„Die Lippische Landes=Zeitung erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur in Vertretung A. Mewes. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. Ne 188. Montag, 6. August. 1009. Für die Monate August und tember werden Bestellungen auf die Lippische Landeszeitung von sämmtlichen Postanstalten für I 1,67(einschließlich Bestellgeld 2(K) und von der Expedition für 0 1,50 entgegengenommen und die erschienenen mern, soweit der Vorrath reicht, nachgeliefert. Deutsche Kolonialpolitik. Es soll neulich von berufener Seite ausgesprochen worden sein, man habe Grund anzunehmen, eine energische Kolonialpolitik käme einem in den weitesten Kreisen der Gebildeten stille genährten Wunsche entgegen. Ich halte diese Bemerkung für durchaus zutreffend. Man muß sich in der That wundern, wie einer in der Privatunterhaltung so vielfach behandelten Frage, über deren Unabweisbarkeit überdies eine in öffentlichen Angelegenheiten so seltene Einmüthigkeit herrscht, bisher von vielen Seiten eine solch stiefmütterliche Behandlung zu Theil geworden ist. Eine solche Popularisirung derselben ist aber um so gebotener, als sich bekanntlich die Regierung nach dem Fehlschlagen ihres ersten Versuches bis auf weiteres von jeder Initiative zurückgezogen haben soll. Was diese Initiative anbetrifft, so scheint es vor der Hand weniger wichtig zu sein festzustellen, von welcher Seite— ob von der Regierung oder von Privaten— sie auszugehen habe, als daß sich die Erkenntniß des gemeinsamen Interesses beider Theile an dem Erwerbe von Kolonien Bahn breche. Es ist klar, daß der Staat ebenso auf das Privatinteresse, als das letztere auf den staatlichen Schutz angewiesen ist. Also gilt es zunächst auf der ganzen Linie öffentliche Meinung zu machen. In den Mauern Frankfurts hat sich nun bekanntlich ein Kolonialverein konstituirt, dessen Zusammensetzung alle Garantien für eine erfolgreiche Thätigkeit bietet. Es ist aber kein Zufall, wenn diese Gründung von einer Stadt ausgeht, deren über die ganze Welt sich erstreckende Beziehungen ihr ein weitgehendes Verständniß für die Verhältnisse des Auslandes, für fremde Einquartierung. Novelle von Silvester Frey. (15. Fortsetzung.) Inzwischen waren Hans und Kurt von der Uebung, welcher sie beigewohnt, auf den Gutshof zurückgekehrt. Sie hatten kaum Zeit, den Staub vom Körper zu waschen und für die Toilette zu sorgen, als bereits ein Diener erschien und die„Herren Lieutenants ersuchte, im Salon das Diner einzunehmen. Kurt jubelte auf.„Siehst Du nun, Dankberg, daß Du Unrecht thatest! Du warst außer Dir, daß man uns nicht sogleich beim ersten Empfang mit beiden Armen umhalste und uns wie Schooßkinder hätschelte! Man mußte uns doch erst hier ein wenig einheimisch werden lassen, ehe man uns zur Familie zog. Uebrigens, Du, ich habe gehört, daß hier famose Frauensleute sind. Der Fritz, mein Bursche, hat mir davon erzählt. Ich glaube drei oder vier sind in dem Alter, wo man an bestimmter Stelle ein menschliches Rühren empfindet. Denke nur, der Kerl hat auch schon mit einer Zofe, ich habe sie Minette rufen hören, angebandelt.“ Dabei zwickte Kurt einige widerwillige Härchen seines schmucken Schnurrbarts und knöpfte den knappen Rock zu. Auch Hans hatte Sorgfalt auf seine Toilette verwendet, nicht eitel, jedoch mit der Sauberkeit, welche ein gefälliges Attribut unseres Kriegerstandes ist. Erwartungsvoll stiegen die beiden Männer in den Salon hinab. Sie fanden ihn leer und an dem großen Tisch waren nur zwei Gedecke angebracht. Die Zornesröthe stieg Hans tiefdunkel auf die Wangen. Er hatte bestimmt gehofft, daß die Familie des Hauses gleichfalls anwesend sein würde. Was ging hier vor, was sollte die Angst oder Abneigung, welche hier augenscheinlich ihm und dem Kameraden gegenüber vorwaltete? Mit mühsam verhaltenem Zorn führte er die Bissen in den Mund. Auch Kurt würgte jeden Gang mit MißVerhältnisse, erworben haben. Man muß in der Fremde gelebt, oder sonstwie seinen Blick über die Sphäre der Kirchthurmspolitik hinaus erweitert haben, um den Spott des Ausländers über die„rein wissenschaftlichen Triumphe Deutschlands auf dem Gebiete der Erdkunde in seiner Wahrheit zu empfinden. Auch auf diesem Gebiete konstatirt der Ausländer die Vorliebe des Deutschen für die Theorie. Daß der Deutsche aber auch einer unvorhergesehenen Aufgabe, die nur durch die Entfaltung einer großartigen Energie zu vollführen war, gewachsen sei, lehrt uns unsere neueste Geschichte zur Genüge. Wenn die größere Aufgabe gelang, wird auch die kleinere gelingen, denn durch die Wiederaufrichtung des deutschen Reichs ist ein Haupthinderniß einer wirksamen Kolonialpolitik aus dem Wege geschafft worden. Hat sich der Deutsche nicht überdies bereits in allen Theilen der Welt als Kolonist bewährt? Die Nothwendigkeit der Verfolgung des hier in Rede stehenden Zieles scheint aber für Deutschland doch nur eine Frage der Zeit zu sein. Trotz des augenblicklichen Rückganges der Auswanderung dürfen wir uns darüber keinen Täuschungen hingeben. Die Schwankungen auf diesem Gehiete kommen nicht gegen die feststehende Thatsache der immer wachsenden Konkurrenz auf dem Gebiete des Handels, der Landwirthschaft und der auf einer gelehrten Bildung beruhenden Berufsarten auf. Die augenblickliche Stellung unserer leitenden Kreise zu derartigen wirthschaftlichen Fragen erinnert an das Verfahren eines geplagten Familienvaters, der das Gleichgewicht des Haushalts weniger durch die Erschließung neuer Hülfsquellen, als durch ökonomische Ausnützung der vorhandenen zu erhalten bemüht ist. Es handelt sich wohl nur darum, ob unsere wirthschaftliche Entwicklung eine baldige Inangriffnahme der Erwerbung von Kolonien fordert und ferner, ob unsere politische Entwicklung sie gestattet. Für die Nothwendigkeit baldigen Handelns spricht die unverkennbare Noth in manchen Schichten unserer Bevölkerung und der unerwartet lebhafte Fortgang der Gründung von Kolonialvereinen. Was aber die politische Möglichkeit einer baldigen Aktion betrifft, so wäre es seltsam, wenn dem einigen Deutschland auf seiner jetzigen Machthöhe nicht gelänge, was Engländern und Franzosen gelang und gelingt. Und wenn der Anfang der Kolonialpolitik jener Nationen in Zeiten fällt, wo die Welt noch nicht vergeben war, so ist sie es, wie die neueste Politik derselben zeigt, auch heute noch nicht völlig. Sicherlich werden durch weiteres Zögern unsere Aussichten auf Kolonialbesitz nicht gebessert. Vor einer abenteuerlichen Eroberungspolitik jedoch wird uns schon der Stand unserer Civilisation schützen. Also vom Reden zum Wollen und vom Wollen frisch zu That!.(Fr..) Deutsches * Berlin, 4. August.(Militärisches.) Durch die Nachricht, daß ein Kavallerieregiment nach Bromberg verlegt werden und weitere Truppenverschiebungen an unserer Ostgrenze ins Auge gefaßt sein sollen, wird die allgemeine Aufmerksamkeit wieder einmal auf die militärischen Verhältnisse an der russisch=preußischen Grenze hingelenkt, und diese verdienen allerdings besondere Beachtung. Rußland hat durch Aufstellung selbständiger, schon im Frieden auf Kriegsstärke gesetzter Kavalleriedipisionen einen wuchtigen Schritt gethan, um im Mobilmachungsfalle von Hause aus mit festgegliederten größern Kavalleriewassen auftreten zu können. Die Zutheilung reitender Batterien und die seit Jahresfrist erfolgte Umwandlung der gesammten Reiterregimenter der Linie in Dragonerregimenter, welche auch eine besondere Ausbildung für das Gefecht zu Fuß erhalten, haben den Werth dieser Kavalleriedivisionen entschieden erhöht. *—(Deutsch=spanischer Handelsvertrag.) Es bestätigt sich, daß von seiten Hamburgs lebhafte Anstrengungen gemacht werden, um die bekannte lästige Bestimmung des spanischen Handelsvertrags wegen Behandlung des Sprits rückgängig zu machen; mit welchem Erfolge, steht freilich dahin. Es heißt, in nächster Zeit würden sogar hier durch ein Mitglied des Hamburgischen Senats mündliche Verhandlungen darüber eingeleitet werden. Im weitern noch wird bekannt, daß auch einzelne Bundesregierungen für die bedrohten Hamburgischen Interessen eingetreten seien. * Neuwied, 3. August.(Die Kronprinzessin von Schweden) traf mit ihrem Sohne hier ein und wurde auf dem Bahnhof von ihrem Gemahl, dem Kronprinzen, der bereits gestern angekommen war, empfangen. Sie begaben sich alsbald zum Besuche der Fürstin=Mutter (Schwester der Königin von Schweden) nach Schloß Segenhaus. vergnügen herunter. Kein Wort fiel zwischen den beiden Freunden, während Totus mit seltener Geschäftigkeit servirte, als ob er sich des augenscheinlichen Aergers, welcher die Beiden verzehrte, geradezu freute. Wie um eine Entschuldigung für seinen Wirth zu finden, fragte Hans plötzlich:„Ist Jemand krank im Hause?“ „Die Herrschaft erfreut sich des besten Wohlseins“, antwortete Totus korrekt und einsilbig wie gestern. Das Mahl war zu Ende; Totus erkundigte sich, wo die Herren Lieutenants den Kaffee einzunehmen gedächten und entfernte sich ceremoniell und kühl, wie der Oberhofmeister eines souveränen Hofes, der Leuten unter seiner Würde einen Dienst erwiesen. Nun war es auch mit Hans' Ruhe zu Ende. „Siehst Du, wie schmachvoll man uns behandelt“, rief er erregt,„bist Du nun endlich überzeugt, daß man uns für eine Last hält, die man am liebsten zu allen Teufeln wünscht?“ Kurt konnte dem Freunde nur Recht geben. Zornig aber ging Hans im Salon auf und ab. Plötzlich fiel sein Blick auf den Schreibtisch. Er setzte sich nieder und schrieb. „Was thust Du da?n sagte Kurt, der den Freund genau beobachtete und sah, mit welcher Erregung er die Zeilen auf das Papier warf. „Ich theile Herrn Warren mit, daß ich für die Art Gastfreundschaft, welche er mir erwiesen, fernerhin danke." „So thu's für mich auch!“ rief Kurt. Mit stiller Dankesgeberde streckte Hans dem Freunde. die Hand über den Schreibtisch hin. „Nun laß uns eilen!“ rief Kurt, als er sah, daß Hans eben mit dem Schreiben zu Ende gekommen war. „Gieb mir den Brief, Fritz mag ihn an seine Adresse abgeben!“ Fast stürmisch und als ob man ihn zum Hause hinausjagte, riß Kurt den Freund mit sich fort. Als sie eben durch die Thür, welche vom Salon auf die Veranda und von dort die große Freitreppe hinab in den Park führte, gehen wollten, kam ihnen Totus mit dem Kaffee entgegen. „Hol' Dich der Teufel mit Deinem Mocca!“ rief Kurt wüthend.„Wir haben es satt bis an den Hals!“ Alle Wuth war ihm in den Kopf gestiegen, als er sah, wie kalt=vornehm Totus sein Plateau trug. Dann warf er den Brief auf den Tisch und eilte, Haus mit sich ziehend, die Stufen hinab, daß sein Schleppdegen, den er hastig umgeschnallt hatte, Funken aus den Steinen hervorrief. Totus sah ihnen verwundert nach. Der Lärm hatte inzwischen auch Tante Susette und Warren herbeigezogen, die Beide ganz bestürzt aus einem angrenzenden Zimmer, wo sie dinirt hatten, herauseilten. „Gewiß hat sich Totus etwas herausgenommen", schalt Susette. Totus betheuerte bei Allem, was ihm werth war, daß er sich keiner Schuld bewußt sei. Auch Hermine und Therese kamen hinzu. Kurts zornige Worte und die Hast, mit welcher er durch Haus und Hof stürmte, hatten einen kleinen Auflauf der Dienerschaft zu Wege gebracht und Alles fragte sich verwundert, was denn nur vorgefallen sein könnte. Während dessen hatte Warren den Brief geöffnet und las.„Sie beklagen sich über die unfreundliche Behandlung, welche man ihnen hier bietet und ziehen es vor, sich ein anderes Quartier zu suchen. Nun, mein Gott, ich kann sie nicht halten; sie aßen dieselben Speisen wie ich und tranken den Wein, welchen ich meinen besten Gästen vorsetze.“ „Einen vorzüglichen Wein“, bestätigte Totus. (Fortsetzung folgt.) * Bochum, 1. August.(Handwerker=Vorschußverein.) Am 5. Dezember v. J. trat der hiesige Handwerker=Vorschußverein, eingetragene Genossenschaft mit Solidarhaft, in Liquidation, und hat man jetzt endlich nach 3 Monaten das Dunkel der Bücher so weit gelichtet, daß auf heute Abend eine Generalversammlung anberaumt worden ist, in welcher die Liquidationskommission ihren Bericht erstatten und Decharge erbitten wird. Der Verein zählt, nachdem bei dem zweifelhaften Stande des Unternehmens unter dem ebenso zweifelhaften Herrn Direktor M. Lohmar die vermögenderen Bürger sich früh genug zurückgezogen, noch etwa 130 Mitglieder, zum größten Theile Handwerker und kleine Bürger, welche nicht nur ihren Stammantheil von je 500 J verlieren, sondern auch solidarisch für die Unterbilanz von 20—25,000 M haftbar sind. Der genannte Direktor des Vereins, seiner Zeit eine liberal=altkatholische Größe, hat sich im Januar d.., offenbar unterstützt von dem Gelde seiner Freunde, über das große Wasser gemacht und wird wegen Unterschlagung steckbrieflich verfolgt.(W..) * Arnsberg, 31. Juli.(Jagderöffnung.) Zufolge einer Verfügung der königlichen Regierung in Arnsberg ist für den Umfang des Regierungsbezirks die Eröffnung der Jagd auf Rebhühner, Auer=, Birk= und Fasanenhennen, Haselwild und Wachteln auf den 24. August, auf Hasen auf den 15. September festgesetzt. * Mettmann, 1. August.(Großes aus Kleinem.) Am 29. Juli hielt hier der Verband der rheinischen Cigarren=Abschnitt=Sammelvereine seinen jüngsten Kongreß ab. Delegirte der verschiedenen Vereine aus Köln, Bonn, Düsseldorf, Elberfeld, Barmen, Oberbilk, Ohligs, Aachen, Crefeld, Düren, Remscheid, Solingen, Paderborn, Iserlohn, Lennep und nahmen an demselben Theil. Zuerst wurde der Paderborner Verein in den Verband ausgenommen und dem entsprechend der Name des Vereins in„Rheinisch=Westfälischer Verband; geändert. Interessant war die vom Vororte mit großem Fleiß zusammengestellte Statistik über die Wirksamkeit von 20 verschiedenen Vereinen im abgelaufenen Jahre. Die Zahl der Mitglieder ist auf 3922 gestiegen, die Zahl der Sammelbüchsen beträgt 2476, die der Automaten 229. Bestände aus dem Vorjahre beziffern sich auf M. 4139,56, die Mitgliederbeiträge M. 5205,21, die gesammelten Cigarrenabschnitte ergaben M. 759,14, die Sammelbüchsen M. 8268,28, die Automaten M. 3096,04, sonstige Einnahmen M. 9654,34. Die Gesammteinnahme für 1882 belief sich auf M. 28,668,95. Aus diesen Erträgnissen wurden 2258 Kinder bescheert= mit einem Kostenaufwande von M. 22,(44. Die Gesammtsumme, welche bis jetzt durch das Sammeln der Cigarrenspitzchen, kleinen Münzen 2c. von den Verbandsvereinen aufgebracht wurde, beträgt M. 76,868, ein Ergebniß, welches in Anbetracht der Kleinigkeiten, mit welchen hier gearbeitet wird, ein hocherfreuliches ist und unendlichen Segen gebracht hat, da bisher 6036 Kinder unterstützt werden konnten. Als weitere Sammelobjekte wurden insbesondere fremde Briefmarken, Staniol= kapseln, Patronen=Messinghülsen, Zeitungspapiere 2c. empfohlen. Als neuer Vorort wurde Barmen bestimmt. * Leer, 31. Juli.(Die Quaimauer) unserer Hafenanlage neben dem Dock, ist heute 4 Uhr Nachmittags in die Leda gerutscht und die Seegüterschuppen sind theilweise bis zu ihrem Fundamente bloßgelegt und im Wanken begriffen. Spuren der Versenkung waren schon längere Zeit sichtbar, aber während der letzten Nacht hatte die Rutschung eine bedenkliche Ausdehnung angenommen, die die Katastrophe stündlich befürchten ließ. Einige Krähne hatte man heute Morgen in Sicherheit gebracht, zwei sollen mit versenkt sein. Die Zerstörung ist ohne Zweifel dadurch entstanden, daß der Strom sich mehr und mehr der Quaimauer zugewandt und das auf einer Wellsandschicht ruhende Mauerwerk allmählich unterminirt hat. Diese Anlage, die viel, sehr viele Millionen gekostet hat, ist in einem Zeitraume von einer halben Stunde vernichtet! Die ganze Stadt ist in Aufregung. Technische und andere Beamte der Eisenbahnverwaltung sind von Köln, Münster und Emden herbeigeeilt, um die erforderlichen Vorsichtsmaßregeln anzuordnen. Eine weitere Zerstörung wird befürchtet. Die Regierung wird unzweifelhaft zu der Erkenntniß gedrängt werden, daß die von ihr geplante, von der Kaufmannschaft jedoch als höchst unzweckmäßig verworfene Verlängerung der Hafenanlagen nach der entgegengesetzten Seite der Stadt unmöglich ist; sie wird auch die alte Stelle gänzlich verlassen und die Anlagen unterhalb der Stadt ausführen lassen müssen. Die Verbindung mit dem Eisenbahnkörper würde durch eine Drehbrücke über die Mündung des Docks herzustellen sein.(Ws..) Sachsen=Weimar=Eisenach. * Jena, 2. August.(Deutsches Burschenschaftsfest.) Heute früh fand am Grabe Scheidlers, des Mitbegründers der Burschenschaft, eine stille Gedächtnißfeier statt. Um 11 Uhr setzte sich der Festzug zur Enthüllung des Burschenschaftsdenkmals in Bewegung. Die Stadt ist festlich geschmückt, aus Deutschland und Oesterreich sind zahlreiche ehemalige Mitglieder der Burschenschaft anwesend, sämmtliche Burschenschaften sind durch Deputationen vertreten. Frankreich. * Paris, 3. August.(Royalistenverschwörung.) Die Polizei will eine Royalistenverschwörung entdeckt haben und ließ Haussuchungen und Verhaftungen vornehmen. Schweiz. * Zürich, 2. August.(Universitäts=Jubiläum.) Heute feierte die hiesige Universität das Fest ihres 50jährigen Bestehens. Ein großartiger Festzug von 800 Personen begab sich in den Großmünster, wo nach einer wirkungsvollen, schönen Kantate(von Keller und Attenhofer) der Rektor Steiner(Professor der Theologie) die Festrede hielt und die Ehrenpromotionen verkündete: Maler Ernst Stückelberg in Basel(der die Tellskapelle am Vierwaldstädtersee mit Wandgemälden neu geschmückt hat), Pasteur in Paris, Wislicenus in Würzburg, Verleger Huber in Frauenfeld und noch etwa 16 Schweizer. Gesang und Orgelspiel schloß den Hauptakt des Festes. Am Nachmittage fand das große Festmahl statt. Die Hochschulen der Schweiz, Deutschlands, Oesterreichs und Hollands waren durch Delegirte vertreten.(K..) Reich. * London, 2. August.(Ein zweiter Kronzeuge ermordet.) Das„Irisch Chor der Rachen scheint mit der Wegräumung der Zeugen in den Phönixparkprozessen Ernst machen zu wollen. Kaum ist Carey aus dem Wege geschafft, so langt schon die Nachricht von einem zweiten Morde an. Das Opfer desselben soll, wie aus Dublin gemeldet wird, George Mottley sein, der als Hauptbelastungszeuge gegen Tim Kelly auftrat. Derselbe wurde nach Beendigung des Prozesses von der Regierung mit den erforderlichen Mitteln versehen, um Irland zu verlassen. Er ging nach Amerika und ließ sich unter einem angenommenen Namen in Philadelphia nieder, wo er am Sonntag auf offener Straße erschossen worden sein soll.(H..) Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 4. August.(Weltpostverkehr.) Denjenigen Ländern des Weltpostvereins, nach welchen Postkarten mit Antwort abgesandt werden können, ist nunmehr auch Jamaika beigetreten. Das Porto für derartige Postkarten nach Jamaika beträgt 20 * Detmold, 4. August.(Station BrakeSchildesche.) Am 15. d. M. wird im Bezirk der Eisenbahn=Direktion Hannover die zwischen den Stationen Herford und Bielefeld errichtete Haltestelle BrakeSchildesche für den Personenverkehr eröffnet. GepäckExpedition findet nur nach der Haltestelle statt. * Detmold, 4. August.(Rübenzucker.) Nach den amtlichen Ermittelungen über die von den Rübenzuckerfabrikanten des deutschen Zollgebietes versteuerte Rübenmenge, sowie über die Einfuhr und Ausfuhr von Der nächtliche Eine Jagdgeschichte von Ludwig Ganghofer. Kaum einen Büchsenschuß vom Waldsaume stand das Haus meiner Eltern— das Forsthaus. O ihr allzu nahen Bäume! Wie manche Portion wohlgesalzener Hiebe habt ihr mir eingetragen! Wenn ich da— ein achtjähriger Bursche— nach Hause kehrte, in zerkratzten Händen das ausgenommene„Eichkatzl“, die junge Nebelkrähe oder den flatternden, kaum flüggen Kuckuck schwingend, so galt der erste Blick meiner guten Mutter durchaus nicht dem erbeuteten Gethier; forschend überflog vielmehr ihr Auge die Ellbogen meines Jöppchens und die Knie= und Sitzgegend meiner Unaussprechlichen. Weh' mir, wenn da zu Tage kam, daß die allzu spitzen Aststümpchen oder die Pechnarben der erkletterten Tanne dem theuren Buckskin ein Leids gethan. Heute noch seh' ich sie vor mir, die gefürchtete, langriemige Peitsche mit dem Rehfußgriffe, die zu unbenützten Zeiten im Hausflur zwischen Gewehren und Jagdranzen am Zapfenbrette hing. Wurde sie dann, was glücklicher Weise nicht allzu häusig geschah, durch die Hand ihres gestrengen Herrn vom Haken gelöst, so verkrochen wir uns in alle Winkel— ich, Hektor, der Hühnerhund, und Pürschl, der krummbeinige Dachsel. Jenen allzunahen Bäumen bin ich aber deshalb doch nie und nimmer gram geworden, und heute noch gedenke ich ihrer in dankbarer Liebe. Goß doch das geheimnißvolle Leben, das zwischen ihren weitgespannten Aesten und unter ihrem moosigen Schatten webte und wirkte, eine so unendliche Fülle idyllischer Poesie über die Zeit meiner frühesten Jugend aus! Wenn der Lenzwind leise durch die Wipfel plauderte und mit zischelndem Rauschen vom Waldsaum herniederstrich über die rohrdurchwachsenen Karpfenteiche, wenn hoch in sonnigen Lüften der Weih' seine stillen Kreise spannte, wenn aus den abenddunklen Buchen und Eichen das Girren und Liebeslocken der Wildtauben klang, wenn am thauigen Wiesengrunde das schlanke braune Reh im Dämmerlichte zur Aesung zog und der graue Reiher mit weitem Flügelzuge zu Horste strich, wenn dann erst die Nacht herniedersank über die weite Flur, wenn ich pochenden Herzens am offenen Fenster saß, dem eintönigen Liede der Unken lauschte und dem schauerlichen Huhn des„Holimanns“, der nun draußen im schwarzen Walde seine Kinder, die Käuzlein, zum Nachtgejaide rief, dann trieb meine jugendliche Phantasie Blüthen, so seltsam und zahlreich, wie der Waldgrund seine Pilze treibt nach einer lauen Regennacht. Und welch' ein lautes, lustiges Jägerleben umgab mich im eigenen Hause! Da war der kiesige Hof mit den munteren, schmucken Hunden, da war der Wiesengarten mit dem Scheibenstande, an dem die Büchsen eingeschossen wurden, da war die Zwirchkammer, darin die erlegten Böcke, Füchse und Hasen an den schweißfleckigen Eisenhaken hingen, da sah man in allen Gemächern Jagdgeräthe und Jagdtrophäen— und wenn immer der Abend kam, dann saßen im traulichen Wohnzimmer rings um den Eichentisch die Jäger, hinter dem Bierkruge ihr Pfeifchen schmauchend, und da gab es Jagdgeschichten über Jagdgeschichten, deutsch und lateinisch. Was Wunder, daß in solcher Umgebung die Liebe zum edlen, waldfrohen Waidwerke in meinem Herzen gar bald eine dauernde Wohnstätte fand. Schon als ganz grüner Junge schlich ich mich, die hölzerne Armbrust(vulgo Balester) am Rücken, hinaus in den Wald und schnellte meinen Lindenbolz nach dem kreischenden Zucker ergeben sich, wie das„Fr..“ berichtet, folgende Zahlen: In der Zeit vom August 1882 bis Juni 1883 waren 357 Rübenzuckerfabriken in Betrieb, was gegen denselben Zeitraum des Vorjahres eine Zunahme von 15 Fabriken ergiebt; die versteuerte Rübenmenge belief sich auf 87,689,895 Doppelzentner gegen 62,719,480 im Vorjahre; die Ausfuhr von raffinirtem Zucker aller Art ist abermals sehr erheblich gestiegen und zwar von 50,085,836 Doppelzentner im Vorjahr auf 68,196,072 Doppelzentner, mit Anspruch auf Steuervergütung wurden abgefertigt von August bis Juni Kandiszucker und Zucker in weißen vollen harten Broden 45,681,614 Doppelzentner, an übrigem harten Zucker 22,198,358 Doppelzentner und an Rohzucker von mindestens 88 Proz. Polarisation 375,113,358 Doppelzentner; gegen die vorstehenden Zahlen erscheint der Import recht geringfügig; es wurden eingeführt, raffinirter Zucker aller Art 2,054,976 gegen 2,118,014 Doppelzentner des Vorjahres und Rohzucker 2,530,997 gegen 1,508,159 Doppelzentner. Bünde, 3. August.(Ernte.) Die durch den anhaltenden Regen sehr verzögerte Roggenernte geht nunmehr mit Riesenschritten ihrem Ende entgegen. So traurig auch die Aussichten bei den letzten regnerischen Tagen gewesen sind, so hat doch glücklicher Weise der Roggen nur stellenweise unbedeutenden Schaden erlitten. Die Ergiebigkeit an Körnern ist in den meisten Fällen bewundernswerth. So hat z. B. der Kolon Install in Ennigloh aus 107 Stiegen 74 Scheffel reinen Roggen gedroschen. Wenngleich dieser sogenannte Stiegenmaßstab von Manchem als nicht zutreffend und als sehr schwankend hingestellt wird, da in den Binden der einzelnen Garben ein nicht unerheblicher Unterschied sich geltend macht, so ist doch das Resultat, auch wenn man große Stiegen annimmt, als ein schönes und erfreuliches anzusehen.(B..) Minden, 3. August.(Jubiläum. Ernte.) Morgen wird hierselbst das 25jährige Dienstjubiläum dreier Lokomotivführer, der Herren Bollmeyer, Baldamus und Hettler, welche früher bei der Köln=Mindener Bahn waren, mit dieser aber an den Staat übergingen, festlich begangen werden. Alle drei sind trotz langjährigen schweren Dienstes noch so rüftig, daß sie voraussichtlich noch lange in Funktion bleiben können.— Einzelne Landleute der Umgegend haben schon etwas Roggen gedroschen und gefunden, daß die Frucht sehr gut scheffelt. Sie bringen ihr Produkt auch schon zur Stadt und erhalten je nach Qualität und Trocknung 14—15—16 R pro 100 Kilo. Der Preis für neue Frucht ist also von dem der vorjährigen nicht sonderlich verschieden. Das Korngeschäft ist hier im Allgemeinen noch recht still.(B..) Dritter Kongreß des deutschen Schachbundes in Nürnberg. Kaum hat der Londoner Kongreß mit dem Siege Zukertorts(welcher demselben, nebenbei bemerkt, 6000 M einbrachte) geendet, so traten am 15. Juli schon wieder neue Kämpen auf deutschem Boden im altehrwürdigen Nürnberg in die Schranken, welchen sich mehrere am Londoner Turniere betheiligt gewesene Spieler anschlossen, so daß 19 der anerkannt stärksten Meister des königlichen Spiels, deren Namen wir bereits in Nr. 168 gebracht haben, im Meister=Turnier um die Siegespalme ringen. Der Kampf ist beendet und hatte Winawer mit 14 Gewinnpartieen den Vorsprung, welchem die beiden Engländer Blackburne mit 13½ und Mason mit 12 folgen. An vierter Stelle kommt dann der bekannte Aufgaben=Komponist Berger aus Graz mit 11½, während der eigentliche Vorkämpfer Deutschlands,(seit Anderssens Häher in das Buchenlaub. Und dieses Vergnügen, da ich zum ersten Male als Treiber zum Fuchsriegeln mitgenommen wurde, oder auf den Anstand und zur Hühnerjagd! Mit welcher Inbrunst drückte ich das kleine Zimmergewehr an die Wange, mit dem ich überrascht wurde, als ich von der Lateinschule zum ersten Male auf Ferien nach Hause kam— und wie ich gar acht Jahre später mit dem rothen Käpplein und einer guten Note heimzog, da schossen mir vor Freude die Thränen in die Augen, als ich auf dem Tische meines Ferienstübchens eine vollständige Jagdausrüftung, eine zierliche Büchsflinte und eine wahrhaftige Jagdkarte vorfand. Nun ging's aber auch an ein„Jaagern“! Tag und Nacht gönnte ich mir keine Ruhe— und wie ich nur erst einen Rehbock mit der Kugel geschossen hatte, da legte ich mich„unter uns Jägern; breit in den Tisch und lateinerte mit den graubärtigsten Hubertusjüngern um die Wette. Meine Phantasie hatte damals— um mich eines beliebten Ausdruckes zu bedienen— alle Hände voll zu thun, damit es meinem Jägerlatein nur niemals an Stoff fehle. Im darauffolgenden Sommer jedoch ist mir ein gar seltsames Abenteuer wirklich und wahrhaftig widerfahren. Freilich hab' ich es späterhin nicht allzu häufig mehr erzählt, nachdem ich die Erfahrung gemacht, wie der Bericht dieser Geschichte mir immer nur den einen unliebsamen Erfolg eintrug, daß ich recht herzlich ausgelacht wurde. Es war— das ist eben die Geschichte— ein Tag Mitte August. Ein starkes Gewitter hatte mir die Frühpirsche verregnet. Wie es aber 10 Uhr Vormittags wurde, ließ das Unwetter nach, die Sonne brach sich Bahn durch die treibenden Wolken und unter Tode) Louis Paulsen aus Nassengrund der berühmte Blindlingsspieler, mit 8 Partieen im Hintertreffen steht. Letzteres liegt wohl meistens daran, daß Paulsen in seiner Heimath fast gar keine Gelegenheit zur Uebung im praktischen Spiele hat, was, um in voller Stärke zu spielen, unerläßlich nothwendig erscheint. Beim vorigjährigen Wiener Kongreß erging es Paulsen im Anfange ebenso, während er in den letzten Stunden die Scharte entschieden auswetzte. Im Meister=Turniere hat das Komité noch einen achten Preis(80 0) und einen neunten Preis(70 M) gestiftet. Preise erhielten: Herr S. Winawer aus Warschau den 1. Preis von 1200., Herr J. H. Blackburne aus London den 2. Preis von 800., Herr I. Mason aus London den 3. Preis von 500., Herr J. Berger aus Graz den 4. Preis von 300., Herr C. v. Bardeleben aus Leipzig den 5. Preis von 200., Herr H. E. Bird aus London den 6. Preis von 110., Herr F. Riemann aus Breslau den 7. Preis von 110., Herr E. Schallopp aus Berlin den 8. Preis von 80., Herr J. Schwarz aus Wien den 9. Preis von 70 M. Herr Dr. M. Lange mußte am 25. Juli Nürnberg verlassen, und seine nicht gespielten Partien wurden den resp. Gegnern, Herren W. Paulsen, Winawer, Bier, Berger und Weiß als gewonnen angerechnet. In gleicher Weise wurden die von den Herren Bier und W. Paulsen gegen Mason bezw. L. Paulsen nicht gespielten Partien behandelt. Im Hauptturnier erhielten in der Stichgruppe; Herr Tarrasch aus Halle a. d. Saale den 1. Preis, Herr Löwenthal aus Stuttgart, Herr Neustadtl aus Prag, Herr v. Scheve aus Berlin theilten sich wegen Abreise bei konformen Gewinnziffern gleichmäßig in den., 3. und 4. Preis; der Pokal siel Herrn v. Scheve zu, Herr Rocamora aus Hamburg den 5. Preis, Herr Bauer aus Frankfurt a. M. den 6. Preis. Im Freien Turnier, an welchem sich 12 Hauptturnierspieler betheiligten, erhielten: Herr Beck aus Wiesbaden den 1. Preis, Herr Loman aus Köln den 2. Preis, Herr Gutmayer aus München den 3. Preis. Im Lösungsturnier theilten sich die Herren Faßnacht, Hahn, Irion,'hermet und Meiser in die ausgesetzten Preise(Werth 40.) Eine zweite Konsultationspartie um 3 Bücherpreise im Werthe von 35 M. wurde zwischen den Preisträgern im Hauptturnier gespielt; es hatten die Herren Bauer, Löwenthal, Rocamora den Anzug gegen die Herren Neustadtl, v. Scheve, Tarrasch; die Partie schloß mit Remis und wurden die Preise verloost. Vermischtes. * Ein weißer junger Pfauenhahn, ein Geschenk des Prinzen Hermann von Schaumburg=Lippe, ist dem Bürgerpark in Bremen durch Vermittelung des Herrn I. C. Hartmann übergeben worden. Der Park besitzt bereits eine weiße Pfauenhenne. ** * Folgendes originelles Heirathsgesuch„durch die Blumen ließ eine überaus haubensüchtige Dame kürzlich in ein vielgelesenes Blatt einrücken:„Eine hübsche, gebildete Dame mit etwas Vermögen, netter Einrichtung und Sinn für Häuslichkeit, sucht auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege für ihre alte gebrechliche Mutter einen honetten Schwiegersohn. Gefällige Adressen 2c. ** * Eine neue Erbschaft für die Jesuiten in Aussicht. Der verstorbene Graf von Eyre in England hinterließ seinen Erben ein Vermögen von 400,000 Pfund Sterling. Davon sollten laut testamentarischer Verfügung der älteste Sohn des Erblassers und der anglikanische Bischof von Glasgow den Haupttheil erhalten, während die drei jüngeren Kinder des Grafen mit je 60,000 Pfund bedacht wurden: immerhin eine recht respektable Summe. Da nun aber der dritte Sohn des Grafen, William Eyre, zum Katholizismus übergetreten und Mitglied des Ordens der Gesellschaft Jesu geworden ist, so kann der neugebackene Jesuit mit seinen 800,000 M nichts anfangen, desto mehr aber die Gesellschaft selbst, welche das Legat des Grafen denn auch für sich reklamirte. Die englischen Testamentsvollstrecker waren jedoch anderer Ansicht. Nach dem Urtheil der Mehrzahl derselben soll dem Sohne des verstorbenen Grafen sein Erbtheil nicht verabfolgt werden können, weil er persönliches Eigenthum nicht haben dürfe und es somit dem Orden zufiel. Es kam zum Prozesse, man wandte sich nach Rom, von wo die Antwort kam, man habe sich dort mit der Frage nicht zu befassen, es müsse vielmehr dem Gerichtshof überlassen bleiben, nach den Gesetzen über das Erbrecht zu verfahren. Da entschied der englische Gerichtshof auf Auszahlung der Summe. Am Donnerstag kam die Sache noch einmal vor den Appellhof, der sein Urtheil bis Ende dieser Woche verschob. Auf den Ausgang des Verfahrens ist man allgemein sehr gespannt, da es der erste Fall dieser Art in der englischen Rechtspflege ist. ** * * Einfluß der geistigen Arbeit auf die Zähne. Zwei englische Aerzte, die Doktoren Litterwood und Harlan, so berichtet ein Korrespondent des„Journal des Debats“, haben häufig bemerkt, daß bei den Studenten, welche sehr viel arbeiten, die Zähne rasch verderben und daß die Unterbrechung der Studien das Uebel aufhält. Sie haben dann die Frage an sich gestellt, ob diese Fälle eine Folge davon seien, daß das Gehirn die phosphorsauren Nahrungsstoffe, die für die Zähne bestimmt sind, verzehrt, oder davon, daß der allgemeine Gesundheitszustand es sei, der bei solch übermäßigen geistigen Arbeiten leidet. Gewisse Krankheitszustände des Nervensystems, wie die Krämpfe der Kinder und die Ataxie der Körperbewegungen, haben bekanntlich auf den Zustand der Zähne einen sehr schädigenden Einfluß. Ferner weiß man, daß der Phosphor ein mächtiges Anregungsmittel für geistige Thätigkeit ist. Wenn man also das Gehirn mit übermäßiger Arbeit überbürdet, oder wenn dieses Organ durch eine schwere Krankheit geschwächt worden ist, so ist es leicht begreiflich, daß die übergroße Konsumtion der phosphorsauren Stoffe von Seiten des Gehirns nur auf Kosten der Organe, die diese Substanz zu ihrer Entwickelung besonders nöthig haben, wie z. B. die Knochen und Zähne, geschehen kann. Den Untersuchungen des Doktors P. Lukas Championnière zufolge, der derartige Fälle in großer Anzahl studirt hat, müßte man die geistige Arbeit der Kinder sorgsam überwachen und nach dem Zustande ihrer Zähne reguliren, um ihren Unterricht entweder anzufeuern oder zu verzögeru. Literatur, Kunst und Wissenschaft. Schmidt& Günther's Leipziger Illustrirte Jagdzeitung 1883 Nr. 21, herausgegeben vom königl. Oberförster Nitzsche, enthält folgende Artikel: Der Eisvogel(Alcedo ispida). Von K. Th. Liebe.— Vom alten Doebel.— Ein interessanter Hundeprozeß. Vom Oberförster Quensell.— Literatur.— Illustrationen: Fischotter beim Raube gestört.— Ein Löwenritt. Von Jean Bungartz. — Die Illustrirte Jagdzeitung von Schmidt& Günther in Leipzig erscheint am 1. und 15. des Monats und kostet bei den Buchhandlungen halbjährlich M. 3. Bei den Postanstalten vierteljährlich M..50. Wochenmarkts=Bericht. * Bielefeld, 4. August. Butter pr. ½ Kilo M..—, Rindfleisch pr. ½ Kilo M.—.60, Schweinefleisch pr. ½2 Kilo. M. —.60, Speck, hiesiger pr. ½ Kilo M.—,80, Speck amerikanischer pr. ½2 Kilo M.—,75, Kalbfleisch pr. ½ Kilo M.—.50, Hammelfleisch pr. ½ Kilo M.—.65, Gänsefleisch 2 1/8 Kilo M.—, Eier 21 Stück M. 1,—, Zwiebeln pr. ½ Kilo M.—,10, Apfel pr. ½ Kilo M.—,15, Birnen pr. ½ Kilo M.—,15, Pflaumen pr. ½2 Kilo M.—,15, Kirschen pr. ½2 Kilo M.—,12, Große Bohnen 1 Kilo M.—,14, Vietsbohnen 1 Kilo M.—.20, Erbsen 1 Kilo M.—,12, Rüben pr. 1 Kilo M.—,07, Wurzeln pr. 1 Kilo M.—,15, Kartoffeln, neue, pr. 1 Kilo M.—,12, Blumenkohl à Stück M.—.40, Kopfsalat 3 Stück M.—,10, Kappus à Stück M.—,20, Rothkohl à Stück.—.30, Wirsing à Stück M.—.25, Steckrüben à Stück M.—.—, Kohlrabi 4 Stück M.—,10, Gurken à Schock M..—, Roggenstroh 50 Kilo M. 2,50, Haferstroh 50 Kilo M. 2,—, Weizenstroh 50 Kilo M. 1,90, Heu 50 Kilo M. 3,50. Neueste * Kiel, 4. August. Bis jetzt sind bei der ReichstagsStichwahl für Hänel 11,399, für Heinzel 8571 Stimmen gezählt, aus 63 Wahlbezirken ist das Wahlergebniß noch nicht bekannt. * Bromberg, 4. August. Die anderweite Wahl eines Landtagsabgeordneten an Stelle des Oberregierungs= raths Hahn, dessen Mandat für erloschen erklärt wurde, ist auf den 5. September c. anberaumt. * Schwerin i.., 4. Juli. Der Großherzog und die Großherzogin werden am 6. d. M. von Rippoldsau abreisen und nach einem kurzen Aufenthalt in Frankfurt und Wernigerode am 10. d. M. hier eintreffen. * London, 4. August. Das Unterhaus nahm in zweiter Lesung die Cholerabill, in dritter Lesung die Patentbill an. * Paris, 4. August. Der Senator Foucher de Careil ist zum französischen Botschafter in Wien ernannt worden.— Amtliche Telegramme aus Saigun von gestern Abend bestätigten die Nachrichten aus Tonking von dem erfolgreichen Ausfall der Franzosen aus Namdich am 19. Juli. Der Feind, welcher ausschließlich aus Anamitern bestand, hatte 700 Todte und Verwundete; auch ein anamitischer General soll getödtet worden sein. Die Franzosen erbeuteten zahlreiche Waffen und sieben Kanonen; die genommenen Positionen sind aber alsbald nach dem Weggang der Franzosen wieder von den Anamitern besetzt worden. Die Franzosen hatten zwölf Todte und Verwundete. Die Hitze ist drückend. Die französische Schiffsabtheilung in den Gewässern Chinas hat Halong verlassen und sich nach Hongkong begeben. * Neapel, 3. August. Heute Nachmittag 2¼ Uhr fand in Casamicciola abermals eine heftige Erderschütterung statt, in Folge deren der Gipfel des Epomeoberges herunterrutschte; in Forio erfolgte ein weiterer Einsturz von Häusern, wobei 3 Personen verwundet wurden. Die Arbeiter in Casamicciola scheinen unversehrt. Die ermüdeten Soldaten sind durch frische Truppentheile ersetzt worden. Die Bevölkerung in Ischia ist ruhiger geworden. In Lacco Ameno sind 3 Personen lebend ausgegraben worden. Professor Palmieri erklärte das Gerücht, daß er ein Erdbeben in Neapel befürchte, für unbegründet. Allgemeiner Witterungscharakter. 6. bewölkt; Regenschauer. Sonnen=Aufgang 4 U. 28 Min., Untergang 7 U. 42 M. Mondes Aufgang 826 Vorm., Untergang 834 Abends. ihrer milden Wärme kräuselten sich nun blau und luftig die Wasserdünste aus den dunklen Wäldern. Da hatt' ich jetzt ein Pirschwetter, wie es ein Waidmann sich nur wünschen mag. Rasch nahm ich einen Imbiß zu mir, der mich das Mittagessen verschmerzen lassen konnte— dann gings hinaus unter die regennassen Bäume, von denen der leichte Wind die schillernden Tropfen auf mich niederstäubte. Lautlos gleitet zu solcher Zeit der Fuß des Jägers über den feuchten Waldgrund, da raschelt kein Laub und unhörbar schmiegt sich das nasse Reisig unter dem Tritte ins weiche Moos. Noch keine Stunde war ich im halblichten Stangenholze umeinandergepirscht, da hatte ich schon einen Bock geschossen— ich meine das bildlich— denn jenen Rehbock, der mir auf zwanzig Gänge zugesprungen war, hatt' ich in der unverzeihlichsten Weise gefehlt. Dieses Mißgeschick hatte mich unmuthig, ungeduldig und unvorsichtig gemacht, so daß ich, als ich Nachmittags um 4 Uhr an der weitentlegenen Jagdgrenze aus dem Walde auf die Wiesen trat, einen zumeist durch mein eigenes Verschulden erfolglosen Pirschgang hinter mir sah. Mir zu Füßen im Thale, kaum 20 Minuten von der Stelle, wo ich stand, lag eine kleine Ortschaft, in welcher ich schon manchmal auf meinen Streifzügen ein paar Stunden hinter einem Kruge kühlen Sommerbiers gerastet hatte. Im berganziehenden Winde hörte ich von der Kegelbahn des Wirthshauses her das Rollen der Kugel, das Poltern der fallenden Kegel und ab und zu ein lautes, mehrstimmiges Gelächter. Ich traf also jedenfalls da drunten eine lustige Gesellschaft an, die mir recht willkommen erschien, um mir den Unmuth über mein Waidmannspech aus dem Herzen zu treiben. Ich hatte ja Zeit bis 6 Uhr. Anderthalb Stunden brauchte ich dann für den Heimweg— und just inmitten dieses Weges lag an einer stillen Waldstraße eine vor drei Jahren erst neubepflanzte Windbruchfläche, welche kreuz und quer von Wildwechseln durchzogen war. Da konnte ich vor Einbruch der Dämmerung noch eine Stunde ansitzen und, wenn Hubertus mir gnädig war, durch einen glücklichen Schuß das Mißgeschick des Morgens wieder gut machen. In solcher Hoffnung schritt ich also wohlgemuth den Berghang hinunter und dem lockenden Wirthshause entgegen. Auf der Kegelbahn traf ich außer zwei Geistlichen und einem Studenten, der gleich mir in den Ferien weilte, den Förster und Jagdaufseher der nahegelegenen Wartei, sowie den Doktor und Schullehrer des Ortes, zwei große Passionsjäger. Da war denn auch neben Sommerbier und Kegelspiel natürlicherweise die Jagd das unverfiegbare Gesprächsthema, bei dem uns die Zeit wie im Fluge verfloß, so daß erst die sinkende Dämmerung mich gemahnte, nach der Uhr zu sehen. Die dem„Anstand“ zugedachte Stunde war versäumt— ich brauchte mich also mit dem Fortgehen nicht übermäßig zu eilen und setzte mich deshalb wieder recht behaglich an den Tisch. Wie denn um 9 Uhr die beiden Geistlichen mit dem Studenten, ihrem zukünftigen Berufsgenossen, sich verabschiedeten, wollte auch ich nach Büchse und Rucksack greifen, ließ mich aber vom Förster wieder überreden, für meinen Heimweg den Mond abzuwarten, der längstens in einer Stunde über die nachtschwarzen Baumwipfel emportauchen mußte. Nun waren wir Jäger unter uns— und da kamen noch mancherlei Geschichten und Geschichtchen, auch jenes nur für Jägerohren ganz gerechte Gesprächskapitel an die Reihe— das Kapitel der Wildschützen. Die Einleitung hierzu bildete eine vom Förster an mich gerichtete Frage, wie es dem„Deberjackl“ ginge. Der „Deberjackl“, ein Bursche meines heimathlichen Dorfes, war nämlich ein Wilderer, der seit Jahren in den umliegenden Jagdgebieten großen Schaden angerichtet hatte, ohne daß man ihn jemals auf der That hätte ertappen können. Vor vier Wochen aber war ihm ein nächtlicher Pirschgang gar übel gerathen, denn er hatte von demselben statt der erhofften Rehgaise ein paar Dutzend Schrotkörner im eigenen Fleische mit nach Hause gebracht. Von diesem Vorfalle kamen wir nun auf Aehnliches zu sprechen; jeder meiner Gesellschafter wußte Langes und Breites über irgend ein selbsterlebtes Renkontre mit Wilddieben zu berichten, und besonders der Förster brachte Geschichten aufs Tapet, daß mir achtzehnjährigem Burschen vor Schaudern und Grausen die Haare zu Berge standen. Wie ich dann gegen halb elf Uhr in die mondhelle Nacht hinaustrat, um heimwärts zu wandern, war mir nach allem Gehörten recht unheimlich zu Muthe. Während ich auf dem schmalen Fußpfade über die thaufeuchten Wiesen dem Walde zuschritt, sann ich immer und immer wieder diesen schrecklichen Geschichten nach, in denen es mit Schuß und Schuß um Tod und Leben gegangen war— und unwillkürlich spannte ich die Finger der linken Hand fester um meine Büchse, als ich vor den stillfinsteren Tannen auf das schmale Sträßchen einlenkte, das sich in der Länge einer Wegstunde durch den Wald dahinzog. (Schluß folgt.) Amtl. Bekanntmachungen des Amtsblattes Nr. 62. Detmold. Konsistorium. Der Kandidat A. Weßel ist unter die Zahl der Landeskandidaten ausgenommen. Detmold. Regierung. Während bisher die für Verpackung und Transport von Waarensendungen nach den Vereinigten Staaten von Nordamerika entstandenen Kosten bei der Verzollung am amerikanischen Bestimmungsorte mit auf den Preis der importirten Waaren geschlagen worden sind, ist seit der Kongreßakte, welche den neuen amerikanischen Zolltarif enthält, bestimmt, daß diese Beträge in Amerika von der Verzollung nicht getroffen werden. Dabei ist zu beachten, daß die erwähnten Kosten nicht mehr auf der Faktura, bezw. der Deklaration zu erwähnen sind, dagegen ist die bisherige Form der Faktura beibehalten worden. Detmold. Verwaltungsamt. Die Lieferung der Marsch= fourage von 25 Centnern 15 Kilo Hafer, 6„ 45„ Heu und 8„ 2½„ Stroh für die am 16. August cr. in den Bauerschaften Haustenbeck, Augustdorf, Kohlstädt und Schlangen einzuquartierenden Truppentheile soll an den Mindestfordernden verdungen werden. Unternehmer haben ihre Gebote am Dienstag, den 7. d.., Morgens 10 Uhr, auf hiesiger Amtsstube abzugeben, wo die Bedingungen zur Einsicht ausliegen. Detmold. Magistrat. Der Heizer Karl Franke beabsichtigt mit seiner Familie nach Nordamerika auszuwandern. Detmold. Amtsgericht I. Auf Antrag eines ingrossirten Gläubigers ist der Zwangsverkauf der Stätte Hamlet Nr. 59 in Heiden erkannt und Versteigerungstermin auf Donnerstag, den 16. August, Morgens 11½ Uhr, auf hiesigem Gerichtszimmer angesetzt und sind die Verkaufsbedingungen auf hiesiger Gerichtsschreiberei einzusehen. Alle, welche Befriedigung aus den Kaufgeldern verlangen oder sonst dingliche Rechte an der Stätte zu haben vermeinen, haben solche in dem Termine anzumelden, widrigenfalls sie damit ausgeschlossen werden und die Rechte dem neuen Erwerber gegenüber als erloschen angesehen werden. Detmold. Amtsgericht II. Im Zwangsvollstreckungsverfahren gegen den Maurermeister Flake hieselbst ist der Verkauf dessen Grundbesitzes, bestehend aus einem Wohnhause D. Nr. 183 hieselbst nebst Garten dabei auf dem Südholze Rev. II 8b angeordnet und Termin dazu auf den 6. September 1883, Morgens 11 Uhr, im Zimmer Nr. 7 des Gerichtsgebäudes angesetzt. Taxe und Verkaufsbedingungen liegen 14 Tage zuvor auf der Gerichtsschreiberei aus. Im vorangesetzten Termine sind Realrechte an den vorerwähnten Grundbesitz bei Meidung deren Verlusts dem Käufer gegenüber und Ansprüche an die Kaufgelder bei Meidung des Ausschlusses anzumelden und zu begründen. Zur Eröffnung des von der verstorbenen Julie Oltendorf hieselbst hinterlassenen Testaments ist Termin auf Freitag, den 10. August d.., Morgens 10 Uhr, angesetzt. Detmold. Amtsgericht III. Der 19 Jahre alte Ziegler Simon Plaß aus Heiligenkirchen wird zur Abbüßung einer Gefängnißstrafe von zwei Monaten steckbrieflich verfolgt. Detmold. Das Kommando des Füsilierbataillons 6. westfälischen Infanterieregiments Nr. 55. Am 11. und 17. August cr. finden größere Schießübungen des Füsilierbataillons 6. westfälischen Infanterieregiments Nr. 55 in der Stapelager Senne bei Augustdorf statt. Vor Betreten des betreffenden Schießplatzes wird zur Vermeidung von Unglücksfällen hiermit gewarnt. Lage. Amtsgericht. Da im gestrigen Termine zum öffentlich meistbietenden Zwangsverkaufe der Bürgerstätte des Maurers Konrad Meßmann Nr. 324 hiers. 2/3 des Taxats nicht gehoten sind, so ist zweiter und letzter Subhastationstermin auf Mittwoch, 15. August 1883, Morgens 10 Uhr, angesetzt, wobei Kaufliebhaber mit dem Bemerken eingeladen werden, daß ein dritter Termin nicht stattfindet und dann der Zuschlag ohne Rücksicht auf das Taxat unbedingt erfolgen soll. Schötmar. Verwaltungsamt. Die Urlisten der im hiesigen Verwaltungsamte wohnenden zum Schöffenamte sich eignenden Personen, welche nicht zu den Verbänden der Landgemeinden gehören, werden vom 6. August an eine Woche lang zu Jedermanns Einsicht in hiesigem Amtszimmer in den Geschaftsstunden ausgelegt werden. sen eines in Senne II nach Dalbke herübergekommenen tollen Hundes ist die Hundesperre auf drei Monate in den Orten Senne incl. Dalbke, Oerlinghausen und Menkhausen verordnet worden. Veranntmachung. Die während der Militärübungen in hiesiger Gegend in der Stadt Detmold einzuquartierenden Truppen sollen bei Quartiervermiethern untergebracht werden. Die Quartier= leistung ist vom 25. August bis 2. September einschließlich, sowie am 24. September l.., und zwar am 25. August und 24. September mit Marschverpflegung, die übrige Zeit ohne Verpflegung. Quartier geber werden aufgefordert, ihre Angebote hierauf, mit Angabe der Quartierzahl und des Preises da für, im Termine am Dienstag, den 7. d. M. von 11 bis 1 Uhr Mittags, im Magistratsbureau abzugeben. Detmold, den 4. August 1883. Die Serviskommission. W. Ehlerding. Lippischer Turngau. Die 29. Vorturnerlehrstunde findet am Sonntag, den 12. d. Mts., Nachmittags 3 Uhr in Oerlinghausen Statt. Medicinal-Tokayer. Durch den directen Bezug aus den Kellereien des Weinbergsbesitzers Ern. Stein in ErdöBénye bei Tokay(Ungarn), bin ich im Stande, von den grössten Autoritäten chemisch analysirten, garantirt echten Tokayer-Wein zu ermässigten Preisen zu verkaufen R. Heinemann, Detmold. Extrazug nach zur internationalen Ausstellung Sonnabend, den 11. Aug., früh 5,30 Uhr ab Hannover, früh 7 Uhr ab Löhne, Ankunft Amsterdam 2 Uhr. Retour=Billets ab Löhne, gültig zur Rückfahrt mit fahrplanmäßigen Zügen innerhalb 14 Tagen II. Kl. 32., III. Kl. 22,50 M. sind zu haben bis zum 8. August in der Expedition dieser Zeitung. Hannover. H. Mohwinkel. Frische Helg. Scheufische in Eis verpackt empfing E. habe unterzubringen: 1) 6000 M zur ersten oder zweiten Hypothek zu 4% Zinsen. 2) 2400 M gegen sichere Hypothek zu 4¼—4½% Zinsen. habe zu verkaufen: 1) Eine Brauerei sammt Inventar, passend für jüngere, unternehmungslustige Kapitalisten, welche sich selbständig machen wollen. 2) Einen arrondirten Hof im Amte Blomberg von circa 300 Scheffels. Ländereien mittlerer Güte. Anzahlung verhältnißmäßig gering. Blomberg, im August 1883. Zumpfort, Mandatar. Schuppen=Essenz Einziges und bestes Mittel bei nur einmaligem Gebrauche die so lästigen und das Wachsthum der Haare zerstörenden Schuppen vollständig zu entfernen. Preis des Glases 70 J. Nur ächt zu beziehen durch: F. Moeller, Coiffeur, Detmold. Mühlen-Verkauf. Logis in Amsterdam à 2 fl. auf Vorherbestellung. Eine silverne Brosche in Zweigform auf dem Wege von der Oberen Straße zur Grotenburg verloren. Gegen Belohnung abzugeben Obere Straße 22. Für die vielen Beweise der Theilnahme, die uns beim Todesfall und bei der Beerdigung unseres lieben Söhnchens Hugo von Nah und Fern gewidmet wurden, sagen wir unsern tiefgefühltesten Dank. Heidelbeck, den 3. August 1883. O. Reimerdes und Frau. Eine Mühle, welche neu eingerichtet ist, bestehend aus zwei Roggengängen und einem Graupengang, wozu außerdem 4 Morgen gute Grundstücke, theils Gärten, theils Wiesen gehören, steht unter günstigen Bedingungen zum Verkauf. Bemerkt wird noch, daß bei zahlreicher Kundschaft das Wasser stets ausreicht. Bei Uebernahme kann 23 der Kaufsumme stehen bleiben. Reflectanten wollen ihre Adresse unter Nr. 205 an die Exped. d. Lipp. Landesztg. einsenden. Verlag der Meyer'schen Hofbuchhandlung in Detmold. ROSEIT,.KtUttuRg OBSTBACHIE zur Veredelung und Pflege der Rosen und Obstbäume von C. Voß, Lehrer in Schieder bei Pyrmont. Preis 60 Pf. Fünfte vermehrte und verbesserte Auflage. Eine kurze und bündige Anweisung zur Veredelung und Pflege der Rosen und Obstbäume, jedem Rosen= und Obstbaumfreunde zu empfehlen, da sie von einem erfahrenen Praktiker geschrieben ist. (Volksschulfrd. Königsberg.) .. Zur Veranschaulichung der einzelnen Operationen sind treffliche Abbildungen beigefügt, welche selbst den ersten Anfänger in der Rosenzucht davon überzeugen, was im gegebenen Falle zu thun ist. (Hefs. Schulztg.) Zu beziehen durch jede Buchhandlung. Durch die glüickliche Geburt eines Töchterchens wurden hoch erfreut S. Reuter und Frau Marie geb. Bolhöfer. Detmold, den 5. August 1883. Zur von Auctionen halte mich bestens empfohlen. E. Hattesohzl, Paulinenstr. 6. Für meine Kolonial=, Material= und Metallwaaren=Handlung suche per Herbst a. c. einen Lehrling. August Lage. V. Lotterie von Baden-Baden. LOOSE zur Ziehung am 9. August d. J. à 4 M. 20 Pf., Origin.-Vollloose gültig für alle## 5 Ziehungen## à 10 M.#S sind, 50 Pf.(.S8) s0 lange der Vorrath reicht, zu beziehen *# durch die * Haupt-Collection A. Schrader, ELeimSTTST Gr. Packhofstr. 28. (IR. Die Arneuerung der togge zur 2. Ziebung hat laut S 3 des Plans bis spätestens 2. August # mn ggschchen. A. W. Brugggemann, Schötmar, empfiehlt: Hildesheimer Sparherde, Kachel-, Säulen-, Koch- und Füllöfen, Kesselrümpfe u. s. w. Ferner: Tafelwaagen, Decimalwaagen, Viehwaagen, Brückenwaagen zum Abwiegen von Strassenfuhrwerk. Musterbücher stehen zu Diensten. Verkauf der Waagen und der Hildesheimer Herde zu Fabrikpreisen. Liebig's selbstthätiges Backmehl ist einer der wichtigsten Haushaltsartikel. Es genügt das Mehl mit Wasser und Salz zu einem Teige anzurühren und in einem gutgeheizten Backofen(Küchenherd) zu backen, um ein Brod von grösster Nahrhaftigkeit und vorzüglichem Wohlgeschmack herzustellen. Ebenso bereitet man Kuchen, Zwiebäcke, Torten, Pasteten etc. Um einen vorzüglichen Pudding zu halben Preise und ohne Mühe zu bereiten, nehme man von ½ Liter Milch6 Löffel voll und mische damit den Inhalt eines Pag. Puddingpulver. Dann lasse man den Rest der Milch mit ca. 60 Gr. Zucker kochen und giesse in dieselbe die Pudding-Mischung rühre gut durcheinander und lasse einigemale aufwellen. Dann giesse man die Masse in eine Form. Einfach herzustellen mit * L i e b i g’ s P u d d i n g p u l v e r d. L i e b i g’ s M a n u f a c t o r y, H a n n o v e r. Cordpantolel endt- Simnise Leader. auflage f. Frauen Dutzend 5½ Mk., mit holzgenagelten festen Tuchschl. für Frauen Dutzend 6¾ Mk. Bei grösser. Abnahme billiger lief. G. Engelhardt, Zeits. Ein junger kränklicher Kaufmann, der jährlich Bad Oeynhausen besucht, sucht für den Winteraufenthalt vom 1. September a. c. bis 15. Mai 1884 ein zweifenstriges Vorder= und ein einfenstriges Hinterzimmer möblirt, parterre gelegen, mit vollständiger Pension bei einer anständigen Familie, an die er sich anschließen möchte. Gefällige Adressen sub Nr. 204 besorgt die Exp. d. Blattes. Auskunft- Ertheilung gesucht. Ein bedeutendes Geschäftshaus, das in der Hauptsache nur an Privatleute verkauft, sucht eine gebildete, sichere und discrete Persönlichkeit, welche in der Lage und geneigt ist gegen Vergütung über die Creditverhältnisse von Detmold ganz zuverlässige Auskunft zu ertheilen. Offerten erbeten unter A. B. C. durch die Expedition d. Blattes. Es wird auf den 1. Oktober ein tüchtiges Hausmädchen, welches gut waschen und plätten kann, gesucht. Näheres in der Exp. d. Bl.(200) Ein ordentliches, fleißiges Vienstmädchen für leichte Hausarbeit gesucht. Herford. zu übersehen.. Dem geehrten inserirenden Publikum bringen wir hierdurch zur gefälligen Kenntnißnahme, daß wir bis auf Weiteres Anzeigen für die am selben Tage erscheinende Nummer nur bis 9 Uhr Morgens aufnehmen können; größere Inserate erbitten wir möglichst schon Tags zuvor. Expedition.