„Die Lippische Landes=Zeitung== erscheint mit Ausnahme der Sonn= und Festtage und werden in derselben die amtlichen Bekanntmachungen des Amtsblattes für dus Fürstenthum Lippe in besonderer Rubrik veröffentlicht. Redaction u. Expedition: Detmold, Leopoldstraße Nr. 117. Abonnementspreis für das Vierteljahr: In Detmold 2 Mark 25 Pf., auswärts durch die Post bezogen 2 M. 60 Pf.,— mit Bestellgeld 3 M. Inserate werden mit 12 Pf. für den Raum der einfachen Corpus=Spaltzeile berechnet. Verantwortlicher Redacteur August Klingenberg. Druck und Verlag der Meyer'schen Hofbuchdruckerei(Gebr. Klingenberg) in Detmold. D1e 145. Sonnabend, 25. Juni. 1985. Peatächer Ladtiog, Abgeordnetenhaus. Sitzung vom 21. Juni. Präsident v. Köller eröffnet die Sitzung um 1¼ Uhr. Am Ministertische mehrere Regierungskommissarien. Abg. v. Ketelholdt hat sein Mandat niedergelegt. Abg. Rin telen(Centrum) ist in das Haus eingetreten. Mehrere Eisenbahn=Verwaltungsberichte werden ohne wesentliche Oebatte für erledigt erklärt.— Die Verfassung der evangelisch=reformirten Kirche in der Provinz Hannover wird in dritter Lesung ohne Debatte unverändert und hierauf auch in der Gesammtabstimmung angenommen. — Es folgt die zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Behandlung der Schulversäumnisse. Minister v. Goßler erklärt, daß er das von der Kommission innegehaltene Prinzip der Vorlage anerkenne und die Rezierung bereit sei, das Gesetz zu akzeptiren, wern nicht Amendements angenommen werden sollten, welche das aufgestellte Prinzip verletzen.— Abg. Dr. Mosler (Centrum) wird gegen das Gesetz stimmen, weil dasselbe über den staatlichen Schulzwang hinausgehe und zu einem staatlichen Schulmonopol führe. Abg. v. WedellPiesdorf(freikonservativ): Die Vorlage hat mit dem inneren Wesen der Schule garnichts zu thun, sie will dem Staate nur die nöthigen Mittel geben, um den Schulzwang praktisch durchzuführen. Abg. Hansen (nationalliberal) spricht sich im gleichen Sinne aus; eine politische Tendenz habe das Gesetz nicht; in der Kommission haben alle Parteien gemeinsam an seinem Zustandekommen mitgewirkt. Abg. Sack(konservativ) beantragt, die Strafbarkeit nur für diejenigen Personen auszusprechen, welche die zu ihrer Hausgenossenschaft gehorenden Kinder nicht zum Schulbesuch anhalten. Die Aogg. Langerhans(Fortschritt) und Enneccerus(nakionalliberal) bekämpfen diesen Antrag, der Industrielle und Prinzipale von der Pflicht, ihre schulpflichtigen Gehülfen zum Unterricht anzuhalten, befreten würde. Der Antrag und mit ihm der§ 1 wird angenommen. § 2 betrifft die zwangsweise Zuführung der Knder zum Unterricht auf Anordnung der Schulbehörde. Abg. Bergenroth beantragt, die Zwangszuführung zu unterlassen, wenn seitens der Angehörigen Widerspruch dagegen erhoben wird. Der ganze Paragraph wird nach kurzer Debatte gestrichen.— Zu§ 3, welcher von den Schulversäumnißstrafen handelt, wird ein Antrag des Abg. Zelle(Fortschritt) angenommen, wonach die Geldbuße in Gemeindearbeit„nur mit Genehmigung" des Verurtheilten umgewandelt werden kann.— Hier wird die Berathung abgebrochen. Nächste Sitzung Freitag 11 Uhr. Tagesordnung: Zweite Berathung der kirchenpolitischen Vorlage. Schluß 4½ Uhr. „„ * Sitzung vom 22. Juni. Präsident v. Köller eröffnet die Sitzung um 11½ Uhr. Die Tribünen sind überfüllt. Am Regierungstische die Minister v. Goßler, v. Puttkamer, v. Bötticher, später auch Dr. Friedberg und mehrere Regierungskommissarien.— Das Haus tritt in die zweite Berathung der kirchenpolitischen Vorlage ein. Zu Art. 1 hat der Abg. Virchow seinen bereits in der Kommission abgelehnten Antrag wieder eingebracht, wonach an Stelle des Art. 1 die Bestimmung gesetzt werden soll, daß die nicht dem Staate angezeigten Geistlichen von allen staatlichen Bezügen und Vorrechten ausgeschlossen bleiben sollen. Abg. Dr. v. Cuny kann zu seinem Bedauern nicht für die Vorlage stimmen; er würde es am liebsten sehen, wenn die Regierung mit dieser Vorlage den Boden der Unterhandlungen mit Rom verließe und die ganze Kirchenfrage im Wege der Gesetzgebang einseitig regelte. Die Verhandlungen mit Rom seien stets verhängnißvoll gewesen. Mit den Bestimmungen der Vorlage wird die Kurie dahin gedrängt, nur noch Hülfsgeistliche und Stellvertreter anzustellen. Auf diesem Wege vermögen wir der Regierung nicht zu folgen. Abg. ReichenspergerOlpe: Die Vorlage kann nur eine Abschlagszahlung sein auf die den Katholiken entzogenen Rechte. Er richte an die Rezierung die Bitte, endlich doch einmal Gebrauch zu machen von den ihr zustehenden diskretionären Rechten bezüglich der Wiederaufnahme der Staatsleistungen für g sperrte Pfarreien. Abg. Dr. Virchow erklätt sich gegen die Bevorzugung einzelner Konfessionen durch den Staat; alle müssen gleich be handelt werden, das bezweckte sein Antrag. Wünschenswerth sei es auch, von der Regierung Aufschluß über ihre nächsten Absichten zur Beseitigung des Kulturkampfes zu erhalten. Abg. Frhr. v. Rauchhaupt(Kons.) wird für die Vorlage stimmen; die Besorgniß wegen Ueberhandnahme der abberufbaren Geistlichen theilt er richt, da dies den Grundsätzen des kanonischen Rechtes widersprechen würde. Abg. Frhr. v. Zedlitz und Neukirch(Freikons.): Die Missionsseelsorge ist allerdings der bedenklichste Moment gegenüber der Vorlage. Für uns ist dieselbe nur annehmbar, wenn ihre Bestimmungen gemildert werden durch die Annahme unseres Antrages, der die Befugnisse der Staatsgewalt erweitern will. Mir ister v. Goßler: Die Vorlage soll das Fundament für einen definitiven Friedensschluß schaffen. Die Bedenklichkeiten wegen der Missionsseelsorger verkennt die Regierung nicht; allein es bleiben ihr immer noch umfangreiche Repressivmaßregeln in den noch bestehenden Maigesetzen. Abg. Windthorst wird mit seinen Freunden einmüthig für die Kommissionsfassung stimmen. Es widerspricht dem Interesse der Kirche und dem kanonischen Rechte, zahlreiche Hülfsgeistliche und Stellvertreter anzustellen. Ohne Einwilligung der Kurie können wir keinen Frieden schließen. Möge die Regierung bald mit weiteren Vorlagen in dieser Richtung kommen. Den Herren von der Rechten danke ich für ihre Unterstützung; wir werden dieses Zusammenzehen bei anderer Gelegenheit ebenfalls bethätigen.— Hierauf wird der Antrag Virchow abgelehnt, der Art. 1 in namentlicher Abstimmung mit 245 gegen 87 Stimmen angenommen.— Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Sonnabend 11 Uhr. Fortsetzung der soeben abgebrochenen Berathung, Schleswigsche Eisenbahnvorlage und Schulversäumnißvorlage. Schluß 4¾ Uhr. Deutsches Reich. * Berlin, 22. Juni.(Streitigkeiten wegen Verletzung des Musterschutzgesetzes.) Bekanntlich bestehen für die Strafsachen und Streitigkeiten wegen Verletzung des Musterschutzgesetzes in der ganzenpreußischen Monarchie sogenannte Sachverständigenvereine, welche über die Nachbildung von Mustern und Modellen Gutachten abzugeben haben. In der Regel wird bei jeder Strafsache wegen Verletzung des Musterschutzgesetzes seitens der Staatsanwaltschaft das Einschreiten von dem vorher eingeholten Gutachten des Sachverständigenvereins abhängig gemacht. In Folge dessen werden die Sachverständigenvereine von den aus der ganzen Monarchie bei ihnen einlaufenden Sachen so sehr in Anspruch genommen, daß die Erledigung jeder einzelnen Sache eine bedeutende Verzögerung erfährt und bereits vielfach Klagen über Verschleppung der in Rede stehenden Strafsachen laut geworden sind. Es ist deshalb, wie verlautet, in Anregung gekommen, in allen Provinzen der Monarchie für die Strafsachen und Streitigkeiten wegen Verletzung Sein eigen Blut. Aus den Papieren eines Kriminalisten von N. I. Anders. (1. Fortsetzung.) Nachdem ich eingetreten, bestellte ich ein Glas Wein und nahm mir nun erst Zeit, die Umgebung zu mustern. Was doch einzelne Worte für sonderbare Wirkungen hervorbringen! Das Wort Wein sollte es mir sogleich zeigen. Dieses Getränk wurde wohl hier selten bestellt, und ich hatte es auch mehr gewohnheitsmäßig ausgesprochen, als in der Hoffnung, daß meinem Verlangen willfahrt werde, denn es sah mir nicht danach aus, als ob der Wirth auf dergleichen Extravaganzen eingerichtet sein könnte. Ich hatte den guten Mann schwer verkannt. Ein wohlgefälliges Lächeln schwebte auf seinen Lippen, wähe rend er mit einer Behendigkeit, die man seiner Beleibtheit kaum zugetraut hätte, gleich darauf aus dem Zimmer trippelte, um das Verlangte herb. izuholen. Ich befand mich, wie ich glaubte, allein. Unruhig Sritt ich auf und nieder, unruhig, denn ich konnte die ze kaum erwarten, meinem Ziele nähergerückt zu Ein, das heißt das Städtchen L. zu erreichen. In diesem dessenblicke wäre mir jede Unterhaltung lieb gewesen, enn hier erst, meinem Ziel so nahe, empfand ich die Einsamkeit hart. ..der Wirth war wieder zurückgekehrt, stellte mit aus diesmal höflichen Verbeugung Flasche und Glas munige“ Tisch, entkorkte dieselbe, und sprach dann erHerrs. Lassen Sie sich's gut bekommen, gnädiger ., weit war ich schon durch die einfache Bestellung in seiner Achtung gestiegen. is ast„is zwar nur ein einfacher Landwein, aber er ist aut und unverfälscht und thut bessere Dienste als manche Sorten, die unter hochtrabenden Namen versendet werden und die den Ursprung ihrer Bestandtheile doch in den Spiritusbrennereien zu suchen haben.“ „Schon gut, mein Freund!“ antwortete ich kurz und machte mich daran, die Flasche zu entkorken, um meiner lechzenden Zunge den so trefflich angepriesenen Labetrunk näher zu bringen. Der Wirth hatte das Zimmer wieder verlassen, und nur das einförmige Ticken des Pendels einer alten Schwarzwälder=Uhr war das einzige Lebenszeichen, das ich vernehmen konnte. Eben hatte ich das Glas zum Munde geführt, als ich durch ein ve nehmliches Husten unterbrochen wurde. Dasselbe kam aus einer Ecke des Zimmers, aber mit solcher Vehemenz, als hätte der Ruhestörer es direkt darauf abgesehen, mir Schrecken einzuflößen. Unwillküt lich blickte ich auf. Das Zimmer war so finster, daß man seibst einen Menschen darin nur mit Mühe auffinden konnte, denn der Wirth hatte es wohl nicht für nöthig gehalten, für den einen Passagier, der sich nur wenige Minuten aufhielt, Licht herbeizuschaffen. „Wohl bekomm'!“ zief ein Unbekannter, der sich, wie ich jetzt entdeckte, ein Plätzchen in einer Nische hinter dem Ofen ausgesucht hatte.„Der Wirth hat Recht, es ist guter Landwein, und ich selbst ziehe ihn anderen Weinen bei Weitem vor, das dürfen Sie glauben, und da Unsereins auch viel umkerkommt in der Welt, so ist auf mein Wort in dieser Beziehung wohl etwas zu geben.“ Unwillkürlich mußte ich laut auflachen. Die Art der Bekanntschaft mit dem Herrn, der jetzt aus der Ofenecke hervorkam, so daß ich ihn in der Finsterniß wenigstens oberflächlich sehen konnte, war doch zu originell, als daß es nicht meine Lachmuskeln reizen mußte. „Bitte, wollen Sie nicht an meinem Tisch Platz nehmen?“ fragte ich freundlich einladend.„Der Wirth hat mich hier in der Hoffnung, daß ich mich in der Gesellschaft seines guten Landweines entschädige, ganz all. in gelassen. Indessen zu einem Glase guten Weins gehört zunächst, wenn er behagen soll, auch eine gute Gesellschaft, und da ich voraussetze, daß Sie es mir nicht abschlagen werden, einige Minuten mit mir zu plaudern, so erlaube ich mir, Sie einzuladen, mein Gast zu sein.“ Der Fremde kam dieser Aufforderung bereitwillig nach. Bald war die erste und nothwendigste Ceremonie, die der gegenseitigen Vorstellung beendet, und wenn ich auch, wie das in der Natur der Sache lag, demselben meine Stellung und meinen amtlichen Charakter verschweigen mußte, so hatte ich doch erfahren, wen Fortung mir hier als Gesellschafter in den Weg geführt hatte. Mein Gast war ein simpler Frachtfuhrmann von der Sorte, wie sie damals noch die Chausseen und Landwege überall bevölkerten. Ec fuhr seit zwanzig Jahren und darüber in dieser Gegend, kannte jeden Baum, jeden Strauch, wozu allerdings bei der spärlichen Flora nicht viel Gedächtniß gehörte, aber er kannte auch die Menschen auf Meiln in der Runde, und insofern war er ganz geeignet, mein lebhaftestes Interesse zu erregen. Er kannte auch das Städtchen., desgleichen den vor zwei Tagen daselbst ermordeten Pfarrer, und das hatte für mich einen ganz bedeutenden Werth. Ich hatte sofort beschlossen, ihn über nichts auszufragen. Ich wußte ja, daß ein derartiges Ereigniß nicht auf Tage, nein, auf Monate die Gemüther erregt, und war der festen Ueberzeugung, daß mein neuer Freund auch ohne meine Aufforderung bald genug von dem seltenen Ereignisse sprechen würde. Ich hatte mich nicht getäuscht. „Sie reisen nach.?“ fragte er, als er kaum das erste Glas geleert hatte.„Da werden Sie heute viel Unterhaltung finden!"(Fortsetzung folgt.) des Musterschutzgesetzes gewerbliche Sachverständigenvereine zu errichten. Es scheint aber diesem Vorschlage nicht Rechnung getragen werden zu sollen. *—(Vorbeugungsmaßregeln gegen ansteckende Krankheiten.) Aus dem Schooße der „Berliner Medizinischen Gesellschaft“, welche die ersten Namen der medizinischen Wissenschaft zu den ihrigen zählt, ist eine Erweiterung und Verschärfung der polizeilichen Bestimmungen über die Anzeige von ansteckenden Krankheiten, sowie über die vorbauenden Mittel angeregt worden und es wird schon binnen Kurzem eine entsprechend motivirte Eingabe zuständigen Orts übergeben werden. Man geht dabei von der Ansicht aus, daß sich das epidemische Auftreten der Kinderkrankheiten, wie Masern, Scharlach und auch Diphtherie, sehr wohl einschränken lassen könnte, wenn den Eltern unter Strafandrohung geboten würde, die Geschwister der erkrankten Kinder unverzüglich von der Schule fernzuhalten, und wenn außerdem die Aerzte, ebenfalls unter Strafandrohung, sofort auch von diesen Krankheiten, ganz wie bei dem Austreten von Pocken, Cholera und Typhus, Anzeige zu erstatten hätten. Vielleicht gelingt es, diese heilsamen und verhältnißmäßig leicht durchführbaren Vorschläge in Kraft treten zu lassen, noch bevor die allgemeine Regelung der einschlägigen Materie in dem schon seit lange beabsichtigten Seuchengesetz erfolgen kann. * Emden, 21. Juni.(Heringsfang.) Laut in Blaardingen empfangenen telegraphischen Berichts von Lerwick waren am Sonnadend, den 17.., durch sämmtliche holländische Heringsfischer, etwa 150 Fahrzeuge, nur erst 40 Tonnen Heringe gefangen und der erste Jager war damit noch nicht abgesegelt. Der Heringsfang scheint deshalb noch sehr ungünstig zu sein. * Bremen, 21. Juni.(Dampfer Fulda. Englisches Geschwader.) Laut Depesche aus Newyork ist der Norddeutsche Lloyddampfer„Fulda“ in den Kajüten vollbesetzt von dort nach der Weser gestern abgegangen.— Wie wir hören, wird Herr Kapitän Leist, der Führer der„Fulda“, sich nach seiner Rückkehr nach England begeben, um die Ausführung der beiden dort für den Norddeutschen Lloyd im Bau begriffenen Dawpser„Eider" und„Ems“ zu überwachen. Herr Kapitän Undütsch wird dann die Führung der„Fulda“ erhalten. Wie Hamburger Blätter melden, wird vom 24. bis 26. Juni das Reservegeschwader der englischen Panzerflotte in der Stärke von sieben Schiffen unter Befehl des Admirals Sir A. Hoskins bei Helgoland vor Anker gehen. Passagiere, die am Sonnabend nach Helgoland kommen, werden also am Sonntag die Ankunft des englischen Geschwaders ansehen können.(Wes. Ztg.) * Münster, 19. Juni.(Berordnung.) Der „Westf. Merkur“ macht Besitzer von bissigen Hofhunden aufmerksam darauf, daß Briefträger ein Gehöft, wo ein solcher Hund frei umherläuft, nicht zu betreten brauchen und event. die betreffenden Postsachen als nunbestellbar: behandeln können. Hessen. * Darmstadt, 16. Juni.(Die„Hessische Landes. zeitung") bringt heute an der Spitze des Hauptblattes Eine Wanderung durch die Hygiene=Ausstellung. Von Paul Lindenberg. VII.(Nachdruck verboten.) (Schluß.) Welch' eine Veränderung ist mit der Hygiene=Ausstellung vorgegangen, seitdem wir sie vor vier Wochen betreten und jetzt!— Schon damals präsentirte sie sich ja in prächtiger Gestalt, aber in dem seit ihrer Eröffnung vergangenen Monat ist aus der Knospe eine volle herrliche Blume geworden; die belebenden wärmenden Strahlen der Sonne und die fleißigen Hände Hunderter von Arbeitern haben diese Metamorphose hervorgerufen. Frei und offen, ohne lästige und störende Gerüste, ragt jetzt stolz die gewaltige Kuppel zum blauen Himmel empor, der goldene Sonnenstrahlen herabsendet, die blitzend und flimmernd über den gewaltigen Glaspalast huschen und ihn oft in ein Meer von blendender Lichtfluth kleiden. Und nun draußen der Au stellungsplatz selbst! Wer wollte jenen öden Fleck, der sich einst hier an der Stadtbahn entlangzog, wiedererkennen!— tropisch haben sich die Pflanzen und Anlagen entwickelt. Welch' üppige, hochaufstrebende Blattgewähse umranken die sprudelnde, plätschernde Kaskade und den Teich, wie buntfarbig heben sich die mannigfaltigen Blumen von den smaragdgrünen Grasteppichen ab, welch' schönen und vollen Hintergrund bilden die Sträucher und Bäume zu den kleinen Bildwerken aus Gips und Thon!— Und auf den kiesbestreuten, breiten Wegen wandeln Tausende und Abertausende von Menschen auf und nieder, plaudernd, lachend, scherzend, aber auch aufmerksam die zierlichen Pavillons, die koquetten Kiosken, die vielen anderen im Freien befindlichen Gegenstände betrachtend und kritisirend. Und von den todten Gegenständen wird die Kritik auf die Lebenden üb.rtragen, und die berühmte Läster=Allee des Zoologischen Gartens hat hier draußen eine gefährliche Konkurrentin gefunden. Es giebt ja in der jede Minute sich kaleidoskopartig verändernden Menschenmenge genug zum Betrachten und Beschauen, zum Prüfen und zum Entdecken, zu Medisiren und Ironisiren, und die Toile ten, von den extravagantesten eine Abonnementseinladung, die dadurch Interesse erweckt, als sie den Wechsel des Besitzers, der nicht namhaft gemicht wird, und einen Wechsel der Tendenz anzeigt. Das genannte Blatt will sich fürderhin der deutschen Fortschrittspartei anschließen, der es„bislang an einem Organ in Hessens Hauptstadt gefehlt hat.“ Motivirt wird dieser Entschluß damit, daß jetzt die Verschmelzung aller freisinnigen Elemente zu neiner großen liberalen Partei ferner liege denn je“, während andererseits die Parteiverschiebung nach links und rechts immer mehr zu Tage trete.(Rh..) Frankreich. * Paris, 20. Juni.(Demantelirung der Fortifikationsmauer.) Der Antrag Nadaud betreffend die partielle Demantelirung der Forttfikationsmauer wurde zurückgezogen, nachdem der Kriegsminister Thibaudin in der Kommission sein Verbleiben im Amte von dieser Maßregel abhängig machte. *—(Rückberufung der chinesischen Handelsschiffe.) Die chinesische Regierung fordert sämmtliche unter der chinesischen Flagge fahrenden Handelsschiffe zur schleunigen Heimkehr auf. Dänemark. * Kopenhagen, 20. Juni.(Gerücht.) Wie man dem„Berl. Börs.=Cour." mittheilt, zirkulirt hier das Gerücht von einer Verlobung der zweiten Tochter des deutschen Kronprinzen mit dem Prinzen Waldemar von Dänemark, ein Gerücht, das allerdings mit Reserve aufgenommen werden müsse. Schweden und Norwegen. * Christiania, 20. Juni.(Das Storthing) lehnte mit 80 gegen 32 Stimmen den Antrag ab, die Apanage des Kronprinzen um 50000 Kronen zu erhöhen. Griechenland. * Athen, 20. Juni(Anarchistische Plakate) wurden hier verbreitet, welche drohen, den Königsplatz und die antiken Denkmäler in die Luft zu sprengen. dem Fürsteuthum Lippe und Umgegend. * Detmold, 23. Juni.(Ovation.) Zum ersten Male nach monatelangem schweren Krankealager war es, als Ihre Großherzogliche Hoheit die Fürstin gestern Nachmittag mit Ihrem Hohen Gemahl wieder ausfuhr um im idyllischen Jagdschloß Lopshorn einige Zeit der Sommerfrische zu leben und dort völlige Stärkung der durch die langwierige Krankheit so sehr geschwächten Kräfte wieder zu erlangen. Zur Feier dieses frohen Ereignisses waren die Straßen, welche die hohen Herrschaften passirten, mit Fahnen und Guirland.n aufs Reichste geschmückt und hatte die gesammte Schuljugend Detwolds längs der Ameide und des Walles Spalier gebildet, während das Offizierkorps der alten und der jungen Schützen an der Turbine Aufstellung genemmen. Eine zahllose Menschenmasse wogte in den Straßen am Wall, der Allie und Neustadt auf und ab und endloser Jubel erscholl, als der fürstliche Wagen, noch gewohnter Weise von Sr. Durchlaucht selbst gefahrer, mit der Hohen Genesenen nahte. Zahllose Bouquets wurden Ihr von den Kindern dargereicht und Blumen aus den bis zu den einfachsten, müssen am meisten darunter leiden. Dann tauchen auch hin und wieder Erscheinungen auf, die allgemein auffall n: der Herr Pfarrer aus den Reichslanden, ein Trupp schwäbischer Bäuerlein, eine Anzahl frommer Ordensschwestern, der Kleinstädter mit seiner Gattin, wie ihn Hendschel nicht besser malen könrte, und im grellen Gegensatz dazu mehrere säbelklirrende ordengesch ückte freemdländische Offiziere, deren eleganten Erscheinungen manch' schönes Frau nauge wohlgefällig folgt, wohlgefällizer wie den schwächlichen zopigeschmückten Figuren der Chinesen, die in ihren langen kaftanartigen seidenen Gewändern acht= und planlos durch die Schaar der Neugierigen wandelv. Und über diesem abwechselungsvollem Bilde spannt sich ein seit Wochen fast wolkenlos blauer Himmel aus, von den Orchestern her erschallen die heiteren Operetten=Weisen, nach deren Klängen manch' zartes Füßchen sich im Winter im Tanz gedreht, überall erblickt man frohe Mienen, hört man helles Lachen, kurz, Alles ist Freude, Lust, Lebensmuth! Doch über alle Dem dürfen wir nicht verzessen, daß wir mit unserer Wanderung noch nicht zu Ende sind und noch einen Rundgang im Freien vor uns haben. Wenden wir uns nach dem Haupteingang zurück, so fällt uns rechts von demselben ein schmuckes Häuschen in die Augen; es birgt die Kollektiv= ausstellung der Königin=Marienhütte zu Kainsdorf in Sachsen und des Vereins für bergbauliche Interessen in Zwickau. Die Ausstellung ist vortrefflich arrangirt und sehr mannigfaltig. Wir finden da neben gußeisernen Möbeln desgleichen Oefen für Gefängnißzellen und Irrenanstalten, gewaltige Muffenrohre und Ueberflurhydranten, Küchenausgüsse und Wandbrunnen und vieles Aehnliche mihr, daneben Photographien, z. B. der Elbbrücken bei Riesa und bei Schandau, welche in der Königin=Marienhütte hergestellt wurden. Vorzüglich sind die Modelle des Vereins für bergbauliche Interessen in Zwickau, z. B. einer D ppelventilator=, wie einer Luftkompressionsanlage, dann einer maschinellen Streckenförderung und eines Fördergerüstes mit Menzel'scher Fangvorrichtung; neben dem Häuschen sind zwei Py amiden, die eine aus Schmelzmaterial und Bergprodukten, die andere aus Steinkohlen, errichtet. dichtbesetzten Fensteln und von den Balkonen geworfen. Sichtlich bewegt dankte die Hohe Frau nach allen Seiten ud besonders den Kindern nickte Sie freundlich zu. Am Büchenberge intonirte die Regimentsmusik den Marsch des 55. Regiments. Das war eine Huldigung des Volkes und aus dem Volke heraus so recht von Herzen dargebracht und zeugte von der tiefen Liebe und Verehrung, welche die Detmolder Bürgerschaft für ihre Landesmutter hegt. Möge Gott, der die Fürstin aus so schwerer Gefahr errettet, Sie uns noch recht lange erhalten Ihrem Hohen Gemahl zur Freude und dem ginzen Volke zum Segen. * Detmold, 22. Juni.(Unglücksfall.) Gestern Mittag gerieth in der Nähe der Actienbierbrauerei der Kaecht des Maurermeisters Schlüter, Namens Eikmeyer aus Meiersfeld, durch einen unglücklichen Zufall unter die Räder eines von ihm gefahrenen Steinwagens und wurden demselben beide Beine überfahren. Nachdem der Unglückliche ins Landkrankenhaus geschafft worden, wurde ihm dort kurz darauf der rechte Oberschenkel und der linke Unterschenkel amputirt. Eikmeyer ist verheirathet und hat drei unmündige Kinder; die Familie kommt durch diesen Unglücksfall in eine sehr bedrängte Lage und wäre es hier wohl angebracht derselben Unterstützungen zukommen zu lassen. Die Redaktion dieser Zeitung ist gern bereit etwaige milde Gaben der unglücklichen, auf lange Zeit ihres Einährers beraubten Familie, zu übermitteln. * Detmold, 22. Mai.(Verunreinigung der öffentlichen Kanäle.) Kürzlich wurde in dieser Zeitung(Nr. 116) mitgetheilt, daß unter Betheiligung von Vertretern der Reichsregierung in Aussicht genommene Berathungen der Petitionskommission des Reichstages über eine Petition des Architekten= und Ingenieucvereins wegen Erlasses reichsgesetzlicher Vorschriften über die Behandlung der Wasserläufe auch die für Städte so wichtige Flußverunreinigungsfrage berühren müssen, die noch immer nicht reichsgesetzlich geregelt ist, sondern zum größten Theil in einzelnstaatlichen Verordnungen eine ganz ungenügende Lösung gefunden hat. Nach einem Gutachten der preußischen wissenschaftlichen Deputation wird es für verwerflich erachiet, menschliche Abfallstoffe aus Wasserklosets 2c. durch Kanäle in die Flüsse 32 leiten. Es wäre nun wohl endlich Zeit, daß auch in unserer Stadt seitens der betr. Behörden ermittelt würde, in wieviel Fällen feste Substanzen aus Kloaken in die öffentlichen Kanäle geleitet werden und veranlaßt würde, diese den Gesundheitszustand der Stadt höchst gefährdende Einrichtung gründlich zu bebeseitigen. In§ 45, Absatz 3 unserer Baupolizeiordnung heißt es allerdings:„Die Ableitung der festen Substanzen aus den Kloaken und Mistgruben, sowie der s. g. Fegedreck in die öffentlichen Kanäle, mittelst absichtlich bewerkstelligter Verflüssigung derselben, ist verboten; diese Verordnung ist jedoch hier bis jetzt nicht überall durchgeführt. * Lage, 22. Juni.(Eisenbahnbau.) Wie die neue Börsenzeitung vom 16. ds. berichtet, hat der Eisenbahnminister den Auftrag gegeben, die Eisenbahnlinie Lage=Hameln sofort in Angriff zu nehmen.(Wir wollen Damit die Besucher der Ausstellung sich recht das Leben„versüßen“ können, hat der Verband deutscher Chokoladenfabrikanten sein vorübergehendes Heim gleich dicht neben dem Eingang aufgeschlagen und dort alle jene Leckereien ausgebreitet, welche des Kindes Augen und Magen so sehr erfreuen. Auf der anderen Seite des Einganges prangen in glänzenden Umhüllungen die verschiedenen Liebig'schen Präparate. Gehen wir an den Stadtbahnbögen entlang, so stoßen wir auf eine Anzahl ganz kolossaler eiserner Rohre aus der Hallbergerhütte bei Saarbrücken und dem Eisenwerk Gröditz, die speziell für Wasserleitungsanlagen bestimmt sind. Dicht dabei befindet sich eine Badeanstalt en miniature mit auf das Bequemste eingerichteten Damenund Herrenbädern, wie Deuchen. Viele der Besucher werden in den heißen Sommertagen von dieser wohlthätigen Einrichtung Gebrauch machen. Gegenüber befindet sich das Zimmer einer Schulbaracke mit Dr. A. Baginsky's Mustereinrichtung; diese Bänke und Tiche sind wirklich musterhaft erbaut; eine einfache Mechanik gestattet ein Höher= und Niederschrauben, so daß die gebeugte Haltung der Kinder vernlieden wird. Natürlich ist der Preis ein bei Weitem theuerer wie bei den jetzt gebräuchlichen Klassen=Einrichtungen. Ein merkwürdiges, aber sehr interessantes Ausstellungsobjekt bildet ein ganz kolossaler zerplatzter Dampfkessel, der seinen Platz dicht vor der Eisenbahnhalle gefunden hat. Die letztere ist mit einer sehr bedeutenden Anzahl der verschiedenartigsten Waggons angefüllt. Den Hauptrang nehmen natürlich die in direkter Verbindung mit der Hygiene stehenden Wagen ein, wo in erster Linie die Verwundeten und Krankenwagen, dann die Sanitäts=, Küchen= und Kochwagen, die mit allen nur denkbaren Geräthschaften und Apparaten angefüllt sind; die Reichhaltigkeit derselben bei dem Kochwagen setzt uns speziell in Erstaunen. Ungemein praktisch sind die Butter=, Bier= und Milchwagen erbaut, ebenso die EtagenViehwagen. Selbstverständlich sind auch Personenwagen vorhanden, unter denen die Waggons der „Compagnie international de Wagons lits“ den Hauptrang einnehmen; sie sind mit einem Luxus versehen, der alles bisher auf diesem Gebiete Dagewesene in den Schatten stellt. Jeder Wagen bildet einen vor hoffen, daß diese Nachricht keine Ente ist, welche die Börsenzeitung hat fliegen lassen. D. Red.) Blomberg, 21. Juni.(Landwirthschaftliche Exkursion.) Freitag, den 13. Juli wird der landwirthschaftliche Verein Blomberg=Schieder eine gemein schaftliche Exkursion zu Wagen durch den Vereinsbezirk unternehmen. Die Abfahrt der Theilnehmer findet 8½ von Borkhausen statt über Belle, Reelkirchen, Herrentrup, Siebenhöfen nach Blomberg. Ankunft auf der Meierei daselbst gegen 12 Uhr; Besichtigung der dortigen Wirthschaft und des Gutes Nassengrund. Weiterfahrt von hier durch den städtischen Forst über Siekhol; nach Mierei Schieder. Besichtigung der dor tigen Wirthschaft. Nachmittags sechs Uhr findet gemeinschaftliches Essen, Abends halb acht Konzert im Gasthofe zu Schieder statt. Wenn derartige Exkursionen hier auch noch neu sind, so steht doch eine zahlreiche Betheiligung der Vereinsmitglieder in sicherer Aussicht. Wie wir bestimmt wissen, ist eine Theilnahme der Landwirthe außerhalb des Vereinsbezirkes, sowie aller, die sich für die Landwitthschaft interessiren, sehr willkommen. Die Theilnahme an der Exkursion dürfte gerade jetzt, wo es sich im hiesigen Lande überall regt mit der Neigung zum Rübenbau, um so mehr Interesse bieten, als außer der Domäne Varenholz der hiesige Vereinsbezirk im Lande der einzige ist, wo Rübenbau in ausgedehntem Maßstabe und zwar schon länger betrieben wird. Wir wünschen der Exkursion eine recht zahlreiche Betheiligung und Begünstigung durch das Wetter, damit der Tag den Theilnehmern ein angenehmer und eine öftere Wiederholung solcher Exkursionen auch hier ein Mittel werde, das landwirthschaftliche Vereinsleben zu heben und die Landwirthe zur Nachahmung etwa sichtbarer Erfolge anzuregen. Wir sind überzeugt, daß der zur Führung der Exkursion erwählte Herr Oberbracht zu Siebenhöfen alles Nöthige für auswärtige sich zur Theilnahme Meldende gern besorgen wird; doch dürfte eine Anmeldung jedenfalls bis zum 8. Juli erwünscht sein. * Bielefeld, 21. Juni.(Plötzlicher Tod.) Die gestern gebrachte Nachricht über den Tod des Vollziehungsbeamten B. vervollständigt das„Bielef. Tagbl.“ dahin, daß der Verstorbene im sog. Flachsbache, einer kaum 6 Zoll tiefen Wasserlache aufgefunden worden ist Da nach ärztlichem Ausspruch unter diesen Umständen die Ausführung eines Selbstmordes zu den Unmöglichkeiten gehört, Verletzungen an der Leiche aber weiter nicht zu konstatiren sind, so ist der Tod auf innere Ursachen zurückzuführen.—.rmuthlich hat sich der Bedauernswerthe, welcher die Nacht vorher schon über heftiges Kopfweh geklagt, von einem plötzlichen Unwohlsein befallen, in dortige Gegend verloren, woselbst er mit Wasser sich hat die Stirne kühlen wollen, und ist Larauf in Folge eines Gehirnschlages verstorben. Hameln, 19. Juni.(Verein für FremdenVerkehr.) Neben den vielen hier besteheaden Vereinen, Eeiche gemeinnützigen Zwecken dienen, hat sich kürzlich auch noch ein Verein für Fremdenverkehr und Industrie tonstituirt. Der gemeinnützige Zweck dieses Vereins ist, den hiesigen schon bedeutenden Fremdenverkehr noch weiter zu heben, die Niederlassung auswärtiger Familien nehmen Salon mit weichen dichten Teppichen, die Wände schmücken japanische, mit Goldpressung versehene Ledertapeten, ebenso sind die vor den MahagoniKlapptischen stehenden Stühle mit goldgepreßtem, weichem Leder überzogen. Kronen aus Bronze, die mit Gas erleuchtet werden, hängen von den Dicken herab, starke Spiegelscheiben bilden die Fenster. Das Schlafgemach ist unendlich behaglich, der Speise=Salon übertrieben luxuriös eingerichtet; wahrlich, in einem Reisen Zuge läßt man sich ein tage= und wochenlanges beeitsen schon gefallen. An dem einen Ende der Halle sinden wir noch eine Kollektion der verschiedensten Bremsen und Lokomotiv Einrichtungen. Verlassen wir die Halle und passiren den hier befindlichen Durchgang der Stadtbahnbögen, so erregt senseits der letzteren ein, wir möchten sagen: tempelartiger Bau unsere Aufmerksamkeit. Wenn wir die Treppe emporsteigen, befinden wir uns in der ersten Etage, von wo aus der Sarg in den Raum, in welchem der Todte in Folge erhitzter Luft zu Asche wird, herabgelassen wird. Unten im Souterrain können wir die Einrichtung des Ofens näher in Anschauung nehmen. Der Berliner nennt die Leichenverbrennungs=Methode die„gesündeste Todtenbestattung", und in dieser rasch zum geflügelten Wort gewordenen Bimerkung liegt viel Wahres. Wer nach dem Besuch des Tempels sich von seinen Todesgedanken befreien und durch realere Dinge baran erinnern möchte, daß„das Leben doch schön sei“, braucht nur an einzelnen zur Seite befindlichen Maschinen= Gebäuden und Modellen von Kanalisationsutrag, vorüberzugehen und er kommt dann in die schene Ecken, wie wir diesen Platz im Gegensatz zu ninna zitirten und vielbesuchten„nassen Dreieck“ aber; möchten, denn es giebt hier genug zu essen, desto weniger zu trinken. we) Duerst erreichen wir das zierliche Gebäude, in dem uns eine Berliner Volsküche veranschaulicht wird. „Wir geben hier nicht Bier und Wein, Noch Süßigkeiten und Leckerei'n; Doch uns're Kost giebt Muth und Kraft Dem, der mit Fleiß die Arbeit schafft!“ stehl über dem Eingange und sagt uns der kleine Vers, was wir hier also zu erwarten haben. Die peinlichste in unserer Stadt zu befördern und die Neubegründung industrieller Geschäfte zu unterstützen,— Alles das, durch Auskunftsertheilung, Rath und Organisation der Mittel für die Interessen der Fremden z. B. durch Taxbestimmungen aller Art, Anstellung von Fremdenführern, Gepäckträgern, Exkursionskarten u. s. w. Das Vorhandensein der günstigen Vorbedingungen für einen großen Fremdenverkehr und für neue industrielle Unternehmungen läßt einen derartigen Verein als durchaus zeitgemäß erscheinen. Marktberichte. * Berlin, 22. Juni. Weizen still, per Juni=Juli 187,—, per Sept.=Okt. 193,50 M. Gek. 100 Ztr. Rogzen befestigend, per Juni=Juli 146,50, Sept.=Okibr. 149,50 M. Gek. 1000 Ztr. pafer ruhig, per Juni=Juli 133,70, Septbr.=Oktbr. 137,75 M. er 2000 Ztr. Rüböl schwankend, loko mit Faß 74,—, ohne Faß 73,—, per Juni 74,50, Septbr.=Oktbr. 60,80 M. Gek. 400 Ztr. Spiritus ermattend, loko 57,40, per Juni=Juli 57,—, Aug.=Sept. 57,50, Sept.=Okt. 54,50 M. Gek. 20,000 I. Petroleum fest, loko 24,—, per Sept.=Okt. 24,10, Oktbr.=Novbr. 24,40 M. Gek.— Ztr. * Köln, 22. Juni. Weizen hiefiger loco 21,—, fremder loco 21,—, per Juli 19,50, per Nov. 20,25, Roggen loco 15,—, per Juli 14,35, per Nov. 15,15. Hafer loco 15,—. Rühöl loco 36,—, per Oktbr. 31,90. * Neuß, 22. Juni. Weizen à 100 Kilo erster Qualität 20,50, zweiter Qualität 18,50. Landroggen 100 Kilo 1. Qualität 14,80. 2. Qualität 12,80. Wintergerste 14,—. Hafer pr. 100 Kilo 15—. Kartoffeln 8,50. Heu à 50 Kilo.—. Roggenstroh à 600 Kilo 24,— M. Rüböl per 100 Kilo in Partien von 100 Ztr. M. 71,—, Rüböl per 100 Kilo faßweise 72,50. Gereinigtes Oel per 100 Kilo 3 M. höher als Rüböl. Preßkuchen per 1000 Kilo M. 130,—. Kleien per 50 Kilo 5,60. * Bremen, 22. Juni. Petroleum fester, loco.45, per Juli 7,55, Aug. 7,70, Aug.=Dez. 7,95. Schmalz Marke Wilcox loco 53, per Juni=Juli 5212. Speck, halb short halb long, loco—. Wochenmarktbericht. * Detmold, 23. Juni. Weizen pr. 50 Kilo 10,50 M. Roggen, pr. 50 Kilo 7,75 M. Mengekorn, pr. 50 Kilo 8,25 M. Gerste pr. 50 Kilo 7,50 M. Raufutter, pr. 50 Kilo—.— M. Hafer pr. 50 Kilo 7,— M. Heu pr. 50 Kilo 2,20 M. Stroh, pr. 50 Kilo 2,— M. Kartoffeln pr. 50 Kilo 3,80 M. Rindfleisch, bestes, pr. Kilo 1,20 M. Kalbfleisch, bestes, pr. Kilo 1,— M. Hammelfleisch pr. Kilo 1,20 M. Schweinefleisch pr. Kilo 1,20 M. Speck, geräuchert, pr. Kilo 1,70 M. Schinken, geräuchert pr. Kilo 1,60 M. Butter pr. Kilo 1,60 M. Eier 9 St—,40 M. Spargel pr. Kilo 1,20 M. Erbsen, neue, pr. Metze—.50 M. Kartoffeln, neue, pr. Kilo—,40 M. Neueste Nachrichten. * Breslau, 22 Juni. Auf dem Ueberschwemmungsgebiet ist das Wasser erheblich gefallen, die Oder und Oppa steigen noch.— In Ullersdorf bei Glatz sind, nach einer Meldung des„Gebirgsboten“ sieben Schulkinder ertrunken. * Dresden, 22. Juni. Der König und Prinz Georg besuchten gestern Nachmittag das Schießfest des mitteldeutschen Schützenbundes. Der König gab mehrere Schüsse auf eine Standscheibe ab und sprach dem Vorstande des Bundes seine Freude aus über den günstigen Verlauf des Festes. * Dresden, 22. Juni. Jn Folge des Anschwellens der böhmischen Zuflüsse ist die Elbe seit gestern hier Sauberkeit fällt uns im Innern, welches mit trefflichen Sprüchen geziert ist, auf; die Kost, welche täglich von 12—2 Uhr Mittags hier geboten wird und von der die ganze Portion mit Fleisch 25, die halbe 15 kostet, ist schmack= und nahrhaft. Wie die übrigen in allen Stadttheilen Berlins befindlichen Volkeküchen, erfreut sich auch die auf dem Ausstellungsplatze befindliche eines zahlreichen Zuspruchs. Nebenaa liegt der Pavillon der„Carne-pura-Ak iengesellschaft; mit all' ihren Präparaten, welche sich jedoch die Gunst der großen Menge noch nicht erworben zu haben scheinen. In der Nachbarschaft finden wir Frau Lina Morgensterns Kochschule des Birliner Hausfrauenvereins, wo junge hübsche Damen eifrig die Kelle und den Löffel schwingen. Zur Mittagszeit ist auch hier der Besuch ein sehr reger und wenn der Spruch,„daß der Weg zum Herzen durch den Magen geht“, sich bewahrheitet, dann haben sich die jungen Schülerinnen der Kochkunst so manches Herz erobert und an Freiern wird es ihnen nicht fehlen. An und um den Teich ist nun noch eine ganz beträchtliche Zahl in des Wortes vollster Bedeutung „geschwackooller“ Zelte und Kioske aufgeführt, die sämmtlich für„des Leibes Nothdurft und Nahrung" Sorge trazen. Was wir nur wünschen, steht hier bereit und wird uns von schöner Hand kredenzt: Milch, Cacao, Mineralwässer, Thee, Weine verschiedenster Art, vom Kap= bis zum Apfelwein, Liqueure 2c. Gegenüber einem metereologischen Pavillon befindet sich hier auch eine stark in Anspruch genommene Volksbadeanstalt, wo man für 10 4 eine Douche nehmen kann. Links vom Teich ziehen sich noch längs der Stadtbahnbogen mehrere Baulichkeiten entlang, von denen wir den Judlin'schen Pavillon mit Darstellung der imprägnirten Kleiderstoffe(eine junge Dame ist vom Ball heimgekehrt und hat sich dicht an einem Kamin niedergelassen; von Müdigkeit überwältigt, ist sie eingeschlafen, während ihre Robe Feuer fängt, oder vielmehr nicht fängt, sondern nur theilweise verkohlt, da sie ja imprägnirt ist) hervorheben. Rechter Hand finden wir noch eine Kranken= resp. Verwundeten=Zeltbaracke des Kriegsministeriums und eine hölzerne, vollständig ausgerüstete Isolirbaracke der königl. Charitédirektion bedeutend gestiegen. Gestern noch 16 cm unter war der Wasserstand der Elbe heute früh 1 Uhr 152 cm über Null und heute Vormittag 11 Uhr 204 cm über Null und befürchtet man noch ein weiteres Steigen. Aus Böhmen wird ein Fallen des Wassers gemeldet. * Nyiregyhaza, 21. Juni.(Tisza=Eszlarer Prozeß.) Nach der Vernehmung der Mutter Esthers wurde auch die Dienstgeberin des Mädchens sowie deren Schwester vernommen. Frau Solymossi blieb dabei, daß ihre Tochter nur von den Juden umgebracht sein könne. Die Vertheidiger wiesen auf die abweichenden Angaben der verschiedenen Zeugen bezüglich der Zeit der Ermordung Esther Solymossis hin, indem nach Moritz Scharfs Aussage der Mord vor dem Mittagessen erfolgt wäre, während ein Kaufmann, bei dem Esther damals Einkäufe besorgte, aussagt, daß das Mädchen erst um 12 Uhr vor ihm fortgegangen sei. Die Synagoge befindet sich 25 Minuten von der Wohnung des Kaufmann entfernt. Meteorologische Beobachtungen der Deutschen Seewarte in Hamburg vom 22. Juni. Morgens 8 Uhr. Der gestern erwähnte Rücken hohen Luftdrucks erstreckt sieh von der norwegischen Küste südwärts nach den Pyrenäen hin, während nordwestlich von Britannien und im westlichen Russland der Luftdruck am niedrigsten ist. Bei schwacher bis frischer westlicher und nordwestlicher Luftströmung ist das Wetter über Centraleuropa kühl und vorwiegend trübe. Meteorologische Beobachtungen in Detmold. Für den Inserat.ntheil verantwortlich: A. Mewes in Dermold in Berlin, ferner das umfangreiche Taucherbassin, in dem zu bestimmten Zeiten Vorstellungen stattfinden. Wenden wir uns von hier aus dem Hügel zu, so erweckt von den hier befindlichen wenigen Baulichkeiten darunter Militärküche, dann Fabrikate der Löwe'schen und Körting'schen Fabrik.n— der Pavillon des ReichsGesundheitsamtes unser besonderes Interesse. Treten wir ein, so befindet sich rechts von uns das aus gezeichnet eingerichtete Laboratorium für Nahrungsmittel=Untersuchungen, links das Laboratorium für Untersuchungen über Infektionskrankheiten und Desinfektion, im Hintergrunde ein Raum für Nebenarbeiten und ein physikalisches Kabinet. An den äußeren Seitenwänden hängen Darstellungen der Sterblichkeit an einzelnen Infektionskrankheiten in 70 größeren Städten in den Jahren 1871—81 mit Berücksichtigung der Boden=, Witterungs= 2c. Verhältnisse. Jenseits des Hügels können wir voch in die Geheimnisse eines kleinen Bergwerks eindringen, besichtigen ferner noch die hölzerne Vorderwand des Hauses, an dem die Berliner Feuerwehr einmal in der Woche ihre Exerzitien vornimmt, und treten dann einen Gang an durch das drei Stockwerke umfassende, Abends elektrisch beleuchtete, sogenannte Normal=Wohnhaus. Innen wie außen repräsentirt sich dasselbe auf das Schmuckste; die Wohnräume sind mit einer Eleganz eingerichtet, von der man sagen möchte, daß„weniger mehr gewesen wäre.“ Ach, wie mancher Hausfrau entfährt hier ein schwerer Seufzer, wenn sie diese herrlichen Küchen befieht, wie mancher Hausherr wünscht ein ähnliches behagliches Heim zu besitzen, wenn er diese Arbeitsgemächer, diese Salons und Trinkstuben durchwandert. Von dem Balkon des ersten Stockwerkes hat man einen schönen Ueberblick über die Ausstellang und das hunte Leben und Treiben, welches in derselben heirscht. Stolz und kühn ragt im Hintergrunde der AusstellungsPalast empor, und im Glanz der Nachmittagssonne erblicken wir die hohe Figur der mildthätigen Göttin Gesundheit, die ja auch die Schützerin der Ausstellung ist, welch' letztere weit mehr gehalten hat, wie man sich von ihr versprach, und die, wenn sie schon längst wieder vom Erdboden verschwunden ist, noch lange, lange segensund hülfreich nachwirken wird. Bekanntmachung. Im Auftrage des Fürstlichen Amtsgerichts werde ich am Freitag, den 29. d. Monats, Morgens 8 Uhr anfangend, den Nachlaß des verstorbenen Pferdehändlers W. Sander zu Hohenhausen, unter welchem sich: 3 werthvolle Pferde, 1 Kuh, 1 LLagdwagen, 2 Kleiderschränke, 1 Sopha, 3 vollständige Betten, 3 Tische, sowie allerlei Haus und Ackergeräthschaften befinden, öffentlich meistbietend gegen gleich baare Bezahlung verkaufen. Kauflustige werden mit dem Bemerken eingeladen, daß die Pferde Mittags 1 Uhr zur Versteigerung kommen werden. Hohenhausen, den 21. Juni 1883. Rehm, Gerichtsvollzieher. Ein Tandgur von ca. 150 bis 200 Morgen wird zu kaufen gesucht. Nähere Details sofort mit einzusenden. Franko-Offerten unter A. S 159 bef. die Exped. d. Bl. Anzeige. Einem hochgeehrten Publikum von Detmold und Umgegend die ergebene Anzeige, daß ich mich von heutigem Tage an als Sattler und Tapezierer hier niedergelassen habe. Es wird mein Bestreben sein, durch prompte Lieferung sowie reelle und billige Preise meine geehrten Auftraggeber zu bedienen. Meine Wohnung ist Leopold straße Nr. 13 bei Herrn Bäckermeister Rossmann. Detmold, den 16. Juni 1883. B. Bexten. Zur Fahnenweihe! Sonntag, den 24. Juni, Nachmittags 4 Uhr: Concert am Krummenhause, wozu ergebenst einladet Der katholische GesellenVerein. Entré 20+.— Kinder frei. Zu dem am Sonntag, den 1. und Montag, den 2. Juli hier stattfindenden Schuhzensestr ladet freundlichst ein Der Vorstand. Oerlinghausen, Juni 1883. Freiwillige Feuerwehr. Montag, den 25. Juni er., Abends 8 Uhr: Uebung für die Steiger. Der Vorstand. Heute, Nachmittags 3 Uhr, entschlief sanft und gottergeben nach kurzem Krankenlager unser geliebter Vater I. E. Tegeler in seinem fast vollendeten 77. Lebensjahre, was allen Verwandten und Freunden des Entschlafenen statt besonderer Meldung hiermit anzeigen die tiefbetrübten Kinder. Kirchheide, 22. Juni 1883. Die Beerdigung findet am Montag, Nachmittags 3½ Uhr statt. Debet. Deutsche Militairdienst-Versicherungs-Anstalt in HAMBURG. Bilanz-Conto ultimo 1882. Credit. 1882 1882 An Cassa-Conto (Bestand ult. 1882, incl. der pr. Decbr. 1882 von den Agenten verrechneten, Anfangs Jan. 1883 zur Casse gelangten Beträge) Reichsbank-Hauptstelle: Guthaben am 31. December Norddeutsche Bank: Guthaben am 31. December Effecten-Conto: a) 4% Preuss. consolidirte Anleihe, M 4900(Cours vom 30. December 1882, K 100¼)........... A b) 4½% Pr. consol. Anl. 337,750(Cours v. 30. Dec. 1882, K 103)........ c) 4% Bayer. Staats-Eisenb.Anl. R 1000(Cours v. 30. Dec. 1882, M 101.40) 4½% Neuer Pfandbrief der Schlesischen Landschaft, M 3000(Cours vom 30. Decbr. 1882, K 101¼)......„ 3,037.50 d) 4,912.25 347,882.50 1,014.— Hypotheken-Conto: Pupillarische Hypotheken Conto-Corrent und Agenturen-Conto: Guthaben bei den Agenturen(incl. der am 31. Decbr. 1882 noch nicht eingelösten Documente) und diverse Debitores Zinsen-Reserve-Conto: auf das Jahr 1882 entfallende, noch nicht fällige Zinsen für Effecten u. Hypotheken Gestundete Prämien-Raten wegen halb- und vierteljährl. Zahlungen(§ 2 des Geschäftsplans) Inventar-Conto: Mobilien- u. Geschäftsutensilien bei der Direction, den Subdirectionen etc. M 24,226.05 Abschreibung....„ 8,571.39 K Per Garantiefonds-Conto......... KK 600,000 ab Sola-Wechsel der Garanten„ 413. 625 Conto-Corrent und Agenturen-Conto: Diverse Creditores Prämien-Reserve-Conto Provisions- und Verwaltungskosten-ReserveConto Sicherheitsfonds-Conto: Betrag ult. 1881.. Invalidenfonds-Conto: Betrag ult. 1881......... Dividenden-Conto: Betrag ult. 1881........ KK 24,139.88 ab: In 1882 bezahlte resp. verfallene Beträge......„ 3,454.57 Gewinn- und Verlust-Uebertrags-Conto: Ueberschuss pro 1882 Davon entfallen statutengemäss: dem Sicherheitsfonds 25%. MK. 8,182.53 „ Invalidenfonds 10%„ 3,273.01 „ Tantième-Conto 12%„.92761 „ Divid.-Conto 53%„ 17,346,95 ∆ 156,375 1,005 1,248,356 7,801 17/42 5,606 20,685 32,73 37 87 04 94 58 31 10 K K 66r Ausführliche Geschäftsberichte werden von der Direction und den Herren Vertretern unentgeltlich verabfolgt und versandt, in Detmold von B. Kotzenberg, Bismarckstrasse 12, und C. Gehring,„Teutoburger Hof“. Zeize hiermit an, daß in hiefiger, Mirtetmühle wegen Neubau der gehenden Werke vom 2. Juli ab voraussichtlich in 14 Tagen nicht ge mahlen wird. Bitte daher meine geehrten Mahlkunden, sich möglichst darauf einzurichten. Mühlenpächter Ameling. Detmold. Neue Gemüse, als: junge Wurzeln, Blumenkohl, große Bohnen, Wirsing, Kohlrabi, Kopfsalat, Gurken, Kartoffeln, frische Kirschen und Erdbeeren, habe am Dienstag auf dem Wochenmarkt in Detmold. L. Jacke, Bielefeld. Zum 1. Juli ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Elisabethstraße D. 12° Wohnung. Die erste Etage meines Hauses, 8 Räume und Zubehör, nebst großen Garten, Remise und Stallung steht zum 1. Oktbr. zu vermiethen. C. Vogelsang. Ausk. ertheilt E. Hattesohl. Zum sofortigen Eintritt suche ich 3 gesunde Ammen wenn eine auch schon 6 Monat entbunden ist. Frau I. Bielefeld, Damm Nr. 4. Ein Bäckergsele, der durchaus zuverlässig ist, findet in einer mittl. Stadt des Lipp. Landes bei nicht zu hohen Ansprüchen angenehme Stellung. Ausführl. Off unter H. S. 161 bef die Exped. d. Bl. Für mein Geschäft suche sch einen Lehrling. 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Die AngelegenLeit des Reichstagshauses nimmt nunmehr den erwarteten schuellen und günftigen Verlauf. Am 18. d. M. hat Derr Wallot, der in diesen Tagen von Frankfurt a. M. nach Berlin übersiedelt, die an ihn von Seiten des Herrn Staatssekretärs Minister v. Bötticher ergangene endgültige Berufung zur Ausarbeitung des eigentlichen Bauprojekts und demnächst zur obersten künstlerischen Leitung des Baues angenommen: am 1. Juli d. J. wird demzufolge das Baubureau des Architekten in Thätigkeit ireten. Für den spezifisch technischen und den geschäftlichen Theil der Bauausführung, die man vorläufig auf eine Daurr von etwa 8 Jahren veranschlagt, wird Herrn Wallot ein höherer Baubramter mit selbständiger Verantwortlichkeit zur Seite gestellt werden, isser, Wahl jedoch voch nicht erfolgt ist; selbsiverständtunn derselbe erst in Thätigkeit treten, wenn der Entwurf in allen Theilen festgestellt ist. Alle Bemühungen zur Ausführung einzelner Bauarbeiten, an denen es strebsame Unternehmer jetzt schon nicht fehlen lassen, sind daher durchaus verfrüht und wirken z. Z. lediglich als eine Belästigung der in Anspruch genommenen Persönlichkeiten; ebenso dürften alle aufs Gerathewohl unternommenen Versuche, eine Stelle im Baubureau zu erlangen, ziemlich aussichtslos sein. Die Bedingungen, unter denen Herr Wallot für den Dau des Reichstagshauses gewonnen worden ist, sind als durchaus würdige zu bezeichnen. Während ihm das erforderliche Maaß von künstlerischer Selbständigkeit eingeräumt worden ist, steht auch das ihm bewilligte Hoxorar in angemessenem Verhältaiß zur Größe und -errulung seiner Aufgabe. Neben einem während der Rgzesführung zu zahlenden festen Jahresgehalt von #.## et soll Herr Wallot nach Vollendung der Gandamente, des Rohbaues und des inneren Ausbaues se eine Bauprämie von bezw. 20,000, 40,000 und 60,000 M erhalten. Alle sächlichen Unkosten, ebenso naturlich die Gehälter des Hülfspersonals werden sebstverständlich vom Reiche getragen. ** * Berlin, 20. Juni.(Der Kaufmann Reuter) wurde am Montag Abend durch einen uniformirten Schutzmann im Café Bauer verhaftet. Reuter ist ein gewerbsmäßiger Spieler, aber bis vor Kurzem hat es an Beweisen dafür, daß er auch ein Falschspieler ist, gefehlt. Eine gewisse Liebenswürdigkeit seines Wesens machte ihn zu einem gern gesehenen Gesellschafter. Vor längerer Zeit schon erregte es großes Aufsehen, als Reuter einem jungen Lebemann an einem Abend 400,000 M abnahm, von denen 200,000 cK. sofort baar, die andere Hälfte in Wechseln bezahlt wurde. knüpften sich an jenen Vorfall seiner Zeit eine ganze Reihe von Anzeigen, aber es scheint, daß sich, wie der B..“ hört, irgend ein weitreichender Einfluß zu Gunsten Reuters wenigstens in dem Sinne geltend machte, daß man an ein Falschspielen nicht glaubte. euerdings nun muß sich indessen das belastende Matertal zegen Reuter sehr gehäuft haben, da sonst die erhaftung kaum in so außerordentlich auffallender —vorgenommen worden wäre. Zu den Opfern veeuters und seines Kompagnons oder Assistenten Wolff Lehören in außerordentlicher Zahl Offiziere der GardeRegimenter in Potsdam, Träger der glänzendsten Namen der preußischen Aristokratie. Er soll die Veranlassung zu dem Untergange manches hoffnungsvollen jungen Mannes gewesen sein. Wenn er sein Hauptaugenmerk auf reiche Erben richtete, so verschmähte er es indessen auch nicht, kleine Leute zu rupfen. Einem Friseur nahm er 25,000 M ab. Reuter soll bis vor wenigen Jahren in einer der Gerichtsschreibereien zu Halle beschäftigt gewesen sein, wegen seines Hanges am Spiel und der daraus resultirenden Vernachlässigung seiner Arbeiten aber entlassen worden sein. Völlig mittellos kam er nach Berlin. In der überaus kurzen Frist von etwa drei Jahren brachte er es fertig, sich ein kolossales Vermögen zusammenzuspielen. Er bewohnte in der Lennéstraße eine luxuriöse Wohnung, seine jährlichen Ausgaben sollen sich auf mehr als 150,000 K beziffert haben. * * Was ein solider Kassenschrank alles auszuhalten vermag, das hat sich wieder einmal bei dem furchtbaren Brande am 19. d. M. in Rüdesheim gezeigt, bei dem bekanntlich 79 Gebäude ein Raub der Flammen wurden. Eine der feuerfesten Kassen, welche 13 Stunden dem heftigsten Feuer ausgesetzt, alsdann vom 1. Stock herunterstürzte, hier wiederum an 30 Stunden im glühenden Feuerkessel liegen blieb, hat bei diesem Sturze die Probe vollständig bestanden, denn nicht die geringste Beschädigung an den Fugen 2c. hat sich ergeben. Die Kasse blieb ganz intakt. Eine zweite Kasse war volle zwei Tage dem verheereaden Elemente ausgesetzt und konnte erst am vierten Tage aus den noch rauchenden Ruinen entfernt werden. Bei der Oeffnung dieser Kasse, was noch mittelst der Schlüssel ohne Gewalt anzuwenden geschehen konnte, zeigte sich der Inhalt, an Büchern, Geld und Werthpapieren, vollkommen unversehrt. Wir theilen dies, schreibt das„Frankf. Journal“, um so lieber mit, als diese Kasse ein Erzeugniß unserer vaterstädtischen Industrie ist, nämlich in der altrenommirten Kassenfabrik von Franz Garny in Frankfurt a. M. angefertigt wurde. ** * Das Kapitel der Zollkuriosa erfährt täglich neue Bereicherungen, aber auch auf diesem Gebiete ist„Vieles schon dagewesen“, und so sind wir heute in der Lage, eine zwar schon ältere, aber wenig bekannte Leistung zollwächterischen Scharfsinns mitzutheilen, die beweist, daß man an den Grenzen des deatschen Vaterlandes schon vor Jahrzehnten in Bezug auf Findigkeit unseren heutigen Zollbeamten mindestens gleich, wenn nicht„über“ war. Für das Museum, und zwar dessen anthropologische Abtheilung, einer deutschen Universität trafen an der Grenze mehrere Kisten mit Menschenschädeln ein. Unter welcher Rubrik sollte nun diese unheimliche Ladung verzollt werden? Man rieth hin und her und kam schließlich auf einen genialen Gedanken, der aller Noth ein Ende machte. Man verzollte die Schädel als— getragene Sachen! *** * Eine Hochzeit bei Rothschild. Aus Paris schreibt man dem„D. Mtg.Bl.“ unterm 1. Juni: Paris feierte gestern(Donnerstag) Abend eines jener Feste, die bezüglich der Großartigkeit und des Glanzes eben nur in Paris gefeiert werden. Baron Alphonse von Rothschild verheirathete seine zweite Tochter Beatrice mit Heren Maurice Ephrussi. Es handelt sich dabei um einen aus Herzensneigung sich abschließenden Bund. Die Salons des grandiosen Hotels in der Rue St. Florentin strahlten im wundervollsten Glanze und bargen nicht weniger als 2500 Gäste. Ueber 3000 Einladungen waren ergangen an die Spitzen der französischen Gesellschaft, an die Diplomatie, an Gelehrte, Schriftsteller, Künstler 2c, Unter den Klängen eines ausgezeichneten Orchesters betraten die Gäste, welche durch drei Wagenreihen sich durchzuarbeiten hatten, die Säle, wo sie von Baron Alphonse und der noch immer reizenden Baronin Alphonse im ersten Salon empfangen wurden. In einem der folgenden Salons lag nach dem in der französischen Gesellschaft herrschenden Gebrauche der Heirathsvertrag auf, welcher von den hervorragendsten Gästen unterzeichnet wurde. Neben den Namen der anwesenden Mitglieder der Familie— sie waren fast alle zugegen— trägt dieses Dokument die Namen der Mehrzahl der in Paris beglaubigten Botschafter— darunter auch den des deutschen, Fürsten Hohenlohe— der Prinzen von Orleans, darunter des Herzogs von Nemour und des Prinzen von Joinville, des Vertreters des Präsidenten der Republik, der Herzöge Decazes, Broglie, de Castries, Grammont 2c., des Marschalls Canrobert, früherer und jetziger Minister, ferner die des Herrn v. Lesseps, von Alexander Dumas, Sardou, Detaille, Meissonier, Ambroise Thomas. Von märchenhafter Pracht war der große Saal, in welchem die Brautgeschenke ausgestellt waren Diese selbst haben nicht oft ihres Gleichen gefunden. Die Eltern der Braut hatten einen aus Rubinen und Diamanten bestehenden Schmuck von ungefähr zwei Millionen Francs gespendet, ein Meisterwerk allerersten Ranges der Juwelierkunst. Von kaum geringerem Werthe ist ein von der Großmutter der Braut, der krankheitshalber in Cannes weilenden Wittwe des Barons James von Rothschild. Die Geschenke der übrigen Familienmitglieder beziffern sich in ihrem Gesammtwerthe auf viele Millionen. Es war eine wahre Schatzkammer von Armbändern, Colliers, Agraffen, Ketten, Fächern 2c., die sich hier dem erstaunten und dem geblendeten Auge aufthat. Unter den nach vielen Hunderten zählenden Blumenspenden erregte eine von der jugendlichen Tochter einer dem Hause Rothschild durch langjährige freundschaftliche Bande verknüpften Berliner ersten Finanzgröße dargebrachte Jardinière ullgemeine Bewunderunz. Unter den dargebrachten Kunstsachen befanden sich über einem Bilde von Meissonier ein auf Grandpapier gedrucktes Exemplar des Romanes „'Abbé Constantin“ von Ludovic Halévy, der es von einem anderen Freunde des Hauses, dem berühmten Maler Detaille, mit Handzeichnungen hatte versehen lassen, ferner ein von der Marquise de Galliffei geschenktes Schatzkästchen kostbarster Florentiner Renaissance, und— last not least— ein Oelgemälde Makarts, ein Geschenk des Herrn v. Bleichröder, das wegen des Zaubecs seiner Farbe, der noch durch einen Rahmen von großer künstlerischer Schönheit gehoben wird, viel bewundert wurde. In dem letzten Salon war ein Buffet errichtet, welches dem verwöhntestn Gaumen die erlesensten Genüsse bot. Die Cirkulation in den Räumen war überaus schwierig— das bildet aber hier stets einen Theil des Vergnügens bei ähnlichen Beranlassungen. Die An= und Abfahrt der Wagen wurde durch ein: ganze Schaar von Konstablern geregelt; trotzdem mußten Viele stundenlang auf ihren Wagen warten. Filz-Hüte. Schwarze Filz=Hüte in nur ächtem Haasenhaarfilz, sich besonders ausZeichnend durch sehr leichtes Gebicht und Eleganz der Facons, mpfiehlt in größter Auswahl und neuesten Facons Köster Ww, Hornsche=Str. Ma##ipps, Orleans, Drell und -dieskin, leinen Reise-Staub### tel, sowie waschüchte Hosen und Knaben empfiehlt in, Kaßer Auswahl z. billigsten Preisen. Stutz. Köster Ww., Hornsche Str. Pilsener Bier aus dem Bürgerlichen Bräuhause zu Pilsen. General=Depöt: J. Eilers, Hannover. Tapeten, neueste Muster, in großer Auswahl bei A. Wantrup, Leopoldstraße. Natur. gemäße Fußbekleidung wird vom Unterzeichneten in nur solider und eleganter Ausführung angefertigt. F. Meise, Spezialschuhmacher für kranke und empfindliche Füße. Digzigge Flüger Harmoniums Nur Prima-F Magazin vereinigter Berliner • Pianoforte-Fabriken* Berlin, Leipzigerstrasse 30. 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Juni ab Bruchstraße 29, die Reisenden, welche sich mit der Verpflegungsanweisung zu 2 daselbst einfinden, erhalten, und zwar des Vormittags bis 11 Uhr sich Meldenden Mittagsbrod, des Nachmittags Ankommenden Abendbrod, Nachtquartier und Frühstück. Demnächst werden die Reisenden auf dem kürzesten Wege nach Wilhelmsdorf verwiesen. 4. Zum Rendanten des Vereins ist der Magistratsexpedient Bröker bestellt. Derselbe nimmt auf dem Rathhause während der Büreaustunden die Vereinsbeiträge an und verabfolgt dagegen unentgeltlich an die Mitglieder die an den Häusern anzubringenden Blechschilder mit der Inschrift„Verein Wilhelmsdorf". Auch nimmt Herr Bröker dort die Anmeldung neuer Mitglieder entgegen. Vorstand des Vereins Wilhelmsdorf in Stadt und Amt Detmold. Captien in stets neuer Auswahl bei A. Schieferdecker. Die höchsten Rabatte gewähren Haasenstein& Vogler in Hamburg in allen Fällen, in denen der Umfang des Insertions=Auftrages solchen Anspruch zu rechtfertigen vermag. Um 5. Juli o. g. 1. Ziehung Fünfte Lotterie von Baden=Baden. Gewinne mit Haupt10000 gewinnen i. Werthe v. 1000 U 60000., 30000., 15000., 12000 M. 2c. Losssurmieki incl. Reichsstempelsteuer. Original=Vollloose, gültig für alle 5 Ziehungen, à 10 Mk. 50 Pf. inel. Reichsstempelsteuer sind zu beziehen durch#. Molling, General=Debit, Hannover, und die durch Plakate erkenntlichen Verkaufsstellen. der vom Staate genehmigten und garantirten 9b. Herzgl. Braunschw. Landes-Lotterie kommen in 1. bis 6. Klasse folgende Gewinne zur Entscheidung: 500,000 Mark event., 300 000 Mark, 200 000„ 100 000 2 à 50 000 3 à 40 000 6 à 30 000 2 à 25 000 2 à 20 000 11 à 15 000 1 à 12 000 2 à 8000 Mark, 3 à 6000„ 65 à 5000„ 3 à 4000„ 107 à 3000„ 313 à 2000„ 623 à 1000„ 948 à 500„ 1100 à 300„ 46785 à 250, 240, 200 Mk. 2c. 22 à 10000„ Die Ziehung 1. Klasse findet statt: am 12. und 13. Juli 1883 und gebe ich dazu Original=Loose: Ganze Halbe Viertel Achtel à. ost 16,80, ost.40, J.20, J 2,10, einschließlich Reichsstempel=Abgabe, gegen frankirte Einsendung des Betrages oder gegen Postnachnahme ab. Gewinnlisten nach der Ziehung gratis. G. Daubert jun., Braunschweig, Poststraße 6. NB.Der Preisfür Ganze, Halbe, Viertel, Achtel beträgt: einschließlich mith. d. alle Kl.: f. 126,00, J. 63,00, JA 31,50,+415,75. 3,15, 3,15, 3,15, 2,10, stempelAbgabe. Man abonnirt bei allen PostAemtern Deutschlands, Oesterreichs, der Schweiz 2c. für 2 4 50) für das Vierteljahr, in Berlin bei allen Zeitungs=Spediteuren für 2 J 40 J vierteljährlich, für 80+ monatlich einschließlich des Bringerlohns. Abonnements=Einladung auf die Verriner Gerichts Her„ 3. Quartal 1883. 31. Jahrgang. Die Berliner Gerichts=Zeitung, in Berlin wie im ganzen übrigen Deutschland vorzugsweis in der gut situirten Kreisen der Beamten, Gutsbesitzer, Kaufleute rc. verbreitet, ist bei ihrer sehr großen Auflage für Inserate, deren Preis mit 35 für die 4gespaltene Zeile sehr niedrig gestellt ist, von ganz bedeutender Wirksamkeit. Wer sein Recht nicht kennt, hat den Schaden zu tragen! Wer sich vor solchem Schaden an Ehre und Vermögen bewahren will, abonnire auf die„Berliner Gerichts=Zeitung“, die, von der hervorragendsten Berliner Juristen redigirt, bei ihrem niedrigen Abonnementspreis, bei ihrem reichhaltigen belehrenden und unterhaltenden Inhalte in keinem deutschen Haushalte fehlen sollte. Die neuen Reichs= und Landesgesetze werden stets eingehender Erörterung unterzogen, wie dies mit dem Wuchergesetz, der Feld= und polizeiordnung, dem Reichsstempelgesetz 2c. 2c. geschehen ist. Binnen kurzem, sofort nach Publikation der neuen Subhastations=Ordnung (Gesetz, betreffend die Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Eigenthum) wird dieses wichtige Gesetz erläutert werden. Alle beachtenswerthen Entscheidungen des Reichsgerichts und des Ober verwaltungsgerichts werden mitgetheilt und erklärt, die interessantesten Prozesse des In= und Auslandes gebracht. Diese Ausführlichkeit von jedermann unentbehrlicher, sehr leicht faßlich dargestellten Belehrung in Verbindung mit dem reichhaltigen, allen Abonnenten in schwierigen Rechtsfragen kostenfreien Rath ertheilenden Briefkasten, das anerkannt höchst gediegene Feuilleton, welches stets die neuesten, besten Romane sowie belehrende und humoristische Artikel unserer ersten Schriftsteller enthält, führen der Berliner Gerichts=Zeitung unausgesetzt eine große Anzahl neuer Abonnenten zu, so daß sich dieselbe mit vollstem Rechte zu den gelesensten, verbreitetsten Blättern Deutschlands rechnen darf.— Außer dem vorher Angeführten bringt die Zeitung den Lesern eine Fülle von Unterhaltung durch eine umfassende Chronik der Berliner Tages=Ereignisse, vermischte Nachrichten von nah und fern, unparteiische Kritiken über Berliner Kunst= und Theater=Novitäten 2c. 2c. 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Juni 1883. 6 Uhr Morgens: Choral der Gesangvereine Schötmars auf dem Marktplatze. —10½ Uhr Vorm.: Empfang der fremden Vereine im Hôtel Korf. 10½-11½"" Delegirten- Versammlung daselbst. 11½-12½„„ Generalprobe im Odeon. 12½ Uhr Mittags: Aufstellung zum Festzuge, Rede, Festzug. 2"" Festessen auf dem Festplatze. 4 Uhr Nachm.: Gesangvorträge der sämmtlichen und einzelner Gesang. vereine Während der Pausen Concert. 7 Uhr Abends: Fest- Polonaise mit nachfolgendem Ball. Die Musik wird von der Kapelle des 6. Westf. Infanterie- Regiments Nr. 55 unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters Herrn Hubert ausgeführt. Eintrittskarten zum Concert 0,50 M zum Concert und Ball......50„ zum Ball..... 1,00„ Zu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Dus Fest-Comité. ( zahle ich dem, der 900 ane beim Gebrauch vor Kothe's Zahnwasser à Flacon 60 jemals wieder Zahnschmerzen bekommt oder aus dem Munde riecht. Joh. George Kothe Nachf. Berlin S. Prinzenstr. 99. In Detmold zu haben bei Julius Duensing. 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