„Die Lippische Landes=Zeitung. erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. de 21. Montag, 10. September. 1889. Für den Monat September werden noch ferner Bestellungen auf die Lippische Landeszeitung von allen Postämtern für 87 Pf.— einschließlich Bestellgeld 1 Mark— und für Detmold zu 75 Pf. frei ins Haus von der Unterzeichneten entgegengenommen. Die Erpedition der Lipp. Landesztg. Deutsches Reich. * Berlin, 7. September.(Der Reichsanzeiger) meldet: Die Kaiserin drückte in einem Telegramm an den Arbeitsminister Maybach ihre besondere tiefe Theilnahme an dem Steglitzer Unglück aus und sandte dem Vaterländischen Frauenverein in Berlin 1000 K für die hülfsbedürftigen Hinterbliebenen; als solche werden eine Wittwe, zw i Mütter und acht Waisen bezeichnet. *—(Fürst Bismarck in Gastein.) Von sehr gut informirter Seite erhält die„Frankf. Pr.“ aus Gastein folgende Korrespondenz: Fast eine Woche ist vorüber, seitdem der deutsche Reichskanzler zur Nachkur hier eingetroffen ist. Nach dem Aussehen desselben zu urtheilen, bekommt ihm der hiesige Aufenthalt ganz vorzüglich, woran hauptsächlich die nervenstärkende Gebirgsluft Schuld trägt, denn Bäder nimmt der Fürst nicht jeden Tag, dagegen hält er sich sehr viel im Freien auf.— Wie in früheren Jahren bewohnt der Fürst mit seiner Familie das sogenannte Schwaigerhaus am Straubinger Platz; dasselbe bietet nicht viel Raum und ist auch noch von anderen Herrschaften bewohnt, weshalb die fürstliche Familie sich mit der ersten Etage und einem Theil der zweiten begnügen mußte. In demselben Haus wohnt noch der Geheimsekretär des Fürsten, von Britzke und Polizeirath Krüger aus Berlin. Zum Gefolge gehören drei Kammerdiener und zwei Kammerzofen. Unter der Aufsicht des Polizeirathes haben ein Wachtmeister und vier Schutzleute für die Sicherheit des Fürsten zu sorgen, außerdem ist auch noch die österEinquartierung. Novelle von Silvester Frey. (44. Fortsetzung.) Hans stutzte ein wenig.„Kenne ich ihn?“ fragts er mit leisem Anfluge von Neugierde. „Recht gut", antwortete das Mädchen, indem ein schelmisches Lächeln ihre bisher traurigen Züge erhellte. „Doch nicht Herr v. Kaden?“ rief Hans, denn er gedachte dessen, daß sein leichtlebiger Kamerad die Werbung beabsichtigt hatte. „Nein“, versetzte Frida lachend, ein Ulan ist's nicht!“ „Also doch ein Soldat?“ „Leider ja!“ sagte Frida.„Es ist das Einzige, was ich an ihm auszusetzen habe, daß er die Uniform trägt! Ich will Sie übrigens nicht alle Waffengattungen durchrathen lassen! Er ist Artillerist!“ „Ahr, rief Hans,„ein spezieller Kamerad“, und seine Neugierde wuchs augenscheinlich. „Er hat sogar Aehnlichkeit mit Ihnen, große Aehnlichkeit! In der Sprache, in der Haltung, im Charakter! Nur Eines: er ist thöricht, so thöricht, daß er nicht einmal zu ahnen scheint, daß ich ihn liebe! Hans' Haupt wirbelte, die Wangen erglühten und das Blut pochte so gewaltsam gegen Puls und Schläfe, als ob es die Wände durchbrechen wollte. „Er wollte sogar fort, ehe ich, das„Kind“, es ihm sagen konnte, wie sehr ich ihn liebe. Aber ich hätt's nimmer ertragen können, ihn so gehen zu sehen. Darum muß ich nun selbst kommen, mag er denken, was er wolle, mag er meine Liebe erwidern oder mich von sich weisen, und ihm sagen: Nimm mich, ich gehöre Dir an, Dir allein!" Hars preßte die Hand vor die Augen, als könnte er das nicht begreifen, was er sah, was er hörte. Und ehe noch die Worte des Mädchens verhallt waren, fühlte er, wie ihr Athem seine Wange streifte, wie die Lippen auf den seinen brannten, wie ihre Arme ihn krampfhaft umschlangen, als wollten sie ihn nicht lassen in alle Ewigkeit. „Frida, Frida!“ rief er überglücklich.„Ist es reichische Polizei ziemlich stark vertreten. Fürst Bismarck hält auch hier täglich die strengste Ordnung ein, die sich genau nach den Anordnungen des Dr. Schweninger richtet. Erst gegen 8 Uhr erhebt sich der Fürst, gegen Mittag nach dem Bade wird ein größerer Spaziergang oder auch eine Spazierfahrt unternommen, womit ein großer Theil des Nachmittags ausgefüllt wird; gegen 6 Uhr findet die Tafel statt, nach der oft voch eine kleine Strecke in Begleitung der Fürstin und des Grafen Herbert zu Fuß zurückgelegt wird. In der Zwischenzeit und Abends bis 10 oder 11 Uhr ist der Fürst mit Arbeiten beschäftigt, theils mit dem Grafen Herbert, theils mit seinem Geheimsekretär. Obwohl der Fürst wenig oder gar nicht arbeiten soll, so kann man doch annehmen, daß er sich täglich—8 Stunden den anstrengendsten Beschäftigungen hingiebt. Es ist eben für den Reichskanzler eine Unmöglichkeit, sich ganz von den Geschäften zurückzuziehen, wie es eigentlich sein gegenwärtiger Gesundheitszustand erfordert und es ist deshalb auch stets einer seiner Söhne in seiner Umgebung, der wenigstens einen Theil der Lasten von seinen Schultern abnehmen kann.— Der hiesige Aufenthalt des Fürsten erstreckt sich voraussichtlich nur auf drei Wochen, nach welcher Zeit der Fürst hoffentlich neugestärkt sich wieder ganz seinen Geschäften wird widmen können. *(Reichstagswahl.) Nach dem amtlich festgestellten Ergebnisse der im Wahlkreise LiebenwerdaTorgau stattgehabten Ersatzwahl zum Reichstage wurden im Ganzen 11007 Stimmen abgegeben; davon erhielt Justizrath Dr. Horwitz in Berlin(Sezessionist) 7743, Vizepräsident Dr. Clauswitz in Berlin(freikonservativ) 4144 Stimmen. Der Erstere ist sonach gewählt. *—(Bauernverein.) Das von uns schon besprochene Programm für einen allgemeinen deutschen Bauernverein, zu welchem die Herren Wisser(Windischholzhausen) und Brüning(Westfalen) die Anregung gegeben hatten, hat von verschiedenen Seiten, natürlich auch von der„Nordd. Allg. Ztg.“, Anfeindungen erfahren, während ihm aus landwirthschaftlichen Kreisen eine ziemlich umfassende Billigung zu Theil wird. In wahr, ist's möglich? Ich bin's, den Du Dir auserwählt?n Ein lautes Schluchzen war alle Antwort des Mädchens, das ihm am Herzen lag. Es war, als löste sich alle lang verhaltene Freude, alle Sehnsucht nach seinem Besitz, nicht enden wollend, darin auf. „Du liebst mich auch?n fragte sie mit zitternder, leiser Stimme, ohne daß sie aufzublicken wagte. „Bis in alle Ewigkeit, Frida“, sprach er feierlich. Und wie um diesen Schwur zu besiegeln, küßte er ihr Stirn und Haupt. Ein plötzliches Geräusch scheuchte sie auf aus ihrem holden Minnetreiben. Warren stand vor ihnen. Erschreckt fuhren die Liebenden empor. „Ich mache Euch keinen Vorwurf“, sagte er, eher ernst, beinahe traurig, als zornig.„Warum ging ich verbundenen Auges einher. Erst Therese mußte mich hierher geleiten, sonst hätt' ich's nimmer geglaubt. Aber kommt Beide mit, ich habe Euch etwas zu sagen!“ Schweigend folgten sie ihm in sein Arbeitszimmer. Warren berührte eine nur durch einen Knopf markirte Stelle in dem hochgetäfelten, alterthümlichen Gemach. Die Wand wich zurück und es zeigte sich das lebensgroße Bild eines schönen, blutjungen Mannes in der kleidsamen, knappen Uniform der Ulanen der Residenz. „Mein Bruder!" rief Frida aus.„Ja, Du mußt es sein, so sehe ich Dich in meinen Träumen.“ „Dein Bruder“, sprach Warren und tiefe Erregung zitterte durch seine Stimme. Mit einer Handbewegung lud er Beide zum Sitzen ein und sagte dann Folgendes: „Ich bin nicht als starren, unbeugsamen Sinnes bekannt, Herr Lieutenant! Meine Gutsnachbarn kennen mich als friedlich, meine Hausgenossen als gerecht. Für Vorurtheile habe ich wenig Verständniß. Die Politik wird mich nie mit einem Manne in Hader bringen, noch weniger die Konfession. Aber von der Uniform trennt mich eine unüberwindliche Abneigung. Erlassen Sie mir, Ihnen zu erzählen, wie ich stufenweise zu dieser Erbitterung gekommen bin.“ „Einer, der einst mein Stolz, meine Augenweide gewesen, hat es den Verführungen, welche in Ihrem diesen Kreisen geht man von dem Prinzipe aus, daß die Begründung des deutschen Bauernvereins nicht angestrebt wird zur Förderung irgend welcher politischen oder wirthschaftlichen Parteibestrebungen, sondern zur Förderung der Interessen der großen bäuerlichen Berufsschicht, deren unabhängige und energische Vertretung auf Kosten einer ruhigen und steten Entwickelung unseres Staatslebens nur zu lange schon vernachlässigt und versäumt wurde. Längst klar erkannt wurde dieser Uebelstand in den unabhängigen bäuerlichen Kreisen und ebenso klar ist auf dieser Seite das Bewußtsein, daß dieses Ziel unter der Leitung der auf Zurückdrängung der Entwickelung des modernen Staatslebens gerichteten Bestrebungen der Agrarier nimmermehr erreicht werden kann, weshalb Anstrebung der Loslösung der Bauern aus dieser Gesellschaft als unabweisbare Nothwendigkeit sich ergeben mußte. Der Vorwurf, den die„Nordd. Allg. Ztg.“ gegen das Programm erhob, als seien darin„absichtlich und mit Vorbedacht nur die Interessen der Bauern vertreten“, kann daher acceptirt werden, indem er nichts anderes bedeutet als eine äußerst wichtige Anerkennung für die Richtigkeit des beschrittenen Weges. *—(Agitation.) Die unglücklichen Opfer der Steglitzer Katastrophe sind vorgestern unter vielseitiger Theilnahme der Bevölkerung zur Erde bestattet worden und gleichzeitig wurde das„Volk“ mit reaktionärem Pauken= und Trompetenschall nach Tivoli berufen, um ein Todtengericht über den Liberalismus zu halten. Es weht ein grausig=unheimlicher Zug durch diese Demagogie, schreibt die Weser=Ztg; ihr ist nur wohl, wo sie Leichen wittert oder zu wittern glaubt. Erst die arituellen Leiche von Tisza=Eszlar, dann die Leiche des Privatdocenten Putlitz, jetzt die Leichen der beklagenswerthen Todten von Steglitz; wahrhaftig, wenn nach hundert Jahren ein Kulturhistoriker die Sittengeschichte unserer Zeit schreiben will und zu diesem Zwecke die reaktionären Zeitungen des Sommersemesters von 1883 durchblättert, er wird glauben, schauerlich zu träumen, wenn er liest, daß es ein ruchloser Skandalprozeß, ein gleichgültiger Selbstmord und ein schreckliches Eisenbahnunglück sind, von welchen eine ganze große Parteirichtung sogar, die Stande heimischssind, zu danken, daß er in der Blüthe der Jahre ins Grab sank, nicht edel, nicht männlich, weder um seine persönliche, noch um die Ehre des Vaterlandes zu vertheidigen, sondern ein Opfer der Zügellosigkeit und der Vergeudung. Ich will nicht ausführlicher werden, denn man soll über die Todten kein schlechtes Wort sprechen! Dies eine Kind, Herr Lieutenant, habe ich nur“— er wies auf Frida—„Verdenken Sie es mir, dem alten Manne, daß ich nicht jeden Augenblick daran erinnert sein mag, daß ihr Gatte einem Stande angehört, dessen Abzeichen, dessen Kleidung, dessen Haltung, dessen Wesen mein Herz mit tiefstem Wehe erfüllen muß?“ „Sie thun Unrecht, Herr Warren," rief Haus, „wenn Sie einen Stand, eine ganze Klasse von Menschen das entgelten lassen wollen, was ein Einzelner Ihnea wehe gethan! Glauben Sie mir, wenn Jener dort oben, vor dessen Bild wir hier sprechen, fiel, so geschah es durch eigene Schuld! Das Kleid that dazu nichts! In jedem anderen Berufe hätte er Ihnen denselben Kummer zugefügt! Verurtheilen Sie, durch solches Vorurtheil gefesselt, nicht einen ehrenvollen Stand, lassen Sie mich Das nicht entgelten, was ein Anderer gefehlt hat! Ich könnte ja, hoffe ich, Ihre Bedenken leicht heben, ich könnte dies mein Kriegerkleid, das ich bisher makellos getragen, gegen das bürgerliche vertauschen und dann zu Ihnen kommen und sagen:„Siehe, jetzt habe ich die verhaßte Uniform ausgezogen! Jetzt gieb mir Dein Kind zur Gattin, denn nun bin ich wie Du und Deines Gleichen!" Aber dadurch würde ich mich in Ihren eigenen Augen herabwürdigen. Wie Sie Den verwerfen, der aus feilem Triebe nach Glück oder Reichthum seinen Glauben, seine Politik wechselt, so müssen Sie auch Den verachten, der aus gleichem Grunde seinem Beruf entsagt! Nein, so wie ich bin, will ich auch bleiben! Gegen meine Person können Sie nichts einzuwenden haben, denn jede Phase meines Lebens, auf die ich zurückblicke, ist nicht eben glücklich, aber makellos! Das muß Ihnen wichtiger sein, als das Kleid, welches ich trage! Und daraufhin wage ich jetzt getrost zu Ihnen zu sagen: Geben Sie mir Ihre Tochter zum Weibe!“ (Schluß folgt.) den geistigen Kampf für Altar und Thron in Erbpacht genommen haben will, sich monatelang nährt, um nur überhaupt der liberalen Weltanschauung etwas am Zeuge flicken zu können. Man kann diese Art der Agitation wirklich nur noch mit der gelassenen Seelenruhe beobachten, mit welcher die Geschichts= und Naturforscher Fälle von moral insanity zu studiren pflegen; politisch gefährlich kann sie einzig ihren Urhebern werden. Wie jene beiden früheren Fälle, die Tragikomödie von TiszaEszlar und der Fall Putlitz, mit vernichtender Wucht auf diejenigen zurückgefallen sind, welche sie demagogisch auszubeuten versuchten, so wird es auch mit der Katastrophe von Steglitz gehen; wenn man nach der Stimmung der hiefigen Bevölkerung urtheilen darf, so hat der Eisenbahnminister schon jetzt allen Grund zu dem Stoßseufzer, daß ihn Gott vor seinen Freunden beschützen möge. Wollten sich die Liberalen auf den einseitigen Parteistandpunkt stellen, so müßten sie sogar wünschen, daß immer mehr Methode in die reaktionäre Tollheit käme; wer Augen hat zu sehen, wird sich darüber nicht täuschen, daß das Wehen dieses reaktionären Windes die liberalen Segel prächtig schwellt, wie eben jetzt wieder die Wahl in Liebenwerda=Torgau zeigt. Aber von dem Standpunkte aus, der über jeden Parteistandpunkt erhaben ist oder doch sein sollte, von dem Standpunkte aus, daß wir alle Deutsche sind und die Ehre unseres Vaterlandes gleichmäßig zu wahren haben, drängt sich unwillkürlich die Frage auf, ob die ernsten und würdigen Männer, deren es in der konservativen Partei doch ebenso giebt, wie in jeder anderen, den irrfinnigen Spuk der Demagogen ewig so forttoben lassen wollen, wie bisher. Es ist damit nicht gethan, daß die „Kreuz=Zeitung" das Eisenbahnunglück von Steglitz in verhältnißmäßig maßvoller Weise für ihre politischen Zwecke ausbeutet; auch die sozialdemokratische Presse hatte einzelne Organe von verhältnißmäßig gesitteter Haltung, ohne daß um des einen Unschuldigen willen die neunundneunzig Schuldigen gerechtfertigt würden; geschichtlich und politisch heißt es in solchen Fällen immer: Mitgegangen, mitgehangen! und gerade die konservative Partei hat diese Auffassung am schärfsten geltend gemacht. Ein großer Theil ihrer eigenen Presse steht jetzt aber tief unter der sozialdemokratischen; wenn die demagogische Methode dieselbe ist, so wußten sich die kommunistischen Blätter doch größere Ziele zu stecken; so tief sind sie kaum jemals gesunken, monatelang politische Haupt= und Staatsaktionen aus Vorfällen zu machen, welche entweder in die Skandalchronik gehören oder als ergreifende Katastrophe sich überhaupt dem Lärm des Marktes entziehen. Will die konservative Partei diese Dinge auf ihr sittliches Konto nehmen, weil sie die liberalen Parteien nicht anders zu bekämpfen vermag, nun, so mag sie thon, was sie nicht lassen kann; dem Liberalismus schmeichelt sie damit ebenso, wie sie ihm nützt. Aber beklagenswerth bleibt es immer, daß dabei ein Stück nationaler Ehre darauf geht, denn Aehnliches, wie diese grotesk=schaurigen Todtentänze der Reaktion, sind in einem großen modernen Kultarvolke noch nicht dagewesen. *—(Blitzzug.) Die Verhandlungen über die Einführung eines Blitzzuges auf der Route ParisMainz=Berlia=Petersburg sollen so weit gediehen sein, daß dieses Projekt„baldigst seiner Verwirklichung entgegensehen" dürfte. Der Zug werde verstellbare Räder erhalten, um in Eydtkuhnen und Wirballen auf das russische Geleise übergeführt werden zu können, sodaß die Reisenden zum Umsteigen nicht genöthigt wären. Die Fahrgeschwindigkeit würde eine sehr große sein und stellenweise bis zu 90 Kilometer(ohne Aufenthalt) die Stunde betragen. Der Zug werde nach amerikanischem System eingerichtet sein und Küche, Speisesalon, Leseund Musikzimmer enthalten, kurz, allen Anforderungen der Neuzeit gemäß aufs Bequemste eingerichtet sein. * Koblenz., 5. September.(Soldatenmißhandlung.) Die„Kobl. Ztg.“ enthält folgendes „Eingesandt" d. d. Horchheim, 4. September:„Wie mir von mehreren zuverlässigen, mir persönlich nahestehenden Augenzeugen mitgetheilt wird, hat heute Vormitttag ein Unteroffizier der 10. Kompagnie 28. Infanterie=Regiments auf dem Ober=Ehrenbreitstein mehrere Ersatzreservisten, die vor ihm zu exerzieren hatten, angesichts von entrüstet zuschauenden Fremden wörtlich beschimpft, geohrfeigt und auf andere Weise körperlich mißhandelt. Da der betreffende Herr Regiments=Kommandeur gegenwärtig nicht in seiner Garnison anwesend ist, so bringe ich jenen mir in glaubhaftester Form mitgetheilten Vorfall hierdurch zur öffentlichen Kenntniß und erbiete mich, der zuständigen Behörde die Zeugen zu nennen. Der gräuliche Unfug der Soldatenmißhandlung, gegen welchen Se. Majestät der Kaiser wiederholt die strengsten Befehle erlassen hat, wird nur dann allmählich unter drückt werden können, wenn auch der Bürger dazu mithilft, indem jeder die ihm bekannt werdenden Fälle solcher Art rückhaltslos amtlich anzeigt und dem Publikum öffentlich mittheilt. Berger=Witten, Mitglied des Hauses der Abgeordneten.“ * Wiesbaden, 5. September.(Deutscher Apothekerverein.) Die Generalversammlung des deutschen Apothekervereins wurde heute früh ½1 Uhr durch den Vorsitzenden desselben, Dr. Brunnengräber aus Rostock eröffnet und Namens der Stadt Wiesbaden von Herrn Bürgermeister von Ibel mit einer Ansprache begrüßt. Der Schwerpunkt der dies jährigen Versammlung wird in der am Donnerstag abzuhaltenden ersten Delegirtenversammlung liegen, da nach vorjährigem Beschluß die wichtigeren Vereinsangelegenheiten nicht mehr der zufällig anwesenden Zahl von Mitgliedern, sondern Delegirten vorgelegt werden sollte. Auf der diesjährigen Tagesordnung steht die Berathung eines Statuts, welches die Errichtung von Ehrenräthen bezweckt. Die Versammlung ist von ca. 430 Theilnehmern besucht und stehen als Hauptvergnügungen auf dem Programm: ein Festessen mit daran schließendem Ball, großes Feuerwerk im Kurgarten, ein Ausflag per Extrazag und Dampfschiff nach dem Niederwald, wobei auf der Rückfahrt eine glänzende Beleuchtung des Biebericher Schlosses und der dortigen Rheinanlagen stattfinden wird. Als nächstjähriger Versammlungsort wurde Dresden gewählt. Dortmund, 7. September.(Die Biererzeugung in Dortmund.) Kürzlich wurde mitgetheilt, daß die Bierproduktion in Dortmund sich von Jahr zu Jahr höbe und daß im letzten Jahre im Stadt= und Landkreise(im Landkreise nur 29,000 Hektoliter) 480,685 Hektoliter Gerstensaft erzeugt worden sei. Die Größe dieser Produktion tritt jedoch erst in das rechte Licht, wenn man ihr die anderer Kreise gegenüber stellt. Nach dem Handelskammerberichte von Hagen wurden in letzterem Kreise im verflossenen Jahre an Bier nur 58,399.5 Hektoliter Bier produzirt. Es ist dies gerade soviel, schreibt die„Dortm. Ztg.“ als wie hier eine mittlere Brauerei liefert. Die Aktienbierbrauerei hier braute im verflossenen Jahre allein 80,000 Hektoliter. In Dortmund betrug der Erlös an Brausteuer 444,971 K 90%, in Hagen nur 50,612 K 25 (Osn. Ztg.) Baiern. * München, 6. September.(In der heutigen Vormittagssitzung des Kongresses für Völkerrecht) wurde die Berathung des Reglements über die Prisengcrichtsbarkeit und über das Vorverfahren erledigt. Insbesondere wurde es für nothwendig erklärt, die Voruntersuchung in Prisensachen richterlichen Beamten zu übertragen. In der Nachmittagssitzung wurde die Reorganisation der Gerichtsverfassung und des gerichtlichen Verfahrens für Prozesse im Orient, bei welchen Angehörige verschiedener Nationalität betheiligt sind, erörtert. Es wurde beschlossen, als erstinstanzliches Gericht das Konsulargericht des Angeklagten zu empfehlen; als zweite Instanz soll ein für jedes Land im Ocient zu bildendes Appellgericht gelten, die Frage wegen der letzten Kassationsinstanz wurde heute nicht erledigt und soll morgen weiter berathen werden. Württemberg. * Stuttgart, 6. September.(Vom Hofe.) Nicht ganz ohne Bedeutung scheint der Besuch gewesen zu sein, welchen die österreichische Prinzessin Maria Theresia, Gemahlin des katholischen Herzogs Philipp von Württemberg, mit ihren beiden Kindern, dem Herzog Albrecht und der Herzogin Marie, in den letzten Tagen des August dem königlichen Hoflager zu Friedrichshafen abstattete. Es ist bekannt, daß man im Schwabenlande mit einiger Besorgniß in die Zukunft sieht, weil das jetzige Königspaar kinderlos geblieben ist und der Thronerbe, Prinz Wilhelm, seit dem Tode seines Söhnleins und später seiner Gemahlin, einer Prinzessin von Waleeck, sich von der Welt zurückgezogen und den Gedanken an eine neue Heirath, so nahe er ihm auch von den verschiedensten Seiten gelegt wurde, bisher nachdrücklich von der Hand gewiesen hat. Sollte Prinz Wilhelm keine männlichen Nachkommen hinterlassen, so würde die württembergische Königskrone an eine österreichische Nebenlinie übergehen. Im Volke ist man von einer derartigen Eventualität wenig erbaut, weil die Glieder dieser Nebenlinie katholisch sind; am Hofe aber beginnt man sich darauf einzurichten und die oben erwähnte Herzogin Philipp wurde deshalb mit besonderer Herzlichkeit empfangen. Prinz Wilhelm und seine Mutter, die Prinzessin Friedrich, welche sich sonst in oft auffallender Weise vom königlichen Hofe fern halten, erhielten besondere Einladungen, am 30. August nach Friedrichshafen zu kommen, um hier mit den österreichischen Verwandten zusammenzutreffen. Doch leistete nur die greise Prinzessin Friedrich der Einladung Folge, Prinz Wilhelm war nach dem Hofbericht„durch Unwohlsein verhindert:. Vor der Rückreise der Herzogin Philipp nach Gmunden ernannte König Karl ihren ältesten Sohn, den Herzog Albrecht(geb. am 23. Dez. 1865 und, beiläufig bemerkt, durch seine Großmutter Marie von Orleaus ein Urenkel von Louis Philippe), zum Sekondelieutenant à la suite seines Ulanenregiments (Nr. 19). Schon vor einiger Zeit hatte verlautet, der junge Herzog werde in ein württembergisches Reiterregiment treten, und zwar als Einjährig=Freiwilliger; statt dessen ist er jetzt sofort Offizier geworden. Ob er dereinst gar den württembergischen Königsthron besteigen soll, muß die Zukunft lehren. Bis jetzt hat es damit noch gute Wege, denn König Karl, der im 61. Lebensjahre steht, hat sich von seinem jüngsten Leiden wieder vollständig erholt und zeigt große Rüstigkeit. Oesterreich=Ungarn. * Wien, 7. September.(Die furchtbaren Brände), die nun seit einer Woche die Bevölkerung Wiens in Aufregung halten, find unzweifelhaft von ruchlosen Händen angelegt worden. Es ist dies wenigstens die allgemeine Ansicht hier. Mehrere Jodividuen find verhaftet worden, leugnen aber hartnäckig.— Man braucht indeß, selbst wenn die Verhafteten der That überführt werden sollten, nicht gleich an sozialistische Umtriebe zu denken, wie das hier vielleicht geschieht, andererseits aber ist auch nicht anzunehmen, daß dieses Anhäufen so vieler Brände in Oertlichkeiten, die sämmtlich dem Feuer die größte Ausdehnung gewähren, das Werk des Zufalls oder bloßer Nachlässigkeit sei. Wenn man erwägt, welche kolossale Ausdehnung die Holzplätze haben, wie leicht sie zugänglich sind, wie schlecht sie bewacht sind, wie wenig auf den Plätzen, wo so enorme Mengen des feuergefährlichsten Stoffes vorhanden sind, für Löschmaterial gesorgt ist, wie wenig Vorkehrungen getroffen sind, um einen Holzplatz vom andern abzuschließen— so muß man zu der Annahme gelangen, daß die Leichtigkeit, mit der dort Feuer angelegt werden kann, böswillige Menschen verleitet hat, Unheil anzustiften. Allerdings kann die sozialistische Agitation insofern die indirekte Ursache dieser Brände sein, als sie immerhin dazu führen konnte, daß einzelne Individuen, von Natur übel veranlagt und in Bezug auf die Ziele noch unklarer als die Führer, in der boshaften Zerstörung fremden Eigenthums, in dem Schaden der Besitzenden, wenngleich er ihnen keinen Vortheil bringt, eine Art von roher Befriedigung ihrer Feindseligkeit gegen das Bestehende finden, und so mögen wohl Verbrechen entstehen, zu deren Ausführung es keiner besonderen Organisation bedarf, ja, die unter günftigen Umständen ein Einzelner auszuführen vermag. Auch an die Drohbriefe, welche Fabrikanten in einzelnen Bezirken erhalten haben sollen, vermögen wir nicht zu glauben, umsoweniger, als bis jetzt noch kein einziger solcher Drohbriefe der Behörde überliefert worden ist.(F..) Holland. * Amsterdam, 7. September.(Weltausstellung.) Vom 11. d. M. ab werden in Amsterdam in Verbindung mit der Weltausstellung verschiedene Kongresse abgehalten. Gegen Bezahlung von 5 fl. kann Jeder Zutritt erlangen und ist berechtigt, an den zahlreichen Festlichkeiten theilzunehmen. Der Monat September überhaupt wird der Monat der Feste sein und ein günstiger Zeitpunkt, um die Ausstellung zu besuchen, da Alles aufgeboten wird, um den Besuchern den Aufenthalt so billig und so angenehm wie möglich zu machen. Folgende Fragen werden vom 11. bis 18. d. M. in den betreffenden Versammlungen erörtert werden: 1) Gesetzliche und Regierungsmaßregeln zum Schutze nationaler Industrie und Handel; 2) Internationales Konkursverfahren; 3) Internationale Münzgesetzgebung; 4) Prüfung des Entwurfs zum Vertrage von Bern(1881), betreffend den Gütertransport per Eisenbahn; 5) Internationale Maßregeln und Schutz gegen Schiffbrüche, gesetzliche Sanktion; 6) Allgemeiges Gesetz, auf Inhaber lautende Papiere betreffend, welche von Staaten, Provinzen, Gemeinden und Gesellschaften ausgegeben sind; 7) Patentgesetzgebung, Marken= und Musterschutz; 8) Internationale Frachttarifsätze; 9) Internationales Wechselrecht. Interessenten belieben sich wegen näherer Auskunft an Herrn D. Jos. Jitta in Amsterdam zu wenden. Britisches Reich. * London, 7. September.(Der„Standards) meldet aus Hongkong vom 6..: Es verlautet, daß die Franzosen eine neue Niederlage vor Hanoi erlitten hätten. Einige französische Kanonenboote fuhren den Fluß hinauf in der Richtung nach Soutay und beschossen die Festungswerke der schwarzen Flaggen, mußten aber nach mehrstündiger wirkungsloser Kanonade mit einem Verlust von 12 Todten retiriren. Amerika. * Newyork, 5. September.(Grubenexplosion.) Eine Depesche aus Chathanooga berichtet über eine furchtbare Grubenkatastrophe, welche sich in einer dortigen tiefen Zeche durch eine Explosion schlagender Wetter ereignete. Die Größe des Unglücks läßt sich noch nicht genau ermessen. Es ist indeß ermittelt worden, daß 40 bis 50 Bergleute getödtet worden find, während eine große Anzahl der Geretteten schwere Verletzungen davontrug. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. Leopoldshöhe, 6. September. Verspätet.(Sedanfeier.) Der Verlauf der hiesigen Feier des Sedantages in diesem Jahre ließ in uns den Wunsch zurück, es möchten nach dem wohlgelungenen Vorbilde der Schule zu Krentrupperhagen auch die übrigen im Kirchspiele Leopoldshöhe belegenen Schulen ähnliche Aufführungen von Kriegs= und anderen Spielen veranstalten, wie erstere sie uns zu unserem wahren, herzinnigen Ergötzen auf unserem Marktplatze bot. Wir danken Herrn Lehrer Stölting für alle Mühewaltung, der er sich im Interesse der patriotischen Feier unterzogen, soweit wir es an dieser Stelle vermögen, und wird das Gesehene eine angenehme Erinnerung für uns bleiben. Hoffentlich wird am 2. September des nächsten Jahres die gesammte hiesige Schuljugend vertreten sein und nicht nur wieder eine Schule; das wäre auch wegen der jetzt ausgeschlossen gewesenen Kinder, denen„das Herz bluteten, sehr zu wünschen; ihretwegen möchten wir diesen Wunsch den übrigen Herren Lehrern in unserer Gemeinde dringend ans Herz legen. Gütersloh, 8. September.(Wasserleitung.) Bekanntlich geht die Stadt Bielefeld mit dem Plane um, die Quellen des Dalkebaches abzufangen und das Wasser vermittelst einer Wasserleitung nach Bielefeld zu führen. Die großen Nachtheile und schweren Schäden, welche hierdurch der Landwirthschaft, den Besitzern von Mühlen und anderer industrieller Etablissements, überhaupt der ganzen Gegend, insbesondere der armen Senne zugefügt würden; die für die Stadt Bielefeld anderweitig zur Verfügung stehenden Quellen und Gewässer, sowie die in Betracht kommenden rechtlichen Gesichtspunkte, begründet in den neueren Gesetzen und Verträgen und in alten und uralten verbrieften Gerechtsamen— sind von den Interessenten in einer Denkschrift, unterstützt durch genaue Karten, in überzeugender Weise klar gelegt worden. Diese Schrift ist den Ministern des Innern und der Landwirihschaft als Petition unterbreitet worden. In der verflossenen Woche ist eine Deputation, bestehend aus den Herren Bürgermeister Mangelsdorf, Amimann Pasch, Gutsbesitzer Brüning, Kau mann Wilhelm Niemöller und Kolon Barkei, in Berlin gewesen, um auch mündlich den Ministern die Bitte um Schutz vorzutragen. In beiden Ministerien ist den Petenten eine genaue Untersuchung zugesichert worden, was wohl einer Abwendung der unserer Gegend drohenden Gefahr gleich zu erachten ist; denn bei gründlicher Prüfung kann nur zu Gunsten unserer Gegend entschieden werden.(W..) Soest, 7. Septbr.(Garnisons=Angelegenheit.) Die Mittheilung aus Herford, wonach gewichtige Gründe in Berlin gegen eine Verlegung unseres Bataillons nach Herford geltend gemacht worden seien, ist hier mit Freuden begrüßt worden. Wie wir hören, soll von maßgebender Stelle angeführt worden sein, eine Garnison in Soest, im Mittelpunkte Westfalens, an der alten Heerstraße und der strategisch wichtigen Eisenbahnlinie Berlin=Aachen, in der Nähe des ganz von Militär entblößten volkreichen Kohlenreviers belegen, sei im staatlichen und provinziellen Interesse nothwendig. (Rh.=W. Zig.) Repertoir des königlichen Theaters zu Hannover. Montag, den 10. September: Pretiosa. Dienstag, den 11. September: Die bezähmte Widerspenstige. Mittwoch, den 12. September: Der neue Stiftsarzt. Donnerstag, den 13. September: Iphigenie auf Tauris. Freitag, den 14. September: Die beiden Schützen. Sonnabend, den 15. September: Dr. Klaus. Sonntag, den 16. September: Hans Heiling. Vorsicht mit Petroleum. Das dunkele Halbjahr rückt näher. Da scheint es nicht überflüssig, daran zu erinnern, daß auf Petroleumlawpen, um ihre Feuersgefahr zu mindern, besondere Vorsicht anzuwenden ist. Namentlich dürfen sich in dem Brenner nicht abgelöste Dochtschnuppen ansammeln, weil diese bekanntlich leicht Feuer fangen und, wenn das nicht rechtzeitig gelöscht wird, denselben zum Glühen bringen, den Inhalt des Oelbehälters entzünden und ihn sprengen. Gründliche Reinigung der Lampe, womöglich durch einen Klempner, ist rathsam, ebenso Einziehung eines neuen Dochtes. Sicherer ist es stets, die Flamme nicht, wie es meistens geschieht, von oben, sondern von unten auszublasen. Je besser gereinigt die Flüssigkeit, je weniger feuergefährlich ist sie. Die unvollkommene Reinigung kennzeichnet sich durch stechenden Geruch. Das Publikum könnte und sollte in dieser Richtung eine wirksame Polizei üben, indem es sehr stark riechendes Petroleum nicht kauft, auch wenn es wohlfeiler. Noch größere Vorsicht soll bei Kesselheizung durch Petroleum obwalten. Wie viele Schadenfeuer durch Nachlässigkeiten in diesem Bereich entstehen, wissen die Versicherungsanstalten am besten. Wie ausgedehnt der Gebrauch des wichtigen aber gefährlichen Materials geworden, erhellt schon aus der einen Ziffer: in Amerika werden jährlich über 13½ Millionen Hektoliter gewonnen, davon nach Deutschland 1½ Millionen Barrels eingeführt. Haus= und Landwirthschaft. * Aus dem Fürstenthum Lippe, 7. September. Der„Rh. W. Ztg.“ wird über die Ernte von hier folgendes geschrieben: Die diesjährige Kornernte ist jetzt wohl im ganzen Lande mit Ausnahme einiger hochgelegenen Distrikte in den Aemtern Horn, Schwalenberg, Sternberg und Varenholz beendet. Wir können also auch jetzt das Facit der Ernte ziehen. Nach unserer Ansicht gehört diese zu den besten, die wir in dem langen Zeitraum von mindestens 30 Jahren gehabt haben. Es ist keine einzige Frucht mißrathen, im Gegentheil haben alle Arten von Getreide und Hülsenfrüchten einen sehr hohen Ertrag geliefert. Besonders gilt das von Roggen und Weizen, sowohl in Stroh wie auch in Korn. Es kommen Fälle vor, wo ein Morgen Weizen 23 Centner schönes Korn liefert, und gehört auch ein solcher Ertrag zu den Ausnahmen, so glauben wir doch nicht zu hoch zu greifen, wenn wir den Durchschnittsertrag in ganz Lippe auf 16 Centner pro Morgen liefen:: Nicht weniger, im Durchschnitt wohl noch mehr, gv#ett der Roggen. Dazu kommt, daß die Qualität des Korns eine ganz vorzügliche ist. Was die Gerste und den Hafer betrifft, so bleiben beide Fruchtarten allerLings hinter dem Roggen und Weizen zurück, was eine Goige der anhaltenden Dürre im Vorsommer sein mag, übertreffen aber ihre Erträge denvoch die kühnsten Hoffnungen. Bohnen und Erbsen schienen zur Zeit der Dürre fast überall verloren zu sein, doch siehe, auch sie liefern in Korn wenigstens ein zufriedenstellendes Resultat, nur das Stroh ist größtentheils kurz geblieben. Und nun gar die Kartoffeln und das Obst. Eine solche Fruchtfülle bei beiden haben wir in langen, langen Jahren nicht erlebt und wir erinnern uns doch manchen Jahres. Wie uns aus ganz sicherer Quelle mitgetheilt wird, haben frühe Sorten Kartoffeln einzelnen Landwirthen pro Morgen 120 Centner und darüber gesunder Knollen geliefert. Einzelne späte Sorten werden diesen Ertrag ganz gewiß noch übertreffen. Dazu kommt die vortreffliche Schmackhaftigkeit aller Eßkartoffeln. An Obst giebt es soviel, daß die Bauern sich schon Sorge darüber machen, wie sie es von den Bäumen kriegen und verwerthen wollen. Man sieht an den Landstraßen, auf Höfen, in Baumgärten, überall und überall, sei es nun Kern= oder Steinobst, die Bäume schwer beladen. Ja, Gottes Segen ist ein großartiger! Industrie, Handel und Verkehr. * Cottbus, 4. September. Die diesjährige Karpfenbörse nahm einen schleppenden Verlauf. Die Käufer hielten sich sehr zurückhaltend und wollten anfangs nicht den Preis des vorigen Jahres, der in 60 Mark für Fische von 45 bis 50 Stück auf 50 Kilo bestand, bewilligen. Jedoch verbesserte sich im Laufe des Tages die Kauflust und wurden bezahlt: Ohne Garantie 66 Mk. und 3 Mk. Fuhrlohn pro 50 Kilo(etwa 500 Centner), bis 35 auf den Centner 60 Mk., bis 40 auf den Centner 66 Mk. (etwa 800 Centner). Ferner bis 45 Stück auf den Centner 63 Mk., über 40 Stück 60 Mk. Eine Skala wie in den vorigen Jahren, die der Qualität der Fische genau Rechnung trug, kam nicht zu Stande.(N..) Wochenmarkts=Bericht. * Bielefeld, 8. Septbr. Butter pr. ½2 Kilo M. 1,15, Rindfleisch pr. ½2 Kilo M.—.60, Schweinefleisch pr. ½ Kilo. M. —.60, Speck, hiesiger pr. 1/2 Kilo M.—.80, Speck amerikanischer pr. ½2 Kilo M.—,75, Kalbfleisch pr. ½ Kilo M.—.45, Hammelfleisch pr. ½ Kilo M.—.65, Gänsefleisch 4½2 Kilo M.—, Eier 21 Stück M. 1,—, Zwiebeln pr. ½ Kilo M.—.08, Apfel pr. ½ Kilo M.—,04, Birnen pr. ½ Kilo M.—.04, Pflaumen pr. ½2 Kilo M.—,10, Kirschen pr. ½2 Kilo M.—.—. Große Bohnen 1 Kilo M.—,16, Vietsbohnen 1 Kilo M.—.20, Erbsen 1 Kilo M.—.24, Rüben pr. 1 Kilo M.—,06, Wurzeln pr. 1 Kilo M.—.08, Blumenkohl à Stück M.—.20, Kopfsalat 3 Stück M.—,10, Kappus à Stück M.—,18, Rothkohl à Stück M.—,20, Wirsing à Stück M.—,15, Steckrüben à Stück M.—,07, Kohlrabi 4 Stück M.—,10, Gurken à Schock M..—, Kartoffeln, pr. 150 Pfund M. 4,25, Roggenstroh 50 Kilo M. 2,50, Haferstroh 50 Kilo M. 1,80, Weizenstroh 50 Kilo M. 1,70, Heu 50 Kilo M. 3,75. Literarisches. * Festnummer der Illustrirten Zeitung. Die am 22. d. Mts. gelegentlich der Einweihung des Nationaldenkmals auf dem Niederwald zur Ausgabe gelangende Festnummer der Illustrirten Zeitung wird folgende Abbildungen enthalten: Den Kopf der Germania. Gesammtansicht des Denkmals.(Zweiseitig.) Die allegorischen Figuren„Krieg" und„Frieden“ auf den Ecksockeln des Denkmals. Die Reliefs„Auszug zum Kampfs= und„Heimkehr: am Sockel des Denkmals. Panorama von der Plattform des Denkmals aus über den Rheingau. Johannes Schilling, der Schöpfer des Nationaldenkmals. Wir machen unsere Leser darauf aufmerksam, daß Bestellungen auf diese Festnummer noch vor deren Ausgabe, bis zum 19. September, aufzugeben sind, da ein späterer Nachdruck der Nummer nicht stattfindet. Alle Buchhandlungen nehmen Aufträge entgegen. Preis 1 Mark. Amtl. Bekanntmachungen des Amtsblattes Nr. 72. Die heute ausgegebene Nr. 19 der Gesetzsammlung für das Fürstenthum Lippe enthält: Nr. 24. Verordnung, die Abhaltung öffentlicher Tanzlustbarkeiten betreffend, vom 6. September 1883. Detmold. Kabinetsministerium. Der RegierungsBaurath Overbeck in Lemgo ist vom 1. Oktober d. J. an nach Detmold und der Landbaumeister Hermann in Detmold von jenem Zeitpunkte an nach Lemgo versetzt. Detmold. Konsistorium. Der Küster Sauerländer zu Haustenbeck ist an die Lehrerstelle in Breitenheide und der Nebenlehrer Rodewald zu Salzuflen an die Lehrer= und Kantorstelle in Oerlinghausen berufen worden. Meldungen zu der hierdurch vakant gewordenen Lehrer= und Küsterstelle in Haustenbeck sind innerhalb 14 Tagen bei uns anzubringen. Detmold. Regierung. Dem Lübecker Feuer=VersicherungsVerein für Landbewohner zu Lübeck ist die Konzession zum Geschäftsbetriebe im Fürstenthume Lippe ertheilt worden. Detmold. Die Direktion der Strafanstalten. Der heurlaubte Strafgefangene Gustav Wildauer hat sich zur Fortsetzung seiner Strafe in hiesiger Strafanstalt nicht gestellt, weshalb hinter ihn ein Steckbrief erlassen wird. Detmold. Amtsanwalt. Der Schmiedegeselle Friedrich Siepeke, geb. am 12. Dezember 1863 zu Augustdorf, wird wegen Verdacht des Diebstahls steckbrieflich verfolgt. Detmold. Landbaumeister. Das Obst an den Landeschausseen soll nach dem Meistgebot verkauft werden: am Montag, den 17. September, um 8 Uhr von Johannettenthal nach Schönemark, um 9 Uhr von Schönemark nach Schmedissen, um 10 Uhr von Schmedissen nach Meinberg, um 11 Uhr von Meinberg nach Horn und um 4 Uhr von Storkshof nach Obersiebenhöfen; am Dienstag, den 18. September, um 8 Uhr von Belle nach Wöbbel, um 2 Uhr von Borkhausen nach Nessenberg, um 3 Uhr von Nessenberg nach Schieder; am Donnerstag, den 20. September um 11 Uhr von Schlangen nach Kohlstädt, um 3 Uhr von Hiddesen nach Friedensthal, um 4 Uhr vom blauen Stege nach Heiligenkirchen, um 5 Uhr von Heiligenkirchen nach Berlebeck; am Freitag, den 21. September um 8 Uhr von Detmold nach Belfort, um 9 Uhr von Belfort nach Ellernkrug, um 10 Uhr von Ellernkrug nach Lage, um 1 Uhr von Lage nach Kachtenhausen, um 3 Uhr von Kachtenhausen nach Helpup und um 4 Uhr von Helpup bis zur Landesgrenze. Lemgo. Bauverwaltung. Das Obst an den Landeschausseen im Baubezirke Lemgo soll öffentlich meistbietend verkauft werden: zwischen Detmold und Apenkrug, Dienstag, den 11. d.., Vormittags 9 Uhr; zwischen Apenkrug und Storkskrug, Dienstag, den 11. d.., Nachmittags 3 Uhr; zwischen Lemgo und Hörstmar, Mittwoch, den 12. d.., Vormittags 9 Uhr; zwischen Hörstmar und Lage, Mittwoch, den 12. d.., Nachmittags 2 Uhr; zwischen Lage und Sylbach, Donnerstag, den 13. d.., Vormittags 9 Uhr; zwischen Sylbach und Schötmar, Donnerstag, den 13. d.., Nachmittags 2 Uhr; zwischen Schötmar und Retzen, Freitag, den 14. d.., Vormittags 9 Uhr; zwischen Retzen und Liemerthurm, Freitag, den 14. d.., Nachmittags 2 Uhr; zwischen Humfeld und Mönchshof, Sonnabend, den 15. d. M, Vormittags 9 Uhr; zwischen Barntrup und Grießen, Sonnabend, den 15. d.., Nachmittags 2 Uhr; bei Waterloo, Montag, den 17. d.., Vormittags 9 Uhr. Lemgo. Amtsgericht I. Dienstag, den 18. September, Vormittags 10 Uhr, sollen auf der Amtsgerichtsstube das dem Ackerbürger Heinrich Arning Nr. 60 der Rampendahler Bauerschaft gehörige Wohnhaus nebst Hofraum und Garten beim Hause, sowie das dem Ackerwirth Simon Krüger am Liemerwege gehörende Land Rev. 36 Nr. 60 zwangsweise verkauft werden und können Taxe und Verkaufsbedingungen 14 Tage vor dem Termine hier eingesehen werden. In dem anberaumten Termine haben diejenigen, welche Anspruch auf Befriedigung aus den Kaufgeldern machen und welche dingliche Rechte an dem gedachten Grundbesitz zu haben vermeinen, ihre Ansprüche so gewiß anzumelden und zu begründen, als sie sonst damit ausgeschlossen werden sollen und nicht angemeldete Rechte den neuen Erwerbern gegenüber verloren gehen. Brake. Verwaltungsamt. Der Krankenwärter August Schlüter aus Wiembeck, z. Z. auf hiesiger Heil= und Pflegeanstalt, beabsichtigt nach Amerika auszuwandern. Hohenhausen. Amtsgericht. Auf dem Hypothekenbuchsfolio des Kolonats Endmeier Nr. 55 zu Kalldorf findet sich 5. Orts für den Amtmann Dr. Wüstenfeld zu Rehme unter dem 6. Februar 1858 eine Vergleichssumme von 100 Thalern eingetragen. Nach glaubhaft gemachter Angabe ist jene Eintragung durch Zahlung der Vergleichssumme längst gegenstandslos geworden, es kann aber löschungsfähige Quittung nicht beschafft werden. Deshalb werden Alle, welche an das erwähnte Ingrossat Ansprüche erheben, aufgefordert, solche spätestens in dem auf Freitag, den 25. Januar 1884, Morgens 11 Uhr, angesetzten Aufgebotstermine anzumelden und zu begründen, widrigenfalls die Eintragung für erloschen erklärt und im Hypothekenbuche gelöscht werden soll. Das dem Exkolon Simon Süllwold auf Nr. 50 zu Talle gehörige Grundück„Vorm Kalfhagen“ soll Freitag, d. 5. Oktober d.., Morgens 11 Uhr, zwangsweise meistbietend verkauft werden und können Taxe und Verkaufsbedingungen vom 20. k. M. an hier eingesehen werden. In dem angesetzten Termine sind Ansprüche auf Befriedigung aus dem Kauferlöse und dingliche Rechte an dem Kaufgegenstande bei Strafe des Ausschlusses bezw. unter dem Rechtsnachtheile anzumelden und zu begründen, daß für die sich nicht Meldenden ihr Recht gegen den neuen Erwerber verloren geht. Verkauf von 40 Ctr. ausrangirten, kassationsfähigen Akten. (Siehe Inserat in Nr. 210 d. Bl.) Horn. Amtsgericht. Im Wege der Zwangsvollstreckung ist die öffentliche Versteigerung des Viehmeister'schen Kolonats Nr. 154 zu Schlangen erkannt und Verkaufstermin auf Dienstag, den 2. Oktober d.., Morgens 10 Uhr, auf dem Gerichtszimmer angesetzt. In demselben haben diejenigen, welche Anspruch auf Befriedigung aus den Kaufgeldern machen, und welche dingliche Rechte an dem Kolonate zu haben vermeinen, ihre Ansprüche anzumelden und zu begründen, widrigenfalls sie damit ausgeschlossen werden sollen. * Gesellschaft zu gegenseitiger Hagelschädenvergütung in Leipzig. Die Gesellschaft wurde in der letzten Campagne von 759 Schäden betroffen und hatte dafür 248000 M. Entschädigung zu leisten. Dem Reservefonds wird, wenn die Gesellschaft vor ferneren Schäden bewahrt bleibt, eine beträchtliche Summe zugeführt werden können, Nachschußprämien gelangen nicht zur Erhebung. Neueste Nachrichten. * Hamburg, 8. September. Der Hamburger Postdampfer„Lessing“, welcher am 23. August Newyork verließ und am 27. August einen Bruch seiner Kurbelwelle erlitt, passirte heute früh Lizard auf dem Wege nach Plymouth. * München, 8. September. Der Kongreß für Völkerrecht berieth heute in seiner Schlußsitzung über die Konflikte der Straf= und Civilgesetze. Die im Dezember erscheinende Zeitschrift wird das Nähere mittheilen. Es traf eine Sympathie=Adresse des deutschen Juristentages ein, der jetzt 25 Jahre besteht. Phillimore, Ober=Admiralitätsrichter von England, wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Die rächste Session des Kongresses ist auf Anfang September 1885 in Brüssel festgesetzt. Die Frist von zwei Jahren wurde beschlossen, um den Kommissionsarbeiten über internationales Wechselrecht, See=Assekuranzen und Konflikt der Handelsgesetze Zeit zu gewähren. * Wien, 8. September. Der Vertreter der Electrical Power Storage Company, Herr Volkmar, lud einen engeren Kreis zu der ersten Fahrt des elektrischen Bootes auf dem Donaukanal ein. Die Probe verlief unter großem Menschenandrang an den Ufern glänzend; Ruhe wie Geschwindigkeit waren erstaunlich. * Agram, 8. September. Gestern Abend bei Dunkelwerden fand eine Ansammlung von Menschen vor dem Finanzgebände in der Gundulirsgasse statt. Das Wappenschild wurde mit Steinen beworfen und eine Fensterscheibe zertrümmert. Das Militär säuberte die abgesperrte Gasse, in der um 8 Uhr Abends die Ruhe wieder hergestellt war. Es geht das Gerücht, der Pöbel beabsichtige Massenangriffe und erwarte für die beiden Feiertage Zuzug von Landleuten. Allgemeiner Witterungscharakter: 10. klar. Sonnen=Aufgang 5 U. 27 Min. Untergang 6 U. 26 M. Mondes.Aufgang 217 Nchm., Untergang 1057 Abds. Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold Juristen-Conferenz. Die Herren Juristen werden an die nach der Benachrichtigung vom 9. Juli d. J.(Landesz. Nr. 159) auf Sonnabend, d. 15. d. M. Nachmittags 4 Uhr verlegte Conferenz erinnert. Detmold, den 8. Sept. 1883. Wasserfall, Landgerichts=Präsident. Veranntmachung. Die Mannschaften der ErsatzReserve 1. Klasse des Jahrgangs 1878, sowie diejenigen der älteren Jahrgänge, auf deren Ersatz=Reserve=Scheinen der Uebertritt zur 2. Klasse noch nicht vermerkt ist, werden hierdurch aufgefordert, die qu. Scheine behufs ihrer Berichtigung durch Eintragung des Uebertritts=Vermerks bis zum 1. Oktober c. bei dem Bezirksfeldwebel ihres Wohnorts abzugeben, widrigenfalls sie in der 1. Klasse der ErsatzReserve verbleiben. Detmold, den 7. Sept. 1883. Königliches Landwehr=BezirksKommando. J. A. d. B. C. Baron von Stenglin. Lieutenant und Adjutant. Der Unterzeichnete bezeuget hiermit der Familie Erfkamp Nr. 116 in Augustdorf ihre Reinlichkeit wieder. H. Beckmann. Handels= u. Gewerbe=Verein. Ordentliche General=Versammlung am Montag, den 10. Sept., Abends 8½ Uhr im Vereinslokal. Tages=Ordnung: 1. Geschäfts= und Rechenschaftsbericht pro 1882/83. 2. Rückständige Beiträge. 3. Wahl von Rechnungs=Revisoren. 4. Vorstandswahl. Detmold, 7. September 1883. Herm. Salomon. Statt jeder besonderen Meldung. Durch die glückliche Gebu. eines gesunden Mädchen wurden hocherfreut Albert Keineberg u. Frau Sophie geb. Blumenau. Detmolo, 10. September 1883. Der Fürstlich Lippische Kalender wird, wie gewöhnlich, so auch pro 1884 Mitte Oktober zur Ausgabe gelangen, da das seit undenklichen Zeiten einen wesentlichen Haupttheil desselben bildende Adreß= verzeichniß der Behörden 2c. früher nicht fertig zu stellen ist; ein schon jetzt veröffentlichtes Adreßverzeichniß würde pro 1884 keinen Werth haben. Preis brochirt nur 30 Pf. Mehrfachen Anfragen zur Erledigung, daß Inserate, welche in dem Fürstlich Lippischen Kalender anerkanntermaßen von nachhaltigster Wirksamkeit find, nur noch in beschränktem Maße angenommen werden können und bitten wir um deren baldigste Aufgabe. Detmold, im September 1883. Hofbuchhanblung (Gebr. Klingenberg). Bei Gelegenheit der Lippischen Lehrer=Versammlung in Lemgo am 12. d. Mts. veranstalten wir im Versammlungssaal eine Ausstellung von Schulwandkarten von Deutschland, Europa, den Planigloben 2c. 2c. Wir erlauben uns zur Besichtigung derselben die Herren Lehrer und Schulvorstände, insbesondere derjenigen Schulen, deren Kartenmaterial einer Ergänzung bedarf, ergebenst einzuladen. Klingenberg'sche Hofbuchhandl. (Hans Hinrichs) in Detmold und Lemgo. Verwandten u. Bekannten empfehlen sich als Vermählte: Alerander M. Niemeyer Auguste Niemeyer geb. de Youngh. Cette, den 8. Sept. 1883. Es hat Gott gefallen, heute Morgen 7 Uhr meinen lieben Mann und unsern theuern Vater, Schwiegervater und Großvater, den Pastor em. August Rothert, im Alter von 77 Jahren nach längerem Leiden sanft und selig zu sich zu nehmen. Die Hinterbliebenen. Detmold, d. 9. Sept. 1883. Die Beerdigung findet Dienstag, den 11. September, Nachmittags 5¼ Uhr— von der lutherischen Kirche aus— statt. Freiwilliger Vertauf. Am Dienstag, den 11 d. M. von Morgens 9 Uhr an sollen in dem Gasthofe des Herrn Iselhorst (Stadt Bremen) div. zum Nachlaß des verst. Fräul. Rinteln gehörige Möbel, als: 1 nußb. Sopha, 6 Stühle, 1 Tisch, 2 Bettstellen m. Matratzen, 2 Spiegel, 1 Schreibkommode m. Aufsatz, 1 kl. Schrank mit Aufsatz, 1 Kleiderschrank, 1 Waschtisch, Kommoden, Küchenschränke, sowie Betten, Wäsche, Kleidungsstücke, Porzellan und Küchengeräthe meistbietend verkauft werden. Detmold. Austermann, Gerichtsvollzieber. Adettolt. Mittwoch, den 12. d.., Morgens 9 Uhr beginnend, werde ich im Gasthof„Stadt Bremen“ verschiedene Möbeln, als: 1 mah. Sopha mit Pferdehaar, 1 mah. Schrank, 6 mah. Stühle, 1 mah. Tisch, sowie Kommoden, Bettstellen, 1 Kleiderschrank, 1 Küchenschrank, 1 eis. Heizofen, 1 Wiege, 1 Wanduhr, 1 fast neue Handnähmaschine(Whe.ler&. Wiison) 2c. 2c. öffentlich meistbietend gegen Baarzahlung verkaufen. E. Hattesohl. Zwangsversteigerung. Am Mittwoch den 12. Septbr. cr., Morgens 10 Uhr anfangend, sollen auf dem Gute Gröpperhof 6 Tserde, 5 Kühe und 2 Rinder öffentlich meistbietend gegen gleich baare Zahlung verkauft werden. Blomberg, den 6. Sept. 1883. Köller, Hülfsgerichtsvolzieher. Bergmann's Theerschwefel=Seifes bedeutend wirksamer als Theerseife, vernichtet sie unbedingt alle Arten Hautunreinigkeiten und erzeugt ir kürzester Frist eine reine, blendendweiße Haut. Vorräthig à Stück 50" bei Chr. Kate in Detmold und S. H. Knie, Salzuflen. atürkehe Miheralwasser! empfing wieder in diesjähriger Füllung und empfehle selbige dem geehrten Publikum zu soliden Preisen angelegentlichst: Emser, Carlsbader, Kissinger, Marienbader, Wildunger, Driburger, Hunyadi=Janos, Eger Franz, Homburger, Apollinaris, Selters, Harzer Sauerbrunnen 2c. Ferner: sämmtliche Bade-Ingredienzen, als Mutterlaugen, Salze, Schwefelleber 2c. 2c. Aufträge nach auswärts werden prompt besorgt. Tulius Tuensing. Es empfiehlt sich als Damenschneiderin in und außer dem Hause Marie Drexhage. Lageschestr. Nr. 48. A. W. Bruggemann, Schötmar, empfiehlt: Hildesheimer Sparherde, Kachel=, Säulen=, Koch= und Füllöfen, Kesselrümpfe 2c. Ferner: Tafelwaagen, Decimalwaagen, Vieh waagen, Brückenwaagen zum Abwiegen von Straßenfuhrwerk. Musterbücher stehen zu Diensten. Verkauf der Waagen und Hildes. heimer Herde zu Fabrikpreisen. Postsendungen jeder Art werden von Detmold befördert mit den Postzügen.45., 12.15.,.46., Briefe außerdem mit den Zügen 5 V. und .0 N. Briefe sind bei dem Postamte in Detmold mindestens 30 Minuten vor Abgang der betr. Züge einzuliefern. Mit den Postzügen.45., 12.15.,.46 A. werden auch die Briefe befördert, welche 5 Minuten vor Abgang derselben in dem BahnhofsPostbriefkasten vorgefunden werden. Postverbindungen: Kieler Bücklinge empfing S. Meier. Die Kartee-Gröschandfanh von Wulfers 4p; Lefers in Bremen empfiehlt folgende auf die Reinheit des Geschmackes geprüfte Qualitäten: feiner Santos=Kaffee à 40 Pf. pr. Pfd. feinster dto.„ à 45„„„ feinster Campinos à50„„„“ feiner grüner Java à 60„„„ 8 feinster dto.„ à 70„„„ feiner gelber„ 270„„„ feinster dto.„ à 80„„„ feiner Guatemala à70„„„ feinster dto. à 75„„„ Sämmtliche Sorten sind kräftig u. reinschmeckend. Preise verstehen sich bei Abnahme von mindestens 9½ Pfd. Netto gegen Nachnahme. 97· 0 à Ctr. 75 J zu haben bei König& Wiegmann, (606) Bad Deynhausen. Ein ordentliches Mädchen findet dauernde Beschäftigung in meiner Druckerei. Detmold=Herford. Detmold Lage Salzuflen Herford Sealzaussen Lage Detmold .46 8. 2 .20 .30 .20 .43 10.12 10.30 Abgang von Detmold .40 Vorm. 9. 0„ 11.20„ .55„ 10. 0 Abds. Abgang von Lage .25 Vorm. .10„ .25„ .20 Abds. 10.40 Vorm. .25 Nchm. .15„ .15„ 955 Abds. nach Horn,(Anschluß nach Paderborn), Bergheim „ Lemgo(über Brake) „ Horn,(von Paderborn), Vinsebeck, Bergheim „ Horn,(Blomberg,) Bergheim „ Lemgo, Hohenhausen, Rinteln 1. Personenpost Lemgo Landfahrpost Pivitsheide 1. Botenpost Heiden Personenpost Oerlinghausen 2.„ Lemgo 3.„ Lemgo Botenpost Pivitsheide 2. Botenpost Heiden 4. Personenpost Lemgo Grimmer's Theater im Rathhaussaal zu Detmold. Letzte Vorstellung. 100,000 Thaler oder: Die Berliner Lokal=Posse in 3 Akten. Hierauf: Ballet und Einzug in Paris. Rchm. .45 Vorm. .50„ 9. 0 12.25 12.25 5. 0„ .10„ .20„ 10. 5 Abds. Abgang von Oerlinghausen .25 Vorm. .20„ .45 Abds. .40 Vorm. Ankunft in Detmold 11. 0 Abds. 10.05 Vorm. .15 Nchm. .55 Vorm. 10. 5 Abds. Ankunft in Lage .50 .45 .15 10.25 12.35 .15 .10 .15 .10 Vorm. Nchm. 90 Vorm. Nchm. Abds. Personenpost Paderborn 1.„ Bergheim 1.„ Detmold *.„ Bergheim Boternpos, Vergheig 3. Personenpost Detmold Detmold 2. 3. Personenpost nach Bielefeld Bhnh. „ von Bielefeld „ nach Lage „ von Bielefeld Bhnh. „ nach Bielefeld Bhnh. „ von Lage Botenpost nach Schloß Holte „ von Schloß Holte .50 Vorm. .35„ .40 Abds. 2. 0 Nchm. .50„ .45 Vorm. .10 Nchm. 12.15 Nchm. Ankunft in Oerlinghausen .20 Vorm. .20 Abds. .30„ .10„