„Die Lippische Landes=Zeitung erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. „ Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. J1e 221. Donnerstag, 20. September. 1805. Deutsches Reich. * Berlin, 19. September.(Die Haftpflicht der Regierung gegenüber der Steglitzer Katastrophe) ist bisher von allen objektiv Erwägenden als etwas Selbstverständliches angesehen worden. Um so mehr befremdet es, daß sowohl von der Staatseisenbahnverwaltung, wie von einzelnen der Regierung nahestehenden Juristen Bedenken erhoben werden, die Entschädigungspflicht ohne Weiteres anzuerkennen. Zunächst soll die Entscheidung der Gerichte abgewartet werden, wie weit die Verwaltung ein Verschulden trifft, dann erst sollen bindende Entschlüsse gefaßt werden. Uns will diese formell vielleicht korrekte, im Uebrigen aber wenig staatskluge Handlungsweise der Regierung nicht zusagen; sie steht in schroffem Gegensatz zu dem Gerechtigkeitsgefühl des Volkes, widerspricht aber auch schnurstracks den von ihr selbst in den letzten Jahren vertretenen sozialpolitischen Grundsätzen und ist daher wenig geeignet, an den Ernst und die Aufrichtigkeit ihrer sozialreformatorischen Bestrebungen glauben zu lassen. Bekanntlich gipfeln dieselben darin, daß das Entschädigungsrecht in gewissen Betrieben Verunglückter und deren Angehöriger ein für alle Mal und unabhängig von richterlicher Entscheidung anerkannt werden soll, um eben die Weitläufigkeit der Entschädigungsprozesse und das Odiöse einer Feststellung der Schuldfrage thunlichst zu vermeiden. Wenn nun die Regierung in einem sie selbst betreffenden Falle ähnlich wie Junker Alexander verfährt, so kann es nicht ausbleiben, daß sie sich einer Beurtheilung aussetzt, welche ihre Stellung in der sozialen Frage moralisch sicherlich nicht stärkt. Warum sie sich eines für ihr ganzes Unfallversicherungsprojekt vielleicht verhängnißvollen Unterlassungsfehlers schuldig macht, ist für uns unfaßbar. Es scheint fast, als ob es auch auf sozialpolitischem Gebiet an klaren Entschlüssen der leitenden Personen fehlt, oder soll die Haltung der Regierung in dieser Frage wohl gar den Anfang zum Ende der bisherigen Unfallversicherungsexperimente sein? *—(Europäische Gradmessung.) Am kommenden 15. Oktober tritt in Rom die siebente Ge neralkonferenz der europäischen Gradmessung zusammen. Einen der wichtigsten Verhandlungsgegenstände dieser Konferenz bildet die Frage der Vereinheitlichung der geographischen Längen durch Wahl eines einzigen ersten Meridians, sowie die Einführung einer internationalen Zeit für den inneren Verwaltungsdienst der Eisenbahnen, Telegraphen und Posten. Um bei Berathung dieses Gegenstandes, der zugleich ein wissenschaftliches und praktisches Interesse darbietet, möglichst alle maßgebenden Meinungen vertreten zu sehen, hat die permanente Kommission der europäischen Gradmessung(Präsident General Ibanez in Madrid, Sekretäre: Professor Adolf Hirsch in Neuenberg und Th. v. Oppolzer in Wien) ferner beschlossen, die britische Regierung zu ersuchen, sich auf dieser Konferenz in Rom vertreten zu lassen. Außerdem wurden die Vorstände der hauptsächlichsten astronomischen und nautischen Jahrbücher, sowie mehrere Gelehrte in England und anderen Ländern, welche sich für die Sache besonders interessiren, eingeladen, an den betreffenden Verhandlungen theilzunehmen. Die Konferenz kann natürlich keineswegs beanspruchen, maßgebende Beschlüsse zu fassen, sondern es liegt vielmehr nur in ihrer Aufgabe, durch Berathung der wissenschaftlichen Seite der Frage, eine passende Grundlage für die allgemeine Annahme eines gemeinsamen Meridians und einer internationalen Zeit zu liefern, welche alsdann durch eine spezielle diplomatische Konferenz zu verwirklichen ist. Das Projekt hat bereits bei mehreren Regierungen günstige Aufnahme gefunden. Von den übrigen Berathungsgegenständen des Kongresses notiren wir: 1) Jahresbericht der permanenten Kommission des Central= bureaus; 2) Bericht der Bevollmächtigten über die Fortschritte in den Arbeiten der von ihnen vertretenen Länder; 3) Uebersicht über den gegenwärtigen Stand der europäischen Gradmessung. Referenten hierüber sind die Herren Backhuyzen, Ferrero, Perrier, Hirsch, General Ibanez, v. Oppolzer, v. Bauernfeind und General Bayer. * Halle, 17. September.(Kabinetsordre.) Im Laufe des gestrigen Nachmittags ist folgende, an den Herrn Oberbürgermeister gerichtete allerhöchste Kabinetsordre hier eingegangen: Als die Einladung an Mich erging, bei Gelegenheit Meiner Anwesenheit in der Provinz Sachsen auch der Stadt Halle Meinen Besuch zu machen, war Ich von der Ueberzeugung durchdrungen, daß der Wunsch der Bürgerschaft, Mich persönlich zu begrüßen, aus den aufrichtigsten Gefühlen der Loyalität und Anhänglichkeit hervorging. Um so angenehmer war Mir der Gedanke, dieser Einladung Folge zu geben, als es Mir während der Zeit Meiner Regierung bisher nicht vergönnt gewesen war, in den Mauern der Stadt zu weilen und an dem kräftigen Aufblühen der letzteren Mich zu erfreuen. Zu meiner tiefsten Betrübniß habe Ich Mich nun aber, inmitten der Anstrengungen dieser bewegten Tage, auf den dringenden Rath der Aerzte noch in letzter Stunde, allerdings nicht leichten Herzens, entschließen müssen, die längst und gern gehegte Absicht aufzugeben und Meinen Sohn, des Kronprinzen kaiserliche und königliche Hoheit, mit Meiner Vertretung zu beauftragen. Aus seinem Berichte vernehme Ich zu Meiner größten Genugthuung, daß die Vorbereitungen, welche zu Meinem festlichen Empfange getroffen waren, trotz der Kürze des in Aussicht genommenen Aufenthalts über alle Erwartungen großartige waren. Der Schmuck der Straßen und Plätze war nach der Mir gewordenen Schilderung ein so reicher und mannigfaltiger, die Theilnahme, zu welcher sich alle Stände und Schichten der Bevölkerung vereinigten, eine so lebhafte, daß Ich es auf das schmerzlichste bedauere, nicht selbst Zeuge dieser begeisterten Huldigung haben sein zu können. Immerhin bin Ich von dem wahrhaft glänzenden Empfange, wie er Mir zugedacht war, von den beredten Beweisen der Liebe und Verehrung, wie sie Mir entgegengebracht werden sollten, in Meinem landesväterlichen Herzen ungemein wohlthuend berührt; Ich kann es Mir nicht versagen, Meinen herzlichsten und wärmsten Dank dafür auszusprechen mit der Versicherung, daß Ich das nachhaltige Gedeihen Meiner getreuen Stadt Halle auch ferner, wie bisher, mit Meinem aufrichtigsten Wohlwollen begleiten werde. Merseburg, den 16. September 1883. Wilhelm. An den Oberbürgermeister der Stadt Halle. * Merseburg, 19. September.(Se. Majestät der Kaiser) begab sich gestern Abend 8 Uhr zum Feste des Provinziallandtages im Schloßgartenpavillon mit dem Kronprinzen, den Herzögen von Anhalt und Altenburg, den Fürsten von Schwarzburg=Reuß und den übrigen Fürstlichkeiten. Zur Aufführung gelangte im Theatersaal:„Gewagtes Spiel" und„Die Nürnberger Puppes. Um 10 Uhr fand das Abendessen in den festlich geschmückten Räumen des Schlosses statt. Der Kaiser verweilte bis 11 Uhr. Heute früh 9 Uhr begab sich der Kaiser mit Extrazug nach Weißenfels und stieg dort am Gasthof zur schönen Aussicht zu Pferde. Württemberg. * Stuttgart, 16. September.(Resolution.) Der Delegirtentag des Centralvereins deutscher Industriellen hat über die Unfallversicherung bezüglich einer Reform des Konsulatswesens folgende Resolution angenommen: „Die Delegirtenversammlung erkennt dankend an, was von Seiten der deutschen Reichsregierung für die bessere Entwickelung des deutschen Konsularwesens und damit im Zusammenhang für die deutschen Exportinteressen bereits geschehen ist. Sie bezeichnet es jedoch als erforderlich, daß auf diesem Gebiete noch entschiedener vorgegangen werde, insbesondere auch durch Vermehrung der Berufskonsulate. Sie beauftragt das Direktorium, Kriminal=Novelle von N. I. Anders. (7. Fortsetzung.) Fassen auch wir den Gegenstand ins Auge. Es war eine kleine Flasche, ähnlich denen, wie sie in Apotheken zum Aufbewahren von Tropfen verwendet werden. Dennoch betrachtete sie der Finder mit lebhaftem Interesse. Das Fläschchen mußte für ihn einen hohen Werth haben. Er betrachtete auch die darauf befindliche Etiquette, welche neben einer Art Wappen die Worte „Rathsapotheke zu.u enthielt. Immer und immer wieder prüfte der Fremde das Fläschchen, wie auch die darauf befindliche Etiquette, als ob dasselbe ein Räthsel enthielt, das zu lösen er sich zur Aufgabe gemacht. Er öffnete das Fläschchen und führte es dann zur Nase. Er schüttelte sich, wie unwillkürlich Jeder nach dem Einathmen einer betäubenden Athmesphäre. Das Fläschchen mußte wohl Chloroform oder eine ähnliche scharfe Substanz enthalten und wohl nur der Umstand, daß es fest verkorkt war, war Schuld daran, daß der scharfe Geruch der Substanz sich lange Zeit erhalten hatte. Nach einer nochmaligen sorgfältigen Prüfung des Fläschchens schritt der Fremde auf einen Baum zu, entnahm seiner Tasche einen sogenannten Nickfänger, schnitt damit einen kleinen Zweig ab, fertigte mit staunenswerther Virtuosität eine Art Kork, mittelst dessen er die Flasche, deren Pfropfen ihm entfallen, nun wieder fest verschloß. Nachdem dieses Geschäft verrichtet war, schritt er noch einmal der Stelle zu, an welcher er den, wie es schien, für ihn so werthvollen Fund gemacht hatte. Immer und immer wieder haftete er seine Blicke auf den Boden, als wolle er denselben durchbohren. Er mußte wohl nach etwas suchen. Plötzlich eilte er mit Hast einige Schritte vorwärts. Mit großer Hast, so daß er im Eifer kaum bemerkte, daß sein Hut ihm von einem Zweig abgerissen wurde und daran hängen blieb. Dann bückte er sich plötzlich und betrachtete mit Aufmerksamkeit den zu seinen Füßen befindlichen steinigen Boden. Einzelne Steine zeigten dunkle Flecke von ziemlichem Umfang. Der Fremde war doch wohl Naturforscher oder Mineraloge, denn unmöglich hätte ihn sonst die seltsame Färbung der Steine, die einem harmlosen Beschauer kaum auffiel, so mächtig fesseln können. „Eigenthümlich“, sprach er für sich,„fast scheint es, als sollte ich schneller, als ich dachte, ans Ziel kommen.“ Dann griff er wieder nach der Tasche und entnahm derselben gleichfalls ein Fläschchen, ähnlich dem, das er vorher gefunden hatte. Dasselbe mußte wohl eine scharfe, ätzende Flussigkeit enthalten, denn mit der größten Vorsicht befreite er es von seiner Umhüllung, öffnete es darauf und ließ einige Tropfen der darin enthaltenen Flüssigkeit auf die Steine fallen, die er soeben mit großem Interesse betrachtet hatte. Es handelte sich hier jedenfalls um ein interessantes chemisches Resultat, denn kaum hatte die Flüssigkeit die Steine berührt, als die dunklen Flecke auf denselben die schönfte blutrothe Farbe annahmen, so daß es schien, als ob irgend wer, der wie der Fremde hier eingedrungen war, heftiges Nasenbluten gehabt hätte. murmelte der Fremde leise. Dann korkte er das Fläschchen wieder sehr behutsam zu und ließ es in die Tasche gleiten. Hierauf bückte er sich und löste mit Hülfe seines Messers einen der kleinen befleckten Steine aus der Umgebung los, wickelte denselben nebst gefundenen Fläschchen sorgfältig in ein Tuch und steckte Beides ein. Dann erst griff er nach seinem Hut mit einer Sicherheit, als wäre ihm derselbe nicht zufällig entrissen worden, sondern als hätte er ihn an einen zu diesem Zweck bestimmten Haken aufgehängt. Hierauf durchschritt er das Gebüsch bis zu der jenseits der Landstraße gelegenen Lichtung. Er entdeckte hier einen schmalen Fußsteig, der, wie es schien, zufällig von Passanten gebildet, sich einem weißen Faden gleich in der Ferne verlor. Aufmerksam verfolgte sein Auge denselben. Inzwischen waren Stunden vergangen, und zahlreiche Arbeiter eilten den verschiedenen Dörfern zu. Auch Händler mit mächtigen, Kasten ähnlichen Tragkörben zogen ab und zu vorüber und nahmen ihren Weg meist nach F. Jedenfalls wollten die fliegenden Galanteriewaarenhändler den nächsten Zug in der Richtung auf F. oder B. benutzen. Der Fremde wollte sich eben von der Stelle, an der er wie festgebannt gestanden hatte, fortbegeben, als plötzlich eine alte Frau mit einem schweren Tragkorb beladen aus dem Gebüsch trat und ihren, wie es schien, eiligen Weg, den Fußsteig verfolgend, fortsetzen wollte. Er ließ sie wenige Schritte pafstren, dann plötzlich, wie von einem Gedanken ergriffen, rief er sie an:„Wohin so eilig, Mütterchen?“ Die Frau stand still, wendete sich um und hatte bereits eine mürrische Antwort auf der Zunge, als ihr Auge auf den Fragenden fiel. Sie erkannte sofort den, den besseren Ständen angehörigen Mann und antwortete deshalb im freundlichsten Tone.„Ich muß wohl eilen, guter Herr, denn ich will noch vor zwölf in M. sein, wo heute Lieferungstag ist. Wenn ich Stunde von zwölf bis eins versäume, so kann ich nicht allein bis Sonnabend auf die sauer verdienten Groschen warten, sondern bekomme auch keine neue Arbeit mit, was doch für mich ein schwerer Verlust wäre." „Hm, hm, so wird die Arbeit also schlecht bezahlte, Frachens.— hicht bgzeht, „Leider nur zu schlecht. Man hat Noth, dabei täglich vier Groschen zu verdienen und nur, wenn Alles im Hause, Mann, Weib und Kind, von früh bis in die Nacht hinein thätig find, kann man soviel dabei erwerben, als zum nothwendigsten Lebensunterhalt gehört.“ (Fortsetzung folgt.) in diesem Sinne vorzugehen und überweist die Vorschläge den beiden Referenten, namentlich bezüglich der Errichtung eines Handelsmuseums, als ein hierbei zu benutzendes Material.“ Oldenburg. * Oldenburg, 17. September.(Fortschrittliches Blatt.) Bisher war man sich hier nicht klar über die Gründe, welche Herrn Eugen Richter veranlaßten, sich hier in Oldenburg aufzuhalten. Jetzt scheinen dieselben festzustehen. Es handelt sich, wie verlautet, um Vorbesprechungen behufs Gründung eines fortschrittlichen Blattes in Oldenburg. Reuß j. L. * Gera, 16. September.(Landtagsabschied.) Ehe noch das ganze Ergebniß der vorgestrigen Landtagswahlen bekannt geworden, ist für den 1880 gewählten Landtag der fürstliche„Landtagsabschied“ erschienen. In demselben wird dem Landtag zunächst für die„bewiesene Sorgfalt und Umsicht“ der landesfürstliche Dank ausgesprochen, dann die Reihe der vereinbarten Gesetze, u. a. über den Domanialfond, die Besoldungen der Geistlichen und Volksschullehrer, namhaft gemacht; bedauert wird, daß die Einsetzung eines evangelischen Kirchenraths die Zustimmung des Landtags nicht gefunden hat und deshalb die Synodalordnung nicht eingeführt werden konnte. Der bezügliche Schlußpassus lautet wörtlich:„Wir behalten uns weitere Entschließung darüber vor, auf welchem Wege für die Landeskirche eine Presbyterial= und Synodalverfassung herbeizuführen sein wird, müssen aber daran festhalten, daß auf dem rein kirchlichen Gebiete dem Landtage eine Mitwirkung bei der Gesetzgebung nicht zukommt.“ Aus der Reihe der Regierungsbeschlüsse zu den Resolutionen des Landtags ist bemerkenswerth, daß in Folge der Bemühungen der Regierung auf Verminderung der Richterstellen beim Jenaer Oberlandesgericht zwar bei eingetretener Vakanz eine nichtakademische Rathsstelle unbesetzt geblieben, daß dagegen eine bisher nicht besetzte akademische Rathsstelle besetzt wurde und daher eine wesentliche Ersparniß nicht erzielt ist. Ueber die Finanzlage spricht sich der„Landtagsabschied“ dahin aus, daß dieselbe durch überwiesene Antheile aus den Reichssteuern, durch die Zinsen aus dem Landesdomantalfond und durch Wegfall der Zinsgarantie für die Gera=Eichicht=Eisenbahn sich günstig gestaltet.(.=.) Oesterreich=Ungarn. * Wien, 18. September.(Abreise. Arbeitseinstellung.) Der König von Serbien reist Mittwoch Nachmittag in Gesellschaft des Königs von Spanien zu dem Kaisermanöver nach Homburg.— Hundertzwanzig Arbeiter in den Unionbank=Lagerhäusern stellten wegen Nichtbewilligung einer Lohnerhöhung heute Vormittag die Arbeit ein. Belgien. * Brüssel, 17. September.(Ueberführung der Leiche Conscience.) Gestern ist die Leiche von Hendrik Conscience nach Antwerpen überführt worden, um dort auf dem Begräbnißplatze von Kiel bestattet zu werden. Um 8 Uhr wurde auf dem herbstbilder. Von O. Weßel. (Fortsetzung.) In dem insektenärmeren September durchstreifen Drosseln, namentlich die Schwarzdrossel, vielfach Hainung, Gebüsch und niedere Waldbäume, reife Beeren, zumal Vogelbeeren, aufsuchend, und gelangt dann häufig in den ihr Gefahr drohenden Dohnenstrich. Zwar meidet der schlaue Vogel die beiden Schlingen der Dohne und pflückt die beliebten Vogelbeeren, von unten auf an die Dohne fliegend. Aber der Vogelsteller war noch schlauer, er versah auch manche Dohne mit Unterschlinge und die die Scylla vermeidende Drossel fällt nun in die Charybdis, sie geräth mit einem Beine in die Unterschlinge und ist gefangen. Ein Zetergeschrei durchschallt den Wald. Reinecke Fuchs spitzt seine Ohren, geht dem Schalle nach, sieht die leckere Beute, auf die er pfeilschnell zueilt. Die Amsel macht vergebens die letzte Anftrengung, die Fessel zu zerreißen, aber noch ehe der sich nahende Vogelsteller die Dohne erreicht, hat Reinecke schon den schreienden Vogel aus der Schlinge gerissen und der Vogelsteller hat das Nachsehen; in derselben befindet sich nur noch ein heftig gezerrtes, abgerissenes Bein.— Die Zugvögel verlassen ihre Heimath, um den Unbilden des Winters zu entgehen. Sie haben längst ihre niedlichen, kunftvollen Brutstätten verlassen; ihre Nester, aus denen vordem das muntere Gezwitscher der Brutvögelchen erschallte, find schon lange leer, von Regen und Sturm gepeitscht und zerzaust, hängen sie zwischen den bald entlaubten Zweigen trostlos da. Ja, einst streckten die Jungen, Futter begehrend, ihre gelben Schnäbel aus diesen Nestern hervor den unermüdlich emsig Nahrung spendenden Alten entgegen. Aber die Kleinen sind groß geworden und wandern jetzt mit den Eltern dem Süden zu, dahin wo fast steter Sommer herrscht.— Den Reigen der Zugvögel hatte schon die Steinschwalbe eröffnet, die in den ersten Augusttagen ihre Heimath wieder verließ. Jetzt im Herbst folgen allgemach die großen Schaaren der Zugvögel nach. Hoch aus der Luft erschallt der so besondere, weithin hörbare Ruf der Kraniche! Noch sind sie nicht sichtbar die stattlichen Segler der Lüfte; aber ihr Ruf„kru“ „kurr kürr" in verschiedenen Modulationen wird stärker und kommt näher. Jetzt erspäht das überraschte Auge Begräbnißplatze von Ixelles der Sarg aus der vorläufigen Gruft erhoben in Gegenwart der Familie und der Testamentsexekutoren und dann in feierlichem Zuge, an welchem alle literarischen und artistischen vlämischen Vereine und Gesellschaften, viele ausgezeichnete Personen, eine Abordnung des Stadtrathes und eine große Menge aus dem Publikum theilnahmen, nach dem Nordbahnhofe gebracht, von wo die Abfahrt um halb ein Uhr nach Antwerpen stattfand. In Antwerpen war die Feierlichkeit noch größer und der Zudrang aus der Stadt und dem Lande sehr groß. Auch aus Holland waren Theilnehmer gekommen. Die halbe Garnison war unter Gewehr. Alle Behörden waren beim Empfang am Bahnhofe zugegen, die Mitglieder der Akademie und der Musikschule, Künstler, Schriftsteller, Musiker, vlämische Vereine und Gesellschaften und die Kinder aus den Waisenhäusern der Stadt. Ein großer Katafalk war am Haupteingange des Bahnhofes errichtet. Den Zug eröffnete eine Abtheilung Gendarmerie, dann folgte Artillerie, Infanterie bildete Spalier. Die Waisenkinder trugen zum Theil Fackeln, zum Theil Trauerstäbe mit Kränzen; die Gesellschaften ihre Banner und Abzeichen. Die Musik des Militärs und der Bürgerwehr begleitete den Zug, in welchem dem Sarge nach die Familie, der Stadtrath, die Akademie, der Cercle Artistique und die andern Gesellschaften folgten. An sehr vielen Häusern waren Trauerflaggen ausgesteckt und die Straßen mit Volk gefüllt, aber alles hielt sich in ruhiger, würdiger Sammlung. Auf dem Begräbnißplatze angekommen, ward der Sarg herabgehoben und zum Grabe getragen, während ein Bataillon Infanterie und einige Geschütze die militärischen Honneurs machten, die einem Kommandeur des Leopoldordens zukommen. Dann hielt der Bürgermeister de Wael eine längere Grabrede, der noch mehrere andere von Vertretern verschiedener Körperschaften folgten, alle natürlich in vlämischer Sprache. Ein Umzug um das Grab schloß die sehr feierliche Trauerceremonie.(Cöln. Ztg.) Britisches Reich. * London, 18. September.('Donnell.) Der Irländer'Donnell, welcher Ende Juli d. J. den Kronzeugen Carey unweit der Capstadt an Bord eines Schiffes ermordete, wurde heute Nachmittag, um den Formalitäten nachzukommen, die der Verweisung eines Angeklagten vor einen Assisengerichtshof vorauszugehen haben, vor das Polizeigericht in Bowstreet gestellt. Auf den Antrag des Staatsprokurators wurde die Verhandlung vor dem Polizeigerichte wegen Abwesenheit mehrerer Zeugen auf 8 Tage vertagt. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 19. September.(Tanzverordnung.) Nr. 19 der Gesetzsammlung für das Fürstenthum Lippe enthält eine Verordnung fürstlicher Regierung, die Abhaltung öffentlicher Tanzlustbarkeiten betreffend, wonach unter Aufhebung kommunaler Polizeibestimmungen zu jeder Tanzlustbarkeit in Gast= und Schenkwirthschaften, sowie zu jeder öffentlichen Tanzlustbarkeit in andern Lokalen eine schriftliche Erlaubniß von der Ortspolizeibehörde vorher eingeholt werden muß und zwar so zeitig, daß von der betr. Behörde eine etwa nothwendige Ueberwachung der Tanzlustbarkeit veranlaßt werden kann. Den mit der Ueberwachung betrauten Polizeibeamten ist der Zutritt unweigerlich zu gestatten und ihren Anforderungen behufs Schließung Folge zu leisten, wenn die Tanzlustbarkeit über die Erlaubnißstunde hinaus anhält oder Unfittlichkeiten oder sonstiger grober Unfug verübt werden. Zuwiderhandlungen werden mit Gelostrafe bis zu 30 K geahnt. Keine Anwendung find.t diese Verordnung in Betreff der polizeilichen des Beobachters den geordneten, regelmäßigen Zug der freien Vögel, die von Norden nach Süden vorübersteuern. Ohne Führer und Wegweiser, ohne Kompaß treten sie ihre weite Reise an, und erreichen sicher das Ziel, ihre Winterquartiere im fernen Süden. In überraschender Weise beschreiben die Kraniche im Fluge regelrechte mathematische Figuren: bald bilden sie Triangel, bald spitze Winkel, bald lange schräge Linien, und das stets in bester Ordnung; mit Wehmuth aber folgen die Blicke der Menschen den milden warmen Ländern zueilenden Vögeln! Die trauliche Hausschwalbe sammelt sich in Schaaren in geselligster, friedlichster Weise auf hohem Thurm oder Hausdache, um sich zur Abreise vorzubereiten, und mit vielem Behagen erwärmen sich die Schwalben in den Herbstsonnenstrahlen. Nach einiger Zeit giebt eine derselben das Signal zum Davonfliegen und im Nu sind sämmtliche Vögel unter ergötzlichem Geschrei auf und davon geflogen, um sich aber bald wieder auf demselben Sammelpunkte einzufinden. Und so wird dieses Spiel noch manchen Tag bis zur Abreise in amüsanter Weise getrieben. Dann kommt endlich die bestimmte Nacht, welche uns die lieben, so traulichen Gäste entführen soll. Nach Sonnenuntergang erhebt sich eine zahlreiche Menge, die noch Nachmittags auf einem Dache versammelt war, auf ein von mehreren Alten gegebenes Zeichen und entschwindet in kurzer Zeit den Blicken des Zuschauers, um in der Nacht fernen Südländern in raschem Fluge zuzueilen. Es waren schon vorausgewandert der Kukuk und sein Köster: Der Wiedehopf, viele Sylvien und Motacillen, als Blau=, Roth=, Schwarz=, Weiß= und Braunkehlchen, die Nachtigall und Bastardnachtigall, der grüne schwirrende Laubsänger, der Fitis und niedliche Weidenzeisig, das feuerköpfige, dem Colibri gleichende Goldhähnchen und noch viele andere unserer gefiederten Sänger. Auch der komisch gestikulirende Staar, der seit Johanni seine Brutstätte verlassen, sucht dieselbe aus Anhänglichkeit nochmal auf, um bis zum Frühjahr von derselben Abschied zu nehmen. Seinem Wanderzuge schließen sich merkwürdiger Weise auch die jungen Amseln ohne die Alten an, sind dann aber nach der Rückkehr im Frühling alt geworden und verlassen im Herbst nicht wieder ihre Heimath.— Und jetzt erblüht die letzte Rose am warmen Mittag und prangen farbenprächtige Astern, sowie prachtvolle Georginen in den Herbstsonnenstrahlen. Aber auch deren letzte Stunde ist Erlaubniß auf Vereine mit obrigkeitlich genehmigten Statuten, wenn die Tanzlustbarkeiten in keinem andern als in dem ausschließlich zu Vereinszwecken dauernd gemietheten oder dem Verein eigenthümlich gehörenden Lokale abgehalten und keinerlei Vergütung für die Tanzlustbarkeit erhoben wird; dagegen fallen die sogenannten Gebehochzeiten oder ähnliche Gelegenheiten, bei welchen freiwillige Gaben als Entgeld für die Tanzlustbarkeit und die damit verbundene Bewirthung gegeben werden, mit unter diese Verordnung. Gänzlich verboten sind Tanzbelustigungen an den ersten Feiertagen der drei hohen Feste, in der Charwoche, am Himmelfahrtstage, Bußtage, Todtenfeste und an den Vorabenden aller dieser Tage. Die von den Ortsbehörden etwa festgesetzten Besteuerungen von Tanzlustbarkeiten werden durch die Verordnung nicht berührt. * Detmold, 20. September.(Klavierkonzert.) Gestern Abend fand im Ressourcen=Saale das angekündigte Klavierkonzert des blinden Pianisten Ising aus Münster statt, doch hatte dasselbe leider nur einen kleinen Zuhörerkreis angezogen. Die Ursache des schwachen Besuches mag seinen Grund darin haben, daß ein reines Klavierkonzert an und für sich nur ein eng begrenztes Publikum hat, dann aber auch, und das ist wohl für uns besonders zu berücksichtigen, in der zu frühen Jahreszeit. Die schönen Septembertage ziehen den naturliebenden Detmolder noch hinaus in die so herrlich prangende Natur und lassen in ihm den Sinn für den Genuß im Konzertsaale noch nicht aufkommen. Und doch sollte es Keiner zu bereuen haben, der dem gestrigen Konzerte des Herrn Ising beiwohnte. Der Künstler rechtfertigte vollkommen die ihm vom Herrn Musikdirektor Krieg als Geleitbrief ausgestellte Empfehlung, denn sowohl die Fertigkeit in der Technik, wie die Sicherheit und Leichtigkeit in der Ueberwindung selbst der schwierigsten Passagen ließen es uns vollkommen vergessen, einen blinden Spieler vor uns zu haben. Wie wir hören, beabsichtigt Herr Ising am Sonnabend Abend hierselbst noch ein zweites Konzert zu veranstalten und empfehlen wir dasselbe nach dem Gehörten allen Musikfreunden aufs Angelegentlichste. * Detmold, 20. September.(Freisprechung.) In der gestrigen Sitzung der Strafkammer des königlichen Landgerichts zu Paderborn wurden in den Strafsachen gegen die Näherin Emilie Limberg in Detmold und den Rechtsanwalt Asemissen daselbst, wegen Majestätsbeleidigung die beiden Angeklagten freigesprochen und der Staatskasse die Kosten des Verfahrens zur Last gelegt. Als Vertheidiger der Emilie Limberg war der Rechtsanwalt Everken in Paderborn, als Vertheidiger des Rechtsanwalts Asemissen der Rechtsanwalt Munckel aus Berlin thätig. Als Zeugen waren 16 Personen erschienen. * Detmold, 20. September.(Strafkammer.) Am 21. d.., 9 Uhr Morgens beginnend, kommen folgende Fälle zur Verhandlung: 1) gegen den Müllerknecht Friedrich Graf zu Hohenhausen wegen fahrlässigen falschen Eides und 2) gegen den Dienstknecht Heinrich Kixmöller zu Leistrup wegen Körperverletzung. Ferner gekommen; eine kalte Herbstnacht hat von ihren Schwingen eifigen Reif auf sie herabgestreut, und welkend entfallen die schönen Blätter der Blumenkrone, ein Erinnerungszeichen an das Dahinsterben, ein Mahnruf an die eigene Vergänglichkeit. Wie jetzt allmählich die Blumen verschwinden, verabschiedet sich auch ihr schönster Besuch: schön glänzende Käfer und wunderbar prächtige Schmetterlinge. Die letzten Falter erscheinen noch einmal in den warmen Sonnenstrahlen: der stattliche Admiral schwebt mit feiner Pracht durchs Thal, das in schönsten Farben prangende Pfauenauge dreht sich zum letzten Mal mit Lust und Freude auf spätem Blumenkelche und die reizende Thekla sonnt sich wohlgefällig auf den herbstlichen Blättern des Pflaumenbaums. Viele aus der schönen Insektenwelt sind schon den Weg alles Irdischen gegangen, viele haben als Larve eine schützende Ruhestätte gefunden. Zwischen Baumwurzeln unter Moos, in Ritzen der Rinden, unter alten Baumstumpfen und Steinen hausen sie, bis sie der Alles belebende Frühling zu neuem Leben ruft. Ebenso ergeht es den Spinnen, Tausendfüßen und ähnlichem Gelichter, die sich tiefer unter Steinen und Baumstücken in das lockere Erdreich zurückgezogen haben.— Auch Feld und Flur haben ein herbstliches Gewand angelegt. Statt farbiger Getreidefelder, die früher vom lauen West bewegt, in Blüthenstaubwolken hin und her wallten und wogten, zeigen sich unsern Blicken kahle Flächen mit trockenen Stoppeln, in denen der Wind sein Spiel treibt. Neben dem fahlen Grau der Aecker, die nun des Landmanns Pflug durchfurcht und zur Einsaat vorbereitet, zieht sich noch das üppige Grün der Rübenfelder hin. Und früh Morgens, wenn der Thau noch frisch auf den Aeckern lagert und die ersten Sonnenstrahlen in dem seidenen Schleier, den die Spinnen über das Feld in der Nacht webten, glitzern und über weite Strecken sich gleichsam in silbernen Fäden als„fliegender Sommern dahinziehen, fieht man wie Erwachsene und Kinder mit Säcken, Körben und Spaten ins Feld ziehen. Sie gehen aus zur Kartoffelnernte. Sind dann die Säcke mit der lieben ersehnten Frucht gefüllt und ruft in langgezogenen Tönen die Betglocke Feierabend, so wird zu großer Freude der Kleinen das trockene Kraut in Haufen zusammengetragen und lustig lodern alsdann im freien Felde die Feuer empor, in deren Asche die Kinder Kartoffeln braten, die noch einmal so gut schmecken, als wenn sie die Mutter daheim brät.—(Schluß folgt.) in der Berufungsinstanz gegen den Administrator Lammnerding aus Oerlinghausen wegen Sachbeschädigung und gegen den Schneidermeister H. Haker zu Hohenhausen wegen Vergehen gegen§ 183 des St.=.=B. Für Sonnabend den 22. stehen gleichfalls zwei Revisionsverhandlungen an und zwar 1) in einer Privatklagesache des Rathsieglers Schnitger zu Lemgo gegen den Schuhmacher A. Homeyer daselbst wegen Beleidigung und 2) in der Strafsache gegen den Domänenpächter Treviranus zu Schieder wegen Störung der Feier eines Festtages. * Herford, 17. September.(Strafanstalt.) Der erste Transport von Gefangenen, welche zur Aufnahme in die neue Strafanstalt bestimmt sind, traf heute Nachmittag 4 Uhr von Hamm kommend unter starker Bedeckung hier ein und zwar in einer Stärke von 50 Mann. Dieselben sollen mit zu den noch auszuführenden Planirungsarbeiten 2c. verwendet werden. Die vollständige Belegung der Strafanstalt findet erst am 1. Oktober statt. * Minden, 17. September.(Weserschifffahrt.) Der nun schon lange andauernde außerordentlich niedrige Wasserstand der Weser hat einen verhältnißmäßig großen Verkehr auf den Strom gebracht. Die Schiffer fahren emsig auf= und abwärts und finden unschwer Bergfracht; leider können aber die größeren Fahrzeuge nicht viel mehr als etwa ein Drittel ihres gewohnten Inhalts fassen, da das Wasser zu flach ist. Der nach Hameln gehörige kleine Meyer'sche Passagierdampfer„Biemarck“ hat seine Touren auf der Oberweser bekanntlich einstellen müssen, ist aber deshalb keineswegs müssig, sondern versieht Schleppdienste und holt die für das große Mühlenetablissement seines Besitzers bestimmten Frachten von Bremen nach ihrem Bestimmungsorte herauf. Er muß also auch jetzt„sein Brod verdienen“ Obernkirchen, 17. September.(Gründung einer Zeitung.) Unter der Bezeichnung„Liberales Wochenblatt der Grafschaft Schaumburg haben eine Anzahl hervorragender Männer in der Grafschaft ein Lokalblatt für Rinteln gegründet. Bekanntlich ist die Grafschaft Schaumburg durchweg liberal, obwohl man in letzterer Zeit der Welt glauben machen wollte, der schaumburger Landwirth wäre jetzt„konservativ“ geworden. Letztere Auffassung ist hauptsächlich dadurch irriger Weise bei der Landbevölkerung entstanden, daß das bisher liberale Kreisblatt seine Verschmelzung mit der konservativen „Schaumburger Zeitung“ auf den 1. Oktober d. J. angekündigt und langsam vorbereitet hat. Die Gründung eines liberalen Wochenblattes war daher eine dringende Nothwendigkeit und wird es wohl nur dieser Andeutung bedürfen, um alle Freunde der liberalen Sache zu Abonnenten und eifrigen Förderern des neuen Unternehmens zu gewinnen.(Hess. Morgenztg.) Pyrmont, 16. September.(Feuerwehrfest.) Die freiwilligen Feuerwehren der Städte Hildesheim, Hameln, Steinheim und Blomberg trafen heute Nachmittag auf Einladung der hiefigen Wehr zu einem Rendezvous hier ein. Die Hildesheimer und Hamelenser hatten ihre eigenen Kapellen mitgebracht und so rückten die Mannschaften mit klingendem Spiel in die Stadt. Nachdem die über 300 Wehrmänner— der Hildesheimer waren allein über 100 Mann— sich gegenseitig begrüßt und einigermaßen erfrischt hatten, führten die hiesigen Mannschaften ihren Kameraden eine Reihe wohlgelungener Uebungen am Steigerthurme vor. Der Hauptmann der Hameln'schen Wehr, Herr Lampe, sprach ihnen hierüber Namens der sämmtlichen Kameraden seinen Beifall aus, lobte, auf den neuerbauten Steigerthurm und die trefflichen Geräthe hinweisend, die Opferwilligkeit der städtischen und fürstlichen Behörden, empfahl aber auch der Bürgerschaft ihre junge Feuerwehr zu nachdrücklichster Unterstützung, die auch im Interesse der Kurgäste geboten sei, und schloß mit einem dreifachen Hoch auf die genannten Behörden und die ganze Stadt Pyrmont. Hierauf zogen die Mannschaften mit Musik durch die Stadt zum Königsberge, wo ein Kommers stattfand, bei welchem die Hildesheimer, die Hamelnsche und die Pyrmonter Kapelle abwechselnd konzertirten, viele Hochs ausgebracht wurden und schließlich auch noch ein Tänzchen improvisirt wurde. Um 7 Uhr Abends erfolgte der Rückzug zur Stadt, von wo die Gäste nach kurzer Rast zum Bahnhofe abmarschirten, um mit dem letzten Zuge der Heimath zuzueilen.(H..) * Holzminden, 17. September.(Frequenz der Baugewerkschule.) Die hiesige vom Staate beaufsichtigte und auch unterstützte Baugewerkschule wird in diesem Sommersemester von 90 Bauhandwerkern besucht. In vergangener Woche fand unter dem Vorsitze des Kreisdirektors Koken die Meisterprüfung statt, welcher sich 11 Kandidaten unterzogen. 9 von denselben bestanden die Prüfung, welcher auch einige Delegirte des hiesigen Baugewerks beigohnten. Mittheilenswerth erscheint, daß der Direktor der Holzmindener Bauschule nicht im Stande ist, allen Anforderungen wegen Ueberweisung tüchtiger Bautechniker Genüge zu leisten. Die Schule, deren Hauptunterricht Anfangs November beginnt, wird im zukünftigen Winter von etwa 600 jungen Bauhandwerkern, Maschinenbauern 2c. besucht sein. * Soest, 17. September.(Ein Fall grenzenlosen Leichtsinns), welcher dem Betreffenden schon nach wenigen Stunden das Leben kostete und der erst jetzt laut eingeleiteter gerichtlicher Untersuchung festgestellt wurde und an die Oeffentlichkeit dringt, hat sich vor mehreren Wochen hier zugetragen. Ein Wagenrevisor, der sich stets über alle medizinischen Mittel belustigte, traf in einer Wirthschaft einen Gärtner, welcher ein ihm vom ersteren angebotenes Glas Bier ablehnte, indem er bemerkte, daß er krank sei und von dieser Medizin— dabei zeigte jener ein kleines mit einer Flüssigkeit gefülltes Gläschen vor— alle 3 Stunden 15 Tropfen nehmen müsse.„Ei was!“ rief der Wagenrevisor, „das dumme Zeug schadet und nutzt nichts", und um dies zu beweisen, entriß derselbe jenem das Gläschen und stürzte den Inhalt desselben so schnell hinunter, daß es ihm Niewand mehr nehmen konnte. Nach Hause zurückgekehrt, klagt der Leichtfinnige über Unwohlsein, legt sich zu Bett, bekommt nach einer kleinen Weile Starrkrampf und ist bald darauf todt.— Das Gläschen enthielt eine Lösung von Strychnin mit Opium vermischt. Vermischtes. *(Auch ein Amt.) In dem Kirchenbuche einer Dorfgemeinde im Magdeburgischen findet sich unter dem Jahre 1679 und auch noch später folgende Rubrik: „Einem Schulknaben, welcher diesen Sommer die Schlafenden in der Kirche aufgeweckt hat, zu ein Paar Schuhen zwölf Groschen.“ Standesamtliche Nachrichten. Standesamt Stadt Blomberg. Vom 1. bis 31. August. I. Geburten: Ein Knabe: dem Gastwirth Bernhard Theopold, dem Maurer Heinrich Tappe, dem Schneider Heinrich Jacke. Eine Tochter: dem Tischler August Brautlecht, dem Ziegler Hermann August Wilhelm Lesemann, dem Maurer Friedrich Heinrich Ludwig Steinhagen, dem Knecht Hermann Heinrich Friedrich Wenneker. II. Sterbefälle. Karoline Prasse, 4 Tage alt, Schuhmacher Wilhelm Mühlenbein, 49 Jahre alt, Ehefrau Marie Sophie Louise Wilhelmine Lesemann, 38 Jahre 9 Monate alt, Hermine Louise Henriette Meyer, 16 Jahre 7 Monate alt, Maurermeister Arnold Tölker, 59 Jahre 10 Monate alt. Amtl. Bekanntmachungen des Amtsblattes Nr. 75. Nr. 22 des Reichsgesetzblattes, ausgegeben zu Berlin den 11. September 1883, enthält: Nr. 1516. Auslieferungsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem orientalischen Freistaat Uruguay. Vom 12. Februar 1880. Detmold. Amtsgericht II. Der Arbeiter Wilh. Plege hierselbst und dessen Braut Johanne Berkemeier aus Lage haben für die von ihnen einzugehende Ehe die Gütergemeinschaft vollständig ausgeschlossen. Salzuflen. Amtsgericht I. Alle, welche Erbrechte an den Nachlaß der am 30. Juni zu Schötmar gestorbenen 86jähr. Wittwe Henriette Alwine Vinnen zu haben vermeinen, werden aufgefordert, dieselben bei Meidung der Rechtsnachtheile in dem auf Freitag, den 9. November 1883, Morgens 10 Uhr, angesetzten Aufgebotstermine anzumelden und geltend zu machen, ebenso alle diejenigen, welche sonstige Ansprüche auf Befriedigung aus dem Nachlasse zu haben glauben. Marktberichte. * Bielefeld, 18. September. Weizen 20,25, Roggen 15,50, Gerste Ia 20,—, Gerste IIa 15,—, Hafer 14,—, Bohnen 22,50, Buchweizen 16,—, Rüböl 76,10, Raff. Oel 29,60, Raps 21,—, Kocherbsen 21,—, Futtererbsen 17,50, Spiritus—.—, per 100 Kilo. * Berlin, 19. September. Weizen besser, per Sept.=Okt. 185,—, per April=Mai 197,— M. Gek. 3000 Ztr. Roggen fester, per September=Oktober 148,75, April= Mai 156,50 M. Gek. 17,000 Ztr. Hafer fest, per Septbr.=Oktbr. 129,50, AprilMai 136,50 M. Gek.— Ztr. Rüböl flau, loko mit Faß 68,—, ohne Faß 67,—, per Septbr.=Oktbr. 66,20, April=Mai 65,80 M. Gek.— Ztr. Spiritus fester, loko 53,—, per Sept.Oktbr. 52,50, Novbr.=Dezbr. 50,10, April=Mai 51,40 M. Gek. 80,000 1. Petroleum fester, loko 25,—, per Septbr.=Oktbr. 24,90, Novbr.=Dezbr. 25,10 M. Gek.— Ztr. * Köln, 19. September. Weizen hiesiger 20,—, fremder 20,—, per Nov. 18,80, per März 19,90. Roggen hiesiger 15,50, fremder 16,50, per Nov. 14,75, per März 15,50. Hafer hiesiger 15.—, fremder 15.—. Rüböl in Partieen 36,50, per Oktbr. 35,70, per Mai 34,70. * Neuß, 19. September. Weizen à 100 Kilo erster Qualität 20,—, zweiter Qualität 18,—. Landroggen 100 Kilo 1. Qualität 16,—, 2. Qualität 14,—. Wintergerste 14,—. Hafe pr. 100 Kilo 15,60. Raps à 100 Kilo 1. Qualität 34,—, 2. Qualität 32,50. Kartoffeln à 100 Kilo.—. Heu d 50 Kilo.60. Roggenstroh à 600 Kilo 28,— M.— Am heutigen Getreidemarkte blieben Preise sämmtlicher Fruchtgattungen unverändert. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ztr. M. 71,50, Rüböl per 100 Kilo faßweise 73,—. Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo M. 133,—. Kleien per 50 Kilo 5,60. Rüböl uud Kuchen unverändert. * Bremen, 19. September. Petroleum ruhig, loco 8,20, per Okt. 8,20, Nov. 8,35, Dez. 8,45, Jan. 8,55. Schmalz Marke Wilcox loco 43½, per Sept.=Okt. 43. Neueste Nachrichten. * Berlin, 19. September. Von gut unterrichteter Seite erfährt die„Magd. Ztg.“, daß bis zur Stunde eine Zusammenkunft Kaiser Alexander's von Rußland mit Kaiser Wilhelm in Kiel weder geplant noch beschlossen ist. Die durch den gestrigen Hofbericht verbreitete Nachricht hatte nicht allein an der Börse, sondern auch in militärischen und diplomatischen Kreisen große Sensation hervorgerufen. * Essen, 19. September. Wie die„Rheinisch=Westfälische Zeitunge berichtet, fand in der vergangenen Nacht um 1 Uhr in Flötz„Präsident: der Zeche„Masson“ im Tiefbau bei Unna eine Explosion schlagender Wetter statt. Fünfzehn Bergleute wurden getödtet, drei verwundet. * Halle, 19. September. Der erste Bürgermeister Staude wurde zum Oberbürgermeister ernannt. * Paris, 18. September. Die der Marine-Infanterie entnommenen Verstärkungen für Tonking sind in den letzten Tagen abgegangen. Zwei Bataillone eingeborener Tirailleurs und ein Bataillon der Fremdenlegion, welche der afrikanischen Armee entnommen wurden, werden unverzüglich nachfolgen. Die Effektivstärke des Expeditionskorps erreicht damit eine die geforderte Stärke überschreitende Ziffer. Salzuflen. Amtsgericht II. In Zwangsvollstreckungssachen gegen den Schlosser Louis Korte zu Schötmar steht zur öffentlich meistbietenden Versteigerung der Stätte Nr. 159 der Bauerschaft Schötmar, zu welcher außer einem Wohnhause noch ein Garten in der Mergelkuhle zu 4 Mtz., der Gemeinheitsnutzen für ein Schwein und ein Begräbnißplatz auf dem FuhnkeKirchhofe gehören, Termin vor hiesigem Amtsgericht auf Zimmer Nr. 9 auf Dienstag den 13. November 1883, Vormittags 10 Uhr, an, in welchem zugleich Eigenthums= und dingliche Rechte, sowie Ansprüche auf abgesonderte Befriedigung aus dem Erlöse der zur Subhastation stehenden Stätte unter dem Rechtsnachtheile anzumelden und zu begründen sind, daß die sich nicht Meldenden ihres Rechts gegen den neuen Erwerber verlustig gehen bezw. von der Masse ausgeschlossen werden sollen. Taxe und Kaufbedingungen liegen 14 Tage vor dem Termine zur Einsicht in der Gerichtsschreiberei II aus, von welcher sie auch abschriftlich bezogen werden können. Blomberg. Amtsgericht I. Auf die Bürgerstätte der Wittwe Schneiders Friedrich Hanke Nr. 327 hierselbst ist unterm 16. Februar 1858 für den Kaufmann Joseph Rintels hierselbst ein Darlehn von 50 Thlr. ingrossirt, welches, wie wahrscheinlich gemacht worden, längst zurückbezahlt ist, worüber jedoch die Originalobligation nicht beigebracht werden kann. Es werden daher alle Diejenigen, welche glauben, Ansprüche aus dem Ingrossate herleiten zu können, aufgefordert, solche spätestens in dem auf Donnerstag den 8. November 1883, Morgens 9 Uhr, anberaumten Termine, unter Vorlegung der Originalobligation, hier geltend zu machen, widrigenfalls das Ingrossat für erloschen erklärt und die Löschung desselben im Hypothekenbuche verfügt werden soll. Lage. Amtsgericht. Auf Antrag eines ingrossirten Gläubigers ist der öffentlich meistbietende Zwangsverkauf der Stätte Hei Nr. 101 zu Heiden verfügt und Termin zur Versteigerung auf Mittwoch den 24. Oktober 1883, Morgens 10 Uhr. bestimmt. Die Kaufbedingungen können 4 Wochen vor dem Termine in der Gerichtsschreiberei eingesehen, von derselben auch gegen die Abschriftsgebühr abschriftlich bezogen werden. Realrechte an die Stätte und Ansprüche an die Kaufgelder sind bei Meidung der Ausschließung bis zum Termine hier anzumelden und zu begründen. Auf Antrag des Verwalters im Konkurse des Kolon Fr. Markmann zu Billinghausen soll die dem letzteren gehörige Stätte Nr. 32 daselbst im Termine Mittwoch, 7. November 1883, Morgens 10 Uhr, öffentlich meistbietend an hiesiger Gerichtsstelle versteigert werden. Taxe und Kaufbedingungen liegen 4 Wochen vor dem Termine zur Einsicht in der Gerichtsschreiberei aus, können von derselben auch gegen die Gebühr abschriftlich bezogen werden. Realrechte an die Stätte und Ansprüche an die Kaufgelder sind bei Meidung des Ausschlusses bis zu dem Termine anzumelden und zu begründen. Hohenhausen. Amtsgericht. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Kommerzianten Levi Rosenfeld zu Hohenhausen wird, nachdem der in dem Vergleichstermine vom 3. Aug. 1883 angenommene Zwangsvergleich durch rechtskräftigen Beschluß von demselben bestätigt ist, aufgehoben. Meteorologische Beobachtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg Ein Gebiet hohen Luftdrucks von über 765 mm mit ruhigem, theils nebeligem, theils heiterm Wetter, liegt über der Nordsee, Ost-Frankreich und West-Central-Europa, während über Nordost-Europa eine Depression erschienen ist, unter deren Einflusse am bottnischen Busen starke bis stürmische, über der Nordosthälfte Centraleuropas schwache, vorwiegend nordwestliche Winde bei trübem, stellenweise regnerischem Wetter wehen. Im nordöstlichen Deutschland ist seit gestern viel Regen gefallen, in Rügenwaldermünde 31 mm. An der ostpreussischen Küste fanden am Abend und in der Nacht Gewitter statt. Im west- und ostdeutschen Binnenlande ist es fast überall kühler geworden. 20. wolkig. Sonnen=Aufgang 5 U. 43 Min. Untergang 6 U. 3 M. Mondes Aufgang 753 Abds., Untergang 102° Vorm. Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold, COMMERS.„*** dler und unger Burnchenschalten. am 6. und 2. October 1883, in Wortmund. gSett Sieetterierer Herretter: Anmeldungen nimmt entgegen und Programm versendet Dr. Barop. Ein äußerst anregender Roman aus der Feder des altbewährten Kämpen SchmidtWeissenfels, der die hochinteressante vormärzliche Sturm= und Drangperiode behandelt und mit der großen Bewegung des 18. März abschließt, erscheint im nächsten Quartal im Feuilleton des„Berliner Tageblatt.“ Unterzeichneter erlaubt sich, diel Die Leitung von Auetionen, geehrten Bewohner von Detmold Verkäufen, Verpachtungen, überund Umgegend ergebenst darauf aufmerksam zu machen, daß er in den ersten Tagen einen Kursus in Tanz und Anstandsregeln im HermannSaale des Lippischen Hofes(Hôtel Müller) eröffnen wird und werden Anmeldungen dazu im genannten Lokale erbeten. Für Damen und Herren, welche sich in den edleren Formen der der Neuheit angehörigen Tänze zu vervollkommnen wünschen, ist derselbe bereit, zu jeder Tageszeit Separat=Unterricht zu ertheilen. Ganz besonders macht derselbe auf den deutschen Nationaltanz Walzer aufmerksam. Georg Detmold im September 1883. Anmeldungen zu dem am 16. Oktober beginnenden Schneiverkursus werden bis Ende d. M. freundlichst erbeien von Th. Unterzeichnete erlaubt sich, den geehrten Damen zum Anfertigen der einfachsten sowie elegantesten und nach den neuesten französischen Modellen für Herbst= und WinterModen sich zu empfehlen. Hochachtungsvoll Wilh. Maade, Vom 1. Okt. Weinbergstraße bei Herrn Schuhm. Herbrechtsmeier. Statt besonderer Anzeige. Hocherfreut wurden durch die heute früh erfolgte glückliche Geburt eines gesunden B. Frankenstein und Frau, geb. Heine Detmold, 20. September 1883. imiürt. LederBanlage t Fraugen Dotend 51, Ml. gui. hschmoendan deung Testui herfaten ditenzsehgzsl Bei grösser. Abnahme billiger lief. G. Engelhardt, Zeitz. Ich suche für meine Bauschreinerei auf sofort oder später einen tüchtigen Bauschreiner, welcher im Stande ist, die Bauschreinerei in allen Theilen zu überwachen. Nur streng solide Leute finden Berücksichtigung. Wohnung bei der Schreinerei. Meldungen sofort erbeten. Lüdenscheid, 19. Sept. 1883. Wilh. Schöttler, Bau=Unternehmer. Suche auf sofort 2 tüchtige, solide Bauschreiner für Accordarbeiten. Meldung sofort. Lüdenscheid, 19. Sept. 1883. Wilh. Schöttler, Bau=Unternehmer. Marie Süllwald ermann Jaschop Werlolote Vlotho. Schmolsin. Heute Morgen um 8 Uhr entschlief sanft nach langem Leiden unser Sohn und Bruder chermann Schröder im 26. Lebensjahre, was wir statt besonderer Anzeige allen Verwandten und Bekannten mittheilen. Lage, den 19. Sept. 1883. Polizeidiener H. Schröder und Frau. Lina Schröder. Henriette Schröder. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 22. d.., Nachmittags um 3 Uhr statt. Peautloggng Für die viele herzliche Theilnahme während der Krankheit und bei der Beerdigung unseres theuren Entschlafenen, sagen wir hiermit allen unsern innigen Dank. Schötmar, den 18. Sept. 1883. Wilhelmine Frohne geb. Hündersen und Familie. nimmt Georg Grieß, Mandatar in Blomberg. 1 s. rentable Ziegelei in Holstein nebst 30 Morg. Land mit bedeutenden Thonlägern, sehr gutem Absatz in Umgegend, Gebäude und Inv. gut, Preis 28000+, mit 10—15000 M Anz. Ausk. erth. H. F. Bosselmann, Hamburg, Altonaerstraße 4. leichhe esmrun Das„Berliner Tageblatt" nebst seinen 4 Beiblättern: illustrirtes Witzblatt „ULK“, belletristische Wochenschrift„Deutsche Lesehalle",„Mittheilungen über Landwirth= schaft, Gartenbau und Hauswirthschaft und „Industrieller Wegweiser“ ist, in Anerkennung der Reichhaltigkeit, Vielseitigkeit und sorgfältigen Auswahl seines Inhaltes, in Folge des frischen anregenden Tons, welcher seine Spalten durchweht, die bei Weitem gelesenste und verbreitetste Zeitung Deutschlands geworden, indem es einen festen Stamm von ca. 71 Tausend Abonnenten sich erworben, welche über ganz Deutschland verbreitet sind. Diese Abonnentenzahl hat bisher noch keine zweite deutsche Zeitung auch nur annähernd erreicht. So große Erfolge können nur durch wirkliche Leistungen erzielt werden; sie liefern den Beweis, daß das„Berliner Tageblatt" die Ansprüche, welche man an eine große politische Zeitung zu stellen berechtigt ist, in vollem Maße zu befriedigen weiß. Die besonderen Vorzüge des „B..“ bestehen vornehmlich in Folgendem: Täglich zweimaliges Erscheinen als Morgenund Abendblatt, wovon Letztereres bereits mit den Abendzügen befördert wird und womit den Abonnenten außerhalb Berlins sehr gedient ist. — Freisinnige, von allen speziellen Fraktionsrücksichten unabhängige politische Haltung, die dem„..“ es gestattet, zu jeder einzelnen Frage sein objektives Urtheil freimüthig abzugeben.— Zahlreiche Spezial=Telegramme von eigenen Korrespondenten an den Haupt=Weltplätzen, durch welche das„B..“ mit den neuesten Nachrichten allen anderen Zeitungen stets voranzueilen im Stande ist.— Ausführliche Kammerberichte des Abgeordnetenund Herrenhauses, sowie des Reichstages, welche soweit möglich, bereits im Abendblatte veröffentlicht werden.— Vollständige Handelszeitung, sowohl die Börse als den Produkten= und Waarenhandel umfassend, nebst einem sehr ausführlichen Kurszettel der Berliner Börse. 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Der billige Abonnementspreis beträgt bei allen Reichspostämtern, welche jederzeit Bestellungen entgegennehmen, nur 5 Mark 25 Pf. pro Quartal für alle 5 Blätter zusammen. Allen neu hinzutretenden Abonnenten wird der bis 1. Oktober erschienene größere Theil des spannenden Romans:„Das Spiel ist aus“ von Konrad Telmann gratis und franko nachgeliefert. Verkauferinnen, nicht über 30 Jahr alt, werden für verschiedene Filialen eines Bremer Import=Hauses(Colonialwaaren) gesucht.— Stellung dauernd und selbständig, Sonntags geschlossen, Gehalt 500—600 J, ev. außerdem Tantième.— Caution 2000 M. Auf Wunsch wird die Filiale im Heimathsorte errichtet, namentlich, wenn ein großer Bekanntenkreis vorhanden ist. Bestempfohlene gewandte Reflektantinnen, wenn auch noch nicht geschäftlich thätig gewesen, belieben Offerten nebst wenn möglich Photographie unter Chiffre M. 246 an die Ann.=Exped. Th. Dietrich& Co.(Ed. Rabe) in Hannover gelangen zu lassen. Meschenenichleice auf die Berliner Gerichts-Zeitung. 4. Quartal 1883. Man abonnirt bei allen PostAemtern Deutschlands, Oesterreichs, der Schweiz 2c. für 2+ 50„ für das Vierteljahr, in Berlin bei allen Zeitungs=Spediteuren für 2 J 40 J vierteljährlich, für 80„ monatlich einschließlich des Bringerlohns. Auf 1. Oktober suche für mein Manufakturwaaren=Geschäft unter günstigen Bedingungen einen Lehrling. Walbaum, Werther. Für 2 Personen wird ein nicht zu junges, in Küche und Haushalt bewandertes Mädchen oder ältere Person, als zur Familie gerechnet, zum 1. Oktober gesucht. Auskunft ertheilt die Exped. 9. Bl.(247) Ein gut möblirtes Wohn- und ist zu vermiethen. Langestraße Nr. 37. Zur Anfertigung von schriften, Gesuche, Reclamationen 2c. 2c., empfiehlt sich Georg Grieß, Mandatar in Blomberg. 32. Jahrgang. Die Berliner Gerichts=Zeitung, in Berlin wie im ganzen übrigen Deutschland vorzugsweis in den gut situirten Kreisen der Beamten, Gutsbesitzer, Kaufleute rc. verbreitet, ist bei ihrer sehr großen Auflage für Inserate, deren mit 35„ für die 4gespaltene Zeile sehr niedrig gestellt ist, von ganz bedeutender Wirksamkeit. Wer sein Recht nicht kennt, hat den Schaden zu tragen! Wer sich vor solchem Schaden an Ehre und Vermögen bewahren will, abonnire auf die„Berliner Gerichts=Zeitung“, die, von den hervorragendsten Berliner Juristen redigirt, bei ihrem niedrigen Abonnementspreis, bei ihrem reichhaltigen belehrenden und unterhaltenden Inhalte in keinem deutschen Haushalte fehlen sollte. In volksthümlicher und pikanter Darstellungsweise berichtet das Blatt über alle interessantesten Kriminal= und Civilprozesse des In= und Auslandes, namentlich der Berliner Gerichtshöfe; unterzieht es die neuen Reichs= und Landesgesetze leicht faßlicher, eingehenden Erörterung, wie dies z. B. mit dem Wuchergesetz, der Feld= und Forstpolizeiordnung, dem Reichsstempelgesetz 2c. geschehen ist; eingehend erklärt es alle beachtenswerthen, neuesten Entscheidungen des Reichs (gerichts, Kammergerichts und Oberverwaltungsgerichts, deren Kenntniß in den weitesten Kreisen, namentlich allen Fabrikanten, Kaufleuten, Haus= und Gutsbesitzern 2c., selbstverständlich allen Juristen unentbehrlich ist. Diese Ausführlichkeit von jedermann durchaus nöthiger, sehr leichtverständlich dargestellten Belehrung in Verbindung mit dem reichhaltigen, allen Abonnenten in schwierigen Rechtsfragen kostenfreien Rath ertheilenden Briefkasten, das anerkannt höchst gediegene Feuilleton, welches stets die neuesten, besten Romane sowie belehrende und humoristische Artikel unserer ersten Schriftsteller enthält, führen der Berliner Gerichts=Zeitung unausgesetzt eine große Anzahl neuer Abonnenten zu, so daß sich dieselbe mit vollstem Rechte zu den gelesensten, verbreitetsten Blättern Deutschlands rechnen darf. — Außer dem vorher Angeführten bringt die Zeitung den Lesern eine Fülle von Unterhaltung durch eine umfassende Chronik der Berliner Tages=Ereignisse, vermischte Nachrichten von nah und fern, unparteiische Kritiken über Berliner Kunst= und Theater=Novitäten 2c. 2c. Die ganze eigenartige, höchst pikante politische Rundschau aus der Feder eines der beliebtesten Berliner Publizisten orientirt die Leser über alle wichtigen politischen Ereignisse. Das Geheimniß der Liebe g, von Sloêt(Pseudonym eines den höchsten Gesellschafts=Kreisen [Sachsens angehörenden Autors) betitelt sich der Roman, welcher im Feuilleton der„Berliner Gerichts=Zeitungn zunächst im Oktober zum Abdruck gelangen und berechtigtes Aufsehen erregen wird. Diesem sehr interessanten Roman folgen Arbeiten anderer bedeutenden Autoren, die nicht minder die Gunst der geehrten Leser sich erwerben werden. in Gold und Silber für Herren u. Damen, neue und gebrauchte. F. W. Remmert. Gaben für das Landkrankenhaus. Frau Hofjägermeister von Donop 300 M. Detmold, 18. September 1883. Der Rechnungsführer. Ohlendorf, Major a. D. Autwort. Es unterliegt wohl keinem Zweifel, daß die in Nr. 219 der Lipp. Landeszeitung im Inseratentheil enthaltene„Laute Anfrage“ an mich gerichtet sein soll, da ich in Nr. 207 der Lipp. Post meine Badeeinrichtungen empfohlen habe. Ich erwidere daher dem Einsender jener Anfrage, daß es ihm überlassen bleiben muß, in den bei mir zu habenden Badeeinrichtungen, worunter jeder vernünftige Mensch Badeeinrichtungen für Menschen versteht, Schafe und Böcke oder sonstiges Vieh zu baden, und ich auch, falls dies zur besseren Reinigung nothwendig, auf Anfordern bereit bin, die nöthige Schmierseife und Scheuerbürsten dazu zu liefern. Blomberg, 18. September 1883. Carl Pantze, Klempner.