„Die Lippische Laudes=Zeitung“ erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. SER WTTN Abonnementspreis für das Vierteljahr. In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. 40 Kr g Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. Ar L41. Montag, 15. Oktober. 1883. Der vierte Kongreß deutscher Armenpfleger. Die Verhandlungen des vierten Kongresses deutscher Armenpfleger, der am 5. und 6. Oktober in Dresden versammelt war, haben von Neuem den Beweis geliefert, wie nothwendig und nützlich es ist, hinsichtlich der Armenpflege und Wohlthätigkeit Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Grundsätze und Hülfsmaßregeln zu besprechen. Wie der Oberbürgermeister Dr. Stübel von Dresden in seiner warmen Begrüßungsrede hervorhob, handelt es sich hier um eines der allerschwierigsten und dornenvollsten Gebiete der Verwaltung, das in gewisser Beziehung eine Sisyphusarbeit ist. Der deutsche Verein für Wohlthätigkeit und Armenpflege ist nur ein äußeres Zeichen des neuen Geistes werkthätiger Hülfeleistung, der in unser deutsches Vaterland eingezogen ist und dahin geht, die Arbeit an den Bedürftigen, welche früher in die Hände Weniger gelegt war, jetzt auf viele Kräfte aus allen Berufs= und Arbeitskreisen zu vertheilen. Der Kongreß bot, wie seine Vorgänger, eine Fülle des werthvollsten Materials in Bezug auf die Hebung der sozialen Verhältnisse unseres deutschen Vaterlandes. Die Verhandlungen betrafen fast nur brennende Tagesfragen, wie die Zweckmäßigkeit der Kolonien zur Beschäftigung arbeitsloser aber arbeitsfähiger Armen, die Trunksucht als Ursache der Verarmung, die Fürsorge für Epileptische 2c. Außer den werthvollen Berichten der Referenten waren dem Kongresse noch eine Reihe von Arbeiten seitens des königlich sächsischen statistischen Bureaus vorgelegt, als„Das Armenwesen der Städte Dresden und Leipzig, nach der Armenstatistik vom Jahre 1880“, welche Arbeit viele überraschende Resultate bezüglich der Verwaltung des Armenwesens der beiden größten Städte Sachsens zu Tage gefördert hat, ferner „Die Statistik der Bettler und Vagabunden im Königreiche Sachsen vom 1. April 1879 bis 31. März 1883", in welcher Statistik eine Abnahme der bestraften Bettler und Vagabunden konstatirt wird, ferner„Zur Statistik der sächsischen Bezirksarmenanstalten, welche Arbeit die wichtigen Bezirksanstalten des Königreichs Sachsens eingehend schildert und schließlich eine Arbeit über den chronischen Alkoholismus nach der Statistik der sächsischen Krankenanstalten. Aus den Verhandlungen, an denen auch die sächsische Staatsregierung ihr lebhaftes Interesse zu erkennen gab, ging hervor, daß der deutsche Verein für Schatten! Kriminal=Novelle von N. I. Anders. (27. Fortsetzung.) „Nun, so werde ich, auf die Gefahr hin, tüchtig ausgelacht zu werden, erzählen. Vorgestern, als ich mich in W. befand, wurde ein Mensch im Kreisgerichtsgefängniß eingeliefert, der einen Mord begangen haben soll.“ Bremer blickte, während er sichtlich erbleichte, scheu auf Kühn. Dieser fuhr fort:„Ich habe den Menschen selbst gesehen und sagte mir auch sofort, daß es der Mörder sei, denn so nur stellte ich mir die Physiognomie eines Mörders vor. Auch soll man bei dem Verhafteten die Mordwaffe gefunden haben, so daß es außer Zweifel steht, daß die Behörde den richtigen gefaßt hat. Er leugnet zwar noch die That, aber der Richter wird ihn hoffentlich bald überführen, denn es sollen so bedeutende Verdachtsmomente vorliegen, daß alles Leugnen nutzlos ist.“ „Nun sehen Sie“, sprach der Oberst,„daß Sie doch eine interessante Neuigkeit brachten, denn davon hatte ich noch nichts erfahren. Mir ist es nur lieb, daß der Verbrecher entdeckt ist, und noch lieber wird es ja unserem Bremer sein, der den Ermordeten zu seinen Freuaden zählte.“ „Gewiß ist es mir lieb, daß Hinzmann's Mörder entdeckt ist“, sprach Bremer, der im Verlauf der Erzählung die volle Ruhe wiedergewonnen hatte.„Wir waren ja alte Freunde und es thut mir wirklich leid, daß er auf solche Art enden mußte. „Na, jedenfalls können Sie nun beruhigt sein“, rief Kühn, ndenn dessen darf ich Sie versichern, der Mörder wird seiner Strafe nicht entgehen.“ Bremer fuhr plötzlich mit dem Taschentuche über die Armenpflege und Wohlthätigkeit sowohl an Mitgliedern als an Mitteln ein erfreuliches Wachsthum zu verzeichnen hat. Die Zahl der Mitglieder hat sich auf 253, deren Jahresbeiträge auf 2888 J erhöht. Die Mitglieder setzten sich zusammen aus 127 Stadtgemeinden, 15 Provinzial= und Landarmenverbänden, Oberamts= und Amtskorporationen, 16 Vereinen und 95 Privatpersonen. Die Arbeit, mit der der deutsche Verein für Armenpflege selbstschöpferisch vorgegangen ist, die Schaffung einer deutschen Individual=Armenstatistik schreitet rüftig vorwärts. Auf dem vorigen Armenpflegerkongreß zu Berlin beschloß man bekanntlich, die dem Verein angehörigen Gemeinden und Verbände zur Vornahme einer Armenstatistik für das Jahr 1883 aufzufordern. Die damals gehegten Befürchtungen, daß sich der Kosten und der vermehrten Arbeit wegen nur wenige Gemeinden an dieser Statistik betheiligen würden, haben sich nicht als begründet erwiesen. Bereits 95 Gemeinden(von 127 dem Verein angehörigen) mit einer Einwohnerzahl von 4,722,842 Köpfen und 7 Landarmenverbände haben sich für Vornahme der Armenstatistik entschieden. Die Versammlungen des Vereins, die sogenannten Armenpflegerkongresse, und der in denselben herrschende kollegialisch amegende Verkehr Gleichstrebender bieten nicht nur jedem einzelnen Mitgliede viele neue fruchtbringende Anregungen und wichtige Erfahrungen, sondern sie haben noch die weiteren Vortheile, daß sie scharfe parteiliche, religiöse und andere Gegensätze durch das gemeinsame Arbeiten und Streben nach Linderung des sozialen Elends und Abstellung großer nationaler Mißstände ausgleichen helfen und daß sie die Armenfrage der Theilnahme und dem Verständniß immer weiterer Kreise näher bringen. : Den tiefsten Eindruck auf alle in Dresden anwesenden deutschen Armenpfleger hat unstreitig Pastor von Bodelschwingh durch seine Vorträge und sozialen Schöpfungen gemacht. Dasjenige, was er in der Nähe von Bielefeld für arbeitsuchende Handwerksburschen und für Epileptische geschaffen hat, muß in den weitesten Kreisen Bewunderung und Anerkennung finden. Wenn auch manche von seinen Aeußerungen und Rathschlägen eine berechtigte Kritik erfuhren und einzelne Urtheile von ihm selbst berichtigt wurden, so hat doch sein Auftreten und seine ganze Persönlichkeit dem diesjährigen Armenpflegerkongreß ein ganz besonderes Interesse verStirn, als wolle er sich den Schweiß wischen, dann aber erhob er sich.„Sie müssen mich schon entschuldigen, Herr Oberst“, sprach er mit fast unsicherer Stimme, wenn ich mich empfehle. Indessen die Erinnerung an meinen armen unglücklichen Freund stimmt mich immer so trübe, daß ich nur ein schlechter Gesellschafter sein würde, und da ist es denn besser, wenn ich Sie nicht länger mit meiner Anwesenheit langweile.“ „Ja, ja, es muß ein drückender Gedanke sein, einen Freund auf solche Art verendet zu wissen, und das Gefühl, das Sie jetzt aussprechen, ehrt Sie in meinen Augen doppelt.“ Kühn hatte, während er diese Worte mit der aufrichtigsten Miene von der Welt sprach, Bremers Hand ergriffen und dieselbe mit solcher Innigkeit gedrückt, daß bei diesem, falls es vorhanden, jedes Mißtrauen schwinden mußte. „Nun, ich hoffe, Sie recht bald wiederzusehen“, fuhr Kühn fort,„da ich doch ab und zu herkommen werde, mich in der Wirthschaft des Herrn Obersten zu orientiren und so zur Zeit meines Antritts besser Bescheid zu wissen.“ Bremer griff nach seinem Hut. Es war ein ordinärer Strohhut mit mächtig breiter Krempe.„Das ist ja eine sonderbare Facon:, sprach Kühn, wie unwillkürlich nach dem Hut greifend und denselben aufmerksam betrachtend.„Ja sonderbar ist die Facon, aber er ist praktisch und schützt gegen die Sonne.“ Nach diesen Worten empfahl sich Bremer den Herren.„Lieber Oberst“, lachte Kühn, nachdem er sich vom Fenster aus überzeugt, daß Bremer das Haus verlassen,„da sagen Sie mir, Sie verständen vom Polizeidienst nichts, und dabei spielen Sie Ihre Rolle wie der beste Kriminaldirektor.“ „Schwer genug ist es wir geworden“, erwiderte der Oberst, nund das Schwerste ist, daß ich nun auch beiliehen und die von ihm vertretenen Bestrebungen mächtig gefördert. Mögen die Arbeiten des deutschen Vereins für Armenpflege auch fernerhin von Erfolg begleitet sein! &8 C. Deutsches * Berlin, 14. Oktober.(Handfertigkeitsunterricht.) Ueber die am 7. Oktober zu Leipzig stattgehabte diesjährige Sitzung des deutschen Centralkomités für Handfeitigkeitsunterricht und Hausfleiß wird der„Nat.=Lib. Korresp.“ geschrieben: Die diesmaligen Berathungen und Beschlüsse, welche mehr und mehr den Charakter wirklichen Schaffens annahmen, lassen sich etwa wie folgt zusammenfassen: 1) Es ist zur Gewinnung von Lehrkräften vor Allem darauf hinzuarbeiten, daß der Handfertigkeitsunterricht Aufnahme in den Lehrerseminaren finde. 2) Es wird beschlossen, dem königlich sächsischen Kultusministerium den Dank des Centralkomités dafür auszusprechen, daß ersteres den Handfertigkeitsunterricht in das Friedrichstädtische Lehrerseminar zu Dresden eingeführt hat. 3) Es sind Seitens des Centralkomités mustergültige Vorlagen für den Handfertigkeitsunterricht zu schaffen. In die Kommission hierzu wurden gewählt die Direktoren der Kunftgewerbe=Museen Grunow=Berlin, Graff=Dresden und zur Straßen=Leipzig; ferner Direktionsrath und Landtagsabgeordneter von Schenckendorff=Görlitz, sowie Oberlehrer Dr. Götze=Leipzig. 4) Auf die Tagesordnung der nächstjährigen Versammlung ist auf Antrag von Schenckendorff=Görlitz das Thema gesetzt:„Wie ist in der Volksschule und den höheren Lehranstalten Raum für den Handfertigkeitsunterricht zu schaffen? 5) Indem das Centralkomité den Schwerpunkt seiner Thätigkeit in die Lösung der Frage zu legen sucht:„Wie ist die Ecziehung von der heutigen Einseitigkeit zu befreien, und wie kann die Schule zugleich den praktischen Bedürfnissen des Lebens Rechnung tragen?“— steht es indeß den sozialen und wirthschaftlichen Bestrebungen auf Einführung des Hausfleißes, der Handindustrie, wo sie am Platze ist, der Errichtung von Beschäftigungsanstalten und ähnlichen Bestrebungen durchaus sympathisch gegenüber und wird solche nach Kräften zu fördern suchen. 6) Mit besonderer Genugthuung begrüßte das Centralkomité die einschlägigen Beschlüsse des letzten deutschen Lehrertages zu Bremen, an welchem bekanntlich 1600 Lehrer Theil nahmen. Diese Beschlüsse, welche nahe glaube, Sie haben sich nicht getäuscht; denn nach Allem dem, was ich von Ihnen erfahren und wovon ich mich durch Augenschein überzeugt habe, wundert es mich nur, daß Sie nicht bereits zur Verhaftung des Verdächtigen schreiten.“ „Ich unterlasse das aus dem Grunde, Herr Oberst, um noch einen schweren Beweis herbeizuschaffen. Das ist aber nur möglich, wenn wir aufs Sorgfältigste Alles vermeiden, was Bremer auffallen könnte. Deshalb bitte ich Sie, nach wie vor in der gewohnten Weise mit ihm zu verkehren.“ „Donnerwetter! Mit einem Mörder soll ich verkehren, Herr?“ brauste der Oberst auf. „Nur um der Gesellschaft und dem Staat einen großen Dienst zu leisten“, begütigte Kühn. „Gut, ich werde auch das thun! Was verlangen Sie denn noch? „Dann wollte ich darum bitten, daß Sie mich Ihrem Dienst= und Arbeitspersonal als Ihren zukünftigen Inspektor Wilcke vorstellen, damit ich, wenn es meine Pflicht erheischt, ohne Bremer aufzufallen, mich hier aufhalten kann. Das Letztere bitte ich gütigst schnell zu thun, weil ich noch heute abreisen muß, um einzelne wichtige Maßnahmen zu treffen.“ „Auch das soll geschehen“, entgegnete der Oberst. Eine Viertelstunde später war das Personal auf dem Hof versammelt, wo der Oberst seinen Leuten Kühn als den Inspektor Wilcke vorstellte, den er vom Oktober ab zu engagiren beabsichtigte, und sie aufforderte, denselben schon jetzt, und überhaupt, so oft er anwesend sein würde, als ihren Vorgesetzten zu betrachten. Kaum war diese Vorstellung beendet, als Kühn seinen im Hof hallenden Miethswagen bestieg und nach W. zurückfuhr. Von W. begab er sich nach F. und von da mit der Bahn nach Berlin. (Fortsetzung folgt.) den vorjährigen Kasseler Beschlüssen fast diametral gegenüberstehen, stellen sich durchweg auf den Boden der Ansichten des Centralkomités. So lautet z. B. der Beschluß Nr. 2: Es ist ein Gebot der Pädagogik, daß den Knaben und Mädchen Zeit gegönnt werde, nicht blos zur Erholung, zum regelmäßigen Schlaf und Spiel, sondern auch zur Erlernung körperlicher Fertigkeiten. In dem Beschluß Nr. 3 wird dann näher erörtert, wie in dieser Richtung Raum in der Schule geschaffen werden kann. Möchten diese Ansichten auch in den maßgebenden Regierungskreisen Platz greifen, damit die Erziehungsreform, welche das Centralkomite sich zum Ziel gesetzt hat, zum Segen unserer gesammten deutschen Jugend, und hiermit auch des deutschen Volkes recht bald ihre Verwirklichung finde! *—(Innungsantrag.) Die„Germania“ kündigt in einer sozialpolitischen Betrachtung an, daß, wie es auch Herr Windthorst auf der Düsseldorfer Katholikenversammlung bereits in Aussicht gestellt, alsbald nach Wiederzusammentritt des Reichstags der vielbesprochene Innungsantrag zur Gewerbeordnung(Verbot des Lehrlingshaltens für Nichtinnungsmeister) aufs Neue eingebracht werden würde. Nachdem der Antrag im gegenwärtigen Reichstag schon einmal abgelehnt und bei der Gewerbeordnungsnovelle von 1881 von einem für reaktionäre Zwecke noch erheblich günstiger zusammengesetzten Reichstag verworfen worden, wird man der Entscheidung auch jetzt mit Gelassenheit entgegensehen können. Der Zweck, den Reichstag in jeder Session mit dieser Frage zu behelligen, kann nicht in der Hoffnung liegen, den Antrag durchzubringen, sondern nur in dem Wunsch, den zünftlerischen Handwerkern immer aufs neue zum Bewußtsein zu bringen, wie das Centrum für ihre Interessen bemüht ist. *—(Nachdem Professor Windscheid) aus der Kommission für das bürgerliche Gesetzbuch ausgeschieden, hat ihm der Kaiser den Kronenorden zweiter Klasse verliehen. Im Anschluß daran wird der„N. Pr. Zig.“ mitgetheilt, daß die Stelle dieses Redaktors vom Bundesrathe nicht wieder besetzt werden wird. Dr. v. Windscheid hat bekanntlich das Obligationenrecht bearbeitet; dasselbe ist aber vor seinem Ausscheiden zum Abschlusse gekommen. Es bleiben hierzu nur noch die Berathungen der Gesammtkommission übrig, die Wahl eines neuen Redaktors ist daher nicht mehr nöthig. *—(Zum Gerichtskostengesetze.) In dem Entwurf für 1884/85 wird der Voranschlag der Einnahmen aus den Gerichtskosten eine weitere Verminderung erfahren. Diese Thatsache wird nicht verfehlen, von den Vertheidigern des Gerichtskostengesetzes als Schild gegen die Anforderung einer Ermäßigung der Sätze vrrwerthet zu werden. Sie beweist freilich nur, daß die Höhe der Gerichtskosten mehr und mehr abschreckend wirkt und deshalb der größere Theil des Publikums es vorzieht, sein Recht,— das wirkliche oder vermeintliche— preiszugeben, um wenigstens die unerschwinglichen Gebühren zu sparen. Die Höhe der Gerichtskosten wirkt nicht nur im Sinne einer Rechtsverweigerung, sie schädigt auch die Einnahmen des Staates. *—(Das Rübenzucker=Fabrikationsjahr), welches man von einem August=Anfang zum andern rechnet, hat im jüngst abgelaufenen Jahre einen ansehnlichern Geschäftsumfang als im vorangegangenen gehabt. Die versteuerte Rübenmenge hat einen ganz erheblichen Zuwachs, die Zahl der im Betriebe befindlichen Fabriken des deutschen Reichs eine Vermehrung von 342 auf 357 aufzuweisen. Von raffinirtem Zucker wurden 73,542,912 kg gegen 54,592,522 des Vorjahres ausgeführt, von Rohzucker 394,229,124 gegen 251,281,381 des VorStaffa und Jona. Eine Reiseerinnerung aus Schottland von Eugen Zintgraff. An der Westküfte von Schottland, nördlich von Glasgow, liegt an einer nach ihr benannten Bai die kleine Haferstadt Oban. Von hier aus pflegt der Tourist der schottischen Hochgebirge einen Ausflug zu unternehmen, der an Eindrücken in seiner Art wohl kaum auf dem Kontinent seines Gleichen haben dürfte; denn die Gefühle des Reisenden packt eine eben so imposante Naturschönheit, wie kulturhistorischer Vergangenheit ehrwürdige Zeugen seinen Geist in Nachdenken versenken: es ist der Besuch der Eilande Staffa und Jona. 4nd Ein sonniger Morgen war es, als uuser Steamer die Rhede von Oban verließ. Beim Passiren des Einganges der Bucht liegen rechter Hand die Ruinen von Dunstaffnage Caftle, Ruinen, wie man sie in großer Zahl in den highlands findet und die hier thatsächlich das Umgekehrte des englischen my house my castle zu besagen scheinen,— wenigstens, was ihre Vergangenheit anbetrifft; linker Hand haben wir das langgestreckte röthliche Eiland von Kerrera zu Gesicht. Die Fahrt geht nordwestwärts und kurz vor dem Eingange des Sundes von Mull befindet sich die kleine Insel Lismore. Hier erschaut man die Rainen von AchinduinCastle, dem einstigen Sitze der Bischöfe von Argyll und dicht dabei die Ueberreste einer alten Kathedrale, von der übrigens ein Theil noch kirchlichen Zwecken dient. Nahe bei Lismore befindet sich der sogenannte Ladys Rock“(Frauenfelsen), ein Riff, das sich während der Fluthzeit immer unter Wasser befindet; hier war es, wo der herrschsüchtige und grausame Clan Maclean von Druart seine Gattin, eine Tochter des Earls von Argyll, aussetzte, um sie eines langsamen jahres. Die Einfuhr raffinirten Zuckers hat dagegen abgenommen. * Magdeburg, 11. Oktober.(Allgemeine deutsche Lutherstiftung.) Der„Magdeb. Ztg.“ wird geschrieben: In vielen Herzen ist der Wunsch lebendig, zu Ehren Luthers— unabhängig von den örtlichen Veranstaltungen für die Feier des 10. Novembers— das evangelische Deutschland zu einem gemeinsamen Werke zu vereinigen. Als ein solches Werk, ähnlich wie der Gustav=Adolf=Verein, ist die Gründung einer allgemeinen deutschen Lutherstiftung zur Förderung der Erziehung von Kindern evangelischer Pfarrer und Lehrer in Aussicht genommen. Eine solche Stiftung würde, über die engen Grenzen des einzelnen Ortes hinaus und die angeregte Begeisterung des Moments überdauernd, Zeugniß für die protestantische Lebensauffassung im Gegensatz zu der römisch=katholischen ablegen, ein Zeugniß, welches künftigen Geschlechtern dauernd Gutes bringen und immer von Neuem zur Thätigkeit im protestantischen Sinne anregen wird. Hauptsächlich den Pfarrern und Lehrern auf dem Lande bezw. in der Diaspora, welche dort als Träger der Kultur in Ausübung ihres evangelischen Berufes, fern von den Bildungsgelegenheiten leben, die den Städtern in zum Theil unentgeltlich geboten werden, soll Beistand bei der Erziehung ihrer Kinder, Söhne wie Töchter, welchem Berufe sie sich auch widmen mögen, gewährt werden. Dieser Vorschlag fand in kleineren wie in weiteren Kreisen Anklang und Zustimmung, denn derselbe knüpft an den greifbarsten Unterschied zwischen der römisch=katholischen und der protestantischen Lebensauffassung an. Als Luther das zu hierarchischen Zwecken eingeführte Verbot der Priesterehe negirte, hob er damit den Unterschied zwischen Laien= und Priesterthum auf. Das Pfarrhaus auf dem Lande ist, gleichviel welcher kirchlichen Richtung dessen Haupt angehört, der Mittelpunkt des geistigen, sittlichen Lebens. Die Fürsorge für die dort aufwachsende Jugend ist eine Aufgabe, würdig des Tages, der nicht blos in örtlichen Veranstaltungen, sondern durch ein gemeinsames Werk des evangelischen Deutschlands gefeiert werden soll. Von diesem Gedanken ausgehend, ist für die allgemeine deutsche Lutherstiftung ein Statutenentwurf in Berlin unter Zuziehung auswärtiger Delegirten, namentlich aus Leipzig, Magdeburg, Stettin, Lübeck und der Rheinprovinz 2c., vorläufig festgestellt worden, der einer zum 31. Oktober nach Leipzig zu berufenden öffentlichen konstituirenden Versammlung zur Beschlußfassung vorgelegt werden wird. Die Einladung zu dieser Versammlung wird persönlich allen Denen, welche bis jetzt ihren Beitritt erklärt haben— etwa 800 Personen— zugeschickt und außerdem in den Zeitungen veröffentlicht werden. Möge der Ernst und die Bedeutung des Werkes, welches zukünftigen Geschlechtern dauernd Gutes bringen und immer von Neuem zu gemeinsamer Thätigkeit anregen soll, viele Theilnehmer aus allen Gauen Deutschlands zusammenführen. * Vom Sölling, 10. Oktober.(Schurkenstreich.) Ein unglaublicher Vorgang hat sich am Sonntag Abend in Stöckheim bei Einbeck abgespielt. Dort war unter Mitwirkung der kirchlichen und weltlichen zuständigen Behörden die Einführung des gemeindeseitig gewählten Pastors Harms erfolgt und daran hatte sich eine größere Festvereinigung geknüpft. Diese war kaum auseinander gegangen, als eine heftige Detonation das Pfarrhaus erschütterte und letzteres sofort in Flammen stand. Eine von schurkischer Hand gelegte Pulvermine war durch Zündschnur entladen worden; die Angehörigen des Pastors waren bei der raschen Ausbreitung des Feuers kaum im Stande, das nackte Leben zu retten. Todes sterben zu lassen. Allein noch bei Zeiten sie von ihrem Bruder gerettet und gab dieser Vorfall Stoff zu mannigfachen poetischen Behandlungen, wie z. B. das Drama von Joanna Baillie„The family Legend“ und das Gedicht Campbells„Glenara". Der Sund von Mull wird rechts durch die Halbinsel Morvern, links durch die Insel Mull gebildet und von seiner Fläche aus gewahrt das Auge auf Morvern die Trümmer des berühmten Artornish=Castle, bekannt aus Scotts„Herr der Inseln“. Daran reihen sich noch andere Ruinen, wie die von Kinlochaline, Aros, Killundin und Drimmin, alles früher stolze Festen und Zeugen jener Kämpfe, die zwischen Normannen, Skandinaviern und Hochländern, wie zwischen diesen selbst stattfanden. Denn die Trümmer von Drualt=Castle z. B. auf der Isel Mull waren der Sitz jenes oben erwähnten Clans Maclean von Drualt, der mit seinen Mit=Clanen oft in blutiger Fehde lag und wenn wir den Sund von Mull verlassen und unseren Kours südwärts— um die Nordspitze von Mull herum— fortsetzen, gewahren wir ganz fern im Westen einen dunklen Punkt, die Insel Coll; dort war es, wo Maclean namentlich mit dem Clan Macneil blutige Sträuße ausfocht; daselbst finden sich auch die Trümmer von Niederlassungen der Normannen, die auch hier feste Burgen anlegten und auch von hier aus ihre Raubzüge unternahmen. Mit dem Verlassen des Sundes von Mull befinden wir uns in dem eigentlichen Gebiete des atlantischen Ozeans. Schneller fliegt über die sich mehr und mehr ausdehnende Fläche der Steamer dahin, angenehm sich auf den breiten Wogen nach rechts und links neigend. Wer den Ozean zum ersten Male sah, wer den Eindruck dieser scheinbaren Unendlichkeit auf sich wirken ließ, wird stets aufs Neue bei seinem Anblicke sich Man hatte, um das Löschwerk zu hindern, die Schläuche der Spritzen durchschnitten. Die Erregung ist eine allgemeine.(Mazeb. Ztg.) * Koblenz, 11. Oktober.(Ueber das Grabdenkmal) für den verstorbenen General v. Göben wird der„N. Pr. Ztg." aus Dresden geschrieben: Während der vergangenen Woche war das für den verstorbenen General der Infanterie v. Göben bestimmte Grabdenkmal ausgestellt und hat nicht verfehlt, bei den hiesigen Künstlern und Kunstfreunden Bewunderung wegen seiner schönen Ausführung hervorzurufen. Das Denkmal besteht in einer geflügelten Viktoria, welche sich auf einen Felsen niedergelassen hat und in der linken Hand einen Lorbeerkranz hält, dessen Zweige durch ein Band mit den in Gold ausgeführten Namen der Feldzüge— Spanien, Dänemark, Mainfeldzug, Frankreich mit St. Quentin— umschlungen sind. Die Behandlung des edlen Antlitzes, die Durcharbeitung der prächtigen Gewandung und der natürlich herabhängenden Flügel sind von wunderbarer Wirkung und lassen die Figur als ein Kunstwerk ersten Ranges erscheinen. Die Statue ist aus einem einzigen Block in ausgezeichnetem karrarischen Marmor von vorzüglicher technischer Beschaffenheit und blendender Weiße ausgearbeitet worden. Zum Erfinder hat das Denkmal den Bildhauer Eppeler, Schüler unseres Meisters Johannes Schilling, zum Ausführer den Bildhauer Geißler aus Düsseldorf, und wenn es sich bestätigt, daß dieses Denkmal seine Erstlingsarbeit ist, so hätte er sich in der That nicht besser einführen können; den architektonischen Theil des Denkmals, bestehend aus einem einfachen, edel gehaltenen Unterbau mit stattlicher Umgitterung, hat der Direktor der hiesigen königlichen Baugewerkschule, Fritsche, projektirt. Auf der vorderen Seite des an den Grabstein sich anschließenden Sockels liest man die Worte: Seinem unvergeßlichen kommandirenden General August v. Göben, das achte Armeekorps.— Wir hören, daß die Aufstellung des Denkmals am 20. d. M. in Koblenz stattfinden wird. Oesterreich=Ungarn. * Wien, 12. Oktober.(Abreise.) Se. königliche Hoheit der Prinz Wilhelm von Preußen hat heute Abend 8½ Uhr, nachdem er sich vorher in der Hofburg vom Kaiser verabschiedet hatte, die Rückreise nach Berlin angetreten. Frankreich. * Paris, 12. Oktober.(Der spanische Botschafter: das Defizit.) Es wird bestätigt, daß der spanische Botschafter, Herzog von Fernan Nunez, seine Entlassung gegeben habe.— Laut Mittheilung des Finanzministers beträgt das Defizit des Budgets von 1883 gegenwärtig 67 Millionen. Britisches * London, 11. Oktober.(Typhusepidemie.) Die Untersuchung über die Typhusepidemie, von welcher der Londoner Stadttheil St. Pancras vor mehreren Wochen heimgesucht wurde, hat fast zweifellos erwiesen, daß die Krankheit durch den Genuß roher Milch entstand, die von einer Farm in St. Albons kam, wo das mit Kloakeninhalt verunreinigte Wasser eines Brunnens zur„Reinigung" der Milchgefäße und theilweise auch zur Tränkung des Viehes verwendet wurde. Die Milch wurde an einen Londoner Händler geliefert und dieser versorgte 220 von den in der Zeit vom 28. Juli bis zum 8. September 431 Personen direkt mit Milch und bei 83 anderen Personen konnte nachgewiesen werden, daß sie Milch von demselben Händler bezogen hatten. wunderbar ergriffen fühlen. Vor uns die tiefen und lang hingestreckten Wellenthäler in dunklem Grün, die, je weiter unserm Auge entfernt, desto kleiner zu werden scheinen und uns im hellen Sonnenglanze an flüssig wogendes Gold erinnern, bis sie ganz weit in der Ferne am Horizont mit dem stahlgrauen Himmel in eins übergehen. Und welches Leben inmitten dieser schier unermeßlichen Fläche! Dort vor uns ein riesiger Dreidecker, der sich schwerfällig unter der Last seiner gebauchten grauen Segel vorwärts wälzt, während zuweilen sein schwarzer Rumpf wie der eines Meerungethümes aus den ihn mit weißer Gischt umspritzenden Wogen hervor taucht; da drüben braust einer jener schwimmenden Paläste heran, ein transatlantischer Dampfer, eine lange, schwarze Dampfwolke hinter sich herziehend. In majestätischem Fluge durchschneidet er leicht die Wellenberge und wohl mögen sich zahlreiche, an seinen Brüstungen sichtbare Passagiere der bald glücklich vollendeten Meerfahrt erfreuen und hüben und drüben wehen Tücher zum Gruße. Aber auch kleine Segler, vorwitzige Fischerboote, beleben das Bild; keck schießen sie durch die Wellenthäler und während sie in dem einen Augenblicke lustig auf den schaumgekrönten Wogenkämmen zu tanzen scheinen, tauchen sie schon im andern neckisch in die dunkle Fluth hinab, so daß nur noch die schneeigen Segel bemerkbar. So wird das Auge des Schauens nicht müde, und wenn wir vorn am Bug über die Brüftung gelehnt hinunter in die Tiefe blicken, so verkünden uns roth und blau schimmernde Quallen die Wunder des Meeres und zuweilen steigt aus dem Dunkel empor, durch den Reflex ins Riesenhafte vergrößert, der weißgelblich glänzende Körper eines Fisches, um blitzschnell wieder zu verschwinden.(Fortsetzung folgt.) Rußland. * Petersburg, 12. Oktober.(Verurtheilung.) Der wegen Veruntreuung ihm dienstlich anvertrauter Gelder unter Anklage gestellte Direktor der Postverwaltung, Geh. Rath Perfiljew, ist zur Dienstentlassung und zur Erlegung von 15,000 Rubeln verurtheilt voien. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 15. Oktober.(Vom Theater.) Gegen Schluß der vorigen Theatersaison konnten wir unseren Lesern die erfreuliche Mittheilung machen, daß die Hauptkräfte sämmtlich für die nächste Saison wieder engagirt waren. Wir freuten uns um so mehr darüber, als durch ein längeres Zusammenwirken der gleichen Kräfte das Ensemble ein immer mehr abgerundetes wird und wir deshalb der nächsten Saison unter der Direktion Steffen mit froher Zuversicht entgegensehen konnten. Heute können wir unseren Lesern nun verrathen, daß wir uns nach den Urtheilen der auswärtigen Presse in unseren Hoffnungen nicht getäuscht haben, denn sowohl in Münster wie in Pyrmont und Osnabrück, an welchen Orten Herr Direktor Steffen mit seiner Gesellschaft in der Zwischenzeit Vorstellungen gab resp. noch giebt, wurden die Leistungen gleich günstig aufgenommen. So entnehmen wir einem Osnabrücker Blatte über das Schauspiel folgende Aeußerung: Ein Drama von Shakespeare stellt an die Darstellungskraft der Schauspieler jedenfalls höhere Anforderungen, als ein modernes Lustspiel, daher denn auch manches Provinzialtheater mit ersterem jämmerlich Fiasko macht, während es es mit letzterem ganz gut reüssirt. Eine Bühne nun, welche beide Aufgaben zur Zufriedenheit ihres Publikums zu lösen vermag, darf sich schmeicheln, über ein sehr leistungsfähiges Personal zu verfügen, und in dieser angenehmen Lage befindet sich gegenwärtig die unsere; die Aufführung des„Othello“ am Sonntag hat dafür den schönsten Beweis geliefert und das wiederum bis auf den letzten Platz gefüllte Haus gab seiner Anerkennung der Leistung durch reichen Beifall und mehrfachen Hervorruf Ausdruck. Folgen nun die Kritiken über die einzelnen Darsteller: die Herren Weiß, Ad. Müller, Frl. Marly und die Herren Klug, Weber und Wohlbrück, deren Wiedergabe uns zu weit führen würde. Aber auch die in Aussicht gestellte Oper verspricht allen gerechten Anforderungen genügen zu wollen; so schreibt z. B. die„O..“ über eine Aufführung des „Nachtlager in Granada“: Auch die gestrige Aufführung der Kreutzer'schen Oper„Das Nachtlager in Granada“, die an Orchester und Sänger erhebliche Ansprüche stellt, wird befriedigt haben. Anfangs schien es zwark als ob einige Mitwirkende etwas zaghaft waren und allzu ängstlich auf die Direktive des Kapellmeisters blickten, aber allmählich wich die Unsicherheit und es siegte die Frucht des fleißigen Studiums, die Treffsicherheit und das im Ganzen prompte Einsetzen der Soli. Frl. Selden, deren frisches Spiel schon oft Anerkennung hervorgerufen, fand sich auch mit der Partie der Gabriele zurecht und hatte in Herrn Greve, der über gute Stimmmittel verfügt und wiederholt lebhaften Beifall erntete, einen guten Partner. Auch mit Herr v. Giron scheint man zufrieden zu sein. Nicht unerwähnt mag bleiben, daß Herr Kapellmeister Hamacher sich durch sicheres und dezentes Dirigiren von manchen seiner Vorgänger, welche den Taktirstock mit den Partituren oft in allzu hörbare Berührung brachten, vortheilhaft unterscheidet.— Das Theater war auch gestern wieder so gut besucht, daß Herr Steffen wohl auch befriedigt sein wird. Uebrigens können wir schon heute verrathen, daß auch der„Bettelstudent“ mit zu den Novitäten gehört, die Herr Direktor Steffen käuflich erworben und welcher mit vollständig neuer Ausstattung zur Aufführung gelangen wird. * Detmold, 11. Oktober.(Revision.) In der Strafsache gegen die Näherin Emilie Limberg und den Rechtsanwalt O. Asemissen in Detmold, wegen Majestätsbeleidigung bezw. Beihülfe dazu, hat die Staatsanwaltschaft des königlichen Landgerichts zu Paderborn gegen das Urtheil des letztgenannten Gerichts vom 12. September d. J. Revision eingelegt. Die Sache geht also nochmal ans Reichsgericht zu Leipzig. * Detmold, 15. Oktober.(Srafkammer.) In der Sitzung vom 12. d. M. wurde der Arbeiter Konrad Windmeyer von hier wegen Diebstahls im Rückfalle zu 1 Jahr Zuchthaus verurtheilt; der Kolon Heinrich Fassemeier Nr. 10 zu Bentorf wurde wegen Mißhandlung in eine Geldstrafe von 100 M event. 1 Monat Gefängniß genommen; in Sachen des Kommerzianten Gustav Müller zu Leopoldshöhe wurde die Berufung verworfen und das erstinstanzliche Urtheil, welches wegen Gewerbesteuerkontravention auf 100 M, event. 14 Tage Haft lautete, bestätigt; in Sachen gegen den Kolon Dierking Nr. 14 zu Leopoldsthal und den Steinhauer Simon Klare zu Veldrom wegen unberechtigter Jagdausübung führte die Berufung zur Aufhebung des Urtheils I. Instanz und wurde ersterer zu 90 M, event. 4 Wochen Gefängniß und letzterer zu 25+, event. 5 Tage Gefängniß verurtheilt, außerdem wurde auf Einziehung der Gewehre erkannt. * Detwold, 15. Oktober.(Winterfahrplan.) Mit dem heutigen Tage tritt der Winter=EisenbahnFahrplan in Kraft und verweisen wir auf den im Inseratentheile veröffentlichten Fahrplan. Wir machen dabei darauf aufmerksam, daß neben dem Ausfall der beiden Mittagszüge 1,38 von Detmold und 2,42 von Herford, die früheren Züge 8,45 und 12,16 jetzt schon 2 Minuten früher, also 8,43 und 12,13 von Detmold abfahren; die Abfahrtszeiten auf den Zwischenstationen werden dadurch jedoch nicht geändert. Der Zug 4,10 ab Herford geht für die Folge von Lage 4,3 ab und trifft in Detmold 4,57 ein. * Detmold, 15. Oktober.(Marktbericht.) Der heutige Kram= und Viehmarkt war ziemlich schlecht beschickt und besucht. Angetrieben waren 2 Pferde, 32 Stück Rindieh und 753 Schweine. Von den letzteren wurden=wöchige mit 9 M, vierteljährige mit 15 bis 18 K und halbjährige mit 24—27 M bezahlt; große fette Schweine erzielten einen Preis von 100—120 M. Hauptsächlich wurde von Händlern viel gekauft und per Bahn fortgeführt. * Selbeck, 13. Oktober.(Verschwunden.) Unser sonst so stilles, kaum dem Namen nach bekanntes Dörfchen ist augenblicklich durch das Verschwinden eines jungen Landwirthes Namens Pohlmeier in große Aufregung versetzt. Genannter Pohlmeier von Holstenhöfen bei Blomberg heirathete vor einigen Jahren die einzige Tochter des Kolons Bunte m. Pape hierselbst und pachtete gleichzeitig des Letzteren Hof für eine sehr niedrige Summe auf 6 Jahre. Das eheliche Verhältniß der jungen Eheleute schien leider kein glückliches zu sein, was wir„feinfühlenden" Selbecker bald herausfanden, ja vorher gesehen hatten. Auch war eine gewisse Spannung zwischen Schwiegervater und Schwiegersohn, Verpächter und Pächter, nur zu deutlich wahrnehmbar. Ueberhaupt gaben die internen Verhältnisse viele Veranlassung zu allerlei Gerede. Seit fast 8 Tagen ist P. nun plötzlich verschwunden und man munkelt, daß er über Bremen seinen Weg genommen. Bestätigt sich das, so wird er jetzt wohl schon auf dem großen Wasser schwimmen. Ob P. sein ganzes nicht unbeträchtlich sein sollendes Vermögen(man spricht von 24—30,000 0) mitgenommen, wie es heißt, und er in Gesellschaft eines Frauenzimmers, welche bei dem Kinde der Pohlmeiers als Amme war, reiset, ist noch nicht völlig erwiesen. Man bedauert hier allgemein die junge Frau sowohl, wie den alten, schwachen Vater. * Vlotho, 11. Oktober.(Entdeckt.) In Bezug des Attentats auf das elfjährige Mädchen aus der Nähe von Vlotho wird hierdurch berichtet, daß der Thäter schon am vergangenen Montag entdeckt ist und hinter Schloß und Riegel sitzt. Er heißt Brokhage, ist 23 Jahre alt und etwa seit einem halben Jahre im benachbarten Valdorf verheirathet. Brokhage soll bereits bekannt haben, giebt aber vor, betrunken gewesen zu sein. Inwieweit dies seine Richtigkeit hat, wird das Gericht feststellen. * Oeynhausen, 11. Oktober.(Hebung des Bades.) Nach einer uns zugehenden authentischen Mittheilung hatte der Direktor unserer Salinen= und Badeverwaltung, Herr Bergrath Freytag, bei seiner letzten Anwesenheit in Berlin eine Audienz bei Sr. Exzellenz dem Minister Maybach, in welcher hauptsächlich von der Hebung unseres Bades die Rede war. Se. Exzellenz soll sich dahin geäußert haben, daß soviel an ihm liege, er seinen ganzen Einfluß aufbieten werde, um Oeynhausen zu einem Weltbade ersten Ranges zu machen, und würde er dazu auch die finanzielle Unterstützung nicht versagen. Herr Bergrath Freytag soll ferner von Berlin die Autorisation mitgebracht haben, ein geeignetes Terrain des Badeeigenthums an einen Privaten resp. an eine Aktiengesellschaft zur Errichtung eines großartigen Kurhotels abzulassen, welches letztere allen Ansprüchen eines distinguirten Publikums zu entsprechen haben würde.(M. Krsbl.) *(Die„Stoffüberfütterung" der Schule) treibt auch Julius Sturm zu dem Stoßseufzer: Denk ich der Jugend, möcht' ich bitter weinen; Wie bald seh' ich der Augen Glanz verglühen, Der Wangen Rosen welken und verblühen, Und stumpfen Sinn sich frühem Alter einen. Kein Wunder! denn ihr zwingt ja schon die Kleinen, Sich rastlos um des Wissens Schatz zu mühen, Und sucht die Zeit der Reife zu verfrühen: Und solches Thun will euch noch löblich scheinen. Doch wenn euch nun das große Werk gelungen, Und eure Söhne sich bei frühen Tagen, Ein eignes Amt und eignes Brod errungen: Wie werden sie als Männer euch verklagen, Wenn sie mit blödem Aug' und kranken Lungen, Als Krüppel sich durch's Leben müssen schlagen! Forst= und Jagdwirthschaft. *(Die Staupe der Hunde.) Professor Dr. Friedberger in München, jener berühmte Gelehrte der Veterinärkunde der Jetztzeit, der im Süden dasselbe Renommée besitzt wie Professor Möller(Berlin) im Norden, veröffentlicht gegenwärtig in der unter Redaktion des Frhrn. v. Hirschfeld erscheinenden„Deutschen Jäger=Zeitung:(Verlag I. Neumann, Neudamm, Preis 1 M. vierteljährlich bei allen kaiserl. Postanstalten), eine Abhandlung über die„Staupe der Hunde.“— Da nun von allen Krankheiten dieser Thiergattung— mit Ausnahme der Wuth— wohl keine die große Bedeutung wie das bei uns gemeinhin mit dem Namen „Staupe“ bekannte Leiden hat, so glauben wir im Interesse unserer Leser zu handeln, wenn wir auf das Erscheinen dieses belehrenden und für jeden Hundebesitzer wichtigen Artikels besonders hinweisen. Die Staupe der Hunde ist nicht nur die häufigste, sondern auch die mörderischste Krankheit, durch welche der Hundebestand oft arg bedroht wird; eine große Anzahl von Hunden fällt ihr direkt zum Opfer, nicht wenige müssen der Nachkrankheiten wegen getödtet werden. Kein Wunder daher, wenn dieses Leiden von jeher die Aufmerksamkeit aller Hundeliebhaber und=Züchter, sowie der Jäger und Thierärzte auf sich zog. Die Heilung ist schwierig und wird noch erschwert durch die schwindelhaften Ankündigungen von„stets sicher heilenden Staupepillen.“ Diese müssen mit gerechtem Mißtrauen aufgenommen werden.— Wie leicht ersichtlich, kann es bei den gänzlich verschiedenen Formen, in denen die Staupe auftritt, kein Universalmittel geben. Wochenmarkts=Bericht. * Bielefeld, 11. Oktober. Butter pr. ½2 Kilo M. 1,15, Rindfleisch pr. ½ Kilo M.—.60, Schweinefleisch pr. ½2 Kilo. M. —.60, Speck, hiesiger pr. ½2 Kilo M.—,75, Speck amerikanischer pr. ½ Kilo M.—,70, Kalbfleisch pr. ½ Kilo M.—.50, Hammelfleisch pr. ½ Kilo M.—,65, Gänsefleisch 4¾ Pfd. M.—, Eier 17 Stück M. 1,—, Zwiebeln pr. ½ Kilo M.—.07, Aepfel 100 Pfund M. 3,50, Birnen 100 Pfund M. 5,—, Pflaumen à Pfund M.—,10, Kirschen pr. ½ Kilo M.—.—. Große Bohnen 1 Kilo M.—.—, Vietsbohnen 1 Kilo M.—.40, Erbsen 1 Kilo M.—.—, Rüben pr. 1 Kilo M.—,06, Wurzeln pr. 1 Kilo M.—.07, Blumenkohl à Stück M.—,30, Kopfsalat 3 Stück M.—,10, Kappus à Stück M.—,15, Rothkohl à Stück M.—,20, Wirsing à Stück M.—,15, Steckrüben à Stück M.—,07, Kohlrabi 4 Stück M.—,10, Gurken à Stück M. 0,07, Kartoffeln, pr. 150 Pfund M. 3,10, Roggenstroh 50 Kilo M. 2,72, Haferstroh 50 Kilo M. 1,90, Weizenstroh 50 Kilo M..—, Heu 50 Kilo M. 3,75. Repertoir des königlichen Theaters zu Hannover. Montag, den 15. Oktober: Die Karolinger. Dienstag, den 16. Oktober: Die zärtlichen Verwandten. Ein Autographensammler. Mittwoch, den 17. Oktober: Geschlossen. Donnerstag, den 18. Oktober: Figaros Hochzeit. Freitag, den 19. Oktober: Die beiden Schützen. Sonnabend, den 20. Oktober: Neu einstudirt: Die Komödie der Irrungen, Lustspiel in drei Akten von Vermischtes. * Kirchhain, 10. Oktober.(Kampf mit einem Hirsch.) Aus Holzhausen an der Lahn wird berichtet: Der hiesige Förster Kohlenhaußen ging mit seinem Sohn in den Hirschpark, um einen Rehbock abzuschießen. Kaum 200 Schritte vom Ausgange entfernt, kommt ein vierjähriger Hirsch, welchen der Förster großgezogen, hinter Beiden her, trabt an ihnen vorüber, wendet sich gegen sie und stürzt sich dann plötzlich mit voller Wucht auf seinen Wohlthäter. Dieser parirt mit der Büchse, quer in der Hand, den Stoß ab, sinkt aber zu Boden, läßt nun die Büchse fallen und faßt den Hirsch mit beiden Händen. Vater und Sohn kämpften nun auf Tod und Leben mit dem Hirsch, beide fassen das Geweih, drehen die beiden Enden desselben nach unten und stemmen sie in die Erde, um etwaige Hülfe abzuwarten. Lange durfte dieser Kampf nicht dauern und da Hülfe ausblieb, bieß es hier:„Sieg oder Tod.“ Endlich, nachdem der Förster verschiedene Verletzungen erhalten und die Kräfte der Angefallenen abnahmen, mußte man sich entschließen, den Hirsch zu tödten. Während der Vater nun den Hirsch allein festhielt, gab der Sohn einen wohlgezielten Schuß ab und wurde hierdurch dem schrecklichen Kampfe, welcher mindestens 20 Minuten anhielt und mit Gewandtheit und Geistesgegenwart ausgeführt wurde, ein Ende gemacht.(F..) * * Berge Borbeck, 9. Oktober.(Unglücksfälle.) Gestern Nachmittag ereignete sich in Borbeck ein schrecklicher Unglücksfall. Auf dem Glockenthurm der dortigen katholischen Kirche waren zwei Dachdecker, Meister und Geselle, mit Reparaturarbeiten beschäftigt. Als der letztere eben einen neuen Leiterhaken einschlagen wollte, löste sich plötzlich der Haken, an welchem seine Leiter hing, und der Unglückliche stürzte rücklings auf das Schiff der Kirche und darauf zur Erde— aus einer Höhe von 30 bis 40 Metern. Der Tod erfolgte sofort, da der Hinterkopf total zerschmettert war.— Am selben Nachmittag fiel in der Ortschaft Gerschede das zweijährige Kind eines Bergarbeiters in einen Wassergraben. Da kein Retter in der Nähe war, so mußte das arme kleine Wesen elendiglich ertrinken.(Elb. Zig.) Shakespeare. Coppelia, Oktober: Lohengrin. Ballet. Sonntag, den 21. Nachrichten. * Baden=Baden, 13. Oktober. Die Abreise des Kaisers ist auf Sonntag, den 21. d. Mts., festgesetzt. Die Ankunft in Berlin erfolgt am Montag Morgen. * London, 13. Oktober. Eine Lloyddepesche meldet: In Port=au Prince ist eine Revolution ausgebrochen. Die Stadt wurde geplündert, die Hälfte der Häuser durch Brandstiftung und Beschießung zerstört; viele Im Hafen liegen fünf fremde todt. Personen sind Kriegsschiffe. * Madrid, 13. definitiv konstituirt; Oktober. Das neue Kabinet ist es besteht aus Posada de Herrera Präsident, Ruiz Gomez Auswärtiges, Linares Rivas Justiz, Gallostra Finanzen, Moret Inneres, Lopez Dominguez Krieg, Sardoal öffentliche Arbeiten, Tuaraz Inclan Kolonien, Valcarcel Marine. * Madrid, 13. Oktober. Zur Jahresfeier der Entdeckung Amerikas fand gestern ein Festbanket statt, dem fast das gesammte diplomatische Korps beiwohnte und bei welchem zahlreiche Toafte auf das Gedeihen und die Zukunft Spaniens ausgebracht wurden. * Newyork, 13. Oktober. Nach einer Nachricht aus San Domingo versuchte heute ein Individuum, den Präsidenten der Republik in Neyba zu ermorden. Der Präsident tödtete den Angreifer mit einem Pistolenschuß, Sonnen=Aufgang 6 U. 26 Min., Untergang 5 U. 5 M. Mondes Aufgang 437 Nchm., Untergang 56 Mrgs. Amtl. Bekanntmachungen des Amtsblattes Nr. 82. Detmold. Konsistorium. Der Nebenlehrer Krüger in Schötmar ist zum Hauptlehrer und Küster in Haustenbeck und der Nebenlehrer Koch in Lemgo zum Lehrer und Küster in Schwalenberg berufen worden. Der Nebenlehrer Knöner in Cappel ist als solcher nach Hiddesen, der Nebenlehrer Schnittger zu Boßheide nach Reelkirchen, der Nebenlehrer Imker in Helpup nach Salzuflen versetzt worden. Folgende Seminaristen sind zu Nebenlehrern berufen worden: Ridder aus Horn in Cappel, Strate aus Alverdissen in Voßheide, Bruns aus Wöbbel in Helpup, Knappmeier aus Exter in Detmold, Meier aus Brake in Detmold, Lammertsmeier aus Lütte in Breitenheide, Kampfranz aus Detmold in Heidenoldendorf, Hermsmeier aus Hillentrup in Nienhagen Amts Lage, Begemann aus Wüsten in Augustdorf, Fleege aus Detmold in Schlangen, Stapperfenne aus Lemgo in Hillentrup, Schnüll aus Ohrsen in Bösingfeld, Grönnert aus Eschenbruch in Brakelsiek, Reese aus Lemgo zum Nebenlehrer daselbst und Safsenberg aus Lemgo in Schötmar. Diejenigen Nebenlehrer, welche den nach§ 6 der Dienstinstruktion zu erstattenden Bericht noch nicht eingesandt haben, werden daran erinnert, denselben innerhalb 14 Tagen zu erstatten. Detmold. Amtsanwalt. Die Militairpflichtigen Johann Heinr. Friedrich Multhaup aus Detmold, Chr. Eduard Anton Noltker aus Detmold, Fried. Carl Heinr. Tegeler aus Mosebeck und Herm. Heinr. Fried. Wißmann aus Hörste, werden unter der Beschuldigung, im diesjährigen Musterungs= und AushebungsTermine gefehlt zu haben, auf Dienstag, den 18. Dezember 1883, Vormittags 9 Uhr, vor das Schöffengericht zu Detmold geladen. Lemgo. Amtsanwalt. Der Handelskommis Hugo Heimbecher aus Brake wird beschuldigt, in der Turnhalle in der Schenkwirthschaft der Wittwe Volland in Lemgo einen groben Unfug begangen zu haben, und wird derselbe auf Donnerstag, den 6. Dezember d.., Vormittags 9 Uhr, zum Hauptverhandlungstermine geladen. Lemgo. Magistrat. In den Klassen A II, BI, C und D der Gewerbesteuer sind für jede Steuergesellschaft 7 Abgeordnete und 7 Stellvertreter zu wählen. Bei der Wahl ist zu beachten, daß mindestens Einer das Gewerbe im geringsten, Einer im höchsten und Zwei in mittlerem Umfange betreiben. Zur Vornahme der Wahl wird Termin auf dem Rathhause auf Dienstag, 16. Oktober 1883 anberaumt und zwar für die Klasse A II Nachm. 3½ Uhr „„„ BI„ 4„ „„„ C„ 4½„ Die Wahl geschieht durch Abgabe von Stimmzetteln, auf welchen so viel Namen zu verzeichnen, als Abgeordnete und Stellvertreter zu wählen sind. Lemgo. Amtsgericht II. Die Wittwe des Kaufmanns Theodor Kellner hierselbst hat das von ihr unter der Firma Th. Kellner geführte Geschäft an ihren Sohn, den Kaufmann Franz Kellner hierselbst abgetreten, welcher die seitherige Firma unverändert beihehält. Blomberg. Amtsgericht I. Die bisher unter Kuratel des Kolon Reineke Nr. 2 in Fromhausen befindliche Wilhelmine Schöttler das. ist nach Lothe verzogen und an Stelle des p. Reineke der Bauerrichter Altenbernd zu Lothe zum Kurator der p. Schöttler bestellt worden. Lage. Amtsgericht. Zur Eröffnung des Testaments des kürzlich verstorbenen Lehrers Plöger zu Breitenheide ist Termin auf Mittwoch, den 17. d.., Morgens 11 Uhr, angesetzt. Horn. Amtsgericht. In Sachen, den Zwangsverkauf des Viehmeisterschen Kolonats Nr. 154 zu Schlangen betr., sind Diejenigen, welche ihre Ansprüche nicht angemeldet haben, mit denselben ausgeschlossen und ihrer Rechte dem neuen Erwerber gegenüber verlustig erklärt. Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold. Heute ist hier eine und Leihe=Kasse eröffnet worden. Barntrup, 10. Oktbr. 1883. Der Controleur. Der Rendant. Steneberg. G. Sprengel. Am Markttage, Dienstag, den 9. d.., ist dem Stellmacher Krome hierselbst ein kleines Schwein zugelaufen. Gegen Erstattung der Insertions. und Fütterungskosten kann der Eigenthümer dasselbe wieder in Empfang nehmen. Horn. Der Magistrat PRLUH schwarz in Seide und Wolle weiß grau in Leinen und Baumwolle empfehle in neuer sehr großer Auswahl. L. Vollmar, Langestr. 36. Bildungs Verein. Donnerstag, 18. Oktober, abends 8½ Uhr: Vortrag: Die Urbewohner Deutschlands. Darauf: Generalversammlung. Tagesordnung: 1) Anschaffung eines Scioptikons. 2) Verschiedene Vereinsangelegenheiten. S K Die Verlobung unserer Tochter Marie mit dem Kaufmann Herrn Wilhelm Tracht in Detmold zeigen hiermit ergebenst an Schlangen, 14. Okt. 1883. Pastor G. Schmidt und Frau. Gegen den Dienstknecht Friedrich Franke aus Rolfshagen, dessen Aufenthaltsort dermalen unbekannt ist, soll eine durch vollstreckbares Urtheil des Königlichen Schöffengerichts zu Rinteln vom 13. August 1879 wegen eigenmächtigen Dienstverlassens und Uebertretung der Polizeiverordnung vom 18. November 1874 subs. erkannte Haftstrafe von zusammen 3 Tagen vollstreckt werden, welche durch Zahlung der Geldstrafe von 7 A abgewendet werden kann. Es wird ersucht den p. Franke zu verhaften, im nächsten Gerichtsgefängnisse die Strafe verbüßen zu jassen und demnächst Nachricht hierüber mitzutheilen. Rinteln, den 11. Oktober 1883. Königliches Amtsgericht. Baist. Wohne jetzt auf der Krummen straße Nr. 18. Ed. Reese, Schirmmacher. 12 bis 1500 C gegen gute Hypothek anzuleihen gesucht. Von wem? sagt die Exped. d. Bl.(262) Festtage halber ist das Geschäft Dienstag und Mittwoch, den 16. und. 17. schlossen. G. Treuensels. Lustige Bismarckiaden in Zeim und Bild von Ed. Daelen. Preis 2 Mark. Zu beziehen d. alle Buchhandlungen. Verlag von Ad. Spaarmann in Oberhausen a. d. Ruhr. suche auf sofort 2 Führinechte Schlüter, Maurermeister, Detmold. Neu! Vernickelte Caffeemühlen, à.50,.75,.00 M empfehlen als sehr praktisch Sonntag& Vos Alfred Heinrichs Nachfolger. Teschings, Terzerolen, Revolver(Lefaucheux= und Centralfeuer= System) empfehlen in großer Auswahl Sonntag& Bos Alfred Heinrichs Nachfolger. Marie Schmidt Wilhelm Tracht### Velleste. Schlangen. Detmold.# " 1. 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