„Die Lipptsche Landes=Zeitunge erscheint mit Ausnahme der Soun= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: „Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. „ Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Je 94. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. Dienstag, 22. April. 1004. Deutsches Reich. * Berlin, 21. April.(Vom Hofe.) Bis jetzt steht es noch nicht fest, ob der Kaiser, wie zuletzt geplant war, am Mittwoch oder Donnerstag die Reise nach Wiesbaden antreten wird. Es wirkt gegenwärtig nicht mehr das Befinden der Kaiserin, welches sich erfreulicherweise besser gestaltet, bestimmend auf die Reisepläne des Kaisers, sondern die Rücksicht der Aerzte auf die herrschende rauhe Witterung, welche leicht zu einer Erkältung des kaum genesenen Monarchen führen könnte. Unter solchen Umständen ist es nicht unwahrscheinlich, daß die Reise nach Wiesbaden in diesem Frühjahr überhaupt unterbleibt. *—(Herzog Paul Friedrich von Mecklenburg=Schwerin) ist, nachdem er auf jedes Anrecht an die Thronfolge in Mecklenburg Verzicht geleistet hat, nun auch aus dem preußischen und mecklenburgischen Militärdienste ausgeschieden. Auf sein Ansuchen ist ihm vom Kaiser unter dem 29. März der Abschied bewilligt worden. *—(Herr von Puttkamer; der Adel in Verwaltung und Justiz.) Wenn die Mittheilung sich bewahrheitet, wonach Personaländerungen im Ministerium nicht erfolgen würden, sobald das Staatsraths= projekt verwirklicht ist und Fürst Bismarck das Präsidium im Ministerium niedergelegt hat, so werden diejenigen Recht behalten, welche von Anfang an die Meinung vertraten, daß es dem Reichskanzler nur um das Aufwerfen und die Lösung einer Aemterkrise, nicht einer Personenkrise, zu thun gewesen sei. Trotzdem wollen schärfere Beabachter nicht von der Meinung lassen, daß die Tage v. Puttkamers gezählt seien. Werden in den Staatsrath gemäßigt liberale Elemente gezogen(Miquels Eintritt ist andauernd wahrscheinlich), so sieht der Vizepräsident des Ministeriums sich Einflüssen gegenüber, die ihn nothwendig bekämpfen müssen, und denen die mächtige Hülfe des Kanzlers nicht fehlen würde.— Von Seiten der Vorkämpfer für eine förmliche Organisation des Adels in Preußen und Deutschland sind Untersuchungen darüber angestellt worden, wie stark das adelige Element in den juristischen Berufszweigen in Preußen vertreten ist. Es ist da unterschieden zwischen Gerichtsbeamten und den Beamten der inneren Verwaltung(Diplomaten sind abgerechnet, weil man deren Karrière für den Adel genügend gesichert glaubt). Nach Die heirath auf Befehl.“) Preisgekrönte Novelle von Max von Wobeser. 1. Kapitel. Kleine Ursachen. „Es scheint, Monsieur’Argens, daß Er mit seinen pikanten Histörchen Handel treibt. Wie oft hat Er diese alte Geschichte als allerneueste Neuigkeit zum Besten gegeben, und übrigens verbiete ich Ihm, daß Er meine Unterthanen in ein schlechtes Licht setzt! Bleibe Er bei seinen Franzosen, erzähle Er denen die Abenteuer der galanten Damen meines Vetters von Frankreich, doch lasse Er uns hier ungeschoren und die Kaiserin von Deutschland, hört Ec wohl?“ „Eure Majestät sind doch sonst nicht so galant gegen die Kaiseria.“ „Höre Er auf,’Argens! Lasse Er meine Base von Oesterreich aus dem Spiel. Heute ist Frieden zwischen uns.“ „Nachdem Eure Majestät ihr jenes Schlesien genommen, an dem ihr Herz mit den Gefühlen einer zärtlichen Mutter hing.“ König Friedrich II, denn er war es, der seinen Abendzirkel um sich versammelt hatte, ließ seinen Freund, den Marquis’Argens, weiter reden, ohne zu antworten. Seine Gedanken schienen auf einen Augenblick in die Ferne abzuirren. Est vor wenigen Monaten waren die Friedensbedingungen zwischen ihm und Maria Theresia unterzeichnet worden. Alte Erianerungen wurden in ihm geweckt. Er dachte an sie, die edle, hochherzige Prinzessin, mit der er vielleicht einen Thron, den erhabensten der Christenheit, hätte theilen können, wenn nicht die Hand seines strengen Vaters und das Schicksal in die *) Nachdruck verboten. dem preußischen Staatshandbuche gab es im Jahre 1880 in der preußischen Monarchie 787 Regierungsbeamte (d. h. festangestellte Mitglieder eines Oberpräsidiums oder eines Regierungskollegiums); von ihnen waren 221= 28 Proz. adelig. Der Prozentsatz steigt indeß bedeutend, wenn man die 487 Landräthe hinzuzählt, unter denen 272= 55,8 Proz. Adelige sind. In Summa sind dann von 1274 höheren Verwaltungsbeamten 493= 39 Proz. adelig. Nach dem Justizkalender für 1884 sind dagegen von 3907 richterlichen Stellen nur 262= 6,7 Proz. mit Adeligen besetzt. Während bei der Staatsanwaltschaft von 268 Staatsanwälten 27= 10 Proz. Adelige sind, findet man in der Rechtsanwaltschaft unter 2428 Rechtsanwälten nur 63= 2,6 Proz. Somit gehören von den 6603 Juristen, die in richterlicher, staats= oder rechtsanwaltschaftlicher Stellung sich befinden, 352= 5,3 Proz. dem Adel an. Für die nächste Zukunft wird an diesem Stande der Verhältnisse noch nichts Wesentliches geändert werden, denn unter 747 Assessoren sind 37=5 Proz. Adelige. Das„Adelsblatt“ platdirt nun energisch dafür, daß die jungen Adeligen und besonders diejenigen,„die nicht angewiesen find, als Königsbeamte ihr Dasein zu fristen", sich weniger als bisher„vom Glanze des Königsrocks verblenden" und mehr der juristischen Laufbahn, besonders der des Staats= und Rechtsanwalts sich zuwenden.„Von den vielen jungen Edelleuten“, klagt das genannte Organ der Adelsgenossenschaft, die sich, bevor sie das väterliche Erbe antreten, oft länger als 10 und 15 Jahre fern von der heimathlichen Scholle aufhalten, tritt die überaus größte Anzahl in die Armee ein, meist nur, um das gesellschaftliche Treiben eine Zeit lang zu genießen. Aber keiner von ihnen erfährt in dieser Stellung die Ausbildung, die für den späteren großen Grundbesitzer, für den Berather seiner Gemeinde, für den einflußreichen Freund der Kreisinsassen unumgänglich zu fordern ist. Und wenn sie erst gar das Vertrauen der letzteren ins Parlament deputirt, dann fehlt es ihnen, wie hundert Beispiele zeigen, nur allzu oft an der Herzhaftigkeit, aus der vornehmen Reserve herauszutreten, oder an der Gewandtheit, dialektische Künste des Gegners geschickt und schnell zu pariren.“ Ob dem Adelsblatt keine Ahnung davon dämmert, daß ein großer Theil der „jungen Edelleute“, die sich ernsthaft der advokatorischen Praxis widmeten, mit Nothwendigkeit für die Tendenzen, welche jenes Blatt versicht, verloren gehen würde? Speichen seines Lebensrades gegriffen und der Maschine eine andere Richtung gegeben hätten. Es kamen seine Heirath mit der Bewern'schen Prinzessin, die drei schweren Kriege— seine goldenen Träume zerstoben. Er fühlte sich allein.— Selbst seine Freunde, die ihn sonst erheitert, der neckische Voltaire, der seine ausgelassenen Scherzworte salto mortale schießen ließ, Maupertius, Winterfeld hatten ihn verlassen, auch die Musen, denen er stets bedeutende Opfer gebracht, konnten die schweren Sorgen, welche ihm das fast bankerotte Land verursachte, nicht verscheuchen. Er stand allein. Seine Jugendträume waren nicht zur Wirklichkeit geworden, die schöne erhabene Prinzessin war ihm entfremdet worden und nur ein unsichtbarer Faden führte von seinem Herzen nach der Kaiserstadt und diesen hatte Bewunderung, Achtung und Verehrung für die edelherzige Herrscherin von Oesterreich gesponnen. Um ihn hatten sich heute alle Diejenigen versammelt, welche ihm von der zahlreichen Freundesschaar der Zufall oder der unerbittliche Tod gelassen. Neben dem Marquis’Argens, damals Direktor in der Akademte, bemerkte man die Kainetsminister Graf von Finkenstein und Graf von Herzberg, denen der Kammeiherr von Pöllnitz einige pikante Ankkdoten aus seiner Praxis zum Besten gab. Der König, dessen Gewohnheit es sonst nicht war, sich in Gesellschaft Träumereien hinzugeben, oder in der karzen Spanne Zeit, welche er seiner Eholung zu widmen pflegte, sich mit Staatsgeschäften, welcher Art sie auch sein mochten, zu beschäftigen, hatte sein Ohr wieder der lebhaften Unterhaltung geliehen, die ihn gerade jetzt besonders zu interessiren schien, da ein Name in dem Gespräch auftauchte, den der Monarch sehr genau kannte. „Was Er da sagt, Pöllnitz, der„von Streber“ ist zum Teufel gegangen?“ rief er dazwischen. *—(Aussichten auf Besteuerung des Branntweins.) Wie verlautet, sind in den letzten Wochen Erhebungen über die Besteuerung des Spiritus angeordnet worden, welche auf die Absicht schließen lassen, in irgend einer Weise eine Mehrbelastung des Spiritus herbeizuführen. Da die Erhebungen nicht durch die Verwaltungsbehörden, sondern durch die Steuerbehörden vorgenommen werden, so will man daraus schließen, daß es sich nicht um eine Wiederholung des Lizenzsteuerprojekts handelt, sondern daß man eine andere Art der Brann weinbesteuerung in Aussicht genommen hat. *—(Das Meininger Regierungsblatt), welches sonst ohne politischen Inhalt erscheint, nimmt jetzt unter„Nichtamtliches“ Stellang gegen die Angriffe der„Nordd. Allg. Ztg.“ auf das Beamtenthum. Unter Weglassung der einleitenden Worte lautet der sichtlich offiziöse Artikel also: „Ein längerer Artikel in Nr. 173 jenes Blattes wiederholt nicht nur, daß zahlreiche hiesige Verwaltungsbeamte Fortschrittler seien,„daß der Beamtenstand dahier als eine Sektion der Fortschrittspartei charakterisirt werden müsse— sondern er entblödet sich nicht, die Beamten geradezu der Niederträchtigkeit zu beschuldigen, ihre politische Haltung nach dem Gefallen der Leiter von Bankinstituten oder des Leiters des Hoftheaters einzurichten, um sich im Besitze von Verwaltungsstellen und— guter Theaterplätze zu erhalten! Daß dieser Artikel den Thatsachen geradezu ins Gesicht schlägt, weiß Jeder, der die Verhältnisse kennt, und jeder unbefangene Leser,— wenn er nicht etwa eine artige Mystifikation der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" annehmen will,— muß ohne Weiteres die Absicht der Verdächtigung erkennen und gegen solche die Verachtung empfinden, welche in Deutschland die Verleumdung trifft. Auf den Kandidaten der Sozialdemokraten waren im Wahlkreise Sonneberg-Saalfeld(im Wahlkreis Meiningen=Hildburg= hausen haben es dieselben 1877 auf 609, 1878 auf 96, bei den späteren Wahlen 1880 und 1881 nicht einmal auf 20 Stimmen gebracht) 1874 1001, 1877 4842, 1878 809, 1881 50 Stimmen gefallen. Außer bei den Reichstagswahlen hatte diese Partei kaum ein Lebenszeichen gegeben. Bei der letzten Ersatzwahl aber haben mehrere Führer derselben den Wahlkreis bereist und in Wahlversammlungen mehrfach gesprochen. Die sozialdemokratische Partei konnte eben, da nur diese eine „Bei Nacht und Nebel, Euer Majestät. Er ist so plötzlich verduftet, daß wir erst heute durch einen Brief an den Kriegs= und Domänenrath von Brenkenhof Nachricht erhielten.“ „Wo steckt er denn?" „In Wien, Euer Mojestät. Dort hält er sich bereits drei Wochen auf, hat sich ein Haus gekauft und beschlossen, auf seinen Geldsäcken in Ruhe und Frieden seinen Lebensabend zu beschließen.“ „Was Er da sagt, Pöllnitz, und das erfahre ich erst heute!“ „Habe den Brief auch erst heute gelesen“, entgegnete der Kammerherr. „Und welchen Grund giebt er an, daß er meine Staaten verlassen?“ „Er meint, er könne in Euer Majestät Ländern das Klima nicht mehr vertragen.“ „Nachdem er sich in meinem Dienste vollgesogen hat wie ein Blutegel!“ „Besonders durch die Kornlieferungen, schaltete Herzberg ein. „Das nenne ich iwpertinent von dem Menschen, sein Geld— und er soll beidenmäßig viel Geld haben — aus dem Lande zu ziehen.“ „In dem Geld überhaupt eine Rarität iste, bemerkte trocken’ürgens. „Da soll man noch an die Dankbarkeit seiner Unterthanen glauben! Dem Streber hätte ich eher zugetraut, mit vollen Segeln der Hölle zuzusteuern, als nach Oesterreich zu gehen!" „Doch er soll es bereuen!“ fügte er hinzu,„und wenn Ihre Majestät von Deutschland—“ „Euer Mojestät Freundin“, bemerkte der Marquis, der vor allen Anderen das Vorrecht genoß, dem Könige ungestraft widersprechen zu dürfen. (Fortsetzung folgt.) Ersatzwahl im Gange war, dabei alle ihre Kräfte ins Spiel bringen. Das Gesetz wider die Sozialdemokratie läßt es wohl kaum zu, jene Führer ohne Weiteres am Reisen im Wahlbeziik oder am Reden in Wahlversammlung n zu hindern. Aus Anlaß der gehaltenen Reden sind in einigen Fällen Wahlversammlungen von den überwachenden Polizeibeamten aufgelöst worden. Daß außerdem zureichender Grund zum Einschreiten vorgelegen habe, dafür spricht kein Anzeichen, im Gegentheil heben die Berichte der Lokalblätter, welche durchgängig den sozialdemokratischen Kandidaten bekämpft haben, ausdrücklich hervor, daß die sozialdemokratischen Redner sich großer Zurückhaltung befleißigten, und gerade dieser klugen Mäßigung mag jener Kandidat eine große Anzahl Stimmen verdanken. Richts aber würde der Sache der Sozialdemokratie mehr gedient haben, als wenn gegen ihre Redner die Behörden ohne zureichenden Grund eingeschritten wären. Im Reichstag sitzt dermalen eine ganze Anzahl Sozialdemokraten; dieselben werden die Stimmenmehrheit in ihren Wahlkreisen schwerlich ohne rührige Agitation erlangt haben. Ist deshalb gegen die Beamten in jenen Wahlkreisen der Vorwarf lässiger Handhabung des Sozialistengesetzes zu erheben oder je erhoben worden? Mit welchem Recht kann man nun jetzt einen solchen Vorwurf gegen die Meiningenschen Beamten schleudern, nachdem in einem Meiningenschen Wahlkreis der sozialdemokratische Kandidat zwar viele Stimmen, aber doch noch einige weniger als 1877 und bei weitem nicht die Mehrheit erlangt hat, sondern unterlegen ist! Nach den Gesellschaftsstatuten werden von der Meiningenschen Regierung der Vorsitzende und dessen Stellvertreter im Verwaltungsrathe der Werrabahn(zwei andere Mitglieder von der Weimarischen und Koburgischen Regierung), ferner je zwei Mitglieder des Verwaltungsrathes der Mitteldeutschen Kreditbank und der Deutschen (Meininger) Hypothekenbank ernannt. Die Regierungsmitglieder sind in allen Dingen völlig unabhängig von der Gunst oder Ungunst der Direktoren oder irgend welcher betheiligter Finanzkreise. Dem Verwaltungsrathe der Werrabahn gehören zwei weitere hiesige Verwaltungsbeamte an; dieselben verdanken ihre Sitze nicht der Wahl durch Finanzkreise, sondern ihrer früheren Stellung als Bürgermeister zweier an der Werrabahn belegener und mit Aktien betheiligter Städte. Ihre Bezüge aus der Gesellschaftskasse— mäßige Tagegelder bei Sitzungen— werden im ganzen Jahr nicht 120 Mark erreichen. Die Namen mehrerer der hier in Frage stehenden Beamten finden sich neben denen einer Anzahl anderer Verwaltungs= und Richterbeamten unter einem Aufruf d. d. Meiningen, den 10. April, gegen„Widerwahl eines mit der Fortschrittspartei vereinigten Reichstagsabgeordneten." Welche politische Arsicht der Leiter des hiesigen Hoftheaters hat, darüber geht uns und wohl den meisten Theaterbesuchern jede Kenntniß ab. Soviel aber ist gewiß, daß derselbe auf die Vergebung der Plätze im Theater nicht den mindesten Einfluß besitzt, noch je zu haben angestrebt hat.“ * Lübeck, 17. April.(Geibel=Denkmal.) In der gestrigen Sitzung des Bürgerausschusses gelangte eine Mittheilung des Senats zur Verlesung, in welcher Eine Jagd in Cochinchina. In den ersten Tagen des Monats Mai 1878 erhielt ich von einem Freunde, der die Stelle eines Administrators der Regierung in Thay=Ninh bekleidete, eine Einladung zur Jagd. Da der Mai der Zeitpunkt des Ueberganges von der Trockenheit zur Regenzeit ist, so mußte ich mich beeilen, der Einladung Folge zu leisten, indem schon im Juni, Dank dem schrecklichen Klima, eine Jagd in den Wäldern dem Europäer verderblich werden kann. Mein Freund sprach in seinem Briefe nur von Büffeln, Elephanten und anderem eben so verlockendem Wilde und so wurde es ihm nicht schwer, mich zu dem Ausfluge zu bewegen. Am Morgen des 16. Mai kam ich in Thay=Ninh an und da ich nur einen achttägigen Urlaub hatte, so wurde beschlossen, daß die Jagd den nächstfolgenden Tag beginnen solle. Thay Rinh liegt an der Grenze des Königreichs Siam. Es ist der nördlichste Punkt der so fruchtbaren französischen Niederlassung. Rings von dichten Waldungen umgeben, von zahllosen Kanälen und Bächen bewässert, in ein m Umkreise von zihn bis zwölf Meilen von einer hohen Hügelkette eingeschlossen, ist diese Gegend ein Sammelplatz für alles nur erdenkliche Wild. Die Jagd ist freilich nicht ohne wirkliche Gefahr, aber um so ergiebiger. Am 18. Mai, um 4 Uhr Morgens, brachen wir auf; unsere Treiber, sämmtlich Anamiten, hatten den Abend vorher eine Heerde von etwa fünfundzwanzig Elephanten aufgespürt; von Büffeln oder Tigern, denen zu begegnen man in di sem reizenden Lande stets gewärtig sein muß, war keine Spur. Wir waren unserer neun Europäer, sämmtlich beritten; unsere vorzüglichen kleinen Rachgia=Pferde waren von einem reizenden Bau, dabei schnell und feurig, jedoch kannten sie nur zwei Gangarten, den Schritt und den Galopp. Wir waren mit gezogenen Lefauche#x. Büchsn und langen Jagdmessern bewaffnet. Eine Meute von dreißig Slou bis(australischen Hunden), welche den von uns zu verfolgenden Tyieren an Wildheit richts nachgaben, begleitete uns. Ein alter Inspektor leitete die Jagd. Es war ein ehemaliger Marine- Infanterie=Offizier, der durch eigen den Gefühlen der Befriedigung über die so erhebend verlaufene Leichenfeier für den verstorbenen Dichter Emaruel Geibel Ausdruck gegeben und hieran anknüpfend Anträge auf Errichtung eines einfachen, aber würdigen Denkaals am Grabe des Verstorbenen in Aussicht gestellt werden. Vom Bürgerausschuß wurde diese Mittheilung mit großer Befriedigung entgegengenommen und beschlossen, derselben im Protokolle Ausdruck zu verleihen. * Hannover, 19. April.(Aufforderung.) Mit Bezug auf den vielerörterten Konflikt zwischen Offizieren, Civilisten und Nachtwächtern in der Nacht vom 29. zum 30. März erläßt das zur Untersuchung der Sache eingesetzte gemeinschaftliche Militär= und Civilgericht eine Aufforderung an alle etwaigen Zeugen der Vorgänge in jener Nacht, namentlich zu Beginn des Konfliktes. Dem genannten gemeinschaftlichen Gericht steht nur die Untersuchung, nicht die Aburtheilung der Angelegenheit zu. Das eventuelle Urtheil wird für das Militär vom Militärgericht, für das Civil vom Civilgericht gesprochen. * Hannover, 18. April.(Die Gesellenlohnfrage) ist in Hannover ein Hauptthema der Verhandlungen geworden. Mechaniker striken bereits, die Tischler haben mit ihren Forderungen in allen Klassen der Gesellschaft keinen Anklang gefunden, halten aber fest an den von ihnen aufgestellten Lohnsätzen und werden Sonntag Nachmittag in einer öffentlichen Versammlung sich darüber erklären, ob sie durch einen Strike die Erreichung ihres Zieles erzwingen wollen oder für angemessener erachten, gelindere Saiten aufzuspannen. Die Maurer und Zimmerer haben ebenfalls eine wesentliche Erhöhung des Lohnes als unerläßlich bezeichnet, jedoch in einer gestern Abend von mehreren tausend Gesellen besuchten Versammlung ihre Forderungen in einer Form geltend gemacht, welche eine Einigung mit den Meistern als wahrscheinlich erachten läßt. Sie beantragen, daß man einen täglichen Lohn von durchschnittlich 3 K 50„ während der gegen 30 Wochen anhaltenden guten Arbeitszeit ihnen bewillige, erkennen aber an, daß diese Bewilligung nur in einem allmählichen Aufbessern des Lohnes zu gewähren ist, und erklären sich zufrieden, wenn das Ziel durch gelegentliche Benutzung günstiger Konjunkturen erreicht wird. Zur Begründung ihrer Forderung weisen sie darauf hin, daß bisher der durchschnittliche Lohnbetrag pro Tag mit Einrechnung der arbeitslosen Tage 2 K 10„ auch für den verheiratheten Arbeiter war. Der durchschnittliche Lohnsatz während der besten Arbeitszeit war bis heute 2 M 80 J. Mehrere Maurermeister und Zimmermeister haben bereits in Anerkennung der Unzulänglichkeit des bisherigen Lohnes eine Erhöhung desselben auf 3 K 20+, andere auf 3 K 30 c eintreten lassen, außerdem auch zugesagt, nach Erreichung einer besseren Werthschätzung ihrer Leistung den Gesellenlohn auf 3 K 50+ für gute Arbeit festzusetzen. Diese von den Vorsitzenden der Gesellenkommission mitgetheilten Zugeständisse fanden den Beifall der Versammlung. Einige Gesellen stellten allerdings die Forderung auf, der Lohn von 3 K 50„ müsse sofort gezahlt werden, und zwar für jeden, auch für den wenig befähigten Arbeiter, bemerkend, daß die geringe Befähigung schon ein Unglück für den Arbeiter sei, und dieses Unglück zwölsjährigen Aufenthalt in Cochinchina mit den Gefahren, die uns begegnen konnten, sowie mit den Mitteln, dieselben abzuwenden, vollständig vertraut war. Er schärfte uns ein, ja nicht die Thiere im Rudel anzugreifen, sondern nur auf vereinzelte Thiere zu schießen, denn sobald eine Heerde großen Wildes, durch eine unvorsichtige Salve, mehrere der ihrigen hat fallen sehen, so stürzt sie, anstatt zu fliehen, sich mit Wuth auf die Jäger, so daß di se sehr häufig ihre Voreiligkeit und Tollkühnheit mit dem Leben bezahlen müssen. An den ersten beiden Tagen thaten wir nichts. Die Elephanten waren nach Siam übergetreten und wir durften ihnen nicht folgen, da ein Ueberschreiten der Grenze, mit den Waffen in der Hand, leicht den Argwohn der Mandarinen hätte erregen können. Wilde Affen zeigten sich wohl, aber nur in größeren Heerden. Nach zwei im Walde zugebrachten Nächten waren wir am 20. schon im Begriff, unsern Rückweg nach Thay=Ninh anzutreten, als einer unserer Treiber uns ein Rudel Wildschweine signalisirte. Man muß sich von diesen Thieren aber kein Bild nach den drei oder vier verkümmerten Exemplaren machen, welche sich in unseren zoologischen Gärten befinden, und die, garz jung von Saigun herübergebracht, in unserem Klima nie zur vollen Eatwickelung gelangt sind. In Cochinchina entfalten sich ihr Wuchs und ihre Kräfte ganz anders. Das wilde Schwein hier gleicht unserem Eber, es ist schwarz von Farbe, jedoch sind seine Borsten feiner als die des europäischen Wildschweines; was nun seine weiteren Eigenthümlichkeiten anbelangt, so werden wir dieselben im Verlaufe unserer Geschichte kennen lernen. Rosch bestiegen wir unsere Pferde, deren ganzes Sattelzeug aus einr mit Gurten überschaallten Decke und einem Paar Steigbügeln, ährlich den arabischen, bestand; da ich ein schlechter Reiter bin, habe ich mich nie in diese prinistive Eimichtung finden können und seit dem 20. Mai 1878 habe ich für immer ein Haar in derartigen Reitübungen gefunden. Unsere Sloughis jagten drei Rudel nach einander auf, jedes von etwa zwei bis dreihundert Stück. Keire Möglichkeit war, einen Schuß zu thun! Der Inspektor hatte des Schießen streng untersagt, da der Angriff der Schweine nicht winiger gefährlich ist, als der der Büffel. dürfe nicht durch einen geringeren Lohn bestraft werden. Derartige, gegen alle gesunden Grundsätze streitenden Forderungen wurden mehrfach zum Ausdruck gebracht, aber bedeutend überstimmt, und der von den Vorsitzenden gestellte Antrag, die in Obigem mitgetheilten Wünsche zur Kenntniß der Meister zu bringen, wurde mit großer Majorität angenommen. Die Tischler mögen sich an diesem maßvollen Auftreten ein Muster nehmen. Sie verlangen für den unfähigsten Gesellen, trotz der Möglichkeit, das ganze Jahr hindurch in Arbeit zu bleiben, pro Woche mindestens 15 K, also pro Jahr 780 M, für den geübtesten Arbeiter 1300—1400 M, dabei Befreiung von aller Sonntagsarbeit, während die Maurer und Zimmerer bei ihrer weit anstrengenderen Arbeit selbst für den fähigsten Arbeiter nur ca. 1100 M beanspruchen, und diesen Lohn nicht auf einmal, sondern allmählich zu erreichea suchen. Halberstadt, 17. April.(Arbeiterstrike.) Dem Beispiele der strikenden Cigarrenarbeiter sind gestern die hiesigen Zimmerleute gefolgt, indem nicht weniger als gegen 300 ihre Arbeit eingestellt haben. Die von den Zimmerleuten gestellten Forderungen gingen dahin nur bis 6 Uhr Abens statt bis 7 Uhr bei gleichem Lohne zu arbeiten.(Magdeb. Ztg.) Oesterreich=Ungarn. * Wien, 18. April.(Der Besuch des Kronprinzenpaares.) Die gestern eingetroffenen Nachrichten über den Empfang des Kronprinzenpaares im Yildiz=Kiosk haben hier den besten Eindruck gemacht; der Kronprinz selbst hat sich in einer hierher gerichteten Depesche mit vollster Befriedigung ausgesprochen. Der Sultan soll persönlich die größte Liebenswürdigkeit entfaltet haben, um seinen Gästen angenehm zu sein. Dieselben bewohnen im Garten des Sternenpalastes einen speziell für sie mit enormen Kosten errichteten und mit aller Pracht des Orients ausgestatteten Kiosk, dessen Damengemächer namentlich in den letzten Tagen der alleinige Gegenstand der Unterhaltung für die vornehme Frauenwelt waren. Abdul Hamid hat, nachdem er anfänglich bei der Ankündigung des Besuches überrascht gewesen war, schließlich selbst die orientalische Gastfreundschaft überboten, nachdem er zu der Einsicht gebracht war, der Besuch des Erbprinzen aus einem der mächtigen Kaiserhäuser der central=europäischen Allianz bedeute eine neue Anerkennung der Großmachtstellung der Türkei. Der dem Kronprinzenpaare eingeräumte Kiosk soll in seiner Einrichtung nicht weniger als 250,000 Frks. gekostet haben. Eine Pariser Firma hat allein für 5000 Frks. Parfümerien geliefert. Zur österreichischen Botschaft konnte man bis jetzt nur zu Fuß gelangen, und dieselbe urgirte seit Jahren umsonst die Herstellung einer Zufahrtsstraße; endlich ist dieselbe bewilligt und in drei Tagen hergestellt worden, indem man die im Wege stehenden Häuser kurzer Hand niederriß und die Bewohner fortjagte; zwei Klafter mußten abgegraben werden, so daß die Betroffenen jetzt mit Leitern zu ihren Balkonen hinaufsteigen müssen. Allein um derlei kümmert sich im Orient Niemard.(N. Ztg.) * Wien, 20. April.(Empfang einer Deputation.) Erzherzog Albrecht empfing heute Mittag die Da ich noch ein Neuling war, hatte mich der Inspektor unter seine besondere Obhut genommen. Mein Herz pochte, ich hatte das Vorgefühl einer Ueberraschung. Gleich Lawinen stürzten die drei Rudel auf ungefähr 300 Meter Entfernung an uns vorüber, gefolgt von unseren kühnen Sloughis. Das gellende Heulen unserer anamitischen Treiber und Piqueure mischte sich in das anhaltende rasende Gebell der Meute. Bald verschwand Alles in den Büschen und Sträuchern, von Zeit zu Zeit ungeheure rothe Staubwolken aufwirbelnd; kaum konnten wir in dem allgemeinen Strudel hier und da einige Stück Wild unterscheiden, welche sich erschreckt und grunzend in den Schutz irgend eines Dickichts stürzten. Wir hielten uns still und unbeweglich in einem dichten Gebüsche von Tamarinden und Kassies verborgen, spähenden Auges die Waffe schußbereit. Nach etwa zwanzig Minuten brach, aufgejagt vom Rest der Meute, ein viertes Rudel hervor; hundert und fünfzig Stück, den Rüssel in der Luft, das Auge unruhig, das Ohr gespitzt, sie batten uns gewütert und stürzten etwa hundertdreißig Schritt weit an unserm Hinterhalte vorüber. Die Ungeduld hatte mich erfaßt, in drei Tagen nicht ein Schuß!— der Inspektor hatte mich aus den Augen gelassen, die Jagdlust riß mich fort.— Schuß ertönt und ein Schwein, tödtlich getroffen, wälzt sich heulend am Boden. „Unsinniger!“ ruft mir der Inspektor zu,„schnell fort im Galopp.“ Im Nu hatten sämmtliche Jäger den Hinterhalt verlassen und mit verhängtem Zügel sprengten wir davon. Kein Wort wurde gesprochen, die Gefahr drängte. Ein dumpfes Rollen macht den Boden hie ter uns erzittern. Der ganze Trupp stürzte hinter uns drein, die Gejagten sind jetzt die Jäger und lassen von unserer Spur nicht ab, bis einer von uns erlegen, ehe wir den Saum des Waldes erreicht haben. Jeder sorgt für sich, der Führer sprengt voran und Jedermann folgt, so rasch sein Pferd ihn tragen kann. Die eingeborenen Treiber haben uns verlassen, nur auf ihre Rettung bedacht; und so bald als möglich die Ebene zu erreichen, ist unsere einzige Aussicht, den wüthenden Bestien zu entgehen. (Schluß folgt.) hier eingetroffene Deputation des königlich preußischen 2. ostpreußischen Grenadier=Regiments Nr. 3, welche ihm die Glückwünsche des Regiments zu seinem 25jährigen Jubiläum als Chef des Regiments und ein großes photographisches Gruppenbild des Regiments überbrachte. Der Erzherzog, welcher die Uniform seines preußischen Regimentes trug, dankte auf das Herzlichste für die ihm dargebrachte Huldigung und unterhielt sich längere Zeit mit den Mitgliedern der Deputation. Rumänien. * Bukarest, 21. April.(Einsturz.) Der Cirkus Sidoli ist während der gestrigen Abendvorstellung eingestürzt; mehrere Personen sind getödtet, andere verwundet worden. Aegypten. * Kairo, 19. April.(Hussein Pascha) telegraphirt aus Beiber, daß Flüchtlinge von Khartum und die Garnison von Shendy vor mehreren Tagen Shendy in Dampfschiffen verlassen hätten. Die Schiffe seien in Berber noch nicht eingetroffen und es sei nicht bekannt, ob die Dampfer gescheitert oder von Rebellen angehalten worden seien. * Kairo, 20. April.(Bestätigung.) Es bestätigt sich, daß der mit 300 Flüchtlingen von Shendy abgegangene Dampfer auf dem Nil gescheitert ist; die Passagiere und Mannschaften wurden von den Aufständischen angegriffen und sämmtlich niedergemacht. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 22. April.(Militärische Personalien.) Das neu ste Militairwochenblatt meldet: v. Hugo, Hauptmann vom Generalstabe der 21. Division, früher im Inf.=Reg. Nr. 55, zum Major befördert; von und zu Gilsa, Pr.=Lieut. vom Inf.=Reg. Nr. 55, zur Dienstleistung bei dem großen Generalstabe vom 1. Mai cr. auf ein Jahr kommandirt. * Detmold, 21. April.(Frl. Lechner) hat, wie uns mitgetheilt wird, mit großem Erfolge am Großherzoglichen Hoftheater in Darmstadt gastirt. Als Margarethe in der gleichnamigen Gounod'schen Oper wurde sie am Sonntag wiederholt hervorgerufen. * Minden.(Neues Bad.) Ein längst empfundenes Bedürfniß zu befriedigen, soll jtzt hier versucht werden, indem eine das ganze Jahr hindurch benutzbare, in jeder Weise gut ausg stattete und mit einer Dampfwäscherei verbundene große Bade= und Schwimmanstalt nach dem System des Oldenburger Architekten Spieske hier begründet werden soll. Die Städte Oldenburg und Osnabrück haben bereits derartige Etablissements errichtet und deren Wohlthat schnell erkannt. Nach dem Voranschlage würden sich die Kosten für die hiesige Anstalt auf ca. 45000 M. belaufen. Ein Grundstück wird die Stadt wohl hergeben; betheiligt sich die bemitteltere Bürgerschaft einigermaßen lebhaft an der Aktienzeichnung zur Beschaffung des Baukapitals, so wird hier bald ein neues gemeinnütziges Institut entstehen, das auf den allgemeinen Gesundheitszustand seinen Einfluß nicht verfehlen und sich auch verzinsen wird. * Soest, 15. April.(Entdeckte Wand mal ereien.) Nach dem„Christl. Kübl.“ sind in der(protestantischen) Höhenkirche(St. Maria zur Höhe) hierselbst jüngst ausgedehnte Wandmalereien entdeckt worden. Der ganze erst zum Theil bloßgelegte Bilderkreis, der wohl den Höhepunkt der westfälischen Malerschule, die von byzantinischen Vorbildrn ausgegangen war, bezeichnet, zerfällt in drei Hauptgruppen; die erste füllt Decken und Oftwand des gradlinig geschlossenen Chors mit Szenen der biblischen Geschichte, rechts vom Fenster Johannes im Jordan taufend, links Daniel in der Löwengrube und Habakuk vom Engel durch die Luft geführt. Unter den letzteren Darstellungen Ch istus in einer figurenreichen Szene, unter der ersteren Ueberreste einer Hochzeit zu Cana. Die unter dem Fenster sich hinziehenden Nischen enthalten südlich eine vorzügliche Kreuzigungsgruppe, nördlich einen Gottvater, während die mittlere Nische einem Wandschrank mit romanischer Zierdekoration dient. Die Deutung der durch die Tünche des Chorgewölbes durchschimmernden Figuren ist vorerst noch nicht möglich. Die zweite Gruppe findet sich in den nördlichen Nebenchören, ebenfalls in drei Figurenreihen übereinander. In der Halbkuppel ist die Krönung Mariä, darunter rechts und links mehrere Märtyrer Legenden dargestellt, während die unterste Reihe größtemheils zerstört ist; nur einige Köpfe von außerordemlicher Anmuth zeugen von der Meisterschaft des Kunsilers. Die dritte Gruppe endlich befindet sich in einer als Altarraum benutzten Nische neben der setzt er“ neuerten Eingangsthür der Nordwand: hier sind rechts und links vom Fenster zwei.iliger figuren und darunter als Hauptbild die Kreuzigung Chrini in figurenreicher Komposition dargestellt, welche sich der besten Schöpfung auf diesem Gebiete kühn an die Seite stellen kann. Die Fisselg byzantinischer Startheit sind hier abgestreift; in seinem Verständniß des menschlichen Körpers und der Seelenstimmungen hat der Künstler seine Meistrschoft dekundet. Die Malereien gehören wahrscheinlich der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts an und dürften mit dem Maler Everwus in Zusammenhang gebracht weiden, der 1231 in Soest angesessen war.(W..) * Soest, 18. April.(Soester Zuckerfabrik.) In der am 15. d. M. stattgehabten ersten, sehr zahlreich besuchten General=Versammlung wurde Bericht erstattet über die erste Campagne und konnten in demselben sehr günstige Betriedsergebvisse konstatirt werden, indem bei einem Gesammtumschlage von cu. 900000 M ein Reingewinn von ca. 100000 M erzielt wo..n ist, der einer Dividende von 18 Proz. entspricht. Der Aussichtsrath schlug vor, davon 10 Proz. zu vertheilen, den Rist von 8 Proz. aber dem Baufonds zuzuweisen und soll über diesen Vorschlag in einer dimnächst nach Vollendung des Geschäftsjahres(30. Juni cr.) zu berafenden General=Versammlung Beschluß gefaßt werden. Im vorigen Jahre sind 2000 Morgen Zuckerrüben bestellt worden, im laufenden Jahre sollen jedoch 4000 Morgen dazu benutzt werden und wurde daher beschlossen, das Rübenhaus sowohl als das Zuckerhaus, die sich ohnehin als zu klein erwiesen, zu erweitern, was einen Kostenaufwand von ca. 60000 M erfordern wird.(W..) Vermischtes. *(Die Frage, ob Hunde lesen lernen), hat sich neuerdings der bekannte englische Gelehrte John Lubbock vorgelegt, und der günstige Erfolg der Versuche, die er mit einem schwarzen Pudel anstellte, lassen ihm die Erreichung jenes Zieles als im Bereiche der Möglichkeit liegend erscheinen. Seine Methode war derjenigen gewisser Taubstummenlehrer ähnlich. Er stellte dem Thiere zw.i Schüsseln hin, von denen die eine Futter enthielt, während die andere leer war; auf die erstere legte er eine Karte, auf der das Wort„Futter“(Foed) geschrieben stand, während dann die leere Schüssel mit einer unbeschriebenen Karte versehen wurde. Der lernte bald zwischen beiden Karten unterscheiden. Die nächste Station war, daß er die beschriebene seinem Herrn bringen lernte, um dadurch seinem Verlangen nach Nahrung Ausdruck zu geben. Auch das hatte er bald gelernt, so daß er nur selten die unbeschriebene Karte brachte. An einem Morgen brachte er neun Mal hintereinander die richtige Karte herbei, obgleich er sie jedesmal wieder unter mehreren leeren Karten hervorsuchen mußte. Lubbock glaubt, daß er bereits zwei Karten mit den Inschriften„kood" und„out“ zu unterscheiden verstände. Durch allmähliche Vermehrung der Karten mag der Hund nach und nach dahin gebracht werden, beliebig seine Mittheilungen zu machev. Inwiefern bei dem glücklichen Verlaufe dieser Versuche noch andere Umstände wirksam gewesen sind, lassen wir hier dahingestellt. Jedenfalls können wir nicht umhin, uns der Aufforderung des englischen Naturforschers anzuschließen, daß einer oder der andere unter den zahlreichen Besitzern und Liebhabern von Hunden weitere Beobachtungen dieser Art anstellen möchte. * Hannover, 14. Apcil.(Abschaffung der Scheuklappen.) Ein Mitglied des Thierschutzvereins schreibt dem„Hann. Cour.“: Die hiesige Gesellschaft der Pferdeeisenbahn hat ihre Pferde von den schädlichen und häßlichen Augen= oder Scheuklappen befreit, eine Wohlthat, die wohl von den meisten Mitgliedern des Thierschutzvereins freudig anerkannt wird.— Denselben Fortschritt bemerkte man schon im letzten Sommer an den Pferden der Post und der Tramwaybahn in Leipzig. Schon seit Jahren haben einige Ortschaften die Augenklappen verworfen, um bei ihren Pfeiden die Aug nkrantheiten zu vermeiden, wie dies sich auch zur großen Freade bewährt haben soll. So möchten wir auch bemerken, daß viele Unglücksfälle in Folge der Scheuklappen stattgefunden haben, weil manche Pferde, die ohne dieselben nicht scheuen, solches thun, sobald man ihnen die fatalen Klappen anlegt. Bei der Artillerie sind die Pferde der Sicherheit und Gesundheit wegen von den Scheuklappen befreit. Wer die schädlichen und häßlichen Augenklappen wegen der Monogramme oder Standeszeichen für nöthig erachtet, kann ja dafür an den Kopfriemen hinreichenden Platz finden. Der Pferdekopf ist sicherlich schöner ohne, als mit Augenklappen. „* *(Die bekannte Mordaffäre Peltzer in Brüssel) scheint in ein höchst überraschendes Siadium zu treien. Das daselbst erscheinende Blatt„'Hetel de Ville: veröffentlicht folgenden geharnischten Allarmartikel:„Arwand Peltzer soll sich in fast hoffnungslosem Zustande befinden. Bei dieser Gelegenheit sei auf folgende Todesfälle hingewiesen: 1) Der Antwerpener Polizeikommissar ist, bevor er sein wichtiges Zeugniß in dieser Affäre ablegen konnte, gestorben.— 2) Der Portier da Miroir ist,.vor das Gericht aus seinem Munde die kleine blonde Dawe kennen lernen konnte, gestorben. — 3) Julie Raskaert ist im Hause Chaussee de Wavre Nr. 67, wo der Gerichtshof Kost und Logis für si: zahlte, das Opfer eines Vergiftungsattentats geworden; dieses Mädchen war in Dieasten Bernays und konnte ein gewichtiges Zeugniß abl gen.— 4) Gestorben ist ferner ein Aczt, welcher Julie Raskaert behandelte.— 5) Das Kind von Mme. Vaulieu ist gestorben. Dieser Todesfall kann auch die Mutter ins Grab bringen.— 6) Bernays, der Vater des Ermordeten, ist auch gestorben:— Armand wird sterben.— Jetzt beschwören wir das Gericht, screibt das„Journal’Hotel de Villen mit gesperrten Lettern, uns Gekör zu geben, damit es sich eines schönen Tag's nicht sagen muß: „Zu spät:. Seit einiger Zeit sind wir Zeugen eines seltenen Schauspiels! Mon verhaftet und inhaftirt Unschuldige! Wir lassen nicht ab, dem Gericht zuzurufen: Der Mörder Benays ist weder Almand noch auch Xeon Peltzer, welche zim Tode verurtheilt wurden. Wir kennen den Mördr und stillen uns zu seiner Entdeckung dem Gericht zur Disposition. Und das Gericht will uns nicht hören. Wir stehen indeß nicht all in, die öffentliche Meinung ist ertrüstet über die Unthätigkeit der Bebörde, bald wird der Name des Mörders auf allen Lippen schweben.— Was die kleine blonde Dame anbelangt, so ist es bisher Niemand eint gefallen, uns um deren Ramen zu fragen. Alle Wel wird sie also wohl kennen. Das Gericht wird sie also zum Schluß auch wohl kennen lernen. Literarisches. Die fünfmonatliche Reise, welche Prinz Friedrich Karl von Preußen im vorigen Jahre nach dem Orient: Aegypten, dem Sinai, Palästina, Syrien, Griechenland unternommen hat, ist der interessante Gegenstand eines illustrirten Prachtwerkes, von dem soeben die erste Lieferung im Buchhandel erschienen: Prinz Friedrich Karl im Morgenlande, nach ihren Tagebüchern und Handzeichnungen von seinen Reisebegleitern Professor Dr. H. Brugsch und Major von Garnier. Verlag der königlichen Hofbuchdruckerei Trowitzsch und Sohn in Frankfurt a. Oder.— Nach verschiedenen Richtungen hin bietet das Werk viel Anziehendes. In erster Linie durch die ritterliche Gestalt des Prinzen Friedrich Karl, dessen Friedensleben hier zum ersten mal von berufener Seite geschildert wird. Der Leser bekommt einen Einblick in das vornehm abgeschlossene, so anspruchslose und doch von einem so tiefen Verständniß für alles, was schön und edel, erfüllte Leben und Denken des Prinzen. Meisterhaft hat Professor Brugsch es verstanden, in den Reiseschilderungen den richtigen Ton zu treffen. Da ist nichts von Deduktionen und Abhandlungen des Aegyptologen, aber aus jeder Zeile der liebenswürdigen Plaudereien spricht der gelehrte Mann, der wie kein Zweiter, seit sein großer Freund Mariette todt ist, seinen Stoff beherrscht. Professor Brugsch hat sein ganzes Leben dem Orient— seiner Geschichte, seiner Kunst und Wissenschaft— gewidmet und über fünfundzwanzig Jahre auf afrikanischer und asiatischer Erde gelebt und gelehrt. Da kommt es uns vor, als habe er in diesem Werke unternommen, die Erfahrungen seines Lebens nieder zu legen und zugleich etwas von seiner Liebe und seiner Begeisterung für den Orient in das deutsche Volk zu tragen. Und wie vortrefflich sind auch diese Zeichnungen von der Hand Major von Garniers. Man vergißt, daß es ein Laie ist, der die Mußestunden soldatischen Lebens auf diese Bilder verwendet, ein Künstler von Gottes Gnaden tritt uns entgegen, der besonders in den beiden, der ersten Lieferung beigegebenen Vollbildern„Abstieg vom Sinai= und„Küste von Elis mit dem Taigetos: Vortreffliches geleistet.— Meisterhaft ausgeführt sind auch die Holzschnitte, in denen das Brend'amour'sche Kunstinstitut Proben seines Könnens gegeben und die auf voller Höhe der Holzschneidekunst stehen. Wir können die Anschaffung des Buches um so mehr empfehlen, als die Verlagshandlung, um den Bezug zu erleichtern, dasselbe in Lieferungen herausgiebt und der Preis der Lieferung (3 Mark) ein bei dem, was geboten wird, durchaus niedriger ist. Erste Lieferungen dürften in allen Buchhandlungen vorräthig sein. Marktberichte. * Paderborn, 19. April. Roggen 15,50, Weizen 18,80, Gerste 16,—, Hafer 15,65. * Berlin, 21. April. Weizen, per April=Mai 168,—, Septbr.=Oktbr. 177,25 M. Gek. 1000 Ztr. Roggen, per AprilMai 144,25, Septbr.=Oktbr. 145,— M. Gek. 4000 Ztr. Hafer, per April= Mai 137,75, Juni=Juli 137,75 M. Gek. 2000 Ztr. Rüböl, loko mit Faß 56,30, ohne Faß 55,40, per April= Mai 56,20, Septbr.=Okt. 56,10 M. Gek.— Ztr. Spiritus, loko 46 40, per April=Mai 47.50, Juni=Juli 48,40, Aug.=Septbr. 49,60 M. Gek 40,000l. Petroleum, loko 24,40, per April 24,20, Septbr.=Oktbr.—.— M. Gek.— Ztr. * Köln, 21. April. Weizen hiesiger 19,—, fremder 19,—, per Mai 17.70, per Juli 17,80, per Novmbr. 18,10. Roggen hiesiger 15,50, freinder 15,50, per Mai 14,—, per Juli 14,20, per Nov. 14.40. Hafer hiesiger 15.50, fremder 15,50. Rüböl in Partien 30,50, per Mai 30 30, per Oktober 29,70. * Neuß, 21. April. Weizen à 100 Kilo erster Qualität 18.40, zweiter Qualität 16.40. Landroggen à 100 Kilo 1. Qualität 14,60, 2. Qualität 12,60. Wintergerste 15,50. Buchweizen à 100 Kilo 1. Qualität 15,50, 2. Qualität 15,—. Hafer, alter, pr. 100 Kilo 15,40, neuer 13,80. Kartoffeln à 100 Kilo 4,—, Heu à 50 Kilo 3,60. Roggenstroh à 600 Kilo 28.— M. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ztr. M. 59,50, Rüböl per 100 Kilo faßweise 61,—. Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo M. 132.—. Kleien per 50 Kilo.80. * Antwerven, 21. April. Petroleum ruhig, disp. 19⅜8, per April 193/8, Mai 19¼. Juni 193/8, Juli 19 5/8, August 19⅞/8, Sept.=Dez. 20⅝8 fr. Kaffee ruhig, Santos good average per Aug. 55¾, Sept. 56¼, Okt. 56¼, Nov. 57, Dezbr. 57½ fr. per 50 kg Entrepot. Verkäufe von Kaffee 1000 B Santos fine average zu 27c, unverzollt. * Wien, 21. April. Das in dem Prozesse Schenk gefällte Endurtheil ist gestern dem Landgerichte zugegangen. Nach demselben ist Karl Schenk vom Kaiser begnadigt und die Todesstrafe von dem obersten Gerichtshofe in lebenslänglichen schweren Kerker umgewandelt worden. Die Hinrichtung von Hugo Schenk und Schlossarek soll morgen früh 7 Uhr stattfinden. * Bukarest, 21. April. Das Unglück im Cirkus Sidoli ist dadurch entstanden, daß ein Tragebalken des Daches brach, worauf alle Lampen erloschen und Feuer ausbrach. Bei der in Folge dessen entstandenen Verwirrung sind, so weit bis jetzt bekannt, 5 Personen getödtet urd viele verwundet. * London, 21. April. Die Herzogin von Edinburg ist gestern von einer Tochter entbunden worden. * Konstantinopel, 21. Aptil. Das kronprinzliche Paar mußte wegen hochgehender See den Ausflug nach der Prinzeninsel unterlassen; aus demselben Grunde ist auch die Reise nach Brussa fraglich geworden. Der Kronprinz und die Kronprinzessin unternahmen gestern mit großem Gefolge einen dreistündigen Ritt um die Stadtmauern, besuchten darauf den Palast Dolmabagdsche und keh ten spät Abends nach Yildiz=Kiosk zurück. * Konstantinopel, 21. April. Das österreichische Kronprinzenpaar machte Vormittags einen Ausflug nach Beikos, an der astatischn Seite des Schwarzen Meeres; Abends war große Tafel im Yildiz=Kiosk. Morgen wird die Reise nach Bressa fortgesetzt. Berliner Kurse vom 21. April. Deutsche Fonds. Deutsche Reichs-Anl. 103.—/4½% Brem. 74er Anl. 100,80 4½% Preuss. kons.„ 103 204%„"„ 80er 4 3½ 4 3½ 4 4½ 4 * R 2 2 „„„, 1 290 Staatsschuldsch. 992 Ostpr. Pomm. Pfdbr. 101.80 94.25 102.25 101 20 101,80 neue Posen. Westfäl. 4" Westpreuss. 4% Rhein.-Wstf. Rtnb. 101,90 4" Bad. Präm.„ 131 20 4" Baier.„„ 133.— Braunschw 20 Thlr.Loose 96 90 3½% Köln-Mind. Loose 126.90 Kurhess. 40Thlr.-„ 301,40 Meining. 4„„ 26,75 3% Oldenburger„ 148.— 3½% Preus. PrämienOblig 137,90 Ausländische Fonds. 4½% Oesterr. Silberrente J/J. „ P a p i e r- rente M/N " Goldr. „ 60r Loos. Oesterr. 64er Loose 5% Russ. Stieglitz VI. Ser. 68.35 4½ 5„ 67.— 85 60 120.50 311.50 5% Russ. Bodenkred. Pfandbr. 5. Gömörer„ 5„ Ital. Rente.. " Jersey City " New-Yorker ** 0„„ 4½„„ ** *„„ 5„„ 5% Russ. 62er Anl. 71er„ 75er„ 77er„ 80er„ III Orient. Anl. Prämien 66 89.50 101.80 94.25 Berg.-Märk. Bank Braunschweig-Hannov. Hypoth.-Bank Bremer Bank 109,75 Preuss. Deutsche Bank 158.— Disconto-Gesellschaft 2.— Essener Creditanstalt 100.80 Gothaer Grundkr.-Bank 2990 „„ junge 65.— Hannover’sche Bank 115 50 129.75 119,40 4„ Raab-Grazer Präm 95,— 86.40/8„ Rumän. Anl. 11½90 92.356„„„„ 104,60 93.755„„„ 100.— 84,105„" Amortisations 96.65 Anleihe 96.75 77,304½% Schwed. 75er Anl. 103, 0 60 754% Ung. Goldrente 103.20 137.—6„„„ 77,25 Bankaktien. 118.75 Köln. Wechslerbank 96.75 Leipz. Disconto-Ges. 111,90 84.— Oesterr. Kreditanstalt 541 50 Bodenkreditb. 105.25 Hyp. Akt.-Bk. 91,00 Hypoth.-Vers. Ges 93,50 Reichsbank 146 90 Schaffhausen. Bankv. 92.10 Westfälische Bank 101.75 Eisenbahn-Stammaktien. Aachen-Mastricht Bergisch-Märkische Bresl.-Schwdn.-Freib. Dortmund-Enschede Gal. C. Ludwb.(gar) Gotthardbahn Kronpr. Rudolf(gar.) 119,90 534 50 61.20 Mainz-Ludwigshaf. —.— Oberschlesische —— Oesterr. Staatsb. 63.70" Südb.(Lomb). 246.— 122 60 Rechte Oder-Uferb. 190 30 104.50 Rheinische 167 60 76,30 Russ. St.-B.(5% gar) 133,10 Eisenbaha-Prioritäts-Obligationen 4½% Braunsch.-Hann. 102.— „„ 99 80 Deutsche(Berlin)103 10 do. 99.80 do. 105,10 Gothaer Präm. I 102,75 „„ II 102.— „ rsb. 110 93.— „„ 100 88,90 Meitunger 101.— „ P r ä m. 1 1 7.— Preuss. Bodencr. V. u. VI. Ser. 103.25 Preuss. Bodencr. rzb. 110 111 75 do. III„ 100 101,10 do.„ 100 99.50 Hypotheken-Certifikate. 4 4½ 4% 5„ 5„ 4½ 4„ 4½ 4 5% Prss. Centr. Bdnc. rzb. 100 102.50 5 do. 4½ 4½„ 5„ 5„ 4½ 2 4½ 4½„ 4½ rzb. do. Preuss. Pfdbr. rzb. do. do. 110 100 Hypoth. 120 110 100 do.„ 100 Preuss. Hypoth. V. A. G. Certific. Stettiner Nat. Hyp. rzb. 100 do.„ 110 Schwedische 115— 105.— 109 50 108.75 101 40 102.— 102.— Industrielle-Gesellschaften. Aachen-Höngener 4110 Bochumer Gunsstahl 103 60 Bonifacius Bergwerk 71,90 Borussia„ 118.75 Donnersmarkhütte 61.80 Dortm. Union St. Frior. 82.20 Egestorff’s Salzwerke 111 50 Gelsenkicchen 118 10 Georg Marienh.31. Acr. 69,90 Hannov. Masch. 11.— do. St. Prior. 76 30 Harkort Bergwerke" 70,50 Harpener Bergwerke Hibernia„ Hörder Hütten. conv. König.- u. Laurah. König Wilhelm Louise Tiefbau Nordd. Lloydaktien Ravensberg. Spinnerei 140.— Sächsische Maschinen 140 50 Vorwärts, Bielef.Spinn. 121,80 Westtäl.Drahtindustrie 103.25 Westf. Union St. Prior 75,50 Meteorologische Beobachtungen vom 21. April, Morgens 8 Uhr. Die Wetterlage hat sich seit gestern wenig verändert, über Centraleuropa dauert die meist schwache, nur an der Küste vielfach starke östliche bis nördliche Luftströmung bei kühlem meist trübem und stellenweise zu Schneefällen geneigtem Wetter fort. In Deutschland, wo Nachtfröste stattfanden ist die Temperatur etwas gestiegen, jedoch liegt dieselbe noch beträchtlich unter der normalen. Eine wesentliche Aenderung der Wetterlage ist zunächst noch nicht zu erwarten. 22. klar. Sonnen=Aufgang 4 U. 52., Untergang 7 U. 7 M. Mondes Aufgang 313 Mrgs., Untergang 314 Nchm. Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold Thermalbad Werne. Die Prophezeihung des Herrn Geh. Hofraihs Professor Dr. Fresenius, „daß die Thermalquelle zu Werne eine der heilkräftigsten Deutschlands sein würde“, hat sich vollkommen bestätigt; die Kurerfolge und der Besuch des Theimalbades Werne waren äußerst zufriedenstellend in der letzten Saison. Die Badequelle hat auch den großen Vorzug vor vielen ähnlichen Quellen, daß sie das klare, von Kohlensäure perlende Wasser direkt an die Badewannen bringt. Hoffentlich wird die kommende Saison auch manchem Kranken Heilung bringen. Verdingung von Bauatriit. Die Arbeiten und Lieferung der Materialien zum Neubau einet Schulhauses in Sabbenhausen sollen im Wege der Submissior vergeben werden. Termin hierzu ist auf Dienstag, den 29. d.., Morgens 11 Uhr, im Schulhause hiers. angesetzt, wozu Unternehmer mit dem merken geladen werden, daß daselbst Riß, Kostenanschlag und Bedingungen zur Einsicht bereit liegen. Sabbenhausen, 21. April 1884 Der Schulvorstand. Weil im Lande die irrige Meinung verbreitet ist, daß auf Fürstl. Saline Salzuflen Düngesalz und Dornstein nicht mehr zu haben sei, so wird den Herren Landwitthen hierdurch mitgetheilt, Düngesalz und gemahlen. Vornsteingyps in altbekannt guter Qualität stett vorräthig gehalten und zu den bisherigen Preisen abgegeben wird. Fürstl. Saline=Verwaltung. Lörts=Ruztigt. Heute entschlief sanft nach langem Leiden, unser lieber Vater, Großvater und Schwiegervater, der Scuhmacherm. Heinrich welches ti fbetrübt anzeigen Die trauernden Hinterbliebenen. Blomberg, 22. April 1884. Die Beerdigung findet am Freitag, den 25. d.., Morg ns 10 Uhr statt. i Vereicherulig. Eine ältere mit großen Geldmitteln ausgestattete Feuerversiche rung sucht noch in allen größeren Orten,— auch auf dem Lande— des Fürstenthums Lippe thätige Agenten gegen außergewöhnlich hohe Provision anzu stellen. Gefl. Off. sub D. C. 6062 G. L. Daube& Co. in Köln. Tapeten. 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Ein Beitrag zu den Antiquitäten unseres Landes, soweit sich diese an bauliche Ueberreste, Inschriften etc. knüpfen und aus denen wir ersehen, wie vergangene Geschlechter dem heimathlichen Boden die Spuren ihres Denkens und Treibens aufgedrückt. Meyer’sche Hofbuchh. (H. Denecke) etmeld. Mit den neuen Schnelldampfern des Norddeutschen Lloyd kann man die Reise von Bremen nach Amerika in 9 Tagen—. machen. Näheres bei Salomon& Oppenheimer, Detmold, W. Schröter, Lemgo, S. Bachrach, i. F. A. H. Bachrach Ww., Schwalenberg. ROSEI!, Verlag der Meyer'schen Hofbuchhandlung(H. Denecke) in Detmold. Anleitung zur Veredelung und Pflege der Rosen und Obstbäume von C. Voß, Lehrer in Schieder bei Pyrmont. Preis 60 Pf. Sechste 0BO1vermehrte und vrieer: BAULLL: Eine kurze und bündige Anweisung zur Veredelung und Pflege der Rosen und Obstbäume, jedem Rosen= und Obstbaumfreunde zu empfehlen, da sie von einem erfahrenen Praktiker geschrieben ist. (Volksschulfrd. Königsberg.) .... 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Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt des Bankhauses Mindus& Marienthal in