„Die Lippische Landes=Zeitung= erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. Je 288. Sonnabend, 8. Dezember. 1003. Für. Dezember nehmen noch ferner Bestellungen auf die Lippische Landeszeitung jede Postanstalt zu 87 Pf.— einschließlich Bestellgeld 1 Mark— und für Detmold die Unterzeichnete zu 75 Pf. entgegen und machen wir besonders auf die in diesem Monat stattfindenden Landtagsverhandlungen aufmerksam. Die Erpedition. Preußischer Landtag. Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 6. Dezember. (Ausführlicher Bericht.) Präsident v. Köller eröffnet die Sitzung um 11 Uhr 20 Minuten. Am Ministertische v. Puttkamer und mehrere Kommissarien, später v. Scholz, Dr. Lucius und v. Bötticher. Die Tribünen sind überfüllt. Die Debatte über den Antrag Stern(geheimes Wahlrecht bei den Landtags= und Kommunal=Wahlen) wird fortgesetzt. Abg. Hobrecht(Nat.=Lib.): In der gestrigen Debatte ist etwas vorgekommen, daß uns veranlaßt hat, unsere Stellung dem Antrage gegenüber zu modifiziren, Wir werden zu diesem Antrage nicht Ja sagen, weil wir nach den gestrigen Auslassungen des Ministers fürchten, daß eine Revision der Kommunal= und Staatsverfassung uns möglicher Weise statt vorwärts nur zurückbringt. Sie werden begreifen, daß wir nach den Aeußerungen des Ministers über die Berliner Kommunalwahlen nicht auf seinem Standpunkt stehen. Wir werden niemals zu haben sein für eine Aenderung des Stimmrechts und des Wahlrechts im Reich und wir können Sie nur bitten, diese Stellung der gemäßigt liberalen Partei nicht falsch zu beurtheilen, gerade in unserer gemäßigt liberalen Politik können Sie die Vorbereitungen für eine Machterhöhung des Parlaments finden. Abg. Rickert(Sezessionist) die Stellung des Vorredners ist eine widerspruchsvolle. Nach der gestrigen Rede des Ministers scheint es, als ob in Preußen immer mehr und mehr partikuläre Bestrebungen in den Vordergrund treten, welche darauf gerichtet sind, die Grundlagen des Reiches nach den Grundsätzen der Junker und Orthodoxen umzugestalten. Gründe gegen das geheime Wahlrecht sind nicht vorgebracht. Sollen wir den Millionen Arbeitern und Beamten das freie Wahlrecht sichern oder nicht, das ist die Frage. Daß Beamte im Avancement zurückgesetzt werden, wenn sie liberal stimmen, ist bekannt und nicht zu verwundern unter der rika. Novelle von Hermine Schiebel. (3. Fortsetzung.) „Bei meiner Stiefmutter“, fuhr der Oberförster auf, „das wirst Du nicht thun, ich will und werde auf keinen Fall einen Verkehr zwischen Euch dulden." Die junge Dame richtete sich stolz empor, ihre Lippen zuckten, ein düsteres Feuer loderte in den großen, tiefblauen Augen. „Sie hätten mich früher mit dem Faktum, daß ich Ihnen von dem Tage meiner Geburt an verfallen sei, bekannt machen sollen“, sagte sie bebend, nes ist Ihre Schuld, daß ich außer Ihrem Willen noch den eigenen duldete und— achten lernte.“ Sie hielt einen Augenblick inne, die schmale, weiße Hand hatte sie fest auf die Stirn gepreßt, als empfinde sie dort einen brennenden Schmerz. „Aber hüten Sie sich wohl“, fuhr sie fast drohend fort,„mich wie ein Kind zu behandeln, vorläufig hafte ich allein für mein Thun und die Welt macht Sie nicht dafür verantwortlich.“ „Erika“, unterbrach sie Werden beschwichtigend,„ich fühle, ich bin zu weit gegangen, zürne mir deshalb nicht, Du weißt, daß ich außer jedem Verkehr mit Mutter und Stiefschwester stehe, daß es mir also zur Unmöglichkeit wird, Dich bei ihnen sehen zu können.“ „Das ist auch wohl kaum nöthige, gab sie kühl zurück,„unser Verkehr hat in solcher Weise Jahre lang bestanden, die wenigen Monate mögen in gleicher Weise vorübergehen.“ Der Oberförster erwiderte nichts, er durchschritt gegenwärtigen Parteiregierung. Die Hetzereien der Konservativen werden vom Minister nicht gerügt; sein Urtheil über die Berliner Kommunalverwaltung ist erstaunlich, andere Leute denken anders und besser darüber. Bei den letzten Landtagswahlen verwies der Werftdirektor in Danzig seine Arbeiter auf den Satz: weß Brod ich esse, dessen Lied ich singe! und verlangte Wahl des konservativen Kandidaten. Heute trifft bei uns zu, was v. Schön sehr richtig aussprach, es ist Sklaverei, wenn man von den Beamten verlangt, daß er ohne eigenes Urtheil nur den Willen seines Vorgesetzten thue. Der Druck, der heute auf den Beamten lastet, ist ein großer. Das werden Sie einer liberalen Regierung nie nachsagen können, daß sie das Beamtenthum zu politischen Zwecken mißbrauchen. Minister v. Puttkammer: Es ist nicht wahr, daß ein Druck auf den Beamten lastet. Bei der Danziger Wahl haben unzulässige Agitationen zu Gunsten des Abgeordneten Rickert von den Beamten stattgefunden, so daß einer derselben disziplinarisch bestraft werden mußte. Im großen Ganzen sind die vielen Angriffe wegen Wahlbeeinflussung gegen die Regierung siegreich zurückgeschlagen. Die Regierung kann Sr. Majestät keinen Beamten zur Beförderung vorschlagen, der sich in dauernder Opposition und Agitation gegen die Absichten der Regierung gesetzt hat. Mißbrauchen läßt sich jede Verfassung. Haben wir es doch erlebt, daß die völlig verfassungswidrige Einrichtung eines Diätenfonds für Abgeordnete sich völlig bei einer Partei eingebürgert hat. Ich glaube, daß die Uebel des jetzigen Zustandes geringer sind, als sie sein würden, bei geheimen Wahlen. Gegen den Vorwurf der Parteilichkeit der Rezierung lege ich ausdrücklich Verwahrung ein. Abg. Cremer (Hospitant des Centrum) wird für den Antrag stimmen. Zwar soll jeder den Muth haben, seine Ansicht offen auszusprechen, das sollten namentlich die Demokraten bedenken, allein die Dinge liegen in Wirklichkeit aber vielfach anders. Redner verliest unter großer Heiterkeit des Hauses ein fortschrittliches Wahlflugblatt=Formular zu Gunsten des Kandidaten N. N. und schildert die fortschrittlichen Sprengversuche bei konservativen Versammlungen, bei denen die Führer mit 5 K pro Tag, die Anderen mit einer Mark pro Mann bezahlt werden. Die größte Verhetzung und den offenen Republikanismus predigen die fortschrittlichen Blätter. Redner zitirt aus der Berliner Ztg. und aus Flugblättern, erinnert an die Vorgänge bei den Berliner Kommunalwahlen, wo Straßmann, Löwe, Langerhans und Virchow die deutsche Bürgerpartei als Jauche, Kloake, bestrafte Subjekte, Canaille 2c. bezeichnet wurde. Die Verwaltung Berlins ist in vielen Beeinige Male das Zimmer, dann blieb er vor der jungen Dame stehen. „Aber ich habe Dein Wort, Erika, mahnte er,„Du gehörst zu mir, Weihnachten folgst Du mir als mein Weib.: Sie nickte leicht mit dem Kopfe. „So will ich Dich denn gewähren lassen, so schwer es mir auch wirde, fuhr er langsam fort,„die kurze, trübe Zeit wird ja auch vergehen und dann ruht Dein schönes Haupt an meiner Brust, mein trotziges Kind hat sich dann für immer beruhigt, wenn sich mein starker Arm für alle Zeit schützend um Dich legt.“ Wieder zog er sie an sich. „Lebe wohl, mein süßes Liebe, flüsterte er— wenige Augenblicke später war sie allein— nur ein versengender Kuß brannte auf der weißen Mädchenstirn, glühend heiß, als hätte er sich für alle Zeit mit Flammenschrift dort eingegraben. „Onkell“ stöhnte Erika auf— aber es blieb Alles still, der alte Mann hatte wohl schon lange das Zimmer verlassen, ** * Es war ein freundliches, mäßig großes Zimmer, in welches die letzten Strahlen der untergehenden Sonne fielen; über die alten, verblaßten Damastbezüge der Möbel huschten sie lautlos dahin, auf den Fuchsien, die voll und üppig in einer durchsichtigen Ampel von der Decke herabhingen, weilte ihr Gluthenkuß und leise träumend schienen die Blüthen unter dieser Liebkosung sich zu erbeben. An einem der Feuster, die eine Hand nachlässig auf eine dort stehende Staffelei gestützt, lehnte eine junge ziehungen gut, in vielen läßt sie viel zu wünschen übrig. Nicht blos Beamte werden bei den Wahlen beeinflußt, sondern auch Privatpersonen von ihren Arbeitgebern zu Gunsten der Fortschrittspartei. Parlamentarische Regierung heißt den Schwerpunkt der Regierung von dem König in das Parlament verlegen, das werden sie bei uns erreichen. Auf England kann man uns nicht verweisen, denn uns fehlen die Vorbindungen, die in England vorhanden sind, mit Rücksicht auf die Verhältnisse in Berlin aber, und namentlich mit Rücksicht auf die Erfahrungen bei den letzten Kommunalwahlen hat sich Redner für das geheime Wahlrecht entschieden.— Abg. Bachem(Centr.): Die Konservativen haben ihr Votum abhängig gemacht von der Aussicht auf die Geschäfte, die sie machen würden. Wir haben das nicht nöthig. Wir wollen nur für kleine Leute die Möglichkeit schaffen, ihr Wahlrecht auszuüben. Die nationalliberalen Fabrikanten in Weftfalen scheinen zu besorgen, ihren Einfluß ganz zu verlieren, anders ist die Stellung der nat.=lib. Partei nicht zu erklären. Die verfassungsmäßige Freiheit der Wahl ist ohne geheimes Wahlrecht nicht garantirt. Heute wurde erzählt, die Nationalliberalen hätten in Folge der gestrigen Rede des Herrn v. Puttkamer die ganze Nacht Fraktionssitzung gehabt, es scheint ihnen aber kein guter Gedanke gekommen zu sein. Die kleinen Leute müssen mit tiefem Ingrimm erfüllt werden, wenn sie bei einer Abstimmung ihre wirthschaftliche Existenz aufs Spiel setzen, namentlich bei der zunehmenden Verstaatlichung ist dies eine sehr bedenkliche Sache. Diese kleinen Leute und Beamten werden das Votum der Nationalliberalen nicht verstehen und glauben müssen, daß diese Partei nur der Wahlkorruption ihr Dasein verdankt.— Abg. v. Rauchhaupt(kons.): Angesichts der Erfahrungen, die wir im Reiche mit der geheimen Wahl gemacht haben, können wir uns nicht zu diesem Modus für den Staat entschließen. Der geheime Wahlzettel wirkt viel unmoralischer, als die öffentliche Abstimmung. Was soll aus Treu und Glauben im Volke werden, wenn der Beamte und der Arbeiter bei der geheimen Wahl gegen die Wünsche und Hoffnungen ihrer Arbeitgeber stimmen. Wir würden das Verhältniß zwischen Arbeiter und Arbeitgeber mit diesem Antrag noch mehr lockern, statt es zu festigen. Das Wort Bismarcks von dem elenden Wahlsystem paßt gar nicht auf die geheime Abstimmung; die ländliche Bevölkerung ist gegen eine solche. Für Herrn Stern ist der Antrag erklärlich mit Rücksicht auf seine frühere republikanische Heimath; wir können als Unterthanen eines monarchischen Staates nicht für denselben stimmen. Abg. Windthorst(Centr.): Ich stimme für den Antrag, schließe mich aber den VorDame; das enganliegende, schwarze Seidenkleid ließ die zarte Gestalt vortheilhaft hervortreten, während zwei Reihen großer, rother Korallen die Blässe des feinen Gesichts noch durchsichtiger erscheinen ließen; das aschblonde Haar lag in schweren Flechten um den Kopf und traumverloren, wie fremde Blumen blickten die großen braunen Augen zu einem jungen Manne hinüber, der erregt im Zimmer auf und ab schritt. Es war Camilla v. Werden, die bekannte Malerin, deren fleißige, geschickte Hände jeden Kummer von dem Haupt der geliebten Mutter fern zu halten wußten; der Schmerz, der Ernst des Lebens hatte tiefe Linien um den kleinen Mund gezogen; als kaum sechzehnjähriges Mädchen hatte sie an dem Sarge des Vaters gekniet, ihre zitternden Hände hatten sich immer und immer wieder auf die Wunde an der Stirn des Todten gelegt, dort war die Kugel eingedrungen, kaum eine Stunde, nachdem der unglückliche Mann infam kassirt worden— er hatte einen gegebenen Ehrenschein nicht einzulösen vermocht. Der Sturz aus schwindelnder Höhe hatte Camilla nicht erschüttert, ein Blick auf die gebeugte Mutter ließ sie ihren Weg klar erkennen, sie wußte, daß sie als Malerin den Anforderungen des täglichen Lebens genügen konnte und unbeirrt hatte sie die betretene Bahn verfolgt. Jahre waren darüber hingegangen, die Linien um den Mund waren noch tiefer geworden, manche Blüthe der Hoffnung war für immer in das Grab gesunken, und jetzt, während sie äußerlich ruhig am Fenster lehnte, braufte noch einmal das alte Weh empor, noch einmal schienen die Wellen bitterer Erinnerungen über sie zusammenzuschlagen. (Fortsetzung folgt.) würfen nicht an, die gegen die Regierung und den Minister erhoben sind. Die Verhältnisse haben sich gegen die Zeit des Kulturkampfs entschieden gebessert. Die Frage der parlamentarischen Regierung wird hier wie ein vitioser Zirkel behandelt. Ich glaube, ehe zehn Jahre ins Land gehen, haben Sie das parlamentarische Regiment, obwohl ich es nicht wünsche. Die Berliner Kommunal=Angelegenheiten scheinen hier nur herbeigezogen, um die Aufmerksamkeit von dem Gegenstande der Verhandlung abzulenken. Die Frage der Reichswahlreform dürfte bei den nächsten Reichstagswahlen überall der springende Punkt der Diskussion sein. Es scheint kein Jahr in Ruhe hinzugehen; fortwährend neue Ideen, neue Umwälzungen. Die Andeutung des Ministers wird die gesammte kleine Bevölkerung zu einem Kampfe auf Leben und Tod bewaffnen. Entweder ist das Volk der Verständigung zugänglich, dann belehre man es; oder es ist nicht der Verständigung zugänglich, dann entziehe man ihm das Wahlrecht. Nicht durch Verweisung auf Autoritäten, sondern durch Erziehung zum Glauben und zur Kirchlichkeit kann man im Lande Ruhe schaffen. Die Interessen der Katholiken, die sich in der Minorität befinden, erheischen das geheime Wahlrecht unter allen Umständen.— Abg. Seyffardt=Crefeld(Nat.=Lib.) verwahrt die Mitglieder seiner Partei gegen den Vorwurf der Wahlbeeinflussung, und erhebt diesen Vorwurf gegen die katholischen Geistlichen, wofür er Beispiele anführt. Die Debatte wird geschlossen. Nach einer langen Reihe sehr heftiger, persönlicher Bemerkungen nimmt das Schlußwort der Abg. Richter=Hagen(Fortschritt). Redner theilt mit, daß die Aeußerung des Kronprinzen über die Indenhetze, sie sei eine Schmach unseres Jahrhunderts und er habe sich derselben im Auslande geschämt, ihm von einem Ohrenzeugen, zu dem sie gethan wurde, dem Stadtrath Magnus, mitgetheilt und bestätigt worden sei. Durch die parlamentarische Regierung könne der Monarch in keine schlimmere Zwangslage bei der Wahl seiner Minister gebracht werden, wie jetzt durch den Fürsten Bismarck, der die ihm mißliebigen Minister so kompromittirt, daß sie ihre Entlassungen nehmen müssen.— Der Antrag wird in namentlicher Abstimmung mit 202 gegen 163 Stimmen abgelehnt.— Die Abgg. Stöcker und Cremer (Kons.) sind für denselben. Nächste Sitzung 11 Uhr. Etatsberathung.— Schluß 5½ Uhr. ** * Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 7. Dezember. (Kurzer Bericht.) Am Freitag erledigte das Abgeordnetenhaus die Etats der Domänen, Forsten und die Einnahmen und dauernden Ausgaben der landwirthschaftlichen Verwaltung. Die Abgg. Seer(Nat.=Lib.), Quadt, Dirichlet und Seelig(Fortschritt), v. Meyer=Arnswalde, v. Minnigerode, Jacobs, Wolff(Kons.), von Schorlemer=Alst, Bachem und Windthorst(Centrum), Rickert(Sezessionist), v. Benda, Knebel(Nat.=Lib.), Spangenberg, SchultzLupitz(Freikons.), Berger=Witten und Löwe=Bochum (Parteilos) sowie der Pole Magdzinski betheiligten sich an der Debatte und brachten verschiedene Wünsche zum Ausdruck. Der Minister Dr. Lucius antwortete mehreren der Redner. Die Etats wurden unverändert angenommen. Montag 11 Uhr wird die Berathung fortgesetzt. Schluß 4¼ Uhr. Deutsches Reich. * Berlin, 7. Dezember. Der Reichs=Anzeiger meldet:„Durch allerhöchste Ordre vom 3. Dezember d. J. ist der Bischof Dr. Peter Joseph Blum, gegen welchen duich gerichtliches Urtheil vom 13. Juni 1877 auf Entlassung aus dem Amte als Bischof von Limburg erkannt ist, begnadigt worden. Infolge dessen ist die kommissarische Bermögensverwaltung in der Diöcese Limburg aufgehoben und die Wiederaufnahme der eingestellten Staatsleistungen für diese Diöcese, und zwar vom 1. Oktober d. J. ab, erfolgt. *—(Die Literarkonvention) Deutschlands mit Belgien ist heute durch den Grafen Hatzfeldt und den belgischen Grafen van der Straten=Ponthoz unterzeichnet worden. Der Vertrag enthält 18 Artikel und einen Zusatzvertrag über Fabrik= und Handelsmarken. Die Verhandlungen wurden in die Länge gezogen durch die in der deutsch=französischen Konvention enthaltene Bestimmung über die Rückwirkung des Vertrags auf ältere Werke. *—(Avancement in Aussicht.) Unter den Generalen der Armee wird binnen Kurzem wieder ein größeres Avancement erwartet. Außer der Vakanz im Kommando der 16. Division(Trier) verlautet noch von Abschieds gesuchen, die von mehreren Divisions= und Brigadegeneralen eingegangen sein sollen. *—(Verbot von Rindvieh aus Holland und Belgien; verschärfte Trichinenschau.) Die vor einigen Tagen im„Reichsanzeiger“ publizirte Verordnung, betreffend das Verbot der Einfuhr von Rindvieh aus den Königreichen der Niederlande und Belgien, entspricht den amtlichen Nachrichten, daß in beiden Ländern Seuchen unter dem Rindvieh herrschen. Hiervon sind irsbesondere die viehreichen holländischen Provinzen Südholland, Nordholland, Utrecht und Friesland heimgesucht. Bereits seit April d. J. war die Einfuhr von Rindvieh aus den Niederlanden von der Beibringung eines Ursprungsattestes und von der Untersuchung der einzuführenden Thiere an der Landesgrenze durch einen preußischen beamteten Thierarzt auf Kosten der Staatskasse fabhängig gemacht. Das Ursprungsattest mußte von einer holländischen Gemeindebehörde ausgestellt sein und die Angabe enthalten, daß das betreffende genau zu bezeichende Vieh aus einer seuchefreien Gemeinde stammt und mit krankem oder verdächtigem Rindvieh nicht in Berührung gekommen ist. Preußen hat bisher aus den Niederlanden und zwar ganz versuchsweise aus der Provinz Friesland und aus der unmittelbar an letztere grenzenden Provinz Groningen Rindvieh in nicht unerheblichen Mengen zu Zuchtzwecken und zu Zwecken der Milchwirthschaften bezogen, während eine Einfuhr von Schlachtvieh in nennenswerthem Umfange nicht stattgefunden hat.— Die im Jahre 1876 erlassenen Verordnungen, betreffend die mikroskopische Untersuchung des Schweinefleisches auf Trichinen, werden nunmehr eine Verschärfung erfahren. Fortan dürfen Kaufleute, Händler, Fleischwaaren=Fabrikanten 2c., welche Schweinefleisch oder daraus bereitete Fleischwaaren zum Verkauf führen, die Fleischwaaren erst auslegen, feilhalten oder verkaufen, nachdem sie der Ortspolizeibehörde den Nachweis geliefert haben, daß die Fleischwaaren auf Trichinen mikroskopisch untersucht und davon frei befunden worden sind. Elsaß=Lothringen. * Straßburg, 4. Dezember.(Beeinträchtigung der Beamtenautorität.) Wiederholt ist aus ElsaßLothringen darüber geklagt worden, daß durch das Bestreben des Statthalters, die Sympathien der sogenannten Notabeln zu gewinnen, die Autorität der Beamten gegenüber der Bevölkerung, beeinträchtigt würde, was keineswegs zur Beseitigung der französischen Gesinnung beitrage. Das Reichsgericht hat jetzt eine Entscheidung gefällt, welches ein Streiflicht auf diese Verhältnisse wirft. Ein Elsaß=Lothringischer Oberförster, Namens Mang, war von mehreren„Notabeln“ beleidigt worden, als er eine Jagdkontravention derselben feftstellen wollte. Er stellte deshalb den Strafantrag, wurde aber von der elsaß=lothringischen Regierung aufgefordert, denselben zurückzunehmen, und als er sich weigerte,„im Interesse des Dienstesn versetzt. Das Landgericht in Zabern sprach die auf den Antrag des Oberförsters angeklagten Personen frei, das Reichsgericht aber hat dieses Erkenntniß vernichtet und die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das Landgericht in Straßburg verwiesen. * London, 5. Dezember.(Ein Manifest.) Nach einem hier vorliegenden Telegramm des„Newyork Herald“ aus Hongkong vom heutigen Tage ist General Pang in Kanton eingetroffen und hat an die Angehörigen der fremden Staaten ein Manifest erlassen, in welchem es heißt: falls in einem Kriege mit Frankreich fremde Schiffe und Waaren durch die Feindseligkeiten Schaden erleiden sollten, hätten sich die Eigenthümer mit ihren Entschädigungsansprüchen an Frankreich zu wenden. Er, der General, sei bereit, Kanton zu Wasser und zu Lande zu vertheidigen. Frankreich. * Paris, 6. Dezember.(Ministerrath; Verhaftungen; Sperrung von Geistlichen.) Im heutigen Kabinetsrath unter Ferry's Vorsitz erstattete der Minister des Innern Bericht über die getroffenen Vorkehrungen zur nachdrücklichen Verhinderung der ausgeschriebenen Anarchistenkundgebungen auf dem Pariser Börsenplatze. Der Polizeipräfekt gab Befehl zur Verhaftung der zehn Unterzeichner des Aufrufs; davon sind sieben bereits festgenommen und die drei andern hofft man noch diesen Abend abzufassen. Die gerichtliche Anklage gegen die Anarchistenhäupter wird auf Aufruf zu Zusammenrottungen lauten. Nach dem Kabinetsrathe berieth sich der Minister des Innern mit dem Polizeipräfekten über die zu ergreifenden Maßnahmen. Da die Polizei nicht sicher ist, daß die Versammlung nicht auf einem andern öffentlichen Platze versucht wird, so wird sie morgen alle zu dergleichen Unternehmungen geeignete Plätze besetzen. Seit Sonnabend hat der Kultusminister die Sperrung der Gehälter von sieben Geistlichen wegen Tadels von Regierungsmaßregeln unterzeichnet. Belgien. * Brüssel, 6. Dezember.(Feuersbrunst.) Im Parlaments gebäude brach heute Abend Feuer aus, welches um 10 Uhr gelöscht war. Die Räume der Deputirtenkammer sind vollständig zerstört, die des Senats und die übrigen Theile gerettet. Mehrere Feuerwehrleute sind verwundet, einige Soldaten angeblich getödtet. Das Feuer brach in der Kuppel aus. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 8. Dezember. Se. Durchlaucht der Fürst hat sich heute in Begleitung des Flügeladjutanten Hauptmanv v. Rodewald auf kurze Zeit zur Abhaltung von Jagden nach Jessen in der Provinz Sachsen begeben. * Detmold, 7. Dezember.(Der Winter) scheint jtzt sein Recht geltend machen zu wollen, denn Frost und ziemlich starker Schneefall haben der Landschaft das winterliche Gepräge gegeben. Nach den regnerischen Tagen, die das Promenieren fast unmöglich machten, ist das Frostwetter mit festem Schnee eine große Annehmlichkeit. * Detmold, 7. Dezember.(Berufung zurückgenommen.) In der Untersuchungssache gegen den Rechtsanwalt O. Asemissen und die Emilie Limberg, angeklagt wegen Majestätsbeleidigung bezw. Beihülfe dazu, hat die königl. Staatsanwaltschaft zu Paderborn ihre gegen das freisprechende Urtheil eingelegte Berufung zurückgenommen und ist also damit die Sache erledigt. * Detmold, 7. Dezember.(Die Gaskonsumenten) gehen dem Winter mit einer gewissen Besorgniß entgegen, da bei stärkerer Kälte der Gasometer, wenn sein Standort nicht verhältnißmäßig warm ist, oftmals einfriert. Zuweilen kommt es vor, daß man beim Nachsüllen des Wassers etwas zu viel hineingießt und dadurch gleichfalls das Funktioniren des Räderwerkes und den Druck des durchströmenden Gases hindert, so daß dieses flackert und schlecht brennt. Diese Uebelstände können gehoben werden, wenn man die Gasometer vor Eintritt des Frostes, anstatt mit Wasser, mit Glycerin oder Chlormagnesium füllen läßt, da dasselbe sich sehr gut hält und nie einfriert. * Lemgo, 7. Dezember. In gestriger Sitzung des Gymnasialkuratoriums, welches zur Zeit aus dem Bürgermeister König, dem Gymnasialdirektor Steusloff, dem Rathssiegler Schnitger, dem Stadtverordnetenvorsteher Heynemann, dem Amtsrichter Pothmann und dem Kaufmann C. W. Kracht besteht, wurde nach langer Verhandlung einstimmig der erste Oberlehrer am Gymnasium zu Moers, Professor Dr. E. Fischer zum Gymnasialdirektor gewählt.(L..) * Bielefeld, 6. Dezember.(Treibjagd.) Während die sonst an Hasen reichen Ebenen Sachsens und Schlesiens in diesem Jahre nur geringe Ausbeute liefern, weil dort dieses Wild durch Krankheiten dezimirt wird, ist Westfalen in diesem Jahre besonders bevorzugt. Eines der besten Jagdgebiete unseres Landstrichs gehört zu den v. Borries'schen Rittergütern Beek und Uhlenburg. Durch echt waidmännische Schonung durch den Besitzer hat sich dessen Wildstand von Jahr zu Jahr gehoben. Bei dem gestrigen Treibjagen wurden z. B. von 20 Jägern über 100 Hasen erlegt, ein Ergebniß, welches das der früheren Jahre um mehr als ein Drittel übertrifft.— Auch in unserer Feldmark nimmt der Wildstand zu. Es dürfte sich empfehlen, auch dieses Terrain durch jährliche Treiben von einem Ueberflusse an Hasen zu befreien, der den Gartenbesitzern unangenehm zu werden beginnt.(B..) * Soest, 4. Dezember.(Maßregel gegen die Fechtbrüder.) Die Einrichtung unserer Polizei=Verwaltung, daß seitens der hiefigen Bürgerschaft nichts mehr an reisende Handwerksburschen verabreicht wird, diese dagegen auf geleistete Arbeiten für mehrere Stunden das Ortsgeschenk resp. Kost und Unterkunft in der Herberge zur Heimath erhalten, hat schon reichliche Früchte getragen. Während noch vor wenigen Wochen unsere Stadt von Fechtbrüdern überlaufen war, ist es jetzt eine Seltenheit, wenn ein solches Individuum ein Haus wegen Bettelns betritt. Wirkliche Handwerksburschen lassen sich gleich zur Arbeit herbei, um sich das Ortsgeschenk zu verdienen, die Stromer aber, auf die es gerade durch diese Einrichtung abgesehen war, scheuen die ehrliche Arbeit wie die Pest und meiden daher nachweislich unsere Stadt.(Rh.=.=Ztg.) Lippischer Landtag. Sitzung vom 7. Dezember. Anwesend sämmtliche Abgeordnete, am Regierungstisch Kabinetsminister Eschenburg und Geh. Regierungsrath Steneberg. Der Präsident Dr. v. Lengerke eröffnet die Sitzung um 9¼ Uhr und tritt der Landtag, nach Erledigung einiger geschäftlicher Angelegenheiten und da sich Niemand zur Generaldiskussion meldet, sofort in die Spezialdiskussion ein. Titel I, Einnahme(Finanz= verwaltung), 1) A, D und F(Direkte Steuern) werden debattelos genehmigt, die Beschlußfassung über E, Schulsteuer, wird auf Antrag des Abg. Dr. v. Lengerke vorläufig ausgesetzt; 2) Indirekte Steuern(Aus der Reichshauptkasse 70,000 0) wird gleichfalls debattelos genehmigt. Zu 3) Ueberschüsse aus den Landeskreditanstalten, Leihekasse und Landessparkasse, beantragt Abg. Büxten statt der eingestellten je 20,000 M zu setzen je 40,000, da die Landessparkasse nach Abschluß pro 82 einen Ueberschuß von 37,000 M aufweise und die Leihekasse, deren Abschluß pro 82 noch nicht vorliege, voraussichtlich doch auch gesteigerte Einkünfte aufzuweisen haben werde, doch zieht er denselben auf die wiederholten Erklärungen des Herrn Kabinetsministers, daß bei der Leihekasse in nächster Zeit keine Erhöhung des Ueberschusses zu erwarten sei und die Ueberschüsse der Landessparkasse aufgesammelt werden sollten, um nöthigen Falls einem größeren gemeinnützigen Zwecke dienen zu können, vorläufig zurück, beantragt jedoch Aussetzung der Beschlußfassung über die Position: Ueberschüsse aus den Landeskreditanstalten. Dieser Antrag wird abgelehnt. Zu derselben Position entspinnt sich ferner eine längere Diskussion über die Herabsetzung des Zinsfußes bei der Leihekasse. An derselben betheiligen sich die Abgg. Tenge, v. Keißenbrock, Dr. v. Lingerke und Husemann, Tausch, sowie die beiden Vertreter der Regierung. Abg. Tenge weist darauf hin, daß die Erhöhung des Zinsfußes von 4 1 auf 4½% zu höchst ungelegener Zeit vorgenommen worden sei, zu einer Zeit, wo der Zinsfuß im Allgemeinen im Weichen begriffen war. Er verweise dabei z. B. an die Bank der westfälischen Landschaft zu Münster, bei welcher man Geld zu Meliorationen bedeutend billiger erhalten könne wie von der hiesigen Sparkasse; er verweise ferner auf die Ritterschaftskasse zu Schlesien, wo zu Meliorationen Geld zu 3% zu haben sei und deshalb keine Provinz mehr für Meliorationen thue und keine Provinz weniger Subhastationen aufzuweisen habe, wie gerade Schlesien. Kabinetsminister Eschenburg erwidert darauf, daß die Regierung dieser Frage wohl sympathisch gegenüber stehe, daß aber die Zeit der Erfüllung noch nicht abzusehen sei, da diese erstens von den Geldverhältnissen im Allgemeinen abhängig sei und dann auch Rücksicht genommen werden müsse auf die gemeinnützigen Zwecke, die jetzt durch die Ueberschüsse der Leihekasse ihre Erledigung fänden. Die vom Abg. Dr. v. Lengerke gewünschte Neubearbeitung des Statuts sei bisher noch immer an den unzureichenden Beamtenkräften gescheitert. Abg. Dr. v. Lengerke hatte zwar vor, mit Rücksicht darauf, daß der Ueberschuß der Landessparkasse pro 1881: 34,000 M, pro 1882: 37,000 M betragen habe, zu beantragen, die eingesetzten 20,000 K auf 30,000 zu erhöhen, doch befürchte er, daß die Annahme eines solchen Beschlusses jetzt bei der Regierung scheitern würde und hoffe er, daß sich später eine günstigere Gelegenheit dazu bieten werde. Hierauf werden auch die folgenden Positionen der Finanzverwaltung bis zum letzten Posten: Sonstige Einnahmen genehmigt. Bei diesem wünscht Abg. Dr. v. Lengerke den Bestand der Landkasse aus 1882 mit 30,000 M eingestellt, damit derselbe nicht in der Luft schweben bleibe. Kabinetsminister Eschenburg hält es für besser, die Ueberschüsse nicht in dem großen Topf des Etats verschwinden zu sehen, sondern sie lieber zur Schuldentilgung oder sonstigen außerordentlichen Ausgaben verwendet zu sehen; er warnt vor Aufstellung eines Extraordinariums, welches eine dauernde Quelle von Differenzen zwischen Regierung und Volksvertretung schaffe. Geh. Regierungsrath Steneberg giebt noch eine vergleichende Zusammenstellung der einzelnen Monatseinnahmen und Ausgaben, worauf die Debatte abgebrochen wird. Schluß der Sitzung gegen ½12 Uhr; nächste Sitzung morgen 9 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der heutigen. Standesamtliche Nachrichten. Friedrich Emil Wedegärtner, 8 Wochen alt, Wittwe Tempel, 61 Jahre alt, Wittwe Stuckmann, 74 Jahre alt. Wochenmarktbericht. * Detmold, 8. Dezember. Weizen pr. 50 Kilo 9,20 M. Roggen, pr. 50 Kilo 7,50 M. Mengekorn, pr. 50 Kilo.— M. Gerste pr. 50 Kilo 7,50 M. Rauhfutter, pr. 50 Kilo 7,80 M. Hafer pr. 50 Kilo 7,— M. Heu pr. 50 Kilo 2,50 M. Stroh, pr. 50 Kilo 2,— M. Kartoffeln pr. 50 Kilo 2,— M. Rindfleisch, bestes, pr. Kilo 1,20 M. Kalbfleisch, bestes, pr. Kilo 1,— M. Hammelfleisch pr. Kilo 1,20 M. Schweinefleisch pr. Kilo 1,20 M. Speck, geräuchert, pr. Kilo 1,50 M. Gänse pr. Kilo 1,30 M. Schinken, geräuchert pr. Kilo—.— M. Butter pr. Kilo 2,20 M. Eier 10 St.—,70 M. Rüben pr. Schffl. —.— M. Wurzeln pr Schffl..— M. Apfel pr. Schffl. —.— M. Birnen pr. Metze—.— M. Zwetschen, pr. Metze —.— M. Gurken, kleine, pr. Schock—.— M. Gurken, große, Stück—.— M. Weißkohl, pr. Schock 4,50 M. Rothkohl, Stück —.15 M. Wirsing, Stück—,10 M. Blumenkohl, Stück —.50 M. Zwiebeln pro Kilo—.— M. Marktberichte. * Bielefeld, 6. Dezember. Weizen 20,25, Roggen 15,50, Gerste Ia 14,50, Gerste IIa 17,50, Hafer 15,—, Bohnen 15,50, Buchweizen—.—, Rüböl 76.—, Raff. Oel 29,60, Raps 21,—, Kocherbsen 21,—, Futtererbsen—.—, Spiritus—.—, per 100 Kilo. * Paderborn, 6. Dezember. Roggen 16,—, Weizen 19,—, Gerste 17,—, Hafer 15,— M. * Berlin, 7. Dezember. Weizen fest, per Dezbr. 181,50, April= Mai 187,— M. Gek. 1000 Ztr. Roggen besser, per Dezbr.=Jan. 149,25, April= Mai 149,75 M. Gek.— Ztr. Hafer matt, per Dezbr. 126,50, April=Mai 131,75 M. Gek. — Ztr. Rüböl fest, loko mit Faß 65,30, ohne Faß 64,40, per Dezbr. 65,—, April= Mai 65,60 M. Gek. 1000 Ztr. Spiritus ermattend, loko 47,80, per Dezbr. 47,50, April=Mai 48,60, Juni-Juli 49,60 M. Gek.— I. Petroleum fest, loko 26,30, per Dezbr.=Jan. 26,—, Jan.=Fedr. 26,20 M. Gek.— Ztr. * Köln, 7. Dezember. Weizen hiesiger 19,50, fremder 19,50, per März 18,65, per Mai 19,10. Roggen hiesiger 15.50, fremder 15,50, per März 14,35, per Mai 14,70. Hafer hiesiger 15,—, fremder 15.—. Rüböl in Partieen 35,50, per Mai 34,80. * Neuß, 7. Dezember. Weizen à 100 Kilo erster Qualität 19,60, zweiter Qualität 17,60. Landroggen 100 Kilo 1. Qualität 15,80, 2. Qualität 13,80. Wintergerste 15,50. Buchweizen à 100 Kilo 1. Qualität 15,50, 2. Qualität 15,—. Hafer pr. 100 Kilo 14.—. Raps à 100 Kilo 1. Qualität 33,—, 2. Qualität 31,50. Kartoffeln à 100 Kilo 4,—. Heu d 50 Kilo 3,60. Roggenstroh à 600 Kilo 28,— M. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ztr. M. 70,50, Rüböl per 100 Kilo faßweise 72,—. Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo M. 140,—. Kleien per 50 Kilo 5,60. * Bremen, 7. Dezember. Petroleum besser, loco 8,30, per Jan. 8,40, Febr. 8,50, März 8,60, April 8,70. Schmalz Marke Wilcox loco 44, per Dez.=Jan. 44. * Antwerpen, 7. Dezember. Petroleum höher, disp. 21¼, per Dezmbr. 21¼, Jan. 21¼, Febr. 21½, März 21½, SeptDezbr. 23 fr. Kaffee geschäftslos. Stadt Lage. Vom 1. bis 30. November. I. Geburten. Ein Knabe: dem Ziegelarbeiter Friedrich Lahme, der unverehelichten Johanne Dorothea Amalie Wallmeier, dem Bahnhofsarbeiter Friedrich Hupe, dem Landbriefträger Heinrich Kesperling, dem Ziegelarbeiter Adolf Perl, dem Pastor Eduard Reber, dem arbeiter Friedrich Gronemeier. Eine Tochter: dem Ziegelarbeiter Ernst Bobe, dem Ziegelarbeiter Dietrich Wedegärtner, dem Schuhmacher Friedrich Siek, dem Ziegelarbeiter Wilhelm Kesperling, dem Kaufmann Wilhelm Klokemann, dem Maler Karl Strüver. II. Eheschließungen. Böttcher Simon Dinkmann mit Marie Schlüter, Ziegelarbeiter Friedrich Lütkebrune mit Karoline Reuter, Knecht Ludwig Vogel mit Johanne Wagener, Zimmermann Friedrich Richts mit Minna Schmidtmeier, Ziegelarbeiter Wilhelm Eikmeier mit Friederike Krüger, Ziegelarbeiter Hermann Rieke mit Wittwe Henriette Bokel geb. Steinmeier. III. Sterbefälle. Ehefrau Bäckers Kampmann, 45 Jahre alt, Kind des Ziegelers August Penning, todtgeboren, Heinrich Neueste Nachrichten. * Paris, 7. Dezember. Um den Anarchisten die Möglichkeit der Unruhestiftung abzuschneiden, sind Maßregeln getroffen worden, als gelte es, einen Aufstand zu bezwingen. Die ganze Garnison von Paris und der Umgegend wird marschbereit in den Kasernen gehalten. In der Nähe des Elysées stehen Dragoner, alle Posten der Garde de Paris sind verdoppelt. In dem Börsenstadtviertel ist folgender Aufruf angeschlagen worden: „An meine Mitbürger! Allen wiederholten Aufforderungen zum Trotz hüllt das Kabinet Ferry sich in Schweigen über Tongking. Dieses Verfahren ist eine Beleidigung gegen die Nation, ja, selbst ein Verrath. Wir haben die Pflicht, als Abordnung zu unsern Vertretern zu gehen und zu verlangen, daß sie den ersten Minister auffordern, dem Lande die Wahrheit zu sagen, und wenn er sich dessen weigert, den Beschluß fassen, ihn in Anklage zu versetzen.“ Ein Mann, der diesen Aufruf verbreitete, ist verhaftet worden. * London, 7. Dezember. Ein Telegramm des „Newyork Herald“ aus Honkong vom 6. d. M. meldet, daß ein Pöbelhaufen in Kanton am 5. d. M. die christliche Kapelle zerstörte. Das Militär zerstreute die Tumultuanten und ließ 200 Mann zur Bewachung der Trümmer zurück. * Madrid, 7. Dezember. Es heißt, der deutsche Kronprinz begebe sich von Genua nach Rom, um den Papst zu besuchen. * Madrid, 7. Dezember. Der deutsche Gesandte Graf Solms hatte gestern die Journalisten zur Tafel geladen.— In dem Ministerrathe theilte der König Alfons die militärischen Urtheile mit, welche der Kronprinz ihm gegenüber gefällt hatte; der Kriegsminister schloß daran einen Bericht über Reformpläne für die Armee.— Heute ist Schnee gefallen; fast täglich wird auch hier die eigenthümliche Färbung des Abendhimmels beobachtet.— Der Kronprinz reist heute Abend um 6 Uhr 20 Min. ab; die Minister geleiten ihn zum Bahnhof. Nach seiner Abreise wird hier der Kampf der Parteien beginnen, die während der Anwesenheit des hohen Gastes eine schwer ertragene Waffenruhe gehalten haben. Durch den Weihnachtskatalog der Leiziger Lehrmittel=Anstalt von Dr. Osk. Schneider, Leipzig, Schulstraße 6, auf den wir kürzlich Veranlassung nahmen hinzuweisen, wird allen Eltern die Wahl von nützlichen Spielen und dauernd anregenden Beschäftigungsmaterialien für ihre Kinder erleichtert. Der Katalog erschien in zwei Ausgaben und ist elegant ausgestattet. Ausg. a. für Kinder von—7 Jahren, Ausg. b. für solche von 8 Jahren an bis zum reiferen Alter und für Erwachsene. Durch Zusendung der Bändchen entstehen keinerlei Kosten. Meteorologische Beobachtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg vom 7. December, Morgens 8 Uhr. London: Kalt. Die Depression, welche gestern über Mecklenburg lag, ist rasch südwärts fortgeschritten, während eine andere von Nord-Norwegen südostwärts nach dem Innern Russlands sich fortgepflanzt hat Ein barometrisches Maximum von über 779 Millimeter liegt westlich von den britischen Inseln. Bei meist schwacher Luftbewegung ist das Wetter über Central- Europa im Norden trübe, im Süden fast wolkenlos. Daher hat auf letzterem Gebiete der Frost sehr stark zugenommen. München meldet 16, Prag 11, Chemnitz und Wien 10 Grad Kälte. In Süd-Deutschland ist allenthalben Schnee gefallen. Meteorologische Beobachtungen in Detmold. Allgemeiner Witterungscharakter: 8. bedeckt. Sonnen=Aufgang 7 U. 59 Min., Untergang 3 U. 44 M. Mondes Aufgang 1235 Nchm., Untergang 1216 Mrgs. Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold. Gaben für das Lehrerinnen=Feierabendhaus bei Gandersheim. Herr Baurath Merckel 3 M; W. P. 30; Herr Pastor Bornebusch 5 M; Herr Otto Wessel 3 M; Herr Pastor Sturhahn in Heiden Beitrag zur Stiftsglocke. Im Namen des Vorstandes danke ich den gütigen Gebern herzlich und wende mich zugleich an alle andern Menschenfreunde mit der Bitte, doch auch der invaliden Lehrerinnen freundlich gedenken zu wollen. Detmold, Baumstraße 12. Alwine Wallis, Korresp. Mitgld. des Wilh.=Aug.= Lehrerinnen=Vereins. Verloren eine braunwollene Pferdedecke. mit gestreiften blauen Leinen überzogen, zwischen Bellfort und Heiden. Abzugeben gegen Belohnung bei Louis Brake bei Limgo. Tichen Böhlen, 4½ cm stark, sind billig abzu geben; wo? sagt die Expedition dieses Blattes.(314) Heute frische Schiewererten zu haben bei F. Parensen. verkäufen ein leichter Rittergut Wendlinghausen. Billiges Holzschuhleder und Wollfelle empfiehlt H. Sigges, Schülerstraße 23. Ein junges Mädchen zur Erlernung des Putzgeschäftes wird gesucht. Auf Wunsch kann Kost und Logis im Hause gegeben weiden. Aug. Hellmund. Detmold. Sefucht wird für ein junges Mädchen (Rheinländerin) aus guter Familie eine Stelle als Verkäuferin in einem Kurz=, Woll=, Weiß= oder Galanteriewaarengeschäft. Gute Zeugnisse. Offerten an die Exp. d. Bl. unter M. K. 315. Ein wilitairfreier Sohn eines Landwirths, mit besten Zeugnissen und 3jähriger Praxis im Rübenbau, sucht zum 1. 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Die Bürgerrolle liegt zur Einsicht auf dem Büreau aus. Die wahlberechtigten Bürger werden zur Theilnahme an der Wahl unter gesetzlichem Präjudize und mit dem Bemerken hierdurch geladen, daß zur Gültigkeit der Stimmzettel die Unterschrift der Wähler erforderlich ist. Detmold, 20. November 1883. Der Magistrat. Veirt. Für Schmiede! Wegen Ausbau und Aufgabe des Geschäfts beabsichtige ich mein noch fast neues Wohnhaus nebst Schmiede mit allen Geräthen, Garten, Wiese urd einigen Morgen Ackerland, günstig zu verkaufen. Die Lage ist eine der gelegentsten in der Mitte des Orts und das Schmiedegeschäft, seit altersher, noch jetzt in vollem Betriebe. Friedrich Albert, Schmiedemeister in Schlangen. Verdingung. Die Arbeiten und Lieferungen zum Neubau eines Pfarrhauses nebst Scheune für Augustdorf sollen mit Benutzung verhandenen Materials an Mindestfordernde vergeben werden. Termin hierzu ist auf Mittwoch, den 19. d.., Nachmittags 1 Uhr im hiesigen Schulhause angesetzt, wozu Reflektanten mit dem Bemerken eingeladen werden, daß daselbst Rieß und Kostenanschlag außer der Schulzeit von heute ab zur Einsicht ausliegen. Augustdorf, 3. Dezember 1883. Der Kirchenvorstand. Freiwilliger Hausverkauf. Der Unterzeichnete ist beauftragt die Stätte Nr. 8(Christoph Prasse) in Cappel, bestehend aus einem Wohnhause, welches drei Familien= wohnungen und eine Werkstatt enthält, und einem geräumigen Hofraum, zu verkaufen. Termin hierzu ist auf Montag, den 17. cr., Nachmittags 4 Uhr, beim Gastwirth Helpup in Cappel anberaumt, wozu Kauflustige mit dem Bemerken geladen werden, daß bei günstigem Gebote der Zuschlag sofort ertheilt werden wird. Blomberg, im Dezember 1883. Bumpfort. Mandatar. Zwangsversteigerung. Bei der Plöger’schen Gastwirthschaft in Siekholz bei schieder sollen am Dienstag, 11. Dezbr. cr., Morgens 10 Uhr, drei schwere Frachtwagen, vier compl. Pferdegeschirre, eine Hebelade und eine Winde öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung versteigert werden. Blomberg, 5. Dezember 1883. Köller, Hülfsgerichtsvoll zieher. A. W. Brüggemann, Schötmar, empfiehlt: Hildesheimer Sparherde, Kachel=, Säulen=, Koch= und Füllöfen, Kesselrümpfe 2c. Ferner: Tafelwaagen, Decimalwaagen, Viehwaagen, Brückenwaagen zum Abwiegen von Straßenfuhrwerk. Musterbücher stehen zu Diensten. Verkauf der Waagen und Hildesheimer Herde zu Fabrikpreisen. Donnerstag, den 13. Dezbr. Nachmittags 3 Uhr, findet die Generalversammlung des Gustav=Adolf=Frauenvereins im unteren Zimmer des Konfirmandenhauses statt. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Der Kirchengesangverein beabsichtigt auch in diesem Jahre ein Concert zu geben und zwar Sonntag, den 16. Dezember 5½ Uhr Nachmittags in der hies. reformirten Kirche. Die Kirche wird gut geheizt sein. Der Ertrag des Concertes soll zu Weihnachtsgeschenken für Arme in Stadt und Land verwendet werden. Es findet ein Vorverkauf der Billete statt. Cordpantoffel sohl. u. imiärtLederuflage f. Frauen Dutzend 51, Mk., mit holzgenagelten festen Tuchsohl. für Frauen Dutzend 6¾ Mk. Bei grösser. Abnahme billiger lief. G. Engelhardt, Zeitz. Lustige Bismarckiaden in Zeim und Bild von Ed. Daelen. Preis 2 Mark. Zu beziehen d. alle Buchhandlungen. Verlag von Ad. Spaarmann in Oberhausena. d. Ruhr. Lina Möers und Schuhmacher W. Verleicke 10 Horn, den 7. Dez. 1883. Gestern Abend 9 Uhr verschied nach langen Leiden zu einem bessern Leben, unsere innigst geliebte Frau, Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Sophie Hellemann, geb. Hachmeier, im 56. Jahre ihres thätigen Lebens. Um sille Theilnahme bitten F. Hellemann und Familie. Pivitsheide, 8. Dez. 1883. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 11. d.., Nachmittags 2 Uhr statt. Colonats-Verkauf. Ich beabsichtige mein Colonat Nr. 49 der Bauerschaft Holzhausen bei Horn, wozu circa 15 Schffls. Gärten, Ackerländereien und Wiesen gehören, und das in der Feldmark der Stadt Horn belegene Ackergrundstück, circa 6½ Schffls., öffentlich meistbietend im Einzelnen oder im Ganzen zu verkaufen. Termin hierzu ist auf Mittwoch, den 12. Dezbr. er. Vormittags 10 Uhr an Ort und Stelle angesetzt, wozu Kaufliebhaber hierdurch mit dem Bemerken geladen werden, daß der Zuschlag sofort erfolgen soll, wenn annehmbar geboten wird. Holzhausen, den 4. Dez. 1883. Kolon Schäfer. Eine Partie schwarzer Cashmir=Schurzen wurden mir zum Verkauf übergeben und empfehle solche äußerst billig. Ella Neu! Kinder=Taschentücher mit bunter Borde und Bildern empfing und empfiehlt billigst Ella Baumgärtel. Frische Kieler Bücklinge „ Sprotten empfing W. Wittenstein. Eine schwarzbunte Kuh mit Halter am Rieperberge entlaufen. Auskunft über deren Aufenthalt wird erbeten. Humfeld. Borgart. Nur echt mit dieser Schutzmarke: M Malz=Extrakt und Caramellen* von L. H. Pietsch& Co., Breslau. 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Neese Detmold empfiehlt sich zum Schneiden von Dielen und Bauholz in Lohn; gleichzeitig wird das reich assortirte Lager in tannen Dielen und Beschußbretter, in eichen und buchen Bohlen und Dielen, sowie tannen Latten und Stangen in empfehlende Erinnerung gebracht. Gläser und werden bei mir geaicht und alle Sorten geaichte Gläser auf Lager gehalten. L. Wiegand. Zum bevorstehenden Weihnachtsfeste empfehle ich mein wohlassortirtes Lager von kurzen und langen Pfeifen, eine schöne Auswahl Cigarren=, Cigarrettenspitzen und Cigarretten, Kopf=, Zahn= und Nagelbürsten, sowie eine große Auswahl Spazierstöcke zu den billigsten Preisen. Klingenberg sen. Spielwaaren verkaufe, um damit zu räumen, zu und unter Einkaufspreis. Leop. Werkmeister. Verein Dienstag, 11. Dezember Vortrag auf dem Rathhaussaale. bildungs-Verein. Donnerstag, 13. Dez. 8½ Uhr Generalversammlung Tagesordnung: 1. Neuwahl des Vorstandes. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. bei Sonntag, den 8. Dezember Canzmusik L. Geller, Lage. Hôtel A. Müller (Zimmer rechts). Heute Abend 8½ Uhr große Versammlung. Fechtschule 1847 und 13,752 Der Unterzeichnete hat nach Uebernahme dieses beliebten Gasthofes denselben durchweg renovirt und empfiehlt einem geehrten Publikum grosse und kleine Räume zu Gesellschaften, Hochzeiten etc. Gute Küche, ausgezeichnetes Bier und reingehaltene Weine. Billiger Mittagstisch in und ausser dem Hause. Bittard. Hochachtungsvoll Emil Koch. Im Ausberkäufe, empfehle als besonders preiswerth eine Partie schwarze und couleurte Cashmirs, Winter-Mäntel, der vorgerückten Saison wegen, zu Einkaufspreis. S. Weinberg. Schraubenschrirrschühe von K 1,75 an.— Auf meine bekannt billigen Preise bewillige bei Einkäufen, mit Ausnahme der 50=Pf.=Artikel, 10% Rabatt. Eine Partie zurückgesetzter Waare verkaufe unter Fabrikpreis. H. Flebbe. Hierzu 8 Seiten Beilagen, den WeihnachtsAnzeiger 2c. enthaltend, worauf wir die geschätzten Leser besonders aufmerksam machen. Erste Beilage zu Nr. 288 der Lippischen Landeszeitung. s é Wegen bevorstehender geschäftlicher Veränderung beabsichtige ich mein reichhaltiges Waarenlager möglichst zu reduciren und verkaufe ich deshalb sämmtliche Artikel desselben zu bedeutend herabgesetzten Teppiche und Möbelstoffe, in welchen eine besonders gediegene Auswahl vorräthig ist, sowie Herrenwäsche, welche Artikel ich gänzlich eingehen lassen will, verkaufe ich zu Einkaufspreis. Große Posten angesammelter Reste in Burlin und kleiderstoffen etc. besonders billig. Starke. A. IV. Brüggemann IN SCHÖTMAR empfiehlt: Senking'sche Sparherde und Kochmaschinen zu wirklichen Fabrikpreisen! Ferner in größter Auswahl: Alle Sorten Regulir=Füllösen, Säulenöfen, Kachelöfen, Kochöfen, Kesselherde und Kesselrümpfe, Kessel, Töpfe, Kohlenkasten 2c. 2c. Lager von Decimalwaagen, Taselwaagen, Familienwaagen 2c. Bei Baarzahlung Vorzugspreise. NB. AnfSonn- und Feiertagen wird mein Geschäft um 12 Uhr geschlossen. 8 6 — 89 S 6 S 12 25 G S 5 S 8 9 85 5 S 6 *** Se 2 2:— 8 Mein gut assortirtes Lager in Tuchen, Buckskins, Paletotstoffen, Nouveautés, Militair-, Forst- und Livréestoffen, wasserdichten Regenmänteln, Knabenanzügen und Shlipsen bringe hiermit in empfehlende Erinnerung.##5 Bestellungen nach Maaß werden unter Garantie guten Sitzens zu anerkannt reellen Preisen in kürzester Frist ausgeführt. 8 K. Kes Hosschneider. Detmold. Mollieh. Phetegraphter Photographische Aufnahmen finden bei jeder Witterung von Vormittags 9 Uhr bis Nachmittags 3 Uhr statt. Detmold, Rosenthal 2. Theoder Allem, Photograph. Alb. Papzien Kürschner Detmold, am Schloßplatz, empfiehlt sein reichhaltiges Pelz- u. Rauchwaaren-Lager. Herren=Geh= und Reisepelze, Damenmäntel und Retonden, Schlittendecken, Fußsäcke, Teppiche u. s. w. werden in kürzester Zeit angefertigt. Angorafell=Teppiche in allen Größen und Farben zum billigsten Preise. Hiermit bringe ich zur Nachricht, daß ich auch # in diesem Jahre wieder ein reichhaltiges Sortiment " Kinder-Spietwaaren # unterhalte.— Gleichzeitig bringe ich auch noch mein O Lager in 8 a Sesseln, Körben und Kinderwagen,# # sowie eine große Auswahl sonstiger sich zu Weih∆ nachtsgeschenken eignenden Gegenstände in empfehlende Erinnerung und bitte um geneigten Zuspruch. Schötmar. A. Kanne.## Großes Lager von Filz-, Beiden- und Stoffhüten in den neuesten Facons, für Herren und Knaben, in elegantester und sauberster Ausführung zu den billigsten Preisen Reparaturen der Hüte rasch und billig. Sorten Filze zu technischen Zwecken. mit Filz= und Ledersohlen empfiehlt Seineb. H. Siebürger, Hutmacher. ..Lioch Nachfoiger, Tamer. (Theodor Storch) Manufactur-, Modewaaren- und Confections-Geschäft. 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Die Mehrzahl der Vorschläge hat sich schon bei oberflächlicher Prüfung als werthlos erwiesen; theils handelt es sich um längst bekannte, theils um ganz unanwendbare Mittel. Nur hinsichtlich einer ganz geringen Zahl, meistens Fangapparate, giftige Gase und tödtliche Stoffe, war es verlohnend, zwecks Feststellung der Preiswürdigkeit praktische Erprobungen auf dem Felde vorzunehmen. Für letztere fehlte es indeß bisher in Schlesien an Mäusen; die Schädlinge sind meistens in Folge der schweren Regen zu Grunde gegangen. Erst vor kurzer Zeit war es zur Kenntniß der Preisrichterjury gekommen, daß im Kreise Leobschütz Mäuse in großer Menge vorhanden sind. Im Auftrage der Jury hat Dr. Crampe aus Breslau sich denn vor einiger Zeit— — nach dem genannten Kreise begeben, um mit einigen der eingesandten Fallen und Präparate Versuche im Großen anzustellen. Die Ergebnisse der letztern werden wohl nach Abschluß der Verhandlungen der Jury veröffentlicht werden. Bei den Berathungen der letzteren ward von praktischen Landwirthen darauf hingewiesen, daß der beste Weg zur Vertilgung der Mäuse immer noch das Fangen derselben in besonders für diesen Zweck hergestellten Gräben sei. Es ward hervorgehoben, daß die weitere Verbreitung, bezw. Anwendung dieser Methode ein Hemmniß in dem bestehenden Mangel geeigneter Pflugapparate zur raschen und billigen Herstellung von zweckmäßigen Gräben in größerer Ausdehnung finde. Die Konstruktion solcher Apparate würde nach Ansicht der Sachverständigen für die einschlägige Industrie gewiß höchst lohnend und im Interesse der Bekämpfung der schädlichen Nager für die Landwirthschaft ebenso wünschenswerth sein. Vermischtes. * Barmen, 1. Dezember.(Jagdunglück.) Gestern hatte ein Jagdpächter von Unterbarmen mehrere seiner Freunde von hier zu einer Jagd in Aprath eingeladen. Nachdem die Jagd gegen Abend beendet war, suchten die Jäger noch nach einem angeschossenen Hasen, der in einen Thalkessel entkommen war. Das Thal wurde umstellt und die Hunde hineingelassen. Nach kurzer Zeit gingen mehrere Schnepfen in die Höhe, zwei Jäger schossen auf dieselben, da ertönte ein Schmerzensschrei von dem auf der anderen Seite aufgestellten Jäger, Herrn P. vom Loh. Derselbe hatte eine volle Ladung Schrot ins Gesicht erhalten. Der Unglückliche wurde nach Elberfeld transportirt; ein Auge ist verloren und wird auch das andere schwerlich erhalten bleiben. Wer der unglückliche Schütze gewesen, ist schwer festzustellen. Der Getroffene ist nach dem„St..“ verheirathet und Vater mehrerer Kinder. *„* * Braunschweig, 30. November.(Aalzucht.) Spaßes halber ließ sich ein Ziegeleibesitzer im Amtsbezirke Schöningen vor 2 Jahren aus einer Fischbrutanstalt im Württembergischen 1000 Stück junger Aale kommen, welche die Größe einer Stopfnadel besaßen und für einen kaum nennenswerthen Betrag überlassen waren. Diese Brut wurde in einen Teich gesetzt, welcher in einer alten, nicht mehr zu gebrauchenden Thongrube eingerichtet wurde. Seitdem hat sich Niemand um den Teich gekümmert; es ist niemals Nahrung für die jungen Thiere in denselben geworfen worden. Vor einigen Tagen wollte der Besitzer den Teich auspumpen lassen und da zeigt es sich denn, daß es auf dem Grunde von fußlangen Aalen wimmelt. Diese waren allerdings noch nicht zu einer Verkaufswaare herangewachsen, allein sie besitzen doch einen Werth von wenigstens 600 M, welcher sich in Jahresfrist auf mindestens 1000 M steigern dürfte, da jetzt den Thieren passende Nahrung zugeführt wird. Diese Thatsache ist wiederum der Beweis dafür, wie sehr wohl die Besitzer von Teichen oder anderen stagnirenden Wassern daran thun, wenn sie die Aalzucht betreiben. Ohne jede Mühewaltung ist eine Rente zu erzielen, wie sie auch der beste Rüben= oder Weizenboden selbst in den günstigsten Jahren nicht abzuwerfen vermag.(W..) ** * Alt=Zeschdorf, 27. November.(Tausend Schafe verbrannt.) Gestern Abend gegen 7 Uhr brannte ein großer Schafstall mit ca. 1000 Schafen ab. Brandstiftung wird vermuthet. * * München, 4. Dezember.(Naturereigniß.) Heute Morgen erlebten wir hier ein seltenes Naturereigniß. Einem intensiven rothen Glühnebel folgte plötzlich unter Donner und Blitzen ein orkanartiger, wohl eine Stunde anhaltender Schneesturm. *„* * Der Gebrauch des heißen Wassers scheint in Amerika eine Art Modesache werden zu wollen, nachdem ein gewisser Dr. Cutter mit demselben in gewissen Fällen vortreffliche Erfolge erzielt und eine Schrift edirt hat. Das zu trinkende Wasser hat eine Wärme von 39 Grad und die Kur dauert 6 Monate; bestimmte Quantitäten werden zwei Stunden vor jeder Mahlzeit und eine Stunde vor dem Schlafengehen getrunken. Ausgezeichnet hat sich diese Kur bei Trunksucht bewährt. * *(Trunksucht der Frauen in England.) In Exeter Hall fand vor kurzem unter dem Vorsitz des Kanonikus Ellison eine große Frauenversammlung statt, welche den Zweck hatte, Mittel ausfindig zu machen, um der zunehmenden Trunksucht unter den Frauen Englands zu steuern. Ein anwesender Geistlicher hob hervor, daß den Polizeistatistiken zufolge im verflossenen Jahre nicht weniger als 11,872 Frauen wegen Trunkenheit polizeilich bestraft wurden. Als eine der Hauptursachen der Zunahme der Trunksucht unter den Frauen wurde der Umstand bezeichnet, daß die Spezereiwaarenhändler befugt seien, Spirituosen in Flaschen zu verkaufen. Dadurch werde es Hausfrauen, die dem Trunke ergeben seien, ungewöhnlich leicht gemacht, in den Besitz von Spirituosen zu gelangen. Die weiteren Verhandlungen endigten mit der Annahme einer Resolution, welche die Hoffnung ausdrückt, dem Parlament werde in nächster Session eine Bill unterbreitet werden zur Aufhebung des Gesetzes, welches Spereiwaarenhändler zum Verschleiß berauschender Getränke berechtigt. Forst= und Jagdwirthschaft. *(Offizieller Jagdrapport.) Die heurige Hofjagd in der Göhrde hat am vorigen Sonnabend stattgefunden. Se. Majestät der Kaiser und König haben dieselbe Allerhöchstselbst abgehalten. Das Wetter war leider sehr ungünstig. Immerwährend Regen und Schlackschnee. Dessen unerachtet begann die Jagd mit einer Suche der Findermeute auf Sauen Punkt 10 Uhr im abgestellten Jagen am Waschkabel der Oberförsterei Göhrde (Oberförster Wallmann), ward nach eingenommenem Dejeuner mit dem in derselben Oberförsterei am Kleinen Sol errichteten Hauptjagen auf Rothwild und Sauen fortgesetzt und endete bald nach 2 Uhr. Die Gesammtstrecke beider Jagen betrug 46 Hirsche, 56 Wild, 86 grobe, 77 geringe Sauen, zusammen 265 Stück Hochwild und ein Rehbock; wovon Seine Majestät der Kaiser und König 14 Hirsche, 15 Wild und 39 Sauen, Se. Königl. Hoheit Prinz Wilhelm von Preußen 10 Hirsche, 1 Wild und 12 Sauen, Se. Königl. Hoheit Prinz Albrecht von Preußen 3 Hirsche, 7 Wild, 16 Sauen und 1 Rehbock, Se. Königl. Hoheit Prinz August von Württemberg 5 Wild und 1 Sau, Se. Königl. Hoheit der Erbgroßherzog von Baden 1 Hirsch, 1 Wild und 2 Sauen, Se. Hoheit der Herzog Ernst Günther zu Schleswig=Holstein 2 Hirsche, 9 Wild und 8 Sauen, und Se. Durchlaucht der Fürst zu Schwarzburg=Rudolstadt 6 Hirsche, 7 Wild und 7 Sauen erlegten. * Driburg(Westf.), 1. Dezember. Bei der heutigen Jagd im Driburger Walde wurden unter der bewährten Direktion des Herrn O. Becker 112 Hasen, 4 Füchse und 2 Sauen geschossen. Trotz des Schneegestöbers hielten die wenigen Schützen treu aus, vorzüglich gehalten durch den ausdauernden Humor des Herrn O. Becker. Die Landleute werden den eifrigen Vertilgern der Flurverwüster gewiß Dank wissen. Der Flachs. Auf grünem schwanken Stengel Ein Blümlein sich erhebt, Das unsichtbar der Engel Der Häuslichkeit umschwebt. Es wird nicht auf dem Beete Gepflegt von Gärtners Hand, Der schlichte Landmann sä'te Es in sein bestes Land. Da schaut es bald mit blauen Und hellen Augen aus, Und fördert fleiß'gen Frauen Wohl manchen Schatz ins Haus. Betreten junge Gatten Die neue Lebensbahn, Hat es, sie auszustatten, Das Beste schon gethan. Es giebt die erste Hülle, Die um das Kind sich schmiegt, Das hülflos noch und stille In Mutterarmen liegt. Und wenn in Todesschatten Sich schließt das Lebensbuch, Deckt es den Arbeitsmatten Noch mit dem Leichentuch. Als dieses Blümchens Pflege Den Frauen noch geftel, Da leiteten die Wege Sie stets zum rechten Ziel. Da konnten sie bereiten Des Hauses stilles Glück.— Ihr einfach gold'nen Zeiten, O kehrt, o kehrt zurück. (Fürs Haus.) W. A. in Hamburg. Literarisches. * Die Sonne und die Plaueten. Populär=wissenschaftlich dargestellt von E. Becker, Dr. phil. und 1. Observator an der Sternwarte zu Berlin. X. Band der im Verlage von Tempsky (Prag) und Freytag(Leipzig) erscheinenden Universalbibliothek „Das Wissen der Gegenwart". Die Astronomie— oft die Königin der Wissenschaften genannt— ist zweifellos eine der erhabensten Errungenschaften des menschlichen Geistes. So weit wie die historische Ueberlieferung reicht auch die Kunde von dem fragenden Aufblick der Menschheit zu den sichtbaren und doch so geheimnißvollen Quellen des Lichts. Eine ungeheuere Arbeit des Menschengeistes hat Brücken über anscheinend endlose Entfernungen geschlagen, einen festen Boden objektiver Betrachtung gefunden, wo ehedem Schwindel und unbestimmte Ahnung vorherrschten, Größen und Wege bestimmt, Bewegungsgesetze enthüllt und die Elemente nachgewiesen in einer Sphäre, welche ursprünglich schwankende Schauer und Hoffnungen mit Fabelgestalten erfüllt, Jahrhunderte lange Irrthümer in ein falsches Licht der Betrachtung gesetzt hatten. In dem vorliegenden Werke hat sich ein bewährter Fachmann, selbst Forscher und vertraut mit den Ergebnissen der neuesten Forschungen, die Aufgabe gesetzt, die Resultate der Astronomie auf einem hochwichtigen Gebiete in einer Darstellung, für deren Verständniß nicht mehr als allgemeine Bildung vorausgesetzt wird, anregend und belehrend mitzutheilen. Die Methode der Darstellung, die Eintheilung des Stoffes, die mit Fülle des Gehaltes gepaarte Uebersichtlichkeit entsprechen in vorzüglicher Weise dem angestrebten Zwecke. Der Autor knüpft zunächst in dem Kapitel„Die scheinbaren Bewegungen der Sonne und der Planeten“ an die alltägliche Anschauung an, um dieselbe zu klären und dem Leser die Erfahrungen und Beobachtungen, welche zuerst die Untersuchung anregten, den Geist durch die Sinne täuschten und durch die Täuschung zur Wahrheit hindurchführten, ins Bewußtsein zu rufen. In ungemein interessanter, historisch fortschreitender Darstellung werden sodann die Weltsysteme der Alten, das ptolemäische, das sogenannte ägyptische Planetensystem, und die schon in grauer Vorzeit bedeutsam auftretende, aber noch nicht sest begründete heliocentrische Theorie, ferner die epochalen geistigen Großthaten der Kopernikus, Kepler und Newton behandelt, welche den Grund zu einer streng wissenschaftlichen Astronomie gelegt haben. Nachdem derart ber Weg der Erkenntniß gebahnt ist, führt uns der gelehrte Autor auf den Wegen der heute gewonnenen wissenschaftlichen Betrachtungen in das Sonnensystem ein, indem er zunächst über die Entfernung der Erde von der Sonne Aufschlüsse ertheilt, dann das Sonnensystem im Ganzen überblickt, endlich die Sonne sowohl, wie die Planeten in einer längeren Reihe von Einzelkapiteln nach ihren bisher erforschten Eigenschaften und Bewegungsgesetzen bestimmt. Die beiden letzten Kapitel„Neptun und sein Mond= und„hypothetische Planeten“ behandeln in besonders anziehender Weise die neuesten Errungenschaften und Forschungen der Astronomie. Dem Werke sind 68, das Verständniß erleichternde Abbildungen, sorgfältig ausgeführte Holzschnitte und ein tabellarischer Anhang: „Die Elemente der großen Planeten“, beigegeben. Jeder Gebildete vermag aus diesem Buche eine ausgiebige Bereicherung seiner Kenntnisse und Anschauungen zu schöpfen. W Wntege. Hiermit die ergebene Anzeige, daß ich jetzt in der Meierstraße bei Herrn Stellmacher C. Starke wohne. Ich halte mich zur Anfertigung schriftlicher Arbeiten jeglicher Art bestens empfohlen. Gleichzeitig mache ich das geehrte geschäftstreibende Publikum zum bevorstehenden Jahreswechsel darauf aufmerksam, daß ich zur Regulirung der Bücher, zum Ausziehen von Rechnungen, Einziehungen von Forderungen 2c. bei mäßigen Preisen gern bereit bin. E. 2. Jansen. Wagenlackirer. 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