„Die Lippische Landes=Zeitung“. erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. „„ Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. Ale 260. Dienstag, 6. November. 1883. Für die Monate November und Dezember laden wir zu einem Abonnement auf die Lippische Landeszeitung ein und nehmen Bestellungen noch ferner sämmtliche Post=Anstalten für Mk. 1,73— einschließlich Bestellgeld 2 Mk.— für Detmold die Unterzeichnete zu Mk. 1,50 entgegen. Die Erpedition. Deutsches Reich. * Aus Berlin, 5. November, wird uns berichtet: Der Kronprinz Erzherzog Rudolf von Oesterreich ist mit seiner Gemahlin, der Kronprinzessin Stefanie, mittelst Extrazuges gestern Abend 9 Uhr 37 Minuten auf dem hiesigen Anhalter Bahnhofe eingetroffen; der Empfang, welcher dem österreichischen Thronfolger seitens des kaiserlichen Hauses bereitet wurde, war eben so großartig wie herzlich. *—(Die Reise des Ministers von Puttkamer) nach Friedrichsruhe, deren Unterbleiben schon allerlei Deutungen hervorgerufen hatte, soll nun doch noch, wie man hört, im Laufe nächster Woche erfolgen. Es wird sich dabei wohl auch um Feststellung der Thronrede für den Landtag handeln. Was die Vorlagen aus dem eigenen Ressort des Ministers des Innern betrifft, so scheinen dieselben sich auf die Kreisund Provinzialordnung für Hannover beschränken zu wollen. *—(Warnung vor Schwindelfirmen.) Der Handelsminister hat den Handelskammern und Handelsvorständen vertrauliche Mittheilungen über die Anknüpfung von Geschäftsverbindungen im Auslande zuzehen lassen, damit sie in derselben vertraulichen Weise die Handel= und Gewerbtreibenden warnen und berathen. Das übersandte Material bezieht sich auf sonst unbekannte, aber öfters von sich reden machende Firmen namentlich in England, den Niederlanden und Donauländern und will etwaigen Kreditmißbrauch verhüten. *—(Der Geschäftsbericht der Aktien= gesellschaft)„Harkortsche Bergwerke und chemische Fabriken bei Schwelm; enthält folgende Sätze:„Die allgemeinen industriellen Verhältnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres waren für den hiesigen Bezirk von vornherein nicht besonders günstig und haben sich im Laufe des Jahres noch verschlechtert. Dem Versuche des deutschen Reiches, durch Schutzzölle die Lage der Industrie zu verbessern, haben manche unserer Nachbarländer mit Erhöhung ihrer Zölle geantwortet; Eisenfabrikate aller Art wurden in erster Linie von diesen Maßnahmen betroffen. Die Lage der Eisenindustrie erscheint deshalb zur Zeit weniger günstig als im Jahre 1877.“ So urtheilt die Verwaltung eines Werkes, welchem die Schutzölle zu einem großartigen Aufschwunge verhelfen sollten, über die Ergebnisse unserer Wirthschaftsreform! Trotz der Eisenzölle ist nach ihrem Urtheil die Lage der Eisenindustrie ungünstiger als in dem welchem keine Zölle erhoben wurden und Deutschland der„Ueberschwemmung mit englischem Eisen“ preisgegeben war. *—(Deutscher Landwirthschaftsrath.) In der auf den 24. Februar k. I. einberufenen Plenarsitzung des deutschen Landwirthschaftsrathes gelangt eine Reihe wichtiger Gegenstände zur Berathung, so insbesondere das Versicherungswesen, und zwar: a) Erlaß eines Reichsversicherungsgesetzes, b) Unfallversicherung, c) Feuerversicherung, d) Hagelversicherungswesen; ferner Gleichstellung des Immobiliar= und Mobiliarstempels. *—(Ueberseeische Auswanderung.) Nach einer statistischen Uebersicht der überseeischen Auswanderung aus dem deutschen Reich über deutsche Häfen und Antwerpen, welche bis Ende September reicht, betrug die Zahl der bisher in diesem Jahre Ausgewanderten 133,954 gegen 160,966 im Vorjahre, 172,584 im Jahre 1881, 79,957 im Jahre 1880 u. s. w. Gegen die beiden Vorjahre ist allerdings ein nicht unerheblicher Rückgang bemerkbar, die niedrigen Zahlen der Jahre 1872 bis 1880, wo die Auswanderung nie die Höhe von 100,000 Köpfen erreichte, und in den Jahren 1877 und 1878 nicht einmal 20,000 Köpfe betrug, sind aber noch bei Weitem nicht wiedergewonnen. *—(Warnung bezüglich des Lehrerberufs.) Die Pädagogische Rundschau warnt die den Lehrerberuf erwählende Jugend vor demselben, falls sie körperlich schwach sein sollte. Schwächliche aus dem Seminar kommende Volksschullehrer schaden der von der Schule zu erfüllenden hohen Aufgabe. Die physische Tauglichkeit der Seminaristen müßte daher ärztlich ganz genau und streng untersucht werden. Jünglinge schwacher Körperbeschaffenheit ins Seminar aufzunehmen, hieße dieselben einem frühen Tode zuführen, die Fortschritte des Unterrichts und die Entwickelung des Schulwesens hemmen, große vom Staate übernommene Ausgaben verschwenden. Kränkliche, noch so wissensreiche Bewerber müssen von den Aerzten dem Lehrerberufe fern gehalten werden. *—(Von ultramontaner Seite) wird, nach einer dem„Moniteur de Rome“ von hier zugehenden Mittheilung beabsichtigt, den 400jährigen Gedenktag des Todes Luthers als einen Tag der Buße und Sühne zu feiern. Offenbar ist es dabei auf eine katholische Demonstration abgesehen, die ohne Zweifel bestimmt ist, den Frieden zwischen den Konfessionen in der den Klerikalen eigenthümlichen Weise zu fördern. *—(Redakteur Winterfeldt), der bekannte konservative Agitator und Führer der Antisemiten in Breslau, ist gestern wegen Unterschlagung zu einem Monat Gefängniß verurtheilt worden. * Hannover, 4. November.(Hofjagd in Springe.) Se. Majestät der Kaiser wird mit hohem Jagdgefolge am Freitag den 16. d. M. Nachmittags von Berlin abreisen und am Abend im Jagdschlosse Springe eintreffen. Am folgenden Tage, Sonnabend den 17. d.., wird im Sauparke gejagt und bereits am selben Tage die Rückreise nach Berlin angetreten werden.(H..) * Halberstadt, 1. November.(Zur Trichinosis.) In den letzten Tagen sind abermals zwei Personen in unserem Nachbardorfe Emersleben an der Trichinosis gestorben, so daß die Zahl der dort gestorbenen Personen 30 und die der Umgegend 9, zusammen 39 beträgt. Noch sind leider 270 Personen von der schrecklichen Krankheit ergriffen, unter diesen noch mehrere Schwerkranke, deren Ableben täglich zu erwarten ist. Da von den Aerzten vorzugsweise nur kräftige Bouillon und Wein verordnet wird, weil viele erkrankte Personen des geschwollenen Halses wegen überhaupt keine feste Nahrung hinunterschlucken können, so läßt die Gemeinde Schatten! Kriminal=Novelle von N. J. Anders. (46. Fortsetzung.) „Na, das ist recht, Klausn, rief der Aeltere, dem Arbeiter die Hand bietend,„daß Ihr Euch auch einmal einen Feiertag gönnt; habt wohl heute Geburtstag?“ lächelte er.„Ja, ja, ein jeder Tag will seiner Bedeutung nach gefeiert sein.“ „Das nicht, Herr Wachtmeister“, erwiderte Klaus, nich kam nämlich auf ganz eigene Art zu diesem Feiertag, es hängt das noch mit der Krankheit meiner Anna zusammen. Da waren nämlich, wie Sie wissen, viel fremde Doktoren bei uns, die das Kind sehen wollten. Unter Anderen kam auch ein junger Doktor, ein recht menschenfreundlicher Herr, der sich sehr angelegentlich nach Allem erkundigte, was mit Anna vorgefallen war. Gestern nun war er wieder bei uns und erzählte, daß er heute abreisen und zum Abschied noch Anna eine kleine Frende machen wollte. Deshalb bestellte er uns hierher, um uns von hier in einem Wagen abzuholen und mit uns nach F. zu fahren, von wo wir die Bahn zu einem kleinen Ausflug benutzen wollen. Es ist ein gar zu lieber Herr, der Doktor“, fuhr er fort,„Sie sollten ihn nur kennen, dann würden Sie mir gewiß beipflichten.“ „O ich kenne ihne, erwiderte der Gendarm lächelnd, gund ich gebe Ihnen auch vollkommen Recht, daß er ein liebenswürdiger Herr, nur ist er nicht Doktor, das thut aber nichts, er ist drum brav.“ „Sie kennen ihn, Herr Wachtmeister?“ „Gewiß, ich erwarte ihn ja ebenfalls hier." „Und er ist nicht Doktor?n fragte der Arbeiter betroffen.„Dann ist es aber nicht hübsch von dem Herrn, daß er uns die Unwahrheit sagte. Dann kann ich auch nicht glauben, daß er es mit Anna gut meinte, denn ein braver Mann lügt nicht.“ „Ihr thut ihm Unrecht, Klausn, erwiderte der Gendarm.„Wenn er Euch nicht die Wahrheit sagte, so that er das nur gezwungen, und daß er es gut mit Euch meint, davon werdet Ihr vielleicht noch heute den Beweis haben. Doch nun kommt ein wenig bei Seite und laßt Eure Frau mit den Kindern hier ruhig sich ergehen. Ihr seid ja ein vernünftiger Mann und ich hätte gern ein paar Worte unter vier Augen mit Euch gesprochen.“ Beide trennten sich von den Uebrigen und als sie weit genug entfernt waren, um nicht verstanden zu werden, begann der Gensdarm: „Hört mal, Klaus, die Geschichte mit dem Schatten, der Eure Anna erschreckte, ist so eigenthümlich, daß sich das Gericht derselben annahm. Die Richter glauben nämlich, daß derjenige, dessen Körper diesen Schatten warf, ein Dieb ist, der an jenem Tage, von der Polizei verfolgt, in diese Gegend flüchtete. Nun wollen sie, glaube ich, den Dieb hierherführen lassen und Eure Tochter soll den Schatten besselben mit dem vergleichen, den sie an jenem Tage gesehen. Wenn Ihr vernünftig und verschwiegen seid, könnt Ihr dabei ein schön Stück Geld verdienen, denn das Gericht hat auf die Ueberführung des Diebes eine große Summe ausgesetzt. Merkt auf, was ich Euch sage: Ihr fragt Eure Anna, wo sie an jenem Tage gesessen hat und laßt sie auf dieselbe Stelle sich wieder hinsetzen. Ihr bleibt mit Eurer Frau und den übrigen Kindern in ihrer Gesellschaft, so daß sie sich nicht fürchtet, und wartet nun ruhig ab, bis Euer Herr Doktor kommt, während ich mich mit meinem Kameraden hinter dem Busch verstecke. Ihr dürft aber durch kein Wort und keine Miene verrathen, daß wir hier noch anwesend sind, der Dieb könnte sonst merken, um was es sich handelt und davonlaufen, so daß wir das Nachsehen haben.“ „Ich werde Alles so machen, wie Ihr es verlangt, Herr Wachtmeistern, erwiderte Klaus, naber wenn der Herr nicht Doktor ist, was ist er denn?“ setzte er neugierig hinzu. „Er ist der neue Inspektor von M. drüben und hält sich hier in der Gegend auf, um Alles ordentlich kennen zu lernen, bevor er sein Amt antritt. Er war dem Diebe schon lange auf der Spur, konnte es Euch aber nicht sagen, weil er fürchtete, es möchte sonst so bekannt werden, daß der Verdächtige es erfährt. Er selbst ist nämlich von dem Kerl um eine bedeutende Summe bestohlen worden, die er noch wiederzuerlangen hofft.“ „So son, rief Klaus verwundert.„Ich hätte mich aber darauf hängen lassen, daß es ein richtiger Doktor ist." „Na, nun macht Eure Sache gute, mahnte der Gendarm, ging dann mit Klaus und seinem Kameraden zu den Uebrigen zurück, worauf beide Beamte die Straße nach F. einschlugen, um später durch Benutzung eines Fußweges auf ihren Posten zurückzukehren. Der Korbwagen hatte die Dorfstraße hinter sich, die Pferde ließen im Tempo nach, da sie eben eine steil ansteigende Höhe passirten. Kühn, der neben Bremer saß, schien wie dieser gleichfalls in tiefes Denken versunken. Dem Ortsrichter mußte die Stimmung seiner Reisegefährten nicht behagen, denn, Kühn die Tabaksdose präsentirend, rief er lachend:„Hier, Herr Inspektor, nehmen Sie eine Prise, die frischt den Geist auf und das thut bei Ihnen Noth, denn sonst werden Sie noch zum Kopfhänger. Was ist es denne, fuhr er fort, „was Sie so mißmuthig stimmt? Noch vor einer halben Stunde waren Sie die Heiterkeit selbst und jetzt schauen Sie drein, als ob Sie die ganze Menschheit im Magen hätten.“ „Ich weiß nicht", antwortete Kühn,„wenn ich in diese Gegend komme, dann ist’s mir auch immer so, als ob ich an der Redlichkeit der Menschen verzweifeln könnte.“ „Da machen Sie mir ja ein hübsches Kompliment!“ rief Krause fast beleidigt. Nach Ihrer Ansicht müßte ich dann auch ein Schelm sein!“ (Fortsetzung folgt.) vor wie nach gemeinschaftlich Bouillon kochen und an die Kranken vertheilen. Zur Ausführung der ärztlichen Anordnung sind täglich gegen 60 Pfund gutes, kräftiges Rindfleisch erforderlich. Die bis jetzt dargereichten wöchentlichen Unterstützungen erforderten die Summe von etwa 900 M. Bislang, schreibt man der„Magd. Ztg.“, konnte die nicht unbemittelte Gemeinde, welche der seltenen Ausnahme sich erfreut, keinen Ortsarmen zu besitzen, dieses Liebeswerk seit 5 Wochen selbständig aus eigenen Mitteln ausführen, doch jetzt bedarf sie der Unterstützung helfender Menschenfreunde. * Stettin, 3. November.(Entgleisung.) Der Ostbahnzug, welcher heute früh 4,36 in Kreutz eintreffen sollte, ist bei Filehne entgleist. Wie es heißt, sind 4 Personen todt und mehrere verwundet.(Osts.=.) * Kassel, 1. November.(Strafversetzung.) Die durch den Tischlergesellen Nitzschke aus Berlin unschuldig abgesessene Untersuchungshaft in Kassel hatte zur Folge, daß gegen den Richter, welcher die schwer zu entschuldigende rechtswidrige Verlängerung der Haft verursacht, das Disziplinarverfahren eingeleitet wurde. Am Freitag stand nun die Sache zur Verhandlung und dieselbe hat laut dem„Rheinischen Kuriern damit geendet, daß auf Strafversetzung erkannt worden ist. Der angeklagte Richter soll, als der Fall sich ereignete, allerdings in einer sehr üblen Laune sich befunden haben, da er gerade einen Kollegen vertreten und die Arbeiten bei ihm schwer zu bewältigen waren. Das Verhängniß hat es auch gewollt, daß die als eilig bezeichneten Akten unter diejenigen Akten gerathen waren, welche keinerlei Beschleunigung bedurften; hierdurch würde sich das verspätete Verhör des Nitzschke erklären. Vor dem Disziplinargerichtshof ist dies alles zu Gunsten des Richters durch einen höchst gewandten Vertheidiger vergebens geltend gemacht worden, und auch der Umstand, daß derselbe gerade zu jener Zeit dringend darum gebeten hatte, ihm einen Assessor zur Hülfe zu geben, fand keine Berücksichtigung. Der Oberstaatsanwalt beantragte das höchste Strafmaß, nämlich Dienstentsetzung, indem er mit dem Vertheidiger übereinstimmte, daß der Fall zu einer Strasversetzung sich nicht eigne, die Bestrafung durch Verweis oder Geldbuße bis zur Höhe eines Monatsgehalts aber als viel zu gering erachtete. Da der Richter schon 37 Jahre gedient hat, so nimmt man an, daß er sich eher pensioniren als versetzen lassen wird. Derselbe gehört dem alten hessischen Richterstande an, und es wird ihm wegen seines Mißgeschicks aufrichtige Theilnahme erwiesen. Er soll übrigens die Appellation gegen das Urtheil eingelegt haben. * Münster, 3. November.(Klerikale Hetze gegen die Lutherfeier.) Die evangelischen Studirenden der philosophischen Fakultät der hiesigen königlichen Akademie wollen hier eine studentische Lutherfeier begehen. Das ist so natürlich und unauffällig wie möglich. Anders denkt das hier erscheinende ultramontane Blatt, der„Westf. Merk.": er stößt tiefe Seufzer über einen solchen Plan aus und reklamirt die Akademie als eine katholische Anstalt. Aber damit nicht genug. Das ultramontane Blatt ruft die katholischen Studenten förmlich zum Sturme auf, indem es schreibt: „Der hiesigen katholischen Studentenschaft liegt es ob, zu der projektirten Lutherfeier bei Zeiten Stellung zu nehmen, wobei sie auf die Sympathien der Bevölkerung Münsters rechnen kann."— Wie duldsam und konsequent doch die Ultramontanen sind; in Rostock, wo sie Eine Hausfrau auf dem Throne.*) Historische Skizze von R. G. „Die schönen Tage von Aranjuez sind vorüber“— dahin sind die Zeiten, in denen es noch Hausfrauen im wirklichen, schönsten Sinne des Wortes gab, die es als höchsten Ruhm betrachteten, die erste in Küche und Keller zu sein, und denen keine Speise gemundet hätte, die nicht unter ihren eigenen, trotz der„wirthschaftlichen“ Thätigkeit gar zarten und weichen Händlein entstanden wäre. Die Hausfrauen unserer Tage haben Wichtigeres zu thun als mit Löffel und Kelle zu hantiren, es gilt, in Volksküchenvereinen zu präsidiren, Dienstboten zu prämiiren, in Wohlthätigkeitsbazaren als reizende Verkäuferin selbstgemalter Aquarelle zu agiren, zu doziren, studiren, philosophiren, tragiren und was sonst noch sich auf„iren" reimen mag,— wo bliebe da die Zeit, in Küche und Keller zu schalten und in der Kinderstube zu walten? Nein, so etwas überläßt man in unserer Zeit der Telegraphistinnen, Aerztinnen und Juristinnen eben den Dienstboten und allenfalls noch dem Hausherrn, wie denn, Gott sei's geklagt, mancher ehrsame Eheherr besser in der„Wirthschaftn Bescheid weiß, als die Gattin selber, die theure! Die ganze Weltordnung ist eben auf den Kopf gestellt jetzo, das Unbeschreibliche ist zum Ereigniß geworden: das Ewig=Weibliche hat gesiegt! Staat—„Staat“ im doppelten Sinne— und Wissenschaft fordern jetzt die ganze Kraft der Frau, die Herren der Schöpfung sind am längsten„Herren“ gewesen und jedem vorsorglichen Heirathskandidaten rathe ich, sich zum Eintritt in den heiligen Ehestand außer dem Hochzeitsfrack gleich ein Dutzend weißer Küchenschürzen zuzulegen, denn man kann nicht wissen——— Da dachte das Mittelalter anders über die Pflichten einer Hausfrau, und es wäre wohl zu wünschen, daß *) Diese Schilderung soll lediglich als eine historische Reminiscenz aufgefaßt werden; die Allgemeinbetrachtungen des Verfassers, insoweit sie die heutigen Frauen betreffen, beziehen sich nur auf bestimmte Kreise, ohne auch in dieser Richtung immer gerecht zu sein. D. R. in der Minderheit sind, schreien sie über Vergewaltigung, hier, wo sie die Majorität haben, wollen sie die evangelische Minorität einfach mundtodt machen! Das nennen sie„für Wahrheit, Freiheit und Recht kämpfen!“ * Frankfurt a.., 3. November.(Ueber die Dynamitexplosion im Polizeipräsidial=Gebäude) hat sich, wie die„Berl. Börsen=Ztg.“ erfährt, der Kaiser ausführlich Bericht erstatten lassen. Der Vorfall soll auf den Monarchen den tiefsten Eindruck gemacht haben, denn nach den Einzelheiten des Vorganges ist man in den leitenden Kreisen Berlins ebenso wenig wie hier darüber im Zweifel, daß der Ursprung desselben in der neuerdings wieder intensiver hervortretenden sozialistischen Bewegung zu suchen ist. Ob es gelingen wird, die Thäter zu ermitteln, wird hier wie in Berlin sehr stark angezweifelt, obwohl man allgemein der Ansicht ist, daß man es nicht mit der That einer einzelnen Person, sondern mit einem Komplot zu thun hat, wenn auch die Ausführung des Bubenstücks den geschickten Händen eines Einzelnen anvertraut gewesen sein mag. Der Minister des Innern soll, nach einer Meldung der„Dresdener Ztg.“, angeordnet haben, daß die von dem hiesigen Polizeipräsidium für die Ermittelung der Thäter ausgesetzte Geldprämie eventuell bis auf 15,000 M erhöht wird. Sachsen=Meiningen. Meiningen, 30. Oktober.(Der dem gestern eröffneten Landtage) vorgelegte Etat für die Finanzperiede 1884—86 bilanzirt in Einnahme und Ausgabe mit 2,894,870 M, 329,805 M mehr als im Voretat. Unter den Einrahmen sind hervorzuheben: 1,159,000 M direkte, 323,400 M indirekte Steuern, Herauszahlung aus der Reichskasse von Zöllen und Tabaksteuer 460,000 M, Ueberschuß aus den DomänenRevenüen 274,250 J, von den Ausgaben erwähnen wir: 330,000 M Matrikularbeiträge, 369,550 M Verwaltung, 544,000 M. Justiz, 370,520 M für Kirchen= und Schulwesen, 558,000 M. Tilgung und Verzinsung der Staatsschuld.— In Rücksicht auf den günstigen Stand der Staatsfinanzen proponirt die Regierung eine Steuererleichterung; es soll bei Stufe I der Klassensteuer die Unterstufe a mit 12+ pro Termin gar nicht erhoben werden, von Stufe b mit 25„ nur die Hälfte und von Stufe c mit 37 J zwei Drittel. Der dadurch entstehende Ausfall beträgt 47,000 M, ist aber durch andere Einnahmen gedeckt.(Nat.=Ztg.) Baden. * Karlsruhe, 3. November.(Einberufung; Ernennung.) Die Kammern sind auf den 20. November einberufen. Der Großherzog hat zur ersten Kammer acht liberale Mitglieder ernannt. Zum Präsidenten wurde Rüdt von Collenberg ernannt. Elsaß=Lothringen. * Straßburg, 2. November.(Verhaftet.) Ein des Mordes des Apothekers Lienhardt verdächtiger, von dem Kartenmädchen aus der Straße„Wo der den Enten predigt; wiedererkannte Mann wurde, wie die„Straßb. Post“ mittheilt, in der Wirthschaft„Zur Kanone" am Rabenplatz verhaftet. Er ist ein Schuster. An seinem Leibe, vom Arme bis unter die Brust, sollen sich verschiedene Hautabschürfungen und Kcatzwunden zeigen. Unter seinen Habseligkeiten fand man, wie es heißt, mehrere Rezepte, welche gleiche Bezeichnungen tragen, wie das in der Storchen=Apotheke gefundene. unsere Damen, die in so vielen Dingen, wie Zimmereinrichtungen und Kleidertrachten, das Mittelalter nachahmen, auch bezüglich der hausfraulichen Tugenden die Ansichten der guten, alten Zeit adoptirten. Selbst Fürstinnen wußten damals den Bratspieß nicht minder ausgezeichnet zu handhaben als das Regierungsszepter, und ich hoffe, mir den aufrichtigen Beifall aller schönen Leserinnen,— die ich selbstverständlich nach dem Satze, daß keine Regel ohne Ausnahme sei, vielmehr Ausnahmen nur die Regel bestätigen, von vornherein als liebenswürdigste Bestätigungen von der schlechten Hausfrauenregel des neunzehnten Säkulums ausgenommen habe— zu erringen, wenn ich ihnen in der Kurfürstin Anna von Sachsen das Bild einer echten deutschen Hausfrau vorführe. Diese in der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts regierende Fürstin wurde vom Volke allgemein „Mutter Anna“ genannt und weit über Sachsens Grenzen hinaus war ihr Ruhm als Meisterin der Küche verbreitet. Ja, so groß war ihr wirthschaftlicher Ruf, daß auf Köchinnen, die in der Dresdener Hofküche unter „Mutter Annau„gediente hatten, von anderen fürstlichen Höfen förmlich Jagd gemacht wurde, die Herzöge von Mecklenburg, Braunschweig, Pommern, der Landgraf von Hessen, die Kurfürsten von Brandenburg und Baiern versahen sich beständig mit Köchinnen vom Dresdener Hoflager und nicht selten wies die Kurfürstin Gesuche ihrer gekrönten Kousinen und Vettern um Ueberlassung einer tüchtigen Küchenfee mit dem barschen Bescheide zuräck: „Wir sind mit Köchinnen und Mädchen selbst oft gewitziget und betrogen worden, so daß wir Bedenken und Scheu tragen, andern Leuten mehr Gesinde zu fördern. Beiläufig möge man daraus ersehen, daß es auch vor 300 Jahren schon eine„Dienstbotenfrage“ gab, ein neuer und nicht uninteressanter Belag zu Ben Akiba's Behauptung:„Alles schon dagewesen.“ „Mutter Anna“ ließ sich's aber auch was kosten, um tüchtige Leute in ihrer Küche zu haben. Nicht geWeiter verlautet, er habe längere Zeit in Zürich gelebt, wo ein Arzt mit Namen Schulthes wohnen soll. Das in der Storchen=Apotheke gefundene Rezept trug die Unterschiift: Dr. Schulthes. Indessen zeigt dasselbe die Unterschrift:„Mr. Schulze“, welche schwerlich von einem Arzt im deutsch redenden Zürich herrührt; wie denn auch andere Einzelheiten nicht auf die Schrift eines Arztes, sondern eher auf einen nicht ganz geschickten Abschreiber schließen lassen. Frankreich. * Paris, 3. November.(Die Vorgänge in Oldenburg) bieten den französischen Revancheblättern willkommen Stoff. Sie geben mit sichtlicher Genugthuung die Nachricht wieder, daß in Oldenburg gegen einen preußischen Major ein Auflauf stattgefunden habe und binden ihren Lesern das Märchen auf, daß bei dieser Gelegenheit Plakate mit der Inschrift:„Tod den Preußen!" angeschlagen worden seien. Der„Soir“ bemerkt hierzu:„Diese Unruhen sind sehr bezeichnend, sie beweisen, daß das Uebergewicht Preußens im Reiche anfängt, allzu schwer auf die deutschen Bevölkerungen zu drücken. Wir werden binnen Kurzem jenen Ruf noch oft wiederholen hören. Das Schwierige war, denselben ein erstes Mal auszustoßen und dies ist jetzt geschehen. Man sollte in Deutschland nicht vergessen, daß jedes Symptom innerer Uneinigkeit bei uns hier mit der Revanchehoffnung auch die Kriegslust steigert.“ Wie schade, daß der Ruf: Tod den Preußen! an welchen der„Soir“ so schöne Schlußfolgerungen knüpft, nur ein Erzeugniß der stark entwickelten französischen Einbildungskraft ist! * Paris, 3. November.(Tongking=Affaire.) Die Kreditforderungen für Tongking, welche in der nächsten Woche der Deputirtenkammer vorgelegt werden sollen, beziehen sich auf die Deckung der früheren Ausgaben, sowie auf die für die Verstärkungen des Expeditionskorps aus der letzten Zeit, sodann auf die Anschläge für den Unterhalt der Truppen vom 1. Januar 1884 an. Die neuen Kredite sollen, wie es heißt, nicht 10 Millionen übersteigen; in den Krediten wird der Fall eines Krieges mit China vorgesehen werden.— Die Kriegsoperationen mit Tongking, welche während der Regenzeit unterbrochen waren, werden sofort unter Admiral Courbet wieder ausgenommen werden, da bie von Frankreich am 24. September abgeschickten Verstärkungen jetzt eingetroffen sein können. Britisches Reich. * London, 3. November.(Die Explosionen) auf der unterirdischen Gürtelbahn von London beschäftigen noch fortwährend die Polizei und die Presse. Erstere bis zur Stunde leider erfolglos; bei der letztesen hat das schlimme Ereigniß einige sehr beachtenswerthe Leitartikel zu Tage gefördert. Ziemlich allgemein hält man die irischen Desperados für die Anstifter und Vollführer der verruchten That, und die Times glaubt, daß sich die Dynamitpartei hierüber nicht beklagen könne, da die Verhandlungen in dem Prozesse der Dynamitverschwörer dazu berechtigen, einem solchen Verdachte Raum zu geben.„Sollte es gelingen, den irischen Revolutionären nachzuweisen“, sagt das Cityblatt weiter, „daß sie sich dieses schwarzen Verbrechens schuldig gemacht haben, so wird zwischen den englischen Arbeitern und den irischen Anhängern dieser Prinzipien eine tiefe Kluft gebildet werden, welche auf die Haltung Englands nug, daß die kurfürstlichen Gesandten an fremden Höfen die schwierigen diplomatischen Geschäfte zu erledigen hatten, wurden sie von ihrer allergnädigsten Landesund Hausmutter auch noch mit dem bedeutend schwierigen Geschäft betraut, auf kunstreiche, gute Köche und Köchinnen zu fahnden, seltene Kochbücher mit„gar fürtrefflichen, herrlichen Kunststücklein; zu besorgen oder gar das Geheimniß gewisser Gerichte, die, um im Jargon unserer zivilisirten Kulturperiode zu reden, eine„Spezialität"— des betreffenden fürstlichen„Küchenchefs" waren, mit allerhand diplomatischen Kniffen und Finessen auszukundschaften. So hatte beispielsweise der Gesandte am kaiserlichen Hofe zu Wien den geheimen Auftrag, der Kurfürstin das Rezept des„Sülzemachens“„unter mancherlei List; zu verschaffen. Welch' eine Haupt= und Staatsaktion!“——— Da man in Leipzig— schon damals ein KleinParis!— nabsonderlich gute Bißchen zu machen wußte“, so ließ sich„Mutter Annau von dorther ihre inländischen Köchinnen kommen, denn mit anderen Orten des gesegneten Sachsenlandes hatte sie schlimme Erfahrungen gemacht, wie aus einem Briefe hervorgeht, in dem sie es„gar befremdlich findet,„daß in ihres herzliebsten Herrn und Gemahls Landen einer Köchin nicht mächtig oder habhaft zu werden sei.“ Sodann schickte sie besonders anständige Köche oder Köchinnen auf Reisen, um sich„in fremden, besonders kunstreichen Küchen des Weiteren auszubilden.“ Einige Köche wurden nach Paris, der Hochschule der Kochkunst gesendet, andere nach Wien oder an den Hof des Herzogs von Savoyen, der als Feinschmecker berühmt war. Unter Andern mußte sich ein Koch zwei Jahre auf ihre Kosten in München aufhalten,„damit er von den herzoglichen Mundköchen mit Kochen und Backen, was einem guten Koche zu wissen gebührt, treulich unterwiesen werde." Ueberhaupt wurde mit der ebenfalls„sehr wirthschaftlichen herzoglichen Frau Base in Baiern ein äußerst lebhafter Verkehr unterhalten, man half sich gegenseitig mit Rezepten, seltenen Gemüsen und anstelligen Leuten aus. (Schluß folgt.) gegenüber Irland nicht ohne Einfluß bleiben kann.“ Wie die Times weiter meldet, wußte die Polizei, daß die Dynamitpartei nicht vollständig ausgerottet und von London nicht verschwunden sei. Mehrere Minister und einige Magistratspersonen wurden beständig bewacht, und die Unmöglichkeit, diesen Personen gegenüber einen teuflischen Streich zu spielen, mag die Verschwörer dazu gebracht haben, ihr Müthchen an anderer Stelle zu kühlen. Die Polizei könne natürlich nicht jeden Quadratfuß der Stadt bewachen; der letzte Schurkenstreich werde aber dazu führen, daß das Publikum selbst das Wachamt übernimmt und sich zu einer Art Polizei gestaltet, die, da sie beständig und überall ein wachsames Auge hält, auch der schlimmsten Verschwörung das Handwerk zu legen vermag. * Plymouth, 3. November.(Schiffskollision.) Vorgestern Abend hat im Kanal ein Zusammenstoß zwischen dem Dampfer Nottinghill, welcher sich auf der Fahrt von London nach Newyork befand, und dem deutschen Schiff Eugenie, welches von Jquique nach Rotterdam unterwegs war, stattgefunden. Beide Schiffe wurden stark beschädigt. Das deutsche Schiff wurde mehrere Stunden von Nottinghill bugsirt und hier eingeschleppt. Serbien. * Belgrad, 4. November.(Scharfe Maßregeln.) Gestern hat ein außerordentlicher Ministerrath stattgefunden, in welchem auf Grund der Verfassung beschlossen wurde, wegen der ernsten Lage im Innern des Landes das Preßgesetz, sowie das Gesetz betreffend das Vereins= und Versammlungsrecht, zu suspendiren und in Preßsachen die Präventivzensur einzuführen. Durch königlichen Ukas wird den Bewohnern des in Belagerungszustand befindlichen Gebietes die Erhaltung der Truppen während der Dauer desselben auferlegt und gleichzeitig den Offizieren und Unteroffizieren das doppelte Gehalt für diese Zeit zugesagt. Amerika. * Newyork, 4. November.(Tumult.) Zu Danville in Virginia ist es zu einem politischen Tumult zwischen Weißen und Negern gekommen, wobei 5 Neger getödtet und eine Anzahl verwundet worden sein sollen. Von den Weißen sind angeblich 2 verwundet worden, darunter einer tödtlich. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 6. November.(Schwurgericht.) In der heutigen Verhandlung wurde der Arbeiter Johann Röllecke aus Haaren, Kreis Düren, welcher am Sonntag, den 16. September, Morgens, dem Arbeiter Ernst Dieckmann hierselbst in der gemeinschaftlichen Wohnung am Mühlendamm mit einer Kartoffelhacke derartig einen Schlag auf den Kopf gegeben, daß der Dieckmann daran am darauf folgenden Mittwoch gestorben, zu 6 Jahren Zuchthaus verurtheilt; die Frage nach mildernden Umständen wurde verneint. = Barntrup, 4. November.(Kleinstädtische Kurzsichtigkeit.) Der hiesige Tabak= und Cigarrenfabrikant, Herr Steneberg, beabsichtigt, da seine Fabrikräume wegen der Ausdehnung seines Geschäftes nicht mehr genügen, vor der Stadt ein neues und größeres Fabrikgebäude nebst Wohnhaus zu bauen. Weil er aber eine Dampfmaschine in Betrieb zu setzen gedenkt, so bedarf er ein nicht unbeträchtliches Quantum Wasser. Nun besitzt allerdings Barntrup eine sehr schöne Wasserleitung, die hinreichendes Wasser aus dem sogenannten Honigbrunnen etwa 2 Kilometer weit nach der Stadt führt, und könnte also Herr Steneberg aus dem ihm am nächsten gelegenen Bassin das nöthige Wasser entnehmen. Allein das ist zeitraubend und kostspielig. Deshalb wünscht er die Erlaubniß zu erhalten, aus dem Hauptwasserrohr mittelst eines besonderen kleinen Rohres seiner Fabrik das erforderliche Wasserquantum zuführen zu dürfen. Technische Schwierigkeiten soll das nach Ansicht Sachverständiger nicht haben. Zur Erlangung der Erlaubniß hatte sich Herr Steneberg an den Magistrat gewandt und fand zur Berathung seines Antrages am 2. d. M. eine gemein. schaftliche Sitzung des Magistrats und der Stadtverordneten statt. Und der Antrag ist doch angenommen? hör ich fragen. Mit nichten, er ist abgelehnt worden. „Es ist keine Stimmung dafür gewesen.“ Unerhört, aber wahr. Die Gründe der Ablehnung mögen es nun sein, welche es wollen, werden, nein können nicht stichhaltig sein, wie wir dreist zu behaupten wagen, da wir die einschlagenden Verhältnisse genau zu kennen glauben. Es kann das ablehnende Votum demnach wohl nur auf kleinstädtische Kurzsichtigkeit zurück geführt werden. Oder sollten sich die Herrn Votanten auch wohl der Tragweite ihres Beschlusses bewußt gewesen sein? Wenn nun Herr Steneberg sein ganzes Etablissement, wie er das dem Vernehmen nach zu thun beabsichtigt, nach einem andern Orte verlegte, wie viele Familien werden dadurch brodlos. Um das aber zu verhüten, wollen wir den„Vätern der Stadt" wohlmeinend rathen, mit dem Wasser, was ja zu einem großen Theil vergeudet wird, nicht so sehr zu zeigen. Schwurgericht. Detmold, 5. November. Heute Morgen 9 Uhr begann die letzte diesjährige Schwurgerichtsverhandlung am hiesigen Landgerichte und nahmen an derselben Theil: Landgerichtsdirektor Böhmer als Vorsitzender, Landgerichtsrath Ernst und Landrichter Gevekot als Richter, Gerichtsschreiber Wesener als Protokollführer. Die Staatsanwaltschaft war vertreten durch den Staatsanwalt Hunnaeus, die Vertheidigung führte Rechtsanwalt Preuß. Die Geschworenenbank war wie folgt gebildet: Landwirth Führing Nr. 3 zu Lieme, Kolon Kuhlmann Nr. 6 zu Nalhof, Landwirth Friedrichsmeyer zu Siebenhöfen, Gutsbesitzer G. Kahmann Nr. 2 zu Bechterdissen, Gutsbesitzer von Reeden zu Wendlinghausen, Interimswirth Aug. Meyer zu Siebenhöfen, Kolon Meyer Nr. 1 zu Göstrup, Kolon Ad. Krahwinkel Nr. 2 zu Hörste, Kolon Simon Holzhauer zu Heidenoldendorf, Landwirth Ferd. Busse zu Werl, Hauptmann a. D. Heitmann zu Detmold, Kaufmann Gust. Detert zu Horn. Die Anklagebank betrat der 20jährige Knecht Friedrich Nagelschneider aus Kohlstädt unter der Beschuldigung des Todtschlags eventuell der Körperverletzung mit tödtlichem Ausgange. Der Anklage lag die Thatsache zu Grunde, daß Angeklagter in der Nacht vom 5. zum 6. August d. J. den Arbeiter Hermann Tiemann zu Kohlstädt mit einer schweren Wagenrunge derartig einen Schlag über den Kopf gegeben, daß der Verletzte am andern Morgen gegen 10 Uhr seinen Geist aufgab. Es waren die Sachverständigen Geh. Medizinalrath Dr. Kirchner und Dr. Petri sowie neun Zeugen geladen. Beim Zeugenaufruf stellte sich heraus, daß der Nachtwächter von Kohlstädt, Hellweg, wegen Krankheit nicht erschienen war und da die Vertheidigung auf den Zeugen nicht verzichten zu können glaubte, so wurde die Verhandlung nach Vernehmen der Zeugen und Sachverständigen zunächst bis Nachmittags 3 Uhr vertagt, um die Antwort auf die sofort an den Amtsanwalt zu Kohlstädt telegraphisch abgesandte Anfrage, ob der Zeuge transportabel oder so krank sei, daß seine Vernehmung kommissarisch veranlaßt werden müßte. Für das unentschuldigte Ausbleiben wurde Hellweg in eine Strafe von 100 M eventuell im Unvermögensfalle 14 Tage Haft genommen. Bei der Nachmittags 3 Uhr wieder aufgenommenen Verhandlung lag die Antwort vor, daß Hellweg nicht transportfähig sei. Es wurde deshalb seine kommissarische Vernehmung durch das Amtsgericht Horn ausgesprochen und die Sache auf Donnerstag, den 8. d.., Morgens 9 Uhr vertagt. Sitzung vom 5. November, Nachmittags 3½ Uhr. Verhandlung gegen den 42 Jahre alten Handelsmann Christoph Hägerbaum aus Hörste wegen Meineides. Staatsanwaltschaft: Staatsanwalt Hunnaeus, Vertheidiger: Rechtsanwalt Seiff. Die Geschworenenbank war wie folgt besetzt: Hofkürschner Hasenclever zu Detwold, Konduktor E. Busse zu Heerse, Landwirth Ferd. Basse zu Werl, Landwirth Heinr. Kaiser zu Belle, Kolon Krahwinkel Nr. 2 zu Hörste, Landwirth W. Kahlemann zu Leese, Gutsbesitzer Gust. Kahmann Nr. 2 zu Bechterdissen, Gutspächter Hagen zu Mönchshof, Hutmacher Siebürger zu Detmold, Kolon Kuhlemann Nr. 6 zu Nalhof, Landwirth Aug. Dust zu Ehrsen, Kolon Meyer Nr. 1 zu Göstrup. Der Angeklagte, welcher bereits wiederholt mit dem Strafgesetzbuch in Konflikt gerathen, wird als ein übelbeleumundeter, stupider, arbeitsscheuer und dem Trunke ergebener Mensch bezeichnet, wird beschuldigt in der Sitzung der Strafkammer vom 1. Juni d. J. in Sachen gegen Strate und Genossen seinen vorher geleisteten Eid durch falsches Zeugniß wissentlich verletzt, sich also des Meineides schuldig gemacht zu haben. In dem genannten Termine waren die Ziegler Strate, Altenkrüger und Berkenkamp angeklagt dem heutigen Angeklagten in der Nacht vom 4. zum 5. Februar mißhandelt zu haben und wurde Strate zu 3 Monaten, die beiden andern zu je 3 Wochen Gefängniß verurtheilt. Die heutige Anklage stützt sich nun darauf, daß Hägerbaum in dem Termine ausgesagt, die drei Angeklagten hätten ihn mißhandelt und speziell Strate ihn vor dem Neese'schen Hause in Hörste mit einem Stück Holz derartig über den Kopf gehauen, daß er 4 Wochen arbeitsunfähig gewesen sei, während er den Eheleuten Kuhlmann und dem Gendarm Koch gegenüber gleich am Tage nach der That erklärt haben solle, der junge Neese oder Auguft Neese habe ihm die schweren Schläge beigebracht. Auf diese Widersprüche im Termin aufmerksam gemacht, stellte er in Abrede, den Eheleuten Kuhlmann dieses gesagt zu haben, sondern wollte denen gegenüber nur erklärt haben, daß ihn Neese geschuppt habe, wer ihm die schweren Schläge gegeben, wisse er nicht. Aus den heute verlesenen Protokollen über die Verhandlung vom 1. Juni vor der hiesigen Strafkammer und der eidlichen Vorvernehmung des Ziegler Kuhlmann ging die Eidesverletzung zwar nicht zur Genüge hervor, doch sagten Zeuge Rechtsanwalt Asemissen, welcher s. Z. Vertheidiger des Strate und Altenkrüger war und der Gendarm Koch aus, daß ihm diese Widersprüche im Termin vorgehalten worden seien und er trotz der Warnung des Staatsanwalts: Hägerbaum, Hägerbaum, Sie sind mir verfallen! bei seiner Behauptung, er habe dies den betreffenden Personen nicht gesagt, geblieben sei. Nach Schluß der Beweisaufnahme wurde den Geschworenen die Frage vorgelegt, ob der Angeklagte schuldig sei, den in dem Termine am 1. Juni d. J. vor der hiesigen Strafkammer geleisteten Eid wissentlich verletzt zu haben. Auf Antrag des Staatsanwalts wurde dann noch die Hülfsfrage gestellt, ob der Angeklagte schuldig den u. s. w. Eid fahrlässig verletzt zu haben. Die Geschworenen verneinten die erste, bejahten die zweite Frage. Der Staatsanwalt beantragte hierauf das höchste zulässige Maß, 1 Jahr Gefängniß, der Vertheidiger nicht über 6 Monate. Der Gerichtshof erkannte auf 10 Monate Gefängniß und Auferlegung der Kosten. Marktberichte. * Bielefeld, 3. November. Weizen 20,25, Roggen 15,50, Gerste Ia 20,—, Gerste IIa 15,—, Hafer 14,—, Bohnen 22,50, Buchweizen—.—, Rüböl 76.—, Raff. Oel 29,60, Raps 21,—, Kocherbsen 21,—, Futtererbsen—.—, Spiritus—.—, per 100 Kilo. * Berlin, 5. November. Weizen besser, per Novbr.=Dezbr. 177,—, per April=Mai 187,— M. Gek. 28,000 Ztr. Roggen besser, per Novbr.=Dezbr. 146,75, April=Mai 152,75 M. Gek. 68,000 Ztr. Hafer fester, per Novbr.=Dezbr. 125,50, April=Mai 133,— M. Gek. 8000 Ztr. Rüböl ruhig, loko mit Faß 66,—, ohne Faß 65,—, per Novbr. 65,20, April=Mai 64,20 M. Gek. — Ztr. Spiritus ermattend, loko 50,50, per Novbr. 50,10, Novbr.=Dezbr. 49,20, April=Mai 50,40 M. Gek.—I. Petroleum fester, loko 24,80, per Novbr.=Dezbr. 24,70, Dezbr.=Januar 25,20 M. Gek.— Ztr. * Köln, 5. November. Weizen hiesiger 19,50, fremder 19,50, per Nov. 17,90, per März 19,—, per Mai 19,30. Roggen hiesiger 15.50, fremder 15,50, per Nov. 13,70, per März 13,65, per Mai 14,95. Hafer hiesiger 15,—, ffremder 15.—. Rüböl in Partieen 36,—, per Mai 33,60. * Neuß, 5. November. Weizen à 100 Kilo erster Qualität 19,80, zweiter Qualität 17,80. Landroggen 100 Kilo 1. Qualität 16,—, 2. Qualität 14,—. Wintergerste 15,50, Buchweizen à 100 Kilo 1. Qualität 15,50, 2. Qualität 15,—. Hafer pr 100 Kilo 15,60. Raps à 100 Kilo 1. Qualität 34,—, 2. Qualität 32,50. Kartoffeln à 100 Kilo 4,—. Heu d 50 Kilo 3,60. Roggenstroh à 600 Kilo 28,— M. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ztr. M. 70,—, Rüböl per 100 Kilo faßweise 71.50. Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo M. 130,—. Kleien per 50 Kilo 5,60. Rüböl niedriger, Kuchen unverändert. * Bremen, 5. November. Petroleum fester, loco 7,95, per Dez. 8,05, Jan. 8,15, Febr. 8,30, März 8,40. Schmalz Marke Wilcox loco 41½, per Nov.=Dez. 41. * Antwerpen, 5. November. Petroleum matt, disp. 20, per Nov. 19⅞/8, Dezbr. 20⅛, Jan. 20½, Jan.=März 20 5/8 fr. Kaffee ruhig, Preise behauptet. Schiffsnachrichten. * Bremen, 3. November. Der Postdampfer Nürnberg, Kapitän A. Jäger, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 17. Oktober von Bremen abgegangen war, ist heute wohlbehalten in Baltimore angekommen. S. u. O. Neueste * Zürich, 5. November. Der Hauptgewinn der Industrie=Ausstellungs=Verloosung fiel auf Nummer 302,873. * Paris, 5. November. Der deutsche Botschafter Fürst Hohenlohe besuchte gestern Präsident Grévy und hierauf auch die Minister Ferry und Challemel=Lacour. — Eine Depesche Harmans von gestern bestätigt, daß Ningbing und Kuangyen von den Franzosen widerstandslos besetzt worden sind. Der Vertrag von ist im Centrum des Deltas ausgeführt und nur in den beiden Nordprovinzen ist die Ausführung desselben durch den Feind verhindert. Admiral Courbet übernahm am 25. v. M. den Oberbefehl. Ein Adjutant des Gouverneurs von Cochinchina, Schiffslieutenant Deleschaut, begab sich nach Hue, um dem König von Annam Geschenke und Orden zu überbringen. Meteorologische Beobachtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg vom 5. November, Morgens 8 Uhr. Das Minimum, welches gestern nördlich von den Shetlands lag, schreitet langsam ostwärts fort und hat seinen Einfluss über ganz West-Europa ausgebreitet. Bei mässigen bis starken südlichen bis westlichen Winden ist über Central- Europa das Wetter vorwiegend trübe, vielfach regnerisch und meist wärmer. In West-Central-Europa ist allenthalben Regen gefallen. In Deutschland liegt die Temperatur bis zu 5 Grad über der normalen. Ueber Nord-Europa dauert die hohe Wärme fort. In Siebenbürgen dagegen herrscht schon seit einigen Tagen Frostwetter. Meteorologische Beobachtungen in Detmold. Allgemeiner Witterungscharakter: 6. bedeckt; Regen. Sonnen=Aufgang 7 U. 7 Min., Untergang 4 U. 20 M. Mondes Aufgang 1212 Nchm., Untergang 94! Abds. Berliner Kurse vom 5. November. Deutsche Fonds. Deutsche Reichs-Anl. 4½% Preuss. kons.„ *„„„„„ 3½„ Staatsschuldsch. 4 Ostpr. Pfdbr. 3½ 4½ Pomm. neue Posen. Westfäl.„ 4" Westpreuss.„ 4% Rhein.-Wstf. Rtnb. 102,—4½% Brem. 74er Anl.—. 102,704%„„ 80er„—.— 101,404" Bad. Präm.„ 131,50 99—4„ Baier.„„ 133.— 100,90 Braunschw. 20 Thlr.91.40 Loose 96,10 101,40 3½% Köln-Mind. Loose 126,— 102,60 Kurhess. 40Thlr.-„ 294,25 100,40Meining. 4„„ 27,80 101,503% Oldenburger„ 148,20 100,903½% Preus. Prämien101.— Oblig 136,60 Bankaktien. Berg.-Märk. Bank 118.— Braunschweig-Hannov. Hypoth.-Bank 86.— Bremer Bank 109.50 Deutsche Bank 142.80 Disconto-Gesellschaft 181,50 Essener Creditanstalt 97.50 Gothaer Grundkr.-Bank 68.25 „„ junge 75,— Hannover’sche Bank 112,60 Köln. Wechslerbank Leipz. Disconto-Ges. Oesterr. Kreditanstalt Preuss. Bodenkreditb. „ Hyp. Akt.-Bk. „ Hypoth.-Vers. Ges. Reichsbank Schaffhausen. Bankv. Westfälische Bank 93.50 10610 470,50 99.25 92.— 89.60 149.50 90.40 96.75 Eisenbahn-Stammaktien. Aachen-Mastricht 53,90 Bergisch-Märkische—. Bresl.-Schwdn.-Freib. 117,70 Dortmund-Enschede 60,30 Gal. C. Ludwb.(gar) 120 25 Gotthardbahn 93,90 Kronpr. Rudolf(gar.) 71,40 Mainz-Ludwigshaf. 106,60 Oberschlesische 27330 Oesterr. Staatsb. 531 50 „ Südb.(Lomb). 241,50 Rechte Oder-Uferb. 19310 Rheinische 165 10 Russ. St.-B.(5% gar) 122,75 Ausländische Fonds. 4½% Oesterr. Silberrente J/J. 66,95 4½„„ Papier- 5, rente M/N 66,60/5„ 4„„ Goldr. 8325/7 5„„ 60r Loos. 117,30 5% Russ. Bodenkred. 85,20 Pfandbr. Gömörer„ 100,50 Ital. Rente 90— Jersey City—.— New-Yorker—.— Hypotbeken-Oertifikate. Oesterr. 64er Loose 310,10 5% Russ. Stieglitz VI. Ser. 58,50 5„„ 62er Anl. 81.— 5„„ 71er„ 85.20 5½„„ 75er„ 85,70 4„„ 77er„ 91.80 *„„ 80er 70,55 5„" III Orient. Anl. 56,20 5% Russ. Prämien 66 128,60 6„ 4„ 80 „„„„ Raap-Grazer Präm Rumän. Anl. 92,90 107,60 6„„„ 102.80 5„„„ 98,10 5„" Amortisations Anleihe 93,10 4½% Schwed. 75er Anl.—.— 6% Ung. Goldrente 101.40 4„„„ 73,30 Eisenbaha-Priortäts-Obligationen. 96.60 94.— 4% Aachen-Mastricht 4½% Bergisch-Märk. I. u. II. Ser. do. La. C. do. IV. und V. do. VI. Ser. 103.90 do. VII. und VIII Serie 102 80 do. IX. Serie 103.— Braunschweig. 103,50 Köln-Mind. III. S.— „„ IV. u. V. Serie 100,75 „„ VI. B. 103.— 4½„ Magdb.-Halb. 102,90 4½„ Rheinische.... 103.— 3½ 4½ 4 5„ 4½ 4½ 5„ 4½ 4% Elisab. Westb. Goldpr. steuerfrei 91.— 4½% Gal.Karl-Ludwb.—.— Oester. Staatsb. 500 fs. 383,40 do. v. 1874. 373.— do. 104,90 do. Süd-Bahn 500 fs. 291,25 do. Sdb.(gar.) 102. 80 Rudolfsb. III. E 85,25 Ung. Ostb.(Silb.) 76.60 „„(Gold, 96,20 Warsch.-Wiener III. E 101,70 do. VI.„ 99,90 Gotthardtb. I.„ 101,30 4½% Braunsch.-Hann. 101,50 4„ 4½ 4„ 5% 5„ 5„ 4½ 4½ 4„ „„ 7 98 30 Deutsche(Berlin) 102.40 do. 99,do. 104.— Gothaer Präm. I 118,50 „„ II 11625 „ rzb. 110 104,75 „„ 100 96.40 Meininger 100.80 „ P r ä m. 1 1 8, 4 0 Preues. Bodencr. V. u. VI. Ser. 102.50 Preuss. Bodencr. rzb. 110 110,70 4½ n do. III„ 100 100,70/4½ do.„ 100 98,10 5% Prss. Centr. Bdnc. rzb. 100 108,90 5 do. rzb. 110 115.— 4½, do.„ 100 103,10 4½, Preuss. Hypoth. Pfdbr. rzb. 120 108.25 do.„ 110 109,— do.„ 100 102.— do.„ 100 101,50 Preuss. Hypoth. V A. G. Certific. 101,80 Stettiner Nat. Hyp. rzb. 100 100,60 do.„ 110. 104.— Schwedische 101,25 5„ 5„ 4½ 4½ Indullsetrie Gesellshaften. Aachen-Höngener—.— Bochumer Gussstahl 89.50 Bonifacius Bergwerk 69,75 Borussia„—.— Donnersmarkhütte 64 50 Dortm. Union St. Prior. 87.40 Egestorff’s Salzwerke 104, Gelsenkirchen 121,60 Georg Marienh. St. Aot. 77.— Hannov. Masch.—.— do. St. Prior.—.— Harkort Bergwerke 62,50 Harpener Bergwerke Hibernia„ Hörder Hütten. conv. Königs- u. Laurah. König Wilhelm... Louise Tiefbau Nordd. Lloydaktien Ravensberg. Spinnerei Sächsische Maschinen Vorwärts, Bielef.Spinn. Westfäl. Drahtindustrie Westf. Union St. Prior. 100.— 98.— 81,50 120— 34,75 48.75 131.— 133 75 12475 119.— 115— 64.75 Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold. Holzverkäufe in den Fürstlichen Forsten. Forstrevier Kohlstädt=Horn. Am Freitag, den 9. d. Mts., Vormittags 10 Uhr soll im Forsthause Kreuzkrug an buchen Brennholz verkauft werden: 1. Forstdistr. Schürfeld: 39 rm Kl., 61 rm Kn. und 38 rm Stockh. 2. Forstdistr. Ilade: 49 rm Kl., 18 rm Kn. und 21 rm Stockh. 3. Forstdistr. Bornsberg: 67 rm Kl. Oesterholz, den 2. Nov. 1883 Der Oberförster Bühring. Die Dienstmagd Marie Dalbke von hier nahm im heutigen Termine die gegen den Ziegler Simon Borgmeier von hier ausgesprochene Verläumdung zurück und bat denselben um Verzeihung. Hohenhausen, 5. Nov. 1883. Der Schiedsmann Dreves. Verkäuf. beabsichtige mein an der Lemgoer Chaussee in der Nähe des Bahnhofs Lage gelegenes Wohnhaus nebst Scheune und Stallung und ½ Scheffelsaat Gartenland zu verkaufen. Kaufliebhaber wollen sich bei mir melden. Lage, den 6. November 1883. Carl Vogt, Beamter. Th. Gustloff, Buchbinder, Leopoldstraße Nr. 11, empfiehlt sich zum Einrahmen von Bildern jeder Art. Heidelberger Katechismus und sind wieder in neuer Auflage erschienen und durch alle Bachhandlungen und Buchbindereien des Landes zu beziehen. Detmold, im November 1883. Meyer'sche Hofbuchhandlung S 5 S —* 2— * 8 Eine große Auswahl WinterPaletots von 22 K an, Kaiser mäntel 20 M, Jaquetts und Röcke 17 M, Joppen 8 M, Hosen 8 M, Westen.50. Anzüge nach 45 M, Schlafröcke 13 M empfiehlt bei Baarzahlung mit 5% Rabatt Aug. Köster Nw., Hornschestraße. langen, schweren Leiden entschlief heute, Nachmittags gegen 4 Uhr sanft und ruhig unsere geliebte Gattin, Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Wilhelmine Hanning im 78. Jahre ihres thätigen Lebens. Ohrsen, 5. Novbr. 1883. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag, den 9. d. M. vom Trauerhause aus statt. Kieler Sprotten Flundern empfing und empfiehlt billigst A. Watermann. Haussrauen! Unentbehrlich für jede frau ist die binnen Kurzem so in Aufnahme gekommmene staubfreie Ofenschwärze von Reinhold Diezmann, Plauen Durch dieselbe wird vielen Unannehmlichkeiten vorgebeugt, sie hinterläßt beim Gebrauch nicht den seringsten Staub, erzeugt einen tiefschwarzen, prachtvollen Glanz, verhindert theilweise das Rosten der Oefen, Herdplatten, Ofenrohre 2c., und ist, weil beim Heizen geruch frei, dem Eisenlacke vorzuziehen. Zu haben für Detmold, pr. 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J. wird eine Pönnung gesucht, bestehend aus Küche, Kammer und 2 Stuben. Auskunft bei H. Haberbeck, Hornsche=Straße. der Mitte Detmolds wird eine möblirte Wohnung, bestehend aus—3 Zimmern womöglich mit Stallung sofort zu mielhen gesucht. Wo? sagt die Exp. d. Bl.(296) Gesacht zum 1. Januar 1884 auf einer Lipp. Domaine eine im Hauswesen und in der Molkerei erfahrene Haushälterin. Offerten an die Expedition dieses Blattes unter H. B. 297. Gut empfohlene Arbeiter finden dauernde Beschäftigung bei B. Münsberg. Perlmutterschleiferei. Taubstummengoltesvienst. Der nächste Gottesdienst für die erwachsenen Taubstummen unseres Landes soll am Sonntag, II. November, Morgens auf dem Seminar hierselbst stattfinden und werden die Taubstummen dazu freundlichst eingeladen. Diejenigen von ihnen, welche an dem Tage freien Mittagstisch wünschen, haben dies bis zum 7. November dem Unterzeichneten anzuzeigen. An denselben wollen sich auch möglichst bald diejenigen wenden, welche die Eisenbahn nach hier benutzen können und Ermäßigung des Fahrpreises beanspruchen. Die von einigen Taubstummen gewünschte Feier des heil. Abendmahls ist leider für diesmal noch nicht mit dem Gottesdienste verbunden, indes soll es für die Zukunft möglich zu machen gesucht werden. Die Herren Pastoren, Lehrer, Eltern und Bekannte von Taubstummen werden freundlichst gebeten, letztere auf diesen Gottesdienst aufmerksam machen und zum Besuche desselben anregen zu wollen. Um unangenehmen Störungen vorzubeugen, wird bemerkt, daß nur Taubstummen der Zutritt gestattet ist. Detmold, den 31. Oktober 1883. Prokschmidt, Taubstummenlehrer.