dem Fürsten ein längeres Verweilen außerhalb des Bereiches der Geschäfte, der laufenden Telegraphie und der Geselligkeit empfohlen hat. Jedoch war für die Fürstin nicht Nizza, sondern Süd-Italien in Aussicht genommen, für den Reichskanzler ohne Rücksicht auf klimatische Lage irgend ein entlegener und geschäftliche Beziehungen ausschließender Ort, sei es Madeira oder Aegypten, sei es Tiflis oder Drontheim. Beide ärztliche Vorschläge, wenn sie befolgt würden, implizirten keine Reise nach Frankreich, und ist daher eine solche in den hiesigen Auffassungen niemals besprochen worden. Es ist also auch nicht nöthig, Vermuthungen darüber aufzustellen, welchen Empfang der Reichskanzler bei einem Besuche in Paris zu erwarten hätte, und zu berechnen, welches Gewicht auf einer Seite die Ritterlichkeit des französischen Charakters einem ehrlichen Gegner gegenüber und auf der anderen Seite eine künstliche Erregung feindlicher Minoritäten in die Waagschale legen könnten. Die Veziehungen beider Länder und beider Regierungen zu einander sind derart, daß auffallende und übelwollenden Deutungen ausgesetzte Schritte zu ihrer Erhaltung und Befestigung nicht erforderlich sind; die beiderseitigen Botschafter erfreuen sich des Vertrauens der beiden Regierungen, zwischen denen sie zu vermitteln haben, und wenn dennoch der Fall eintrete, daß die Leiter der deutschen und der französischen Politik einer persönlichen Besprechung bedürften, so würde sich eine solche erreichen lassen, auch ohne das Aufsehen und die Parteivorwände herbeizuführen, welche sich an einen Besuch des Reichskanzlers in Paris knüpfen könnten.“ *—(In Folge des Aufrufes, welcher zu einem nationalen Ehrengeschenke für den Fürsten Reichskanzler) zu dessen 70jährigem Geburtstage und 50jährigem Amtsjubiläum auffordert, sind dem Komité in Witten aus mehr als fünfzig größeren deutschen Städten, darunter Leipzig, Stuttgart, Worms, Ulm, Berlin, Kassel, Hamburg, Lübeck und fast sämmtlichen Städten Rheinlands und Weftfalens, zustimmende Erklärungen zugegangen, zum Theil so ermuthigender Natur und so voll warmer Anerkennung, daß das Gelingen des Vorschlages als gesichert gelten darf. Daß Fürst Bismarck die zur Anstellung eines zweiten Direktors im auswärtigen Amte ihm dargebotenen Geldbeträge nicht für diesen Zweck verwenden kann, hat er jetzt neuerdings in einem Antwortschreiben ausgesprochen, welches er auf die von den Arbeitern und Beamten des Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation an ihn gerichtete Adresse erlassen hat. Der Reichskanzler ersucht in dieser Antwort den Geh. Kommerzienrath Baare, den Arbeitern seines Werkes den verbindlichsten Dank für das Anerbieten ihrer Unterstützung zu sagen, und setzt hinzu:„Wenn ich auch nicht in die Lage kommen werde, das mir zur Verfügung gestellte Geld zu verwenden, so hat doch die opferwillige Gesinnung, mit der mir dasselbe geboten wird, herzlich erfreut. Ich sehe darin ein Zeichen des Vertrauens in die Bestrebungen der Regierung, das Loos der arbeitenden Bevölkerung zu verbessern, und fühle mich ermuthigt, wenn ich im Sinne der Intentionen Sr. Majestät des Kaisers ferner thätig bin. Daß die Arbeiter sich bei ihrer Kundgebung Ihrer Leitung anvertraut haben, zeigt ein Verhältniß zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, von dem ich im Interesse der Reform unserer sozialpolitischen Gesetzgebung wünsche, daß es überall stattfinden oder sich bilden möge.“ *—(Ueber die Behandlung der Postsparkassen=Vorlage im Bundesrathe) wird geschrieben: Die bisher an die Oeffentlichkeit gelangten Mittheilungen über die erste Berathung des Postsparkassen=Gesetzentwurfes sind nur lückenhaft und zum Theil ungenau gewesen. Der Hergang war folgender: Es wurde gegen die Stimmen von Königreich Sachsen, Mecklenburg=Strelitz und Reuß ä. L. beschlossen, dem Gesetzentwurf in der Fassung der Ausschüsse mit den aus dem Nachstehenden sich ergebenden Aenderungen die Zustimmung zu ertheilen. Auf den Antrag Baierns wurde beschlossen, dem Entwurf eine Bestimmung hinzuzufügen:„Dieses Gesetz findet auf Baiern keine Anwendung." Der baierische Bevollmächtigte erklärte hierauf, daß Baiern sich bei der weiteren Berathung der Abstimmung enthalten werde. Ein Antrag Sachsens: 1) den§ 1 abzulehnen, dagegen 2) den Reichskanzler um Aufstellung eines Gesetzentwurfes zur Regelung einer Mitwirkung der Reichspostanstalten bei Annahme und Auszahlung, sowie Uebertragung von Spareinlagen für die Landes= und Kommunalsparkassen zu ersuchen, wurde mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Auf den Antrag Preußens wurde mit Stimmenmehrheit beschlossen, in § 8 und§ 11 an die Stelle von 1600 Mn zu setzen „800 Mn. Ein Antrag des Großherzogthums Sachsen: dem ersten Absatz des§ 31 hinzuzufügen:„4) an die unter staatlicher Regelung und Aufsicht stehenden Sparkassen solcher Vereine, welche die Rechte juristischer Personen besitzen und deren Statuten landesherrlich bestätigt sind", wurde mit Stimmenmehrheit abgelehnt. Auf den Antrag Preußens wurde beschlossen, den§ 37 folgender Maßen zu fassen:„Der Bundesrath bestimmt die Art und Weise, in welcher die Verwaltung der Baarbestände, die Erwerbung und Einziehung von Wechseln, die Gewährung und Einziehung von Darlehen, die Erwerbung, die Aufbewahrung und die Veräußerung von Schuldverschreibungen zu erfolgen hat.“ Auf den Antrag Württembergs wurde beschlossen, dem Entwurf hinzuzufügen:„Auf Württemberg findet dieses Gesetz mit der Maßgabe Anwendung, daß für den inneren Verkehr des Königreiches die reglementarischen und Tarifbestimmungen von der zuständigen Behörde dieses Staates erlassen werden. Die der württembergischen Postverwaltung für die Wahrnehmung des Sparkassendienstes zu gewährende Vergütung wird im Wege der Verständigung festgesetzt.“ In Gemäßheit der auf die Anträge Baierns und Württembergs gefaßten Beschlüsse ist die Fassung des§ 48 des Entwurfes zu ändern. Es bestand Einverständniß darüber, daß, wie an den Einnahmen, so auch an den Ausgaben, Vorschußleiftungen und Haftungen, welche dem Reiche aus der Annahme, Verzinsung und Rückzahlung von Spareinlagen unter Vermittelung der Postverwaltung erwachsen sollten, Baiern nicht betheiligt ist. Der sächsische Bevollmächtigte erklärte, daß die königlich sächsische Regierung der eine Erweiterung der Kompetenz des Reiches einschließenden Vorlage nicht zustimmen könne, weil sie dieselbe für die weitere Entwickelung des Sparkassenwesens und der Kreditverhältnisse im Königreich Sachsen für nachtheilig ansehen müsse und nach ihrem Dafürhalten die Vortheile, welche man für andere Theile des Reiches davon erhoffe, auf anderem Wege erreicht werden könnten. Württemberg stimmte dem Gesetzentwurf nach Maßgabe der vorstehenden Bundesrathsbeschlüsse zu, unter Wahrung seiner Entschließung für den Fall späterer Aenderungen der Vorlage. * Celle, 23. Dezember.(Gerichtsschreiber= Prüfung.) Es ist erfreulich, daß man jetzt weniger streng bei der Prüfung für das Gerichtsschreiberfach verfährt. Anfangs schien man geneigt, auf die allgemeine Bildung der Aspiranten zu viel Gewicht legen zu wollen; die Folge davon war, daß Viele das Examen, das doch in erster Linie den praktischen Kenntnissen dienen soll, nicht bestanden. Mann kann doch ein sehr tüchtiger Gerichts=Assistent oder Sekretär sein, ohne daß man alle Phasen der Geschichte Karls des Großen genau studirt hat und man wird in der Praxis ganz gewiß die richtigen Formulare wählen, ohne daß man bei dem Examen die einzelnen Formularnummern herzusagen weiß. Sachsen=Weimar. * Weimar, 27. Dezember.(Vertrag.) Vom 1. Januar an tritt ein Vertrag zwischen der hiesigen Regierung und der Reichspostverwaltung in Wirksamkeit, wonach für alle staatlichen Postsachen nicht mehr das Einzelporto bezahlt oder notirt, sondern durch Pauschalsumme aus der Staatskasse im Ganzen pro Jahr vergütet wird. Spanien. * Madrid, 27. Dezember.(Erdbeben.) Das bereits gemeldete Erdbeben hat in Jaen, Benagarza, Alfarnatejo, Nerja und in der Provinz Malaga großen Schaden angerichtet und sehr viele Häuser zerstört, die Zahl der um das Leben gekommenen Personen wird auf 200 angegeben. Die Alhambra in Granada hat keinen Schaden gelitten.— Die Provinz Castilien ist von einem großen Schneesturm heimgesucht worden. * Madrid, 28. Dezember.(Durch das jüngste Erdbeben) in den Provinzen Granada und Malaga sind nach der amtlichen Zeitung insgesammt 266 Personen verunglückt. * Madrid, 29.9 Dezember.(Das Erdbeben) zerstörte den größeren Theil der Stadt Alhama. Die Vorderseite der Kathedrale zu Granada hat sich etwas gesenkt, die Kathedrale zu Sevilla, so wie der Giraldo sind beschädigt worden. Von den Einwohnern der Ortschaft Albonuelos in der Provinz Granada find viele umgekommen. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 27. Dezember.(Mitglied des Bundesraths.) Der Geheime Ober=Regierungsrath Meyer ist auf Grund des Artikels 6 der Verfassung von Sr. Durchlaucht dem Fürsten zum Bevollmächtigten zum Bundesrath ernannt worden. * Bielefeld, 29. Dezember.(Verlagswechsel der Lehrerzeitung für Westfalen.) Die in Minden erscheinende Lehrerzeitung für Weftfalen und die Rheinprovinz geht mit dem 1. Januar 1885 in den Verlag von August Helmich in Bielefeld über. Die neue Redaktion beabsichtigt auch die angrenzenden Gebiete mehr als seither zu berücksichtigen, so z. B. speziell Lippe. Die Zeitung bleibt nach wie vor Organ der bisher vertretenen Vereine. Das Abonnement beträgt vierteljährlich direkt vom Verlag unter Kreuzband bezogen.15 M, auch werden wie bisher Buchhandlungen und Post Bestellungen annehmen. * Minden, 18. Dezember.(Feuerwehrsache.) Das hiesige Stadtverordneten=Kollegium hat in seiner heutigen Sitzung dem Antrage des Magistrats gemäß mit Einstimmigkeit beschlossen, die Unfallversicherungsprämie für sämmtliche Mannschaften der freiwilligen Feuerwehr auf die Kämmereikasse zu übernehmen, und wenn möglich, die Handwerkerkompagnie wie die Rohrführer der allgemeinen Bürger=Feuerwehr in gleicher Weise sicher zu stellen. Die Versicherungsprämien, welche die freiwillige Feuerwehr schon seit mehreren Jahren aus der Vereinskasse gezahlt hat, sollen dem Antrage des Stadtverordneten=Kollegiums gemäß erstattet werden. Letzterem Beschlusse wird der Magistrat hoffentlich ebenfalls beitreten. Vermischtes. * Köln.(Elektrisches Licht.) Die Antwerpener Weltausstellung wird die erste vollständig mit elektrischem Licht erleuchtete Weltausstellung sein. Es sollen dort 3000 Glühlichter und 200 Bogenlampen zur Verwendung gelangen. Die Beleuchtung ist der Aktiengesellschaft „Helios“ in Köln übertragen worden. ** * * Hannover, 25. Dezember.(Frischer Spargel) von der Döhrener Spargelplantage„Elisenruh“, wurde heute dem H. C. präsentirt, welcher bei der gelinden Witterung im Freien gewachsen ist und sehr zart und schön aussieht. ** * * Wanne i.., 21. Dezember.(Ein Eisenbahnunfall) seltener Art ereignete sich, wie der„Allg. Anz.“ meldet, gestern auf dem hiesigen Bahnhofe. Ein ausfahrender Dynamitextrazug, außer den vorgeschriebenen Schutzwaggons aus vier mit Dynamit beladenen Waggons bestehend, stieß nämlich bei seiner Ausfahrt auf einen ebenfalls ausfahrenden Güterzug. Wenn der Unfall sich umgekehrt zugetragen, das heißt der Güterzug dem Dynamitzuge in die Flanke gefahren wäre, dann würde wahrscheinlich von der Station wenig übrig geblieben sein. * *(„Times“=Jubiläum.) Es ist nicht allgemein bekannt, schreibt das„Athenäum“, daß die„Times“ am 1. Januar 1885 ihr hundertstes Lebensjahr erreicht. und Landwirthschaft. (Vorsicht beim Einkauf von Rübkuchen.) Nach der „Königsb. land= und forstw. Ztg.“ ist an die Königsberger Versuchsstation ein Oelkuchen aus der Rastenburger Gegend zur Untersuchung gelangt, der zur Hauptsache aus Moorerde und Unkrautsämereien bestand; er besaß einen Aschengehalt von 15,1 Proz. Literarisches. Schmidt& Günther's Leipziger Illustrirte Jagdzeitung 1885 Nr. 6, herausgegeben vom königlichen Oberförster Nitzsche, enthält folgende Artikel: Opfer des Berufes. Von K. A. v. Schulenburg.— Der Wolf. Von Eduard Rüdiger.(Schluß.)— Erlebnisse von den Urwäldern in Mexiko. Von I. Cogho.— Eine Jagd auf Steinhühner in Unteritalien. Von Bruno Heyne.— Erinnerungen an alte schöne Zeiten.— Mancherlei.— Illustrationen: Winter im Walde.— Eine Bärenfamilie.— Die Illustrirte Jagdzeitung von Schmidt& Günther in Leipzig erscheint am 1. und 15. des Monats und kostet bei den Buchhandlungen halbjährlich M. 3. Bei den Postanstalten vierteljährlich M..50. * Nr. 115 des praktischen Wochenblattes für alle Hausfrauen „Fürs Hausn enthält: Ziele nach dem Herzen.— Die Krippe. — Fort mit dem Zopf!— Meine Mußestunden.— Die Puppenstube.— Die Stecknadel.— Wie Röschen allein das Schneidern erlernte.— Helft den unversorgten Töchtern!— Die Freudenbüchse.— Pompadours.— Unzerreißbare Bilderbücher.— Christbaumschmuck.— Kochbuch.— Leichtes und billiges Lichtpausverfahren.— Kindergedanken.— Theaterbesuch.— Fünf=Uhr-Thee. — Hölzchenspiel.— Azaleen aus Stecklingen zu erziehen.— Zwiebelpflanzengruppe.— Papageien zu pflegen und zum Sprechen zu bringen.— Der Haushahn, ein Raubvogel.— Gegen das Gefrieren und Beschlagen von Fenstern.— Kartoffeln aufzubewahren.— Fischchen zu vertreiben.— Bauillenkuchen.— Mohn zu mahlen.— Schwarzhase.— Nüsse zu kandiren.— Christbaumkonfekt.— Konfekt für Kranke.— Gänsebrust zu räuchern.— Mohnstollen auf zweierlei Art gefüllt.— Küchenzettel.— Räthsel.— Fernsprecher.— Echo.— Anzeigen.— Probenummer gratis in allen Buchhandlungen und der Geschäftsstelle„Fürs Haus“ in Dresden=N.— Preis vierteljährlich 1 Ma k.— Notariell beglaubigte Auflage 70,000.— Wochenspruch: O brich den Faden nicht der Freundschaft rasch entzwei! Wird er auch neu geknüpft, ein Knoten bleibt dabei. * Unter den Weihnachtsboten, die sich in diesem Jahre mit dem ersten Schnee einfinden, nimmt ein alter lieber Hausfreund die erste Stelle ein:„Vom Fels zum Meer“(herausgegeben v. W. Spemann, Stuttgart, redigirt v. Prof. Jos. Kürschner ebd.). Wir sind an ihm gewohnt, daß er uns jedesmal bei seinem monatlichen Wiedererscheinen mit irgend Etwas überrascht, aber diesmal hat er ein so reiches, sogar goldverbrämtes Kleid angelegt, daß wir ihn kaum wieder erkannt hätten. Ein herrliches Weihnachtsbild schmückt den zum Kunstblatt umgeschaffenen Titel, der auf der Vorderseite noch ein stimmungsvolles Gedicht Geroks und auf der Rückseite ein sinniges Märchen von Viktor Blüthgen enthält. Aber auch schon für Neujahr hat„Vom Fels zum Meer“ vorgesorgt und legt seinen Freunden sechs reizende bunte Neujahrskarten bei, die ihnen die Ausgaben für Anschaffung solcher entbehrlich machen. Eröffnet wird das Heft durch einen 38 Seiten starken Weihnachtskatalog, dem eine Plauderei über literarische Festgeschenke beigegeben ist. Darauf folgt ein Artikel von Luthmer über A. Hentschel mit zahlreichen Illustrationen aus dessen Nachlaß. Die Weihnachtsnovelle steuert Herm. Ludwig bei, der den Schauplatz seiner rührenden Erzählung„Durchs Wasser üsglicha“ ins Reichsland verlegt hat. Von den sonstigen Beiträgen haben wir noch eine weihnachtliche Bedeutung Moritz Lilies„Stimmungsvolle Nächte“, Ad. Adolfsen„Weihnacht und Weihnachtsbaum in Mythe und Sage", W. Kirchbachs Gedicht„Weihnachtstraum im Walde“, die köstliche, meisterhaft illustrirte Vogelgeschichte von Baldamus und eine Reihe Kleinigkeiten des diesmal besonders vielseitigen Sammlers. Auch die Musikbeilage„Hirtenmusik“ von K. Reinecke entspricht der festlichen Zeit. Unter den sonstigen Aufsätzen fesselt durch seinen aktuellen Stoff und kostbare Illustrationen „Braunschweig“ von Gust. Karpeles. Bedeutend sind die Essays von Löher„Wie lange sind wohl die Deutschen in Deutschland?“ und Eduard v. Hartmann„Unsre Stellung zu den Thieren“, höchst amüsant die Erlebnisse Fritze Kulaschs. Doch wir können den ganzen Reichthum hier nicht aufzählen: gehe ein Jeder, der noch nicht Abonnent ist, hin und abonnire, damit er sich selbst von der Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit des Gebotenen überzeugt. Neueste Nachrichten. * Wien, 29. Dezember. In der gestern von dem politischen Verein„Wahrheit“ einberufenen allgemeinen Arbeiterversammlung sollte zufolge Ankündigung der Reichstags abgeordnete Liebknecht sprechen. Bei der Eröffrung der Versammlung wurde jedoch von dem Obmann des Vereins ein Polizeierlaß verlesen, durch welchen die persönliche Theilnahme Liebknechts an der Versachmlung untersagt wird, da demselben der Aufenthalt in Wien nach dem Gesetze vom 22. Juli 1871 nicht gestattet werden könne. Liebknecht war von dem Verbot in Kenntniß gesetzt worden. * Klagenfurt, 29. Dezember. In Tarvis und Umgegend haben in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag heftige Erderschütterungen stattgefunden. Insbesondere wurden drei Stöße von großer Stärke wahrgenommen. In den Mauern vieler Häuser sind Sprünge und Risse entstanden. * Petersburg, 29. Dezember. Eine gestern stattgehabte Versammlung deutscher Reichsangehöriger beschloß einmüthig die Absei dung einer Ergebenheitsadresse an den Reichskanzler Fürsten Bismarck. * Madrid, 29. Dezember. Nach neuesten Berichten über das Erdbeben in Spanien hat dasselbe mehr als 1000 Opfer gefordert. Industrie, Handel und Verkehr. * Hannover, 15. Dezember.(Central=Schlacht= u. Viehhof.) (Amtlicher Bericht.) Zu heutiger Viehbörse waren aufgetrieben: 146 Stück Großvieh, 315 Stück Schweine, 175 Stück Kälber, 74 Stück Hammel. Die Preise sind: Großvieh: I. Sorte 62—67., II. Sorte 57—62., III. Sorte 50—57., für 100 Pfd. Schweine per 100 Pfd. I. Sorte 50—53., II. Sorte 47—50., III. Sorte 43—47 M. Kälber per Pfd. I. Sorte 75 Pf, II Sorte 70 Pfg., III. Sorte 65 Pfg. Hammel per Pfd. 60 bis 65 Pfg.(Alles Schlachtgewicht.) Der Handel war ziemlich. Marktberichte. * Berlin, 29. Dezember. Weizen, per Dez. 157— AprilMai 163,25 M. Gek. 2000 Ztr. Roggen, per Dezbr. 141,25, April=Mai 141,25 M. Gek. 2000 Ztr. Hafer per Dezbr. 134.50, April= Mai 135,50 M. Gek. 4000 Ztr. Rüböl, loko mit Faß 51,30, ohne Faß 50,50, per Dez. 51,10, April= Mai 52,— M. Gek.s— Ztr. Spiritus, loko 42,80, per Dez.=Jan. 43,70, April=Mai 44,90, Juli=Aug. 46,70 M. Gek. 90,000 I. Petroleum, per Dezbr. 24,20, Jan.=Febr. 24,10, Febr.=März—.— M. Gek.— Ztr. : Neuß, 29. Dezember. Weizen à 100 Kilo 1. Qualität 16,20, 2. Qualität 15,20. Landroggen à 100 Kilo 1. Qualität 14,—, 2. Qualität 13,—. Wintergerste à 100 Kilo 14,80, Sommer= gerste à 100 Kilo—.—, Buchweizen à 100 Kilo 1. Qualität 14.50., 2. Qualität—.—. Hafer à 100 Kilo 1. Qualität 14.20, 2. Qualität 13,70. Rübsen(Aveel) à 100 Kilo 24,50. Raps 26,—. Kartoffeln à 100 Kilo 4,—. Heu d 50 Kilo 3,60. Roggenstroh à 600 Kilo 22,— M. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ztr. M. 54,50, Rüböl per 100 Kilo faßweise 56,—. Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo M. 124,—. Kleien per 50 Kilo 5,— M. * Köln, 29. Dezember. Weizen hiesiger 16,50, fremder 16,50, per März 16,75. Roggen hiesiger 15,—, fremder 15,—, per März 14,—. Hafer hiesiger 14,—, fremder 14.—. Rüböl in Partien 28,30, per Mai 28,20. * Witten, 27. Dezember. Weizen 17,50, Roggen 15,—, Gerste 14,—, Hafer 15,—, Kartoffeln 6,—, alles per 100 kg; Butter à ½ kg 1,15. * Bremen, 29. Dezember. Petroleum ruhig, loko 7,20, per Januar 7,20, Februar 7,30, März 7,40, April 7,50. Schmalz Marke Wilcox loco 38½, per Jan.=Febr. 38¾. * Antwerpen, 29. Dezember. Petroleum ruhig, disp. 18½, Dez. 18½, Jan. 18½, Febr. 18 5/8, März 18⅝, Jan.=März 18⅝ fr. Kaffee ruhig, Verkäufe 500 B Santos good average zu 25½ c, unverzollt. Berliner Kurse vom 29. Dezember. Deutsche Fonds. Deutsche Reichs-Anl. 103,40 4½% Preuss. kons.„ 102,50 4„„„„ 103,10 3½„ Staatsschuldsch. 99,75 4" Ostpr. Pfdbr. 101,60 3½„ Pomm.„ 95.— 4„„„—.— 4½„„„ 4„ neue Posen.„ 101,25 „ Westfäl.„ 102.— 4„ Westpreuss.„ 101.60 4% Rhein.-Wstf. Rtnb. 102.— 4½% Brem. 74er Anl.—.— 4%„„„ 80er„ 102,72 4 Bad. Präm.„ 124,90 4" Baier.„„ 133,75 Braunschw. 20 Thlr.Loose 95 30 3½% Köln-Mind. Loose 124,90 Kurhess. 40Thlr.-„ 291,10 Meining. 4„„ 25.20 3% Oldenburger„ 147,75 3½% Preus. Prämien Oblig Ausländische Fonds. 4½% Oesterr. Silberrente J/J. 68,10 5„„ Papierrente M/N—.— „„ G o l d r. 8 6, 5 0 60r Loos. 119.60 ssterr. 64er Loose 299,50 5% Russ. Bodenkred. Pfandbr. 5. Gömörer„ 5„ Ital. Rente Jersey City New-Yorker 143.90 93.25 100.50 97.70 Berg.-Märk. Bank 118.— Braunschweig-Hannoy. Hypoth.-Bank 71,80 Bremer Bank 108.50 Deutsche Bank 155,50 Disconto-Gesellschaft 209.50 Essener Creditanstalt 102.— Gothaer Grundkr.-Bank 11.— „„ junge 63— Hannover’sche Bank 115.25 Köln. Wechslerbank 9425 Leipz. Disconto-Ges. 109.50 Oesterr. Kreditanstalt 486.— Preucs. Bodenkreditb. 102,90 „ Hyp. Akt.-Bk. 90.— „ Hypoth.-Vers. Ges. 93.— Reichsbank 144,— Schaffhausen. Bankv. 87.— Westfälische Bank Eisenbahn-Stammaktien. Aachen-Mastricht Bergisch-Märkische Bresl.-Schwdn.-Freib. Dortmund-Enschede Gal. C. Ludwb.(gar.) Gotthardbahn Kronpr. Rudolf(gar.) 57,80 55,70 110,70 102.50 74,40 103.— 109.60 Mainz-Ludwigshaf. Oberschlesische Oesterr. Staatsb. 508 50 „ Südb.(Lomb). 245.50 Rechte Oder-Uferb. Rheinische Russ. St.-B.(5% gar) 131.— Eisenbahn-Prioritäts-Obligationen: 98.25 3½ 4½ 41„ * /2 n 5„ 4½ 4 103.— 96.25 104.— 104,75 4% Aachen-Mastricht 4½% Bergisch-Märk. I. u. II. Ser. do. La. C. do. IV. und V. Serie do. VI. Ser. do. VII. und VIII Serie 103.— do. IX. Serie 101,60 Braunschweig. 103,60 Köln-Mind. III. S.— „„ IV. u. V. Serie— „„ VI. B.—.— Magdb.-Halb. 103.— Rheinische.:!. 103.— 4½ 4½ 4½ 4% Elisab. Westb. Goldpr. steuerfrei 96,70 4½% Gal.Karl-Ludwb. 81,40 3" Oester. Staatsb. 500 fs. 392,50 3„ do. v. 1874 387,10 5„ do 105,75 do. Süd-Bahn 500 fs. 304.10 5„ do. Sdb.(gar.) 102,10 4„ Rudolfsb. 71,10 5„ Ung. Ostb.(Silb.) 80,10 5„„„(Gold) 99,70 5„ Warsch.-Wiener III. E. 102.— 5„ do. VI.„ 101,90 5„ Gotthardtb. II.„ 101,70 4½% 4„ 4½ 5„ 4% 5„ 5„ 4½ 4„ 4½ Hypotheken-Certifikate. Braunsch.-Hann. 100,75/5% Pres. Centr. Bénc. „„ 98.— Deutsche(Berlin) 102,50 do. do. Gothaer Präm. I „„ II " rxb. 110 " 100 Meininger „" Präm. Preuss. Bodencr. V. u. VI. Ser. Preuss. Bodencr. rzb. 110 do. III„ 100 do." 100 103 80 99.50 86.— 84.90 80.— 78.50 100,10 115,60 101,30 110.25 98.50 rzb. 100—.— de. rzb. 4½ 4½ 5„ 5„ 4½3 4½ 4½ 110 do.„ 100 Preuss. Hypoth Pfäbr. rzb. 120 do.„ 110 do.„ 100 do.„ 100 Preuss. Hypoth. V. A. G. Certific. Stettiner Nat. Hyp. rzb. 100 do.„ 110 Schwedische Industrielle-Gesellschaften. Aachen-Höngener—.— Bochumer Gussstahl 128,60 Bonifacius Bergwerk 6210 Borussia„—.— Donnersmarkhütte 50,90 Dortm. Union St. Pricr. 63.25 Egestorff’s Salzwerke 113.— Gelsenkirchen 117,40 Georg Marienh.St. Aot.) 52.— Hannov. Masch.—— do. St. Prior.—.— Harpener Bergwerke Hibernis„ Hörder Hütten. conv. König.- u. Laurah. König Wilhelm Louise Tiefbau Nordd. Lloydaktien Ravensberg. Spinnerei Sächsische Maschinen Vorwärts, Bielef. Spinn. Westtäl.Drahtindustrie Union St. 115.— 100,80 107.50 107,30 102.— 102,10 99.75 96.— 45.50 103.50 31.— 4250 123.25 157,— 134,75 131,25 81.— 92.— Reteorologische Beobachtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg vom 29. Dezember, Morgens 8 Uhr. London: kalt. Der höchste Luftdruck liegt über dem Innern Russlands, seinen Wirkungskreis über ganz Europa erstreckend. Bei meist schwacher östlicher Luftströmung ist das Wetter über Central-Europa meist trübe, vielfach nebelig, sonst ohne wesentliche Niederschläge. Trotz der zur Entwicklung strenger Kälte günstigen Wetterlage liegt in Deutschland die Temperatur allenthalben nabe dem Gefrierpunkt und meistens etwas über der normalen. München meldet 6 Grad unter Null. Im Innern Frankreichs dagegen herrscht entschiedenes Frostwetter. Allgemeiner Witterungscharakter: 30. bedeckt. ege ur i. u. HiegangS u. A m. Mondes=Ausgang 245 Nachm., Untergang 553 Mrgs. „ul den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold. Herzlichen Dank allen Denen, welche auch im verflossenen Jahr ihr reges Interesse dadurch zeigten, daß sie entweder durch Geldgeschenke oder Victualien, welche sie der Elisabeth= Anstalt zu kommen ließen und zur Erhaltung derselben beitrugen; außerdem den geehrten Mitwirkenden des Conzerts, welches in Meinberg zum Besten der hiefigen Anstalt gegeben wurde, den herzlichsten Dank! Die hohe Protektorin brachte auch dieses Jahr reiche Geschenke, so daß wir mit Hülfe des Nähkränzchens wieder 33 Kinder bekleiden konnten. Gott segne alle edle Menschen freunde, welche immer ein Scherflein für unsere segensreiche Anstalt übrig haben, ich bitte freundlichst, daß dieselben auch ferner dieses Interesse bewahren, indem dieselbe nur durch Liebesgaben bestehen kann. Blomberg, den 28. Dez. 1884. Alwine Brokhausen. Vom 5. Januar ab wird die hiesige Mittelmühle wegen Reinigung des Wasserkanals auf 14 Tage still stehn. Ich bitte daher meine geehrten Mahlkunden, sich möglichst darauf einrichten zu wollen. Detmold. Nühlenp. Ameling. Terkauf eines Geschaftshauses. Am Dienstag, den 13. Januar 1885, Vormittags 10 Uhr anfangend, werde ich im Auftrage des Wirths Herrn C. Klaren zu Vinsebeck das demselben gehörige im Dorfe Vinsebeck belegene Geschäftshaus, in welchem seit langen Jahren Gastwirthschaft u. Specereiwaarenhandlung mit Erfolg betrieben, öffentlich meistbietend unter sehr günstigen Bedingungen an Ort und Stelle zum Verkaufe aussetzen. Steinheim, den 23. Dezbr. 1884 Neise, Auktions=Kommissar. Gummischlaug in allen Dimensionen zu Wasseranlagen empfiehlt E. Richardt. 1200 U auf erste Hypothek werden zum 1. Jan. umzuleihen gesucht gegen 4% Zinsen. Zu erfragen in der Exp. d. Blattes.(724) Zu Sylvester empfehle: feinste Düsseldorfer und Bielefelder Tulsch Sssenzen und Tihmutt. Car Fustkuchen. Zu empfehle Prima Punschextrall. Düsseldorfer(Joseph Selner) und Bansisches Fabrikat. Smn Wehring. Nechstehr! Tansmitsik s# L. Geller, Lage. Zum deutschen Kalser Hiddesen Neujahrstage Croßer= F um Remming. Holzverkauf. Am Freitag, den 2. Jan k. I. sollen im Forste der Stadt Horn, Forstort„Eiserkuhle" und„Kartoffelbergn 134 rm Buchen=Kloben und Knüppel an Ort und Stelle meistbietend veckauft werden. Kaufliebhaber wollen sich an besagtem Tage, Morgens 10 Uhr, an der kleinen Egge einfinden. Horn, den 29. Dezember 1884. Der Magistrat. Capelle. Ausverkauf von Gratulationskarten! Vorjährige zu und unter Einkaufspreis. 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Um stille Theilnahme bitten die Hinterbliebenen. Oeconom H. Bohs. Schlangen, 28. Dez. 1884. Die Beerdigung findet am nächsten Mittwoch, d. 31. Dez., Nachmittags 1½ Uhr statt. P ∆ 5% 9 8 ½3 Vertheilung der Statuten. Die Herren Predigec des Landes, welche den Ertrag der Kollekte für die Lippische Invalidenstiftung am dies jährigen Todtenfeste bislang nicht an mich abgeliefert haben, ersuche ich hierum ergebenst. Detmold, den 29. Dez. 1884. W. Caspari. Ich offerire und empfehle ss. Rassinade im Hut à Pfd. 30 Pfg., ff. Crystall=ConsumZucker à Pfd. 28 Pfg., bei 5 Pfd. 27 Pfg bei 25 Pfd. 26 Pfg. Adoll Kirchhon, Lage. Mein Lager neuer verbesserter Häckselmaschinen sehr leichter Gangart, aus den Fabriken der Herren Mayfarth& Co., Frankfurt a. M. und der Herren A. Grimmel& Co., Haiger halte zu billigen Preisen angelegentlichst empfohlen. Adolf Kirchhoff. 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Bachrach Ww., Schwalenberg #. scher Nahbschah Perrnn Der Verein zahlt Jedem Belohnungen bis 30 Mark 1) wenn angezeigt wird, daß Wild in Schlingen, Netzen oder dergleichen gefangen worden ist, 2) wenn angezeigt wird, daß Jemand gewilddiebt hat, 3) wenn angezeigt wird, daß die Jagd in der Schonzeit ausgeübt worden ist, 4) wenn angezeigt wird, daß während seiner gesetzlichen Schonzeit, im Fürstenthum Lippe, speziell in den zum Vereine gehörenden Jagdrevieren erlegtes Wild, sei es in Gasthöfen, Restaurationen oder anderswo verkauft worden, 5) wenn angezeigt wird, daß Nester oder die junge Brut von jagdbaren Vögeln, besonders aber von Feldhühnern, ausgenommen oder zerstört, oder junge Hasen, Rehe u. dergl. fortgefangen worden, 6) wenn Jemand nachweisen kann, daß er beim Mähen das Nest von Feldhühnern oder Wachteln derart geschont hat, daß die Brut ausgekommen ist, 7) wenn angezeigt wird, daß ein Hund herrenlos gejagt hat, unter der Voraussetzung, daß auf Grund der Anzeige die Bestrafung erfolgt ist. Anträge auf Belohnungen sind zu richten an den zeitigen Vorsitzenden des Vereins, Herrn Hofbuchdruckereibesitzer W. Klingenberg in Detmold. 4 1 1 9 □ 80 Diesem Buche verdanken schon viele Tausend In dem Buche Dr. Vhite's Angenbellwethode, durch das wirklich ächte Dr. White's Augenwasser von Traugott Ehrhardt in Oelze in Thüringen, welches schon seit 1822 in vielen Auflagen erschienen ist, findet fast jeder Augenkranke etwas Passendes. Die darin enthaltenen Atteste sind genau nach den Originalen abgedruckt und bieten sichere Garantie der Aechtheit. Dasselbe wird auf franco Bestellung und Beischluß der Francirungsmarke(10 gratis versandt durch Traugott Ehrhardt in Oelze in Thüringen und vielen anderen Buchhandlungen. Auch zu haben bei Herrn Carl Pustkuchen, Detmold und bei Herrn C. Petri Ww., Lemgo. 835 A 5 Woe a in Neujahr=Gratulations=Karten zu den billigsten Preisen bei K. Kotrsch! Krummestraße. Einladung zum Abonnement auf die Neue Zeitung. K Organ der national-liberalen Partei. Die vom 1. Januar 1885 im Verlage von Georg Stilke in Berlin erscheinende„Neue Zeitungn ist das einzige Preßorgan der Reichshauptstadt, welches voll und ganz auf dem Boden der national=liberalen Partei steht und den Angelegenheiten derselben besondere Aufmerksamkeit widmet. Die„Neue Zeitung" bespricht in täglichen Leitartikeln von berufener Feder die Vorgänge auf politischem, wirthschaftlichem und sozialem Gebiet und wird durch direkte Original=Correspondenten im Auslande und an allen bedeutenden Plätzen Deutschlands in den Stand gesetzt, ihre Leser auch über die auswärtigen Ereignisse in schneller und selbständiger Weise zu unterrichten; die parlamentarischen richten und Berichte bringt die„Neue Zeitung" in ausführlichster Weise. Auf dem Gebiete des Finanzwesens und des Handels wird die„Neue Zeitung" durch objektive Meldung betreffs aller Banken, Eisenbahnen und industriellen Uaternehmungen, durch einen übersichtlichen Courszettel, Markt= und Börsenberichte den allgemeinen Interessen dienen. In ihrem Feuilleton bringt die„Neue Zeitung" Romane und Novellen der ersten Schriftsteller, eingehende Theater= und Musikreferate, ästhetische und literarische Essays, Besprechungen der neuesten Entdeckungen und Erfindunzen 2c. und widmet den neuen Erscheinungen der Literatur und bildenden Künste besondere Aufmerksamkeit. Im lokalen Theile berichtet die„Neue Zeitung" über alle bemerkenswerthe Ereignisse der Hauptstadt, über Gerichtsverhandlungen und StadtverordnetenVersammlungen, sie bringt Vereinsnachrichten, Lotterielisten u. a. m. Die„Neue Zeitung“ giebt als Sonntagsbeilage das Unterhaltungsblatt„Haus und Herd“. Die„Neue Zeitung" erscheint täglich Morgens mit Ausnahme des Montags im Umfange von—3 Druckbogen und kostet pro Quartal Mark.50. Abonnements nehmen sämmtliche Postanstalten und Zeitungsspediteure entgegen sowie die unterzeichnete Berlin, im Dezember 1884. Expedition der Neuen Zeitung. Beuthstrasse 15. Boltiödern und Bauhen in vollständig staubfreier, tadelloser Waare schwersten Beitärell u. Barchend, Stoffe zu Bettbezügen, empfiehlt A. W. Brüggemann, Schötmar. An Sonn- und Feiertagen ist mein Geschäft des Nachmittags geschlossen. Larerors, Katsermanter empfiehlt mit 15% Rabatt Horn'sche Straße. Aug. Koster Wive. Nür. 19. Inh.: Heinrich Köster.