„Die Lippische Landes=Zeitung“ erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. „„„ Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. Die 200. Dienstag, 18. Dezember. 1803. Die Verpflichtung der Staatsbeamten auf die jeweilige Regierungspolitik, der Umfang ihrer politischen Selbständigkeit bezw. Wahlfreiheit ist in den jüngsten Verhandlungen des Abgeordnetenhauses wieder sehr lebhaft und eingehend zur Sprache gekommen. Der Gegenstand beschäftigt seit nunmehr zwei Jahren, seit den letzten Reichstagswahlen, die öffentliche Meinung, die Presse, die parlamentarischen Körperschaften auf das lebhafteste und drängt sich, wenn man ihn einmal abgethan glaubt, immer aufs neue in den Vordergrund. Die jüngsten Verhandlungen sowohl bei der Berathung des Antrags Stern als bei dem Etat des Ministeriums des Innern haben keineswegs zu einer Verständigung über diese hochwichtige Frage geführt, sie haben vielmehr das Ergebniß gehabt, daß ein tiefer Gegensatz zwischen den Anschauungen des derzeitigen Ministers des Innern und denjenigen der liberalen Parteien nicht nur, sondern der entschiedenen Mehrheit der Volksvertretung, die bis tief ins konservative Lager ging, konstatirt wurde. Ja die Ausführungen des Herrn von Puttkamer standen auch in einem offenbaren Widerspruch mit dem königlichen Erlaß an das Staatsministerium vom 4. Januar 1882 und den authentischen Erläuterungen desselben, welche der Reichskanzler im Reichstag gegeben. In dem königlichen Erlaß hieß es:„Es liegt mir fern, die Freiheit der Wahlen zu beeinträchtigen; aber für diejenigen Beamten, welche mit der Ausführung meiner Regierungsakte betraut sind und deshalb ihres Dienstes knach dem Disziplinargesetze enthoben werden können, erstreckt sich die durch den Diensteid beschworene Pflicht auf die Vertretung der Politik meiner Regierung auch bei den Wahlen. Die treue Erfüllung dieser Pflicht werde ich mit Dank anerkennen und von allen Beamten erwarten, daß sie sich im Hinblicke auf ihren Eid der Treue von jeder Agitation gegen meine Regierung auch bei den Wahlen fernhalten.“ Im Reichstage gab der Reichskanzler über die praktische Tragweite dieser Worte Erklärungen ab, die auch auf liberaler Seite als befriedigend bezeichnet werden mußten. Weder politischen noch unpolitischen Beamten sollte danach die Freiheit der Wahl verkümmert werden, von den ersteren werde nur verlangt, daß sie offenbaren Lügen und Verläumdungen gegen die Regierung vorkommenden Falles entgegentreten und den letzteren werde es zu einer Pflicht des Anstandes gemacht, sich wenigstens verwerflicher und unmoralischer Mittel oppofitioneller Agitation zu enthalten. Mit dieser Darstellung, welche die eigene Stimmabgabe der Erika. Novelle von Hermine Schiebel. (11. Fortsetzung.) „Und Sie glauben wirklich, daß ich mich dabei beruhige?n fragte er stürmisch.„Sie glauben wirklich, daß ich ruhig zusehen werde, wie mir ein Anderer mein Glück entreißt, daß ich es geschehen lasse, daß er nochmals diese reine, weiße Stirn berührt, daß er Sie an sich zieht als sein unbestreitbares Recht?“ Eine finstere Wolke hatte sich bei den letzten Worten drohend auf seiner Stirn zusammengezogen, das Blut war ihm wieder glühend heiß in die Schläfe gestiegen, wie an jenem Tage, wo er in qualvoller Eifersucht die herabhängenden Ranken der Fuchsia um seine Hand geschlungen. „Sie werden das Alles wohl zugeben müssen“, gab Erika langsam zurück, ndenn es ist mein eigener Wille— ich selbst will es so!“ Der Assessor war dicht zu der jungen Dame getreten. „Früher war dieser Mund zu stolz, eine Unwahrheit zu sagenn, bemerkte er scharf, ndie Zeiten scheinen auch darin geändert zu haben— es ist auch bequemer so— Sie haben nicht den Muth gehabt, den gegen Sie anstürmenden Verhältnissen die Stirn zu bieten, Sie haben nicht daran gedacht, daß Sie Niemand zwingen konnte, diesem Werden die Hand zu reichen, daß Sie nicht Rücksichten zu nehmen brauchten, wo man so rücksichtslos gegen Sie verfahren— Sie haben Alles ruhig über sich ergehen lassen— und im entscheidenden letzten Moment werden Sie auch noch den Muth finden, mit einer Lüge auf den Lippen vor den Altar zu treten, mit einer Lüge auf den Lippen Zurch ein langes Leben zu gehen.“ Beamten gar nicht berührt und den nichtpolitischen Beamten selbst öffentliches oppositionelles Auftreten gegen die Regierungspolitik nicht untersagt, sofern sie sich nur unmoralischer unwürdiger Mittel enthalten, steht es in offenbarem Widerspruch, wenn Herr von Puttkamer am 6. Dezember erklärte:„Keinen Beamten soll wegen seiner Abstimmung ein Nachtheil treffen, aber kein Beamter soll sich der Illusion hingeben, daß, wenn er sich in dauernder Opposition mit der Regierung befindet, sich ihm Vortheile zuwenden werden, deren freie Verfügung gesetzlich in ihrer Hand liegt.“ Das heißt also: Ein Beamter, der wiederholt oppositionell stimmt, wird zwar nicht direkt bestraft, aber er kann sicher sein, bei Beförderungen, Remunerationen, Auszeichnungen übergangen zu werden, auch wenn seine dienstlichen Leistungen Anerkennung vollkommen verdienen würden. Herr von Puttkamer hat auch in der Folge, als er die Spitzen seiner Erklärung etwas neinzuwickelne suchte, den Sinn seiner Rede nicht einmal dahin eingeschränkt, daß die Versagung von Vortheilen und Auszeichnungen nur bei Beamten eintreten solle, die sich aktiver Agitation gegen die Regierungspolitik schuldig machten, sondern es bleibt bestehen, daß schon die bloße Stimmgabe in einem der Regierung nicht genehmen Sinn ein Grund für die Verweigerung von„Vertrauensbeweisen“ sein soll. Gegen diese Auffassung kann nicht entschieden genug protestirt werden. Es würde zu einer vollständigen Korruption, zu der ärgsten Gefinnungs= und Charakterlosigkeit, zu einem häßlichen Streberthum im Beamtenstand führen, wenn der Anspruch erhoben wird, daß nicht blos die eigentlich politischen Beamten und nicht blos diejenigen in leitender Stellung, sondern alle Beamten schlechthin jede wechselnde Strömung der Regierung mitzumachen und durch ihre Abstimmung zu unterstützen haben. Von verschiedenen Seiten wurde hervorgehoben, daß es dann schon besser sei, den Beamten das aktive Wahlrecht überhaupt zu entziehen. Die Integrität, die Charakterfestigkeit und Ueberzeugungstreue, die moralische Autorität, die Selbständigkeit und die Selbstachtung unseres Beamtenstandes, das sind viel zu werthvolle Güter, als daß man sie aus kleinlichen Wahlrücksichten und um vorübergehender zweifelhafter Parteierfolge willen aufs Spiel setzen dürfte. Es wäre die traurigste Hinterlassenschaft der Puttkamer'schen Verwaltung, wenn, wie bei der Durchführung seiner Anschauungen zu befürchten, unter seinen wahlpolitischen Grundsätzen der moralische Werth und das Ansehen des Beamtenthums Schaden nähme. „Sie haben einen passenden Moment gewählt, mir dies Alles zu sagen, Herr Afsessor“, sagte die junge Dame bitter;„war das der Grund, warum Sie mich hier aufsuchten, fürchteten Sie, daß vielleicht die Explosion eher stattfinden könnte, daß ich vielleicht gestorben wäre, ohne all' diese Bitterkeit gehört zu haben? Sie haben ja jetzt Ihren Zweck erreicht, gehen Sie, es ist gefährlicher Boden, auf welchem Sie stehen.“ Sarden bengte sich tief zu Erika herab, in ausbrechender Leidenschaft drückte er sein todtenbleiches Gesicht in das lange, prächtige Haar. „Kommen Sie", bat er leise,„es ist Ihrer unwürdig, feige dem Leben zu entsagen.“ Meiner aber würdiger, mich von Ihnen beschimpfen zu lassen“, unterbrach sie ihn scharf,„wer sagt Ihnen denn überhaupt, daß ich dem Leben entsagen will, wenn ich auch den Muth habe, einer Gefahr ruhig ins Auge zu sehen?“ Sarden hatte sich bei ihren ersten Worten hoch aufgerichtet, seine Lippen zuckten, langsam trat er zurück und nahm wieder seinen vorigen Platz ein. „Warum gehen Sie nicht?“ fragte die junge Dame. „Weil ich bleiben wille, sagte er ruhig. Minute auf Minute verging, es wurde kein Wort mehr zwischen den Beiden gesprochen, Erika hatte wieder den Kopf in die Hände gedrückt, während der Assessor nach dem träumenden Walde hinüber blickte, hinter dem die Sonne bereits zu sinken begann; sein Gesicht war vollständig ruhig, nur die Hand zitterte leicht, die lang#esam über den dunklen Vollbart glitt. Plötzlich schien der Boden unter seinen Füßen zu erbeben, ein furchtbarer Knall, im nächsten Moment fühlte er einen harten Gegenstand an seine Stirn schlagen, unwillkürlich hatten sich seine Augen geschlossen, in der Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 17. Dezember. Präsident v. Köller eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 20 Minuten. Der freikons. Abg. Frhr. v. d. Knesebeck ist am Freitag Abend plötzlich verstorben. Das Haus ehrt sein Andenken in der üblichen Weise.— Es wird in der zweiten Lesung des Etats des Ministeriums des Innern fortgefahren.— Abg. Rickert(Sezess.) regt die Frage der Gratifikationen und Remunerationen nochmals an und verlangt die Aufnahme einer Bemerkung in den Etat, über die Grundsätze, nach denen die Vertheilung dieser Fonds stattfinden soll. Zur Vorberathung dieser Angelegenheit bittet er die betreffenden Titel an die Budgetkommission zurückzuverweisen.— Abg. Dr. Windthorst(Centr.) wird für den Antrag stimmen, behält sich aber über die Materie selbst seine Entscheidung vor.— Abg. v. Rauchhaupt(kons.) wird gegen den Antrag stimmen, da er die Bedenken des Antragstellers in keiner Weise theilt.— Abg. Frhr. v. Zedlitz(freik.) schließt sich dieser Ansicht an.— Abg. Dirichlet (fortschr.) konstatirt, daß die beiden Vorredner die Kommissionsberathung lediglich deshalb verweigern, weil sie über den Gegenstand selbst anderer Ansicht sind, als der Antragsteller.— Der Antrag Rickert wird angenommen.— Abg. v. Meyer=Arnswalde (kons.) bittet, die Amtsvorsteher mit den vielen statistischen Fragen zu verschonen. Die Leute werden mit diesen Fragen zu sehr überlastet.— Regierungskomm. v. d. Brincken: Die Fragen beziehen sich nur auf eine Reihe regelmäßig wiederkehrender Erscheinungen.— Abg. Dirichlet(fortschr.) schließt sich den Klagen v. Meyer's an. Die Landräthe könnten die vielen Fragen in ihren Büreaus leichter und besser erledigen lassen.— Abg. Dr. Huyssen(freikons.) bittet, in den nächstjährigen Etat eine größere Summe für das meteorologische Institut aufzunehmen, da dessen Thätigkeit, namentlich die Wetterprognosen, von größter Wichtigkeit sind. Die letzteren haben sich in neuerer Zeit schon ziemlich zuverlässig erwiesen.— Abg. Reichensperger=Köln(Centrum) ist gegen eine Erhöhung dieses Etatpostens. Er will keine neue Beamtenkategorie, vielleicht„Wetterassessoren“ einführen. — Regierungkommissar v. d. Brincken theilt mit, daß eine Reform des meteorologischen Instituts in Aussicht genommen sei, und zwar nicht blos für den Staat, sondern für das ganze Reich.— Abg. Sehusen(Freik.) bittet um genauere Wetterbeobachtung an den Seeküsten, wo durch rechtzeitige Witterungsfignale großer Schaden nächsten Sekunde aber schon kniete er an der Seite der jungen Dame. „Sie sind unverletzt“, stieß er bebend hervor, während sein Auge angstvoll über die schlanke Mädchengestalt dahinglitt. Sie hob den Kopf, ihre Lippen bewegten sich, aber die Stimme versagte ihr den Dienst. „Es war Wahnsinn, daß ich Sie gewähren ließe, fuhr er nach einer kleinen Pause wieder fort, daß ich annehmen konnte, ich würde Ruhe finden, wenn Sie nicht mehr wären.“ Er erhob sich langsam und trat einige Schritte zurück, ein heftiger Schmerz schien ihm die Besinnung nehmen zu wollen, er legte die Hand an die Stirn, ein Stück des gesprengten Steines hatte dort eine tiefe Wunde geschlagen. Im nächsten Moment war Erika an seiner Seite. „Es ist nichts“, sagte er schnell, während er sich bemühte, das immer stärker herabfließende Blut zu stillen. Die junge Dame schwieg noch immer, sie hatte die bleichen Lippen fest aufeinander gepreßt, ihre zitternde Hand bog leicht den Kopf des Assessors zurück. „Die Wunde ist tief“, sagte sie endlich,„das Blut strömt unaufhaltsam hernieder, ich muß fort, um Ihnen Hülfe zu holen.“ „Bleiben Sie“, bat er,„die Verletzung ist ungefährlich, lassen Sie mich jetzt nur nicht allein.“ Er holte tief Athem, während er die Hand der jungen Dame erfaßte, Erika zog sie zurück, ihre Augen waren noch immer auf die klaffende Wunde an seiner Stirn gerichtet. „Der starke Blutverlust muß für Sie nachtheilige Folgen haben“, sagte sie fest,„lassen Sie mich gehen, ich kehre bald zu Ihnen zurück.:(Fortsetzung folgt.) * verhütet werden kann.— Abg. Limburg=Stirum(Kons.) hält die Wetterberichte für die Landwirthschaft entbehrlich. Schäfer und Bauer seien hierin zuverlässiger.— Abg. v. Wierzbinski(Pole) beklagt sich über die Umwandelung polnischer Namen in deutsche.— Abg. von Thiedemann=Bombst(Freikons.): Gerade die Polen haben ihre deutschen Namen in polnische umgewandelt, so zum Beispiel die Namen der hier im Hause sitzenden Herren Szimann(Schumann) Wolzlegia(Wollschläger) und Kantak(Kantaken).— Abg. Kantak(Pole) bestreitet, daß sein Name deutschen Ursprungs sei. Das Wort Kantak sei polnisch und bedeutend ein viereckig abgegrenztes Stück Land. Mit einer Familie Kanthaken ist Redner nicht verwandt.— Abg. Dr. Windthorst(Centr.) hält für nöthig, daß die polnischen Staatsbeamten auch der polnischen Sprache mächtig sein müssen. Uebrigens sei die ganze standesamtliche Buchführung bedenklich. Man übertrage die Eheschließungen den Gerichten und die übrigen Sachen gebe man den Geistlichen zurück.— Abg. Hahn(Freikons.) bestreitet, daß solche willkürliche Ramensänderungen vorkommen, jedenfalls hat die Regierung angeordnet, daß derartige Dinge nicht vorkommen.— Abg. Dirichlet(Fortschr.) hält die Klagen der Polen nicht in allen Punkten für begründet. Polnisch sprechende Standesbeamte könnte man nicht überall haben, es würde das für die übrigen Landestheile zu sehr bedenklichen Konsequenzen führen.— Abg. v. Hönika(Sez.) bringt den Fall zur Sprache, daß der Landrath v. Ohlen den Dorfschulzen Fuhrmann mit „Ihrs angeredet hatte, und als dieser die Anrede zurückgab, wurde er disziplinirt und zur höchsten zulässigen Strafe, zur Amtsentlassung, verurtheilt. Es wäre doch zweckmäßig, den Landrath zu belehren, daß die Anrede „Ihre unzulässig ist.— Abg. v. Heydebrand und v. Lasa(freikons.) weist darauf hin, daß der 2c. Fuhrmann wegen grundsätzlich oppositionellen Verhaltens bekannt war, durch das ein ersprießliches Wirken im Amte ausgeschlossen war. Die Presse habe zum Zwecke der Wahlagitation die Sache übermäßig aufgebauscht.— Abg. Meyer=Breslau(Sez.) bekämpft das Verfahren und Auftreten des Landraths, ebenso der Abg. Dirich= let(Fortschritt).— Minister v. Puttkamer bemerkt, daß er das Auftreten des Landraths nicht billige, daß aber ein so vereinzelter Fall ihm keinen Anlaß biete zum Erlaß einer Cirkularverfügung.— Abg. v. Eynern (nat.=lib.) beantragt die Vorlegung eines Gesetzentwurfs zur anderweiten Regelung der örtlichen Polizeiverwaltung zum Zwecke einer gerechteren Vertheilung der Kosten.— Minister v. Puttkamer widerspricht dem Antrage als unzweckmäßig, finanzielle Vortheile würden durch denselben nicht erreicht.— Nach kurzer Debatte wird der Antrag v. Eynern an die Gemeindekommission zur Vorberathung verwiesen.— Abg. Rintelen(Centr.) beklagt, daß die Kommune Berlin die Ertheilung der Bauerlaubniß vielfach von der unentgeltlichen Abtretung des Vorgartenlandes seitens der Besitzer abhängig gemacht wird, was jedenfalls unbillig sei.— Minister v. Puttkamer: Die Angelegenheit wird in den zuständigen Ministerien gegenwärtig eingehend erörtert.— Zur Remunerirung von Polizeikommissarien 2c. werden 8512 M gefordert.— Die Budgetkommission hat von dieser Summe 1000 M gestrichen. Das Haus bewilligte diese Streichung.— Abg. Dirichlet erörterte die Verhältnisse der Landgendarmerie, und hält deren Vermehrung nicht für nöthig. Sehr lästig sind auch die Dienstinstructionen der Leute, die vielfach hinderlich auf die Amtsverrichtungen einwirken.— Abg. v. Heydebrand bekämpft diese Ansichten. Die Vagabondage kann nur vermindert werden durch Vermehrung der Gendarmen.— Abg. Windthorft: Die Vermehrung der Gendarmerie ist eine Folge der Vernachlässigung der sittlichen Pflege des Volkes.— Abg. v. Benda und Abg. Dr. Köhler(beide nat.=lib.) sind für die Vermehrung der Gendarmerie. Der Titel wird bewilligt. — Nächste Sitzung Dienstag 11 Uhr: Fortsetzung der Etatberathung. Schluß 4½ Uhr. *** Herrenhaus. Sitzung vom 17. Dezember. Das Herrenhaus trat in die Berathung der JagdOrdnung ein und nahm einen neuen Paragraphen an, wonach das Jagen am Sonntag verboten wird. Die Debatte soll am Dienstag 10 Uhr fortgesetzt werden. Scluß 3½ Uhr. Deutsches * Berlin, 16. Dezember.(Der zweite Sohn des Prinzen Wilhelm) ist seit einigen Tagen an Zahnkrämpfen erkrankt. In dem Befinden desselben, welches, wie die„Nationalzeitung“ meint, vorgestern zu schlimmen Befürchtungen Anlaß bot, ist gestern Vormittag eine erfreuliche Wendung zum Besseren zu constatiren. *—(Die vorgestrigen Auslassungen der „Nordd. Allg. Ztg." über den Besuch des Kronprinzen beim Papfte werden hoffentlich genügt haben, klar zu machen, daß von unserm Kronprinzen nichts beabsichtigt war und noch weniger, daß demselben zugemuthet worden wäre, irgend etwas zu thun oder anzuregen, was einen politischen Erfolg oder Mißerfolg hätte nach sich ziehen können.„Der Kronprinz des deutschen Reiches“, wie es in der vorgestrigen Kundgebung heißt, nist nicht berufen und nach seinen bisherigen Erlebnissen in Krieg und Frieden nicht gewohnt, Aktionen von zweifelhaftem Erfolge zu übernehmen und auszuführen." Diese Worte sind sicherlich jedem aus dem Herzen gesprochen, der zur deutschen Herrscherfamilie mit der Liebe und der Verehrung emporblickt, die als eine der schönsten und weitest verbreiteten Eigenthümlichkeiten des deutschen Volkes bezeichnet werden kann. Der Besuch des Kronprinzen beim Papste ist damit auf seinen eigenen Werth zurückgeführt: auf den Ausdruck einer beabsichtigten und schicklichen Höflichkeit einem Souverän gegenüber, mit dem Deutschland im Frieden lebt. Einige Zeitungen haben das Gerücht verbreitet, daß man im Vatikan daran denke, den deutschen Kronprinzen nicht zu empfangen. Ein solches Gerücht darf als geradezu unglaublich bezeichnet werden, denn es ist nicht anzunehmen, daß eine höfliche, freundliche Handlung, wie es die jenes Besuches unter allen Umständen bleibt, nicht auch auf höfliches und freundliches Entgegenkommen rechnen dürfte. Uebrigens darf versichert werden, daß über die Entschließungen des Vatikaus in der betreffenden Angelegenheit um so weniger bis heute irgend etwas Glaubwürdiges verlauten kann, als dem Papst noch gar keine offizielle Mittheilung von dem beabsichtigten Besuche zugegangen ist und diese Mittheilung voraussichtlich erst erfolgen kann, nachdem der Kronprinz den Fuß auf italienischen Boden gesetzt hat. *—(Ein Gedenktag.) Der 1. Januar 1884 bringt ein eigenartiges Jubiläum, einen Gedenktag, welcher nicht einer Persönlichkeit gilt, sondern einem Ereignisse, das für die wirthschaftliche und zugleich für die politische Entwickelung Deutschlands in dem ablaufenden halben Jahrhundert bestimmend gewesen ist, den fünfzigjährigen Gedenktag der Begründung des Zollvereins. Am 1. Januar 1834 trat der Zollverein zwischen Preußen, Baiern, Sachsen, Württemberg, den beiden Hessen und den thüringischen Staaten in Wirksamkeit, der erste Tag des kommenden Jahres bezeichnet also das fünfzigjährige Jubiläum der deutschen Verkehrsfreiheit. *—(Aus Tongking.) Die jüngsten Nachrichten aus Tongking und Anam über die Vergiftung des von den Franzosen eingesetzten Königs und die Mittheilungen aus Peking, wonach der fremdenfeindliche Vater des gegenwärtigen Kaisers mit der Oberleitung der Geschäfte in Tongking betraut worden sei, sind bis jetzt amtlich noch nicht bestätigt. Möglich ist es, daß dieselben richtg sind. Ueberhaupt muß man in Ostasien immer auf vieles Unvorhergesehene und Unvorherzusehende vorbereitet sein. Gerade darum aber darf auch der von vielen Seiten gemachte Versuch, die öffentliche Meinung über den Ausgang des französisch=chinefischen Konflikts vollständig zu beruhigen, als nicht berechtigt bezeichnet werden. Man glaubte hier noch immer an einen nahe bevorstehenden Erfolg der französischen Waffen, aber man enthält sich vorläufig jeder Aeußerung darüber, ob mit einem solchen Erfolg der Sache des Friedens gedient sein wird. *—(Offiziers=Konsumverein.) Die Angelegenheiten des Militär=Konsumvereins sind noch keineswegs so weit geordnet, daß auf einen baldigen Beginn der geschäftlichen Thätigkeit desselben gerechnet werden kann. Der Kaiser hat zwar seine Bestätigung des Vereins in Aussicht gestellt, aber nur unter der Annahme, daß die Ministerien des Innern und der Justiz ihr eingefordertes Gutachten in dieser Angelegenheit dafür abgeben, daß gesetzliche Bedenken gegen die Bildung des Vereins nicht vorliegen. Dieses Gutachten ist noch nicht gesichert. Eine von höheren Offizieren zur Berathung in dieser Sache in Berlin zusammenberufene Kommission hat es nämlich für militärisch nicht angemessen gefunden, daß der Militär=Konsumverein, nach Art der mehrfach bereits bestehenden Privatvereinigungen ähnlicher Art, eine Aktiengesellschaft resp. eine Genossenschaft bilden solle. Nun haben aber nur solche Vereine gesetzliche Berechtigung, und es handelt sich jetzt darum, einen Modus zu finden, demgemäß der Militär=Konsumverein ohne Erfüllung dieser Bedingung als gesetzlich statthaft eingeführt werden kann. Das hat aber noch nicht recht gelingen wollen, wenigstens find von beiden Ministerien vorläufig noch Bedenken ausgesprochen worden. Sollten sich diese Schwierigkeiten nicht heben lassen, so müßte die gesetzliche Regulirung durch den Reichstag bewirkt werden. *—(Eine Ordenssteuer.) Die sächsische zweite Kammer debattirte am Dienstag bei Berathung des Etats der Ordenskanzlei über eine Ordenssteuer, die vom Abg. Liebknecht in Anregung gebracht wurde. Ein Resultat ward nicht erzielt, der Etat aber wurde angenommen. * Hannover, 16. Dezember.(Desertionsverfahren.) Es ist glücklicherweise eine große Seltenheit, daß ein preußischer Offizier fahnenflüchtig wird. Dieser Fall trat hier ein. Am 22. August verließ der Premierlieutenant Friedrich Freiherr v. Buttlar=Ziegenberg vom 2. hannov. Dragoner=Regiment Nr. 16 eigenmächtig seine Truppe, ohne bis jetzt zurück zu kehren. Das königliche Gericht der 20. Division hat das Kontumazialverfahren gegen den Premierlieutenant eingeleitet. v. B. ist 35 Jahre alt. Sachsen. * Dresden, 15. Dezember.(Die Betriebsstörungen) auf unseren sächsischen Bahnen waren, wie das„Dresd. Journ.“ meldet, bis heute Mittag nur zum Theil beseitigt. Auf der Strecke Marienberg= Reitzenhain liegen die Schneemassen noch immer so hoch, zum Theil bis zu vier Meter Höhe, daß vor nächstem Sonntag an eine Wiederaufnahme des Betriebes nicht gedacht werden kann. Auf der Linie Annaberg=Weipert sind die Schneemassen in den Einschnitten gleichfalls so gewaltig, daß bis Sonnabend Mittag der Betrieb noch nicht wieder geregelt sein wird. Auf der Linie Hainsberg=Kipsdorf wurde die ganze Strecke Nachmittags ½5 Uhr wieder befahren. Heute Morgen 10 Uhr lief der Kourierzug von Hof pünktlich ein; hingegen hatte der Kourierzug von Wien via Teschen 25 Minuten Verspätung. Italien. * Genua, 16. Dezember.(Ankunft des Kronprinzen.) Das deutsche Geschwader mit dem Kronprinzen an Bord ist um 10 Uhr hier eingetroffen. Bei der Ankunft des deutschen Geschwaders salutirten die italienischen Kriegsschiffe, während der deutsche Botschafter, v. Keudell, General Carava, der Oberzeremonienmeister Giannotti, Major Bisesti und der deutsche Konsul Bamberg sich mittelst Barken an Bord des„Adalbertn begaben, um den deutschen Kronprinzen zu empfangen und zu begrüßen. Die Spitzen der städtischen, politischen und militärischen Behörden waren zum offiziellen Empfange an der Hafentreppe versammelt, die den Namen des deutschen Kronprinzen führt. Im Augenblicke der Landung erdröhnten Artilleriesalven, die Militärkapelle auf dem Quai spielte die preußische Volkshymne, während die zahlreich anwesende Bevölkerung, die Mitglieder der deutschen Kolonie, die Matrosen in den Ragen und die Insassen der zahlreichen festlich geschmückten Barken, welche das kronprinzliche Schiff bis zum Landungsplatze begleiteten, in unaufhörliche stürmische Jubelrufe ausbrachen. Die im Hafen liegenden Schiffe hatten Galaflaggen aufgezogen. Nach dem Empfange der Behörden schritt der Kronprinz, welcher die Uniform eines GeneralFeldmarschalls mit italienischen und spanischen Orden trug, die Front der Truppenabtheilung entlang und fuhr alsdann, begleitet von den zu seinem Empfange erschienenen Personen und zahlreichem Gefolge in königlichen Equipagen durch die reichbeflaggten Straßen, in welchen die Truppen Spalier bildeten, unter fortdauernden Hochrufen der Bevölkerung nach dem Schlosse. Um 5 Uhr fand im Schlosse Empfang der Behörden statt, um 6 Uhr ein Diner, an welchem außer dem Kronprinzen nur die zum Empfange desselben abgesandten Personen des italienischen Hofes und das kronprinzliche Gefolge Theil nahmen. * Genua, 17. Dezember.(Der deutsche Kronprinz) ist heute Nacht um 12½ Uhr unter begeisterten Hochrufen der am Bahnhof versammelten Deutschen und unaufhörlichen Evvivas der massenhaft herbeigeströmten italienischen Bevölkerung nach Rom abgereist. Nachmittags hatte der Kronprinz die Behörden, den Bürgermeister von Genua und eine Deputation deutscher Einwohner, welche dem hohen Herrn eine Adresse überreichte, empfangen und dem Bürgermeister darauf einen Besuch abgestattet. Bei dem Diner brachte der Kronprinz einen Toast auf die Stadt Genua, der Bürgermeister auf Kaiser Wilhelm und das königliche Haus aus. Zahlreiche Menschenmassen begrüßten den Kronprinzen, sobald er sich zeigte, mit unausgesetzten Hochrufen. Spanien. * Madrid, 15. Dezember.(Die Thronrede) zur Eröffnung der Cortes sagt: Die Schnelligkeit, womit die letzte Insurrektion beseitigt worden sei, ermöglichte es dem Könige, die vorgenommene Reise an die fremden Höfe zu unternehmen. Der Empfang durch die Kaiser Oesterreichs und Deutschlands, den König der Belgier und Grévy bezeugte das Ansehen, welches Spanien genieße. Die auf der Reise vorgekommenen Zwischenfälle führten nur dazu, die Herrlichkeit der Beziehungen mit den genannten Staaten zu steigern. Die Kundgebungen in Spanien bei der Rückkehr des Königs bewiesen, daß Monarch und Volk eins sind, ein Gedanke, welcher die durch den letzten Aufstand hervorgerufene Betrübniß aufwiege. Spanien habe fernere Beweise für die Intimität der Beziehungen: in der amtlich veröffentlichten Note über den Stand der Beziehungen zu Frankreich, in dem Besuche, welchen der deutsche Kronprinz Namens seines Vaters machte, in dem mit England unterzeichneten Protokolle, in den mit Portugal, Italien, Holland und Dänemark angeknüpften Handelsvertrags=Verhandlungen. Der Kaiser von Marokko trat an Spanien das Gebiet Ifin ab. Auch die Beziehungen zu dem Papste seien herzliche; Spanien werde alle Fragen, welche die religiösen Gefühle der Nation berühren könnten, im Einvernehmen mit dem Papste lösen. Frankreich. * Paris, 15. Dezember.(Deputirtenkammer.) Der Ministerpräsident Ferry brachte heute den Gesetzentwurf bezüglich des Supplementarkredites von 20 Mill. für Tonking ein und verlas ein Exposé, welches die Motive behandelt. In demselben wird der annamitischen Bewegung und des Todes des Königs erwähnt mit dem Bemerken, daß beides noch nicht offiziell bestätigt sei. Nachdem die Driaglichkeit für die Vorlage erklärt war, wurde dieselbe der Kommission, welche den früheren Kredit für Tonking bewilligt hatte, überwiesen. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 17. Dezember.(Landtag.) In der gestrigen Nachmittagssitzung wurde der Posten„Verwaltungsämter" nach dem Antrage des Finanzausschusses dahin abgeändert, daß der verlangte Affessor und 5. Amtsschreiber nicht bewilligt, dagegen zur Aushülfe die geforderte Summe von 1800 auf 3800 u erhöht wurde. Hiermit war die 2. Lesung des Etats definitiv erledigt. Ferner wurden erledigt die Petitionen der Stadt Lemgo und des Verwaltungsamtes Brake, Erleichterung der Einquartierungslasten betreffend und die 118 * ## Proposition der Regierung, die für das Landesseminar zu beschaffenden Räume betr. Hierzu beantragte der Finanzausschuß, sich damit einverstanden zu erklären, daß der ganze Gebäudekomplex der Pflegeanstalt mit den dabei befindlichen Gärten gegen eine den an der Pflegeanstalt betheiligten Stiftungen zu gewährende Abfindung von 15000 U an das Landesseminar übertragen werde, dagegen von dem Ausbau des Gebäudes für nächstes Jahr Abstand zu nehmen, welchem Antrage der Landtag beitrat. Die nächste Sitzung findet Mittwoch 10 Uhr statt. Ausführlicher Bericht in der morgigen Nummer. * Detmold, 17. Dezember.(Vermächtnisse.) Wie bereits mitgetheilt, hat die verstorbene Frau Hofjägermeister von Donop die Stadt Detmold sowie verschiedene wohlthätige und gemeinnützige Anstalten mit Vermächtnissen bedacht. Dieselben bestehen hauptsächlich, wie wir hören, in den beiden Häusern der Testatin an der Alleestraße, ferner in einem ungefähr 10 Scheffelsaat großen Kampe(sogenannten Spitzenkamp) am Papenberge, in dem Inventar des Wohnhauses mit einigen Ausnahmen, sowie in den Gold= und Schmucksachen. Bücher und Gemälde sollen der öffentlichen Bibliothek vermacht sein. Die Summe, welche der Stadt in Folge dieser Erbschaft zufällt, wird davon abhängen, ob die erwähnten Gegenstände mehr oder weniger gut verkauft werden. * Detmold, 17. Dezember.(Landessparkasse.) Mit dem 1. Januar künftigen Jahres tritt bei der hiesigen Landessparkasse eine Einrichtung ins Leben, die gewiß allgemein freudig begrüßt werden wird, es ist dies der vor nicht allzu langer Zeit auch bei der deutschen Reichsbank mit großem Erfolge eingeführte Checkverkehr. Derselbe kommt allen denen zu Gute, welche ihr Geld sicher aufbewahren, gleichzeitig aber auch sich immer ihre freie Verfügung darüber vorbehalten wollen. Zur allgemeinen Orientirung lassen wir hier die wichtigsten Bestimmungen folgen, welche für den Checkverkehr bei der hiesigen Landessparkasse festgesetzt find. Danach wird ein Checkkonto von der Landessparkasse eröffnet auf Antrag bei der Direktion nach einer ersten Einzahlung von wenigstens 100 K; die weiteren Einzahlungen brauchen nur 5 M zu betragen und können die Einzahlungen erfolgen in Baar, in Einlagescheinen der Landessparkasse und in Checks, die von dritten Personen auf Grund ihres Checkguthabens bei der Landessparkasse auf dieselbe ausgestellt sind. Die Verzinsung des Guthabens beginnt vom Tage der ersten Einlage an und beträgt 3% jährlich, welche auf das kleinste Guthabensaldo in jedem Kalendermonat vergütet werden; beträgt das kleinste Guthabensaldo in einem Kalendermonat unter 100 c, so werden für den betreffenden Monat keine Zinsen gutgeschrieben. Der Kontoinhaber kann über sein Guthaben ganz oder theilweise ohne vorhergeherde Kündigung verfügen, wenn der zurückzuziehende Betrag unter 2000 M ist. Für Rückzahlungen von 2000—10,000 M ist die Landessparkasse berechtigt eine achttägige und für Beträge über 10,000 M eine vierzehntägige Kündigungsfrist zu beanspruchen. Auszahlungen erfolgen gegen vom Kontoinhaber auszufertigende, bei Vorzeigung zahlbare Checks, zu denen der Kontoinhaber die Blanquette(ein Checkbuch) von der Landessparkasse erhält. Checks können für jede beliebige Summe bis zum Belaufe des Guthabens auf den Namen eines dritten oder auf den Ueberbringer ausgestellt werden, darüber hinausgehende werden nicht honorirt. * Detmold, 17. Dezember.(Uebertragbarkeit von Retour= und Rundreisebillets.) Vor Kurzem verbreitete sich durch einen großen Theil der Tagespresse die Mittheilung, Retour= und Rundreisebillets seien auf irgend eine andere Person übertragbar. Diese Mittheilung muß auf einem Irrthum beruht haben, denn die dem„Verein deutscher Eisenbahnverwaltungen" angehörenden Bahnen bringen in der Nr. 96 ihrer Zeitung Folgendes zur allgemeinen Kenntniß:„Ein Retour= und Rundreisebillet, mit welchem eine Fahrpreisermäßigung verbunden, ist zur Rück= resp. Weiterreise nur für diejenige Person gültig, welche mit demselben die Reise begonnen hat.“ Dem genannten Verein gehören auch die meisten österreichischen und ein Theil der holländischen sowie belgischen Bahnen an. * Lemgo, 18. Dezember.(Konzert zum Besten der Blödenanstalt.) Das schöne Weihnachtsfest ist wieder vor der Thür. Ueberall sind Herzen und Hände rührig, um nicht nur die nächsten Angehörigen durch allerlei Gaben der Liebe zu erfreuen, sondern auch den Armen und Elenden eine Weihnachtsfreude zu bereiten und den Werken der Barmherzigkeit eine Unterstützung zuzuwenden. Zu den letzteren gehört auch die in der Nähe unserer Stadt gelegene Blödenanstalt, die zur Erfüllung ihres schweren Berufs der Unterstützung sehr bedarf. Dieser Anstalt angesichts des bevorstehenden Weihnachtsfestes in außerordentlicher Weise unter die Arme zu greifen, hat Fräulein Schröter im Verein mit Herrn Küster Kuhlmann und einem gemischten Chor für Mittwoch, 19. Dezember, Abends 8 Uhr in der Nikolaikirche hierselbst ein Konzert veranstaltet, dessen Ertrag ausschließlich der Blödenanstalt zugute kommen soll. Darf daher schon aus diesem Grunde ein zahlreicher Besuch des Konzerts erwartet werden, so kommt auf der anderen Seite noch hinzu, daß die Namen der Veranstalter desselben treffliche Leistungen verbürgen. Das Konzert in der Detmolder reformirten Kirche am vorigen Sonntag zum Besten der dortigen Armenanstalt soll sehr zahlreich besucht gewesen sein und einen schönen Ertrag ergeben haben. Im vorliegenden Falle handelt sich's um die Aermsten unter den Armen. Wer daher kann, bleibe dem Konzerte nicht fern. Billets à 50+ sind Abends an den Kirchthüren, sowie auch bei Herrn Wagener zu haben. Das Programm enthält folgende Nummern: 1. Fantasie für Orgel. 2. Arie aus„Paulus“ für Sopran. 3. Altböhmische Weihnachtslieder 1 und 2, arrangirt von Riedel. 4. Recitativ und Arie aus „Messias" von Händel für Sopran. 5. Toccata für Orgel. 6. Altböhmisches Weihnachtslied für gemischten Chor. 7. Gebet von Redecke für Sopran. 8. Quartett: In der Chriftnacht. Standesamtliche Nachrichten. Stadt Detmold. Vom 1. bis 30. November. I. Geburten. Ein Sohn: dem Fabrikarbeiter August Markwardt, dem Dachdeckermeister Albert Heine, dem Agenten Martin Heyen. Eine Tochter: dem Klempnermeister Christian Landgraf, dem Maurer Adolf Markwardt, dem Knopfarbeiter Christian Eickermann, dem Zimmermann Friedrich Bunte, dem Maler Ludwig Christiansmeier, dem Zimmermann Peter Frickel, dem Hülfs=Weichensteller August Meinert, dem Bildhauer Karl Meier, dem Gastwirth Ernst Gellrich, dem Maler August Kampmeier. II. Eheschließungen. Bäcker Simon Brüggemann und Sophie Köller, Kaufmann Gustav Bierhake zu Bückeburg und Louise Bode hierselbst. Schuhmachermeister Friedrich Meise und Sophie Ehlert aus Lage, Knopfarbeiter Emil Wend hierselbst und Nätherin Karoline König zu Jerxerheide, Fuhrmann Heinrich Lücke und Louise Gehring, Ziegler Friedrich Boberg hierselbst und Amalie Röhr aus Orbke, Ziegelmeister Hermann Hildebrandt und Henriette Vogel. III. Sterbefälle. Sophie Giebe aus Leopoldsthal, 14 Jahre alt, Adolf Hunke aus Meiersfeld, 29 J. alt, Hermann Lämmerhardt aus Sierschem bei Eisleben, Friedrich Plaß aus Berlebeck, 32 J. alt, Ferdinand Küster aus Detmold, 72 J. alt, August Freitag, angeblich aus Alverdissen, 72 J. alt(sämmtlich im Landkrankenhause gestorben); Christoph Walter aus Heßloh, 72 J. alt (in hies. Strafanstalt gestorben), Schuhmacher Simon Klöpping, 57 J. alt, Tochter des Schneiders Wilhelm Richter(todtgeboren), Stadtsdiener a. D. Johann Linnemann, 79 J. alt, Friseurlehrling Hugo Rieß, 17 J. alt, Frau Wilhelmine Gröne geb. Jürgens, 79 J. alt, Kataster=Assistent August Geller, 30 J. alt, Fürstl. Kalefaktor Heinrich Mölling, 57 J. alt, Handarbeiter Christian Bröker, 67 J. alt, Wittwe Major Emma Falkmann geb. Herling, 64 J. alt(im Landkrankenhause gestorben). Forst= und Jagdwirthschaft. * Neheim=Hüsten, 10. Dezember.(Reiche Jagdbeute.) Bei einer Anfangs der vorigen Woche in den Jagddistrikten des Grafen von Fürstenberg=Herdringen abgehaltenen Jagd wurden u. A. 30 Hirsche und 12 Wildschweine erlegt.(W..) Literatur, Kunst und Wissenschaft. Der Welttheil Anstralien. Die vierte Abtheilung dieses Werkes von Dr. Karl Emil Jung, das eine wichtige Bereicherung der Länder= und Völkerkunde bildet, ist soeben erschienen. Mit dieser Abtheilung— dem XIII. Band der deutschen Universalbibliothek:„Das Wissen der Gegenwart“— ist Jungs umfassendes Werk abgeschlossen. Gleich den vorhergegangenen Theilen hat auch dieser Schlußband Aussicht, den vollen Beifall der Fachmänner und des gebildeten Publikums zu finden. Gestände der Darstellung sind: Der Theil Polynesiens, welcher Tahiti und die benachbarten Inseln umfaßt, Neuseeland und Mikronesien. In derselben glücklichen Darstellungsweise, welche die früheren Bände auszeichnete, macht uns der Autor auch hier mit den Eigenthümlichkeiten der darzustellenden Gebiete in allen wesentlichen Beziehungen bekannt. Die geographische Lage, die geologischen Verhältnisse, Flora und Fauna, Regierungs= und Kulturgeschichte, endlich den Charakter und die Gebräuche des Volksthums werden eingehend berücksichtigt. Namentlich in ethnologischer Beziehung bietet der vorliegende Band eine Fülle interessanter Mittheilungen. Die Abschnitte, die von den Ureinwohnern Tahitis und Neuseelands handeln und über deren natürliche Anlagen, Sitten, religiöse Anschauungen und Sagen berichten, sind völker=psychologisch bedeutsam und von fesselndem Reiz der Darstellung. Zu den Resultaten gründlichstem Studiums gesellen sich hier eben selbständige Beobachtungen und persönliche Erfahrungen, welche den Berichten des Forschers die volle Frische der Unmittelbarkeit verleihen. Dem Texte sind zahlreiche Illustrationen(darunter 18 Vollbilder) beigegeben, theils landschaftliche, theils figurale, sämmtlich in den Gegenständen interessant und technisch vorzüglich durchgeführt. Marktberichte. * Berlin, 17. Dezember. Weizen ermattend, per Dezbr. 179,—, April=Mai 187,— M. Gek.— Ztr. Roggen ermattend, per Dezbr.=Jan. 150,—, April=Mai 151,25 M. Gek. 3000 Ztr. Hafer still, per Dezbr. 127,—, April=Mai 131,25 M. Gek. 1000 Ztr. Rüböl behauptet, loko mit Faß 65,50, ohne Faß 64,70, per Dezember 65,30, April= Mai 65,70 M. Gek. 700 Ztr. Spiritus ermattend, loko 47,90, per Dezbr. 48,20, April=Mai 49,50, Juni=Juli 50,50 M. Gek. 160 000 I. Petroleum still, loko 27,20, per Dezbr.=Jan. 26,80, Jan.=Febr. 26,80 M. Gek.— Ztr. * Köln, 17. Dezember. Weizen hiesiger 19,50, fremder 19,50, per März 18,60, per Mai 19,10. Roggen hiesiger 15,50, fremder 15,50, per März 14,40, per Mai 14,80. Hafer hiesiger 15,—, fremder 15.—. Rüböl in Partieen 35,50, per Mai 34,60. * Neuß, 17. Dezember. Weizen à 100 Kilo erster Qualität 19.40, zweiter Qualität 17,40. Landroggen 100 Kilo 1. Qualität 15,60, 2. Qualität 13,60. Wintergerste 15,50. Buchweizen à 100 Kilo 1. Qualität 15,50, 2. Qualität 15,—. Hafer pr. 100 Kilo 15,60. Raps à 100 Kilo 1. Qualität—.—, 2. Qualität —.—. Kartoffeln à 100 Kilo.—. Heu d 50 Kilo 3,60. Roggenstroh à 600 Kilo 32,— M. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ztr. M. 70,—, Rüböl per 100 Kilo faßweise 71,50. Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo M. 140,—. Kleien per 50 Kilo 5,60. * Bremen, 17. Dezember. Petroleum fest, loko 8,55, Jan. 8,65, Febr. 8,75, März 8,85, April, 8,65. Marke Wilcox loco 45, per Dez.=Jan. 44½. * Antwerpen, 17. Dezember. Petroleum niedriger, disp. 21⅝, per Dezmbr. 21⅝, Jan. 21½, Febr. 21½, März 21½, Sept.=Dezmbr. 22 fr. Kaffee ruhig. Neueste Nachrichten. * Rom, 17. Dezember. Nachdem heute Nacht ein furchtbares Regenwetter über Rom losgebrochen ist, klärt sich gegen die Zeit der Ankunft des Kronprinzen der Himmel auf und verspricht den üblichen dramatischen Sonnenblick. In den Gemächern des Kronprinzen brennt Feuer in allen Kaminen; Blumenspenden, zum Theil von den hiesigen fremden Kolonieen geschickt, zieren Marmortische und Konsolen. * Rom, 17. Dezember. Die Abfahrt des Extrazuges, der den deutschen Kronprinzen hierher bringen sollte, erfolgte um 12 Uhr 20 Minuten von CivitaVecchia, wo eine Ehrenkompagnie mit Mufik aufgestellt war; um 12 Uhr 30 Min. traf der Zug hier ein. Der Kronprinz trug die preußische große Generalsuniform. Er umarmte den ihm beim Verlassen des Wagens entgegeneilenden König von Italien, der in italienischer Generalsuniform erschienen war, herzlich. Unter militärischer Prachtentfaltung fuhren der König und sein hoher Gast nach dem Quirinal. * Paris, 17. Dezember. Der„New=York Herald“ schreibt: Ein Sturm, dessen Centrum das atlantische Meer im 420 u. Br. durchzieht, wird Großbritannien und Norwegen heimsuchen und auch die Nordküsten Frankreichs zwischen dem 19. und 21. Dezember berühren und Schneestürme im Norden von Nordwest nach Südost bringen. Das Wetter ist auf dem atlantischen Meere sehr stürmisch. * London, 17. Dezember. Der Mörder Carey's, 'Donnell, ist heute früh um 8 Uhr im NewgateGefängniß durch den Strang hingerichtet worden. * New=York, 17. Dezember. Gestern wurde hier eine von zahlreichen Arbeitermassen besuchte Versammlung abgehalten, welcher auch mehrere französische Abgesandte beiwohnten. Der Führer der letztern erklärte, von ihnen werde nicht bloß Paris, sondern ganz Europa vertreten. Der vormalige Redakteur der„Freiheit", Most, hielt eine heftige aufreizende Rede, die von den Versammelten mit Rufen:„Es lebe die Kommune, es lebe das Dynamit!“ aufgenommen wurden. Meteorologische Beobachtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg vom 17. December, Morgens 8 Uhr. Das Minimum, welches gestern über der Helgoländer Bucht lag, ist mit rasch abnehmender Tiefe ostwärts bis zur ostpreussischen Küste fortgeschritten, so dass die lebhafte nördliche Luftströmung, welche gestern über den britischen Inseln und der Nordsee herrschte, sich ostwärts über ganz Nord-Central-Europa ausgebreitet hat. Daher ist über ganz Deutschland bei abnehmenden Niederschlägen erhebliche Abkühlung eingetreten; vielfach fand Nachtfrost oder Reifbildung statt. Gestern und in der Nacht ist in Deutschland allenthalben Regen oder Schnee gefallen. In Hamburg wurde intensives Morgenroth beobachtet. Meteorologische Beobachtungen in Detmold. Dez. 17. 17. 18. Stunde. ThermoBarometer.) meterGrade R. Relative Feuchtigkeit der Luft in Proc. Wind= richtung u. =Stärke. 1 U. Mtgs. 8 U. Abds. 8 U. Mrgs. 27. 11 28.— 28..2 2 0 04 85 96 91 Allgemeiner Witterungscharakter: 18. bedeckt. NO. schwach. Sonnen=Aufgang 8 U. 9 Min., Untergang 3 U. 45 M. Mondes Aufgang 927 Abds., Untergang 1033 Mrgs. Berliner Kurse vom 17. December. Deutsche Fonds. Deutsche Reichs-Anl. 101,90/4½% Brem. 74er Anl.—.— 4½% Preuss. kons.„ 4 102,70 „„„„ 101,50 3½„ Staatsschuldsch. 99,— Ostpr. 3½" Pomm. 4„„ 4½„ Pfdbr. 101,20 „ 91.25 9 101.50 101,80 neue Posen.„ 100,80 Westfäl.„ 101,50 4„ Westpreuss.„ 103.— 4% Rhein.-Wstf. Rtnb. 101.— 4% 4 4 „„ 80er „ Bad. Präm. R Baier. 131,40 132.50 Braunschw. 20 Thlr.Loose 96,30 3½% Köln-Mind. Loose 125,25 Kurhess. 40Thlr.-„ 291.— Meining. 4„„ 27,— 3% Oldenburger„ 146,90 3½% Preus. PrämienOblig 135,70 Berg.-Märk. Bank Braunschweig-Hannov. Hypoth.-Bank Bremer Bank Deutsche Bank Disconto-Gesellschaft Essener Creditanstalt Gothaer Grundkr.-Bank Bankaktien. „„ junge Hannover’sche Bank 119.50 86.40 110.— 146 90 187,50 99.— 64,10 74.— 112.— Köln. Wechslerbank Leipz. Disconto-Ges. Oesterr. Kreditanstalt Preuss. Bodenkreditb. „ Hyp. Akt.-Bk. „ Hypoth.-Vers. Ges. Reichsbank Schaffhausen. Bankv. Westfälische Bank 93.75 109.50 470.— 100,50 89.75 92.25 148.25 91.25 98.50 Eisenbahn-Stammaktien. Aachen-Mastricht 53,10 Bergisch-Märkische 126.50 Bresl.-Schwdn.-Freib. 118,60 Dortmund-Enschede 59.— Gal. C. Ludwb.(gar) 122.50 Gotthardbahn 92.25 Kronpr. Rudolf(gar.) 73.25 Mainz-Ludwigshaf. 108.— Oberschlesische 275,40 Oesterr. Staatsb. 229.— „ Südb.(Lomb). 336.— Rechte Oder-Uferb. 194 50 Rheinische 165,40 Russ. St.-B.(5% gar) 123,75 Ausländische Fouds. 4⅛% Oesterr. Silberrente J/J. 66,70 Papierrente M/N 66,60 Goldr. 83,20 60r Loos. 117,70 Oesterr. 64er Loose 309,50 5% Russ. Stieglitz VI. Ser. 81,30 62er Anl. 84,70 71er„ 85,60 75er„ 78,10 77er„ 91,30 80er„ 7095 III Orient. Anl. 4½ 5„ 5„ 5½„ 5„ 56,20 5% Russ. Prämien 66 128,50 5% Russ. Bodenkred. 84,75 Pfandbr. 5, Gömörer„ 100,75 5„ Ital. Rente.... 89,60 7„ Jersey City—.— 7„ New-Yorker.—.— 6„„„„ 129,90 4„ Raab-Grazer Präm 93.— 8„ Rumän. Anl. 109,80 „„ 102.20 „„ 98,10 " Amortisations Anleihe 92,80 Schwed. 75er Anl. 102,90 6% Ung. Goldrente 101 50 4„„„ 73,75 Eisenbahn-Prieriläts-Obligatienen 96,10 3½„ 4½ 94.25 4½ 4½ 2 7 /2 n 4% Aachen-Mastricht 4½% Bergisch-Märk. I. u. II. Ser. do. La. C. do. IV. und V. Serie 102,80 do. VI. Ser. 103.75 do. VII. und VIII Serie 103.— do. IX. Serie 103,20 Braunschweig. 104.— Köln-Mind. III. S. 103,10 „„ IV. u. V. Serie 100,60 „„ VI. B. 102,80 4½, Magdb.-Halb. 103,— 4½„ Rheinische.... 103.— 5„ 4½ 4½ 5„ 4½ 4% Elisab. Westb. Goldpr. steuerfrei 90,75 4½% Gal.Karl-Ludwb. 83,20 Oester. Staatsb. 500 fs. 384,20 3„ do. v. 1874. 374,50 5„ do 104,20 3„ do. Süd-Bahn 500 fs. 290,60 5„ do. Sdb.(gar.) 101,90 5„ Rudolfsb. III. E. 84,80 5„ Ung. Ostb.(Silb.) 76,80 5„„„(Gold) 96,40 5„ Warsch.-Wiener III. E. 101,50 5„ do. VI.„ 99,60 5„ Gotthardtb. I.„ 101,50 Hypotbek--Oertifikate. 4½% Braunsch.-Hann. 101,90 4 4½ 4„ 5%„ 5„ 5„ 4½ 4½ 4 „„ 9 8 2 5 Deutsche(Berlin) 102,60 do. 99,— do. 103,80 Gothaer Präm. I 119,90 „„ II 115,60 „ rab. 110 104,75 I.„ 100 96.—„ Meininger 100,75/4½" do. „„ Präm. 116,40 „Preuss. Bodencr. V. u. VI. Ser. 102,60 „ Preuss. Bodener. rzb. 110 110,75/4 ½0 do. III„ 100 100,504½ 5% Prss. Centr. Bdno. rab. 100 104.25 5 do. rzb. 110 116,— 4½, do.„ 100 103,80 4½, Preuss. Hypoth. Pfdbr. rzb. 120 5" do.„ 110 5" do.„ 100 100 108,50 108,40 102.— 101.50 4½,, Preuss. Hypoth. V. A. G. Certific. 101,80 5" Stettiner Nat. Hyp. rzb. 100 do. 110 do.„ 100 97,50 Industrielle Gesellshaften Schwedische 100,60 104,— 102.— Aachen-Höngener 39, Bochumer Gussstahl 94,50 Bonifacius Bergwerk 67.— Borussia„ 128,90 Donnersmarkhütte 61,30 Dortm. Union St. Prior. 81,50 Egestorff’s Salzwerke 104,50 Gelsenkirchen..... 121,— Georg Marienh.St. Act. 69,75 Hannov. Masch.—.— do. St. Prior. 70.— Harkort Bergwerke 62.— Harpener Bergwerke 97.— Hibernia„" 99.25 Hörder Hütten. conv. 70,10 Königs- u. Laurah.12,25 König Wilhelm. 31,50 Louise Tiefbau 47.50 Nordd. Lloydaktien 134,60 Ravensberg. Spinnerei 139.60 Sächsische Maschinen 117.— Vorwärts, Bielef. Spinn. 123.75 Westfäl.Drahtindustrie 107,— Westf. Union St. Prior. 77,50 Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold. Geschäfts=Eröffnung. Einem geehrten hiesigen wie auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich mit dem heatigen Tage die Bäckerei nebst Hausbäckerei eröffnet habe. Gleichzeitig bringe meine Schenku. Gastwirthschaft in empfehlende Erinnerung. W. Brand, Gasthof zum Hermann vis à vis dem Landgerichte. Ein Ge mit gutem Boden für—6 Pferde Acker nicht zuweit von einer Stadt, im Lippischen zu kaufen gesucht. Franko=Offerten mit Angabe der Verhältnisse unter H. K. 319 befördert die Expedition dieser Zeitung. Grimm's Kinder= und Hausmärchen. 50 der schönsten deutschen Märchen, gesammelt durch die Brüder Grimm. Mit 8 Illustrationen von Paul Meyerheim. Preis für diese reichhaltige Sammlung nur 1 Mk. 50 Pf. Loewe's neues Märchenbuch. 30 der schönsten deutschen Märchen mit 12 Farbendruckbildern von H Leutemann u. A. Preis 3 Mk. Wegen des großen Drucks und der reichen Illustrirung ist letzteres besonders für jüngere Kinder geeignet. Vorräthig in der Klingenberg'schen (Hans Hinrichs) in Detmold und Lemgo. Ein Schirm mit schwarzem Griff und Ueberzug ist am letzten Sonntage gegen Abend aus dem oberen Klubzimmer des Hotel Korf in Schötmar, wahrscheinlich aus Versehen, mitgenommen. Daselbst wieder abzugeben. Gaunsagung. Es ist uns ein Herzensbedürfniß, hierdurch allen Denen den innigsten Dank auszusprechen, die durch die vielen Beweise herzlichster Theilnahme unsern Schmerz gemildert haben. Besonders danken wir für das so überaus zahlreiche Geleite von Nah und Fern, für die trostreiche Grabrede, den schönen erhebenden Gesang und für die vielen prachtvollen Kränze und Blumen. Den Freunden unseres unvergeßlichen Entschlafenen, die ihm den letzten Liebesdienst erwiesen und ihn zu Grabe getragen haben, tiefbewegten Dank! Heerse, den 17. Dec. 1883. Friederike Busse geb. Wistinghausen und Kinder. Soeben angekommen eine Sendung preiswürdiger Meerschaum- und WeichselCigarrenspitzen in schöner großer Auswahl und halte ich dieselben bei Bedarf von Weihnachtsgeschenken bestens empfohlen. W. Klingenberg sen. Lödes= Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß heute Mittag nach langen, schweren Leiden der Hauderer H. Stücker sanft entschlafen ist, welches ich hierdurch anzeige. Betke. Detmold, d. 17. Dez. 1883. Die Beerdigung findet am Donnerstag Nachmittag 3 Uhr statt. Russische Pelzstiefel, Filzschuhe 2c. empfiehlt W. Capelle. Pausvernauf Mittwoch, den 2. Jan. 1884, Morgens 11 Uhr soll im Brandingschen Gasthause hierselbst das alte Schulhaus nebst Garten öffentlich meistbietend verkauft werden. Der Schulvorstand. Franz. Wallnüsse, Sicil. 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Jeder Loossendung wird der samtliche Plan beigelegt und sofern der Besteller mit dem Verloosungs Programm nicht zufrieden, das Loos vor Beginn der ersten hung unter Erstattung der bezahlten Einlage zurückgenommen. Bestellungen beliebe man zu richten an die Kollekte von N. Reiss, Brannschweig. Komptoir: Rosenthal 7. Eine gesunde kräftige Amme vom Lande sofort gesucht von Voerste. chwelm. Westfalen. Die gangbarsten Prachtwerke der Saison: Heine's Buch der Lieder, illustr. von Paul Thumann. 25 M. Gerok's Palmblätter, illustr. von Paul Thumann. 18 M. Horn, Das Buch von der Königin Luise. Illustr. von Amberg, Wold, Friedrich u. A. 20 M. Tegner's Frithjofssage, illustr. von Knut Eckwall. 20 M. Lied von der Glocke, illustr. von LiezenMayer. 15 M. Goethe's Hermann und Vorothea, illustr. von Ramberg. 12 M. Voß' Luise, illustr. von Ramberg u. Paul Thumann. 12 M. Vorräthig in der Hofbuchhandlung (Hans Hinrichs) in Detmold und Lemgo. Ziegeler Serkäuf! 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