„Die Lippische Landes=Zeitung= erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. 9 Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. US 295. Freitag, 14. Dezemver. 1885. Zum Borgwesen. Die Nachtheile unseres verwerflichen Borgwesens drücken unsere Handwerker und den„kleinen" Geschäftsmann ganz empfindlich und namentlich werden mit Beginn des Winters die Klagen über das lange Kreditnehmen immer lauter. Sehr oft muß der Handwerker viele Monate, meist sogar ein volles Jahr warten, bis seine Arbeit bezahlt wird, und so verliert er nicht nur die Zinsen des auf sein Erzeugniß verwendeten Kapitals, sondern er kommt auch nicht selten in die Gefahr, durch die inzwischen eingetretenen Vermögensverschlechterungen seiner Kunden seine wohlerworbene Forderung ganz oder theilweise zu verlieren. Auch sind die Fälle durchaus keine Seltenheiten, wo der Kunde nach so langer Zeit den Empfang der Waare überhaupt fortleugnet und bestreitet. Der Gewerbetreibende braucht aber beständig Baargeld, um die nothwendigen Rohmaterialien für seinen Geschäftsbetrieb einzukaufen, die Löhnungen für seine Arbeiter zu bestreiten, die laufenden Steuern und Auslagen zu berichtigen und endlich den Unterhalt für sich und seine Familie zu besorgen. Fast bei allen kleineren Geschäftsleuten besteht die Unfitte, daß erst mit Schluß des Jahres die Rechnungen für die geleisteten Arbeiten den Kunden eingesendet werden, und gerade durch diese längere Borgfrist kommt der Handwerker nur zu oft selbst in die Verlegenheit, seine eigenen Zahlungsverbindlichkeiten nicht pünktlich erfüllen zu können. Er ist genöthigt, mit namhaften Opfern sich anderwärts Gelder für den Betrieb seines Geschäftes zu verschaffen, während er seinen Kunden das weiter kreditirte, was er längst von ihnen hätte fordern können, und da ihm meist das nöthige Baargeld mangelt, entgeht ihm der Vortheil, günstige Geschäftskonjunkturen auszunutzen und insbesondere seine Vortheile zu genießen, welche bei Baarzahlung und beim Einkauf von Materialien en gros gewährt werden. Der Handwerker hat eben nur Forderungen in seinem Kontobuche, aber nur selten Baargeld in seiner Kasse. Durch das Aufgeben dieses langen, in wirthschaftlicher und moralischer Beziehung schädlichen Borgens aber würde die Gesammtzahl der Konsumenten nur gewinnen, denn derjenige Kunde, welcher den Kredit des Kaufmanns oder des Gewerbtreibenden in Anspruch nimmt, muß in der Regel die Waare theurer bezahlen, da der Kreditgeber die Zinsen seines Kapitals auf den Preis der Waare schlagen muß. Der kreditbedürftige Konfument wird also abhängig vom KreditNovelle von Hermine Schiebel. (8. Fortsetzung.) Sarden zuckte die Achseln. „Meiner Ansicht nach ist es der Wunsch, Dich bald unsere Stadt verlassen zu sehen, Du mußt ihm aus irgend einem Grunde unbequem sein, vielleicht ist es die Erinnerung an Euer letztes Zusammensein, vielleicht mahnt ihn Dein Erscheinen an den Tod, Du bist sein einziger Erbe—. „Das sieht ihm ähnlich“, unterbrach ihn der Baron bitter. „Du siehst, ich habe die Augen für Dich offen gehalten“, nahm der Assessor nach einer längeren Pause wieder das Wort, nich bin über Alles genau orientirt, wir dürfen die Hände nicht ferner müssig in den Schooß legen,u Aber was soll ich denn thun?“ fiel der Baron haftig ein. uug sgate dan Vssoffa „Mich anhören“, sagte der Assessor ernst, nerst mußt Du alle Einzelheiten kennen und dann wollen wir ja sehen, ob Du meiner Ansicht bist.“ Sarden schwieg einen Augenblick, er hatte den Hut abgenommen, träumend glitt seine Hand durch das dunkellockige Haar. „Daß Dein Onkel seine Wohnung aufgegeben und zu dem Förster Werner gezogen ist, weißt Du bereits“, begann er wieder. Der Baron verneinte. „Förster Werner?“ wiederholte er sinnend. „Es ist der Onkel Fräulein Waldens, erklärte der Assessor gleichgültig, ner verkehrt täglich im Hause der Majorin, seit seine Nichte dort anwesend. geber, und so werden unsere Geschäftsleute endlich begreiflicherweise dazu verleitet, ihre Ansätze in den Jahresrechnungen höher zu stellen, als sie nach den normalen Verhältnissen betragen würden, weil sie eben die entgangenen Zinsen in Folge ihres langen Wartens auf diese Weise ausgleichen wollen. Das lange und leichtsinnige Kreditgeben ist aber auch für den Konsumenten mit den verwerflichsten Folgen begleitet, da er durch dieses von allen Seiten in so ausgedehntem Maße gewährte Kreditiren leichtsinnig und geradezu verleitet wird, mehr zu kaufen und zu konsumiren, als er nach Maßgabe seiner Verhältnisse überhaupt nöthig hätte. Wenn dann zu Beginn des Neujahrs die zahlreichen Rechnungen kommen, stellen sich bei ihm sehr oft Geldverlegenheiten ein, da seine Mittel zur sofortigen Begleichung derselben nicht ausreichend find, und der Gewerbtreibende muß weiter warten. Wie viele Buchforderungen verliert der kleine Geschäftsmann in Folge dieser langen Kreditgewährung, weil mittlerweile seine Schuldner entweder starben oder verschwanden. Leider läßt sich aber nun nicht verkennen, daß an dem berührten Uebelstande sehr häufig die Geschäftsleute selbst mit einen großen Theil der Schuld tragen, indem sie nach ihren Begriffen die Höflichkeit gegenüber den Kunden nicht gern verletzen möchten und in Folge dessen mit der Ueberreichung der Rechnungen monateund jahrelang warten. Und gerade die wohlhabenden Klassen beanspruchen der hergebrachten Sitte gemäß gewöhnlich den allerlängsten Kredit und betrachten es als etwas ganz Selbstverständliches, daß sie jenen kleinen Gewerbtreibenden, denen sie Arbeit gegeben, die Rechnungen erst mit Schluß des Jahres und vielleicht auch wohl noch später bezahlen. Es kommt aber auch sehr oft vor, daß der Kunde von den Geschäftsleuten die Rechnungen nicht erhält, obwohl er sie mehrfach fordert. Die bedauerliche Indolenz der kleinen Gewerbtreibenden läßt die großen Vortheile einer raschen Baarzahlung ihrer Arbeit nur zu oft verkennen, und endlich wird erfahrungsmäßig in den meisten Fällen der baarzahlende Kunde nicht besser bedient, als jener, welcher den Kredit des Geschäftsmannes in Anspruch nimmt, ja der letztere erfreut sich meist noch einer viel sorgsameren und höflicheren Bedienung. Unter solchen Umständen darf es wohl nicht Wunder nehmen, wenn das konsumirende Publikum der althergebrachten Gepflogenheit huldigt und, statt seine Einkäufe baar zu bezahlen, sorglos weiter borgt. Daß aber durch solche Miß„Fräulein Walden ist ja wohl mit dem Oberförster verlobt?“ fragte Düren weiter. „Ja“, sagte der Assessor kurz, während Minuten lang ein feindlicher Zug seinen Mund umspielte. „Fräulein Erika soll schön sein, examinirte der Baron mit einer ihm sonst ganz fremden Neugier,„findest Du das auch, Bernhard?“ Der Gefragte lachte gezwungen auf. „Eine schwarzlockige Puppe mit großen, träumerischen Augen, aber ohne Herz und Gemüthn, gab er verächtlich zurück. Dürens Auge hatte flüchtig das Gesicht des Freundes gestreift, er hatte das aufsteigende Roth bemerkt, er sah, wie die festgeschlossenen Lippen zuckten, während er zoraig einige Zweige herniederriß, die leicht seine Stirn berührt. „Aber ich muß Dich bitten, mich nicht fortwährend zu unterbrechen“, sagte der Assessor gereizt,„dies Alles ist wirklich zu nebensächlich und gehört nicht hierher.“ Der Baron entgegnete nichts, er sah ernst zu Sarden hinüber. Sarden begann seine Unterhaltung mit dem Baron aufs Neue: „Also von dem Förster Werner erfuhr ich, was für Dich und mich wissenswerth— er theilte mir mit, daß Walther täglich im Hause Deines Onkels verkehrt, daß Letzterer Alles daran setzt, eine Verbindung seines Freundes mit Fräulein v. Werden herbeizuführen." „Und den Grund? Welcher Beweggrund kann ihn nur leiten?“ fiel der Baron ungeduldig ein. „Wahrscheinlich erinnert er sich, daß er etwas wie Verpflichtung gegen die Dame hat“, sagte Sarden langsam,„die hört aber auf, wenn er sie durch einen reichen Mann entschädigt; ebenso kann er mit Bestimmtheit annehmen, daß Du dann wieder die Ruhe in der Ferne suchst— kurz, er ist jede Erinnerung an einen stände das Volkswohl nach und nach bis tief ins Mark erschüttert wird, ist klar, und wenn nicht auf diesem Gebiete eine Aenderung durch einheitliches Vorgehen seitens der Gewerbtreibenden, der Innungen, Genossenschaften rc. eintritt, müssen sachgewäß die Leistungen der einzelnen Arbeiter von Jahr zu Jahr geringere werden. Es findet aber diese Borgwirthschaft mit all' ihren verderblichen Folgen gläcklicherweise nicht in allen Gewerben statt, und am wenigsten wird der Kredit von denjenigen Geschäftsleuten beansprucht, die sich mit dem Vertrieb von Nahrungs= und Genußmitteln beschäftigen. Bei der Textilindustrie aber und bei den Bekleidungsgewerben ist das Kreditnehmen zur wahren Epidemie geworden. Der Schneider und Schuhmacher leiden am meisten, und in ihren Kontobüchern sind fast auf jeder Seite Verlufte verzeichnet, so daß es dadurch erklärlich wird, daß namentlich diese beiden Gewerbe den größten Prozentsatz zu den Konkarsen stellen. Selbstverständlich wirken diese Konkurse wieder zurück auf die Lieferanten des Schneiders und Schuhmachers, auf die Tuch= und Lederhändler, und wenn durch Konkurse der ersteren die letzteren auch nicht gerade gezwungen werden, selbst den Konkurs zu eröffnen, vertheuern sie doch die Waaren im Allgemeinen, und der Konsument zahlt das mit, was durch das leichtsinnige Borgen verloren gegangen ist. Wird aber endlich einem der beiden genannten Gewerbtreibenden, Schneider sowohl als Schuhmacher, von einem Konsumenten die Alternative gestellt, entweder sich bei Baarzahlung einen Skontoabzug von zwei Prozent gefallen zu lassen oder ein sechsmonatliches Ziel zu geben, so werden in den häufigsten Fällen diese lieber das Letztere wählen, ohne daß sie bedenken, daß sie damit wirthschaftlich weit schlechter fahren. Eine Aenderung und Besserung dieser wirthschaftlichen Erbkrankheit aber ist nur allmählich und durch gemeinschaftliches Vorgehen zu erreichen und namentlich den Innungen und Gewerbevereinen ist es vorbehalten, bahnbrechend und belehrend auf diesem Gebiete vorwärts zu schreiten. Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 13. Dezember. Präsident v. Köller eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 20 Minuten. Am Ministertische v. Puttkamer, Dr. Friedberg und mehrere Kommissarien. Die Besprechung der Interpellation Stengel, betreffend die Vorlegun Tag los, wo er aus Liebe zu seinem Mammon das Lebensglück zweier Menschen opferte." Düren schwieg, er fühlte nur zu gut, wie recht der Freund hatte, und doch konnte er augenblicklich in dieser Sache nichts thun; er hatte sich zu verschiedenen Malen Camilla genähert, aber vergebens. Die Malerin hatte noch immer nicht vergessen, daß er sie einst der Eltern wegen verlassen, er wußte, ihre Liebe stand unter ihrem Stolz. „Seitdem Dein Onkel weiß, daß der Förster in dem Hause der Majorin verkehrte, begann der Assessor von Neuem,„nimmt er jede Gelegenheit wahr, um diesem die Vorzüge seines neuen Freundes zu rühmen, den unermeßlichen Reichthum Walthers zu schildern— er giebt es natürlich nur auf die Post und hofft, der Förster wird es an die richtige Adresse befördern.“ Der Baron schwieg noch immer, er hatte die Lippen fest aufeinander gepreßt, ein Ausdruck tödtlichen Hasses brach aus seinem Auge. „Ich werde diesen Herrn Walther zu finden wissen“, stieß er endlich hervor,„eine Beleidigung ist bald provozirt; ob er satisfaktionsfähig ist oder nicht, die Kugel soll zwischen uns Beiden entscheiden.“ Der Afsessor schüttelte den Kopf. „Nicht doch", beschwichtigte er,„wenn Du meinen Rath befolgen willst, suchst Du etwas über seine Vergangenheit zu erfahren. Der Mann gefällt mir vicht, ich begegne ihm öfter, wenn ich den Förster besuche, das kleine zugekniffene Auge irrt zu scheu umher, als wenn aus ihm das böse Gewissen blickt. „Ich werde morgen nach der Residenz, dem früheren Wirkungskreise Walthers, reisen, erklärte der Baron, „vielleicht hast Du recht gesehen, dann verlasse Dich darauf, ich werde alle mir zu Gebote stehenden Waffen zu gebrauchen wissen.“ (Fortsetzung folgt.) eines Gesetzes über die Heranziehung der juristischen Personen zu den Gemeindeabgaben in den östlichen Provinzen und Schleswig=Holstein wird fortgesetzt. Abg. Meyer=Breslau(Sezess.) ist gegen eine abgesonderte Erledigung der geforderten Vorlage, wie die Regierung sie in Aussicht stellt; er verlangt vielmehr, des inneren Zusammenhanges wegen, gemeinsame Behandlung dieser Angelegenheit mit der KommunalsteuerReform. Regelt man diese Materie einseitig, so wird man, bei den Eisenbahnen namentlich, die eigenthümlichsten Verhältnisse hervorrufen. Redner wünscht Mittheilung über die Grundsätze, nach denen die Regierung die Vorlage bearbeiten wird.— Regierungskommissar Herrfurt: Ueber solche Grundsätze kann ich keine Mittheilung machen, da die Vorlage noch in der Vorbereitung begriffen ist.— Abg. Büchtemann(Fortschr.): Unter diesen Umständen scheint eine weitere Erörterung der Angelegenheit überflüssig.— Es wird hierauf die Etatsberathung fortgesetzt. Bei den dauernden Ausgaben der Justizverwaltung führt der Abg. Westerburg (Fortschr.) Klage über die ungleiche Vertheilung der Richter. In den rheinischen Gegenden sind die Richter überlastet und kommen dort viel mehr Einwohner auf den einzelnen Richter, als in anderen Gegenden.— Regierungskomm. Schmidt: Es kommt nicht auf die Einwohnerzahl, sondern auf die Zahl der Prozesse an. Bei letzteren ergiebt sich eine ziemliche Gleichmäßigkeit. — Abg. Biesenbach(Centr.) führt ebenfalls Klage über die allzugroße Belastung der rheinischen Richter; man müsse deren Zahl vermehren und ihnen Muße zu wissenschaftlicher Beschäftigung geben, damit sie nicht in schablonenhaftes Arbeiten verfallen.— Regierungskomm. Schmidt: Bei solchen Grundsätzen würde der Justizetat bald zu einer enormen Höhe anschwellen.— Abg. Wehr ist der Ansicht, daß heute die Richter weniger belastet sind als früher.— Abg. Biesenbach: Die Prozesse am Rhein, die aus industriellen Verhältnissen, Unfällen und ähnlichen Dingen hervorgehen, sind komplizirter als anderswo.— Regierungskomm. Schmidt bestreitet dies. — Abg. Kören(Centr.) bringt die Grundbuchregulirung zur Sprache und bedauert, daß die Affsessoren zu diesen Arbeiten von einem Gericht an das andere versetzt werden.— Abg. Dr. Köhler-Göttingen bittet um die Vermehrung der Schreibhülfe bei den hannover'schen Gerichten.— Minister Dr. Friedberg verspricht diesen Wunsch zu berücksichtigen.— Abg. Munkel erörtert die Zunahme der Meineide, nach seiner Ansicht liegt die Ursache dieser Erscheinung in dem neuen Gerichtsverfahren, und zwar in dem vor der Vernehmung zu leistenden Zeugeneide. Ferner sei es unzweckmäßig, die Zengen nach etwaigen Vorbestrafungen so eingehend zu examiniren.— Minister Dr. Friedberg giebt zu, daß der Voreid die Würde der Eidesleiftung geradezu verletze und Aergerniß errege. Viele Richter verfahren zu sehr nach der Schablone, so fragte ein Richter den Amtsvorsteher, der ihm einen Bagabonden vorführte, ob er mit demselben verwandt, verschwägert oder von ihm durch Geschenke oder Versprechungen bestochen sei. Eine Aenderung der Eidesleistung sei ohne Aenderung der Prozeßordnung nicht möglich, diese aber nach so kurzem Bestehen anzubahnen, halte er nicht für räthlich.— Auf eine Anfrage des Abg. Straßer erwidert der Regierungskommissar Starcke, daß die Statistik der Verbrechen eine Zunnahme der Verrohung nicht ergebe, die Verbrechen stehen stets im Verhältniß zu dem Preise der Lebensmittel und zu anderen äußeren nationalen Verhältnissen.— Abg. Dr. Langerhans(Fortschritt) betont die Nothwendigkeit der anderweiten Unterbringung geisteskranker Verbrecher, damit deren Entweichungen aufhören.— Abg. Dr. Wehr(freikons.) hält diese Angelegenheit für eine Sache der Kommunal= und Kreisverbände.— Minister v. Puttkamer erklärt, daß die Frage von der Regierung eingehend erwogen. Die Vorkommnisse in Dalldorf könnten wohl durch bessere Einrichtungen vermieden werden. Die Einrichtung besonderer Anstalten ist eine sehr kostspielige.— Abg. Büchtemann(Fortschr.): Die gewöhnlichen Irrenanstalten sind nicht so eingerichtet, daß sie geisteskranke Verbrecher sicher verwahren können. — Abg. v. Uechtritz-Steinkirch(kons.) hält die Frage nicht für so wichtig. Die Entweichung der Simulanten führt oft zur Entdeckung der Simulation.— Abg. von Krosigk(kons.) hält die Unterbringung geisteskranker Verbrecher in gewöhnlichen Irrenanstalten für durchaus unzweckmäßig, das ganze System der heutigen Irrenpflege müsse darunter leiden.— Abg. Dr. Westerburg (Fortschr.) bittet um Aufbesserung der Gehälter der Gefängnißinspektoren, welche in dem unter Justizverwaltung stehenden Gefängnissen angestellt sind, man solle dieselben im Gehalte wenigstens mit dem vom Minister des Innern ressotirenden Gefängnißbeamten gleich stellen.— Regierungskommissar Starcke: Auch der Chef der Justizverwaltung theilt diesen Wunsch.— Der gesammte Justizetat wird ohne Abstriche angenommen. Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr. Fortsetzung der Etatberathung. Schluß 4 Uhr. Deutsches Reich. * Berlin, 13. Dez.(Als der Prinz von Wales) vor einiger Zeit am Hofe zu Berlin als Gast verweilte, brachte die„Köln. Ztg.“ zuerst die Nachricht, Kaiser Wilhelm habe den englischen Thronerben zum preußischen Generalfeldmarschall ernannt. Die Nachricht wurde damals sehr lebhaft bestritten. Jetzt aber findet sie ihre fast amtlich zu nennende Bestätigung in dem neuen Jahrgange des Gothaischen Hofkalenders, der unter den vielen Prädikaten des Prinzen von Wales auch dasjenige eines„königlich preußischen Generalfeldmarschalls" aufführt. *—(Die„Provinzial=Correspondenz= schreibt), der Besuch des Kronprinzen bei dem König von Italien sei so direkt angezeigt, daß die Unterlassung ungleich auffallender gewesen wäre, als die Abstattung. Der Kronprinz berühre binnen kurzer Frist wiederum das Gebiet eines mit Deutschland in den freundschaftlichsten Beziehungen stehenden Staates, mit dessen Souverän der Kronprinz durch enge persönliche Bande verbunden sei. Nochmals es bei einer bloßen Durchreise bewenden zu lassen, wäre mit den Rücksichten internationaler Höflichkeit eben so unvereinbar, wie mit der Natur der persönlichen Beziehungen beider Fürsten. Die Hauptstadt Italiens sei aber auch der Sitz des Oberhauptes der katholischen Kirche, bei welchem Preußen durch einen Gesandten vertreten ist. Daher sei es selbstverständlich, daß der Kronprinz Gelegenheit nehme, den Papst zu besuchen. Die Veranlassung und die begleitenden Umstände der römischen Reise zeigten deutlich an, daß dieselbe nicht aus politischen Absichten unternommen und zu politischen Zwecken bestimmt sei. Die Begnadigung des Limburger Bischofs Blum sei eine interne Maßregel ohne politische Nebenabsicht und stehe nicht im Zusammenhange mit der Reise des Kronprinzen. *—(Religionswechsel deutscher Prinzessinnen?) Zwei russische Großfürsten haben sich in den letzten Tagen mit deutschen Prinzessinnen verlobt. Da liegt die Frage nahe, ob wir abermals das wenig erfreuliche Beispiel eines Religionswechsels erleben werden. Friedrich der Große hielt es für unwürdig, daß eine Prinzessin seines Hauses um der Heirath mit einem russischen Großfürsten willen ihren Glauben ändere und so unterblieb die Heirath. Friedrich Wilhelm III. dachte anders und so mußte Prinzeß Charlotte, die nachmalige Kaiserin, vor ihrer Vermählung mit dem Großfürsten Nikolaus zur griechischen Kirche übertreten. Keine russische Großfürstin, die sich einem deutschen Fürsten vermählte, ist je zu dessen Kirche übergetreten, aber die deutschen Fürstentöchter, die russischen Großfürsten die Hand reichten, wurden zum Religionswechsel gezwungen. Als sich eine dessen weigerte, mußte sie in höherem Auftrag ein evangelischer Prälat von der Nothwendigkeit dieses Schrittes überzeugen. Prinzessin Dagmar von Dänemark, die Gemahlin Alexanders III., trat als Braut des verstorbenen Thronfolgers von der lutherischen zur griechischen Kirche über, nach jenem Todesfall zur lutherischen Kirche zurück, und als der Bruder des Verewigten, der jetzige Zar, sich mit ihr verlobte, ging sie abermals zur griechischen Kirche über! Nur eine einzige Prinzessin, Marie von MecklenburgSchwerin, hatte den Muth, ihre Hand, um die Großfürst Wlademir warb, von der Bedingung abhängig zu machen, daß sie lutherisch bleiben dürfe, und fiehe, die Bedingung wurde zugestanden. Was werden die jetzigen Bräute thun? *—(Die„National=Zeitung") schreibt Folgendes: Von liberaler Seite ist nach der seltsamen Erklärung des Ministers v. Puttkamer, er werde keinen Beamten befördern, welcher oppositionell stimmt, darauf aufmerksam gemacht worden, wie wenig dieser Grundsatz mit dem Erlaß des Kaisers vom 4. Januar 1882 und der dazu vom Reichskanzler gegebenen Erläuterung übereinstimmt. In jenem Erlaß erwartete der Kaiser von allen Beamten, daß sie sich im Hinblick auf ihren Eid der Treue von jeder Agitation gegen seine Regierung auch bei den Wahlen fernhalten; eine positive Leiftung wurde nur von denjenigen Beamten verlangt, welche mit der Ausführung der Regierungsakte betraut sind und deshalb ihres Dienstes nach dem Disziplinargesetz enthoben werden können, und zwar erstrecke sich die durch den Diensteid beschworene Pflicht auf die „Ein Mutterherz.“ (Das Recht des Nachdrucks ist vom Verfasser vorbehalten.) Ek was enn jung Minske un nau nich met den Gäusen üm den Diunen!) in den Struit kumen, do kam ek faken vör eunen Hiuse her. Binnen un biuten?) was't wacker wittelkets) un deu Fensterriuten“) wören olltuit séu blank, osse wenn seu Dag för Dag putzet wören. Séu ank den Luié, jümmer geut innen Tuige,5) un wenn seu ank man téu'n'ringen Stanneé) heuéren un nich meièr“) an Land hadden, dat seu för sick tuigens) können; auk drofften?) seu man Kéu un Rind up den'meune!") druiben.!!) Dorümme moßte den Teite!?) buitén verdeunen, dat Stuiérn!3) un Herenlasten betahlt weren konnen. Dat deu!") heu denn, un den Frubbe make auk eunen scheun Deil Geld met Spinnen un Wörken.15) Ger'n ging ek vör den Hiuse her un unbännig frögge!6) ek mui, séu ek den Kinner vör der Dühr sitten sach. Tweus!7) dovan wören luike!8) graut, et wören Junge un Luit; öbber den Junge was eun Johr jünger un eun betten minne, bet heu téurläßte!9) vörwand?°) un den Luié öbber den Kopp woß. Wäcktere?!) Kinner häbb' ek wal nich faken seuen un origere??) auk nich, un dobui was deu Heinerch séu'n eugenen?3) Schlag. Bange was heu nich, un do ek er wecke??) Mole met kürt hadde, kenne heu mui un reup mui wal up der Stroten an. Eunmol, do heu up den Holte satt und sick up euner schwanken Beuken wüppe, meune:„Diu, Lehrder, kum hür her, saßt met suin und deu beßte Sties2s) häbben!“ En anner Mol kam ek iut den Holte un hadde en Striusk Alberkens26) inner Hand.„Diu“, se' heu do,„wecke kannst Diu mui wal afgieben.“ Dat deu ek auk un stecke enne auk süß af un téu wat téu un séu?“) den Mömme iut der Dühr éuder2s) dür den Riuten keik, schmiuskerlache?2) seu, osse wenn seu sick doröbber frögge.30)„Ein Mutterherz“ se’ ek dann séu för mui, denn domols konn ek nau nich recht platt küren, datt häbbe ek noher van Kinnern lehrt.!) „Ein Mutterherz!"— Jo— öbber den Mömmen sind nich öbbereune un séu sind auk ühre Herten nich luike un— wer kann den annern Luien wal in't Hert kuiken? — Nenn Minske, denn wui seuêt man dat Biutwennige.?) Wecke könne do wal henseuen, wo't unner'n Bostrümfken33) puckert?— Männigmol sitt man sick innen Lechte,3“) wenn man do no geut, wat man séu bobenhen vör Augen suit un do no sick suine Gedanken öbber Minsken makt un nich nuiperer35) téukicket.36) Séu ging et mui auk met jenner Frubben. Et was ümme den Tuit, do den Tichlers wieerkumet,37) do kam ek auk vör jennen Hiuse her. Deu lüttke Junge(heu was do seß Johre ault) stund anner Hiusdühr un hadde eunen linnen Lappen üm den Finger vanner38) Rechthand. Heu sach nich séu freundlick iut, osse süß, dorümme reup ek, séu géut ek et konn:„Ei, Heinerch, wat häst Diu denn met Duiner Hand maket?“ Heu anw'res?) nich un heul seu achter sick.„Heinerch, wat steust Diu do?“ reup do up eunmol den Mömme, öbber nich fründlick, un den Junge se' nicks un ging in deu Stoben, wo heu Schellers40) kreig.!) Dat staut mui up, do sach ek dat Näggerske1?) Euder Naigerske, sén den Luié do kürt, dat giegenan4s) wonne. Dat keik mui an, sach no den Heben?“) un schüddelköppe. 45) Ek konn hür nich dürfinnen un ging feuder. Annerndags*6) bemott“?) mui dat Luit un do vertell et wat, un dat will ek niu wieervertellen. Wenn man upstund't obends in eun Dörp kümmt, wo lecht?s) sind dann den Fensters olle! Dat suit an meisten eune, deu freuér up den Dörpe wonnt?s) hät un niu af un téu do henne kümmt un sick wunnert,50) wenn den Thronkruisels5!) in den Stoben nich meier nösselt5?) un den Dächte in den lüttken Lampens met Luinölge5s) nich meier schwelt.?) Leube Tuit! wat was dat för Lucht!5s) un wo nuipe 56) moßten deu armen Kinner téukuiken,57) deu in der Buibeln seuten, 58) Euder, wat nau schlemmer was, schruiben moßten! Un ank den Lüttken, deu achter'n Spinnraé hucken,?3) wo faken können seu nich seu recht seuen, jo un faken was den Famt,60) deu öbber den Fluchts!) leup, nich oll téu fuin. Séu ging't auk wecke mole den lüttken Heinerch, öbber, sén suine Mömme dat sach, wort seu unschellig“?) und se', wo seu den Nöckeln63) bui taug:„Teuf,5?) diu moßt mol eun Denkßetteln häbben, Spinnen es iuse Haupverwerfés) met, un söck Goren dögtsé) nich, dat es geut téu'n Upschröggen.“67) „Leube Mömme déut nich“, se' dat lüttke Luit denn un keik seu met suinen blogen Augen an, dat eun annere Minske wenk woren wöre; öbber seu lache hahlés) un se': „Ek weut wal, wat ek déus, din nesewuis Ding.“ Niu kam Heinerken in der Tuit, wo ek van küre, in der Julenfluchts?) mol met verklumen?“) Fingern no Hius un moßte gluik achter't Spinnrad un den Thronlampe glemme man séu. Do heu'ne Wuile séu spunnen hadde, keik suine Mömme no der Spiulen, se' nicks nich; öbber seu reit dat Goren heraf un packe dann den Jungen suinen Arm. Deu Junge bölke und wingere?!) un gaff suine beßten Weusre:?) öbber, wat hulp et, dat heu vuller Angst reup:„O, herte Mömme déu et nich, ek woll er dui ümme bein,73) et deu't jo sén förchterlicken wen!: Et hulp?“) nich, dat Wuibesstücke?s) wickele oll dat leige?*) spunnene Goren üm suine lüttke Rechthand un taug deu met Gewolt an den Lucht. Do flackere et up, deu arme Junge bölke, dat enn Steun hedde wenk weren sollt; öbber den Wuibe suin Herte wort et nich.„Sui se't" un taug deu Nöckeln dahl,77)„do häst Diu duin Denkßetteln!"— Do den Teite no Hiuse kamm un sach, dat den Junge nich spann, fraug'8) heu, iut weß Grunne,79) bekeik den Finger un se':„Heuers°) Frubbe, dat es eun betten haddes!) woren.“ Dann schmere heu den Heinerken Olges?) up deu leige Hand und wickele eun linnen Plättss) dorümme. Söcket vertell dat Näggerske; öbber nich den eunen Kinne es et in freuérers?) Tuit séu goen, nei, wo männigen! Ek heuére domols téu'n euersten Mole, dat et söcke Wuiber gifft un lange Tuit ging ek nich wieer vör den Hiuse her, wo dat scheuenss) was. Deppeln, Andreubesmisse 1883. Wilh. Oesterhaus. Erklärungen. 1) das erste Barthaar, 2) außen, 3) geweißt,*) Fensterscheiben, 5) Zeuge, 6) Stande, 7) mehr, 6) ziehen,?) durften, 10) Gemeindeweide, II) treiben, 12) Vater, 13) Steuern, I4) that, 15) Weben, 16) freute, 17) zwei, 18) gleich, 12) zuletzt,°) den Vorsprung bekam, 21) Hübschere, 27) artigere, 23) eigenen, 24) einige, 25) Stelle, Platz, 26) Erdbeeren, 27) wenn, 28)oder, 29) schmunzelte, 30) freute,; 31) gelernt,?) das Aeußere, 33) Kamisole, 34) Lichte, 35) genauer, 36) zusieht, 37) wiederkommen, 38) von der, 39 antwortete, 40) Scheltworte, 4) bekam, 42) Näherin, 43) nebenan, 44) Himmel, 45) schuttelte den Kopf, 46) am folgenden Tage, 47) begegnete, 48) hell,°) gewohnt, 50) wundert, 51) Thranlämpchen, 52) kohlen, 53) Leinöl, 5t) ohne helle Flamme brennen, 55) Licht, 56) genau, 57) zusehen, ss) aus der Bibel lernten, 59) hockten, 60) Faden,!) Reihe der Haken, 62) böse, 63) Mundwinkel, 64) wart, 65) Haupterwerb, 65) taugt, 67) versengen, 68) leer, hohl, 62) früh Abends, 70) vor Kälte steif, 77) winselte, 72) Worte, 73) bitten, 72) half, 75) Weibsbild, 76) schlecht, 77) abwärts, 78) fragte, 79) weshalb, 80) Hör, 81) stark,?) Oel, 63) Lappen, 81) früherer, 85) geschehen. Vertretung der Politik der Regierung auch bei den Wahlen. Auch von diesen Beamten verlangt der Erlaß aber keineswegs, daß sie ihr.., im Sinne der Regierung ausüben, wie der Reichskänzter, der den Erlaß gegengezeichnet hat, in der Reichstagssitzung vom 24. Januar 1882 ausdrücklich konstatirte. Die Worte des Erlasses:„Es liegt mir fern, die Freiheit der Wahlen zu beeinträchtigen“, lassen daran nicht zweifeln. Eine allgemeine und öffentliche Erklärung, daß der Beamte, der von der ihm seitens des Königs ausdrücklich garantirten Wahlfreiheit Gebrauch macht, auf eine Beförderung im Amte nicht rechnen dürfe, verträgt sich weder mit dem Erlaß vom 4. Januar d.., noch mit der authentischen Interpretation desselben seitens des Reichskanzlers. Es ist nun der Erwähnung werth, daß sich heute die freikonservative„Post“ in demselben Sinne äußert. Das Blatt bemerkt schließlich: Ohne Zweifel wird die ganze Frage demnächst wiederum bei dem Etat des Ministeriums des Innern zur Sprache kommen; es werden alsdann auch die verschiedenen Parteien feste Stellung zu der Frage nehmen müssen; jene Aeußerungen des Fürsten Bismarck dürften dabei entscheidende Bedeutung gewinnen. 9 vin=1a * Düsseldorf, 11. Dezemver.(Der Provinziallandtag) hat gestern 200000 M für die Errichtung einer katholischen und einer protestantischen Arbeiterkolonie bewilligt. * Frankfurt, 10. Dezember.(Verhaftung.) Wie die„F. Ztg.“ erfährt, soll nach einer amtlichen Depesche der zweite der Gebrüder Sachs, dem es bisher gelungen war, sich allen Nachforschungen zu entziehen, in Montevideo verhaftet worden sein. * Hamburg, 12. Dezember.(Ein gefährlicher Gast.) Einen guten Fang scheint unsere Polizei gemacht zu haben. Vor Kurzem wurde hier ein angeblicher Schlosser Namens Homer aus Stuttgart verhaftet, als er in einem Hotel einen Einbruch auszuüben versuchte. Derselbe war in Stuttgart wegen Raubmordes zu 15 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Nach Antritt der Strafe simulirte er Irrsinn, in Folge dessen er in einer Irrenanstalt Aufnahme fand. Aus derselben brach er mit einem Komplicen vor einiger Zeit aus. Von dem Untersuchungsrichter scharf ins Verhör genommen, machte er das Geständniß, mit seinem Genossen den oft besprochenen Raubmordversuch in Stuttgart verübt zu haben. Der Genosse ist gestern Abend in Lehe bei Bremerhafen ebenfalls verhaftet worden. Homer wird in den nächsten Tagen von einem hiesigen Polizeibeamten nach Stuttgart transportirt werden.(O. Ztg.) Britisches Reich. * Dublin, 11. Dez.(Parmell=Banket.) Anläßlich der Ueberreichung der Summe von 38000 Pf. St., welche von Irland als Zeichen der Anerkennung der von Parnell dem Lande geleisteten Dienste gespendet wurden, fand heute Abend zu Ehren Parnell's ein Banket statt, an welchem mehrere Unterhausmitglieder der parnellitischen Partei theilnahmen. Während des Bankets hielt Parnell in Beantwortung eines Toastes eine Rede, in welcher er die gegenwärtige Verwaltung Irlands in der heftigsten Weise angriff und erklärte, die irländischen Wähler würden bei den nächsten allgemeinen Wahlen entscheiden können, ob die Regierung liberal oder konservativ sei. Die Pofition der inländischen Partei sei eine feste, wenn die Partei Geduld habe, werde sie ihr Ziel, die nationale Unabhängigkeit, erreichen. Amerika. * Washington, 11. Dezember.(Ernteergebniß.) Der Dezember=Bericht des landwirthschaftlichen Departements läßt auf eine Abnahme der Baumwoll=Ernte um ungefähr 13 pCt. gegenüber der Ernte des vergangenen Jahres schließen. Der Ertrag dürfte sich auf etwa 6 Millionen Ballen stellen und wird vielleicht diese Zahl noch überschreiten. Das Erträgniß der Mais=Ernte wird nach den letzten Anzeichen einige Scheffel hinter dem Voranschlag zurückbleiben. Das Gesammt=Erträgniß der Weizen=Ernte wird 400 Millionen Scheffel übersteigen, das der Hafer=Ernte 500 Millionen Scheffel. Die Roggen=Ernte und die GerstenErnte bleiben, was die Quantität anlangt, etwas hinter der vom Jahre 1882 zurück. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend * Detmold, 13. Dezember.(Militärische Per sonalien.) von Massow, Oberst und Kommandeur des Infanterieregiments Nr. 50(früher im Infanterieregiment Nr. 55) unter Beförderung zum Generalmajor zum Kommandeur der 32. Infanteriebrigade ernannt. Kirchhof, Major und Kommandeur des Jägerbataillons Nr. 6 zum Oberstlieutenant befördert. * Detmold, 13. Dezember.(In der gemeinschaftlichen Sitzung der städtischen Behörden vom 12. d..) referirt der Vorsitzende, Herr Bürgermeister Petri, zunächst über den Erwerb der Gasanstalt, wonach sich bei der definitiven Abrechnung heraeusgestellt, daß die bewilligte Anleihe von 40,000 M nicht genüge, da die Anstalt mehrere Kapitalien zur Auszahlung der Dividende aus der Leihe=(?) Kasse herausgenommen und nunmehr zur Auszahlung an die Aktionäre ein Kapital von 55,000 M nöthig sei, die Anleihe also auf diese Summe erhöht und außerdem 11,400 M zur Tilgung der städtischen Schuld aufgenommen werden müßten. Da übrigens reichlich 66,000 Ml gezeichnet seien, so brauche eine nochmalige Ausschreibung nicht stattzufinden. Die Versammlung erklärt sich mit der Erhöhung der Gesammtanleihe auf 66,400 M und dem gerichtlichen Abschluß des Vertrags einverstanden. Es wurde ferner beschlossen, die bisherige Geschäftsführung nebst Personal bis auf Weiteres beizubehalten und dem Magistrat zur Einziehung der nöthigen Information über Verwaltungswesen der Gasanstalten die erforderlichen Kosten zur Verfügung gestellt. Stadtv. Pieper weist darauf hin, daß ja das Statut der Hildesheimer Gasanstalt, welches über alle Punkte eingehende Auskunft ertheile, vorliege und daher eine Informationsreise ihm überflüssig erscheine. Bürgermeister Petri erwidert darauf, daß zur Einziehung von Informationen die Gütersloher Gasanstalt in Aussicht genommen sei, welche anerkanntermaßen am besten verwaltet sei, indem sie das Anlagekapital schon nach 12 Jahren amortisirt habe und man sich bei Augenschein und persönlicher Rücksprache doch weit besser orientiren könne, als nach den eingehendsten Ausärbeitungen. Nachdem sich noch verschiedene Stadtvo. dafür ausgesprochen, u. A. Dr. Rosen, welcher speziell anführt, daß man es bei den Gerichten nachträglich lebhaft bedauert habe, daß man wegen der Einführung des neuen Gerichtsverfahrens keine Informationsreisen gemacht, solche aber stets instruktiv seien und bei uns, wo die Industrie noch so außerordentlich weit zurück sei, von ganz besonderem Nutzen sein könnte, wurde der Antrag, wie oben bemerkt, genehmigt. Zum zweiten Punkt, Kanal in der Auguststraße, bemerkt Bürgermeister Petri, daß nach nochmaliger Prüfung seitens des Stadtbaumeisters letzterer den eventuellen Vorschlag, die vorhandenen älteren Strecken bei der Anlage des neuen Kanals zu benutzen, für nicht ausführbar halte, weil dadurch eine Spülung des Kanals nicht möglich sei. Da man sich über die Betheiligung der Adjazenten an den Kosten nicht einigen konnte, das Baustatut schreibt solche zwar ausdrücklich vor, doch hielt Stadtv. Grote die Auferlegung derselben mit Rücksicht auf die Präjudize in der Krummen=, Bruch= und anderen Straßen für eine Ungerechtigkeit, welche gerade von den meist ärmeren Anwohnern der Auguststraße doppelt schwer empfunden würde, so wurde die ganze Angelegenheit bis nach Fertigstellung der neuen Bauordnung vertagt. Es folgt hierauf Antrag des Magistrats auf Entschädigung der bei der Anbaustatistik, welche auf Veranlassung der Reichsregierung im Sommer und Herbst d. J. vorgenommen wurde, betheiligt gewesenen Personen im Betrage von 86 M. Es waren mit der Erhebung betraut acht Agenten und zwei Flurschützen, welche außer den schriftlichen Arbeiten durchschnittlich je drei Tage zu thun hatten und wird für die ersteren je 10, für die letzteren je 3 A beantragt, was auch bewilligt wird. An Mittheilungen liegen vor: Ein Schreiben fürstl. Hofmarschallamts, den gnädigsten Dank des Durchl. Fürstenpaares für die Adresse der Städte enthaltend, ein Schreiben des Kaufmann Hunke, welcher sich bereit erklärt, sein Grundstück an der Ecke der Bismarck= und Paulinenstraße innerhalb Jahresfrist zu bebauen, sowie ein Schreiben fürstl. Kabinetsministeriums über die Betriebseinnahme der Eisenbahnstrecke Herford=Detwold für das erste Betriebsjahr, welches mit einem erheblichen Defizit abschloß. Außerdem wird die Bewilligung zweier Etatsüberschreitungen nachgesucht und genehmigt. Es betreffen dieselben den Bau der Brücke am Doctorweg in ganz unbedeutendem Maaße, dadurch veranlaßt, daß bei der Ausführung manches im Voranschlag mitberechnetes altes Material nicht verwendet werden konnte und zweitens die Neupflasterung der Weinbergstraße, wo die Ueberschreitung 333 M betrug. Auch hier hatte man geglaubt, die alten Steine bei der Umpflasterung wieder verwenden zu können, was sich jedoch bei Beginn der Pflasterung unmöglich erwies, da die Steine nicht hart genug waren. Sie wurden bei Kommunalwegen verwandt und wird daher der Ausfall auf dieser Seite wieder gedeckt werden. Salzuflen, 12. Dezember.(In der heutigen Sitzung des hiesigen Schöffengerichtes), welcher der Bauunternehmer Strunk zu Salzuflen und der Gutsbesitzer Uekermann an der Bega als Schöffen beiwohnten, wurde 1) der Einlieger Friedrich Lappenbusch aus Schötmar wegen Diebstahls zu fünf Tagen Gefängniß verurtheilt; 2) die Privatklage des Oekonomen Kunze zu Salzuflen und des Schlachters Simon Silberbach daselbst wegen wechselseitiger Beleidigungen hatte zur Folge, daß ersterer mit einer Geldstrafe von 20 M, an deren Stelle eventuell fünf Tage Gefängniß treten, letzterer dagegen mit einer Geldstrafe von 50+, an deren Stelle eventuell zwei Wochen Gefängniß kommen, belegt wurde; 3) der Ziegler Adolf Kronshage zu Bexten erhielt wegen Diebstahls eine Gefängnißstrafe von einem Tage auferlegt und 4) der des Jagdvergehens angeschuldigte Wilhelm Meier aus Salzuflen wurde freigesprochen. Lippischer Landtag. Sitzung vom 13. Dezember. Der Präsident Dr. v. Lengerke eröffnet die Sitzung um 10 Uhr. Anwesend sämmtliche Abgeordnete; am Regierungstisch: Kabinetsminster Eschenburg und Geh. Regierungsrath Steneberg. Nachdem das Protokoll der gestrigen Sitzung verlesen, theilt der Präsident die verschiedenen Eingänge mit: Antrag des Finanz=Ausschusses, die Eingabe des Lehrers Heinekamp zu Grevenhagen, welche auf die morgige.=O. gesetzt wird, eine Petition der Bewohner Stemmens, Taxation der Gebäude zur Landesbrandkasse und Höherlegung der östlich von Stemmen führenden Chaussee betr., welche dem Petitions=Ausschuß überwiesen wird und schließlich eine Petition der Firma Hoffmann& Co. zu Salzuflen um Zurückerstattung nachträglich gemachter Zeichnungen für die Bahn HerfordDetmold, welche an den Finanz=Ausschuß geht. Das Haus tritt hierauf in die.=.: Lesung der ausgesetzten Posten: Gehalte für Kabinets=Ministerium und Regierung ein und haben wir hier zunächst einzuschalten die bereits in gestriger Sitzung gehaltene Rede des Kab.=Min. Eschenburg: Kabinetsminister Eschenburg: Er habe zwar in der vertraulichen Sitzung über diese Posten ausführliche Mittheilung gemacht, doch halte er es für erforderlich, auch hier noch Einiges zu erwähnen. Im Landtage sei im Anfange der Berathung die Aeußerung geschehen, das Kabinetsministerium sei eine luxuriöse Einrichtung, die man sich bei den theuren Zeiten nicht leisten könne; er hoffe, daß seine Auslassungen ebenso in das Land kämen, wie die früheren, damit keine Unklarheiten entstehen. Wenn gesagt worden, das Kabinetsministerium sei eine luxuriöse Einrichtung, die man abschaffen könne, so könnte man ebenso gut sagen, die Regierung, der Landtag seien für uns luxuriöse Ausgaben, die können wir uns nicht leisten; dieses wird also wohl der Herr Abgeordnete nicht damit gemeint haben, sondern es sollte wohl damit gesagt werden, daß man andere Einrichtungen treffen könnte, die wohlfeiler seien. Es wurde hingewiesen auf den früheren Zustand vor 1854, nämlich ein Regierungskollegium als alleinige oberste Landesbehörde einzuführen, und hat sich dabei gedacht, daß man dann eine Arbeitskraft und Geldmittel ersparen könnte. Wenn in solcher reaktionären Weise auf diesen Zustand zurückgegriffen werden soll, so sollte man denken, daß es geschehe, weil damals geringere Arbeitskräfte erforderlich gewesen und Geld erspart worden. Gerade das Gegentheil war der Fall. Damals existirte ein Vorsitzender und vier Regierungsräthe. Die Regierung hat wiederholt darauf hingewiesen, daß sie nur verlange, daß ihr das wieder gewährt werde, was sie früher gehabt. Die Regierung hat allerdings den Fehler begangen, daß sie zu einer Zeit, als ihre Geschäfte stockten und ein Landtag nicht vorhanden war, ohne Nothwendigkeit als ein Mitglied abging, nicht wieder zur Besetzung der Stelle schritt, in der Hoffnung, daß, wenn die Verhältnisse geregelt seien, kein Hinderniß vorliegen würde, die Stelle wieder zu besetzen. Der Fall ist eingetreten, aber die Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Wenn wir auf die alten Zustände wieder zurückgreifen wollen, daß sich Kabinetsministerium mit Regierung wieder verschmelze, so würde ich mit sämmtlichen Akten und den fast 2000 betragenden jährlichen Produktennummern in die Regierung kommen und das Material unter die Regierungsräthe vertheilen. Diese würden mit der Last nicht fertig werden und Unterstützung verlangen, es würde ein neuer Regierungsrath verlangt werden, gerade wie jetzt. Sie werden sagen: Die Verhältnisse haben sich verändert; zugegeben, aber es haben sich auch die Geschäfte vermehrt. Früher wurde ein Theil derselben von der fürstlichen Rentkammer mit besorgt, der jetzt mit auf das Land übergegangen. Sie werden mir Recht geben, daß sich in ganz Deutschland die Geschäfte durch Ausbildung des Verkehrs und sonstige Verhältnisse ganz kolossal vermehrt haben. Sie werden sagen: Wir haben ja einen Hülfsarbeiter bewilligt; das ist richtig, dessen Thätigkeit liegt aber auf ganz anderem Felde; der Hülfsarbeiter soll mehr zur Stellvertretung benutzt werden, er soll zugleich lernen; müssen ihm aber Referate übertragen werden, dann ist er kein Hülfsarbeiter mehr, sondern ein miserabel bezahlter Hauptarbeiter. Ein solcher Zustand ist aber auf die Dauer nicht haltbar und würde uns nur schaden. Wenn auf den früheren Zustand zurückgegriffen würde, so würde auch in keiner Weise Erleichterung bewirkt werden, sondern sich die Sache nur verschlimmern. Ein jeder weiß, daß bei Theilung der Arbeiten bessere Arbeiten geliefert werden und sich die Leistungen der Einzelnen bessern. Es ist nicht möglich, daß sich jeder Beamte in alle Verhältnisse neu einlebt, sich mit den neuen Gesetzen so vertraut macht, daß er sie vollständig beherrscht und anwenden kann. Redner geht sodann auf die etwaige Gestaltung der gedachten Organisation ein und betont besonders, daß es absolut unmöglich sei Chef einer Behörde und zugleich Referent für eine Anzahl von Sachen zu sein, es müßte also auch bei der Regierung als oberste Behörde neben dem Chef immer für die nöthige Anzahl von Referenten gesorgt werden. Nun sei von der Regierung wiederholt darauf hingewiesen, daß möglicherweise später eine Verringerung der Arbeitskräfte eintreten könnte, wobei unter vielen andern Gründen auch der geltend gemacht wurde, daß einzelne Beamte alt geworden; damit sei aber durchaus nicht gesagt, daß, wenn diese durch junge Kräfte ersetzt würden, dann dem Mangel abgeholfen sei; dazu sei vor allen Dingen eine andere Verfassung, eine anderweite Regelung der Gemeindeverhältnisse nöthig. Man müsse eben zu der Regierung das nöthige Bertrauen haben, daß sie die Bewilligung nicht länger beanspruche, als es unbedingt erforderlich sei. Eine Beschränkung des Regierungskollegiums durch den NormalEtat habe nicht stattgefunden, sondern es seien nur drei Gehaltsklassen für dasselbe geschaffen worden. Auch das sei ein Irrthum, daß durch das Kabinetsministerium eine neue Instanz geschaffen; eine solche Instanz sei (Fortsetzung in der Beilage.) Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Dei.o d. Holzverkäufe in den Furstlichen Forsten. Forstrevier Lopshorn. Am Sonnabend, 22. d. M. Morgens 10 Uhr sollen zu Lopshorn aus dem Distr. Kribben (28) 841 rm Buchen=Klob. u. Knüppel, sowie 91 starke Buchenhaufen meistbietend verkauft werden. Heidenthal, 12. Dec. 1883. Der Oberförster Limberg. Forstrevier Verlebeck. Am Montag den 17. d. M. Deebr., Morgens 10 Uhr, wird in der Kanne'schen Gastwirthschaft zu Berlebeck das nachfolgend bezeichnete Buchen=Brennholz zur Licitation gebracht: 1. aus den Forstdistricten Wiggengrund u. Kl. Gausekötherberg des Schutzbezirks Falkenburg cc. 60 rm Kloben u. Knüppel sowie 40 starke Haufen; 2. aus dem Forstd. Hellberg des Schutzb. Hirschberg 62 Durchforst.=Haufen mit 310 rm, 3. aus dem Forstd. Kreuzeckshals des Schutzb. Kreuzkrug 119 rm Kloben. Berlebeck, den 10. Decbr. 1883. Der Oberförster Kellner. Forstrevier Barenholz. Mittwoch den 19. d.., Morgens 10 Uhr, sollen im Bruchkruge bei Hohenhausen an neu eingeschlagenem Buchenholze: 133 rm Kloben und 68 rm Knüppel vom Bärenkopfe am Rothenberge, sowie der Rest des Einschlages von vorigem Winter daselbst und am Küchenberge bei Heidelbeck, endlich 2 Stück espen und 2 Stück kiefern Nutzholz vom Rothenberge, unter den alsdann bekannt zu machenden Bedingungen öffentlich meistbietend verkauft werden. Langenholzhausen 12. Dec. 1883. Der Oberförster. Wagener. Freiwilliger Hausverkauf. Der Unterzeichnete ist beauftragt die Stätte Nr. 8(Christoph Prasse) in Cappel, bestehend aus einem Wohnhause, welches drei Familienwohnungen und eine Werkstatt enthält, und einem geräumigen Hofraum, zu verkaufen. Termin hierzu ist auf Montag, den 17. cr., Nachmittags 4 Uhr, beim Gastwirth Helpup in Cappel anberaumt, wozu Kauflustige mit dem Bemerken geladen werden, daß bei günstigem Gebote der Zuschlag sofort ertheilt werden wird. Blomberg, im Dezember 1883. Bumpfort. Mandatar. Colonats=Verkauf. Freitag, den 28. Dezember., Morgens 10 Uhr, soll in der Plöger'schen Gastwirth schaft in Siekholz das herrschaftliche Colonat Nr. 12 in Siekholz bestehend aus Wohnhaus, versichert zu 3500 M. Hofraum= 7,50 □R. Garten— 1 Schffls. 58,46 □R. unter den alsdann bekannt zu machenden Bedingungen öffentlich meistbietend verkauft werden. Siekholz, 8. Dezember 1883. Der Oberförster. Franke. Jeutsche Soya (Champignon=Extrakt) liefert in vorzüglicher Waare, à Glas 1 K Jutius Duenfing. Dr. Wiederhold's Leder-Oel zum Conserviren und Geschmeidigmachen des Leders, für PferdeGeschirre, Reitzeuge, Stiefeln, Schuhe u. s. w. empfehlen L. Schonder& Co. Spielsachen zur Einrichtung von Puppenküchen, um damit zu räumen, unter Einkaufspreis. Friedrichk Bode. Complet eingerichtete Puppenküchen im Ausverkauf zu M—10 — und 18 Mark empfiehlt Friedrich Bode. Frischen Rübkuchen empfiehlt A. Imker. Stähtmar. Einen Kutscher, der auch die vorkommenden Hausund Feldarbeiten auszuführen hat, beabsichtige ich zum 1. April k. J. zu miethen. Bewerber wollen sich baldigst melden. Berlebeck, den 10. Decbr. 1883. bei Detmold Kellner, Oberförster. Todesanzeige. Heute Mittag starb plötzlich in Folge eines Unglücksfalles der Gutsbesitzer Carl zu Wistinghausen im Alter von 33 Jahren. Um stille Theilnahme bitten die tieferschütterte Mutter Wtw. Friederike Busse geb. Wisting hausen und deren Kinder. Schötmar, den 13. Dez. 1883. Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. d.., Nachmittags 3 Uhr in Schötmar statt. Das photographische Atelier von Louis Uhle, Friedrichstr. 2, hält sich zu Weihnachtsarbeiten bestens empfohlen. Scheine für Fre, schauer stets vorratyig in der Klingenberg'schen (H. Hinrichs) in Detmold und Lemgo. Gänsige Weiknackts=Osferte.—— 1 ∆verschiedene Jugend1yschriften, vollst. neu, illustr., eleg. gebd., für Knaben wie Mädchen gleich geeignet, versendet statt 10 M. für nur 4 M. 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Watermann, H. E. Willer, Hierzu eine Beilage. Beilage zu Nr. 293 der Lippischen Landeszeitung. immer dagewesen, indem man früher an den Landesherrn rekurriren konnte, der Betrath desselben sei aber der Chef der Regierung gewesen. Eine solche Instanz läßt sich aber auch gar nicht ändern, da sie in vielen Fällen allein schon durch die Reichsgesetze bedingt sei. Uebrigens wüßte er auch nicht, wodurch die Geschäfte in Folge des Kabinetsministeriums weitläufiger geworden seien; im Gegentheil seien sie in vielen Fällen bedeutend vereinfacht, indem heut mancher Bericht mit einer kurzen Randbemerkung an den Landesherrn geht, wozu früher bogenlange Promemoria nothwendig waren; auch würde in weiten Kreisen eine höhere Instanz gewünscht, wie sie auch in der Regierung sehr häufig von großem Vortheil sei, indem gar manchmal eine Verfügang des Kabinetsministeriums mehr helfe, als stundenlange Auseinandersetzungen. Wenn immer davon die Rede, es würden fortwährend neue Beamten verlangt, so beruht dies einfach auf Täuschung, indem die Forderung jedesmal ab gelehnt sei und deshalb dieselbe immer wieder von Neuem eingebracht werd n müßte. Es werden heute nicht mehr studirte Beamte verlangt wie früher und zwar im Regierungskollegium sowohl wie bei den Verwaltungsbehörden; bei letzteren wären früher sogar deren 12 gewesen, welche Zahl freilich durch die neue Justizorganisation verringert werden konnte. Was den Vorwurf betrifft, daß gewünschte Vorlagen nicht gemacht werden, so liegt dies theils daran, daß wir wegen Mangel an Arbeitskräften sie mit dem besten Willen nicht machen können, oder auch, wie beim Verlangen nach dem Schulgesetz und einer neuen Gemeindeordnung, Sie uns nicht sagten, nach welcher Richtung wir es ändern sollten; wir hatten alle erdenkliche Anstrengung gemacht, die neue Gemeindeordnung mit den neuen Justizgesetzen, wie es am richtigsten gewesen wäre, einzuführen; sie kam damals nicht zu Stande und auch die späteren Bemühungen scheiterten an den verschiedensten Ursachen. Es könne nur dann das Wirken der Regierung ein ersprießliches sein und auch den Wünschen nach den Vorlagen entsprochen werden, wenn ihr die nöthigen Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt und ihr dadurch die Möglichkeit geschaffen würde, sich Abnds bei der Lampe dem eingehinden Studium der Materien widmen zu können. Abg. Büxten greift auf die gestrige Rede des Kabinetsministers zurück und verwirft nochmals die Einführung des Kabinetsministeriums. Ec ist der Meinung, daß eine Regierung, wie sie früher hier bestanden, vollständig den Verhältnissen eines so kleinen Landes wie des lippischen, angemessen sei, eine Regierung, bestehend aus einem Präsidenten und drei bis vier Regierungsräthen. Durch die Bildung des Kabinetsministeriums seien die Geschäfte vermehrt worden und wenn dies bestritten werde, so glaube er, daß diese Annahme nicht auf gemachten Erfahrungen beruhe. Das Kabinetsministerium gebe Veranlassung zu Berufungen und Vielschreibereien. Wenn es auch nach Lage der Sache nicht zu beseitigen sei, so halte er doch dafür, daß es nicht vergrößert werden dürfe und wenn Hülfe nöthig sei, diese der Regierung zugeführt werden müsse. Es würde genügen, wenn für die jetzt ungesunde Kraft eine gesunde zugeführt werde, denn, daß Hülfe nöthig sei, erkenne auch der Landtag an. Wenn Beibehaltung des Kabinetsministeriums von gewisser Seite gewünscht werde, so beruhe dies auf Liebhaberei und möge dann auch von dieser die Kosten dafür getragen und der damals in Aussicht gestellte Zuschuß jetzt gezahlt werden, da sonst die Wohlhabenheit des Landes darunter leide und wir schließlich dahin kämen, wo sich augenblicklich das Fürstenthum Waldeck befinde, wo das Land verarme und der Regent reich geworden sei. Es sei Schuldigkeit des Landtags, dieses so viel wie möglich zu verhüten. Drei Jahre lang arbeite man an einem Steuererlaß und es sei darin noch immer nichts geschehen, auch in nächster Zeit noch keine Aussicht dazu vorhanden; das einzige Mittel hiergegen sei, alle Mehrforderungen an Geld und Persönlichkeiten nach Möglichkeit zu verhüten. Was die Bemerkung des Herrn Kabinetsministers anlange, daß die vielen Anträge des Landtages von der Regierung noch nicht zur Ausführung gelangt seien, so müsse er in Bezug auf die Verfassung freilich gestehen, daß es Sache des vorigen Landtags gewesen wäre, dieselbe zu Stande zu bringen, er müsse aber auch hinzufügen, daß der Landtag durch andere Geschäfte davon abgelenkt worden sei und es der Regierung durchaus nicht angenehm gewesen zu sein scheine in diesem unbestimmten Zustande fortzuarbeiten. In Betreff der Gemeindeordnung hätte das Scheitern des Zustandekommens lediglich an der ablehnenden Haltung der Regierung gelegen. Der Einwand des Herrn Kabinetsministers in Bezug auf Aenderung des Schulgesetzes sei auch nicht stichhaltig; denn das würde er sehr wohl wissen, daß die Annahme von 120 Kindern pro Lehrer heute nicht mehr angängig, sondern daß man da dem Beispiele von Frankreich und Preußen auf 80 Kinder pro Lehrer folgen müsse. Auch der mehrfach gestellte Antrag auf Einführung einer Kapitalrentensteuer sei von der Regierung nicht berücksichtigt worden. Alles in Allem genommen, sei daher sein Ausspruch, die Regierung müsse e eine andere werden, sehr wohl berechtigt. Abg. Echterling will nur den Ausspruch des Herrn Kab.=Ministers, die Forderungen nach einem neuen Schulgesetz und einer neuen Gemeindeordnung seien vom Landtage nicht genügend begründet gewesen, zurückweisen, das Schulgesetz von 1849 sei in so vielen Theilen durchlöchert, daß die Regierung da wohl den Angriff der neuen Reorganisation selbst gefunden haben würde und in Betreff der Gemeinde=Ordnung könnte er sich auf eine Eingabe der Majorität der damaligen Kommission an das Landtagspräsidium beziehen, wonach sich Sache auch nicht so verhielte, wie sie der Herr Kab.= Minister dargestellt. Kab.=Min. Eschenburg will nicht auf alle Kleinigkeiten in den Ausführungen des Abg. Büxten eingehen, sondern zunächst nur erwähnen, daß die Veranlassung zur Schaffung des Kab.=Ministeriums hauptsächlich das Bedürfniß nach Schaffung einer besseren Instanz gewesen sei. Damals war die Regierung coordinirt mit allen oberen Instanzen, sie bot also keinen Anhaltspunkt für eine Beschwerdeinstanz. Daß übrigens das Kab.= Ministerium mehr Berufungen hervorgerufen, wolle er nicht bestreiten, es sei dies eben der beste Beweis für die Nothwendigkeit der Existenz derselben. Daß das Kab.=Ministerium die jetzige Einrichtung beizubehalten wünsche, sei durchaus nicht der Fall und von ihm wiederholt betont worden, Herc Abg. Büxten habe dies bei den Ausarbeitungen seiner Rede nur immer wieder vergessen. Auch müsse er driagend bitten, daß an abgeschlossenen Verträgen doch nicht immer wieder gerüttelt werde, sondern man dieselben endlich einmal als eine abgeschlossene Thatsache betrachten möge. Abg. Schemmel muß Verwahrung dagegen einlegen, daß Abg. Büxten die preußischen Schulanstalten als Muster heranziehen will. Er glaube, daß gerade der Abg. Büxten dagegen Verwahrung einlegen würde, wenn regiecungsseitig einfach dekretirt würde, es solle auf je 80 Schüler ein Lehrer kommen und die Gemeinden hätten dann die Lasten zu tragen. Er sei der Meinung, daß die Einrichtung, auf 120 Kinder ein Lehrer, unsern Verhältnissen entschieden besser angepaßt sei. Mit der historischen Darstellung der GemeindeOrdnung seitens des Abg. Büxten könne er sich gleichfalls nicht einverstanden erklären, er müsse nur seine Verwunderung darüber aussprechen, daß Herr Abg. Büxten sie so geschildert, wie geschehen. Abg. v. Kerßenbrock steht nicht auf dem Standpunkt des Abg. Büxten, das Kabiaetsministerium aufzuheben, sondern ist nur gegen eine Vergrößerung desselben. In Betreff der Gemeinde=Ordnung sei er der Ansicht, daß es eher zutreffe, wenn die Regierung sagte, Herr Büxten trage die Schuld an dem Scheitern des Zustandekommens als umgekehrt. In Betreff des Kabinetsministeriums als höhere Instanz halte er es für richtiger, daß in der Regierung ein Departementsrath die Entscheidung treffe als der Regierungspräsident, welcher später auch als Kabtrietsminister in höherer Jastanz zu entscheiden habe. Abg. Schnitger ist der Meinung, daß man erst auf Entlastung besonders des Mi telstandes bedacht sein müsse und so lange jede Mehrbewilligung ablehnen müsse. Abg. Dr. v. Lengerke will sich auf die Frage des Kabinetsministeriums hier nicht einlassen, weil dies jederfolls bei der Verfassung der Gemeinde- Ordnung zur Sprache kommen wird. Dem Abg. Schnitger aber möchte er erwidern, daß es sowohl Pflicht des Landtages wie auch der Regierung sei, für Entlastung des kleinen Mannes und wenn möglich auch des Mittelstandes zu sorgen, sobald die nöthigen Mittel dazu vorhanden seien, aber er warne nochmals davor, beide Fragen mit einander zu vermischen. Redner motivirt schließlich seine demnächstige Abstimmung, wonach er den vierten Regierungsrath nicht bewilligen, sondern den Antrag auf Anstellung eines Regierungsassessors einbringen werde.(Schluß folgt.) Verschiedene Seifenfälschungen und unvortheilhafte Waschmittel. Nach Mittheilungen von Dingler's Polytechn. Journal 1) Eine Firma in New=Isenburg hat seit einiger Zeit eine stark gefüllte Kokosseife von 300 bis 1200 Proz. Ausbeute in den Handel gebracht, welche bis auf einen geringen Rückstand zusammentrocknet, in der Kälte aber fingerlange Ausschläge bekommt. 2) Unter der Bezeichnung„Sinclair's Cold Water Soap“(kalte Wasserseife) wird seit Kurzem von England aus eine Seife zu 80 K für 100 kg nach Deutschland eingeführt. Jedes 454 g(1 Pfund engl.) schwere Stück in einen Umschlag gewickelt, auf welchen gedruckt ist:„In kaltem Wasser ohne Arbeit vollständig zu waschen; die Seife ist die reinste und konzentrirteste der Welt; ein kg Sinclairseife leistet dieselben Dienste als 3 kg gewöhnliche Seife" u. s. w. Eine von L. Borchert untersuchte Probe dieser englischen Seife war aus etwa 70 Theilen Talg, 30 Theilen gebleichtem Palmöl und 25 Theilen Harz gesotten, dann mit—5 Proz. venetianischem Terpentin versetzt. Nach 2 Tagen sind dann noch etwa 8 Proz. Wasserglas zugesetzt.— Nach anderen Angaben enhielt diese englische Seife statt Wasserglas 1 Proz. Talk, so daß sie jedenfalls weniger gut aber theurer ist, als gewöhnliche deutsche Harzkernseife. 3) Ein süddeutscher Fabrikant bringt unter der Bezeichnung„Teinseife“ ein ähnliches in Pergamentpapier gepacktes Produkt in den Handel. Dasselbe ist nach L. Borchert eine mit reichlich 20 Proz. Wasserglas, etwas Ammoniakflüssigkeit und Terpentinöl versetzte Harzseife. 4) Als„Army blue mottled Soap“ wird von England aus eine sogenannte Soldatenseife in den Handel gebracht, welche nach Borchert eine nach Eschweger Art aus Kernöl und Kokosöl gesottene, mit Ultramarin gefärbte und stark durch Laugen gefüllte Seife ist.(Nach dem„Seifenfabrikant“ 1882 S.—171.) Vermischtes. *(Eine Hochzeit von Riesen.) Dieser Tage wurden zu Pittsburg in Nordamerika Patrick William 'Brien, ein irischer Riese, und Christina Dunz, eine deutsche Riesin, mit einander getraut. Das Gedränge in der Kirche, wo die Ceremonie stattfand, war ein ungeheueres. Die Gesammthöhe des neuen Ehepaares beträgt 19 Fuß 3 Zoll und das Gewicht 549 Pfund. Der Brautring mißt 5 Zoll im Unkreis. Der Hochzeitskuchen war wohl der größte, der je gebacken wurde; er maß 9 Fuß im Umfang und war 3 Fuß dick, und ein Laib Brod von 5 Fuß Länge zierte den Tisch beim Hochzeitsmahle. Berliner Kurse vom 13. December. Deutsche Fonds. Deutsche Reichs-Anl. 101,904½% Brem. 74er Anl. 101,10 4½% Preuss. kons.„ 102,60 4„„„„„ 101,50 3½„ Staatsschuldsch. 99.— 4" Ostpr. Pfdbr. 101.— 3½, Pomm.„ *„„„ 4½„„„„ 4„ neue Posen. „ Westfäl.„ 4" Westpreuss.„ 91.25 101.50 101,60 100,70 101.50 102.— 4% Rhein.-Wstf Rtnb. 101.— 4% 4 4 80er„ 101.— „ Bad. Präm.„ 131,50 „ Baier.„„ 132,40 Braunschw. 20 Thlr.Loose 96,30 3½% Köln-Mind. Loose125,— Kurhess. 40Thlr.-„ 291,50 Meining. 4„„ 27,20 3% Oldenburger„ 146,50 3½% Preus. PrämienOblig 135.50 Ausländische Ponds. 4½% Oesterr. Silberrente J/J. 66,75 „ P a p i e r- rente M/N " Goldr. 4 67.— 83.40 60r Loos. 117,60 5% Russ. Bodenkred. Pfandbr. Gömörer„ Ital. Rente Jersey City New-Yorker Oesterr. 64er Loose 310,— 5% Russ. Stieglitz VI. Ser. 62er Anl. 71er„ 75er„ 77er„ 80er„ III Orient. Anl. 84.50 84.80 85,90 78,20 91.50 71.05 56.20 5% Russ. Prämien 66 128,25 4„ 6„ 5 5 5 „„„ Raab-Grazer Präm Rumän. Anl. 84,80 100,60 8975 93,10 109,10 1025 98.30 Amortisations Anleihe.. 93.— 4½% Schwed. 75er Anl. 102,90 73.70 101.50 6% Ung. Goldrente 4„„„ Bankaktien. Berg.-Märk. Bank 118,60 Köln. Wechslerbank Braunschweig-Hannov. Leipz. Disconto-Ges. 93.50 107.75 Hypoth.-Bank 85,75 Bremer Bank 110.— Deutsche Bank 146.25 Disconto-Gesellschaft 186.50 Essener Creditanstalt 98.75 Gothaer Grundkr.-Bank 64,25 „„ junge 76,— Hannover’sche Bank 112.25 Oesterr. Kreditanstalt 478.— Preuss. Bodenkreditb. 100.— „ Hyp. Akt.-Bk. 89.75 „ Hypoth.-Vers. Ges. 92.— Reichsbank 149,90 Schaffhausen. Bankv. 91,10 Westfälische Bank Eisenbahn-Stammaktien. 99.— 3½ 4½ 4½ 5„ 4½ 4½ 5„ 4½ 53,50 Mainz-Ludwigshaf. 108,10 126,50 Oberschlesische 275,40 118,60 Oesterr. Staatsb. 527.50 61,70" Südb.(Lomb). 237.— 122,60 Rechte Oder-Uferb. 194.50 95,40 Rheinische 165 50 73,50 Russ. St.-B.(5% gar) 124.20 Eisenbahn-Prier itäts-Obligatienen. Aachen-Mastricht 96,10 4% Elisab. Westb. Goldpr. steuerfrei 90,75 4½% Gal.Karl-Ludwb. 83,30 Aachen-Mastricht Bergisch-Märkische Bresl.-Schwdn.-Freib. Dortmund-Enschede Gal. C. Ludwb.(gar) Gotthardbahn Kronpr. Rudolf(gar.) 4% 4½% Bergisch-Märk. I. u. II. Ser.—.— do. La. C. 94.— do. IV. und V. Serie 102.90 do. VI. Ser. 103,75 do. VII. und VIII Serie 103.— do. IX. Serie 103,25 Braunschweig. 104.— Köln-Mind. III. S. „„ IV. u. V. Serie 100,60 „„ VI. B. 104,30 4½, Magdb.-Halb. 4½, Rheinische.... 102,80 Oester. Staatsb. 500 fs. 384,— 3„ do. v. 1874 375,40 5„ do„ 103,10 3„ do. Sud-Bahn 500 fs. 291.— 5„ do. Sdb.(gar.) 101,90 5„ Rudolfsb. III. E. 84,75 5„ Ung. Ostb.(Silb.) 76,90 5„„„„„(Gold) 96.40 5„ Warsch.-Wiener III. E. 101,50 5„ do. VI.„ 99.40 5„ Gotthardtb. I.„ 101,60 Hypotbek-n Oertitikate. 4½% Braunsch.-Hann. 101,60 4 4½ 4„ %„ 5„ 5„ 4½ 4„ ½ *„ „„„ 9825 Deutsche(Berhn) 102,75 do. 99.— do. 103,80 Gothaer Präm. I 118.60 „„ II 115,70 „ rzb. 110 104,50 „„ 100 96.30 Meininger 100,75 116.25 Präm. „Preuss. Bodener. V. u. VI. Ser. 102,70 „ Preuss. Bodener. rzb. 110 110,60 „ do. III.„ 100 100.50 do.„ 100 97,50 Indi strie.l Gesellshafter % Prss. Contr. Bdnc. rzb. 100 104,30 do. rzb. 110 109 30 do.„ 100 103.75 Preuss. Hypoth. Pfdbr. rzb. 120 108.50 do.„ 110 108,60 do.„ 100 102.— do.„ 100 101.50 4½, Preuss. Hypoth. V. A. G. Certific. 101,80 5" Stettiner Nat. Hyp. rzb. 100 100.60 do.„ 110. 104,— Schwedische 99,90 4½ 4½ 5„ 5„ 4½ 4½ 4½ 39.— 94.90 67.— 129.— 62.— 82.75 Aachen-Höngener Bochumer Gusestahl Bonifacius Bergwerk Borussia„ Donnersmarkhütte Dortm. Union St. Prior. Egestorff’s Salzwerke 104,— Gelsenkirchen.. 121,70 Georg Marienh.St. Act. 70.— Hannov. Masch.—.— do. St. Prior. 72.— Harkort Bergwerke 62.— Harpener Bergwerke Hibernia Hörder Hütten. conv. Königs- u. Laurah. König Wilhelm Louise Tiefbau Nordd. Lloydaktien Ravensberg. Spinnorei 140 50 Sächsische Maschinen 117.50 Vorwärts, Bielef. Spinn. 124 25 Westfäl.Drahtindustrie 107.50 Westf. Union St. Prior. 72,50 99.— 25 70.— 114.— 31,75 47.50 135.— Neueste Nachrichten. * Bremen, 13. Dezember. Die Rettungsstation Spiekeroog der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger telegraphirt: Am 13. Dezember von dem englischen Dampfer Verona, Kapitän Stark, gestrandet auf dem Oftrand der Insel, 13 Personen gerettet durch das Rettungsboot Aurich. Sturm aus Nordwest, Rettungsboot 6 Stunden unterwegs. * Paris, 13. Dezember. Der New=York Herald meldet, daß eine atmosphärische Störung über Großbritannien und die norwegischen Küsten zwischen dem 15. und 17. Dezember hereinbrechen, von Niederschlägen eingeleitet und begleitet sein und von Süden nach Nordwesten streichende starke Winde und Böen bringen werde. Zwei andere Störungen werden in kurzen Zwischenzeiten folgen. * Paris, 13. Dezember. Um 1 Uhr in verwichener Nacht wurde eine mit Sprengstoff geladene Bombe in ein Zimmer des zweiten Stockes eines Hauses in der Rue Crozatier Nr. 8 geschleudert, wodurch zwar Niemand getödtet, aber viel Schaden angerichtet wurde. Die Bombe war vermuthlich dem Polizeikommissar Cotton ’Englesqueville zugedacht, der im ersten Stecke des Hauses wohnt. Ein Mensch, der als Urheber des Verbrechens verdächtig ist, wurde verhaftet.— Gestern wurden durch eine in der Kanonengießerei des Staates zu Bourges ausgebrochene Feuersbrunst Maschinen im Werthe von 100 000fr zerstört. * Rom, 13. Dezember. Offizielle Mittheilungen der Regierung in Berlin und eine herzliche, dem König Humbert direkt vom Kaiser Wilhelm zugegangene Depesche erklären, daß der Besuch des Kronprinzen in Rom auf den Wunsch des Kaisers erfolgt. Der Kronprinz nehme die ihm im Quirinal angebotene Gastfreundschaft an. Zweck der Reise des Kronprinzen sei, für den ihm von der italienischen Bevölkerung zu Theil gewordenen Empfang zu danken und die zwischen den beiden Herrscherfamilien und den beiden Nationen bestehende Bande immer fester zu knüpfen. *„Der Jugend Spiel und Beschäftigung.“ Diesen Titel führt eine neue Zeitschrift im Verlage der Leipziger Lehrmittelanstalt von Dr. Oskar Schneider in Leipzig, welche von dem Jugendschriftsteller Hugo Elm redigirt wird und für den Preis von 1,50 Mark pro Quartal durch jede Buchhandlung oder Postanstalt bezogen werden kann. In erster Linie will dieselbe den Kindern Anleitung geben, allerlei nützliche Gegenstände aus Holz, Pappe, Papier, Draht, Thon 2c. herzustellen. Es soll also der deutschen Handfertigkeit eine bleibende Stätte im Hause bereitet werden. Dieses neue Familienblatt unterläßt aber dabei nicht, auch dem Spiele, der Belehrung und Unterhaltung Rechnung zu tragen. Wir können wohl sagen, daß gerade in der glücklichen Vereinigung von Handfertigkeit, Spiel, Belehruug und Unterhaltung der große Werth des Blattes liegt Die Namen der Mitarbeiter, von denen wir nur folgende anführen: Realschulvorsteher Joh. P. Andersen, Silkeborg; Dr. E. Brenning, Bremen; Emil Fischer, Gera; Oberlehrer Dr. Götze, Leipzig; W. Gärtig, Dirigent der Posener Handfertigkeitsschule; Franz Hertel, Lehrer für Zeichnen und Handfertigkeit, Zwickau; L. Jung, kgl. Rath und Vorstand des„Knabenhort“ in München; Ernst Lausch, Wittenberg; Buchbindermeister Leonhart in Dresden; Bürgerschuldirektor R. Manzer in Tetschen a..; W. Neumann Dirigent der Handfertigkeitsschule in Görlitz; G. A. Noll, Halle a. S: Professor Rudel, Kaiserslautern; Dr. Karl Ruß in Berlin; E. von Schenkendorff, kaiserlicher Direktionsrath und Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses; I. Slam, Direktor der Hausfleißschule in Amsterdam; Dr. Tillmann, Erlangen; Prof. Edw. Wiebe in Hamburg; Institutsdirektor G. Wiget in Rorschach; E. Zschimmer, Erfurt, u.., leisten wohl im voraus Bürgschaft für die Güte und Gediegenheit der Artikel. Die Ausstattung ist in Bezug auf Druck und Papier vorzüglich und die sauberen Zeichnungen werden wesentlich dazu beitragen, das Verständniß des Textes zu vermitteln. Wir wünschen dieser neuen Zeitung für die deutsche Jugend eine schnelle und weite Verbreitung und möchten die Leser unseres Blattes auf dieselbe mit dem Bemerken aufmerksam machen, daß die Probenummer von jeder Buchhandlung gratis geliefert wird. Briefkasten. * Korrespondenz aus Lage, 11. Dezember.„Das Steglitzer Eisenbahnunglück kann nur aufzenommen werden, wenn Einsender desselben der Redaktion seinen Namen mitth.ilt. Meteorologische Beobachtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg vom 13. December, Morgens 8 Uhr. London: Milde. Gefolgt von rapide steigendem Luftdrucke, stürmischen westlichen bis nördlichen Winden, welche stellenweise die Stärke eines schweren Sturmes erreichten, ist die gestern erwähnte Depression mit rasch abnehmender Tiefe südostwärts bis nach Schlesien fortgeschritten und liegt jetzt in einer Rinne niedern Luftdrucks, welche sich nordnordwestwärts über die norwegische Küste binaus erstreckt. Borkum hatte am Abend äusserst hohe Sturmfluth. Meteorologische Beobachtungen in Detmold. Augemeiner Witterungscharakter: 14. bedeckt; Regen. Sonnen=Aufgang 8 U 6 Min, Untergang 3 U. 44 M. Mondes Aufgang 442 Abds., Untergang 749 Mrgs. Bekanntmachung. Die Weihnachtssendungen betreffend. Das Reichs=Postamt richtet auch in diesem Jahre an das Publikum das Ersuchen, mit den Weihnachtsversendungen bald zu beginnen, damit die Packetmassen sich nicht in den letzen Tagen vor dem Feste zu sehr zusammendrängen, wodurch die Pünktlichkeit in der Beförderung leidet. Die Packete sind dauerhaft zu verpacken. Dünne Pappkasten, schwache Schachteln, Cigarrenkisten 2c. sind nicht zu benutzen. Die Aufschrift der Packete muß deutlich, vollständig und haltbar hergestell sein. Kann die Aufschrift nicht in deutlicher Weise auf das Packet gesetzt werden, so empfiehlt sich die Verwendung eines Blattes weißen Papiers, welches der ganzen Fläche nach fest aufgeklebt werden muß. Am zweckmäßigsten sind gedruckte Aufschriften auf weißem Papier. Dagegen dürfen Formulare zu Post=Packetadressen für Packetaufschriften nicht verwendet werden. Der Name des Bestimmungsortes muß stets recht groß und kräftig gedruckt oder geschrieben sein. Die Packetaufschrift muß sämmtliche Angaben der Begleitadresse enthalten, zutreffendenfalls also den Frankovermerk, den Nachnahmebetrag nebs Namen und Wohnung des Absenders, den Vermerk der Eilbestellung u. s.., damit im Falle des Verlustes der Begleitadresse das Packet auch ohne dieselbe dem Empfänger ausgehändigt werden kann. Au Packeten nach größeren Orten ist thunlichst die Wohnung des Em pfängers, auf Packeten nach Berlin auch der Buchstabs des Postbezirks (.,., SO. u. s..) anzugeben. Zur Beschleunigung des Betriebes trägt es wesentlich bei, wenn die Packete frankirt aufgeliefert werden. Das Porto für Packete ohne angegebenen Werth nach Orten des Deutschen Reichs=Postgebiets beträgt bis zum Gewicht von 5 Kilogromm: 25„ auf Entfernungen bis 10 Meilen, 50+ auf weitere Entfernungen. Berlin., den 4. Dezember 1883. Der Staatssekretair des Reichs-Postamts. In Vertretung: Sachse. . 0 C empfing wieder h. E. Plesmann. 0 A 96 UnterhaltungsOrgan für aie Gebllasten aller Stände ∆ 0 unter Mitwirkung von mehr als hundert der bedeutendsten Schriftsteller und Gelehrten Deutschlands herausgegeben von Friedrich Bodenstedt. Erscheint täglich(mit Ausnahme der auf die Sonnund Feiertage folgenden Tage) mit täglicher Unterhaltungsbeilage. Hug. Kersten Detmold empfiehlt sein Die Kartbc-Grosshalt von Wulfers 8 Lefers in Bremen empfiehlt folgende auf die Reinheit des Geschmackes geprüfte Qualitäten: seiner Santos=Kaffee à 40 Pf. pr. Psd. feinster dto.„ 2 45„„„ 5 keinster Campinos à 50„„„" seiner grüner Java à 60„„„ 8 feinster dto.„ à 70„„„ feiner gelber„ 470„„„„ feinster dto.„ à 80„„„ 6 feiner Guatemala à70„„„ feinster dto. à 75„„ Sämmtliche Sorten sind kräftig u. rein schmeckend. Preise verstehen sich bei Abnahme von mindestens 9½ Pfd. Nettr gegen Nachnahme. Cordpantoffel rohtr u. imfärt eder. Bauflage f. Frauen Dutzend 51 Mk., mit holzgenagelten festen Tuchschl. für Frauen Dutzend 6¾ Mk. Bei grösser. Abnahme billiger lief. G. Engelhardt, Zeitg. Preisermässigung! Schönstes Weihnachtsgeschenk für jeden Lipper: Das bekannte Prachtwerk Das Hermannsdenkmal und der Teutoburger Wald. 20 Ansichten, nach der Natur aufgenommen von L. Menke; auf Stein gezeichnet von A. Lüttmann, C. Süssnapp und M. Ulffers, mit einem Titelblatt(das Hermannsdenkmal) in Farbendruck von Prof. Scheuren und poetischem Text von L. Altenbernd, Felix Dahn, Ferdinand Freiligrath, Emanuel Geibel, Rudolph Gottschall, Ernst Meyer, Emil Rittershaus, Jul. Rodenberg, Ernst Scherenberg, Julius Wolff, haben wir vorläufig in der Ausgabe im eleganten Cartoneinband von 30 Mark auf 20 Mark ermässigt soweit der dafür bestimmte Vorrath reicht. Für Angehörige, die sich ausser Landes befinden, dürfte kaum ein passenderes Geschenk zu finden sein. Zu beziehen durch jede Buchhandlung, oder auch von der unterzeichneten Verlagshandlung. Detmold, im Dezember 1883. Meyer sche Hofbuchhandlung (H. Denecke). Verkauf Einer Halbköchnersteile. Herr Ritterbusch aus Grießem hat mich beauftragt, die ihm gehörende, früher Papen'sche Halbköthnerstelle in Grießem öffentlich meistbietend zu verkaufen. Zu der Stelle gehört ein ländliches C[Wohnhaus, ca. 4 Mrg. Ackerland, 1¼ Mrg. Gartenland hinterm Hause. Bauholzberechtigung und 1 Klftr. Brennholz. Anzahlungsbedingungen günstig. Kaufliebhaber wollen sich am Dienstag, den 18. Dezember 1883, Morgens 10 Uhr im Ritterbusch'schen Gasthause in Grießem einfinden. A. C. Rickmann, Auctionator. aus dem Fahrplan vom 15. Oktober 1883. 949 1050 1250 1 6127 147227 310 450 353 515 852 #950 729 1140 sab Herford an an Minden ab an Hannover ab 649 6 0 1017 928 740 214 341 187 234 12241240 .8 816 626 Die Nachtzeit(69 Abends bis 559 Morgens) ist durch Unterstreichen der Minutenzahlen bezeichnet.