„Die Lippische Landes=Zeitung== erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage täglich und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für das Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr. In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. ∆ 0 — 199 Dienstag, 10. Juli. 1883. Bestellungen auf die Lippische Landeszeitung für das III. Quartal werden noch feruer von sämmtlichen Postanstalten und der Expedition zu den oben angegebenen Preisen entgegengenommen und die bereits erschienenen Nummern, so weit der Vorrath reicht, nachgeliefert. Inserate sind bei der notorisch größten Verbreitung der Lippischen Landeszeitung in den Städten sowohl wie auf dem Lande des ganzen Fürstenthums von größter Wirksamkeit. Die Expedition. Deutsches Reich. * Berlin, 9. Juli. Schlechte Aussichten in der Forstkarrière.) Zu den aussichtslosesten Verwaltungskarrièren gehört gegenwärtig die Forstkarrière, und es ist aller Grund vorhanden, junge Leute vor derselben zu warnen. Der preußische Staat hat viele Kandidaten, welche auf Oberförsterstellen warten. Nach der Wahr. scheinlichkeitsberechnung soll der Aspirant vor dem 38. bis 40. Lebensjahre eine Anstellung als Oberförster nicht zu gewärtigen haben. *—(Unrechtmäßige Führung des Titels Baumeister.) Der Mißbrauch, welcher mit der unrechtmäßigen Führung des Doktortitels getrieben wird, ist allgemein bekannt. Weniger beachtet dagegen ist die ungesetzliche Art und Weise, in welcher sich Personen den Charakter eines Baumeisters beilegen: Derselbe kann bekanntlich nur von dem Minister auf Grund der bestehenden Vorschriften nach bestandener letzter Staatsprüfung ertheilt werden. Trotzdem hört man, daß viele Personen„Baumeister“ genannt werden, und sich so nennen, welche gar keinen Anspruch auf diesen Titel haben. Dies ist zum nicht geringen Theil während der Gründerzeit von den Gerichten in Erlassen zum Handelsregister geschehen, indem z. B. Direktoren von Bau gesellschaften als Baumeister aufgeführt wurden, die nie das Staatsexamen gemacht und oft nicht einmal das Baufach studirt hatten. Das Publikum hat sich während der jüngsten Schwindelperiode nicht selten verleiten lassen, den Baugesellschaften Kapital anzuvertrauen, nur weil unter den Direktionsmitgliedern solche angebliche Baumeister aufgeführt worden. *—(Bestellung von Papier.) Nachdem bereits vor einiger Zeit in Folge eines Beschlusses des Burdesrathes die Reichsbehörden die Anweisung erhalten haben, in Zukunft der Bestellung von Papier bei ihrem Bedarf das Ries zu 1000 Bogen als Einheit zu Grunde zu legen, ist nunmehr, wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ hört, auch für die preußischen Verwaltungsbehörden dieselbe Anweisung ertheilt mit dem Bemerken, daß fortan Papierlieferungen nach dem Ries zu 1000 Bogen, beziehungsweise dezimalen Theilen desselben zu verrechnen sind und zwar ebenso bei Bestellungen, Kontrakten 2c. wie in der Buchführung über die Papiervorräthe und deren Verwendung. *—(Der Verlagsbuchhandel in Berlin und Leipzig.) Ein Beweis dafür, in wie hohem Grade Berlin ein Centralpunkt des gesammten deutschen Verkehrslebens geworden ist, wurde im vorigen Jahre in dem Umstande erblickt, daß Berlin im Jahre 1881 selbst auf dem Gebiete des Verlagsbuchhandels Leipzig überflügelt hatte. Es waren in Leipzig in dem genannten Jahre 2452 Werke veröffentlicht, in Berlin aber 2464. Diesen Vorsprung hat Leipzig indeß im Jahre 1882 wieder eingeholt, indem es 2628 Werke publizirte, während die Reichshauptstadt; mit 2245 selbst hinter der Ziffer des Vorjahres zurückblieb. In einem speziellen Zweige des Buchverlags, dem der Staatsund Rechtswissenschaft, Politik u. s.., ist indeß Berlin der Pleißestadt weit voraus. In Berlin wurden im Jahre 1882 nicht weniger als 373 juristische und politische Bücher verlegt, in Leipzig nur 127. * Osnabrück, 6. Juli.(Die Hitze) hat bei uns eine fast unerträgliche Höhe erreicht(+ 26 R. im Schatten) und die damit verbundene fortwährende Trockenheit wirkt ebenso nachtheilig auf die Früchte, als auf die Gesundheit der Menschen. Vorgestern verstarben hier 5 Personen am Schlagflusse(Sonnenstich), nämlich 2 Brodkutscher, von ungefähr 30 Jahren, der 72jährige Domchoral Kreuzberger, als er vom Garten heimkehrte, und 2 Arbeiter. Aus Damme wird berichtet, daß der zwischen Löhne und Vechta fahrende Omnibuskutscher ebenfalls todt vom Bocke stürzte. Es zeigen sich auch bereits viele Fälle von Cholerine und ähnliche Erscheinungen. Dabei nimmt man von umfassenden Vorkehrungen unserer Sanitätspolizei nichts wahr. Es ist kaum glaublich, daß Osnabrück, eine Stadt von 33,000 Einwohnern, noch keine Sprengwagen besitzt, obgleich die Presse wiederholt diesen Mangel gerügt hat. Schon neulich bemerkte man, daß 76 Proz. aller städtischen Brunnen amtlich als mehr oder weniger verunreinigt konstatirt wurden, und doch schläft die Wasserleitung ruhig weiter. Unsere städtische Verwaltung hat Zeit, Geld und Aufmerksamkeit für manche Dinge, die das allgemeine Interesse der. Bürgerschaft kaum berühren; in Bezug auf die oft recht dringliche Beseitigung von verschiedenen Uebelständen scheint dagegen der Ruf der Presse tauben Ohren zu begegnen.(W..) Sachsen. * Plauen im Voigtlande, 7. Juli.(Ueber die Veranlassung des Unglücks) in der Wollkämmerei von Georgi u. Co. in Mylau, bei dem König Albert von Sachsen durch eine wunderbare Fügung dem Tode entging, wird der„Nat.=Ztg.“ Folgendes telegraphirt: Ein jedenfalls neuer und deshalb dehnbarer Transmissionsriemen versagte wahrscheinlich theilweise den Dienst, daher der Fahrstuhl schnell niederging. In Folge des Ruckes beim Aufstoßen löste sich nun das Gegengewicht, welches herabfiel und die Katastrophe herbeiführte. Oesterreich=Ungarn. * Nyiregyhaza, 6. Juli.(Tisza=Eszlarer Prozeß.) Der Vertheidiger Heimann beantragt die Vorladung der Panduren, welche an der Mißhandlung des Angeklagten Vogel Theil genommen haben. Der Staatsanwalt unterstützt diesen Antrag. Der Vertheidiger Dr. Friedmann macht darauf aufmerksam, daß unter der eszlarer Landbevölkerung die Ansicht verbreitet sei, nicht nur, daß man gegen die Juden auch eidlich nicht die Wahrheit zu sagen brauche, sondern auch, daß das Landesinteresse die Verartheilung der Angeklagten erfordere. Dr. Friedmann bittet, der Präsident möge durch die administrative Ortsobrigkeit und durch die Seelsorger die Erklärung der Landbevölkerung veranlassen. eigen Blut. Aus den Papieren eines Kriminalisten von N. I. Anders. (15. Fortsetzung.) Wieder zitterte sie, wieder blickte sie mich wie um Mitleid flehend an, dann aber brachte sie anscheinend nach schwerem Kampfe hervor:„Du mein Gott! Was soll ich denn gestehen? Ich habe das schreckliche Verbrechen nicht begangen und weiß auch Niemanden, der es begangen haben könnte. Was Gott über mich verhängt, ich will es ertragen, weiß ich doch, daß ich unschuldig bin! Vergeblich strengte ich mich an, noch irgend ein Wort der Unglücklichen abzupressen, es war mir nicht möglich. Andere Mittel als die der Ueberredung standen mir ja nicht zu Gebote, und so verließ ich denn die Zelle in der festen Ueberzeugung, daß eine Unschuldige, die es aus irgend einem Grunde vorzog, über ein wichtiges Ereigniß zu schweigen, vielleicht nach wenigen Stunden der entehrenden vernichtenden Strafe verfallen war. begab mich nach meinem Bureau. Ich ließ die harrende, gaffende Menge vor dem Kreisgericht unbeachtet, ich nahm mir auch vor, den Schwurgerichtssaal nicht zu betreten. Es mochte etwa um die elfte Stunde sein; mir war eben mitgetheilt worden, daß das Zeugenverhör im Schwurgerichtssaal beendet sei, als ein Gerichtsdiener eintrat, der mir die Verhaftung eines längst gesuchten und verschiedener Diebstähle verdächtigen Subjektes ankündigte. Ich befahl, den Verdächtigen sofort vorzuführen. Es war ein Mensch, auf den schon wiederholt ein Steckbrief erlassen war. Wenige Minuten später stand derselbe vor mir. „Ah, sieh da“, redete ich ihn an,„Sie sind ja ein alter Bekannter vom Gericht! Sie sind also der Essenkehrer Louis Kunzmeier?“ Der Vorgeführte konnte kaum antworten, nur lallend brachte er etwas vor, das wie eine Antwort klang, pämlich die wenigen Worte: „Ja, ich bin der, aber hätten sie mich nicht dabei ertappt, wie ich eben mit der Speckseite unterm Arm über das Feld lief, ich hätte wohl sonst etwas gethan, als den Grünröcken die Wahrheit zu sagen.“ „Na, das ist gut, daß sie Sie ertappt haben“, erwiderte ich.„Doch nun, Nuntius, sagen Sie mir, was Sie bei dem Vogel gefunden haben.“ „Er ist noch nicht visitirt, Herr Kreierichter“, antwortete der Runtius,„die Gendarmen brachten ihn eben, wie sie ihn festgenommen haben, hier ein.“ „So! Dann wollen Sie die Untersuchung sofort in meinem Beisein vornehmen. Die Untersuchung ergab ein ärmliches Resultat. Dem alten Diebe und Einbrecher mußte es in der letzten Zeit schlecht ergangen sein, denn die vielen Brodschnitten und Stückchen Speck und Wurst gaben den besten Beweis dafür, daß er sich Tage lang nur vom Fechten ernährt hatte. Immer wieder fuhr der Nuntius in die Taschen und in die Kleider des alten Diebes und Einbrechers, um neue Ladungen an den Tag zu fördern Da plötzlich, ich hatte alles Andere fast gar nicht beachtet, da dergleichen sich fast täglich wiederholte, brachte der Nuntius einen Gegenstand hervor, der mein lebhaftes Interesse sofort in Anspruch nahm, derart, daß ich Mühe hatte, die Ruhe zu bewahren. Es war das eine Flasche, wie sie namentlich Handwerksburschen bei sich zu führen pflegen, eine länglich ovale Flasche mit Korb überzogen. Rasch griff ich danach; ich mußte mich beherrschen, um einen Ausruf der Ueberraschung zu unterdrücken, als ich die Flasche näher besah. Dieselbe zeigte deutlich die von Elise Jordan an der abhanden gekommenen Flasche erwähnten Zeichen, Schläger, Kanonenstiefeln, Cerevis und unter den gekreuzten Schlägern die Buchstaben E. Z. Während über mir das Schwurgericht tagte, während vielleicht in kurzer Zeit das Verdikt der Geschworenen gefällt wurde, hatte ich plötzlich einen Gegenstand in den Händen, der ganz dazu geeigne war, die Unschuld der Angeklagten zu beweisen. Und dennoch, mit dem Eingelieferten war in diesem Augenblick nichts zu verhandeln. Der Genuß von Spirituosen hatte ihn dermaßen der Sinne beraubt, daß er keine zusammenhängende Antwort zu geben vermochte und jedes Verhör mit ihm vorläufig als resultatlos zu betrachten war. Ich gebot dem Nuntius, die vor mir auf dem grünen Tisch ausgebreiteten Brod= und Fleischreste zu entfernen und ebenso den Verhafteten, ordnete aber gleichzeitig an, daß mir derselbe nach Verlauf von drei Stunden, so viel Zeit hatte er wohl nöthig, um seinen Rausch auszuschlafen, wieder vorgeführt werde. Als der Nuntius mit dem Verhafteten das Zimmer verlassen hatte, warf ich folgende Zeilen auf ein Blatt Papier nieder: „Geehrter Herr Präsident! Wie Ihnen aus vorliegenden Akten bekannt ist, spielt in dem Prozeß gegen die Elise Jordan eine Korbflasche eine ganz bedeutende Rolle. Soeben, in diesem Augenblicke, führt der Zufall diese Korbflasche, deren Verschwinden ein Hauptbelastungsmoment gegen die Angeklagte bildet, mir in die Hände. Es liegt klar auf der Hand, daß derjenige, welcher die Korbflasche entwendet, auch das gefundene Fläschchen mit Blausäure in der Wohnung des Pfarrers zurückgelassen haben kann. Damit nimmt der Prozeß eine ganz andere Wendung, und da es leicht möglich ist, daß durch das auf die vorliegenden Thatsachen begründete Verdikt der Geschworenen ein Justizmord begangen, wenigstens aber die Haft einer vielleicht Unschuldigen wesentlich verlängert werden könnte, so bitte ich den Herrn Präsidenten so dringend wie ergebenst, falls das Verdikt in diesem Augenblicke noch nicht verkündigt sein sollte, die Verhandlung zu vertagen.“ (Fortsetzung folgt.) Der Staatsanwalt beantragt, daß der Präsident die Zeugen nur auf die Hekligkeit des Eides aufmerksam machen möge und fügt hinzu, daß die Aufklärung der Landbevölkerung auf administrativem Wege durch die Vertheidiger selbst veranlaßt werden könnte. weiteren Verlaufe der Verhandlung sagen mehrere Zeugen aus, daß Groß an jenem Tage krank darniedergelegen habe, an welchem er der Anklage zufolge die Leiche den Flößern übergeben haben soll. Dann werden jene Zeugen vernommen, welche die Dadaer Leiche bei der ersten Agnoszirung nicht als diejenige der Esther erkannten. Diesen Zeugen war die unbehaarte Leiche nackt gezeigt worden und es kam ihnen vor, als ob die Esther schmächtiger gewesen wäre, als diese Leiche, welche als die eines unentwickelten Mädchens geschildert wird. Da die Mutter der Esther nunmehr aussagt, sie habe gleich beim ersten Anblick gewußt, daß es nicht die Leiche ihrer Tochter sei, verlangen die Vertheidiger die Vorladung jener Zeugen, vor denen die Mutter Zweifel ausgedrückt hatte, ob die Leiche nicht doch diejenige der Esther sei. * Nyiregyhaza, 7. Juli.(Tisza=Eszlarer rozeß.) Die Vernehmung der Zeogen wurde heute fortgesetzt. Im Ganzen wurden 17 Personen vernommen, von denen 14 übereinstimmend aussagten, daß die Leiche blaue Augen und eine Narbe am Halse gezeigt habe, während die amtliche Untersuchung braune Augen bei derselben feftstellte. Die Aussagen dieser Zeugen stehen auch im Widerspruch mit ihren eigenen früheren Aussagen. Die Zeugen bleiben aber trotz eindringlicher Ermahnungen des Präsidenten und des von der Vertheidigung mit ihnen angestellten Kreuzverhörs bei ihren heutigen Angaben. Der Gerichtshof beschloß fünf von diesen Zeugen zur Beeidigung nicht zuzulassen. Der Diurnist Lörinczy, früher Vizenotar in Dada, giebt an, man habe an der Leiche kleine unregelmäßige Zähne gefunden, wie Esther Solymossi sie gehabt habe, auch sei eine Körperlänge von 144 Centimeter festgestellt worden. Für nächsten Montag sind die medizinischen Sachverständigen vorgeladen. Frankreich. * Paris, 7. Juli.(Die Kolonialpolitik) bringt der französischen Republik entschieden kein Glück! Nach der verlustreichen Niederlage von Hanoi kommt jetzt eine neue Hiobspost vom Senegal, von wo bisher nur das Günstigste berichtet wurde. Sie werden sich erinnern, so wird der Köln. Ztg. von hier geschrieben, daß in den letzten Wochen oft von der glücklichen Beendigung einer langwierigen und schwierigen Expedition die Rede war, die unter Befehl des Obersten BorgnisDesbordes ausgeführt wurde. Seit einigen Tagen liefen nun schon unbestimmte Gerüchte um, daß dort irgend ein Unheil vorgefallen wäre, und heute erhalten wir nun die(ihrem Inhalte nach bereits mitgetheilte) Bestätigung. Wie lange wird es dauern, bis ähnliche Nachrichten auch aus Tongking, wo das Klima ebenso mörderisch sein soll als am Senegal, eir treffen; und wie lange wird es dauern, bis auch vom Congo die Meldung einläuft, daß Brazzas Expedition auf ganz unvermuthete Hindernisse gestoßen ist? Hier in Paris macht sich das Kolonialfieber ganz hübsch, aber das Fleber in den Kolonieen rafft die armen Soldaten zu Dutzenden weg. Und dabei möchte man es noch auf einen Krieg mit China ankommen lassen. Internationalelandwirthschaftliche Thierausstellung. (Originalbericht.) III. Nachdruck verboten. Hamburg, 7. Juli 1883. Bevor wir mit Abtheilung II(Rindvieh) beginnen, theilen wir das Resultat der Prämiirung mit. Verzeichniß der an Pferde vertheilten Preise. A. Ehrenpreise: 1. Die Vase, gegeben von Sr. Majestät dem Kaiser, als erster Preis für die Gesammtzuchtleistung, erhält das königl. Hauptgestüt Beberbeck in der Provinz Hessen. 2. Den Bürgerpreis der freien und Hansestadt Hamburg im Betrage von 1000 M erhielten insgesammt die„außer programmmäßiger Konkurrenz“ ausgestellten Pferde des Herrn Walther Gilbey, Eisenham=Hall, Esser, England. 3 Den Staatspreis der freien und Hansestadt Hamburg im Betrage von 1000 M für die gesammte züchterische Leistung erhielt Herr Heinr. von Nathusius in Althaldensleben in der Provinz Sachsen. 4. Den Staatspreis der freien und Hansestadt Hamburg im Betrage von 1000 K für Gesammtleistung in Abtheilung B, Gebrauchspferde, wurde zu gleichen Theilen den Herren Wilh. Schlesinger, haber des Wiener Tattersall und Max Singer, k. k. Pferdelieferant in Wien, ertheilt. 5. Der Briefstein von Onyx, gegeben von Sr. königl. Hoheit dem Großherzoge von Oldenburg, kam nach Olderburg zurück. Denselben erhielt Herr A. Meinert=Isens bei Burhave. 6. Zwei silberne Medaillen, gestiftet von Sr. k. Hoheit dem Herzog Ernst v. Sachsen=Koburg=Gotha, erhielten die Herren Edgar Freiherr v. CrammOelber a. W. in Hannover, additionel für Nr. 113 und Max Deetgens, Siestermühe bei Elmshorn, als Preis für gute 7. Zwei bronzene Medaillen, gestiftet von Sr. kal. Hoheit dem Herzog Ernst v. Sachsen=Koburg=Gotha, Aus dem Fürstenthum Lippe und Umgegend * Detmold, 9. Juli.(Bandels Nachlaß.) Wie schon bemerkt, schreibt der Han. Cour., ist die beabsichtigte Auktion der zahlreichen Kunstwerke aus dem Nachlaß des Erbauers des Hermannsdenkmals, I. E. von Bandel, nur in beschränktem Umfang zur Ausführung gekommen, vielmehr werden die Werke jetzt freihändig in dem Ausstellungslokal an der Grupenstraße in Hannover, wo sie Nachmittags von—8 Uhr zu besichtigen sind, zum Verkauf gebracht. Es bietet sich dort für den Kunstfreund eine erwünschte Gelegenheit, aus dem Vermächtniß eines ausgezeichneten Künstlers zu verhältnißmäßig sehr geringem Preise ein Werk zu erwerben, um so mehr, als sich unter den kleineren Modellen gar manche finden, welche einen schönen Zimmerschmuck zu bilden geeignet sind. In den letzten Tagen hat auch der hiesige Kunstverein drei Werke der Sammlung erworben, eine„Caritas",„Adam und Evaund einen„David“. Mehrere Sachen sind nach Hildesheim verkauft, so das Modell zum Hermannsdenkmal, die schöne Gruppe mit Heinrich dem Löwen und die kleinen Herkules=Reliefs, die ein dortiger Ofensetzer zur Herstellung eines künstlerisch ausgestatteten Kamins verwenden will. * Salzuflen, 5. Juli.(Selbstmord.) Seit gestern Morgen 11½ Uhr wurde der Tischlermeister Meier sen. vermißt. Denselben fand man heute Morgen, nachdem mehrere Bürger, Flurschützen und Forstgehülfen den Wald abgesucht hatten, im Asenberg an einer Buche erhängt wieder. Der alte, solide und ruhige Herr, der in den besten Verhältnissen lebte, verlor vor 2 Jahren einen erwachsenen Sohn, welcher auf der Stärkefabrik verunglückte. Dieser schwere Schlag hat jedenfalls den Grund zu der in der letzten Zeit beobachteten Schwermuth des 60 Jahre alten Mannes gelegt und liegt es uns daher fern, ein Urtheil über sein unglückliches Ende abgeben zu wollen.(M. Ztg.) * Salzuflen, 7. Juli.(Schöffengericht.) In der Sitzung des hiesigen Schöffengerichtes vom Mittwoch den 4. d. M. standen nur 2 Privatklagesachen zur Verhandlung. 1) Kolon Fritz Reese zu Grastrup, welcher angeklagt war, dem Dienstknecht Wilhelm Linneweber zu Knetterheide eine Körperverletzung zugefügt zu haben, wurde freigesprochen; 2) der Buchhändler Adolf Bülow zu Obernkirchen wurde wegen Beleidigung des Uhrmachers Adolf Heitmann zu Salzuflen in eine Geldstrafe von 5 K und eventuell in eine Haftstrafe von 2 Tagen verurtheilt Herford, 5. Juni.(Von der Werre.) Daß die Bevölkerung des heimischen Flusses— wie der Volksmund behauptet in Folge der Rücksichtslosigkeit eines Großindustriellen im benachbarten Lippe— alljährlich dezimirt wird, sind wir nachgerade schon gewohnt. Wenn man aber die Absicht hätte, den ganzen Fischreichthum des Gewässers vollständig zu vernichten — gründlicher wie heuer könnte dies nicht besorgt werden. Ein Herr, der die Fischereiverhälinisse unserer Gegend gründlich zu beobachten pflegt, schätzt die Zahl der in diesem Jahre getödteten Fische auf 100,000. Und sieht man die zahlreichen abwärts treibenden Kadaver, welche gestern Morgen z. B. die ganze Oberfläche des Wassers am Bergerthore deckten, so gewinnt man die Ueberzeugung, daß die Schätzung nicht übertrieben ist. Abgesehen von der Schädigung, welche das Volksvermögen dorch diese Verluste erleidet, erscheint erhielten die Herren John C. Funsch, Loy bei Rastede im Großherzog'hum Oldenburg, F. Wulft, Neuhamm im Großherzogthum Oldenburg. 8. Die Ehrenpreise, gestiftet vom kgl. preußischen Miristerium für Landwirthschaft, Domainen und Forsten, erhielten und zwar: a) Bronze=Statuette: Schweres Zuchtpferd, I. Lindberg, Altona. b) Bronze-Statuette: Vollbluthengst, das königl. preußische Hauptgestüt Graditz c) Bronze=Statuette: Vollblutstute, Ferdinand Werner, Gut Muhlack, Ostpreußen, für den 1jährigen Rapphengst nach Vollbluthengst Mars. d. Bronze=Statuette: Halbbluthengst und Halbblutstute, Paul Friedrichsen, Oster Bargum. B. Geldpreise werden im Betrage von 150 bis 2000 M an 100 Nummern vertheilt. Den höchsten Preis von 2000 □ erhielt R. v. Oppen=Schildens 2jähriger englischer Vollbluthengst„Monkshood“ In dem großen Rinze entwickelt sich täglich in der Zeit von 3 bis 5 Uhr ein herrliches Schauspiel, dem die Elite des Publikums beiwohnt. Daselbst werden die pämüirten Thiere vorgeführt, und ist es eine wahre Augenweide, die edlen Jagdpferde, geritten von Damen und Herren, zu besichtigen, wie Hindernisse beim Reiten mit Eleganz und Leichtigkeit genommen werden. Ein prächtiger Fünferzug aus Wien und vier Viererzüge fesselten die Aufmerksamkeit des Publikums. Wir gehen nun zu Abtheilung II(Rindvieh) über. In dieser ist gleich Greßes geleistet wie in Abtheilung I, auch ist sie sehr reich beschickt. Die Eintheilung der Abtheilung II ist gleichfalls ganz vortrefflich und für den Besucher sehr lehrreich. Es sind zwei Hauptabtheilungen; A. Thiere in Händen deutscher Aussteller. B. Thiere in Händen fremder Aussteller. Unterabtheilungen bei A sind: 1. Norddeutsche und verwandte Racen und Schläge, a. Marschschläge, b. Geestschläge, uns die Sache auch sonst noch bedenklich. Die in Verwesung übergehenden Fische erfüllen die ganze Umgebung des Flusses mit mephitischen Dünsten, das Wasser gleicht einer dicken, schmutzigen, übelriechenden Brühe, in welche selbst die eifrigsten Badeenthusiasten zu begeben sich scheuen. An anderer Stelle erzählen wir heute nach eigener Erfahrung(die Cholera in Aegypten), daß Damiette, welches auch heuer wieder der Choleraheerd wurde, nicht zum geringsten Theil deshalb so ungesund ist, weil die dort verwesenden Fische die Luft verpesten. Wenn wir neulich einen Appell an den Fischereiverein richteten und ihn aufforderten, dem erwähnten Unfug zu steuern, so müssen wir uns heute mit der gleichen Bitte an die Sanitätspolizei wenden.(H. Krsbl.) * Holzminden, 6. Juli.(Weserbrücke.) Wie verlautet, hat das herzogliche Ministerium seine Einwilligung zur Ausführung des von der Firma Ph. Holzmann u. Comp. in Frankfurt a. M. entworfenen Projekts davon abhätgig gemacht, daß einige Abänderungen desselben nach den Festsetzungen der herzoglichen Oberbaubehörde vorgenommen werden. Aeußert sich, was man voraussetzen darf, die Firma in zustimmendem Sinne, so darf die Ausführung des Baues nunmehr als gesichert betrachtet werden, was in Rücksicht auf die gleichzeitige Erbauung der Zuckerfabrik für letztere von besonderer Wichtigkeit ist.(H..) Vermischtes. * Kassel, 6. Juli.(Zum Brandunglück.) Eine schmerzliche Trauernachricht beschäftigt alle Gemüther in unserer Stadt: Das dritte Opfer der Brandkatastrophe vor dem Königsthor, der im besten Mannesalter stehende Fabrikant Mathäus Flach, Theilhaber der Leinenweberei und Segeltuchfabrik Flach und Spitz, ist unter gräß: lichen Qualen den erhaltenen Brandverletzungen erlegen. Bis vorgestern glaubte man sicher, der arg durch Brandwunden zerfleischte Mann würde dem Leben erhalten bleiben, da sich sein Zustand besserte. Erst gestern stellte sich ein akutes Wundfieber ein, das nach furchtbaren Leiden den Tod herbeiführte. So sind denn drei hoffnungsvolle Menschenleben dem Brandunglück zum Opfer gefallen, Prinzipal, Gehilfe und Lehrling. ** * Bad Neuenahr, 2. Juli.(Vom Blitz erschlagen.) Heute Nachmittag entlud sich hier nach langer Dürre ein hefti es Gewitter. Leider hat dasselbe zwei Menschenleben gefordert. Der Blitz traf die Wagenremise des Kurhauses, erschlug den Kutscher und den Fuhrmann des Hauses sammt dem bekannten Schimmel. Einem dabei stehenden Kutscher aus Remagen wurden beide Beine gelähmt. Literatur, Kunst und Wissenschaft. * London, 6. Juli. Wenn Arion, der Töne Meister, noch lebte, würde er sich trotz seiner frühern Erfolge doch über die Macht der modernen Musik, wie sich dieselbe bei der unmusikalischsten Nation der Erde— den guten Engländern— äußert, einigermaßen verwundern. Ob unsere Kölner Gesangesmänner das Eis gebrochen haben, das sich seit einiger Zeit um das Herz dieser von deutscher Musik so sehr erbauten Nation krystallisirt hatte, weiß ich nicht, fest steht jedoch die Thatsache, daß sich seit einiger Zeit ein Umschwung zu Gunstn der guten alten und neuen deutschen klassischen Musik hier bemerkbar macht. So konnte es denn auch nicht Wunder nehmen, daß heute Morgen bei der Ankunft der Regimentsmusik des 95. deutschen Infanterieregiments eine Anzahl Herren der distinquirten Gesellschaft auf c. Andere Schläge nach bestimmten Richtungen gezüchtet, d. Landvieh und Kreuzungen. 2. Mittel= und süddeutsche Schläge. 3. Bisher nicht genannte, nicht deutsche Racen und Schläge. 4. Zuchtkollektionen. Bei den letzteren findet eine Gruppeneintheilung nicht statt. Sämmtliche hir ausgestellten Thiere, mit Ausnahme des Stieres, müssen vom Aussteller gezüchter sein. Jede zur Konkurrenz ausgestellte Kollektion wird in ihrem Werthe als solche und im Vergleich dieses Werthes zu dem anderer ausgestellten Kollektionen beurtheilt. Hauptabtheilung B umfaßt Thiere in fremden Händen und zwar 1. englische und schottische Racen, 2. holländer Racen, 3. schweizer Racen, 4. Jüten und sonstige skandinavische Schläge. Französische sowie österr.=ungarische Racen und Schläge haben wir hier gänzlich vermißt. Eine beachtenswerthe Abtheilung bildet: Gebrauchsvieh. Hier sind Milchkühe ausgestellt, deren Beurtheilung nur auf Grund des Ertrags während der Ausstellung stattfindet. Die Kühe werden im Beisein des betr. Preisrichters alle 12 Stunden gemolken und die Milch wird gewogen. Zu diesem Zwecke wird verlangt, daß die Thiere am Abend rein ausgemolken werden. Die Prämirung noch dem in der Milch enthaltenen Fett= und Käsegehalt mit einem Trockensubstanzgehalt von mindestens 10 Froz findet in einer besonderen Abtheilung sstatt Bei einem Rundgang durch die Reihen des aus: gestellten Viehes finden wir im 1. Stalle die Ostfriesen in sehr guter Qualität. Die Gattung zeichnet sich durch einen feinen Körperbau aus. Der Kopf ist klein und spitz, Hals lang und dünn, Rücken und Stellung der Beine gerade, der Leib ist schlank und mehr schmal, Schenkel sind fein, das Eutec ist groß und feinhäutig, die Haut sein, die Milchgrube groß; die Hörner find dem Bahnhofe der Great Eastern=Bahn sich eingefunden hatten, um diese deutschen Künstler, welche während eines Monats in der Fischereiausstellung concertiren werden, zu begrüßen. Da die Reise von Antwerpen nach Harwich eine ausnehmend ruhige gewesen war, hatte auch Niemand an den Folgen der Seekrankheit zu leiden und die Musiker machten in ihrer kleidsamen Uniform und in den berühmten Pickelhauben einen vorzüglichen Eindruck auf die von überall her zusammenströmenden Citybewohner. Im Vorbeimarsch am Palast des City=Potentaten, des Lord Mayor, spielten unsere Landsleute einen prächtigen Avancirmarsch, der auch den Herrscher der City sofort auf seinen Balkon lockte, von wo aus er diese musikalischen Eroberer Englands freundlich begrüßte. Vor ihrer Abreise von hier wird diese vortreffliche Kapelle auf Wunsch bei den verschiedenen Fürstlichkeiten und den Großen des Landes concertiren und dann ihren Rückweg über Köln nach dem stillen Gotha antreten.(Köln..) Berliner Kurse vom 9. Juli. Deutsche Fonds. 102,25/4½% Brem. 74er Anl.—. 103,754%„„ 80er„—.— 4" Bad. Präm.„ 131.— 4" Baier.„„ 132,75 Deutsche Reichs-Anl. 4½% Preuss. kons.„ 3½„ Staatsschuldsch. 98.50 4" Ostpr. Pfdbr. 101,60 102,10 3½, Pomm. 4„ 4½„„ 4„ neue Posen. „ Westfäl. 4" Westpreuss. 4% Rhein.-Wstf Rtnb. 101.,40 Braunschw 20 Thlr.92.90 Loose 97,10 101,90/3½% Köln-Mind. Loose126,— 102,60 Kurhess. 40Thlr.-„ 298.50 101,25 Meining. 4„„ 28.70 101,503% Oldenburger„ 148.— 101,75/3½% Preus. PrämienOblig 147,75 Ausländische Fonds. 5% Russ. Bodenkred. Pfandbr. 86,— Gömörer„ 100,90 Ital. Rente 91,75 Jersey City New-Yorker 5 5„ 5„ 4„ 5„ 4„ 90 5 5 „„* Raab-Grazer Präm Rumän. Anl. 4½% 4½% Oesterr. Silberrente J/J. 68.— 4½„ Papierrente M/N 67.— 4„„ Goldr. 84,85 5„„ 60r Loos. 122.— Oesterr. 64er Loose 314,70 5% Russ. Stieglitz VI. Ser. 83.40 5„„ 62er Anl. 86.80 5„„ 71er„ 87,55 75er„ 79,90 77er„ 93,90 80er„ 72,50 III Orient. Anl. 56,90 5% Russ. Prämien 66 130.25 Bankaktien. Berg.-Märk. Bank 117.25 Braunschweig-Hannov. Hypoth.-Bank 89,— Bremer Bank 109,10 Deutsche Bank 150,40 Disconto-Gesellschaft 196,10 Essener Creditanstalt 94— Gothaer Grundkr.-Bank 73,50 „„ j u n g e 7 9, 9 0 Hannover’sche Bank 112.25 Eisenbabn-Priortätz-Obligationen 94,— 110.— „„„ 103,80 R " Amortisations Anleihe.... 94,40 Schwed. 75er Anl. 103,10 6% Ung. Goldrente 4„ 102.— 75,75 Köln. Wechslerbank 93,10 Leipz. Disconto-Ges. 107.50 Oesterr. Kreditanstalt 508.50 Preuss. Bodenkreditb. 109.50 „ Hyp. Akt.-Bk. 91,75 „ Hypoth.-Vers. Ges. 90,75 Reichsbank 150,50 Schaffhausen. Bankv. 92.— Westfälische Bank 98,80 4% Aachen-Mastricht 96,40 4½% Bergisch-Märk. I. u. II. Ser. 103.— 4% Elisab. Westb. Goldpr. steuerfrei 91,90 4½% Gal.Karl-Ludwb. 84,30 Eisenbahn-Stammaktien. Aachen-Mastricht 54,60 Bergisch-Märkische 127.25 Bresl.-Schwdn-Freib. 117,90 Dortmund-Enschede 61.60 Gal. C. Ludwb.(gar) 127.— Gotthardbahn 119.— Kronpr. Rudolf(gar.) 71,90 Mainz-Ludwigshaf. Oberschlesische Oesterr. Staatsb. " Südb.(Lomb). Rechte Oder-Uferb. Rheinische Russ. St.-B.(5% gar) Hypotbeken-Certifikate. 4½% Braunsch.-Hann. 102.25 4„ 4 4„ 5% 5„ 5„ 4½n 4„ 4½ 4„ „„ 98.30 Deutsche(Berlin) 102,50 do. 99,10 do. 104,30 Gothaer Präm. I 118.— „„ II 115,20 „ rzb. 110 104,40 „„ 100 96.— Meinunger.. 101,20 „ Präm.—.— „Preuss. Bodencr. V. u. VI. Ser. 103,75 „ Preuss. Bodencr. rzb. 110 110,75 „ do. III„ 100 101,—4½ „ do.„ 100 98,50 Industrielle Gesellschaften. 5% Prss. Centr. Bdnc. rzb. 100 5 do. rzb. 110 do.„ 100 Preuss. Hypoth. Pfdbr. rzb. 120 do.„ 110 do.„ 100 do.„ 100 Preuss. Hypoth. V A. G. Certific. Stettiner Nat. Hyp. rzb. 100 do.„ 110 Schwedische * 72 n 5„ 5„ 4½ 4½ 4½ Aachen-Hougener... 45.— Bochumer Gussstahl 105.50 Bonifacius Bergwerk 78.50 Borussia„ 152,60 Donnersmarkhütte 67,60 Dortm. Union St. Prior. 96.20 Egestorff’s Salzwerke 106,75 Gelsenkirchen... 123.25 Georg Marienh. St. Act. 86.— Hannov. Masch. 14,— do. St. Prior. 94.25 Harkort Bergwerke 70,75 Harpener Bergwerke Hibernia„ Hörder Hütten. conv. Königs- u. Laurah. König Wilhelm Louise Tiefbau Nordd. Lloydaktien Ravensberg. Spinnerei Sächsische Maschinen Vorwärts, Bielef.Spinn. Westfäl. Drahtindustrie Westf. Union St. Prior. 106.75 270,30 558.50 271.— 191,60 164,90 125,20 104,30 °460 103.25 108.75 109.— 101,75 101,50 101.70 101,60 104.— 101.75 118.— 98.30 105,25 132.25 37,20 51.— 127,25 128.— 148.60 113,75 126.— 85.— Marktberichte. Berlin, 9. Juli. Weizen besser, in Juli=August 189,50, per Sept.=Okt. 192,75 M. GSek. 8000 Ztr. Regge. besser, ver Juli=Aug. 146,50, Sept.=Oktbr. 149,— M. Gek— Ztr. Hase fest, ya Juli=Aug. 137,75, Septbr.=Oktbr. 140,— M. Gek 2000 Ztr. Rüböl flau, loko mi Faß 66,—, ohne Faß 65,—, Juli 62,40, Septbr.=Oktbr. 59,20 M. Ger.— Zti. Spiritus fest, loko 57,30, per Juli=August 56,70, Aug.=Sept. 57,—, Sept.=Okt. 51,80 M. Gek 300 0001. Petrrleum still,.ko 23,90 per Sept.=Okt 23,80, Oktbr.=Novbr. 24,20 M. Gek.— Ztr * Köln, 9. Juli. Weizen zienger loco 21,—, fremde: locc 21,—, per Juli 19,30, per Nov. 19,95, Roggen loco 15.—, per Juli 14,—, per Nov. 15,10. Hafer loco 15.—. Rübö loco 36,—, per Oktbr. 31,50. " Neuß, 9. Juli. Weizen à 100 Kilo erster Qualität 20,30 zweiter Qualität 18,30. Landroggen 100 Kilo 1. Qualität 14,60, 2. Qualität 12,60. Wintergerste 14,—. Hafer dr. 100 Kilo 15.—. Kartoffeln 8,50. Heu à 50 Kilo.—. Roggenstroh à 600 Kilo 24.— M. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ztr. M. 70,50, Rüböl per 100 Kilo faßweise 72.—. Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000) Kilo M. 130.—. Kleien per 50 Kilo.40. * Bremen, 9. Juli. Petroleum höher, loco 7 50, per Aug. 7,55, Sept. 7,75, Okt. 7,9), Nov. 8,—, Dez. 8,10. Schmalz Marke Wilcox loco 49¼, per Juli=Aug. 49. * Antwerpen, 9. Juli. Petroleum fest, disp. 18, per Juli 18, Aug. 18½, Septbr. 19½, Okt. 193/4, Septbr.=Dezbr. 19¾ fr. Kaffee behauptet, Verkäufe 1000 B Santos barely good average zu 26 c und 500 B Santos good average zu 27 c. Neueste * Koblenz, 9. Juli. Se. Majestät der Kaiser ist heute Vormittag 8 Uhr mittelst Extrazuges über Mainz nach Karlsruhe abgereist; zur Verabschiedung waren auf dem Rheinbahnhofe die Spitzen der Behörden au, wesend. Gestern hatte Se. Majestät der Theatervorstellung etwa eine Stunde lang beigewohnt.— Die Königin von Rumänien hat sich gestern Abend über hier nach Nürnberg und Wien begeben. * Karlsruhe, 9. Juli. Se. Majestät der Kaiser ist heute Mittag hier eingetroffen und von der großherzoglichen Familie am Bahnhof empfangen worden. Alexandrien, 9. Juli. Vom Sonnabend Abend 9 Uhr bis Sonntag Abend 9 Uhr sind in Damiette 88, in Mansurah 64, in Samanud 9, in Schirbin 7 Personen an der Cholera gestorben. Hier erfolgte in dieser Zeit ein Todesfall an der Cholera; sämmtliche bis jetzt hier vorgekommene Choleraerkrankungen beschränken sich auf das europäische Viertel. Meteorologische Beobachtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg vom 9. Juli. Morgens 8 Uhr. London: Warm. Die Depression im Nordwesten scheint sich weiter über das südliche Nordseegebiet auszubreiten, wo das Barometer allenthalben gefallen ist, während im Südwesten ein barometrisches Maximum in Entwicklung begriffen ist. Bei vorwiegend südlicher bis westlicher, meist leichter bis mässiger Luftströmung ist über Centraleuropa das Wetter theils heiter, theils wolkig bis trübe, ohne erhebliche Niederschläge. Nur in Münster fielen in Begleitung von Gewittern 28 Millimeter Regen. Auch in Kassel und Friedrichshafen fanden Gewitter statt. In Deutschland liegt die Temperatur noch überall über der normalen. Meteorologische Beobachtungen in Detmold. 10. wolkig. Sonnen=Aufgang 3 U 51., Untergang 8 U. 19 M Mondes Aufgang 1042 Mrgs., Untergang 1028 Abds Für den Inseratentheil verantwortlich: A. Mewes in Detmold. kurz und dünn, der Schwanz ist lang und dünn, die Farbe ist schwarz und weiß und roth und weiß. Stall —5 zeigt uns die Oldenburger in vorzüglicher Qualität. Das hier ausgestellte Vieh ist gut gebaut, der Kopf ist klein und wenig breit. Der Hals ist dicker als bei den Ostfriesen, der Leib ist tiefer und voller, Rücken und Schwanzansatz sind gerade, Schenkel und Beine sind kräftig, das Kreuz ist breit, die Hörner sind zumeist ein wenig länger als bei Ostfriesen. Milchspiegel ist breit, Euter groß und feinhäutig, die Milchadern sind sehr kräftig. Die Milchergiebigkeit ist eine sehr gute, die Milch selbst ist fetter als die der meisten Marschracen. Mit größter Fachkenntniß und seltener Energie müssen die Oldenburger Züchter zu Werke gehen, denn die ausgestellten Thiere zeigen in Hinsicht auf das ziel:„vollkommene Ausbildung, Formenschönheit und Feinknochigkeit, ferner höchste Milchergiebigkeit; in dem bisher Erreichten geradezu Bewunderungswürdiges. Da hat Herr Funch aus Loy durch seine ausgestellten Exemplare als Züchter so Großes erreicht, wie wir bisher nicht sahen. Wir gehen in der Abtheilung II(Rindvieh) weiter und fahren mit Besichtigung von Stall—9 fort. Diese enthalten hauptsächlich Thiere holländischer Race, ganz vorzügliche Exemplare. Formen und Aeußeres dieses Biehes gleichen denen der Ostfriesen. Beide sind sehr nahe verwandt. Die Farbe bei den Holländern ist weiß=, roth- und blaubunt, silbergrau, blaugrau und auch mäusegrau. In Südholland sind die Thiere etwas kleiner als in Nordholland. Der Milchertrag ist bekanntlich ein vorzüglicher. In Stall 10 und 11 sehen wir das berühmte Wilstermarschvieh und an dieses reiht sich in den folgenden Stallungen das ihm verwandte Breitenburger Vieh an. Die hier ausgestellten Thiere sind groß und schön, der Kopf ist leicht und proportionirt mit sehr lebhaftem Auge, Hals ist mittelmäßig lang, der Rücken gerade mit breitem Kreuz, der Körper ist lang und tief, die Beine sind gerade und gut in Stellung, die Schenkel sind kräftig, die Knochen breit, Hörner stehen aufwärts, nach Innen ein wenig gebogen; die Farbe ist braun und gelbroth mit großen und kleinen weißen Flecken; ihr Milchertrag ist reichlich und die Milch sehr fett. Weiter sind die Thiere sehr mastfähig und liefern ein sehr vorzügliches Fleisch. Der Breitenburger Viehzuchtverein hat Exemplare in sehr guter Qualität zur Ausstellung gebracht. Dasselbe muß jedoch auch von einem Züchter, Herrn Wendt, Wessel Nachfolger in Breitenburg behauptet werden. In Stall 12 sehen wir das kleine Milchvieh der Angler in edelster Race. Diese Thiere sind zufolge ihrer großen Milchergiebigkeit sehr bekannt und mit Vorliebe gesucht. Als besonders erwähnenswerth sind die Vereinigung der Angler Viehzüchter, sowie die Züchtungen der Herren Schwerdtfeger=Wensin und Lantzius=Marienthal. In die folgende Gruppe„Landvieh oder Kreuzunge.“ sind alle Thiere aufgestellt, welche nicht einer nachweislich so gezüchteten Race, oder einem solchen Stamm angehören. Hier finden wir manch Gutes und auch weniger Gutes in großer Menge vertreten, und kann man aus mancher Kreuzung ersehen und die gute Lehre ziehen, wie nicht gezüchtet werden darf. In Stall 15 finden wir Schweizervieh und in der Gruppe 11 das in Norddeutschland ziemlich unbekannte Alpenvieh aus Graubündten. Dasselbe macht auf den Besucher der Schweizer Märkte in der Regel keinen günstigen Eindruck, weil es von seinen hohen Weideplätzen in den Alpen, woselbst es allen Unbilden der Natur ausgesetzt ist, leichtes Körpergewicht mitbringt und nicht mit dem gemästeten, für die Märkte vorbereiteten, konkurriren kann. Der Sachverständige jedoch zieht, will er kaufen, das magere Alpenvieh mit dem groben Haar dem aufgemästeten vor und wird bei guter Fütterung durch schnelle Zunahme der Thiere reich belohnt.— Leider hält die Brathitze noch immer an und scheint sich die Hoffnung auf einen erquickenden Regen noch nicht erfüllen zu wollen. Ehe wir zu Abtheilung III übergehen, wollen wir hier noch erwähnen, daß das den Thieren gereichte Kraftfutter, Oelkuchen und Mehl, soweit die Aussteller für dasselbe nicht sorgen, von der Firma Karl Hirschberg, Oelmühlen in Hamburg und Itzehoe, angekauft wird. Abtheilung III„Schafe“ ist ebenfalls außerordentlich reich beschickt und ist die Qualität derselben ausgesucht vorzüglich. Auch diese Gruppe ist in 8 Hauptabtheilungen eingetheilt: 1) Merinos, 2) merinoartige Stämme mit besonderer Berücksichtigung der Fleischproduktion, 3) nicht merinoartige FleischschafRacen, 4) deutsche kluftwollige Landschaf= Racen, 5) friesische und ähnliche Marschschaf Racin mit Berücksichtigung der Milchergiebigkeit, 6) Haideschafe, 7) alle hier nicht benannten Schaf=Racen, 8) Zuchtkollektionen. Auf den ersten Blick sieht man, daß die letzten Jahrzehnte auch in der Schafzucht eine großartige Veränderung veranlaßt haben. Früher waren durch knappe Weiden im Sommer und durch Heufütterung im Winter die deutschen Landwirthe angewiesen, nur genügsame Schafe zu züchten. Dies ist durch den Hackfruchtbau wesentlich anders geworden, insofern dem Schafe auch als Fleischschaf mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. In Folge dessen ist die Wolle zwar nicht ganz so fein, jedoch gesunder, kräftiger und länger. Das deutsche Kammwollschaf in seinen verschiedenen Abtheilungen ist an Stelle des französischen Merinos getreten. Auf der Ausstellung finden wir neben Merinos ganz besonders das Cotswold=Schaf, auch Marschschaf genannt, vertreten. Dieses in England schon seit Jahrhunderten wegen seines Wollreichthums und seiner großen Mastfähigkeit angesehene und gesuchte Schaf wurde in Deutschland bald bekannt und bei veränderten landwirthschaftlichen Verhältnissen eingeführt und gezüchtet. Doch sind mit ihm auch Kreuzungen mit fleischleeren, grobknochigen Landracen vorgenommen worden, die sehr befriedigende Resultate ergeben haben. Außerdem übt der Wechsel von Klima und Fütterung durchaus keinen nachtheiligen Einfluß auf diese Race aus, da das Thier sehr kräftig gebaut und wetterhart ist. Der Verein zur Beförderung der Viehzucht, insbesondere der Pferdezucht im Fürstenthum Lippe, veranstaltet seine jährlich wiederkehrende Pramfrung von Zuchtstuten und Fullen pro 1883 am 17. Juli auf dem Bruchmarkte bei Detmold. Am Nachmittage des Tages, 3 Uhr, findet das Wettrkennen u auf dem Rennplatze bei Braunenbruch statt. Das Nähere ergiebt das besondere Renuprogramm. Veuteburger Wald-Feen Unter obigem Namen findet am Sonntag den 15. Juli auf der Bandelwiese am Hermannsdenkmal ein allgemeines Volkswettturnen statt. Geturnt wird in den volksthümlichen Uebungen: chochsprung, Weitsprung, Steinstoßen, Laufen und Ringen. Das Turnen beginnt pünktlich um 2 Uhr und wird gegen 5 Uhr beendet sein. Der Zutritt ist für Jedermann frei. Die mit der Prämiirung verbundene große Verloosung# beginnt Nachmittags. Preis des Looses 3 Mark. Die Gewinne, welche gleich nach der Ziehung in Empfang genommen werden können, bestehen in Pferden, Rindvieh and anderen landwirthschaftlichen Thieren, welche vorzugsweise auf dem Markte unter den aufgetriebenen Thieren von Morgens 7 Uhr an ausgesucht und gegen Baarzahlung angekauft werden. Der Vertrieb der Loose ist dem Bankhause Salomon& Oppenheimer in Detmold sübertragen worden, an das sich auch Wiederverkäufer wenden Verein. Juristen-Conferenz. Da mehrere Collegen verhindert find, an der auf Sonnabend, den 14. d. M. angesetzten Conferenz Theil zu nehmen, wird letztere auf Sonnabend, d. 15. Sept. d. J. verlegt. Detmold, den 9. Juli 1883. Wasserfall, Landgerichts=Präsident. Ein massives Wohnhaus in angenehmer Lage mit großem Hofraum und Garten, welches sich für Privat=Familien sowohl als auch zum Geschäftshause eignet, steht unter der Hand zu verkaufen. Adr. befördert unter M. M. 176 die Expedition dieses Blattes. Frühsahrs= und Hommerpaletots und Amhange, Damensonnenschirme und Entoutcas, owie ein großer Posten seiner Cattune, Satins und Madapolames verkaufe ich der vorgerückten Saison halber bedeutend unter Preis. 300 Möblirtes Zimmer mit Schlafkabinet in einem Hause mit Garten zu miethen gesucht; wenn möglich mit voller Pension. Off. Nr. 178 befördert d. Exp. Ein Knecht gesucht. Ein zuverlässiger Knecht, der mit Pferden umzugehen versteht, auch mit der Ackerwirthschaft bekannt ist, wird auf sofort gegen hohen Lohn gesucht. Reflectirende wollen sich melden bei Ad. Meise Nr. 14 in Schlangen. Seront Dienstag,.10. Juli. d. M. Grosses Militär-Concert ausgeführt von der ganzen Kapelle des 6. Westf. Inf.=Reg. Nr. 55 unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn H. Hubert. Ansang präcis 7½ Uhr. Illumination des Gartens. Entree 50 Pf. 3 Karten 1 M. Karten im Vorverkauf im Odeon zu haben. Blomberger Schützenfest. Zu dem am 12., 13. und 15. Juli d. J. stattfindenden Schützenfest der Junggesellen=Schützenkompagnie ladet ergebenst ein Der Vorstand. Blomberg, im Juli 1883. Filtz-Hüte. Schwarze Filz=Hüte in nurächtem Haasenhaarfilz, sich besonders aus zeichnend durch sehr leichtes Gewicht und Eleganz der Facons, empfiehlt in größter Auswahl und neuesten Fagons Aug. Köster#ow., Hornsche=Str. 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Passagierverträge schließen ab: Die Haupt-Agenturen des Norddeutschen Lloyd: Salomon& Oppenheimer, Detmold, W. Schröter, Lemgo, A. H. Bachrach Ww., Schwalenberg. Die 95. Braunschweig. LandesLotterie, von hoher Herzogl. Regierung genehmigt und garantirt, verloost in 6 Klassen das enorme Kapital von 10 402000 Mark. Auf 100000 Loose kommen 50000 Gewinne und werden gezogen in 1. Klasse 3000 Gew. im Betr. v. 166500 2. Klasse 3000 Gew. im Betr. v. 274500 Jl 3. Klasse 5000 Gew. im Betr. v. 578500 J4 4. Klasse 3000 Gew. im Betr. v. 500000 J 5. Klasse 2000 Gew. im Betr. v. 452500 J 6. Klasse 34000 Gew. u 1 Pr. v. 84 30000 Die Ziehung der 1. findet am 12. und 13. Juli 1883 statt— Es kostet zu derselben ein ganzes Loos K 16.80 „ halbes„„.40 „ viertel„„.20 „ achtel„„.10. Jeder Looszusendung wird der amtliche Plan beigelegt und sofern der Besteller mit dem VerloosungsProgramm nicht zufrieden, das Loos vor Beginn der ersten Ziehung unter Erstattung der bezahlten Einlage zurückgenommen. Bestellungen beliebe man zu richten an die Lotterie=HauptCollecte von N. Reiss, Braunschweig. Comptoir: Packhofstr. 1. des Arehändergälfrigen Bestehens des Gymnasiums zu Lemgo am 18., 19. und 20. Juli 1883. Mittwoch, 18. Juli 1883: Vorfeler. Abends 8 Uhr: Geselliges Zusammensein auf dem Kastanienwalle. Donnerstag, 19. Juli 1883: Hauptfeler. Vorm. 6 Uhr: Reveille, ausgeführt von der Gymnasialkapelle. Vorm. 9 Uhr: Empfang der Gäste auf dem Lippehofe. Vorm. 10 Uhr: Festgottesdienst in der St. NicolaiKirche. Vorm. 11 Uhr: Festact auf dem Lippehofe. Nach Beendigung des Festacts: Festzug durch die Stadt. Nachm. 2 Uhr: Festessen auf dem Kastanienwalle. Nachm. 6 Uhr in der neuen Turnhalle: Schüleraufführung: Festspiel. Aufführung der Antigone. Nachm. 7 Uhr: Concert auf dem Schützenplatze. Freitag, 20. Juli 1883: Nachfeler. Vorm. 8 Uhr: Ausmarsch aller Schulen in den WaldFrühconcert bei Steinmeier und an dem Aussichtsthurme. Kinderbelustigungen etc. Abends 8 Uhr: Ball in der Turnhalle. Bemerkungen: Die Musik an allen drei Tagen wird von der ganzen Kapelle des Paderborner Husarenregiments ausgeführt. Der Preis des trockenen Couverts beim Festessen ist auf 2,50 M festgesetzt. Auswärtige Anmeldungen werden bis 5. Juli von Herrn Oberlehrer Lindemann in Lemgo erbeten. Festkarten, welche zur Theilnahme an sämmtlichen Festlichkeiten berechtigen, kosten 2 M. Tageskarten, welche zur Theilnahme an den Festlichkeiten des Haupttages berechtigen, kosten 1 K. An dem Festessen können nur diejenigen sich betheiligen, welche im Besitze einer Festkarte oder einer Tageskarte sind. Der Preis des Couverts ist ausserdem zu entrichten. Damen und Herren, welche, ohne im Besitze einer Fest- oder Tageskarte zu sein, die Festaufführung besuchen wollen, zahlen 50" Entree. Damen sind im Uebrigen von Bezahlung eines Festbeitrages frei. Herren, welche am Balle theilnehmen, ohne im Besitz einer Festkarte zu sein, zahlen 1 M. 50+ Entree. Die Festkarten können Auswärtige von Herrn Oberlehrer Lindemann gegen portofreie Einsendung des Betrages beziehen. Die verschiedenen Karten sind in der Klingenlberg’schen Hofbuchhandlung in Lemgo und in der Expedition der Lippischen Post zu haben. Das Fest-Comité. Bis zum 23. d. M. steht eine. milchwerdende Kun, Jewerländer=Geblüt, bei Weete zu verkaufen. Keine Gaben an Bettler und Vagabunden, für deren Verpflegung in der Herberge des Vereins„Wilhelmsdorf“ genügend gesorgt ist.