„Die Lippische Landes=Zeitung“ erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. D7e 205. Donluierslag, 30. August. 1809. Für den Monat September werden Bestellungen auf die Lippische Landeszeitung von allen Postämtern für 87 Pf.— einschließlich Bestellgeld 1 Mark— und für Detmold zu 75 Pf. frei ins Haus von der Unterzeichneten entgegengenommen. Die Erpedition der Lipp. Landesztg. Der neue Verein gegen Trunk und die Gastwirthe. Auf dem diesjährigen Gastwirthstag zu Berlin wurde über den„Deutschen Verein gegen Mißbrauch geistiger Getränken gesagt, daß seine Tendenzen zwar löbliche seien, aber getadelt, daß die von ihm vorgeschlagenen Mittel„den ohnehin bedrängten Gastwirthsstand noch weiter durch gesetzliche Maßregeln zu schädigen drohten". Darauf ist füglich zu entgegnen: der Gastwirthsstand, namentlich das Schankgewerbe leidet aus oft entwickelten Gründen bekanntlich an Ueberfüllung, und das ist wohl eine der Hauptursachen, weshalb so viele Schankwirthe durch maßloses Bocgen, Feilhaltung unreiner, ungesunder Branntweine und Biere, Anreizung zum Vieltrinken, Verabreichung von Spirituosen an Minderjährige und Angetrunkene 2c. vorwärts zu kommen suchen. Dadurch schädigen sie natürlich neben dem eigenen Ruf auch den des ganzes Gewerbes und seine Interessen. Die vom Vereine gegen Trunk ins Auge gefaßten gesetzlichen Maßregeln können mithin den Gastwirthsstand keinesfalls benachtheiligen, sondern im Gegemheil sie müssen und würden ihn heben, sowohl geschäftlich wie sittlich, weil sie seine unsoliden Elemente theils in bessere Bahnen drängten, theils allmählich beseitigten und so den ehrenwerthen Berufsgenossen das Geschäft erleichterten. Wie einseitig und kurzsichtig diese Korporation ihre Interessen wahrzunehmen sucht, bezeugt u. A. der einstimmig angenommene Beschluß,„der Gastwirthstag erklärt die vom Verein gegen Mißbrauch geistiger Getränke gefaßten Beschlüsse nicht nur für unnöthig, sondern auch für verkehrt. Durch Beschränkung der Schänken werde der Schnaps in die Familien geschleppt. Der empfohlene Ersatz durch Kaffee, Thee, Milch würde die deutsche Nation in ihrer Kraft schwächen; der Verband glaubt vielmehr, die Bekämpfung des Branntweingenusses sei nur durch Bier zu erzielen und schlägt vor, Brauereien, welche gutes Bier herstellen, Steuerfreiheit resp. Steuerermäßigung zu gewähren, die Aufhebung aber der Bezahlung von Zechschulden als mit dem Gesetz in Widerspruch stehend zu ignoriren:.— Für niedrige Steuer auf leichte, gute Biere tritt bekanntermaßen auch der Verein gegen Mißbrauch geistiger Getränke ein, zu allen übrigen Theilen jenes Wirthsbeschlusses kann jeder Kundige und Unbefangene, mag er dem Kasseler Vereine angehören oder nicht,— nur lächeln. Hundertmal Gesagtes soll hier nicht wiederholt werden. Welche Nahrungs= und Genußmittel,„die deutsche Nation in ihrer Kraft schwächen, darüber haben doch schwerlich die Herren Wirthe das entscheidende Urtheil. Vorauszusehen ist zwar, daß die Folge einer Beschränkung des öffentlichen Vertriebs Steigerung des häuslichen Konsums sein würde, dieser Zuwachs würde aber, selbst im denkbar schlimmsten Falle, doch immer noch weit zurückbleiben hinter der Verminderung des ersteren. Die schwedischen, holländischen, englischen, amerikanischen Erfahrungen sprechen so laut und vernehmlich, daß für Deutschland nicht der mindeste Zweifel obwalten kann. Weiß doch alle Welt und ganz besonders jeder Wirth, daß, je bequemer der Genuß gemacht, je augenfälliger, häufiger, verlockender Genußmittel dem Publikum unter die Augen gerückt sind, um so mehr davon auch verzehrt wird. Ein ganz ähnlicher Einwand wurde ja s. Z. gegen das Sozialistengesetz erhoben; die Reichstagsmehrheit erkannte aber sehr wohl, daß es einen gewaltigen Unterschied machen muß, ob 70 Blätter und Blättchen, zahllose Vereine und Volksreden der urtheilslosen Masse in großem Stile berauschende Irrlehre methodisch einflößen, oder ob die sozialrevolutionäre Partei auf heimliches Wühlen beschränkt ist. Daß diese selbst den Sachverhalt klar sah, bewies ihre leidenschaftliche Opposition gegen die Maßregel.— Wie schwer endlich das tief eingerissene Borgunwesen auf das Schankgewerbe selbst insonderheit auf viele kleine Wirthschaften drück, ist so offenkundig und von Wirthen so oft beklagt, daß ein wohlberathenes Gesetz über Zechschulden nur denjenigen Schänken lästig sein kann, welche„die deusche Nation in ihrer Kraft schwächen“ helfen.(S..) Deutscher Reichstag. Eröffnungs=Sitzung Mittwoch den 29. August Vor starkbesetztem Hause und gefüllten Tribünen betrat der Staatsminister von Bötticher mit mehreren anderen Bevollmächtigten um 2 Uhr den Saal und verlas die Eröffnungsrede, welche die Vorlage des spanischen Handelsvertrages, der internationalen FischereiKonvention und einer Indemnitäts=Vorlage wegen der vorläufigen Inkraftsetzung des spanischen HandelsVertrages ankündigt; er erklärt hierauf die außerordentliche Session des Reichstages für eröffnet.— Präsident von Levetzow bringt ein dreifaches Hoch auf Seine Majestät den Kaiser aus und übernimmt den Vorsitz. Der Namensaufruf ergiebt die Anwesenheit von 260 Mitgliedern.— Neu gewählt sind seit dem Schluß der vorigen Session die Abgg. Bebel, Maler, Schenk und Hänel. 7 Mandate sind noch vakant.— Der Präsident beraumt die nächste Sitzung, nachdem das Präsidium der vorigen Session per Akklamation wiedergewählt ist, auf Donnerstag 12 Uhr an. Tages=Ordnung: Erste event. zweite Berathung des spanischen Handels=Vertrages. Schluß 3 Uhr. Deutsches Reich. * Berlin, 29. August.(Rußland und der Drohartikel der Nordd. Allg. Ztg.) Während die Presse aller Länder sich in breitester Ausführlichkeit über den Warnungsartikel der„Nordd. Allg. Ztg.“ geäußert hat, sucht man in den russischen Blättern vergebens nach einer bestimmten Stellungnahme. Der Berliner offiziöse Artikel wird zwar abgedruckt und mit einigen allgemeinen Bemerkungen begleitet, aber ein Wort, welches notirt zu werden verdient, findet sich weder in den panslavistischen, noch in den gouvernementalen Journalen von Petersburg und Moskau. Diese Thatsache ist zu auffallend, als daß sie unserer politischen Welt hätte entgehen können. Augenscheinlich liegt der Enthaltsamkeit der Organe der öffentlichen Meinung im Often eine gemeinsame Ursache zu Grunde, und wenn man bedenkt, wie gut disziplinirt die russische Presse mit der ihr gebotenen Rücksichtnahme auf die Winke von oben her zu allen Zeiten sich erwiesen hat, so läßt sich der Gedanke nicht ablehnen, daß die russische Regierung es für angemessen erachtet hat, den Blättern thunlichst Reserve za empfehlen. Indem der Artikel der„Nordd. Allg. Ztg.“ mit lauter Stimme Frieden in Europa verlangte, wendete er sich ebensowohl gegen die Ruhestörer im Often, wie Enuananterung, Novelle von Silvester Frey. (35. Fortsetzung.) Als die erste Dämmerung auf Viehnitz fiel, nahm der Tanz seinen Anfang. Kurt als Hauptmatador führte die Polonaise mit Frida an, es folgte Warren mit der Gattin eines Gutsnachbars, Haus hatte Susette den Arm gereicht und Harold hatte wieder das Nachsehen. Aber sein Verhältniß zu Warrens Schwester hatte sich bedeutend freundlicher gestaltet und schließlich war Hans' Benehmen nicht danach, daß die alte Dame für ihre Koketterie und Augenwerfereien einen Ankerplatz gefunden hätte. Es war ein stattlicher Zug, welcher sich nach den Klängen von Kückens Polonaise durch den alten Saal der Warrens in vielfachen Wendungen und Figuren zog. Die mürrisch blickenden Männer dort oben in reich vergoldeten Rahmen und die schönen Frauenportraits daneben mochten sich wohl verwundert fragen, wie in aller Welt es wohl möglich sein konnte, daß die schmucken Uniformen wieder nach langem Fernbleiben in dem Herrenhause von Viehnitz erglänzten. Dr. Bögehold führte Hermine. Sie sah in der That berückend schön aus, so berückend, daß der sonst so vernünftige, ruhige Mann, wie von plötzlicher Bewunderung übermannt, um den Eröffnungstanz bat. Hermine war davon ebenso überrascht, wie Dr. Bögehold nachher selbst. Er hatte bisher eher stets Abneigung wider die junge Wittwe empfunden. Was er von ihr wußte,— und eigentlich wußte er absolut nichts, wie er sich bei näherer Erwägung sagte, sondern reimte sich nur einen Gedankenbau aus Hans' Fieberphantasien zusammen—, hatte ihn gegen sie eingenommen und die körperliche Schönheit vollkommen übersehen lassen. Das silberdurchschossene Gazekleid hob die geschmeidige Zierlichkeit der Formen ungemein. War es der Glanz der Brillanten, welche beinahe überreich von Busen und Stirnband ihm entgegenflammten, war es die wirkliche Schönheit der Baronin oder war er heute in anderer Stimmung als sonst, sah er mit anderen, geblendeten Blicken— kurz, Dr. Bögehold konnte nicht umhin, die Dame an seiner Seite aufrichtig zu bewundern. Ein Walzer, der sich direkt an die Polonaise reihte, entfesselte eigentlich erst den Tanztrieb. Hermine hätte nicht geglaubt, daß ihr Partner so regelrecht und taktmäßig die Walzerpas auf den Estrich zeichnen könne. „Ich bin ein ungelenker Tänzer, Frau Baronin,“ sagte Dr. Bögehold, als er die erste Kreiswendung vornahm. Doch er walzte mit den Offizieren flott um die Wette, und als er die Baronin nachher zum Platz geleitete, konnte sie ihn mit vollem Recht schelten, daß seine einleitende Entschuldigung nichts als eine ganz unnöthige captatio benevolentiae gewesen sei. Ein Kontre, welcher dem Walzer folgte, sah Hans, der Frida führte, als vis--vis Kurts und der Baronin. Die beiden Offiziere hatten bald die Aufmerksamkeit der ganzen Gesellschaft auf sich gelenkt. Beide waren sie elastisch, schön, gewandt im Tanzen. Dem dunklen, beinahe südländischen Typus Hans' stand Kurt, ein echter Sohn Germaniens, keinesfalls vortheilhafter gegenüber. In den Reihen der Damen konnte wohl die Meinungsverschiedenheit entstehen, wer von Beiden der schönere sei. Frida jedoch hatte nur für Einen Augen, für den Mann, welcher an ihrer Seite die Pas des Kontres eher schritt als tanzte. Ihr wars, als müßte sie jedes Mädchen im Saale ob dieses Partners beneiden. Wenn er ihr die Hand zur Promenade reichte oder eine der vorgeschriebenen Verbeugungen machte, glühte ihr Antlitz vor Freude und das Herz hüpfte, daß sie, wie seinen Klang zu beschwichtigen, die Hand darauf preßte. Sie war so glücklich an der Seite des Mannes, denn sie— Frida war sich noch nicht klar über die Neigung, welche sie zu Hans hegte. Dem jungen Offizier war es unangenehm, daß Hermine mit Kurt ihm gegenüber tanzte. Seit jener ersten Begegnung hatte sie ihn nie wieder allein getroffen, denn er selbst mied jede Gelegenheit, welche Anlaß dazu hätte bieten können. Ein Schatten lagerte sich deshalb über sein Antlitz, als der Kamerad ihm die Baronin gegenüberführte. Hans konnte ja nicht vermeiden, der Verhaßten, wo es erforderlich war, die Hand zu reichen, und jedesmal schien es ihm, als ob die schlanken Finger der schönen Frau sich eng in die seinen schmiegten, und ein leichter, deutlicher Druck zu ihm herüberzitterte. Es war ihm ein Zeichen, daß sie noch nicht gewillt sei, auf ihn zu verzichten. Das stimmte ihn trübe, denn sein Herz war vollkommen erkaltet, und selbst wenn er die Saiten desselben zum Accorde stimmen wollte, spielten sie ihm nur einen Ton, den, daß er unverzeihlich betrogen sei. „Warum sind Sie so traurig, Herr v. Dankberg?“ klang Fridas Stimme. Hans rüttelte sich aus seinem Gedankenballast herver. „Mache ich Ihnen den Eindruck, Fräulein Warren?“ „Mir und gewiß allen Anderen", versetzte Frida, „ Sie sollten doch heiter sein, Ihretwegen freute ich auf diesen Ball! Sie wissen ja, damit wirft unser Haus zum ersten Male all' die Vorurtheile ab, welche es so lange gegen das Offiziersthum gehegt. Aber ich sehe, Sie können selbst hier nicht ganz fröhlich sein!“ „Ich dachte, ich bin es.“ „Nein, ganz und gar nicht! Eigentlich habe ich Sie noch nie recht fröhlich gesehen! Immer lagert es wie ein Schatten auf Ihrer Stirn! Aber ich sehe, Sie vergessen bei meinem Geplauder die Tanzregeln! Reichen Sie der Baronin doch die Hand zur chaine anglaise, sie wartet schon eine halbe Stunde!:(Forts. folgt.) gegen diejenigen im Westen. Jedermann hat das sofort herausgefühlt, und es ist nicht zu vermuthen, daß man allein in Rußland harthörig hätte bleiben sollen. Da wir in Deutschland indessen nicht gewohnt sind, Illusionen für Thatsachen zu nehmen, so wird es auch schwerlich einem Deutschen einfallen, in dem Schweigen, mit welchem der Artikel der„Nordd. Allg. Ztg.“ aufgenommen wird, nicht den Ausdruck der Verlegenheit oder der Beschämung oder gar der Furchtsamkeit bei unserm östlichen Nachbarn suchen zu wollen. Wer dem warnenden Rufer den Rücken kehrt, kann dies auch thun, weil er die Dinge für weit genug gediehen erachtet, um alle Worte, gute wie schlimme, für höchst überflüssig zu halten, und weil er den Ausweg aus den nun doch einmal nicht wegzuleugnenden Disharmonieen allein durch Thaten für möglich hält. Es wäre erfreulich, wenn der Pessimismus gegenüber den russischen Verhältnissen einmal im Unrecht bliebe, nachdem er leider meistentheils sich als berechtigt gezeigt hat. Aber vergebens sieht man sich in allen Kundgebungen und Lebensäußerungen von jenseits der Weichsel nach einem Lichtpunkt um, und der Haß gegen Alles, was deutsch ist, wirkt um so bedrohlicher, je mehr er den Gebrauch des ungefährlichen Ventils der schaltenden oder der großen Worte verschmäht. *—(Anwesenheit hoher Personen bei der Enthüllung des National=Denkmals.) Von hohen und höchsten Herrschaften haben bereits verschiedene ihre Anwesenheit zur Feier der Enthüllung des National=Denkmals auf dem Niederwald beim hiesigen Hofmarschallamt zugesagt. Dies sind u.., wie die Köln. Ztg. meldet, der König von Baiern, welcher mit dem Prinzen Luitpold von Baiern erscheinen wird, der König von Sachsen, der Herzog von Braunschweig und die meisten Angehörigen der deutschen Kaiserfamilie. Von andern Herrschaften wird der Zusage in nächster Zeit entgegengesehen. Ob der Reichekanzler Fürst Bismarck erscheinen wird, ist noch fraglich, da dies von seinem Gesundheitszustande abhängig ist; dagegen wird Feldmarschall v. Moltke bestimmt erwartet. *—(Das mehrfach berathene revidirte Aktiengesetz), welches an die Stelle des Gesetzes von 1870 treten soll, ist wie die„Nat.=Ztg.“ mittheilt, in dem Haupttheile fertig und kann schon den Reichstag in seiner nächsten ordentlichen Session möglicher Weise beschäftigen. Einzelne auch zur richterlichen Entscheidung gelangte Vorkommnisse werden die Vorlegung des in Rede stehenden Gesetzes beschleunigen. Uebrigens hört man, daß Radikaländerungen nicht vorgenommen werden und das Hauptgewicht auf die Einzelheiten in der Ausführung und nähere Erläuterungen fallen würde. Zu den Rechtsfällen, die eine Reform auf dem Gebiete des Aktienwesens in hohem Grade dringend erscheinen lassen, gehört auch ein Rechtsfall, der in der letzten Zeit in Berlin sich abspielte. Die Täuschung des Publikums durch die Aufstellung von angeblichen Zeichnern, die nur bezahlte Strohmänner waren und die mit ihrem Namen und Vortritt das Publikum in ein schlecht fundirtes Unternehmen hereinlockten, erschien der Staatsanwaltschaft so außerhalb jeder strafrechtlichen Verantwortlichkeit, daß noch nicht einmal der Versuch einer Strafverfolgung gemacht wurde, ein Vorgang, der zu vielen Kommentaren Veranlassung gab. *—(Bezirkseisenbahnräthe.) Der„Reichsanzeiger meldet:„Des Königs Majestät haben, entsprechend der Bestimmung im§ 10 des Gesetzes vom 1. Juni 1882, betreffend die Einsetzung von Bezirkseisenbahnräthen und eines Landeseisenbahnraths für die Staatseisenbahnverwaltung, auf die Dauer von drei Jahren zum Vorsitzenden des Landeseisenbahnraths den Wirkl. Geh. Ober=Regierungsrath und Direktor im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Ludwig Brefeld, und zu dessen Stellvertreter den Geh. Regierungs= und vortragenden Rath in demselben Ministerium, Karl Fleck zu ernennen geruht.“ Mecklenburg=Schwerin. Schwerin, 27. August.(Vom Hofe.) Einen gerade nicht sonderlich erfreulichen Beweis von Deutschenhaß und zugleich unverwandtschaftlicher Rücksichtslosigkeit haben in letzter Zeit der Graf von Paris und mehr noch sein geistig ungleich fähigerer Bruder, der Herzog von Chartres, gegeben. Die Mutter dieser beiden Prinzen war die im Jahre 1858 gestorbene Prinzessin Helene von Mecklenburg=Schwerin, Tante des verstorbenen Großherzogs Friedrich Franz II. So lange die Herzogin Helene lebte, bestand ein sehr liebevolles verwandtschaftliches Verhältniß zwischen ihr, ihren Söhnen und dem mecklenburgischen Fürstenhause und auch nach dem Tode der Mutter waren beide Prinzen wiederholt noch Gäste des Großherzogs in Schwerin und erfuhren stets viele Freundlichkeit von ihm und seiner Familie. Aus diesem Grunde hielt man es von Seiten des großherzoglichen Hofes auch für angemessen, beide Prinzen von dem am 15. April d. I. erfolgten Tode des Großherzogs Friedrich Franz durch eigene Schreiben in Kenntniß zu setzen. Es erfolgte darauf eine kurze Empfangsbestätigung dieser Schreiben von Seiten der Prinzen, zugleich aber auch die Bemerkung, sie wünschten fernerhin alle und jede verwandtschaftlichen Beziehungen mit der großherzoglich mecklenburgischen Familie gänzlich abzubrechen, da es ihnen als Franzosen nicht angenehm sein könne, daran erinnert zu werden, daß ihre Mutter eine deutsche Prinzessin gewesen sei. Als die Herzogin Helene im Februar 1848 mit ihren beiden Söhnen ohne die mindesten Geldmittel aus Paris nach Deutschland flüchten mußte, hatte der Großherzog Friedrich Franz ihr sofort eine Heimathstätte in ihrem Vaterhause, dem Schlosse zu Ludwigslust, angeboten und sie und ihre Söhne mehrere Jahre sehr verwandtschaftlich und freigebig mit Geldmitteln aus seiner Privatkasse unterstützt. Diese beiden Prinzen waren damals nicht zu stolz, Geld aus Deutschland und von einem deutschen Fürsten anzunehmen, während sie jetzt auf eine so brüske Weise diese Verwandtschaft gänzlich aufheben wollen, aus Furcht, es möchte ihnen bei ihrem Intriguiren um die Königskione Frankreichs schaden, daß ihre Mutter eine der edelsten deutschen Fürstinnen war, die jemals über die Vogesen gen Paris zog. Daß man mecklenburgischerseits diesen Wunsch der französischen Kronprätendenten sofort und gern erfüllte, ist selbstverständlich. Ob man deutscherseits Schlüsse aus diesem fanatischen Haß gegen Deutschland verrathenden Vorkommnisse für den Fall gezogen hat, daß die Frage Interesse für uns bekäme, ob eine monarchische Restitution in Frankreich für Deutschland und den europäischen Frieden eine Gefahr wäre— bleibe hier ununtersucht.(Köln. Ztg.) Aus dem Fürsteuthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 29. August.(Die fürstliche Regierung) macht in der neuesten Nummer des„Amtsblattesn darauf aufmerksam, daß das siebente, achte und neunte, die Zeit vom 1. Juni bis zum 15. Juli d. J. umfassende Verzeichniß der Entschädigungen, welche den anläßlich der vorjährigen Wirren in Aegypten Geschädigten zuerkannt sind, sich in den Nummern 150, 168 und 181 des„Deutschen Reichs und Königlich Preußischen Staatsanzeigers veröffentlicht findet. * Detmold, 29. August.(Klassenversammlung.) An der heutigen Klassenversammlung, welche Morgens um 10 Uhr in der Aula des Gymnasiums vom Superintendenten Weerth mit Gebet eröffnet wurde, nahmen sämmtliche betheiligte Prediger bis auf Brokhausen=Horn und Sauerländer=Schötmar, die verhindert waren, sowie die weltlichen Deputirten Theil. Das nach den Berichten der einzelnen Kirchenvorstände vom Superintendenten zusammengestellte und vorgetragene Resumé hatte im Ganzen nur Erfreuliches mitzutheilen. Zu demselben war eine Statistik der Gemeinden aus Simon Bolivar und die Feierlichkeiten anläßlich seines hundertjährigen Geburtstages(am 24. Juli 1883) zu Caräcas. (Fortsetzung.) Ob nun mit Grund oder ohne Grund, ob mit Recht oder ohne Recht Bolivar monarchischer Absichten beschuldigt wird, lassen wir dahin gestellt, jedenfalls muß man seine außerordentlich hohen Verdienste anerkennen. Er war es, der immer und immer wieder die patriotischen Gefühle anfachte, der sich durch Nichts in seinen erhabenen Arbeiten aufhalten ließ; seinem Ringen, seiner Energie haben die fünf Staaten ihre Unabhängig zunächst zu danken. Diesen Dank hat man versucht, nach europäischer Weise sichtbar auszudrücken und haben nicht allein die meisten Städte Venezuelas, sondern auch die der anderen Staaten ihrem Befreier ein Denkmal gesetzt. Unser großer Präsident Guzman Blanco hat nach ihm hier in Caräcas einen mitten in der Stadt gelegenen, sehr geschmackvoll eingerichteten Platz benannt, die Plaza de Bolivar, auf der sich mitten zwischen immergrünen und immerblühenden Sträuchern sein herrliches in München angefertigtes Denkmal erhebt.— Am 24. Juli dieses Jahres war der hundertjährige Geburtstag des großen Helden und erhob Guzman Blanco denselben zu einer fiesta nacional, einem Nationalfesttage. Schon die Vorbereitungen ließen erkennen, daß dieser Tag, Centenario genannt, großartig gefeiert werden würde. So erließ der Präsident den Befehl, daß sämmtliche Häuser der Stadt mit Oelfarbe neu gestrichen werden müßten und wie befohlen, so geschah es auch. Die öffentlichen Gebäude wurden restaurirt, theilweise sogar durch Neubauten erweitert und verschönert, Trottoirs angelegt, die Statuen, das Parlament, die Universität, das Ausstellungsgebäude 2c. wurden mit Drahtleitung für elektrische Beleuchtung versehen, kurzum man schaffte und waltete, um das Fest möglichst großartig zu machen. Wenn man auch einerseits nicht leugnen kann, daß Viele sich nur dem Machtworte des Präsidenten fügten, so ist doch anderseits nicht zu verkennen, daß auch dieses Mischvolk seinen Patriotismus hat. Auch das Parlament hielt nicht mit Beweisen des Patriotismus zurück. Es beschloß, die Tage vom 23. Juli bis 2. August zu Festtagen zu erheben. Der Präsident sanktionirte den Beschluß und damit wurde dieser zum Gesetz. Elf aufeinander folgende Festtage sind doch wohl was außergewöhnliches, eine wahre Seltenheit. Man beabsichtigte auch am 24. Juli die Ausstellung für Amerika zu eröffnen, indessen wurde man nicht mit der Einrichtung fertig, weil die Betheiligung viel größer und großartiger ist, als man annehmen durfte. Die Stadt ist mit Fremden überfüllt. Aus allen Theilen Amerikas eilten Besucher herbei, um sowohl den Centenario mitzufeiern, als auch die Ausstellung zu besuchen. Unter den Angekommenen befanden sich auch zwei Seeleute, welche in einem ganz der Klasse Detmold pro 1882(folgt später in Zusammenstellung mit den beiden anderen Klassen) gedruckt in verschiedenen Exemplaren Jedem eingehändigt. Verglichen mit der vorjährigen sind die Zahlen sich ziemlich gleich geblieben; nur ist in Lage und Salzuflen die Seelenzahl nicht unbedeutend gewachsen. Nach Mittheilung zweier Reskripte fürstlichen Konsistoriums vom 5. März und 2. April cr., in welchen Schriften für Auswanderer, namentlich der vom Pastor SchmidtWüsten für dieselben verfaßte Rathgeber empfohlen wurden, trat man in die Berathung der vom Vorstande der Klasse aufgestellten Tagesordnung ein. Der Kirchenvorstand der Stadt Detmold hatte beantragt, daß in den Sitzungen der Klassenversammlungen jedesmal zu Anfang über einen Gegenstand, welcher sich auf kirchliche Zeitfragen oder auf Fragen pastoraler Natur bezieht oder auch biblischen Inhalts ist, verhandelt werde. Nachdem Pastor Werdelmann besonders durch den Hinweis auf ähnliche Einrichtungen in den benachbarten Provinzialsynoden den Antrag näher motivirt, auch einige passende Themata namhaft gemacht hatte, wurde nach längerer Debatte der Antrag mit dem Zusatz„wo möglich" zwischen jedes Mal und zu Anfang angenommen. Jedoch wurde die Feststellung der Themata durch das Konsistorium gewünscht, so wie auch, daß nicht länger als eine halbe Stunde darauf verwandt werde, um die Berathung anderer äußeren Gemeindeinteressen nicht zu beeinträchtigen. Der Kirchenvorstand in Heiden hatte dringend eine Sammlung sämmtlicher, jetzt gültiger, kirchlichen Gesetze gewünscht. Rechtsanwalt Seiff wies darauf hin, daß ein solches Unternehmen nicht leicht und für den Augenblick, wo in nächster Zeit neue wichtige kirchliche Gesetze, namentlich das über die Regelung der Parochial= verhältnisse zu erwarten sind, unthunlich sei. Man beschränkte sich daher darauf, Konsistorio die Bitte auszusprechen, die Verordnung vom 18. Februar 1876 und deren Veränderungen neu drucken zu lassen, damit diese den neugewählten Kirchenvorstandsmitgliedern zu ihrer Orientirung eingehändigt werden könnten. In der vom Kirchenvorstand zu Salzuflen gewünschten Berathung über die Mischehenfrage und die kirchliche Beerdigung von Selbstmördern sprachen sich so verschiedene Ansichten aus, daß förmliche Anttäge nicht gestellt und die Fortsetzung der Besprechung in der nächsten Klassenversammlung gewünscht wurde. Die von der letzten Pastoral= konferenz in Lemgo gewählte Kommission zur Förderung der Zwecke der innern Mission ließ durch Pastor Krücke beantragen: die Klassenversammlung wolle beschließen, eins ihrer Mitglieder als ständigen Vertreter der innern Mission zu bestellen. Rechtsanwalt Seiff bestritt das Recht zu einer solchen Beschlußfassang und wurde nach längerer Debatte der Antrag zurückgezogen mit dem Wunsche, in nächster Versammlung darüber zu beschließen. Endlich hatte Pastor Krücke beantragt, in Zukunft die Versammlungen Morgens 9 Uhr beginnen zu lassen, was aber in Rücksicht auf die entfernt Wohnenden abgelehnt wurde. Schließlich referirte Pastor Schmidt=Wüsten noch kurz über die Auswandererfrage und empfahl den Predigern, Niemand ohne einen kirchlichen„Paß“, von welchem er ein Formular vertheilte, ziehen zu lassen und sie an den reformirten Gemeindeverband in Nordamerika zu verweisen. So endeten kurz nach 2 Uhr mit einem vom Pastor Werdelmann gesprochenen Gebet die vielfach anregenden Verhandlungen in Frieden. In dem neuen großen Saal des Hotel Müller vereinigte dann ein vortreffliches Mahl noch 18 Mitglieder der Klassenversammlung, und war zu bedauern, daß die meisten aus verschiedenen Gründen daran theilzunehmen verhindert waren. * Detmold, 29. August.(Schöffengericht.) In der gestrigen Sitzung, in welcher unter Vorsitz des Amtsrichters Eberhardt die Herren Hofbuchbinder C. Schenk hierselbst und Landwirth Sölter zu Mosebeck als Schöffen fungirten, wurde der Kaufmann Rob. kleinen Boote von Maracaibo aus das karaibische Meer durchsegelt haben. Wer die Gefahren dieses ewig wilden Meeres kennt, muß den Muth der beiden Seefahrer bewundern. Man könnte eigentlich in Versuchung kommen, das Unternehmen solcher Reise mit Tollkühnheit zu bezeichnen. Am Vorabend des großen Tages war die Stadt hübsch illuminirt und die vorhin erwähnten Gebäude und Plätze mit elektrischem Licht erleuchtet. Außerdem fand auf der Plaza de Bolivar Conzert und Feuerwerk und im Opernhause die erste„Festoper“ statt. Am 24. waren schon die Festtheilnehmer früh munter und thätig. Der Tag war von dem herrlichsten Wetter begünstigt, durch welches die Fröhlichkeit nicht unwesentlich erhöht wurde. Die Stadt prangte in einem hübschen Flaggenschmuck; deutsche, französische, spanische, kurz Flaggen aller Nationalitäten, wechselten bunt mit denen des Landes ab. Der Festzug, der aus Vertretern aller Vereine und Gewerbe, sowie aus dem diplomatischen Korps und den Spezialgesandten anderer Republiken, wie z. B. Bolivia, Columbia, Haiti, Vereinigte Staaten von Nordamerika 2c. zusammengesetzt war, bewegte sich von der Casa amarilla(dem Regierungsgebäude) durch verschiedene Straßen nach dem Panteon nacional(Begräbnißgebäude der Präsidenten.) Die Minister und Konsule der verschiedenen Staaten aller Erdtheile erregten in dem Zuge mit ihrer Galauniform Aufsehen und vielfache Bewunderung. Im Panteon angelangt, nahm der Präsident Guzman Blanco das Wort und besprach in kurzen, anregenden Worten den Zweck und Wiese von hier wegen unbefugten Wanderlagerbetriebs zu 592 K Geldstrafe event. 3 Monate Haft verurtheilt; der Pferdehändler Gusdorf hiers. mußte einen ruhestörenden Lärm mit 10 M event. 3 Tage Haft büßen; dagegen wurde der Maurermeister Otte hiers. von der ihm zur Last gelegten Straßenpolizei=Kontravention freigesprochen und die Verhandlung gegen die des Diebstahls angeklagten Schmiedegesellen Heinrich Sieweke und Heinr. Brüning zu Bentrup ausgesetzt, weil der Angeklagte Sieweke nicht erschienen war. * Detmold, 30. August.(Militärisches.) Heute Morgen fand auf der Jerxerheide die Besichtigung des 55. Regiments statt und waren zu derselben der Korps=, Divisions= und Brigade=Kommandeur hierselbst eingetroffen. Den hohen Offizieren zu Ehren fand gestern Abend ein Zapfenstreich statt. * Heiligenkirchen, 28. August.(Durchgehen der Pferde.) Gestern Nachmittag gegen 3 Uhr ereignete sich auf der Chaussee nach Hiddesen beim Zollhause ein Unfall, welcher leicht größeres Malheur hätte anrichten können. Als das schwerbeladene Gefährt des Mühlenbesitzers Düwel von der Neuen Mühle bei Lage von Detmold kommend, beim sog. Grotteknappe am Büchenberge anlangte, gingen die Pferde in dem Augenblicke durch, als der Knecht die hinten am Wagen zu handhabende Hemmschraube anzog, und rannten mit rasender Eile die hier ziemlich steile Chausse hinab bis sich der Wagen am Zollhause festfuhr. Der Anprall war so heftig, daß der Schlagbaum total zertrümmert wurde. Das Handpferd erlitt am Hinterschenkel schwere Verletzungen und mußte beim Gastwirth Meierjohann in Detmold eingestellt werden, woselbst es der Hofthierarzt Baumert in Behandlung nahm. * Meinberg, 27. August.(Ein großes Unglück) hätte hier am vergangenen Sonntag sich leicht ereignen können. Ein Kurgast, eben im Begriff abzufahren, läßt sich noch sein Gewehr und seine Jagdtasche durch ein Zimmermädchen aus seinem Zimmer(im Kurhause zum Stern) holen, da er beides vergessen. Das Mädchen kommt mit beiden Gegenständen glücklich zunächst bis auf den Hauptflur und legt dieselben vorläufig auf einem Tische nieder, um vielleicht noch schnell etwas zu besorgen. In Eile kommt dasselbe zurück, dem Besitzer die Sachen an den Wagen zu bringen. Unglücklicherweise fällt das Gewehr zu Boden und— entladet sich. Ein glücklicher Zufall ist es noch gewesen, daß sämmtliche Schrotkörner in die Thür schlugen, denn ging der Schuß nur etwas mehr seitwäcts, so mußten vielleicht ein anderes auf der Bank sitzendes Mädchen und der Kutscher das Leben einbüßen oder erhielten doch sicherlich Verletzungen. Wieder ein neuer Beweis, wie wenig vorsichtig man noch immer, trotz der vielen Unglücksfälle, mit„Schießgewehren" umgeht. Der Besitzer des geladenen Gewehres soll, wie wir hören, ein eifriger Jäger sein und ist demselben für die Zukunft besondere Vorsicht zu empfehlen! * Meinberg, 28. August.(Unsere Brunnenmusik) verläßt uns mit Ende dieser Woche. Dieselbe besteht nur aus zehn Mann, aber durchweg tüchtigen Musikern, an der Spitze ihr vorzüglicher Dirigent, Herr Konzertmeister Schmidt aus Magdeburg. Derselbe hat es sich seit Jahren ernstlich angelegen sein lassen, nicht allein trotz der wenigen Gage tüchtige Kräfte zu engagiren, sondern auch stets nur gute klassische und gute moderne Kompositionen zu Gehör zu bringen. Auch im Kursaale hat derselbe sehr oft Abends in der uneigennützigsten Weise unsere Kurgäste durch vortreffliche Violinsolos, Trios, Quartette(mit Klavier) 2c. unterhalten, was bei seiner vielen Arbeit besonders hervorgehoben zu werden verdient. Wir können daher nicht unterlassen, Herrn Konzertmeister Schmidt, diesem jungen strebsamen und talentvollen Musiker, bei seinem Scheiden unseren besten Dank hierdurch auch öffentlich auszudrücken und wünschen im Interesse unseres Bades, daß derselbe auch im nächsten Jahre wiederkehren möge! die Veranlassung der Feierlichkeiten. Nach Schluß der Rede begab sich der Zug zur Plaza de Bolivar, auf der an dem prächtigen Denkmal zahlreiche Kränze und Blumenspenden niedergelegt wurden. Dann nahm Guzman noch einmal das Wort und brachte ein Hoch auf Venezuelas Volk aus. Damit war dieser Akt beendigt und die Festtheilnehmer zerstreuten sich. Am Abend war wiederum die Stadt prächtig erleuchtet. Große Bewunderung erregte der Calvario. Dieser ist ein hoher mit den herrlichsten Anlagen geschmückter und mit dem Denkmale des Präsidenten gekrönter Berg. Derselbe liegt ganz in der Nähe der Stadt und bildet die schönste Zierde von Carácas.*) Die Wege waren mit unzähligen bunten Lämpchen versehen, sowie das Denkmal mit elektrischem Licht beleuchtet. Es gewährte in der That einen bewundernswürdigen Anblick. Den Schluß des Hauptfesttages bildete eine Vorstellung im Opernhause. Hier sang die Flora von Carácas eine Festhymne. Man muß gestehen, die Damen haben ihre Aufgabe sehr gut gelöst und ernteten auch zahlreichen Beifall. Am 25. wurde die Bahnstrecke Carácas— La Guaira *) Der Calvario ist zum Andenken an die große Revolution von 1870 von Guzman mit den hübschen Anlagen versehen. Der Präsident stürmte von hier aus mit seinem General Wiedemann die Stadt. Letzterer kam als Arbeiter nach hier, wußte sich indessen zum ersten General der Republik und Obeckommandeur der Truppen aufzuschwingen. Er war einst preußischer Unteroffizier und hat sich durch seinen Muth und seine Kriegsleistungen so sehr die Gunst von Guzman Blanco erworben. Vermischtes. * Köln, 27. August.(Begräbniß.) Eine der ergreifendsten Trauerzüge, die unsere Stadt seit langem gesehen, schreibt die„Köln. Volksztg.“, bewegte sich diesen Morgen um 8 Uhr nach Melaten. Die sterblichen Ueberreste der am vorigen Freitag im Sicherheitshafen verunglückten Soldaten der 11. Kompagnie des 65. Regiments wurden zur letzten Ruhestätte geleitet. Den Leichen, welche in vier sehr reich und geschmackvoll verzierten Leichenwagen gefahren wurden, folgte die katholische und evangelische Geistlichkeit, die Angehörigen der Verunglückten, vom Regimente derselben der Oberst mit sämmtlichen Stabsoffizieren, Hauptleuten und Lieutenants, die Mannschaften der 11. Kompagnie vollzählig und von den übrigen Kompagnien Deputationen von je 10 Mann. Alle andern in KölnDeutz garnisonirenden Truppentheile hatten ebenfalls zahlreiche Deputationen von Offizieren aller Grade und Gemeinen geschickt. Das Musikkorps des 65. Regiments spielte Trauerweisen. Am Grabe wies der katholische Geistliche auf den erschütternden Tod der Verunglückten hin. Es gereiche den Angehörigen und dem Regimente zum Troste, daß man Niemand eine Schuld an dem Unglück beimessen könne; denn alle Vorsichtsmaßregeln seien getroffen gewesen, um ein Unglück zu verhüten. In demselben Sinne sprach der evangelische Geistliche, der in schwungvollen Worten daran erinnerte, daß die Todten in treuer Pflichterfüllung dahingeschieden seien. Industrie, Handel und Verkehr. * Lemgo, 29. August. Der Durchschnittspreis für Weizen, Roggen, Hafer, Heu und Stroh im Monat August d. J. hat nach einer Bekanntmachung in der neuesten Nummer des„Amtsblattese betragen: pro 50 Kilo Weizen M. 10,50 „ 50„ Roggen„ 7,75 „ 50„ Hafer gut„.— „ 50„„ mittel„ 7,75 „ 50„„ gering„ 7,50 „ 50„ Heu„.— „ 50„ Stroh„ 2,50 Durchschnittspreis des ( Hafers 7,75 M. * Baden=Baden, 27. August.(Rennen.) Das Ereigniß des Tages war der Sieg von Brocken im Jubiläumspreise, dessen Ausgang bereits gemeldet wurde. Es ist seit 1875 das erste Mal, daß ein Pferd deutscher Zucht diesen großen Preis davonträgt. Die englischen(City und Arab), französischen (Deluge und Jonjou), sowie die drei österreichisch=ungarischen Bewerber hatten wenig mit dem Ende des Rennens zu thun, das nur zwischen Brocken und der gleichfalls gezogenen dreijährigen Stute Maria des Frhrn. Ed. v. Oppenheim ausgefochten wurde. Dem ältern Gegner, der dem herzoglich braunschweigischen Gestüt Harzburg entstammt, hatte indeß das jüngere Pferd schließlich zu weichen. Doch gebührt der deutschen Vollblutzucht der Ruhm, in diesem wahrhaft internationalen Wettkampfe die beiden ersten Plätze errungen zu haben. Marktberichte. * Berlin, 29. August. Weizen matter, per Sept.=Okt. 193,75, per April=Mai 205.— M. Gek. 2000 Ztr. Roggen matt, per Sept.=Oktbr. 154,75, April=Mai 161,— M. Gek. 1000 Ztr. Hafer fester, per September=Oktbr. 134,25, Oktbr.=Novbr. 134,50 M. Gek.— Ztr. Rüböl fester, loko mit Faß 68,—, ohne Faß 67,—, per Septbr.=Oktbr. 66,60, April=Mai 67,50 M. Gek.— Za. Spiritus matter, loko 56,90, per Sept.=Oktbr. 54,50, Novbr.=Dezbr. 52,20, April=Mai 53,30 M Gek— 1. Petroleum matt, loko 23,90, per Septbr.=Oktbr. 23,50, Oktbr.= Novbr. 24,— M. Gek.— Ztr. * Köln, 29. August. Weizen hiesiger 20,—, fremder 20,50, per Nov. 2005, per März 20,90. Roggen loko 15,50, per Nov. 15 25, per März 15,90. Hafer loko 15,50. Rüböl 36,20, per Oktbr. 35,40, per Mai 35,—. * Neuß, 29. August. Weizen à 100 Kilo erster Qualität 21,—, zweiter Qualität 19,—. Landroggen 100 Kilo 1. Qualität 15,50, 2. Qualität 13,50. Wintergerste 14,—. Hafer pr. 100 Kio 15,60. Raps à 100 Kilo 1. Qualität 34,—, 2. Qualität 32,50. Kartoffeln.50. Heu à 100 Kilv 8,50. Roggenstroh à 600 Kilo 24,— M. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ztr. M. 71,50, Rüböl per 100 Kilo faßweise 73.—. Gereinigtes Oel per 100 feierlich eröffnet. Die Strecke war allerdings schon einige Zeit vorher vom Präsidenten abgenommen und fuhr auch täglich ein Zug, aber die feierliche Eröffnung geschah erst am 25. Es wurde ein Festzug an diesem Tage abgelassen. Leider war ich an diesem Tage dienstlich verhindert und muß ich mich auf Bekannte verlassen, die mir sagten, daß Alles nach Wunsch verlaufen sei. Am 26. war wiederum ein Hauptfeiertag, weil er zugleich ein kirchlicher Festtag war und sich somit auch Diejenigen ohne Skrupel mit betheiligen konnten, die sonst weltlichen Freuden abhold sind. Am Abend bestieg ich den Calvario. Unbeschreiblich schön war der Anblick und die Aussicht. Zu Füßen die hellerleuchtete Stadt, aus der Musik gar lieblich herauftönte, dicht vor mir die Reihen der zahllosen Lämpchen, welche sich wie feurige Schlangen durch die Büsche den Berg heraufwanden und schließlich versilberten die Strahlen des elektrischen Lichtes den Gipfel des Berges. Wunderbar glitzerten Blätter und Blüthen in diesem Silberlichte. „Inya pas à Paris une tellechose! je’ai jamais en vu de tel!“ rief eine Französin begeistert aus, und das will doch viel sagen, denn den Franzosen ist Paris ja Alles. Auf dem Rückwege besuchte ich das Kapitol, dessen großer Saal an diesen Tagen dem Publikum geöffnet war. In diesem Saale befinden sich große und hübsche Bilder von hervorragenden Männern der Wissenschaft, des Krieges, der Staatsverwaltung, der Kirche 2c. Von hier aus ging ich zur Plaza de Bolivar, auf der zur Ehre eines venezuelanischen Helden deutsche Lieder und Stücke aus deutschen Opern gespielt Kilo 3 M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo M. 130.—. Kleien per 50 Kilo 5,60. Rüböl und Kuchen unverändert. * Bremen, 29. August. Petroleum fest, loco 7,60, per Sept. 7,60, Okt. 7,75, Nov. 7,85, Dez. 7,95. Schmalz Marke Wilcor loco 46½, per Aug.=Sept. 45. * Antwerpen, 29. August. Petroleum fest, disp. 19¼, per Aug. 19¼, Septbr. 19¼, Okt. 19½, Okt.=Dez. 19¾ Nov.=Dez. 19⅝ fr. Kaffee geschäftslos. Neueste Nachrichten. * München, 29. August. Der deutsche Botschafter v. Keudell ist gestern Abend aus Rom hier eingetroffen und beabsichtigt heute Nachmittag nach Berlin weiter zu reisen. * Pest, 29. August. Die Situation im Zalaer, theilweise auch im Somogyer Komitate, namentlich auf dem flachen Lande, hat sich noch verschlimmert. Aus den Ortschaften Berzenczo und Udoarhely werden Plünderungen durch bewaffnete Bauern gemeldet. In Zalaegerszeg ist Glavina zum Obergespan ernannt. Das Standrecht ist verkündet worden in Agram. Die Unruhen in Zagorien scheinen, nachdem genügende Militärmacht entfaltet worden, vorläufig beendet, die Bauern sind meistens ins Gebirge geflüchtet. * Paris, 29. August. Der Marineminister erhielt von dem Gouverneur von Cochinchina aus Saigun folgendes Telegramm: Die Korvette„Chateau Renault“ ist mit dem Adlatus des Civilkommissars Champeano, welcher die Präliminarien des am 25. d. in Hue unterzeichneten Friedensvertrages mitbringt, hier eingetroffen. Die Präliminarien bestimmen die vollständige Anerkennung des französischen Protektorats über Annam und Tonking, die Annexion der Provinz Dinthuan an Cochinchina, andauernde wilitärische Besetzung der Forts von Thuanan und der Linie von Vingehna, Zurückberufung der nach Tonking gesandten annamitischen Truppen, dessen Garnison auf Friedensfuß gebracht werden soll. Die durch die französischen Behörden erfolgten Ernennungen wurden bestätigt. Frankreich übernimmt es, die unter dem Namen„schwarze Flaggen" bekannten Banden aus Tonking zu verjagen. * London, 29. August. Nach einer Meldung des „Reuter'schen Bureaus; aus Shangai ist von der chinesischen Regierung eine neue, 2000 Mann starke Truppenabtheilung nach Canton abgeschickt worden. Die Absendung von Munition und Torpedos wird vorbereitet. In den chinesischen Arsenalen herrscht große Thätigkeit. * London, 29. August. Einer amtlichen Depesche aus Batavia zu Folge ist Anjer durch die Meeresfluth, welche dem Vulkanausbruch auf Krakatoa folgte, vollständig zerstört worden. Die Zahl der ums Leben gekommenen Europäer und Eingeborenen ist eine sehr große; die Verluste an Eigenthum sind enorm. Auch in Nordbantam ist der Schaden außerordentlich groß. * London, 29. August. Weitere Meldungen aus Batavia besagen, der Himmel habe sich wieder geklärt und die Verbindung mit Serang sei wieder hergestellt worden. Die Städte Tjeringen und Telokbetong sind zerstört, alle Leuchtthürme in der Sundameerenge verschwunden. Das äußere Ansehen der Sundameerenge ist stark verändert, die Schifffahrt in derselben gefahrvoll. wurden. Trotz der sonst so französischen Gesinnung,*) ist man hier sehr für deutsche Musik eingenommen. Am 28. und 29. veranstaltete die Universität ihre Feier. Nachdem schon am Nachmittage ein Vorakt gewesen, fand am Abend eine größere Feierlichkeit statt und zwar in der Universitätskirche oder zu San Franzisco. Wie würden wohl die Priester in Deutschland sich gewehrt haben, ein weltliches Fest in den heiligen Räumen zuzulassen. Hier war aber gar keine Rede von Widerstand. Guzman Blanco wünschte es so, und damit war die Sache abgethan. Die Priester nahmen die geweihten Kerzen, Heiligenbilder rc. fort und der Universitätsvorstand ließ die Kronleuchter mit ungeweihten Kerzen versehen und an die Stelle der Heiligenbilder wurden solche von berühmten Professoren gestellt. Außerdem war die Kirche sehr hübsch mit Guirlanden, Kränzen und Fähnchen der Landesfarben aller Nationen geschmückt. Die Professoren und Doktoren hatten ihr Ornat angelegt, das ihnen ein gar absonderliches Aussehen gab. *) Hier muß ich indessen noch bemerken, daß die Sympathie für das Deutschthum doch bedeutende Fortschritte macht, namentlich, seitdem Prinz Heinrich von Preußen die Stadt mit seinem Besuche beehrt hat. Nicht allein, daß viele Eltern ihre Kinder nach Deutschland zur Ausbildung schicken, sondern auch die deutsche Sprache gewinnt hier sehr an Verbreitung. Ich konnte noch kürzlich mich davon überzeugen. Der Direktor des„Colegio franco-inglis“ hatte mich ersucht, anläßlich des Examens die Prüfung im Deutschen mit vorzunehmen. Die oberste Klasse war vorzüglich, die Schüler antworteten und schrieben fast fehlerfrei, was umsomehr zu bewundern ist, weil die deutsche Sprache den Spaniern so schwer wird und die Buchstaben ganz andere sind. (Schluß folgt.) Amtl. Bekanntmachungen des Amtsblattes Nr. 69. Detmold. Staatsanwaltschaft. Ein Frauenzimmer, welches sich für eine Dienstmagd Helene Fischer oder Helene Warnecke ausgiebt, 18 bis 20 Jahr alt ist, hellrothes Haar, rundes Gesicht und kurze stumpfe Nase hat, wird wegen verschiedener Diebstähle steckbrieflich verfolgt. Detmold. Amtsgericht II. Im Zwangsvollstreckungsverfahren gegen den Bauunternehmer A. Bonhagen in Detmold ist der auf den 30. d. M. angesetzte Termin zum Verkaufe der Wohnhäuser D Nr. 189 und 190 hiers. aufgehoben. Brake. Verwaltungsamt. Der am 13. Februar 1858 geborene Friedrich Kersting von Nr. 44 zu Humfeld beabsichtigt nach Amerika auszuwandern. Lemgo. Amtsgericht I. Dienstag, den 18. September, Vormittags 10 Uhr, sollen auf der Amtsgerichtsstube das dem Ackerbürger Heinrich Arning Nr. 60 der Rampendahler Bauerschaft gehörige Wohnhaus nebst Hofraum und Garten beim Hause, sowie das dem Ackerwirth Simon Krüger am Liemerwege gehörende Land Rev. 36 Nr. 60 zwangsweise verkauft werden und können Taxe und Verkaufsbedingungen 14 Tage vor dem Termine hier eingesehen werden. In dem anberaumten Termine haben diejenigen, welche Anspruch auf Befriedigung aus den Kaufgeldern machen und welche dingliche Rechte an dem gedachten Grundbesitz zu haben vermeinen, ihre Ansprüche so gewiß anzumelden und zu begründen, als sie sonst damit ausgeschlossen werden sollen und nicht angemeldete Rechte den neuen Erwerbern gegenüber verloren gehen. Der Magistrat der Stadt Lemgo hat auf Ablösung der dem Riepenthürmer Frevert bei Lemgo zustehenden Hudeberechtigungen auf den Distrikten Hambrake, Thron, den beiden Fulmken, Lüningheide, Knick, Markwiese und Ringhorst angetragen. Alle, welche bei dieser Ablösungssache sonst noch betheiligt zu) sein glauben, haben diese ihre Ansprüche binnen drei Monaten, spätestens in dem dazu auf Dienstag, den 4. Dezember 1883, Morgens 9 Uhr, bei dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Termine so gewiß anzumelden und zu begründen, als sie sonst damit ausgeschlossen werden. Druckfehler=Berichtigung. * In dem in Nr. 200 der„Lipp. Landeszeitung“ enthaltenen, die Pensionirung des Lehrers Plöger zu Breitenheide betreffenden, Artikel muß es statt: der seit dem 1. November cr. 50 Jahre u. s.., der seit dem 1. Januar cr. 50 Jahre— lauten. Briefkasten. Den verschiedenen Einsendern von Auflösungen der in Nr. 200, 201 und 202 enthaltenen Preischarade zur Nachricht, daß die Auflösungen direkt an„Die Sphinx“, welches Blatt die Preisaufgabe gestellt, geschickt werden müssen. H. E. P. in B. Die Auflösung kann nicht stimmen. Meteorologische Beobachtungen in Detmold. Meteorologische Beobachtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg vom 29. August, Morgens 8 Uhr. London: regnerisch. Auf der Südwestseite der gestern erwähnten Depression, die langsam ostwärts nach Finnland fortgeschritten ist, hat sich ein Theilminimum entwickelt, welches im südlichen Nordseegebiete vielfach starke, böige südwestliche Luftbewegung hervorruft. Neues Fallen des Barometers vor dem Kanal deutet auf die Entwickelung einer neuen sekundären Depression im Süden Britanniens. Ueber Centraleuropa ist das Wetter im Norden trüb und regnerisch, im Süden noch vielfach heiter und trocken. Ueber Deutschland ist die Temperatur meist gesunken. Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold. Eim Mahagonte Kleiverschrank steht billig zuverkaufen. Zu erfragen in der Exp. d. Blattes.(229) Kellner=Lehrling. Ein Sohn anständiger Eltern kann bei mir in die Lehre treten. Louis Nolte, Lage. Zur Stütze der Hausfrau wird auf sofort oder per 1. Oktober ein tüchtiges junges Mädchen gesucht. Salair nach Uebereinkunft. Wo? sagt die Expedition dieses Blattes.(227) Gefacht. Auf sofort eine Arbeitsfrau. Wo? sagt die Exp. d. Bl.(230) Todesanzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß unsere innig geliebte Frau und Mutter Charlotte Kuhlmann geb. Tölle nach langen, schweren Leiden heute Morgen 12½ Uhr sanft verschieden ist. Um stille Theilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Detmold, 30. August 1883. Die Beerdigung findet Sonnabend, den 1. September Nachmittags 5 Uhr vom Sterbehause, Elisabethstraße Nr 19 aus statt. Hudmission! Die Lieferung von 1000 cbm. Bruchsteinen zum Bau des Kasernements für ein Infanterie=Bataillon soll im Wege der öffentlichen Subwission vergeben werden und ist hierzu Termin auf Donnerstag, d. 6. September d.., Mittags 12 Uhr auf hiefigem Magistratsbureau anberaumt. Versiegelte und mit der Aufschrift„Submission auf Bruchsteinlieferunge versehene Offerten sind bis dahin an den Magistrat einzureichen, und soll die Eröffnung derselben in vorbenanntem Termine in Gegenwart etwa erschienener Submittenten stattfinden. Die Bedingungen sind im Magistratsbareau einzusehen, oder gezen Erstattung der Copialien mit 50 Pf. von dem Architekten König hierselbst zu beziehen. Herford, den 28. August 1883. Der Magistrat. Quentin. Submission. Die Lieferung von 170 mille Feldbrandsteite und 760 mille Ofenbrandsteine zum Bau des Kasernements für ein InfanterieBataillon soll im Wege der öffentlichen Submission vergeben werden und ist hierzu Termin auf Donnerstag, d. 6. September d. Mittags 12 Uhr auf hiesigem Magistratsbureau an beraumt. Versiegelte und mit der Aufschrift„Submission auf Feldbrandsteine resp. Ofenbrandsteine“ versehene Offerten sind bis dahin an den Magistrat einzureichen und soll die Eröffnung derselben Iin dadananutemn Termine in Gegenwart etwa erschienener Submittenten stattfinden. Die Bedingungen sind im Magistratsbureau einzusehen, oder gegen Erstattung der Copialien mit 50 Pf. von dem Architekten G. König hierselbst zu beziehen. Herford, den 28 August 1883. Der Magistrat. Quentin. Erlaube mir ergebenst anzuzeigen, daß ich Anfang Oktober in hiesiger Stadt einen Kursus für Canz- und Anstandslehre für Töchter und Söhne höherer Stät de eröffnen werde, wozu noch einige Schüler und Schülerinnen beitreten können. Näheres zu erfragen bei Fräulein Tappen. C. Nolte. in Gold und Silber für Herren u. Damen, neue und gebrauchte. F. W. Remmert. Veranntmachung. 1 3. 4. Für arme Reisende ist eine Arbeitsnachweisestelle auf dem Rathhause zu Detmold bezw. auf dem Lande bei den Vorstehern errichtet Hiernach werden die Arbeitgeber, insbesondere die Handwerksmeister aufgefordert, ihren Bedarf an Arbeitskräften mündlich oder schriftlich an jenen Stellen anzumelden, worauf die betr. Reisenden an sie verwiesen werden. Wenn inzwischen der Bedarf befriedigt oder sonst weggefallen ist, wird um Abmeldung in gleicher Weise ersucht. Alle Reisenden sind nach dem Rathhause bezw. an die Vorsteher zu verweisen, wo ihnen Arbeit nachgewiesen oder, wenn solche nicht vorhanden, eine Anweisung auf die Herberge des Vereins ertheilt wird. Die Herberge des Vereins befindet sich Bruchstraße 29, die Reisenden, welche sich mit der Verpflegungsanweisung zu 2 daselbst einfinden, erhalten, und zwar die Vormittags bis 11 Uhr sich Meldenden Mittagsbrod, die Nachmittags Ankommenden Abendbrod, Nachtquartier und Frühstück Demnächst werden die Reisenden auf dem kürzesten Wege nach Wilhelmsdorf verwiesen. Zum Rendanten des Vereins ist der Magistrats=Expedient Bröker bestellt. Derselbe nimmt auf dem Rathhause während der Büreaustunden die Vereinsbeiträge an und verabfolgt dagegen unentgeltlich an die Mitglieder die an den Häusern anzubringenden Blechschilder mit der Inschrift„Verein Wilhelmsdorf. Auch nimmt Herr Bröker dort die Anmeldung neuer Mitglieder entgegen. Der Vorstand des Vereins Wilhelmsdorf in Stadt und Amt Detmold. Internationale Pharmaceutische Ausstellung in Wien 1883. Die höchste Auszeichnung: das Ehrenatpien ist wiederum dem Liebig Company's Fleisch-Extract zuerkannt worden.