„Die Lippische Landes=Zeitung erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. „„„ Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. Ne 200. Mittwoch, 5. September. 1809. Für den Monat September werden noch ferner Bestellungen auf die Landeszeitung von allen Postämtern für 87 Pf.— einschließlich Bestellgeld 1 Mark— und für Detmold zu 75 Pf. frei ins Haus von der Unterzeichneten entgegengenommen. Die Erpedition der Lipp. Landesztg. Deutsches Reich. * Berlin, 4. September.(Die Denkschrift über die Verhängung des kleinen Belagerungszustandes) über Leipzig ist im Reichstag nicht zur Verhandlung gekommen; die Sozialdemokraten sowohl als der Regierungsvertreter beschränkten sich auf ganz kurze Erklärungen. Man ging allseitig von der Ansicht aus, daß es sich bei der gegenwärtigen außerordentlichen Gelegenheit nicht lohne, auf das weitschichtige Thema einzugehen, da in der nächsten Session die Erneuerung des Sozialistengesetzes werde beantragt werden und alsdann der Gegenstand aufs eingehendste nach allen Richtungen werde behandelt werden müssen. Die Wiedereinbringung des Sozialistengesetzes, dessen Gültigkeit am 30. Sept. 1884 abläuft, ist damit für die nächste Zeit gesichert. Wenn man beobachtet, wie der konservativen Agitation im Kampf gegen den Liberalismus auch die Sozialdemokratie als Bondesgenossin hochwillkommen ist, wie auch seitens der Polizeibehörden dieser Partei, wo sie, wie z. B. bei den Berliner Kommunalwahlen, ihre Spitze gegen die Fortschrittspartei richtet, wieder ein recht freier Spielraum gewährt wird, so hätte man auf die Vermuthung kommen können, daß die Regierung auch bei den politischen Wahlen versuchen würde, den bürgerlichen Radikalismus durch die soziale Umsturzpartei auszutreiben und der letzteren durch Verfallenlassen des Sozialistengesetzes die volle Freiheit der Bewegung zurückzugeben. Denn das ist kein Zweifel, daß die Siege der Sozialdemokraten fast ausschließlich auf Kosten der Fortschrittspartei erfolgen würden; haben doch beide ihren Boden vorzüglich in den großen Städten, und ein tödtlicherer Schlag könnte der Fortschrittspartei gar nicht versetzt werden, als wenn man der Sozialdemokratie vollständig freie Hand ließe. Indessen die ReEinquartierung. Novelle von Silvester Frey. (40. Fortsetzung.) Hermine fuhr auf— Dr. Bögehold stand dicht neben ihr. „Sie werden mir morgen erzählen, Frau Baronin, warum Sie sich so in Gedanken vertieft haben. Sie wissen ja, wir Aerzte sind auch Psychologen. Aber jetzt möchte ich Sie um den Walzer, der eben beginnt, bitten.“ „Sehen Sie nur, welch' ein hübsches Paar Fräulein Frida und Herr v. Dankberg bilden,“ sagte Dr. Bögehold, als er eben mit seiner Dame vom Tanz raftete. „Sie werden mich vielleicht auslachen, wenn ich Ihnen Etwas erzähle.“ verspreche Ihnen, ernst zu sein.“ „Ganz ernst?“ „Wie in der Kirche." „Nun wohl, ich habe mir in den Kopf gesetzt, Beide zu verbeirathen! Wollen Sie ein gutes Werk thun?“ „Worin bestände denn das?“ „Daß Sie mir dabei behülflich sind.“ Hermine ward bleich. Wie kam Dr. Bögehold dazu, sie, gerade sie darum zu bitten? War er von Dans in das Vertrauen gezogen oder hatte sie die Liebe zu dem jungen Artillerielieutenant so offen zur Schau getragen, daß man es errathen konnte? „Lassen Sie mich offen sprechen, Frau Baronin,“ führ Dr. Bögehold fort.„Zwei Wege giebt es für das Menschenherz, ein verlorenes, für die Zukunft unerreichbares Liebesglück zu überstehen. Nicht etwa kalte Gleichgültigkeit hilft darüber hinweg; wer ihrer fähig ist, hat eben nie wahr, nie wirklich geliebt! Das Herz, das einst uns gehörte, wird und muß uns auch ferner mit seinem Wohl und Wehe, mit seinen Freuden und Leiden angehen! Entweder entflammen wir nur in gierung hat offenbar solchen Erwägungen keinen Eingang gewährt, sondern hält nach wie vor daran fest, das Sozialistengesetz noch nicht entbehren zu können. Diesen Eindruck mußte man aus den kurzen bei Gelegenheit der Leipziger Denkschrift gewechselten Bemerkungen gewinnen. Eine der wesentlichsten Aufgaben der nächsten Reichstagssession wird also die Erneuerung des Sozialistengesetzes bilden. Ob sich im gegenwärtigen Reichstag hierfür eine Mehrheit finden wird, wollen wir heute nicht untersuchen, die alte konservativ= nationalliberale Majorität ist bekanntlich nicht mehr vorhanden und welche Stellung das Centrum zu der Frage einnimmt, wird von der politischen Gesammtsituation abhängen, von der heute Niemand voraussehen kann, ob sie in einem halben Jahre noch ebenso sein wird, wie heute. Für den Reichstag und die künftigen Wahlen könnte die Angelegenheit eine sehr kritische Bedeutung gewinnen. *—(Pensionirung.) Der Bezirkspräsident von Lothringen, von Flottwell, hat wegen seiner leidenden Gesundheit seine Pensionirung nachgesucht. Der Kaiser hat dem Vernehmen nach das Gesuch genehmigt, so daß Herr von Flottwell am 1. Oktober in den Ruhestand treten wird. *—(Das Reichsjustizamt) hat vor wenigen Tagen eine Statistik der Gerichtsverfassung nach dem Stande am Schlusse des Jahres 1882 und eine Prozeßstatistik für das Geschäftsjahr 1881 veröffentlicht, welchem nachstehende Angaben entnommen sein mögen: Es wurden 1881 bei den Amtsgerichten des deutschen Reiches anhängig in bürgerlichen Rechtsstreitigkeiten: 34,384) Sühnesachen, 2,110,578 Mahnsachen, 950,502 gewöhnliche Prozesse, 111,454 Urkundenprozesse, darunter 101,143 Wechselprozesse, Entmündigungssachen 5646, Aufgebotsverfahren 12,956, Arreste und einstweilige Verfügungen 98,492, Anträge 27,904, Vertheilungsverfahren 2824, Zwangsversteigerungen von unbeweglichem Vermögen 59,412, Zwangsverwaltungen 5002, andere Anträge bezüglich Zwangsvollstreckung 144,971. Mündliche Verhandlungen fanden 1,350,445 statt, darunter 665,405 kontradiktorische. Konkursverfahren waren anhängig 4475 überjährige und 6222 neue. Es wurde über 7 Aktiengesellschaften, 3 Kommanditgesellschaften auf Aktien und 26 eingetragene Genossenschaften der Konkurs eröffnet. Die Schöffengerichte hielten 71,928 Sitzungen ab, in denen 543,031 Hauptverhandlungen stattfanden, während die Amtsrichter 226,312 Hauptverhandlungen in Strafsachen hatten. Was die Landgerichte betrifft, so wurden bürgerliche Rechtsstreitigkeiten in erster Instanz vor den Civilkammern anhängig gemacht, und zwar: gewöhnliche Prozesse 101,391, Urkundenprozesse 18,615, darunter 13,221 Wechselprozesse, Arreste 11,468, Prozesse in Ehesachen 3904, vor den Handelskammern wurden 13,560 gewöhnliche Prozesse, 319,172 Urkundenprozesse anhängig. Mündliche Verhandlungen hatten die Civilkammern in erster Instanz 164,399, in der BerufungsHaß und suchen Den zu verderben, der uns einst nahe stand, der unser war, oder die stürmischen Klänge der Liebe, welche vorher unser Herz erzittern ließen, lösen sich in die sanfteren Accorde der Freundschaft auf.“ „Sehen Sie jene Frau an,“ sprach Dr. Bözehold weiter auf die Gräfin weisend.„Gewiß ist sie schön, aber der dämonische, brennende Glanz ihrer Augen thut mir wehe. Es ist mir, als ob ich in ein stets flackerndes Kerzenlicht schaue, und sie wissen, selbst das stärkste, gesündeste Auge wird davon ermüdet. Daß sie Herrn v. Dankberg liebte, ist meine Ueberzeugung, aber sagen Sie selbst, wie paßt er, das brave, schlichte Männerherz, zu dieser Frau? Die Natur selbst scheint zu verbieten, daß Beide zu einander gehören. Ich weiß, meine gnädige Frau, daß auch Sie heute einen großen Kampf bestanden haben; den Geliebten Ihrer Jugend haben Sie verloren, unwiederbringlich verloren; nun sorgen Sie wenigstens, daß er Ihnen Freund bleibt! „Sie haben Recht,“ sagte Hermine mit leiser Stimme. „Sie helfen mir also, jene beiden Menschenkinder"— er wies auf Hans und Frida—„ glücklich zu machen!“ „Ja," versetzte Hermine fest und entschieden. Aus der Rede des Mannes neben ihr kam es wie Balsam für ihr wundes Herz.„Ja,n sagte sie,„was an mir liegt, soll geschehen, damit er wieder glücklich wird. Ich fühle es, daß ich manches Unrecht gut zu machen habe. Aber nun lassen Sie mich, Herr Doktor; der Umschwung kam zu schnell, als daß ich ihn sogleich verschmerzen könnte. Als Arzt sollten sie wissen, daß eine Wunde der Ruhe und Zeit bedarf, um vollkommen zu vernarben.“ Dr. Bögehold ergriff ihre Hand und preßte seine Lippen darauf. Sie ließ es geschehen, nicht ohne mit dem Fächer ein wenig zu drohen. Im Fortgehen wandte er sich nochmals um, aus seinen großen, treu blickenden Augen strahlte ein Dankesblick, der ihr wohlthat. Die erwünschte Ruhe sollte Hermine jedoch jetzt instanz 36,175, die Handelskammern 34,301. Die Oberlandesgerichte hatten in Civilsachen 16,742 mündliche Verhandlungen, das Reichsgericht und das bairische oberste Landesgericht zusammen 902. Die meisten Ehescheidungen wurden ausgesprochen im Oberlandesgerichtsbezirk Dresden(2,972,805 Gerichtseingesessene) mit 868, Kammergerichtsbezirk Berlin(3,389,153 Gerichtseingesessene) mit 811, Oberlandesgerichtsbezirk Naumburg (2,474,332 Gerichtseingesessene) mit 537 Ehescheidungen. Die veröffentlichte Arbeit enthält, wie wir hinzufügen wollen, auch eine Uebersicht aller deutschen Gerichte mit Angabe über Bezirke, Besetzung, Eintheilung, Zahl der Gerichtseingesessenen. Vergleichende Tabellen und eine kurze Einleitung stellen alle Angaben sowohl für die 28 Oberlandgerichte als für das deutsche Reich zusammen. Der Prozeßstatistik ist eine ausführliche Denkschrift beigegeben, welche die in zwei größeren Uebersichten zusammengestellten prozeßstatistischen Ermittelungen näher beleuchtet. *—(Die Orleans.) Die der„Köln. Ztg.“ aus Mecklenburg=Schwerin zugegangene Korrespondenz über die feindselige Stellung, welche der Graf von Paris und sein Bruder, der Herzog von Chartres, in neuester Zeit dem mecklenburgischen Hofe gegenüber angenommen haben sollten, beruht, wie verschiedentlich berichtet wird, auf vollkommener Unkenntniß der thatsächlichen Verhältnisse; es wird gerade das Gegentheil von dem berichtet, was sich in Wirklichkeit zugetragen hat. Die Prinzen haben auf das Kondolenzschreiben in der herzlichsten, die verwandtschaftlichen Bande aufs wärmste betonenden Weise geantwortet. In wesentlicher Uebereinstimmung hiermit wird der„Neuen Preußischen Zeitung" geschrieben:„Wahr ist es, daß von Seiten des großherzoglichen Hofes der Graf von Paris durch ein besonderes Schreiben von dem am 15. April d. J. erfolgten Ableben des Großherzogs Friedrich Franz II. in Kenntaiß gesetzt wurde, die Antwort darauf war aber eine eben so verwandtschaftliche wie freundlich theilnehmende und mit diesem Faktum sind alle Insinuationen und Schlüsse des Artikels widerlegt, so daß es nur noch der ausdrücklichen Bemerkung bedarf, wie es ebenfalls unbegründet ist, daß der verewigte Großherzog nach den Ereignissen im Februar 1848 die Herzogin Helene und ihre Söhne mehrere Jahre mit Geldmitteln unterstützt hat.“ *—(Einfluß des Schreibens auf Auge und Körperhaltung der Schulkinder.) Den Veröffentlichungen des Reichsgesundheitsamtes ist zu entnehmen, daß in Folge einer von zuständiger Seite ergangenen Anregung durch das württembergische Medizinalkollegium Untersuchungen über den Einfluß des Schreibens noch nicht finden, denn Kurt stand im nächsten Augenblick bei ihr. „Gott sei Dank, daß der Doktor weg ist, meine gnädige Frau! Ich begreife nicht, wie Sie den langweiligen Menschen so lange neben sich dulden konnten! Haben Sie für mich ein paar Augenblicke, Baronin?“ „Nicht viele, Herr Lieutenant," erwiderte Hermine, von dem Urtheil über Dr. Bögehold keineswegs angenehm berührt. „Ich werde mich ganz kurz fassen! Sehen Sie, ich bin Papas einziger Sohn! Na, wir sind gerade nicht die Reichsten in der Uckermark, da sind noch die Arnims, die Schulenburgs, die Retzows. Aber mithalten kann Papa mit Allen! Schon das Gestüt—“ „Lieber Herr v. Kaden, was kümmert mich das Gestüt Ihres Herrn Papas—?“ „Ach so, ja! Eigentlich gehört das dazu.“ „Wozu?“ „Zur Mitgift.“ Hermine wußte in der That nicht, ob sie laut auflachen oder sich ärgern sollte. „Ich will mich verheirathen, Baronin,“ sagte Kurt mit Selbstgefühl. Jetzt ahnte sie, was ihr bevorstand. Nun wurden ihr auch die Huldigungen Kurts seit der ersten Stunde, da er nach Viehnitz gekommen, klar. Bei ihrer vorherrschenden Beschäftigung mit Hans hatte sie Alles übersehen, was Andere um sie herum fühlten und dachten. Der Eine, den sie liebte, war ihr ja verloren, aber der Ersatz, der sich bot— Hermine überdachte im Fluge die geistigen Vorzüge Hans im Vergleich zu Kurt. Wie fade, wie albern war er ihr stets vorgekommen! Und wenn er auch— das ließ sich nicht läugnen— körperlich schön war, so verwischte die Hohlheit des Geistes jeden wohlgefälligen Eindruck, den sein Aeußeres erregte. Sie Kurts Gattin — niemals!(Fortsetzung folgt.) auf Auge und Körperhaltung der Schulkinder angestellt worden sind. Auf Grund der bei über 1000 Schulkindern angestellten Beobachtungen und Untersuchungen gelangten die Fachmänner zu einer Reihe praktischer Ergebnisse, von denen folgende hervorgehoben werden mögen. Zwei Hauptpunkte kommen hiernächst in Betracht: die Annäherung, beziehungsweise Vorwärtsbeugung des Rampfes und dann die Seitwärtsdrehung desselben. Beide sind soweit unabhängig voneinander, daß zwar beide häufig gleichzeitig vorkommen, aber auch jedes für sich ohne das Andere beobachtet wird. Die Annäherung bringt, wenn sie groß wird, eine erhebliche Gefahr für die Augen mit sich, die Seitwärtsdrehung kann zur Ursache habitueller Verkrümmung werden. Die Vorwärtsbeugung wird sich nur zu einem kleinen Theile durch Abänderung der Schreibweise bessern lassen, wogegen durch letztere, sei es nun aufrechte Schrift bei gerader Heftlage oder liegende bei stark schräger Mittellage, die Seitwärtsdrehung des Rumpfes erfolgreich zu bekämpfen ist. Ohne eine solche Aenderung aber müssen die Kinder selbst in den besten Bänken verdreht sitzen. Die liegende Schrift, so ausgeführt, daß die Grundlinien der einzelnen Buchstaben senkrecht zum Tischrande gemacht werden, die Zeilen aber genau vor der Mitte des Körpers in einem Winkel von 30—400 schräg angezogen werden, ist die, bei welcher der Körper eine symmetrische Haltung bewahren kann und zugleich an Auge und Hand die geringsten Anforderungen gestellt werden. Hinsichtlich der Frage, ob nicht die deutschen Buchstaben schädlich für das Auge wirken und daher vom hygienischen Standpunkte aus die lateinische Schrift vorzuziehen sei, wird die Ueberzeugung ausgesprochen, daß man vorerst keinen Grund habe, die eine für hygienisch weniger zulässig als die andere zu erklären. * Bremen, 1. September.(Reise um die Welt.) Verschiedene bewährte Sportsmen des Vegesacker Reg.=., an deren Spitze einer der intelligentesten Schiffskapitäne der Bremer Kauffahrteiflotte steht, beabsichtigen einen schnellsegelnden Schooner von—400 Reg.=Tons in eine Yacht mit eleganten Salons umzuwandeln und damit eine Reise nach Indien zu unternehmen. Hauptbedingung ist, daß sich mindestens 20 Herren betheiligen, welche sich verpflichten, die ganze Reise out and home mitzumachen. Die ganzen Kosten sind à Person auf 13 K 50+ pro Tag festgestellt. Der Betrag ist im Voraus für ein Jahr bei einer Reichsbankanstalt zu deponiren. Die Dauer der ganzen Reise ist auf 12 bis 14 Monate berechnet. * Bremen, 2. September.(Die hiesige Sedanfeier) nahm, vom Wetter begünstigt, unter außerordentlich zahlreicher Betheiligung, einen glänzenden Verlauf. Auf dem Marktplatz, wo Pastor Schenkel vor dem Rathhause die Festrede hielt, hatten die Behörden, die Korporationen und der zur Feier des Tages arrangirte Festzug Aufstellung genommen. Die Festrede schloß mit einem von der dichtgedräggten, den ganzen Platz einnehmenden Menschenmenge jubelnd aufgenommenen Hoch auf Kaiser und Reich. Von hier aus setzte sich Festzug unter Glockengeläute und Kanonendonner nach dem Kriegerdenkmal in Bewegung. Am Nachmittag fand Festessen und Volksfest auf dem Schützenhofe statt. * Hamburg, 2. September.(Das größte Glockenspiel) Bei dem großen Hamburger Brande 1842 wurde auch die inzwischen wieder aufgebaute St. Petrikirche mit ihrem berühmten Glockenspiel eingeäschert. Jetzt ist man nach jahrelangen Sammlungen so weit, wieder ein neues Werk aufstellen zu können, dessen Anfertigung dem Thurmuhrmacher Schmulders in Mastricht übertragen ist. Derselbe ist jetzt seit Wochen thätig, das Glockenspiel aufzustellen, welches ein Gesammtgewicht von 23,000 Pfund hat und aus 40 Glocken besteht. Letztere sind in der Grosse'schen Gießerei in Dresden hergestellt und nach einstimmigem Urtheil von Sachverständigen vorzüglich abgestimmt. Mit diesem Kunstwerke, dessen Pedale selbst durch Schwungräder getrieben werden, wird Hamburg von den acht zur Zeit bestehenden Glockenspielen in Deutschland das größte Levin Schücking F. Westfalens Dichter, Levin Schücking, ist am 31. Aug. in Pyrmont gestorben. Christoph Bernard Levin Schücking wurde am 6. September 1814 zu Clemenswerth, einem Jagdschlosse des ehemaligen Bisthums Münster, geboren. Sein Vater war, wie die„Rheinisch=Westf. Ztg.“ schreibt, ein hannoverscher Beamter. Seine Mutter, Katharina, hat sich durch in damaliger Zeit viel und gern gelesene Poesien bekannt gemacht und wurde von Wenfalens größter Dichterin Annette von Droste=Hülshoff hoch verehrt. In einem ihr gewidmeten Gedichte singt Annette von Katharine Schücking:.... 6ind Du sahst mich nicht, als ich, ein heftig Vom ersten Kuß der jungen Muse trunken,... Als zitternd ich gedreht der Thüre Schloß, Da ich zum ersten Mal dich sollte schauen, Westfalens Dichterin, und wie da floß Durch mein bewegtes Herz ein selig Grauen. Die Freundschaft der beiden Dichterinnen sollte für Levins späteren Lebensgang bedeutungsvoll werden. Nachdem er die Gymnasien zu Münster und Osnabrück absolvirt hatte, studirte er zu München, Heidelberg und Göttingen die Rechte, gab aber 1837 die juristische Karrière auf und ließ sich, der freien literarischen Thätigkeit sich zuwendend, in Münster nieder. Hier trat er Aonette von Droste=Hülshoff, welche auf ihrem stillen Werk besitzen. Dasselbe wird jedoch erst im November seine Klänge ertönen lassen können.(H..) * Einbeck, 3. September.(Schadenfeuer.) Gestern Abend entstand bei Sturmwind großes Feuer in Hardegsen. Es äscherte dort über 40 meist mit Getreide gefüllte Häuser ein. Der Schaden und die Noth find groß.(H..) Sachsen. * Dresden, 2. September.(Zur Feier des Sedantages), welcher von den Schulen schon gestern festlich begangen wurde, prangen heute alle königlichen und Staatsgebäude, sowie zahlreiche Privathäuser in reichem Flaggenschmucke. Mittags wird Festmusik auf dem Alten Markte, am Abend eine festliche Beleuchtung der öffentlichen Plätze stattfinden. #* Leipzig, 2. September.(Sedanfeier.) Auch hier wurde der Sedantag auf das glänzendste begangen. Gestern Abend fand am Napoleonstein eine Vorfeier statt, wobei Freudenfeuer angezündet und patriotische Gesänge vorgetragen wurden. Der Polizeidirektor hielt die Festrede. Daran schloß sich ein Festkommers im Krystallpalast. Heute früh ertönte ein Weckruf in den prächtig geschmückten Straßen, um 10 Uhr war Festgottes dienst, von 11 bis 12 Uhr spielten Kapellen auf sämmtlichen Plätzen der Stadt. Um 2 Uhr Nachmittags erfolgte der Abmarsch des Festzuges nach dem Marktplatz. 12 Kapellen, gegen 50 Vereine mit etwa 8000 Personen nahmen an dem Zuge Theil. Als derselbe auf dem Marktplatz angelangt war, hielt der Rektor Professor Richter eine Ansprache, welcher das Absingen eines patriotischen Liedes folgte. Alsdann bewegte sich der Zug nach dem neuen Schütz nhaus. Sämmtliche Plätze der Stadt werden heute Abend glänzend illuminirt. Baiern. * München, 2. September.(Sedanfeier.) Die Feier des Sedanfestes wurde hier durch eine Morgenmusik vom Balkon des Rathhauses eingeleitet. Sämmtliche städtische, verschiedene andere öffentliche, sowie zahlreiche Privatgebäude waren beflaggt, besonders zeichnete sich die Nachbarschaft des Rathhauses aus. Am Abend werden in einer großen Reihe von Vergnügungslokalen besondere Festlichkeiten Seitens der verschiedenen Vereine veranstaltet. Britisches Reich. * London, 1. September.(Der„Standard“) bringt einen Artikel über den Jahrestag der Schlacht bei Sedan, in welchem er die Friedfertigkeit und Mäßigung der deutschen Politik seit dem Tage von Sedan rühmt. Die Erfahrung der letzten 13 Jahre hätte gelehrt, daß Fürst Bismarck keine Komplotte gegen den europäischen Frieden schmiede. Die verbündeten deutschen Reiche seien ein Pfand der Sicherheit gegen Störungen des Friedens, wie solche etwa durch den Racenhaß oder dynastischen Ehrgeiz hervorgerufen werden könnten. Als die friedensstörenden Elemente in Europa bezeichnet das Blatt Frankreich und Rußland, während die friedlichen und konservativen Elemente Deutschland und Oesterreich seien, aus diesem Grunde begrüße England den Namen Sedan mit Befriedigung und setze mehr Vertrauen in Deutschland, als in den sogenannten Bundesgenossen, der niemals rastete, selbst nicht, nachdem er die Unabhängigkeit der Nachbarstaaten zertrümmert. Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend * Detmold, 5. September.(MarionettenTheater.) Wir hatten gestern Abend Gelegenheit das Marionetten=Theater des Herrn Grimmer zu sehen. Die Vorstellung wurde von dem kleinen Volk mit Begeisterung verfolgt und wer sich an fröhlichen und lachenden Kindergesichtern ergötzen will, versäume nicht, die lieben Kleinen hinzuführen.(Eingesandt.) * Von der Crotenburg, 5. September.(von Witzendorff.) Se. Exzellenz der kommandirende General des 7. Armeekorps, von Witzendoiff, hat gestern, von Lippspringe kommend, das Hermannsdenkmal besucht und dann die Nacht in dem nahe dabei Rüschhaus der Muse lebte, näher, indem er sie veranlaßte,„kleine Lücken in dem Buche, welches ihn damals beschäftigte, dem„Malerischen und Romantischen Westfalen", zu füllen.“ Die Ausarbeitung dieses Werkes war ursprünglich von Feidinand Freiligrath übernommen worden. Aber der Dichter hatte sich bald anderen Stoffen zugewendet. Seine einzige Arbeit an dem schönen Buche war der„Freistuhl zu Dortmund“ und die Einleitung. Alles übrige ist von Schücking und Annetten, die, wie Schücking bemerkt,„einzelne Landschaftsszenerien skizzirte und eine Anzahl ausgezeichneter Balladen für dasselbe dichtete. Von Schücking selbst ist eines der schönsten Gedichte des Buches:„Der Friedenssaal im Rathhaus zu Münster": „Zum Friedenssaal!— es war ein sonniger Tag, Die Lind' im Vorhof hauchte ihre Schatten Leis auf die bunten Scheiben, und es brach Das Licht die Strahlen in ein trüb Ermatten: Nicht in die düstere Schauer wollt es sehn, Durch diese Bögen, die einst Sachsen schlugen, Dran Kaiser Karls und Heinrichs Bilder stehn, Die Heiligen, die Deutschlands Krone trugen.... Im Oktober 1841 folgte Schücking Annetten nach dem Schwabenlande nach Meersburg am Bodensee, da ihm von ihrem Schwager, dem bekannten germanischen Alterthumsforscher Freiherrn v. Laßberg, die Aufgabe geworden war, dessen reichhaltige Sammlung von mittelalterlichen und anderen Manuskripten und Büchern zu gelegenen Hotel logirt. Heute Morgen fuhr derselbe weiter nach Lemgo zur Inspizirung der daselbst vereinigten 26. Infanteriebrigade. * Salzuflen, 4. September.(Das Sedanfest) wurde hier in gewohnter Weise gefeiert. Am frühen Morgen verkündeten Böllerschüsse den nationalen Festtag. Nachmittags 2 Uhr traten die verschiedenen Vereine und die Schuljugend zum Festzuge auf dem Marktplatze zusammen. Nach dem gemeinschaftlichen Gesange: „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren:, hielt Kantor Strunk die Festrede. In das am Schluß derselben ausgebrachte Hoch auf unseren allverehrten Kaiser stimmte die Versammlung jubelnd ein und sang die Nationalhymne. Der Festzug bewegte sich dann dem Festplatze, dem Obernberge, zu. Die Festordnung für die Sedanfeier lautete nun weiter: 3 Uhr, Bewirthung der Kinder— währenddem Konzert und Uebungen des Turnvereins. 3½—4¾ Uhr, Festspiele der Kinder— währenddem Konzert. 4¾ Uhr, Vorträge der Gesangvereine. 5 Uhr, zweite Ecfrischung der Kinder und Konzert. 5½ Uhr, Uebungen des Turnvereins. 5¾ Uhr, Vorträge der Gesangvereine, 6 Uhr, Rückmarsch. Die Schlußrede am Rathhause hielt Pastor Krücke. Mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland und dem gemeinschaftlichen Gesange:„Nan danket alle Gott“, wurde die Feier geschlossen.— Von 8½ Uhr an fand Nachfeier im Mönnig'schen Saale statt. Die Kapelle der Feuerwehr konzertirte, der Turnverein führte Turnspiele auf und die beiden Gesangvereine„Eintracht“ und„Germania“ sangen ihre schönsten Lieder. Es war ein herrliches Sedanfest! * Wüsten, 3. September.(Selbstmord.) Der etwa 60 Jahre alte Göhner, Einlieger bei Herrn Jobstharde hiers., machte heute seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Man fand denselben heute Nachmittag im naheliegenden Gehölze an einem Baume hängend. Göhner war bei seinem Gutsherrn sehr gut aufgehoben, so daß er in guten Vermögensverhältnissen lebte. Trotzdem mußte der Unglückliche die fixe Idee gefaßt haben, daß er nicht fertig werden könne; denn Göhner war seit vorigem Winter zum zweiten Male verheirathet und in Folge dessen verpflichtet, einem Sohne erster Ehe seinen Schichttheil auszuzahlen. * Aus dem lippischen Westen, 3. September. (Ernte.) Seit dem schweren Gewitter, welches in der Nacht vom 14 /15. v. M. stattfand und bei welchem starke Regengüsse niederströmten, haben wir außer einigen kleinen Unterbrechungen das schönste Erntewetter gehabt. Das Sommerkorn, welches bei der Regenzeit nicht reifen konnte hat sich bei dem Sonnenschein gut entwickelt und soweit das Auge blickte sah man vom frühen Morgen bis zum Abend fleißige Hände auf den Kornfeldern. Heute kann man die Ernte im Ganzen als beendet ansehen, obgleich noch vereinzelte Haferfelder stehen. Letzterer ist in der Reife unegal, weil er nach dem ersten durchdringenden Regen aufs neue Halme getrieben hat. Die Erntezeit hat denn auch lange gewährt, von Jakobus (25. Juli) bis zum 3. September, und der Landmann kann mit Recht beim letzten Fuder singen:„Nun danket alle Gott!“ Was das Winterkorn anbetrifft, so ist man mit dem Ergebniß gut zufrieden. Roggen ebensoviel Haufen wie voriges Jahr und dabei ergiebiger. Ein Oekonom drosch aus dem Hauf zu zehn Schauf oder Bunde 102 Pfund, ein Resultat, welches wohl seit Jahren nicht erzielt ist. Der Weizen stand etwas dünner als im Vorjahr, hat aber ausgezeichnetes Korn und giebt schönes Mehl, wie man überall rühmen hört. Von dem Sommerkorn gaben die Bohnen(Rauhfutter) den wenigsten Ertrag; die anhaltende Dürre hat der Blüthe geschadet. Gerste und Hafer ebensogut wie im Vorjahr. Der Flachs ist kurz geblieben und stellenweise früh ausgedorrt und steht dessen Ertrag größtentheils unter einer Mittelernte, was leider für die armen und alten Landleute, welche sich hauptsächlich vom Spinnen ernähren, sehr zu bedauern ist. Die Kartoffeln sind, einige Frühsorten ausgenommen, gesund, dick und wohlschmeckend. Die Ernte an Aepfeln ist ganz enorm, an Birnen weniger, Zwetschen giebts fast gar katalogisiren. Ostern 1842 verließ er die Meersburg, um in Augsburg in die Redaktion der„Allgemeinen Zeitung" einzutreten. 1843 verheirathete sich Schücking mit der Schriftstellerin Louise v. Gall(geb. 19. Sept. 1819 zu Darmstadt, F 16. März 1855). Von Augsburg wendete sich Schücking dann nach Köln, wo er bis 1852 zuerst als Politiker, nachher aber, als er erkannte, daß sein eigentliches Feld die schönwissenschaftliche Literatur war, als Feuilletonist an der Kölnischen Zeitung thätig war. Seit Herbst 1852 lebte er theilweise auf dem von ihm erworbenen Gute Sassenberg bei Warendorf, theils in Münster als Privatgelehrter und Schriftsteller, durch wiederholte Reisen nach England und Italien seine Kenntnisse und Erfahrungen bereichernd. Schücking's beste Dichtungen sind die auf rheinischwestfälischem Boden spielenden, wie der Roman:„Die Marketenderin zu Köln“, wo die Wirthschaft eines tollen Dynasten aus der vornapoleonischen Zeit geschildert wird; die„Rheider Burg“, worin die bergischmärkische Herrschaft Murats behandelt wird:„Paul Bronkhorst oder die neuen Herren“, welche die preußische Okkopation der westfälischen Landestheile, und„Die Ritterbürtigen“, welche, ein Gesammtbild des Münster'schen Adels, den Kontrast zeichnen, in welchen dessen Anschauungen mit der neuen Ordnung der Dinge geriethen. In diesen Romanen ist echte kulturgeschichtliche Wahrheit, sie find, vereinzelte Anachronismen und Vorjahre gabs Haselnüsse in großer Menge, dieses Jahr nichts, aber die Wallnüsse tragen so voll, daß die Bäume die Laft kaum tragen können, wie dies im Amte Oerlinghausen z. B. stellenweise buchstäblich wahr ist. Standesamtliche Nachrichten. Standesamt Stadt Lage. Vom 1. bis 31. August. I. Geburten: Ein Knabe: dem Ziegler Friedrich Wilhelm Lambracht, dem Ziegler Adolf Niehaus, dem Maurer Wilhelm Meßmann, dem Ziegler Heinrich Gronemeier, dem Schmied Karl Eikmeier, dem Hutmacher Hermann Pohle, dem Schachtmeister August Stöppler, dem Tischler Friedrich Meinhardt, dem Cigarrenfabrikant August Wolff, dem Ziegler August Feger, dem Ziegler Robert Stukmann. Eine Tochter: dem Zimmermann Heinrich Winter, dem Ziegler Friedrich Withelm Lambracht, dem Ziegler Friedrich Adolf Lambracht, dem Tischler Simon Seppmann, dem Ziegler Karl Keßpohl. II. Sterbefälle: Arbeiter Friedrich Wilhelm Kuhsiek, 76 Jahre alt, Ehefrau Zieglers Waterhölter, 38 Jahre alt, Wilhelmine Henriette Hüls, 8 Jahre 7 Monate alt, Hulda Bertha Friedrich, 2 Monate alt, Lehrerin Louise Karoline Klasing, 25 Jahre alt, Heinrich August Orbke, 0 Monate alt, Karl Grotegut, 1 Monat 25 Tage alt, Wilhelmine Karoline Johanne Pollmann, 6 Jahre 9 Monate alt, Simon August Schuhmacher, 1 Monat 29 Taze alt. Der Königsbrunnen bei Goslar a. Ersteigt man westlich von der Stadt Goslar das Harzgebirge, so gelangt man zur Seite des schroff nach der Grane abfallenden hochaufragenden Königsberges in ein reizendes Waldthal. Der Wanderer saugt mit Entzücken die klare frische Bergluft, gewürzt mit dem Duft der Tannen und kräftiger Gebirgskräuter ein, und schwer krennt er sich von dem lieblichen Bilde, das sich vor ihm ausbreitet, den hohen Bergesspitzen, den schroffen Klippen, der schattigen majestätischen Fichtenwaldung, der saftgrünen Gebirgswiese und dem sprudelnden silberklaren Quell. Das ist der Harzer Königsbrunn, der Uebertreibungen abgerechnet, wirkliche Zeitbilder, wa sich auch von dem in neuerer Zeit erschienenen„Schlo Dornegge" behaupten läßt. In glücklicher Weise wir hier der bekannte, kunstliebende, alterthumsforschend und auch als volkswirthschaftlicher und politisch Schriftsteller bekannte Frhr. A. v. Hoxthausen illustrirt ein Testament, bei den griechischen Mönchen auf der Berge Athos deponirt, bildet einen der Hauptknoten d. Verwickelung. Einer der packendsten Romane Schücking ist das vierbändige Werk„Die Heiligen und die Ritter eine Illustration des aus Faust zum Motto gewählte Ausspruchs des Kanzlers: Aus Kaisers Landen Sind zwei Geschlechter nur erstanden, Sie stützen würdig seinen Thron: Die Heiligen sind es und die Ritter, Sie stehen jedem Ungewitter Und nehmen Kirch' und Staat zum Lohn. Der durch das Unfehlbarkeitsdogma hervorgerufen Kulturkampf nebst dem Altkatholizismus hat den Sto zu der Tendenz des Romans hergegeben. Die Hanl lung spielt in Westfalen; die vornehmsten Persönlick keiten des Adels und der Geistlichkeit, worunter in de Figuren St. Martins und Sebenbergs die Bischö # von Haderborn und Freiherr v. Ketler bo Mamz nicht zu verkennen sind, sowie auch namhaf Gelehrte und Beamte treten auf; die vorzüglichst Naturschönheiten und Merkwürdigkeiten des Ruhr= un hier in einer Höhe von 400 Metern über dem Meeresspiegel entspringt. Die Quelle liefert ein Mineralwasser, das nach der von dem königlichen Professor Dr. Sonnenschein in Berlin vorgenommenen Analyse hauptsächlich Chlornatrium, kohlensaures Natron, kohlensaure Magnesia rc. und keine der Gesundheit nachtheiligen Stoffe, wie Ammoniak, Salpeter und salpetrige Säure, enthält.— Dem genannten Brunnen ist seit dem Jahre 1863 eine besondere Beachtung geschenkt worden, und nachdem der Stadtphysikus Sanitätsrath Dr. Ph. Müller die vorzüglichen Eigenschaften dieses Wassers entdeckt, seine wohlthätigen Wirkungen erforscht und dasselbe eingehend geprüft hatte, wandte man auch von anderen Seiten der Quelle eine besondere Beachtung zu und so geschah es, daß seit 1878 das Wasser derselben sich in immer weiteren Kreisen als ein höchst liebliches und gesundes Erfrischungsgetränk Bahn brach. bedeutender Konkurrenz in der Nähe und Ferne ist auch ohne besondere Reklame das Wasser binnen weniger Jahre vermöge seines durchaus reinen tadellosen Geschmackes und seiner wohlthätigen Wirkung auf den gesammten Organismus je länger je mehr ein Lieblingsgetränk für Gesunde und Kranke geworden und hat an verschiedenen Orten, namentlich in größeren Städten, zahlreiche Abnehmer gefunden. Viele Zuschriften von kompetenter Seite, namentlich von den Herren: Königl. Prof. Dr. Sonnenschein in Berlin; Geh. Ober=Medizinal= rath Prof. Dr. Wöhler, Göttingen; Prof. Dr. Burghardt, Roßleben; königl. Sanitätsrath Dr. Gürke, Bunzlau; Dr. Kunze, Halle a/S. u. a. bestätigen zur Genüge, in wie hohem Grade der Königsbrunnen verdient, unter den kohlensauren Mineralwassern einen vorzüglichen Rang einzunehmen und mit welcher Einstimmigkeit besonders die lösende Wirkung desselben auf die Schleimhäute der Luftröhre, des Magens u. s. w. anerkannt wird. Der Versandt des Mineralwassers durch die Verwaltung des Harzer Königsbrunnen ist im Laufe der Jahre enorm angewachsen und jetzt von ganz bedeutendem Umfang. Wer den prachtvollen Aussichtspunkt Goslars, den Steinberg, der von weit und breit die Freaden anlockt, der sucht auch gern den nicht weit entfernten Kögigsbrunnen und die dortigen Anlagen in ihrer Waldeinsamkeit auf. Das Eisenbahnunglück bei Steglitz. Berlin, 3. September. Alle Abendblätter sind mit Einzelheiten über das Eisenbahnunglück angefüllt. Wir ergänzen unsere bisherigen Mittheilungen durch folgendes: Sofort nach Eintritt des Unglücks wurde die Feuerwehr von Steglitz allarmirt, sie leistete große Dienste in Bezug auf Bergung der Leichen und Wegbringung der Verwundeten. Der Zug, der das Unheil angerichtet, war inzwischen weiter gedampft; er fuhr mit einer fahrplanmäßigen Schnelligkeit von etwa einer Minute den Kilometer; ehe man in Steglitz noch recht wußte, was geschehen, war er bereits in Lichterfelde und dort erst konnte der alte und erfahrene Lokomotivführer Zemplin ihn zum Stehen bringen. Hier wurden die Räder und die Trittbretter gereinigt— sie waren über und über mit Blut, mit den Theilen menschlicher Körper bedeckt, in den Speichen der Räder hatten sich Kleidungsstücke verwickelt. In den Koupés sah es nicht minder trostlos aus. Die zu Tode erschreckten Passagiere waren in wildester Aufregung. Die Frauen schrieen und wurden zum Theil ohnmächtig, sie fürchteten für sich selbst, da ihnen die Ursache der Erschütterung, der der Zug ausgesetzt worden, nicht gleich bekannt geworden. Eine Anzahl von ihnen verließ in Potsdam den Zug, auch der Lokomotivführer Zemplin war nicht im Stande weiter zu fahren, und bat um seine Ablösung, da er zu aufgeregt sei. Von der andern Seite, von Berlin aber nahte in all der Aufregung abermals ein Schnellzug heran, den es indessen gelang, durch das Schwenken von Laternen kurz vor dem Bahnhof in Steglitz zum Stehen zu bringen. Der Bahnhofsinspektor Buchwann in Steglitz, der übrigens ebenfalls bald nach dem Unglück ohnmächtig umsank und fortgetragen werden mußte, war zur Zeit der Katastrophe seiner Pflicht gemäß damit beschäftigt, den von Potsdam einfahrenden nach Berlin bestimmten Zug, in den die drängenden Massen zu gelangen suchten, abzufertigen. Der Bürgermeister von Steglitz, Herr Zimmermann, war ebenfalls einer der ersten auf der Unglücksstätte. Er half, so viel in seinen Kräften stand, und sorgte namentlich dafür, daß die umhergestreuten Schmuck= und Werthsachen, Uhren, Portemonnaies, Gelder, nicht veruntreut, sondern ihm übergeben wurden. Er veranlaßte die Ueberführung von fünf Schwerverwundeten nach dem St. Elisabethhospital, in welchem einer der Aermsten inzwischen bereits verstorben ist. Vermischtes. * Wien, 3. September.(Das Feuer in den Holzdepots.) Ueber den Brand der Holzdepots an der Rossauer Lände wird weiter gemeldet: Ein um Mitternacht ausgebrochener Orkan fachte das Feuer von Neuem an, thurmhohe Feuergarben beleuchteten den Horizont weithin; niedergebrannt sind vier ausgedehnte Holzplätze nebst Gebäuden. Sämmtliche Feuerwehren Wiens und der Umgebung so wie eine starke Truppenmasse wirkten zur Bewältigung des Feuers mit und machten übermenschliche Anstrengungen, um die ringsum bedrohten Häuser zu retten. Zu diesem Zwecke wurden auch Ausquartierungen der Bewohner vorgenommen. Der Brand wurde endlich örtlich beschränkt, dürfte jedoch noch einige Zeit zur Bewältigung brauchen. Einige Personen sind verletzt. Die Löscharbeiten in den verbrannten Holzdepots wurden noch bis zum Vormittag fortgesetzt. Um 6½ Uhr heute früh erschienen der Kaiser und der Erzherzog Albrecht auf dem Brandplatze und verweilten daselbst längere Zeit. Die polizeiliche Erhebung ist noch nicht abgeschlossen, doch steht jetzt schon fest, daß das Feuer nicht böswillig angelegt ist. Alle Holzvorräthe waren versichert. Zur Stunde ist das Feuer gelöscht; der Schaden wird auf etwa zwei Millionen Gulden geschätzt. ** * Zürich, 28. August.(Brückeneinsturz.) Die neue Tößbrücke bei Zell ist heute Nachmittag bei der Probebelaftung eingestürzt. Sechs Mann sind verwundet, der Gemeindeammann Ott ist todt geblieben. ** * London, 30. August.(Viehseuche.) In England grassirt unter dem Horn= und Schafvieh die Maul= und Klauenseuche in ganz bedenklicher Weise. In Derbyshire allein wurden während der letzten Woche 34 Gutsgehöfte als verseucht erklärt. Und dies trotz aller Vieheinfuhrverbote! und Landwirthschaft. *(Rübenlieferungsverträge.) Das„Braunschw. Tageblatt“ macht darauf aufmerksam, daß Rübenlieferungsverträge allgemein unter den Begriff„Schlußnoten“ fallen, die mit 20 J pro Exemplar stempelpflichtig sind. Erreicht der Werth des Geschäftes 1000 M nicht, so ist das Schriftstück stempelfrei; ist der Werth jedoch nicht genau angegeben, so ist der Stempel auch dann zu entrichten, wenn der faktische Werth die Summe von 1000 M nicht erreichen sollte. Ob ein Rübenlieferungsgeschäft im Sinne des Tarifs als„Zeitgeschäft; zu behandeln ist— das mit 1 M stempelpflichtig ist—, vermag nur aus der Fassung der Schlußnote beurtheilt zu werden. An einer authentischen Interpretation in Betreff dieser Verträge hat es bisher gefehlt, und es dürfte Sache der Interessenten sein, eine solche an kompetenter Stelle einzuholen. Der Steuerbehörde steht unzweifelhaft das Recht zu, im Voraus abgeschlossene Verträge, incl. der vor Einführung des Reichsstempelgesetzes vom 1. Juli 1881 abgeschlossenen, einzufordern, es ist dies im Gesetze, bezw. den Ausführungen zu demselben mit Bezug auf die Aktiengesellschaften ausgesprochen. Verträge mit Rübenpflanzern in Betreff der AnbauBedingungen u. s. w. unterliegen dem Vertragsstempel von 1,50 M. Lennethales, das Schloß und die Höhen von Limburg, die(neu entdeckte) Dechenhöhle, das Felsenmeer u. s. w. bilden die Dekoration zur Schaubühne, so daß man von Anfang bis zu Ende der Dichtung mit großem Interess folgt. Als Frucht seines zweiten Aufenthaltes in Rom, der in die Mitte der 60er Jahre fällt, erschien im Jahre 1870 der dreibändige Roman„Luther in Rom“ Derselbe behandelt eine interessante Episode aus den Leben des großen Reformaters und stellt sie von Haus aus in richtige historische Bedeutung. Wir begleiter Luther in ein von vielen Kirchensürsten besuchtes Zauberfest, bei welchem lebende Bilder aus der Mythologi eine Hauptrolle spielen. Wir sehen Luthers Begegnun mit dem Herrn der Christenheit und begreifen aus der Schilderung der Begegnung vollkommen die Abneigung die der spätere Reformator vor dem Papst empfinder mußte. „Der Grundgedanke meiner Schriften“, so sag Schücking selbst,„ist Emanzipation des Menschen in Allgemeinen und der Frau insbesondere von der Fesseln jener Anschauungen und Lebensverhältnisse, die das Individuum in seinem Selbstbestimmungsrechte beschränken und es hindern, sich seiner Natur gemäß zu echtem Menschenthume zu entwickeln. Es hängt das zusammen mit jenem Unabhängigkeitsbedürfniß des Westfalen, der bei einer in sich gekehrten Natur wenig von der Welt verlangt, dafür aber auch sich zornig aufbäumt, wenn die Welt in sein Wesen eingreifen will." Wie oft man sich dabei nun auch mit ihm im Widerspruch befinden mag, das muß man ihm zugestehen: er führt seine Tendenz niemals in der zudringlich verstimmenden Weise so mancher seiner Kollegen von der Feder durch und so lange er auf seiner heimathlichen„rothen Erde" bleibt, sind seine Charaktere von echter Lebenswahrheit und reihen sich dem Hofschulzen in Immermanns„Münchhausen“ würdig an. Neben Karl Immermann ist in der That Levin Schückings rechter Platz. Wie Jener hat auch er es verstanden, sein Heimathland Westfalen Denjenigen lieb und werth zu machen, welche es bis dahin nur als „von rohen Bauern" bewohnt gekannt hatten. Westfalen, das Land der Vehme, das Land der kernigen Volksgestalten und der patriarchalischen Idylle: er hat es, selbst ein Westfale und guter Katholik— wie würde er sonst Annetten's, der frommen Dichterin, Freund geworden sein— mit immer neuer Liebe darzustellen und zu besingen gewußt. Darum werden die Westfalen Levin Schücking für immer ein treues und dankbares Angedenken bewahren, sie werden in dem heimischen Musentempel, in dem Annettens v. Droste=Hülshoff's und Freiligrath's Gestalten uns entgegenglänzen, auch Levin Schücking's Dichtergenie immergrünende Lorbeerkränze flechten. Neueste Nachrichten. * Würzburg, 4. September. Se. kaiserl. und königl. Hoheit der Krouprinz nahm gestern Abend den Fackelzug und ein Gesangsständchen entgegen und war später zum Thee beim Präsidenten Grafen Luxburg. Heute Morgen fuhr der Kronprinz zum Manöver, Nachmittags erfolgt die Abreise nach Berlin. * Pest, 4. September. In der vorgestrigen Nacht haben in Szigetvar antisemitische Unruhen stattgefunden. Mehrere Läden wurden erbrochen und verwüstet. Die Ruhestörer waren zumeist Handwerksgesellen, von denen einer durch die einschreitende Polizei erschossen wurde, während zwei schwer verwundet wurden; einer derselben ist inzwischen gestorben. Gestern Nachmittag traf eine Schwadron Husaren in Szigetvar ein; in Folge dessen fanden weitere Unruhen nicht statt. * Amsterdam, 4. September. Eine amtliche Depesche bestätigt die schon bekannten Nachrichten über den Bulkanausbruch auf Krakatoa und meldet außerdem, daß eine Expedition in das Innere des Distriktes von Lampongs auf Sumatra ausgesandt worden sei, von der noch keine Nachrichten vorlägen. Die Schifffahrt durch die Sundastraße ist nach vorgenommenen Lothungen sehr gefährlich befunden worden, daher die nöthigen Sicherheitsmaßregeln ergriffen wurden. Die Leuchtthürme„Eerste Punt“ auf Java und„Vlakke Hoek“ sollen noch aufrecht stehen, das Licht derselben aber erloschen sein. * Paris, 4. September. Der russische Dichter Turgenjew ist gestern in Bougival bei Paris, wo er seit einiger Zeit lebte, gestorben. Er war bis zu seinem Tode bei vollem Bewußtsein. Der Trauergottesdienst wird voraussichtlich am Freitag in der hiesigen russischen Kirche stattfinden. Anfrage. Welches ist das wirksamste Mittel gegen die Räude bei Hunden? Bitte um Auskunft in dieser Zeitung. Allgemeiner Witterungscharakter: 4. wolkig; Regenschauer. Sonnen=Aufgang 5 U. 18 Min. Untergang 6 U. 38 M. Mondes Aufgang 927 Vorm., Untergang 747 Abds. Meteorologische Beobachtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg vom 4. September, Morgens 8 Uhr. London: schön. Eine Furche niedrigen Luftdrucks erstreckt sich von dem norwegischen Meere südwärts nach dem Kanal hin, unter deren Einfluss über Britannien lebhafte nordwestliche, im östlichen Nordseegebiete vielfach starke, stellenweise stürmische südwestliche Winde wehen. Im übrigen Centraleuropa herrscht meist schwache südliche Luftbewegung bei heiterm Wetter. In Deutschland, wo gestern stellenweise Regen gefallen ist, ist die Temperatur meistens gesunken und liegt daselbst vielfach unter der normalen. Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold. Sleinernf! Der in dem untenstehenden Signalement näher bezeichnete Musketier Schaafs der 2. Kompagnie des 6. Westfälischen InfanterieRegiments Nr. 55, welcher vom 25. August bis incl. 2. September cr. bei dem Kolon Kuhlmann Nr. 8 in Hohenwart, Fürstenthum Lippe, einquartiert gewesen ist, hat sich am 2. September c. Abends gegen 9 Uhr aus seinem Quartier entferut und ist bis jtzt nicht zurückgekehrt. Sämmtliche Civil= und Militairbehörden werdev ersucht, auf denselben Acht zu haben, ihn im Betretungsfalle zu verhaften und wolle erstere denselben an das nächste Militärkommando, letztere dagegen an das unterzeichnete Kommando abliefern lassen. Kommando des 1. Bataillons 6. Westf. Inf.=Reg. Nr. 55 Nachdem der Gastwirth F. W. C. Köller hierselbst vor einigen Tagen plötzlich gestorben, fordere ich im Auftrage der Wittwe Köller behufs Feststellung der Schuldverhältnisse die Gläubiger desselben auf, ihre Forderungen innerhalb 14 Tagen und spätestens in dem auf Sonnabend, den 22. d.., Nachmittags 3 Uhr in meinem Geschäftszimmer anberaumten Termine bei mir anzumelden. In dem Termine soll zugleich über die Regulirung der Schulden verhandelt werden. Detmold, den 4. Septbr. 1883. Kunnenberg, Rechtsanwalt. Kandeis Institat von P Fritzen in Detmold Unterricht in allen kaufm. Wissenschaften, wöchentlich 32 Stunden. Bauer des Kursus 3 bis 4 Aufnahme zu jeder Zeit. Se. Hochfürstliche Durchlaucht der Fürst und Ihre Großherzogl. Hoheit die Fürstin haben ein Geschenk von 500 M der Blödenanstalt gnädigst zu überweisen geruht. Lemgo, 4. September 1883. Der Vorstand. Bekleidung: Tuchrock, Tuchhose, Feldmütze, Halsbinde V Garnitur, Militairhemd, kurze Stiefel. Signalement. Geburtsort: Crefeld, Stadtkreis Crefeld, Aufenthaltsort: Vor dem Diensteintritt Korrektionsanstalt Benninghausen, Religion: katholisch, Alter: 24 Jahre, Stand und Gewerbe: Fabrikarbeiter, Verheirathet: nein, Größe: 1,73 Meter, Gestalt: schlank, Kinn: spitz, Nase: spitz, Mund: klein, Haar: hellblond, Bart: rasirt, Besondere Kennzeichen: etwas gebückte Haltung. Tager und von Jagd=, Scheiben= und SprengPulver in den anerkannt besten Qualitäten aus den Fabriken der Pulverfabriken Aktien=Gesellschaft in Rönsahl. Abgabe in Originalkisten von 10 Pfund an zu Fabrikpreisen. L. Schonder& Anfrage. Hat die Forstverwaltung ein Recht, die seit langen Jahren stattgefundene Benutzung der im Schoren befindlichen Fußpfade dem Publikum jetzt so ohne Weite res zu untersagen?— Peinlich mußte es berühren, als am letzten Sonntage viele der Besucher des Sedanfestes, welche sich auf der „verbotenen Wegen“ befanden, von einem im Schoren postirten Forstbeamten behufs Angabe ihres Namens angehalten wurden. Wir können dies Verfahren bei Gelegenheit eines nationalen Festes nur als eine Rücksichtslosigkeit betrachten. Mehrere Leidensgefährten. Heute, kurz nach Mittag, verschied sauft unsere liebe Mutter, Großmutter und Urgroßmutter Irau Geheime Hosrath Luise geb. Mannes, im fast vollendeten 78. Lebensjahre. Detmold, den 4. September 1883. Die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Freitag Nachmittag 5 Uhr statt. Baron Liebig's Malto=Leguminosen= Mehl, Chocolade= und Cacao=Pulver, von Starker& Pobuda, kgl. Hoflieferanten, Stuttgart. Beste blutbildende und leicht verdauliche Nahrungsstoffe für Kinder und Erwachsene, von vielen medizinischen Autoritäten warm empfohlen. Bewährt bei schwacher Verdauung, Skrophulose, Rachitis, Brechdurchfällen, und als treffliche Kindernahrung schon vom 3. Lebensmonate an. Niederlage bei C. Pecher in Detmold. * Sonnabend, den 8. September, Morgens 9 Uhr soll auf der Meierei Göttentrup sämmtliches Obst auf den Bäumen verkauft werden. Rathenower Brillen, Pincenez und Lorgnetten in Gold, Silber, Nickel und Stahl empfiehlt Aug. Hausmann, Mechaniker und Optiker. Barometer und Thermometer eder Art, Alkoholometer, Feldstecher, Fernrohre, Operngläser, Reißzeuge 2c. 2c. empfiehlt Aug. Hausmann, Mechaniker und Optiker. Gebirgs=Himbeersaft, Johannisbeersaft, 1 Fl. K.50, 1% Fl. K 14. ½ Fl. K 0,80, 2% Fl. K 15. Walderdbeersaft, 11 Fl. M 1 90, ½ Fl. K 1— empfiehlt Th. Schultze, Apotheker in Schötmar. bei Frischer Sumpernickel W. Wittenstein. Neue Heringe à Stück 5 mpfiehlt W. Wittenstein. Weintrauben, recht süße, versendet à K 60 PfDelker, Handelsgärtner. Detmold. Hildesheimer Kochheerde verkauft zu Fabrikpreisen r. Mendorff Lage. Ja meinem Hause, rageschestraße Nr. 48, sind noch mehrere große und auch kleine Wohnungen auf gleich oder auch auf den 1. Okt. zu vermiethen. Louis Niebeling in Bielefeld. Näheres zu erfahren bei Frau, Wittwe H. Brinker. Detmold, den 3. Sept. 1883. Privatinstitut zur Vorbereitung für das Einjährig-Freiwilligen= u. Primaner= Examen von Dr. Carl Borntraeger und Edwin Albrecht, Rinteln aW. Günstige Resultate bekannt. Honorar und Pension billigst. Prospecte kostenfrei. Semesterbeginn 1. Oktober a. c. Ein leistungsfähiges, westfälisches Kohlengeschäft en gros, sucht für Lippe einen tüchtigen zuverlässigen Provisionsverkäufer, welcher event. Kaution stellen kann. Offerten sub W. 1960 an Haasenstein& Vogler, Köln. Für meine Kolonial=, Material=, Eisen= Kurzwaaren, Tuch=, Manufaktur=, Leder= und Holzhandlung suche auf gleich oder 1. Oktober unter günstigen Bedingungen einen See Schwalenberg, 24. August 1883. Carl Meyer. Für eine größere Stadt wird auf sofort ein gewandter Bürsche von 18—20 Jahren gesucht, der mit Pferden umzugehen weiß. Näh res zu erfahren bei Zimmermeister W. Schmidt, Benekenstraße. Ein junges Käschen, welches in einem Hötel ersten Ranges die feinere Küche erlernte, sucht auf 1. Oktober c. Stellung zur stütze der Hausfrau im Haushalt oder auf einem größeren Gute. Offerten unter L. B. 233 niederzulegen in der Expedicion dieses Blattes. Ein junges Mädchen, welches Lust hat, das Putzgeschäft zu erlernen, kann zum 1. Oktober in die Lehre treten bei 1 janinos Flügel Harmoniums Sparsystem 20 Mark monatl. Abzahlung ohne Anzahlung Nur Prima-Fabrikate Magazin vereinigter Berliner : Pianoforte-Fabriken* Berlin, Leipzigerstrasse 30. Preiscourant gratis und franco. Ein gelb=weißer Hund mit doppelter Nase mir zugelaufen. Gegen Erstattung der Kosten abzuholen bei Colon Beine, Bremke. Grimmer’s Theater im Rathhaussaal zu Detmold. Genoveva. Volksstück in 4 Abth. u. 1 Nachspiel. Genoveva auf dem Paradebett. — Mit brillanter Ausstattung.— Montag, 10. September: Schluß. Salomon& Oppenheimer, Bankgeschäft. Detmold 5. September 1883. Wechsel-Course in kurzer Sicht. Emuterdam Antwerpen und Brüssel London Paris Wien New-York 100 fl. 100 fs. 1 Lst. 100 fs. 100 fl. 1 Dol. Brief Cold — 165.40 80.30 20.44 80.80 170.55 4,24 Geld-Course Rd franos— 86. Sovereigns Holl. 10 fl. St. „ Silber Amerik. Bukn. Holländ. Oesterr. Geld 1 fl. 1 Dol. 1 fl. 1 fl. 16,10 20.25 16,65 1,66 4,14 1,68 1,69 1ad sonetigen gowieg ten Einlösung von Coupons, Anschaffung u. Begebung guter Hypotheken . Wir, sind Abgeber von Wechseln auf alle grossen Städte Europas und Am#nas, auch bewerkstelligen wir Auszahlungen dorthin.